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INHALT

rinderprofi – Ihr Magazin

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Wenn wir Importware aus den USA, Argentinien und Brasilien durch heimische Qualitätsware ersetzen, können wir einen Mehrwert für die heimischen Mäster erzielen und auch österreichische Arbeitsplätze sichern. Denn bei der Qualität sind Österreichs Rindfleischproduzenten mit diesen Produkten ohnehin auf einem Level, allerdings müssen wir die Gastronomie davon noch überzeugen. Rudolf Rogl, Geschäftsführer der Rinderbörse Mehr darüber auf Seite 10

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INHALT MANAGEMENT 04 Mutterkuhhaltung: Wirtschaftlichkeit und Effizienz beleuchtet

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FLEISCHRINDER 08 Charolais: Die Rasse passt einfach zu uns 10 Genauso gut wie US-Beef FÜTTERUNG 11 Automatische Fütterung von Milchkühen gut planen 16 Phytogene Zusatzstoffe zeigen positive Wirkung 19 Futteraufnahme – Wiegen und Dokumentieren ist sinnvoll 22 Mit dem richtigen ­Tränkeplan erfolgreich durchstarten MELKTECHNIK 28 Gute Zellzahlen mit ­Melkroboter 29 Fingerabdruck der Milch TIERGESUNDHEIT 30 Die Ursachen von Zysten zügig finden 35 Risiken für Atemwegs­ erkrankungen bei Kälbern

SEITE 11

AUTOMATISCHE ­FÜTTERUNG

SEITE 4

MUTTERKUHHALTUNG

STALLBAU 38 Luftrate ist nicht gleich Luftrate 40 Planungs- und Ausführungsfehler in heimischen Stallungen 45 FIRMEN BERICHTEN Der nächste rinderprofi ­erscheint im Februar 2016 SEITE 23

SEITE 35

KÄLBERFÜTTERUNG

TIERGESUNDHEIT IMPRESSUM

HERAUSGEBER Klaus Orthaber EIGENTÜMER UND VERLEGER SPV Printmedien GmbH., Florianigasse 7/14, 1080 Wien CHEFREDAKTEUR Klaus Orthaber (orthaber@­blickinsland.at) REDAKTION Ing. Bernhard Weber (weber@blickinsland.at), Stefan Nimmervoll ­­(nimmervoll@blickinsland.at) ANZEIGEN­LEITUNG Prok. Doris ­Orthaber-Dättel (daettel@blickinsland.at) BÜROLEITUNG Alexander Smejkal (smejkal@blickinsland.at) ANZEIGEN­VERKAUF ­Petra Hufnagl (hufnagl@blickinsland.at), Johann Knoll (knoll@blickinsland.at), ­Verena Planker (planker@blickinsland.at), René Rohatsch (rohatsch@blickinsland.at), Eva Maria Zweckmair (zweckmair@blickinsland.at) VERWALTUNG, ASSISTENZ Stefanie Brenner (brenner@ blickinsland.at) REDAKTION UND HERSTELLUNG (ANZEIGEN­ANNAHME) Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Telefon 01/5812890, Fax 01/5812890-23 FIRMENBUCHNUMMER: FN 121 271 S. DVR 286  73 ­GRAFIK Eva-Christine Mühlberger (muehlberger@blickinsland.at), Gerald Mollay (mollay@ blickinsland.at) DRUCK Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl, Bickfordstr. 21 VERLAGSORT Florianigasse 7/14, 1080 Wien P.b.b., ZUL.-NR. 02Z033612M. Alle Zuschriften und Chiffre-Briefe an BLICK INS LAND; Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Unterlagen besteht keine Gewähr auf Veröffentlichung oder Rücksendung.


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MANAGEMENT

Mutterkuhhaltung: Wirtschaftlichkeit und Effizienz beleuchtet

Von Andreas Hager

Mutterkuh und Jahr. Die Anforderung an den Mutterkuhhalter und eine wirtschaftliche, funktioazu müssen die Betriebe nierende Mutterkuh wird immer optimiert und vor allem wichtiger. Für die Wirtschaftdie Flächeneffizienz durch lichkeit der Mutterkuhhaltung, z. B. optimal geführte Grünland- die vor allem im Grünland- und bestände erhöht werden. Berggebiet stattfindet, spielt die Produktion von Einsteller- und Produktionsbedingungen Der (Bio-)Jungrindverkauf eine wichtigste Erfolgsmaßstab der wesentliche Rolle. Obwohl die Mutterkuhhaltung ist die Anzahl Mutterkuhhaltung häufig im der aufgezogenen Kälber pro Nebenerwerb und zum Erhalt

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Kennwert

Einheit

Anzahl Betriebe

+ 25 %

der Kulturlandschaft betrieben wird, sollten dennoch wirtschaftliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden. Dazu ist es notwendig, über die wirtschaftliche und produktionstechnische Situation des Betriebszweigs genau Bescheid zu wissen. Ständige Optimierung der Produktionstechnik und deren Abläufe sowie Weiterbildung sind Schlüsselfaktoren der Unternehmenskompetenz für Fleischrinderbetriebe. Ø Österreich

– 25 %

63

251

63

Durchschnittsbestand

Stück

16

15,7

16,3

Zwischenkalbezeit (Jungrind/Einsteller)

Tage

392

394

409

Anzahl verendeter Kälber

%

13

15

17

Aufzuchtquote

%

100

85

73

Leistung Nachkommen / Mutterkuh

1.190

913

668

Direktleistungen pro Kuh

1.673

1.392

1.139

DfL (Direktkosten freie Leistung)/Mutterkuh

889

536

171

Quelle: BMLFUW − Bundesauswertung Arbeitskreise 2014 Mutterkuhhaltung

Tabelle: Produktions- und Wirtschaftlichkeitskennzahlen Mutterkuhhaltung 2014

Unterm Strich muss der Mutter­ kuhhalter flexibler werden und „unternehmerischer“ denken. Eine Spezialisierung der Betriebe scheint sinnvoll. Ein Großteil der Betriebe wird auch weiterhin mit Hilfe von Gebrauchskreuzungen hochwertiges Rindfleisch erzeugen bzw. Einsteller produzieren. Es sollte aber auch Betriebe geben, die an der Verbesserung der Genetik arbeiten. P ­ roblemlose und langlebige Mutterkühe mit guten funktionellen Eigenschaften (Euter, Klauen, Mutterinstinkt …), in Rein- oder auch Kreuzungszucht, sind die Basis für den betriebswirtschaftlichen Erfolg. Nicht zu vergessen sind Produktionsverfahren und Fleischqualität! Der Konsument wird zunehmend kritischer. Er möchte wissen, wie und wo das Fleisch, das vor ihm auf dem Teller liegt, produziert wurde, und natürlich muss es ihm auch schmecken. Aus diesem Grund ist die Weidehaltung, die als besonders artgerecht

Fotos: © Hager

Aktuell werden in Österreich rund 230.000 Mutterkühe gehalten, was etwa einem Drittel aller gehaltenen Kühe entspricht. Der rückläufige Trend des Mutterkuhbestandes (im Jahr 2012: 270.000 Mutterkühe) wird sich in den nächsten Jahren noch weiter fortsetzen. Durch den Wegfall der produktionsgebundenen Direktzahlungen stehen die Mutterkuhhalter vor neuen Herausforderungen.


NÖ RINDERZUCHTVERBAND

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Genomische Selektion beim Fleckvieh 2011 war das bestimmende Thema in der Rinderzucht die Einführung der genomischen Selektion. Seither haben alle Prüfstiere genomische Zuchtwerte und durchlaufen in Niederösterreich weiterhin den Prüfeinsatz. Von Ernst Grabner

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Fotos: © NÖGZ, Versetto

eit 2011 wird der Grundsatz, dass jeder Prüfstier den Prüfeinsatz durchlaufen muss, umgesetzt. Die Sicherheiten der genomselektierten Prüfstiere sind im Vergleich zum früher verwendeten Ahnenindex bedeutend gestiegen, liegen aber trotzdem noch unter dem Sicherheitsniveau von geprüften Vererbern. Auch zukünftig wird die Absicherung über Nachkommenprüfung und damit eine möglichst exakte Datenerhebung für Leistungs-, Exterieurmerkmale und in Zukunft zunehmend Gesundheitsmerkmale weiterhin von großem Wert sein. Zudem werden nur qualitativ gute Töchterinformationen eine exakte Schätzung zukünftiger genomischer Zuchtwerte ermöglichen. Erst wenn der Prüfeinsatz abgeschlossen ist, kommen eine Handvoll der absolut besten Prüfstiere in den weiteren Einsatz.

Zuchtwerte zu kombinieren und die richtige Mischung daraus zu finden. Sicherlich darf auch als Vorteil der genomischen Selektion bezeichnet werden, dass heute Kühe genutzt werden können, die früher keine Chance als Stiermutter hatten. Nicht selten erhalten Kandidaten aus Kühen, die bisher nicht Stiermütter waren, sehr gute genomische Zuchtwerte. Hier muss man die Einzelkuh, die Kombination und natürlich die Kuhfamilie genau betrachten. GENOSTAR bezieht die genomischen Zuchtwerte in den Entscheidungen stark mit ein. Die genomische Selektion ist das Selektionskriterium der Zukunft. Unsicherheiten bestehen Biobetrieb Bicker aus Bergland und werden bei jeder Überlegung miteinbezogen.

Viel mehr gezielte Paarungen Um mit den genomischen Zuchtwerten wesentlich stärker selektieren zu können, ist es entscheidend, die Anzahl an gezielten Paarungen stark zu erhöhen. Selektion mit genomischen Das Ziel ist, 10 bis 15 Kälber Zuchtwerten Die genomischen zu typisieren und eines davon Zuchtwerte sind sehr gut, jedoch anzukaufen. Weiterhin werden noch nicht die volle Wahrheit. die besten Kandidaten auf die Dieser Grundsatz wird bei jeder Eigenleistungsprüfstation in RoEntscheidung mitberücksichtigt. senau überstellt und müssen wie Die Selektion im Zeitalter der bisher hinsichtlich des Exterieurs genomischen Zuchtwerte ist eine höchsten Anforderungen gerecht große Herausforderung. Voll werden. Die Selektionsintenund ganz darauf zu vertrauen, sität wird also immer stärker. wäre zu riskant. Nicht darauf zu Um genügend mögliche Kälber Drei hervorragende GS Versetto Töchter aus dem bewährten achten, ist ebenfalls nicht richtig. überhaupt für die Typisierung NÖ-Genetik-Prüfeinsatz! Den goldenen Mittelweg zu zu erhalten, werden wesentlich finden, ist die große Herausformehr Zuteilungen erfolgen. äußerst verlockend. Trotzdem cen der genomischen Selektion derung an die Beschaffung der muss immer wieder darauf zu nutzen. Um das Risiko durch Prüfstiergenetik. Einsatz in der Herde Natürlich hingewiesen werden, dass die die niedrigeren Sicherheiten Weiterhin spielen die Abstamstellt sich für jeden Landwirt die Sicherheiten niedriger sind als zu begrenzen, sollten mehrere mung und vor allem die KuhFrage, wie er die „neuen“ geno- bei Stieren mit abgeschlossener genomische Jungstiere ausgefamilie eine große und wichtige mischen Jungvererber in seiner Nachkommenschaftsprüfung. wählt und gleichmäßig eingesetzt Rolle bei der Selektion. Es gilt, Herde einsetzen soll. Aufgrund Sinnvoll erscheint, die allerwerden. l das frühere Selektionsvorgeder höheren Zuchtwerte und besten nachkommengeprüften hen mit dem neuen unter der aktuelleren Abstammungen sind Vererber weiterhin einzusetzen, Ernst Grabner ist Zuchtleiter des Sichtweise der genomischen die genomischen Jungvererber gleichzeitig aber auch die Chan- nö. Genetik Rinderzuchtverbandes.


MANAGEMENT

empfunden wird und das beste und billigste Futter liefert, zu intensivieren. Alpungen sind ebenfalls im Herdenmanagement zu berücksichtigen. Die saisonale Abkalbung muss so gelegt werden, dass das billige Almfutter bestmöglich verwertet wird. Zur Verbesserung der Fleischqualität muss mehr Augenmerk auf die Verarbeitung, z. B. durch Verlängerung der Fleischreifezeit, gelegt werden.

durch Zwillingsgeburten sowie verkürzte Zwischenkalbezeiten. Werte von unter einem Kalb pro Kuh und Jahr lassen auf Schwachstellen in der Fruchtbarkeit und/oder Fehler im Betriebs- und Herdenmanagement schließen (z. B. Fütterungsfehler und niedrige Energieversorgung, Stallklima oder schlechte Brunst­ beobachtung bei künstlicher Besamung). Die strategische Ausrichtung der mutterkuhhaltenden Betriebe muss daher sein, Kälber entscheiden die Wirt- der Kälberentwicklung die Aufschaftlichkeit Der wichtigste merksamkeit zu schenken. Und Erfolgsmaßstab der Mutterkuh- nicht von dem zu leben, was haltung ist die Anzahl der aufge- nicht ausgegeben wird, sondern zogenen Kälber pro Mutterkuh von den Verkaufserlösen. Daher und Jahr. Einzelbetrieblich muss jede Kuh pro Jahr ein Kalb variiert diese Zahl sehr stark. bei Fuß haben. Im Durchschnitt Die Zahl der geborenen Kälber der Betriebe sind 15 % der pro Mutterkuh gibt Auskunft geborenen Kälber im Laufe des über die Fruchtbarkeit der Tiere. Auswertungsjahres verendet. Bei Die Schwankungsbreite zwischen den Einzelbetrieben reicht der den Einzelbetrieben reicht von Anteil der Kälberverluste bis zu 0,4 bis 1,45 geborenen Käl55 %. Diese Zahl hängt nicht bern pro Mutterkuh und Jahr. zwingend von der Betriebsgröße Werte von mehr als einem Kalb ab, sondern ist vor allem durch pro Mutterkuh erklären sich das Betriebsmanagement (z. B.

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Hygiene und Stallklima, Biestmilchversorgung) bedingt.

nemäßige Trächtigkeitsuntersuchungen und eine verstärkte Überwachung der Herde in der Beispielsbetrieb Im DurchAbkalbesaison notwendig. Durch schnitt der Arbeitskreisbetrieein verbessertes Fütterungsbe liegt der Bestand bei 15,7 management der Mutterkuh Kühen. Bei 0,4 Kälbern pro (z. B. intensive und gezielte Mutterkuh hätte dieser Betrieb Weidehaltung), aber auch durch im Jahr 6 geborene Kälber, bei Beifüttern der Jungtiere werden 1 Kalb pro Mutterkuh wären marktkonforme Absetzer prodies 16 Kälber pro Jahr. Bei duziert. Die Anforderungen des einem angenommenen durchMarktes hinsichtlich Produktschnittlichen Verkaufserlös von qualität müssen berücksichtigt € 913,– je Nachkomme ergibt werden, um den optimalen dies bei 6 Kälbern € 5.478,– und Erlös lukrieren zu können. Gute bei 16 Kälbern € 14.608,– an Betriebe setzen Ressourcen wie Leistungen durch Nachkommen. Futtergrundlage, Genetik der Dieser Unterschied an abgesetz- Tiere sowie Vermarktungsmögten/verkauften Kälbern pro Jahr lichkeiten gepaart mit gutem erzeugt einen EinkommensverManagement effizient ein. Im lust durch Nachkommen von Schnitt liegt die direktkosten€ 9.130,–. freie Leistung pro Mutterkuh bei € 536,–. Die Spreizung Zwischenkalbezeit zu hoch zwischen den oberem (Jungrind: Die Zwischenkalbezeit (ZKZ) ist € 925,–; Einsteller: € 633,–) der Zeitraum von einer Abkalund unterem Viertel (Jungrind: bung bis zur nächsten. Sie steht € 238,–; Einsteller: € 139,–) der in engen Zusammenhang mit AK-Betriebe wird immer weiter. der Abkalbequote. Angestrebt Das obere Viertel produziert mit wird eine Abkalbung pro Kuh geringeren Kosten und höheren und Jahr, woraus eine ZKZ von Erlösen. 365 Tagen resultiert. Im Auswertungsjahr 2014 lag die durchBeratungsangebot nutzen schnittliche ZKZ bei 394 Tagen. Um seine eigenen Kosten weiter Nur 28 % der Mutterkuhbetriebe zu senken, gibt es viele Ansätze: erreichen eine ZKZ von unter Grundfutter optimal anbieten, einem Jahr. Der Vergleich der Weidehaltung durchführen, Einzelbetriebe zeigt eine Schwan- Tiergesundheit und Fruchtbarkungsbreite von 331 bis 682 Ta- keit verbessern. Weiters ist die gen/Betrieb. Aus ökonomischer Zahl der verkauften/abgesetzten Sicht entgehen dem Betrieb mit Tiere zu erhöhen, wobei sich hoher ZKZ wichtige Einnahmen Kälberverluste katastrophal auf durch die geringere Anzahl an die Wirtschaftlichkeit auswirken. verkauften Nachkommen. Durch betriebseigene Zahlen aus der Arbeitskreisberatung können Schlüssel zum Erfolg Es gilt, einzelbetriebliche Entscheidundie Einnahmen zu optimieren gen besser getroffen werden. und die Kosten zu senken. Eini- Ziel der Arbeitskreisberatung ist ge Möglichkeiten, die Leistungen es, wirtschaftliche und produkzu steigern, sind: Zwischenkaltionstechnische Kennzahlen zu bezeit auf 365 Tage verbessern, ermitteln, zu analysieren und Kälbersterblichkeit verringern, untereinander zu vergleichen, Lebensdauer der Mutterkühe um damit Schwachstellen in der erhöhen, Vermarktung über Produktion sichtbar zu machen. Qualitätsprogramme etc. In Die Betriebszweigabrechnung den Bereichen Fruchtbarkeit dient der Wirtschaftlichkeits­ und Kälberverluste liegt das kontrolle und bildet eine Grundbetriebliche Potential. In diesen lage zur Weiterentwicklung Bereichen sind eine sorgsame eines Betriebes. Im Arbeitskreis und vollständige Dokumentation sind somit die Betriebe verdes Fruchtbarkeitsgeschehens, gleichbar über den DfL (Direktder Kälberverluste und Erkran- kosten freie Leistung). Ergänzt kungen, eine strikte Selektion durch ein spezielles Angebot an auf nichttragende Tiere, routiWeiterbildungsveranstaltungen

Foto: © Hager

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MANAGEMENT

sowie aktuellen Informatio– Züchterische Anpassung der nen zur Produktionstechnik Mutterkuh an das System und (Haltung, Fütterung, TiergeAuswahl geeigneter Kreusundheit etc.) und Marktlage zungspartner für die Gesoll ein Beitrag zur positiven brauchskreuzung Betriebsentwicklung bzw. zur – Verbesserung der TiergesundZukunftssicherung österreiheit und Fruchtbarkeit; besonchischer Mutter­kuhbetriebe deres Augenmerk sollte auf geleistet werden. Im Jahr 2014 kurze ZKZ gelegt werden – nahmen bundesweit 251 Betrieentscheidend ist die Anzahl be an der Arbeitskreisberatung der aufgezogenen Kälber pro Mutterkuhhaltung teil. Durch Jahr (Ziel: 1 Kalb pro Mutter­ betriebs­eigene Zahlen aus der kuh und Jahr) AK können einzelbetriebliche – Optimales FütterungsmanageEntscheidungen besser getroffen ment durch bestes Grundfutter werden. und gute Milchleistungen durch Überwachung der Überblick über LösungsanKörper­kondition (BCS) sätze zur Verbesserung der – Einsatz reinrassiger Stiere mit Wirtschaftlichkeit in der gutem fleischbetontem genetiMutterkuhhaltung schen Potenzial – Anpassung des Produktionssys- – Optimierung des Herdentems (Einsteller- oder Jungrindund Betriebsmanagements; fleischproduktion, Ausmast der Stärken-/­Schwächen-Analyse Tiere, Zucht …) an die natürli- – Möglichkeiten, den Arbeitsaufchen Produktions­bedingungen wand zu reduzieren des Betriebes – saisonale Produktionszyklen – Anpassung der Produktion an (z. B. Abkalbung von Jänner die Gegebenheiten des Markbis März, Absetzen von Septes, Vermarktungsinitiativen tember bis November usw.) und Markenfleischprogramme – Standweidesysteme in der nutzen – Informationen bei Vegetationszeit (April bis den Erzeugergemeinschaften November)

