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30 BAUEN Pumpe braucht Pumpbeton Baut man den Beton mit einer Pumpe ein, ist speziell ein Pumpbeton zu bestellen, für den ein Aufpreis verrechnet wird. Benötigt man Beton mit der Kurzbezeichnung B1 oder höherwertig, so ist dieser Beton bereits pumpfähig. Den Zement wählt man je nach Witterung und Jahreszeit sowie speziellen Anforderungen aus, wie es bei Sulfatangriffen der Fall ist. In solchen Fällen ist C3A-freier Zement zu verwenden. Dieser verbessert jedoch nicht die Säurebeständigkeit. Vor Säureangriffen, wie sie zum Beispiel bei Gärfutter vorkommen, muss man Beton immer zusätzlich schützen. Die ÖNORM B4710-1 sieht in der Regel die Konsistenz F45 „weich“ vor. Benötigt man eine andere Konsistenz, ist sie extra anzugeben, von plastisch bis extrem fließfähig, zum Beispiel bei Stiegen und Decken. Zulässiges Größtkorn Das zulässige Größtkorn (GK) ergibt sich aus der Überdeckung und dem Abstand der Bewehrung sowie der Bauteildicke. – GK 8 für dünnwandige ­Bau­teile bis acht Zentimeter – GK 16 für Bauteile von acht bis zwölf Zentimeter – GK 22 von der Norm vorge­ geben; für Bauteile von zwölf bis 18 Zentimeter – GK 32 für alle größeren ­Abmessungen

Festigkeitsklasse ab. Für verbesserte Expositionsklassen, Konsistenz, kleineres Größtkorn sowie für C3A-freieren Zement gibt es Zuschläge. Im Winter muss man den Schotter wegen des Frosts vor dem Mischen vorheizen. Dadurch wird meistens von November bis März ein Winterzuschlag verrechnet. Entmischen vermeiden Beim Verarbeiten des Betons muss man darauf achten, dass es zu keiner Entmischung oder Entwässerung kommt. Vor dem Einbau des Baustoffs ist die Schalung auf Sauberkeit zu ­prüfen und die Befestigung vorhandener Fugenbänder zu kontrollieren. Spätestens 105 ­Minuten ab Mischbeginn muss der Beton eingebaut sein. Andernfalls ist mit dem Betonhersteller eine längere Verarbeitungszeit zu vereinbaren. Rechnet sich eine Betonpumpe nicht, kann man den Beton zum Beispiel mit Krankübel, Förderband oder Schiebetruhe in die Schalung befördern.

Fallhöhe und Betonbremse Die Fallhöhe darf in der Regel 1,5 Meter nicht überschreiten, damit sich der Beton beim Einbauen nicht entmischt. Bei größeren Fallhöhen sind Schüttrohre oder flexible Schüttschläuche zu verwenden, die knapp über dem Einbauort enden. Bei Beton­pumpen ist am Schlauchende eine BetonbremBeispiel, wie man bestellt se vorzusehen, um zu große Für das Betonieren der Decke Fallgeschwindig­keiten zu vereines Güllebehälters als Festmist­ meiden. Bei Bauteilhöhen über düngerstapelfläche bestellt man 50 Zentimetern ist in Lagen zu korrekt: betonieren, wobei die einzelnen – Festigkeit C25/30 Lagen zu verdichten sind. Es – Expositionsklasse oder Kurzdürfen sich keine Hohlräume bezeichnung B5 bilden. Die Art der Verdichtung – Spezielle Zementsorte – ist der Konsistenz und der Ver­C3A-frei wendung des Betons anzupas– Konsistenz F45 sen. Rüttelflaschen sind für plas– Größtkorn GK32 tische bis weiche Konsistenzen Unter www.betonfibel.at kann gut geeignet. Auch Fließbeton man den gewünschten Einsatzmuss man verdichten. bereich eingeben und man erhält über ein Computerprogramm die Arbeitsfugen einbauen erforderlichen Daten. Äußere Einflüsse wie Temperaturänderungen, WasserentPreisbildung des Lieferbetons zug und -aufnahme tragen zu Der Betonpreis hängt von der Form­änderungen des Betons

