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AUGUST 2019

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THEMA 3


4 ANALYSE

Massive Schäden durch Rehwild. Der nicht geschädigte Trieb im linken Bereich zeigt den Unterschied. (Aufnahme vom 17. Mai)

Am Kordonschnitt bildeten sich gleichmäßige und kräftige Triebe aus. Der erhöhte Reservestoffspeicher des alten Holzes ist besonders in Stresssituationen vorteilhaft.

Immer flexibel bleiben Herausforderungen 2019 Der Konsument erwartet vom Winzer eine gleichbleibende bis steigende Weinqualität. Aufgrund der variierenden Witterung in den einzelnen Jahren steht der Winzer vor unterschiedlichen Herausforderungen. Das Weinbaujahr 2019 Bei allem Bemühen um eine kontinuierliche Trauben- und Weinqualität gewinnt die Flexibilität des Einsatzes zielführender Maßnahmen zunehmend an Bedeutung. Der Konsument erwartet vom Winzer eine gleichbleibende bis steigende durchwegs eine gute Option, (Knospenaufbruch am 10. April) kann der erhöhte VON ERHARDAufgrund KÜHRER der variierenden Weinqualität. Witterung in den einzelnen Jahren steht der Reservestoffum dem Trockenstress besser und daraus ergibt eineBemühen erspeicher Winzer vor unterschiedlichen Herausforderungen. Beisich allem um einebeim Kordonschnitt entgegenzutreten. In feuchten verantwortlich sein. Reserveshöhte Spätfrostgefahr bis Mitte kontinuierliche Trauben- und Weinqualität gewinnt die Flexibilität des Einsatzes Sommern hingegen können die Mai. Spätfrostereignisse sind lickt man auf die Tempetoffe helfen, Stresssituationen zielführender Maßnahmen zunehmend an Bedeutung. vermehrt eingelagerten Reserzum Glück 2019 ausge­blieben. ratur- und Niederschlagsbesser zu bewältigen. Eine früher Austrieb birgt aber grafiken (Abb. 1 und 2) soundEin könnte vestoffe zu sehr kompakten Blickt man auf die TemperaturNiederschlagsgrafik (Abb. 1und 2)derartige so kannStresssituation man ein erhöhtes Risiko an kann mandass erkennen, dass Jahr auch 2019auch sich durch die Trockenheit im Trauben mit einer erhöhten wettermäßig einem erkennen, auch das bislang keineswegs Wildunddie Knospenschäden. das Jahr 2019 bislang Augustvon des Vorjahrs bei gleichFäulnisgefahr führen. durchschnittlichen Jahrkeinesentspricht. So lagen Monatsmitteltemperaturen wegs wettermäßig einemzu durchzeitig hohem Ertragsniveau Jänner bis April deutlich hoch. Dieses Jahr verursachten Rehe durch den Entwicklungsschnittlichen Jahr entspricht. ergeben haben. Würden sich Rebblüte – ein sehr sensib­ So lagen die Monatsmitteltembei uns vermehrt trocken-heiße ler Zeitpunkt Die Rebblüte stillstand im Mai erhebliche peraturen von Jänner bis April Schäden an den jungen Trieben. Jahre einstellen, so wäre der war 2019 in nur drei Tagen von deutlich zu hoch. Umstieg auf Kordonschnitt Mitte April konnte man auch 10. bis 13. Juni ­abgeschlossen. Niederschlagsverteilung 2019 erkennen, dass der KordonWetterstation Krems, Quelle: ZAMG Wien 120 Austriebsphase (sehr früh schnitt gleichmäßigere und kräfund stockend) Die höheren tigere Triebe ausbildete als die 100 Temperaturen führen zu einem Krems, Vergleichsstöcke mit StreckerWetterstation Quelle: 80 deutlich verfrühten Austrieb schnitt. Als mögliche Ursache

B

Niederschlag in mm

Temperaturverlauf, Krems 2019

°Celsius

25 20 15 10 5 0 -5

1 0,7

2 3,4

3 4 5 6 7 7,8 11,3 13,0 23,3 21,8

10

11

12

MW 81-10 -0,6

0,6

4,9 10,0 15,1 18,2 20,3 19,3 14,5 9,1

4,1

0,2

2019

8

9

60 40 20 0

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 2019 24,0 3,4 15,521,6111,27,240,4 MW 81-10 19,019,233,336,164,086,476,178,749,930,931,325,2 Abb.2: Wasser ist 2019 der begrenzende Faktor. Die Niederschläge im Mai haben

Abb. 1: Mittelwert Temperaturender dereinzelnen einzelnen Monate Monate 2019 Abb. 2: Niederschlagsverteilung Wetterstation Krems – den Weinbau vor einer Missernte bewahrt.2019, Bewässerungsmaßnahmen werden durch Abb.1: Mittelwert derder Temperaturen 2019 am Standort Krems die zunehmende Trockenheit immer wichtiger. Standort Krems imzum direkten Vergleich zum 30-jährigen Mittel-Alle Monatswerte Wasser ist 2019 der begrenzende Faktor. Die Niederschläge imam direkten Vergleich 30-jährigen Mittelwert (1981-2010). wert über (1981–2010). Alle Mittelwert Monatswerte über dem im Mai haben den Weinbau vor einer Missernte bewahrt. lagen dem langj. mit lagen Ausnahme deslangjährigen Monats Mai. Besonders groß war Mittelwert mit Ausnahme des Monats Mai. Besonders groß war die Bewässerungsmaßnahmen werden durch die zunehmende Austriebsphase (sehr früh und stockend) die Abweichung im Monat Juni mit mehr als +5°C! Abweichung im Monat Juni mit mehr als +5° C! (Quelle: ZAMG Wien) Trockenheit immer wichtiger. (Quelle: ZAMG Wien) Die höheren Temperaturen führen zu einem deutlich verfrühten Austrieb (Knospenaufbruch am 10. April) und daraus ergibt sich eine erhöhte Spätfrostgefahr bis Mitte Mai. Spätfrostereignisse sind zum Glück 2019 ausgeblieben. Ein früher Austrieb birgt aber auch ein erhöhtes Risiko von Wild- und Knospenschädlingen.

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ZAMG Wien


ANALYSE 5

An diesem Geschein warten schon viele Ohrwürmer auf den Blüte­ beginn. Der Ohrwurm ist ein Allesfresser und ernährt sich unter anderem auch von Pollen. Verantwortlich dafür war die hohe Temperatur. Trotz massivem Wachstumsschub (Zuwachs von 3 Blättern in einer Woche) und Maximal­ temperaturen von über 30° C ist das Ergebnis durchwegs zufriedenstellend. So ist die durchschnittliche Beerenanzahl zwar geringer als im Vorjahr (leichte Verrieselung), aber hoch genug, um einen guten Ertrag zu gewährleisten. Bereits 11 Tage nach der Blüte machte sich die zunehmende Trockenheit bemerkbar. Der Beerendurchmesser blieb deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Das Erstauftreten bedeutender Pilzkrankheiten wie ­Peronospora (Falscher Mehltau) und Schwarzfäule zu Beginn der Blüte fand durch die trocken-heiße Witterung ein rasches Ende. Die Befallsstellen vertrockneten aufgrund fehlender Niederschläge und die Krankheiten konnten sich nicht ausbreiten. Anders war es hingegen bei den tierischen Schaderregern wie dem Gemeinen Ohrwurm. Dieser gilt in der Regel als Nützling. In den letzten Jahren hat er sich durch die für ihn sehr günstigen Witterungsbedingungen jedoch so stark vermehrt, dass es immer wieder zu Schäden an den Trauben und im Wein gekommen ist. So frisst er an beschädigten Beeren und verschleppt Botrytissporen (Botrytis, Traubenfäule) innerhalb des Bestands. In kompakten

Trauben fühlen sich die Ohrwürmer besonders wohl und führen dort zu einer Verunreinigung im Inneren der Trauben. Der Ohrwurmkot kann im Wein zu Fehltönen führen. Mit Blütebeginn wandert der Ohrwurm auf die Rebstöcke, um sich vom Pollen der Rebblüte zu ernähren. Mit Bambusfallen lässt sich die Populationsdichte beobachten. Sobald die Schadensschwelle von durchschnittlich 50 Individuen pro Falle überschritten wird, wird eine Behandlung mit einem Insektizid empfohlen. Seit einigen Jahren werden auch Fraßschäden durch Heuschrecken (Langfühlerschrecken) an Weinlaub beobachtet. In einem Versuch der Weinbauschule Krems konnten im Vorjahr

bislang ungeklärte Fraßbilder an reifen Trauben diesen Heuschrecken zugeordnet werden. Im Juni 2019 wurde ein besonders starkes Auftreten in der Nähe von Böschungen beobachtet. Aufgrund einer fehlenden Indikation ist keine direkte Bekämpfung der Heuschrecken im Weinbau möglich. Es können nur Zusatzwirkungen von Insektizidanwendungen, wie z. B. einer Traubenwicklerbekämpfung zur Befallsreduktion der Heuschrecken, genützt werden. So wurde an der Weinbauschule Krems bei einer standardmäßigen Sauerwurmbekämpfung (2. Traubenwicklergeneration) mit einem zugelassenen Insektizid nicht nur der Traubenwickler wirksam bekämpft, sondern gleichzeitig die Anzahl der Ohrwürmer und auch der Heuschrecken reduziert. Auch die Mäusepopulation profitiert von der heißen und trockenen Witterung, und so ist es dieses Jahr besonders im östlichen Weinviertel zu massiven Ernteverlusten bei ­Getreide

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Tage nach der Blüte machte sich die zunehmende Trockenheit bemerkbar. Der Beerendurchmesser blieb deutlich hinter dem Vorjahr zurück (Abb.5). 6 ANALYSE/MANAGEMENT

