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Februar 2017

Besser automatisch melken DeLaval VMS

Mehr als 2 to Milch*) – jeden Tag Weniger als 5 Stunden pro Kuh – jedes Jahr 2 Cent geringere Kosten – für jeden Liter Milch Mehr Milch – von gesunden Kühen *) Nach DeLaval Kundenumfrage 2011

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INHALT/IMPRESSUM

rinderprofi – Ihr Magazin

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Aktuell zwingt der extrem niedrige Milchpreis die Milchviehhalter dazu, die Kosten ihrer Milchproduktion noch eingehender zu überprüfen. Da der Kostenblock Futter derzeit über 60% der Produktionskosten ausmacht, rücken die Futterkosten in den Mittelpunkt der Einsparungsbetrachtung.

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Mehr darüber auf Seite 6

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INHALT MANAGEMENT 04 Nur mit gesunden Kühen lässt sich Geld verdienen 06 Don’t kill your Cashcow! 09 Schwergeburten bei Kal­binnen kann man ­ gezielt verhindern AB HOF WIESELBURG 08 Hier schmeckt das ­Angebot FÜTTERUNG 10 Wie viel Protein brauchen Kühe mit hoher Milchleistung? 17 So bekommen alle genug KÄLBERHALTUNG 14 Kosten sparen bei der Kälber- und Jungviehaufzucht TRANSPORT 16 Achtung bei Über- und Unterladungen! LANDTECHNIK 18 Als Allrounder begehrt 20 Fokus auf Robustheit und Komfort

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FÜTTERUNG

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STALLBAU

TIERZUCHT 23 Jungzüchterprofi: Mit Ausbildung zum Erfolg

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MANAGEMENT

TIERGESUNDHEIT 24 Durch die Fütterung die Klauen gesund halten 26 Euterpflege leicht ­gemacht: Dippen, ­Tauchen, Sprühen 28 Mittels Schnelltester auf der richtigen Spur

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LANDTECHNIK IMPRESSUM UND OFFENLEGUNG

HERAUSGEBER Klaus Orthaber EIGENTÜMER UND VERLEGER SPV Printmedien GmbH., Florianigasse 7/14, 1080 Wien CHEFREDAKTEUR Klaus Orthaber (orthaber@­blickinsland.at) REDAKTION Ing. Bernhard Weber (weber@blickinsland.at), Stefan Nimmervoll ­­(nimmervoll@blickinsland.at) ANZEIGEN­LEITUNG Prok. Doris ­Orthaber-Dättel (daettel@blickinsland.at) BÜROLEITUNG Alexander Smejkal (smejkal@blickinsland.at) ANZEIGEN­VERKAUF ­Ines Rerecha (rerecha@blickinsland.at), Sabrina Franz (franz@blickinsland.at) VERWALTUNG Stefanie Brenner (brenner@blickinsland.at) LESERSERVICE Beatrice Weinberger (weinberger@blickinsland.at), Markus Kumba (kumba@blickinsland.at), Jakub Szkraba ­(szkraba@­blickinsland.at) REDAKTION UND ANZEIGEN­ANNAHME Telefon 01/5812890, Fax 01/5812890-23, office@blickinsland.at FIRMENBUCHNUMMER FN 121 271 S. DVR 286 73 ­GRAFIK Ing. Eva-Christine Mühlberger (muehlberger@blickinsland.at), Gerald Mollay ­(mollay@blickinsland.at) HERSTELLUNG proprint.at GmbH., 8042 Graz, Tel.: +43 316 890791, E-Mail: office@proprint.at, www.proprint.at VERLAGSORT Florianigasse 7/14, 1080 Wien P.b.b., ZUL.-NR. 02Z033612M. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Unterlagen besteht keine Gewähr auf Veröffentlichung oder Rücksendung. O ­ FFENLEGUNG gemäß Mediengesetz § 25: Verleger: SPV Printmedien GmbH., Firmensitz: Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Geschäftsführung: Klaus Orthaber, Gesellschafter: Klaus Orthaber. Erklärung über die grundlegende Richtung gem. § 25 (4) MedienG: Österreichisches Fachmagazin für Landwirte, Studierende und an der Rinder­haltung Interessierte.

STALLBAU 32 Neuer Stall für „Lisa“ und „Vroni“: Was ist im Vorfeld zu bedenken? 34 Keine dicke Luft im ­Kälberstall STALL UND HOF 36 Stromausfall im Stall kann teuer kommen GRÜNLAND 38 Mit richtiger Pflegetechnik zur dichten Grasnarbe SILAGE 40 Bei Ballensilage sicher Topqualität erreichen FIRMEN BERICHTEN 37, 44–46 Der nächste rinderprofi ­erscheint im Mai 2017.


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Nur mit gesunden Kühen lässt sich Geld verdienen Von Ulrike Kath-Petersen und Helge Wachs

und umfasst die Färsenhaltung, Brunsterkennung und Brunstnutzung. Eingeschlossen ist auch die as Management der HerBesamung und Geburtsvorbedengesundheit in Milchreitung, der Geburtsvorgang, die viehbeständen gewinnt Stoffwechselüberwachung sowie mit zunehmender Milchleistung die Krankheitsdiagnostik. Demund wachsender Bestandesgröße zufolge muss dem erfolgreichen immer mehr an Bedeutung. Ge- Fruchtbarkeitsmanagement ein rade bei niedrigen Milcherlösen sehr langer Zeitraum zugrunde ist es wichtig, dass die Betriebe gelegt werden. Direkt nach der rentabel und ökonomisch wirtKalbung beginnt die Überwaschaften und die Tierbestände chung der Fruchtbarkeit. Etwa gesund und leistungsbereit sind. zehn Tage lang sollte der Land-

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Fruchtbarkeit Ein Bereich der Bestandsbetreuung, in dem viele Untersuchungen anfallen, ist die Fertilität. In der Regel findet sie beim Tierarzt und beim Betriebsleiter am meisten Berücksichtigung und bildet somit die Basis der Überwachung. Das Fruchtbarkeitsmanagement trägt mit bis zu 40 Prozent zum Fruchtbarkeitserfolg oder -misserfolg bei. Das Management beinhaltet alle Maßnahmen, auf die der Landwirt direkten Einfluss ausüben kann. Es beginnt mit der Kälberaufzucht

wirt täglich Fieber messen und es dokumentieren. Als praktikabel hat es sich erwiesen, fieberfreie Tage mit einem grünen Strich und Fiebertage mit einem roten Strich auf dem Rücken der Tiere zu kennzeichnen. Dies ist eine ideale und einfache Methode der Früherkennung von Krankheiten, denn Fieber tritt in der Regel ein bis zwei Tage vor der eigentlichen Krankheit auf. Mastitiden und Gebärmutterentzündungen geht oft Fieber voraus. Obwohl

es schon diverse technische Lösungen gibt, die Temperatur der Tiere „per Ferndiagnose“ zu bestimmen, ist es empfehlenswert, die Zeit des Temperaturmessens selbst an der Kuh zu sein. Denn in der Zeit kann man die Kuh optisch kontrollieren und auch einmal den Rücken und den Schwanz auf Höhe des Milchspiegels auf deren Temperatur hin untersuchen. Ein kalter Rücken oder Schwanz kann auf Milchfieber oder eine Ketose hindeuten. Der Abgang der Nachgeburt sollte beobachtet werden. Täglich sollten die Hungergrube bzw. die Pansenfüllung kontrolliert und dadurch Rückschlüsse auf die Futteraufnahme gezogen werden. So bekommt man einen Überblick über eventuell schleichende Stoffwechselprobleme und Primärkrankheiten können schneller diagnostiziert werden. Bei einem Ketoseverdacht oder im Rahmen eines 10-Tage-­Planes kann zum Beispiel am 3. und 10. Tag nach der Kalbung die Kuh auf Ketose hin untersucht werden.

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Herdencheck Zu den Hauptaufgaben jedes B ­ etriebsleiters gehört es, den Überblick über den Gesundheits­status seiner Herde zu behalten. Ein regelmäßiger Herdencheck hilft die Tiergesundheit zu verbessern.


MANAGEMENT

Fütterung Eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Milchviehhaltung ist die optimale Fütterung. Grund- und Kraftfutterkosten können zum einen bis zu 40 Prozent der Milchproduktionskosten ausmachen und sind somit ein großer Kostenfaktor, und zum anderen kann die Fütterung die Gesundheit der Tiere direkt (z.B. durch Schadstoffe, Toxine) und indirekt (z.B. durch fütterungsbedingte Stoffwechselstörungen) beeinflussen. Die Gestaltung der Fütterung beeinflusst die Leistungen in der Herde und die Betriebskosten maßgeblich. Eine Fütterungsstrategie und eine gut kalkulierte Ration sind daher für eine erfolgreiche und wirtschaftliche Milchviehhaltung unverzichtbar. Die Strategie gestaltet sich betriebsindividuell und man kann keine generelle Empfehlung hierfür aussprechen. Ein übergeordnetes Ziel muss es sein, allen Tieren ihren Leistungen entsprechend eine richtige und übersichtliche Ration zu bieten. Sie muss eine hohe Futterqualität und Energiekonzentration haben, außerdem muss sie schmackhaft sein. Die größte Herausforderung für den Landwirt, den Berater und den bestandsbetreuenden Tierarzt besteht darin, die Fütterung nach der Kalbung an den schnell wachsenden Bedarf und die Leistung der Tiere anzupassen. Denn stoffwechselbedingte Probleme treten aufgrund der hohen Milchleistungen immer mehr in den Vordergrund. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, die Ursachen der Entstehung zu kennen und zu beeinflussen und

wenn regelmäßig Milchkontrollen durchgeführt und die täglichen Rückmeldungen der Meierei beachtet werden, kann die Eutergesundheit und die Milchqualität beurteilt werden.

WIE LÄUFT EIN HERDENCHECK AB? – Kontrolle/Besichtigung der aktuell gefütterten Grund-/ Saftfutter – Beurteilung der Rationen am Trog – Durchsicht aller trockenen und melkenden Kühe, um einen Eindruck zum allgemeinen Zustand der Tiere zu bekommen und um Anzeichen für Unregelmäßigkeiten/Verdauungsprobleme in der Fütterung aufzudecken

– Auswertung der letzten ­Wochen (Kalbungen, Nachgeburtsverhalten, Metritis, Ketose, Acidose, Labmagenverlagerung, Mastitis) – Fruchtbarkeitsauswertung – Sammlung aller Informationen, um damit die Ration zu überprüfen/anzupassen – Bei Bedarf gehören natürlich auch das Jungvieh und die Kälber mit in den Rundgang.

Der Herdencheck In einem Milchviehbestand liegen die Hauptaugenmerke auf den Bereichen Fruchtbarkeit und Stoffwechselkrankheiten, Eutergesundheit, Fütterung und Klauengesundheit. In wachsenden Betrieben kann die Überwachung in all diesen Bereichen nicht immer vom Betriebsleiter allein erfolgen. Hier benötigt er Unterstützung, auch mal Impulse von außen und eine Reflexion der Abläufe im Betrieb. Sinnvoll ist es, einen Betriebsbesuch alle sechs Wochen von einem geschulten Spezialberater durchführen zu lassen mit dem Ziel, den Gesundheitsstatus der Kühe, die Fütterung und die Leistung zusammenzubringen und zu optimieren. Der VRS Steinburg beschäftigt zwei ehemalige Herdenmanager, die den Herdencheck durchführen.

Für wen ist ein regelmäßiger Herdencheck geeignet? Für alle, die noch mehr aus ihren Kühen herausholen wollen. Für größere Betriebe, bei denen Möglichkeiten der Überwachung trieben von großer Bedeutung. das Herdenmanagement immer zu schaffen. Zwar können Mastitiden nicht anspruchsvoller wird. Und für vollständig eliminiert werden, Betriebe, die immer wieder mit Eutergesundheit Eine mangel- aber es ist machbar, den Schaden gesundheitlichen Problemen bei hafte Eutergesundheit verursacht auf etwa 25 Euro pro Kuh und den Kühen zu kämpfen haben. l Verluste von 75 bis 150 Euro Jahr zu begrenzen. Anhand von M.Sc. Agrar Ulrike Kath-Petersen und pro Kuh und Jahr. Deshalb ist Kennzahlen, die in der Regel M.Sc. Agrar Helge Wachs; beide: VRS diese Thematik in Milchviehbeschon aufbereitet vorliegen, Steinburg, Itzehoe, Deutschland.

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MANAGEMENT

Don’t kill your Cashcow! Einsparpotential In der Industrie werden die einzelnen Betriebszweige nach ihrem Einkommen und i­hrem Anteil am Gewinn eingeteilt. Die sogenannte „Cashcow“ eines Betriebes steht dabei für einen langzeit­bewährten und Geld einbringenden Betriebszweig, den es im bestmöglichen Zustand zu erhalten gilt. Im Fall eines Milchvieh­ betriebes ist das die Milchproduktion. Von Denise Völker

Einsparung sorgfältig prüfen. Oft fällt durch die Einsparung von erade extrem niedrige Futterkosten die Milchmenge so zwingt Milchpreise zwin- weit geringer aus, dass der IOFCgen die Milchviehhalter Wert sich sogar verschlechtert. dazu, die Kosten ihrer Milchpro- Die schwierigen Bemühungen duktion noch eingehender zu des Milchviehhalters, Futterkosüberprüfen. Da der Kostenblock ten einzusparen, führen deshalb Futter derzeit über 60 Prozent selten zu mehr Effizienz. In der der Produktionskosten ausmacht, Praxis gilt: Die Cashcow auf rücken die Futterkosten in den einem Milchviehbetrieb bleiben Mittelpunkt der Einsparungsbe- die Milcheinnahmen! trachtung. Wenn Futterkosten überprüft werden, sollten die fol- Das optimale IOFC Je höher genden fünf Bereiche betrachtet der IOFC-Wert, desto besser. werden: die Kosteneffizienz von Der wichtigste Einflussfaktor Futterzusatzstoffen; der Nutzen bleibt natürlich der Milchpreis. von zugekauften SaftfuttermitDaneben spielen aber auch die teln; die Grundfutterqualität und vorhandenen Grundfuttermendessen Lagerung; das betriebligen und -qualitäten, die auf dem che Futtermanagement (RestBetrieb zur Verfügung stehen, futtermenge, Tier-Fressplatzver- eine große Rolle und geben das hältnis); und die Gesundheit der Grundgerüst der optimalen RatiTiere. Denn nach wie vor gilt on vor. Gutes Grundfutter hilft, der alte Grundsatz: „Nur eine das genetische Leistungspotential Ration, die den Pansen gesund der Kühe möglichst schonend erhält, ist eine wirtschaftliche auszuschöpfen. Wenn die GrundRation!“ futtermittel eine hohe Energiedichte und eine gute VerdaulichDie optimale ­Ration? Selten keit aufweisen, ist das eine gute schneidet die günstigste Ration Voraussetzung für einen hohen auch als die wirtschaftlichste IOFC-Wert. Gleichzeitig wird Ration ab. Viel wichtiger ist, dass durch eine hohe Grundfutterleisdie Ration und die Milchmenge tung die Liquidität des Betriebes in einem effizienten Verhältnis geschont, da es bereits gelagert zueinander stehen. Hierfür steht wird und schon „bezahlt“ ist. die Kennzahl Income over feed In der Praxis liegt das IOFC cost (IOFC), also das „Ein(Grundfutter mit Marktpreikommen nach Futterkosten“, zur Verfügung und sollte zur genauen Prüfung der Ration herangezogen werden. Das kg ECM/Kuh und Tag IOFC lässt sich errechnen, indem Milcherlös €/Kuh und Tag die täglichen Futterkosten pro Kuh und Tag von den täglichen Futterkosten €/Kuh Milcherlösen abgezogen werden. und Tag Das verbleibende Einkommen steht dann für alle weiteren IOFC €/Kuh und Tag Kostenblöcke, etwa Arbeit und IOFC ct/kg ECM Kapital, zur Verfügung.

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Betriebe, deren Haupteinnahmequelle die Milchproduktion ist, müssen jede Maßnahme zur

IOFC €/100.000 kg ECM

sen berücksichtigt) auf vielen Betrieben derzeit oft nur noch bei 7 bis 10 Cent pro Kilogramm Milch. Davon müssen alle weiteren Kosten der Milchproduktion bezahlt werden. Oft führt eine Steigerung der Milchmenge zu einem höheren IOFC, da der Anteil des Erhaltungsbedarfs der Kühe an den Futterkosten sinkt. Mehr Milch bedeutet deshalb immer auch, dass mehr Geld für die Deckung der weiteren Kosten zur Verfügung steht. In der Tabelle werden zwei ähnliche Betriebe miteinander verglichen. Werden jährlich 800.000 kg Milch abgeliefert, so hat Betrieb A monatlich 2.667 Euro geringere Einnahmen als Betrieb B. Hier wäre umgehend gegenzusteuern. Das IOFC berücksichtigt nicht den Einfluss auf die Tiergesundheit. Wird der Anteil eines günstigen Futtermittels in der Ration erhöht, wird möglicherweise die Milchmenge gehalten, der Einfluss auf Fruchtbarkeit und Klauengesundheit lässt sich aber erst nach ein paar Wochen abschätzen und monetär nur schwer bewerten. Wird der IOFC-Wert vom Betrieb regelmäßig berechnet, hilft es, als weitere Kennzahl einen Betrieb A

Betrieb B

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6.21

7.13

4.59

4.03

1.62

3.10

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6.000

10.000

Tabelle: Die Ration auf Betrieb A erscheint nicht leistungsfähig genug und sollte umgehend überprüft werden.

fixen IOFC-Wert (für einen festen Milchpreis) mit in die Auswertung aufzunehmen. So lassen sich betriebliche Entwicklungen besser abbilden. Passt Milchmenge zur ­Ration? Wenn dies nicht der Fall ist und man befürchtet, dass das IOFC zu gering ausfällt bzw. die Kühe nicht die Milch geben, die von der Ration erwartet wird, muss man die Ration genau überprüfen. Einen ersten Aufschluss über mögliche Fehlerquellen kann eine TMR-Vollanalyse geben. Auch die Bestimmung der tatsächlichen Trockenmasseaufnahme ist wichtig, um die Ration und ihr Leistungspotential richtig einzuschätzen. Die Milchinhaltsstoffe geben Aufschluss darüber, ob die Ration ausgewogen ist. Erreichen die Kühe die angestrebte Peakleistung nach fünf bis sieben Wochen nicht, muss die Eiweißversorgung überprüft werden. Bei einer unzureichenden Persistenz (mehr als 12% der Tiere müssen mit weniger als 15 Litern trockengestellt werden) sollte die Energieversorgung in Augenschein genommen werden. Werden verschiedene Fütterungsgruppen gefüttert, ist vor allem die Persistenz nach dem Gruppenwechsel zu kontrollieren. Die Kühe sollten in kleinen Gruppen (nicht einzeln) umgestallt werden und keine Milch verlieren. In der Praxis lässt sich oft beobachten, dass auch Harnstoffwerte unter 200 mg/l viel Milch ermelken, da hohe Harnstoffwerte oft nur ein Hinweis auf einen Energiemangel sind. Daher muss bei der Interpretation der Harnstoffwerte immer die gesamte Fütterung und die Tiergesundheit beurteilt werden.


MANAGEMENT

Wie viel Kraftfutter ist wirtschaftlich? Zum optimalen Kraftfutterverbrauch gibt es verschiedene Meinungen, sowohl in der Wissenschaft, in der landwirtschaftlichen Ausbildung als auch in der Praxis. Auch diese Frage muss stets einzelbetrieblich beantwortet werden, da viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. In Regionen mit schlechten Energieerträgen pro Hektar Mais und gleichzeitig geringen Grasqualitäten etwa liegt der Kraftfuttereinsatz pro Kilogramm Milch üblicherweise über 300 g und wird von der Beratung auch so unterstützt. Damit nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden, ist es notwendig, sowohl die Milchmenge als auch die eingesetzten Kraftfuttermittel hinsichtlich ihrer Energie zu korrigieren. Wird ein hochwertiges Kraftfutter mit einem Energiegehalt von 7.0 MJ NEL eingesetzt, so führt die Energiekorrektur dazu, dass aus den auf dem Betrieb eingesetzten 260 g/kg Milch 272 g/kg werden (E III). Möchte der Landwirt sich mit einem Berufskollegen vergleichen, sollten beide energiekorrigierte Kraftfuttermengen verwenden, um die Wirtschaftlichkeit ihrer Fütterungen gut einschätzen zu können.

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der jeweiligen Fütterungsstrategie des Betriebes wie hohe Grundfutterleistung oder günstiger Kraftfutterkontrakt. In der Praxis ist es wichtig, dass neben der Umrechnung in Kilogramm ECM auch die Energiedichte der Ration berücksichtigt wird (kg ECM/kg TM energiekorrigiert). Nur so lassen sich horizontale und vertikale Betriebsvergleiche erstellen und der Betrieb kann Schlussfolgerungen daraus ziehen.

Sind die Fütterungskurven richtig eingestellt? Passen sie zur aktuell gefütterten Ration? Zudem sollte die maximal ausgeworfene Portionsgröße nicht mehr als 1,5 kg/Besuch betragen. Werden als durchschnittliche Kraftfuttermenge 6 kg an der Station pro Kuh und Tag gefüttert, muss eine Kuh vier Mal täglich die Station aufsuchen. Bei mehr als 100 Tagesbesuchen pro Transponder holen schwache Tiere (Kalbinnen, Frischmelker, kranke Kühe) nicht mehr die volle Menge Kraftfutter ab. Demnach dürften in solch einem Fall nicht mehr als 20 Kühe Zugang zu der Station haben oder die Teil-TMR am Futtertisch muss mit zusätzlichem Kraftfutter aufgewertet werden. So lässt sich die Besuchsfrequenz ebenfalls reduzieren. Schon häufig führte eine nicht Transponder richtig nutzen richtig funktionierende TransWenn am Futtertisch eine Teilponderstation zu übermäßigen TMR angeboten und zusätzlich Kraftfutter über Transpondersta- Kraftfuttergaben. Diese schaden tionen gefüttert wird, stellen die- nicht nur der Tiergesundheit se eine zusätzliche Fehlerquelle durch deutlich erhöhte Acidar. Wann wurden die Stationen dosegefahr, sondern auch der zuletzt gereinigt und kalibriert? Wirtschaftlichkeit der Milch-

produktion. Eine einfache Kontrollmöglichkeit – neben der Kalibrierung mit einem Transponder – ist das Abgleichen der Lieferscheine mit den vorgesehenen Kraftfuttermengen. Bei der kuhindividuellen Kraftfutterzuteilung auch in Kombination mit Milchmengenmessung muss immer die Pansenfüllung, die Mistkonsistenz und die Wiederkauaktivität der Tiere mit berücksichtigt werden. Die Person, die das Kraftfutter zuteilt, muss demnach jede Kuh kennen und „vor Auge haben“.

Fazit Das Überprüfen der Futterkosten darf nicht zu einer geringeren Milchmenge oder gar zu kranken Kühen führen. Wird die Milchmenge durch das Einsparen von Futterkosten verringert, verschlechtert sich fast immer auch das Einkommen nach Futter­kosten. Somit bleibt weniger Geld für die Deckung der übrigen Kosten übrig.

Aus diesem Grund müssen die Ration und vor allem die Fütterungskennzahlen (Trockenmasseaufnahme, Kraftfutterverbrauch, Futterkosten) gerade bei gerinFuttereffizienz richtig vergem Milchpreis möglichst oft, gleichen In Fachzeitschriften mindestens monatlich ausgewerund auf Vortragsveranstaltuntet und beurteilt werden. Bei der gen wird immer wieder auch Futter­effizienz muss neben der die Kennzahl Futtereffizienz energiekorrigierten Milchmendiskutiert. Diese Kennzahl stellt ge auch die Ration energetisch dar, wie viel Kilogramm enerkorrigiert werden. Nur mit den giekorrigierte Milch aus einem richtigen Kenn- und VergleichsKilogramm Trockenmasse Futter zahlen wird die maximale Effigebildet werden. Als Zielwert zienz der Fütterung erreicht und wird für die Gesamtherde 1,5 kg es lassen sich an der richtigen ECM/kg Trockenmasseaufnahme Stelle Kosten einsparen. l angegeben. Dieser Wert ist stark abhängig vom LaktationsstadiDr. Denise Völker ist Milchviehberaterin um, der Laktationsnummer und in Bad Oldesloe, Deutschland.

