Page 1

JÄNNER 2015

MASCHINE DES JAHRES 2014

Die Revolution in der Sätechnik. PÖTTINGER AEROSEM NEUHEIT

„ Einzigartige, revolutionäre Technologie „ PCS – Pneumatische Universalsämaschine für Einzelkorn- und Normalsaat. „ Gleichzeitige Ablage von Düngedepots zur Saat „ IDS – Intelligenter Verteilerkopf für maximale Flexibilität beim Säen www.poettinger.at


2

INHALT

INHALT ENTWICKLUNG 04 Ackerbau 2015: Kein Ende der Diskussion im Pflanzenschutz MAISSORTEN 08 Sortenwahl Körnermais: Auf KolbenfäuleAnfälligkeit achten

ackerbauprofi – Ihr Magazin

»

2015 wird ein herausforderndes Jahr. Die Umsetzung der GAP-Reform mit den damit verbundenen betrieblichen Entscheidungen wird die Betriebsleiter fordern. Ob sich die Märkte stabilisieren, wird davon abhängen, wie die Ernten global ausfallen. Gibt’s neuerlich eine hohe Ernte, bleiben die Preise unter Druck. Die Frage ist, wie wahrscheinlich drei hohe Ernten in Folge sind.

SOJASORTEN 14 Sojabohne: Anbau und Sortenwahl aufeinander abstimmen

«

DI Christian Krumphuber, LK Oberösterreich

PFLANZENSCHUTZ 19 Neuerungen im Pflanzenschutz 2015 23 Maizünsler und Fusarien in Mais – was kann man dagegen unternehmen DÜNGUNG 29 Stickstoffdosierung in Echtzeit 32 ÖPUL: Düngemittel sorgfältig ausbringen BODENBEARBEITUNG 34 Durch richtige Bestellverfahren Erosion vermeiden

SEITE 29

GETREIDEDÜNGUNG

SEITE 8

MAISSORTEN

35 Durch richtige Bestellverfahren Erosion vermeiden LANDTECHNIK 42 Kein Stillstand bei Pflanzschutztechnik 44 FIRMEN BERICHTEN Der nächste ackerbauprofi erscheint 2016.

SEITE 23

MAISZÜNSLER

SEITE 14

SOJASORTEN

Fotos: © www.agrarfoto.com

IMPRESSUM UND OFFENLEGUNG HERAUSGEBER Klaus Orthaber EIGENTÜMER UND VERLEGER SPV Printmedien GmbH., Florianigasse 7/14, 1080 Wien CHEFREDAKTEUR Klaus Orthaber (orthaber@­blickinsland.at) REDAKTION Ing. Bernhard Weber (weber@blickinsland.at), Stefan Nimmervoll (nimmervoll@blickinsland.at) ­­ ­ ANZEIGEN­LEITUNG Prok. Doris ­Orthaber-Dättel (daettel@blickinsland.at) ANZEIGENVERKAUF ­Petra Hufnagl (hufnagl@blickinsland.at), Michael Mazelle (mazelle@blickinsland.at), Verena Planker (planker@blickinsland.at), Rene Rohatsch ­(rohatsch@blickinsland.at), Ingeborg Tucek (tucek@­ blickinsland.at), Eva-Maria Zweckmair (zweckmair@blickinsland.at) VERWALTUNG, ASSISTENZ Stefanie Brenner (brenner@blickinsland.at) REDAKTION UND HERSTELLUNG (ANZEIGEN­ANNAHME) Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Telefon 01/5812890, Fax 01 5812890-23 FIRMENBUCHNUMMER: FN 121 271 S. DVR 286 73 PRODUKTION Eva Mühlberger (grafik@blickinsland.at), Gerald Mollay (grafik1@blickinsland.at) DRUCK Leykam Druck GmbH & Vo KG, 7201 Neudörfl, Bickfordstr. 21 VERLAGSORT Florianigasse 7/14, 1080 Wien P.b.b., ZUL.-NR. 02Z033612M. Alle Zuschriften und Chiffre-Briefe an BLICK INS LAND; Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Unterlagen besteht keine Gewähr auf Veröffentlichung oder Rücksendung. OFFENLEGUNG gemäß Mediengesetz ³ 25: Verleger: SPV Printmedien GmbH., Firmensitz: Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Geschäftsführung: Klaus Orthaber, Gesellschafter: Klaus Orthaber. Erklärung über die grundlegende Richtung gem. § 25 (4) MedienG: Österreichisches Fachmagazin für Landwirte, Studierende und am Ackerbau Interessierte.


GESUNDE PFLANZEN MEHR ERTRAG

Großrahmiger Doppelnutzungshybrid; Garant für hohe Erträge auch auf kalten und schweren Böden

P8589 RZ ca. 290 NEU!

Internationaler „Top Yielder“ mit bester Gesundheit und Agronomik

RZ ca. 340

P9900

NEU!

SOJABOHNEN

Ertragsstärkste Sorte Österreichs – empfohlen für gute Maisanbaulagen

RZ 430

P63LE75 früh

SCHÜTZE DEINE SONNENBLUMEN ® MIT PIONEER PROTECTOR

NEU!

P64LE25

mittelfrüh

Reifegruppe 0

FALSCHER

mittelspät

P64HE39

PR91M10

NEU!

MEHLTAU

Nur DuPont Pioneer bietet nun Hybriden mit Toleranz/Resistenz gegen Falschen Mehltau an. Das Technologie-Paket – verlässlich bis zur Ernte.

AKTION: Frühbezug

ERSTER SEIN

Sichern Sie sich Ihren Frühbezugsrabatt und bestellen Sie rechtzeitig bis spätestens 28.02.2015 beim DuPont Pioneer Fachhändler bzw. Promotor. Nähere Infos im Innenteil des Ackerbauprofis.

+43 (0) 2166 25 25 www.pioneer.com

AKTION: Wetterstation mit Regenmesser Beim Kauf von DuPont Pioneer Saatgut für mindestens 5 ha erhalten Sie als Dankeschön eine elektronische Wetterstation mit Regenmesser von DuPont Pioneer.

Die AKTION ist gültig für Bestellungen bis 30.06.2015. Solange der Vorrat reicht! Die Wetterstation wird per Post nach Abschluss der Saison im Sommer 2015 an Sie geliefert.

© www.gsc-werbung.at

P9074


4

ENTWICKLUNG

Ackerbau 2015: Kein Ende der Diskussion im Pflanzenschutz

Von Christian Krumphuber

D

as Jahr 2015 – schwierige Ausgangs­lage –­ schwierige Prognose: Der Autor gesteht zu, mit seinen Prognosen in der jüngeren Vergangenheit nicht immer ganz richtig gelegen zu sein. (Das einzig Tröstliche in diesem Zusammenhang ist, dass dies sehr viel rennomierteren Personen und/oder Institutionen ebenfalls passiert ist …“) Womit haben wir es aktuell zu tun? Die positive ­Nachricht ist: Getreide-, Mais- und Öl­ saaten­märkte sind global gesehen Wachstumsmärkte. Die Zuwachsraten sind relativ gut bekannt. Etwa zwei Prozent Verbrauchszuwachs pro Jahr bei Getreide/Mais und etwa vier Prozent bei Ölsaaten. Der Trend ist ungebrochen und er wird im Wesentlichen vom Zuwachs im Nahrungs- und Futtermittel­ sektor getragen. Allerdings ist es ein Faktum: Die letzten beiden Ernten lagen über

dem Verbrauch. Speziell bei Weizen – aber auch bei Soja – sind die Lager sehr gut gefüllt. Der Quotient Lager zu Verbrauch (neudeutsch: stock-touse-ratio) liegt durchwegs über 20%. Solche Lagerbestände werden allgemein als „komfortable Versorgungslage“ gesehen. Bei den wichtigsten Kulturen gibt es allerdings recht deutliche Unterschiede: Bei Weizen und Soja sind die Lagerbestände sehr deutlich über 20% – bei Mais bei knapp 20%. Grundsätzlich klar sollte sein: Volle Lager drücken den Preis. In diesem Zusammenhang könnte man jetzt natürlich fast ins Philosophische kommen. Sind Lagerbestände bei einem so essentiellen Produkt wie Weizen von 25% eines Jahresverbrauches wirklich so schlimm? Das heißt: Es gibt Lagervorräte von etwa 90 Tagen eines Jahresverbrauches. So ganz rational ist das nicht: Bei solchen Lagerbeständen gilt die Welt als bestens versorgt und die Preise stürzen ab. Bei Lagerbeständen unter 20% – also etwa 70 Tagen eines

