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DIE ERNÄHRUNG Österreichische Zeitschrift für Wissenschaft, Recht, Technik und Wirtschaft 

VOLUME 41 | 05. 2017

Echt feiner Back-Erfolg Seite 04

Ja zu Japan Seite 08

Nachhaltigkeit bei Getränken

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Seite 18

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2 wirtschaft economy

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3 inhalt content

INHALT —

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WIRTSCHAFT economy 04 Echt feiner Back-Erfolg 08 Ja zu Japan 12 Brüssel – in Vielfalt vereint! 14 Kostbare Lebensmittel 18 Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen 20 Bobby Bottle – Botschafter für Glasrecycling 23 Vielfältiger Mohn

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WISSENSCHAFT science 29 Getreide im Spannungsfeld 35 Mehl – Vielfalt aus der Mühle

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RECHT law 37 Rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz des Nudging als staatliches Steuerungsinstrument 40 Food Fraud 44 „Milch“ und „Käse“ müssen tierisch sein – EuGH bestätigt den besonderen Bezeichnungsschutz für „Milch“ und „Milcherzeugnisse“ der GMO und das „BECEL“-Urteil 46 Impressum

Liebe Leserin, lieber Leser, —

in dieser Ausgabe stehen Getreide und Mehle im Zentrum. „Brot soll wieder wie früher schmecken“, bringt es Eva Pfahnl auf den Punkt. Welche Innovationen den Markt bestimmen und warum sie auf Export setzt, erfahren Sie im Gespräch mit der Geschäftsführerin einer der größten Mühlen Österreichs. Einen weiteren Schwerpunkt setzt dieses Heft bei der Nachhaltigkeit. Der Anspruch der „Ernährung“ ist, Ihnen fundierte Sachinformation anzubieten. Und das tut wirklich not! Gerade jetzt vor den Wahlen werden Lebensmittel – wieder einmal – zum politischen Spielball: Forderungen nach einem Glyphosat-Verbot abseits erwiesener wissenschaftlicher Erkenntnisse, Rufe nach noch mehr (Herkunfts-)Kennzeichnung als Ausfluss des Fipronil-Skandals und Stimmungsmache gegen Palmöl oder freien Handel (CETA) sind Symptome einer aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung jenseits von fundierten Fakten. Hier wollen wir weiterhin den Blick auf die Fakten lenken und mit Kraft gegen bizarre politische Interessen auftreten. Auch wenn das keine Quoten-Schlagzeile ist: Noch nie waren unsere Lebensmittel so sicher und qualitativ wie heute. Daher dürfen sie nicht für politisches Kleingeld auf dem Rücken der Konsumenten und all jener, die sich in der Lebensmittelkette zu Qualität, Sicherheit und Genuss verpflichten, missbraucht werden. Dafür sind sie zu kostbar!

Katharina Koßdorff

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ECHT FEINER BACK-ERFOLG Interview DIE ERNÄHRUNG SPRACH MIT DI EVA PFAHNL, GESCHÄFTSFÜHRERIN DER PFAHNL BACKMITTEL GMBH, ÜBER DIE HERAUSFORDERUNGEN AUF DEM MARKT FÜR MEHLE UND BACKZUTATEN, DIE BEDEUTUNG DES EXPORTS, INNOVATIONEN, AUDITS UND NACHHALTIGKEIT. OSKAR WAWSCHINEK

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ie Ernährung: Wie ist Ihr Unternehmen aufgebaut und wie auf die Zukunft ausgerichtet? Welche Schwerpunkte setzen Sie? Eva Pfahnl: Unser Unternehmen gliedert sich in zwei Geschäftsbereiche – die klassische Getreidemüllerei mit der Vermahlung von Weizen und Roggen zu verschiedenen Mehlen und die Entwicklung und Produktion von Backzutaten. Diese leiten sich meist aus dem „hauseigenen“ Rohstoff Mehl ab. Zukünftig wird eine noch tiefere Spezialisierung und Abstimmung auf die Anforderungen unserer Kunden und deren Anlagen sowie Technologien erfolgen. wie z. B. Weizenmehle für Langzeitführungen, grobporige Backwaren französischer Art oder Backzutaten, die auf Verwendung von Kochstücken abgestimmt sind. Wie stellt sich derzeit die Situation am Markt für Mehle und Backzutaten aus Ihrer Sicht dar? Pfahnl: Der Markt für Mehle ist in Mitteleuropa eher stabil einzuschätzen. Weltweit stehen wir aber vor großen Herausforderungen aufgrund der Bevölkerungszunahme vor allem in Afrika, für die Lösungen auch auf Seiten der

Landwirtschaft intensiv gesucht werden müssen. Bei Backzutaten ist in Mitteleuropa ein Trend zu „Zusatzstofffrei“ deutlich erkennbar. Es gibt jedoch auch durchaus stark wachsende Länder und steigende Absätze durch innovative Produkte mit z. B. Frischhaltefunktionen, Renaissance von alten Getreidesorten und Feinbackwaren. Welche Bedeutung hat der Export in Ihrem Unternehmen? Wie hoch ist der Exportanteil? Pfahnl: Ein hoher Exportanteil ist für unser Unternehmen äußerst wichtig und Basis für die Zukunft. Der Exportanteil liegt derzeit bei ca. 70 %. Österreichische Bäckereien haben in den letzten Jahren sehr erfolgreich und höchst qualitativ den Weg zurück zu den Wurzeln eingeschlagen – allerdings modern und technologisch ausgereift. Brot soll wieder wie früher hergestellt werden und schmecken. Es gibt aber auch andere, moderne Beispiele für Backwaren, die oftmals außerhalb Österreichs entstehen und die die Branche wachsen lassen. Denken Sie nur an den Insekten-Burger, der in der Schweiz zur Marktreife gebracht wurde, an Pane Nero – Brot mit attraktiv schwarzer Far-

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be – oder auch glutenfreie Produkte, die im angloamerikanischen Raum entstanden sind. Viele Innovationen wären ohne den Absatz außerhalb von Österreich schon allein aufgrund der kleineren Mengen unserer Volkswirtschaft nicht möglich. Wie sehen Sie die Situation und Marktmacht im österreichischen Handel – wie gehen Sie damit um? Pfahnl: Für die Zulieferfirmen ist die Marktmacht eine große Herausforderung, aber auch gute Chance. Kennt man als Partner die Anforderungen gut, lässt die Zusammenarbeit mit Handels­ unternehmen einen Lieferanten gut wachsen. Die Konkurrenz unter den Lieferanten ist jedoch groß und aufgrund der Vielzahl an Produkten sind die Erlöse oft nicht steigend. Wir versuchen mit Qualitäts- und Kostenführerschaft sowie Innovationen ein guter Partner für unsere Kunden zu sein, die den Einzelhandel beliefern. Durch die hohe Konzentration im österreichischen Lebensmittelhandel und die Einkaufsentscheidungen der Handelsunternehmen, die in den Händen von wenigen Personen liegen, sehe ich jedoch die Vielfalt an Produkten nicht unbedingt steigen.


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Wie sehen Sie die Eigenmarkenentwicklung des Lebensmitteleinzelhandels? Ist das eine Gefahr für Markenartikel? Pfahnl: Der Anteil an Eigenmarken wird laut Experten noch weiter steigen und die Hersteller werden austauschbarer. Für Konsumenten mündet ein hoher Eigenmarkenanteil sicherlich in niedrigere Preise. Ob sich daraus neue und moderne Produkte ergeben, würde ich aber nicht vorhersehen. Was ist das Erfolgsgeheimnis Ihres Unternehmens? Pfahnl: Die erfolgreiche Entwicklung unseres Unternehmens konnte und kann nur durch Mitarbeiter mit exzellentem fachlichem Know-how, organisatorischen und menschlichen Fähigkeiten wie Ehrgeiz und dem Mut zu Änderungen stattfinden. Gemeinsam können wir das Unternehmen eine entsprechende Zeitspanne vorwärtstreiben. Unverzichtbar sind für uns Expertennetzwerke ebenso wie Kunden, die gemeinsam mit uns arbeiten.

Welche Wünsche haben Sie an die Politik? Pfahnl: Sehr gute Ausbildung beginnend mit einer perfekten sprachlichen Basis für Menschen mit Migrationshintergrund, das Begeistern von jungen Schülern auch für technische und IT-Berufe sowie generell für Naturwissenschaft, was meiner Meinung nach im Grundschulbereich zu kurz kommt. Wünschen würde ich uns für die Zukunft auch eine Verschlankung der Bürokratie, Transparenz mit Fokussierung auf wesentliche Funktionen und ein weltoffenes, modernes Wirtschaftsklima mit Besinnung auf unsere Stärken. Wichtig wäre auch ein achtsamer Umgang mit Steuergeldern.

©  FA. PFAHNL

Welche Vor- und Nachteile hat der Standort Österreich aus Ihrer Sicht? Pfahnl: Vorteile am Standort Österreich sind sicherlich die größtenteils sehr anregende Arbeitsumgebung, das gute Freizeitangebot und die Sicherheit im Land. Nachteile sehen wir in der Kleinstrukturiertheit, den extrem hohen Lohnnebenkosten und der teilweise ausufernden Bürokratie sowie oft nicht zielführendem Föderalismus.

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Wie sehen Sie die Situation in Ihrer Branche – welche Themen und Probleme bewegen Sie? Pfahnl: Die gesamte Branche ist sehr schnelllebig. Änderungen kommen rasch und häufig. In der Getreidemüllerei rechne ich mit einem Strukturwandel, ausgehend von der Änderung unserer Kunden im Bereich der Bäckerei. Handwerkliche Mühlen ohne Zusatzfelder werden in Zukunft schwer Absatz finden. Im Bereich der Backzutaten ist die österreichische der europäischen Situation ähnlich – kein rasanter Wachstumsmarkt, jedoch mit vielen Möglichkeiten für hervorragende Produkte.

Allerdings fände ich – z.B. basierend auf meiner Erfahrung als Mutter – Ansätze wie süßigkeitenfreie Zonen in Supermärkten sehr interessant. Eine gemeinsame Reduktion der Süße in verarbeiteten Lebensmittel kann gelingen und zielführend sein. Auch das Schmackhaftmachen von unterschiedlichen Pflanzenfasern ist ein Ansatz, um eine verbesserte Nahrungsqualität im Sinne von Nährwerten herzustellen. Ich befürworte den Ansatz von Stefan Palzer, Managing Director des Nestlé Research Centers in Lausanne, der die Geschmacksvorlieben so verändern möchte, dass die Konsumenten nach weniger Zucker und Fett verlangen.