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AB HOF WIESELBURG

Hier schmeckt das Angebot Ab Hof 2017 Was 1995 in bescheidenem Rahmen startete, kann mehr als 20 Jahre später als echte Erfolgsge­ schichte bezeichnet werden: Die Rede ist von Österreichs großer Direktvermarktermesse „Ab Hof“ in Wieselburg.

leistungen. Milch-, Fleisch-, Obst-, Getreide- und Gemüseverarbeitung, Vermarktungseinrichtungen, Lagerung, Transport, Verpackung und Verkauf sowie Marketing und Werbung für bäuerliche Produkte und Dienstleistungen stehen einmal mehr im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Messe gliedert sich in zwei Bereiche: in einen Fachbesucherteil für die Direktvermarkter in den Hallen 3 bis 9 und einen Konsumententeil mit Einkaufsund Verkostungsmöglichkeit auf der überdachten Brücke über die Erlauf, in der Wieselburger-Halle 10 und in der NÖ-Halle 11 mit Steirerdorf. Jeder fünfte Aussteller stammt nicht aus Österreich, was ebenso wie der Besucherandrang aus Polen, Slowenien, Ungarn, der Slowakei, Italien, der Schweiz und natürlich Deutschland die Internationalität der Messe

verdeutlicht. Für Besuchergruppen auch aus den benachbarten Bundesländern werden als Ergänzung zudem Fach­exkursionen zu Direktvermarktungsbetrieben im Raum Wieselburg angeboten. Und auch das umfangreiche Rahmenprogramm lockt traditionell viele Messegäste etwa mit informativen wie unterhaltsamen Koch- und Zubereitungsvorführungen auf der Bühne im Obergeschoß der Europahalle. Für Konsumenten und Produzenten gleichermaßen von Interesse sind die Verkostungsschulungen für unterschiedliche Produkte. Dabei lernt man etwa, Öle, Essig oder Honig zu beurteilen, Fehler zu erkennen und auch Rückschlüsse auf deren Produktion zu ziehen. Bei Produktionsseminaren (begrenzte Teilnehmerzahl) kann man auch selbst die Produktion von Brot, Kräuterprodukten, Senf,

Die Ab Hof ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, für Konsumenten bis 20 Uhr www.messewieselburg.at

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Nudeln oder Dörrprodukten erlernen oder vorhandenes Wissen vertiefen. Vorträge über die Imkerei oder über „Bauerngärten“ runden das Begleitprogramm ab. Am 3. März tagen die Schulmilchbauern auf der Ab Hof, am 6. März findet eine Veranstaltung zum Thema „Landwirtschaft & Handwerk“ mit Clustervorstellung und Best-Practice-Beispielen statt. Am 5. März endet die Genuss­ olympiade der NÖ Landjugend mit Siegerehrung, am 6. März referiert Salzburgs FestspielePräsidentin Helga Rabl-Stadler am Bürgermeistertag zum Thema „Kultur prägt die Regionen“.

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on Freitag, 3. März, bis Montag, 6. März, geht in der Messestadt im Erlauftal die 23. Auflage der „Spezialmesse für bäuerliche Direktvermarkter“ über die Bühne. 2017 steht erstmals die neue Halle 3 zur Verfügung. „Die dadurch erweiterte Ausstellungsfläche ist abermals zur Gänze ausgebucht“, freut sich Messedirektor Werner Roher. Er kann für diese Schau mittlerweile seit Jahren auf rund 35.000 Besucher aus dem gesamten österreichischen Bundesgebiet und dem Ausland verweisen. „Die Ab Hof konnte sich längst als europaweiter Fixpunkt etablieren. Fast 300 Aussteller garantieren die Fachkompetenz der Messe.“ Die Ab Hof bietet auch heuer wieder einen umfassenden Markt­überblick für die Verarbeitung und Vermarktung bäuerlicher Lebensmittel und Dienst-


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Belegzeitpunkt richtet sich nach dem Gewicht

Im zweiten Lebensjahr bietet sich eine Weidemöglichkeit sehr gut an.

Schwergeburten bei Kalbinnen kann man ­gezielt verhindern Abkalbung Je schwerer die Geburt, umso schwieriger wird die Kuh wieder tragend. Denn eine ­komplizierte ­Abkalbung mit Komplikationen wirkt sich immer negativ auf die Fruchtbarkeit und den Laktationsverlauf aus. Von Wolfgang Schrattenecker

Fotos: © Schrattenecker

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Stierwahl und Anpaarung Bei der Stierauswahl ist auf dessen Vererbung bezüglich Geburtsverlauf zu achten. Für den Einsatz auf Kalbinnen eignen sich speziell Stiere, welche in diesem Merkmal einen Zuchtwert von höher als 110 aufweisen.

Heu und Silagen des ersten Aufwuchses von weniger gedüngten Flächen (separat konservierte Rundballen). Es muss aber jedenfalls von der Futterhygiene her einwandfrei sein. Auch der zweite Schnitt und Folgeschnitte kommen in Frage. Eine andere Alternative ist, hochwertige Silagen im Futtermischwagen mit Heu und Stroh bezüglich Energiegehalt zu verdünnen. Das Weiden bzw. Alpen von Rindern im zweiten Lebensjahr ist zur Stärkung des Bewegungsapparats und der Verbesserung ihrer Grundfutteraufnahme empfehlenswert.

albinnen haben aufgrund ihres noch engen Geburtskanals ein besonderes Schwergeburtsrisiko. Wirtschaftlich ist es besonders gravierend, wenn eine Jungkuh wegen einer Schwergeburt den Betrieb bereits Körperkondition während wieder verlassen muss. Trächtigkeit Auch nach der Besamung sollte die KörperkonEs gibt viele wichtige Maßnahdition stets im Auge behalten men auf dem Weg zur Geburt. werden. Die Tiere dürfen nicht Das Ziel ist, für eine möglichst verfetten, denn das Fett wird reibungslose Geburt zu sorgen. auch in der Beckenhöhle abgeDas Risiko der ersten Geburt lagert, wo es die Geburtswege kann durch überlegte Maßnaheinengt. Das bedeutet, dass die men wie Aufzuchtstrategie, Energiezufuhr ab dem 12. Leoptimales Alter und Gewicht bei bensmonat gedrosselt werden Eingliederung in die Herde der Besamung, Stierauswahl, muss. Meist sind Grassilagen, Stress wirkt sich negativ auf den eine stressfreie Abkalbezeit und die laktierenden Kühe vorgelegt Geburtsverlauf aus. Speziellen durch Haltung und Fütterung werden, zu energiereich für Stress erleben die Tiere in für sie gesenkt werden. das Jungvieh in dieser Wachsneuen Situationen. Von daher tumsphase. Daher sollte Futter sollten trächtige Kalbinnen schon Erste Besamung Damit die mit Energiegehalten um 5,5 MJ längere Zeit vor dem Kalben in körperlichen Voraussetzungen für NEL/kg Trockenmasse gefüttert die Kuhherde integriert werden. RINDERPROFI_201703-94x62mm.qxp_-P 23.01.17 15:22 Seite 1 bei eine unkomplizierte erste Geburt werden, wie später geschnittenes Und nicht zuletzt ist Geduld gegeben sind, müssen verschiedene Vorgaben bei der ersten 917409 Besamung erfüllt werden: – ein gesundes, fruchtbares Rind Andy x Moonlight x Stadel x Bevnick – ein großrahmiges Rind mit gutem Futteraufnahmevermögen e .d gi – ein Erstbesamungsgewicht von .g w w 450 bis 470 kg bei Fleckvieh w bzw. 390 bis 420 kg bei Braunvieh und Holstein – die Kreuzbeinhöhe sollte bei Fleckvieh bei 135 bis 140 cm liegen bzw. bei Braunvieh und Holstein bei 130 bis 135 cm Kammer für Land- u. Forstwirtschaft Genetics Besamung Kleßheim · Kleßheimer Straße 10 · 5071 Wals Je intensiver die Aufzucht, mit Made in Germany Tel.: 0662 856 861 · Fax: 0662 856 861 32 umso niedrigerem Alter können E-mail: besamung@lk-salzburg.at · Internet: www.besamung-klessheim.at diese Vorgaben erreicht werden.

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der Geburtshilfe sehr wichtig. Eine Erstgeburt darf dauern! Fruchtblase und Kalb weiten die Geburtswege bei einer Kalbin nur langsam. Daher sollte vermieden werden, zu früh in den Geburtsverlauf einzu­greifen. l Wolfgang Schrattenecker ist Tierzucht­ berater in der LK Oberösterreich.


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Wie viel Protein brauchen Kühe mit hoher Milchleistung? Von Thomas Engelhard, Andrea Meyer und Michael Bulang

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ie naheliegende Antwort auf diese Fragen wäre, dass sich die Höhe der Proteinversorgung am jeweiligen Bedarf ausrichten muss und die dafür bestehenden Normen eingehalten werden sollen. Nach deutschem Proteinbewertungssystem hat eine Kuh mit 700 kg Lebendmasse einen Erhaltungsbedarf von 470 g nutzbarem Rohprotein (nXP) am Tag (+/–4 g je 10 kg höherem oder geringerem Gewicht). Dazu wird der leistungsabhängige Bedarf von 85 g nXP je kg Milch mit 3,4 % Eiweiß addiert (+/–2 g nXP je 0,1 % Eiweiß mehr oder weniger). Also hat eine 700-kg-Kuh mit einer Leistung von 30 kg Milch mit 3,4 % Eiweiß einen nXP-Bedarf von 3.020 g am Tag, bei einem vergleichbaren Tier mit 40 kg Milch wären es 3.870 g nXP. Bei Annahme von 21 bzw. 23 kg täglicher Trockenmasseaufnahme ergeben sich daraus rechnerisch notwendige nXP-Gehalte der gefütterten Rationen von 144 g und 168 g nXP je kg Trockenmasse (TM). Bei einer ausgeglichen kalkulierten Stick-

stoffbilanz im Pansen (RNB), die als Optimum anzustreben ist, wäre der Bedarf an Rohprotein mit dem nXP-Bedarf identisch. Gewisse Variationen wären aber möglich, denn nach etablierten Empfehlungen der Fütterungsberatung sollte die RNB nicht im deutlich negativen Bereich unter –20 g/Kuh/Tag liegen, um N-Defizite im Pansen zu vermeiden. Mindestens genauso wichtig ist die Vorgabe, dass die RNB nicht über +50 g, besser noch unter +30 g je Kuh und Tag liegen sollte. Hohe

kalkulierte RNB-Werte weisen auf einen N-Überschuss hin, der ungenutzt ausgeschieden wird, dabei die Leber und die Niere sowie dann letztendlich auch noch die Umwelt belasten kann. Leicht negative RNB sind für die Wiederkäuerverdauung sicher unproblematischer zu sehen als hoch positive Werte. Ein Zielbereich der RNB könnte demnach zwischen –10 g und +20 g je Tier und Tag liegen. Bezieht man diese Spanne in die Bedarfsberechnung ein, resultieren daraus für die beiden

kg Milch/Kuh/Tag kg TM/ Kuh/Tag

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Kalkulierter nXP-Gehalt, Bereich der Rohproteingehalte, g/kg/TM 20 22 24 26

130 127–136

151 148–157

(172) (169–178)

137 134–143

157 154–162

(176) (173–182)

143 141–149

161 159–166

(179) (176–184)

149 146–154

165 163–170

Tabelle 1: Kalkulatorisch notwendige nXP-Gehalte von Milchkuh­ rationen zur Bedarfsdeckung bei unterschiedlichen Milchleistun­ gen (3,4 % Eiweiß) und Futteraufnahmen sowie mögliche Bereiche für die Rohproteingehalte (Annahme 700 kg Lebendmasse)

Beispielskühe mit 30 bzw. 40 kg Milch Bereiche für die Rohproteingehalte der Rationen von 141 bis maximal 150 g bzw. von 166 bis maximal 174 g je kg TM. Da gerade der Stoffwechsel von Hochleistungskühen hohen Belastungen ausgesetzt ist, sollten 180 g Rohproteingehalt für solche Tiere als absolute Obergrenze gesehen und keinesfalls überschritten werden. Optimal ist die Situation, wenn sich der Rohprotein- und der nXP-Gehalt nicht oder nur wenig unterscheiden. Die Tabelle 1 gibt einen Überblick über die rechnerisch notwendigen nXP-Gehalte von Rationen für Milchkühe bei unterschiedlichen Milchleistungen und bei verschiedenen unterstellten Futteraufnahmen. Zum nXP-Wert sind Bereiche für die Rohproteingehalte ausgewiesen, wenn die RNB zwischen –10 g und +20 g je Kuh und Tag liegt. Aus den Zahlen wird ersichtlich, dass die notwendigen Proteingehalte natürlich stark vom konkreten Futterverzehr abhängen. Dies ist in der praktischen Fütterung unbedingt zu beachten. Der bestehende Bedarf und die erwartete, besser die realisierte Futteraufnahme sind die Basis für die Rationsberechnung. Ta-

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Eiweißversorgung Im Bereich der Milchkuhfütterung wird die Frage, wie hoch die Versorgung mit Futter­protein sein muss und wie viel Protein insbesondere Rationen für Tiere mit hohen Leistungen enthalten sollten, sehr intensiv und teilweise auch kontrovers diskutiert.


FÜTTERUNG 11

belle 1 zeigt auch Gehaltswerte, die kalkulatorisch notwendig sind, wenn hohe Leistungen mit relativ geringen TM-Aufnahmen einhergehen, z.B. bei Frischmelkern zum Laktationsstart in Hochleistungsherden (Werte in Klammern). Sehr hohe Rohproteingehalte würden hier aber ganz besonders die Gefahr von Stoffwechselbelastungen mit sich bringen, und eine Orientierung auf moderate bzw. im unteren Variationsbereich liegende Werte ist empfehlenswert. Immer ist die tatsächliche Rationsgestaltung an der konkreten Situation für die Kühe bzw. der Gruppe oder der Herde auszurichten. Dass eine Fütterung mit sehr viel Rohprotein und daraus resultierenden Milchharnstoffgehalten von 300 mg/l und darüber nicht notwendig, sondern eher schädlich für die Kühe ist und deshalb vermieden werden sollte, ist bekannt. Deshalb haben sich einige Betriebe sogar entschieden, ausgesprochene Niedrig-Protein-Strategien bei der Versorgung ihrer Milchkuhherden umzusetzen, und berichten teilweise über positive Erfahrungen. Weiterhin hat die Höhe der Proteinversorgung Einfluss auf die N-Bilanz von Betrieben, also auf die Umweltwirkung im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens und natürlich im Rahmen gesetzlicher Vorgaben. Auch hier könnten geringere Rohproteinangebote und die sichere Vermeidung von Rohproteinüberhängen hilfreich sein. Zudem ist bei der Proteinversorgung von Milchkühen zu bedenken, dass Futtermittel mit hohen Proteingehalten zu den vergleichsweise teuersten gehören. Letztendlich stellt sich aus genannten Gründen also die Frage, wie viel Protein Milchkühen tatsächlich angeboten werden muss, um sie noch leistungsgerecht zu versorgen. Die Fragen könnten aber auch so formuliert werden: Mit wie wenig Protein komme ich in der Fütterung von Kühen mit guter Milchleistung aus? Bis zu welchem Bereich kann ich N-Bilanzen und Futterkosten „drücken“, um die Futter-N-Effizienz zu verbessern,

auch um mögliche Stoffwechselbelastungen auszuschließen, ohne aber Leistungseinbußen und ökonomische Verluste hinnehmen zu müssen? Zwei Versuche zur Proteinreduzierung in Iden Am Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden wurden in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und den Tierernährern der Universität Halle schon mehrere Versuche zu dieser Thematik durchgeführt. Über die letzten beiden soll an dieser Stelle berichtet werden. Als Kontrollvariante in diesen beiden Fütterungsversuchen dienten jeweils Rationen, wie sie auch in der Routinefütterung der Herde in Iden zum Einsatz kommen. Dort ist die Versorgung schon auf eine gute Protein­ effizienz und die Vermeidung von Luxuskonsum ausgerichtet. Sowohl im Frischmelker- als auch im Hochleistungsbereich liegen die nXP- sowie die Rohproteingehalte zumeist bei etwa 160 g/ kg TM bei einer RNB um 0. (Bei gegenwärtig sehr gras- und luzernebetonter Fütterung steigen die Rohproteingehalte auch auf 165 g und die RNB befindet sich im mittleren positiven Bereich.) Die Milchharnstoffgehalte der Kühe des ersten Laktationsdrittels liegen laut MLP-Bericht im Mittel längerer Zeiträume zwischen 180 und 220 mg/l. In der Versuchsfütterung wurden die Ziel- und Erwartungswerte für die einbezogenen ca. 700 kg schweren Kühe bei 42 kg Milch mit 3,3 % Eiweiß und 24 kg TM-Aufnahme je Tier und Tag festgelegt. Somit müssten die Rationen nach Bedarfsrechnung 165 g nXP je kg TM enthalten. Der Wert sollte auch in der Fütterung der Kontrollvarianten nicht überschritten werden, und so lagen die Werte für die tatsächlich gefütterten TMR schon bei 160 bzw. 158 g nXP/kg TM, die Rohproteingehalte bei 163 g und die berechneten RNB somit in moderat positiven Bereichen (+10 bis +20 g je Kuh und Tag). Diese Fütterungsvariante wurde mit Rationen verglichen, die noch deutlich weniger Rohprotein enthielten (ca. 144 bis

151 g/kg TM). Bei gleichen Anteilen an Grobfutter in den Kontroll- und Versuchsrationen erfolgte die Proteinreduzierung durch die geringeren Anteile an Eiweißfuttermitteln, wel-

che durch andere Kraftfutter, insbesondere durch melassierte Trockenschnitzel, ersetzt wurden. Im ersten Versuch führte diese Maßnahme neben dem geringeren Rohproteingehalt

Versuch 1 Kontrolle

Futtermittel

Versuch 2

Versuch

Kontrolle

Versuch

Anteil der TM der TMR (%) Maissilage

28

24

Gras- + Luzernesilage

24

15 + 11

Stroh + Luzerneheu

3

6

Mais- + Getreideschrot

17

18

20

21

Melassierte Trockenschnitzel

6

10

4

7

Sojaextraktionsschrot

3

Rapsextraktionsschrot, unbehandelt

16

14

17

6

Rapsextraktionsschrot, behandelt

7

Mineralfutter, Energieergänzung

3

Rationskennzahl

Gehalt je kg TM

MJ NEL g Rohprotein g nXP g NDFOM/g ADFOM g Stärke + Zucker

7,1 163

7,0 144

164

151

160

153

157

160

320/183

324/183

329/198

329/197

261

270

256

262

Tabelle 2: Zusammensetzung und ausgewählte Gehaltswerte der Rationen in den beiden Fütterungsversuchen Versuch 1 Kennzahl

Versuch 2

Kontrolle

Versuch

Kontrolle

Versuch

Futteraufnahme, kg TM/Kuh/Tag

23,0

22,2

24,3

24,6

Rohproteinaufnahme, g/Kuh/Tag

3731a

3183b

3919a

3665b

nXP-Aufnahme, g/Kuh/Tag

3678a

3395b

3815

3932

Milchmenge, kg/Kuh/Tag

44,1a

41,1b

44,4

45,0

Milchfettgehalt, %

3,90

3,89

3,84

3,87

Milcheiweißgehalt, %

3,27

3,25

3,34

3,25

Milcheiweißmenge, kg/Kuh/Tag

1,44a

1,34b

1,48

1,46

Milchharnstoffgehalt, mg/l

209a

155b

198a

163b

Tabelle 3: Ergebnisse zur Versorgungslage und zur Leistung der Kühe in den Fütterungsversuchen; ab kennzeichnen statistisch ­signifikante Mittelwertdifferenzen


12 FÜTTERUNG

auch zum Absinken des nXP-Gehaltes der Ration auf 153 g/kg TM. Im zweiten Versuch sollte der nXP-Gehalt dagegen trotz Absenkung der Rohproteinkonzentration mindestens auf dem Niveau der Kontrollration belassen werden, eher darüber liegen. Dazu kam im abgesenkten Rapsschrotanteil ein Teil dieses Futtermittels in geschützter Form mit höheren UDP- und nXP-Gehalten zum Einsatz (während für unbehandeltes Rapsschrot nach DLG-Tabelle 35 % UDP5 angenommen werden, weist die Produktbeschreibung für das behandelte Futter 70 % UDP5 aus). Die Zusammensetzungen und wichtige Gehaltswerte der vier Rationen, die in den beiden Versuchen eingesetzt wurden, zeigt die Tabelle 2.

Mit den unterschiedlichen TMR wurden die vergleichbaren Gruppen von jeweils 35 bis 40 Kühen ab der zweiten Laktationswoche bis zum 120. Laktationstag (Versuch 1) bzw. bis zum 150. Laktationstag (Versuch 2) gefüttert. Vor der Kalbung erhielten die Kühe eine Vorbereitungsration mit relativ wenig Rohprotein (130 g/kg TM) und einer stark negativ kalkulierten RNB, in der ersten Woche nach der Kalbung wurden alle Gruppen mit der jeweils proteinärmeren Versuchsration versorgt. In der Tabelle 3 sind wichtige Ergebnisse der beiden Fütterungsversuche dargestellt. Versuch 1 Im ersten Versuch deutete sich eine geringere Futteraufnahme der Tiere

an, welche die proteinärmere Ration erhielten, wofür (auch) ein N-Defizit im Pansen (mit) ursächlich gewesen sein könnte. Die Versorgung mit Energie und anderen Nährstoffen unterschied sich nicht sehr stark und nur im Umfang der differenzierten Futteraufnahmen. Bei geringeren Gehalten der TMR nahmen die Kühe aber deutlich weniger Rohprotein und nXP auf. Die mittlere tägliche Milchund Milcheiweißleistung war nachfolgend um 3 kg bzw. 100 g reduziert. Dies ist eine Größenordnung, die zu wirtschaftlichen Verlusten führt. Auch bei gegenwärtig schlechten Milchpreisen (20 bis 26 Cent/l unterstellt) und den aktuellen Futtermittelkosten wäre unter diesen Versuchsbedingungen mit Verlusten von ca.

