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12 FÜTTERUNG unspezifische Symptome auftreten, die häufig auch bei anderen Aspergillus flavus, Erkrankungen vorkommen oder Aflatoxin B1 (M1), B2, G1, G2 Aflatoxine Mais A. parasiticus mit ihnen vergesellschaftet sind. Verschimmelte Futtermittel Typ A: T2, Diacetoxy­ Fusarium langsethiae, Mais, Weizen, Triticale, sind im Allgemeinen weniger scirpenol F. poae, F. sporotrichioides Roggen, Gerste schmackhaft und senken so die Trichothecene Futteraufnahme. Dies wiederum Typ B: Deoxynivalenol, F. graminearum, Mais, Gras, Weizen, Triticale, führt zu einer verminderten Nivalenol F. culmorum Roggen, Gerste Nährstoffaufnahme, geringeren F. verticillioides, Zunahmen oder geringeren Fumonisine Fumonisin B1, B2 Mais F. proliferatum Milchleistung. Akute Intoxikationen sind F. graminearum, Mais, Weizen, Triticale, Resorcylsäure-Lactone Zearalenon selten, gewöhnlich sind die Tiere F. culmorum Roggen, Gerste über einen längeren Zeitraum A. ochraceus, Weizen, Triticale, Roggen, niedrigen Konzentrationen von Ochratoxine Ochratoxin A Penicillium verrucosum Gerste verschiedenen Mykotoxinen Ergotamine, Clavine, Weizen, Triticale, Roggen, ausgesetzt. Deshalb sind hauptErgotalkaloide Claviceps purpurea ­Lysergsäureamide Gerste sächlich chronische Leistungsminderungen und eine erhöhte Roquefortine C, P. roqueforti Toxine P. roqueforti, P. paneum Alle Arten von Silagen Krankheitsanfälligkeit ohne Mycophenolsäure offensichtliche Symptome eines A. fumigatus Toxine Gliotoxin, Fumigaclavine A. fumigatus Alle Arten von Silagen spezifischen Mykotoxins zu beobachten. So kommt es häufig M. ruber Toxine Monacolin K, Citrinin Monascus ruber Alle Arten von Silagen zu einem erhöhten Auftreten von Stoffwechselstörungen wie Überblick über die häufigsten in Silagen vorkommenden Mykotoxine (modifiziert nach Driehuis, 2013). Labmagenverlagerungen und Ketosen, Fruchtbarkeitsproblemen roqueforti kommt am häufigsten in den unverdorbenen Bereichen riellen Infektionen erwünscht; und Eutererkrankungen. in Silagen vor. Er bildet oft weiße in der Mitte der Silage, wo die Antibiotika sind unter andeBei unlösbaren Bestandsproblebis graue Flecken oder Schichten Konzentrationen denen vor dem rem Stoffwechselprodukte von men sollte immer an Mykotoxine Einsilieren entsprachen. auf der Oberfläche. Manchmal Schimmelpilzen). Zum anderen werden auch grün bis blau kommt es bei laktierenden Hoch- gedacht werden. Schwierig, aber möglich, sind der Nachweis von Sind Wiederkäuer nicht gene­ leistungskühen durch die hohe gefärbte Silage­klumpen 50 bis rell unempfindlich gegenüber Futteraufnahme zu einer schnel- Mykotoxin-Rückständen im Tier 100 cm unter der Oberfläche gefunden. Unter Laborbedingun- Mykotoxinen? Diese Frage leren Pansenpassage. Die kürzere und die Analyse von Futtermitteln. Die Entnahme einer kann man nicht pauschal beantVerweildauer des Futters im gen können von dieser Art eine repräsentativen Futtermittelproworten. Zum einen hängt es von Pansen lässt den Mikroorganisgroße Anzahl von Mykotoxinen der Art des Gifts ab und natürgebildet werden. In Silagen entmen viel weniger Zeit, die Myko- be ist von großer Bedeutung, stehen aber wahrscheinlich nicht lich von der Dosis. Im Vergleich toxine abzubauen. Anschließend da Schimmelpilze in Nestern wachsen und die entstehenden zu Tieren mit einem einhöhligen werden die Myktoxine dann im alle davon oder sind unter den Magen (Monogastrier) reagievorherrschenden Bedingungen Dünndarm resorbiert. Außerdem Mykotoxine nicht gleichmäßig ren gesunde Wiederkäuer oft nicht stabil. Ihre toxische Wirkann sich die Pansenflora bei ei- im Futter verteilt sind. kung auf Wiederkäuer ist oftmals unempfindlicher auf Mykotoxine ner konzentratreichen Fütterung Prävention Die Regeln der im Futter. Im Vormagensystem noch unbekannt, während ihre nachteilig verändern, in deren guten landwirtschaftlichen Praxis können einige Mykotoxine Giftigkeit bei anderen Tierarten Folge abbauende Mikroorgansiund einwandfreien Lagerung wie zum Beispiel Deoxynivabereits nachgewiesen wurde. men fehlen. Ein weiterer Punkt sollten stets eingehalten werden, für die besondere Gefährdung Bei Kühen spielt Maissilage eine lenol oder Ochratoxin A durch um die Konzentration von MyPansenmikroben zu weniger von hochleistenden Tieren ist große Rolle bei der Aufnahme kotoxinen so gering wie möglich toxischen Substanzen abgebaut der pH-Wert im Pansen: In der von Mykotoxinen. Im Durchwerden. Zearalenon allerdings Transitphase ist er oftmals durch zu halten. Am sinnvollsten ist schnitt beträgt der Maisanteil in es, die Bildung von Schimmelwird im Pansen zu Alpha- und die steigenden Kraftfuttermender Ration 30 Prozent der täglipilzen, sowohl auf dem Feld chen Futteraufnahme, trägt aber Beta-Zearalenol umgesetzt, gen erniedrigt (Tendenz zur (Senkung des Infektionsdrucks, deren Toxizität weitaus höher ist Pansenazidose). Ochratoxin A zu 80 Prozent der Aufnahme als das des Ausgangstoxins. von DON und ZEA und sogar beispielsweise, welches chemisch Erhöhung der Widerstandskraft zu mehr als 95 Prozent der Auf- Weiterhin reicht die entgiftende gesehen eine schwache Säure ist, der Futterpflanzen gegenüber nahme von Roquefortine C und Wirkung der Pansenflora oftmals kann nun vermehrt durch passive Schimmelpilzen) als auch im Silo Mycophenolsäure bei. In einer Diffusion ins Blut aufgenommen zu minimieren (hauptsächlich nicht für die aufgenommene durch die Vermeidung von Sauin Italien durchgeführten Studie werden, da ein größerer Anteil Menge an Mykotoxinen aus. erstoffeintritt). Deutlich sichtbar konnten hohe Zearalenon-KonZum einen, weil die Mykotoxine in der nicht-dissozierten Form verschimmelte Futterpartien zentrationen in aeroben Randvorliegt. selbst mit ihrer zelltoxischen dürfen nicht verfüttert werden. bereichen von Maissilagen Wirkung die Mikroorganismen festgestellt werden. Die Konzen- beeinträchtigen (an anderer Symptome und Diagnose Die Der Einsatz von Mykotoxinbindern ist eine Möglichkeit, die trationen in diesen Bereichen Stelle ist ja diese „antibiotische“ Diagnose einer Mykotoxikose toxischen Effekte von Mykotowar bis zu 40 Mal höher als die Wirkung durchaus bei bakteist nicht einfach, da vor allem Mykotoxin-Gruppe

Haupttoxine

Schimmelpilz-Spezies

Vorkommen

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