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Neue Mäster werden gesucht! Interview ROBERT WIESER über Puten-Besatzzahlen, zu geringe Erzeugerpreise sowie Tierschutz-Aktivisten und andere Sorgen, die Österreichs Geflügelhalter plagen. geflügelprofi: Die ZAG wollte mit ihrem „All-in-one-Programm“ Parameter zur Messung des Tierwohls ein­ führen, damit die Besatzdichten erhöht werden können. Woran ist diese Initiative gescheitert? Robert Wieser: Weil in Österreich der Tierschutz sehr stark ist. Allerdings bewertet dieser unsere Wettbewerbssituation mit anderen Anbietern im Ausland nicht. Jetzt haben wir die Situation, dass wir wesentlich teurer produzieren und mit den internationalen Preisen nicht mehr mitkönnen. Wie lässt sich der Wettbewerbsnachteil, den heimische Mäster gegenüber ausländischen Konkurrenten haben, in Zahlen festmachen? Verglichen mit der üblichen Besatzzahlen-Praxis in Europa sind wir bei Puten um 18 bis

20 Cent pro Kilo Lebendgewicht teuer oder umgelegt aufs Putenfleisch um einen Euro. Mit der Spanne des Lebensmittelhandels ist das Kilo Putenfleisch pro Kilo um 1,50 Euro teurer. Bei den Hendln erheben wir die genauen Zahlen erst, es sind aber wohl 10 bis 15 Cent Unterschied. Wären Konsumenten überhaupt bereit, höhere Preise für heim­ische Ware aus tierfreundlicherer Haltung zu kaufen, würden sie darüber besser aufgeklärt? Ein Teil der Konsumenten sicher. Wie viele das sind, ist aber schwer einzuschätzen. Mit erfolgreichem Marketing glaube ich, dass wir die Mehrzahl überzeugen könnten, darauf zu schauen, wo ihr Geflügelfleisch herkommt. Schwieriger ist die Situation bei Großküchen und in der Gastronomie. Dort ist der Einkaufspreis noch viel wichtiger.

Wie verlaufen eigentlich Ihre Gespräche mit dem Lebensmitteleinzelhandel dazu? Wir erwarten, dass man dort gegenüber der heimischen Landwirtschaft Wort hält und nicht vermehrt Auslandsware aus Ställen mit höheren Besatzdichten ins Land holt. Ein erfolgreiches Beispiel gibt es ja schon: Bei Eiern findet man im Supermarkt nur heimische Ware. Das wollen wir auch beim Geflügel umsetzen. Angesichts alles anderer als rosiger Marktbedingungen: Warum soll sich ein junger Betriebsübernehmer überhaupt noch für die Geflügelmast entscheiden? Wir haben mit den Schlacht­ betrieben in Zusammenarbeit mit den Handelsketten neue Ver­träge abgeschlossen. Damit hoffen wir eine positive Stimmung in der Geflügelfleischproduktion zu schaffen. Einige

Mäster wollen ihre Produktion ausweiten. Zusätzlich wollen wir intensiv um Neueinsteiger werben, um so die niedrige Inlandsversorgung speziell im Putenbereich anzuheben. Unser Ziel ist es, mit Putenfleisch den gesamten Handel zu beliefern. Mit Masthühnern läuft es besser, aber auch dort suchen wir intensiv neue Mäster. Warum steht gerade die Geflügel­branche medial immer wieder am Pranger? Unser Problem sind die Stückzahlen. Wir haben sehr kleine Tiere und brauchen besonders viele davon, um eine gewisse Menge zu produzieren. Mittlerweile offen zugegeben wurde, dass es in der Endphase der Geflügelmast häufig zu Überschreitungen der Besatz­auflagen gekommen ist. Haben damit nicht doch Ihre Kritiker Recht?

HERAUSGEBER Klaus Orthaber EIGENTÜMER UND VERLEGER SPV Printmedien GmbH., Florianigasse 7/14, 1080 Wien CHEFREDAKTEUR Klaus Orthaber (orthaber@­blickinsland.at) REDAKTION Ing. Bernhard Weber (weber@blickinsland.at), Stefan Nimmervoll ­­(nimmervoll@blickinsland.at)­ ANZEIGEN­LEITUNG Prok. Doris ­ Orthaber-Dättel (daettel@blickinsland.at) ANZEIGENVERKAUF ­ Petra Hufnagl (hufnagl@blickinsland.at), Michael Mazelle (mazelle@blickinsland.at), Verena Planker (planker@blickinsland.at), Rene Rohatsch (­rohatsch@blickinsland.at), Ingeborg Tucek (tucek@­ blickinsland.at), Eva-Maria Zweckmair (zweckmair@blickinsland.at) VERWALTUNG, ASSISTENZ Stefanie Brenner (brenner@blickinsland.at) REDAKTION UND HERSTELLUNG (ANZEIGEN­ANNAHME) Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Telefon 01/5812890, Fax 01/581289023 FIRMENBUCHNUMMER: FN 121 271 S. DVR 286  73 PRODUKTION Gerald Mollay (grafik1@blickinsland.at) DRUCK Leykam Druck GmbH & Vo KG, 7201 Neudörfl, Bickfordstr. 21 VERLAGSORT Florianigasse 7/14, 1080 Wien P.b.b., ZUL.-NR. 02Z033612M. Alle Zuschriften und Chiffre-Briefe an BLICK INS LAND; Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Unterlagen besteht keine Gewähr auf Veröffentlichung oder Rücksendung. OFFENLEGUNG gemäß Mediengesetz§ 25: Verleger: SPV Printmedien GmbH., Firmensitz: Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Geschäftsführung: Klaus Orthaber, Gesellschafter: Klaus Orthaber. Erklärung über die grundlegende Richtung gem. § 25 (4) MedienG: Österreichisches Fachmagazin für Landwirte, Studierende und an der Geflügelhaltung Interessierte.

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IMPRESSUM UND OFFENLEGUNG


IM GESPRÄCH

Um das zu beantworten muss man die Entstehungsgeschichte unseres Tierschutzgesetzes kennen. Im Mastgeflügelbereich wurde dabei überhaupt nicht auf die Praxis eingegangen. Wir haben zehn Jahre lang versucht, eine wettbewerbsverbessernde Situation zu bekommen. In dieser Zeit haben alle – auch in den Ministerien und den Tierschutz­ organisationen – gewusst, dass wir die Gesetzesauflagen nicht einhalten. Vor kurzem ist endgültig die Entscheidung gefallen, dass wir im Zusammenhang mit dem All-in-One-Programm keine Besatzdichtenerhöhung bekommen. Bei den Puten halten wir uns seit Februar exakt ans Gesetz. Seither wird das österreichische Geflügelfleisch teurer. Kritisiert wird auch das Schnabel­kürzen bei Puten … Sollten uns internationale ­Studien und Experten zeigen, dass es ohne Schnabelkürzen geht, werden wir uns auf keinen Fall dagegen wehren. Dass aber das Schnabelkürzen, wie von manchen behauptet, mit der Zange von den Bauern durchgeführt wird, ist seit 15 Jahren Ver­gangenheit.

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Tierschutz-Aktivisten dringen immer wieder widerrechtlich in Ställe ein. Was kann man dagegen tun? Man muss die Leute zunächst einmal erwischen. Wenn etwa der „Verein gegen Tierfabriken“ solche Dinge veröffentlicht, behauptet man dort stets, die Bilder wurden dem VGT zugespielt. Allerdings sind die Bilder, die bei solchen Einbrüchen ent­ stehen, für Konsumenten oft nicht einfach zu verdauen. Ist die moderne Geflügelhaltung schon so weit von der Vorstellung der Bürger entfernt, dass man die Realität niemandem mehr zumuten kann? Wir haben sehr oft Konsumenten auf unseren Betrieben und zeigen ihnen die Produktion. Da schreckt sich niemand. Dass aber wer bewusst solche Fotos sucht und die Tiere in der Nacht

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Nachdem auch das Mastgeflügel nur noch gentechnikfreies Futter erhält: Haben sich die Marktchancen für Gibt es Tierschutzorganisati- Geflügel nun erhöht? onen, mit denen Sie sich eine Natürlich gibt es einen Preis­ Zusammenarbeit vorstellen unterschied. Die Aufgabe der können? GGÖ ist es, solche Preisnachteile Außer einer – der bereits gezu verhandeln. Wir haben es nannten – mit allen. geschafft, dass uns dieser Mehrpreis bezahlt wird. Die GenMcDonalds hat in den USA technikfreiheit sollte aber noch Hühnerfleisch, das mit Anbesser gekennzeichnet werden, tibiotika behandelt wurde, damit man diese auch beim Einvom Menüplan gestrichen. kauf sofort erkennen kann. Sehen Sie eine solche Entwicklung auch in Europa Hat nun die Geflügelmast in ÖkR Robert Wieser kommen? Österreich Zukunft? Punkto Antibiotika sind wir das Ja, wenn wir speziell in der einzige Land weltweit, das eine Putenmast, aber auch bei den ZUR PERSON Datenbank hat, wo alles, was im Hühnern neue Mäster dazubeÖkR Robert Wieser ist Geflügelstall passiert, eingetrakommen. Wir brauchen eine Putenmäster in Kirnberg an gen wird. Wir können damit jede positive Stimmung, vernünfder Mank und Obmann der Partie nachverfolgen. Natürlich tige Erzeugerpreise und eine Geflügelmastgenossenschaft ist es unser Bestreben, so wenig Partnerschaft mit dem Handel GGÖ. Seit Sommer 2014 ist Antibiotika wie möglich einzuund dem Konsumenten. Und die er auch Obmann der Zentrasetzen. Allerdings können wir Tierschutzorganisationen sollten len Arbeitsgemeinschaft der unsere Tiere, wenn sie erkranunser Bemühen anerkennen. l Österreichischen Geflügelken, nicht verenden lassen, wirtschaft ZAG. sondern müssen sie heilen. Interview: Stefan Nimmervoll aufschreckt, wird sich nie vermeiden lassen. In Wahrheit ist gerade das Tierquälerei.

Haben Sie persönlich Angst vor dem „Chlorhendl“, das als negatives Symbol für das Freihandels­abkommen TTIP steht? Nein. Dahinter steckt einfach eine andere Philosophie. In Amerika will man die billigste Produktion mit wenig Hygiene und befreit das Fleisch am Ende mit Chlor von den Keimen. In Europa dagegen gilt es, die strengsten Auflagen in der Produktion einzuhalten, um das Fleisch von Keimen frei zu halten. Daher brauchen wir keine Chlorbehandlung. Unabhängig davon: Ist TTIP eine Gefahr für die europäische Geflügelproduktion? Die US-Produktion ist natürlich billiger. Deshalb wird der Konsument bei uns für ein Qualitäts­ produkt immer etwas mehr zahlen müssen. In vielen Ländern übernehmen Landwirte nur mehr die Lohnmast von Geflügel. Wird das auch in Österreich kommen? Das hoffe ich nicht.