Beerendurchmesser in mm

Beerenwachstum nach Blüteabschluss, Sandgrube, GV 37-40

16 14 12 10 8 6 4 2 0

2019 2018 1 5 9 13 17 21 25 29 33 37 41 45 49 53 57 61 65 69 73 77 81 85 89

Tage nach Blüteende

Abb. 3: Beerenwachstum nach Blüteabschluss, Sandgrube, GV 37– 40. Die Trockenheit im Juni und Juli 2019 führte in der 1. Wachstums­ Abb.5 Trockenheit im Juni und Juli 2019 führtealsinim der 1. Wachstumsphase zu phaseDie zu deutlich kleineren Beerendurchmessern Vorjahr. Die deutlich kleineren Beerendurchmessern als im Vorjahr. Die Gefahr von kompakten Gefahr von kompakten Trauben in der 2. Wachstums­phase nimmt Trauben dadurch in ab.der 2. Wachstumsphase nimmt dadurch ab. gekommen. Nun fürchtet man den, dass die KordonschnittvaDas Erstauftreten bedeutender Pilzkrankheiten wie Peronospora Schäden an den reifenden riante den zunehmenden Stress(Falscher Mehltau) und Schwarzfäule zu Beginn der Blüte fand durch die trocken heiße Witterung ein Trauben durch Mäusefraß. Der wachstumsmäßig besser ausgleiFraßschaden auf der vertrockneten chen konnte aufgrund als die Streckerrasches Ende.begünstigt Die Befallsstellen fehlender Niederschläge einen das Eintreten von sich nicht schnittvariante. und dieSeite Krankheiten konnten ausbreiten. Anders war es hingegen bei den Sekundärschaderregern tierischen Schaderregernwie wie dem Gemeinen Ohrwurm (Abb.6). Dieser gilt in der zum Beispiel Pilzinfektionen Die trockene Witterung Regel als Nützling. In den letzten Jahren hat er sich durch reduziert die für ihn sehr günstigen und andererseits eine Verunreieinerseits das Risiko Pilzin- wieder zu Schäden Witterungsbedingungen jedoch so stark vermehrt, dassvon es immer nigung der Trauben durch Mäufektionen, andererseits wird die an den Trauben und im Wein gekommen ist. So frisst er an beschädigten Beeren und Entwicklung von innerhalb Insekten und sekot. AuchBotrytissporen hier muss versucht verschleppt (Botrytis, Traubenfäule) des Bestands. In begünstigt. Selbstwohl Nützwerden, durch verschiedene kompakten Trauben fühlen sich dieMäusen Ohrwürmer besonders und führen dort zu Maßnahmen die Population auf der linge wie derDer Ohrwurm können Management Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Verunreinigung im Inneren Trauben. Ohrwurmkot kann im Wein zu ein erträgliches Maß redubei einem übermäßigen AuftreFehltönen führen. Mitzu Blütebeginn wandert der Ohrwurm auf die Rebstöcke sich in derum Weinbaubranche haben sich in den letzten zieren. Eineder Möglichkeit ten (Abb.6). zu Schädlingen werden. Es lässt sich die vom Pollen Rebblüte wäre zu ernähren Mit Bambusfallen ständig verschärft. Hieraus ergibt sich für die Montage von Aufsitzstangen ist deshalb auf geänderte Jahrzehnten Populationsdichte beobachten (Abb.7). Sobaldwichtig, die Schadensschwelle von für Greifvögel am Rande von Witterungsbedingungen und die Unternehmen die Forderung nach Rationalisierung durchschnittlich 50 Individuen pro Falle überschritten wird, wird eine Behandlung mit Weingärten. Zusätzlich können veränderte Rahmenbedinguneinem Insektizid empfohlen. der betrieblichen Abläufe, um die Produktion von mit einer Bodenbearbeitung gen entsprechend zu reagieren. Mäusenester zerstört oder verDies erfordert eine Beobachtung Trauben und Wein zu steigern, zu verbessern und zu z. B. anhand eines Monitorings. schüttet werden. Reichen diese verbilligen. Anhand von SchadensschwelMaßnahmen nicht aus, können aktive Gänge mit Gift-Linsen len sind im Bedarfsfall gezielte belegt werden. Bewerber wählen ein in ihren Maßnahmen zu setzen. Nur VON ALOIS F. GEYRHOFER Augen attraktives Unternehmen, so können der Ertrag und die mit dem sie ihre Bedürfnisse und erforderliche Traubenqualität Die heiße und trockene WitteInteressen abdecken können. gesichert werden. rung der letzten Jahre stellt die urch den planmäßigen W Diese Formen des Wandels Winzer und deren Pflanzen vor Einsatz von Arbeit konfrontieren die Unternehmen neue Herausforderungen. In und sachlichen Mitteln Ing. Erhard Kührer ist Leiter in mit großen Herausforderungen. Versuchen der Weinbauschule im Weinbaubetrieb entsteVersuchswesen und Rebschutzdienst an Erstens, die Qualitätsansprüche Krems konnte beobachtet werder Wein- & Obstbauschule Krems. hen die Güter Trauben und der Kunden nehmen zu und Wein, die mittelbar oder die Produktqualität hat einen unmittelbar den Bedarf – das besonderen Stellenwert erlangt; heißt die Bedürfnisse, die zweitens, die Anzahl der ProKonsumenten aufgrund ihrer duktvarianten (Amphoren-Wein, Kaufkraft befriedigen wollen Reh Hase Maus Vogel STUNK STUNK mit Orange Wine, „Pet Nat“ usw.) und können – decken. Für die STUNK Duftsäulen steigt; drittens, die Entwicklungsproduzierenden Unternehmen bewährt und nachhaltig zeiten für neue oder geänderte hat sich dabei über mehrere Jahrzehnte hinweg ein Wandel Produkte müssen kürzer werden; viertens, die Lieferfristen vom Anbieter- zum Käufersinken; fünftens, die Anforderunmarkt vollzogen. gen des Arbeitsplatzes nehmen STUNK STUNK Aber auch die Rekrutierung von zu und sechstens, damit verbunDuftsäule Vogel Duftsäule Wild den, die Suche nach geeigneten Arbeitskräften hat sich gewanGrewe Wild-Fernhaltung Mitarbeitern, die möglichst viel delt: Nicht nur das Weinunter0049 (0) 29 72 - 97 85 388 D-57392 Schmallenberg zum Erfolg des Unternehmens nehmen sucht geeignete Mitwww.wild-fernhaltung.eu grewe.vertrieb@gmx.de beitragen, gestaltet sich immer arbeiter aus, sondern auch die

Niedrigere ­Kosten – stärker im Wettbewerb

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weisen in zwei Ausprägungen vor: dem Maximal(Haushalts-) prinzip und dem Minimal(Spar-) prinzip. Ersteres verlangt, mit den gegebenen Mitteln nach Möglichkeit einen hohen Ertrag zu erzielen (Beispiel: hoher Umsatz von Tafeltrauben mit verfügbarem Werbeetat). Hingegen fordert Zweiteres, eine vorbestimmte Leistung mit möglichst geringen Mitteln zu erreichen (Beispiel: niedriger Werbeaufwand für Umwerbung der Stammkunden mit Wein-Sonderangeboten). Mit dem rationalen Gestalten der Leistungserstellung kann ein Weinunternehmen schwieriger. Um zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, mehrere Ziele verfolgen: in erster Linie Senkung der Kosten, dient hier als Hilfsmittel die Rationalisierung, welche sowohl aber auch Steigerung des Ertrags, Gewinnerzielung bzw. -steigedie Herstellung und Lagerung rung, Erhöhung der Ausbrinvon Produkten betrifft als auch Planungs-, Steuerungs- und Kon- gungsmenge von Erzeugnissen und nicht zuletzt Humanisierung trollaufgaben umfasst. Rationader Bedingungen für die Mitarlisierung in der Weinwirtschaft beiter. bedeutet die wohlüberlegte (rationale) Anwendung von wissenschaftlichen, technischen und Ursprünglicher Anlass zur Rationalisierung in den Betrieben organisatorischen Mitteln mit dem obersten Ziel, die Kosten zu war, durch den Einsatz moderner senken. Daneben darf der Faktor Technik die Produktionsmenge zu steigern. Heute sind die AnBetriebsführung nicht vergeslässe vielfältiger geworden: sen werden, welche sich den – Die Konkurrenzfähigkeit der veränderten Betriebsabläufen eigenen Produkte setzt deren und Marktbedingungen anpassen kostengünstige Herstellung muss. voraus. Auf Preissenkungen der Konkurrenz ist mit KosZiele, Anlässe und Ansatz­ teneinsparungen – beispielspunkte der Rationalisierung weise durch eine verbesserte Die Forderung nach RationaliOrganisation der Abläufe sierung bei der Herstellung von in der Kellerwirtschaft – zu Trauben und Wein ist durch das reagieren. ökonomische Prinzip (Wirtschaftlichkeitsprinzip) begründet. – Die Qualitätsansprüche der Kunden haben sich Es kommt bei den Handlungs-

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8 MANAGEMENT

Zu den Ansatzpunkten der Rationalisierung zählen neben der Arbeitsleistung auch die Erzeugnisse und/oder Erzeugnisteile sowie die Produktionsverfahren und deren Organisation. Heute bezieht sich rationales Handeln im Betrieb auf den Ersatz von Mitarbeitern durch Maschinen oder auf die Überlegung, Teile der Produktion fremd zu beziehen. Aus dem grundsätzlichen Gedanken heraus, dass die zu erledigende Arbeit zunächst aufzuteilen und anschließend zu einer Gesamtleistung zusammen­zuführen ist, ergeben sich auch einzelne Konzepte für die Rationalisierung. Produktivität und Wirt­ schaftlichkeit als Messzah­ len der Rationalisierung Die Einführung von Rationalisierungsmaßnahmen in die Praxis zwecks planmäßiger Verwirklichung des ökonomischen Prinzips in der Weinwirtschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung. Als Maßstabwerte in der betriebswirtschaftlichen Theorie für den innerbetrieblichen, aber auch zwischenbetrieblichen Vergleich hinsichtlich rationalem Einsatz der Produktionsfaktoren dienen die beiden Messzahlen Produktivität und Wirtschaftlichkeit. Dabei handelt es sich um eine Zusammenfassung von quantitativen, das heißt in Zahlen ausdrückbaren Informationen.