globalen Jahresbedarfes (Situation des Jahres 2012) – konnte man den Eindruck gewinnen, als würde die Welt knapp vor der Hungerkatastrophe stehen, so überreagiert haben bisweilen „die Märkte“. Was man daraus sehen kann ist: Auch Märkte oder Marktteilnehmer agieren bzw. reagieren nicht immer ganz rational. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass trotz einer nahezu überbordenden und sehr deutlich über dem Bedarf liegenden Sojaernte die Preise sich relativ gut halten. Besser jedenfalls als die Weizen- oder Maispreise. Energiepreise unter Druck Bei Redaktionsschluss lag der Ölpreis unter 80 Dollar pro Barrel – dem tiefsten Preis innerhalb der letzten vier Jahre. Wie ­immer kann die Landwirtschaft das mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten. Lachend, wenn man an Energiepreise denkt. Und tat-

sächlich ist auch Diesel so billig wie schon lange nicht – könnte allerdings vermutlich noch etwas billiger sein. Alle Produkte, die hohen Energieinput haben, sollten kurz- bis mittelfristig preislich unter Druck geraten. Das gilt selbstverständlich auch für Stickstoffdünger. Klar sollte aber auch sein, dass niedrige Energiepreise der Bio­energie das Leben schwer machen. Kurzfristig sind keine großen Preissprünge bei Energie zu erwarten. Dazu ist die Situation der Wirtschaft zu düster – faktisch gibt es kaum Wirtschaftswachstum im EURaum. Zudem haben die USA eine Energiewende der eigenen Art geschafft. Waren sie vor noch gar nicht so langer Zeit ein großer Erdgasimporteur, sind sie mittlerweile autark – dem Gas-Fracking sei Dank. Weitere Ausbreitung des Maiswurzelbohrers – hohe Käferpopulationen Die Land­ wirtschaftskammer betreibt, seitdem der Maiswurzelbohrer

Foto: © www.agrarfoto.com

Das Jahr 2014 hat einige Überraschungen gebracht, die nicht unbedingt zu erwarten waren. Die z­ weite ­Rekord­ernte in Folge bei Getreide, Mais und Ölsaaten setzt die Märkte ziemlich unter Druck. Es ist ­außergewöhnlich: faktisch in keiner einzigen wichtigen Produktionsregion der Welt hat es Missernten gegeben oder massive Ausfälle durch Überflutungen oder Dürre. Sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel ­waren die Ernten durchwegs gut bis sehr gut.


ENTWICKLUNG

in Österreich vorkommt, ein Monitoring. Konkret werden an etwa 60 Standorten in Oberösterreich Pheromonfallen aufgestellt und während der Flugzeit des Käfers – etwa Ende Juni bis September – das Auftreten des Käfers festgestellt. Bis zum Vorjahr war die Situation recht günstig – in anderen Bundesländern, allen voran der Steiermark, gab es schon Schäden sowohl durch Larvenfraß als auch durch den Käfer. Heuer sind die Fangzahlen auch in Oberösterreich sehr deutlich nach oben gegangen. Gegenüber 2013 haben sich die Käferzahlen etwa verzehnfacht. Die Situation ist nach wie vor nicht dramatisch, aber sie ist Anlass zur (Vor)sorge, und wir müssen alles daran setzen, die Ausbreitung des Käfer in einem überschaubaren, nicht schädigenden Ausmaß zu halten. Der Käfer kommt inzwischen in allen Bezirken Ober­österreichs vor – allerdings gab es hohe Fangzahlen nur in einigen wenigen Gebieten wie – Nördliches Eferdinger Becken

5

Tab. 1: Entwicklung Produktion, Verbrauch und Lagerbestand bei Getreide (inkl. Reis) und Sojabohne (Zahlen in Millionen Tonnen) Jahr 2012/13 2013/14 2014/15

Produktion 2.266 2.471 2.469

Getreide Verbrauch 2.284 2.422 2.450

Lagerbestand 454 502 520

Produktion 268 285 311

Sojabohne Verbrauch 260 272 284

Lagerbestand 56 67 91

Quelle: WASDE-Bericht, US-Landwirtschaftsministerium, November 2014

Tab. 2: Notwendige ökologische Vorrangflächen – Anrechnung von Leguminosen bzw. Zwischenfrüchten Ackerfläche in Hektar

Notwenige ÖVF in Hektar

Erfüllung ÖVF über Leguminosenabau, Hektar

Erfüllung ÖVF über Zwischenfrüchte, Hektar

15 20 25 30

0,75 1,0 1,25 1,5

1,1 1,43 1,79 2,15

2,5 3,4 4,17 5,0

(traditionelles Saatmaisgebiet) – Raum Steyr – Punktuell im Bezirk Linz und Wels Bekämpfung bedeutet zu allererst Einhaltung einer geregelten Fruchtfolge, denn den vollen Entwicklungszyklus und die starke Vermehrung gibt es am ehesten bei Mais auf Mais.

Im Konsummaisanbau heißt das: nach Möglichkeit nicht Mais auf Mais. Anders stellt sich die Situation in der Saatmaisproduktion dar. Aufgrund der räumlichen Begrenztheit der Saatmaisgebiete und der Notwendigkeit, ­Abstände zu anderen Maisbeständen einzuhalten, ist man hier oft gezwungen, Mais auf Mais

zu stellen. In der Saatmaisproduktion wird man künftig wohl um den systematischen Einsatz chemischer Maßnahmen nicht herumkommen. Es gibt inzwischen ein registriertes Granulat gegen die Larven – auch die Bekämpfung des Käfers mit Insektizid ist möglich. Fortsetzung auf Seite 6

Wielton Agro hat ein umfassendes Angebot Seit 2014 ist Wielton mit rund 25 verschiedenen landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen verstärkt in Österreich präsent. Zum Angebot zählen neben unterschiedlichen Dreiseitenund Muldenkippern verschiedene Ballentransportwagen, Untersetzachsen und Gülle­ fassanhänger.

Neben der Produktion von Aufliegern und Aufbauten für den Straßenverkehr zählt die Tochtermarke Wielton Agro mit ihrer breiten Angebotspalette landwirtschaftlicher Anhänger mittlerweile zu den wichtigsten Standbeinen des Unternehmens. 2005 wurde Wielton erstmals

in Deutschland eingeführt und erlebt seitdem jährlich einen konstanten Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich. Nach dem Börsengang 2007 und der flächendeckenden Modernisierung der Produktionsstätten und zertifizierten Qualitätssicherung beschäftigt Wielton mittlerweile mehr als 1.200 Mitarbeiter und stellt jährlich rund 10.000 Einheiten fertig.

Die Fahrzeuge der Polen punkten durch Leichtbauweise, hohe Belastbarkeit und lange Lebensdauer. Rund 40 Prozent der Produktion sind kundenspezifische Lösungen. In Polen ist Wielton seit Jahren souveräner Marktführer. Die Produkte des Unternehmens haben in Europa einen fixen Platz unter den Top Ten der Branche. Alle Produkte werden auf höchstem Qualitätsniveau

und in Zusammenarbeit mit namhaften Komponentenzulieferern entwickelt sowie unter Verwendung modernster Technologien hergestellt. Innerhalb Österreichs liefert Wielton übrigens alle Nutzfahrzeuge frei Haus. Somit bleibt der übliche Aufwand bei der Abholung im Werk erspart. INFORMATION: www.wielton.at

W ER B UNG

Wielton wurde 1991 im westpolnischen Wieluń gegründet und hat sich schnell zu einem der führenden Hersteller von Nutzfahrzeugen in Europa entwickelt.


ENTWICKLUNG

für die Futtergrundlage braucht und wenn man aus Gründen der geregelten Wirtschaftsdüngeraus­ bringung keine Leguminosen anbauen will oder kann. Für Zwischenfrüchte als ökologische Vorrangflächen gilt der Anrechnungsfaktor 0,3.