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REPORTAGE

Hühnermast hat Zukunft Seit einem halben Jahrhundert mästet seine Familie in Ansfelden bei Linz Hühner. Betriebsführer Karl Heinz Zabern glaubt fest an die Zukunft gut geführter Mastbetriebe. Die größte Herausforderung sei neben peniblem Herdenmanagement aber der Erhalt einer Baugenehmigung für die Ausweitung der Produktion. STEFAN NIMMERVOLL war vor Ort. den einzelnen Partien und die Möglichkeit, wirklich gründlich zu reinigen.“ Genauigkeit und Konsequenz sind für Zabern der Schlüssel zum Erfolg in der Hühnerbranche: „Ich muss bei den Leistungsdaten zur Hälfte der besseren Produzenten gehören, um Geld verdienen zu können. Dafür muss ich wissen, was ich tue.“ Dementsprechend akkurat notiert Zabern alle Daten, die er in seinen Ställen erfassen kann. Der Blick auf die Geflügelwaage, die Wasseruhr und die Futterwaage gehören deshalb zu den Standardtätigkeiten vor jedem Stallrundgang. „Ich habe mir

„Wir führen unseren Betrieb im Rein-Raus-System, mit sechs oder sieben Umtrieben im Jahr“, erzählt Zabern dem GEFLÜGELPROFI beim Lokalaugenschein. Üblicherweise ergäbe das bei einem Acht-Wochen-Rhythmus von Einstallung zu Einstallung zehn bis 14 Tage Leerstand. Allerdings könne er diese Zeit aufgrund der aktuell hohen Nachfrage nicht einhalten, so der Mäster. „Unser System erlaubt uns ein paar Tage Ruhe zwischen Betriebsführer Karl Heinz Zabern

eigene Listen angelegt, in die ich alle Zahlen eintrage. So fallen mir Abweichungen sofort auf, die ich sonst vielleicht nicht sehen würde.“ Wesentlich für ihn sei es auch, dass er die Ziffern eigenhändig aufschreibe und diese nicht von einem Computer erfasst werden: „So muss ich mich aktiv damit befassen.“

aber „das richtige Gefühl für das Wohlergehen der Herde bei der Regelung der Luftzufuhr“ mit entscheidend.

Sauberkeit und Reinlichkeit sind für Zabern wesentliche Faktoren für die Gesundheit seiner Herde: „Gereinigt wird der Stall in drei Stufen. Zunächst wird die Halle mit Druckluft ausgeblasen, Auch wenn seine moderdann entmistet und besenrein ne Masthalle bereits wieder gemacht. Anschließend folgt die 17 Jahre auf dem Buckel hat, Nassreinigung mit Schaum und bei den „Schlüssel­technologien“ schließlich die Desinfektion.“ ist Zabern am neuesten Stand Zusätzlich werden die Wände der Technik. Entscheidend sei zwei Mal im Jahr gekalkt. Seit etwa die Luftqualität schon in dem Vorjahr hat Karl Heinz der Startphase: „In den ersten Zabern auch eine Chlordioxidaneineinhalb Wochen ab dem lage installiert, die das Wasser im Einstelltag der Küken ist neben Tränkesystem zusätzlich reinigt. der Raum- und EinstreutempeDer Grund dafür: „Die Vitamine ratur der CO2-Gehalt in der Luft und Mineralstoffe im Wasser sehr wichtig. Ab dem zehnten sorgen immer für einen gewissen Tag ist der Ammoniakgehalt der Mikrofilm, der Keime übertragen Stallluft der begrenzende Faktor könnte.“ Als Einstreu verwenbeim Wachstum.“ Deswegen in- det der Landwirt vorwiegend vestiere er immer wieder in sinn- Hobelspäne. Nachgestreut wird volle Verbesserungen der Belüf- mit gehäckseltem Stroh oder tung. Einmal jährlich lässt Karl Hobelscharten, die eigentlich für Heinz Zabern einen Klimacheck Pferdeboxen gedacht sind. durchführen, um festzustellen, ob alle Parameter noch passen. „Ordentlich aufessen“, heißt es Neben allen technisch-analytidagegen für die Hühner. Nach schen Hilfsmitteln sei letztlich der ad-Libitum-Phase

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or genau 50 Jahren, im Jahr 1965, haben die Eltern des heutigen Besitzers mit ein paar tausend Hendln begonnen. Bis 1980 stieg der Geflügelbestand auf 22.000 Tiere – knapp die Hälfte dessen, was damals erlaubt war. Als Karl Heinz Zabern 1996 die Entscheidung traf, den Hof zu übernehmen, begann er sofort mit der Planung eines weiteren Maststalles. Heute zählt der Betrieb 43.000 Mastplätze auf 2.300 Quadratmetern. Abnehmer des Federviehs ist nach den Turbulenzen in der Schlachtbranche rund um die Jahrtausendwende die Firma Wech im Lavanttal in Kärnten.


Gut gerüstet mit einer gesunden Darmflora

3 Wege zur Erhöhung der Tiergesundheit: • Verbessert die Wasserqualität • Senkt den pH-Wert in Kropf und Magen • Reduziert pathogene Keime im Dünndarm


MANAGEMENT

zu Mastbeginn bekommen die Tiere, auf die Lichtphasen aufgeteilt, drei- bis viermal täglich ihr Futter. „Ich gebe den Tieren die Fütterungszeiten vor und schaue darauf, dass die Futterschüsseln leer werden“, meint Zabern, „dann werden auch die mehligen Reste aufgepickt, wenn die Pellets längst aufgefressen sind.“ Außerdem bekämen die Hühner so einen gewissen Rhythmus und „entwickeln eine innere Uhr.“ Erst wenn die Tröge leergefressen sind, beginnt die nächste Fütterung. Kritisch ist Karl Heinz Zabern auch bei der zugekauften Ware: „Ich schaue mir die Pellets genau an und urgiere auch, wenn mir deren Qualität nicht gut genug erscheint.“ Nicht überzeugt ist der Hühnermäster von der Sinnhaftigkeit der Umstellung auf gentechnikfreie Fütterung angesichts der von ihm beobachteten Probleme; „Unseren Hendln geht ohnehin das tierische Eiweiß ab und die Schwankungsbreite bei Natrium und Kalium ist groß. Wir haben damit zu kämpfen, dass der Kot eine normale Konsistenz hat und der Stall nicht zu feucht wird. Nachstreuen hat es in diesem Ausmaß wie heute früher nicht gegeben.“ Weil die Gentechnikfreiheit bei Geflügelfleisch oft nicht einmal ausgelobt werden würde, sei deren Nutzen schwer zu beurteilen, so Zabern. Im Betriebsergebnis habe er bis jetzt noch nichts davon gespürt. Trotzdem ist Karl Heinz Zabern optimistisch: „Die Größe unseres Betriebes passt für mich und aufgrund der steigenden Nachfrage hat die Hendlmast Zukunft.“ Sorgen bereitet ihm einzig, wie sein Hofnachfolger die Produktion erweitern könnte. Der schmucke Vierkanthof samt Geflügelställen in Ortsrandlage wird von der A1-Westautobahn und einem nahen Gewerbegebiet eingekeilt. Für eine Ausweitung des Mastbetriebes auch die nötigen Baugenehmigungen zu erhalten, werde wohl die größte Herausforderung sein, so Landwirt Zabern, auch angesichts der wachsenden Bevölkerung in seinem Heimatbezirk Linz-Land.

Zahlen & Fakten 500 Bauern in Österreich haben auf ihren Betrieben rund 10 Millionen Mastplätze und erzeugen pro Jahr etwa 70 Millionen Masthendl. Der Durchschnittsbestand liegt bei ca. 19.000 Masthähnchen pro Betrieb. Die Bestandsgrößen in Österreich sind damit deutlich kleiner als in anderen EU-Staaten. Gemäß EU-Tierschutzrichtlinie dürften pro Quadratmeter Stallfläche Masthühner mit einem Lebendgewicht von in Summe bis zu 42 Kilogramm gehalten werden. In Österreich hingegen sind nach dem weit strengeren Tierschutzgesetz nur 30 Kilogramm pro Quadratmeter erlaubt. In Deutschland und den Niederlanden werden drei- bis viermal so viele Masthühner gehalten. Landwirtschaftskammer und Geflügelmäster hatten deshalb vorgeschlagen, die zulässigen Besatzdichten nicht einfach pauschal anzuheben. Vielmehr sollte ermöglicht werden, diese im Rahmen eines „All In One“-Programmes moderat anzuheben, solange die Indikatoren eine gute Tiergesundheit anzeigen. Im zuständigen Gesundheitsministerium „pecke“ man mit dem Vorschlag allerdings auf Granit. In Summe hängen an der Branche in Österreich einschließlich aller vor- und nachgelagerten Bereiche wie Futtermittelhersteller, Brütereien, Stalltechnikfirmen, Landwirtschaft, Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe oder im Veterinärwesen rund 5.000 Jobs. Seit 1994 ist der Selbstversorgungsgrad bei Masthühnern in Österreich von 98 % auf 87 % im Jahr 2011 gesunken. Die Tendenz ist laut Geflügelmastgenossenschaft GGÖ weiter fallend. Dabei essen die Österreicher gerne Geflügel: Pro Kopf und Jahr immerhin 20,5 Kilogramm, davon knapp 14 Kilogramm von Hühnern und etwa 6 Kilogramm von Puten. Gänse und Enten sind mit knapp 2 % Marktanteil Nischenprodukte. Der Geflügelfleischkonsum nimmt noch immer leicht zu. Wachstumsmotor dabei sind die Masthühner. Der Gesamtproduktionswert bei Geflügel beträgt österreichweit 170 Millionen Euro. l

Erfolgsfaktor Fütterung Die Junghennenaufzucht ist dann erfolgreich, wenn die Legehenne erfolgreich ist – und umgekehrt. Die Hennen müssen gut fressen können, das optimale Körpergewicht am Ende der Aufzucht erreichen und möglichst ausgeglichen sein. Von Robert Pottgüter

rungspotenzial“ ausschöpfen müssen. Eine erfolgreiche Legehennenin zentraler Punkt für eine herde beginnt mit der Aufzucht. erfolgreiche Eierproduk­ Wenn wir wissen, wie die Tiere tion ist die bedarfsgerechte in der Aufzucht wachsen, lassen Fütterung – vom Eintagsküken sich daraus Schlussfolgerungen über die kritische Phase des für den Nährstoffbedarf und Legebeginns bis zum Ende der somit für das richtige FütterungsProduktionsphase. Dies gilt programm ziehen. umso mehr, als wir mit den Die Junghennenaufzucht kann künftigen Herausforderungen man grob in zwei Abschnitte un(Stichwort Verbot Schnabelterteilen: das intensive Jugendkürzen) in allen Bereichen wachstum und die Phase des vielleicht noch etwas „Optimie- Reifens.