Woche –3 Parameter

Milchmenge, kg/Tag Milcheiweißmenge, g/Tag Milchharnstoffgehalt, mg/l

–2

Woche –1

1

3

Ration

Kontrolle

Kontrolle

44,3

43,9

42,1

41,9

41,6

41,4

Versuch

Versuch

44,0

42,9

42,4

44,3

44,2

44,0

Kontrolle

Kontrolle

1478

1463

1424

1416

1407

1411

Versuch

Versuch

1442

1410

1389

1466

1479

1481

Kontrolle

Kontrolle

220

216

226

208

237

213

Versuch

Versuch

194

174

180

208

235

213

Fütterung differenziert

Ration

2

Gruppe

Kontrolle

Fütterung undifferenziert

Tabelle 4: Leistungen und Milchharnstoffgehalte der Kühe in den Gruppen in den drei Wochen vor und nach der Umstellung der Versuchsgruppe auf die Kontrollration

Auswirkungen der Umstellung auf die Kontrollration nach Versuchsende

40 bis 60 Cent je Kuh und Tag (Milchgeld – F ­ utterkosten) zu rechnen. Versuch 2 Im zweiten Versuch waren sehr ähnliche mittlere Futteraufnahmen der beiden Gruppen im Erfassungszeitraum zu verzeichnen. Aufgrund der angenommenen höheren UDPund nXP-Gehalte in der Versuchsration durch den Einsatz von geschütztem Rapsschrot ergaben sich trotz unterschiedlicher Rohproteingehalte keine so starken Differenzen bei den nXP-Aufnahmen wie in der ersten Untersuchung. Hier lag die berechnete nXP-Aufnahme der Kühe im Mittel der Versuchsvariante sogar etwas über der in der Kontrollgruppe. Ein starker Unterschied bei den Rohprotein­aufnahmen trat als Folge der Gehaltswerte der Rationen auf. Trotzdem ergaben sich diesmal bei der Milchund Milcheiweißleistung ähnliche Werte, was Folge der zwischen den Gruppen ausgeglichenen nXP-Aufnahmen sein könnte. Unter den angenommenen Rahmenbedingungen bestand auch kein Unterschied in der ökonomischen Bewertung der Versuchsvarianten (Milchgeld – Futterkosten). Zu erwähnen bleibt, dass die Kühe der Versuchsvarianten in beiden Versuchen etwas mehr Lebendmasse verloren, also etwas mehr Milch aus der Körpersubstanz erzeugten. Bemerkenswert für den zweiten Versuch ist eine Beobachtung, die erst nach dem eigentlichen Versuchsende gemacht wurde, als sämtliche in die Untersuchung einbezogenen Kühe aus betrieblichen Gründen noch drei Wochen im Versuchsstall verblieben, aber dann alle mit der rohproteinreicheren Kontrollration versorgt wurden. Während bei den auch vorher so gefütterten Tieren die Laktationskurve leicht abfiel, steigerten die Kühe der Versuchsgruppe ihre Leistung in der Mitte der Laktation noch einmal gegenüber der letzten Milchkontrollwoche im eigentlichen Untersuchungszeitraum mit rohproteinärmerer Fütterung um immerhin 2 kg Milch und 80 g Milcheiweiß


FÜTTERUNG 13

pro Tag (siehe Grafik). Gleichzeitig stiegen die Milchharnstoffgehalte auf das identische Niveau der Kontrollgruppe. Dies deutet darauf hin, dass hier im Untersuchungszeitraum möglicherweise doch Defizite bei der Rohproteinversorgung und insbesondere hinsichtlich der Stickstoffverfügbarkeit im Pansen bestanden haben könnten. In den Versuchen wurden keine Unterschiede hinsichtlich der Tiergesundheit festgestellt. Dass die auf N-Effizienz ausgerichtete Versorgung der Kontrollgruppe bzw. eine Fütterung auf diesem Niveau grundsätzlich den Stoffwechsel stark belastet, ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht zu erwarten. Natürlich könnten die Auswirkungen auf Gesundheit und Fruchtbarkeit in Langzeitversuchen besser und sicherer untersucht werden. Aber da die Fütterung der Kontrollgruppen etwa der Routine für die Idener Milchviehherde entsprach, deren Kühe im Mittel mit ca. 55.000 kg Lebensleistung abgehen, lässt eine sehr schädliche Auswirkung solcher Proteinversorgung nicht als gravierendes grundsätzliches Problem erscheinen. Die berechneten N-Bilanzen und somit die anzunehmenden N-Ausscheidungen mit den Exkremente ergeben einen Vorteil, d. h. geringere Werte, für die beiden Versuchsvarianten mit dem niedrigeren Rohproteinangebot. Im ersten Versuch lag die N-Bilanz für die proteinärmere Fütterung bei 303 g je Kuh und Tag, in der Kontrollgruppe im

Mittel bei 375 g. Im zweiten Durchgang wurden dann 371 g und 391 g berechnet. Auf die unterschiedlichen Ausscheidungen mit den Exkrementen lassen auch die Milchharnstoffgehalte schließen (Tabelle 3), da diese beiden Größen in engem Zusammenhang stehen. Gute Werte wurden für die beiden Versuchsgruppen bei der Futter-N-Ausnutzung erreicht (41 bzw. 39 %), welche das Verhältnis von Futter-N zu Milch-N beschreibt. Für die Kontrollgruppen ergaben sich Rechenwerte von 38 bzw. 37 %. Fazit Abschließend lässt sich aus den vorgestellten Ergebnissen von zwei Fütterungsversuchen zur Auswirkung unterschiedlicher Verfahren der Proteinversorgung und insbesondere zu den Folgen einer rohproteinreduzierten Fütterung Folgendes zusammenfassen: Mit den knapp am kalkulierten Proteinbedarf ausgerichteten Kontrollrationen wurden hohe Milchleistungen erreicht. Auch in der Frühlaktation mit schnell steigenden Einsatzleistungen und anfänglich noch nicht realisierten maximalen Futteraufnahmen wurden die Gehalte der Rationen nicht angehoben, sondern TMR mit gut 160 g Rohprotein und etwa 160 g nXP/kg TM eingesetzt. Im ersten Versuch mit Absenkung der Gehalte an Rohprotein um 20 g und an nXP um knapp 10 g je kg TM waren Milchleistungeinbußen zu verzeichnen, die sich ökonomisch nachteilig auswirken. Es ist aber auch bemerkenswert, dass bei Fütterung

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rollinstrument für die Proteinversorgung haben sich im Fütterungsversuch die Milchharnstoffgehalte erwiesen und tun dies auch in der Routine des Fütterungsmanagements der Herde in Iden. Die Durchführung langfristig vergleichender Exaktversuche zu unterschiedlicher Proteinversorgung von Hochleistungskühen ist erforderlich, um mehr und noch aussagekräftigere Antworten zu den offenen Fragen geben zu können. l Thomas Engelhard, LLG Sachsen-­Anhalt, ZTT Iden Andrea Meyer, Landwirtschaftskammer Niedersachsen ­Dr. Michael Bulang, Martin-Luther-Universität ­Halle-Wittenberg.

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der proteinärmeren Ration immer noch eine mittlere Leistung von mehr als 40 kg Milch im ersten Laktationsdrittel ermolken wurde. Dies zeigt an, wie effizient ein gut funktionierender Pansen wiederkäuergerecht gefütterter Kühe mikrobielles Protein bilden kann. Bei Erhöhung der UDP- und nXP-Gehalte auf das nach Rationsrechnung bedarfsdeckende Niveau im zweiten Versuch wirkte sich die Rohproteinreduzierung nicht mindernd auf die Leistung auf. Die Reaktion der vorher mit weniger Rohprotein versorgten Kühe auf die Umstellung zur „Norm-Ration“ nach Versuchs­ ende lässt aber darauf schließen, dass sich die etwas höhere Rohproteinversorgung und die (kalkulatorisch) bessere N-Verfügbarkeit im Pansen positiv ausgewirkt haben könnten. Abschließend bleibt die Empfehlung, sich bei der Proteinversorgung und der Rationsrechnung grundsätzlich an den bestehenden Bedarfszahlen auszurichten. Im Hochleistungsbereich scheinen auch Rationen mit 160 g Rohpotein und nXP gut zu funktionieren. Ganz sicher müssen in der praktischen Fütterung keine Gehalte von über 175 g oder noch mehr vorgehalten werden, wenn sich die Milchleistung auf einem geringeren Niveau als in den vorgestellten Versuchen befindet. Überversorgung und Luxuskonsum sind unbedingt zu vermeiden, weil eine solche Fütterung zu Tiergesundheitsproblemen sowie zu überhöhten Futterkosten führt und betriebliche N-Bilanzen belasten kann. Als gutes Kont-

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14 KÄLBERHALTUNG

Kosten sparen bei der Kälber- und Jungviehaufzucht Maßnahmen In der Milchviehhaltung stehen gegenwärtig alle B ­ ereiche mit dem Ziel auf dem Prüfstand, ­sinnvolle Möglichkeiten zu finden, Kosten zu reduzieren oder aber auch Reserven zu mobilisieren. Von Hans-Jürgen Kunz

W

enn Futterkosten im Kälber- und Jungviehbereich reduziert werden sollen, wird häufig der Vorschlag gemacht, die Tränkemengen für die Kälber herabzusetzen. Hier gäbe es zwei Möglichkeiten.

Einsparungen während der Milchphase sind kontraproduktiv. Steht die Ad-libitum-Tränke im Widerspruch zur Futterkostenreduktion? Nein, das Gegenteil ist der Fall. Alle Kälber, weibliche und männliche, sollten in den ersten Lebenswochen ad libitum mit Biestmilch/Vollmilch getränkt werden, da dadurch der anteilige Erhaltungsbedarf drastisch reduziert wird. Das heißt, es wird bei gleichem Gewicht deutlich weniger Milch pro Kilogramm Zunahme verbraucht. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass das Immunsystem unter diesen Bedingungen leistungsfähiger ist und die Kälber gesünder sind. Das kann Tierarztkosten sparen. Ein weiterer Effekt ist, dass die männlichen Kälber besser und meist auch mit einem höheren Erlös vermarktet werden kön-

nen. Für die eigene Nachzucht gilt: Eine intensive Aufzucht im ersten halben Jahr hilft nicht nur die Tiergesundheit zu stabilisieren, sie sorgt auch dafür, dass über höhere Tiergewichte auf den Einsatz von Kraftfutter in der Aufzucht ab einem halben Jahr gänzlich verzichtet werden kann. Wie sieht es mit dem Einsparungspotenzial von Milch nach der Einzelhaltungsphase von zwei bis drei Wochen aus? Meist werden die Kälber im Anschluss daran in Gruppenboxen umgestallt. Hier werden sie entweder weiter mit Vollmilch oder mit Milchaustauscher getränkt. Lassen sich hier Kosten sparen? Ja, ad libitum getränkte Kälber sind deutlich schwerer und kön-

nen früher abgetränkt werden. Wir empfehlen, ab der vierten Woche mit der Reduktion der Milch zu beginnen, jedoch von einem hohen Niveau aus, zum Beispiel von 9 oder 8 l möglichst gleitend auf 0 l bis zur neunten Lebenswoche. Eine noch stärkere Reduktion der Milch würde in diesem Abschnitt zwar sehr kurzfristig tatsächlich zu einer weiteren Kosteneinsparung führen, im Gegenzug aber auch zur Verschlechterung der Tierzuwächse und möglicherweise auch der Tiergesundheit. Es wäre im wahrsten Sinne des Wortes eine Milchmädchenrechnung. Kann nach der Umstellung von der Vollmilch anstelle eines

Fotos: © Dr. Hans-Jürgen Kunz

Wie lassen sich Futterkosten reduzieren? Die erste Möglichkeit wäre, von Beginn an weniger Vollmilch zu tränken. Biest- und Vollmilch wird meist in den ersten 14 Tagen getränkt. Lässt sich hierbei etwas einsparen? Diese Rechnung geht in mehrfacher Hinsicht nicht auf. Die Milch der ersten fünf Laktationstage darf nicht abgeliefert werden und steht darum auf jeden Fall für die Kälbertränke zur Verfügung. Hinzu kommt, dass die Kühe während dieser Zeit deutlich mehr Milch geben, als von den Kälbern aufgenommen werden kann, selbst bei einer Ad-libitum-Tränke. Das heißt, es steht auch noch Milch für Kälber zur Verfügung, die älter als fünf Tage sind. Bei größeren Betrieben wird das meist der Fall sein. Milch kann zudem auch noch für eine begrenzte Zeit im Kühlschrank zwischengelagert werden. Drei Tage Lagerzeit sind in jedem Fall möglich. Auch kann Milch von behandelten Kühen, deren Milch einen negativen Antibiotikanachweis hat, aber deren Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, genutzt werden. Eine Ausnahme, hiervon nicht Gebrauch zu machen, wäre, wenn Kühe mit Paratuberkulose infiziert sind. Vorhandene Biestmilch wegzuschütten wäre absolut kontraproduktiv.


KÄLBERHALTUNG 15

der Menge vorhanden ist, ist zu überlegen, wie dies außerhalb der Milcherzeugung sinnvoll eingesetzt werden kann. Möglichkeiten bietet die Mast, wenn auch in begrenztem Umfang.

die Mast von männlichen und insbesondere auch von weiblichen Kreuzungstieren betriebswirtschaftlich durchaus sinnvoll sein. Auch die eigene Mast von männlichen Schwarzbunten als Rosékälber kann interessant sein, Wie lassen sich Reserven mobili- wenn hierfür die betrieblichen sieren? Voraussetzungen vorhanden Reserven bieten gezielte sind. l Anpaarungen von Kühen mit Fleischrinderbullen, die nicht für Dr. Hans-Jürgen Kunz ist Fachberater der die Nachzucht benötigt werLK Schleswig-Holstein, Deutschland. den. Wer zudem selbst mästet, profitiert von einer guten Handelsklasseneinstufung sowie von einer guten Ausschlachtung. Sind ausreichend Platz und Anpaarung von Kühen mit Fleischrinderbullen kann interessant sein. Grundfutter vorhanden, können die weiblichen Kreuzungskälber PATURA-Programm 2017 Vollmilch anstelle von Milch­ zusammen mit der weiblichen Milchaustauschers mit hohem austauscher? Nachzucht aufgezogen und mit Magermilchanteil ein deutlich Katalog 2017 jetzt 506 Ein solcher Austausch von 550 bis 600 kg zur Schlachtung preiswerterer Nullaustauscher GRATIS anfordern! Seiten (ohne Magermilchpulver) einge- Milchaustauschern (MAT) gegen verkauft werden. Auch eine setzt werden? Vollmilch wird immer dann als separate Intensivmast nicht Auch diese Möglichkeit wird Möglichkeit genannt, wenn der nur der männlichen, sondern nicht empfohlen, da die VerMilchpreis am Boden ist. Ist das in besonderem Maße auch der daulichkeit von Molken- und jedoch der Fall, sind ebenso die weiblichen Kreuzungstiere ist pflanzlichen Proteinen, wie MAT-Preise „im Keller“. Ob eine lukrativ. Versuche gezeigt haben, in solche Maßnahme dann sinnvoll den ersten Wochen nach der ist, lässt sich sehr leicht überprü- Fazit Sollen Kosten gespart Umstellung von der Vollmilch fen. Etwa 150 bis 160 g eines werden, ist die Reduzierung der auf Milchaustauscher deutlich Milchaustauschers entsprechen Tränkemengen bei Kälbern der reduziert ist und geringere Zu- einem Liter Ablieferungsmilch. falsche Weg. Im Gegenteil, eine nahmen die Folge sind. Werden Das bedeutet, 155 g dürften intensive Aufzucht im ersten halin der Anfangsphase nach der nicht teurer als ein Liter Milch ben Jahr hilft, die Tiergesundheit Umstellung noch hohe Mengen sein. Liegt der Milchpreis etwa zu stabilisieren, und sorgt dafür, zum Beispiel eines Nullaustau- – wie im Vorjahr in Deutschland dass über höhere Tiergewichte schers (ohne Magermilchpulver) am Höhepunkt der Milchkrise auf den Einsatz von Kraftfutter vertränkt, muss zudem mit – bei nur 24 Cent, würde diese in der Aufzucht ab einem halben Verdauungsstörungen gerechnet Menge einem MAT-Preis von Jahr gänzlich verzichtet werden • Weidezaun-Programm werden. Auch dieses Ergebnis 1,55 Euro, bei einem Milchpreis kann. Sinnvoll kann der Einsatz • Stall- und Weidetechnik haben Versuche gezeigt. Der von 23 Cent 1,48 Euro entsprevon Fleischrindersperma bei • Stalleinrichtungen für Rinder Grund dafür ist folgender: chen. Von diesen Werten liegen Kühen sein, deren Nachzucht Verkauf über den Fachhandel In der Vollmilch besteht das die Milchaustauscherpreise nicht nicht für die eigene BestandserPATURA KG•D-63925 Laudenbach Eiweiß, genauso wie im Maweit entfernt. Hinzu kommt, dass gänzung benötigt wird. Wenn Tel. 00 49 93 72/94 74 0•www.patura.com auch die Voraussetzungen für das der Platz vorhanden ist, kann germilchpulver, etwa zu 80 % Vertränken von Vollmilch in den aus Casein und zu 20 % aus Gruppenbuchten gegeben sein Molkenproteinen. Das Casein müssen. wird vom Verdauungsenzym Chymosin verdaut, die Molkenmindert Darmprobleme (Durchfall) Grundsätzlich muss festgestellt proteine von Pepsinen. In den kräftigt dadurch Jungtiere werden, dass Reduzierungen ersten Lebenswochen ist das von Betriebsausgaben über Kalb auf Casein angewiesen, Einsparungen von Futtermitteln denn für die Umstellung der A-5020 SALZBURG · MOOSSTRASSE 152 nur in sehr begrenztem Umfang Enzymproduktion in Richtung  0662/82 99 07 sinnvoll sind und sie meist nur Pepsin benötigt das Kalb mehSALZBURGER rere Wochen. Im Anschluss, ab kurzfristig und in geringem IERMOO der sechsten Lebenswoche kann Maße dazu beitragen, die Liquidität zu verbessern. Aber auch dann ohne Probleme auf AusA-5101 BERGHEIM · GASTAGWEG 16 tauscher mit einem reduzierten das Grundfutter sollte in diesem  0662/45 24 34 Zusammenhang mit in die KalGehalt an Magermilchpulver  office@therapro.at · www.therapro.at oder auf reine Nullaustauscher kulationen einbezogen werden. Falls Grundfutter in ausreichenumgestellt werden.

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16 TRANSPORT

Achtung bei Über- und Unterladungen! Tiertransport Den Transport landwirtschaftlicher Nutztiere regelt das Tiertransportgesetz 2007. Die technischen Vorschriften sollten bereits ab dem ersten Kilometer beachtet werden.

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andwirte, die Tiere in ihren eigenen landwirtschaftlichen Fahrzeugen oder Transportmitteln im Rahmen der jahreszeitlich bedingten Wanderhaltung etwa auf die Alm oder ihre eigenen Tiere in ihren eigenen Transportmitteln über eine Entfernung von weniger als 50 Kilometer ab ihrem Betrieb transportieren, müssen „nur“ die „Allgemeinen Bedingungen“ der EU-Tiertransportverordnung einhalten.

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werden oder ihr Platzangebot wird beispielsweise mit einer Rampe reduziert. Eine Überladung ist generell verboten. Die Tiere müssen vor Wetterunbilden und Extremtemperaturen druch eine Überdachung geschützt sein. Der Boden muss rutschfest sein und das Ausfließen von Kot und Transportfähigkeit Unter Urin muss auf ein Mindestmaß den technischen Vorschriften beschränkt werden. Das Transwird die Transportfähigkeit, das portmittel muss mit einer Rampe Transportmittel und Raumange- mit optimaler Neigung ausgebot sowie die Transportpraxis stattet sein, damit ein stressfreies genauer definiert. Transportfähig Be- und Entladen möglich ist. sind gesunde und unverletzte Des Weiteren muss eine ordTiere, die sich schmerzfrei und nungsgemäße Kennzeichnung ohne fremde Hilfe bewegen kön- des Transportmittels erfolgen. nen. Nicht transportiert werden dürfen zum Beispiel Tiere mit Transportpapiere Das Mitfühgroßen offenen Wunden oder ren von Transportpapieren ist schweren Organvorfällen. Als nicht transportfähig gelten auch trächtige Tiere bei über 90 Prozent des Trächtigkeitsstadiums und Tiere, die vor weniger als sieben Tagen geboren haben. Transportmittel Das Transportmittel muss so ausgestattet sein, dass Verletzungen und Leiden der Tiere vermieden werden und ihre Sicherheit garantiert ist. Diese Sicherheit muss auch bei einer Unterladung gewährleistet sein. Das heißt: Werden nur einzelne Tiere transportiert, im speziellen Kälber, müssen diese befestigt

erst bei Transporten gefordert, die über jene Transporte hinausgehen, für die Erleichterungen für Landwirte vorgesehen sind (siehe Artikelanfang). Da jedoch eine Vielzahl nationaler Rechtsvorschriften ebenfalls einschlägige Dokumentationen beim Transport von Tieren vorschreiben, ist das Mitführen von Transportpapieren bei allen Transporten empfehlenswert. Der AMA-Viehverkehrsschein erfüllt die nationalen Vorschriften und die Vorgaben der EU-Tiertransportverordnung. Daher sollte bei jedem Transport ein ausgefüllter Viehverkehrsschein mitgeführt werden. l

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Befähigungsnachweis Eine Zulassung als Transportunternehmer ist für solche Fahrten nicht notwendig, ein Befähigungsnach- von Tieren im Rahmen der unweis wird empfohlen. entgeltlichen Nachbarschaftshilfe und mit „geliehenen“ landwirtUnter Transporten von „eigenen schaftlichen Transportmitteln zu Tieren“ und „im eigenen Trans- verstehen. Entgeltliche Transporportmittel“ sind auch Transporte te durch gewerbliche Transportfirmen fallen nicht unter diese Erleichterung.


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So bekommen alle genug Futtervorlage Profi-Milchbauern legen großen Wert auf eine ständige Erreichbarkeit des Futters für die Kühe. Gleichzeitig ­sollen Milchkühe immer frisches Futter fressen können. Händisch sind diese Forderungen nur mit viel Zeitaufwand und entsprechend körperlicher Arbeit erfüllbar. bei Kühen oft Konkurrenzsituationen. Ist eine dieser Gegebenheiten begrenzt verfügbar oder besteht sogar ein Mangel, urch die auf dem Markt nutzen ranghohe Tiere die angebotenen Futterschie- Situation ungehindert aus und ber wird im arbeitswirtverdrängen die Rangniederen schaftlichen Bereich unterschied- oder verhindern, dass sie zur lich große Entlastung erreicht. Futter-/Wasserquelle gelangen Ebenso unterschiedlich ist auf können. Selbst bei Ad-libider anderen Seite die finanzielle tum-Fütterung werden solche Belastung. Konkurrenzsituationen nicht ganz verhindert. Wissenschaftler Um Futter, Wasser, Liegeplätze erklären dieses Verhalten damit, und Bewegungsraum entstehen dass Kühe Herdentiere sind, die Von Ruedi Hunger

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gemeinsam das Futter aufnehmen wollen. Ein Phänomen, das sich insbesondere auf der Weide immer wieder beobachten lässt. Ein eingeschränktes Tier/Fress­ platz-Verhältnis behindert das gemeinschaftliche Fressen und erhöht die Konkurrenzsituation unter den Tieren. Daraus resultieren kürzere Fresszeiten und erhöhte Unruhe, insbesondere bei rangniederen Tieren.

um Total-Misch-Rationen (TMR) handelt, neigen nach einer gewissen Zeit zum Nacherwärmen. Vorbeugend soll deshalb eine Futterration eher flach abgelegt werden, was dann eine ständige Erreichbarkeit bzw. ein Nachschieben des Futters voraussetzt. Die Futterration bleibt frisch und aromatisch, was sich aus hygienischen Gründen auch positiv auf die Höhe der Futteraufnahme auswirkt und das SelektionsverFutter frisch halten Futterrati- halten der Tiere reduziert. Ein onen, insbesondere wenn es sich regelmäßiges Futternach-

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Foto: © Wasserbauer

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18 FÜTTERUNG / LANDTECHNIK

schieben begünstigt die rangniedrigeren Tiere, weil sie dann auch ausreichend Futter in guter Qualität auf dem Futtertisch vorfinden.

Als Allrounder begehrt Hoflader Die Angebotspalette an Hebefahrzeugen ist umfassend, ebenso deren Einsatzmöglichkeiten. In der K ­ ategorie Hoflader wurde der Begriff „Allrounder“ ­bisher allerdings arg strapaziert. Von Ruedi Hunger

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er gängige Hoflader ist kein Kompaktradlader für Erdbewegungen in großem Ausmaß, zudem gibt es mit dem Gabelstapler ein weit geeigneteres Fahrzeug, wenn es um den Umschlag von palettierten Gütern geht. Die Wendigen sind die kleinen Teleskoplader, die sich als echte Alternativen zwischen Hoflader und großem Teleskoplader anbieten. Kompaktradlader sind robuster als der durchschnittliche Hoflader, sie entsprechen im Wesentlichen dem Baukonzept des Knicklenkers. Maschinen, die einem eher landwirtschaftlichen Baukonzept entstammen, können höher reichen. Sprich: Sie eignen sich speziell zum Befüllen von Futtermischwagen und großen Mistzettern. Der universelle Hoflader Fahrzeuge der 2000-kg-Klasse haben deshalb große Bedeutung, weil sie vielseitig eingesetzt werden können und trotzdem noch über eine kompakte Bauart verfügen. Das heißt, sie sollen schlank sein und dennoch in allen Einsatzsituationen die volle Leistung brin-

gen. Als Faustregel gilt, dass ein Knicklenker mit voll geknickter Lenkung und maximaler Hubhöhe von einem Meter rund ein Drittel der Last wegen erreichter Kippgrenze einbüßt. Die kleinen Teleskoplader haben geringe Ausmaße, ihre sprichwörtliche Wendigkeit und die bessere Standfestigkeit sind schlagende Argumente im Konkurrenzkampf mit dem Hoflader. Der niedrige Einstieg in die Kabine wird allgemein positiv beurteilt. So ist man quasi mit einem Schritt in der Kabine und wieder draußen. In der Kabine dürfen die Erwartungen begreiflicherweise nicht zu hoch sein. Die Übersichtlichkeit nach vorne ist besser als beim Hoflader. Im Vergleich zu großen Teleskopladern sind die Kleinen auf alle Fälle übersichtlicher. Auch sind sie ein vollwertiger Hofladerersatz und ersetzen zusätzlich den kleinen Frontladertraktor. Das Baukonzept der mittigen Anlenkung des Teleskoparmes musste aus Platzgründen verlassen werden, der Anlenkpunkt ist leicht nach rechts verschoben. Ihre Beweglichkeit ist dank permanenter 4-Rad-Lenkung groß und steht einem Hoflader nur wenig nach.