Was halten Sie von Ansätzen wie Zucker- und Fettsteuern oder Werbeverboten? Können damit Ihrer Meinung nach gesellschaftliche Probleme wie Adipositas, Bluthochdruck etc. – meist im Zusammenhang mit mangelnder Bewegung – gelöst werden? Pfahnl: Generell werden Verbote gesellschaftliche Probleme nicht lösen.

auch unseren Kunden moderne Backwaren angeboten werden sollen. Oftmals hat sich auch historisch gesehen z. B. Milchpulver in einer Rezeptur befunden, das heutzutage bei gleichbleibendem Geschmack sehr gut durch andere pflanz­ liche Rohstoffe ersetzt werden kann – und hier ist die Auslobung „vegan“ dann auch sehr einfach möglich. Glutenfreie Produkte bieten wir aus Rücksicht auf unsere Herkunft derzeit nicht an. Jedoch ist es mir in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, dass auch wir eine größere Abwechslung der Getreidesorten mit Roggen, Hafer, Dinkel und vielen mehr befürworten. Wie wird in Ihrem Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit umgegangen? Pfahnl: Als Unternehmen mit langer Tradition haben wir schon seit jeher auf Nachhaltigkeit geachtet und lange Zeit unsere Produktion mit eigener, nachhaltig erzeugter Energie versorgt. Größte Rolle spielen in unserem Unternehmen derzeit ein hoher Nutzungsgrad und Effizienz von Maschinen, neue Technologien, Reduktion des Energiebedarfes und Zuführung der pflanzlichen Abfälle zur Wärmegewinnung.

Wie ist Ihre Reaktion als Unternehmen auf gesellschaftliche Trends wie vegan oder vegetarisch, glutenfrei bzw. generell „free from ...“? Pfahnl: Wir bieten unseren Kunden im Rahmen unseres Produktportfolios Antworten auf gängige Trends wie vegan, vegetarisch und free from …, da

about

Zum Unternehmen —

kelmehle und Bio-Mehle runden das Sortiment ab; im Bereich der Backzutaten und dem Ziel „Echt feines Backen“ werden neben klassischen Hefeteigmehlen, Konzentraten, Kornmischungen, Mohn- und Nussfüllungen auch schwerpunktmäßig moderne Produkte für Frischhaltung, Langzeitführungen, tourierte Teige und Spezialanwendungen entwickelt und hergestellt. Produktspezifische Zertifizierungen wie RSPO, UTZ, HG-BH, Halal, Kosher und Bio werden ebenso wie Systemzertifizierungen ISO 9001, ISO 22 000 und IFSv6 durchgeführt, und bieten den Kunden Sicherheit und Innovation.

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Mit rund 150 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 70 Mio. € gehört die Firma Pfahnl zu den größten Mühlen und Anbietern von Backzutaten in Österreich. Ausgehend vom zentralen Produktions- und Entwicklungsstandort für Backzutaten in Pregarten, Oberösterreich, und zwei Mühlenstandorten in Österreich werden Kunden hauptsächlich im B2B- Bereich in 40 Ländern beliefert. Der Vertrieb erfolgt einerseits über 7 Tochterunternehmen in Zentral­ europa und Russland sowie über ausgewählte Handelspartner. Im Bereich der Mehle stellt Fa. Pfahnl Weizen- und Roggenmehle her, Din-

Welchen Stellenwert haben Innovation und Qualitätsmanagement in Ihrem Unternehmen? Pfahnl: Innovation und Qualitätsmanagement sind eine der wichtigsten Säulen in unserem Unternehmen. Innovationen leiten wir einerseits von Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie Universitäten, übergeordneten Projekten und der Durchführung von Diplom- und Bachelorarbeiten ab, a n d e r e rseits aber auch von


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Wie gehen Sie mit immer wieder auftauchenden Themen der Lebensmittelsicherheit wie Glyphosat-Rückständen, mikrobiellen Problemen, Fremdkörpern (Steine etc.) und dergleichen um? Pfahnl: Diese und zukünftige Themen der Lebensmittelsicherheit können mit dem europäischen Schnellwarnsystem RASFF und unserem Informationssystem der Fachverbände sehr schnell und lösungsorientiert abgearbeitet werden und bei Bedarf in neue gesetzliche Regelungen münden. Etwas kritischer sehe ich die Marketing-Linie einiger Handelsketten, geltende und vor allem sinnvolle Grenzwerte nochmals um 50 % unterschreiten zu wollen – hier werden einige Betriebe aufgrund der Rohstoff-Verfügbarkeit an ihre Grenzen stoßen. Außerdem sehe ich hier persönlich einen Widerspruch zur Nachhaltigkeit, die sich ja ebenfalls vie-

person

Zur Person — Biographie DI Eva Pfahnl ist Geschäftsführerin der Pfahnl Backmittel GmbH und leitet die Entwicklungsabteilung im Unternehmen. Sie steht derzeit dem Verband der Backmittel­ industrie und der Arbeitsgemeinschaft Backmittel als Obfrau vor und ist Mitglied von Codexunterkommissionsgruppen. Abstammend von einer oberösterreichischen Mühle führte sie ihr beruflicher Werdegang nach dem Studium der Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur in Wien vorerst in die Pharmabranche und schließlich zu Firma Pfahnl. Sie führte die Fa. Pfahnl als eine der ersten Lebensmittelbetriebe zur ISO 9001 Zertifizierung und baute am Standort die Abteilung Produktentwicklung als eine der Säulen für den nationalen und internationalen Vertrieb des Unternehmens auf. Das umfassende Interesse für den Rohstoff Getreide und Backzutaten le Handelsketten an die Fahnen heften. Wie sehen Sie die verschiedenen Standards wie IFS und BRC? Können Sie diese Audits für die Verbesserung Ihrer Betriebsabläufe nutzen? Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die von Handelsketten zusätzlich durchgeführten Audits? Pfahnl: Die Antwort lautet eindeutig ja. Ohne die Basis der Standards hätten wir viele Lücken in unserer Organisation und könnten Wachstum und Kundenanforderungen sicherlich nicht in entsprechender Weise umsetzen. Zusätz-

©  FA. PFAHNL

Korrekturmaßnahmen und Verbesserungsmaßnahmen aus dem Qualitätsmanagement, die in geeigneter Arbeitsumgebung sehr häufig zu neuen Möglichkeiten und hoher Dynamik bei Innovationen führen. „Safety first“ möchten wir in allen Abteilungen und Hierarchien als zentrales Schlüsselwort prägen, einhergehend mit einem hohen Maß an Eigenverantwortlichkeit bei jedem einzelnen Mitarbeiter.

führt sie zu zahlreichen Betreuungen und Mitwirkungen bei Bachelor- und Diplomarbeiten im HTL-, Fachhochschul- und universitären Bereich. Eva Pfahnl ist seit 20 Jahren verheiratet, seit 24 Jahren im Unternehmen tätig, Mutter von drei Kindern und begeisterte Berg-, Wasser- und Laufsportlerin. lich durchgeführte Audits sind natürlich für jeden Betrieb aufwändig, jedoch habe ich in letzter Zeit bemerkt, dass zusätzliche Audits von Kunden eine produktspezifische Ergänzung zu den doch meist systemprüfenden Audits sind. Einige Zusammenführungen von rohstoffrelevanten Audits wie RSPO, AMA, UTZ, Bio, pastus+, QM, Kosher, Halal und dgl. könnten durchaus angedacht werden und unternehmensintern Kosten sparen. Natürlich verstehe ich auch die dahinterliegenden Geschäftsmodelle durchaus. Was ist Ihr Lieblingsessen? Pfahnl: Sehr gerne esse ich in anderen Ländern lokale Spezialitäten und lasse mich auch von modernen Nahrungsmitteln wie Algen und Insekten überraschen. Meine Lieblingsspeisen in Österreich allerdings sind „Klassiker“ wie Grießnockerlsuppe, ein frisches Roggenbrot mit Schnittlauch, alle Arten von Strudel und als Nachspeise Salzburger Nockerl oder Kaiserschmarren.

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JA ZU JAPAN ÖSTERREICHISCHE LEBENSMITTELINDUSTRIE BEFÜRWORTET EU-JAPAN-ABKOMMEN JOSEF DOMSCHITZ

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ie österreichische Lebensmittelindustrie spricht sich klar und deutlich für eine rasche Umsetzung dieses Abkommens aus.

Viele Vorteile für die Wirtschaftspartner sind zu erwarten: • Der Export ist für die heimische Lebensmittelindustrie und für den Wirtschaftsstandort Österreich unverzichtbar und somit Wachstumstreiber und Jobgarant. • Das künftige EU-Japan-Abkommen wird Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze durch den Abbau von Zöllen und nicht-tärifären Handelshemmnissen fördern und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Japan weiter verbessern. • Japan ist der weltweit größte Nettoimporteur von Agrarwaren, Lebensmitteln und Getränken. • Japan ist für die österreichische Lebensmittelindustrie der wichtigste Markt in Asien und nach den USA und Australien bereits der drittwichtigste Überseemarkt. • Die hohe Kaufkraft der japanischen Konsumenten sowie die niedrige Selbstversorgungsrate bei wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen eröffnen neue Chancen für die österreichische Lebensmittelindustrie. • Das Abkommen wird die seit fast 150 Jahren bestehenden guten Handelsbeziehungen Österreichs mit Japan weiter vertiefen.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Österreich – eine Standortbestimmung Japan ist nach den USA und Australien bereits der drittwichtigste Überseemarkt für die österreichische Lebensmittelindustrie und der wichtigste Markt in Asien. Die Agrarexporte Österreichs (Zollkapitel 1 bis 24) nach Japan erreichten laut Statistik Austria im Jahr 2016 eine Höhe von 76,0 Mio. € (+16,2 % gegenüber 2015). Davon entfielen auf den Bereich der Erzeugnisse der österreichischen Lebensmittelindustrie (Zollkapitel 16 bis 24) insgesamt 38,3 Mio. € (+ 18,9 % gegenüber 2015). Zu den wichtigsten heimischen Produkten im Export nach Japan zählen derzeit Fruchtsäfte und Fruchtkonzentrate (14,5  Mio.  €), alkoholfreie Erfrischungsgetränke (12,0  Mio.  €), Heimtierfutter (5,5  Mio.  €), Schokoladenwaren (3,4 Mio. €) und Wein (1,1 Mio. €). Im agrarischen Bereich hat der Export von Schweinefleisch nach Japan eine sehr hohe Bedeutung (34,1 Mio. € Exportvolumen im Jahr 2016). Österreich hat im Agrar- und Lebensmittelbereich eine traditionell positive Außenhandelsbilanz mit Japan. Die Importe aus Japan im Agrar- und Lebensmittelbereich erreichten im Jahr 2016 lediglich

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5,2 Mio. €. Zu den wichtigsten Import­ erzeugnissen „Made in Japan“ zählen Würz- und Sojasoßen (0,9  Mio.  €), Fische und Weichtiere (0,6  Mio.  €), Tee (0,3 Mio. €) und alkoholfreie Er­ frischungsgetränke (0,5 Mio. €). Die Importstatistik Japans spricht laut Außenwirtschafts-Center Tokio sogar von einem Importvolumen in Höhe von 91,6 Mio. € bei Agrarwaren und Lebensmitteln „Made in Austria“ im Jahr 2016. Die Differenz zu den offiziellen österreichischen Außenhandelsdaten