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REPORTAGE

„Die Rasse passt einfach zu uns“ Charolais Mit dem Aus für die Mutterkuhprämie wird die Rechnung für viele Betriebe in diesem Bereich deutlich knapper. Wem genug Futter zur Verfügung steht, für den stellt der Umstieg auf schneller wachsende und schwerere Fleischrassen eine mögliche Alternative dar. schaft aufgegeben hatte, wurden seine Fleckvieh-Kühe zunächst mit Charolais belegt. „Mit der ie aus dem Jura in Zeit sind die reinrassigen CharoFrankreich stammenden lais dann mehr geworden, bis wir Charolais-Rinder können ganz umgestellt haben.“ eine solche Variante sein. Der Auch bei der FleischleistungsVerband „Charolais Austria“ kontrolle des LKV habe sich kümmert sich hierzulande herausgestellt, dass diese Tiere um die Verbreitung der Intenwirtschaftlicher seien, so Krehan. sivrasse. „Meine männlichen „Die Rasse passt einfach zu Schlachtrinder haben nach uns, weil wir sowohl Luzerne 14 Monaten ein Schlachtgeals auch Grundfutter anbauen wicht von 320 Kilo. Die Kal­ und Kraftfutter für die Mast zur binnen kommen auf 290 Kilo“, Verfügung haben. Mit gutem erzählt Christian Krehan aus Grundfutter sind Kollegen aber Obermixnitz in der Gemeinde auch im Voralpenland oder in Weitersfeld. Der 40-jährige allen anderen Bundesländern Landwirt züchtet auf seinem Hof mit Charolais sehr erfolgreich“, im Bezirk Horn im Waldviertel meint der Landwirt, der rund seit einigen Jahren die schön 65 Tiere sein Eigen nennt. Das anzuschauenden weißen Rinder. Futter für diese wächst auf eiNachdem er 2001 die Milchwirt- nem Teil der 87 Hektar Acker-

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land heran, welche die Familie bewirtschaftet. Getreide und Körnermais werden verschrotet, dazu kommen rund 17 Hektar Luzerneheu und -silage sowie sieben Hektar Grünland. „Weil unsere Ration damit sehr eiweißlastig ist, können wir Soja, Ackerbohnen und Erbsen herkömmlich vermarkten. Das Grundfutter holen sich die Rinder im Sommer von der Weide direkt neben dem Stall. Normalerweise kommen wir damit gut durch, nur heuer mussten wir wegen der Dürre zufüttern“, erzählt Krehan. Als Eiweiß-Ausgleich füttert er seinen Masttieren auch ein Weizen-Mais-Gemisch, bis täglich bis zu zwei Kilogramm je Tier. Bei den Zuchttieren kommt der Landwirt mit einem Kilogramm

dieser Mischung pro Tier und Tag aus. Ganz ohne Maissilage erreicht er bei männlichen Rindern ein 200-Tages-Gewicht von 319 Kilo (Tageszunahme 1.365 Gramm) und ein 365-­Tages-Gewicht von 516 Kilo (Zunahme 1.262 Gramm). Weibliche Rinder wiegen im Schnitt nach 200 Tagen 295 Kilo (1.218 Gramm Zunahme) und nach 365 Tagen 458 Kilo bei einer Tageszunahme von 1.114 Gramm. In den Wintermonaten erhalten die ­Tiere auch Silage, die wie das Heu einfach als Rundballen auf den Futtertisch gefahren wird. Der einfach, aber praktisch gehaltene Stall von Christian Krehan wurde 2002 errichtet und ermöglicht mit seiner breiten Futterachse und den ebenen Liegeflächen

Fotos: © Archiv

Von Stefan Nimmervoll


REPORTAGE

eine unkomplizierte Versorgung der Tiere. „Weil unser Biobetrieb ohnehin Wirtschaftsdünger braucht und wir genügend Stroh zur Verfügung haben, bin ich mit dem Einstreuen nicht sparsam“, so der Landwirt. Die nötige Wertschöpfung holt sich der Charolaisbetrieb über die Vermarktung seiner Produkte. Zum einen werden Zuchttiere an andere Halter abgegeben, „wobei wir die weiblichen bisher vor allem für den Aufbau der eigenen Herde gebraucht haben.“ Alle Tiere, die die Zuchtziele nicht erfüllen, werden von einem Fleischhauer in der Gemeinde geschlachtet und am Hof aufgearbeitet. „Wir verkaufen etwa zehn Stück pro Jahr auf Vorbestellung“, erzählt Barbara Krehan. 70 Prozent des Schlachtkörpers wird ab Hof, der Rest über Bauernläden in der Nähe vermarktet. „Dabei kann sich der Kunde auch aussuchen, welche Teilstücke er haben will. Trotzdem bleiben uns keine Teile übrig, weil unser Kundenstock sehr vielseitige Anforderungen stellt.“ Zur Schlachtung bestimmte Rinder bleiben im Stall, damit sie sich nicht zu viel Gewicht herunterlaufen und besser mit einer Extraration Kraftfutter gemästet werden können. Christian Krehan befasst sich in der Zucht viel mit den „Originalen“ seiner Rasse in Frankreich. „Immer wieder beziehen wir auch Sperma von dort. Im Großen und Ganzen erreichen wir die Zuchtziele, die unser Verband herausgegeben hat. Auch im Vergleich zu den Franzosen liegen wir ganz gut.“ Dennoch will der Mutterkuhhalter weiter an einigen Schrauben drehen. So möchte er die Fleischleistung nochmals verbessern und die Zwischenkalbezeit verringern. Das Image als „schwierige Rasse“, das den Charolais manchmal anhaftet, kann Krehan nicht

nachvollziehen. „Natürlich ist mehr Aufmerksamkeit nötig, aber ich will ja auch im Voll­ erwerb davon leben“, so der Landwirt. Daher habe er eine Kameraanlage im Stall installiert. Schwergeburten habe er bisher nicht erlebt, weil er auf rahmige, kräftige Kühe Wert legt und beim Belegen darauf achtet, dass der Stier auch zur jeweiligen Kuh passt. Die Kälber kommen in Obermixnitz so geblockt wie möglich von Mitte September bis Mitte Dezember auf die Welt, wenn weniger Arbeit im Ackerbau anfällt. „Uns ist die französische Genetik wichtig, weil diese viel Milch aus dem Grundfutter herausholt“, sagt Krehan, der nichts von zu kleinen Tieren

hält: „Wer solche will, muss eine andere Rasse nehmen.“ Vor der Abkalbung werden die Muttertiere im Stall von den Weidegängern separiert, damit sie besser überwacht werden können. Wichtig ist für Christian Krehan auch das Geburtsgewicht der Kälber. „Eine tatsächliche Leistungskontrolle ist nur mit der Waage und nicht über eine Schätzung möglich“, so der Rinderbauer. Während Charolais als Kreuzungspartner für die Produktion von Mastrindern beliebt sind, gibt es noch sehr wenige Betriebe, die diese reinrassig züchten. Ändern möchte das der Verein „Charolais Austria“, der 35 Mitglieder im gesamten Bundes­ gebiet zählt. Diesem schwebt

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ein gemeinsamer Auftritt der Besitzer der aktuell rund 1.800 Rinder dieser Rasse vor. Auch ein Vermarktungsprogramm hat der Verband angedacht. Allerdings sind die Mitglieder derzeit noch zu weit verstreut und die Stückzahl ist zu gering. Christian Krehan hofft, dass sich das bald ändert: „Noch sind zu wenig Tiere am Markt. Wir sind aber davon überzeugt, dass kräftige, schnellwachsende Maststiere, die in 18 Monaten fertig sind, das sind, was der Markt in Zukunft verlangt.“ l www.charolais-austria.com Stefan Nimmervoll

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„Genauso gut wie US-Beef“ Cult Beef & Alpenrind „Wenn es uns gelingt, Importware aus Amerika durch heimische Qualitätsware zu ersetzen, können wir einen Mehrwert für die heimischen Mäster erzielen“, meint der Geschäftsführer der Rinderbörse, Rudolf Rogl.

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Teilnahme am Programm anbietet, wissen die Lieferanten des „Dry Aged Beefs“ nicht, dass ihre Kühe für eine besondere Qualität hergenommen werden. Daher gibt es auch keine gesonderten Preiszuschläge. Allerdings brauche er gut ausgemästete Kühe, die deswegen ohnehin in eine bessere Klassifizierung fallen würden, so Ackermann. „Wir kaufen rund die Hälfte unserer 79.000 Rinder pro Jahr über die Rinderbörse und die andere Hälfte über private Händler. Einige Bauern aus der Gegend liefern direkt zu uns.“ Wichtig Die Kalbinnen haben ein Maxi- Durch die Altersbegrenzung seien Fettabdeckung und Marmalalter von 22 Monaten und würde sich aber sowieso eine morierung. Besonders geeignet müssen in der Fettklasse 3 oder intensive Fütterung mit Gras, seien daher Simmenthal-Kühe. 4 sein. „Das geschulte Auge Grassilage und Kraftfutterergän- „Nur zwei bis drei Prozent der eines Rinderbörse-Mitarbeiters zung ergeben. Lieferanten seien Kühe sind überhaupt geeignet, überprüft die innere Fleischqua- zu einem guten Teil ehemalige so gereift zu werden. Wir wissen lität (Marmorierung, FleischMilchviehbetriebe im Innviertel, erst beim Abvierteln, welche farbe), erst dann bekommt das im Mühlviertel und im Alpenvor- Stücke tatsächlich so gereift werFleischstück die Cult-Beef-Aus- land Oberösterreichs. den.“ Besonders geeignet seien zeichnung“. Zusätzlich gibt die langsam gewachsene Rinder. Rinderbörse eine MindestreifeDry Aged Beef Noch extremer Generell sei „die Verbesserung dauer von 14 Tagen vor. Üblich als das hochqualitative, aber der Qualität eines der Hauptseien aber sogar 21 bis 28 Tage. letztlich herkömmlich gereifte anliegen der Rinderbörse“, sagt Das Schlachtgewicht ist mit „Cult Beef“ ist das „Dry Aged Geschäftsführer Rogl. „Wir 360 Kilo begrenzt. Beef“ von Alpenrind. Der wollen so viel Importware wie Als Absatzmarkt für das „Cult Salzburger Schlachthof, der möglich mit heimischer Ware Beef“ nennt Rogl die mittlere mittlerweile zum US-Fleischersetzen.“ Allerdings sei es ein und gehobene Gastronomie, großhändler OSI gehört, stellt langer Prozess, bis die Umstellung wo man sich mit Edelteilen, nicht nur den Rohstoff für Mcin der Gastronomie stattfinde. wie Beiried und „Rib Eye“, als Donalds-Rinder zur Verfügung, „Die Köche waren es bisher Cult Beef Als Beispiel für ein Alternative zu US-Beef anbietet. sondern reift auch Teilstücke zu gewohnt, Beef aus Übersee für solches Qualitätsprogramm Gelistet ist man aber auch bei dem exquisiten, über die New ihre Spitzenprodukte herzunehnennt Rogl das „Cult Beef“. Handelsketten wie MaxiMarkt, York-Kitchen berühmt gewormen. Wir müssen gemeinsam Bei diesem Projekt haben der Weiss-Gruppe (Pro, Welas, denen Produkt. Dazu wird das mit den Wirten das Bewusstsein Landwirte heuer bisher um Tabor) in Oberösterreich und Fleisch mindestens 28 Tage am erarbeiten, dass österreichisches 55 Cent pro Kilo mehr als der Unimarkt. „Die Edelteile liegen Knochen an der Luft gereift. Rindfleisch dieselbe Qualität bieKalbinnen-Notierungspreis und sieben bis acht Euro über dem Dabei gehen 30 Prozent des ten kann.“ In die Pflicht will Rogl somit auch zehn Cent mehr als Standardpreis“, weiß Rudolf enthaltenen Wassers verloren. dabei auch den Großhandel nehfür AMA-Gütesiegel-Jungstiere Rogl. Geschlachtet werden rund Der Geschmack wird im selben men: „Es kann nicht sein, dass ein ausbezahlt bekommen. Statt 35 Kalbinnen pro Woche, wobei Ausmaß intensiver. „Uns geht Gastronomiehändler im Sommer mit einer „Bestpreis-, werbe der Anteil vier Jahre nach Eines nicht um die Zartheit. Daher ein Rindfleischprospekt herausgibt man hier mit einer „Bestfleisch-­ führung des Programms weiterwerden für das Projekt Schlacht- und da kein einziges heimisches Garantie“, so Rogl. Allerdings hin steigend ist. „Cult-Beef-Kal­ kühe hergenommen, die gerne Produkt drinnen ist.“ l hätten Lieferanten dabei strenge binnen sind in Grünlandregionen auch einmal zehn Jahre alt sein Auflagen zu erfüllen. „Die Basis interessant, wo kein oder nur ein dürfen“, meint Geschäftsführer www.cultbeef.at ist das Gütesiegel. Darauf aufgeringer Anteil an Silomais ver- Roland Ackermann. www.alpenrind.at bauend achten wir besonders auf füttert wird, weil die Kalbinnen Während beim „Cult Beef“ die Stefan Nimmervoll die Marmorierung.“ sonst zu sehr verfetten würden.“ Rinderbörse den Bauern eine

Foto: © Rinderbörse

sterreichs Rindfleischproduktion befindet sich in einer schwierigen Situation: Mit dem Auslaufen der Mutterkuhprämie und dem schrittweisen Abschmelzen von bislang recht hohen Direktzahlungen für Mäster geht auf den Höfen Geld verloren. Zugleich fürchtet die Branche ein Anhalten der Milchpreiskrise, weil diese zu einem Sinken der Kuhbestände und damit auch zu einer geringeren Verfügbarkeit von deren Nachzucht führen könnte. Zumindest teilweise können derartige einkommenswirksame Rückgänge durch eine hochpreisigere Vermarktung von Rindfleisch abgefangen werden. Rudolf Rogl, Geschäftsführer der Rinderbörse, ist überzeugt: „Wenn es uns gelingt, Importware aus den USA, Argentinien und Brasilien durch heimische Qualitätsware zu ersetzen, können wir einen Mehrwert für die heimischen Mäster erzielen und auch österreichische Arbeitsplätze sichern.“ Denn bei der Qualität seien Österreichs Rindfleischproduzenten mit diesen Produkten ohnehin „auf demselben Level, allerdings müssen wir die Gastronomie davon noch überzeugen.“


FÜTTERUNG 11

Automatische Fütterung von Milchkühen gut planen Die Milchviehbetriebe wachsen, und wegen der Spezialisierung nimmt der Anteil derer zu, die ihr Einkommen überwiegend aus der Milchviehhaltung erwirtschaften. So halten ca. 800 Betriebe mehr als 50 Milchkühe. Bei gleich bleibender oder sogar rückläufiger Arbeitskapazität drängen insbesondere Familienbetriebe immer stärker zur Automatisierung vieler Arbeitsgänge, um Arbeitszeit einzusparen und mehr Flexibilität bei der Arbeitsbewältigung zu erhalten. Von Bernhard Haidn

Österreich bereits in etwa 80 Milchviehbetrieben eingesetzt. Der Schwerpunkt liegt dabei ach dem Melken und erwartungsgemäß in Oberösterder Versorgung der reich. Die Zahl der automatiNachzucht nimmt das schen Fütterungssysteme hat sich Füttern in den Milchviehbein den letzten Jahren deutlich trieben mit etwa 16 % des erhöht und wird nach LKV-UmArbeitszeitbedarfs den drittgröß- frage auch in den nächsten ten Arbeitsblock ein. Derzeit Jahren weiter ansteigen. werden deshalb automatische Als Gründe für den Einbau der Fütterungssysteme (AFS) in Technik werden von den Land-

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wirten, die sich für ein AFS entschieden haben, an erster Stelle die Arbeitswirtschaft (Zeiteinsparung und mehr Flexibilität), aber auch die bessere Möglichkeit der bedarfsgerechten Versorgung der Kühe mit Futter in verschiedenen Futtergruppen genannt. Ein weiterer wichtiger Aspekt liegt für Betriebe, die bereits ein automatisches Melksystem (AMS) haben, darin, Anreize durch

mehrmalige tägliche Futtervorlage zu schaffen, das AMS häufiger aufzusuchen und damit weniger Kühe holen zu müssen. Verfahrenstechnik Die Ausführung der gesamten Prozesskette kann bei automatischer Fütterung sehr unterschiedlich erfolgen. Ein Futtermischwagen, der autonom fahrend die verschiedenen Silagen aus Fahrsilos

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12 FÜTTERUNG

Abb. 1: Der stationäre Futtermischer kann auch täglich mit einem Abb. 2: Das Befüllen der Vorratsbehälter kann schlagkräftig mit Schlepper oder Hoftrac befüllt werden. Dies ist zwar arbeitsaufwen- einem Hoftrac oder Schlepper erfolgen. diger, spart aber Kosten und ist deshalb für kleinere Betriebe eine Lösung zur teilweisen Automatisierung. In Automatisierungsstufe I sind lediglich das Mischen und Verteilen der Futterration automatisiert. Die verschiedenen Silagen werden bei diesem Verfahren in der Regel durch ein mobiles Gerät in einen stationären Futtermischer eingebracht (siehe Abb. 1). Kraftfutter und Mineralfutter werden dann automatisiert hinzugemischt. Das personengeStufe I: Mischen – Verteilen – bundene Befüllen des Mischers (Nachschieben) hat den Nachteil, dass nur eine Futtermischung über den Tag Stufe II: Mischer Befüllen – verteilt an mehreren zeitlich Mischen – Verteilen – definierten Futterzeiten ausdo(Nachschieben) siert werden kann. In der Regel ist dies eine Mischration für die Stufe III: Entnahme und laktierenden Kühe. Jungvieh und Transport – Mischer Trockensteher erhalten die Ration Befüllen – Mischen – i.d.R. nur einmal am Tag. Das Verteilen – (NachVerteilen des Futters übernehschieben) men meist schienengeführte oder

mobile Futterverteilwägen oder Förderbänder. Durch den Verzicht auf Vorratsbehälter können bei dieser Automatisierungsstufe aber erhebliche Investitionskosten eingespart werden. Wer mehrere Futtergruppen automatisiert füttern will, muss derzeit noch teure Futtervorratsbehälter einbauen, die je nach Jahreszeit, Volumen und täglichem Futterbedarf alle 1–3 Tage mit mobiler Technik von ­Personen befüllt werden (Bild 2). Aus den Vorratsbehältern für die verschiedenen Futterkom­ ponenten wird ein stationärer, schienengeführter oder mobiler Futtermischer ­automatisiert nach Vorgabe ­befüllt, mit weiteren Komponenten ergänzt und ­anschließend nach Vorgabe verteilt.

Eine vollautomatische Fütterung (Stufe III) erfolgt derzeit nur in Verbindung mit Hoch- oder Tiefsilos, die in erforderlicher Anzahl sehr teuer sind und baulich meist schwierig am Betrieb realisiert werden können. Europaweit bieten etwa 12 Firmen automatische Fütterungsanlagen an. In Österreich sind dies die Firmen Hetwin, Schauer und Wasserbauer. Futterqualität Ein wichtiger Aspekt ist die Futterqualität. Gerade bei halbautomatischen Fütterungen werden die Vorratsbehälter regelmäßig mit den Silagen befüllt. Empfohlen wird dabei eine Lagerung in Ballen oder Blöcken, um die Lufteinwirkung möglichst gering zu halten. Untersuchungen an

Abb. 3: Schienengeführte Futtermischer und -verteiler der Firmen Hetwin, Schauer/Rovibec und Wasserbauer beherrschen nicht nur das ­Futtermischen und -verteilen, sondern auch Anschieben.