Fotos: © agrarfoto.com

auf dem Hof gibt es die Geräte für den Frontlader oder den 3-Punkt-Anbau. Fehlen auf dem Hof Hebefahrzeuge oder ein passender Traktor, kommen selbstfahrende Erfahrungsgemäß ist die FutGeräte in Frage. Diese schieben teraufnahme immer dann am ebenfalls mit Schiebeschild, größten, wenn frisches Futter Radialbesen oder Schnecke. vorgelegt wird. Der größte Teil Sie verfügen über ein Dreider Tiere findet sich wenige rad-, Vierrad- oder – im Fall Minuten nach der Vorlage oder des Dozer – über ein Sechsdem Nachschieben am Futterrad-Fahrwerk. Als Kraftquelle tisch ein. Nach rund 90 Minuten dienen Elektromotoren (Akku) ist das Futter für die Tiere nicht oder Benzin- bzw. Dieselmomehr erreichbar, was ohne Nach- toren. Das Arbeitswerkzeug schieben zu reduzierter Futterwird je nach Ausbaustandard aufnahme führt. mechanisch oder hydraulisch ausgehoben. Entlastende Nachschiebetechnik In erster Linie wird Selbständige Roboter Eine das Niveau der Automatisation Kuh sollte jederzeit ausreichend durch die Herdengröße und das und ungehindert Futter aufnehLeistungsniveau bestimmt. Das men können. Aus diesem Grund Nachschieben der Futterration ist ein häufiges Nachschieben muss folglich nicht zwingend bedeutsam. Wer diese Vorgamechanisiert oder automatibe erfüllen will, hat eine hohe siert werden. Ein regelmäßiges Präsenzzeit. Aus diesem Grund händisches Zuschieben führt hat die Gruppe der Nachschieaber zu hoher Arbeitsbelasbe-Roboter an Bedeutung tung und ist auch aus Sicht der gewonnen. Die durch kleine, im körperlichen Belastung nicht zu Boden eingelassene Magnete, unterschätzen. Bereits einfache, Transponder, Induktionsstreifen handgeführte Futterschieber und Ultraschallsensoren oder oder rotierende Bürsten können eine Kombination aus mehreren eine gewisse Entlastung bieten. Sensoren geführten Roboter sind Letztere verfügen aber nur über programmierbar und anschlieeine beschränkte Schiebekraft. ßend autonom entlang der Die Gruppe der Anbaugeräte Futterachse unterwegs. Sie sind kann mit Motormäher, Hofausnahmslos elektrisch betrietrac, Stapler, Ein- oder Zweiben und suchen selbständig eine achs-Traktor betrieben werden. Ladestation für das Laden des Zum Einsatz kommen Schieeingebauten Akkus auf. l beschilder, Förderschnecken, Förderbänder, Radialbesen und Ruedi Hunger ist Landtechnikjournalist in Reifen. Für den leichten Traktor der Schweiz.


LANDTECHNIK 19

Damit die verschiedenen Hebe­ fahrzeuge nicht zu „teuren Knechten“ werden, ist eine genügende Auslastung Voraussetzung. Zwar ist auf jedem Landwirtschaftsbetrieb ein kleinerer oder größerer Bedarf vorhanden, doch mal hier eine Palette Dünger abladen, dort ein paar Schaufeln Erde oder Sand bewegen und zwei Mal jährlich den Laufstall von 25 Mastrindern ausmisten reicht eben noch nicht für eine wirtschaftliche Auslastung eines Front-, Hofoder Teleskopladers. Die Vielfalt unter den Hebefahrzeugen setzt voraus, dass vor einem Kauf genaue Abklärungen getroffen werden, wozu der neue Helfer dienen soll. Auf vielen Betrieben ist zwar Arbeit vorhanden, doch reicht sie oft nicht für einen wirtschaftlichen Einsatz aus.

die jedoch den Anforderungen entsprechend klein gebaut sind. Sie zeichnen sich durch gute Wendigkeit aus, weisen kompakte Außenmaße auf und verfügen über eine beachtliche Hubkraft. Nachteilig sind die geringe Standfestigkeit und die Gefährdung durch herunterfal­ lende Lasten. Knickgelenkte Hoflader haben eine geringe Kippsicherheit. Dies Unfallverhütung Knickgelenkte deshalb, weil sich bei jeder Lenkbewegung der GesamtschwerHoflader sind in der Landwirtpunkt verlagert. Mit Doppelbereischaft weit verbreitet. Von der Bauart her sind diese Maschinen fung an der Vorderachse kann die Standfestigkeit verbessert werden. den Radladern zuzurechnen,

Zusätzlich ist der Fahrer durch eine massive Konstruktion vor herabfallenden Lasten geschützt. Teleskoplader sind im Gegensatz zum knickgelenkten Hoflader sehr stabil. Bei vielen Modellen ist aber die Übersichtlichkeit nach hinten/rechts sehr schlecht. Relativ neu sind die kompakt gebauten Klein-Teleskoplader. Einen vergleichbaren Effekt erzielen teleskopierbare Vorderachsen (Ostler). Zusätzliche Heckgewichte wirken sich negativ aus, weil es dadurch bei Kurvenfahrt zu ausgeprägten Schwerpunktverlagerungen kommt. Kompaktlader oder Skidder verfügen über vier gleich große Räder, die über unterschiedliche Geschwindigkeit der linken oder rechten Seite „gelenkt“ werden. Umgangssprachlich wird oft vom „Bobcat“ gesprochen. Kompaktlader werden schon lange Zeit mit einem Fahrerrückhaltesystem ausgerüstet.

Fazit Kompakt-Radlader für die Landwirtschaft sind aus den größeren „Brüdern“ für die Bauwirtschaft heraus entstanden. Ähnliches gilt auch für die Teleskoplader, sie sind von der Bau- in die Landwirtschaft abgewandert. Die neuen kleinen Teleskoplader werden zunehmend eine Konkurrenz zum normalen Hoflader, während die kleinen Hoflader mit der beweglichen „Schlüpf-durchs-Loch“Eigenschaft ihr unangefochtenes Einsatzspektrum haben. l Ruedi Hunger ist Landtechnikredakteur in der Schweiz.


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Fokus auf Robustheit und Komfort Futtermischwagen Unter dem Einfluss von Landtechnik 4.0 entwickeln sich Wiegesysteme immer mehr zu eigentlichen Fütterungs-Management-Systemen. Im Übrigen versuchen die Hersteller den Kraftbedarf zu ­reduzieren, um damit im Endeffekt Treibstoff zu sparen. Speziell in Europa werden neue FMW mit viel Zurückhaltung gekauft. Nicht nur Milchbauern, ach Schätzungen werden auch FMW-Hersteller hoffen weltweit jährlich rund daher auf weiter steigende 12.000 Futtermischwagen, Milchpreise. FMW, in unterschiedlichsten Bauarten produziert. Am Markt Auswahlkriterien Die Auswahl finden sich mehr als 30 Herstel- der richtigen Fütterungstechler mit insgesamt über 500 vernik wird bestimmt durch die schiedenen Mischwagen-Typen/ Bestandesgrößen und das LeisModellen. Dies in Größen zwitungsniveau der Kühe. Weiteren schen drei und 55 Kubikmeter. Einfluss haben die Anzahl zur Europaweit deckt das Marktseg- Verfügung stehender Arbeitsment der Vertikalmischer heute kräfte und das Aufstallungssyszwischen 80 bis 90 Prozent des tem. Zudem sind die räumlichen Marktes ab. Verhältnisse (Entfernungen, Anzahl Futterlager und Ställe) mitbestimmend. Schließlich ist die Maschinen- und Kapitalausstattung mitentscheidend.

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Anforderungen Neben einfacher Bedienung wird ein „angepasstes“ Misch- und Transportvolumen angestrebt. Angepasst heißt, der FMW soll bezogen auf sein Volumen nicht zu groß oder zu klein sein. Größe auf Vorrat zu kaufen macht keinen Sinn. Heute können bei Bedarf insbesondere Vertikalmischer modular erhöht bzw. vergrößert werden. Erwartet wird hohe Mischgenauigkeit sowie hohe Fräsleistung und Einfräsgenau-

igkeit beim Selbstfüller. Zudem wird erwartet, dass vom Futtereinfräsen bis zum Futteraustrag nur geringe Strukturveränderungen auftreten. Bei der Vorlage soll ein gleichmäßiger Futteraustrag möglich sein. Schließlich muss ein wirtschaftlicher Einsatz möglich sein.

bei 6–8 kW/m³ (bis 8 m³) bzw. 4–6 kW/m³ (größer 8 m³). Vertikalmischer haben etwas tiefere Leistungsanforderungen, diese liegen bei 5–6.5 kW/m³ (bis 8 m³) bzw. 4–5 kW/m³ (größer 8 m³).

Selbstfahrend oder gezogen Im Gegensatz zum gezogenen Anforderungen an Volumen oder angehängten FMW wird Das Mischvolumen ist abhängig beim Einsatz eines Selbstfahrers vom Mischertyp, von der Anzahl kein weiteres Fahrzeug benötigt. der Tiere und den MischkomSind die Entfernungen zwischen ponenten. Agroscope/Tänikon den Futterlagerorten groß, (Kaufmann) differenziert die bietet der Selbstfahrer gewisse Anforderungen je nach HeuanVorteile. Über den Arbeitszeitteil. Bei tiefem Heuanteil geht bedarf von Selbstfahrern gibt es Agroscope von 0,2 m³/Kuh verschiedene Angaben, danach (5 Kühe/m3) und bei 50% Heu- liegen die Zeitvorteile gegenüber anteil von 0,25 m³/Kuh (4 Kühe/ dem gezogenen FMW zwischen m3) aus. Je nach Bauart weisen 0 und 50%. Generell sind die FMW 70 bis 90 Prozent nutzba- betrieblichen Voraussetzungen res Ladevolumen auf. Einschne- viel entscheidender als die Wahl ckenmischer arbeiten nach dem der Bauart. „Maulwurf“-Prinzip. Das Mischgut wird zur Mitte gefördert und Fremd- oder Selbstbefüller steigt dort nach oben. Daher ist Ein Fremdbefüller erfordert genügend Leerraum erforderlich. zusätzlich einen Front-, TeleskopDamit eine gute Durchmischung oder Hoflader. Das Befüllen kann der eingefüllten Komponenten ebenso mit Kran oder Silo-Obenmöglich ist, soll das Volumen zu entnahmefräse erfolgen. Notwenmindestens 65 bis 70 Prozent dig sind folglich zwei Traktoren/ genutzt werden. Fahrzeuge und Arbeitskräfte. Die Leistungsanforderungen Schließlich sind entsprechend eines Horizontalmischers liegen breite und hohe Durchfahrten

Fotos: © BvL

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LANDTECHNIK 21

erforderlich. Fremdbefüller sind auch für den überbetrieblichen Einsatz geeignet. Umgekehrt benötigt der Selbstbefüller weniger Rüst- und Nebenzeiten. Es ist nur ein Traktor, eine Maschine und eine Bedienperson im Einsatz. Der Manöverieraufwand am Fahrsilo ist höher, nicht zuletzt, weil die Sicht nach hinten eingeschränkt wird. Die zusätzliche Befülltechnik erhöht das Eigengewicht und den Wartungsaufwand. Gezogene Selbstfüller mit Fräse brauchen mehr Zeit (durchschnittlich plus 9 Sekunden pro Kuh/Tag). Dies insbesondere, weil mehrmaliges Rückwärtsfahren/Rangieren am Fahrsilo notwendig ist. Je nach Hersteller ist der Fräsvorgang verhalten schnell. Schließlich braucht das Entfernen von Futterresten zusätzliche Zeit. Horizontal- oder Vertikal-­ Mischer Horizontalmischer werden als Einschnecken- oder Mehrschneckenmischer angebo-

ten. Zu Beginn der FMW-Entwicklung waren die Horizontalmischer das dominierende System. In den vergangenen Jahren lösten Vertikalmischer vermehrt die Horizontalmischer ab. Die kleinen und mittleren Modelle besitzen eine stehende Mischschnecke. Große FMW werden mit zwei bis drei Vertikalschnecken ausgestattet. Bauartbedingt sind Vertikalmischer in der Regel höher als Horizontalmischer.

gemischt und anschließend Stroh eingestreut bzw. eingeblasen wird. Heute werden vermehrt Vertikalmischer mit Zusatzgebläse zum Einstreuen ausgerüstet.

Eine Waage muss sein. Unterschieden wird zwischen Waagen, bei der die einzelnen Futterkomponenten aufaddiert werden, und solchen, die programmierbar sind. Wichtig ist, dass die Zahlen auf dem Display groß und gut Ausrüstungsmerkmale Die leserlich sind und aus verschiemeisten Futtermischwagen kön- denen Positionen eingesehen nen mit einem Schneidwerk bzw. werden können. mit Messer ausgerüstet werden. Der Futteraustrag erfolgt unterLanges Futter wird dadurch schiedlich. Bei vielen FMW erschneller und besser zerkleinert. folgt der Austrag seitlich durch Vorteilhaft ist ein hydraulisches einen Schieber. Andere tragen Ein-/Ausschalten der Messer, die Mischung über ein FörderHaspel- und Turbinenmischer damit auf wechselnde Einsatzbe- band oder über Förderketten Haspel- und Paddelmischer dingungen rasch reagiert werden aus. Dies kann hinten, nehmen eine Sonderstellung ein. kann. seitlich oder vorne der Fall Dieses Mischsystem ist weniger verbreitet. Hersteller und Betriebe, die solche FMW einsetzen, betonen die schonende Arbeitsweise, welche besonders strukturschonend ist. Turbinenmischer sind relativ strukturschonend, haben in den letzten Jahren aber an Bedeutung verloren. Sie wurden vielfach dort eingesetzt, wo mit der gleichen Maschine Futter


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sein, zudem wird zunehmend die Möglichkeit des beidseitigen Austrages angeboten. Aufgrund der besseren Einsicht ist es vorteilhaft, wenn der Futteraustrag vorne ist. Unterschiede bestehen in der Austragshöhe. Wichtig ist, dass das Futter nicht von den Rädern überfahren wird. Fazit Futtermischwagen erleichtern in erster Linie die Arbeit und reduzieren die Arbeitszeit für die Fütterung. Aus verschiedenen Grundfutterkomponenten

(und Kraftfutter) kann eine Totalmischration hergestellt werden, bei der die Kühe nicht mehr selektioniert fressen/auslesen können. Ob schlussendlich mit dem Futtermischwagen eine Leistungssteigerung erzielt wird, ist nicht in jedem Fall garantiert. Nach wie vor wird dies durch die Qualität der Grundfutter bestimmt. Minderwertiges Futter wird im Mischwagen nicht besser. l Ruedi Hunger ist Landtechnikredakteur in der Schweiz.

ARBEITSPLATZORGANISATION – Alle Futterkomponenten sollten möglichst an einem Ort gelagert/vorhanden sein. – Das Befüllen der FMW soll voll mechanisiert sein. – Die Anzahl der Komponenten muss bei der Fütterungsplanung überprüft werden (evtl. Vormischungen machen). Auch zehn oder zwölf Mischkomponenten garantieren keine höhere

Milchleistung oder bessere Tiergesundheit. Mehrarbeit ist aber garantiert. – Gute Sandwich-Silage ­halbiert die Wegstrecken. – Hoflader (oder andere geeignete Hebefahrzeuge) wird immer wichtiger. – Zeitfresser wie Behelfssilo, RB-Silage, Schimmelnester im Silo usw. vermeiden. – Mischrationen mit rund 40% TS planen.

DeLaval Optimat™ – intelligente Fütterungssysteme

Fütterungsmanagement Eine häufigere Futtervorlage sorgt für höhere Futteraufnahme und bessere Milchleistung und Tiergesundheit. as Optifeeding System mischt Grundfutter in einem stationären Futtermischer und belädt vollautomatisch einen Grundfutterverteilwagen – den RA135. Dieser wird mit starken Drehstrommotoren angetrieben und dosiert die fertige Futtermischung auf den Futtertisch. Er kann bis zu 48 Futterfahrten pro Tag machen und mit dem Futterschieber wird das Futter gleichzeitig zu den Kühen rangeschoben. Das System ermöglicht eine häufigere Futtervorlage ohne Mehrarbeit und sorgt für eine höhere Trockensubstanzaufnahme und weniger Futterreste. Der Vertikalmischer zerkleinert mühelos Rundballen und langfaserige Futtermittel. Die Befüllung am Betrieb erfolgt mittels automatisch gesteuerten Befülltischen. Hier wird von den einzelnen Befülltischen jeweils die exakte Futtermenge (nach programmiertem Mischrezept) in den stationären Mischer transportiert. Zudem werden auch zwei Kraftfut-

tersorten vollautomatisch dazu dosiert. So können gruppenindividuelle Mischrationen erstellt und mit dem RA135 zugeteilt werden. Aufgrund niedriger Anschlusswerte der Moto-

ren ist der Stromverbrauch gering. Die automatische Grundfutterzuteilung gibt es bei DeLaval schon über 25 Jahre  – ein absolut bewährtes System, robust und zuverlässig.

INFORMATION: DeLaval GesmbH, Tel:. 06225-3126-0; austria.info@delaval.com, www.delaval.at

Fotos: © Kuhn, Lagerhaus TC

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Jungzüchterprofi: Mit Ausbildung zum Erfolg Züchternachwuchs Der Weg zum Jungzüchterprofi führt über eine fundierte Ausbildung. Die ZAR bietet seit 2008 ein hochqualitatives Ausbildungsprogramm für künftige Züchterprofis. Der Andrang dazu ist ungebrochen stark.

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Foto: © ZAR Kalcher

ie ZAR hat sich in den vergangenen Jahren als Projektträger zur Umsetzung von Bildungsprojekten aus dem Bereich der Ländlichen Entwicklung etabliert. Mit den Bildungsprojekten „Jungzüchterprofi“ und „Professionalisierung und Qualitätssicherung in der Rinderzucht“ konnte die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Rinderzüchter, kurz ZAR, zahlreiche Bildungsvorhaben umsetzen. Mit der Zertifizierung als Lerndienstleister können maßgeschneiderte und zukunftsorientierte Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden. Die Ausbildung zählt acht Module mit insgesamt 17 Ausbildungstagen. Die Lehrinhalte umfassen die Bereiche „Allgemeinbildung“ (Agrarpolitik, Rhetorik, Funktionärsschulung und Öffentlichkeitsarbeit), „Spezialwissen rund ums Rind“ (Zuchtarbeit, Tierernährung, Tierverhalten etc.) und „Praxis“ (Exterieurbeurteilung, Styling, Tiervorführung etc.). Seit Projektstart konnten bis Anfang dieses Jahres 260 junge Teilnehmer diese Ausbildung erfolgreich abschließen. Für alle Absolventen des Jungzüchterprofis winkt bei erfolgreichem Abschluss als Höhepunkt eine Exkursion zu den europäischen Institutionen in Brüssel.

lung der Jungzüchter. Hilfreiche Tipps und Anregungen für den eigenen Betrieb konnten die Jungzüchter von den zahlreichen Exkursionen zu Zuchtbetrieben mitnehmen. Vom Laufstall zum Laufsteg Genau darin liegt die große Kunst die Tiere für den großen Auftritt im Schauring entsprechend vorzubereiten. Der Höhepunkt für die heranwachsenden Profis sind sicherlich die Module Exterieurbeurteilung mit Tierbeurteilungswettbewerb und das Vorführen. Im Vordergrund steht die professionelle Beurteilung der Tiere im Ring. In der Theorie werden anhand der linearen Beschreibung am Beispiel Fleckvieh (Fleckscore) auch die Besonderheiten aller anderen Rinderrassen (auch seltener Rinderrassen) erklärt. Die praktische Umsetzung folgt jeweils auf den umliegenden Zuchtbetrieben.

hen Niveau ist, darf nichts dem Zufall überlassen werden. Das perfekte Gesamtbild von Kuh und Vorführer muss vor dem Preisrichter im Einklang sein. Da kann auch schon der kleine, aber feine Unterschied, nämlich der Ausdruck des erkennbaren Kuh und Vorführer im EinSiegeswillens, ausschlaggebend klang Vor dem Styling müssein. Als Abschluss wartet eine sen die Kalbinnen gewaschen, Siegerehrung mit der Überreigetrocknet und gebürstet sowie chung der Preise. Nicht zuletzt die individuellen und rasseauch als große Anerkennung für spezifischen Besonderheiten in die zahlreichen Wochenenden Hinblick auf das Scheren und und zurückgelegten Kilometer Styling herausgearbeitet werden. für diese Ausbildung. Die Harmonie zwischen Mensch und Tier muss stimmen, das gilt Wie geht es weiter? Die auch für das Äußere. Kurz vor Zentrale Arbeitsgemeinschaft Gleiche Interessen verbinden dem Showauftritt steigen auch österreichischer Rinderzüchter Die Ausbildung findet überwie- die Vorführer von der Arbeitsarbeitet derzeit intensiv an der gend an Wochenenden statt. Zu kleidung in die Vorführkleidung Weiterentwicklung der bereits Beginn noch einander unbebestehend aus weißem Hemd etablierten Ausbildung. Der Inhalt kannt, entstanden im Zuge der und schwarzer Hose. Denn wie bleibt dabei grundsätzlich gleich, Ausbildung Freundschaften fürs Kleider ja bekanntlich Leuwobei auf eine noch stärkere Leben. Durch fachlich kompete machen, macht Haarkleid Praxisorientierung Wert gelegt tente Referenten ist rasch ein eine ansprechende Kuh. Es wird. Die Ausbildungsreihe wird spannender Erfahrungsaustausch wird vieles unternommen, in drei Abschnitte gegliedert. Die gegeben. Das Projekt liefert was den Preisrichter zusätzBasisausbildung soll im Rahmen einerseits eine gute Kombination lich beeindrucken kann. Weil einer Projektwoche binnen fünf von Theorie und Praxis, andedie Konkurrenz bei derartigen Tagen abgeschlossen werden könrerseits auch Seminarinhalte für Schauen meist sehr groß und nen. Hierzu sind Workshops rund die persönliche Weiterentwickheutzutage auf einem sehr houm die Rinderhaltung und die

Rinderzucht geplant, die einen guten Einblick in die Themenfelder geben sollen und als Vorbereitung zum eigentlichen Jungzüchterprofi dienen. Der zweite Abschnitt beinhaltet den klassischen Jungzüchterprofi, der in den verschiedenen Modulen eine fachlich intensive Ausbildung mit der Erlangung von detailliertem Spezialwissen anbieten wird. Hierbei wird auch die Fleischqualität Einzug in die Ausbildung halten. Da ein gutes Netzwerk und eine stetige Weiterbildung die Grundlage für eine erfolgreiche Rinderhaltung und Rinderzucht darstellt, wird jährlich ein Absolvententreffen der Jungzüchterprofis stattfinden. Der Start der neuen Ausbildung zum Jungzüchterprofi ist mit Herbst 2017 geplant. Die aktuellen Termine zur Ausbildung findet man unter www. zar.at in der Rubrik Projekte -> Jungzüchterprofi. Voranmeldung schon jetzt möglich unter: halbartschlager@zar.at Aktuelle Infos zum Projekt: www.zar.at/Projekte/Jungzuechterprofi l


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Durch die Fütterung die Klauen gesund halten Gesunde Klauen müssen regelmäßig korrekt gepflegt werden. Für gesunde Klauen brauchen die Kühe aber auch eine wiederkäuergerechte Ration, Bewegung und ein b ­ equemes Lager zum Wiederkäuen.

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ie Klauen tragen die Milch. Diesen Grundsatz sollte sich jeder Milchviehhalter zu Herzen nehmen. Denn nur Kühe mit „gutem Fusswerk“ können die volle Leistung (Milchproduktion, Fruchtbarkeit und Gesundheit) bringen. Und nur Kühe, die schmerzfrei stehen und sich bewegen können, fressen genügend. Studien zeigen jedoch, dass sich der Trend eher von der guten Klauengesundheit wegbewegt. So nahmen Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen als Abgangsursache in den letzten 20 Jahren um den Faktor fünf zu. Fütterung und Klauengesundheit Grundvoraussetzung für gute Klauen ist die Produktion von gesundem Klauenhorn. Dies kann aber nur dann von der Klauenlederhaut gebildet werden, wenn die Fütterung stimmt. Die Ration muss ausgewogen sein und die enthaltenen Nährstoffe, Mengen- sowie Spurenelemente von einem funktionstüchtigen Pansen verdaut werden können. Dann hält man Kühe

gesund und ihre Klauen widerstandsfähig.