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(76,0 Mio.  €) wird damit erklärt, dass die Exportwege nach Japan über andere EU-Länder erfolgen und diese Werte daher statistisch gesehen nicht offiziell dem Bestimmungsland Japan zugeordnet werden. Das Importvolumen Japans bei „Meat of Swine (Pork), fresh, chilled or frozen from Austria“ betrug 2016 laut Importstatistik Japans sogar fast 47 Mio. €. Das EU-Japan-Abkommen eröffnet neue Chancen für die Betriebe der österreichischen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft • Mit dem Wegfall von Zöllen und Handelshemmnissen werden viele heimische Unternehmen ihre Chancen auf dem japanischen Markt mit rund 127 Mio. Einwohnern besser nutzen können. • Die hohe Kaufkraft der japanischen Konsumenten sowie die niedrige Selbstversorgungsrate bei wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen eröffnen zusätzliche Chancen für die österreichische Lebensmittelindustrie. Japan gilt als weltweit größter Nettoimporteur von Agrarwaren, Lebensmitteln und Getränken (nur bei Reis ist die Selbstversorgung zu 100  % gewährleistet). Die geringe landwirtschaftlich genutzte Fläche, Änderungen der Lebensge-

©  FOTOLIA – SUNS07BUTTERFLY

wohnheiten (stetig steigender Fleischund Käsekonsum) sowie die zunehmende Popularität von westlichen Produkten sind für diese Entwicklung verantwortlich. • Der Lebensmitteleinzelhandel in Japan gilt nach den USA als größter Einzelhandelsmarkt der Welt mit mehr als einer Million Einzelhändlern. Im Vergleich zum europäischen Markt ist der japanische Einzelhandelsmarkt noch stärker fragmentiert. • Das Konsumverhalten der japanischen Haushalte ist grundsätzlich mit dem österreichischen bzw. europäischen Trend vergleichbar: Die Zahl der Singlehaushalte und die Nachfrage nach einfach und schnell zu konsumierenden „Convenience“-Produkten sowie das Gesundheitsbewusstsein und die Nachfrage nach Bio steigen. Außerdem nimmt der Anteil der älteren Bevölkerung, die als sehr kaufkräftig gilt und vermehrt Spezialitäten nachfragt, stetig zu. • Der hohe technische Standard, die Qualität und Sicherheit österreichischer Agrarwaren, Lebensmittel und Getränke sowie die intakte Natur Österreichs mit einer hohen Rohstoffqualität sind wichtige Vo­ raussetzungen für den Erfolg heimischer Lebensmittel-Exporteure auf Drittlandmärkten. Diese Stärken – unterstützt durch den Stellenwert Österreichs in den Bereichen Umwelt, Kunst, Kultur, Sport, Wellness, Bio und Genuss – schätzen auch viele Lebensmittelhändler in Japan. Österreichische Exporteure von Agrarwaren, Lebensmitteln und Getränken haben daher mit Spezialitäten, die neben Sicherheit, Qualität und Genuss das typische Österreich-Image vermitteln, gute Chancen, auf dem japanischen Markt Fuß zu fassen. • Jubiläumsjahr 2019 – Exportchancen nützen: Das Jahr 2019 wird im Zeichen der guten Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Japan, die offiziell vor 150 Jahren ihren Anfang hatten, stehen. Dieses Jubiläum wird in Japan als „Österreich-Jahr“ gefeiert werden. Mit der voraussichtlichen Anwendung des EU-Japan-Abkom-

mens Anfang 2019 wird dieses Jubiläum zusätzliche Exportchancen für österreichische Unternehmen bringen. EU-Japan-Abkommen – aktueller Stand der Verhandlungen Nach einer Vielzahl an Verhandlungsrunden und mehreren Treffen auf technischer und politischer Ebene haben die EU und Japan am 6. Juli 2017 eine politische Einigung (Grundsatzeinigung) über die seit 2013 laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan erzielt. Da sich Anwendungsbereich und Umfang des Handelsabkommens mit Japan stetig ausgeweitet haben, wird das Abkommen nun als Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Economic Partner­ ship Agreement) bezeichnet. Die politische Einigung umfasst nicht alle Kapitel des Abkommens, beispielsweise ist der Investitionsschutz von der Grundsatzvereinbarung nicht erfasst und in Bezug auf manche Kapitel müssen noch technische Details geklärt werden. Die EU und Japan haben sich zum Ziel gesetzt, die Verhandlungen bis Ende 2017 abzuschließen. Nach Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten sowie des EU-Parlaments soll das Abkommen Anfang 2019 angewendet werden. EU-JAPAN-ABKOMMEN – DETAILS ZU DEN VORLÄUFIGEN VERHANDLUNGSERGEBNISSEN Zollabbau allgemein Mit Anwendung des EU-Japan-Abkommens werden die Zölle in Japan für über 90 % der EU-Ausfuhren wegfallen. Bei vollständiger Umsetzung des Abkommens wird Japan die Zölle auf 97 % der EU-Waren (nach Zolltariflinien) abgeschafft haben. Bei den übrigen Zolltariflinien ist eine teilweise Liberalisierung in Form von Zollkontingenten oder Zollsenkungen vorgesehen. Zollabbau Japans im Agrar- und Lebensmittelbereich • Schweinefleisch: zollfreie Einfuhr von verarbeitetem Fleisch aus der EU nach Japan und nahezu zollfreie Einfuhr von Frischfleisch. • Rindfleisch: Japan wird die Zölle über einen Zeitraum von 15 Jahren von 38,5 % auf 9 % senken.

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• Wein und andere alkoholische Getränke: Japan wird die Zölle ab dem ersten Tag liberalisieren. • Käse: Die hohen japanischen Zölle auf zahlreiche Hartkäsesorten, wie Gouda und Cheddar (gegenwärtig mit einem Zollsatz von 29,5 % belegt), werden abgeschafft. Zusätzlich wird ein zollfreies Kontingent für Frischkäse wie Mozzarella eingeführt. • Landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse: Japan wird nach Ablauf einer Übergangsfrist (bis zu 10 Jahre) die Zölle auf Produkte wie Teigwaren, Schokoladenerzeugnisse, Kakaopulver, Süßwaren, Kekse, Stärkederivate, zubereitete Tomaten und Tomatensoße streichen. Außerdem wird es umfangreiche (zollfreie oder zollermäßigte) Kontingente für EU-Lieferungen von Malz, Kartoffelstärke, Magermilchpulver, Butter und Molke geben. Nicht-tarifäre Handelshemmnisse Durch das Abkommen werden u.a. auch Handelshemmnisse in Japan in vielen wichtigen Produktbereichen abgeschafft. Schutz geistigen Eigentums Darüber hinaus wird durch das Abkommen den mehr als 200 landwirtschaftlichen EU-Erzeugnissen mit besonderer geografischer Herkunft, d.h. den geografischen Herkunftsangaben der EU, etwa dem Tiroler Speck, besonderer Schutz auf dem japanischen Markt eingeräumt. Die Lebensmittelindustrie ist heimischer Wirtschaftsmotor und erfolgreich im Export • Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs. Sie ist wichtigster Abnehmer der heimischen Landwirtschaft und sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten 2016 ein Produktionsvolumen von über 8 Mrd. €. • Für die heimische Lebensmittelindustrie ist der Export ein unverzichtbares wirtschaftliches Standbein und die wesentlichste Kostenstellschraube. Die Exportleistungen der österreichischen

Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und tragen wesentlich zur Wertschöpfung und dem damit verbundenen Wohlstand unseres Landes bei. Zwei von drei in Österreich produzierten Lebensmitteln werden bereits auf 180 Märkten quer über den Globus verkauft. Mit über 6 Mrd. € erreichten die Exporte von Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie 2016 einen Rekordstand (+3,6 % gegenüber 2015). Der Export ist daher der Wachstums­ treiber und Jobgarant für die Branche und den Produktionsstandort Österreich. • Seit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 konnten die österreichischen Exporte von Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie von 959 Mio. € um 546 % auf 6.191 Mio. € gesteigert werden (Entwicklung der Exportquote in diesem Zeitraum: von 16 % auf über 60 %). Die österreichischen Exporte in EU-Drittstaaten konnten in diesem Zeitraum mit Hilfe von EU-Handelsabkommen um deutlich über 700 % zulegen. Die Lebensmittelindustrie unterstützt gut verhandelte und faire Handelsabkommen • Gut verhandelte Handelsabkommen mit Drittstaaten, die den österreichischen Lebensmittelproduzenten den Marktzugang erleichtern und für beide Seiten faire Rahmenbedingungen schaffen, sind mit Blick auf den globalen Wettbewerb essentiell. Neben den Exportinteressen stellen diese auch die Produktion und die Arbeitsplätze in Österreich sicher. Die österreichische Lebensmittelindustrie begrüßt daher Initiativen der EU, um die geltenden Rahmenbedingungen und Chancen für heimische Lebensmittelhersteller auf ausländischen Märkten rund um den Globus zu verbessern. Die Abkommen müssen allerdings faire Wettbewerbsbedingungen sicherstellen und wie bisher den anspruchsvollen EU-Standards für Importe Rechnung tragen. • Die Absicherung des heimischen Wirtschafts- und Exportstandortes stand schon beim Beitritt Österreichs zur EU oder im Rahmen der EU-Osterweiterung im Zentrum und wurde – die guten Zahlen zeigen es – auch erreicht.