Fortsetzung von Seite 5 Wir werden in den nächsten Monaten sehr intensiv über Vorsorge- und Bekämpfungsmöglichkeiten informieren. Die Eindämmung des Maiswurzelbohrers wird eine enorme Herausforderung der nächsten Jahre werden. Er heißt im US-Sprachgebrauch nicht umsonst „Billion-Dollar-­beetle“ – der Milliarden-Dollar-­Käfer, denn auf mindestens eine Milliarde Dollar schätzt man die jährlichen Schäden des Käfers im US-Mais­ anbau. Pflanzenschutz – kein Ende der Diskussion Man braucht wohl keine besonderen prophetischen Fähigkeiten, um zu prognostizieren: die Diskussion um den (chemischen) Pflanzenschutz wird uns auch 2015 verfolgen. Angefeuert von periodischen Schauermeldungen aus dem Bereich der Umwelt-NGOs und einer tendenziell kritisch eingestellten öffentlichen Meinung wird die Position der produzierenden Landwirtschaft immer schwieriger. Beispiel gefällig: In der Publikation von greenpeace Deutschland „Plan bee – L ­ eben ohne Pestizide“ findet sich folgende Forderung: Schrittweise Verbannung aller chemischen Pestizide (Herbizide, Insektizide und Fungizide) in ganz Europa durch die flächendeckende Einführung der ökologischen Landwirtschaft. Dabei stehen wir ohnehin schon vor der Situation, dass wir mit immer mehr Pflanzen­schutzproblemen und Herausforderungen konfrontiert sind, für die es keine echten Lösungen gibt. Drahtwurm bei Kartoffel, periodisch auftretende Engerlinge im Grünland und Futterbau und neuerdings Auflaufschwierigkeiten bei Raps. Die Probleme des vergangenen Herbstes sind möglicherweise nur ein Vorgeschmack auf das, was uns noch erwartet. Die Rapsfläche befindet sich jedenfalls in Österreich auf Talfahrt. Und die künftigen klimatischen Bedingungen werden uns noch vor Herausforderungen stellen. Es werden Krankheiten und Schädlinge heimisch werden, die

Mit 7,15% Leguminosenanbau (gerechnet an der Ackerfläche) bzw. mit 16,7% Zwischenfruchtbegrünungen (gerechnet an der Ackerfläche) kann man die Verpflichtung zur Anlage ökologischer Vorrangflächen ebenso erfüllen. Zwischenfruchtanbau, der als ökologische Vorrangfläche angerechnet wird, kann allerdings dann in der Maßnahme Begrünung des ÖPUL nicht gefördert werden.

in unseren Breiten noch weitestgehend unbekannt sind. Der globale Warenverkehr sorgt zudem für Nachschub an Schädlingen – der Maiswurzelbohrer oder auch der asiatische Laubholzbock­ käfer sind Beispiele. Wird man im Bereich der Ackerkulturen mit dem bestehenden Mittelangebot noch einigermaßen zu Rande kommen, wird es im Bereich Obst, Gemüse und Sonderkulturen immer schwieriger. Die Industrie ist zunehmend nicht mehr bereit, die teuren und/oder aufwändigen Indikations-­registrierungen für Kulturen zu tragen, wo wenig Umsatz zu erwarten ist. Aus der Sicht der Industrie ist das ökonomisch nachvollziehbar. Noch bedrohlicher ist das mittelbis langfristige Szenario: die globalisierte Pflanzenschutzindustrie investiert immer weniger in die Entwicklung neuer Produkte. Horrende Entwicklungskosten von 200 Millionen € und mehr pro Wirkstoff sind auch für die Branchengrößen Bayer oder Syngenta keine Kleinigkeit. Ein fast schon industriefeindliches Umfeld gepaart mit einer öffentlichen Meinung, die chemischen Pflanzenschutz fast schon als „Teufelszeug“ anprangert, lässt die Industrie zunehmend von

Die GAP-Reform mit ihren „greening-Maßnahmen“ bringt eine Fülle von Überlegungen und Entscheidungen. Manche Europa abrücken. Die Zukunfts- Bereiche überdecken sich mit märkte werden eher in Asien dem künftigen ÖPUL. Trotzdem und Südamerika gesehen bzw. im ist mit der möglichen AnrechenFeld der Pflanzenzüchtung und barkeit von Leguminosen und/ nicht in der klassischen Chemie. oder Zwischenfrüchten etwas Ob damit die künftigen Anforgelungen, was speziell sehr proderungen der Landwirtschaft duktionsorientierten Betrieben erfüllt werden können, ist mehr entgegenkommt. als fraglich. Klar muss aber sein, dass schon in der jüngeren Resumee 2015 wird ein herausVergangenheit und heute die forderndes Jahr. Die Umsetzung Schienen für die Zukunft gelegt der GAP-Reform mit den damit wurden und werden. Umkehrbar verbundenen betrieblichen Entsind solche Prozesse nur sehr scheidungen wird die Betriebsmühsam und langfristig. leiter und Betriebsleiterinnen fordern. Ob sich die Märkte staGAP-Reform – Ökologische bilisieren, wird davon abhängen, Vorrangflächen – Legumino- wie die Ernten global ausfallen. senanbau/Zwischenfrucht­ Gibt’s neuerlich eine hohe Ernte, anbau Bekanntlich müssen bleiben die Preise unter Druck. Betriebe über 15 Hektar Die Frage ist, wie wahrscheinlich Ackerfläche durch die GAP-Re- drei hohe Ernten in Folge sind. form ökologische Vorrangflächen Schwierig und mühsam bleibt (ÖVF) anlegen. Das können das Thema Pflanzenschutz. einerseits LeguminosenreinbeVermutlich müssen wir mehr in stände (Soja, Ackerbohne, Erbse, Kommunikation und Aufklärung Klee- und Luzernereinsaaten) investieren. Allerdings tragen sein mit einem Anrechnungsfak- viele Werbebotschaften dazu bei, tor von 0,7. Das heißt: Ein Hekt- dem Konsumenten ein Bild zu ar Leguminosen zählt 0,7 Hektar zeichnen, das fernab jeder RealiÖVF. tät einer zeitgemäßen LandwirtFür flächenknappe Veredelungs- schaft ist. l betriebe kann aber auch die Anrechnung von Begrünungen als ÖVF Sinn ergeben, wenn Dipl.-Ing. Christian Krumphuber ist man aufgrund der Intensität der ­Pflanzenbaudirektor in der Tierhaltung die eigene Fläche LK Oberösterreich

Foto: © www.agrarfoto.com

6


JETZT zum FIRST CLAAS Preis

ab € 57.990,– inkl. Mwst Solange der Vorrat reicht

So, wie Du willst ... Der neue ARION 410. Grundausrüstung: • 4,5lt Hubraum, 90 PS Leistung • Vierfach-Lastschaltung mit 16/16 Gang • Hubkraft 4,6 to • zulässiges Gesamtgewicht 8,5 to • Fahrersitz luftgefedert • Komfortdach mit Dachluke • Heckscheibenwischer • Drehlicht, Radio

Zusatzausrüstung: • 3-fach Zapfwelle 540/540E/1000 • Zapfwellen Aus- und Einschaltung auch an beiden Kotflügeln • Zapfwellenautomatik • 3 Steuergeräte EW/DW • KLIMAANLAGE • Kotflügelverbreiterung hinten • Bereifung vorne 440/65 R 24 • Bereifung hinten 540/65 R 34 • optional mit PANORAMIC-Dach

Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrem CLAAS Vertriebspartner. OÖ, S: Johannes Ortmaier 0676/3316 125 NÖ West: Franz Hebenstreit 0676/9447 253 Stmk,B,K: Wolfgang Heidinger 0676/9445 740 V,T,K,S: Karl Terkl 0676/7207 785 NÖ Ost, Bgl: Josef Zeitlberger 0676/9445 192 claas.at


8

MAISSORTEN

Sortenwahl Körnermais: Auf Kolbenfäule-Anfälligkeit achten Für die anstehende Saison stehen den Landwirten nach 21 Körnermais-Sorten im Vorjahr heuer 17 neue Sorten der Österreichischen Sortenliste zur Verfügung. Diese Maissorten stammen von sieben verschiedenen internationalen Züchterfirmen. Die Herkunft der Sorten aus verschiedenen Zuchtprogrammen trägt zur Agrodiversität dieser wichtigen heimischen Kulturart bei. Von Horst W. Luftensteiner

D

Der kompakte Frühe KARNIKUS

RZ 260

• Neuer, ertragsstarker, kompakter Zahnmais • Rasche Abtrocknung im Korn • Ausgezeichnete Standfestigkeit und blattgesund

Der ÜBERFLIEGER KWS 2323

RZ 320

• Top Leistungen im Körnermais • Im Silomais – sehr hohe Energieerträge IN BESONDERS GESUND – BLATT UND KOLBEN ! AUCH IM JAHR 2014

!

www.kwsaustria.at

mischen Rahmenbedingungen bei dieser Kulturart zu der oben erwähnten Flächenausdehnung. Die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten der Kulturart Mais sowohl in der Fütterung, der Stärke- und Lebensmittel-Industrie, der Zitronensäure-Produktion als auch zur Biogas-Gewinnung erfordern eine nutzungsangepasste Sortenwahl. Zu diesem Zweck stellt die AGES im Internet auch die Siebungs-Ergebnisse der Sorten zur Verfügung (www.baes.gv.at/ pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/ mais). Aus diesen Abbildungen ist insbesonders ersichtlich, welche Hartmais-Sorten seitens der Stärke-Industrie nachgefragt und angenommen werden. Seit 2011 werden von der AGES im Zulassungsverfahren in für die EU einzigartigerweise Kolbenfäule-Bewertungen der Maissorten auf zweijähriger Datenbasis durchgeführt. Diese Bewertungen beruhen auf Bonituren unter natürlichem Befall sowie nach künstlicher Infektion an mehreren Standorten. Da für die neu zugelassenen