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Mastkücken  •  Legekücken  •  Junghennen  •  Puten  •  Jungputen  •    Perlhühner  •  Enten   •  Gänse  •  Eier  •  Futter  •  Kleingeräte

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MANAGEMENT

Aminosäuren für einen guten Start Im ersten Abschnitt findet das intensive Jugendwachstum statt, wo die Tiere die Basis und den Rahmen bilden. In den ersten drei Wochen haben die Küken ein sehr großes Eiweiß-Ansatzvermögen. Hier braucht das Küken viel Protein und Aminosäuren. Da es in den ersten Lebenswochen aber nur eine recht kleine Futtermenge aufnimmt, muss das Futter qualitativ besonders hochwertig sein. Das Kükenfutter sollte deshalb auf Basis verdaulicher Aminosäuren berechnet werden, nicht auf Basis von Brutto-Aminosäuren (wie auch alle nachfolgenden Futtersorten). Das gilt insbesondere dann, wenn man vom „sichersten“ Proteinträger, dem Sojaschrot, weggeht und anteilig auf alternative Proteinträger umstellt.

müssen mehr „arbeiten“, um zu fressen. (Zum Thema Rohfaser siehe auch letzter Abschnitt). Wichtig ist dabei auch die richtige Fütterungstechnik. Die Tiere sollen in dieser Phase idealerweise in Mahlzeiten fressen. D. h. die Junghennen sollten nach einer Futteraufnahme auch mal einen richtig vollen Kropf haben, den man fühlen kann, wenn man die Tiere in die Hand nimmt.

Junghennen regelmäßig wiegen In gewissen Grenzen können die verschiedenen Futtermittel/-typen – je nach Entwicklungsstand der Tiere – variabel eingesetzt werden. Eine optimale Fütterung setzt aber voraus, dass wir die Tiere regelmäßig wiegen. Wir wollen die Junghennen weder mästen noch wollen wir untergewichtige Tiere haben. Auch die super Konkret bedeutet dies, dass schwergewichtigen Junghennen man zuerst einmal mit einem bringen uns nicht weiter. hochwertigen Starterfutter Die Herkünfte müssen also beginnt und dort nicht gleich entsprechend ihrem Wachstumsauf den Preis schaut. Wenn das vermögen aufgezogen werden. Küken nicht genügend hochAlle Zuchtgesellschaften geben wertiges Starterfutter erhält be- eine Gewichtskurve vor. Relativ ziehungsweise die Umstellung pauschal gilt für die alternativen auf das günstigere Junghennen- Haltungen heute als Ziel, am futter zu schnell erfolgt, wird das biologisch vorgegebene Jugendwachstum der Henne nicht richtig ausgefüttert und es kann zur Mangelversorgung kommen. Fressen lernen In der zweiten Phase reifen die Jungtiere, wachsen aber nicht mehr so intensiv. Ganz grob gesehen beginnt die zweite Wachstumsphase im Alter von acht bis zehn Wochen. In dieser Phase ist es wichtig, den Junghennen anzutrainieren, viel Futter aufzunehmen. Nur so sind sie bei Beginn der Legephase imstande, genug zu fressen. Hennen, die in der Aufzucht gut fressen gelernt haben, sind in der Legephase die stabileren Herden. Die Aufnahme großer Futtermengen – oder besser Futtervolumen – trainiert man mit einem „dünneren“, rohfaser-reicheren Futter. Rohfaser- und ballaststoffreicheres Futter fördert die Ausbildung des Kropfes und des Muskelmagens und die Tiere

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Ende der Aufzuchtphase ein Plus von ca. 100 g an Körpergewicht über dem Standard zu erreichen, aber auch nicht mehr. Wenn eine Junghenne dabei nur 50 g über Standard liegt, aber gut vorbereitet ist, ist sie vielleicht besser als eine mit 100 g über dem Standard.

phase findet binnen weniger Tage statt. Dann kommen die Tiere unter physiologischen Stress. Herden, die nach dem Legestart aus verschiedenen Gründen nicht genug fressen, stehen in der Gefahr, in einen Nährstoffmangel zu gelangen. Solche Herden entgleiten den LegehenKritische Phase: Legebeginn nenhaltern viel eher auch im Die Aufzucht ist, wenn sie gut Verhalten, weshalb es oft beim läuft, noch eine relativ „relaxte“ Wechsel in die Leistungsphase Zeit für die Henne. Fängt sie an zu Federpicken oder Kannizu legen, wird der gesamte Stoff- balismus kommt. Eier legen wechsel umgestellt. Der Wechsel grundsätzlich alle Legehenvon der langsamen Wachstums­ nen – darauf sind sie genetisch phase in die Hochproduktionsausgerichtet – und zwar bis

„Dank

haben unsere Hühner kein Vogelmilbenproblem mehr“ sagen unsere Kunden.

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MANAGEMENT

zum sprichwörtlichen Ende. Sie verlieren vielleicht Federn und Körpergewicht, aber sie legen Eier. Der Aufzuchtbetrieb hat insofern eine große Verantwortung für den Erfolg der Legehennenhaltung. Die Hennen müssen gut fressen können, das optimale Körpergewicht am Ende der Aufzucht erreichen und möglichst ausgeglichen sein.

Futtertypen. Insbesondere ist im Legehennenfutter der Kalkgehalt um ein Mehrfaches höher, um die Eischalenbildung zu ermöglichen (ca. 1 % Kalzium im Junghennenfutter gegenüber knapp 4 % im Legehennennfutter). Es ist aber bekannt, dass ein hoher Kalkgehalt bei einer Junghenne, die diesen Kalk noch nicht benötigt, den Futterverzehr dämpft. In einer Herde im Legebeginn gibt es immer auch Informationsfluss vom Hennen, die noch nicht legen Aufzüchter zum Legehenund ein wenig in der Entwicknenhalter Wichtig ist es auch, lung zurückgeblieben sind. Diese dem Huhn einen möglichst Hennen werden das Legefutter problemlosen Übergang von ablehnen, denn mit dem vielen der Aufzucht in die ProdukKalk darin kann so eine Henne tionsphase zu ermöglichen. nichts anfangen, weil sie ja noch Der Aufzuchtbetrieb und der keine Eier legt. Andere Hennen Legehennenhalter sollen sich stehen gleichzeitig schon in gegenseitig abstimmen, um die voller Produktion und benötiVeränderungen möglichst gering gen – ja „suchen“ – das Kalzium zu halten. Dies gilt auch für für die Eibildung. die Futterstruktur: Legehennen mögen keine großen VerändeUm diese Phase möglichst rungen in der Futterstruktur, gleitend zu gestalten, ist Vorleweil sie primär nach optischen gefutter von Vorteil: Mit einem und taktilen Reizen fressen. Die Kalziumgehalt von 2,0 bis 2,5 % Partikelgröße und Struktur ist bewegt es sich zwischen dem ein Indikator, wonach das Huhn Junghennen- und dem Legefrisst. Die Struktur sollte speziell hennenfutter. Das ist zwar für um den Umstallungszeitpunkt die Aufzucht zu viel und für die herum in die Legephase hinein Legephase deutlich zu wenig. Mit so wenig wie möglich geändert dem Vorlegefutter bieten wir den werden. Der Legehennenhalter Hennen aber einen Kompromiss kann die Junghennenherde, die an. Vorlegefutter hat zudem er bekommt, beim Aufzuchtbe- mehr Protein und Aminosäuren trieb besuchen und dabei auch als Junghennenfutter. Einzelne einmal das Futter anschauen. Tiere, die etwas zu leicht sind, haben damit die Chance, noch ein Vorlegefutter für einen wenig zu wachsen. Der Energiebedarfsgerechten Übergang gehalt sollte ähnlich oder gleich Jung- und Legehennenfutter sind dem Junghennenfutter sein. bezüglich des Nährstoffgehalts Beim Vorlegefutter ist es sehr zwei extrem unterschiedliche wichtig, wann und wie lange die-

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ses eingesetzt wird. Vorlegefutter sollte nicht mehr als zehn Tage mit maximal 1 kg pro Junghenne verabreicht werden. Kommt eine Herde mit Vorlegefutter nämlich in die volle Produktion, holen die Hennen das Kalzium aus den Knochen heraus – mit negativen Folgen für die Gesundheit sowie die Knochen- und Schalenstabilität. Der erfahrene Legehennenhalter weiß plus/minus ein paar Tage, wann seine Herde entsprechend dem Gewicht und dem Lichtprogramm mit dem Legen beginnt. Wenn er von diesem Zeitpunkt zehn Tage abzieht, dann weiß er, wann er mit dem Vorlegefutter anfangen kann. Voraussetzung für den Einsatz von Vorlegefutter ist aber auch ein separates Silo. Wird das Legehennenfutter einfach auf das Vorlegefutter eingefüllt, kann wegen des Kernflusses im Silo nicht garantiert werden, wann welches Futter zu den Hennen gelangt. Wenn von Seiten der Futterversorgung/-logistik der Einsatz von Vorlegefutter nicht richtig realisierbar ist, sollte lieber ganz darauf verzichtet werden. Ausgeglichene Futterstruktur – mit grobem Kalk Aufzucht- und Legehennen sollte aus vielen guten Gründen Mehlfutter angeboten werden. Mit der Wahl der richtigen Technik sollte dieses Futter so gleich­mäßig strukturiert wie möglich sein. Die Tiere dürfen nicht nach­großen und kleinen Futterpartikeln selektieren, das ergibt sonst eine ungleichmäßige Entwicklung der Tiere und erhöht das Risiko von Federpicken/Kannibalismus. Pellets vermeiden zwar das Selektieren, aber die Tiere fressen schneller und beschäftigen sich weniger lange mit dem Futter – und fangen vielleicht schneller an, sich für das Gefieder ihrer Nachbarn zu interessieren. Weiter lässt sich im pelletierten Futter aus technischen Gründen weniger gut grober Kalk beifügen, der sehr wichtig ist für die Eischalenbildung. Grober, langsam löslicher Kalk liefert nämlich auch in der Nacht, wenn der Hauptteil der Eischale gebildet wird, Kalzium ins Blut.