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Damals wurden die Verhandlungen kritisch kommentiert, Ängste geschürt und Bedrohungsszenarien für Österreich in den Raum gestellt. Und auch jetzt sind die aktuellen Diskussionen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan mehr von Stimmungen gekennzeichnet. Die wesentlichen Fakten und Ziele dieser Abkommen geraten dabei ins Hintertreffen. • Der Fachverband der Lebensmittelindustrie setzt sich daher für eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit Freihandelsabkommen mit Drittstaaten ein. Insbesondere soll damit der Abbau von Zöllen und ungerechtfertigten, nicht-tarifären Handelshemmnissen erreicht werden. Gleichzeitig gilt es, EU-Standards u.a. in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Kennzeichnung oder Tierschutz auch im Rahmen der Verhandlungen mit Japan sicherzustellen. • Eine intensive und sachliche Diskussion über den Freihandel auf europäischer und nationaler Ebene ist daher im Interesse und zum Wohle des Wirtschaftsstandortes Österreich notwendig. • Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und Japan verfolgt das Ziel, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze durch den Abbau von Zöllen und ungerechtfertigten, nicht-tarifären Handelshemmnissen zu fördern und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Japan zu verbessern. Diese Zielsetzung verfolgt der Fachverband im Laufe dieser Verhandlungen sehr aufmerksam und meldete rechtzeitig die Offensivinteressen seiner Mitgliedsbetriebe. • Die österreichische Lebensmittelindustrie unterstützt daher die Verhandlungen der EU mit Japan unter Wahrung der EU-Lebensmittelstandards und Schaffung von fairen Wettbewerbsbedingungen auf beiden Seiten. • Die österreichische Lebensmittelindustrie wünscht sich eine zeitnahe Umsetzung des EU-Japan-Abkommens mit dem Ziel einer nachhaltigen Stärkung des Wirtschafts- und Exportstandortes Österreich. Josef Domschitz Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Wien


11 kurzmeldungen news

Biersommelier-WM ÖSTERREICH IST VIZE-WELTMEISTER! Der weltbeste Biersommelier kommt aus Deutschland – Stephan Hilbrand aus Bonn setzte sich in einem spannenden Finale gegen die starke Konkurrenz durch und machte Felix Schiffner zum Vize-Weltmeister. Fast wäre der Titel in der Familie geblieben, gewann doch Karl Schiffner – Vater von Felix – die erste Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier 2009. Mit Clemens Kainradl schaffte es heuer sogar ein zweiter Österreicher ins Finale. Die international Besten ihrer Zunft traten bei der 5. Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier im Rahmen der drinktec in München gegeneinander an. Die besten Sechs aus den Vorläufen sowie dem Halbfinale – darunter eben auch der spätere Vize-Weltmeister Felix Schiffner sowie der amtierende österreichische Vize-Staatsmeister für Biersommeliers Clemens Kainradl

– schafften den Einzug ins Finale. Vorhergegangen war der Urteilsverkündung ein langer Wettbewerb, in

welchem die Biersommeliers ihr bieriges Wissen und ihre sensorischen Fähigkeiten unter Beweis stellen mussten. So galt es, vor großem Publikum ein den Biersommeliers vorher unbekanntes Bier der achtköpfigen Expertenjury zu präsentieren. Dabei überzeugte der neue Weltmeister aus Deutschland sowohl mit einer fachlich souveränen Vorstellung als auch mit großer emotionaler Show. Dennoch entschieden letztlich nur Nuancen über Sieg oder Niederlage, das Niveau der Bier-Experten steigt von Jahr zu Jahr. Auch der Verband der Brauereien Österreichs ist zufrieden. Schließlich hat dieser schon 2006 als erstes Land ein zertifiziertes dreistufiges Ausbildungssystem für Biersommeliers entwickelt, das mittlerweile zum Vorbild vieler Nationen wurde. Der Vize-Weltmeistertitel ist eine tolle Leistung angesichts der Tatsache, dass allein Österreich über 1.500 bestens ausgebildete (Di­ plom-)Biersommeliers verfügt.

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BRÜSSEL – IN VIELFALT VEREINT! Kleine Kulturkunde der EU-Interessenvertreter HELMUT MARTELL

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ch fand es schon immer amüsant, in Brüssel die unterschiedliche Rhetorik der nationalen Interessenvertreter zu beobachten. Nachstehend einige subjektive Impressionen aus Brüsseler Jahren.

Italienische Kollegen, von der Ausbildung oft avvocati, sind meist von der Logik und der zwingenden Folgerichtigkeit ihrer Argumente fasziniert. Ich nenne diesen Stil ciceronisch, weil er an Cicero und seinem Werk „De Oratore“ (Über den Redner) sowie den klassischen Gerichtsreden geschult ist. Ihre advokatorischen Tricks sind nicht die Schlussfolgerungen, sondern ihre mittelmeerisch leichte Nonchalance bei der Wahl von Prämissen. Akzeptiert man erst diese Voraussetzungen, ist alles daraus Folgende von kristallener Klarheit. Wie bei Michelangelos David, dem nichts weggenommen oder hinzugefügt werden kann, ohne das gesamte Kunstwerk zu profanieren. Wenngleich die oratorische Spielart bei genauerem Hinsehen nicht immer aus Carrara-Marmor bestehen muss. Ma fanno sempre bella figura. Die französischen Kollegen, die oft einen verwaltungswissenschaftlichen Hintergrund aufweisen, sind durch Schule und Kultur meist durch die große Literatur geprägt. À ces belles paroles lauschen sie en­ thusiasmés dem Wohl­ laut ihrer discours nach. Nicht immer frei von dialektischen Kapriolen, sind sie doch immer ein eleganter Beweis des gallischen Esprits, um den sie die ganze Welt beneidet. Da würde lineare Logik das Kunstwerk mitunter stören. Aber sie steuern oft entscheidende neue Ideen für eine Lösung bei, was man indes erst bei der Lektüre der prosaischen Sitzungsprotokolle herausfindet.

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Und die Briten? – Schotten oder Engländer? wäre hier die hamletsche Frage. Daher zur Zeit nur eine nostalgische Zwischenbemerkung: Sie sind immer strict to the point, wenn nicht gerade der Eurostar ausfiel, meist witzig in der Einleitung und dann tough in their claims. Maggie’s Magic. Small talk folgt dann an der Bar. In den Verhandlungen: Raised eyebrows und kritische Skepsis, die sich nur von harten Fakten überzeugen lässt. Trotz ihrer großen Debattenfähigkeit – die nicht nur in den Commons, sondern schon in den debate clubs an den Hochschulen geübt wird – sind sie von der Gesinnung her eigentlich die typischen Anti-Rhetoriker: Man spricht nicht der Blumen wegen, sondern um Beete anzulegen. Die Brits werden uns wirklich fehlen. Golly gosh! Sanft und liebenswürdig sind die dänischen Kolleginnen und Kollegen: Immer freundlich lächelnd und dabei so verletzlich erscheinend. Der Inbegriff von Nichtaggressivität. Dabei übersieht man leicht ihr Wikingerblut: Sie haben immerhin Hamburg gegründet! Nie neigen sie zu langen Statements oder gar zu Grundsatzerklärungen, sondern beschränken sich in Verhandlungen meist auf Mikro-Einwürfe oder Snapshot-Nachfragen wie ja auch die Kopenhagener Meerjungfrau ziemlich klein ist: A moment of abstraction and you missed the point! In Brüssel scheinen sie immer gern zu sein, aber irgendwie immer nur auf Besuch, wie in einer Art Sommerfrische bei entfernten Verwandten. Vermutlich gehören sie zu den am wenigsten kolonienbildenden Auslandkolonien. Obwohl sie hyggelig sind und den Danebrog so sehr schätzen. Misst man sie aber am Erfolg, gehören sie absolut zur Spitzengruppe.


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Felix Austria, Sonne der Alpen und des Burgenlandes! Jeder österreichische Interessenvertreter ist auf dem Brüsseler Parkett quasi ein Botschafter, der in den habsburgischen Niederlanden nach dem Rechten sieht. Doch mit einem solch gewinnendem Charme, dass sich die Brüsseler Mündel wähnen, Vormund zu sein. Ohne das Wort dafür zu verwetten, glaube ich, dass unsere Wiener Kollegen seit ihrer Mitgliedschaft zu den erfolgreichsten EU-Vertretern gehören. Eben ein Wiener Kongress en permanence! In den österreichisch dominierten Verhandlungsrunden sucht man nicht nach Lösungen, sondern lässt sie beurkunden. Das mag für manche gewöhnungsbedürftig sein, zeitigt aber Erfolge, sofern man die Spielregeln versteht. Allenfalls könnten ihnen die Niederländer noch die Krone streitig machen: Als Miturheber und Mentoren von Benelux schuf Nederland die Grundlagen unserer EU. Ein seltener Fall, in dem Eltern- und Patenschaft zusammenfällt. Würden sich, in ‘s hemelsnaam, die Niederländer tatsächlich von der europäischen Idee abwenden, dann fehlte uns nicht nur der Grundstein, sondern auch der Schlussstein der „europäischen Kathedrale“, ein Schlussstein, der Gebäude vor dem Einsturz bewahrt. Das spiegelt sich auch in der Rhetorik van de collegas

wider, namentlich dann, wenn es nicht wie üblich um kaufmännische Vorteile, sondern ums Grundsätzliche geht. Dann werden sie ernst wie im Freiheitskampf der Niederlande. Denn Holländer sind prinzipienfest und sturmerprobt. Und verstehen zu feiern. (Dass sie den Deutschen ein – mittlerweile doch sehr, sehr freundliches – Misstrauen entgegenbringen, ist kein Fehler der Niederländer!) Die Belgier erwähne ich nicht, weil sie ohnehin nur Heimspiele haben. Das besagt schon vieles. Vermutlich hatte seinerzeit auch die gute Küche für Brüssel den Ausschlag gegeben. Seither sind sie seit einem halben Jahrhundert immer freundlich-galante Gastgeber, auf die ohnehin alles zuläuft. Da braucht’s keine rhetorischen Überanstrengungen, sondern nur ein wenig Aufmerksamkeit. Griechische Kollegen, die Wirtschaftsinteressen vertreten, suchen in Brüssel oft Hilfe gegen den eigenen Staat, den sie als privatwirtschaftswidrig oder gar als private public company einiger großer Familien empfinden. Recht ist nach ihrer Erfahrung Politik, die sich wie die Jahreszeiten ändern kann: AgoraRecht nebst Scherbenurteil. Dadurch stehen in der Industriepolitik auf der Darstellungsebene oft Rechtsfragen im Mittelpunkt, so dass der typische griechische Mittelstandunternehmer in Brüssel

meist mit politisch vernetzten Anwälten auftritt. Typischerweise erklärt der griechische Kollege dann das wirtschaftliche Anliegen und überlässt dem Anwalt, dem „dikegoros“, die Details der öffentlichkeitstauglichen Darstellung. Und die deutschen Kollegen? Ach ja! Immer bestens präpariert, haben sie zu jeder Sitzung alle nötigen Fakten zusammengetragen, präsentieren und diskutieren sinnvolle Alternativen, haben Kompromisslinien im Hinterkopf und sind gegen mögliche Einwände gewappnet: eben alles sehr verblüffungsfest und zielführend. Sie sind die Vernunft-Europäer, was sich auch in ihrer Rhetorik niederschlägt, die meist so emotionsfrei wie Schäuble ist. In Sachfragen stets hoch geschätzt. Doch erwartet man in Familien auch etwas Wärme. Aber wir können ja alle noch voneinander lernen: Noch macht’s die EU möglich*. Helmut Martell Rechtsanwalt, Bonn * Natürlich sind nicht alle Mitgliedsstaaten erwähnt. Aus allen diesen Ländern sind mir hervorstechende Kolleginnen und Kollegen in Erinnerung. Sie mögen sich im vorstehenden Kaleidoskop wiederfinden: United in diversity!