Sorten erst einjährige Beobachtungswerte vorliegen, können diese Sorten erst im nächsten Jahr eingestuft werden. Zusätzlich startete 2011 ein vom Lebensministerium gefördertes Fusarium-Projekt. Somit stehen jährlich um die 1000 Analysen von bis zu 45 Standorten aus AGES- und LK-Sortenversuchen zur besseren Bewertung der Sortentoleranz hinsichtlich Kolbenfäule bei Körnermais zur Verfügung. Damit liegen für alle vier Reifegruppen durchschnittliche österreichische DON(Deoxynivalenol), ZEA- (Zearalenon) und Fumonisin-Gehalte bewährter und neu gelisteter Sorten aus den Vorjahren vor. Die österreichische Analysendichte hinsichtlich dieser verschiedenen Mycotoxine ist im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern (z.B. Schweiz, Bayern) einzigartig! Die Kolbenfäule-Anfälligkeit der Sorten sollte bei den Anbauentscheidungen nachdrücklich berücksichtigt werden. Wie die letztjährigen Ergebnisse klar zeigen, lässt sich das Mycotoxinrisiko in der Ernteware selbst bei so

schwierigen Bedingungen wie im Vorjahr durch eine geeignete Fruchtfolge und optimierte Pflanzenbau-Managementmaßnahmen sowie durch die auf dieses Merkmal abstellende und gezielte Sortenwahl auch im hohen Ertragsniveau-Bereich wesentlich minimieren (www. baes.gv.at/pflanzensorten/ oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais). In den Tabellen (Tab. 1–4) und Abbildungen (Abb. 1–4) sind nur jene Sorten der Österreichischen Sortenliste enthalten, von denen auch aus den letzten Jahren aktuelle repräsentative Ertragsdaten des AGES-Versuchsnetzes in den Hauptproduktionsgebieten vorliegen. Die Beschreibung aller anderen Sorten und deren Erträge sind der Homepage der AGES (siehe www.baes.gv.at/pflanzensorten/ oesterreichische-beschreibende-­ sortenliste/mais) zu entnehmen. Besonderes Augenmerk sollte der Landwirt bei der anstehenden Sortenwahl auf das Sortenkreuz der jeweiligen Reifegruppe legen. Früh reifenden Sorten ist bei ähnlich

Foto: © www.agrarfoto.com

ie Fläche von Körner- und CCM-Mais nahm 2014 gegenüber dem Vorjahr um etwa 15 000 ha auf über 216 000 ha zu (Statistik Austria). Trotz Frühjahrstrockenheit und lokalem Hochwasser konnte gegenüber dem Zehnjahresmittel ein um 13 Prozent höherer Durchschnittsertrag von 107,9 dt/ha erzielt werden. Der enttäuschende Körnermais-Ertrag des Vorjahres (81,2 dt/ha in 2013) führte wegen der guten ökono-


MAISSORTEN

hohem Ertragspotential gegenüber später reifenden Sorten als risikominimierende Maßnahme hinsichtlich Kolbenfäule-Anfälligkeit der Vorzug zu geben. Bei engen Mais-Fruchtfolgen ist es ebenso nachhaltig angebracht, die Kolbenfäule-Einstufungen bei den Anbauüberlegungen zu berücksichtigen, zumal aus den DON-Gehalts-Diagrammen Ackerbauprofi neue und ertragstärkere Sorten Jänner 2015 mit früherer Reifezahl ausge94 x 260 mm wiesen werden! Zudem sollte bei der Sortenwahl ein Vergleich neu eingetragener Sorten mit den im Vorjahr im eigenen Betrieb angebauten Sorten zu Grunde gelegt werden. Die betriebsspezifische Wirtschaftlichkeit bestimmter Körnermais-Sorten wird nämlich nachhaltig durch die auflaufenden Trocknungskosten bestimmt. Die hohe Fusarium-Toleranz der gewählten Sorte kann das Risiko erhöhter DON-Gehalte in der Ernteware vermeiden und damit nachhaltig zur Wirt-

schaftlickeit der betriebseigenen Veredelung beitragen. 37 Sorten standen nach zweirespektive dreijähriger Prüfung Ende 2014 zur Listung an. Davon wurde nicht ganz die Hälfte – nämlich 17 Sorten – von der Sortenzulassungs-Behörde (Bundesamt für Ernährungs­ sicherheit) nach Anhörung der Sortenzulassungskommission in die Österreichische Sorten­ liste eingetragen. Die Zulassung etwa eines Dritteles, nämlich zwölf Sorten, wurde auf Grund eines nicht ausreichenden „Landeskulturellen Wertes“ nach zweijähriger Prüfung abgelehnt. Sechs Sorten erbrachten in den beiden Prüfjahren uneinheitliche Ergebnisse, sodass diesen Prüfkandidaten ein weiteres Prüfjahr zur Erlangung des „Landeskulturellen Wertes“ zugestanden wurde. Für zwei Sorten wurde jeweils vom Antragssteller selbst ein drittes Prüfjahr beantragt.

D

Werbung

ES CONCORD FAO 260

Hebt ab

• Spitzenerträge, sehr gute Kornabtrocknung • ausgezeichnet standfest • sehr gesund in Korn und Blatt

ARNO® DKC 3939 | FAO ca. 320

Weniger Pilz, mehr Ertrag • rasche Jugendentwicklung • enormes Ertragspotenzial • beste Kolbengesundheit

ALEGRO® DKC 4025 | FAO 340

Überall genial

• höchst ertragsstark und ertragsstabil • herausragende Kornabtrocknung • kurz, kompakt, trockentolerant

Fortsetzung auf Seite 10

Die besten Sorten | zum Maisanbau 2015 ie Saatbau Linz vermarktet die beliebtesten Maissorten: NK Falkone ist die größte Maissorte in Österreich, Angelo ist der beliebteste Silomais. 4 neue Mais­ hybriden von FAO 270 bis FAO 410 wurden im Dezember neu in die österreichische Sortenliste für die Saatbau

Maishits 2015

Linz eingetragen. Neu im Programm der Saatbau Linz ist die Sorte ARNO® DKC 3939 FAO ca. 320. ARNO® überzeugt mit einem enormen Ertragsvermögen, er erzielte Spitzenerträge in den Praxisstreifenversuchen 2014. ARNO® ist rasch in der Jugendentwicklung und bei mittlerer Wuchshöhe ausgezeichnet standfest. Außerdem ist ARNO® sehr gesund, die Widerstandsfähigkeit gegen Blattkrankheiten sowie gegen Kolbenfusarium ist sehr gut. ALSO® Sorte DKC 4431 FAO 360 ist ebenfalls neu im Sortiment der Saatbau Linz. Enorme Ertragsstärke, exzellente Standfestigkeit und gute Gesundheit zeichnen ALSO® aus. Die Saatbau Linz bietet für österreichische Landwirte ein breitgefächertes, leistungsstarkes Angebot von FAO ca. 200 bis FAO ca. 490 für alle Nutzungen sowie die verschiedenen Standortbedingungen. INFORMATIONEN:www.saatbau.com

ALBERTO® DKC 4621 | FAO 410

Der Maiskaiser

• herausragende Erträge • exzellent standfest • rasche Jugendentwicklung www.saatbau.com

9


10 MAISSORTEN

Sehr früh bis mittelfrüh reifende Sorten TROCKENMASSEERTRAG

KOLBENANTEIL

4 3 2 2,5 3,5 2 2 2 3 2

KOLBENFÄULE°

2 2,5 2,5 2,5 2,5 3 2,5 2,5 2 2,5

BLATTABREIFE

SM,KM KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM

Hz Hz Hz Hz Hz Hz Hz Hz Hz H

SEITENTRIEBE

KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM

WUCHSHÖHE

S S T S S S S S S S

HELM. TURCICUM

2013 2009 2013 2008 2013 2011 2013 2006 2009 2011

BEULENBRAND

220 230 240 240 250 250 250 250 250 260

JUGENDENTWICKLUNG

SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN

KWS Stabil, D Amanatidis, D ES Abakus, D ES Palazzo, D Arturo, A Diego, A LG30233, F NK Falkone, CH Ricardinio, D SY Multitop, CH