Ergiebigkeit der betrieblichen Faktorkombination, als Verhältnis von Produktionsergebnis (Output) und an seiner Erstellung beteiligten Input-Menge. Dabei wird die Gesamtproduktivität – Verknüpfung zwischen Produktionsergebnis (Kilogramm Trauben, Liter Wein) und Einsatzmengen (­Betriebsmittel, Arbeitskraftstunden) aller Faktoren – von der partiellen Produktivität unterschieden, deren Ermittlung hauptsächlich den Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital gilt. Zu messen ist die Produktivität als Quotient des Ertrags bzw. der Leistung und des Faktoreinsatzes (technische Produktivität) oder durch das Verhältnis von Produktionswert zum Kapitaleinsatz (Kapitalproduktivität) bzw. zum Arbeitseinsatz (Arbeitsproduktivität). Hierbei wird der gesamte Ertrag dem Einsatz eines Faktors Saisonbeginn Um auf die kommende Ernte richtig zugerechnet, beispielsweise der vorbereitet zu sein, müssen Fässer und Behälter Ertrag pro eingesetzter Arbeitsentsprechend gereinigt und behandelt werden. Hier kraftstunde oder pro eingesetztem Euro. Die Produktivität als einige Tipps. Messgröße für die Rationalisierung ist für die betriebliche auszuspritzen und noch einmal Praxis brauchbar, bereitet aber as Holzfass mit Wein zu wässern. Danach sind die auch Schwierigkeiten, da die volllegen, wenn möglich Fässer in der Regel gut vorbeFaktoren heterogene, nicht-addas ganze Jahr über. reitet zur Herbsteinlagerung. dierbare Größen sind (zum Da diese Maßnahmen kurz vor Beispiel Qualität). Eine Nasskonservierung ist zweckmäßig, und am kostengüns- Herbst durchgeführt werden sollen, genügt jetzt ein schwacher Wirtschaftlichkeit Der Austigsten ist die Verwendung von Einbrand mit Schwefelschnitten, druck Wirtschaftlichkeit steht da- SO2-Gas aus der Druckflasche. für, inwieweit eine Tätigkeit dem – bis 6 Monate Konservierungs- um das Fass kurzfristig zu konWirtschaftlichkeitsprinzip genügt. zeit: 300 g SO2/1.000 l Wasser servieren. Im Unterschied zur Produktivität – über 6 Monate Konservierungsist die Wirtschaftlichkeit wertmäzeit: 500 g SO2/1.000 l Wasser Weinähnliche Lösung Zum Einstellen eines pH-Werts von ßig erfassbar: Für eine bestimmte Die so entleerten Fässer sind 3,0 werden 3 kg Zitronensäure in Handlung wird die Relation gründlichst mit Frischwasser 1.000 Liter Wasser aufgelöst. Das zwischen dem HandlungsergebVorteile der Nasskonservierung so angesäuerte Wasser wird nun nis und dem dafür notwendigen mit 50 bis 70 g SO2 je 1.000 Liter Mitteleinsatz eruiert. Deren Wer+ für sichere Konservierung Wasser versetzt. Aufgrund der te ergeben sich durch das Messen geeignet vorangegangenen Säuerung wirkt von Erträgen und Aufwänden + kein Schrumpfen der Holzfassdie zugesetzte SO2 nun genauso bzw. Erlösen und Kosten. Ein dauben Rationalisierungsprojekt ist beikonservierend wie im Wein. Eine + Fässer bleiben frisch anschließende gründliche Reinispielsweise dann wirtschaftlich, + unter Umständen Ablösen von wenn das festgestellte Verhältnis gung ist notwendig. Weinstein gleich eins ist; übersteigt es den Wert eins, wird ein kalkulatoriDie Trockenkonservierung scher Gewinn erzielt. W Nachteile der Nasskonservierung durch Abbrennen von Schwefelschnitten kann Nachteile haben. – hoher Frischwasserverbrauch

Auf die Ernte vorbereitet sein

D

Prof. MMag. DI Alois F. G ­ eyrhofer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für

­Maschinenwesen und Digitalisierung an

Produktivität Die Produktivität ist definiert als mengenmäßige

der HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg.

– erhöhte Abwasserabgaben – Maßnahmen zur Vermeidung der Abwasserbelastung – schädigt auf Dauer das Holz

Sollen in diesem Herbst Fässer verwendet werden, die über Jahre nur trocken konserviert wurden, so sollte auf Folgendes

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verändert; davon betroffen sind sowohl das Produkt selbst als auch die Beratungs- und Serviceleistung. Ebenso umfasst der Kauf eines Produkts immer häufiger auch die ökologische Leistung, zum Beispiel das Recycling von Weinflaschen. – Die internationale Öffnung der Märkte bewirkt einen gewissen Zwang zur Rationalisierung. Unter anderem wird die asiatische Konkurrenz durch ein kostengünstiges und schnelles Produzieren immer mehr wahrgenommen.


MANAGEMENT 9 Nachteile der ­Trockenkonservierung – Im Holzfass reichert sich u.U. Schwefelsäure an, negative sensorische Beeinflussung des Weins – Die Holzdauben können schrumpfen – „Anlaufen” des Fasses, ­endgültiger Verderb des ­Holzfasses möglich.

geachtet werden: Empfehlenswert ist, in das Fass hineinzuriechen und es von innen zu besichtigen. Man sollte es auf jeden Fall mehrmals wässern, um das SO2 bzw. die Schwefelsäure aus dem Holz auszulaugen. Die Kunststofftanks (GfK) Verletzungen der glatten Innenwände vermeiden, weil dadurch die Gefahr des Auftretens von Styroltönen im Wein zunimmt. Das Kratzen mit scharfen Gegenständen oder das gewaltsame, mechanische Lösen von Weinstein sollte unterbleiben.

Möglichkeit des Weinsteinentfernens mit folgenden Methoden: – Volllegen mit wässriger SO2-Lösung. Beispiel: Konzentration: 1.500 mg SO2/l; Zeit: 8 bis 10 Tage je nach Weinstein­befall, bei geringeren Konzentrationen, deutlich längere Wartezeiten – Auslegen bzw. Versprühen mit Weinsteinlösungsmitteln Die Gfk-Tanks sollten auch zunehmend einer Stabilitätskontrolle unterzogen werden. Die meisten Tanks sind mittlerweile 25 Jahre und älter. In jüngster Vergangenheit ist zu beobachten, dass gerade rechteckige stehende Gfk-Tanks ohne Füße und mit eingeklebten Böden mechanische Defekte aufweisen. Im Extremfall brechen die Tankböden beim Befüllen heraus. Die Edelstahlbehälter Bei richtiger Pflege und Behandlung ist der Edelstahl der unproblematischste Werkstoff. Auch hier kann bei der gebräuchlichen Innenschliffqualität IIIc der Wein-

steinansatz zum Problem werden (vergl. GfK-Tank). Als geeignete Methoden zur Weinsteinentfernung wären hier zu nennen: – Temperaturschockmethode, z. B. Dämpfen und anschließend mit kaltem Wasser Ausspritzen, führt zum Abplatzen des Weinsteins aufgrund der auftretenden Spannungen – Auslegen bzw. Versprühen mit Weinsteinlösungsmitteln Das Auslegen mit SO2-Lösung wie bei GfK-Tanks sollte unterbleiben, da gerade bei V2A-Qualitäten die Gefahr von Korrosion besteht. Allgemeine Regeln zum Umgang mit V2A Tanks (Werkstoff-Nr. 1.4301 oder 1.4541): – keine chlorhaltigen Reinigungsmittel verwenden Haltungs­ abschnitt Anzahl der 5 g SO2-Schnitten

– kein Kontakt mit unedlen Metallen, um Flugrostbildung zu vermeiden – die Einwirkung von erhöhten SO2-Konzentrationen (> 500 mg/1 SO2) sollte vermieden werden – Lochfraß­gefahr! Bei den Edelstahlbehältern aus V4A-Qualität (Werkstoff-Nr. 1.4401 oder 1.4571) ist die Beständigkeit gegenüber Korrosion höher. Reinigung von Pumpen, Schläuchen und Armaturen, allgemeine Hygiene: Hierauf sollte besondere Sorgfalt gelegt werden. Eine optimale Reinigung mit den z. T. oben erwähnten Reinigungsmitteln ist die beste Vorbereitung, um einen sauberen Most einzulagern. Dies ist dringend anzu­raten. W

Viertel­ stück

Halb­ stück

Stück

Doppel­ stück

30–70 hl

1

2

3–4

5

4–7

Tab. 1: Zum Aufschwefeln notwendig (nach Troost).


10 ANALYSETECHNIK

Wie verändert die Flotation ­Inhaltsstoffe von Most und Wein? Analyse Die Flotation ist als schlagkräftiges Verfahren der Mostvorklärung mittlerweile auch für kleinere Betriebe interessant. Die Entwicklung neuer Anlagentypen wie auch der Einstieg neuer Hersteller in die Produktion von Flotationsanlagen dokumentieren die weitere Dynamik.

E

ine sichere Vorklärung bei Resttrubgehalten unter 0,6 Gew. % Schleudertrub ist nun auch mit kleineren, kostengünstigeren Anlagen zu erreichen. Inzwischen werden Anlagentypen mit einer mehrstufigen oder zwei Kreiselpumpen, oder mit einer Excenterschneckenpumpe angeboten. Anlagentypen auf der Basis einer Excenterschneckenpumpe sind bisher selbstansaugend. Die Pumpe lässt sich zusätzlich nach Demontage der Flotationsmodule nur als Pumpe verwenden. Bei solchen Anlagen ist aber unbedingt ein separates Eckrohrsieb zur vollen Funktions­fähigkeit einzusetzen. Die Imprägnierung des Flotationsgases erfolgt entweder über

Druckluft aus Kompressor oder einer Stickstoffflasche oder aber durch Vakuum nach dem Prinzip einer Wasserstrahlpumpe („Venturi-Rohr”). Dadurch sind diese Anlagen unabhängig von einem Kompressor. Die intensive Durchströmung des Mosts mit dem Flotationsgas ist die Voraussetzung für den Kläreffekt durch die Auftriebskraft der Gasbläschen. Dies führt je nach verwendetem Gas zu einer Veränderung vor allem phenolischer Inhaltsstoffe. Veränderung der Polyphenole Bei Verwendung von Sauerstoff als Flotationsgas reduzieren sich die Gesamtphenole im Wein im Vergleich mit dem Separatoreinsatz oder der Sedimentation um rund 30 mg/l. Verhindert man die Oxidation der Phenole durch Flotation mit Stickstoff, so ergeben sich ca. 40 mg/l höhere Gesamtphenole nach der Folin-Methode.

Da die Bestimmung der Gesamtphenole nach der Methode Folin Ciocalteau nur eine bestimmte Genauigkeit erzielt und auch nur die Summe vorwiegend phenolischer Substanzen erfasst, interessiert vielmehr eine Analyse der einzelnen Polyphenole mittels HPLC. Im Vordergrund stehen dabei die Phenolcarbonsäuren, die nicht flavonoider Struktur sind. Durch die HPLC lassen sich mit dieser Methode bisher nur die monomeren Einzelbausteine detektieren. Die polymeren Strukturen können bisher noch nicht aufgeschlüsselt und quantifiziert werden. Nachfolgend werden die Mittelwerte aus Weinen verschiedener Rebsorten und ­Versuchsjahre verglichen. Dabei wurde lediglich die Vorklärmethode bzw. das Flotationsgas variiert. Bei der Flotation wurde in der Regel ein Enzym (Panzym clair 1 bis 2 ­g/­hl) und hochbloomige

Gelatine in der Dosage 10 g/hl eingesetzt. Sowohl bei der Sedimentation oder Separatoreinsatz wie auch bei der Flotation wurden gleiche Mengen Bentonit zur Eiweißstabilisierung zugegeben und vor der Gärung entfernt. Bei Bedarf wurde in allen Vorklärvarianten Kohle gemäß der Formel % Fäulnis = g/hl Kohle zugesetzt und vor der Gärung entfernt. Vergleicht man die Mittelwerte der Sedimentation mit der Flotation mit Luft, so reduziert sich durch die Flotation die Summe der im HPLC bestimmten Polyphenole um 10 mg/l. Aufgrund der Varianz der Daten (verschiedene Weine aus unterschiedlichen Jahren) lässt sich diese Phenolreduktion durch Flotation gegenüber Sedimentation im untersuchten Datenmaterial nicht statistisch absichern. Weiterhin wird durch die Flotation vor allem

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VON RAINER AMANN, NORBERT BREIER, HELMUT DIETRICH UND JÖRG WEIAND


THEMA 11

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12 ANALYSETECHNIK Caftarsäure, Coutarsäure und Fertarsäure reduziert. Auch diese Mittelwertsunterschiede sind bei diesem Vergleich statistisch nicht abzusichern.