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KOSTBARE LEBENSMITTEL Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelindustrie DIE AKTUELLE STUDIE DES ÖSTERREICHISCHEN ÖKOLOGIEINSTITUTS ERHOB ERSTMALS DIE MENGE AN VERMEIDBAREN LEBENSMITTELABFÄLLEN IN DER ÖSTERREICHISCHEN LEBENSMITTELPRODUKTION. 121.800 TONNEN FALLEN HIER PRO JAHR AN. 35.600 TONNEN DAVON SIND RETOUREN VON BROT UND GEBÄCK AUS DEM LEBENSMITTELEINZELHANDEL. DIE ERHOBENEN DATEN SCHLIESSEN EINE WICHTIGE WISSENSLÜCKE UND HELFEN BEI DER VERMEIDUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN. PHILIPP HIETLER

D

as Interesse der Produzenten, entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig verantwortungsvoll zu agieren und zu produzieren, steigt: Internationale Konzerne planen ihren Abfall bis 2025 zu halbieren. Bislang ließen drei internationale Studien aus Deutschland, Schweden und der Schweiz nur eine grobe Schätzung der Mengen und Gründe von Lebensmittelabfällen in der österreichischen Lebensmittelproduktion zu. Die Notwendigkeit einer fundierten Studie über die Menge und Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle in der österreichischen Lebensmittelproduktion war ein zentrales Ergebnis des Stakeholder-Dialogs „Lebensmittel sind kostbar“ des BMLFUW.

121.800 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle entstehen in der österreichischen Lebensmittelproduktion Die Erhebungen des Österreichischen Ökologie-Instituts ergaben, dass jährlich rund 121.800 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle in der Lebensmittelproduktion anfallen – fast die Hälfte da-

von in der Branche Backwaren (51.700 Tonnen). 35.600 Tonnen davon sind Brot und Gebäck, die der Lebensmitteleinzelhandel im Zuge von freien Retourwaren an die Produzenten zurückschickt1. Abzüglich der Retourwaren Brot und Gebäck ergeben sich rund 86.200 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle in der Lebensmittelproduktion! Vermeidbare Lebensmittelabfälle sind z.B. fertig verpackte Produkte, überlagerte Lebensmittel oder Retour- und freie Kommissionsware sowie verzehrfähige Rohprodukte, die aus verschiedenen Gründen entsorgt werden müssen. Ursachen für das Entstehen von vermeidbaren Lebensmittelabfällen sind: der Herstellungsprozess an sich, Retourwaren, Fehlund Überproduktion, Qualitätssicherung wie Rückstellmuster und Laborproben, Transport und Lagerungsschäden. Die Lebensmittelproduktion in Österreich erwirtschaftet 13,5 bis 20 Mrd. Euro Umsatz2 und besteht aus 3.500 Unternehmen. Davon zählen 250 zur Lebensmittelgroßproduktion (ab 50 Mitarbeiter und/oder über 250 Mio. Euro Umsatz), die 70.000 Arbeitneh-

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mer beschäftigen3. Die Studie wurde mit Hilfe der österreichischen Lebensmittelgroßproduktion umgesetzt. Weitergabe & Co.: Maßnahmen zur Lebensmittelabfallvermeidung Die Lebensmittelproduktion entwickelte bereits erfolgreich Maßnahmen, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden: ReWork und Weiterverarbeitung von Nebenprodukten, Investition in effiziente Technologie, Kontrolle der Lagerstände, Zielvorgaben und Monitoring von Retourwaren, Schulungen der Mitarbeiter, Weitergabe von nicht marktfähigen Lebensmitteln an Mitarbeiter, Verarbeitung in der Betriebskantine oder Spenden an soziale Einrichtungen. Trotz aller bereits umgesetzten Maßnahmen empfiehlt das Österreichische Ökologie-Institut, rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Weitergabe von Lebensmitteln erleichtern. Produkte, die nicht marktfähig, aber genusstauglich sind, sollen vermehrt sozialen Einrichtungen gespendet werden, auch wenn es sich um Markenprodukte oder Eigenmarken der Handelsketten handelt.


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Abbildung 1: Vermeidbare Lebensmittelabfälle nach Branchen in Tonnen und Jahr

1,3 Mio. Tonnen nicht vermeidbare organische Nebenprodukte In der österreichischen Lebensmittelproduktion entstehen 1,3 Mio. Tonnen nicht vermeidbare organische Nebenprodukte, Reststoffe oder Abfälle pro Jahr. Rechnet man vermeidbare Lebensmittlabfälle und organische Nebenprodukte zusammen, ergibt das eine Gesamtsumme von 1,4 Mio. Tonnen organisches Material pro Jahr. Nicht vermeidbare organische Nebenprodukte, Reststoffe oder Abfälle entstehen im Zuge der Lebensmittelproduktion und sind für den menschlichen Verzehr nicht geeignet: z.B. Knochen, Blut, Schlachtabfälle, Sauermolke, Trester. Diese müssen entsprechend entsorgt, verwertet oder weiterverarbeitet werden. Die österreichische Lebensmittelproduktion hat einen jährlichen Wareninput von 10 Mio. Tonnen und produziert Waren im Ausmaß von 8,6 Mio. Tonnen. Im Zuge der Herstellungsprozesse gehen 14 % des Inputs verloren, davon wären 1,2 % vermeidbar. 577.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle entlang der Wertschöpfungskette sind bis dato erhoben Lebensmittelabfälle entstehen entlang

der gesamten Wertschöpfungskette – Landwirtschaft, Produktion, Handel, Gastronomie und Haushalte. Bisher gab es noch keine fundierten Daten zu Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sowie bestimmten Entsorgungswegen in Haushalten (Eigenkompostierung, Kanal ...). Österreich bekennt sich zum Ziel der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: Die vermeidbaren Lebensmittelabfälle sollen sich bis 2030 um bis zu 50 % reduzieren4. Doch dafür benötigt man valide Zahlen. Die aktuell erhobenen Daten aus der österreichischen Lebensmittelproduktion ergänzen die bisher bekannten Zahlen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen und schließen eine Lücke: Jährlich entstehen 577.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle entlang der Wertschöpfungskette. Weiterhin unbekannt ist die Menge und Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle in der Landwirtschaft. Die größte Menge an vermeidbaren Lebensmittelabfällen verursachen private Haushalte. Dann folgt die Außer-Haus-Verpflegung, die sich in Gemeinschaftsverpflegung, Beherbergung, Gastronomie und sonstige Gastronomie unterteilt.

So kam das Österreichische Ökologie-Institut zu den Zahlen Zur Erhebung und Darstellung des Status Quo der Lebensmittelabfälle in der österreichischen Lebensmittelproduktion erhob das Österreichische Ökologie-Institut Abfallmengen, Ursachen und Maßnahmen folgendermaßen: • Qualitative Erhebung in 10 Branchen der Lebensmittelproduktion durch Online-Fragebögen, Expertengespräche, Betriebsbesuche. • Quantitative Erhebung bei Lebensmittelproduzenten durch Abfallsortier­ analysen des Restmülls. • In einer Hochrechnung wurden die durchschnittlichen vermeidbaren Lebensmittelabfälle sowie die organischen Nebenprodukte auf Tonnen pro Unternehmensumsatz erfasst und anschließend mit den einzelnen Branchenumsätzen hochgerechnet. Es wurden 11 Abfallsortieranalysen bei Leitbetrieben in den dargestellten Branchen (außer der Branche Fette und Öle) durchgeführt. Von 250 Großunternehmen haben rund 60 an der qualitativen Umfrage teilgenommen. Zusätzlich fanden Branchengespräche

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mit Experten und Betriebsbesichtigungen statt.

Abbildung 2: Darstellung des Wareninputs, -outputs und der Verluste in Tonnen und Jahr

Abbildung 3: Die Wertschöpfungskette von Lebensmitteln von Landwirtschaft, Produktion und Handel, zu Außer-Haus-Verpflegung und Haushalte

Was ist eine Abfallsortieranalyse und was wird damit bezweckt? Bei einer Abfallsortieranalyse werden Abfälle, zumeist Restmüll, händisch in unterschiedliche, sogenannte Fraktionen wie Kunststoffe, Papier, organische Materialien, Metall, Problemstoffe etc. sortiert. Diese können je nach Fragestellung beliebig erweitert bzw. verfeinert werden. Die sortierten Fraktionen werden verwogen. So gelangt man zur Zusammensetzung des Restmülls. Idealerweise entspricht die Menge der zu sortierenden Abfälle einer repräsentativen Stichprobe. Mit Hilfe der so erhobenen Daten können Abfalltrennpotentiale erstellt werden. Diese zeigen, wieviel Prozent des Restmülls anderen Abfallströmen (Altpapier, Plastik, Metall, Glas, Biomüll) zugeordnet werden könnten. Eine Optimierung dieser Trennpotentiale wirkt sich ökonomisch und ökologisch positiv auf die betriebliche Abfallwirtschaft eines Unternehmens aus. DI Philipp Hietler Ressourcenmanagement Österreichisches Ökologie-Institut Quellen und Links: Broschüre „Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmitteproduktion“: http://ecology.at/files/pr886_1.pdf Website: http://ecology.at/lebensmittelabfaelle_ind_aoeli.htm

Abbildung 4: Vermeidbare Lebensmittelabfälle entlang der Wertschöpfungskette in Tonnen und Jahr

Branchenbericht Lebensmittel und Getränkeerzeugung. Bank Austria Economics & Market Analysis Austria. Hrsg. UniCredit Bank Austria AG, Oktober 2015 Aufkommen an Lebensmittelverderb im österreichischen Lebensmittelhandel. Endbericht im Auftrag der ECR Arbeitsgruppe Abfallwirtschaft. Lebersorger, Schneider, 2014

©  PHILIPP HIETLER

Vereinbarung 2017–2030 – Zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen bei Lebensmittelunternehmen, BMLFUW, Wien, 2017

Abbildung 5: Darstellung der Methodik

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Literatur www.ernaehrung-nutrition.at


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LEBENSMITTEL GENIESSEN STATT WEGWERFEN STELLUNGNAHME DES FACHVERBANDS: ÖSTERREICHISCHE HERSTELLER HABEN SCHON VIEL VORARBEIT GELEISTET.