LAGERUNG

GEBROCHENE PFLANZEN

KORNERTRAG

KORNTYP

NUTZUNG

HYBRIDTYP

ZULASSUNGSJAHR

SORTE, ZÜCHTERLAND

REIFEZAHL

SILOMAIS

3 3 2 3 3 2 2 3 2 3

3 3 3 3 2 2 2 3 3 3

3 2 3 5 3 3 3 2 3 3

4 4 5 4 4 5 6 5 5 4

8 8 7 7 8,5 8 6 5 8 7

2 2 2 4 2 2 3 2 2 4

7 6,5 6 7 7 7 7,5 7,5 5,5 7,5

4 4 6 5 6 5 7 5 6 3

3 4 2 3 4 3 3 3

2 3 3 4 2 2 2 2

2

3

6

7

2

7,5

-

3

2

NEUE SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN LG30215, F

250 2014

S KM,SM Hz

2

2

2

SORTEN OHNE AKTUELLE ERTRAGS-ERGEBNISSE

siehe www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais

Tab. 1: Beschreibung sehr früh- bis mittelfrüh reifender Sorten Ausprägungsstufen (APS): APS 1 = sehr hoher Ertrag, sehr geringe Bruch-, Lager- oder Krankheits-Anfälligkeit bzw. Seitentriebbildung, sehr gute Jugendentwicklung, sehr kurze Wuchshöhe. APS 9 = sehr niedriger Ertrag, sehr starke Bruch-, Lager- oder Krankheits-Anfälligkeit bzw. Seitentriebbildung, sehr schwache Jugendentwicklung, sehr lange Wuchshöhe

Mittelfrüh reifende Sorten TROCKENMASSEERTRAG

KOLBENANTEIL

2 2 2 2 3 2 2,5 2,5 2,5 2,5 3 2 2,5 2,5 3 2 3,5 2

KOLBENFÄULE°

2 1,5 2,5 3 1,5 3 2,5 3 2,5 2 2,5 2,5 2,5 2,5 2 2 2 2

BLATTABREIFE

Hz Hz H H Z Hz Hz Hz Z Z Zh Hz Hz Zh Zh Z Z Zh

SEITENTRIEBE

KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM KM KM,SM KM,SM KM KM KM,SM KM,SM SM,KM SM,KM KM KM,SM KM KM,SM KM,SM

WUCHSHÖHE

S S S S S S S S S S S T S S S S S S

HELM. TURCICUM

2012 2013 2011 2010 2013 2006 2009 2011 2010 2011 2011 2009 2010 2012 2013 2011 2013 2013

BEULENBRAND

260 260 260 270 270 280 280 280 280 290 290 290 290 290 290 290 300 320

JUGENDENTWICKLUNG

SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN

ES Concord, D Karnikus, F SY Multitop, CH MAS 25T, F P8150, USA DKC3476, USA LG 3258, F Millesim, D P8400, USA DKC3711, USA DKC3912, USA ES Garant, D Grosso, D Kambris, D P8450, USA P8523, USA DKC3642, USA KWS 2323, D

LAGERUNG

GEBROCHENE PFLANZEN

KORNERTRAG

KORNTYP

NUTZUNG

HYBRIDTYP

ZULASSUNGSJAHR

SORTE, ZÜCHTERLAND

REIFEZAHL

SILOMAIS

2 3 3 2 2 2 2 3 3 2 2 2 3 3 2 2 2 2

3 3 3 3 3 4 2 2 3 4 4 3 3 4 4 5 3 3

3 3 3 4 3 3 3 2 5 3 4 3 4 3 3 4 3 3

5 4 4 5 5 6 6 6 5 4 5 5 5 4 4 5 3 4

8 7 7 8 8 8 8 6 7 6 7 8,5 7 7 8 7 8 8

3 2 4 3 3 3 3 2 3 2 3 3 2 2 3 2 4 2

5,5 6,5 7,5 5 6 6 6,5 6 6 5 4,5 4,5 5,5 6 6,5 6,5 5,5 6

4 3 7 5 4 6 5 5 5 5 7 5 6 4 5 5 4

3 3 2 3 3 2 2 2 3 3

2 2 4 3 2 4 2 4 4 3

2 3 4 2 3 3

3 3 3 3 3 3

6 6 5 5 6 5

8 6 7 8 8,5 6

2 3 4 2 2 2

5 6,5 5,5 6 5 6

4 -

3 4 3 3 2 4

3 3 2 2 2 3

NEUE SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN

DKC3341, USA SY Multipass, D DKC3441, USA LG30273, F ES Asteroid, D Karunas, D

270 270 280 290 300 300

2014 2014 2014 2014 2014 2014

S S S S S S

KM,SM Hz KM,SM H KM,SM Zh KM,SM Hz KM,SM Zh KM,SM Zh

2 2 2 2 1,5 2

2,5 2,5 2 2,5 2 3

2 4 2 2 3 2

SORTEN OHNE AKTUELLE ERTRAGS-ERGEBNISSE siehe www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais

Tab. 2: Beschreibung mittelfrüh reifender Sorten Ausprägungsstufen (APS): APS 1 = sehr hoher Ertrag, sehr geringe Bruch-, Lager- oder Krankheits-Anfälligkeit bzw. Seitentriebbildung, sehr gute Jugendentwicklung, sehr kurze Wuchshöhe. APS 9 = sehr niedriger Ertrag, sehr starke Bruch-, Lager- oder Krankheits-Anfälligkeit bzw. Seitentriebbildung, sehr schwache Jugendentwicklung, sehr lange Wuchshöhe

Fortsetzung von Seite 9 In der sehr frühen bis mittelfrühen Reifegruppe (Tab. 1 und Abb. 1) wurde 2014 die Sorte LG30215 (Rz 250) nach zweijähriger Prüfung in die Österreichische Sortenliste aufgenommen. Die Hartmais-Sorte LG30215 zeigt eine sehr gute bis gute Jugendentwicklung und bei mittlerer bis starker Heliminthosporium-Anfälligkeit (APS6) eine sehr geringe bis geringe Lager- und Bruch-Anfälligkeit. Im Vergleich zur im Vorjahr gelisteten Sorte LG30233 mit nunmehriger Kolbenfäule-Bewertung APS7 ist auf das höhere Ertragspotential und die wesentlich geringere Anfälligkeit der neuen Sorte (APS4) desselben Züchters mit den Erfahrungen des Fusariumjahres 2014 hinzuweisen (DON-Diagramm; www.baes. gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais; Ertrag jeweils auf Versuchsmittel bezogen)! In der mittelfrühen Reifegruppe (Tab. 2 und Abb. 2) wurden sechs neue Sorten, nämlich die beiden Hartmaise DKC3341 und SY Multipass (Rz jeweils 270), der Zahnmais DKC3441 (Rz 280), LG30273 (Rz 290) – ebenfalls ein Hartmais – sowie die Zahnmaise ES Asteroid und Karunas (Rz jeweils 300) in die Österreichische Sortenliste aufgenommen. Alle neu gelisteten und ertragsstarken Sorten zeigten 2014 wesentlich niedrigere DON-Gehalte als die 2009 bzw. 2010 gelisteten ertragsschwächeren Sorten MAS 25T und LG 3258 (siehe DON-Diagramm; siehe www. baes.gv.at/pflanzensorten/ oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais). Auf die etwas höhere Bruchanfälligkeit von Karunas sei ebenso verwiesen wie auf die im Vergleich zu den anderen neuen Sorten etwas geringere Standfestigkeit von SY Multipass und ES Asteroid. Erfreulich sind die geringeren DON-Analysewerte der neuen und ertragsstarken Fortsetzung auf Seite 12


MAISSORTEN 11

So sauber war Ihr Feld noch nie! Die breite Komplettlösung mit Dauerwirkung gegen alle Unkräuter und Hirsen in Mais. Komplettes Wirkungsspektrum. Ausgeprägte Dauerwirkung. Einfache Handhabung

!

e* Auflag lfuronr Nicosu ftig nicht meh ün kte u d gilt zuk ro is-P für Elum

Syngenta Agro GmbH Anton Baumgartner Straße 125/2/3/1, 1230 Wien Beratungshotline: 0800/20 71 81, wwww.syngenta.at

! Elumis: Zul.Nr. (Ö): 3210; Gardo Gold: Zul.Nr. (Ö): 2775. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.

