Page 8

8 FÜTTERUNG

Abb. 2: Der genaue Blick auf die Entwicklung der Milchinhalts­stoffe (MLP-Daten) bestätigt, dass eine GVO-freie Fütterung mit gutem Erfolg möglich ist.

Phosphorversorgung beachten Im Zuge der Futterumstellung und der damit verbundenen Erhöhung der Rapsanteile wurde ebenfalls das Mineralfutter geändert, da aufgrund der hohen P-Gehalte in den Rapsprodukten eine zusätzliche mineralische Versorgung teilweise oder sogar gar nicht mehr erforderlich ist. Die Umstellung wurde in zwei Schritten geplant, im ersten Schritt in 2017 wurde der P-Gehalt deutlich abgesenkt, im zweiten Schritt soll nach Etablierung der Rationskomponenten der Phosphor gänzlich herausgenommen werden. In diesem Zusammenhang kann es aber auch dazu kommen, dass die Menge an Raps wieder reduziert werden muss, um den Anforderungen an eine adäquate P-Versorgung zu genügen und des Weiteren mit einem P-Überschuss nicht die betriebliche P-Stoffstrombilanz zu belasten. Abschließend sei gesagt, dass die Ackerbohnenverfügbarkeit durch den eigenen, im größeren Umfang geplanten Ackerbohnenanbau in Futterkamp sichergestellt wird, letzten Endes allerdings auch unterstützt durch die widrigen Feldbaubedingun-

gen im vergangenen Oktober, die eine Herbstsaat mit anderen Kulturen unmöglich machten. Bleibt zu guter Letzt nur der Wunsch, dass der derzeit gezahlte Milchgeldzuschlag für die GVO-freie Fütterung auch weiterhin für den höheren Aufwand vergütet wird. Fazit Dass der Umstieg auf eine GVO-freie Fütterung beim Milchvieh keine große He­ rausforderung darstellt, wurde bereits des Öfteren beschrieben. Allerdings sollte bei der Auswahl der Rationskomponenten darauf geachtet werden, dass mit den Alternativen zu vordergründig Sojaschrot alle notwendigen Details der Rationsplanung Berücksichtigung finden (Energie, Protein, beständiges Protein). Im LVZ wurden diese wesentlichen Details beim Umstieg beachtet. Mit Blick auf ein Jahr Erfahrung kann gesagt werden, dass der generelle Verzicht auf Sojaprodukte ohne Einschränkungen möglich ist. Es muss aber berücksichtigt werden, dass bei der Suche nach alternativen Proteinquellen der Rapsanteil nicht zu hoch wird, um vor allem über die hohen P-Einträge aus dem Raps diesen wieder zum begrenzten Faktor zu machen. Und dies bedingt schlussendlich, dass sich alle Marktbeteiligten Gedanken über den Anbau und die Zurverfügungstellung weiterer Alternativen machen müssen. W Dr. Detlef Kampf, DLG e.V., ­Fachzentrum Landwirtschaft, Frankfurt, und Dr. ­Luise Prokop, Landwirtschaftskammer ­Schleswig-Holstein, Deutschland.

Die Mischung macht’s Exptertentipps Genauso wichtig wie das Rezept ist auch die Zubereitung und Vorlage der Futtermischung. Viele Betriebe nutzen einen Futtermischwagen. THOMAS WALTER und SONJA HARTWIG-KUHN wissen, wie Sie die optimale Mischung auch wirklich zu den Kühen bringen.

F

uttermischwagen zerkleinern und durchmischen die verschiedenen Komponenten einer Ration. Selbst Futtermittel, die nur in kleiner Menge zum Einsatz kommen, werden gleichmäßig eingemischt. So werden Futterselektion und Entmischung verhindert. Stimmt die Mischung, haben alle Tiere unabhängig vom Rang in der Herde und Zeitpunkt der Futtervorlage kontinuierlich Zugang zu einer konstanten Ration. Tiergesundheit, Leistungsbereitschaft, aber auch die Arbeitswirtschaft sind abhängig vom richtigen Einsatz der Maschine. Die erste Ebene Unabhängig vom Mischsystem sind die regelmäßige Wartung, die richtige Einstellung und Bedienung des Futtermischwagens besonders wichtig. Es beginnt beim Anbau des Futtermischwagens. Achten Sie darauf, dass der Futtermischwa-

gen waagerecht zum Schlepper ausgerichtet wird. Beim Mischvorgang sollte die Maschine unbedingt eben stehen. Ansonsten wird ungenau gemischt. Bei unebener Ausrichtung des Futtermischwagens verschlechtert sich die Schneidleistung und der Kraftstoffbedarf der Maschine steigt. Schließlich kann das Wagenvolumen nicht vollständig ausgenutzt werden. Hauptsache scharf Von besonderer Bedeutung für das Mischergebnis sind die Messer. Bei fast allen Mischwagentypen kann die Anzahl, Position und Länge der eingebauten Messer angepasst werden. Vertrauen Sie nicht einfach auf den Auslieferungszustand des Mischwagens. Ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft bei der Entscheidung für die richtigen Messer. Gerade bei langstieligen Futterkomponenten eignen sich

Foto: © agrarfoto.com

während dieses Zeitraums die Harnstoffgehalte zwar noch im Bereich der offiziellen Empfehlungen (≤ 230 µg/kg), allerdings nicht mehr in dem vom LVZ für eine optimale Tiergesundheit und Stickstoffverwertung/-bilanz angestrebten Bereich von +/– 180 µg/kg liegen (siehe Abbildung 2).

Profile for SPV-Verlag

02/2019 Rinderprofi  

Das Magazin für moderne Rinderhaltung

02/2019 Rinderprofi  

Das Magazin für moderne Rinderhaltung

Advertisement