Pansen wird genügend Biotin, das für den Verhornungsprozess wichtig ist, gebildet. Sobald jeDie Rolle der Pansenmikroben doch das Milieu im Pansen gestört Bei unseren wiederkäuenden wird, kann seine Produktion empNutztieren müssen wir immer findlich vermindert werden. Die auch an die Bedürfnisse der Bildung von Klauenhorn geringer Mikroben im Pansen denken. Qualität ist die Folge. Durch ihre Stoffwechselleistungen versorgen sie bei einem optimaDie Rolle der Pansenüberlen Milieu im Pansen die Kühe säuerung Der schnelle Abbau mit vielen wichtigen Bau­stoffen. von großen Mengen leicht Herrschen im Pansen die richtigen verdaulicher Kohlenhydrate mit Bedingungen, müssen diese Stoffe geringem Strukturwert (Sperrigin der Fütterung nicht ergänzt keit) in der Ration führt zu eiwerden. Sie fehlen aber, wenn in ner Übersäuerung des Pansens. der mikrobiellen VormagenverDurch die Übersäuerung entdauung eine Störung auftritt. stehen Giftstoffe, die über den Blutweg in den ganzen Körper Ein bekanntes Beispiel für ein und damit auch in die hochsenStoffwechselprodukt aus dem sible Lederhaut gelangen. Dort Pansen in Zusammenhang mit der verursachen sie DurchblutungsKlauenhornbildung ist das Biotin. probleme. So wird ebenfalls nur In einem gut funktionierenden noch minderwertiges Klau-

GESUNDE KLAUEN DURCH: –– Eine ­wiederkäuergerechte Ration mit genügend Struktur –– Die Verhinderung von Verfettung in Spätlaktation und Galtphase –– Anfütterung vor der Geburt

–– Genug Freilauf –– Trittsichere, saubere und trockene Stallböden –– Bequeme Liegeboxen in genügender Anzahl –– Professionelle Klauenpflege 2–3 Mal jährlich

enhorn gebildet. Um diesem Krankheitsgeschehen vorzubeugen, muss auf ein ausreichendes Angebot an strukturwirksamen Rohfasern zur Pufferung des Panseninhaltes geachtet werden. Denn die Pufferung entsteht durch die Bildung von Speichel. Je mehr die Kühe wiederkäuen (müssen), umso mehr Speichel bilden sie. Je strukturreicher die Ration ist, umso mehr wird wiedergekäut. Die Kunst der leistungsgerechten Fütterung besteht darin, die Balance zu finden zwischen einer leistungs- und einer wiederkäuergerechten Ration. Die häufigsten Fehler werden immer noch durch Gabe von zu hohen Kraftfuttermengen (>1,5 kg pro Gabe), eine falsche Futterreihenfolge oder gar die Vorlage von verdorbenen, verschimmelten Futtermitteln gemacht. Mit einer wiederkäuergerechten Ration käuen zwei Drittel der Kühe wieder mit 55–60 Kauschlägen pro Bissen. Die Rolle des Acetons Häufige Ursache von fütterungsbedingten Klauenproblemen ist auch ein Energiemangel kurz nach der Geburt oder bei schweren Allgemei-

Foto: © agrarfoto.at

Von Léonie von Tavel


TIERGESUNDHEIT 25

nerkrankungen der Tiere. Um in dieser Zeit genügend Energie für den Grundbedarf und die Leistung bereitstellen zu können, müssen die Kühe Körperfett abbauen. Findet dieser Abbau im Übermaß statt, wird ihr Stoffwechsel überfordert und die Kuh erkrankt an Ketose. Die giftähnliche Wirkung des Acetons auf die Gefäße verschlechtert ebenfalls die Durchblutung der Lederhaut in den Klauen. Ihr Horn ist minderwertig, weich und leicht verletzbar. Zudem wird bei einer übermä­ssigen Fettmobilisation auch das Fettpolster des Klauenballens mobilisiert. Als Folge können Klauenfehlstellungen und -erkrankungen und Geschwüre entstehen. Eine Verhinderung einer Verfettung in Spätlaktation und Galtphase sowie eine gewissenhafte Anfütterung der Kühe vor dem Abkalben sind als Prophylaxe für einen möglichst geringen Fettabbau daher unabdingbar.

zu verwirklichen und um den Bedürfnissen der modernen Kuh 1 Pflege der größeren, stärker lung im hinteren Sohlenbegerecht zu werden, wurde der belasteten Klaue: Wiederherreich: Der innere Tragrand Begriff der „funktionellen Klaustellen der richtigen Länge muss vollständig stehen enpflege“ nach fünf Punkten (Richtwert 7,5 cm), der bleiben! geschaffen. Dicke (0,5 cm) und der Höhe 4 Kontrolle und Korrektur von Achtet der Tierhalter auf ein der Klaue (Hintergliedmaße Defekten: Risse und Geoptimales Umfeld und auf die aussen, Vordergliedmaße schwüre müssen ausgeschnitGesundheit der Klauen, ist die innen). ten und wo nötig saniert wer- funktionelle Klauenpflege mit 2 Pflege der kleineren, weniger den. Je nach Defekt muss ein wenig Aufwand verbunden und belasteten Klaue: Form wird Tierarzt zugezogen werden. schnell erledigt. Trittsichere, an die bereits geschnittene 5 Entfernen von losem Horn saubere und trockene Böden, auf Klaue angeglichen. und Reinigung des Zwischen- denen sich die Tiere angst- und 3 Anbringen einer Hohlkehklauenspaltes. stressfrei bewegen können, helfen die Klauen gesund zu erhalten. Es ist zu beachten, dass je nach Bogehört außerdem eine regelmäßi- Tierhalter. Dieser führt sie selbst denbeschaffenheit der Klauenabge Klauenpflege. In den heutigen durch oder zieht meistens einen rieb beim Gehen unterschiedlich Aufstallungssystemen mit viel Berufsklauenpfleger hinzu. Die ist. Optimal gestaltete Liegeboxen Freilauf der Tiere geht es dabei Anforderungen an die Klauenin genügender Anzahl sollen die meistens „nur“ noch um eine pfleger und deren Ausbildung Kühe zum Liegen einladen. Dabei Pflege der Klauen mit der Wiesind aber von Kanton zu Kanton werden die Klauen entlastet, aber derherstellung des Klauenmeunterschiedlich. So wird häufig optimal durchblutet und versorgt. chanismus als um das eigentliche die Klauenpflege nach persönZu langes Stehen auf hartem Abschneiden von Klauenhorn. lichen Ansichten und verschieUntergrund ist ein Risiko für Diese Arbeit sollte zwei bis denen Kriterien betrieben. Die Klauenerkrankungen. l drei Mal pro Jahr durchgeführt Resultate sind dann teilweise Dr. med.vet. Léonie von Tavel, Swiss­ Die Rolle der Klauenpflege werden. Die Verantwortung auch recht unterschiedlich. Um genetics, Team Reproduktion, Zollikofen, Zur Gesunderhaltung der Klauen für die Klauenpflege liegt beim hier eine Vereinheitlichung Schweiz.

KLAUENPFLEGE NACH 5 PUNKTEN

Mortellaro bekommen Sie so in den Griff!

Kaum ein Rinderhalter bleibt verschont. Stark lahmende Tiere teils mit offenen Läsionen sind die Folge – das muss nicht sein!

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eimü  Klauen-Sprint Akut: Therapie-begleitend für das Einzeltier Wenn bei Einzeltieren

Klauen. Der pflegende Hydro-Protect-Film reguliert die Feuchtigkeit der Haut ideal und deckt die Haut mit einem Schutzfilm ab. So wird die empfindliche Haut im Ballenund Zwischenklauenbereich optimal geschützt. Die Summe dieser Effekte reduziert den Keimdruck und verhindert die Ausbreitung in der ­Herde. Bei   konsequenter   Anwendung konnte in Anwenderbetrieben eine deutliche Reduzierung bis hin zur völligen Eindämmung akuter Mortellaro-Fälle beobachtet w ­ erden.

akute Läsionen auftreten, muss indes eine individuelle Versorgung stattfinden. Ein Verband der betroffenen Klaue mit eimü Klauen-Sprint Akut ist das Mittel der Wahl. Die Salbe deckt die betroffenen Hautpartien ab, sorgt für eine Abtrocknung der nässenden Areale und fördert die Hautregeneration.   In   Verbindung mit dem eimü Klauen-Sprint Pad als anatomisches Wundpolster und der eimü Klauen-Sprint Bandage erfolgt die Einzeltierbehandlung professionell und effektiv. Sie haben Fragen zum Produkt oder wünschen eine Beratung? Wir helfen Ihnen gerne weiter: INFORMATION: Eimermacher Österreich 07242/46909-0 office@eimermacher.at 4641 Steinhaus/Wels

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ie Mortellaro’sche Krankheit oder Digitale Dermatitis (DD) ist eine oft chronisch verlaufende Infektion der Haut um die Klauen und im Zwischenklauenspalt. Erkanken die Tiere daran, sind starke Lahmheit und massive Leistungseinbußen bis hin zur Merzung die Folgen. Mit einem gezielten Management, also dem bewussten Umgang mit dem Problem basierend auf einer wirksamen Hygiene, kann man diese Herausforderung jedoch beherrschen, gesamte Herde Hierbei hat sich das Tierwohl verbessern und den das Produkt eimü Klauen-Sprint wirtschaftlichen Erfolg absichern. Spray zum Aufsprühen in der Praxis bewährt. Es wird ganzjährig G r u n d s ä t z l i c h e   M a n a g e ­ angewendet und wird bei allen ment­maßnahmen Im Kern Tieren auf die Ballenhaut der (Hinmuss es darum gehen, jeglichen ter-)Klauen zweimal pro Woche im Stress und schlechte Umweltbedin- ­ Abstand von zwei bis drei Tagen gungen für die Klauenhaut durch aufgesprüht. Die Einzigartigkeit von gezielte Hygiene-Maßnahmen zu eimü Klauen-Sprint Spray ist die reduzieren und dem prophylaktisch hochwirksame, sehr gut hautverentgegenzutreten. trägliche und stark h ­autpflegende Formulierung.   Spezielle   Tensieimü Klauen-Sprint: de verbessern die Effektivität der Sprühanwendung für die Desinfektion   bei   verschmutzten


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Euterpflege leicht gemacht: Dippen, Tauchen, Sprühen Euterentzündungen sind eine der Hauptabgangsursachen bei Milchkühen. Damit es nicht s­ oweit kommt, muss das Euter konsequent gepflegt werden. Es gibt Produkte zum Dippen, Balsam oder auch Pflaster, die die Striche bei Wunden schützen. Ein Überblick über den Einsatz von Pflegemitteln für Euter und Striche. Von Angelika Sontheimer

zu Abschrammungen, Quetschungen und Kuppenverletzungen. Zitzenverletzungen sind o wichtig das Reinigen des schmerzhaft und brauchen lange Euters vor dem Melken ist, bis zur Abheilung, wird doch das so wichtig ist das Pflegen Gewebe bei der laktierenden und Dippen nach dem Melken. Kuh zweimal am Tag mechaDenn viele Euterentzündungser- nisch und pneumatisch beanreger sind hartnäckige Mitbesprucht. Dreimaliges Melken wohner im Kuheuter. Sie ziehen „spült“ zwar die Euterzellen sich ins Eutergewebe zurück, aus, aber die äußere Haut wird manche werden bei jedem noch mehr beeinträchtigt als bei Melken mit ausgespült und zweimaligem Melken. Umso kontaminieren Melkerhände, mehr muss die Haut nach dem Euterlappen und die Melkzeuge. Melken gepflegt werden. Denn Umgekehrt bringt der Mensch ein gesundes Euter lässt sich mit seinen Händen durch den besser reinigen, die Tiere stehen Kontakt beim Vormelken oder ruhig beim Melken, der MelkEuterreinigen von Kuh zu Kuh vorgang wird deutlich entspannebenfalls Keime ans Euter. Ein ter. Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt. Vielzahl an Pflegemittel und Verbände Es gibt verschiedeHoch beanspruchtes ne Mittel zur Euterpflege wie Hochleistungsor­gan Das Zitzenpflegemittel, ZitzendesEutergewebe wird beim Melinfektionsmittel und Barrieken um ein Drittel gedehnt. redippmittel. Daneben gibt es Das gesunde Euter hat einige eine Fülle von Euterlotionen Abwehrmechanismen gegen und -gelen, das altbekannte das Eindringen von Erregern Melkfett auf Vaselinebasis und in den Strichkanal entwickelt. Zitzenzäpfchen, die dem Talg Doch heutige Kühe geben mehr des Strichkanals nachempfunden Milch als vor 20 Jahren. Viele sind, oder Wollzitzenstifte. Die Milchkühe haben von Haus aus beiden Letztgenannten müssen keinen ausgeprägten Schließjeweils vor dem Melken entfernt muskel mehr, sie können den werden. Bei oberflächlichen VerStrichkanal nicht mehr verletzungen hilft ein Wundspray. schließen und lassen die Milch Relativ neu ist der Melkverband. laufen. Undichte Strichkanäle Das durchsichtige, wirkstoffsind Eintrittspforten für Strepund hemmstofffreie Pflaster aus tokokken, Staphylokokken und Polyurethan verspricht normales andere unliebsame Erreger. mehrfaches Melken trotz einer Viele Kühe brauchen nach dem Verletzung. Das Pflaster ermögMelken ein bis zwei Stunden, licht eine feuchte Wundheilung bis die Zitzenkuppe wieder gut ohne den harten Wundschorf, verschlossen ist. Falsch eingeverklebt aber nicht mit der stellte Melkmaschinen beanspru- Wunde. chen die Striche über Gebühr. Es kann zu Verhärtungen und Sprühen, tauchen, schäumen Verdickungen, Einschnürungen Das Dippen erfolgt meist im oder Verhornungen kommen. Tauch- oder Sprühverfahren. Tritte oder Ausrutscher führen Beim Tauchen empfehlen sich

S

für diese Darreichungsform. Besonders im Winter muss sichergestellt sein, dass das Mittel schnell trocknet, damit es nicht zu Erfrierungen an der empfindlichen Zitzenhaut kommt. Eine Eutercreme kann hierbei helfen, wird aber meist in der Praxis aus Arbeitszeitgründen nicht über den ganzen Bestand, sondern nur bei einzelnen Kühen nach Bedarf angewendet. Pflegende Wirkstoffe Viele Euterlotionen und Dippmittel enthalten ätherische Öle wie Kampfer, Menthol, Pfefferminzöl oder Eukalyptus. Diese regen die Durchblutung an. Auch Johanniskraut oder Arnika werden im Euterbalsam eingesetzt. Unterschieden werden muss zwischen Kühlgelen bei akuten Euterentzündungen und Salben für chronische Euterkrankheiten. Als pflegende und rückfettende

Foto: © agrarfoto.com

Dippbecher, bei denen das überschüssige Dippmittel nicht mehr in den Vorratsbecher zurücklaufen kann, damit dieser nicht mit euterassoziierten Erregern kontaminiert wird. Beim Einsprühen kann dies naturgemäß nicht vorkommen, dafür wird aber eine höhere Aufwandmenge benötigt, weil nicht alle Aerosole die Zitze treffen. Der Sprühnebel sollte im Übrigen nicht eingeatmet werden. Die Verabreichungsform hängt auch von der Melktechnik ab. Während im Melkstand in der Praxis mehr getaucht wird, arbeiten automatische Melk­ systeme wie Melkroboter meist mit einem Mittel zum Sprühen. Ein Schaumdipp enthält einen höheren Anteil an Tensiden und wird als Schaum auf die Zitze aufgebracht. Die Hersteller nennen vor allem den geringeren Verbrauch als Begründung


TIERGESUNDHEIT 27

Inhaltsstoffe von Euterpflegemitteln gelten Allantoin, Glyzerin oder Lanolin. Aloe Vera werden wundheilende Eigenschaften zugesprochen. Propylenglykol spendet Feuchtigkeit und wirkt in Kombination mit Fettsäuren antimikrobiell. Sorbitol ist ebenfalls pflegend und wirkt auch im sauren Bereich. Desinfizierende Wirkstoffe Jod wirkt desinfizierend. Weitere Inhaltsstoffe mit bakterizider Wirkung sind z. B. Chloramin (Tosylchloramid-Natrium), Chlorhexidin, Chlordioxid, Milchsäure oder Peressigsäure. Diese haben unterschiedliche Wirkspektren und Auswirkungen auf die Euterhaut. So wirkt das altbewährte Jod in der Nonylphenol-Form zum Beispiel in hohen Konzentrationen stark austrocknend, was im Sinne des körpereigenen Regulationsvermögens kontraproduktiv ist. Auch Peroxide oder Peressigsäure können in zu hoher Dosierung zu Hautirritationen

führen. Deswegen muss von „Eigenkompositionen“ oder der Zugabe von Jod zu einem handelsüblichen Pflegemittel dringend abgeraten werden. Dabei können chemische Reaktionen stattfinden, die der Laie nicht abschätzen kann. Filmbildende Substanzen und Netzmittel oder Tenside runden das Dippmittel ab und zu guter Letzt enthalten die meisten Dippmittel noch Konservierungsstoffe, die die Keimübertragung durch das Mittel verhindern. Trotzdem sollten Dippmittelreste nach dem Melken immer weggeschüttet werden, damit sich keine Keime vermehren können. Keimbarrieren Sogenannte Barrieredippmittel bilden, wie der Name schon nahelegt, eine Barriere für eindringende Bakterien. Sie wirken bakterizid und bilden zwischen den Melkzeiten einen noch kräftigeren gummiartigen Schutzfilm an den Zitzen und über der Strichkanalöffnung. Sie sind

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vor allem dann angezeigt, wenn Mastitisprobleme im Bestand vor allem durch umweltassoziiierte Erreger wie Enterokokken und Streptococcus uberis hervorgerufen werden können. Doch wo Vorteile sind, sind meist auch Nachteile: Wenn hier nicht äußerste Hygiene vorherrscht und die Zitze nicht absolut sauber ist, werden die Keime eher einals ausgeschlossen. Ein Teil der Praktiker berichtet auch von der nicht ganz idealen Handhabung, wenn der Gummiüberzug vor dem nächsten Melken schwer abzurubbeln ist. Fazit Aus der Vielzahl der beworbenen Dippmittel das Richtige für seine Kühe zu finden, ist nicht einfach, doch in Zusammenarbeit mit dem bestandsbetreuenden Tierarzt und Berater kann die bestmög-

Aktion

liche Lösung gefunden werden. Die Wahl des Dippmittels hängt von der Art der Melktechnik, der Keimdrucksituation und den Vorlieben des Melkpersonals ab. Es gibt rein pflegende Dippmittel über Mittel mit bakterizider Wirkung bis hin zu Barrieredippmitteln für Problembestände mit chronischen Mastitiden. Produktdatenblätter geben wichtige Hinweise zur Wirksamkeit, zum Einsatz und zu den Vorsichtsmaßnahmen des jeweiligen Produktes. Wenn gedippt wird, muss sichergestellt sein, dass ausreichend Mittel an die Zitze kommt, ansonsten ist die Wirkung nicht gegeben. Das fachgerechte Dippen hilft die Euter zu pflegen und die Eutergesundheit im Bestand zu erhalten. l Angelika Sontheimer ist Fachjournalistin.

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Mit kleinen, handlichen Messgeräten lassen sich einfach, schnell und sicher Ketonkörper bestimmen.

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ralmilchphase erzeugen. Bei derartigen Milchleistungen stammen in der 1. Laktationswoche mehr esonders betrifft dies ältere als 40 % der von den Kühen und sehr leistungsbetonte produzierten Milch, in der 2. bis Kühe. Beispielhaft dafür 4. Woche nach der Kalbung unzeigt Übersicht 1, welche Tagefähr 30 bis 34 % und in der 5. gesmilchleistungen Kühe in einer bis 7. Woche p.p. noch ca. 22 bis Hochleistungsherde (Betrieb im 27 % aus dem Abbau von Körnördlichen Schleswig-Holstein, perfettreserven. Hierbei handelt Herdendurchschnittsleistung es sich um Durchschnittswerte. > 11.000 kg) innerhalb der ersWie sieht es erst bei Kühen aus, ten 7 Wochen nach der Kolostdie bereits am Ende der ersten

B

Milch/Kuh und Tag (kg)

50 45 40 35 30 25

7

14

21

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35

42

49

Laktationstage nach der Kolostralmilchphase Kühe 1.Laktation (n=72)

Kühe 2.Laktation (n=42)

Kühe 3.Laktation (n=35)

Kühe > 4.Laktation (n=38)

Übersicht 1: Milchleistung von Kühen einer Hochleistungsherde innerhalb der ersten 7 Wochen nach der Kolostralmilchphase

Laktationswoche 50 kg Milch geben? Diese Daten sollen letztlich die sehr große Stoffwechselbelastung unserer Milchkühe in den ersten Wochen nach der Kalbung verdeutlichen und uns zumindest die damit einhergehende potentiell höhere Gefahr für eine ketotische Stoffwechsellage vor Augen führen. Gerade aber weil die Mehrzahl dieser Stoffwechselentgleisungen bei den Kühen nicht offensichtlich, sondern wenn, dann eher unterschwellig auftritt, kommt der notwendigen Sensibilisierung des Betriebsleiters bzw. Herdenmanagers hierfür eine große Bedeutung zu. FEQ-Aussagekraft ist eher eingeschränkt Nach wie vor wird der Milchkontrollparameter Fett-Eiweiß-Quotient (FEQ) herangezogen, um einen Überblick über das Ausmaß einer eventuellen ketotischen Stoffwechselsituation in einer Herde zu erhalten. Während deutliche Energiemangelzustände im Herdenmaßstab während der ersten 100 Laktationstage durch diesen Milchkennwert tatsächlich aufgedeckt werden können, ist dieses

bei schwächer ausgeprägten Entgleisungen des Kohlenhydrat-Fettstoffwechsels in Richtung einer Ketose nicht sicher möglich. Gleiches gilt für Aussagen zum Gesundheitszustand des Einzeltieres. Dieses verdeutlichten bereits vor vielen Jahren im Lehr- und Versuchszentrum der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein durchgeführte Untersuchungen. So waren erhöhte FEQ > 1,5 in den ersten Laktationswochen häufig gar nicht mit adäquat erhöhten Ketonkörpergehalten dieser Tiere gekoppelt. Die im Blut gemessenen Gehalte an ß-Hydroxybuttersäure stuften nämlich viele dieser Kühe als gesund ein. Auf der anderen Seite aber war bei einem erhöhten Gehalt des Ketonkörpers ß-Hydroxybuttersäure (ßHB) im Blut oft der FEQ nicht gleichermaßen erhöht, so dass man anhand des Parameters in der Milch wiederum in vielen Fällen das entsprechende Tier als gesund einstufte. Ableitend daraus kann bei einem normalen FEQ also nicht mit Sicherheit das Tier auch tatsäch-

Fotos: © Mahlkow-Nerge

Ketosegefährdung Milchkühe befinden sich mehrere Wochen in einer mehr oder weniger stark ausgeprägten negativen Energiebilanz, weil ihre Futteraufnahme der Milchleistung deutlich hinterherhinkt. Ein großer Teil der von ihnen für die Milchleistung benötigten Energiemenge stammt daher aus dem Körperfettabbau.


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Ein kleiner Bluttropfen aus der Schwanzvene (alternativ aus dem Ohr) reicht für die Messung völlig aus.

50 49 48 47 Milch, kg/Kuh und Tag

Schnelltest mit dem Blut Bei der Körperfettmobilisation während der Dauer der negativen Energiebilanz entstehen Ketonkörper (ß-Hydroxybuttersäure, Acetessigsäure und Aceton). Ein vermehrtes Auftreten dieser wird als Hyperketonämie bezeichnet und verdeutlicht eine stärkere Reaktion des Tieres auf diesen Zustand des Energiemangels. Zwar können auch Ketonkörper ersatzweise der Energiegewinnung dienen, wenn aber mehr Ketonkörper entstehen, als wiederum abgebaut werden können, sammeln sich diese vermehrt in Blut, Harn und Milch an. Dort sind sie dann nachweisbar; am besten mit einer direkten Messung. Diese Möglichkeit, Ketonkörper direkt zu messen, scheiterte in der Vergangenheit oft an der Praktikabilität, wenn für derartige Untersuchungen die Proben ins Labor geschickt werden müssen und die Ergebnisse dann erst einige Tage später verfügbar sind. Seit geraumer Zeit aber gibt es die Möglichkeit der Schnellbestimmung von ß-Hydroxybuttersäure (ßHB) im Blut. Dazu diente viele Jahre das elektronische Diabetes-Messgerät „FreeStyle Precision“ bzw. „Precision Xceed“ (Firma Abbott Diabetes Care), mit dem zum einen Blutzucker (bekannt aus der Humanmedizin) und zum anderen der Ketonkörper ßHB bestimmt werden kann.