Die Mostoxidation durch Phenol­ oxidasen (Tyrosinase), die dazu Sauerstoff benötigen, führt zu einer Oxidation der Coutarsäure zur Caftarsäure und die Caftarsäure wird dann zum Caftar­ säurechinon umgesetzt (n. Ritter et. al, 1996). In Anwesenheit von Glutathion kann Gluthathiomylcaftarsäure (GRP) gebildet werden. Das Caftarsäurechinon kann auch mit Procyanidin B2 zu polymeren braunen Produkten reagieren, die letztlich ausfallen. Diese Reaktion ist auch optisch an der braunen Farbe mit Luft flotierter Moste zu erkennen. In den untersuchten Weinen wiesen mit Luft flotierte Weine im Mittel mit nur 12 mg/l statistisch signifikant (p = 0,01) weniger Caftarsäure auf, im Vergleich zu mit Stickstoff flotierten Weinen, deren Konzentration 30 mg/l Caftarsäure betrug. Auch die Konzentration an Coutarsäure wird durch Flotation mit Luft auf rund 4,7 mg/l im Mittel statistisch signifikant (p = 0,04) reduziert, gegenüber 7,4 mg/l nach Flotation mit Stickstoff. Betrachtet man ein Versuchsglied im Einzelnen, so sind sogar höhere Phenolgehalte bei der Flotation mit Luft als bei der Sedimentation zu erkennen. Dies lässt sich durchaus erklären, da auch bei 16 Stunden Sedimentation aus der Kelterung ausreichend Sauerstoff enthalten ist, um die genannten Phenole zu oxidieren. Bei der Flotation mit Stickstoff wird der vorhandene Sauerstoff durch den Stickstoff

ausgetrieben und der Most nach der Flotation zügig verarbeitet. Folglich kann der aus der Kelterung vorhandene Sauerstoff nur zu sehr geringer Oxidation führen. Durch den Einsatz von Stickstoff als Flotationsgas lässt sich somit das Prinzip der Mostvorklärung durch aufsteigende Gasbläschen von der Mostoxidation trennen. Sauerstoff ist also immer dann als Flotationsgas einzusetzen, wenn eine Phenolreduktion gewünscht wird. Dies ist vor allem bei hohen Phenolgehalten aufgrund starker mechanischer Belastung des Leseguts bei der Traubenverarbeitung oder bei höheren Fäulnisanteilen der Trauben der Fall. Die Phenolgehalte können aber bei starker Belastung des Leseguts, vor allem bei Fäulnis, deutlich stärker ansteigen als diese eine Flotation jemals zu reduzieren vermag. Eine schonende Traubenverarbeitung und trubreduzierende Maßnahmen sollten daher nach wie vor im Vordergrund stehen. Wird sehr schonend gearbeitet, so dass die Weine nach Flotation mit Luft zu glatt werden, so kann Stickstoff verwendet werden. Die Kosten hierfür liegen nach einmaliger Anschaffung eines Druckminderers unter 0,25 Cent/Liter. Außerdem lässt sich die Anlage bei Stickstoff­

einsatz aufgrund des hohen Flaschendrucks sehr gut einstellen. Flotation mit Stickstoff ist auch bei der Bereitung von Traubensaft oder Süßreserve zu empfehlen. Die Reduktion einzelner ­Phenole durch die Flotation konnte zwar aufgezeigt werden, deren einzelner sensorischer Beitrag ist aber bisher nicht bekannt. Weine mit Gesamtphenolunterschieden von 30 mg/l sind sensorisch schon als weicher, glatter zu unterscheiden, werden aber deswegen nicht eindeutig bevorzugt. In der Regel wurde bei Beliebtheitsprüfungen nach der Rangziffermethode in unseren Untersuchungen die Flotation gegenüber dem Separator bevorzugt. Flotation mit Luft wurde manchmal besser, manchmal schlechter als die Sedimentation bewertet. Es lässt sich mit der Flotation keine qualitative Steigerung gegenüber der Sedimentation erzielen, aber auch keine absicherbare sensorische Verschlechterung. Einfluss der Flotation auf die Monoterpengehalte In diesem Zusammenhang interessiert auch die Frage, ob Aromastoffe, die bereits im Moststadium vorliegen, durch die Flotation beeinflusst werden. Daher wurden in Zusammenarbeit mit dem Weinbauinstitut Freiburg Monoterpene im Most und Wein nach Sedimentation

mit und ohne Enzymzusatz, und im Vergleich dazu nach Flotation mit Luft bzw. Stickstoff, gemessen. Weiterhin wurden Trauben des gleichen Ernteguts mit mechanisch starker Belastung verarbeitet, um auch Moste mit höheren Gesamtphenolgehalten zu flotieren. Die Trauben wiesen in diesem Versuch mit nur ca. 2 Prozent Fäulnis einen sehr guten Gesundheitszustand auf. Damit sollte überprüft werden, ob bei Weinen mit höherem Phenol­niveau die Flotation mit Luft und die damit verbundene Phenolreduktion sensorisch besser bewertet wird. Bei der Untersuchung der Moste waren keine Unterschiede zu erkennen. Lediglich die Moste, die aufgrund einer starken mechanischen Belastung des gleichen Leseguts deutlich höhere Phenolgehalte aufweisen, zeigen bereits im ­Moststadium etwas höhere Gehalte an Monoterpenen. Vergleicht man nun die Weine, so sind keine niedrigeren Gehalte an Monoterpenen flotierter Moste gegenüber der Sedimentation zu erkennen, weder beim Linalool noch beim Terpineol. Lediglich Weine aus dem stärker mechanisch belasteten Lesegut mit rund 30 mg/l höheren Gesamtphenolen zeigen auch leicht erhöhte Gehalte an Linalool und Terpineol. Untersucht man Vinylphenol und Vinylguajacol, die

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Vergleicht man allerdings die Flotation mit Luft mit einer Flotation, bei der Stickstoff als Flotationsgas eingesetzt wird, so lässt dieser Mittelwertsvergleich beim untersuchten Datenmate­ rial eine statistische Absicherung zu. Die Summe der mit der HPLC bestimmbaren Phenole wird dabei um rund 20 mg/l (p = 0,01) durch die Mostoxi­ dation reduziert.


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Chlorfreie Reinigung Lange Zeit waren chlorhältige Reinigungs­ mittel gegen Schimmel und Ablagerungen das Mittel der Wahl. Die Verwendung von chlorhältigen Reinigungsmitteln birgt jedoch eine Gefahr, wenn Spuren von Chlor auf Oberflächen, die später mit Most in Kontakt kommen, zurückbleiben. Bereits geringe Spuren von Chlor können im Wein zu Stoffen reagieren, die dumpf riechen und an Schimmel und muffigen Keller erinnern. W

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Reinigungsablauf Die vier wichtigsten Schritte im Reinigungsablauf sind: 1. Grobe Verschmutzungen mit Wasser abspülen; 2. Reinigungsmittel auf zu reinigende Flächen auftragen oder aufsprühen (Filter, Schläuche und Pumpen mit Reinigungsmittel füllen); 3. Mindestens zehn Minuten bis zu einer halben Stunde einwirken lassen; 4. Mit sauberem Wasser gründlich nachspülen, bis alle Reinigungsmittelspuren entfernt sind.

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Um eine Verschleppung unerwünschter Mikroorganismen zu vermeiden, sollte auch der Reinigung und Desinfektion der Betriebsräume erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. In Stresssituationen bilden wilde Hefen Dauersporen, welche unter für sie günstigen Bedingungen wieder zu keimen beginnen

können. Das Problem liegt in der Robustheit dieser Dauersporen. Abhilfe schafft nur regelmäßige gründliche Reinigung und Desinfektion.

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ediglich 5 Prozent der Mikro­organismen, welche sich auf den zu verarbeitenden Trauben befinden, sind erwünschte Gärhefen der Gattung „Saccharomyces cerevisiae“. Im Most finden jedoch auch die restlichen 95 Prozent der unerwünschten Mikroorganismen wie Bakterien und Schimmelpilze sehr gute Bedingungen für eine rasche Vermehrung. Deshalb ist es äußerst wichtig, Erntebehältnisse, Verarbeitungsgeräte und Schläuche nach jeder Benutzung einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Andernfalls können sich unerwünschte Mikroorganismen gemeinsam mit anderen Mostinhaltsstoffen auf Oberflächen ansetzen und so schwer zu entfernende Beläge bilden. Diese Beläge bilden bei der nächsten Verarbeitung den Ausgangspunkt für die Vermehrung von wilden Hefen, Schimmelpilzen und Bakterien.

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Weinverarbeitung Neben der guten Qualität der Trauben ist die Reinigung der Erntebehältnisse, Geräte und Betriebsräume eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine qualitätsorientierte Produktion.

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Hunderttausend lebende Keime auf reifen Trauben vermehren sich bei Saftaustritt innerhalb kurzer Zeit rasant – die wilden Hefen, Bakterien und Schimmelpilze beginnen, den Saft zu vergären und mikrobiologisch zu verderben.