Fotos: © Haidn

entnimmt, mit Zusatzstoffen ergänzt, anschließend zum Stall fährt und dort die Mischung den Tieren zuteilt, ist derzeit noch nicht am Markt, auch wenn einige Firmen intensiv daran arbeiten. Je nach automatisierten Prozessabschnitten lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt drei Stufen der Automatisierung unterscheiden:


FÜTTERUNG 13

der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschft (LfL) haben zudem ergeben, dass eine Bevorratung der Einzelkomponenten für die Stabilität der Futtermittel günstiger ist als das Lagern fertiger Rationen. Dennoch sollte darauf geachtet werden, Silagen mit möglichst guter Qualität und geringen Ausgangskeimgehalten zu verwenden. Gerade in den warmen Sommermonaten ist zudem eine Lagerung von mehr als 24 h nicht zu empfehlen.

tern (vgl. Automatisierungsstufe II) bzw. bei vollautomatischer Fütterung aus Hoch-/Tiefsilos durchführen zu können, wurden entsprechende Betriebs- und Kalkulationsmodelle erstellt. Damit konnte der Arbeitszeitbedarf unter vergleichbaren Bedingungen berechnet werden (siehe Abb. 4: Arbeitszeitbedarf). Erwartungsgemäß schneidet die vollautomatische Futtervorlagetechnik (Wartung, Reparaturarbeiten sowie Regelung und Steuerung nicht berücksichtigt) mit 0,5 bis Arbeitswirtschaft Der Arbeits- 0,8 AKh (=Arbeitskraftstunden) zeitaufwand für die gesamte je Kuh und Jahr gegenüber den Prozesskette der Futtervorlage Varianten mit Vorratsbehältern schwankte in Untersuchungen am günstigsten ab. Bei letztebei herkömmlicher Mechanisie- rer Mechanisierungstechnik ist rung je nach Rahmenbedingunmit einem Arbeitszeitbedarf je gen in Praxisbetrieben zwischen nach Kuhzahl, Mechanisierung 4 und 10 AKh je Kuh und Jahr. und Häufigkeit des Befüllens In Einzelfällen liegen die Werte der Vorratsbehälter von 2 bis 7 noch deutlich darüber. AKh/Kuh und Jahr zu rechnen. Um eine objektive Ermittlung Damit ergeben sich gegenüber des Arbeitszeitbedarfs bei aueiner Mechanisierung mit einem tomatischen Fütterungsanlagen Futtermischwagen Einsparefmit unterschiedlicher Technik fekte von 2 bis 4 AKh/Kuh und zum Befüllen von Vorratsbehäl- Jahr. Hinsichtlich der Mechani-

sierung ist die Schneidschaufel gegenüber dem Blockschneider und der Greifschaufel um etwa 0,5 AKh je Kuh und Jahr niedriger. Wird der Kuhbestand von 50 auf 200 Tiere vergrößert, halbiert sich der Arbeitszeitbedarf je Kuh und Jahr. Werden die Vorratsbehälter nur jeden

zweiten Tag befüllt, sinkt der Arbeitszeitbedarf etwa um das 1,5-fache. Investitionsbedarf Je nach Ausführung ist bei automatischen Fütterungssystemen mit einem erheblichen Investitionsbedarf zu rechnen. Um die Systeme

Abb. 4: Der Arbeitszeitbedarf für das Befüllen hängt vor allem von der Technik, der täglichen oder mehrtägigen Befüllung und der Kuhzahl ab.

So bekommen Sie Mortellaro in den Griff

Die Mortellaro’sche Krankheit verschont mittlerweile kaum noch einen Rinder­halter. Stark lahmende Tiere teils mit offenen Wunden zeigen e ­ rkennbare Leistungseinbußen. eimü Klauen-Sprint: Sprühanwendung für die gesamte Herde Als Maßnahme

ist das Produkt eimü Klauen-Sprint zum Aufsprühen ganzjährig auf die ganze Herde auf die Ballen der (Hinter-)Klauen zweimal pro Woche im Abstand von 2–3 Tagen hoch effektiv. Die Einzigartigkeit des eimü Klauen-Sprint ist die hochwirksame, sehr gut hautverträgliche und stark hautpflegende Formulierung. Die spezielle Rezeptur vermag auch bei üblich verschmutzten Klauen tief in anaerobe Klauenstrukturen einzudringen. Ein Aufsprühen direkt auf die ungesäuberte Klaue ist ohne Einschränkung möglich. Der Grundsätzliche spezielle Pflegefilm (Hydro-Pro­Managementmaßnahmen tect-Film) reguliert die Feuchtigkeit Im Kern muss es darum gehen, der Haut ideal und deckt die Haut jede Haut­belastung bzw. -verletzung und die Wunde mit einem Sprühdurch diese Hygiene-Maßnahme zu pflaster-Schutzfilm ab. So wird die ­verhindern, um jegliche EintrittsWunde vor neuer Beschmutzung pforte für die die Haut und das geschützt. Die Summe dieser Effekte ­Gewebe besiedelnde Mortellaro­ begünstigt und begleitet eine zügige keime zu verhindern. natürliche Abheilung der Mortellaro.

Die Erfahrung zeigt, dass mit dieser zweimal in der Woche ­praktizierten Routine-Prophylaxe die regelmäßig wieder aufkommenden Mortellaroschübe ausbleiben.

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14 FÜTTERUNG

Jungviehfütterung – das Potential der zukünftigen Milchkuh

A

uf die Jungviehaufzucht muss größtes Augenmerk gelegt werden, da sie maßgeblich über das zukünftige Potential und somit die Leistungsfähigkeit der Milchkuh entscheidet. Die Fütterung der Jungtiere sollte in vier Phasen eingeteilt ­ werden. Hier gilt vor allem, dass das Gewicht und der Rahmen der Tiere wichtiger sind, als ­dessen Alter. Was in der ersten Phase, der Kälberaufzucht, versäumt wird, kann später nicht mehr aufgeholt werden. In der zweiten Phase ist auf eine ausreichende Eiweißversorgung der Jungtiere zu achten, damit sie gut wachsen und nicht verfetten. Im zweiten Lebensjahr (3. Phase) empfehlen wir, weniger intensiv zu füttern, ansonsten steigt die Gefahr, dass neben dem Euter und der Leber auch die Geschlechtsorgane verfetten. Rund vier Wochen vor der ersten Kalbung beginnt die letzte Phase. Hier ist es besonders wichtig, rechtzeitig eine dem Bedarf angepasste Vorbereitungsfütterung vorzulegen. Jungrinder, die bedarfsgerecht gefüttert werden, setzen erfahrungsgemäß mit höheren Leistungen ein und zeigen eine verbesserte Fruchtbarkeit. Dipl. Ing. Cornelia Sixt Mehr dazu erfahren Sie auf www.h.lugitsch.at

der am Markt befindlichen Firmen hinsichtlich des Investitionsbedarfs vergleichen zu können, wurden die bereits für die Berechnung des Arbeitszeitbedarfs erstellten Stallmodelle (80, 160, 220 Kühe) auch als Grundlage für die Berechnung des Investitionsbedarfs verwendet. Für diese drei Stallgrundrisse wurden von verschiedenen Firmen Kostenangebote eingeholt und damit der Investitionsbedarf unter vergleichbaren Rahmenbedingungen berechnet. Die Kalkulationsergebnisse weisen für 80 Kühe einen durchschnittlichen Investitionsbedarf von € 146.592,– auf (siehe Abb. 5). Bei doppelter Kuhzahl steigt er um etwa € 43.000,– an. Bei 220 Kühen beträgt er € 225.389,–. Die größten Kostenblöcke entfallen mit etwas über einem Drittel jeweils auf die Vorratsbehälter sowie die Gutzuführung/Mischer/Verteiler. Die restlichen Kostenblöcke liegen unter 10 %. Innerhalb jeder Bestandsgröße ist eine sehr große Spanne zwischen den einzelnen Firmenangeboten zu verzeichnen. Diese sind jedoch nicht systembedingt, da große Unterschiede innerhalb gleicher Systeme (z. B. schienengeführter Futtermisch-/-verteilerwagen) auftreten. In den genannten Berechnungen sind die Kosten für die Futterzentrale sowie die erforder­ lichen Elektroanschlüsse nicht enthalten. Bei Neubau von Stall und Futterhalle können Kosten durch einen schmäleren Futter­ tisch eingespart werden. Die Berechnungen (Platzbedarf in der Futterhalle und erforderliche Futtertischbreite nach Firmenvorgaben) zeigen, dass bei 80 Kühen die Mehrkosten der Futterhalle durch eine Reduzierung der Futtertischbreite ausge­ glichen werden. Bei 160 Kühen besteht ein Vorteil von etwa € 25.000,– und bei 220 Kühen von durchschnittlich knapp € 30.000,–.

men hinsichtlich Abschreibung (15 Jahre bzw. 10 Jahre), Zinsansatz (3 % vom ½ Neuwert), Wartung und Reparaturen (2 % vom Neuwert) und Energiekosten (20–30 €/GV und Jahr für Strom und Diesel) aufsummiert, so ergeben sich bei einer Bestandsgröße von 80 Kühen Kosten in Höhe von € 240,–/ Kuh und Jahr, bei 160 Kühen in Höhe von € 169,–/Kuh und Jahr und bei 220 Kühen von € 143,–/ Kuh und Jahr (siehe Abb. 6). Diese Ergebnisse zeigen einen großen Einfluss der Bestands­ größe auf die Wirtschaftlichkeit automatischer Fütterungssysteme. Fazit Die Automatisierung von Arbeitsverfahren in der Milchviehhaltung nimmt kontinuierlich zu. Verschiedene Mechanisierungsstufen und eine große Viel-

falt bei den Techniken sind für die einzelnen Verfahrensschritte am Markt erhältlich. Die Technik erfordert einen erheb­lichen Investitionsbedarf. Deshalb muss vor der Investition eine durchdachte Planung erfolgen und eine geeignete betrieb­liche Lösung gefunden werden. Die Bestandsgröße hat einen großen Einfluss auf den Investitionsbedarf der AFS. Vorteile der Technik bestehen vor allem im Bereich der Arbeitswirtschaft und der positiven Auswirkungen auf die Tierhaltung bzw. -leistung. Die Risiken werden vor allem in den hohen Kosten und in vereinzelten Defiziten der Arbeitssicherheit gesehen. l Dr. Bernhard Haidn, Bayerische ­Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Landtechnik und Tierhaltung.

Abb. 5: Vorratsbehälter stellen einen hohen Kostenfaktor bei ­automatischen Fütterungssystemen dar.

Spezifische Verfahrenskosten der automatischen Fütterung Werden die jährlichen speziAbb. 6: Mit zunehmender Kuhzahl nehmen die Kosten für die jährlifischen Verfahrenskosten von automatischen Fütterungssyste- che Abschreibung überproportional ab.


FIRMENBERICHT 15

Bodenerosion durch falsche Bewirtschaftung

Gülle im Rottestadium

KE: Damit Gülle wertvolle Nährstoffe bereitstellt Wirtschaftsdünger sollen verrotten und nicht verfault aufs Feld kommen. Speziell Gülle besteht aus Millionen einzelner Urbausteine und ist somit ein sehr sensibler Bereich für eine Vielzahl an unverzichtbaren Lebewesen.

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als Restmülldeponie betrachtet und der Boden, auf dem die meist faulende Gülle ausgebracht wird, verkommt zur Entsorgungsdeponie. Substanzen, wie Reinigungsmittel vom Melkzeug, Desinfektionsmittel und teilweise sogar auch Medikamentenrückstände, werden häufig in die Ein nicht Aufbereiten der Güllegruben geleitet und so quasi Wirtschaftsdünger führt zu auf dem Feld „entsorgt“. Diese ­allmählicher/-m Gülle lebt dann meist nicht mehr, – Bodenversauerung sondern fault. So passiert es, – Bodenverdichtung dass Gülle in den Kanälen sehr – Humusschwund schlecht oder gar nicht mehr ab– Verlust von Wasser- und rinnt, die Schwimmdecke immer ­Luftspeicherkapazität dicker wird, sehr stinkt und das – Rückgang der Fruchtbarkeit Aufrühren der Gülle sehr viel – Rückgang der Pflanzen­ Energie und Zeit kostet. Zahlreiresistenz che Studien zeigen, wie wichtig – Mehraufwand im es ist, dass die Nährstoffe der ­Pflanzenschutz Gülle in eine organische Bindung – minderer Qualität und ­Quantität übergeführt werden. Dies kann nur im Rottestadium geschehen. Gülle ist ein äußerst wertvoller Rohstoff, wenn sie das Boden­ In der Anwendung von leben weder hemmt noch schäKE-agrar zur Aufbereitung digt. Damit dies nicht passiert, von Wirtschaftsdünger werden muss die Gülle von Fäulnis in ein Nährstoffe der Gülle bereits im Rottestadium übergeführt und Güllekeller verstärkt organisch gehalten werden. gebunden, wodurch diese im Nur im Rottestadium kann die Boden verbleiben, wenn die Mikrobiologie wertvolle NährGülle ausgebracht wird. Sie sind stoffe der Gülle auch in eine in dieser Form nun nicht mehr organische Bindung überführen. so leicht ausschwemmbar. Eine Häufig wird aber der Güllekeller weitere sehr wichtige Eigen-

Fotos: © KE AGRAR

aher spielen die abbauenden, umbauenden und auch die aufbauenden Systeme eine essentielle Rolle, um den Fortbestand des Lebens als solches zu sichern. Wird eines dieser Systeme verändert, beeinflusst dies den gesamten Mechanismus.

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schaft von KE-Produkten ist es, Fäulnis in Rotte zu verwandeln und somit Böden, deren Gefüge durch Handelsdünger oder zu aggressive Güllebewirtschaftung beeinträchtigt wurde, im Verlauf von etwa 3 bis 5 Jahren bei der Regeneration zu unterstützen. Mit KE-agrar kann der Einsatz von chemischen Düngemitteln weitgehend reduziert werden. KE-agrar ist sowohl ABG-, als auch Q+S zertifiziert und im Produktmittelkatalog für die biologische Landwirtschaft gelistet. Weiters zeigen die langjährigen Erfahrungen, dass die mikrobielle Wirkung von KE-agrar, wenn man dieses bereits dem Futter zusetzt, nicht alleine auf das Futter bzw. auf die Silage beschränkt ist, sondern über den stallfallenden Mist bis hin in den Boden weiter wirken kann.

stadium übergeführt wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Betrieben, welche KE zum täglichen Futter zusetzen, eine messbar höhere organische Bindung von Nährstoffen im Wirtschaftdünger zu verzeichnen ist. Wird der Wirtschaftdünger nun ausgebracht, verbleiben somit Nährstoffe vermehrt im Boden, da diese schwerer wasserlöslich, also nicht mehr so leicht ausschwemmbar sind.

Also nicht das Symptom ­bekämpfen, sondern der ­Ursache auf den Grund gehen und Krank­machendes erst gar nicht platz­greifen lassen! Um eine optimale Wirkung zu erreichen, ist es ratsam, sich an die empfohlenen Dosierungen und Anwendungen zu halten. Eine lange Haltbarkeit von einem Jahr zeichnet alle KE-Produkte Die in KE befindliche Biologie aus. Neben dem österreichischen hat sich schon immer auf gesun- Markt führt man mittlerweile den Futterpflanzen befunden, ­internationale Handelsbeziesie ist äußerst pansenverträglich hungen mit Deutschland, der und unterstützt so auf natürliche Schweiz und Osteuropa (Ungarn, Weise den Metabolismus des Rumänien, Estland, Lettland, Tieres. Besonders interessant ist, Russland) bis Australien. l dass sich auch die Konsistenz des im Stall anfallenden Mistes Zurück zum Leben! verändert und der WirtschaftsWeitere Infos und Bestellung dünger sehr rasch in ein Rotte­ unter Tel.: +43 (0) 7445/5131 Einsatz als Ergänzungsfutter Stabilisieren von Silagen Verbesserung des Stallklimas Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern

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16 FÜTTERUNG

Polyphenole, die in Extrakten von bestimmten Pflanzen in hoher Konzentration vorkommen, können helfen, stoffwechselbedingten oxydativen Stress bei Kühen insbesondere in der Hochlaktation zu senken.

Auch bei Kälbern und Jungrindern können sich phytogene Zusatzstoffe fördernd auf die Darmgesundheit auswirken.

Phytogene Zusatzstoffe zeigen positive Wirkung Phytogene Zusatzstoffe sind Pflanzen/Kräuter, Teile davon, wie Blätter, Samen, Wurzeln oder Extrakte daraus, zum Beispiel ätherische Öle. Sie können den Stoffwechsel, die Gesundheit von Tier und Mensch positiv beeinflussen.

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n der Wildnis fressen Tiere oftmals instinktiv bestimmte Pflanzen, die für sie eine positive Wirkung auf ihre Gesundheit und Entwicklung besitzen. In der menschlichen Ernährung gibt es ein jahrtausendealtes Wissen über die Wirkung von Kräutern und deren Essenzen, das zum Teil durch die Entwicklung von synthetischen Medikamenten wieder in Vergessenheit geraten ist. Auch wenn solche phytogen wirkenden Pflanzenbestanteile vielleicht nicht die Schlagkraft bestimmter Arzneien besitzen, haben sie durchaus Vorteile, über die hier berichtet werden soll.

schiedlichen Formen auftreten. Eine typische Stress-Situation für einen Menschen ist zum Beispiel folgende: Eine Person fährt mit dem Auto zu einem wichtigen Termin. Auf dem Weg dorthin muss sie vor einer geschlossenen Bahnschranke halten. Die Zeit wird immer knapper. Der Adrenalin­spiegel steigt und kann nicht abgebaut werden. Stress entsteht, ein Ungleichgewicht von Adrenalin und seinen Gegenspielern.

entstehen freie Radikale. Damit sind chemische Abbauprodukte gemeint, die noch freie Elek­ tronen besitzen und damit sehr reaktionsfreudig sind.

Solche freien Radikale können sich beispielsweise mit Eiweißen verbinden und sie dabei zerstören. Die dabei entstehenden Eiweißbruchstücke können selbst wieder chemische Verbindungen mit anderen Eiweißen eingehen, so dass es zu einer Kettenreaktion kommen kann. Das heißt, die Ein ernährungsphysiologischer oxydativen Prozesse überwiegen Stress für eine Milchkuh ist, im Vergleich zu den reduktiven. wenn sie in der Frühlaktation Das Gleichgewicht ist gestört aufgrund einer zu geringen und wird in diesem Fall als oxyEnergie- und Nährstoffaufnahme dativer Stress bezeichnet, der, körper­eigene Reserven nicht und das darf nicht vernachlässigt mehr schnell genug mobilisiewerden, leicht zu entzündlichen ren kann. Bei diesem Prozess Prozessen führen kann. Wirkung gegen Folgen von findet eine Überlastung beim Stress Stress ist immer die Verbrennungsprozess in den Der Körper hat jedoch die MögBeeinträchtigung eines Gleich­ Zellkraftwerken des Körpers, lichkeit, sich gegenüber einem gewichts und kann in sehr unter- den Mitochondrien, statt. Dabei solchen oxydativen Stress zur

Wehr zu setzen. Dafür bedient er sich beispielsweise bestimmter Vitamine, die wir als Radikalfänger kennen, oder aber auch phytogener Pflanzenstoffe, wie zum Beispiel bestimmte Polyphenole. Letztere wiederum kommen in den verschiedenen Pflanzen in sehr unterschiedlicher Menge vor. Reich an solchen Polyphenolen sind zum Beispiel grüner Tee oder Curcuma. Genau diese beiden Substanzen wurden in einem Versuch von Winkler et al. (2015) in der Fütterung von frischlaktierenden Kühen eingesetzt. Polyphenole verbessern Milchleistung Winkler et al. (2015) setzten drei Wochen vor und neun Wochen nach dem Kalben ein Produkt mit dem Markennamen Loxidan® ein, das zu 95 % aus Extrakten aus grünem Tee und zu 5 % aus Curcuma bestand. Die verab-

Fotos: © Kunz

Von Hans-Jürgen Kunz


FÜTTERUNG 17

reichte Menge betrug pro Kuh und Tag in der Versuchsgruppe, die mit 12 Tieren besetzt war, 3,5 g. Der Kontrollgruppe, die mit 14 Tieren besetzt war, wurden diese Extrakte nicht gegeben. Die Ergebnisse zeigt die Übersicht 1. Die Futteraufnahme war in beiden Gruppen gleich. Trotzdem lag die Milchleistung mit 3,2 kg bzw. 4,2 kg energiekorrigierter Milch pro Tier und Tag in dem angegebenen Versuchszeitraum bis zur neunten Lebenswoche höher. Eine Erklärung hierfür kann sein: FGF-21 (fibroblast growth factor-21) wird bei oxydativem Stress in der Leber aktiviert. Die deutlich geringeren FRG-21Werte in der Versuchsgruppe sind ein Indiz dafür, dass weniger freie Radikale und damit ein geringerer oxydativer Stress in der Versuchsgruppe vorhanden war. Auch die NEFA-Werte (nicht veresterte freie Fettsäuren) als Ketose-Indikator zeigen eine Entlastung des Stoffwechsels in der Versuchsgruppe.

Die in der Übersicht 1 aufgeführten Unterschiede zwischen der Versuchs- und der Kontrollgruppe sind statistisch abgesichert (der p-Wert ist kleiner als 0,05). Diese Ergebnisse werden in der Arbeit von Winkler et al. (2015) durch weitere hier nicht aufgeführte Stoffwechselparameter untermauert. Eines wird bei den vorgestellten Ergebnissen sehr deutlich. Der Anstieg der Milchleistung ist nicht durch die geringe Menge an Pflanzennährstoffen des Extraktes zu erklären, sondern durch die Wirkung der darin e­ nthaltenen antioxydativ wirkenden Polyphenole. Die Wirkung dieser antioxydativen Substanzen hat vermutlich zu einer Entlastung des Leberstoff­wechsels beigetragen, so dass dadurch mehr Energie für die Produktion von Milch zur Ver­fügung gestanden ist.