* Elumis-Produkte dürfen zukünftig jedes Jahr auf der selben Fläche angewendet werden

TM

Kompetenter Pflanzenschutz

zu europäischen Spitzenpreisen

Die Verwirrmethode! Zur natürlichen und nachhaltigen Bekämpfung des Maiswurzelbohrers durch Pheromone Ansprechpartner: Ing. Thomas Weinzerl, Stmk, Bgld 0664/80 162 5010 I weinzerl@agria.com Patrick Verhonig, Stmk, Ktn 0664/80 162 5005 I verhonig@agria.com

TOP BERATUNG  TOP  TOP SERVICE  PREIS

Zulassung gem. Artikel 53 der VO (EG) 1107/2009 Pfl. Reg. Nr.: 3574/0; gültig vom 1. 5. bis 31. 8. 2015

Dominik Hainzl, OÖ 0664/80 162 5003 I hainzl@agria.com Dipl. Ing. Peter Polz, nördl. NÖ 0664/80 162 5009 I polz@agria.com Dipl. Ing. Rudolf Figl, südl. NÖ 0664/80 162 5008 I figl@agria.com

www.staragro.at


LAGERUNG

JUGENDENTWICKLUNG

BEULENBRAND

HELM. TURCICUM

WUCHSHÖHE

SEITENTRIEBE

BLATTABREIFE

KOLBENFÄULE°

TROCKENMASSEERTRAG

KOLBENANTEIL

KORNERTRAG

GEBROCHENE PFLANZEN

KORNTYP

NUTZUNG

HYBRIDTYP

ZULASSUNGSJAHR

SORTE, ZÜCHTERLAND

REIFEZAHL

Mittelfrüh bis mittelspät reifende Sorten

2 2 3 2 2 3 4 3 3 2 3 2 3 2 2 3

4 3 4 5 5 5 6 4 6 6 2 4 3 5 4 3

3 3 3 3 3 3 3 5 3 3 4 3 3 3 4 4

4 5 5 5 4 5 5 5 5 4 4 5 5 5 5 4

6 8,5 8,5 8 7 7 7 8 7 5 7 7 6 8 7 8

2 3 2 3 4 2 3 2 2 2 2 2 2 2 2 2

5 4,5 4,5 5 4,5 5 5 4 4,5 4 4 5 5 4 4,5 5

5 7 4 5 5 3 5 5 5 5 6 4 6 5 5 7

2 2 2 2 3 2 3 3 3 2

4 4 3 3 3 3 3 2 2 2

5 5 4 3

3 3 3 3

5 5 5 5

8 7 7 8,5

3 4 4 2

4,5 4 5 4,5

5 4

2 3 3 1

3 3 3 4

SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN DKC3711, USA ES Garant, D ES Cubus, D P8567, USA DKC3623, USA DKC3730, USA NK Octet, D PR38A79, USA Kaustrias, D DKC4025, USA DKC4117, USA ES Gallery, D P9027, USA RGT Conexxion, F Dodixx, F Sherley, F

290 290 310 310 320 320 320 320 330 340 340 340 340 340 350 350

2011 2009 2010 2011 2012 2013 2009 2007 2009 2012 2011 2012 2011 2013 2010 2010

S T S S S S S S S S S S S S S S

KM,SM SM,KM SM,KM KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM KM KM,SM KM,SM KM KM,SM KM,SM KM,SM

Z Hz Hz Zh Z Z Z Zh Z Z Z Zh Z Zh Z Zh

2 2,5 2,5 2,5 1,5 1,5 2,5 3,5 3 2 3 1,5 2 2 2,5 2,5

2,5 2 3 2 2,5 3 3,5 2 2 2 2 2 2 2 3 2,5

NEUE SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN ES Brillant, D Moscato, F RGT Lipexx, F P9108, USA

320 330 340 350

2014 2014 2014 2014

T S S S

KM,SM Hz KM,SM Zh KM,SM Z KM,SM Zh

2 2 2 2

3 2,5 2 2

3 2 2 3

SORTEN OHNE AKTUELLE ERTRAGS-ERGEBNISSE siehe www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais

Tab. 3: Beschreibung mittelfrüh bis mittelspät reifender Sorten Ausprägungsstufen (APS): APS 1 = sehr hoher Ertrag, sehr geringe Bruch-, Lager- oder Krankheits-Anfälligkeit bzw. Seitentriebbildung, sehr gute Jugendentwicklung, sehr kurze Wuchshöhe. APS 9 = sehr niedriger Ertrag, sehr starke Bruch-, Lager- oder Krankheits-Anfälligkeit bzw. Seitentriebbildung, sehr schwache Jugendentwicklung, sehr lange Wuchshöhe

KOLBENFÄULE°

TROCKENMASSEERTRAG

KOLBENANTEIL

2 2,5 2 2,5 2 2 2,5 2 2 2,5 2 2,5 2,5 2 2 2 2 2 2 2 2 2

BLATTABREIFE

2,5 2,5 1 2 1 2,5 2,5 1 2,5 2 3,5 2,5 2 3 1,5 1,5 2 2,5 3,5 2 2 2

SEITENTRIEBE

KM,SM Z KM,SM Zh KM,SM Z KM,SM Z KM,SM Zh KM,SM Zh KM,SM Z KM,SM Z KM Z KM,SM Z KM,SM Zh KM,SM Zh SM,KM Z KM,SM Z KM,SM Z KM,SM Zh KM,SM Z KM,SM Zh KM,SM Z KM,SM Z KM,SM Z KM Z

WUCHSHÖHE

S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S

BEULENBRAND

2008 2010 2013 2010 2012 2010 2009 2011 2009 2012 2007 2011 2010 2006 2009 2012 2009 2013 2008 2013 2011 2010

HELM. TURCICUM

330 350 360 370 370 370 370 380 380 380 380 390 390 390 400 410 410 410 420 430 440 440

JUGENDENTWICKLUNG

SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN

P9400, USA Sherley, F DKC4431, USA DKC4408, USA DKC4522, USA P9569, USA P9578, USA DKC4717, USA DKC4964, USA P9241, USA PR37K92, USA Ferarixx, F Futurixx, F PR37Y12, USA DKC4590, USA DKC4621, USA DKC4795, USA P9409, USA Karmas, D Memoxx, F DKC4814, USA DKC5007, USA

LAGERUNG

GEBROCHENE PFLANZEN

KORNERTRAG

KORNTYP

NUTZUNG

HYBRIDTYP

ZULASSUNGSJAHR

SORTE, ZÜCHTERLAND

REIFEZAHL

Mittelspät bis sehr spät reifende Sorten

3 3 2 2 2 2 2 2 3 2 2 2 2 2 2 2 2 2 3 3 2 2

4 3 6 5 5 6 5 5 5 4 6 4 5 6 5 5 6 6 6 5 6 6

2 4 3 3 2 3 2 3 2 2 2 3 3 3 3 2 2 3 2 3 3 3

5 4 5 5 4 5 4 5 5 5 5 4 5 4 5 4 4 5 6 4 5 4

8,5 8 7 7 6 7 8 8 6 7 8 7 8,5 7 7 8 6 8 9 8,5 7 7

3 2 3 3 2 2 2 2 2 2 4 2 2 2 2 2 4 2 2 3 2 2

2,5 5 3 3 2,5 3,5 4 2 2,5 3 3 2,5 3 2 2,5 3,5 2,5 3 2,5 3 2 2

4 7 3 5 4 6 7 4 5 6 6 4 4 4 4 6 6 6 4 4 6 5

3 2 4 3 2 2 4 3 3 1 3 3 2 3 1 2 -

3 2 3 3 4 3 2 2 3 4 3 2 3 4 3 3 -

7 6 6 6 6 6

3 3 3 3 3 3

5 5 4 5 5 4

8 7 8,5 6 8 8,5

3 3 2 4 2 2

5 4 3 3 3 2,5

-

2 3 2 4 2 1

3 4 3 2 3 2

NEUE SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN

P9353, USA P9543, USA SY Vestas, D DKC4842, USA DKC4943, USA P9900, USA

330 370 390 400 410 430

2014 2014 2014 2014 2014 2014

S S S S S S

KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM KM,SM

Z Z Z Zh Z Z

1,5 1,5 2 2 2 1

3 2,5 2 2 2 2,5

3 2 2 2 2 2

SORTEN OHNE AKTUELLE ERTRAGS-ERGEBNISSE

siehe www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais Hybridtyp: S = Einfach-, D = Doppel-, T = Dreiwegehybrid Nutzung: KM = Körner-, SM = Silomais Korntyp: Z = Zahn-, H = Hartmais, ZH,HZ = Mischtyp, z, h = sehr geringe Ausprägung des Zahn- bzw. Hartmaisanteils Die Einstufungen beziehen sich auf die jeweilige Reifegruppe.