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14 ANALYSETECHNIK sensorisch oft mit rauchigen, würzigen Noten beschrieben werden, so lassen die Weine aus strapaziertem Lesegut auch höhere Gehalte an diesen flüchtigen Phenolen erkennen. Gleichzeitig sind bei diesen Weinen auch leicht erhöhte Gehalte der Vorläufer-Phenole Courmarsäure und Ferulasäure, aus denen diese flüchtigen Phe­nole gebildet werden, zu beobachten. Ähnlich hohe Gehalte an Vinylphenol und Vinylguajacol sind beim Enzymzusatz zur Sedimentation zu erkennen, was auf eine Spaltung der Weinsäure­ester durch die Pektinase schließen lässt. Eine signifikante sensorische Ablehnung dieser Weine mit höheren Gesamtphenolen und höheren flüchtigen Phenolen war selbst bei Flotation mit Stickstoff nach einer Verkostung nach der Rangziffermethode nicht zu beobachten. Solche flüchtigen Phenole wurden bei diesen Rieslingweinen also nicht unbedingt negativ bewertet. Die Hypothese, dass bei Weinen mit höheren Gesamtphenolen die Flotation mit Luft sensorisch besser bewertet wurde, konnte in diesem Versuch nicht bestätigt werden. Allerdings wies das Traubenmaterial einen sehr guten Gesundheitszustand auf. Dieser Ansatz muss noch bei höheren Anteilen an Traubenfäulnis überprüft werden. Einfluss der Flotation auf vergärbaren Stickstoff Neben der Veränderung sensorisch relevanter Inhaltsstoffe durch die Flotation stellt sich auch die Frage, inwieweit die Nährstoffgehalte der Moste, und da vor allem die Stickstoffversorgung, durch die Flotation beeinflusst

wird. Gärprobleme nach starker Vorklärung durch Flotation und zu geringer Hefedosage sind durchaus bekannt, können aber auch nach zu starker Vorklärung durch Sedimentation auftreten. Daher wurde mit dem Ferm-NTest die Stickstoffversorgung untersucht. Mit dem Ferm-NTest erhält man einen dimensionslosen Ferm-N-Wert, der im wesentlichen die Versorgung der Moste mit Aminosäuren ausdrückt. Weiterhin wird der Gehalt an Ammonium ermittelt. Hieraus lässt sich eine eventuell notwendige Nährstoffergänzung durch die Zugabe von Diammoniumphosphat oder Kombipräparaten mit Hefezellen ableiten. Bei den oben dargestellten Versuchen konnte bei durch Flotation vorgeklärten Mosten keine schlechtere Stickstoffversorgung festgestellt werden als nach Sedimentation. Ein Einfluss des Flotationsgases war nicht zu erkennen. Der niedrige Ferm-N-Wert nach Sedimentation ohne Enzym dürfte auf einen Analysefehler zurückzuführen sein. Höhere Ferm-NWerte waren auch hier bei den Mosten mit stärkerer mechanischer Belastung des Leseguts zu finden sowie bei Verzicht auf einen Bentoniteinsatz. Dies ist bei der Flotation zur Verbesserung der Vorklärung nicht notwendig, wird in der Regel aber aus Gründen der Eiweißstabilisierung auch bei der Flotation eingesetzt. Die stärkere mechanische Belastung hat neben mehr Phenolen wohl auch mehr stickstoffhaltige Inhaltsstoffe extrahiert, wenngleich Kaliumgehalt, Gesamtsäure und pH-Wert nicht verändert waren. Alle Moste des Versuchs zeigten eine geregelte Vergärung

IMPRESSUM HERAUSGEBER Klaus Orthaber EIGENTÜMER UND VERLEGER SPV Printmedien GmbH, Florianigasse 7/14, 1080 Wien CHEFREDAKTEUR Klaus Orthaber (orthaber@blickinsland.at) REDAKTION Klaus Orthaber (orthaber@ blickinsland.at), Stefan Nimmervoll (nimmervoll@blickinsland.at) ANZEIGEN­ LEITUNG Prok. Doris Orthaber-Dättel (daettel@blickinsland.at) BÜROLEITUNG Alexander Smejkal (smejkal@blickinsland.at) ANZEIGENVERKAUF Julia Huscsava (huscsava@blickinsland.at), Lisa Ehrenreich (ehrenreich@blickinsland.at), Florian Steinwender (steinwender@spv-media.at) VERWALTUNG Stefanie Brenner (brenner@blickinsland.at) Leserservice Tobias Kumba REDAK­ TION UND ANZEIGEN­ANNAHME Tel.: 01/5812890, Fax: 01/5812890-23, office@blickinsland.at FIRMEN­BUCHNUMMER FN 121 271 S. DVR 286 73 GRAFIK Cornelia Mitter (mitter@blickinsland. at), Gerald Mollay (mollay@blickinsland.at) HERSTELLUNG proprint.at GmbH, 8042 Graz, Tel.: 0316/890791, office@proprint.at, www.proprint.at VERLAGSORT Florianigasse 7/14, 1080 Wien P.b.b., ZUL.-NR. 02Z033612M. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Unterlagen besteht keine Gewähr auf Veröffentlichung oder Rücksendung.

ohne Gärstockung beim Einsatz von 15 g/hl Siha 7 als Hefe. Hefenährstoffe wurden nicht zugegeben. Eine schlechtere Versorgung an stickstoffhaltigen Nährstoffen nach der Flotation kann aus diesem Versuch nicht abgeleitet werden. Auch eine Untersuchung der Zwischenschicht und des Trubdepots nach Sedimentation oder Flotation ließ keine Reduktion stickstoffhaltiger Nährstoffe in flotierten Mosten erkennen. Fazit Die Flotation mit Luft reduziert also nachweislich den Gesamtphenolgehalt durch Oxidation der Caftarsäure und der Coutarsäure. Durch den Einsatz von Stickstoff als Flotationsgas ist diese Mostoxidation zu vermeiden und von dem Prinzip der Mostvorklärung durch aufsteigende Gasbläschen zu trennen. Diese Phenolreduktion ist sensorisch durchaus nachvollziehbar, flotierte Weine werden aber in Beliebtheitsprüfungen sensorisch nicht schlechter bewertet als Weine nach Mostvorklärung durch Sedimentation.

Dieses Ergebnis stützt auch die Analyse der aromarelevanten Monoterpene in der dargestellten Untersuchung, die keine niedrigeren Gehalte an Linalool oder Terpineol bei flotierten Weinen erkennen lässt. Auch die Stickstoffversorgung der Moste wird durch Flotation nicht stärker reduziert als nach Sedimentation, sodass etwaige Gärprobleme eher auf zu niedrige Hefedosage bei starker Mostvorklärung und zu niedriger Gärtemperatur zurückzuführen sind. Die Flotation stellt daher ein leistungsstarkes Verfahren zur Mostvorklärung dar, deren Beitrag zur Qualitätssicherung in Jahren mit stärkerer Traubenfäulnis oder höheren Lesegut­ temperaturen besonders zur Geltung kommt. Literaturhinweise können bei den Autoren erfragt werden. W Dr. Rainer Amann, Weinbauinstitut Freiburg, Norbert Breier, Jörg Weiand, DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Prof. Dr. Helmut Dietrich, FA Geisenheim, Fachgebiet Weinanalytik und Getränkeforschung.


MOSTBEREITUNG 15

Vom Jungmost zum stabilen Most Qualitätsarbeit Die große Herausforderung für jeden Mostproduzenten liegt darin, dass er den Duft (Aroma) und die Harmonie des Trinkens erreichen kann. VON RAFAELA STRASSER-MAURER

D

ie Grundlage dafür wird bei der Ernte gelegt. Die Wahl des richtigen Erntezeitpunkts ist wichtig und ausschlaggebend. Obst, das schon mehrere Tage am Boden liegt und dann gesammelt wird, eignet sich nicht besonders dazu. Wichtig ist es, das Obst am Baum zu kosten, um den richtigen Ernte­zeitpunkt zu wählen. Der nächste Schritt ist der Aufschluss der Maische durch Maischeenzyme, um die Aromen aus der Schale zu befreien und in den Saft überzuführen. Nach dem Pressen sollten die wichtigsten Untersuchungen, wie pH-Wert, Zucker, Säure, Gehalt des reaktionsfähigen Eiweiß und Gerbstoff sowie Pektingehalt und Stärkegehalt kontrolliert werden. Diese gemessenen Werte und das Aromabild bilden die Basis für die Qualitätsmost­ produktion.

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Zur Klärung des Presssafts braucht man Saftenzyme. Dies dient auch zur Vorbereitung für eine spätere Filtration. Die Stabilität und Harmonie des Mosts wird auch durch die Behandlung der reaktionsfähigen Gerbstoff- und Eiweiß-

stoffe erreicht. Dafür gibt man Mostgelatine (Gelatine) und Bentonit zu. Hier sollte auf die Eigenschaften der Obstsorte eingegangen werden. Nach Zugabe von Gelatine und Bentonit setzen sich die Trubstoffe ab. Sobald der Saft klar ist, wird er nun in das Gärfass gepumpt, eventuell mit Filtration. Um eine richtige Gärung zu erreichen, wird jetzt Hefenahrung

und Gärhefe zugefügt, und der Gärverlauf täglich kontrolliert. Die Gärung sollte nicht länger als 10 bis 14 Tage dauern. Nun wird der Most von der Feinhefe abgezogen. Ein früher Abzug ist wichtig, um die abgesetzte Hefe vom Most zu trennen und eine K ­ lärung zu erreichen. Die wichtigsten Untersuchungen wie Gerbstoff-Eiweiß und Säure­gehalt sollten wiederholt werden, um damit die Kontrolle für die Lagerung und Abfüllung zu errreichen.

Die Kontrolle des SO2-Gehalts und die Zugabe von Kaliumpyrosulfit dienen der Stabilität. Zur Kontrolle vor der Abfüllung gehört auch die Ermittlung des Restzuckers, um eine Sterilfüllung zu machen. Damit erreicht der Produzent einen harmonischen Most, der lange gelagert werden kann. Daraus versteht man den alten Mostspruch „G‘sundheit sollst leben.“ W Rafaela Strasser-Maurer, 1. OÖ Mostshop, Wels.

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16 BODENBEARBEITUNG

Bodenpflege erhöht die Fruchtbarkeit

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arüber hinaus soll der Austrag von Nährstoffen aufgehalten und die Belastung des Grundwassers vermieden werden. Oft dient die klassische Bodenbearbeitung lediglich der „Unkrautbekämpfung“. Die mechanische Bearbeitung bezweckt aber auch die physikalische Lockerung und Belüftung des Bodens. Die Bodenbearbeitung Die meisten Arbeiten im Weinbau sind voll mechanisierbar. Deshalb haben sich die Belastungen auf den Boden erhöht:

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– Häufiges Befahren – Hohes Gewicht – Termingebundenheit vieler Arbeiten, die auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen durchgeführt werden müssen

zelung. Dieses Ziel ist erreichbar, wenn die Bodenbearbeitung zum „richtigen“ Zeitpunkt erfolgt und eine rasche „biologische“ Stabilisierung durch Lebendverbau (Begrünung) einsetzt.

Aufstandsflächen (Breitreifen, Zwillings- oder Doppelbereifung, mehrere Achsen, Band-, Gleiskettenlaufwerke) sowie niedrigen Reifenluftdruck (Niederdruckoder „Terra-Reifen“) verringern.