Differenz Milchleistung pro Tag (kg)

Stress-­ Marker

Ketose-­ Indikator

absolut

energiekorrigiert

FGF-21 in der Leber

NEFA

VG-KG

+ 3,2

+ 4,2

– 74 %

– 27 %

p

0,047

0,005

0,006

0,003

Nach Angaben von Maurer et al., 2015

Übersicht 1: Vergleich von Leistungs- und Stoffwechselparametern von Milchkühen, Versuchsgruppe (VG) 3,5 g Loxidan® (95 % Extrakt aus grünem Tee und 5 % Curcuma), Kontrollgruppe (KG) ohne Zusatz. Differenz Milchleistung pro Tag (kg)

Stress-Marker

absolut

energiekorrigiert

FGF-21 in der Leber

VG-KG

+ 3,7

+ 2,9

– 67 %

p

0,022

0,049

0,014

Nach Angaben von Gessner et al., 2015

Übersicht 2: Vergleich von Leistungs- und Stoffwechselparametern von Milchkühen, Versuchsgruppe (VG) mit 1 % Antaox® in der Futtertrockenmasse, Kontrollgruppe (KG) ohne Zusatz.

Ähnliche Wirkung in einem zweiten Versuch Die Wirkungsweise von antioxy-

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30.09.2015 09:33:15


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den Einheiten von E-coli. Anders war es bei der Gewichtsentwicklung. Die Übersicht 3 zeigt trotz Versuchsbeginn niedriger Ausgangsgewichte bei den Kälbern der Versuchsgruppe Alter 52 Tage 63 Tage signifikant höhere GewichtsGewicht 80,4 kg 93,9 kg zuwächse im Vergleich zu den Tieren der Kontrollgruppe. Gewichtszuwachs Im zweiten Versuch wurden 25,6 kg 21,7 kg 41 Kälber, die ebenfalls mit 1. bis 17. Versuchstag Wirkung bei Kälbern E-coli infiziert wurden, auf eine 31,8 % 23,1 % Schieder et al. (2013) unterVersuchs- und eine Kontroll14,3 kg 12,0 kg suchten in zwei Versuchen gruppe aufgeteilt. Das mittlere 17. bis 42. Versuchstag die Wirkung eines Produktes Einstallalter lag bei 30 Tagen, der 13,5 % 10,4 % Biotronic® Top3, das aus oraniVersuchszeitraum betrug 28 Tage. 39,9 kg 33,7 kg schen Säuren, Zimtaldehyd und Die Tiere der Versuchsgruppe 1. bis 42. Versuchstag einem nicht näher beschriebenen bekamen täglich 3 g Biotronic® 49,6 % 35,9 % Produkt Biomin® Per4izer® (nun Top3, die Kontrolltiere bekamen Nach Angaben von Schieder et al., 2013 Permeabilizing Complex) bedieses Produkt nicht. Alle Tiere Übersicht 3: Wirkung des Produktes Biotronic® Top3, das aus oranischen stand. Im ersten Versuch wurden wurden mit Milch, Heu und einer 108 Kälber mit E-coli infiziert und täglichen Menge von 1,5 kg StarSäuren, Zimtaldehyd und Biomin® Per4izer® besteht, auf die Zuwachs­ in eine Versuchsgruppe mit Bioter versorgt. In diesem Versuch leistung von Kälbern. tronic® Top3 (Alter bei Versuchs- gab es eine signifikante Reduktion dativ wirkenden phytogenen beigemischt. Die Kontrollgruppe beginn 52 Tage) und eine Kontder koloniebildenden Einheiten Zusatzstoffen wird durch (n=14) bekam das Produkt nicht. rollgruppe ohne dieses Produkt von E-coli in der Versuchsgrupeinen ähnlichen Versuch von (Alter 63 Tage) aufgeteilt. Der pe. Die beiden Versuche zeigen, Gessner et al., ebenfalls aus Auch in diesem Versuch gab Untersuchungszeitraum erstreck- dass der Einfluss von E-coli bei dem Jahr 2015, bestätigt. Eine es keine Unterschiede in der te sich über 42 Tage. Alle Tiere jüngeren Tieren eine wesentlich Versuchsgruppe (n=14) bekam Trockenmasseaufnahme der wurden mit 2,5 kg Kälberstarter größere Rolle als bei älteren Tiedrei Wochen vor der Kalbung Versuchs- und Kontrollkühe, pro Tier und Tag sowie Mais- und ren spielt. Diese Tatsache ist aus bis zur neunten Woche nach aber eine signifikant höhere Grassilage gefüttert. Die Verder Praxis bekannt. Das eingeder Kalbung einen antioxydativ Milchleistung trotz gleicher suchsgruppe erhielt täglich 5 g setzte Produkt hat damit sowohl wirkenden pflanzlichen Zusatz- Fütterung. Ebenso zeigt der des oben beschriebenen Produk- eine Wirkung gegen E-coli zeigen, stoff mit dem Markennamen Stress-Marker FGF-21 im Leber- tes Biotronic® Top3. Es wurden als auch das Wachstum positiv ® Antaox . Das Produkt wurde mit stoffwechsel eine deutliche Ent- Kotproben analysiert und die beeinflussen können. einer Konzentration von einem lastung in der Versuchsgruppe. Gewichtdaten der Tiere erfasst. Es Prozent der Trockenmasse und Das Gleiche gilt auch für andere gab ­keine signifikanten UnterFazit Die Forschung zum Einsatz einer Konzentration von 43 mg Stoffwechselparameter, die hier schiede zwischen den Gruppen von phytogenen Zusatzstoffen ist Polyphenol pro g dem Futter nicht weiter aufgeführt sind. bei der Anzahl der koloniebilden- in der Rinderhaltung noch nicht weit verbreitet. Die hier beschriebenen Versuche zeigen allerdings ein zuvor vielleicht nicht in dieser Deutlichkeit zu erwartendes positives Resultat. Die Ergebnisse, die der Einsatz von pflanzlichen Substanzen hervorgebracht hat, scheinen nicht nur durch die bekannte antioxydative Wirkung erklärt werden zu können, sondern durch ein weit gefächertes Wirkspektrum. Der positive ÜBER 600 Einfluss auf GesundheitsmerkmaSEITEN KATALOG ... und weitere 1000e JETZT GRATIS le kommt indirekt durch bessere Artikel für die ANFORDERN! Leistungen sowohl bei der Milch Milchwirtschaft als auch im Zuwachs zum Tragen. im FAIE Katalog und Es ist in der Zukunft mit weiteren im Internet! Ergebnissen aus der Forschung um phytogene Zusatzstoffe nicht nur im Futtermittelbereich, sondern ebenso als Anwendung in 4844 Regau Handelsstraße 9 der Medizin zu rechnen. l Gruppe

Versuch

Kontrolle

Die Schlussfolgerungen sind die gleichen, wie auch in der zuvor beschriebenen Untersuchung von Winkler et al. (2015). Die Wirkung wird als eine Eindämmung von entzündlichen Prozessen und eine Verringerung von „Stress“ im endoplasmatischen Retikulum der Leber gesehen.

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FÜTTERUNG 19

Stoffwechsel- und andere gesundheitliche Probleme von Kühen sind häufig unmittelbar mit deren F ­ utteraufnahme verbunden.

Futteraufnahme – Wiegen und ­Dokumentieren ist sinnvoll Dass wir Kühen mit hohen Leistungen nicht nur sehr viel abverlangen, sondern dass im Umkehrschluss ­diese Hochleistungssportler auch deutlich höhere Anforderungen an ihr gesamtes Umfeld stellen, dürfte j­edem von uns einleuchten, genauso wie die Tatsache, dass hochleistende Milchkühe empfindlicher auf Fehler im ­gesamten Management reagieren.

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20 FÜTTERUNG

Tieren ankommt, hängt zum einen davon ab, ob die Futterwertangaben der eingesetzten Rationskomponenten, also die Nährstoffzusammensetzung, auch der Realität entsprechen. Zum anderen hat die Dosier­ genauigkeit einen großen Einfluss.

Die Futteraufnahme der Kühe entscheidet nicht nur über die potentiell zu „erfütternde“ Milchmenge, sondern zu einem großen Teil über deren Stoffwechselgesundheit. Probleme des Stoffwechsels sowie Erkrankungen vieler Art sind unmittelbar mit der Futteraufnahme verbunden.

Aus diesem Grund wird die regelmäßige/tägliche Kontrolle und Aufzeichnung der Futtervorlage und der Futterrestmengen notwendiger denn je, denn dadurch zeigen sich sehr plausibel die vielfältigen Reaktionen der Kühe, z.B. auf Witterungseinflüsse, schwankende bzw. wechselnde Futterqualitäten, unter-

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Futteraufnahme, kg FM/Kuh und Tag

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1.-7.1. 8.-14.1. 15.-21.1. 22.-28.1. 29.1.-4.2. 5.-11.2. 12.-18.2. 19.-25.2. 26.2.-4.3. 5.-11.3. 12.-18.3. 19.-25.3. 26.3.-1.4. 2.-8.4. 9.-15.4. 16.-22.4. 23.-29.4. 30.4.-6.5. 7.-13.5. 14.-20.5. 21.-27.5. 28.5.-3.6. 4.-10.6. 11.-17.6. 18.-24.6. 25.6.-1.7. 2.-8.7. 9.-15.7. 16.-22.7. 23.-29.7. 30.7.-5.8. 6.-12.8. 13.-19.8. 20.-26.8. 27.8.-2.9. 3.-9.9. 10.-16.9. 17.-23.9. 24.-30.9. 1.-7.10. 8.-14.10. 15.-21.10. 22.-28.10. 29.10.-4.11. 5.-11.11. 12.-18.11. 19.-25.11.

40

Übersicht 1: Futteraufnahme einer Milchkuhherde von Januar bis Ende November 2014, wöchentlich gemittelt (TMR-Fütterung) 54

neue Sojalieferung

Wechsel zur  schlechteren  Grassilage

erneut neue  Sojalieferung

Wechsel zur  besseren Grassilage

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Futteraufnahme/Kuh, kg FM

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Übersicht 2: Tägliche Futteraufnahme der Milchkuhherde von Juni bis Ende November 2014 (TMR-Fütterung)

schiedliche Zusammensetzungen von Kraftfutterlieferungen u.Ä. (Übersicht 1). In dieser Übersicht 1 zeigt sich zum einen, dass trotz gewisser wöchentlicher Schwankungen von Jahresbeginn bis zum Sommer eine leicht steigende Futteraufnahme im Herdenmittel zu verzeichnen war. In dieser Zeit betrug die durchschnittliche Futteraufnahme 48,2 kg Frischmasse bzw. 21,2 kg Trockenmasse je Kuh und Tag, was auch dem Leistungsniveau der Herde (> 10.500 kg) entspricht. Danach aber wurde die Futteraufnahme der laktierenden Kühe z.T. erheblich gestört, so dass ab Ende August erst einmal ein starker Abwärtstrend folgte. Um diese Veränderungen noch deutlicher zu erkennen, wurden in Übersicht 2 ab Beginn des Sommers die täglichen Werte der Futteraufnahme dargestellt. Ab Ende August wurde eine Sojaschrotlieferung gefüttert, die sich zunehmend als nicht lagerstabil erwies und erst Wochen später verschimmelte Partien sichtbar werden ließ. Die Kuhherde reagierte aber bereits auf diese schlechte hygienische Qualität. Weiters kam Mitte September der Wechsel zu einer etwas feuchteren, nicht aromatisch riechenden Gras­ silage 2. Schnitt hinzu. In Folge dessen sank die Futteraufnahme weiter. Ab Anfang Oktober wurde dann der Rest der nun beanstandeten Sojaschrotlieferung durch eine neue Ware ersetzt, was kurzfristig eine etwas bessere Futteraufnahme nach sich zog, die dann aber wieder erneut abfiel. Erst der Wechsel zu einer deutlich aromatischeren, wieder etwas trockeneren Grassilage Anfang November ließ die Futteraufnahme sichtbar ansteigen. Die Milchleistung der Herde folgte recht deutlich und augenscheinlich nahezu parallel der Futteraufnahme (Übersicht 3). Die Milchleistung je Kuh und Tag errechnete sich aus der täglich abgelieferten Milchmenge


21

und der an die Kälber vertränkten Milch unter Berücksichtigung der entsprechenden Anzahl melkender Kühe (ohne Kühe, die sich in einer Behandlung befanden und ohne Milchmenge dieser Kühe).

37

Wird diese ermittelte Futteraufnahmemenge mit der laut Rationsberechnung enthaltenen Energiekonzentration von 7,0 MJ NEL/kg TM multipliziert, ergibt sich aus dieser aufgenommenen Energiemenge letztlich eine theoretisch erzielbare Milchmenge von 33,7 kg, die nahezu haargenau der tatsächlichen Milchmenge entspricht.

Milch, kg/Kuh und Tag

Die Kühe hatten mit durchschnittlich 47,2 kg Frischmasse bzw. 21,2 kg Trockenmasse eine Milchleistung von 33,3 kg, was letztlich einer Futtereffizienz von 1,57 entspricht.

neue Sojalieferung

Wechsel zur  schlechteren  Grassilage

erneut neue  Sojalieferung

Wechsel zur  besseren Grassilage

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44 Milch kg/Kuh

Futteraufnahme, kg FM/Kuh und Tag

Noch deutlicher wird diese direkte und enge Beziehung von Milchmenge und Futteraufnahme in der Übersicht 4.

kg FM/Tier

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Fotos: © Katrin Mahlkow-Nerge

Milch, kg/Kuh und Tag

Fazit Die Futteraufnahme ist das interessanteste, aber auch variabelste Merkmal im Fütte­ Übersicht 3: Tägliche Futteraufnahme und Milchmenge der laktierenden Kühe, Juni bis Ende r­ungs­management. Sie ist nicht November 2014 nur der Schlüssel für eine maximale Milchleistung, sondern 36 ebenfalls ein wichtiger Indikator für potentielle Gesundheitsinsbesondere Stoffwechselpro35 bleme. Aus diesem Grund ist neben der Zuhilfenahme vieler anderer Fütterungskontroll34 parameter (wie der Kontrolle des Fress- und Wiederkauverhaltens der Kühe, Beurteilung 33 der Kotkonsistenz, der StrukR² = 0,76 turlieferung der Ration, der 32 Klauengesundheit, der Milchinhaltsstoffe, der Körperkondition der Kühe) die regelmäßige 31 Erfassung und Dokumentation der Futteraufnahme von großer Bedeutung. 30 Messen und Dokumentieren bringt uns näher an die Ursachen für die Reaktionen der Tiere und 29 schärft unser Problembewusst41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 sein. l Futteraufnahme, kg FM/Kuh und Tag

Dr. Katrin Mahlkow-Nerge ist Expertin in der Landwirtschaftskammer Schleswig-­ Holstein, Deutschland.

Übersicht 4: Beziehung zwischen Futteraufnahme und Milchmenge im jeweiligen Wochenmittel (1.6.–29.11.2014)

51


22 FÜTTERUNG

Mit dem richtigen Tränkeplan erfolgreich durchstarten Die Fütterungskonzepte in den ersten Wochen bilden die Basis für eine leistungsstarke Milchkuh. Vor allem Menge und Nährstoffkonzentration sind zu beachten. Die Kälberverluste (inklusive der Totgeburten) sind im Mittel mit 10–15% immer noch sehr hoch. Hauptursachen sind Fütterungs- und Managementfehler.

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in besonderes Augenmerk ist daher auf die Gestaltung der Tränkekonzepte zu richten, da sich diese Phase nachhaltig auf den Aufzuchterfolg und die Leistungsfähigkeit der späteren Milchkuh auswirkt.

Immunglobuline können dann nicht mehr resorbiert werden. Insgesamt können am ersten Lebenstag 10 – max. 20% des Lebendgewichtes an Biestmilch aufgenommen werden, verteilt auf 3–4 Mahlzeiten.

Der richtige Tränkeplan – Auswahl der Tränke und die Nährstoffzufuhr sind entDie erste Mahlzeit: Qualität, scheidend Aktuell empfohlene Zeitpunkt und Menge sind Fütterungspläne in der Kälberentscheidend Hochwertige aufzucht nutzen das Konzept der Biestmilch zeichnet sich neben „metabolischen Programmieder maisgelben Farbe vor allem rung“. Darunter versteht man durch einen hohen Gehalt an die geburtsnahen Einflüsse der Immunglobulinen (Antikörpern) Nährstoffversorgung des Neuaus. Die Biestmilchqualität kann geborenen auf die lebenslange nicht mit bloßem Auge beurteilt Leistungsfähigkeit der Organe. werden, sondern ist per KolosEin Energiemangel in den ersten trumspindel oder Brix-RefrakLebenswochen hat beim jungen tometer zu messen. Innerhalb Kalb gravierende Auswirkungen der ersten 3 Stunden (h) sollte auf die Leistungsfähigkeit der das neugeborene Kalb so viel späteren Milchkuh. Während der Biestmilch (guter Qualität) wie ersten Wochen sind die Kälber möglich aufnehmen (mindesnoch nicht in der Lage, Energietens 2,0 l). Immunglobuline von lücken über eine ausreichende später verabreichter Biestmilch Festfutteraufnahme schließen werden nicht mehr vollständig zu können. Die Nährstoffzuaufgenommen. Etwa 36 h nach fuhr muss in dieser Phase über der Geburt ist die Darmschranke die Milch sichergestellt sein. geschlossen und großvolumige Neuere Studien empfehlen, eine

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FÜTTERUNG 23

begrenzte Milchmenge erst ab der 4. Woche zuzuteilen, da die Kälber in den ersten drei Wochen ad libitum zu tränken sind. Diese intensive Nährstoffzufuhr in den ersten drei Wochen kann sich nachhaltig positiv auf die Euterentwicklung und damit die spätere Milchleistung auswirken. Im Anschluss an diese ad libitum Phase, ist die tägliche Tränkemenge auf 6 l zu begrenzen und dann stufenweise bis zum Absetzen zu reduzieren. Die Kälber können frühestens mit 8–10 Wochen von der Milchtränke abgesetzt werden. Das sehr frühe Absetzen im Alter von 7 Wochen wird daher kaum noch praktiziert.

sehr gut eingesetzt werden kann. Die täglich ermolkene Milchmenge übertrifft dabei den Bedarf des eigenen Kalbes und kann somit auch an andere Kälber verfüttert werden. Vollmilch enthält mehr Energie, mehr Eiweiß, mehr Fett und weniger Eisen als die am Markt erhältlichen Milchaustauscher. Nach der 4.Woche sollte in der Aufzucht die Vollmilchmenge auf 6 l/Tag begrenzt werden, damit ausreichend Festfutter aufgenommen wird. Vollmilch sollte körperwarm (39°C) getränkt werden. Vorschläge für Tränkepläne mit Vollmilch sind in Tabelle 1 zu finden. Eine Verlängerung der Tränkedauer bis zur 12. Woche ist bei KälTränke mit Vollmilch Vollbern empfehlenswert, die durch milch ist als hochwertiges ein geringeres Geburtsgewicht Futtermittel ideal auf die bis zur 10.Woche noch nicht Bedürfnisse des jungen Kaldie zum Absetzen notwendige bes abgestimmt. In den ersten Festfutteraufnahme erreichen. 5 Laktationstagen gibt jede Kuh In biologisch wirtschaftenden 60–100 kg nicht marktfähige Betrieben ist eine Tränkedauer und damit unverkäufliche Tran- von mindestens 12 Wochen sitmilch, die in der Aufzucht generell einzuhalten.

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Zusätze zur Vollmilchtränke Durch Wasserzugabe bis zu max. 20% kann Vollmilch verdünnt werden, um so die Tränketemperatur auf 39°C einzustellen. Ein höherer Wasseranteil führt bei der Milchgerinnung im Labmagen zu Problemen. Durch Absenkung des pH-Wertes auf 5,5–5,3 kann die Gerinnungsfähigkeit der Milch und damit die Verträglichkeit der Tränke verbessert

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werden. Hierzu stehen Säuregemische in pulver­förmiger oder flüssiger Form als Ergänzungsfuttermittel zur ­Verfügung (über den Fach­handel zu beziehen). Eine ­weitere Möglichkeit ist die natürliche Ansäuerung durch Zugabe von Joghurt. Die Joghurtkulturen wandeln den Milchzucker in Milchsäure um. Diese Joghurt-­Tränke kann mit Hilfe eines Milchtaxis einfach und hygienisch einwandfrei

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26 FÜTTERUNG

zubereitet werden. Zur Herstellung des „Kälberjoghurts“ wird ein Naturjoghurt in die kuhwarme Vollmilch (ca. 35°C) eingerührt (500 g Joghurt / 10 l Vollmilch) und muss dann ca. 20 h bei 20°C ruhen. Danach werden 10 l Stammjoghurt mit 50 l kuhwarmer Milch vermischt und in einen Vorratsbehälter bis zur nächsten Tränkezeit stehengelassen. Zeitsparende Gruppen- und Vorratstränken sind so möglich. Vom Einsatz vorverdünnter Ameisensäure ist dagegen aus futtermittelrechtlicher Sicht abzuraten, da der landwirtschaftliche Betrieb hierzu ein umfangreiches HACCP-Konzept erstellen müsste. In der Praxis ist es daher einfacher, die handelsüblichen Säuregemische einzusetzen. Um die bedarfsgerechte Versorgung mit Spurenelementen und Vitaminen sicherzustellen, sollte bei der Vollmilchtränke immer ein Wirkstoffergänzer in der richtigen Dosierung zugegeben werden, zumindest während der ersten drei Wochen. Ein guter Wirkstoffergänzer sollte pH-senkende Substanzen, Eisen, Kupfer, Mangan, Kobalt sowie die fettlöslichen Vitamine A, D, E und die wasserlöslichen B-Vitamine enthalten. Auf die bedarfsgerechte Eisenversorgung ist besonders zu achten, da hierdurch im ersten Lebensmonat der Eisenstatus und damit die Vitalität der Kälber deutlich verbessert werden kann.