In jüngerer Vergangenheit sind dann diverse andere Schnellbestimmungsgeräte, die mehr oder weniger nach dem gleichen Prinzip arbeiten, hinzugekommen. Ein vergleichsweise neues Gerät ist z.B. das WellionVet BELUA (Firma Med Trust), welches speziell für Milchkühe entwickelt und entsprechend kalibriert wurde. Die Vorgehensweise ist immer dieselbe. Nach dem Anschalten des Gerätes wird ein ß-Keton-Teststreifen (jeder Teststreifen kann nur für eine Messung verwendet werden) in das kleine, handliche Messgerät gesteckt. Bei Erscheinen des entsprechenden Symbols kann man den Tropfen Blut (i.d.R. aus der Schwanzvene; mehr als ein Tropfen wird nicht benötigt) direkt mit diesem Teststreifen auffangen. Der Schwanzbereich um die Einstichstelle herum ist zuvor ordentlich zu säubern. Es ist darauf zu achten, dass wirklich nicht mehr als ein kleinster Tropfen auf den Teststreifen trifft, denn ansonsten könnte Blut in das Gerät hineinlaufen und dort möglicherweise für Verklebungen und Verschmutzungen sorgen (besondere Gefahr beim FreeStyle Precision). Nach Ende des wenige Sekunden andauernden Messvorgangs kann der Wert (in mmol/l) dann direkt abgelesen werden. Messwerte unterhalb von 0,6 mmol/l werden als normal angesehen. ß-Hydroxybuttersäuregehalte (ßHB) zwischen 0,6 und 1 mmol/l sind leicht erhöht, zwingen aber nicht zum aku-

46 45 44 43 42 41 40

Tage nach der Kalbung

Übersicht 2: Verlauf der Milchleistung der Mehrkalbskühe in den ersten Laktationswochen (nach der Kolostralmilchphase) 1,8 ßHB, mmol/l (Precision Xceed)

lich als gesund/nicht ketotisch beurteilt werden. Andererseits bedeuten erhöhte FEQ eben nicht unbedingt, dass die Tiere auch wirklich ketotisch sind.

1,6 1,4 R² = 0,63

1,2 1 0,8 0,6 0,4 0,2 0 0

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0,4

0,6

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1

1,2

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1,8

ßHB, mmol/l (WellionVet BELUA)

Übersicht 3: Gehalte an ß-Hydroxybuttersäure (Probennahme aus Schwanzvene, Messgeräte Precision Xceed und WellionVet BELUA; n = 35)


30 TIERGESUNDHEIT

ten Handeln. Gehalte oberhalb von 1 mmol/l bis 1,4 mmol/l werden vielfach mit einer subklinischen Ketose gleichgesetzt, der man bereits mit geeigneten Maßnahmen begegnen sollte.

Bei Messwerten von 1,5 mmol/l und mehr handelt es sich um ein Ketoseproblem mit Handlungsbedarf. Die Handhabung der Schnellbestimmungsgeräte ist absolut

einfach, und das Ergebnis liegt binnen 8 bis 10 Sekunden vor.

Viele Kühe haben erhöhte Ketonkörpergehalte in der Frühlaktation In einer von Juli 2011 bis Februar 2012 europaweit durchgeführten Studie LaktationsLakta­ BCSßHB-Wert im der Firma Elanco ergab sich nummer tionstag Note Milch, kg Blut, mmol/l eine Prävalenz der verborgenen Ketose (als Grenze diente ein am Tag der Beprobung Milch-ßHB-Wert von > 100 µmol/l) von durchschnittlich Anzahl 166 45 %. In diese Studie wurden Mittelwert 3,7 31 3,0 48,4 0,8 insgesamt 2.489 Kühe aus 74 Betrieben aus 5 Ländern einbezoStandard1,29 22,21 0,40 6,04 0,33 gen, darunter 411 Kühe aus 16 abweichung Betrieben in Deutschland. Die Minimum 2 0 2,0 34,9 0,1 Schwankungen in den einzelnen Milchkuhherden betrugen 16 bis Maximum 7 94 3,8 60,9 1,8 72 % und belegen erneut den Übersicht 4: Ketonkörpergehalte sowie Charakteristika der beprobten enormen betrieblichen Einfluss. Kühe Untersuchungen in einem Praxisbetrieb In einer Ketonkörpergehalt in Anhängigkeit von der Ketonkörpergehalt in Abhängigkeit vom Laktaonstag Milchleistung Milchkuhherde im Norden von Schleswig-Holstein wurden im Zeitraum von Mitte Januar bis Mitte März 2016 bei allen Mehrkalbskühen, die in dem Zeitraum abkalbten, Ketonkörpermessungen durchgeführt. Die Herde (LKV-Jahr 2015: 205 Kühe) weist eine durchschnittliche Milchleistung von 11.200 kg und eine Lebenstagsleistung von 15,6 kg auf. Die beprobten Kühe hatten eine durchschnittliche Vorlaktationsleistung von 12.050 kg Milch mit 3,66 % Fett und 3,28 % Eiweiß, was einer Übersicht 5: Ketonkörpergehalt in Abhängigkeit vom Laktations­ Tagesleistung von 37,7 kg ECM tag (linke Abbildung) und von der Milchmenge am Beprobungstag je Melktag entsprach. (rechte Abbildung) Übersicht 2 zeigt die Entwick0,95

Milch, kg am Tag der Beprobung

ßHB, mmol/l

43

Laktaonstag

0,90

52

0,90

41

0,85

50

0,85

39

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48

0,80

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0,75

46

0,75

35

0,70

44

0,70

33

0,65

42

0,65

31

40

0,60

0,60

< 10 LT (n=34)

11.-22.LT (n=34)

23.-34.LT (n=34)

35.-55.LT (n=33)

> 55 LT (n=31)

ßHB, mmol/l Blut

Milch, kg/Kuh und Tag

ßHB, mmol/l Blut

ßHB, mmol/l

< 45 kg Milch (n=46) 46-52 kg Milch (n=45) > 52 kg Milch (n=37)

Laktaonstag

54

0,95

29

1,8

1,8 Kuh 18235 (3.L.)

Kuh 18237 (3.L.)

Kuh 50113 (4.L.)

1,6

1,6

1,4

1,4

1,2

1,2 ßHB, mmol/l Blut

ßHB, mmol/l Blut

Kuh 18232 (3.L.)

1

0,8

vor Propygabe ßHB, mmol/l

5 h nach Propygabe ßHB, mmol/l

1,0 0,8 0,6

0,6

0,4

0,4

0,2

0,2

0

lung der Milchmenge dieser Kühe im Beprobungszeitraum. Insgesamt wurden 166 Ketonkörperbestimmungen im Blut (aus der Schwanzvene entnommen) mit dem Schnellbestimmungsgerät FreeStyle Precision durchgeführt. Wichtig ist dabei, da es auch bei den Ketonkörpergehalten eine gewisse Tagesrhythmik gibt, dass man die Messungen immer zur selben Zeit vornimmt, bestenfalls drei Stunden nach der Futtervorlage. Genauso wichtig ist die Benutzung desselben Bestimmungsgerätes. So zeigten sich z.B. beim Vergleich zweier Messgeräte maximale Abweichungen zwischen den Wertepaaren von bis zu 0,7 mmol/l (Übersicht 3). Auch wenn hierbei keine Vergleichsmessungen in einem Standard-Referenzlabor vorgenommen wurden, sei nochmals erwähnt, dass das WellionVet BELUA-Gerät speziell für die Verwendung mit Blut von Milchkühen kalibriert wurde. Bei einem mittleren Laktationstag von 31 Tagen ergab sich im Durchschnitt der 166 Messungen ein mittlerer Gehalt an ßHB von 0,80 mmol/l Blut (Übersicht 4). Insgesamt wiesen 25 % der Proben einen ßHB-Gehalt > 1,0 mmol/l auf. Der Anteil an Proben mit einem Ketonkörpergehalt > 1,5 mmol/l war mit 3 % sehr gering. Der höchste Wert wurde mit 1,8 mmol/l gemessen. Dass neben den höheren Gehalten innerhalb der ersten 10 Laktationstage auch noch nach

0,0 7

13

14

20

34

39

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4

5

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12

18

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37

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23

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58

7

8

14

15

Laktaonstag

Übersicht 6: Ketonkörpergehalt im Blut von Einzelkühen

21

35

49

56

ßHB bis 0,6 mmol/l - vor Propygabe (n=31)

ßHB > 0,6-1,0 mmol/l - vor ßHB > 1,0-1,5 mmol/l - vor Propygabe (n=34) Propygabe (n=21) Gehalt an ß-Hydroxybu ersäure - Klassenbildung

ßHB > 1,5 mmol/l - vor Propygabe (n=5)

Übersicht 7: Ketonkörpergehalt vor und 5 Stunden nach der Verab­ reichung von Propylenglycol


TIERGESUNDHEIT 31

Körperfettabbau einher, in dessen Folge vermehrt Ketonkörper entstehen. Da jedoch eine Vielzahl möglicher Stoffwechselimbalancen subklinisch, also nicht offensichtlich verläuft, können z.B. Ketonkörperschnellbestimmungen eine angespannte Energie- und Fettstoffwechselsituation im Herdenmaßstab aufdecken. Aus solchen Einzelergebnissen, wie hier beschrieben, werden wir keine speziellen Handlungsmaßnahmen für das Einzeltier ableiten können, aber ein derartiges Controlling bewirkt eine notwendige Sensibilisierung hierfür und deckt möglicherweise Unterschiedliche Messgeräte können zu verschiedenen Ergebnissen grundsätzliche Managementfehführen. ler im Bereich der Trockensteher und Frischabkalber auf. l abgekalbten Kühe, besonders die nach der Kalbung einer großen Prof. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, FachMehrkalbskühe, täglich einmal Beanspruchung. Nicht selten hochschule Kiel, Fachbereich Agrarwirt300 ml Propylenglycol (als geht diese mit einem intensiven schaft, Osterrönfeld, Deutschland. Einsatz von Propylenglycol Drench in die Backentasche). Neben grundsätzlichen Maßnah- Die Ketonkörperbestimmung bei men zur bestmöglichen Haltung, diesen Tieren – einmal unmitFütterung und Versorgung der telbar vor der PropylenglycolTiere kann darüber hinaus der gabe und dann 5 bis 6 Stunden Einsatz von ketoseprophylaktidanach – zeigte sehr deutlich, schen Substanzen, allen voran dass vor allem diejenigen Kühe, Propylenglycol, sinnvoll sein. die mit einer erhöhten KetonAnhand umfangreicher Studikörperbildung auf ihre große en wird die Stabilisierung des Stoffwechselbeanspruchung intermediären Stoffwechsels reagierten, sehr positiv auf die (Ketoseprophylaxe) durch den Propylenglycolgabe ansprachen Einsatz von Propylenglycol als (Übersicht 7). gesichert angesehen (NILSEN und INGVARTSEN, 2004). Fazit Der Stoffwechsel von KüIn dem hier beschriebenen hen mit hoher Leistung unterliegt Praxisbetrieb erhalten alle frisch gerade in den ersten Wochen

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55 Laktationstagen gleichermaßen hohe Gehalte gemessen wurden, mag vorerst verwundern (Übersicht 5). Da es sich bei allen Kühen aber offensichtlich um klinisch gesunde Tiere handelte, sind diese leicht erhöhten Werte eher als eine grundsätzliche Reaktion der Tiere auf deren große Stoffwechselbeanspruchung anzusehen. Neben einer gewissen Abhängigkeit von der Höhe der Milchleistung zeigen sich aber auch große tierindividuelle Unterschiede (trotz ähnlich hoher Milchleistung). Darüber hinaus bestehen durchaus auch innerhalb des Einzeltieres große Differenzen zwischen den Tagen (trotz stets gleicher Uhrzeit bei der Beprobung). Dieses verdeutlicht Übersicht 6 anhand von vier Beispieltieren.


32 STALLBAU

Neuer Stall für „Lisa“ und „Vroni“: Was ist im Vorfeld zu bedenken? Stallplanung Zu den Aspekten und Anforderungen eines neuen Milchviehstalles gehören die Größe, die ­Ausführung oder die Anbindung an bisherige Stallungen oder an den bisherigen Melkbereich. Je nach einzel­ betrieblicher Situation kann die favorisierte Lösung unterschiedlich aussehen. Beengte Hoflagen haben dabei beispielsweise einen großen Einfluss.

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bei der Futtervorlage. Bei der Überlegung, in ein automatisches Fütterungssystem zu investieren, kann der Futtertisch schmaler ausgeführt werden, dafür muss ein Raum für die Lagerung der Futterkomponenten geschaffen werden. Wichtig ist die Verlässlichkeit der Technik. Für eine eventuell notwendige Umstellung auf konventionelle Futtervorlagetechnik muss der Futtertisch ausreichend breit sein.

Güllesystem Beim Güllesystem stellt sich die Frage, ob die Lagerung im Stall unter Spaltenboden oder im Außenlager die richtige Wahl ist. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Kostenvergleich ist nur schwer möglich, da die örtlichen Bedingungen hier eine große Rolle spielen. Bei größeren Lagerkapazitäten oder wenn Gülle an andere Betriebe abgegeben werden muss, bietet die Außen-

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unächst stellt sich die Frage nach dem Standort auf dem Hofgelände. Häufig stehen vorhandene Güllegruben oder auch Siloanlagen einer günstigen Entwicklung im Weg. Dann gilt es, einen Kompromiss zu finden, ohne wiederum einen eventuellen späteren Entwicklungsschritt zu behindern. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, abzuklären, ob am Betriebsstandort eine Bestandsaufstockung überhaupt möglich ist. Vielfach geben die bestehenden Gebäude, Siloanlagen und Güllebehälter einen möglichen Standort vor. Ob der zu Verfügung stehende Raum ausreicht, ohne sich zu viel zu „verbauen“, muss sorgfältig geklärt werden. Grundsätzlich ist ein Stallneubau bzw. -anbau in Hinblick auf die derzeitige bzw. zukünftige Melktechnik zu sehen. Wie kann bei einer konventionellen Melktechnik der Kuhverkehr reibungslos gestaltet werden, ohne dass sich zu weite oder sich kreuzende Zu- und Abtriebswege nachteilig

auswirken? Einfacher ist es bei automatischen Melksystemen, da hier außerhalb des Stalls keine Laufwege erforderlich sind. Aber auch die Ausrichtung des Gebäudes in Hinblick auf eine möglichst optimale natürliche Querlüftung spielt hier eine Rolle. Im Idealfall steht der Stall quer zur Hauptwindrichtung (SüdWest). Offene Seitenwände und eine entsprechend dimensionierte Firstentlüftung sorgen für ausreichend Frischluft. Wenn im Sommer der Luftaustausch nicht immer ausreicht, muss mit einer Unterstützungslüftung durch Ventilatoren Abhilfe geschaffen werden. Wird der Stall quer zur Hauptwindrichtung gebaut, ist die Ausrichtung der Dachfläche für den eventuellen Aufbau einer Photovoltaik-Anlage nicht ganz optimal. Dies hätte eine geringere Leistung der PV-Anlage von etwa 5 % zur Folge. Ein ausreichend großer Wendeplatz vor dem Stallgebäude sowie ein breiter Futtertisch sind für ein zügiges und sicheres Arbeiten empfehlenswert. Dies spart Arbeitszeit und sorgt für weniger nicht anfahrbare Ecken

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4431 Haidershofen | Tröstlberg 35 | Tel. 074 34/42 588 | Fax DW 25 | www.max-lochboden.at RinderprofiVorteile. Unabhängig lagerung davon, ob im Stall ein planbefestigter Boden oder Spaltenboden ausgewählt wird, sollten die Laufbereiche möglichst trocken und sauber sein, denn dies ist für die Klauengesundheit entscheidend. Hier haben Spaltenböden Vorteile, besonders in Kombination mit einem Gülleschieber. Arbeitet dieser automatisch, ist darauf zu achten, dass diese Schieberoboter keine Stufen überwinden können. Damit eine spätere Stallverlängerung nicht blockiert wird, ist eine Anordnung der Rührschächte seitlich neben dem Stall besser als an der Stirnseite des Stalles. Planbefestigte Laufflächen müssen häufig abgeschoben werden und mit ausreichend Abwurfschächten versehen sein, damit die vom Gülleschieber bewegte Güllemenge nicht zu groß ist. Denn „Gülleseen“ verursachen eine höhere Klauenverschmutzung, was nachteilig für die Klauengesundheit ist. Aber auch der Liegebereich der Boxen wird dann durch die Kühe stärker verschmutzt. Ebenso sind Senken mit Flüssigkeitsansammlungen negativ. Eine fachgerechte ebene Ausführung der planbefestigten Laufflächen ist deshalb sehr wichtig. Sind auch die Übergänge zwischen den Liegeboxenreihen

planbefestigt, muss dieser Bereich Neben dem Raum für die in der Regel von Hand gereinigt Behandlungsmaßnahmen ist in werden. Melkstandsnähe eine Selektion mit Strohbereich für kranke Liegeboxen Je nach Ausfühund frisch abgekalbte Kühe von rung als 2-, 3- oder 4-Reiher großem Vorteil. Ebenfalls muss ergibt sich die Stallform. Je mehr in die Planungen ein ausreichend Liegeboxenreihen inklusive großer Abkalbebereich und ein der Laufgänge und Futtertische Krankenstall eingeplant werden. nebeneinander angeordnet Dabei ist es weniger wichtig, ob werden, desto breiter und kürzer diese im Stallgebäude oder an wird der Stall. In der Praxis wird anderer Stelle im Betrieb vorgehäufig eine 3-reihige Aufstallung sehen werden. gewählt, da hierbei u. a. ein Tier- Ein großes Thema ist immer die Fress­platz-Verhältnis von etwa Frage nach der Ausführung der 1:1 ohne zusätzlichen Aufwand Liegeboxen, zwischen Hochboerreicht werden kann. xen mit weicher Auflage und Die Ausstattung am Futtertisch etwas Einstreu oder Tiefboxen geht vom Selbstfangfressgitter mit deutlich mehr Einstreu bis zum einfachen Nackenriegel. (Matratze) ist hier zu wählen. Futtertische mit einem SelbstBeide Bauarten haben Vor- und fangfressgitter sind die teuerste Variante, haben aber beispielsweise den Vorteil, dass die Tiere fixiert werden können. Gerade bei größeren Kuhbeständen reicht der Selektionsbereich am Melkstand nicht immer aus, so dass nicht alle Behandlungsbzw. Kontrollmaßnahmen dort ausgeführt werden können. Je mehr Tiere aus verschiedenen Gruppen behandelt und in ihre Gruppen zurückgeführt werden müssen, desto interessanter werden auch aus Arbeitszeitgründen die Selbstfangfressgitter.

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Nachteile. Für die Sauberkeit der Tiere und die Annahme der Boxen durch die Tiere ist in erster Linie entscheidend, dass sie gut bewirtschaftet (säubern, einstreuen usw.) werden. Bei Tiefboxen ist der Arbeitszeitaufwand in der Regel etwas höher, sie bieten dafür aber den Kühen etwas mehr Komfort. Ist die Liegeboxenfrage bei der Stallplanung noch nicht geklärt, könnte zunächst eine Tiefbox gebaut werden. Denn es ist deutlich einfacher, aus einer Tiefbox eine Hochbox zu machen, als umgekehrt. Ausstattung Bei den Planungen sollten ausreichend breite Übergänge zwischen den Liegeboxenreihen vorgesehen werden.


34 STALLBAU

nicht unerheblich und bei der Standortplanung zu berücksichtigen. Auch ist der zusätzliche Eintrag von Regenwasser beim Güllelagerraum einzukalkulieren. Dies führt zu einer Verteuerung der Baumaßnahme. Ein wichtiger Punkt ist die Reinigung der Laufflächen (planbefestigt oder Spaltenboden) beim Laufhof. Zur Zeit liegen aber nur wenig Erfahrungen vor, wie bei trockener Wetterlage oder bei Frost der Laufhof sauber gehalten werden kann. Unsicher ist man auch bei den Immissionen, die von Laufflächen ausgehen, und bei der Beurteilung von arbeits- und betriebswirtschaftlichen Aspekten. Wenn Weidegang angeboten wird und ausreichend Klimareize auf die Tiere einwirken, ist ein Laufhof in der Regel nicht sinnvoll.

Keine dicke Luft im Kälberstall

Fazit Die Planungen für einen neuen Milchviehstall sollten sorgfältig erfolgen. Es gibt viele Punkte, die besonderer Betrach- Stallbelüftung Das Stallklima ist in vielen Ställen der tung bedürfen. Dazu gehören entscheidende Faktor für eine gesunde Tierhaltung. beispielsweise die Melktechnik, Schadgase und Schadkeimanreicherungen, aber auch das Entmistungssystem, die Anzahl der Liegeboxenreihen Hitzestress können durch eine gut funktionierende Stall­ oder die Anzahl und Breite der belüftung reduziert und erfolgreich verhindert werden. Futtertische. Diese Faktoren legen die weitere Bewirtschaftung des Stalls fest und haben somit Von Andrea Rütz Ein innovatives Belüftungssyseinen Einfluss auf die Arbeitsabtem, das vor etwa einem Jahr läufe. Fehler in der Stallplanung aus den USA nach Deutschland lassen sich später nicht oder nur nzureichende Belüfgebracht wurde, bedient sich mit hohem finanziellen Aufwand tung sorgt in Kälbereines völlig neuen Konzepts. Im korrigieren. l ställen regelmäßig für Gegensatz zu den meisten am ein gehäuftes Auftreten von Markt befindlichen BelüftungsLungenerkrankungen, die in systemen wird bei der sogenannAlfons Fübbeker ist Berater für Landtechten Überdruckschlauchbelüftung nik in der LK Niedersachsen, Deutschland. den meisten Fällen bleibende Schäden verursachen und lang- (engl. Positive Pressure Tube fristig Gesundheit und Leistung Ventilation) Frischluft gezielt der Tiere beeinträchtigen. Jeder in den kritischen Bereich der schwerwiegende RindergrippeStallungen gefördert. Hier die fall verursacht durchschnittlich Details des Konzepts: Verluste von umgerechnet etwa Über einen in der Außenmauer 490 Euro. Kälber, die in ihrem montierten Ventilator wird konLeben bereits einmal an einer tinuierlich frische Luft in einen schwerwiegenden Lungenerkran- Schlauch gesaugt. Durch kleine kung gelitten haben, geben nach- über die gesamte Schlauchlänge weislich deutlich weniger Milch verteilte Austrittsöffnungen wird als gesunde Tiere. Bei einer die „gute“ Luft gleichmäßig im angenommenen Lebensleistung Stall verteilt. Der Überdruck von 30.000 kg liegen allein die sorgt dafür, dass die „schlechte“ Einbußen durch die Minderleis- Luft durch die vorhandenen tung bei mindestens 225 Euro Öffnungen in der Außenmauer pro erkranktem Tier. Auch das (Fenster, Türen, Schächte) aus der Abgangsrisiko und somit das Stallung hinaus gedrückt wird. Risiko für Totalverluste steigt Luftgeschwindigkeit und Förder­ deutlich an. volumen können dabei sehr

U

Fotos: © agrarfoto.com

Diese sind so auszuführen, dass rangniedrige Tiere ausweichen können. Dies gilt besonders dann, wenn durch Tränkebecken und Kuhbürsten ein Teil des Überganges blockiert wird. Bei der Beleuchtung stellt sich die Frage nach der optimalen Beleuchtungsstärke. Hier liegen die Angaben bei Milchkühen im Bereich von 150 bis 200 Lux. Sinnvoll ist es, einen Beleuchtungsplan zu erstellen, um festzulegen, mit welchen Leuchtkörpern und welcher Anzahl die gewünschte Beleuchtungsstärke erreicht wird. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass die Beleuchtungsstärke der Leuchtkörper durch Alterung geringer wird und dass Praxisbedingungen wie Schmutz­anhaftungen an der Stalleinrichtung, Schattenwurf durch Wände oder Abtrennungen den Wirkungsgrad senken. In den letzten Jahren haben LED-Lampen an Bedeutung gewonnen, da sie u. a. energiesparend sind. Aussagen zu ihrer Haltbarkeit sind derzeit aufgrund des zu kurzen Zeitraums noch nicht sicher möglich. Aber gesunkene Investitionskosten sowie eine deutliche Verbesserung des Garantiezeitraums durch die Anbieterfirmen haben dazu geführt, dass immer häufiger LED-Lampen in Milchviehställe eingebaut werden. Wird aus Gründen des Tierwohls ein Laufhof geplant, sind einige Punkte zu bedenken. Je Tier sind mindestens 3 m² einzuplanen, besonders bei größeren Beständen ist der zusätzliche Platzbedarf


STALLBAU 35

präzise eingestellt werden, so dass die frische Luft genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird, ohne dabei gesundheitsschädliche Zugluft in Kopfhöhe der Tiere zu verursachen. Während die Schlauchbelüftung ursprünglich für den Einsatz im Kälberstall geplant wurde, haben sich in der Zwischenzeit viele Einsatzbereiche aufgetan. Sowohl Vorwartebereiche, als auch Liegeboxen und Melkstände lassen sich im Kuhbereich hervorragend belüften. Mittlerweile wurde das Konzept bereits für die Anwendung im Pferde-, Hühner-, Schweine- und Hasenbereich weiterentwickelt. Während in den USA Belüftungs­schläuche schon zur Standard­ausstattung eines Kälber­stalls gehören und auch bei Neubauten von Beginn an mit eingeplant werden, gibt es seit kurzem in Deutschland, Ös-

terreich und der Schweiz die ersten Betriebe, die entsprechende Belüftungsschläuche installiert haben. Die sofortige spürbare Verbesserung des Stallklimas, die einfache Montage und der geringe Energiebedarf des Systems überzeugen auf ganzer Linie. Die Landwirte berichten von einem veränderten Liegeverhalten der Kälber mit einer gleichmäßigeren Tierverteilung. Der Keimdruck ist deutlich vermindert und erreicht in der Regel ein Niveau, das 60–75 Prozent unter dem Ausgangsniveau liegt. Dementsprechend ist auch die Häufigkeit der diagnostizierbaren Lungenerkrankungen deutlich zurückgegangen.

billige Nachbauschläuche im Umlauf, die ohne zugrundeliegende detaillierte Berechnungen produziert und angepriesen wurden. Diese Nachbauten verursachen starke Probleme, da weder Luftmenge noch Luftgeschwindigkeit auf die Stallgeometrie und das Alter der Tiere angepasst wurden. In Betrieben mit solchen Nachbauten zeigen sich deutliche Probleme und Verschlechterungen der Tiergesundheit durch Zugluft oder unzureichende Belüftung. Der gewünschte Erfolg bleibt aus.