Die große Vielzahl an Lebensmitteln, die sich derzeit auf den Märkten befinden, sieht man auch in den vielfältigen Produkt- und Branchenstrukturen der österreichischen Lebensmittelproduktion. Mehr als 30 Branchenverbände produzieren Lebensmittel und verarbeiten dabei eine Vielzahl an frischen, tiefgekühlten, lagerfähigen, vorverarbeiteten Rohstoffen pflanzlichen und/oder tierischen Ursprungs unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben. Das Risiko der Entstehung von organischen Nebenprodukten bzw. „vermeidbaren“ und „nicht vermeidbaren“ Lebensmittelabfällen hängt einerseits von den rohstoff- und energieintensiven Produktionsprozessen und andererseits von den jeweiligen Vorgaben der Kunden in Bezug auf Qualität, Rezeptur und Verpackung der jeweiligen Lebensmittel ab. So entstehen z. B. in getränkeproduzierenden Branchen der Lebensmittelindustrie deutlich weniger Abfälle bzw. organische Nebenprodukte als bei der Verarbeitung von Getreide, Milch und Fleisch. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass der österreichische Lebensmittelmarkt bei drei marktdominanten Lebensmitteleinzelhändlern mit mehr als 87 % Marktanteil nach wie vor heiß umkämpft ist. Wettbewerb findet auf allen Ebenen entlang der Wertschöpfungskette statt. Die Rahmenbe-

dingungen dafür sind schwierig und seit Jahren unverändert, und kein Unternehmen kann es sich heute weder national noch international leisten, Lebensmittel­ abfall im Produktionsprozess zu produzieren. Als Stakeholder der Initiative „Lebensmittel sind kostbar“ des BMLFUW hat sich der Fachverband der Lebensmittel­ industrie schon frühzeitig mit Aktivitäten zur Abfallvermeidung bei Lebensmitteln beschäftigt. Daher hat sich die Lebensmittelindustrie auch aktiv am Kooperationsprojekt „Abfallvermeidung in der Lebensmittelwirtschaft“ des Ökologie-Instituts beteiligt. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Betriebe bereits aktiv und erfolgreich Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittel­abfällen gesetzt haben: Das sind z. B. Einkaufskontrolle und Erkennen bzw. Verarbeiten von unterschiedlichen Rohstoffqualitäten, Programme zur Verringerung bzw. Vermeidung von Überproduktionen, Verbesserung der internen Bedarfsplanung, Bewusstseinsbildung durch Mitarbeiterschulungen, Selbstvermarktung von Rückläufen, Abgabe an soziale Einrichtungen, Aufbereitung und Verkauf als Futtermittel und vieles mehr. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die bisherigen Maßnahmen der Unternehmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Bei einem jährlichen Warenoutput von rund 8,6 Mio. Tonnen an Lebensmitteln fallen laut Studie davon nur 1,4 % „vermeidbare“ Lebensmittelabfälle an. Das sind 121.800 Tonnen. Über 40 % davon sind laut Studienersteller dem Produktionsbereich der Backerzeugnisse (Brot und Gebäck) zuzuordnen.

Hauptgründe für die Entstehung dieser „vermeidbaren“ Lebensmittel­ abfälle sind außerdem: • Qualitätsvorgaben bei Rohstoffen, technische Störungen, Nebenprodukte usw. • Rechtliche Vorgaben und/oder Kundenanforderungen (Eigenmarken) • Sortimentswechsel • Etikettierungsfehler • Saisonwaren/Überproduktion/ Lager­überschüsse • Retourwaren • Verderb usw. Verbesserungspotential sieht der Fachverband vor allem in der künftigen Zusammenarbeit mit den Partnern entlang der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln (z. B. bei Vermarktungsnormen, logistischen Maßnahmen und Retourwaren) sowie in einer besseren Kooperation bei der Belieferung von sozialen Einrichtungen zur Versorgung von Bedürftigen mit Lebensmitteln. Unsere Lebensmittel sind kostbar und haben sich einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft verdient. Initiativen wie jene des Lebensministeriums und auf europäischer Ebene begrüßen und unterstützen wir daher. Zusätzlich wird es aus Sicht der Lebensmittelproduktion wichtig und maßgeblich sein, die Konsumenten mittels Bewusstseins- und Informationskampagnen regelmäßig über den Wert sowie den richtigen Umgang mit Lebensmitteln zu informieren.

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©  FOTOLIA – HIGHWAYSTARZ

Österreichische Lebensmittel sind wertvoll und kostbar, weltweit beliebt und geschätzt und gehören nicht in den Müll. Der Fachverband der Lebensmittelindustrie unterstützt daher aktiv Initiativen, um mehr Bewusstsein über den Wert von Lebensmitteln zu schaffen und konkrete Schritte zur Vermeidung und Verringerung von Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette – vom Landwirt bis zum Konsumenten – zu setzen.


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NACHHALTIGKEITSAGENDA FÜR GETRÄNKEVERPACKUNGEN Rückblick auf ein erfolgreiches Jahrzehnt im Zeichen des Klimaschutzes IM JAHRE 2008 HAT SICH DIE ÖSTERREICHISCHE GETRÄNKEWIRTSCHAFT IN EINER FREIWILLIGEN VEREINBARUNG DAZU VERPFLICHTET, DIE TREIBHAUSGAS­ EMISSIONEN DER GETRÄNKEVERPACKUNGEN BIS 2017 UM MINDESTENS 10 PROZENT ZU REDUZIEREN – AUSGEHEND VON 370.000 TONNEN AN CO2ÄQUIVALENTEN IM JAHR 2007. BIS 2016 WURDEN SCHLIESSLICH ÜBER 78.000 TONNEN DURCH DIREKTE MASSNAHMEN EINGESPART. MARIO JANDROKOVIC

I

n der Umweltbilanz der Getränkewirtschaft hat sich sehr viel bewegt – und dies allem voran auch dank der engagierten Mitglieder der Nachhaltigkeitsagenda, von denen es inzwischen über 1.000 gibt. Hersteller von Getränkeverpackungen gehören ebenso dazu wie die Sammel- und Verwertungssysteme, dazu sämtliche relevante Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels wie auch der Großhandel, und nicht zuletzt auch alle maßgeblichen Brauereien, Mineralwasser und Saftabfüller Österreichs. Diese Vielfalt unter den Mitgliedern hat dazu beigetragen, dass eine breite Palette an Einsparmaßnahmen im gesamten Lebenszyklus der Getränkeverpackungen greifen konnte, von deren Herstellung bis zu ihrer (Wieder)Verwertung, einschließlich des Produktionsprozesses

und der Abfüllung der Getränke. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsagenda ist es gewesen, den immer kleiner werdenden Anteil an Mehrweg-Getränkeverpackungen zu stabilisieren. Dieser ist allerdings auch in jenen Ländern gesunken, die rigoros den Einweg-Verpackungen den Kampf ansagten. Anstatt sich also wie etwa in Deutschland auf eine einseitige Lösung zu verlassen, hat man in Österreich nach einem pragmatischen Weg gesucht, mit einer Vielfalt an Maßnahmen langfristig den ökologischen Fußabdruck in der Getränkewirtschaft zu verbessern. Ein wesentlicher Hebel dafür ist das Recycling von PET-Flaschen: Im August 2007 ging die PET to PET-Recyclinganlage im Burgenländischen Müllendorf in Betrieb, und sie ist dank kontinuierlicher Neuerungen bis heute eine der weltweit

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modernsten Anlagen ihrer Art. Dort wird aus gesammelten PET-Flaschen hochqualitatives Material für neue Flaschen gewonnen, der „Ausschuss“ kommt bei anderweitigen Verpackungen oder Dämmstoffen zum Einsatz. Über zwei Drittel aller PET-Flaschen in Österreich werden recycelt, und im Durchschnitt enthalten neue PET-Flaschen heute schon rund 30 Prozent Rezyklat – Tendenz steigend. Entscheidend für die Ökobilanz ist auch die Einsparung an Rohstoffen: Das Gewicht von Einwegflaschen aus PET konnte von ehemals 80 auf nunmehr 12 bis 35 Gramm gesenkt werden. Mehrweg-Plastikflaschen erfordern einen weit höheren Materialeinsatz. Niedrigerer Materialverbrauch, höhere Recycling-Quote Auch bei


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Mit einer Zusatzvereinbarung zur Nachhaltigkeitsagenda haben 2011 die österreichischen Sozialpartner die ambitionierten Ziele zur Verbesserung der ökologischen Performance von Getränkeverpackungen noch einmal etwas hochgeschraubt. Die damals definierten Recycling-Quoten werden mehr als eingehalten. Ein wesentlicher Inhalt der Zusatzvereinbarung war es auch, den Konsumenten Mehrweg-Getränkeverpackungen schmackhaft zu machen. Auch dieses Ziel konnte durch eine Stabilisierung des Mehrweg-Anteils bei inzwischen 22 Prozent erreicht werden. Abfüller und Handel haben dank neuer Produkte und gezielter Werbemaßnahmen wesentlich dazu beigetragen, Mehrweg bei den Kunden wieder attraktiver zu machen. Neuland hat die Nachhaltigkeitsagenda damals in der Öffentlichkeitsarbeit betreten: Die Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ hat erfolgreich Maßnahmen gegen das Wegwerfen von Müll in öffentlichen Räumen und in der Natur gesetzt, unter anderem wird heuer zum vierten Mal der ehrenvolle Titel „Sauberste Region Österreichs“ vergeben. Ambitionierte Mitglieder der Nachhaltigkeitsagenda haben vielerlei Möglichkeiten zum Klimaschutz ausgeschöpft. Die Einsparungen an Treibhausgas werden in den Monitoringberichten der Nachhaltigkeitsagenda festgehalten. 2008 umfasste dieser Bericht 30 Maß-

Wasser und energiesparende Flaschenwaschmaschine in Edelstal, die stündlich 55.000 Flaschen reinigen kann.

©  PET-TO-PET-RECYCLING ÖSTERREICH GMBH

der Alu-Dose hat sich das Gewicht im Laufe der Zeit wesentlich reduziert. Die Seitenwand dieser stabilen und bruchfesten Getränkeverpackung macht buchstäblich nicht einmal eine Haaresbreite aus. Alu kann ohne Qualitätseinbußen wiederverwertet werden, und eine Dose aus recyceltem Material benötigt nur fünf Prozent an Energie im Vergleich zu einer aus frisch gewonnenem Rohstoff. So spart jedes Kilo an wiedergewonnenem Aluminium über neun Kilo an Treibhausgasen, und der Recycling-Anteil steigt stetig – nicht zuletzt dank der Initiative „Jede Dose zählt“, mit der speziell junge Konsumenten für Recycling sensibilisiert werden.

©  EVA KELETY

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PET-to-PET-Recycling im burgenländischen Müllendorf. Hier landen sieben von zehn PETFlaschen, um wiederverwertet zu werden.

nahmen zum Klimaschutz, 2016 sind es über 440. Wie vielfältig und zukunftsweisend diese Maßnahmen sind, darüber gibt die Initiative „Akteure der Nachhaltigkeit“ Auskunft, abrufbar über die Webseite der Nachhaltigkeitsagenda. Hier werden auf anschauliche Weise die Beiträge der Mitglieder zur Nachhaltigkeit präsentiert – sei es nun die weltweit erste CO2neutrale Großbrauerei in Göss, die ökologisch richtungsweisende Großbäckerei in Völs oder eine riesenhafte Waschanlage für Mehrweg-Glasflaschen in Edelstal, die den Frischwasserverbrauch pro Flasche um 40 Prozent reduziert und den Energieverbrauch halbiert hat.