Woche

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2

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5

6

7

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Tränkemenge: Verbrauch Liter/Tag

Verbrauch

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6

ad. libidum (min. 6–8) ad. libidum (min. 6–8)

6

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6

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ad. libidum (min. 6–8) ad. libidum (min. 6–8)

6

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4 A1.)

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4 A1.)

ca. 399 l ca. 322 l

1.) A = Abtränken (insgesamt 21 l/Woche): 2 x 2,0 l (2d); 1 x 3,0 l (3d); 1 x 2,0 l (2d) Wirkstoffergänzer nach Angaben des Herstellers

Tabelle 1: Tränkepläne mit Vollmilch für die Kälberaufzucht bei 8 bzw. 10 Wochen Tränkedauer Woche

1

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3

4

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6

7

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Tränkemenge: Liter/Tag (120 g MAT/l) Tränkedauer 10 Wochen

6 (Transitmilch)

6

8

8

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Verbrauch kg MAT 6

6

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6 2.)

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A 1.)

4

A 1.)

46 kg

Tränkemenge: Liter/Tag (160 g MAT/l) 8 Wochen

6 (Transitmilch)

6

6

6

6

38 kg

1.) A = Abtränken (insgesamt 21 l/Woche): 2 x 2,0 l (2d); 1 x 3,0 l (3d); 1 x 2,0 l (2d) 2.) = ab der 6. Lebenswoche ist die MAT-Konzentration auf 120g/l zu reduzieren.

Tabelle 2: Tränkepläne mit Milchaustauscher bei 8 bzw. 10 Wochen Tränkedauer

Labmagens, nicht immer eine Tages­menge von 8 l (120 g MAT/l) abrufen. Daher sollten Kälber dieser Altersstufe Tages­ mengen von 6 L (160 g MAT/l) erhalten. Ein MAT sollte mindestens 20% Rohprotein, 1,45% Lysin, 10–20% Fett, 0,9 g/kg Calcium, 0,65 g/kg Phosphor, 100 mg/ kg Eisen, 5–8 mg/kg Kupfer enthalten, sowie dem Bedarf entsprechende Spurenelementund Vitamingehalte. In Tabelle 2 Tränke mit Milchaustauscher sind Beispiele für Tränkepläne (MAT) Nach der Biestmilchmit MAT beschrieben. phase kann die Umstellung auf die MAT-Tränke ab der zweiten Bei der ProteinzusammensetWoche erfolgen. Nährstoffmäßig zung im MAT sollte der Anteil entspricht 1,0 kg MAT-Pulver tierischen Proteins (aus den etwa 6,2 kg Vollmilch. Diese Milchbestandteilen) mindestens Nährstoffzufuhr ist notwen60% am Gesamtprotein betradig, um den Bedarf des jungen gen, damit die Proteinquellen Kalbes abzudecken. Um mit im MAT von jungen Kälbern der MAT-Tränke vergleichbare verwertet werden können. Ein Erfolge wie mit der VollmilchMAT mit 13% pflanzlichen Betränke zu erzielen, ist die standteilen hat aufgrund der weMAT-Konzentration von 120 g /l sentlich höheren Proteingehalte auf 160 g /l zu erhöhen, je nach der pflanzlichen Bestandteile geverabreichter Tagesmenge und genüber den Milchbestandteilen Lebendgewicht der Tiere. Dabei einen Anteil von 41% pflanzliist zu beachten, dass Kälber chem Protein am Gesamtprotein bis zum Alter von 3 Wochen, im MAT. Bei jungen Kälbern je nach Fassungsvermögen des sollten nur hochwertige MAT

mit hohen Milcheiweißgehalten zum Einsatz kommen, da diese, wie aktuelle Studien zeigen, vom Kalb am besten verwertet werden können und maßgeblich die Aufzuchtleistung der Kälber beeinflussen. Beim MAT sind der Anteil an Magermilchpulver und die Qualität der pflanzlichen Komponenten preisbestimmend. Ebenfalls ist zu beachten, dass von den Pflanzenfetten Palmund Kokosfett gut verträglich sind. Durch technische Aufbereitungsverfahren (Raffination, Hydrogenierung) kann die Verträglichkeit von Pflanzenölen verbessert werden. Stärke sollte nur in Form von Quellstärken eingemischt werden.

bzw. 2–3 l Tee mit 50 g Traubenzucker und 9 g Kochsalz sehr gut bewährt. Die Tränkekon­ zentration sollte bei 80 g/l beginnen. Danach sollten die Tränkemenge und die Tränkekonzentration langsam gesteigert werden, so dass zu Beginn der zweiten Woche 6 l Tränke/ Tag mit je 125 – maximal 160 g MAT/l erreicht werden. Zusätzlich ist immer frisches Wasser zur freien Aufnahme anzubieten.

Wiederkäuerentwicklung: Festfutter frühzeitig anbieten Bereits während der Biestmilchphase (d.h. in den ersten 5 Tagen) sollten die jungen Kälber freien Zugang zu qualitativ hochwertigem Heu Der Einsatz von MAT ist beson- und Kraftfutter haben: Beide ders in Kombination mit einem Futtermittel fördern ein zügiges Tränkeautomaten einfacher Wachstum des Pansenvolumens und bietet arbeitswirtschaftliche und die Vergrößerung der PanVorteile. senzotten. Die Vergrößerung der Pansenzotten ist für die ResorpTränke von Zukaufskälbern tion der aus der Pansengärung In den ersten Tagen nach der stammenden Säuren dringend Aufstallung sind Zukaufkälber erforderlich. vorsichtig anzutränken. Als erste Kraftfutterkomponenten, die Mahlzeit haben sich eine ElekStärke und kleinere Zuckertrolyttränke aus dem Handel mengen enthalten, eignen sich


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FÜTTERUNG 27

besonders. Raufutter (Struktur­ futter) muss den Kälbern spätestens ab dem 8. Lebenstag angeboten werden (Tierschutz-Nutztierhaltungs-VO). Besonders bewährt hat sich ein gutes, trocken geworbenes Heu. Mit der Fütterung von einwandfreien Silagen sollte erst ab der fünften Woche begonnen werden. Generell ist dem jungen Kalb so früh wie möglich zusätzlich Wasser zur freien Aufnahme anzubieten, spätestens ab dem 15. Lebens­ tag (Tierschutz-Nutztierhaltungs-VO). Die Pansenentwicklung ist von der Festfutteraufnahme abhängig. Die notwendige Dauer der Tränkeperiode hängt maßgeblich von der Kraftfutteraufnahme ab. Voraussetzung für das erfolgreiche Absetzen ist eine Kraftfutteraufnahme in Höhe von mindestens 1% der Lebendmasse bei gleichzeitigem Angebot von Strukturfutter. Dabei gilt der Grundsatz: Je früher abgetränkt wird, umso wichtiger ist die Qualität des Aufzuchtfutters. Aufgeschlossene Komponenten oder leichtverdauliche Stärken (z.B. Haferstärke) sind für die Verdauungsenzyme des jungen Kalbes leichter zugänglich. Der Erfolg einer Kraftfuttermischung hängt entscheidend von der Schmackhaftigkeit und der Verträglichkeit der Komponenten ab. Die Kraftfutterfütterung kann zur freien Aufnahme bis zu Tagesmengen von 2 kg/Tier erfolgen. Höhere Kraftfuttermengen verdrängen Grundfutter und haben keine höheren Tageszunahmen zur Folge. Nach der Tränkeperiode wird die Kraftfuttermenge je nach Grobfutterqualität auf 1,5–2 kg / Tier und Tag gesteigert. Eine weitere Möglichkeit ist, eine Kälber-TMR aus trockenen Futtermitteln (30–40% Heutanteil) einzusetzen. Die Verfahrenssicherheit kann dadurch deutlich verbessert und das Risiko der Pansenübersäuerung vermindert werden. Im Abschnitt bis 150 kg werden bei weiblichen Kälbern bis zu 1.000 g Tageszunahmen, bei männlichen Kälbern auch mehr angestrebt.

Fazit Alle Fütterungskonzepte zielen darauf ab, dass sich das junge Kalb frühzeitig zu einem Wiederkäuer entwickelt: Die rechtzeitige und ausreichende Versorgung des neugeborenen Kalbes mit hochwertiger Biestmilch ist die Basis für einen guten Start in eine erfolgreiche Kälberaufzucht. Das Kalb ist in den ersten Wochen auf Vollmilchtränke bzw. hohe Nährstoffzufuhr aus Milchbestandteilen angewiesen, die Verträglichkeit hängt von der Zusammensetzung der Tränke (Protein- und Fettqualität) ab. Die Tränkephase kann sich auf die gesamte Entwicklung des Rindes auswirken. Beim Absetzen der Tränke (Vollmilch/MAT) ist unbedingt der Festfutterverzehr zu beachten.

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Grundsätzlich sind Kälber in de Maßnahmen rechtzeitig den ersten Wochen intensiv zu ­einzuleiten. l beobachten und zu betreuen, um Dr. Caroline van Ackeren, Landwirtentstehende Probleme frühzeitig schaftliches Zentrum ­Baden-Württemberg, Rinderhaltung Aulendorf zu erkennen und entsprechen-

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28 MELKTECHNIK

Gute Zellzahlen mit Melkroboter Betriebe mit einem automatischen Melksystem (AMS) werden laufend mehr. In Oberösterreich arbeiten b ­ ereits knapp über 200 Betriebe mit diesem Melksystem. Die Gefahr, dass die Zellzahlen mit dem Robotermelken ­steigen, ist gegeben. Das zeigen auch die Ergebnisse des Landeskontrollverbandes Oberösterreich.

D

ie Leistungs- und Zellzahlwerte 2014 von 163 AMS-Betrieben in OÖ zeigen im Vergleich zu allen Betrieben einige Unterschiede. Die durchschnittliche Milchleistung der AMS-Betriebe ist um ca. 700 kg höher als der Durchschnitt aller Betriebe. Tabelle 1 zeigt die Streuung in den einzelnen Zellzahlklassen. Aber nicht alle Roboterbetriebe liegen mit den Zellzahlen auf

einem höheren Niveau als vor der Umstellung. Knapp 50% der Roboterbetriebe liegen unter 200.000 Z/ml Milch und unterscheiden sich kaum von allen anderen Betrieben. Die besten Roboterbetriebe erreichen Jahresdurchschnittswerte von unter 100.000 Z/ml. Es zeigt sich auch, dass das Management mit und rund um das AMS eine entscheidende Rolle spielt. Die Anforderungen der Kuh und die Regeln für das richtige Melken gelten genauso im AMS.

Zellzahl in Tausend unter 100 100–199 200–299 Prozent der Roboterbetriebe 2 45 35 Tabelle 1: Streuung in den einzelnen Zellzahlklassen

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Was machen Betriebe mit niedrigen Zellzahlen anders? Warum manche Betriebe eine niedrige Zellzahl und weniger Eutergesundheitsprobleme haben, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine Erhöhung des Zellgehaltes nach der Umstellung und im laufenden Betrieb kann viele Ursachen haben: – Ein Melkzeug für 150 bis 170 Melkungen/Tag – höheres Übertragungsrisiko für Euter assoziierte Erreger (z.B. ­Staphylokokkus aureus) – Keine Zwischendesinfektion eingebaut – Zu wenig Hauptreinigungen bei Problemen – Keine Zitzendesinfektion nach dem Melken – Zu kurze oder zu lange ­Zwischenmelkzeiten – Keine ausreichende Euterbehandlung Weitere Einflussfaktoren sind im Haltungs- und Hygienemanagement zu suchen: – Stark verschmutzte und schlecht eingestellte Liegeboxen – Zu lange Entmistungsintervalle – Zu geringer Luftwechsel – Keimdruck steigt – Zu enge Gänge und Über­ belegung – Stress steigt – Probleme bei der Euter­ reinigung – Ausmelkprobleme durch schlechte Euter- und ­Zitzenform

nigungen durchgeführt werden. Eine optimale Funktion und Einstellung der Zitzendesinfektion ist ebenfalls zu gewährleisten.

Beobachten und Informationen nutzen Ein AMS liefert viele Informationen. Die Warnlisten und Informationen sind nach ihrer Wichtigkeit zu analysieren und dementsprechend ist darauf zu reagieren. Milchmengenschwankungen, Leitwerterhöhung und unvollständige Melkungen sind hier nur einige Faktoren. Auch alle wichtigen Funktionsbereiche der Anlage müssen ständig kontrolliert werden. Einzeltierbeobachtungen, Schalmtest und bakteriologische Untersuchungen (BU) sind bei auffälligen Tieren konsequent durchzuführen und nach deren Ergebnis ist eine anGrundlegende Vorbeugemaß- gepasste Behandlung einzuleiten. nahmen Eine gute Stall- und Eine wichtige Erkenntnis aus der Liegeplatzhygiene sowie eine Beratung ist die Tatsache, dass laufende Funktionsprüfung der Betriebe, die vor der Umstellung Euterreinigungsvorrichtung sind auf AMS schon mit hohen ZellGrundvoraussetzungen. Zwizahlen Probleme hatten, diese schenspülungen des Melkzeugs meistens auch mit AMS ­haben. alleine bringen in Problembetrie- Die Weichen für eine gute ben oft nicht den erhofften Erfolg. Eutergesundheit werden bereits Hierzu ist es notwendig, eine vor einer Umstellung auf das Zwischendesinfektionsanlage mit Robotermelken gestellt. l Heißdampf oder Peressigsäure zu installieren. In den Sommermona- Ing. Max Fruhstorfer ist Experte in der ten sollten täglich drei Hauptrei- Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Foto: © agrarfoto.com

Von Max Fruhstorfer


MILCHPRODUKTION 29

Fingerabdruck der Milch Milchqualität Milch ist nicht gleich Milch: Ergebnisse aus neuen Analysemethoden der Milch werden zukünftig im Herdenmanagement, der Zucht, aber auch in der Qualitätssicherung und Vermarktung von M ­ ilchprodukten Einzug halten. Von Andreas Steinwidder

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ie Fütterung beeinflusst nicht nur die Milchmenge und die Gehalte an Milchfett, Eiweiß, Laktose und Harnstoff, sondern auch an Fettsäuren, Vitaminen sowie Stoffwechselprodukten. In den vergangen Jahren konnten durch Forschung große Fortschritte in kostengünstigen Routineanalysemethoden und Auswertungsmethoden großer Datensätze erzielt werden.

Qualität messbar machen Es laufen international aber auch intensive Forschungsarbeiten, um Milchprodukte mit beson-

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Milch 1 Milch 2

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derer Qualität kostengünstig analytisch zu erkennen bzw. diese absichern zu können. Dabei wird auf spezielle Inhaltsstoffe wie Fettsäuren, Vitamine, Geschmack sowie auf regionale Herkunft geachtet. Erste Ergebnisse aus Gumpenstein zeigen, dass über die Spektralanalysedaten Rückschlüsse auf die Futterration (Kraftfutter, Maissilage, Grünlandfutter etc.) der Kühe möglich sind. Ergebnisse daraus können dann zur Qualitätssicherung, zur qualitäts­ abhängigen Bezahlung und für die Vermarktung genutzt werden. Damit kann ein Beitrag zur Verringerung der Anonymität der Milch am Markt erzielt werden und ergeben sich auch

In Österreich bemühen sich mehrere Stellen in der Forschung und Beratung, diese neuen Methoden für die Praxis nutzbringend anwendbar zu machen. Mittelfristig werden diese Techniken nicht nur in der Milchwirtschaft, sondern in viele Bereiche der Landwirtschaft – von der Tiermast bis hin zu Obst und Gemüse – Einzug halten. l Univ.-Doz. Dr. Andreas Steinwidder ­arbeitet an der HBLFA Raumberg-­ Gumpenstein.

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Besser als Fett-Eiweiß-­ Quotient Um den Zusammen­ hang zwischen der Energieversorgung der Kühe und dem Infrarot-Muster der Milch im Vergleich zum Fett-Eiweiß-­ Quotient bzw. Blutanalysen zu überprüfen, wurde an der ­HBLFA Raumberg-Gumpenstein ein Fütterungsversuch durchgeführt. Die Daten wurden in einer BOKU-Masterarbeit ausgewertet. Die Ergebnisse der Spektralanalyse zeigten einen stärkeren Zusammenhang mit der Energieversorgung als die zusätzlich erhobenen Einzel-Parameter. Für die Rinder­ haltung ergeben sich damit Innovationsmöglichkeiten. So können etwa die LKV-Ergebnisse zum Erkennen der Stoffwechselsituation und -stabilität von Kühen für das Herdenmanagement und die Zucht noch besser genutzt werden. Weiters laufen derzeit Untersuchungen, um aus den Infrarot-Daten frühzeitig Mastitis bzw. die Trächtigkeit von Kühen ableiten zu können.

Wellenlänge Abb. 1: Infrarot-Muster von zwei Milchproben bei unterschiedlicher Fütterung

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30 TIERGESUNDHEIT

Die Ursachen von Zysten zügig finden Zystenkühe sind Problemtiere Jeder milchtierhaltende Betrieb kennt sie: Sie sind länger güst, ihre Trächtigkeitsrate ist vermindert, die Zystenbehandlung erfordert Zeit und Geld. Schwierig wird die Situation, wenn Eierstockzysten nicht mehr auf Einzeltiere beschränkt sind, sondern sich zum Bestandsproblem ausweiten. einem Zystenproblembetrieb suchungen, die bei 4 bis 15 % um ca. das 3-Fache teurer als in der Schlachtkühe zystische Vereiner Herde mit guter Fruchtänderungen an den Eier­stöcken o ist – laut wirtschaftlibarkeitslage. Wie bedeutend finden. chen Berechnungen – die Zysten als Abgangsursache RINDERPROFI_20150130.QXD:-P 22.09.2015 12:52 Uhr von Seite 1 ­einzelne Trächtigkeit in Milchkühen sind, zeigen Unter- Hormonchaos Man unterscheidet verschiedene Arten von Eierstockzysten anhand gese ihres Wandaufbaus. Sie sind 924726 verfüxt gbar auch in der Hormonbildung und CVF BLF BYF den äußeren Symptomen verAikman RDC x Lawn Boy P x Shottle x Marmax RDC schieden, die Übergänge sind aber fließend. Alleine durch eine manuelle Untersuchung der Eierstöcke ist die Unterscheidung des Zystentyps oft Nr. 1 innd & schwierig. Ein Verdacht kann mittels Ultraschalluntersuchung Deutschrrlaeich abgesichert werden. Je nachÖste dem, welches Hormon vom Zystengewebe vorherrschend produziert wird, unterscheiden sich die äußerlich sichtbaren Anzeichen: Foto: KeLeKi

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– Die dünnwandigen „Follikel­ zysten“ sind die häufigste Zystenform. Produzieren sie Östrogen (Brunsthormon), machen sie eine „klassische

Zystenkuh“ in Dauerbrunst, die nach einiger Zeit durch eingefallene Beckenbänder, Hohlschwanzbildung, im Ex­ tremfall durch einen Scheidenvorfall auffällt. Im Gegensatz zur weitverbreiteten Vorstellung blockieren sie aber weithäufiger ganz unauffällig den Zyklus. – Auch die dickwandigen, gelbkörpergewebe-enthaltenden Zysten („(teil)luteinisierte Thekazysten“) stoppen durch das von ihnen produzierte Progesteron (Gelbkörper­hormon) unbemerkt den Zyklus. Egal welche Zystenart zugrunde liegt: Kühe mit solchen „stillen Zysten“ kommen nicht mehr in Brunst, fallen ansonsten aber nicht auf. Deshalb wird die Zyste schließlich nur durch eine Untersuchung der Eierstöcke entdeckt. Dokumentieren Sie daher unbedingt, wann welche Kuh in Brunst war, damit Sie eine Zyklusblockade frühzeitig bemerken!