Es ist sehr wichtig, dass jeder Belüftungsschlauch individuell für jeden einzelnen Stall konzipiert und berechnet wird. Nur so kann Voraussetzung für eine erfolgrei- erreicht werden, dass die richtiche Anwendung der Schlauchgen Luftmengen mit der richtigen belüftung in Tierstallungen ist Geschwindigkeit an den richtigen eine korrekte Berechnung und Ort gebracht werden. Dazu ist Dimensionierung des Systems. unbedingt eine genau Analyse In den USA sind seit einiger Zeit der Stallarchitektur durch einen

Fachmann von Nöten. Dabei sind viele Faktoren zu berücksichtigen, die von den einzelnen Stallabmessungen, der Tierzahl und den gewünschten Luftaustauschraten abhängig sind. Bei fehlerhafter Dimensionierung kann entweder das Problem zu geringer Luftaustauschraten, welche das Stallklima nicht optimal verbessern, oder das Problem zu starker Zugluft auftreten. Letzteres stellt die bedeutend größere Gefahr dar und kann zu drastischen Verschlechterungen der Tiergesundheit führen. Ohne professionelle Berechnungsgrundlage ist auch die angestrebte einheitliche Frisch­luftverteilung über die ganze Fläche nicht gegeben; gerade kritische Stallbereiche, wie die „Ecken“ des Stalles, in die sich die Tiere gerne zurückziehen, sind bei falscher Lochpositionierung möglicherweise nicht ausreichend belüftet,


36 STALLBAU / STALL UND HOF

Stromausfall im Stall kann teuer kommen

während es direkt unter dem Schlauch „zieht“.

Stromversorgung Durch den hohen Technisierungsgrad wird für viele L­ andwirte eine jederzeit verfügbare Stromversorgung immer wichtiger. Experten warnen vor einem „Blackout“, also einem überregionalen Stromausfall durch überlastete ­Netze. Auch Stromausfälle aufgrund von Sturmschäden oder Schneedruck können ­durchaus zu hohen Tierschäden und erheblichen finanziellen Verlusten führen. Von Manfred Nadlinger

D

ie Auswirkungen sind in allen Bereichen mehr oder weniger fatal. Mit dem Stromausfall beginnen meist Hektik, Panik und Chaos. Stromausfälle über längere Zeit können viele Betriebe in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten bringen. Auch der psychologiViele Landwirte sprechen in Be- sche Aspekt bei den Betroffenen zug auf das optimale Stallklima eines Stromausfalls ist nicht bei jungen Kälbern die üblichen unerheblich. Manche Leute sind Mikroklimazonen an, die durch nach solchen Ereignissen zum an der Wand befestigte HolzTeil traumatisiert und leiden bretter erzeugt werden sollen. noch lange Zeit darunter. Auf Ziel ist dabei, das Kalb vor Kälte der Suche nach einer Lösung zu schützen. Vergessen wird al- des Problems entscheiden sich lerdings, dass sich gerade in der die Landwirte meist für mobile schützenden, aber sehr schlecht Notstromgeneratoren. Wenn belüfteten Mikroklimazone diese als Universalgeneratoren Schadkeime anreichern können ausgeführt sind, können auch und die Luftqualität dort in der elektrisch betriebene Geräte an Regel am meisten leidet. Orten versorgt werden, wo keine Zum Wärmeerhalt ist es also allgemeine Stromversorgung vor allem in der kalten Jahresvorhanden ist, wie z.B. auf der zeit wichtig, den Kälbern eine Alm. Bei unsachgemäßer Verausreichend dicke, trockene und wendung ist dieser Strom jedoch saubere Stroheinstreu zur Vergenauso gefährlich wie jener aus fügung zu stellen, um unnötige der „Steckdose“. Heute ÜberleWärmeverluste zu vermeiden. gungen zur Selbsthilfe anzustelAuch Kälberdecken können eine len, wäre sicherlich kein Fehler sinnvolle Ergänzung sein. und keine Überreaktion. Mit Notstromgeneratoren können Unterm Strich sorgen die neuen sich landwirtschaftliche Betriebe Belüftungsschläuche für einen gegen solche Risiken absichern. hohen Luftaustausch ohne Zugluft und eine deutlich verbesserte Einsatzmöglichkeiten für Lungengesundheit im Kälberstall. Notstromgeneratoren Die Wichtig ist bei ihrem Einsatz, Bauart des Generators entscheiauf einen lizensierten Partner zu det über die Möglichkeit der setzen und Kälberhaltung und Verwendung. Management als Gesamtsystem – Wird der Generator für die zu optimieren. l Direktversorgung einzelner Geräte im Feld (Feldbetrieb) und für die Einspeisung ins Dr. Andrea Rütz, MBA ist Tierärztin Haus (Hausbetrieb) verwendet, in München.

so benötigt man einen Zapfwellen-Universalgenerator. – Benötigt man keinen Feldbetrieb, sondern wird nur das Haus bzw. die Betriebsanlage versorgt, kann ein stationärer Zapfwellengenerator oder ein Kompaktaggregat verwendet werden. Wie die Praxis zeigt, sind Zapfwellengeneratoren, die beide Betriebsarten (Feldbetrieb und Hausbetrieb) abdecken, sehr häufig anzutreffen.

ist am Generatortypenschild ersichtlich. Zusätzlich ist die Einplanung einer großzügigen Leistungsreserve anzuraten, denn zukünftig könnten neue Notstromverbraucher hinzukommen oder weitere Betriebsvorgänge zeitgleich ablaufen. Falls in Zukunft eine Betriebserweiterung geplant ist, ist es besser, den Generator mit der nächsthöheren Leistungsstufe auszuwählen.

Welche Traktorleistung ist notwendig? Im Allgemeinen wird eine Notstromversorgung Generatoren für den Stationärder gesamten Anlage gewünscht, betrieb sind in einem Gebäude aber die zur Notstromversorgung fix am Boden befestigt und die- zur Verfügung stehende Leistung nen ausschließlich der gesamten ist durch die Nennleistung des Haus- bzw. Betriebsversorgung. Generators und auch durch die Betrieben werden diese GeneLeistung des Traktors begrenzt. ratoren entweder mit einem Um bei allen Einsätzen und angebauten Stationärmotor Lastfällen einen problemlosen (Kompaktaggregat) oder mittels Betrieb gewährleisten zu könTraktor und Gelenkwelle (Zapf- nen, soll das Leistungsverhältnis wellengenerator). Der Traktor zwischen der Traktorleistung (in muss wegen der Abgase und Hit- kW) und der Generatorscheinzeentwicklung dabei unbedingt leistung (in kVA) mindestens im Freien stehen. 2,5 bis 3:1 (!) sein. Zum Beispiel benötigt eine Generatorleistung Generatorleistung Dazu ist es von 30 kVA einen Traktor mit unumgänglich, die Leistungsdaten 75 bis 90 kW. Durch dieses aller in Frage kommenden Notgroßzügige Leistungsverhältnis stromverbraucher, die gleichzeitig sichert der Traktor bei Volllast betrieben werden müssen oder oder schwerem Anlauf von sollen, gewissenhaft zu erheben. Motoren ein stabiles DrehzahlJeder Verbraucher hat ein Typen­ verhalten und somit eine konsschild, auf dem die Leistung in tante Generatorspannung bzw. Kilowatt (kW) ersichtlich ist. Die Generatorfrequenz (230/400 V so ermittelten Kilowatt-Werte bzw. 50 Hz). Beim Einsatz von jener Geräte, die zur selben Zeit Verbrauchern mit stabiler Last eingeschaltet werden, müssen (ohne Lastschwankungen) kann zusammengezählt werden. Die das Verhältnis Traktorleistung zu „kW-Summe“ ist dann mit 1,6 Generatorleistung auch 2:1 sein. (Generatorbemessungsfaktor) Die Zapfwellendrehzahl aller zu multiplizieren. Das ergibt die gängigen Universalgeneratoren notwendige Scheinleistung des liegt bei ca. 430 min-1. Bei allen Generators in kVA. Dieser Wert Anwendungen sollte darauf ge-

Foto: © Nadlinger

Um einen richtig dimensionierten und angefertigten Schlauch zu erhalten, sollte man daher auf jeden Fall darauf achten, dass die Lizenzierung der veterinärmedizinischen Universität Wisconsin, USA, vorliegt. In Wisconsin wurde die Idee, Schlauchbelüftungen in Tierstallungen einzusetzen, quasi geboren. Entsprechende wissenschaftliche Berechnungsgrundlagen wurden dort erarbeitet und an ausgewählte Personen weitergegeben. Nur auf Basis dieser Grundlagen sind die angestrebten Ziele zu erreichen. Die entsprechend geschulten Teilnehmer sind auf der Homepage der Universität Wisconsin unter folgendem Link zu finden: http://thedairylandinitiative. vetmed.wisc.edu/prv_consult_ cb_eu.htm


STALL UND HOF 37

achtet werden, dass mit keiner höheren Zapfwellenschaltung als mit der „540-er“ gearbeitet wird. Die Zapfwellenschaltungen von 750-er und 1000-er eignen sich nur bei geringer, konstanter Verbraucherlast. Grund ist, dass sich der Traktor durch die dabei niedrige Motordrehzahl in einem sehr ungünstigen Drehmomentbereich befindet.

– einen Notstromstecker – eine Netzwiederkehranzeige

Beim Generatorbetrieb ist die Gelenkwelle hohen Belastungen ausgesetzt. Belastungsstöße durch das Drehmoment können nur mit einer ausreichend starken Gelenkwelle übertragen werden. Keine Gelenkwelle vom Kreiselschwader oder Kreisel­ zetter verwenden. Die Gelenkwelle darf keine ÜberlastAls Notstromeinspeiseleitung muss kupplung haben, da bei einem eine fünfadrige Schlauchleitung für Ansprechen dieser Einrichtung schwere mechanische Beanspruungewollte Betriebsstörungen chung verwendet werden. Diese auftreten würden. Welche Gebesonders hochwertigen Leitungen lenkwelle nun geeignet ist, kann sind deshalb erforderlich, weil ein Fachhändler beantworten. damit gerechnet werden muss, dass bei vorübergehendem Einsatz Unbedingt „Probebetrieb“ unter Zeitdruck Leitungswege durchführen! Vor Inbetriebund Verlegungsverfahren gewählt nahme des Generators sollte werden, bei denen die Leitungen man dessen Bedienungsanleitung unvorhergesehenen mechanischen lesen. Erfahrungsgemäß ist es Beanspruchungen ausgesetzt sind. zweckmäßig vor der ersten AufDie Notstromeinspeiseleitung nahme eines Notstrombetriebes soll nur für die Hausversorgung einen Probebetrieb unter dem verwendet werden und soll am Beisein des Elektroinstallateurs Generator verbleiben. durchzuführen. Zur Notstromversorgung keine FremdgeneraDie Notstromeinspeisestelle muss toren unüberlegt (vom Fachvon einem konzessionierten mann ungeprüft) verwenden! l Fachmann errichtet werden und muss folgende Teile beinhalten: DI Manfred Nadlinger ist Experte in der – einen Notstromumschalter BLT Wieselburg. Powered by

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38 GRÜNLAND

Mit richtiger Pflegetechnik zur dichten Grasnarbe Grünlandstriegel Ziel der Wiesenbewirtschaftung sollte eine dichte Narbe sein, denn lückige Grasnarben sind häufig die Ursache für einen erhöhten Schmutzeintrag in die Silage. Je höher der Erdanteil, desto größer ist auch der Besatz an unerwünschten Keimen, die die Silierung erschweren können. Von Alfons Fübbeker

Schleppe mit

E

ine dichte Narbe bedarf gezielter Grünlandpflegemaßnahmen. Dazu gehören das Abschleppen zum Einebnen von Maulwurfshaufen oder das Striegeln zum Belüften der Grünlandnarbe und zur Anregung der Bestockung. So werden auch minderwertige Gräser reduziert und die Pflanzen von Gülleresten befreit. Für die verschiedenen Pflegemaßnahmen werden unterschiedliche Techniken angeboten. Jedes Gerät hat seinen Einsatzschwerpunkt.

Zinken

Striegel mit Schiene

Glattwalze

Walzennachläufer

+++

+++

++

Grasnarbe belüften (Bestockung anregen)

+

+

+++

– bzw. +*

Anteil minderwertiger Gräser reduzieren

+

+

++

Pflanzen von Gülle, Kuhfladen befreien

+

+

++

Aufgefrorenen Boden rückverfestigen

Maulwurfshaufen verteilen

Arbeitsgeschwindigkeit

+++

++**

10–12 km/h

5 km/h

5–10 km/h

+++ = sehr gut ++ = gut + = mittel – = nicht möglich *glatte bzw. gezackte Walze ** bei humosen und anmoorigen Standorten Aufschiebegefahr

Techniken zur Grünlandpflege zu nass, aber auch nicht zu trocken sein. Auch das Beheben von Trittschäden oder Fahrspuren ist mit Walzen nur in geringem Umfang möglich.

nicht zusammengeharkt werden. Hingegen ist langsames Fahren für einen guten Walzeffekt erforderlich. Aufgrund der unterschiedlichen Ansprüche an die Fahrgeschwindigkeiten bei den Geschwindigkeit Beim Einsatz verschiedenen Pflegemaßnahmen von Schleppen sind Geschwinsind Gerätekombinationen nicht digkeiten von 6 bis 10 km/h immer optimal. Deshalb ist ratund bei Grünlandstriegeln von sam, das Arbeitsbild bei Geräten, 10 bis 12 km/h optimal. Gerade die mit einer geringen Zinkenbei Grünlandstriegel sorgt die anzahl, einem großen ZinkenFahrgeschwindigkeit in Komdurchmesser und einer Andrückbination mit einem federnden walze mit kleinem Durchmesser Zinken für ein gutes Arbeitsbild, ausgestattet sind, anhand der da herausgezogene Pflanzenreste jeweiligen Einsatzbedingungen auf der Fläche verbleiben und zu beurteilen.

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Übersaaten bei kleineren Lücken (vorbeugende Pflege) und Nachsaaten bei größeren Lücken (Reparaturmaßnahme) helfen, die Dichte der Grasnarbe zu erhöhen. Dazu kommen Elektroschleuderstreuer in Frage. Deren Verteilerfolg hängt stark von den Windverhältnissen ab. Besser geeignet sind die windunempfindlicheren pneumatischen Säeinrichtungen, die auf die Schleppen bzw. Striegel aufgebaut werden. Gibt es Maschinen zur Nachsaat, die den Grassamen direkt in den Boden ablegen. Um einen besse-

ren Bodenschluss des Grassamen zu erreichen, arbeiten einige Geräte mit einer nachlaufenden Andrückwalze. Bei Übersaaten werden in der Regel Saatgutmengen von rund 5 kg/ha mehrmals im Jahr ausgebracht. Bei einer Reparatur­ maßnahme sind es größere Saatgutmengen im Bereich von 15 kg/ha. Zum Erfolg trägt auch bei, wenn das Saatgut bzw. die Saatgutmischung entsprechend der Bodenart, den Klimabedingungen, der Nutzungsrichtung usw. ausgewählt wird. Im Frühjahr ist der Konkurrenzdruck der bestehenden Grasnarbe aufgrund des schnellen Wachstums größer als im Spätsommer. Deshalb ist eine Über- bzw. Nachsaat ist im Frühjahr nur sinnvoll, wenn Lücken im Bestand vorhanden sind und die Maßnahme zeitlich früh (bis Anfang April) erfolgt. Ansonsten ist der Erfolg gering, da der auflaufende Grassamen sich aufgrund des rasch wachsenden Altgrasbestandes kaum durchsetzen kann. Deswegen sind in den meisten Fällen Über-

Foto: © Einböck

Zum Einebnen von Maulwurfshaufen sind Traktoren am besten geeignet, hingegen sorgen Striegel mit vielen Federzinken für eine sehr gute Bestandsbelüftung. Die Arbeitsqualität ist umso besser, je mehr Zinken verwendet werden und je besser sie sich dem Boden anpassen können, was bei einzeln aufgehängten Feldern möglich ist. Um einen aufgefrorenen Boden zurückverfestigen, eigenen sich Glattwalzen mit einem großen Durchmesser und einem hohen Gewicht. Der Boden darf nicht

Gussdreiecken


GRÜNLAND 39

bzw- Nachsaaten zum Ende der Vegetationsperiode erfolgversprechender. Ebenso hat die Nutzung einen Einfluss auf den Konkurrenzdruck, bei Beweidung wird die Grasnarbe kurz gehalten, so dass neue Gräser sich besser entwickeln können. Je häufiger und schonender eine Nutzung erfolgt, desto besser die Erfolgsaussichten. Elementar wichtig ist allerdings auch eine ausreichende Wasserversorgung (Bodenfeuchte), zum einen für die Keimung des Saatgutes und zum anderen für das weitere Wachstum des Grases. Zur Grünlandpflege gehört auch die Nachmahd von Weiden, damit überständiges Gras beseitigt und die Samenbildung bei Unkräutern verhindert wird. Besonders kurz vor dem

Winter ist der Reinigungsschnitt wichtig, damit die Grünlandfläche möglichst gleichmäßig mit ca. 10 cm Wuchshöhe in den Winter geht. Sind größere Weidereste zu beseitigen, ist es häufig sinnvoll, mit einem normalen Mähwerk die Fläche zu mähen und anschließend in einem zweiten Arbeitsgang das Grüngut abzufahren. Bei geringeren Weideresten bieten sich Sichel- und Schlegelmulcher an, die das Mähgut sofort beim Mähen zerkleinern und verteilen. Aufgrund ihrer Bauart arbeiten Schlegelmulcher intensiver als Sichelmäher. Nachmähen wird die Ertragsleistung der Grasnarbe erhalten bzw. Fazit Wo Grünlandnarben verbessert und ein kostenintenMängel zeigen, ist eine gezielsiver Grünlandumbruch seltener te Pflege notwendig. Durch erforderlich. Darüber hinaus Pflegemaßnahmen wie Walzen, helfen Übersaaten bei geringen Abschleppen, Striegeln und Narbenlücken und Nachsaaten

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bei größeren Lücken in der Narbe, die Dichte der Grasnarbe und damit die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. l Alfons Fübbeker ist Berater für Landtechnik in der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

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40 SILAGE

Bei Ballensilage sicher Topqualität erreichen Konservierung von Gräsern und Halmgut im Rund- und Quaderballen ist eine in der Praxis etablierte Technik, die ein flexibles Verfahren für kleine bis mittlere Erntemengen benötigt. Was aber sind die Ursachen und welche Abhilfemaßnahmen für Fehlgärungen, Nacherwärmung und Schimmelbildung in Ballensilage gibt es? Von Johannes Thaysen

anderen Silierverfahren als begrenzt einzustufen, da zum Beispiel mögliche Beschädigungen as Prinzip der einzeln ab- der Wickelfolie sich nur auf die geschlossenen Silagekon- einzelne Silageportion auswirserve bietet hinsichtlich ken. Der Gebrauchswert einer der Handhabung, des ErntemaSilage setzt sich aus den wertnagements und der Verfütterung bestimmenden Inhaltsstoffen, gegenüber großvolumigen Silo- der Energiekonzentration, der typen andere Möglichkeiten. Das Gärqualität und der LagerstaSilierrisiko, ausgehend von der bilität zusammen. Dabei wird Verfahrenstechnik, ist gegenüber die Energiedichte hauptsächlich

D

über die Artenzusammensetzung und den rechtzeitigen Schnittzeitpunkt gesteuert. Aber auch die Gärqualität (pH-Wert und Anteil Butter/-Essigsäure) und die Lagerstabilität sind in Ballensilagen aus Gras gezielt beeinflussbar. Das Ziel muss sein, stets eine buttersäurefreie, kalte und schimmelfreie Silage vorzulegen. Eine hochqualitative Silage zeichnet sich durch eine überwiegende Milchsäuregärung mit der Folge eines schnellen pH-Wert-Abfalls aus. Geringe Anteile Essigsäure bis zu 3 % TM sichern dabei die aerobe Stabilität. Als Folge dieses Gärverlaufs sind die Gärverluste äußerst gering, und unerwünschte, säureintolerante Mikroorganismen wie die Clostridien werden abgetötet. Auch wenn in kurzer Feldliegezeit und bei einem Anwelkgrad von 40 bis 55 % viele Mikroorganismen absterben, können sich säurefeste Hefen und Schimmelpilze nach Öffnung des Ballens wieder rasant vermehren, wenn die Verdichtung (Pressdichte) oder der Verbrauch der Ballensilage nach Öffnung zu gering sind. Eine erfolgreiche Silagebereitung bedeutet also die Förderung der erwünschten Milch- und teilweise der Essig­ säuregärung unter Beherrschung der Gärschädlinge. Ursachen für mindere Gärqualität Buttersäurehaltige Silagen weisen hohe TM- und Energieverluste auf und werden daher weniger gut gefressen. Sie sind aber unter Entnahmebedingungen stets aerob stabil, das heißt, sie werden nicht warm. Die Buttersäure stammt von der Bakteriengruppe der Clostridien. Clostridien sind überall im Boden und können über den Erd- und Schmutzeintrag bei

der Silagebereitung in das Futter gelangen. Unter Luftabschlussbedingungen bei dem Siliervorgang können die Dauerformen (Sporen) in die vegetative Form übergehen und bilden dabei die unerwünschte Buttersäure. Aber auch wenn eine sehr schmutzarme Silage bereitet wird, kann durch die vorherige Gülle- oder Stallmistgabe auf dem Grünland die Clostridienfracht erheblich sein, zum Beispiel wenn zu große Mengen zu spät oder in wachsende Bestände gegeben wurden oder bedingt durch eine längere Trockenheit Wirtschaftsdüngerreste im Bestand anhafteten und mit dem Aufwuchs weiterwachsen. Clostridieneintrag gering halten Bei der Wirtschaftsdüngerausbringung auf Grünland sollten folgende Grundsätze umgesetzt werden: – Ausbringung im Frühjahr zu Vegetationsbeginn bei Befahrbarkeit auf Boden anstreben – nicht in wachsende Bestände applizieren – möglichst bei oder vor Regenwetter ausbringen – angetrocknete Gülle oder Stallmistreste abschleppen/ striegeln – bei anschließender Trockenheit: Flächen mit großen Wirtschaftsdüngerresten von der Silagebereitung ausschließen – geringe Mengen/Ausbringung und Gülle mit höheren Wasser­anteilen anstreben – unter einzelbetrieblichen Bedingungen: bevorzugt Gülle aufs Ackerland und nicht zur Weide ausbringen – zu wenig Pflege kann schaden Alle Einzelmaßnahmen der Grünlandpflege (Walzen, Schleppen, Nachmähen, Unkrautbekämpfung, Nach- und


SILAGE 41

Der Mähaufbereiter ist auf Maulwurfsflächen wegen des Sandeintrages auszuschalten! Grünlandpflege beginnt im Spätherbst mit einer Nachmahd oder einer Schafbeweidung, um die Bestände kurz in den Winter gehen zu lassen. Bei sehr wüchsigen Bedingungen kann zu dieser Zeit auch eine Herbizidmaßnahme sinnvoll sein. Im Frühjahr setzen sich die Maßnahmen mit Striegeln und Abschleppen inklusive Nachsaat und gegebenenfalls Walzen bei abgetrockneten Beständen und Befahrbarkeit der Standorte fort. Im Sommer ist eine Nachmahd der Weiden mit anschließender Abräumung des Pflanzengutes zur Anregung des Wiederaufwuchses sinnvoll. Im ausgehenden Sommer nach Ende der Sommertrockenheit ist der Zeitpunkt für Neuansaaten optimal. Nachsaaten in diesem Zeitraum führen nur dann zum Erfolg, wenn sie anschließend über eine Beweidung kurz gehalten werden. Gülle- und Stallmist­ gaben bei Trockenheit sollten gänzlich unterbleiben.

