DIE ERNÄHRUNG VOLUME 41 | 01. 2017

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ZUKUNFT SMART FOOD ­FACTORY? Veränderte Prozesse sollen mehr Wertschöpfung generieren MANCHMAL VISION, MANCHMAL REVOLUTION, ZUM TEIL ABER AUCH SCHON REALITÄT: INDUSTRIE 4.0 IST EINES DER ZENTRALEN THEMEN DER LEBENSMITTELINDUSTRIE. MARTIN SCHÖGGL

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on außen sieht die Fabrik der Zukunft so aus wie die Fabrik von heute. Das Neue zeigt sich in den Pro­ zessen und in der Art und Weise, wie kommuniziert wird. In prak­ tisch allen Bereichen der Lebensmittelin­ dustrie sollen intelligente Produktions­ systeme entstehen, in denen Maschinen, Bauteile und Produkte sich selbst orga­ nisieren, steuern und kontrollieren. Will­ kommen im Zeitalter von Industrie 4.0. Dabei geht es vor allem um eines: Wert­ schöpfung. Wird das Szenario der ver­ netzten Produktion eines Tages Wirk­ lichkeit, könnte die Produktivität der Unternehmen um bis zu 30 Prozent steigen, heißt es bei der Deutschen Aka­ demie der Technikwissenschaften „aca­ tech“. Ziel ist eine intelligente Fabrik, die ihre komplexen Abläufe perfekt be­ herrscht, resistent ist gegen Ausfallzeiten und jederzeit flexibel auf Änderungen

im Produktionsprozess reagieren kann. Weil durch das autarke Steuern der Pro­ duktion keine Ausfallzeiten und Still­ stände mehr zu beklagen und die Ma­ schinen immer optimal ausgelastet sind, wird zudem weniger Energie notwendig sein. Auch der Materialverbrauch sinkt, da weniger Ausschuss anfällt – das schont nicht nur die Finanzen, sondern auch die knapper werdenden Rohstoffe. Diesem Potenzial werden sich Lebens­ mittelproduzenten vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen stellen müssen: • Teilweise schrumpfende Märkte füh­ ren zu verschärftem Verdrängungs­ wettbewerb • Steigende Kosten drücken auf die Rentabilität • Erhöhter Erwartungsdruck der Gesell­ schaft, z.B. Tierwohl, Abfallvermei­ dung • Sinkendes Vertrauen der Verbraucher

ERNÄHRUNG | NUTRITION  volume 41 | 01. 2017

• Nötige Flexibilisierung durch immer kleinere Losgrößen Eine Schlüsselrolle auf diesem Weg wird die Informationstechnologie überneh­ men. Gerade bei den komplexen Pro­ zessen in der Lebensmittelbranche liegt der größte Effekt in einer integrierten Planung, bei der die ERP-Welt sehr eng mit der technischen Produktions-Welt zusammenwächst. Eine Revolution in der Produktion? Inhaltlich bedeuten die neuen Möglich­ keiten der Smart Food Factory einen Umbruch. Allerdings existieren viele der Basistechnologien schon heute. Einige Ideen, welche Industrie 4.0 für sich beansprucht, sind in der Lebens­ mittelverarbeitung bereits Realität. Maschinen- und Betriebsdaten etwa werden schon längst online und direkt


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