bei. Beim Schwinden, Schrumpfen und Kriechen kann Wasser eindringen und Schäden verursachen, die den Beton in der Statik, seiner bauphysikalischen und nutzungsspezifischen Funktion schwächen. Deshalb ist es wichtig, sogenannte Arbeitsfugen einzubauen. Bei Sichtbeton müssen Arbeitsfugen auch optischen Anforderungen genügen. Das Betonieren bei kühler und heißer Witterung erfordert besondere Sorgfalt. Bei Lufttemperaturen von unter +3° C auf der Baustelle muss der Beton beim Einbringen eine Temperatur zwischen +10° C und +25° C aufweisen. Bei Temperaturen ab +3° C muss der Beton eine Mindesttemperatur von +5° C haben. Man erreicht dies durch Vorwärmen der einzelnen Ausgangsstoffe, mit einem höheren Zementgehalt oder mit Zement mit rascherer Wärmeentwicklung. Bei Stahlbeton muss man vor dem Betonieren den Frost von der Bewehrung unbedingt entfernen, zum Beispiel durch Abflämmen, da sich die Bewehrung ansonsten nicht mit dem Beton verbindet. Erreichen die Tagestemperaturen +28° C und mehr, muss man bei der Auswahl der Betonzusammensetzung auf geringe Wärmeentwicklung achten. Auch das dauernde Berieseln der Beton­ oberfläche mit Wasser kühlt. Ausschalfristen und Nach­ behandlung Damit eine möglichst rissarme Oberfläche und dichtes Gefüge entstehen, muss man den Beton bis zum genügenden Erhärten vor allen schädigenden Einflüssen schützen. Die Nachbehandlung kann zum Beispiel durch Feuchthalten, Abdecken mit Folien oder Bauschutzmatten, Aufsprühen von flüssigen Nachbehandlungsmitteln oder Belassen der Schalung erfolgen. Bei größeren Platten und hoher Außentemperatur wird häufig ein Verdunstungsschutz der Betonrezeptur beigemengt. Dieser muss aber extra bestellt werden.

Die Mindest-Nachbehandlungszeit kann man in der ÖNORM B4710-1 nachlesen. Mit dem Ausschalen darf man erst dann beginnen, wenn der Beton ausreichend fest ist, wovon sich die Bauleitung überzeugen muss. Man unterscheidet zwischen seitlicher und tragender Schalung. Je nach Art der Schalung und Festigkeitsklasse sind unterschiedliche Ausschalungsfristen vorgeschrieben. Richtwerte sind bei seitlicher Schalung ein bis zwei Tage und bei tragenden Schalungen zehn bis 18 Tage. Die genauen Ausschalfristen sind in der ÖNORM B4710-1 nachzulesen. Anstriche, Beschichtungen und Auskleidungen Säureangriffe in Gärfuttersilos, bei Fressstreifen und Futtertrögen und andere chemische Angriffe erfordern eine Oberflächenbehandlung des Betons. Beton­ oberflächen kann man mit Anstrichen, Beschichtungen oder Auskleidungen schützen. Anstriche sind geschlossene Filme bis zu einer Dicke von 0,3 Milli­ metern, Beschichtungen sind zwischen 0,3 und 5 mm dick. Anstriche gibt es als dispersionshältige Materialien oder Epoxid­ harze sowie auf bituminöser Basis. Beschichtungen werden aus Epoxidharzen, Polyurethan oder aus Polyester hergestellt. Auskleidungen bestehen aus Polyethylen, Polypropylen oder keramischem Material. Bevor man Oberflächenveredelungen aufbringt, muss man die Betonoberfläche gut reinigen. Damit die Abreißfestigkeit der Betonoberfläche ausreicht, ist es üblich, sie mit Strahlverfahren zu behandeln. Nach dem Aufbringen sind die Oberflächenveredelungen unbedingt zu warten, damit sie lange ihre Funktion erhalten. Spezielle Hinweise zu dieser Thematik enthält das ÖKL-Merkblatt „Baustoffe in der Landwirtschaft – Ober­ flächenvergütung von Beton“. W Johannes Spangel und Anna Kaiser-Haas sind Berater an der LK Niederösterreich.

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02/2019 Rinderprofi  

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