Tab. 4: Beschreibung mittelspät bis sehr spät reifender Sorten Ausprägungsstufen (APS): APS 1 = sehr hoher Ertrag, sehr geringe Bruch-, Lager- oder Krankheits-Anfälligkeit bzw. Seitentriebbildung, sehr gute Jugendentwicklung, sehr kurze Wuchshöhe. APS 9 = sehr niedriger Ertrag, sehr starke Bruch-, Lager- oder Krankheits-Anfälligkeit bzw. Seitentriebbildung, sehr schwache Jugendentwicklung, sehr lange Wuchshöhe

Fortsetzung von Seite 10 Sorte LG30273 im Vergleich zu den im Jahr 2009 gelisteten LG 3258 (2009) und MAS 25T (2010). Die Sorte SY Multipass, die 2014 schon im dritten Wertprüfungsjahr stand, konnte hinsichtlich ihrer Kolbenfäule-Anfälligkeit ebenso mit der günstigen Ausprägungsstufe vier (APS4) bewertet werden wie die im Vorjahr gelisteten Sorten KWS2323 und P8450 (Tab.2). Die sechs neuen Sorten unterscheiden sich um eine Bewertungsnote in ihrer Helminthosporium-Anfälligkeit (APS5–APS6). Auf die Spitzenstellung der Hartmaissorte DKC3341 bei der Siebung ist zu verweisen (siehe Diagramm; www.baes.gv.at/pflanzensorten/ oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais). In der dritten Reifegruppe (Tab. 3 und Abb. 3) mit den mittelfrüh bis mittelspät reifenden Sorten wurden mit ES Brillant (Rz 320) ein Hartmais und drei Zahnmaise – Moscato (Rz 330), RGT Lipexx (Rz 340) sowie P9108 (Rz 350) – neu gelistet. ES Brillant und P9108 absolvierten bereits ihr drittes Prüfjahr, wobei ES Brillant leicht bruchanfälliger ist als die drei anderen neuen Sorten und zusammen mit P9108 den beiden anderen neuen Sorten hinsichtlich ihrer Standfestigkeit geringfügig unterlegen war (APS3). ES Brillant und Moscato weisen mit APS5 eine deutlich langsamere Jugendentwicklung auf als P9108 und RGT Lipexx. Die Sorten P9108 und RGT Lipexx zeigten im „Fusariumjahr 2014“ die niedrigsten DON-Analysewerte ihrer Reifegruppe. Die Sorten P9108 und ES Brillant konnten wegen ihrer drei Prüfjahre hinsichtlich ihrer Kolbenfäule-Anfälligkeit mit APS4 bzw. APS5 bewertet werden (siehe DON-Diagramm; www.baes.gv.at/pflanzensorten/ oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais). Alle vier Sorten besitzen eine mittlere Helminthosporium-Anfälligkeit (APS5). In der vierten mittelspät bis sehr späten Reifegruppe (Tab.


KÖRNERMAIS 2011 - 2014

KÖRNERMAIS 2011 - 2014

Reifegruppe sehr früh bis mittelfrüh

107

++ LG30215 (250) Ricardinio (250)

104

Reifegruppe mittelfrüh bis mittelspät

108

+ ES Gallery (340)

106

+ RGT Conexxion (340)

+ LG30233 (250)

+ ES Abakus (240)

ES Palazzo (240)

98

SY Multitop (260)

Arturo (250)

+ KWS Stabil (220)

101

Kornertrag in Rel.%

Kornertrag in Rel.%

DKC3623 (320)

NK Falkone (250)

Amanatidis (230)

Diego (250)

95 92 89

+ ++

+ NK Ravello (200) 85,2%

-3,5

-3

-2,5

-2

-1,5

-1

-0,5

0

0,5

= 3 jährig = 2 jährig = Hartmaischarakter

1

1,5

104

+ DKC3923 (330)

+ DKC3730 (320)

DKC4025 (340)

102

ES Cubus (310) P8567 (310)

DKC3711 (290)

100

Dodixx (350)

ES Garant (290) NK Octet (320)

DKC4117 (340) Sherley (350) + PR38A79 (320)

Kaustrias (330)

98

+ ++

96 94

2

Differenz-% Kornfeuchtigkeit zum Standardsortenmittel

+ P9108 (350) ++ RGT Lipexx (340) + ES Brillant (320)

P9027 (340) + Moscato (330) + Chapalu (350)

= = = =

+ DK315 (320)

-1,5

-1,0

-0,5

0,0

3 jährig 2 jährig Hartmaischarakter Zahnmaischarakter

0,5

1,0

Differenz-% Kornfeuchtigkeit zum Standardsortenmittel

(Amanatidis, ES Palazzo, Arturo, Diego, NK Falkone, Ricardinio, SY Multitop)

(ES Garant, ES Cubus, NK Octet, Sherley)

Abb. 1: Relativer Kornertrag und Erntefeuchte der sehr früh bis früh Abb. 3: Relativer Kornertrag und Erntefeuchte der mittelfrüh bis reifenden Maissorten (Basis mehrjährige AGES-Versuche) mittelspät reifenden Maissorten (Basis mehrjährige AGES-Versuche)

KÖRNERMAIS 2011 - 2014

KÖRNERMAIS 2011 - 2014

Reifegruppe mittelfrüh

107

= = = =

3 jährig 2 jährig Hartmaischarakter Zahnmaischarakter

++ ES Asteroid (300) + KWS2323 (320)

Kornertrag in Rel.%

105 + P8150 (270)

103

++ Karunas (300)

+ Karnikus (260)

+ DKC3642 (300)

101

++ SY Ambitius (270) ++ DKC3441 (280)

++ DKC3341 (270)

LG 3258 (280)

Millesim (280) P8400 (280)

Kambris (290)

97

-3,0

-2,5

-2,0

++ DKC4943 (410) + DKC4431 (360)

105 103

+ P9285 (360)

-1,0

-0,5

0,0

0,5

Differenz-% Kornfeuchtigkeit zum Standardsortenmittel

1,0

1,5

(DKC3476, P8400, ES Garant)

Abb. 2: Relativer Kornertrag und Erntefeuchte der mittelfrüh reifenden Maissorten (Basis mehrjährige AGES-Versuche) 4 und Abb. 4) wurden sechs neue Sorten in die Österreichische Sortenliste aufgenommen. Die gelisteten Zahnmais-Sorten P9353 (Rz 330), P9543 (Rz 370), SY Vestas (jeweils Rz 390), DKC4842 (Rz 400), DKC4943 (Rz 410) sowie P9900 (Rz 430) zeigen Unterschiede in der Jugendentwicklung (APS6 bis APS7) und geringe Unterschiede in ihrer Bruchanfälligkeit bzw. Standfestigkeit (APS2 bzw. APS3). P9900 und SY Vestas besitzen mit APS4 eine günstigere Helminthosporium-Toleranz als die anderen neu gelisteten Sorten. Die vorliegenden einjährigen DON-Werte (siehe DON-Diagramm; www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais) lassen eine geringe bis mittlere Kolbenfäule-Anfälligkeit der neueren Sorten erwarten, wobei insbesondere der Vergleich der

P9409 (410) DKC4795 (410)

Ferarixx (390) P9569 (370) PR37Y12 (390)

+ DKC5143 (440)

+ P9578 (370)

99

P9400 (330) Sherley (350)

Sorte P9578 (Rz 370) – gelistet 2009 – mit der aktuell gelisteten Sorte P9543 mit gleicher Reifezahl die Richtigkeit der starken Berücksichtigung dieses Merkmals in der österreichischen Zulassung nachhaltig unterstreicht! Bei der Kolbenfäule unterscheiden sich die mehrjährig eingestuften Sorten nunmehr um vier Ausprägungsstufen (APS3: DKC3730, DKC4431, SY Multitop bis APS7), wobei die Wahrscheinlichkeit der Listung von Sorten mit Merkmalsausprägung APS7 bei diesem Merkmal heute kaum mehr gegeben ist. Sowohl die geringe als auch die starke Kolbenfäule-Anfälligkeit bestimmter Sorten bewahrheitete sich auch in diesem Jahr wieder. Den Abbildungen 1 bis 4 und den DON-Diagrammen (siehe www.baes.gv.at/pflanzensorten/

97

-2,2

-1,7

-1,2

-0,7

DKC4814 (440)

P9241 (380) ++ SY Vestas (390) Memoxx (430) ++ DKC4842 (400)

Futurixx (390)

DKC4408 (370)

DKC4964 (380)

+ ES Beatle (260)

-1,5

DKC4522 (370)

DKC4590 (400) ++ P9543 (370) ++ P9353 (330)

101

DKC3476 (280)

DKC5007 (440)