Zunächst ist davon auszugehen, dass sich auch unter begrünten Fahrgassen verdichtete Horizonte bilden. Das Ziel jeder Bodenbearbeitungsmaßnahme ist die Schaffung neuer Voraussetzungen für einen anschließenden Gefügeaufbau durch Flockung, Verkittung, Verklebung und Durchwur-

Für schonende, standort- und bedarfsgerechte Bodenbearbeitung sollen Arbeitsgänge auf ein Mindestmaß begrenzt (z. B. durch den Einsatz von Gerätekombinationen) und der Boden weniger intensiv gelockert werden, um Schadverdichtungen zu vermeiden. Grundsätzlich soll man Traktoren, Maschinen und Geräte nur auf tragfähigen Böden einsetzen. Zusätzlich kann man den Kontaktflächendruck durch breitere und längere

Exkurs: Für die Tiefenwirkung ist bei gleichem Kontaktflächendruck die Radlast maßgebend. (Bei gleicher Radlast hat die Umrüstung von schmalen auf breite Reifen weniger Auswirkung auf die Tiefenwirkung zur Folge, als vielmehr auf die Minderung des Bodendrucks in der Krume – Einsinken).

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Als geeignet zur Behebung von Verdichtungen haben sich Schichtengrubber mit Flügel oder

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Grundlage Die Bodenbewirtschaftung nimmt im Weinbau eine bedeutende Stellung ein. Ihr wichtigstes Ziel ist die Schaffung und Erhaltung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit als Grundlage für langfristig gesicherte und qualitativ hochstehende Traubenerträge.


BODENBEARBEITUNG 17 Blattscharen, Flügelschargrubber, durch Quellen und Schrumpfen (Ton), Frostsprengung, WurzelSpatenmaschine und Parapflug wachstum oder durch Bodenerwiesen. tiere. Ist der Boden bereit für die Bodenlockerung – Wann? Wie Bearbeitung? Zu trocken (und tief? Womit? In Ertragsanlamit großem Energieaufwand) gen ist es anzuraten, in einem bearbeitete Böden bilden grobe Schollen und Klumpen, wodurch Jahr nur jede zweite Gasse zu lockern (Abschneiden von Wasser und Nährstoffe für die ­Rebwurzeln). Eine Lockerung Pflanze schwer zugänglich sind. sollte während der Vegetations­ Der optimale Wassergehalt für ruhe im Spätherbst oder im eine Bodenbearbeitung ist bei zeitigen Frühjahr durchgeführt halbfest-steifer Beschaffenheit (Konsistenz), auch Ausrollgrenze werden. Je leichter der Boden und je trockener und wärmer genannt. Als Ausrollgrenze ist der Standort, desto tiefer kann der Wassergehalt definiert, bei gearbeitet werden. dem der Boden beim Formen einer bleistiftstarken Rolle Vor einer mechanischen eben reißt oder bröckelt, aber Auflockerung sind vorerst das an Löschpapier noch Wasser abgibt. Bei halbfester Konsistenz Verdichtungsausmaß und der zerbricht der Boden durch einen Bodenzustand zu prüfen. lockernden Eingriff entlang der Mit einer Bodensonde können vorhandenen Risse und Poren Bodenunterschiede aufgrund oder an anderen vorgeformten unterschiedlichen EindringwiderSchwachstellen des Bodenverstands „ertastet“ werden. Der bunds in zahlreiche kleine BröBodenwiderstand ist allerdings ckel. Bei diesem Konsistenzzustark von der Bodenfeuchtigkeit stand wird mit einem Minimum an aufgewandter Energie ein Ma- abhängig, auch Steine im Boden stören. Die Bodensonde sagt nur ximum an Bröckelung, d. h. der größte Zugewinn an Porenraum, etwas über die relative Dicht­ lagerung des Bodens aus. erreicht. Die Bearbeitbarkeit eines Bodens ist dann optimal. Zu feucht bearbeitete, tonige Böden Die Spatenprobe nach Görbing werden plastisch verformt und dient zur Diagnose des Strukverschmiert. Bei einem Eingriff turzustands des Bodens. Hier schmiert und klebt der Boden an kann man deutlich den Zusamden Geräten. Die Bodenteilchen menhang zwischen Bodenzustand gelangen so in ihre dichteste (Strukturstörungen) und dem Packung, die durch eine weitere Wurzelbild (Wurzelform) sehen. Bodenbearbeitung nicht mehr zu beseitigen ist. Verdichtete Unverdichteter Boden: KrümeAggregate können im Grunde liges Gefüge, lockere Lagerung nur durch natürliche Prozesse („Schwammgefüge“), reich wieder gelockert werden, d. h. durchwurzelt, die einzelnen

Wurzelfäden sind gestreckt. Charakteristischer Erdgeruch. Verdichtung 1. Grades: Bröckeliger Bruch, nicht mehr so dicht durchwurzelt, Hauptwurzeln noch nicht beeinträchtigt, Seitenwurzelbildung deutlich vermindert – einzelne Wurzel­fäden sind nicht gestreckt, sondern fein gewellt. Verdichtung 2. Grades: dicht gelagert, schollig muscheliger

Bruch in größere kantige Partikel; nur wenig durchwurzelt. Die Wurzeln wachsen meist nur an den Bruchflächen der Schollen oder in Wurmgängen bzw. Bodenrissen. Ausbildung von Hauptwurzeln vermindert, wellig. Verdichtung 3. Grades: Plattenförmig brechender Boden ist in senkrechter Richtung nicht oder nur sehr schwach durchwurzelt. Die Wurzeln wachsen

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18 BODENBEARBEITUNG/LOGISTIK ist, desto stärker werden durchgängige Grobporen im Boden gebildet. – Vermehrung des Poren­ Bei geringer Mächtigkeit der volumens durch Krumen- und verfestigten Schicht sollte auf Unterbodenlockerung alle Fälle zuerst mittels Anbau – Erhöhen der Wasser- und geeigneter Begrünungspflanzen Nährstoffspeicherfähigkeit/ eine „biologische Auflockerung“ Pufferwirkung des Bodens der verdichteten Zone versucht – Bodenkrümelbildung durch werden. Wurzeln, Mikroorganismen und Regenwürmer (LebendEine Tiefenlockerung ist nur bei verbauung) einer Neuanpflanzung von Wein– Stabilisierung der Bodenstrukgärten anzuraten mit einer Lotur (gute Befahrbarkeit; Befahckerungstiefe von 50 bis 60 cm. rungsdruck wird abgepuffert, Dafür werden meist SpatenmaVerdichtungsminderung) schine oder Rigolpflug eingesetzt. Dabei entsteht zunächst ein sehr – Reduzierte Mineralstoffauswaschung (vor allem N, K, labiles, für Wiederverdichtung Ca, Mg), in erster Linie Nitrat: anfälliges Bodengefüge. Günstige Beeinflussung der Nährstoff­dynamik durch AusLockerung der verdichteten nutzung und „Konservierung“ Fahrspur ist nur bei gleichzeitiger von überschüssigem bodenbürAnsaat einer Begrünung günstig. tigem Stickstoff. – Mobilisierung von Nährstoffen Bei tiefreichenden Verdichtunaus dem Unterboden gen in begrünten Anlagen sind – Gleichmäßigere, an das Flügelschare oder flach gestellte Wachstum der Reben angeMeißelschare oder der Paragrubpasste Nährstoffnachlieferung ber zu empfehlen. durch gezielte Mulchwirtschaft und Einsaat von Leguminosen Leichte Sohlenverdichtungen und Kräutern. können mit Spatengeräten oder – Biologische Stickstoffbindung, mit Meisel- oder Flügelscharen behoben werden. wenn Leguminosen (SchmetBei massiven Sohlenverdichtunterlingsblütler) als Begrügen kann man Wippschar- oder nungspflanzen verwendet Hubschwenklockerer einsetzen. werden. – Belebung der biologischen ­Aktivität des Bodens infolge Funktionen der Begrünung Zufuhr von leicht zersetzbaDie Begrünung nimmt eine rem Nährhumus (NahrungsSchlüsselstellung zum Erhalt und angebot für Regenwürmer, zur Steigerung der Fruchtbarkeit Mikroorganismen). ein. Als Ersatz einer ­Fruchtfolge – Steigerung des Humusgehalts soll sie die Monokultur der Reb– Ökoreservoir für Nützlinge landschaft auflockern und durch und Indifferenten, Verdrändie erhöhte Artenvielfalt bei gung von Schädlingen: z. B. Fauna und Flora eine funktionieTraubenwicklereier (Eupoecirende Lebensgemeinschaft mit lia ambiguella) werden stärker der Rebe schaffen, die sich selbst durch wilde Trichogramzu regulieren vermag und die men (Eiwespen) parasitiert. Widerstandskraft der Rebe stärkt. Ausreichend mit Raubmilben besetzte Anlagen weisen keine – Verminderung der Erosion Kräuselmilbenschäden auf. (durch Wasser und Wind) – Krankheitsbekämpfung bzw. – Lange Bodenbedeckung -vorbeugung, Erhöhung des schützt die Krume vor Regen­ sogenannten „antiphytopathoschlag und Austrocknung genen Potentials“ des Bodens (Schattengare). – Unkrautbekämpfung (Licht­ – Bessere Regenverdaulichkeit: entzug, Unterdrückung) Je mehr und je tiefer der Boden durchwurzelt wird und – Schädlingsbekämpfung, bei Anbau von „Fängerpflanzen“ je größer der Bestands­abfall z. B. für Nematoden W während der Vegetationszeit entlang horizontal verlaufender Bruchflächen (Spalten).

Mit dem neuen Stapler auf Nummer sicher

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uch bei Staplern, die ständig starken Belastungen ausgesetzt sind oder mehr als die Hälfte einer Schicht betrieben werden, ist eher ein Neugerät empfehlenswert. Jedes fabrikneue Produkt bringt sein gesamtes Abnutzungspotenzial mit sich. Alle Komponenten sind schließlich neu, einschließlich Reifen – und bei Elektrostaplern – auch die teure Batterie.

Bei der Verwendung wird das Material beansprucht und unterliegt einem Verschleiß. Sein Abnutzungspotenzial wird

nach und nach aufgezehrt. Wie schnell das geschieht, hängt wesentlich von der Intensität der Nutzung und dem Umgang mit dem Produkt ab. Wer einen Gabelstapler von Beginn an an dessen Leistungsgrenze betreibt, wird auch einen schnelleren Verschleiß in Kauf nehmen müssen. Auch wie die Mitarbeiter mit einem Stapler umgehen, hat einen deutlichen Einfluss auf die Langlebigkeit und Verfügbarkeit. Pfleglicher Umgang mit dem teueren Produktionsmittel, regelmäßige Wartung und vorbeugende ­Instandhaltung

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Neugeräte Ob ein Unternehmen mit einem Neugerät oder einer gebrauchten Version besser fährt, hängt von einigen Aspekten ab. Auch Stapler mit wenigen Betriebsstunden und in gepflegtem Zustand werden die Werte eines fabrikneuen Modells in der Regel nicht erreichen. Grundsätzlich sollte ein Neugerät bevorzugt werden, wenn das Unternehmen beim Ausfall eines Staplers hohe Verluste hinnehmen muss.