Dies ist insbesondere bei älteren Herden von Bedeutung, um die altersbedingte Abnahme der Schalenqualität zu verlangsamen. Die züchterische Verbesserung der Leistungspersistenz wird es ermöglichen, die Hennen länger als heute zu halten. Dies ist aber nur möglich, wenn mit einer optimalen Kalkversorgung die Schalenqualität auch im letzten Produktionsabschnitt sichergestellt wird. Rohfaser ist wichtig Rohfaser ist für Geflügel gut und wichtig – diese Erkenntnis in der Geflügelernährung bestätigt sich mittlerweile in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen. Wichtig für das Huhn sind vor allem unverdauliche Rohfaserfraktionen mit Lignin. Unverdauliche Rohfaser führt zum genannten Trainingseffekt in der Aufzucht, und in der Lege­phase zeigen Untersuchungen den positiven Einfluss im Problemkreis Federpicken/Kannibalismus. Deshalb wird in Zukunft vielleicht ein mutigerer Einsatz von Rohfaser nötig sein, weil die Schnäbel nicht mehr gekürzt werden dürfen. Die Legehenne akzeptiert mehr Rohstoffe und Futtervarietäten als bislang angenommen. Es gibt gut funktionierende Biolegehennenfutter mit bis zu 7 % Rohfaser, die hervorragende Leistungen und ein volles Federkleid (mit ungestutzten) Legehennen erlauben. Die üblichen Komponenten im klassischen, „goldgelben“ Futter wie Mais, Soja und Weizen bieten wenig unverdauliche Rohfaser. Rohfaser- bzw. ballaststoffreiche Komponenten sind aber beim Geflügelhalter nicht immer gerne gesehen, denn sie verändern die Farbe des Futters (gräulich, bräunlich) und machen das Futter leichter und voluminöser. Zu den rohfaserreichen Komponenten gehören Sonnenblumen- und Rapsextraktionsschrot, Weizenkleie, Gras- bzw. Luzernemehl, Schlempen (DDGS) – und ein wenig ungewohnt: Gerste tötet kein Huhn. l Robert Pottgüter, Fütterungsexperte bei Lohmann Tierzucht GmbH, Cuxhaven (D).


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Beschäftigung von Jung- und Legehennen ist unerlässlich Um Verhaltensstörung wie „Federpicken“, oder auch „Kannibalismus“ bei der Haltung von Legehennen zu vermeiden, ist Beschäftigung für die Tiere besonders wichtig. Das Wissen um Auslöser und Vermeidungsstrategien dieser Verhaltensstörungen ist dabei essentiell. Von Peter Hiller, Inga Garrelfs, Birgit Spindler

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tandardvorgehensweisen bei diesem multifaktoriellen Problem gibt es nicht. Momentan ist in den meisten Fällen weder die verdauungsphysiologische Fütterung optimiert, noch sind die Einflussfaktoren durch Licht so begründbar, dass wir gezielt mit angepassten Leuchtmitteln Verhaltensstörungen ausbremsen können. Verdauungsphysiologisch wertvolle Rohkomponenten, wie hochwertiges Eiweiß, gute Rohfaserstruktur und ein hoher Gehalt an nativem Getreide sind in einem Aufzucht- und Legefutter von entscheidender Bedeutung, um nur einige wesentliche Einflussfaktoren zu nennen. Insbesondere in größeren Betrieben ist die Umsetzung einer ausreichenden Beschäftigung der Tiere eine große Herausforderung. Die Verfütterung von erstklassiger Maissilage im großen Stil wäre eine Möglichkeit, die technisiert werden könnte. Eine findige Idee kommt aus einer Bio-Legehennenhaltung aus Dänemark. An Schienen geführte Einstreuautomaten aus der Kälbermast fahren dort von hinten

nach vorne durch die Wintergärten und verstreuen die Maissilage. Eine andere Idee hatte ein Landwirt und Legehennenhalter aus dem deutschen Emsland. Da er auch eine Biogasanlage besitzt, ist für ihn das Substrat Maissilage und die Verladetechnik mittels Radlader nichts Neues. Vom Landwirt angedacht ist eine tägliche Befüllung eines außerhalb des Stalles gelegenen Futtermischcontainers mit Maissilage. Eine Spiralschnecke befördert die Maissilage anschließend über ein Rohrsystem durch den ca. 100 m langen Stall. Da alle 2–3 m Öffnungen im Rohrsystem installiert sind, fällt die Maissilage, aber auch andere Materialien wie Weizen oder Strohgranulat, gleichmäßig verteilt von der Decke in den Scharrbereich. So können z.B. breite Stallmittelgänge und auch die Wintergärten zu bestimmten Zeiten am Tag mit verschiedenen Materialien angereichert werden, die dann für eine besondere Beschäftigung der Jung- und Legehennen sorgen. Die Vorgehensweise ist eigentlich sehr simpel, der Effekt hingegen groß: Wenn Maissilage zu Boden fällt, ist zu erwarten, dass die Hennen zügig dorthin laufen und sich beschäftigen. Vermutlich werden zunächst die hochverdaulichen Körner her-

ausgepickt, gleichzeitig scharren Tier. Ein Verdrängungseffekt und bewegen die Hennen das der Futterinhaltsstoffe Einstreumaterial sehr intensiv. Im Rahmen des Futteraufnahmeverhaltens verbringt die Henne mit Futterstoffen, die am Boden liegen, sehr viel Zeit mit den Verhaltensweisen Picken und Scharren. Durch dieses Futtersuch- und Aufnahmeverhalten ist das Risiko von Verhaltensstörungen minimiert. Geplant ist, dass die Tiere in den Nachmittagsstunden beschäftigt werden, wenn ab 14.00 Uhr die Eiablage beendet ist. Womöglich kann die technische Beschäftigung gegen 16.00 Uhr bzw. 17.00 Uhr ein zweites Mal gestartet werden. Skeptiker aus dem Bereich der Tierernährung werden wahrscheinlich damit argumentieren, dass Maissilage Misch­futter verdrängt und die Tiere nicht mehr genügend essentielle Aminosäuren und Ener- Die gie erhalten. Allerdings haben Untersuchungen aus Dänemark für alle in Zusammenarbeit mit Forschern aus Celle (D) zeigen können, dass Hennen, die zusätzlich zum Legehennenalleinmehl mit 50 g Maissilage gefüttert wurden, trotzdem noch 118 g Futter gefressen haben. Die Vergleichsgruppe ohne Maissilagezulage hatte eine tägliche Futteraufwww.stadiko.de nahme von 130 g Legemehl pro

KrafT STälle .


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war sogar so minimal, dass die biologischen Leistungen der verschiedenen Fütterungsvarianten in der Eimasseproduktion gleich blieben. Davon ausgehend, dass max. 50 g Maissilage je Tier und Tag verabreicht werden könnten, ohne dass damit nachteilige Effekte der Futterverdrängung erzielt werden würden, kann ein Bestand mit 15.000 Legehennen jeden Tag rund 750 kg Maissilage verarbeiten. Dies entspricht einem Jahresverbrauch von 270 Tonnen. Bei Praxisüberlegungen mit einem kalkulierten Verbrauch von 10 g Maissilage je Tier und Tag sind dies 150 kg am Tag und 54 Tonnen im Jahr.

und die nachhaltige, intensive und tiergerechte Beschäftigung mit besseren Leistungen durch verminderte Ausbildung von Ver­haltensstörungen dagegen gerechnet, lohnt es sich für größere Betriebe. Neben der kostenintensiveren Technisierung der Verabreichung von Maissilage praktiziert ein anderer Legehennenhalter derzeit bereits das Einbringen der Maissilage per Futterverteilschaufel. Eine weitere Möglichkeit ist das Einbringen der Maissilage durch kleine handliche Wickelballen. Wenn es den Lohnunternehmern gelänge, kleine kompakte Wickelballen zu pressen, könnten Hier wird gerade ein Ei in wenigen Sekunden von den Hühnern diese dann über ein Seilzugsystem gefressen, ohne dass ein Stücklein Schale übrig bleibt. Zusätzlich kann davon ausin den Wintergärten der Legegegangen werden, dass der hennenställe platziert werden. Es Säureeffekt der Maissilage dazu gibt bereits kleine Wickelballen beiträgt, dass eventuelle colifor- mit Maissilage für Pferdebetriebe me Keime im Verdauungstrakt und im Süden Deutschlands auch zurückgedränt werden. Denn für kleine Milchviehbetriebe. angesäuertes Futter stabilisiert Auch sollte darüber nachgedacht den Darm. werden, als rohfaserreiche BeAußerdem entstehen noch weitere schäftigungsmaterialien nicht nur Das Eierfressen ist – vor allem bei braunen LegeherVorteile bei der Verfütterung von Maissilage zu verwenden, sondern den – ein unterschätztes Phänomen. Es wird oft nur Maissilage. Hennen können indivi- auch alternativ Ganzpflanzensiduell wählen, was sie im Moment lage, kurzes Weidegras, Möhren, da­ran erkannt, dass die Herde „nicht richtig auf die der Maissilagegabe bevorzugen: Runkeln oder Kartoffeln. Hier ist Leistung kommt“. Das Problem ist verbreiteter, als man Maiskörner oder Spindel bzw. der Ideenreichtum der Landwirte gemeinhin annimmt – Grund genug, im Hühnerstall etRohfaserkomponenten. Durch die gefragt! was genauer und vielleicht etwas früher hinzuschauen. tägliche Gabe in den Wintergärten erhält diese Räumlichkeit einen Was bleibt festzuhalten: zusätzlichen Gestaltungswert. Maissilage zur Beschäftigung Hier kann das Tier sich bewegen von Legehennen scheint eine Von Andreas Gloor verbreiteter als angenommen. und auf Futtersuche gehen, was nachhaltige und tiergerechte Einen klaren Hinweis darauf es bisher nur im ungeschützInnovation zu sein, bei der die liefern Versuche am Schweizer ten, stallfernen Auslauf konnte. Tiere neben der Beschäftigung in mmer wieder wird aus der Aviforum (siehe Grafik), aber Diese Möglichkeit könnte in den Wintergärten eine FutterPraxis berichtet, dass vor auch internationale LegeleisZukunft eingehender beleuchtet wahl erhalten, darüber hinaus allem braune Legeherden tungsprüfungen, bei denen die werden. Kurz nach Einstallung spielen der Säureeffekt und „nicht richtig auf die Leistung“ Testgruppen gleichzeitig in der Junghennen in den Legehen- der Futterwert, aber auch der kommen, obwohl keine HinBodenhaltung und Käfighaltung nenstall wird den Tieren bereits Rohfaser­effekt eine gewichtige weise auf Fütterungsfehler geprüft wurden (Deutschland der Zugang zum Wintergarten Rolle bei der Maissilage. Bereits oder gesundheitliche Probleme 2011 sowie Tschechien 2012). gewährt. Während die Tiere norim Jung­hennenalter sollten die vorliegen. Bei genauerer Abklä- In diesen Leistungsprüfungen malerweise max. 3 Wochen keiTiere an diese Art von Fütterung rung muss in etlichen Fällen das fällt auf, dass dieselben braunen nen Zugang zum Auslauf haben, gewöhnt werden. Maissilage hat Phänomen des Eierfressens als Hybridherkünfte (mit demkönnte man durch Mais­silage den gesundheitsfördernde Eigenmögliche Ursache des Problems selben genetischen Potenzial Wintergarten attraktiver gestalten schaften, verdrängt nicht unbein Betracht gezogen werden. Die und derselben Fütterung) in und somit eine größere Anzahl an dingt Mischfutter und beschäftigt Hennen fressen – vom Halter der Käfighaltung eine höhere Hennen in diesen Bereich locken, Lege­hennen mit Sicherheit. Ob meist unerkannt – einen Teil der Legeleistung aufweisen als in der um sie hier zu beschäftigen. es ökonomisch zusätzlich sinnverlegten Eier, was in ExtremBodenhaltung. Bei den weißen Wie hoch sind die Investitionsvoll ist, müssen Projekte zeigen, fällen bis zu 10 % und mehr der Hybriden ist die Leistungsdifkosten? Die Investitionskosten die als Demonstrationsvorhaben Produktion ausmachen kann. ferenz zwischen den beiden für eine oben beschriebene von der Praxis für die Praxis Dieser Verlust äussert sich dann Haltungsformen viel weniger technisierte Anlage belaufen sich erprobt werden sollten. l in einer vermeintlich schlechten groß. Obwohl dies in den entauf € 30.000 bis € 40.000 für Legekurve. sprechenden Prüfberichten nicht Dr. Peter Hiller, Inga Garrelfs, Experten 20.000 Legehennen. Dies ist zuOffensichtlich ist das Problem offiziell so angesprochen wird, in der Landwirtschaftskammer Niedernächst sehr viel Geld, wird jedoch sachsen, Dr. med. vet. Birgit Spindler, des Eierfressens bei den braunen ist ein möglicher Grund das EierTierärztliche Hochschule Hannover der minimierte Arbeitsaufwand Hybridherkünften wesentlich fressen, das in der Käfighaltung