Nacherwärmung und Schimmel Eine Nacherwärmung liegt vor, wenn die Temperatur der Silage mindestens 10 °C über der Umgebungstemperatur liegt. Ursache ist eine rasante Hefenvermehrung, oft mit der Folge einer Verschimmelung im Anschluss. Schimmelpilze sind an minimale Restsauerstoffmengen im Ballen angepasst und kommen daher auch oft in Hotspots oder in inneren Schichten im Ballen vor. Schimmel im Futter verringert die Futteraufnahme und die Milchleistung, erhöht die Zellgehalte in der Milch, belastet den Organismus und kann unter anderem zu Acetonämie, Euterentzündungen, Fruchtbarkeitsstörungen und Totgeburten führen. Pferde und Wildwiederkäuer dürfen überhaupt keine schimmelhaltige Silage erhalten. Ursache für die Schimmelbildung sind Verschmutzungen des Futters, sei es zum Beispiel im Falle von Gänsefraßflächen oder wegen unterlassener Grünlandpflege, im Zusammenspiel mit Luftsauerstoff. Hier kann nur eindringlich auf die Wichtigkeit der Grünlandpflege zur Erzeugung einwandfreier Grundfutterkonserven hingewiesen werden. Sollten diese Arbeiten im Einzelfall einmal nicht durchgeführt werden können, so muss dies bei der Ernte und Konservierung berücksichtigt werden. Durch „Hochschnitt“ von 7 bis 10 cm kann die Belastung des Erntegutes deutlich verringert werden. Er ist zwar mit Ertragseinbußen verbunden, die Qualitätsverbesserung überwiegt jedoch diesen Nachteil bei Weitem. Hinzu kommt, dass die relativ langen Stoppeln den Stängelanteil im Futter verringern. Dadurch verkürzt sich die Anwelkzeit des Erntegutes, und das Wetterrisiko ist geringer. Auch steigt mit dem geringeren Stängelanteil der Energiegehalt im Erntegut etwas an, und der Rohfasergehalt geht leicht zurück. Auch während der Feldphase muss besonders schonend mit dem Siliergut umgegangen werden. Insbesondere beim Schwaden und bei der Futterbergung kommt es darauf an, dass die Geräte auf höhere Stoppel

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Übersaaten) haben zum Ziel, die Ertragsfähigkeit des Aufwuchses zu verbessern, möglichst eine geschlossene Narbendichte zu erreichen, eine Einebnung der Bodenoberflächen zu bewirken sowie die Regenerationsfähigkeit des Folgeaufwuchses zu optimieren. Alles dient auch der Reduktion des Schmutzeintrages (Sand, abgestorbenes Pflanzenmaterial und Wirtschaftsdüngerreste) und damit der Verminderung der Schadkontamination des Aufwuchses. Da in deutschen Untersuchungen festgestellt wurde, dass zwischen dem Auftreten von Maulwurfshaufen und der Gärqualität ein direkter Zusammenhang besteht und die Maulwurfshaufen ein zunehmendes Problem darstellen, ist oft ein einmaliges Abschleppen nicht ausreichend, um Sandgehalte unter 2 % TM zu erreichen. Eine dem Maulwurfshaufenvorkommen angepasste Schnitthöhe von minimal 5 cm oder ein (Teil-) verzicht auf die Silagenutzung entsprechender dicht mit Maulwurfshaufen besetzter Flächen sind zu empfehlen.

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42 SILAGE

Viel Luftsauerstoff im Ballen Die Pressdichte von Ballensilagen und der TM-Gehalt beeinflussen deutlich die Gärprozesse und die Lagerstabilität, da durch eine unzureichende Verdichtung verstärkt Sauerstoff durch die Anschnittfläche in das Silo eindringen kann. Die Menge des Luftzutrittes und die Eindringtiefe in den Ballen werden von der Größe der Poren und Luftkanäle bestimmt. Diese fördern das Wachstum unerwünschter Keime wie Hefen und Schimmelpilze und führen zur Nacherwärmung der Silagen. Oftmals werden diese Werte in den inneren Bereichen und in den Randbereichen des Ballens nicht erreicht, sodass hier besonders mit Nacherwärmung zu rechnen ist. Die Nährstoffverluste im Randbereich, von der Oberfläche bis in 1 m Tiefe, können das Zweifache der Verluste an Nährstoffen im Inneren des Silos ausmachen.

Richtige Anwendung der Verfahrenstechnik Zur Verdichtung von Halmgut (Gras) für die Herstellung von Ballensilagen werden Rund- und Quaderballenpressen eingesetzt. Während die Quaderballenpressen ausnahmslos nach dem Strangpressprinzip mit Garnbindung arbeiten, werden im Fall der Rundballen Pressen mit Festoder Variokammern eingesetzt. Rundballenpressen handlich kompakt Variopressen verwenden als Presswerkzeuge umlaufende Riemen oder Stabketten. Der Ballen wird von Beginn der Pressung im Kern bis zur einstellbaren Endgröße gedreht und verdichtet. Ergebnis sind in sich relativ homogen verdichtete Ballen mit nur kleinem Anteil an gering verdichtetem Kern. Die Ballendurchmesser variieren von 100 bis 180 cm. Für Silageballen werden Ballen bis 150 cm Durchmesser gepresst, die dann je nach Verdichtung und Gutfeuchte Massen bis zu 900 kg aufweisen. Größere Ballendurchmesser, wie sie bei der Pressung von Stroh üblich sind, sind bei Silageballen nicht praktikabel. Festkammerpressen verdichten das Halmgut durch rund um die Kammer angeordnete Walzen oder mithilfe einer auf fester Umlaufbahn geführten Stabkette. Die Pressung erfolgt deshalb nur

von der äußeren Mantelfläche, weshalb das Material erst bei bereits gefüllter Presskammer effektiv verdichtet wird. Aus diesem Grund weisen Ballen aus einer Festkammerpresse einen relativ großen weichen Kern und einen intensiv verdichteten Mantel auf. Die Tiefenwirkung des Verdichtungsorgans hängt jedoch wesentlich vom Pressgut ab. Nicht stark verholztes Halmgut mit TM-Gehalten von 30 bis zirka 45 Prozent lässt sich in einer Festkammerpresse insgesamt gut verdichten. Bei trockenem Anwelkgut (Heulagen) und der Verdichtung von Stroh wirkt die Presswirkung jedoch weniger bis in den Kernbereich des Ballens, weshalb bei diesen Pressgütern die Variopresse einen deutlichen Vorteil hat. Bei einigen weiterentwickelten Festkammerpressen werden Verdichtungswerkzeuge in die Presskammer eingeschwenkt, um eine Verdichtungswirkung und effektivere Ballendrehung bereits bei weniger gefüllter Presskammer zu erzielen. Zur Bindung der Ballen werden heute nur Netze eingesetzt. Der Einsatz von Schneideinrichtungen mit Rotoren und Messerkassetten im Förderkanal ist Standard bei allen Pressen. Das Zuschalten von halbem oder ganzem Messersatz erfolgt zum Teil manuell oder hydraulisch über das Bedienteil.

Die Vorzerkleinerung durch bis zu 26 Messer minimiert vor allem bei trockenem Material die Sperrigkeit und ermöglicht somit um bis zu 25 % höhere Ballendichten. Außerdem ist die Auflösung der Ballen bei der Futtervorlage durch kürzeres Gut erleichtert. Quaderballenpressen verdichten stärker Vorteile der Quaderballentechnik liegen in der gleichmäßig hohen Verdichtung der Ballen und der hohen Durchsatzleistung der Pressen. Das Wickeln der Ballen ist technisch etwas aufwendiger und hat einen höheren Folienbedarf als bei Rundballen. Vor allem bei starker Hangneigung und bei feuchter Grasnarbe ist das höhere Gewicht der Pressen im Vergleich zur Rundballentechnik zu berücksichtigen. Die benötigte Antriebsleistung ist mit > 120 kW zu kalkulieren. In den meisten Fällen werden die Pressen überbetrieblich eingesetzt. Die Verdichtung von Quaderballen ist bedingt durch die hohen Pressdrücke der Kolben und die schichtweise Verdichtung mit 170 bis 230 kg TM/m³ generell höher als bei Rundballen mit 150 bis 180 kg TM/m³. Richtige Siliermittelapplikation Bei schwer zu silierendem Ausgangsmaterial, wie zum

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eingestellt werden, sodass jede Form der Bodenbearbeitung und damit der vermeidbaren Futterverschmutzung unterbleibt. Trotz aller Sorgfalt in der Erntetechnik muss hier von einem schwer silierbaren Futter ausgegangen werden. Deshalb empfiehlt es sich, ein Siliermittel der Wirkungsrichtungen 1 a (Mittel für schwer silierbares Futter) und 5 (Mittel zur Verhinderung der Vermehrung von Clostridien) einzusetzen. Je nach den gegebenen Verhältnissen bietet sich die Ballensilierung für kleinere Partien an. Unmittelbar nach Räumung solcher Flächen sollte eine intensive Grünlandpflege erfolgen. Diese umfasst Striegeln, Nachsaat, gegebenenfalls Walzen, Düngung und Mulchen auf zirka 7 cm Schnitthöhe. Auf diese Weise wird ein rascher Wiederaustrieb gewährleistet, und die Grünlandnarbe ist zum zweiten Schnitt sauber, sodass dann ein normal silierbarer Grünlandaufwuchs vorliegt. Die Nachsaat wird sicherlich zum zweiten Schnitt noch nicht voll ertragswirksam, verhindert jedoch effektiv Narbenentartungen insbesondere im Bereich der Maulwurfshaufen.


SILAGE 43

Beispiel Luzerne oder proteinreichem Gras, ist auch bei der Silierung im Ballen der Einsatz von Siliermitteln zur Verbesserung des Gärverlaufes zu empfehlen. Die Applikation erfolgt vor der Aufnahme über Düsen auf die Schwade. Eine gleichmäßige Applikation des Siliermittels ist oft schwierig. Daher sind für Ballensilagen in erster Linie solche Siliermittel geeignet, die auch bei suboptimaler Verteilung noch wirken. Hohe Ausbringvolumina ab 2 l/t Frischmasse verbessern die Gleichmäßigkeit der Applikation. Zusätze zur Verbesserung der aeroben Stabilität sind bei Ballen nur dann notwendig, wenn diese nach der Öffnung nicht am gleichen Tag verfüttert werden. Wird ein Ballen jedoch über eine längere Zeit verfüttert und weist das Futter zudem hohe TM-Gehalte auf, kann auch hier der Einsatz eines Siliermittels zur Verbesserung der aeroben Stabilität sinnvoll sein.

dem jeder Ballen einen eigenen Luftabschluss erhält, ist in der Praxis am weitesten verbreitet. Um einen sicheren Luftabschluss zu gewähren, ist eine vier- bis sechslagige Wicklung der Ballen durchzuführen. Die Folie wird beim Wickelvorgang um 50 bis 70 % vorgestreckt, sodass sie sich stramm am Ballen anlegt. Die Zahl der Wickellagen ist an das Erntegut und an die gewünschte Sicherheit anzupassen. Stängeliges Erntegut, wie zum Beispiel Luzerne oder stark verholztes Gras, stoßen leichter von innen durch die Folie als Gras aus jungen Beständen. Helle Folien eignen sich besser als dunkle, weil die Temperatur unter hellen Folien weniger stark ansteigt. Dies ist besonders zu beachten, wenn die Ballen nicht im Schatten gelagert werden können. Für Ballen, die im Herbst hergestellt werden, können auch farbige oder dunkle Folien verwendet werden. Die Einlagerung von Gras mit sehr hohen TM-GehalRichtiger Luftabschluss und ten über 60 % (Heulagen) ist aus Lagerung Der gasdichte AbSicht eines sicheren und dauerschluss der Silageballen erfolgt haften Luftabschlusses besonders durch Wickeln der Ballen mit kritisch zu sehen. Der Schutz einer speziellen Stretchfolie, der Silage vor Verderb und durch Einschieben in einen Foli- Schimmel durch nur wenig geenschlauch oder durch Abdecken bildete Gärsäuren und die damit von Ballenstapeln mit Silofolie einhergehende pH-Absenkung (nur Quaderballen). Letzteres ist hierbei sehr gering. Außerdem ist zwar billig, jedoch mit einem ist das Porenvolumen im Ballen, hohen Verderbrisiko verbundurch die höhere Sperrigkeit des den. Das Wickelverfahren, bei Pressgutes bei der Verdichtung,

größer. Kommt es während der Lagerung zu kleinen Beschädigungen der Folie oder werden die Ballen bei der Öffnung nicht rasch aufgebraucht, ist Verderb durch Schimmel eine häufige Folge. Über den nicht ganz zu vermeidenden Gasaustausch zwischen Ballen und Umgebung sinkt die anfangs sehr hohe CO2-Konzentration im Ballen ab, wodurch die Gefahr von Verderb bei geringer Gärintensität deutlich ansteigt. Für eine schnell beginnende Gärung ist der Einsatz einer Press-Wickel-Kombination mit damit verbundenen sehr kurzen aeroben Befüllzeiten als günstig zu bewerten. Beim weiteren Umschlag und Transport der gewickelten Ballen ist auf die Vermeidung von Beschädigungen zu achten. Diese Gefahr ist beim Wickeln am endgültigen Lager-

platz wesentlich geringer. Die Rundballen sind auf der Stirnseite liegend am besten auf einem befestigten, nagetierunfreundlichen Grund zu lagern. Wenn genügend Platz vorhanden ist, sollten die Ballen nicht gestapelt werden und sich nicht berühren. Stirnseitig gelagerte Rundballen können maximal zweimal übereinandergestapelt werden. Quaderballen sind aufgrund ihrer gleichmäßigen Verdichtung bis zu drei Stück übereinander stapelbar. Eine Abdeckung mit Schutzgewebe verhindert Beschädigungen durch Vögel. Die Abdeckung sollte aber nicht bis auf den Boden reichen, da sonst Schutzräume für Nager geschaffen werden. l Dr. Johannes Thaysen, Experte in der Landwirtschaftskammer SchleswigHolstein, Deutschland.

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44 FIRMEN BERICHTEN

Lely | ­honoriert Marken­ botschafter

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or rund 25 Jahren sind die ersten Lely-A2-Melkroboter vom Band gelaufen. Auch in Österreich sind nach wie vor knapp 30 Stück der ersten Version der automatischen Melksysteme in Betrieb. Die ersten Kunden sind noch immer stolz und voller Freude über ihre damalige Investition. Sie waren und sind Vorreiter und gleichzeitig Vorzeigebetriebe des Landes. Lely ist auf jeden einzelnen Kunden stolz und bedankt sich für ihr Vertrauen mit einer Kundenreise. Mit diesen ersten Lely-A2-Roboter-Nutzern veranstaltet Lely eine Markenbotschafterreise nach Holland. Einige Betriebsbesichtigungen stehen auf dem Programm, u.a. mit dem Höhepunkt einer Besichtigung der Lely-Fabrik im niederländischen Maassluis, einer der modernsten und fortschrittlichsten Firmen im Landwirtschaftssektor. INFORMATION: www.lely.com

Chevita | ­Vorbeugen ist besser

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u den häufigsten Stoffwechselstörungen im Zusammenhang mit der Fütterung und Fruchtbarkeit gehören Hypokalzämie, Hypophosphatämie (Milchfieber), Ketose (Fettlebersyndrom) und Pansenübersäuerung. Die genannten Krankheitskomplexe können durch die Gestaltung der Futterration verstärkt, abgeschwächt oder verbessert werden. Alle haben einen direkten Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Kuh. Zur Vorbeugung der angeführten Stoffwechselerkrankungen bzw. zur Unterstützung bei deren Behandlung

stehen speziell dafür konzipierte Er- Herstellern gewährleistet das Untergänzungsfuttermittel zur Verfügung. nehmen einen optimalen KundenserINFORMATION: www.chevita.com vice, der für die Fa. Vordermayer die oberste Priorität hat. Für eine unverbindliche Beratung steht das Unternehmen gerne zur Verfügung. INFORMATION: www.vordermayer-stalltechnik.de

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Gehl-Knicklader | zeigen groß auf

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FIRMEN BERICHTEN 45

Hydrac | Tolle Vorteilspakete

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Deutz-Fahr | Perfekte ­Netzbindung

Z Einböck | Erfolg mit Pneumatic­ star-Pro

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ezielte Grünlandpflege und Nachsaat auch nach dem ersten Schnitt steigert die Grundfutterqualität um ein Vielfaches. Als Spezialist für Grünlandpflege und Nachsaat sorgt Einböck dafür, dass moderne Grünlandbetriebe die geforderte Leistungsfähigkeit von Wiesen und Weiden erreichen. Grünland-Management mit dem Profigerät Pneumaticstar-Pro zahlt sich aus. Er hat sechs Zinkenreihen mit 8 mm oder wahlweise 10 mm starken Zinken mit Strichabstand 2,5  cm. Die Zinkenaggressivität kann in fünf Stufen verstellt werden. Über den hydraulischen Niveauausgleich kann der Druck auf die Striegelfelder bequem vom Traktor aus verstellt werden. INFORMATION: www. einboeck.at

A Krone | Neues beim EasyCut F 320 CV

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rone präsentiert zur Saison 2016/17 mit dem geschobenen und gezogenen Anbaubock zwei neue Anbaukonzepte für die Frontmähwerke EasyCut F 320 CV mit V-Hochleistungs-Zinkenaufbereiter. Für den 3,16 m breiten Frontmäher gilt, dass sie direkt in die Unterlenker der Kategorie II des Traktors angebaut werden. Der Anbaubock in gezogener Ausführung entkoppelt die Bodenanpassung von der Traktor-Fronthydraulik, wodurch das

bwaschbare, glatte Großformatplatten für Decke und Wand (mit und ohne Dämmstoff) versprechen rasche und einfache Verlegung im Neubau direkt auf den Ziegelrohbau oder Beton und zur Sanierung über alte Fliesen, rostendes Blech, alte Anstriche, ideal über Holz, Gipskarton … Die Platten sind 100  cm bis 125 cm breit und raumhoch in vielen Farben erhältlich. Es entstehen keine waagrechten Fugen mehr. Die Auskleidung ist somit abwaschbar, wasserdicht, schimmelfrei, pflegeleicht, milchsäurebeständig, lebensmittelrein durch glatte, steinharte Oberfläche und entspricht den EU-Hygienerichtlinien. Das Motto von Isotherm: „Rascher verlegt – leichter gepflegt!“ Optimal für Melkstand, Stall, Lebensmittelproduktion, Käserei – auch auf der Alm, für Küche, Kühlraum, Dusche, Sanitär. INFORMATION: Isotherm, Tel.: 02732/76 660, www.isotherm.at

Eimermacher | ­Erfolgreich Klauen­dippen!?

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nfektiöse Klauenerkrankungen sind weit verbreitet und verursachen große Verluste. Das Produkt eimü Klauen-Sprint hat sich in einer regelmäßigen Routine-Prophylaxe bezüglich Infektionsabwehr an der Klaue sehr bewährt, die sich an das regelmäßige Zitzendippen nach dem Melken anlehnt. Das Prinzip ist Regelmäßigkeit und die Konditionierung der Haut, sodass Erreger erst

uverlässige Funktion und beste Ballenqualität bei gleichzeitiger Kostenersparnis sind wichtige Merkmale einer gut funktionierenden Netzbindung. Grundsätzlich ist es nicht wichtig, wie eine Netzbindung aufgebaut ist, sondern dass sie verlässlich und störungsfrei funktioniert. Ob Wind, Staub, Regen, nasse, schwere Silage, kurz geschnittenes Stroh oder welch raue Bedingungen auch immer in der Praxis herrschen, dies darf auf die Funktion keinen Einfluss haben! Die Netzbindung auf den Pressenbaureihen DeutzFahr Varimaster 665-695, Fixmaster 330-335 und CompacMaster überzeugt mit Zuverlässigkeit und Funktionen. INFORMATION: beim nächsten Deutz-Fahr-Händler oder unter 01-80160-20

gar nicht angreifen können. Dazu ist die Haut widerstandsfähig zu halten und Mikroverletzungen als Eintrittspforten für Erreger sind zu vermeiden. Dabei hat sich als vorbeugende Managementmaßnahme das regelmäßige Einsprühen der gesamten Herde zweimal pro Woche vorzugsweise im Melkstand oder im Fressgitter mit dem zugehörigen Drucksprüher mit Sprühlanze auf die ungesäuberte Klaue als hocheffektiv bewährt. Ähnlich wie man durch tägliche Zitzen­ desinfektion nach dem Melken eine regelmäßige Hautkonditionierung vorbeugend durchführt, ist eine gleichermaßen regelmäßige vorbeugende Klauen-Konditionierung unverzichtbar. Sie haben Fragen zum Produkt oder wünschen eine Beratung? Wir helfen Ihnen gerne weiter: INFORMATION: Eimermacher Österreich Tel.: 07242/46909-0 office@eimermacher.at 4641 Steinhaus/Wels


46 FIRMEN BERICHTEN

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D Bonsilage | Mehr aus Grund­ futter holen

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Abdichtungen | von  Gülle­lagunen

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ngeboten werden unter anderem Kunststoff-­Abdichtungen  für Güllelagunen, Speicherteiche, Biotope, Pools, Flachdächer; Sanierung von ­ Altgüllegruben und Abdichtungen für Regenwasserbehälter. Und auf­grund langjähriger ­Erfahrung kennt Fa. Fuchs die Vorteile von ­ Kunst­ stoffabdichtungen, die in je-

Wasserbauer | Ein System, viele Vorteile

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is zu 3 m³ Futter werden im MixMeister 3000 perfekt geschnitten und durchgemischt. Speziell für die Rindermast hat Wasserbauer die Software „MAST-Have“ entwickelt. Für jede Bucht wird eine individuelle Ration gemischt und mehrmals pro Tag vorgelegt. Über das Mastgewicht und die Tageszunahmen können Sie die Ration täglich anpassen, das wirkt sich positiv auf Ihren Masterfolg aus. Die Fütterungsarbeit beschränkt sich lediglich auf das Befüllen der FrischMixBoxen, was meist nur alle drei bis vier Tage erforderlich ist. Die Grundfutterboxen (FrischMixBoxen) werden mit Heu, Stroh, Siloblöcken oder -ballen befüllt. Über den Kratzboden wird die Silage zur Fräse transportiert, wo frisch und sauber abgefräst wird. Direkt aus den FrischMixBoxen oder über ein Förderband gelangt das Futter zum MixMeister. Ein innovatives Wiegesystem sorgt für die erforderliche Präzision und mehrere Grundfutterboxen erlauben verschiedenste Rezepturen. Für Trebern, Rübenschnitt oder Pülpe werden Universalboxen mit Förderschnecke eingesetzt. Die Firma Wasserbauer gehört zu den führenden Spezialisten weltweit und hat bereits mehr als 30  Jahre Erfahrung im Bereich automatisierte Fütterung für Rinder. INFORMATION: www.wasserbauer.at


01/2017 Rinderprofi  

Das Magazin für moderne Rinderhaltung

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