LOGISTIK 19 starken Belastungen ausgesetzt sind oder mehr als die Hälfte einer Schicht betrieben werden. Viele Zulieferbetriebe sind heute von ihren Auftraggebern in komplexe Prozessketten eingebunden, die eine Lieferung just in time und just in place beinhalten. Die entsprechenden Verträge sind unabdingbare Grundlagen für eine Beauftragung überhaupt und bei Nicht­ erfüllung mit hohen Vertragsstrafen verknüpft.

können Nutzungsdauer und Zuverlässigkeit erheblich verbessern. Beim Erwerb eines neuen Staplers muss sich der Betreiber keine Gedanken um die Verfügbarkeit von Ersatzteilen machen. Bei älteren Gebrauchtstaplern kann dies hingegen schon einmal problematisch werden. Das hohe Abnutzungspotenzial eines neuen Staplers und damit seine Leistungsfähigkeit über längere Zeit sind von besonderer Bedeutung, wenn bei einem möglichen Ausfall der Maschine hohe Folgekosten entstehen. Beispielsweise, wenn der Ausfall der Maschine die Produktion zum Stillstand bringen kann. Ein Neugerät ist auch empfehlenswert, wenn Stapler ständig

Ein weiterer Vorteil ergibt sich dadurch, dass beim Neukauf ein Gebrauchtstapler in Zahlung gegeben werden kann. Das erspart die Bemühungen, einen nicht mehr benötigten Stapler in Eigenregie auf dem Gebrauchtmarkt unterzubringen. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, den alten Stapler selbst zu vermarkten und beim Verkäufer des Neugeräts einen attraktiven Preisnachlass zu vereinbaren. Die Frage nach einem Rabatt sollte beim Neukauf immer gestellt werden. Da ist häufig noch etwas Luft. Manchmal gibt es auch Sonderaktionen, von denen der Käufer profitieren kann.

Staplerfahren mit Verantwortung Gabelstapler und andere Flurförderzeuge FFZ erleichtern den Umgang mit schweren oder sperrigen Lasten erheblich. Damit dabei nichts passiert, müssen Staplerfahrer und Bediener anderer FFZ bestimmte Regeln kennen und einhalten. Was einfach klingt, ist im betrieblichen Alltag nicht immer einfach umzusetzen, wie die jährlichen Unfallstatistiken zeigen.

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ier spielen Unfälle mit Staplern und Flurförderzeugen stets eine bedeutende Rolle – auch deswegen, weil oft nicht nur der Stapler, sondern auch die von ihm bewegte, manchmal tonnenschwere Last eine Gefährdung darstellt. Dabei lassen sich diese Risiken durch den richtigen Umgang mit Gerät und Last gut beherrschen – vorausgesetzt, es werden elementare Regeln für den Umgang mit Lasten beachtet.

Lasten richtig aufnehmen Immer wieder kommt es in Betrieben zu Unfällen mit Staplerbeteiligung. Zu den häufigsten Ursachen geAls zeitlich begrenzte Überhört, dass die Last beim Aufnehgangslösung bis zur Neuanschaf- men instabil wird und kippt. Oder fung kann ein Gebrauchtstapler dass der Stapler aufgrund zu hosinnvoll sein. Oder als Zweitgeher Lastgewichte oder einer nicht rät, um einen bereits vorhandeordnungsgemäßen Lastaufnahme nen Stapler zu entlasten. Viele aus dem Gleichgewicht gerät und Betriebe haben mit gebrauchtem nach vorne kippt. Meist kommen Equipment gute Erfahrungen bei solchen Unfällen der Fahrer gemacht und entscheiden sich und umstehende Dritte mit einem im Bedarfsfall wieder für einen Schrecken davon. Einige verlauGebrauchtstapler. W fen allerdings nicht so glimpflich,

sondern enden mit Beschädigungen des Transportguts und/oder Staplers oder mit Verletzungen von Personen. Damit das nicht passiert, müssen Staplerfahrer jede Last richtig aufnehmen und sich dabei an elementare Regeln halten, die für den Fahranfänger auf dem Staplersitz ebenso gelten wie für den Routinier mit vielen Jahrzehnten Fahrpraxis. Jedes Flurförderzeug wird vom Hersteller für eine bestimmte Höchstlast zugelassen. Diese wird in Standsicherheitsversuchen ermittelt und ist immer abhängig von Modell und Ausrüstung des Staplers, dem Lastschwerpunktabstand und der Reichweite. Auf dem Typenschild des Staplers bzw. dem Lastschwerpunkt-Diagramm können die zulässigen Traglasten für verschiedene Lastschwerpunktabstände abgelesen werden. Diese dürfen niemals, auch nicht kurzzeitig, überschritten werden. W

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Vogelsang | Pumptechnologie für den Weinbau

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ie Drehkolbenpumpen befördern Trauben und Wein behutsam und vermeiden dabei Schaumbildung. Sie sind vom Abpumpen über den Klarablauf bis hin zum Auskühlen, Verschnitt und Abfüllen von Wein und Schaumwein vielfältig einsetzbar. Zudem können sie an Anlagen jeder Größe individuell angepasst werden: Für kleine Weingüter stehen mobile Lösungen zur Verfügung, die sich mit Hilfe von Spezialschläuchen universell einsetzen lassen. Für große Anlagen gibt es Pumpen zur stationären Instal­lation. INFORMATION: www.vogelsang.info

Mooshammer | Partner für ­Hygiene

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ie 1986 gegründete Mooshammer hygiene & technik gmbh ist ein Gesamtanbieter für Qualitätsprodukte in den Bereichen Hygienemanagement, Abwasser-, Förder-, Lagerund Zerlegetechnik sowie Türen und Bauelemente. Ein Schwerpunkt ist dabei die Abstimmung auf die individuellen Kundenbedürfnisse schon in der Planungsphase. Zusätzlich zur Betriebsausstattung übernehmen die erfahrenen Mitarbeiter Planungsund Dienstleistungen sowie die Montagen vor Ort. Auf Wunsch fertigt Mooshammer maßgeschneiderte Sonderanfertigungen in Edelstahl und Kunststoff. Das Hauptaugenmerk der Mooshammer hygiene & technik liegt auf der

Lebensmittelindustrie, wie zahlreiche namhafte Referenzen belegen. Neben der Industrie zählen führende Handwerksbetriebe in ganz Österreich, Bayern und den Grenzgebieten zu den Kunden des Grieskirchner Unternehmens – dazu zählen insbesondere Betriebe in der Fleischverarbeitung, im Lebensmittelhandel, Schlachthöfe, Molkereien, Bäckereien, Käsereien, Brauereien u. Getränkehersteller, die Fisch- und Geflügelindustrie, Gewürzverarbeitung, Chemische Industrie usw. INFORMATION: www.mooshammer.at Tel.: 0724864434-0

K.U.L.T. | ist eine Erfolgsgeschichte

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eit vielen Jahren tragen die patentierten K.U.L.T. Kress Fingerhacken maßgeblich zur Erfolgsgeschichte des Unternehmens bei. Einige Zeit nach Bestehen der kleinen Fingerhacken für Gemüse- und Ackerbau kam die Idee der großen Fingerhacken für den Wein- und Obstbau. Inzwischen gehören die „Maxis“ auf Frankreichs Weingütern schon zum festen Inventar. Insbesondere Betriebe, die wenig oder kein Herbizid einsetzen wollen, schätzen die Arbeit mit der K.U.L.T. Kress Fingerhacke für die mechanische Unkrautregulierung bzw. Unterstockbearbeitung. Dabei arbeiten die flexiblen Finger um die Pflanze und entfernen schonend Erde und Unkraut. Gleichzeitig wird für eine gute Belüftung des Bodens und eine optimale Wasserund Nährstoffzufuhr gesorgt. Die Fingerhacken sind in verschiedenen Größen und Härtegraden verfügbar, individuell einstellbar und verschleißarm. Gerne beraten wir Sie hinsichtlich Ihrer individuellen Bedürfnisse – damit Ihre Arbeit gute Früchte trägt. INFORMATION: www.kress-landtechnik.de

Certis | Rück­ stands­minimierte Traubenproduktion

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achhaltige und rückstandsfreie Traubenproduktion ist gefragter denn je. Mit dem Hybrid-System von Certis Österreich werden jeweils die besten Produkte aus integriertem und biologischem Pflanzenschutz kombiniert, um möglichst rückstandsfreie Trauben zu produzieren. Dabei wird bis zur 1. Nachblütespritzung mit konventionellen Pflanzenschutzmitteln gearbeitet, um die kritischsten Infektionen z. B. von Peronospora, Botrytis etc. mit den stärksten Produkten zu bekämpfen. Ab 1. Nachblütebehandlung bis zur Ernte wird mit biologischen Mitteln in Form von Kupferhydroxid (Cuprozin progress) und Kaliumhydrogencarbonat (Kumar) gearbeitet – für perfektes Traubenmaterial, das sich nicht von konventionellem Erntegut unterscheidet. INFORMATION: www.certiseurope.at

Stunk | Wild-Fernhaltung

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m Wild wirkungsvoll aus Weinund Obstbauflächen fernzuhalten, bedarf es im Normalfall eines soliden Wildzauns. Aber nicht überall kann und will man zur Wildschadensvermeidung bewirtschaftete Flächen einzäunen. Dazu stellen Zäune immer ein Hindernis dar und müssen gut gepflegt werden, wenn die Funktion, das Wild aus den Flächen zu halten, gewährleistet sein soll. Eine Alternative bietet hier das Stunk Wild-Fernhalte-System gegen

Hase, Reh, Dachs und Wildschwein. Bei diesem System wird ein nach Feuer und Brand riechender Geruchsstoff von sogenannten Duft-Säulen dauerhaft und flächendeckend über die ganze zu schützende Fläche verbreitet. So beduftete Flächen, was von uns Menschen nicht, wohl aber von den Wildtieren wahrgenommen wird, meiden die Tiere und halten sich davon fern. So können Flächen ab 1 ha bis 20 ha am Stück beduftet und ganzjährig wildfrei gehalten werden. INFORMATION: J. Grewe Wild-Fernhaltung Tel.: +49 (0) 29 72/97 85 388 grewe.vertrieb@gmx.de

New Holland | Blue Cab 4-System

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ie T4 V/N/F/LP-Traktoren sind mit dem einzigartigen Blue Cab™ 4-System ausgestattet, das dem Fahrer den bestmöglichen Schutz vor Pflanzenbehandlungsmitteln bietet. New Holland hat das Blue Cab™ 4- System den gesamten Homologations- und Validationsprozess durchlaufen lassen. Das System ist nach EN-Norm 15695-2:2009 (Filter) und 15695-1:2009 (Kabine) zugelassen und bietet einen überragenden Fahrerschutz. Es wurde langwierigen Feldtests (2 Jahre) unter realen Bedingungen und unter Einsatz verschiedener Pestizide unterzogen, um die Filterstandzeiten zu validieren. Das Blue Cab™ 4-System ist mit einem exklusiven patentierten Doppelfiltrationssystem ausgestattet. Mit den beiden Filtern (je ein Filter der Kategorie 2 und 4) im Dachsystem stehen dem Fahrer zwei Schutzstufen zur Verfügung. Für normale Einsatzbedingungen kann er Stufe 2 wählen und dann bei Bedarf, zum Beispiel bei Spritzarbeiten, auf Stufe 4 umschalten. Auf diese Weise lassen sich die Filterstandzeiten verlängern und die Wartungskosten reduzieren. INFORMATION: www.newholland.at


FIRMEN BERICHTEN 21

für die ganze Familie!

