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„WIR BRAUCHEN WISSEN STATT IDEOLOGIE!“ DIE ERNÄHRUNG IM GESPRÄCH MIT DEM OBMANN DES FACHVERBANDS DER LEBENSMITTELINDUSTRIE, GENERALDIREKTOR KOMMERZIALRAT DI JOHANN MARIHART.

Das Leitthema des Fachverbands lautet Wissen statt Ideologie. Aber lässt sich die oft sehr emotionale Debatte überhaupt versachlichen? Marihart: Lebensmittel werden immer emotional besetzt sein – das liegt in der Natur der Sache, denn Ernährung berührt die Konsumentinnen und Konsumenten. Aber es ist höchste Zeit, sich diesem Thema auch sachlich zu nähern. Was wir brauchen, sind keine Schuldzuweisungen, sondern mehr Wissen und Bildung, wenn es ums Essen und Trinken geht. Wir müssen noch mehr informieren und zeigen, was in Lebensmitteln steckt und wie sie hergestellt werden. Nur so können wir Vorurteilen entgegenwirken und die Menschen dabei unterstützen, sich selbst ihre Meinung zu bilden.

© AGRANA

Die Ernährung: Herr Generaldirektor Marihart, warum ist eine Wissensplattform wie „Österreich isst informiert“ gerade jetzt besonders wichtig? Johann Marihart: Die aktuellen medialen Diskussionen rund um unsere Lebensmittel oder einzelne Zutaten wie Zucker oder Fett zeigen, wie unreflektiert damit umgegangen wird. Das führt zu Verunsicherung und zur Entstehung von Mythen und Vorurteilen gegenüber der industriellen Produktion von Lebensmitteln. Dabei macht sie den heutigen Lebensstandard überhaupt erst möglich. Immerhin versorgen unsere Unternehmen täglich 8,6 Millionen Menschen in Österreich mit sicheren und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln!

fentlichkeitsarbeit, um unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen – von unseren Mitgliedern über Journalisten und Meinungsbildner bis hin zur breiten Öffentlichkeit. Zusätzlich zum Magazin „Die Ernährung“ informieren wir über die Website des Fachverbands, aber auch über Projekte wie die Pausenzeitung für die Grundschule in Kooperation mit der Kleinen Zeitung. Auch unsere Partner, etwa das forum. ernährung heute, arbeiten intensiv an der Information der Öffentlichkeit. Ein kurzer Ausblick: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Marihart: Lebensmittel waren noch nie so sicher und qualitativ hochwertig wie heute. Und dazu trägt die Lebensmittelindustrie maßgeblich bei. Die Unternehmen sorgen für hochwertige Produkte, die aus ausgezeichneten agrarischen Rohstoffen und nach strengsten Hygiene- und Qualitätsstandards hergestellt werden. Wenn es uns gelingt, diese Tatsache mithilfe von „Österreich isst informiert“ Schritt für Schritt in den Köpfen der Menschen zu verankern und damit Vorurteile abzubauen, wäre das wirklich ein Erfolg.

Welche konkreten Maßnahmen unternimmt der Fachverband diesbezüglich? Marihart: Wir setzen einen Informationsschwerpunkt in der Öf-

volume 42 | 01. 2018  ERNÄHRUNG | NUTRITION

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DIE ERNÄHRUNG VOLUME 42 | 01 2018  

Österreichische Zeitschrift für Wissenschaft, Recht, Technik und Wirtschaft

DIE ERNÄHRUNG VOLUME 42 | 01 2018  

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