Internettipps — www.nachhaltigkeits­ agenda.at www.jededosezaehlt.at

www.reinwerfen.at

Mag. Mario Jandrokovic Administration und Kommunikation Energieinstitut der Wirtschaft GmbH, Wien volume 41 | 05. 2017  ERNÄHRUNG | NUTRITION


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BOBBY BOTTLE – BOTSCHAFTER FÜR GLASRECYCLING Von der Bedeutung des Zauberns in der Kommunikation über Glasrecycling ALLJÄHRLICH, WENN DER FRÜHLING INS LAND ZIEHT, MACHT SICH EIN WITZIGER KERL MIT GRÜNEN HAAREN, GELBER KAPPE UND ORANGEM SHIRT AUF DEN WEG, UM KINDER IN GANZ ÖSTERREICH AUF ZAUBERHAFTE WEISE IN DIE WUNDERBARE WELT DES GLASRECYCLINGS ZU ENTFÜHREN: BOBBY BOTTLE. MONIKA PIBER, KARIN STEINDORFER

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r ist DIE Identifikationsfigur für Volksschulkinder, wenn es um Glasrecycling geht. Die Entscheidung, diese Figur zu kreieren, fällte Austria Glas Recycling vor 17 Jahren. Die Anforderungen an die Kommunikationsstrategie der Austria Glas Recycling sind herausfordernd. Alle Menschen in Österreich sollen auf die für sie passende Weise über Glasrecycling informiert werden. Mehr noch, sie sollen motiviert werden, bei der Altglassammlung mitzumachen. Und das dauerhaft. Ausschlaggebend für die Entwicklung eines eigenen Programmes für Volksschulkinder ist der Ansatz, dass, was früh eingeübt wird, eine selbstverständliche Handlungsweise bleibt. Was man von Kindesbeinen an lernt und für wichtig erachtet, verankert sich im Tun und Denken auch als Erwachsener. Altersadäquate Vermittlung eines abstrakten Themas Im Gegensatz zu Kaufhandlungen, wo dem ausgegebenen Euro direkt eine Gegenleistung folgt, wird das richtige Glasentsorgen erst mittelbar belohnt. Durch saubere Umwelt, geringere Restmüllgebühren, durch

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Energieeinsparung und damit Reduktion von klimaschädlichen Kohlendioxid­ emissionen. Das sind selbst für Erwachsene abstrakte Anreize. Für Kinder braucht es gänzlich andere. Wie also sprechen wir Kinder adäquat zum Thema Glasentsorgen an? Spiel und Spaß sollen im Vordergrund stehen und zugleich Wissenswertes vermittelt werden. Mit einer Pädagogin entwickelte Austria Glas Recycling das vielfältige Programm rund um den Flaschengeist und Zauberer Bobby Bottle, dessen Herzstück die jährliche Tour durch Österreichs Volksschulen ist. 50 Minuten lang wird der Klassenraum zur Bühne für Glasrecycling. Bobby Bottle kombiniert spannende Informationen mit undurchschaubaren Zaubertricks. Die Kinder sind immer wieder Teil der Show und dürfen aktiv mitmachen. Begleitend erhält jedes Kind das Comic-Heft „Bobby Bottle und die Umweltdetektive“. Für die Vor- und Nachbereitung stellt Austria Glas Recycling den Pädagoginnen und Pädagogen Lehrmaterialien auf diversen Web-Plattformen zur Verfügung. Das Brettspiel „Bobby Bottle-Quiz“ – mit einer Spielepädagogin entwickelt – ergänzt das Angebot und bleibt dem


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©  AUSTRIA GLAS RECYCLING/CHRISTIAN LEHOTZKY

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Anspruch, Wissenswertes durch Spiel und Spaß zu vermitteln, treu. Mehrmals war Bobby Bottle bereits Inspiration für Malwettbewerbe, die Austria Glas Recycling an Volksschulen ausgerichtet hat. Jüngst komponierten Teenager auf Einladung von Austria Glas Recycling den Bobby-Bottle-Song zur Parole „Wir trennen Altglas ganz geschwind, weil wir Umweltdetektive sind!“ Warum Zauberei? Glasrecycling ist irgendwie Zauberei. Man schmilzt ein Gurkenglas, ein Marmeladeglas oder eine Saftflasche und formt neue Gurkenund Marmeladegläser daraus. Dies kann unendlich oft geschehen und wird in Österreich seit 40 Jahren hochprofessionell praktiziert. Zauberei ist spannend, fesselt die Aufmerksamkeit der Kinder. Sie wollen wissen, wie dieser und jener Zaubertrick geht und viele schreiben nach der Schule eine E-Mail an Bobby Bottle. Das zeigt, den Kindern bleibt das Thema im Gedächtnis. Dies wird auch von den Pädagoginnen bestätigt. Einige Rückmeldungen seien hier zitiert: • „Inhalt – Was gehört in die Glastonne? wurde oft wiederholt, ohne Langeweile auszulösen. Zauberei = TOP! Lehrerinnen und Schüler waren begeistert.“ • „Mitbringen der Altglasbox, Zuordnen der verschiedenen Glassorten, folierte Bilder, Quizcharakter, Zaubershow – hat den Kindern großen Spaß gemacht und war sehr spannend.“

• „Durch die showhaften Elemente, die eingebaut wurden, bleibt das theoretische Wissen besser in Erinnerung. Das Wiederholen der Inhalte wird somit überhaupt nicht langweilig – danke für die tolle Veranstaltung.“ • „Ein Umweltthema mit viel Spaß, Witz und Zauberei aufzubauen, ist für diese Altersgruppe genial und sicher nachhaltig.“ • „Kinder wurden ständig eingebunden, was sehr zum Mitdenken anregte und die Aufmerksamkeit steigerte.“ Umweltbildung mit Bobby Bottle seit 17 Jahren Im Frühling 2017 tourte Bobby bereits zum 17. Mal durch Österreichs Volksschulen, um dort eine Unterrichtsstunde ganz im Zeichen des Umweltschutzes und Recyclings zu halten. 65.000 Kinder hat er bereits besucht und zu Umweltdetektivinnen und Umweltdetektiven ausgebildet. Die ältesten von ihnen sind heute ungefähr 25 Jahre alt. Von Beginn an war das Bildungsministerium eingebunden. So ist sichergestellt, dass die Schulen auf dem Wege eines offiziellen Erlasses über das kostenlose Angebot der Austria Glas Recycling informiert werden. Die Nachfrage ist ungebrochen und die Wartelisten meist übervoll. Es freut uns, dass die Lehrerinnen und Lehrer dem Thema Glasrecycling große Bedeutung beimessen, es im Unterricht bearbeiten und Bobby Bottle an ihre Schulen einladen. Wie sagt Bobby Bottle? „Denn die

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Kinder sind unsere Zukunft. Wenn sie jetzt lernen, wie wichtig Umweltschutz ist, werden sie als Erwachsene gut mit der Welt umgehen.” In die Rolle des Flaschengeistes Bobby Bottle schlüpfen Profi-Zauberer und Schauspieler. Monika Piber Öffentlichkeitsarbeit Austria Glas Recycling, Wien Karin Steindorfer, PRConsultant Kommunikation PR, Wien

Internettipp — www.agr.at


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VIELFÄLTIGER MOHN ZUR GATTUNG PAPAVER ZÄHLEN WELTWEIT ETWA 80 ARTEN, 26 DAVON FINDET MAN IN GANZ EUROPA UND FÜNF AUCH IN ÖSTERREICH. DER SCHLAF-MOHN IST ZWAR IN ÖSTERREICH NICHT HEIMISCH, SEINE KULTURFORM WIRD ABER SEIT JEHER ALS NAHRUNGS-, ÖL- UND ARZNEIPFLANZE KULTIVIERT.

Wintermohn reift schon Ende Juni bis Anfang Juli und die Ernte erstreckt sich über einen Zeitraum von Anfang bis Ende Juli. Wesentlich ist ein schonender Drusch, damit die Samen nicht verletzt werden. Der Samenertrag liegt durchschnittlich zwischen 600 bis 1.400 kg/ha, in Ausnahmefällen sogar bis 1.800 kg/ha. Mohnkörner, mit trockener Spreu vermengt, haben eine bessere Haltbarkeit. Gut gereinigter Mohn muss hingegen in geringer Schütthöhe gelagert und öfter umgeschichtet bzw. belüftet

–M

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Mohn wird als einjährige Winter- oder Sommerfrucht angebaut. Die Blüte erstreckt sich über einen Zeitraum von 2–3 Wochen (Wintermohn ca. Mitte Mai bis 10. Juni, Sommermohn ca. 10. Juni bis 20. Juli), die Kapseln der Nebentriebe bleiben in der Abreife jedoch kaum hinter der Hauptkapsel zurück. Geerntet wird, sobald die Kapseln dürr geworden sind und die Samen in den geschlossenen Kapseln beim Schütteln rasseln. Die Erntereife tritt meist Ende Juli bis Mitte August ein, in Hochlagen kann sich die Ernte bis Anfang September verzögern.

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ür die Ölgewinnung aus den Samen sind vor allem Schließmohn-Sorten mit hohem Ölgehalt und geringem Alkaloidgehalt von Bedeutung. Mohn-Samen zeichnen sich nicht nur durch ihren hohen Ölgehalt (bis zu 50 %), sondern auch durch die qualitativ hochwertige Zusammensetzung dieses Öls mit viel Linolsäure (ca. 60 %) und Ölsäure (ca. 30 %) aus. Um die Qualität des Öls zu erhalten, wird es durch Kaltpressung aus den Samen gewonnen. Der bei der Ölgewinnung anfallende Pressrückstand („Mohnkuchen“) enthält noch 28–41 % Eiweiß und 5–18 % Restfett und wird dem Mastfutter untergemischt. Das Öl wird außer zu Speise­ zwecken auch industriell z. B. in Malerfarben und für kosmetische Zwecke, etwa in Hautcremes und zur Seifenherstellung, genutzt.

