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TIERGESUNDHEIT 33

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keine Selbstheilung ein oder werden Zysten im späteren Laktationsverlauf festgestellt, müssen sie behandelt werden. Betriebe, die ohne tierärztliche Bestandsbetreuung arbeiten, sollten daher alle Kühe untersuchen lassen, die in den ersten 80 Tagen nach dem Abkalben nicht von selbst in Brunst kommen. Nur so werden „stille Zysten“ rechtzeitig entdeckt. Da Zysten durch ihre zum Teil enorme Größe stark auf das umgebende Eierstockgewebe drücken, kann es leicht geschädigt werden. Je schneller nach der Zystenentstehung eingegriffen wird, desto besser ist der Behandlungserfolg und umso geringer ist die Schädigung des umliegenden Eierstockgewebes. Welche Therapie angewandt wird, richtet sich beim Einzeltier nach der Konsistenz bzw. Zusammensetzung des Zystengewebes.

12–24 Stunden nach Beginn des Duldungsreflexes besamt. Verläuft die Brunst still, sollten sie für einen guten Trächtigkeitserfolg 56 Stunden nach der Entnahme blind besamt werden. Der häufig beobachtete eitrige Ausfluss nach einer vaginalen Progesteronbehandlung ist die Folge der gereizten Scheidenschleimhaut. Er hat selten negative Auswirkungen auf den Besamungserfolg. Besonderen Schutz des Samens bei einer Besamung „nach Spirale“ bietet eine spezielle Überzugshülle, die eigentlich aus dem Embryo­ transfer stammt. In den letzten Jahren wurde das sogenannte OvSynch-Verfahren zur Zystenbehandlung eingeführt. Die Kühe erhalten am 1. Tag eine Injektion mit GnRH, 7 Tage später Prostaglandin, zwei Tage danach erfolgt eine erneute Injektion mit GnRH. Innerhalb von 20–24 Stunden nach der letzten Injektion wird Hormone statt Abdrücken auch ohne sichtbare BrunstanDas Abdrücken von Eierstock­ zeichen besamt. In einer Studie zysten mit der Hand wird der Tierärztlichen Hochschule kritisch gesehen. Dickwandige Hannover wurde mit einer Zysten unter Umständen mit viel modifizierten Anwendung der Kraftaufwand zu sprengen, heißt Behandlungserfolg deutlich Verklebungen des Eierstocks verbessert (s. Tabelle 2): Zu mit dem Eileiter zu riskieren, Behandlungsbeginn werden die häufig in Unfruchtbarkeit GnRH und Prostaglandin gleichder Kuh enden. Eleganter ist zeitig verabreicht, der zweite es daher, Eierstockzysten so Behandlungstermin (Prosta­ früh wie möglich hormonell zu glandin-Injektion) wird um eine behandeln. Welche Hormonbe- Woche auf Tag 14 verschoben, handlung zur Zystentherapie die 2. GnRH-Injektion erfolgt eingesetzt wird, ist Entscheidung wiederum 2 Tage später: des Tierarztes. Eine bewährte Methode ist z.B. Fazit Durch die enorme das Einsetzen progesteronhalwirtschaftliche Bedeutung der tiger Präparate in die Scheide Zystenkühe ist ein schnelles der Kuh, die dort für 7 bis max. Erkennen und Abstellen der 12 Tage stetig GelbkörperhorRisikofaktoren nach einer kommon an die Scheidenschleimpletten Analyse der Fütterungs-, haut abgeben und dadurch Haltungs- und Managementfehden Zyklus stabilisieren. Wird ler, die im Betrieb gemacht werder Progesteronträger wieder den, unerlässlich. Der Hauptanentnommen, läuft ein neuer satz liegt in der Optimierung der Zyklus an, Brunst und Eisprung Energieversorgung vor und nach folgen. Das mechanische dem Abkalben, der VerbesseEntfernen der Zyste ist überrung der Futterqualität und der flüssig! Dagegen verbessert eine bedarfsgerechten Versorgung mit Prostaglandininjektion 24 Std. Mineralstoffen und Vitaminen vor der Entnahme des Progeste- sowie dem Abschaffen futteraufronpräparats den Behandlungs- nahmebremsender bremsender erfolg. Zeigen sich die Kühe Faktoren im Stall. l in der nachfolgenden Brunst Dr. Jutta Berger ist Tierärztin, Leutkirch, deutlich, werden sie wie üblich Deutschland.

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