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32 TIERGESUNDHEIT

Warum manchmal der Eisprung ausbleibt Die Hirnanhangdrüse ­(Hypophyse) bildet das Eisprunghormon LH, das nach dem Brunstende auf dem Eierstock den Eisprung auslöst. Große Mengen des Eisprunghormons sind dann über einen sehr kurzen Zeitraum (ca. 30 Minuten) im Blut messbar. Dieser „LH-­ Peak“ kommt allerdings nur zustande, wenn die Hypophyse vorab ein genügend großes Reservoir von diesem Hormon angelegt hat, das jetzt entleert wird. Das LH reißt die Oberfläche des Eibläschens (Follikel) ein, die Eizelle wird mit der Flüssigkeit des Bläschens in den Eileiter gespült. Bleibt dieser „Eisprung“ aus, entstehen Zysten: Die nichtgesprungene Eiblase wächst weiter, die Eizelle stirbt ab, die Hormonproduktion geht aber häufig weiter. Der Zyklus wird durch die hormonell aktive Zyste auf dem Eierstock blockiert. Ursächlich konnte die Hirn­ anhangdrüse in den meisten Fällen nur wenig LH bilden, die Menge reichte für die Auslösung des Eisprungs nicht aus. Ein Signal aus der Leber, die gerade mit einer Energiemangelsituation „kämpft“, verhindert die LH-Produktion. Auch die Abläufe in der hormonellen Kommunikation zwischen Eierstock und Sexual­ zentrum (Hypothalamus) / Hirnanhangdrüse (Hypo­physe) sind störungsanfällig und verursachen Zysten: Wenn das zeitliche Zusammenspiel zwischen LH-Ausschüttung in der Hirnanhangdrüse und Reifung der Eiblase auf dem Eierstock nicht übereinstimmt, kann das LH auf der Eiblasenhülle nicht wirken. Sind die Rezeptoren auf der Eiblase noch nicht oder nicht mehr empfänglich für das LH, verpufft seine Wirkung.

Negative Energiebilanz: ­negative Folgen Die hormonellen Entgleisungen, die zu Eierstockzysten führen, sind sehr vielschichtig. Es kristallisiert sich aber immer mehr heraus, dass eine negative Energiebilanz bzw. eine Ketose nach dem Kalben die wichtigsten Ursachen sind. Kühe, die sich in einem Energiedefizit befinden, bilden nur noch ca. 1/3 der normalen Menge des Eisprunghormon LH – häufig zu wenig, um damit den Eisprung auszulösen (Kasten links). Einen Energiemangel vor und nach dem Abkalben zu vermeiden, frühzeitig zu erkennen und schnell einzugreifen, ist daher für die Zystenprophylaxe entscheidend. Wie schnell eine Kuh auf einen entgleisten Stoffwechsel mit Zysten reagiert, ist dabei ERHÖHTES ZYSTENRISIKO

individuell sehr verschieden. Die Veranlagung hierzu ist allerdings erblich: Es gibt Kuhfamilien, in denen Zysten gehäuft vorkommen. Derzeit arbeiten verschiedene Wissenschaftler weltweit daran, die genetischen Hintergründe für solche Phänomene zu enträtseln. Da insbesondere verfettete Kühe, die zu Laktationsbeginn Körperfett mobilisieren, Risikotiere für Stoffwechselschieflagen, Ketosen und somit Zysten sind, beginnt die Zystenvorsorge bereits in der vorausgehenden Laktation. Maximale Futteraufnahme und Tierkontrolle Zu Laktations­beginn ist Früherkennung der Schlüssel zum Erfolg. Tiere in den ersten WARNSIGNALE

Abbau von Körperkondition

> 1 Konditionspunkt abgebaut

Energiemangel / Ketose

Milcheiweiß < 3,2 % Fett-Eiweiß-Quotient zu Laktations­ beginn > 1,5 Azetontest +

Rohfasermangel / Azidose

Milchfett < 3,6 % Fett-Eiweiß-Quotient < 1 Eingeschränkte Pansentätigkeit: Kieferbewegungen < 55 pro Bissen

Eiweißüberversorgung

Harnstoffwerte > 300 mg/l

Mineralstoffdefizit

Mangel an Selen, Mangan, Kupfer, Zink

Vitaminmangel

Mangel an Vitamin E und ß-Carotin

Pilzgifte

Hohe Mykotoxingehalte Hefebefall in der Silage

Ungünstige Stallverhältnisse

Überbelegung Hitze Hohe Luftfeuchtigkeit Wassermangel

Tabelle 1: Erhöhtes Zystenrisiko Und Warnsignale OV-SYNCH-PROGRAMM 1

OV-SYNCH-PROGRAMM 2

Tag 0 (z.B. Montag): GnRH

Tag 0: GnRH + Prostaglandin

Tag 7 (z.B. Montag): Prostaglandin

Tag 14: Prostaglandin

Tag 9 (z.B. Mittwoch): GnRH

Tag 16: GnRH

Besamung nach 20–24 Std. (z.B. Donnerstag) auch ohne Brunstsymptome

Besamung nach 20–24 Std. (ohne Brunstsymptome)

Zyste verschwunden bei 23 %

Zyste verschwunden bei 66 %

Trächtigkeitsrate: 40 %

Trächtigkeitsrate: 66 % Nach: Hoedemaker, 2007

Tabelle 2: Ov-Synch-Programme

100 Laktations­tagen müssen gut überwacht sein, einer Ketose muss rechtzeitig mit stoffwechselstabilisierenden Substanzen (z.B. Propylenglykol etc.) entgegengesteuert werden. Achten Sie daher immer auf das Fressverhalten von Einzeltieren. Kontrollieren Sie Ihre LKV-Daten: Der Milchfett- und Eiweißgehalt in den ersten 100 Laktationstagen sowie das Fett-Eiweiß-Verhältnis können auf Problemkühe hinweisen (s. Tabelle 1). Ein Ketontest zur Durchführung im eigenen Stall (egal ob Blut-, Milch- oder Harntest) gehört zur Überwachung von Risikotieren dazu. Einfach in der Anwendung liefert er rasch ein Ergebnis, bevor irgendwelche anderen Symptome der Ketose überhaupt bemerkt werden können. Behalten Sie bewusst Ihre Risikotiere im Auge! Neben den fetten Kühen sind dies Mütter von Zwillingen und Tiere mit einer gestörten Nachgeburtsphase, sprich mit Nachgeburtsverhaltung, Milch­fieber, Lahmheiten, Gebär­mutter- oder Euterentzündungen, die (krankheitsbedingt) vor und insbesondere nach dem Ab­kalben zu wenig fressen. Wegen der geringeren Futteraufnahme rutschen sie besonders schnell ins Energieloch. Ungünstige Verhältnisse im Stall verschärfen diese Problematik: Überbe­legung, eine hohe Luftfeuchtigkeit, ein zu geringer Luftaustausch, eine ungenügende Wasserversorgung und warme Außentemperaturen sind Faktoren, die die Futteraufnahme jeder Kuh reduzieren. Die Auswirkung von Hitzestress ist im Sommer nicht zu unterschätzen! Eierstöcke untersuchen lassen In der Integrierten Bestandsbetreuung durch den Tierarzt wird die Eierstockfunktion der frischlaktierenden Kühe routinemäßig untersucht. Zysten, die hierbei innerhalb der ersten 60 Tage nach dem Abkalben festgestellt werden, müssen notiert und nachkon­ trolliert werden. Sie bilden sich zu diesem Zeitpunkt häufig noch von selbst zurück. Tritt


TIERGESUNDHEIT 33

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keine Selbstheilung ein oder werden Zysten im späteren Laktationsverlauf festgestellt, müssen sie behandelt werden. Betriebe, die ohne tierärztliche Bestandsbetreuung arbeiten, sollten daher alle Kühe untersuchen lassen, die in den ersten 80 Tagen nach dem Abkalben nicht von selbst in Brunst kommen. Nur so werden „stille Zysten“ rechtzeitig entdeckt. Da Zysten durch ihre zum Teil enorme Größe stark auf das umgebende Eierstockgewebe drücken, kann es leicht geschädigt werden. Je schneller nach der Zystenentstehung eingegriffen wird, desto besser ist der Behandlungserfolg und umso geringer ist die Schädigung des umliegenden Eierstockgewebes. Welche Therapie angewandt wird, richtet sich beim Einzeltier nach der Konsistenz bzw. Zusammensetzung des Zystengewebes.

12–24 Stunden nach Beginn des Duldungsreflexes besamt. Verläuft die Brunst still, sollten sie für einen guten Trächtigkeitserfolg 56 Stunden nach der Entnahme blind besamt werden. Der häufig beobachtete eitrige Ausfluss nach einer vaginalen Progesteronbehandlung ist die Folge der gereizten Scheidenschleimhaut. Er hat selten negative Auswirkungen auf den Besamungserfolg. Besonderen Schutz des Samens bei einer Besamung „nach Spirale“ bietet eine spezielle Überzugshülle, die eigentlich aus dem Embryo­ transfer stammt. In den letzten Jahren wurde das sogenannte OvSynch-Verfahren zur Zystenbehandlung eingeführt. Die Kühe erhalten am 1. Tag eine Injektion mit GnRH, 7 Tage später Prostaglandin, zwei Tage danach erfolgt eine erneute Injektion mit GnRH. Innerhalb von 20–24 Stunden nach der letzten Injektion wird Hormone statt Abdrücken auch ohne sichtbare BrunstanDas Abdrücken von Eierstock­ zeichen besamt. In einer Studie zysten mit der Hand wird der Tierärztlichen Hochschule kritisch gesehen. Dickwandige Hannover wurde mit einer Zysten unter Umständen mit viel modifizierten Anwendung der Kraftaufwand zu sprengen, heißt Behandlungserfolg deutlich Verklebungen des Eierstocks verbessert (s. Tabelle 2): Zu mit dem Eileiter zu riskieren, Behandlungsbeginn werden die häufig in Unfruchtbarkeit GnRH und Prostaglandin gleichder Kuh enden. Eleganter ist zeitig verabreicht, der zweite es daher, Eierstockzysten so Behandlungstermin (Prosta­ früh wie möglich hormonell zu glandin-Injektion) wird um eine behandeln. Welche Hormonbe- Woche auf Tag 14 verschoben, handlung zur Zystentherapie die 2. GnRH-Injektion erfolgt eingesetzt wird, ist Entscheidung wiederum 2 Tage später: des Tierarztes. Eine bewährte Methode ist z.B. Fazit Durch die enorme das Einsetzen progesteronhalwirtschaftliche Bedeutung der tiger Präparate in die Scheide Zystenkühe ist ein schnelles der Kuh, die dort für 7 bis max. Erkennen und Abstellen der 12 Tage stetig GelbkörperhorRisikofaktoren nach einer kommon an die Scheidenschleimpletten Analyse der Fütterungs-, haut abgeben und dadurch Haltungs- und Managementfehden Zyklus stabilisieren. Wird ler, die im Betrieb gemacht werder Progesteronträger wieder den, unerlässlich. Der Hauptanentnommen, läuft ein neuer satz liegt in der Optimierung der Zyklus an, Brunst und Eisprung Energieversorgung vor und nach folgen. Das mechanische dem Abkalben, der VerbesseEntfernen der Zyste ist überrung der Futterqualität und der flüssig! Dagegen verbessert eine bedarfsgerechten Versorgung mit Prostaglandininjektion 24 Std. Mineralstoffen und Vitaminen vor der Entnahme des Progeste- sowie dem Abschaffen futteraufronpräparats den Behandlungs- nahmebremsender bremsender erfolg. Zeigen sich die Kühe Faktoren im Stall. l in der nachfolgenden Brunst Dr. Jutta Berger ist Tierärztin, Leutkirch, deutlich, werden sie wie üblich Deutschland.

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TIERGESUNDHEIT 35

Risiken für Atemwegserkrankungen bei Kälbern In der kaltnassen Jahreszeit steigt das Risiko für Atemwegserkrankungen (Pneumonien) für Kälber wieder sehr stark an. Welche Bedingungen verschärfen das Risiko für solche Erkrankungen? Was können wir tun, um vorzubeugen? Diese Punkte sollen im Folgenden diskutiert werden. Von Hans-Jürgen Kunz

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ie Anfälligkeit der Kälber­lunge für Atemwegserkrankungen wird häufig unterschätzt. Die Gründe dafür liegen in dem besonderen Aufbau der Lunge des Rindes. Beispielsweise beträgt die Alveolarfläche, das heißt, die Fläche in der Lunge, die für den Gasaustausch zur Verfügung steht, beim ausgewachsenen Rind pro kg Körpermasse nur etwa 0,6 m². Beim Menschen hingegen sind es 1,1 m² und bei Ziegen, Hunden und Katzen etwa das Fünffache. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Alveolen in der Rinderlunge vergleichsweise schlecht mit Blutgefäßen versorgt sind. Dadurch wird der Sauerstofftransport bzw. der Kohlendioxidabtransport begrenzt. Das bedeutet, die Lungenkapazität ist im Vergleich zu einer Lunge mit gleichgroßer alveolarer Oberflä-

che, aber einer besseren Versorgung mit Blutgefäßen, herabgesetzt. Aus diesen Gründen muss ein Rind beim Atmen bereits im Ruhezustand einen größeren Teil seiner Lunge nutzen, als das bei anderen Tieren der Fall ist, das heißt, es muss deutlich tiefer und schneller ein- und wieder ausatmen. Das wiederum hat zur Folge, dass auch Keime und Staubpartikel in größerem Maße über die Luft mit aufgenommen werden. Etwa 80% der Keime sind an Staubpartikel gebunden. Für das Rind als Steppentier ist das eigentlich kein Problem, da in der freien Natur die Keimbelastung minimal ist. In Ställen kann die Keimbelastung pro Kubikmeter Luft durchaus in die hunderttausende gehen.

bei Kälbern durchgeführt hat, belegen, dass die Lunge im Anschluss der Geburt noch zu über 40% mit Flüssigkeit gefüllt ist. Es dauert etwa 14 Tage, bis diese Flüssigkeit vollständig resorbiert

ist und die volle Lungenkapazität zur Verfügung steht. Aus diesem Grund ist es durchaus sinnvoll, Kälber zumindest innerhalb dieses Zeitraumes zum Beispiel in Einzeliglus zu halten. Dort

Für Kälber nach der Geburt gibt es noch einen zweiten Aspekt, der beachtet werden muss. Computertomographische Untersuchungen, die Bernd Linke (2009)

(ab dem 8. Lebenstag)

Bestandsimpfung Fotos: © Kunz

E i n E r Abb. 1: Starke Temperaturschwankungen können ebenso wie ­Zugluft oder schleusender Wind bei niedrigen Temperaturen ­Pneumonien auslösen (hier: Kalb mit massiver Pneumonie).

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Abb. 2: Geschädigte Lunge in Folge einer Pneumonie.

Abb. 3: Kälbernester sind in Neu- und Altbauten ein geeignetes ­Mittel, um Kälbern gegenüber Temperaturschwankungen und schleusendem Wind Schutz zu bieten.

schwerwiegende Atemwegserkrankungen hervorrufen können (Übersicht 1). Der Zeitraum für diese Temperaturveränderungen in diesen Untersuchungen betrug vier Stunden. Insbesondere bei Temperaturschwankungen in den niedrigen Bereich kam es zu starken pneumonischen Veränderungen. Davon waren ganze Lungenlappen mit bis über 50% des Lungengewebes betroffen. Bei starken Temperaturschwankungen mit Werten von 35°C war zwar der Anteil an derartigen schweren Pneumonien geringer, dafür gab es in diesem Bereich jedoch auch viele vereinzelte Pneumonieherde im Bereich der Spitzenlappen.

haben sie keinen Stress, saubere Luft und kommen nur begrenzt mit Erregern von Atemwegserkrankungen anderer Kälber in Kontakt. Die Einzelhaltung trägt dazu bei, dass die noch eingeschränkte Lungenfunktion nicht überbeansprucht wird. Genau das kann sehr leicht passieren, wenn Kälber in eine Gruppenbucht eingestallt werden.

nicht erwähnt wurden, tragen dazu bei, dass die Lunge zu den empfindlichsten Organen des Rindes bzw. des Kalbes gehört.

Zu den größten Risiken für Atemwegserkrankungen bei Kälbern gehören in der jetzigen kaltnassen Jahreszeit die häufig

Vorsicht Wetterrisiko! Die Anpassung an unterschiedlich hohe Temperaturen ist für das Rind im Normalfall kein Pro­ blem. Treten jedoch Temperaturschwankungen innerhalb kurzer Zeit auf und unterschreiten oder Die komplette funktionelle Lun- übersteigen sie eine Temperaturgenreifung ist beim Rind erst mit differenz von 10°, dann stoßen einem Gewicht von etwa 300 kg auch die Kompensationsmeabgeschlossen, das heißt, bis zu chanismen, insbesondere bei etwa diesem Gewicht kommt es Kälbern und Jungrindern, an ihre noch zur Neubildung von Alveo- Grenzen. Eine Untersuchung len. Diese und andere physiolo- von Reinhold und Elmer (2002) gische Besonderheiten, die hier zeigt, dass trotz gleichbleibender

Luftfeuchte Temperaturschwankungen vom Normalbereich hin zu niedrigen, ebenso aber auch zu hohen Temperaturen Gruppe Temperatur Relative Luftfeuchtigkeit Anzahl Kälber Keine makroskopisch sichtbaren Anzeichen einer Pneumonie Vereinzelte Pneumonieherde im Bereich der Spitzenlappen

Starke pneumonische Veränderungen (Ausmaß: ganze Lungenlappen bis über 50% des Lungengewebes)

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B

C

5 °C 60% 12

35°C 60% 11

18–20°C 60% 8

67%

30%

100%

0%

50%

0%

33%

20%

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Übersicht: Schweregrad der pathologisch-anatomischen ­Lungenveränderungen

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36 TIERGESUNDHEIT


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Abb. 4a und 4b: Insbesondere in kalten Nächten sollten in den Herbst- und Wintermonaten Jalousien rechtzeitig geschlossen werden, um gerade bei aufkommendem Wind Zugluftprobleme zu verhindern. auftretenden großen Temperaturschwankungen in Verbindung mit kalter Luft, die bei aufkommendem Wind über die Zuluft­ öffnungen auf Kälber trifft. Als wirkungsvolles Hilfsmittel haben sich in diesem Bereich Kälbernester bewährt, so wie sie im Holsteiner Kälberstall für die ersten drei Lebens­monate vorgesehen sind. Wenn sie eingebaut werden, haben die Kälber zu jeder Zeit Gelegenheit, sich vor kalter, herabfallender Luft oder auch vor seitlicher Zugluftbewegung zu schützen. Voraussetzung ist, dass die Deckel der Kälbernester wirklich wandbündig sind und ebenso die seitlichen Schwenktore mit der Rückwand dicht abschließen. Die seitlich geschlossenen Schwenktore dürfen in diesem Fall auch nicht zu hoch über dem Boden angebracht sein, da ansonsten kalte Zugluft darunter in die Kälbernester eindringen kann. Der Spalt zwischen Boden und Schwenktor sollte darum immer von der Stroheinstreu verschlossen sein und entsprechend nicht mehr als 25 cm betragen.

es wichtig, dass die Zuluftöffnungen nachts und bei kaltem Wind verschlossen werden, um ein Auskühlen der Tiere bei starken Tag-Nacht-Temperaturschwankungen zu verhindern. Für größere Kälberställe, die mit Jalousien ausgestattet sind, gibt es die Möglichkeit, eine automatische Steuerung einzubauen, die die Jalousien temperatur- und windgeschwindigkeitsabhängig öffnen und schließen.

Ammoniak bleibt ein Pro­blem Insbesondere in Tiefstreuställen kann Ammoniak zum Problem werden. Wir wissen, dass Ammoniak in Verbindung mit der Flüssigkeit der Atemwege sich zu ätzenden Laugen verbindet und damit die Atemwege reizt und anfällig für Pneumonieerreger jeglicher Art macht. Auch wenn es schwer ist, Ammoniakkonzentrationen in den für Kälber schädigenden Konzentrationen in der Luft zu messen, so wissen wir doch, dass Konzentrationen, die wir mit der bloßen Nase wahrnehmen, ausreichen können, um die Kälberlunge zu schädigen. In Verbindung mit den zuvor genannten niedrigen TemEin Problem kann es immer peraturen und Zugluft können noch bei den größeren Kälbern/­ sich so die Probleme sehr schnell Jungrindern geben, die kein potenzieren. Kälbernest mehr haben. Auch ihre Lungen sind, wie die Abhilfe kann bei Ammoniak­ zuvor erwähnten Untersuchun- problemen nur ein engeres gen gezeigt haben, noch sehr Ent­mistungs­intervall schaffen. empfindlich und können schnell Frische und vor allen Dingen erkranken. Für diese Tiere ist ausreichende Einstreu gibt

Kälbern zudem die Möglichkeit, sich zu schützen und den eigenen Wärmehaushalt leichter zu regulieren. Für Kälber in der Milchphase ist eine ausreichende Energieversorgung über die Milch ebenso notwendig. Fazit Lungen von Kälbern und Jungrindern bis zu einem Gewicht von etwa 300 kg sind noch in der Entwicklung begriffen und zudem auch aufgrund der besonderen morphologischen Struktur deutlich empfindlicher gegenüber Atemwegserkrankungen als bei anderen Tieren und auch dem Menschen. Es ist darum sehr wichtig, diese Tiere nicht nur vor qualitativ schlechter Luft, wie zum Beispiel ammoniakhaltiger Luft, zu schützen, sondern auch dafür Sorge zu tragen, dass Kälber keinen zu großen Temperaturschwankungen, insbesondere in Verbindung mit einströmender kalter Luft, ausgesetzt sind. Als Schutz haben sich beispielsweise Kälbernester gut bewährt. Aber auch bei der Belüftung der Ställe, zum Beispiel über Jalousien, muss darauf geachtet werden, dass bei aufkommendem Wind und plötzlich stark fallenden Temperaturen, wie sie in der kaltnassen Jahreszeit immer wieder auftreten, Zuluftöffnungen rechtzeitig reguliert werden. l

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Dr. Hans-Jürgen Kunz ist Experte in der Landwirtschaftskammer Schleswig-­ Holstein, Deutschland.