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24 wirtschaft economy

werden. Damit der Mohn nicht schimmelt und das in den Samen enthaltene Öl nicht ranzig wird, sind ein Nachtrocknen und eine trockene, aber luftige Aufbewahrung notwendig. Im Zeichen der Vielfalt im EU-Sortenkatalog sind 56 Papaver somniferum-Sorten eingetragen. In der Österreichischen Sortenliste befinden sich die drei blausamigen Wintermohnsorten Zeno2002 (violett-blühend), Zeno Morphex (ebenfalls violett-blühend) und Josef (rosa­ blühend). Bei allen dreien handelt es sich um Schließmohnsorten. Sommermohne gibt es hier vier, nämlich die zwei grausamigen Schüttmohne Edel-Rot (rot-blühend) und Edel-Weiß (weiß-blühend) sowie die zwei Schließmohnsorten Aristo (rosa-blühend, blau-samig) und Florian (rot-blühend, grau-samig). In der europäischen Datenbank für genetische Ressourcen findet man derzeit 4.374 Eintragungen für Papaver somniferum (http://eurisco.ipk-gatersleben.de), die meisten Treffer liefert dabei die Ukraine, gefolgt von Ungarn und Deutschland. Österreich erhält rund 197 Akzessionen,

darunter viele gut angepasste Landsorten, wie etwa den „Zwettler Graumohn“. Sorten und Varietäten Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Winterund Sommermohn sowie a) Schüttmohn (auch Sehender Mohn), dessen Kapsel sich bei der Reife unter der Rosette zu kleinen Löchern öffnet. Gefahr des Ausschüttelns durch Wind. b) Schließmohn (auch Blinder Mohn), dessen Kapsel geschlossen bleibt, sodass die Samen nicht ausfallen können. Im österreichischen Kontraktanbau wird fast ausschließlich Schließmohn verwendet. Die Samenfarbe ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal, sie variiert von Gelblich-Weiß über Rotbraun und allen Schattierungen von Blau und Grau bis zu Schwarz. Die bei uns häufigsten Sorten sind Grau- und Blaumohn. Die heimischen, gut angepassten und weit verbreiteten Varietäten, die noch echte Landsorten sind, gehören ausnahmslos zum Graumohn. So auch der „Zwettler Grau-

mohn“, eine aus einer solchen Landsorte gezogene Zuchtform – bekannt als Edelweiß, Edelrot und weitere. Im Jahr 1995 ist es dem Bundesamt für Agrarbiologie gelungen, eine Schließmohnsorte von der heimischen Graumohnsorte „Florian“ zu züchten. Diese, sowie auch alle anderen Sorten (Sommerblaumohn „Aristo“, eingetragen 2005 und verbessert ab 2010 durch Morphinfreiheit) sind u.a. auch bei der Saatbau Linz erhältlich. Sie sind, was die Erträge betrifft, doch deutlich besser als die älteren Sorteneintragungen. Weitere Sorten: Die bei uns eingeführte holländische Sommerblaumohnsorte „Marianne“ oder die polnische Sorte „Parmo“ u.a. weisen meist blaue Samenfarbe und höheren Morphingehalt auf. Alle genannten Sorten sind Schließmohnsorten. Solche neuen, oft ausländischen Zucht­ sorten sind zwar ertragsmäßig meist besser, aber nicht immer unseren Klimabedingungen angepasst. Schüttmohn gilt allgemein ertragreicher als Schließmohn, wenngleich er den Nachteil hat, dass die Samen bei der Reife leicht ausfallen – besonders in windausgesetzten Lagen.

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Saat gut, Ernte gut, Mohn gut. Ein genussvolles Beispiel für die Qualitätsphilosophie von saatbau ist Speisemohn. Unser heimischer Speisemohn punktet mit einem extrem niedrigen Morphingehalt, ein entscheidendes Qualitätskriterium für unsere Bäcker. Ob Brot und Gebäck, Strudel oder Torte – Mohn aus Österreich schmeckt hervorragend und hat schon allein deswegen Suchtpotenzial. www.saatbau.com

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25 firmenbericht company report

LEBENSMITTEL MAHLEN Ohne Verkleben der Mühle durch das Kryogen-Verfahren MESSER AUSTRIA SORGT MIT SEINEM KRYOGEN-VERFAHREN FÜR FEINSTE MAHLERGEBNISSE BEI VOLLEM ERHALT SÄMTLICHER GESCHMACKS- UND AROMASTOFFE DER LEBENSMITTEL. ANGELIKA GRININGER

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Mit dem Kryogen-Verfahren von Messer Austria lassen sich die unterschiedlichsten Lebensmittel ohne Wärmeentwicklung fein mahlen. Durch den Einsatz von verflüssigtem, tiefkaltem Stickstoff (LIN) oder flüssigem Kohlendioxid (LCO2) wird das Mahlgut versprödet und deutlich mahlfähiger. „Auf diese Weise können besonders hohe Kornfeinheiten erzielt werden, während die Qualität der Produkte und alle wertvol-

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b beim Haltbarmachen, Verpacken oder der Weiterverarbeitung von Nahrungsmitteln – Gase sind aus der modernen Lebensmittelindustrie nicht mehr wegzudenken. Auch in diesem Segment entwickelt der Industriegasespezialist Messer Austria seine Expertise bereits seit mehreren Jahrzehnten laufend weiter und gilt als verlässlicher Partner und Innovationsführer in der Branche. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Kryogen-Verfahren, das Kaltmahlen von Lebensmitteln, das vor allem zum Zerkleinern jener Stoffe zum Einsatz kommt, die sich nur in pulverisierter Form effizient einsetzen bzw. weiterverarbeiten lassen. „Vor allem bei Gewürzen wie der Muskatnuss, Pfeffer, Ingwer, Kardamom oder Nelken spielt die Temperatur während des Mahlens eine wichtige Rolle“, weiß Angelika Grininger, Technischer Vertrieb Lebensmittel und Umwelt von Messer Austria.

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26 firmenbericht company report

about

len Inhaltsstoffe wie ätherische Öle oder Vitamine sowie sämtliche Aromen und der Geschmack voll erhalten bleiben“, geht Angelika Grininger ins Detail.

Auch alle Messer-Mitarbeiter verfügen über ein fundiertes Know-how und passen den Vorgang des Kaltmahlens exakt an die jeweiligen Anwendungsfälle und die örtlichen Gegebenheiten an. Denn Messer Austria hat es sich auch in der Le-

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Darüber hinaus wird durch den Einsatz des Kaltmahlens auch der unerwünschte Anstieg der Temperatur durch die elektrische Energie der Mühlenmotoren verhindert. „Das führt zu einer enormen Steigerung der Durchsatzleistungen. Auch thermischen Schäden oder dem Verschmelzen und Verkleben des Mahlguts bzw. der Mahlorgane lässt sich so effektiv vorbeugen“, betont die Expertin von Messer Austria. Die Methode ihres Unternehmens sorgt aber auch dafür, dass das Mahlwerk trocken bleibt. Dies wird durch die sogenannte Inertisierung sichergestellt. Dabei wird das beim Mahlen anfallende Gas in den Produkteinlauf zurückgeleitet. „Das sorgt letztendlich auch für mehr Sicherheit in der Produktionsstätte, da so auch Brände und Staubexplosionen verhindert werden können.“

Zum Unternehmen

Angelika Grininger

bensmittelindustrie zur Aufgabe gemacht, „unseren Kunden dabei zu helfen, noch erfolgreicher zu werden“, wie es Angelika Grininger abschließend beschreibt. DI Angelika Grininger, Messer Austria GmbH, Kundenberatung Lebensmittel­ technologie Weitere Informationen: Messer Austria GmbH Jürgen Steiner Marketing und Kommunikation E-Mail: juergen.steiner@messergroup.com

Messer Austria gehört zur Messer Gruppe und verfügt über sieben Standorte und über 70 Gase Center. Am Standort Gumpoldskirchen sind modernste Produktionsund Abfüllanlagen im Einsatz; Gase Center und Abfüllanlagen in allen Bundesländern sorgen für eine schnelle und individuelle Gasversorgung. Messer Austria betreibt Luftzerlegungsanlagen, lagert und transportiert Gase per Tankwagen oder Flaschen und erzeugt Gase auch vor Ort beim Kunden. Ebenso vielseitig wie das Spektrum der Gase sind die Branchen, die von diesen Gasen und dem anwendungstechnischen Know-how der Messer-Mitarbeiter profitieren: die Stahl- und Metallverarbeitung, die Chemie, die Lebensmittel- und pharmazeutische Industrie, die Automobil- und Elektronikindustrie, die Medizin, die Forschung und die Umwelttechnik.

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27 firmenbericht company report

TESTO HAT DIE KÜHLKETTE IM GRIFF

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Mit testo Solutions haben Sie volle Kontrolle über • die Inbound Kühlkette für das gesamte Lieferanten-Netzwerk weltweit. • das Qualitätsmanagement in Distributionszentren. • die Outbound Kühlkette für alle Produkte. • das Qualitätsmanagement in den Supermärkten. testo Saveris Retail Chain gewährleistet sichere Rückverfolgbarkeit und maximale Effizienz in der Lebensmittel-Kühlkette. Es bündelt Qualitätsdaten der gesamten Kühlkette, sichert die korrekte Durchführung von Qualitätsmaßnahmen in Supermärkten und Verteilzentren und stellt sicher, dass Temperaturveränderungen in der Transportkette nicht unbemerkt bleiben. Ganz nach dem Motto: From Farm to Fork Die Lösung wurde zusammen mit Experten aus der Lebensmittelindustrie entwickelt. Damit haben Sie alle relevanten Qualitätsparameter in einem System vereint

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jeder einzelnen Lieferung auf Produktebene. • informiert beim Auslesen per Funk am Distributionszentrum direkt und eindeutig über Grenzwertverletzungen und speichert die Messdaten automatisch in der zentralen Datenbank. • stellt sicher, dass keine Produkte angenommen und weiterverteilt werden, deren Qualität beim Transport beeinträchtigt wurde testo Saveris Food Distribution Center • unterstützt die Mitarbeiter vor Ort durch ein digitales Qualitätshandbuch und gestaltet Ihre Prozesse effizienter. • ermöglicht die kontinuierliche Überwachung aller Lagerbereiche und alarmiert bei Abweichung von definierten Anforderungen.

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47 recht law

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Best of Meat & More – Das Seminar für die Fleischwirtschaft

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18.–19.10.2017

19.10.2017

WIEN

WIEN

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Tag der Biorichtlinien

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www.ages.at

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09.–10.11.2017 WIEN

ÖGE-Jahrestagung 2017: Ernährungstrends und aktuelle Fragen der Nachhaltigkeit www.oege.at

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13.–15.11.2017

14.–15.11.2017

VIENNA

DETMOLD, DEUTSCHLAND

6th International Whole Grain Summit 2017 www.icc.or.at

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Tagung für Bäckerei-Technologie www.agfdt.de

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FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

AUDITS & BERATUNG

SCHÄDLINGSKONTROLLE

LABORANALYSEN

Unsere Leistung Ihre Sicherheit. Als österreichisches Kompetenzzentrum für Lebensmittelsicherheit und Betriebshygiene agieren wir seit 1998 erfolgreich auf dem europäischen Markt. Unsere Erfahrung auf betrieblicher Ebene und Know-how in den Bereichen Lebensmitteltechnologie, modernster Labordienstleistungen, Consulting und die Vernetzung mit externen Partnern schafft unsere breite Kompetenz.

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Unsere Kunden sind für uns Partner, die wir begleiten. Der Nutzen ergibt sich aus der individuellen Erarbeitung von Lösungswegen zur Sicherung gesunder Lebensmittel. Kompetenz, Praxiserfahrung und unternehmerisches Denken für alles, was Lebensmittel ausmacht.

DIE ERNÄHRUNG VOLUME 41 | 05 2017  

Österreichische Zeitschrift für Wissenschaft, Recht, Technik und Wirtschaft