Nr. 1

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Ich bin gerne Bauer!

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Ich bin gerne ! Bäuerin

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Ich wer d' gerne Bäuerin !

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Jetzgtratis

Auch für Kids!

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Wer sich jetzt für ein unserhof-Abo entscheidet, erhält 3 Ausgaben um nur 15 Euro und ein T-Shirt gratis dazu!

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15 Euro. Dazu wähle ich gratis ein T-Shirt:  Damenschnitt  Herrenschnitt mit dem Motiv  Nr. 1  Nr. 2  Nr. 3  Nr. 6 in der Größe  S  M  L  XL  XXL … oder für Kinder mit dem Motiv  Nr. 4  Nr. 5  Nr. 6 in der Größe  98/104  110/116

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Unterschrift Kupon an unserhof, Florianigasse 7/14, 1080 Wien, senden, faxen – 01/581 28 90-23 – oder ein E-Mail mit den erforderlichen Daten und dem Betreff „unserhof“ an office@blickinsland.at senden.

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Das Abo startet mit der nächsten Ausgabe und endet automatisch nach drei Heften. Sobald die Jahresgebühr überwiesen ist, wird das T-Shirt zugeschickt. Die Größe kann nicht umgetauscht werden.


22 FIRMEN BERICHTEN

Folienabdich­ tungen | für Speicherteiche

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ngeboten werden unter anderem Kunststoff-­Abdichtungen  für Güllelagunen, Speicherteiche, Biotope, Pools, Flachdächer; Sanierung von A ­ ltgüllegruben und Abdichtungen für Regenwasserbehälter. Und auf­g rund  langjähriger ­Erfahrung kennt Fa. Fuchs die Vorteile von ­ Kunst­ stoffabdichtungen, die in jeder Größe angeboten werden, ganz genau: Zunächst ist Kunststoff die preisgünstigste Variante, dazu kommt der rasche Einbau, bei Bedarf sind auch ein Rückbau oder eine Erweiterung jederzeit möglich. INFORMATION: Manfred Fuchs, Tel.: 0664/223 45 53, 03335/46 763, ­manfred.fuchs@fuchs-­abdichtungen.at, www.fuchs-abdichtungen.at

Über 13 Parameter mit nur einem Knopfdruck: Die FTIR-Spektroskopie in Kombination mit chemometrischen Modellen ist eine der leistungsfähigsten Technologien für die schnelle und genaue Bestimmung von wichtigen Weinparametern wie dem Ethanolgehalt und dem Zucker- und Säurenprofil. Mithilfe der benutzerfreundlichen Touchscreen-­Bedienoberfläche von Lyza  5000  Wine kann jeder, sei es ein Önologe oder ein Labortechniker, komplexe Messungen mit Leichtigkeit durchführen. Das leistungsstärkste System für Weinanalyse Lyza 5000 Wine ist genauer als jedes andere FTIR-Analysegerät. Der Grund für diese ausgezeichnete Präzision ist die Temperaturkontrolle von ±0,03°  C in einer Messzelle mit 12-fach abgeschwächter Total­ reflexion (ATR). INFORMATION: Anton Paar, www.anton-paar.com/corp-de/ produkte/details/lyza-5000-wine

Deutz-Fahr | Stufenlose ­Spezialtraktoren Lindner und PAS | Innovation für Weinbauprofis

Anton Paar | FTIR-Analysegerät

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ls etablierter Anbieter von hochgenauen und zuverlässigen Messsystemen bietet Anton Paar ideale Lösungen für Weinproduzenten, Abfüllanlagen und Auftragslabore. In einem Schritt zur Vervollständigung des Portfolios für die Weinwirtschaft führt Anton Paar nun das neue Fourier-Transformations-Infrarot (FTIR)-Analysegerät Lyza 5000 Wine ein. Durch einige Parameter und der Konnektivität zu den etablierten Anton Paar Weinanalysesystemen ist Lyza 5000  Wine das Multi-Parameter-Analysegerät, auf das die Indus­ trie gewartet hat.

ausgestattet sein. Der TracLink-Pilot wird zur technischen Basis für autonomes Fahren. „Damit ermöglichen wir in Zukunft hochautomatisierte Fahrfunktionen im Grünland und in der Kulturlandwirtschaft“, sagt Stefan Lindner. Bernhard Peschak, Geschäftsführer von PAS: „Die präzise Spurführung ermöglicht sehr genaues Arbeiten, die Sicherheitssysteme des TracLink Pilot Laser verhindern eine Beschädigung der Weinstöcke, detektieren das Reihenende, erkennen Hindernisse und gewährleisten somit dem Fahrer ein sicheres Vo­ rankommen.“ INFORMATION: www.lindner-traktoren.at

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emeinsam mit dem niederösterreichischen Start-up PAS Peschak Autonome Systeme bietet Lindner jetzt eine besondere Innovation für Weinbauprofis: das Reihen­ lenksystem TracLink Pilot Laser ­powered by PAS. „Der Laser tastet die Reihen ab, der Traktor hält die Spur automatisch. Der Fahrer des Lintracs kann sich im Weinberg voll auf die Anbaugeräte konzentrieren und muss nicht mehr lenken“, erklärt Technologie-Geschäftsführer Stefan Lindner. „Darüber hinaus erhöhen sich die Einsatzgeschwindigkeiten. Die Reihen müssen nicht mehr vorab vermessen werden, man benötigt auch keine GPS-Daten.“ Voraussetzung für den Einsatz des neuen Systems: Der Lintrac sollte mit dem „TracLink Pilot ready“-Paket

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eit dem Sommer ist die etwas breitere Variante 5DF TTV mit stufenlosem Getriebe am Markt. Das bereits bei Großtraktoren bewährte Bedienkonzept wurde in die neue Serie 5 DS/DF TTV übertragen und an die kompakte, schlanke Kabine angepasst. Das neue stufenlose TTV-Getriebe der Serie  5 DS/DF TTV bietet die hohe Effizienz eines mechanischen Getriebes, gepaart mit dem Komfort und der Leichtgängigkeit eines hydrostatischen Getriebes. Die Fahrgeschwindigkeit lässt sich stufenlos von 0 bis 40  km/h regeln und wird bei einer kraftstoffsparenden niedrigen Motordrehzahl von nur 1.650 U/min (28“ Bereifung) erreicht. Die neuentwickelte 4-Pfosten-Kabine bietet einen großzügigen Innenraum bei gleichzeitig kompakten Außenabmessungen und einem ebenen Kabinenboden. INFORMATION: beim Deutz-Fahr-Händler oder ­unter www.deutz-fahr.at bzw. Tel.: 01/80160-12

MC-Stapler | Der richtige ­Partner

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it über 30 Jahren Berufs­ erfahrung in der Technik sowie beim An- und Verkauf von gebrauchten Staplern sind wir im Bereich der Flurfördertechnik mit ­Sicherheit der richtige Partner für Sie. Unser Kerngeschäft ist der Handel mit hochwertigen, gebrauchten Linde-­ Staplern, aber auch anderen namhaften Herstellern von Gabelstaplern. Unsere Gebrauchtgeräte durchlaufen alle eine umfassende technische Prüfung. Auf diesem Weg können wir Ihnen ein hohes Maß an Sicherheit und Transparenz gewährleisten. Sie haben bei uns die Wahl zwischen einem TOP-überholten Stapler mit Ö-Norm M 9801 oder einem Gebrauchtgerät im IST-Zustand. INFORMATION: www.mc-stapler.at

Cargo Plast | Der Kisten­spezialist

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s ist nun 18 Jahre her, dass der ehemalige gelernte Obstbaumeister und heutige Unternehmer Robert Reck-Heinrich sein Unternehmen gegründet hat. Sein heutiges Leistungsspektrum umfasst den Verkauf, die Produktion, die Vermietung und Reparatur von Kunststoffkisten für die Landwirtschaft und die Industrie. Dabei sind oft Sonderlösungen gefragt. Diesen Herausforderungen stellt sich der findige Unternehmer gerne und freut sich auf Ihre Anfragen. INFORMATION: www.cargoplast.eu


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besonders leicht und kompakt extreme Schnittleistung auch bei sehr hohem Gras und Fahrgeschwindigkeiten 3 direkt angetriebene Messer ohne Keilriemen robuste hochwertige Bauweise aus Qualitätsstahl mit Zwischenstock-Mähbürsten sowie Pendelrahmen erhältlich

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kompakte, gewichtsoptimierte aber robuste Bauweise einfachste und schnelle Wartung dank direkt zugänglicher Schmierpunkte enorme Schnittleistung auch bei hoher Geschwindigkeit serienmäßig mit Front-/Heckanbau und doppelwirkend verstellbaren Schwenkscheiben mit Anfahrsicherung extremer Messerüberschnitt garantiert ein permanent sauberes Mulchergebnis 8462 Gamlitz | Untere Hauptstraße 255 | Tel.: +43 (03453) 2384 | E-Mail: verkauf@ledinegg.at | www.ledinegg.at


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– TRACLINK PILOT LASER HÄLT DIE SPUR ZWISCHEN DEN WEINSTÖCKEN AUTOMATISCH – FAHRZEUG IN DIE REIHE STELLEN UND AUTOMATISCH GELENKT LOSFAHREN – GPS UNABHÄNGIG UND SCHMUTZUNEMPFINDLICH

lindner-traktoren.at

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02/19 Wein- und Obstbauprofi  

Das Magazin für modernen Wein- und Obstbau

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