Eierfressen wird unterschätzt

Fotos: © Andreas Gloor

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HALTUNG 11

weniger gut möglich ist als in der Bodenhaltung, weil dort auch die verlegten Eier sofort abrollen und geschützt sind. Eier verschwinden mit „Stumpf und Stiel“ Der „Eier­ diebstahl“ durch die eigenen Hennen geschieht meistens schon kurze Zeit nach dem Einschalten des Lichtes – zu einer Zeit, in der die meisten Hennenhalter noch ruhig schlafen. Dabei geschieht es meist nach demselben Muster, wie auch Video­aufnahmen im Rahmen von Versuchen am Aviforum gezeigt haben: Verlegte Eier auf den Gittern oder in der Einstreu werden von verschiedenen Hennen immer wieder bepickt. Solange das Ei ganz bleibt, verlieren die Hennen das Interesse. Sobald aber die Schale bricht und das Eiklar als glänzende Masse austritt, geht ein turbu­ lentes Treiben los: In wenigen Sekunden versammelt sich eine ganze Gruppe von Hennen und verzehrt das Ei in kürzester Zeit mitsamt der Schale – ohne dass ein „Beweis“ zurückbleiben würde. Geschieht dies auf einer Gitterfläche, besteht immerhin die Möglichkeit, dass einige Schalenreste und etwas Eiweiß durch das Gitter auf das Entmistungsband fallen, was dann dem Halter einen Hinweis auf diese Untugend gibt. Verschärft wird das Problem, wenn die Hennen ihre ersten

Eier schon vor oder unmittelbar nach dem Lichtbeginn von den Sitzstangen oder ihrer Schlafposition auf das Gitter fallen lassen – ein unerwünschtes Phänomen, das bei braunen Herden immer wieder beobachtet wird. Diese fallen gelassenen Eier sind dann beschädigt und werden nach dem Einschalten des Lichtes innert kürzester Zeit gefressen. Zudem gibt es Hinweise, dass in Herden mit hohem Kannibalismus-Vorkommen auch das Risiko des Eierfressens erhöht ist. Nur Beobachten bringt den Beweis Wenn die Herdenleistungen bei braunen Hennen ungenügend sind und andere, offensichtliche Ursachen ausgeschlossen werden können, lohnt es sich, früh aufzustehen und

% Legeleistung nach Futtertagen und kumulierte Abgänge in %

Stall 4 E411 100% 95% 90% 85%

Legeleistung in %

80% 75% 70% 65% 60% 55% 50% 45%

weisse Herde

40% 35%

braune Herde mit Eierfressen

30% 25% 20% 15% 10%

Abgänge in %

5% 0%

20

24

28

32

36

40

44

48

52

56

60

64

68

Alterswochen

Leistung von weißen (blau) und braunen (rot) Hybriden in einem Versuch (2011) am Aviforum (verschiedene Gruppen im selben Stall mit total 4.800 Legehennen). Bei den braunen Gruppen wurde Eierfressen beobachtet, was sich in einer bis zu 10 % tieferen Legeleistung äußerte.

die Herde beim Lichtbeginn am Morgen zu besuchen. Dann lässt es sich am ehesten erkennen, ob die Hennen Eier auf die Gitter fallen lassen und ob Eier gefressen werden. Hinweise können auch Schalenstücke oder Eimasse auf dem Kotband sowie auffallend verkrustete Stellen in der Einstreu (ausgelaufene Eimasse) geben. Und „mit Glück“ lässt sich auch ein Huhn mit einem Eigelb-verschmierten Schnabel erkennen, was dann gleich auch die Täterschaft klarstellt … Man muss sich bewusst sein, dass auch nur kleine Indizien bezüglich des Eierfressens in der Regel die Spitze eines Eisberges darstellen: Hinter wenigen Schalen auf dem Kotband können Hunderte von spurlos verschwundenen Eiern stehen. Welche Maßnahmen zur Vorbeuge und Abhilfe? Hennen, die einmal den Geschmack an Eiern gefunden haben, werden dies nicht so schnell vergessen. Es muss deshalb alles daran gesetzt werden, diese Untugend schon beim Legebeginn zu unterbinden. Grundsätzlich geht es darum, dass möglichst wenig verlegte Eier auf den Einstreu- und Gitterflächen – für die Hennen sozusagen auf dem „Präsentierteller“ – herumliegen. Beim Legestart einer jungen Herde müssen die verlegten Eier häufig und auch möglichst früh am Morgen eingesammelt werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass braune Hybriden die Eier in

der Regel früher nach Lichtbeginn legen als weiße Herkünfte. Es kann sich deshalb sehr wohl lohnen, in der Startphase der Herde den Wecker etwas früher zu stellen als üblich. Wie oben erwähnt, ist das Risiko des Eierfressens besonders groß, wenn die (braunen) Hennen ihre ersten Eier noch in der Dunkel­ heit oder unmittelbar nach Lichtbeginn legen oder sogar von den Sitzstangen fallen lassen. Dieses „verfrühte“ Legen ist ein bekanntes Phänomen von braunen Herkünften. Untersuchungen haben gezeigt, dass diesem Pro­ blem am besten begegnet werden kann, wenn beim Legebeginn das Lichtprogramm möglichst rasch auf die maximale Tageslänge von 15 oder 16 Stunden Licht erhöht wird (siehe Artikel SGZ 12/07). Dabei werden die zusätzlichen Stunden am Morgen angefügt, damit die ersten Eier in der Lichtphase gelegt werden. l Andreas Gloor ist Experte am Schweizer Aviforum.

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12 WASSERQUALITÄT

Wasser ist nicht gleich Wasser Stallleitungen Die Tiergesundheit, die Wirkung der Futterzusätze, Vitamine und Medikamente, sowie die Langlebigkeit der Haus- und Stallleitungen werden maßgeblich von der Qualität des Wassers beeinflusst. Das Wasser in den Hausleitungen und Stallleitungen ist dem der Quelle anzugleichen.

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ach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft ist Wasser auf drei Qualitätskriterien zu prüfen: 1. Chemische Zusammensetzung 2. Mikrobiologische Inhalte 3. Anordnung der Moleküle zueinander, Struktur

Verwendung derartiger Technologien wird aufgrund ihrer positiven Wirkungen für uns, unsere Tiere und unsere Pflanzen nach Meinung von Experten in wenigen Jahren zum Standard von Haus-, Stall- und Garteninstallationen gehören.

Moderne elektromagnetische Systeme sind in der Lage, das Wasser in unserer Hausleitung oder unserem Stall der molekular-strukturellen Qualität einer Quelle wieder anzugleichen. Die

Ohne gutem Wasser geht gar nichts Es ist erwiesen, dass mikrobiologisch sauberes Wasser innerhalb der Hauswasserleitung mit Keimen und Bakterien kontaminiert werden kann. Die

Verfahren UV–Behandlung

Chlordioxyd

Organische Säuren

Kosten (Anschaffung/lfd.) rd. 2.000,00 € Anschaffung und rd. 60,00 € alle 10.000 Stunden rd. 900,00 € Anschaffung und 0,25 €/m³ Wasser

Bei z. B. 0,1 % Ameisensäure rd. 1,5 €/m³

Elektrolyse – rd. 14.000,00 € Anschaffung plus rd. 0,3 €/m³

Elektromagnetisches Verfahren (Aqua–4D)

rd. 2.900,00 € Anschaffung

Wasseraufbereitung im Überblick

Wasserqualität am Hauseingang ist nicht gleich dem Wasser, das an der Tränke oder dem Wasserhahn entnommen wird. Die chemische Zusammensetzung des Wassers, Temperatur, Inhaltsstoffe der Rohrleitungen (Weichmacher), Stagnation, Futtermittel, Futterergänzungen, die übers Wasser verabreicht werden und noch viele weitere Faktoren beeinflussen die Bildung von Keimen. Es gibt einen ­direkten Zusammenhang zwischen chemischer Wasserzusammensetzung

Anwendung Vor- und Nachteile + Entkeimung von Brunnenwasser + durchgehend einsetzbar – molekulare Struktur ist zerstört – keine Behandlung der Tränkebahnen bezüglich Biofilm und Keimen + Entkeimung von Tränkebahnen + Entkeimung von Brunnenwasser – einige Keime werden nicht erfasst (Pseudomonaden, Mycobakterien, Hefen, Pilze, etc.) – Arbeitsschutz und Lagerung beachten – PH-Wert und evtl. Medikamentenrückstände beeinflussen Wirkung – Wasserqualität und Tragkraft wird unter Umständen verschlechtert + Entkeimung von Tränkebahnen + Entfernung von und Schutz vor Biofilm + geringe Kosten + punktuell und zwischen den Partien einsetzbar – tlw. korrosive Wirkung – einige Keime werden nicht erfasst (Pseudomonaden, Mycobakterien, Hefen, Pilze, etc.) – Arbeitsschutz und Lagerung beachten – PH-Wert und evtl. Medikamentenrückstände beeinflussen Wirkung + dauerhaft und punktuell einsetzbar + Entkeimung von Brunnenwasser und Tränkebahnen – teuer – je nach Wasserinhaltsstoffe ist eine Filtration erforderlich + durchgehend einsetzbar + komplett wartungsfrei + chemiefrei + steigert das Lösungsverhalten des Wassers, was zu verbesserter Adsorption von Nährstoffen beim Tier führt – kein Abtöten der Keime

