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23 kurzmeldungen news

©  ADOBE STOCK – LIA ARAMBURU

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in Lebensmitteln quantifizieren und in Laborversuchen anwenden zu können. Einen wichtigen Schwerpunkt stellen Visualisierungstechniken dar, damit Mi­ kroplastik auch in biologischen Medien, wie zum Beispiel der Lebensmittelmatrix oder auch in menschlichen Zellen, de­ tektiert werden kann. Um Mikroplastik auch in realen Umweltproben analysie­ ren zu können, müssen Aufreinigungsund Trennverfahren entwickelt werden. Letztlich können durch Mikroplastik verursachte, zelluläre Effekte gemessen werden, um die Wirkmechanismen von Mikroplastik zu verstehen. Im Falle, dass Mikroplastik vom Körper aufge­ nommen wird und der Verdacht besteht, dass es Effekte im Menschen auslösen kann, werden auch klassische toxiko­ logische Ansätze zur Risikocharakteri­ sierung notwendig. Es ist zu vermuten, dass sich der Erkenntnisstand zu Mikro­ plastik in den kommenden Jahren deut­ lich weiterentwickeln wird und somit zukünftig eine bessere Bewertung der potenziellen Risiken, die von Mikroplas­ tik in Lebensmitteln ausgehen könnten, ermöglicht wird.

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DAS BFR, das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung, hat Mikroplastik einer Bewertung unterzogen. Im Rah­ men eines Verbraucherschutzforums in Berlin erklärte BfR-Präsident Prof. DDr. Andreas Hensel, dass es bisher keine wissenschaftlichen Hinweise gebe, dass von Plastikpartikeln in Lebensmitteln gesundheitliche Risiken für den Men­ schen ausgehen. Erste eigene Unter­ suchungen des BfR mit verschiedenen Partikelgrößen zur oralen Aufnahme ergaben, dass Mikroplastik weder den Magen noch das Darmgewebe schädigt. Für eine umfassende Risikobewertung fehlen aber noch verlässlichere Daten zur Partikelgröße und zum Gehalt in Le­ bensmitteln. Mikroplastik hat in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Wahrneh­ mung zunehmend an Bedeutung gewon­ nen und es wurde gezeigt, dass es auf verschiedenen Wegen in die menschliche Nahrung gelangt. Aktuell liegen noch nicht ausreichende wissenschaftliche Daten vor, um eine zusammenfassende Risikobewertung durchführen zu kön­ nen. Jedoch lassen sich die grundlegen­ den Prinzipien der Risikobewertung auch auf Mikroplastik anwenden. Um die bestehenden offenen Fragen klären zu können, müssen analytische Techni­ ken verbessert werden, um Mikroplas­ tik physikochemisch charakterisieren,

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Mikroplastik

Risiko Bambus? EINE ARBEITSGRUPPE der Europäi­ schen Kommission beschäftigt sich mit der Verwendung und dem Inverkehr­ bringen von Materialien und Gegenstän­ den mit Lebensmittelkontakt aus Kunst­ stoff, die gemahlenen Bambus enthalten. Die Experten diskutieren Untersuchun­ gen zu Bambus-Melamin-Lebensmittel­ kontaktmaterialien und -gegenständen und stellen fest, dass die Verwendung von Zusatzstoffen natürlichen Ur­ sprungs wie Bambus in einer Kunststoff­ matrix nicht unbedingt ein direktes Ge­ sundheitsrisiko darstellt. Allerdings hält die Arbeitsgruppe fest, dass eine andere Situation entsteht, wenn Verunreinigungen vorliegen oder z. B. das Material durch heiße Flüssig­ keiten anschwillt. Dann können nega­ tive Oberflächenveränderungen und Migration zu einem Gesundheitsrisiko führen. https://ec.europa.eu/food/sites/food/files/ safety/docs/cs_fcm_bamboo_wg-201906.pdf

volume 44 | 01. 2020  ERNÄHRUNG | NUTRITION

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DIE ERNÄHRUNG VOLUME 44 | 01 2020  

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