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MANAGEMENT

Mutterkuhhaltung: Wirtschaftlichkeit und Effizienz beleuchtet

Von Andreas Hager

Mutterkuh und Jahr. Die Anforderung an den Mutterkuhhalter und eine wirtschaftliche, funktioazu müssen die Betriebe nierende Mutterkuh wird immer optimiert und vor allem wichtiger. Für die Wirtschaftdie Flächeneffizienz durch lichkeit der Mutterkuhhaltung, z. B. optimal geführte Grünland- die vor allem im Grünland- und bestände erhöht werden. Berggebiet stattfindet, spielt die Produktion von Einsteller- und Produktionsbedingungen Der (Bio-)Jungrindverkauf eine wichtigste Erfolgsmaßstab der wesentliche Rolle. Obwohl die Mutterkuhhaltung ist die Anzahl Mutterkuhhaltung häufig im der aufgezogenen Kälber pro Nebenerwerb und zum Erhalt

D

Kennwert

Einheit

Anzahl Betriebe

+ 25 %

der Kulturlandschaft betrieben wird, sollten dennoch wirtschaftliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden. Dazu ist es notwendig, über die wirtschaftliche und produktionstechnische Situation des Betriebszweigs genau Bescheid zu wissen. Ständige Optimierung der Produktionstechnik und deren Abläufe sowie Weiterbildung sind Schlüsselfaktoren der Unternehmenskompetenz für Fleischrinderbetriebe. Ø Österreich

– 25 %

63

251

63

Durchschnittsbestand

Stück

16

15,7

16,3

Zwischenkalbezeit (Jungrind/Einsteller)

Tage

392

394

409

Anzahl verendeter Kälber

%

13

15

17

Aufzuchtquote

%

100

85

73

Leistung Nachkommen / Mutterkuh

1.190

913

668

Direktleistungen pro Kuh

1.673

1.392

1.139

DfL (Direktkosten freie Leistung)/Mutterkuh

889

536

171

Quelle: BMLFUW − Bundesauswertung Arbeitskreise 2014 Mutterkuhhaltung

Tabelle: Produktions- und Wirtschaftlichkeitskennzahlen Mutterkuhhaltung 2014

Unterm Strich muss der Mutter­ kuhhalter flexibler werden und „unternehmerischer“ denken. Eine Spezialisierung der Betriebe scheint sinnvoll. Ein Großteil der Betriebe wird auch weiterhin mit Hilfe von Gebrauchskreuzungen hochwertiges Rindfleisch erzeugen bzw. Einsteller produzieren. Es sollte aber auch Betriebe geben, die an der Verbesserung der Genetik arbeiten. P ­ roblemlose und langlebige Mutterkühe mit guten funktionellen Eigenschaften (Euter, Klauen, Mutterinstinkt …), in Rein- oder auch Kreuzungszucht, sind die Basis für den betriebswirtschaftlichen Erfolg. Nicht zu vergessen sind Produktionsverfahren und Fleischqualität! Der Konsument wird zunehmend kritischer. Er möchte wissen, wie und wo das Fleisch, das vor ihm auf dem Teller liegt, produziert wurde, und natürlich muss es ihm auch schmecken. Aus diesem Grund ist die Weidehaltung, die als besonders artgerecht

Fotos: © Hager

Aktuell werden in Österreich rund 230.000 Mutterkühe gehalten, was etwa einem Drittel aller gehaltenen Kühe entspricht. Der rückläufige Trend des Mutterkuhbestandes (im Jahr 2012: 270.000 Mutterkühe) wird sich in den nächsten Jahren noch weiter fortsetzen. Durch den Wegfall der produktionsgebundenen Direktzahlungen stehen die Mutterkuhhalter vor neuen Herausforderungen.

03/15 Rinderprofi  

Das Magazin für moderne Rinderhaltung

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