Voraus­ setzungen Insbesonders bei Infektionen in Brunnenanlage

Insbesonders bei Infektion in Brunnenanlage bzw. Infektion von Tränkebahnen

Punktuell bei Infektionen bzw. punktuell als Schutz gegen Biofilm

Bei Infektion in Brunnenanlage oder in Tränkebahnen Für die laufende ökologische Ver­ besserung und Reinigung und Reduktion des Biofilms

und Keimbildung. So sind z. B. Nitrat und Phosphat im Wasser ein Nahrungsmittel für die Keime. Lebensraum ist der Biofilm. Biofilm bildet sich an allen wasserberührten Flächen. Frisches Wasser fließt durch die Wasserleitungen, die Inhaltsstoffe fallen aus, legen sich am Rohr ab und liefern somit Nährstoffe zur Keimbildung und zum Keimwachstum. Diese Keime lösen sich vom Biofilm ab und werden mit dem Wasser mitgespült. Genauso kommt es vor, dass die Verkeimung bereits über einen kontaminierten Brunnen erfolgt oder der Wasser­ versorger kurzzeitig zu hohe Keimzahlen im Versorgungsnetz mitliefert (z.B. Hochwasser). Daher macht es Sinn, Maßnahmen zu setzten, die das Wasser im „Transport“ und in der „Lagerung“ frisch hält. Dabei ist zu unterscheiden, ob eine • Prävention oder • Sanierung durchzuführen ist. Sanierung Sind erhöhte Keimzahlen gegeben, pathogene Keime oder Endotoxine bereits vorhanden, helfen ausschließlich bakterizide Maßnahmen, wie • Chemische Desinfektion • Elektrolyse • Thermische Desinfektion, Reinigung • Druckluft-Reinigung • UV-Desinfektion Hier ist anzumerken, dass eine Desinfektion nicht automatisch eine Reinigung der Installation ist. Chemische Desinfektion Eine chemische Desinfektion (z.B. Chlordioxid oder Elektrolyse) ist nur bedingt zielführend, da nie alle Bakterien erfasst werden. Ein Absetzen der chemischen Behandlung hat in Studien wiederholt eine explosionsartige Vermehrung von pathogenen Keimen gezeigt, während eine laufend anhaltende chemische Behand-


WASSERQUALITÄT 13

lung die Leitungen angreift und somit das Anhaften von Keimen zusätzlich erleichtert. Thermische Desinfektion Dabei wird an der Entnahmestelle das Wasser aufgedreht und das Wasser (mit 70°C) muss für 3 Minuten auslaufen. Dabei werden die Keime eliminiert und eine Reinigung der Rohrinstallation erreicht. Dies ist eine effektive Methode, jedoch mit einem sehr hohen administrativen und zeitlichen Aufwand verbunden. Nachteil: Zwischen den Spülungen kann sich wieder ein „negativer“ Biofilm bilden und folglich steigt auch die Verkeimung. Druckluft-Reinigung Mit einer Druckluft-Wasser-Spülung werden in den Rohrleitungen Ablagerungen abgelöst und ausgespült.

ebenfalls negativ beeinflusst wird. Das frequenz-behandelte Wasser wird, wissenschaftlich erwiesen, bakteriostatisch. Dabei werden die Keime nicht abgetötet, sondern sowohl in ihrer Fortpflanzung als auch in ihrer Anhaftung gehemmt. Folglich löst sich der Biofilm ab, wird reduziert und die Keimzahlen sinken ebenso. Es ist weiters erwiesen, dass die elektromagne­ tischen und harmonikalen Frequenzen zu einer Impfkristallbildung führen, die abgelagerten Kalk, in Form von Calcit zu Aragonit umwandelt. Aragonit ist eine weiche, pulvrige Form von Kalk, die im Wasser gelöst, bleibt und somit nicht im Rohr zu Ablagerungen führt. Sämtliche gelöste Stoffe, wie Eisen, Mangan usw. bleiben durch die elektromagne­ tische Behandlung im Wasser gelöst was die Rohre sauber hält, bzw. der Mikrobiologie als Nährstoff entzogen wird. Positiv ist das verbesserte Lösungsverhalten von Medikamenten und Ergänzungsmitteln, die über das Wasser verabreicht werden. Die Praxis hat gezeigt, dass auch die Beigabe von Effektiven Mikroorganismen über das Tränkewasser möglich ist, ohne dass es zu heftigen Verstopfungen der Tränkelinien kommt. Dieses Verfahren wirkt immerwährend. Einmal eingebaut, wirkt es 24 Std., 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

UV-Desinfektion Die UV-Desinfektion deaktiviert Keime und Bakterien sozusagen im Durchlaufverfahren. Eine UV-Desinfektion kommt immer dann zum Einsatz, wenn das bezogene Wasser mit erhöhten Keim­werten belastet ist. Vorteilhaft an der UV-Desinfektion ist der gänzliche Verzicht auf Chemikalien, weshalb diese Anlagen stark zunehmend auch in kommunalen Wasserversorg­ ungen eingesetzt werden. Hierbei wird die UV-Anlage am Hauseingang oder direkt nach dem Wind- Eine wissenschaftlich fundierte kessel, wenn das Wasser von elektromagnetische Wasserbeeinem Brunnen bezogen wird. handlung ist auch einer oben angeführten Sanierung, nachzuschalten. Prävention Es ist darauf zu ach- Keime, die vorher durch Chemie ten, dass alle gelösten Stoffe des oder UV abgetötet wurden, werWassers nicht in der Wasserleiden mit der EM-Behandlung an tung ausfallen, die Keime in ihrer der Ablagerung im hydraulischen Anhaftung gehemmt werden und System gehindert, und können so die Bildung des Biofilmes redudem Biofilm nicht als Nahrung zur ziert wird. Mit Hilfe patentierter Verfügung stehen. Das schützt vor elektromagnetischer Verfahren erneuter Keimbildung. Praxis und (EM-Verfahren), wie z.B. das Studien der EM-Verfahren zeigen, Aqua4D System, ist es mittler­ dass (z.B. Aqua4D) Biofilm reduweile möglich, Wasser auf moleku- ziert, Ablagerungen entfernt werlarer Ebene gezielt auszurichten. den, neue Verkalkung unterbunEin Wassermolekül funktioniert den wird, rostbildendes Wasser wie ein Magnet und hat eine nestabilisiert und der elektromagnegative und eine positive geladene tische Smog neutralisiert wird. Die Seite. Elektro­smog aus Mobilfunk- Strukurierung des Wassers bessert frequenzen, Radio­wellen, GPS-­ die Aufnahme der Nährstoffe Signale, Funksignale u. v. m. stören im Körper, den Abtransport der die Organisation der Moleküle, Schlackenstoffe aus den Körperwo folglich das Lösungsverhalten zellen und die Zellflüssigkeit. l

vor Aqua-4D

9 Monate nach Aqua-4D


14 TIERGESUNDHEIT

Wurmerkrankungen werden selten erkannt Wurmerkrankungen stellen eine der am häufigsten auftretenden parasitären Infektionen des Geflügels dar, die aber selten erkannt werden, da sie oft einen chronischen Verlauf nehmen. Da die Tiere über längere Zeit auf denselben Ausläufen gehalten werden, ist die Gefahr der Anreicherung von Darmparasiten, insbesondere Würmern, und damit die Infektionsgefahr sehr hoch.

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m Erwachsenenstadium befinden sich die Würmer im Darm der Hühner. Die weiblichen Würmer legen Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Bei Würmern mit direktem Entwicklungszyklus reifen diese zu infektiösen Eierstadien in der Außenwelt. Wenn diese Eier von Hühnern beim Picken aufgenommen werden, entwickeln sie sich im Darm zu adulten Würmern. Bei Würmern mit indirekter Entwicklung muss ein Teil der Entwicklung in einem sogenannten Zwischenwirt stattfinden. Dabei handelt es sich meist um Schnecken oder Regenwürmer, die vom Huhn gefressen werden. So gelangen die Würmer wieder in ihren Endwirt. 2. Würmer mit indirekter Entwicklung Deswegen findet man solche a. Bandwurm: verschiedene Würmer vor allem in der FreiArten ca. 0,1–15 cm lang, landhaltung. Daneben gibt es Verbreitung: Dünndarm noch sogenannte „Stapelwirte“: Zwischenwirte: Insekten, Diese nehmen die Wurmeier Regenwürmer, Schnecken auf und „stapeln“ sie. Wenn ein b. Haarwurm (Capillaria Huhn einen Stapelwirt frisst, caudinflata), ca. 1,5–8 cm infiziert es sich mit einer großen lang, Verbreitung: Dünndarm Menge von Wurmeiern. Zwischenwirte: Regenwürmer und Insekten Beim Geflügel kommen folgende Arten sehr häufig vor: Verbreitung und Folgen 1. Würmer mit direkter Entwick- Untersuchungen zeigen, dass lung der Befall mit Spulwürmern am a. Spulwurm (Ascaridia galli), häufigsten vorkommt, gefolgt ca. 10 cm lang, Verbreivon Blinddarmwürmern, Haar­ tung: Dünndarm würmern und Bandwürmern. b. Haarwurm (Capillaria Insbesondere Haltungen mit obsignata), ca. 1–5 cm lang, Zugang zu Ausläufen im Freien Verbreitung: gesamter haben deutlich höhere Ver­ Darm wurmungsraten als reine Stallc. Blinddarmwurm oder haltungen. Pfriemenschwanz (HeterEin hoher Verwurmungsgrad akis gallinarum), ca. 0,7– kann einen äußerst nachteiligen 1,5 cm lang, Verbreitung: Einfluss auf den allgemeinen Blinddarm Gesundheitsstatus und die

