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SICHERHEIT VON VERPACKUNGEN Anwendung von In-vitro-Testsystemen zur Bewertung der Sicherheit von Lebensmittelkontaktmaterialien IN DEN LETZTEN JAHREN IST DAS BEWUSSTSEIN DER KONSUMENTEN FÜR DIE SICHERHEIT VON LEBENSMITTELN DEUTLICH GESTIEGEN, WODURCH GLEICHZEITIG AUCH DIE LEBENSMITTELVERPACKUNG AN BEDEUTUNG GEWONNEN HAT.

A

ktuell sind Lebensmittelkontaktmaterialien, wie zum Beispiel Verpackungen, so sicher wie noch nie, aber dennoch stellt sich für viele Konsumenten und Produzenten die Frage, ob Substanzen, die aus der Verpackung in das Lebensmittel gelangen können, für den Konsumenten zu unerwünschten Veränderungen im Lebensmittel wie zum Beispiel zu gesundheitlichen Risiken führen. Dabei sind aus wissenschaftlicher Sicht insbesondere jene Substanzen von Bedeutung, die in das Lebensmittel migrieren und dort hormonähnliche oder krebserregende Wirkungen entfalten können. Probenvorbereitung – Migration Zur toxikologischen Beurteilung von Lebensmittelkontaktmaterialien müssen die zu analysierenden Substanzen aus der Verpackung extrahiert werden. Um realistische Bedingungen zu simulieren, sind die Vorschriften und Bedingungen der EU-Verordnung No.10/2011 „über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen“ anzuwenden. Dabei werden Simulanzmittel eingesetzt, die die Eigenschaften der

DI Elisabeth Pinter

Dr. Silvia Apprich

ERNÄHRUNG | NUTRITION  volume 42 | 05. 2018

verpackten Lebensmittel möglichst gut widerspiegeln. Dieses Verfahren kann materialübergreifend eingesetzt werden, sei es zur Untersuchung von Kunststoff, Papier, Karton oder Metall. Das anschließend erhaltene Migrat muss noch weiter aufkonzentriert werden, um so die Konzentration der für die Analyse relevanten Substanzen weiter zu erhöhen. Einige gängige Aufkonzentrierungsmethoden sind das Eindampfen, die Festphasenextraktion und die Gefriertrocknung, welche alle das Ziel haben, den Lösungsmittelgehalt des Migrates zu senken und so die Substanzkonzentrationen zu erhöhen. Ein häufiges Problem hierbei ist der Verlust von flüchtigen Substanzen, die insbesondere beim Eindampfen verloren gehen können und so in den anschließenden Analysemethoden nicht erfasst werden können. Auch die Löslichkeit von hormonähnlichen oder kanzerogenen Substanzen im Lebensmittelsimulanz stellt ein Problem bei der Migration da. Deshalb ist es wichtig, eine möglichst schonende Methode für die Aufkonzentrierung zu verwenden, sodass relevante Substanzen nicht verloren gehen und so zu einem falschen Ergebnis führen, und dadurch ein mögliches Risiko unterschätzt wird.

©  PRIVAT, FH CAMPUS WIEN/SCHEDL

SILVIA APPRICH, ELISABETH PINTER

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DIE ERNÄHRUNG VOLUME 42 | 05 2018  

Österreichische Zeitschrift für Wissenschaft, Recht, Technik und Wirtschaft

DIE ERNÄHRUNG VOLUME 42 | 05 2018  

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