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Luftrate ist nicht gleich Luftrate Stallklima Wie man Rinder im Stall mit ausreichend Frischluft versorgt, ohne sie schädlichen Kaltlufteinflüssen auszusetzen, weiß LK-Experte GOTTFRIED ETLINGER. Dimensionierung Moderne Außenklimastallungen für Rinder lassen sich entsprechend orweg sei hier angemerkt: großzügig öffnen und die LuftGrundsätzlich sollten die strömungen in den wärmeren Zu- und Abluftflächen Monaten verhalten sich annäin modernen Kuhställen möghernd wie im Außenbereich. lichst großzügig und flexibel mit Bei geschlossenen Stallungen schließbaren Zuluftöffnungen bestimmt das installierte Zugestaltet werden. Die zugeführte und Abluftsystem die LuftströLuft muss wirklich Frischluftmung. Wird die Luft nur über qualität haben und darf nicht mit wenige Öffnungen in den Stall Schadgasen belastet sein, zum eingebracht, ist die StrömungsBeispiel aus Zuluftöffnungen geschwindigkeit hoch und die über dem Wirtschaftsdüngerlager. Luftbewegungen im Tierbereich kann man kaum kontrollieren. In den Sommermonaten erreicht LUFTRATEN KÄLBER/JUNGVIEH/MASTRINDER NACH CIGR man daher sehr oft nicht den gewünschten Durchlüftungseffekt Lebend­ Sommerluft­ und die Stalltemperatur steigt gewicht kg raten m³/h stark an. In der Übergangszeit können bei starken Tempera40 35 turschwankungen punktuelle 50 39 Lufteinträge, besonders bei 100 75 Kälbern und Jungrindern, erhebliche gesundheitliche Pro150 106 bleme verursachen. Auch Tiere 200 137 in Anbindehaltung sind einem 300 191 höheren Risiko ausgesetzt, 400 239 da sie sich diesen schädlichen Luftströmungen nicht entziehen 500 283 können. Von Gottfried Etlinger

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LUFTRATEN MILCHVIEH MIT 700 KG LG, SCHWERKRAFT­ LÜFTUNG (NACH CIGR)

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Milchleistung in kg

Sommerluft­ raten m³/h

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375

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10.000

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12.000

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Die Empfehlungen der CIGR ­liefern Richtwerte für die Luftvolumenströme in Abhängigkeit von Milchleistung bzw. Lebendmasse der Tiere.

Trauf-Firstlüftung Einfach und bewährt in der kälteren Jahreszeit ist die Trauf-Firstlüftung. Sie ist in der Rinderhaltung weit verbreitet für die Belüftung von Ställen in den kälteren Monaten. Neben der Einhaltung der erforderlichen Lüftungsquerschnitte ist auf das Einbringen der Frischluft besonderes Augenmerk zu legen. Zuluftöffnungen direkt über dem Ruhebereich der Tiere sind dagegen problematisch. Um Kaltluftabflüsse in den Liegebereich zu vermeiden, empfiehlt sich die Montage sogenannter Luftleitplatten. Sie leiten die Frischluft mindestens 1,5 bis zwei Meter ins Stallinnere. Die eingeleitete Luft vermischt sich mit der aufsteigenden wärmeren Luft und verteilt sich zugluftfrei im Liegebereich. In der Gruppenhaltung von Kälbern im Stall bietet das Kälbernest den Tieren eine Rückzugsmöglichkeit mit einem eigenen Mikroklima. Ein weiterer Faktor für die einwandfreie Funktion der Trauf-Firstlüftung ist die Systemhöhe. Das ist der lotrechte

RICHTIGE VENTILATOREN Derzeit werden viele Ventilatoren zur Unterstützungslüftung in Rinderställen angeboten. Um die passende Technik für den eigenen Stall zu finden, sollte der Landwirt folgende Punkte beachten: + Ventilatoren immer in den Stall drückend montieren; + ungehindertes Ansaugen von Nord bis Ost nach Süd bis West; + ungehindertes Ausblasen in Richtung Offenfronten; + Ausblasen von belasteter Stallluft, Keimen und ­Bakterien;

+ Wurfweiten der Venti­ latoren beachten und der Stalllänge anpassen; + Ventilatoren nicht direkt über den Köpfen im Liegebereich montieren + keine Liegeplätze in einem Abstand von zwei bis drei Meter zum Ventilator + leichte Neigung nach unten mit maximal zehn Grad + optimaler Luftgeschwindigkeitsbereich von 2,5 bis 0,5 Meter pro Sekunde + Luftfeuchte von mehr als 80 Prozent vermeiden


STALLKLIMA 39

Abstand zwischen der Zuluftöffnung und der Austrittskante am Abluftkamin oder Lüftungsfirst. Eine Systemhöhe von weniger als zwei Metern ist nicht zulässig. Viele Stallungen werden ganzjährig über Fenster und Türen mit Frischluft versorgt. Vor allem in den Wintermonaten und in der Übergangszeit können die Temperaturen bei der Fensterlüftung aber stark schwanken, vorzugsweise in den Abend- und Nachtstunden. Um zu verhindern, dass Tiere direkten Kaltlufteinflüssen ausgesetzt werden, sind zuluftführende Fenster über Liegebuchten im Winter unbedingt zu schließen. Futtertischlüftung Eine empfehlenswerte Alternative zur Fensterlüftung ist die Futtertischlüftung. Bei diesem

System wird die Luft bodennah direkt am Futtertisch eingeleitet. Dort gelangt sie direkt an die Atmungsorgane der Tiere. Die Futtertischlüftung eignet sich für Neu- und für Altbauten.

haben gezeigt, dass Temperaturen von 70° C und mehr unter der Dachkonstruktion keine Seltenheit sind. Um die durch Hitzestress bedingten Erscheinungen zu vermeiden oder zumindest zu verringern, werden Unterstützungslüftung In verstärkt Ventilatoren in den den Zeiträumen mit hohen Stallungen montiert. Die durch Außentemperaturen, also vom die Ventilatoren erzeugte Luftbespäten Frühjahr bis in den frühen wegung empfinden die Tiere als Herbst hinein, findet in offeangenehm, das ist der sogenannnen und auch in geschlossenen te „Wind-Chill-Effekt“. Stallungen der erforderliche Mit der Gestaltung der klimaLuftwechsel nur ungenügend tischen Bedingungen im Rinstatt. Es besteht die Gefahr von derstall sollte man schon in der Leistungrückgang durch HitzePlanungsphase beginnen. Setzt stress. Zusätzlich zu den hohen man Empfehlungen zu einer entStalltemperaturen durch mansprechenden Frischluftversorgung gelnde Luftbewegung kommt in entsprechend um und beurteilt vielen Fällen noch ein enormer Tierbeobachtung und eigene Wärmeeintrag über dunkle und Empfindungen über das momenungedämmte Dächer. Messungen tane Stallklima richtig, schafft der LFZ Raumberg-Gumpenstein man als Landwirt eine wichtige

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RICHTWERTE FÜR SCHWERKRAFTSYSTEME

Systemhöhe

Gesamt-­ Abluftfläche

Gesamtfläche an ­Toren, Türen, ­Fenstern etc.

m

m²/Rind GVE

m²/Rind GVE

2

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3

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6

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10

0,031

12 und mehr

0,024

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In Abhängigkeit der Systemhöhe müssen die Abluftöffnungen ­entsprechend dimensioniert sein.

Basis für leistungsfähige und gesunde Rinder in seinem Stall. Luftrate nach CIGR Die Werte für die Luftraten nach der aktuellen DIN 18910-1 gelten nur für geschlossene, zwangsgelüftete Stallungen. Diese sind in der Praxis, vor allem in der modernen Milchviehhaltung, in den wenigsten Fällen anwendbar. Für Stallungen mit Schwerkraftlüftung (freie Lüftung) lassen sich im Sommer entsprechende Luftraten aus den Empfehlungen der Internationalen Kommission für Agrar- und Biosystemtechnik, kurz CIGR, ableiten. Bei den Angaben handelt es sich um rechnerische Werte, die man als Richtwerte betrachten sollte. l Ing. Gottfried Etlinger ist Stallbauexperte der LK Niederösterreich.

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40 STALLBAU

Abb. 1: Quarantäneabteil im Gewölbestall mit Porenlüftung

Abb. 2: Idente Ausführung der Mastphase 2 in allen Abteilen mit Vollspalten und Porenlüftung

Planungs- und Ausführungsfehler in heimischen Stallungen Die Bedeutung und Auswirkung der unmittelbaren Haltungsbedingungen auf die Tiergesundheit und damit auf die Leistung der Nutztiere ist enorm, sowohl im negativen als auch im positiven Sinne. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass wir im Rahmen unserer Betriebsbesuche im gesamten Bundesgebiet – dies passiert in den allermeisten Fällen durch Kontaktaufnahme durch den betreuenden Veterinär – eine unglaubliche Vielzahl an krankheitsfördernden Problemen in den heimischen Stallungen vorfinden. Diese Aussage erfährt zunehmende Brisanz, wenn wir darauf hinweisen müssen, dass wir vor allem neu errichtete und in Betrieb genommene ­Stallungen besuchen. Erwartungshaltung werden die Tiere aber nur gerecht werden, on den Tieren werden wenn ihnen durch den Tierhalter in logischer Konsequenz entsprechende „leistungsfördernentsprechende Leistungen de“ Haltungsbedingungen zur im Hinblick auf Zunahmen und Verfügung gestellt werden. Das Milchproduktion erwartet. Dieser hätte die Konsequenz, dass spezi-

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ell die im Bundes­tierschutzgesetz verankerten Bereiche Luft (als Frischluft mit Temperatur und Feuchtegehalt), Licht und insbesondere Schad- bzw. Fremdgase in einem Bereich gehalten werden, der für die Tiere als unschädlich zu bezeichnen ist. Praxisbetrieb Anonym Im vorliegenden Fall, er soll nur beispielhaft für die oben genannten Fälle näher dargestellt werden, erfolgte die Kontaktaufnahme durch Dr. Markus Königshofer von der Tierärztegemeinschaft Traunkreis Vet Clinic in Ober­ österreich. Folgende Details wurden uns vom Veterinär, im Zusammenhang mit dem Ersuchen um Hilfestellung, übermittelt: – Rindermastbetrieb mit ca. 500 Maststieren

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Abb. 3: „Straßenstall“, ebenfalls mit Porenlüftung und Vollspalten – Die Kälber werden mit 2 Liter morgens) und beKranke Kälber sollten so ca. 100 kg in einer Grupkommen über den Zeitraum frühzeitig erkannt und entpengröße von 33 Stück vom von 10 Tagen eine Einstellsprechend therapiert werden Viehhändler, meist bei einer prophylaxe in die Tränke. (Fiebersenker, Schleimlöser, Versteigerung, zugekauft. Entwurmung & Enträuden mit Antibiotika …). – Ein ehemaliger Milchvieh-­ Eprinex Pour on. – Trotz lückenloser Impfung und Gewölbestall dient als Quaran- – In der ersten Einstellwoche versuchter Stallklimaoptimietänestall, wobei die für einen werden sie zusätzlich das erste rung leiden die AufzuchtgrupQuarantänestall notwendige Mal mit Bovigrip plus und pen (150–250 kg) immer wieder Hygiene nicht die erforderliche einer stallspezifischen Myko­ an respiratorischen ErkrankunAufmerksamkeit erfährt. plasmen-Vakzine geimpft. gen, die in Kümmern oder bis – Die Kälber werden nach 4 Wochen später erfolgt die hin zu Todesfällen enden. ca. 6 Wochen abgetränkt zweite Teilimpfung. – Als extremes Beispiel: Von (MAT mit 33 % Süßmolkean- – Nach allen Impfungen wird 16 außerordentlich (keine teil, 4 Wochen 2 Mal 2 Liter mind. 3 Tage lang Fieber Quarantäne) eingestellten MAT, dann 2 Wochen 1 Mal gemessen und dokumentiert. Kälbern, die vor dem

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42 STALLBAU

4431 Haidershofen | Tröstlberg 35 | Tel. 074 34/42 588 | Fax DW 25 | www.max-lochboden.at Rinderprofi Zukauf schon abgetränkt waren, sind fast alle an einer akuten Coccidiose (Durchfallerkrankung) erkrankt, welche die Immunab­wehr zusätzlich geschwächt hat. In der Folge sind 8 dieser Kälber trotz ­Impfung und massiver Therapie an chronischer Lungen­ entzündung verendet, der Rest kümmert vor sich hin. – Leider sind auch von ­„optimal“ eingestallten Kälbern (Quarantäne, MAT, Einstellprophylaxe, Impfung …) im Laufe der letzten 3 Monate 5 Kälber an akuter und chronischer Lungenentzündung trotz massivster ­Therapie verendet! Diagnostisch (­ Sektionsmaterial, tiefe Nasen­tupfer, Trachealspülproben …) finden wir immer wieder Mykoplasmen sp. (neben Pasteurellen, Strepto­ kokken und leider immer ­wieder auch BRSV). – 13 Totalausfälle allein in 4 Monaten trotz eines massiven Medikamenteneinsatzes – dies ist eine Katastrophe für alle Beteiligten! Neben dieser Punktation wurde ein Befund und Bildmaterial übermittelt und in der Folge ein Betriebsbesuch vereinbart, welcher am 02.02.2015 stattgefunden hat. Am Betrieb selbst ergibt sich folgender Mastverlauf: – Zukauf von ca. 33 Tieren aus verschiedenen Herkünften (Versteigerung) mit einem ­Gewicht von ca. 100 kg.

Die Tiere werden in einem sogenannten Quarantänestall eingestallt. Unter Quarantäne versteht sich eine „vorübergehende Isolierung von Personen, Tieren, die von einer ansteckenden Krankheit befallen sind oder bei denen Verdacht darauf besteht (als Schutzmaßnahme gegen eine Verbreitung der Krankheit)“ (Quelle: Duden online 2015). Im Bereich der Tierhaltung zielt ein Quarantäneabteil insbesondere auf den Bestandsschutz ab. Darunter versteht sich nicht nur eine Unterbindung des Erreger- bzw. Keimdruckes, der sich aus dem Mix der zugekauften Tiere gegenüber dem Tierbestand an der Hofstelle ergibt. Zusätzlich soll der Quarantänebereich dazu dienen, dass die Tiere einem einheitlichen Tiergesund- heitsstatus durch optimierte stallklima­ tische Bedingungen zugeführt werden. Das vorliegende Quarantäneabteil verfügt über eine Schubstangenentmistung, die in der Folge über einen Querförderer in den Außen­ bereich entmistet. Die Tiere werden auf Stroh gehalten und über eine Porenlüftung, auf Basis Unterdruck, mit Frischluft versorgt (Abb. 1). – In der Folge wechseln die ­Tiere mit zunehmendem Gewicht in die benachbarten Fresser- bzw. Vormastabteile. Diese verfügen ebenfalls über eine Unterdruck-Porenlüftung, die Tiere werden nicht mehr auf Stroh, sondern auf Vollspalten mit Gummimatten-

Abb. 4: Endmastbereich mit befahrbarem Futtertisch auflage gehalten (Abb. 2). – In der Mastphase 3 herrschen idente Bedingungen, die Tiere stehen ebenfalls auf Vollspalten mit Gummimatten, die Zuluft gelangt über eine Porenlüftung in den Tierbereich und wird über die elektronisch geregelten Ventilatoren wieder abgesaugt (Abb. 3). – Für die Endmast wechseln die Tiere in zwei nebeneinander positionierte Stallhallen. Diese sind über regelbare Fensterbänder zuluftseitig versorgt, die Abluft wird über einen Luft-Lichtfirst ins Freie verbracht (Abb. 4).

innerhalb des Quarantänestalles und den weiteren anschließenden Mastabteilen befinden. All diese Abteile befinden sich an der unmittelbaren Hofstelle, im Erdgeschoss und innerhalb des für dieses Gebiet typischen Vierkant­hofes (Abb. 5). Zur Detektion von Lüftungsmängeln werden von uns Rauchpatronen verschiedener Farben und Rauchmengen verwendet. Diese Vorführungen sollen dem Landwirt die Luftführung in das Abteil, die Verteilung im Abteil und die Verbringung nach außen vor Augen führen. Jedes Unterdruck-Zugluftsystem bringt zwangsläufig mit sich, dass die Luft durch jene Öffnungen MÄNGELDETEKTION in das Abteil gefördert wird, an dem sie den geringsten WiderQuarantäne­abteil In der stand erfährt. Die im QuarantäSchilderung durch den Veterinär neabteil und in den Vormastabwar auffallend, dass sich die teilen installierte Porenlüftung vorherrschenden tiergesundheit- weist an sich einen Widerstand lichen Probleme insbesondere von etwa 10 bis 30 Pascal auf.

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STALLBAU 43

Abteil 2 Dieses schließt unmittelbar an das Quarantäneabteil an und beinhaltet aus diesem Grund den Querförderer der Schubstangenentmistung. Das Abteil selbst ist mit einem Vollspalten-Güllesystem ausgestattet. Der aufgrund des höheren Tiergewichts und der damit verbundenen höheren Ventilatorleistung stärkere Unterdruck in Abteil 2 bewirkt, dass sowohl aus dem Quarantänebereich als auch vom außenliegenden Festmistlager und über den Querförderer Falschluft angesaugt wird. Zu diesen Mängeln gesellen sich zwei Öffnungen, die von der Außenwand in den unmittelbaren Tierbereich führen.

Abb. 5: Vierkanthof mit Tierhaltung im Erdgeschoss An der Ecke und Außenwand des Vierkanthofes zeigt sich eine alte Ansaugöffnung (Abb. 6) mit einem Durchmesser von 14 cm. Mit einer gemessenen Zuluftgeschwindigkeit von 3,5 m/sec. ergibt sich allein durch diese Öffnung eine Zuluftmenge von 194 m³/Std. Dieser Anteil an Zuluft sondert sich aufgrund der in der Wintersituation kalten und damit schwereren Zuluft direkt über der Gülleoberfläche ab und nimmt mit zunehmender Dauer mehr und mehr an Schadgasen, insbesondere Ammoniak, auf. Eine weitere Öffnung (Abb. 7) zeigt sich in nur 1 Meter Entfernung. Ein undichter Gülleschieber fördert mit denselben negativen Eigenschaften Falschluft in das Abteil. Nicht überraschend messen wir bei derartigen Mängeln einen Ammoniakgehalt im Bereich des Spaltenbodens, der den Wert von 50 ppm

überschreitet. In Anbetracht der Tatsache, dass ab 20 ppm bereits gesundheitliche Beeinträchtigungen des Respirationstraktes samt der Lunge vorliegen, liegt hier Gefahr in Verzug vor. Noch fataler im Hinblick auf die Tiergesundheit ist eine weitere Öffnung, die in den Gülle-

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Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, alle weiteren Öffnungen nach außen zu schließen bzw. sorgfältig abzudichten. Nachdem dieses Abteil mit einer Schubstangen- entmistung ausgeführt ist, die durch einen Wanddurchlass in einen Querförderer und in der Folge nach außen mündet, muss hier zwangsläufig mit einem Lufteintrag gerechnet werden. Die Menge an Falschluft allerdings, die durch diese Öffnung in den direkten Liegebereich der Kälber eindringt, ist enorm. Sie wird in den Wintermonaten mit sehr kalten Bedingungen und angereichert durch die Konvektion über den Festmist, der am Lager liegt, zu einem unkalkulierbaren Risiko. In keinem Fall sind das Bedingungen, die es in einem Quarantäneabteil braucht, um den Status der Tiergesundheit zu verbessern oder den Erregerdruck zu minimieren.


44 STALLBAU

Abb. 6: Offene Ansaugöffnung an der Außenwand

Abb. 7: Undichter Gülleschieber saugt Frischluft in den Güllebereich

siehe Abb. 8), gelangt auch hier Falschluft in den Tierbereich.