überprüft werden. Im Kot können mittels bestimmter Unter­ suchungstechniken die typisch geformten Wurmeier nachgewiesen werden. Ein negativer Befund bedeutet nicht zwingend, dass die Tiere keine Würmer haben, weswegen regelmäßig nachuntersucht werden sollte. Vorbeuge und Behandlung Bei positiven Befunden sollte der komplette Bestand behandelt werden. Auch eine regelmäßige Pflege des Auslaufes ist wegen der Gefahr der Krankheitsübertragung durch die dort vorhandenen Zwischen- oder Stapelwirte und der ausgeschiedenen, lange überlebensfähigen Wurmeier notwendig. Besonders geeignet zur Behandlung sind Präparate mit Wirkstoffen der Zucht­erfolge haben: die mit Benzimidazolgruppe. Für HühWürmern infizierten Tiere haben ner sind Präparate mit Flubendaoft un­spezifische Krankheitsan- zol und Fenbendazol zugelassen. zeichen, wie blasse Ständer und Diese werden über das TrinkKopf­anhänge, gesträubtes Gewasser verabreicht. fieder und Darmentzündungen mit Durchfallerscheinungen, die Bei zulassungsgemäßer Anwendurch die verminderte Nährdung gibt es keine Wartezeit stoffaufnahme die Zuchtleistun- für Eier. Bei Fenbendazol, das gen negativ beeinflussen. Dies für die Behandlung der am resultiert in einem Rückgang der häufigsten gefundenen ArLegeleistung und einer verrinten – Spulwürmer und Blindgerten Fruchtbarkeit. Besonders darmwürmer –  zugelassen ist, ist bedeutsam ist der Einfluss auf es durch die Anwendung einer das Immunsystem der Tiere, das neuartigen Nassmahltechnologie infolge von Wurminfek­tionen gelungen, Partikel herzustellen, deutlich geschwächt ist, so dass die sich stabil über viele Stunden Tiere anfälliger für andere in Wasser suspendieren lassen, Krankheiten werden und auch ohne dass sie sich absetzen. Das Impfungen nicht gut wirksam Präparat ist nach der Auflösung sind. in Wasser so stabil suspendiert, dass kein zusätzliches Rühren Diagnostik Zur Gesunderhalder Gebrauchssuspension über tung der Bestände sollte deshalb mindestens 8 Stunden erforderder Status der Wurmbelastung lich ist. l regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr mittels Kotuntersuch­ungen Dr. Sigrid Spies ist Fachtierärztin für oder Sektionen verendeter Tiere Geflügel, Unterschleißheim, Deutschland.

Foto: © www.agrarfoto.com

Von Sigrid Spies


TIERGESUNDHEIT 15

Auf die Atemwege nicht vergessen! Unter der Diagnose „Geflügelschnupfen“ mit Symptomen wie Nasen- und Augenausfluss, Atemnot, Schwellungen der Nasennebenhöhlen, Rückgang der Legeleistung und schlechter Eiqualität verbergen sich eine ganze Reihe von viralen oder bakteriellen Infektionskrankeiten, die mit den passenden Impfprogrammen kontrolliert werden können. Von Sigrid Spies

kann es zur Beeinträchtigung der Funktion der eibildenden Organe kommen mit der Folge, äufig tritt die infektiöse dass die Tiere – trotz guter körBronchitis (abgekürzt perlicher Entwicklung – nicht IB) auf, eine virale in der Lage sind, Eier zu Erkrankung (verursacht durch legen („Falsche Leger“). Eine Coronaviren), für die Tiere in Diag­nose lässt sich über den jedem Lebensalter empfänglich Nachweis spezifischer IB-Ansind. Die Ansteckung erfolgt tikörper im Blut oder der von Tier zu Tier über infizierte Erreger-DNA durch TupferproAusscheidungen, aber auch über ben stellen. Bei den Erregern Staubpartikel, die über größere unterscheidet man zwischen Entfernungen mit dem Wind klassischen Massachusetts- und übertragen werden können. Die Variantstämmen wie z.B. IB Zeit zwischen Ansteckung und 4/91, D 274 oder QX. Ausbruch der Krankheit beträgt ca. 18–36 Stunden. Bei jungen Dies ist wichtig für das ImpfproTieren stehen Atemwegssympgramm, da entsprechend der im tome wie wässriger Augen- und jeweiligen Bestand auftretenden Nasenausfluss, Atemnot und Varianten unterschiedliche Fressunlust im Vordergrund. Bei IB-Impfstoffe eingesetzt werden bereits legenden Tieren kommt müssen. Bei der Verwendung es – oftmals ohne typische des sogenannten Protectotype® respiratorische Begleiterschei-Impfkonzeptes können die nungen – zu einem deutlichen Tiere unter Verwendung von Legeleistungsabfall und Eiern Massachusettstyp- und Varimit deformierten oder dünnen antimpfstoffen mit den ImpfSchalen (typische Quer- und stämmen 4/91 und QX gegen Längsrillen, faltige Oberfläche) eine Vielzahl von IB-Varianten oder wäss­rigem Eiklar. Bei begeschützt werden. stimmten IB-Erregervarianten Als Differentialdiagnosen müssen folgende Krankheiten in Erwägung gezogen werden: Die ansteckende Kehlkopf-Luftröhren-Entzündung (Infektiöse Laryngotracheitis – ILT) tritt vorwiegend bei Küken und Jungtieren im ersten Lebensjahr auf, wobei Tiere, die die Erkrankung überstanden haben, den Erreger über längere Zeit Abb. 1: Veränderungen der ausscheiden können. Es kommt Eischalen bei IB-Infektionen zu heftigen Atembeschwerden, Röcheln, Husten und Ringen nach Luft, wobei die Tiere typ­ ische klagende Atemgeräusche zeigen. Im oberen Abschnitt der Luftröhre bildet sich fibrinös-käsiger bis blutiger Schleim, der zum Ersticken führen kann. Bei Abb. 2: Luftröhre mit Blutkoagu- milden bis chronischen Verläula bei ILT-Infektion fen werden ein Rückgang der

Fotos: © Archiv

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Legeleistung und geringgradige Krankheitserscheinungen beobachtet, wobei die Tiere den Erreger aber ausscheiden können. Es kann aber vorbeugend mit Lebendimpfstoff schutzgeimpft werden, wobei eine Impfung über Augentropf einen

schnelleren Immunitätseintritt (nach wenigen Tagen) bewirkt als eine Trinkwasserimpfung (Schutz erst nach mehreren Wochen). Die aviäre Rhinotracheitis (ART) betrifft Hühner und

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16 TIERGESUNDHEIT

Energiesparen in der Geflügelhaltung Stromverbrauch ist in der Geflügelhaltung ein wichtiges Thema. In der Putenmast werden bis zu 0,75 kWh je Tier und Jahr benötigt. In der Masthühnerproduktion liegt der Stromverbrauch für Lüftung, Fütterung und Beleuchtung zwischen 0,1–0,3 kWh je Tier und Jahr. Von Manfred Wurzer

latoren, die entlang der Stall­ außenwand montiert sind und den Großteil der Energie durch n der Legehennenhaltung den hohen Umluftanteil verwerden zusätzlich Kot- und brauchen. Ventilatoren entlang Eierbänder, Sortier- und der Außenwand benötigen Abpacktechnik im Vorraum Rückschlagklappen, die aber bei benötigt. Je nach Haltungssystem ungenügender Reinigung und und Technisierungsgrad liegt Wartung einen hohen Luftwiderder Stromverbrauch bei 2,2– stand verursachen. 4,2 kWh je Tier und Jahr. Tunnellüftung im SomEinsparungen in der Lüfmer Im Sommer hat sich die tung Den Löwenanteil des Tunnellüftung zur Kühlung Stromverbrauches benötigt die durch Luftbewegung in der Klimasteuerung. In der Geflügel- Geflügelhaltung durchgesetzt. haltung sind große Anlagen dem Auf Grund des sich rasch neuestem Stand der Technik entwickelnden Federkleides entsprechend ausgerüstet. So be- der Tiere sorgt der Tunwirken Energiesparventilatoren nel-Effekt mit einer erhöhten oder Ventilatoren mit Frequenz­ Windgeschwindigkeit für eine umrichter in der Regel eine ausreichende Kühlung der Stromeinsparung von über 50 % Tiere. Das Kriterium einer gegenüber Phasenanschnittreaktionsschnellen Lüftung ist, steuerung oder Trafosteuerung. bei Bedarf hohe Luftraten in Ältere Stallungen werden häufig kurzer Zeit umzusetzen. Die auf Grund des hohen Stromver­ Zuluft wird hauptsächlich über brauches lüftungstechnisch große Wandöffnungen am umgerüstet. Als Stromfresser einen Ende der Halle zugeführt. er­weisen sich MischluftventiAuf der gegenüberliegenden

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Puten in jedem Lebensalter. Die Krankheitserscheinungen sind schaumig-wässriger bis eitriger Augen- und Nasenausfluss, Schwellungen im Bereich des Kopfes, Fressunlust und Abfall der Legeleistung. Die Erkrankung kann durch eine entsprechende Impfung über Spray, Augentropfen oder Trinkwasser kontrolliert werden. Abb. 3: Augen- und Nasenausfluss bei ART-Infektion Bei den bakteriell bedingten Krankheiten kommen folgende steckenden Geflügelschnupfen Krankheiten in Betracht: Die empfänglicher als Jungtiere. Es Mykoplasmose ist weltweit ver- treten Atemgeräusche, Niesen, breitet und tritt in unterschiedklarer bis trübflockiger Nasenlichen Verlaufsformen auf. Beausfluss mit charakteristischem troffen sind die Atmungsorgane süßlich-fauligem Geruch und oder die Gelenke und SehnenVerklebungen der Nasenöffnunscheiden. Bei Hühnern kommen gen auf. An den Augenlidsäcken die Erregerarten Mykoplasma und Nasennebenhöhlen kommt gallisepticum (MG), synoviae es zu beulenartigen Auftreibun(MS) und iowae (MI) vor, bei gen durch Sekretstau („EuPuten zusätzlich Mykoplasma lenköpfe“). Zur Behandlung meleagridis (MM). Eine Behand- können Antibiotika eingesetzt lung mit mykoplasmenwirksawerden. Auch eine vorbeugende men Antibiotika ist möglich, Impfung, am besten während aber meist nur vorübergehend der Aufzuchtphase in der 6. und wirksam, da nur die Symptome 12. Lebenswoche, mit Inaktivat­ gemildert werden, aber der impfstoff ist möglich. Erreger nicht aus dem Bestand eliminiert wird. Zur Vorbeugung Daneben gibt es noch weitere können Tiere in gefährdeten Infektionskrankheiten beim Beständen gegen Mykoplasma Geflügel, die mit Atemwegssymgallisepticum schutzgeimpft ptomen einhergehen können, werden. und in der Differentialdiagnose berücksichtigt werden müssen, Die Ornithobacterium rhinotra- wie die Newcastle Krankheit cheale – Infektion (ORT) kommt (ND, Atypische Geflügelpest) bei Hühnern und Puten aller Al- und die Aviäre Influenza (AI, tersstufen vor. Die Tiere zeigen Klassische Geflügelpest, „Vogeldeutliche Atemwegssymptome grippe“), die aber im Rahmen mit wässrigem bis schaumigem dieses Artikels nicht besprochen Augenausfluss und Anschwellen werden. der Nasennebenhöhlen. Es treten schwerwiegende eitrige Lungen- Um den Krankheitskomplex entzündungen mit Luftsack- und „Geflügelschnupfen“ erfolgreich Herzbeutelentzündungen auf. zu bekämpfen und ihm gezielt ORT-Infektionen können mit vorzubeugen, muss in ZusamBreitspektrum-Antibiotika bemenarbeit mit dem betreuenhandelt werden, in der Regel mit den Tierarzt durch eingehende unterschiedlichem Erfolgsgrad. diagnostische Untersuchungen Es gibt einen Inaktivatimpfstoff geklärt werden, welcher Erreger zur Schutzimpfung der Zuchtdie im Bestand vorkommenden tiere. Symptome verursacht. Erst nach der Diagnosestellung kann dann Der klassische ansteckende die richtige Behandlung und das Geflügelschnupfen (Coryza passende Impfprogramm für den contagiosa) ist eine Erkrankung jeweiligen Bestand festgelegt der oberen Atemwege, verurwerden. l sacht durch die Bakterienart Avibacterium paragallinarum. Dr. Sigrid Spies ist Fachtierärztin für Geflügel, Unterschleißheim, Deutschland. Ältere Tiere sind für den an-


