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VII technik spezial technology special

HEFEABZIEHEN – CLEVER UND SPARSAM DAMIT SIE WETTBEWERBSFÄHIG BLEIBEN, MÜSSEN BESONDERS KLEINE UND MITTELSTÄNDISCHE BRAUER AN DER KOSTENSCHRAUBE DREHEN. UM DAS HEFEMANAGEMENT IM BRAUPROZESS ZU OPTIMIEREN, HAT DIE LÖWENBRAUEREI SCHWÄBISCH HALL ZUSAMMEN MIT DEM ANLAGENBAUER WELLMANN ENGINEERING EINE MOBILE PUMPENEINHEIT ENTWICKELT.

D

as Aggregat senkt Bierschwand und Wasserverbrauch signifikant, so­ dass sich die fünfstellige In­ vestition binnen zwei Jahren amortisierte. Bis Mitte 2017 wurde das Hefeabziehen aus den zylin­ drokonischen Tanks (ZKT) der Löwenbrauerei Hall händisch bewerkstelligt und durch ein Sichtfenster über­ wacht. „Von außen ist aber nicht unmittelbar zu sehen, ob ich im Tankinneren noch Hefe oder schon wertvolles Bier absauge“, sagt Dip­ lom-Braumeister Hermann Mayerle. Das Verfahren war nicht nur mit hohen Pro­ duktverlusten, Bierschwand genannt, und Personalauf­ wand verbunden. Um die abgezogene Hefe über län­

gere Strecken pumpbar zu halten, mussten die Schwa­ ben Trinkwasser hinzu do­ sieren. Kampf dem Bierschwand durch Automatisierung Im Fokus einer Analyse des Pro­ zessablaufs des Hefe-Abpump­ vorgangs standen die maßgebli­ chen physikalischen Parameter wie Fließgeschwindigkeit sowie pumpeneinlauf- und pumpen­ auslaufseitiger Gassättigungsund Differenzdruck. Weitere wichtige Aspekte bestanden im Verlauf der Rohrleitung und der Hefebeschaffenheit. Ziel war die exakte und au­ tomatisierte Phasentrennung zwischen Bier und Hefe. Da die Homogenität der Hefe im Verlauf der Gärung stark va­ riiert, wurde eine Reihe von Viskositätsmessungen durchge­

führt. Auf Basis dieser Viskosi­ tätsanalyse und der gegebenen Rohrleitungswege wurden der Pumpentyp ausgewählt und die Steuerungstechnik ausgelegt. Prozesseffizienz steigern, Produktverluste senken Die eingebaute Messtechnik er­ kennt unter anderem die Trennung von Hefe zu Bier und regelt den Abpump-Vor­ gang in Sekundenbruchteilen ab. Zusätzlich überwacht und steuert die Sensorik den Hefefluss während des Pump­ vorgangs. Je nach Hefetyp kann die Pumpe individuell und bedarfsgerecht gefahren werden, sodass die Hefe im Gärtank nachrutschen kann und vom Sog erfasst wird. Die frequenzgeregelte Pumpe arbeitet stufenlos, sodass der Hefestrom nicht abreißt und

sich keinerlei Rückstände im Konus der ZKTs bilden, die bei der Filtration wieder zu Störungen führen können. Gleichzeitig realisiert das Ag­ gregat die exakte Trennung der Phasen Hefe und Bier. Nach zwei Jahren im Regelbe­ trieb zieht Braumeister Mayer­ le ein rundum positives Fazit: „Mit dem mobilen Pumpen­ aggregat erhöhen wir die Ef­ fizienz und Wertschöpfung im Brauprozess und meine Kol­ legen können sich stärker auf ihre wertschöpfenden Kerntä­ tigkeiten konzentrieren.“ Der Wasserverbrauch konnte sig­ nifikant reduziert werden, der Gesamtbierschwand sank um circa 15 Prozent, sodass sich die fünfstellige Investition in­ nerhalb von 24 Monaten voll­ ständig amortisierte.

©  WELLMANN ENGINEERING

www.wellmann-engineering.eu

Hefeabziehen vorher: Über das Sichtfenster wurde von außen kontrolliert, wann Bier statt Hefe in den Abzug gelangt, um die Öffnung daraufhin manuell zu schließen.

Hefeabziehen nachher: Das mobile Pumpenaggregat von Wellmann Engineering mit kompletter Automation zur Steuerung und Über­wachung des Hefeabzugs.

https://www.haller-loewen­ braeu.de/

volume 44 | 01. 2020  ERNÄHRUNG | NUTRITION

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DIE ERNÄHRUNG VOLUME 44 | 01 2020  

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