Abb. 8: Regenwasserleitung in den Güllebereich

Mängelbehebung Es ergeht die dringende Aufforderung an die Beratung und an die ausführenden Firmen, die Gülleleitungen mit einem entsprechenden Gasverschluss bzw. abgedichteten Schiebern auszuführen. Dazu gibt es ausreichend Literatur. Die gezeigten negativen Einflüsse aus einem Güllelager oder einem benachbarten Abteil sind nicht nur in zwangsentlüfteten Abteilen anzutreffen. Auch bei natürlicher bzw. Schwerkraftlüftung reicht der erzeugte Unterdruck aus, um massiv negative Falschlufteinträge aus dem Gülle- oder Festmistlager in den Tierbereich zu fördern.

Zusammenfassung Im Auftrag des betreuenden Veterinärs wurde ein Rindermastbetrieb im Hinblick auf anhaltende Abb. 9: Gasverschluss - OKL Merkblatt 24, Düngersammelanlagen tiergesundheitliche Probleme für Wirtschaftsdünger untersucht, die in einem Zeitraum von einigen Monaten zu bereich und über diesen in den zweifellos vorliegen, wieder in einer Vielzahl an Ausfällen Tierbereich führt. Eine Gülledas System rückgeführt werden. geführt hat. Die im Februar 2015 leitung aus dem „Straßenstall“ durchgeführte stallklimatische führt über das sogenannte Reser- Straßenstall Auch dieses Abteil Untersuchung zeigte in allen Abveabteil – darin werden kranke beinhaltet einen undichten teilen erhebliche, teils schwere Tiere und Kümmerer gehalten – Gülle­schieber. Neben diesem Mängel. Die Installierung eines und von diesem in das Abteil 2. führt eine weitere Öffnung in Quarantäneabteils, insbesondere Dieser Mangel komplettiert die den Güllebereich. Mit der Inten- wenn Zukäufe von Kälbern aus Negativliste für das Abteil 2, er tion, zur Verdünnung der Gülle verschiedenen oder mehreren hat aber mit Sicherheit die tierRegenwasser direkt von der Herkünften vorliegen, ist eigentgesundheit- lich negativste Aus- Dachkonstruktion einzuleiten lich unerlässlich. wirkung, weil damit alle Erreger, (dabei endet das Kunststoffrohr Eine solche Maßnahme beinhaltet die in diesem „Krankenstall“ direkt unter dem Spaltboden, allerdings ein Abschotten der

zugekauften Tiere für einen Zeitraum von etwa zwei Wochen von der Herde. Unter den Bedingungen, die auf diesem Mastbetrieb vorgefunden wurden, kommt es zu einer Verschleppung des importierten Erregerspektrums innerhalb des gesamten Mastbetriebes. Die erhöhten Ammoniakwerte führen zu einem vermehrten Auftreten von sogenannten Sekundärinfektionen. Maßnahmen, welche durch den betreuenden Veterinär gesetzt werden, haben in derartigen Fällen kaum eine Wirkung, weil die krankheitsfördernden Bedingungen nicht abgestellt werden. Das Ausmaß an Leistungsminderung und die negative wirtschaftliche Konsequenz sind von enormer Bedeutung. Ein Großteil der vorgefundenen und detektierten Mängel konnte in kurzer Zeit und ohne großen Aufwand beseitigt und abgestellt werden. Eine Verbesserung der tiergesundheitlichen Situation war laut Veterinär bereits nach wenigen Wochen erkennbar. Dass der hier dargestellte Fall kein Novum ist, zeigt die Tatsache, dass dieselbe Problematik auf 7 von 10 untersuchten Betrieben, die in den letzten Wochen untersucht wurden, vorgefunden wurde. Das Problem betrifft Rinder- und Schweinebetriebe gleichermaßen. l Ing. Eduard Zentner, Institut für artgemäße Tierhaltung und Tiergesundheit, Abteilung Stallklimatechnik und ­Tierschutz, Raumberg-Gumpenstein.


FIRMEN BERICHTEN 45

Automatische Melksysteme: GEA bringt die Monobox Mit dem Monobox-Melkroboter will der Melktechnikhersteller GEA ganz besonders Familienbetriebe mit Kuhherden bis 70 Tiere ansprechen. rinderprofi war bei einer Präsentation im deutschen Thüringen vor Ort.

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ine häufigere Futtervorlage sorgt für höhere Futteraufnahme und ea Farm Technologies sieht Deutschland, den Nieder­landen bessere Milchleistung und Tiergedie Zukunft einer effizien- und Kanada im erfolgreichen sundheit. Das Optifeeding System ten Milchviehhaltung eng Praxiseinsatz. Wie beim automa- mischt Grundfutter in einem stationämit einer durchdachten Autotischen DairyProQ-Melkkarussell, ren Futtermischer und belädt vollaumatisierung verbunden, erklärte das für Großbetriebe gedacht tomatisch einen GrundfutterverteilArmin Tietjen, Vice President des ist, werden alle Arbeitsschritte wagen – den RA135. Er kann bis zu Unternehmens. Die weltweite (Zitzenreinigung, Ansetzen der 48 Futterfahrten pro Tag machen und Nachfrage nach Milch und Milch- Melkbecher, Melkvorgang und mit dem Futterschieber wird das Futprodukten werde wachsen und Dippen) automatisch und in ter gleichzeitig zu den Kühen rangedarauf müsse man sich einstellen. einem Arbeitsgang durchgeführt. schoben. Mit dem elektrisch angetrieDie optimale Betriebsgröße der Zur Basisausstattung gehört das benen, stationären Futtermischwagen Zukunft hänge eng mit intelliautomatische Dippen der Zitzen (inklusive Waage) können exakte genten technischen Lösungen im Melkbecher ebenso wie die Misch­rationen erstellt werden. zusammen. Dadurch könnten viertelindividuelle Messung INFORMATION: DeLaval GesmbH, immer mehr Kühe von einer der Milchmenge, der LeitfähigTel.: 06225-3126-0; Arbeitskraft betreut werden. Für keit, der Milchfarbe sowie der austria.info@delaval.com, die typischen Familienbetriebe Milch­temperatur. Diese Daten www.delaval.at

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in Österreich sei die neue GEA Monobox ideal. Die Monobox erfordert eine Grundfläche von rund 5,10 Quadratmetern und Platz für den Kuhverkehr. Sie ist einfach zu transportieren und sehr rasch vor Ort zu installieren. Die Monobox ist mit dem neuen Melkmodul „DairyProQ“, gleich wie die vollautomatisierten Melkkarusselle ausgestattet und bereits in mehreren Betrieben in

werden auch zur Mastitiserkennung heran­gezogen. Als Option ist neben der serienmäßigen Kraftfutter­versorgung auch eine zusätzliche Flüssigfütterung erhältlich. Die Markteinführung des neuen Monoboxsystems in Österreich ist im Laufe des nächsten Jahres geplant. Der bisherige Melkroboter MIone wird weiterhin als Mehrboxanlage erhältlich sein. l

Mus-Max | Neue Flachsilofräse

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ie bewährte V15A-Silofräse von Mus-Max wurde überarbeitet und neu auf den Markt gebracht. Sie ist bei niedrigen und hohen Fahrsilos einsetzbar und für bis zu 80 Stück Vieh im Stall bestens geeignet. Arbeitsgänge wie fräsen, mischen, Behälterfüllen, transportieren, links und rechts verteilen – alles passiert in wenigen Minuten (Fräszeit bei Mais: 2 Minuten und Fräszeit bei Gras: 4 Minuten). Der größte Vorteil der V15A ist aber der feste, unbeschädigte glatte Futterstock, der im Fahrsilo zurückbleibt. INFORMATION: auch zu den ­Maschinenvorführungen, Landtechnik Urch GmbH, Tel.: 03464/2252 bzw. unter: www.mus-max.at!

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ngeboten werden unter anderem Kunststoff-­Abdichtungen für Güllelagunen, Speicherteiche, Biotope, Pools, Flachdächer; Sanierung von Altgüllegruben und Abdichtungen für ­ Regenwasserbehälter. Und auf­ grund langjähriger ­Erfahrung kennt Fa. Fuchs die Vorteile von Kunststoffabdichtungen, die in jeder Größe angeboten werden, ganz genau: Zunächst ist Kunststoff die preisgünstigste Variante, dazu kommt der rasche Einbau, bei Bedarf sind auch ein Rückbau oder eine Erweiterung jederzeit möglich. INFORMATION: Manfred Fuchs, Tel.: 0664/223 45 53, 03334/31 66, ­manfred.fuchs@fuchs-­ abdichtungen.at, www.fuchs-abdichtungen.at


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ie neuen Futtermischwagen-Modelle sind mit einem Volvo-Motor ausgestattet (143 bis 218 PS). Gegenüber den bisherigen Aggregaten sorgt er für doppelt so lange Wartungsintervalle. Der optimierte Frontscheibenwinkel sorgt für mehr Platz in der Kabine und weniger Verschmutzung. Die LED-Lichtleiste im Dachgitter sorgt für eine optimale Ausleuchtung des Haupt-Arbeitsbereichs in einem Umkreis von 3 Metern. Hohen Bedienkomfort gewährleistet die CAN-Bus-Steuerung. INFORMATION: www.siloking.com

urch die Pelletierung der Dinkelschalen ist dieses ursprüngliche Abfallprodukt zu einer nützlichen Einstreu für verschiedene Zwecke geworden. Sie sind in der Handhabung wesentlich einfacher als gemahlenes Stroh geworden. Durch die Pelletierung ist auch der Liegekomfort in den Liegeboxen wesentlich gestiegen. Die Kühe machen sich regelrecht eine Wanne, in der sie vor allem gelenkschonend und daher sichtlich gerne liegen. INFORMATION: Vogl GmbH, Tel. 06216/4512 Lager: Aigner, Lochen, Tel. 07745/8206

aneele für Decke und Wand, schnell und einfach (auch zur Selbstverlegung) im Neubau und zur Sanierung über alte Fliesen und Anstriche, Blech, Holz, Gipskarton … Die Großformatplatten sind wasserdicht, fugenlos, schimmelfrei, milchsäurebeständig, lebensmittelrein durch glatte, steinharte Oberfläche und entsprechen den EU-Hygienerichtlinien. Ideal für Melkstand, Stall, Lebensmittelproduktion, Küche, Kühlraum, Dusche, Sanitär. INFORMATION: Isotherm, Tel. 02732 / 76 660, www.isotherm.at

s ist wichtig, den Liegebereich der Kühe so optimal wie möglich zu gestalten, denn durch ein verbessertes Liegeverhalten kann eine Leistungssteigerung der Herde von 2–3 Liter Milch pro Kuh und Tag realisiert werden. Die Bräuer Comfort Relax Liegebucht erfüllt alle Anforderungen einer perfekten Box. Die ideale Kombination zur Comfort Liegebox sind die Bräuer Sandbettwaben. Die sehr stabilen Wabenmatten, die mit Sand und Stroh abgedeckt werden, geben dem Tier ein angenehmes Steh- und Liegegefühl. INFORMATION: www.bräuer.cc

Erfolgreich Klauen-Dippen!? Infektiöse Klauenerkrankungen sind weit verbreitet und verursachen große Verluste. Das Produkt eimü Klauen-Sprint hat sich in einer regelmäßigen Routine-Prophylaxe bezüglich Infektionsabwehr an der Klaue sehr bewährt, die sich an das r­ egelmäßige Zitzendippen nach dem Melken anlehnt. Das Prinzip ist, Regelmäßigkeit und die Konditionierung der Haut, dass Erreger erst gar nicht angreifen können. Dazu ist die Haut widerstandsfähig zu halten und Mikroverletzungen als Eintrittspforten für Erreger zu vermeiden. Dabei hat sich als vorbeugende Managementmaßnahme das regelmäßige Einsprühen der gesamten Herde zweimal pro Woche vorzugsweise im Melkstand oder im Fressgitter mit dem zugehörigen Drucksprüher mit Sprühlanze auf die ungesäuberte Klaue als hocheffektiv bewährt. Ähnlich wie man durch tägliche Zitzendesinfektion nach dem

­ elken eine regelmäßige Haut­ M konditionierung vorbeugend durchführt, ist ebenso eine gleicher­ maßen regelmäßige vorbeugende Klauen-­Konditionierung unverzichtbar. Sie haben Fragen zum Produkt oder wünschen eine Beratung? Wir helfen Ihnen gerne weiter:

Servicetelefon Klaue: Eimermacher Österreich 07242/46909-0 office@eimermacher.at A-4641 Steinhaus/Wels

ie zunehmende Automatisierung in der Rinderfütterung wurde bereits erfolgreich mit dem Transfeed DEC Fütterungsroboter von Schauer begleitet. Als Messeneuheit 2015 präsentiert nun Schauer die StrohCut – einen Vorlagerbunker mit langsam laufender und strukturschonender Schneideinrichtung für Heu und Stroh. Der neue Melk­ Guide erleichtert die Melkarbeit und hindert die Kühe am Betreten der Liege­ boxen im Melkstand-Wartebereich. Der weiter­ entwickelte und zur Serie gereifte ENRO Entmistungsroboter ist flexibel im Einsatz und besticht durch seine einzigartige Bedienerfreundlichkeit durch PC-Routenplanung. INFORMATION: www.schauer-agrotronic.com

uer stellt für jedes Gebäude und für jede Anforderung die optimale und passende Krananlage zusammen. Auer Kräne sind hochwertig verarbeitet und liefern Qualität, die viele Jahre hält, was sie verspricht. Kräne mit einem Bruttohubgewicht von 3–24 Metertonnen und Armlängen bis 15 Meter stehen zur Verfügung. Kombiniert mit einer Auer Heutrocknungsanlage ist man darüber hinaus vom Wetter unabhängig und für die Zukunft gerüstet. Kompetente Beratung und ­Unterstützung bei der Planung bietet Auer Landmaschinenbau GmbH, ­ auer@auerlmb.at, Tel. 07215 22740, www.auerlmb.at


Roboter­ melken | von hinten Agrotor Brise | Groß­raum­decken­ ventilator

I

m Sommer 2015 stellten die Brise ihre beeindruckende Leistungsfähigkeit in Kuh- und Rinderställen europaweit unter Beweis. Der Brise (Ø 4,37 m, 1,1 kW, IE2) garantiert den Abbau des Hitzestresses durch die Bewegung großer Luftmengen und hohe Luftgeschwindigkeiten. Temperaturabhängig wird die Drehzahl mit höchster Energieeffizienz durch einen Frequenzumformer geregelt. Der BRISE kann einfach montiert werden – „plug & play“. INFORMATION: AGROTOR GmbH, Tel. +49 3 53 43 / 70 22 80, info@agrotor.de

Pöttinger | ­Neueste Ladewagentechnik als „Kombinierer“

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öttinger bietet nun den beliebten und bewährten EUROPROFI auch als Kombiwagen an. Noch leistungsfähiger, mehrzwecktauglich und für 39 mm Kurzschnitt ausgestattet, geht der komplett überarbeitete Ladewagen an den Start. Erfolgreich

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ls erster auf dem Markt führt BouMatic Robotics das neue Robotermelken ein: ein fortschrittliches, patentiertes System, bei dem die Kuh zwischen den Hinterbeinen gemolken wird. Eine völlig neue Herangehens­weise an das automatisierte Melken. Dies bringt unmittelbare Vorteile für den Kuhverkehr, das Tierwohl und den Schutz des Robotersystems. Der MR-S1 ist einfach zu bedienen, hat geringe Wartungskosten, ist flexibel, dauerhaft und zuverlässig. INFORMATION Andreas Graf Melktechnik e.U., Tel.: 03842 261 32, service@graf-melktechnik.at, melktechnik.at

gelingt es Pöttinger dabei, Bewährtes (wie die eigens entwickelte und patentierte „EASYMOVE“ Messerbalken-Ausschwenkung) mit Neuem (wie dem patentierten „TWINBLADE“ Doppelmesser mit Einzelmessersicherung) zu verbinden. Dem Entwicklungsteam ist es gelungen, die bewährte Leichtzügigkeit des Vorgängers weiter zu entwickeln und damit kann der EUROPROFI COMBILINE mit Traktoren von 130 bis 220 PS betrieben werden. Geblieben ist die bewährte 6-reihige Pendel-Pick-up mit beidseitiger Kurvenbahnsteuerung, um bestmögliche Bodenanpassung zu gewährleisten und damit sauberes Futter zu fördern. Sparen Sie jetzt 50 EUR pro m3 DIN Ladevolumen beim Kauf eines Ladewagens. Informieren lohnt sich auf alle Fälle! Der Erfolg spricht für sich: Pöttinger Ladewagen sind heute weltweit die Nummer 1. INFORMATION: www.poettinger.at

Schaumacid | Drink für die ­erfolgreiche ­Kälberfütterung

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ie beste Versorgung der Kälber ist ausschlaggebend für ihre spätere Leistung. Das Ansäuern der Milch mit Schaumacid Drink sorgt für eine verbesserte Futterhygiene und eine stabilere Verdauung. Durch die pH-Wert-­ Absenkung wird die Keimbelastung der Milch reduziert und somit dem Durchfallrisiko vorgebeugt. Zusätzlich wird die Kaseingerinnung im Labmagen gefördert und die Verdauung im Darm des Kalbes stabilisiert. So sichern Sie sich vitalere und gesündere Kälber und legen den Grundstein für eine erfolgreiche Aufzucht. INFORMATION: www.schaumann.at

Impfen | gegen Rinderflechte

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ie Rinderflechte ist eine der häufigsten Hauterkrankungen unserer Rinder. Der Hautpilz befällt vor allem Jungrinder und Tiere, die neu in den Bestand kommen. Er kann auch über Neuzugänge eingeschleppt werden und sich dann im Bestand verbreiten. Die Infektion führt zu kreisrunden, haarlosen, geröteten Stellen an Kopf, Hals und Rumpf. Diese Stel-

Pawin | ­Modernster Milchfilterschlauch

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er derzeit am Weltmarkt modernst produzierte Milchfilterschlauch kommt aus einem Familienbetrieb in Oberösterreich. Ein völlig neuartiger Ultraschallschweißkopf ermöglicht es, eine äußerst schmale, jedoch extrem reißfeste Naht, in allen Größen, herzustellen. Dies hat den Vorteil gegenüber herkömmlichen Filtern, eine Filtrationsfläche von mehr als 96% zu erhalten und auch eine optimale Zirkulation der Milch zu gewährleisten. Weiters werden auch die altbewährten Vliesscheiben hergestellt. INFORMATION: www.pawin.co.at

len verursachen bei den betroffenen Tieren Unbehagen und Schmerzen und heilen nur sehr langsam ab. Die Folgen sind schlechtere Mast- und Milchleistungen. Außerdem erzielen erkrankte Tiere schlechtere Bewertungen und Preise bei Ausstellungen und beim Verkauf. Besonders wichtig ist auch, dass sich Menschen anstecken und an hässlichen Veränderungen, besonders im Gesicht und an den Händen, erkranken können. Oft bleiben nach der Abheilung Narben zurück. Wenn der Erreger erst einmal einen Tierbestand infiziert hat, hilft nur die konsequente Impfung, da die Sporen in der Umwelt lange überleben und leicht übertragen werden. Den seit vielen Jahren bewährten Impfstoff gegen die Rinderflechte von MSD Tiergesundheit gibt es jetzt auch in einer großen Handelsform. Nach zweimaliger Impfung sind die Tiere, und damit auch ihre Betreuer viele Jahre geschützt. INFORMATION: Dr. Simone Steiner, MSD-Tiergesundheit, simone.steiner@merck.com


P.b.b. 02Z033612M SPV Printmedien GmbH, Florianigasse 7/14, 1080 Wien Sonderausgabe Blick ins Land Oktober Retouren an „Postfach 555, 1008 Wien“

Melkroboter MIone Innovatives MilkRack - Revolutionäres Ansetzverfahren! Auf der letzten Eurotier wurden die neuen, vollautomatischen Melkeinheiten „DairyProQ“ für Melkkarusselle vorgestellt. Daraus wurde für den Melkroboter ein spezielles „MilkRack“ abgeleitet. Durch die flexible Konstruktion des Armes ist ein Verbiegen ausgeschlossen und gleichzeitig eine stabile Ansetzposition garantiert. Dieses neue, innovative, patentierte Ansetzverfahren wird nun beim Melkroboter MIone eingesetzt.

Intelligentes Melken - Ihre Kühe werden es lieben! Wir beraten Sie gerne und stehen für weitere Informationen zur Verfügung - besuchen Sie auch unsere Homepage www.gea.com. GEA Melken & Kühlen | WestfaliaSurge

GEA Farm Technologies Austria GmbH Gewerbestraße 5 • 5325 Plainfeld Tel. 06229 / 2679-0 • Fax 2679-822 office.at@gea.com • www.gea.com

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03/15 Rinderprofi  

Das Magazin für moderne Rinderhaltung

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