STALLBAU 17

Beratung

Zuluftführung optimieren Eine gleichmäßige Zuluftführung mittels Zuluftklappen entlang der Wand wird auf Grund des sich einstellenden Unter­ druckes erreicht. Damit sich eine Raumluftwalze bei niedrigen Winterluft­raten in einer großen Geflügelhalle ausbilden kann, Firstlüftung im Winter Im müssen durch Verengung der Winter wird die Firstlüftung Zuluftöffnungen hohe Aushäufig mittels einer Trafosteue- blasgeschwindigkeiten erzielt rung bewältigt. Der Vorteil liegt werden. Ein Intervallbetrieb der darin, dass die Ventilatoren auf Lüftung erfüllt diese Aufgabe Grund der Auftriebswirkung ebenso. Auf keinen Fall sollder warmen Abluft abgeschaltet te kalte Zuluft direkt in den werden können. So erledigt die Tierbereich strömen. Alternativ Schwerkraft kostengünstig den wird mittels Zuluftventilatoren Hauptteil des Luftaustausches. und regelbaren Pralltellern Schwachpunkt der Schwerkraft- oder Düsen über der Stalldecke lüftung ist ihre Windanfälligkeit, auch eine gute Einmischung der sodass die Windgeschwindigkalten Außenluft erreicht. Die keit im Außenbereich ständig Abluft entweicht bei diesem überwacht werden muss. Bei System auf Grund des Überdruhohen Windgeschwindigkeickes über Firstkamine, die mit ten müssen die Abluftklappen Rückschlagklappen ausgerüstet auf ein nötiges Maß schließen, sind. l sodass die Trafosteuerung einen gleichmäßigen Abluftbetrieb Ing. Mag. Manfred Wurzer war Mitarbeiter gewährleistet. in der LK Niederösterreich. Giebelwandseite befinden sich Großraumventilatoren, die in Gruppen zuschaltbar sind und die anfallende Überschusswärme abführen. In der Praxis findet je nach Klimasituation ein fließender Übergang von Tunnel- zu Firstlüftung statt.

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18 FIRMEN BERICHTEN

Eier: Verbraucher legen Wert auf Information 5,7 Mio. Legehennen sorgen in Österreich jedes Jahr dafür, dass nicht nur zur Osterzeit genügend Eier auf dem Markt sind. Damit decken die heimischen Erzeuger 81 % des Bedarfs im Inland ab. mischen Hühnerhalter setzen seit 2010 auch auf gentechnik-freie Fütterung und seit 2013 erhalten die Tiere ausschließlich Donausoja, was zudem durch kürzere Transportwege dem Klima zugutekommt und die Abhängigkeit von Eiweißimporten senkt. 68,8 % der Legehennen werden in Boden-, 19,5 % in Freilandhaltung, 9,6 % in Biobetrieben und im Gegensatz zu anderen Österreich nimmt in der LegeEU-Ländern nur 2,1 % in ausgehennenhaltung EU-weit eine stalteten Käfigen gehalten. Vorreiterrolle ein. Es hat nicht Die heimischen Verbraucher nur bereits im Jahr 2009, lange wollen wissen, wie die Hühner, vor der gesetzlichen Verpflichvon denen sie ihre Eier bezietung (2012), die traditionelle hen, gehalten werden und ob Käfighaltung abgeschafft, die hei- sie aus Österreich stammen.

Sauer macht lustig

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Der Einsatz von Antibiotika in der Geflügelhaltung steht unter zunehmender öffentlicher Kritik. Es sind daher intelligente und innovative Futterlösungen gefragt, die mit Blick auf die Reduzierung des Einsatzes von Antibiotika die Darmgesundheit nachhaltig aufrechterhalten können. Die Darmgesundheit ist der Schlüssel für hohe Leistungen und gesunde Tiere. Magen und Darm sind aber auch verantwortlich für die Verdauung des Futters, beherbergen Milliarden von Bakterien und sind Teil des Immunsystems. Bei der Störung des Darmmilieus spielen Stress und pathogene Keime eine zentrale Rolle. Umso wichtiger ist es, die Darmgesundheit und die Darmfunktionen bereits mit dem Futter zu unterstützen, um so das Leistungsvermögen der Tiere auszuschöpfen. Die

Mikrobiota im Darm und die Funktionen der Darmbarriere stehen in einer sensiblen Wechselwirkung – funktioniert das System, können Infektionen und Krankheiten oftmals verhindert werden. Einen komplett neuen Ansatz, mit dem der Darm optimal unterstützt wird, stellt das Produkt Presan®-FY der Firma Selko dar. Dabei handelt es sich um eine synergetische Mischung

Geschädigter Darm im Vergleich zum gesunden Darm: Mikrobielle Überbesiedelung, Dysbiose, Entzündungsreaktionen, geringe Darmbarriere, kürzere Darmzotten.

aus langsam freisetzender Laurinsäure und Butyraten, Phenolverbindungen, kurz- und mittelkettigen Fettsäuren und organischen Säuren, die über den gesamten Dünndarm hinweg freigesetzt werden. Der Dünndarm wird dabei gestärkt durch: – Hemmung der mikrobiellen Überbesiedlung – Reduzierung von oxidativem Stress – Regulierung der Darmflora – Stärkung der Darmwand – Verringerung von Entzündungsreaktionen bei Stress – Schutz des Darms gegenüber Toxinen Presan®-FY senkt den pH-Wert des Futters nicht. Ein gleichzeitiger Einsatz von Selko®-pH über das Tränkewasser ist daher sehr empfehlenswert. Presan® FY kann direkt in alle Futter­ sorten eingemischt werden. Zahlreiche Versuche – sowohl bei Lege- als auch bei Mastbetrieben – haben bestätigt, dass mit Hilfe der Produkte PresanFY und Selko-pH die Darmgesundheit und -stabilität gestärkt

Für mehr als ein Drittel ist die Haltungsform das wichtigste Kaufkriterium, danach folgen Herkunft, Frische und Preis. In der Österreichischen Eierdatenbank (www.eierdatenbank.at), die seit drei Jahren in Betrieb ist, kann jeder den auf dem Ei abgebildeten Erzeugercode eingeben („Quick-Egg-Check“) und erhält Auskunft über den Hühnerhalter. Mittlerweile sind rund 90 % der inländischen Eier in dieser Datenbank erfasst, die auch von den Verbrauchern sehr gut angenommen wird. Zu Ostern 2014 gab es insgesamt mehr als 145.000 Quick-Egg-Checks. l AIZ werden, was in einer effizienten Futteraufnahme und einer verbesserten Futterverwertung sichtbar wurde. DI Gunter Haydinger der Firma Praxmayer, die die Selko-Produkte in Österreich vertreibt, dazu: „Besonders positiv zu erwähnen sind zusätzlich die trockenere Einstreu, die festere Kotkonsistenz und daraus resultierend die sehr gute Fußballengesundheit. Bei Legebetrieben konnte auch eine verbesserte Eischalenqualität festgestellt werden.“ Falls Sie Interesse an den ausführlichen Versuchsergebnissen haben, nähere Infos zu den Produkten benötigen oder eine Beratung wünschen, wenden Sie sich bitte an: Praxmayer Spezialfutter GmbH & Co KG, Julius Welser Straße 19, 5020 Salzburg, Tel.: 0662/4234630, E-Mail: office@praxmayer.at

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er größte Teil der Eier wird aber nicht frisch gegessen, sondern geht in die Verarbeitung und in die Gastronomie. Während auf dem Frischei ein Stempel sowohl Herkunft als auch Haltungsform ausweist, was den Konsumenten besonders wichtig ist, werden diese Angaben, zum Leidwesen der bäuerlichen Produzenten, weder bei Verarbeitungsprodukten noch in der Gastronomie ausgewiesen. Der Appell der Landwirtschaftskammer Österreich und der EZG Frischei richtet sich daher an die Gesundheitsministerin, hier für eine entsprechende gesetzliche Regelung zu sorgen.


FIRMEN BERICHTEN 19

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Geschätze Leser! Im Laufe der Zeit können sich Adressen ändern und so kann es vorkommen, dass die Post das Magazin nicht mehr zustellen kann. Daher unsere Bitte: Geben Sie uns Ihre Adress­ änderungen bekannt: Tel.: 01/581 28 90 Fax: 01/581 28 90–23 E-Mail: office@blickinsland.at Besten Dank für Ihre Mithilfe! Das Team von der Abo-Verwaltung

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Den Problemen davonfahren Abgeweidete Flächen, Probleme mit Parasitenbefall, Verschlammung und Überdüngung sind für die Ställe kein Thema. Das Hühnermobil fährt man – dank geschlossener Bodenplatte und Rädern – inklusive Hühnern jede Woche im Jahr einfach weiter auf das nächste Stück frische, grüne Wiese. Landwirte berichten den Entwicklern des Hühnermobils von kerngesunden Hühnern über die gesamte Legeperiode und von wöchentlich steigender Nachfrage. Mit bodenschonenden Breitreifen ausgestattet, kann das Hühnermobil in wenigen

Minuten mit wenig PS versetzt werden. Den Hühnern stehen zwei übereinander liegende Stallflächen zur Verfügung, die durch ein Kotband voneinander getrennt und durch zwei Öffnungen miteinander verbunden sind: Der untere, eingestreute Scharraum und der obere, vollisolierte Funktionsraum mit Futter, Wasser, Sitzstangen und Einstreunestern. Vollständig autark von Wasser- und Stromversorgung kann ein Hühnermobil auch weiter entfernt von Gebäuden betrieben werden.

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