DIE ERNÄHRUNG VOLUME 42 | 0304 2018

Page 32

32 wirtschaft economy

RISIKOBEWERTUNG IM FOKUS Aufgaben und Herausforderungen DER FACHBEREICH INTEGRATIVE RISIKOBEWERTUNG, DATEN UND STATISTIK DER AGES HAT UMFANGREICHE AUFGABEN WAHRZUNEHMEN. DER BOGEN REICHT DABEI VON DER WISSENSCHAFTLICHEN RISIKOBEWERTUNG ÜBER MEHRJÄHRIGE INTEGRIERTE KONTROLLPLÄNE, DIE ERSTELLUNG UND BEWERTUNG VON DATENMODELLEN BIS ZUR FORSCHUNG UND INTERNATIONALEN VERNETZUNG. DIE ERNÄHRUNG SPRACH MIT UNIV.-DOZ. DR. INGRID KIEFER, LEITERIN DES FACHBEREICHES RISIKOKOMMUNIKATION, DIE DEN FACHBEREICH RISIKOBEWERTUNG VORSTELLT. OSKAR WAWSCHINEK

D

ie Ernährung: Ein Fachbereich der AGES ist die Integrative Risikobewertung, Daten und Statistik. Was sind genau die Aufgaben dieses Bereichs? Ingrid Kiefer: Der Fachbereich Integrative Risikobewertung, Daten und Statistik der AGES erstellt wissenschaftliche Risikobewertungen, unterstützt das Risikomanagement bei den Themenbereichen Gesundheit, Lebensmittel und Veterinärwesen und bei der Erstellung und Bewertung mehrjähriger integrierter Kontrollpläne (MIK) gemäß europäischer Vorschriften. Weiters zählen zu den Kern­aufgaben der Aufund Ausbau von Risiko-Datenbänken und die Vernetzung mit externen Datenbanken inklusive Datentransfer zu europäischen Stellen. Wir erstellen hier auch umfassende statistische Datenanalysen, Modellierungen und Simulationen, betreiben Forschung und Methodenentwicklung für wissenschaftliche Risikobewertungen. Unsere Abteilung

für Ernährung und Prävention erstellt auch evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen und evaluiert Präventionsmaßnahmen.

Kommission (JRC). Allein im Vorjahr waren 391 Experten der AGES in insgesamt 684 nationalen und internationalen Gremien tätig.

Wie arbeitet die AGES mit anderen europäischen Instituten wie der EFSA zusammen? Kiefer: In Österreich ist die AGES der „EFSA Focal Point“, also die Schnittstelle zwischen der EFSA und nationalen Behörden für Lebensmittelsicherheit, Forschungsinstituten, Verbrauchern und anderen mit der EFSA verbundenen Inter­essensgruppen. Kooperationen bestehen u. a. auch mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), dem Lebensmittel- und Veterinäramt der Europäischen Union (FVO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), der Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) und den Joint Research Centres der Europäischen

Wie stellen Sie die Ergebnisse zur Verfügung? Kiefer: Die Ergebnisse aus internationalen Kooperationen werden einerseits in Vorträgen und Schulungen, unter anderem für Behörden und Wirtschaftstreibende, aber auch über unsere Kommunikationskanäle wie AGES-Homepage und soziale Medien den österreichischen Verbrauchern zur Verfügung gestellt.

ERNÄHRUNG | NUTRITION  volume 42 | 03/04 2018

Was ist der Risikobarometer, den die AGES herausgegeben hat? Kiefer: Der Risikobarometer Umwelt & Gesundheit wurde von uns gemeinsam mit dem Umweltbundesamt etabliert. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Umfrage unter 1.018 Personen, mit der erhoben wurde, welche Themen die Österreicher derzeit am meisten beunruhi-