DKC4621 (410)

DKC4717 (380)

107

++ SY Multitop (260) MAS 25T (270)

+ DKC3530 (260)

95

Grosso (290)

+ ES Carmen (290)

99

= 3 jährig = 2 jährig = Zahnmaischarakter

109

ES Garant (290)

+ SY Multipass (270) P8523 (290)

+ DKC3912 (290)

+ P9900 (430) 113,8 % + ++

++ LG30273 (290)

+ DKC3711 (290)

+ P8450 (290) ES Concord (260)

Reifegruppe mittelspät bis sehr spät

111

Kornertrag in Rel.%

+ ++

113

+ Karmas (420)

+ DKC4490 (400)

PR37K92 (380)

-0,2

0,3

0,8

1,3

1,8

Differenz-% Kornfeuchtigkeit zum Standardsortenmittel

2,3

(Sherley, DKC4964, PR37K92, PR37Y12, DKC4795)

Abb. 4: Relativer Kornertrag und Erntefeuchte der mittelspät bis sehr spät reifenden Maissorten (Basis mehrjährige AGES-Versuche) oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais) kann man entnehmen, dass zum bereits bestehenden Sortiment nunmehr neue ertragsstärkere und gesündere Sorten für den Frühjahrsanbau zur Verfügung stehen! Zudem verbreitert sich das Sortenangebot für die Stärkeindustrie durch die Hartmais-Sorte DKC3341 und drei neue interessante Zahnmais-Sorten – DKC3441, ES Asteroid und Karunas – in der mittelfrühen Reifegruppe. Der Landwirt besitzt mit der Merkmalsbeschreibung in der – Österreichischen Beschreibenden Sortenliste mit der zunehmenden Dichte der – Bewertungen der Kolbenfäule­Anfälligkeit der Sorten sowie dem – Mycotoxin-Monitoring auf österreichweiter Datenbasis

mit den jährlichen – DON-Gehalts-/Ertrags-Diagrammen der Sorten sowie den – Ertrags-/Erntefeuchte-Diagrammen der Sorten objektive und verlässliche Informationen für eine optimierte Sortenwahl und die rasche Umsetzung des Züchtungsfortschritts in die Praxis. Die unbedingt notwendige Berücksichtigung der Kolbenfäule-Anfälligkeit bei der Sortenwahl verringert entscheidend das Produktionsrisiko, verbessert den Betriebserfolg und trägt zu einer verantwortungsvollen, nachhaltigeren Pflanzen- und Tierproduktion bei. l

Horst W. Luftensteiner AGES, Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/mais


14 SOJASORTEN

Sojabohne: Anbau und Sortenwahl aufeinander abstimmen Für Sojabohne eignen sich Standorte im Körnermaisanbaugebiet mit guter Bodenstruktur, hoher Wasserkapazität und geringem Unkrautdruck. Die eher verhaltene Jugendentwicklung macht Sojabohne empfindlich gegenüber Unkrautkonkurrenz, insbesondere durch spätkeimende Arten, wie z.B. Hirsen, die auch auf Maisflächen gerne vorkommen. Von DI Klemens Mechtler

TAUSENDKORNMASSE

JUGENDENTWICKLUNG

SOJABOHNE REIFEGRUPPE 0000 und 000

E

SAMENFLECKEN

VIROSEN

BAKTERIOSEN

SCLEROTINIA

PERONOSPORA

KORNAUSFALL

LAGERUNG

WUCHSHÖHE

REIFE

NABELFARBE

BLÜTENFARBE

ZULASSUNGSJAHR

ine flache Bodenbearbeitung nach der Vorfrucht­ SORTE, ernte, damit Unkrautsamen ZÜCHTERLAND rasch keimen, sowie im Frühjahr – noch vor dem Anbau – kann den Unkrautdruck mindern. Der Anbau selbst kann in DrillSORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN oder Einzelkornsaat erfolgen. Sojabohnen passen sich dem Abelina, A 2014 V 4 2 2 6 6 6 3 4 2 5 4 3 Standraumangebot in gewissem Aligator, F 2008 V 4 4 3 5 3 3 3 5 3 4 2 3 Umfang durch unterschiedlich Amandine, CH 2012 V 2 3 3 6 5 5 – 3 3 4 4 3 starke Verzweigung an. Neigt der Boden zu Verschlämmung und ES Senator, F 2012 V 2 3 4 6 4 4 – 5 2 4 4 3 Krustenbildung, ist eine ReiMerlin, CDN 1997 V 4 2 2 5 5 7 3 5 3 6 5 4 henkultur im Hinblick auf eine Solena, F 2012 V 4 3 4 5 5 3 – 4 5 3 5 2 erforderliche Maschinenhacke in Betracht zu ziehen. Soll gestrieSultana, F 2009 V 4 4 3 4 3 3 – 4 4 4 3 2 gelt werden, ist bei den nachsteSY Livius, CDN 2013 V 2 4 4 6 3 3 – 3 3 4 4 2 henden Sollpflanzenzahlen eher Tiguan, CH (0000) 2014 V 2 3 1 4 5 3 4 5 3 6 4 4 die Obergrenze anzustreben, Tourmaline, CH 2013 V 4 3 4 6 5 4 – 3 4 3 3 3 um Pflanzenverluste durch die mechanische Beanspruchung abNEUE SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN zufangen. Bei 000-Sorten sollen Obélix, CH 2014 V 3 1 2 4 3 1 3 4 4 5 3 3 nach dem Auflaufen etwa 60 bis SORTEN OHNE AKTUELLE ERTRAGS-ERGEBNISSE 80 Pflanzen/m² und für 00-Sorten mit der längeren VegetationsAlma Ata, CDN 2006 V 2 4 4 4 3 2 – 4 – 4 6 – dauer etwa 50 bis 65 Pflanzen/ Cordoba, CDN 2007 V 2 4 4 6 5 2 2 3 3 3 4 3 m² vorhanden sein. Gallec, CH 2003 V 2 3 2 5 5 3 2 5 2 5 4 3 Ein lückenloser Pflanzenbestand führt zu vergleichsweise Herta PZO, CDN1) 2013 V 2 3 4 6 5 3 – 2 4 3 3 5 größeren Hülsenansatzhöhen Lissabon, CDN 2008 V 2 4 3 4 3 4 2 5 4 5 5 4 mit geringeren Ernteverlusten. Lotus, CDN1) 2006 V 2 2 4 5 4 1 – 4 5 4 6 – Jedes nicht geerntete Korn pro Malaga, CDN 2010 V 2 4 4 5 3 1 – 3 3 3 4 3 Pflanze bedeutet in etwa einen Ernteverlust pro Hektar im Meridian PZO, CDN 2013 V 2 4 4 6 3 2 – 3 – 3 5 5 Ausmaß des Saatgutaufwandes. Opaline, CH 2009 V 4 4 4 7 6 3 – 3 – 4 5 – Sojabohne erhält als LeguminoPetrina, CDN 2008 W 4 4 4 5 5 4 – 5 5 5 5 3 se in aller Regel keine Stickstoffdüngung und soll ihren Protina, CDN1) 2006 V 4 4 2 6 3 6 1 3 – 4 4 – Stickstoffbedarf aus dem BoSirelia, F 2012 V 6 4 4 5 5 3 – 4 2 4 5 3 denvorrat und vor allem durch Tundra, CDN (0000) 2012 V 2 3 1 3 4 4 – 7 – 7 4 3 die biologische Luftstickbindung in Symbiose mit KnöllchenbakBlütenfarbe: W = weißblühend, V = violettblühend terien decken. Diese KnöllchenNabelfarbe: 1 = grau, 2 = gelb, 3 = hellbraun, 4 = dunkelbraun, 5 = fast schwarz, 6 = schwarz Erklärung zu den Merkmalsausprägungen: 1 = günstig: sehr niedrig / gering / früh / kurz / hoch bakterien sind über beimpftes 9 = ungünstig: sehr hoch / stark / spät / lang / niedrig; 1) Sorte mit hohem Proteingehalt Saatgut oder direkt bei der Aussaat in den Boden einzuTab. 1: Merkmalsausprägung der Sojabohnen-Sorten gemäß Österreichischer Beschreibender Sortenliste bringen, insbesondere auf Fel-


Foto: © Mechtler

SOJASORTEN 15

dern, wo Sojabohne erstmals kultiviert wird. Striegel bzw. Hacke können die Aktivität der Knöllchenbakterien fördern, indem sie den Gasaustausch im Oberboden unterstützen. Der nach Sojabohne im Boden vorhandene Stickstoff sollte gleich wieder mit einer passenden Nachtfrucht (z.B. Wintergetreide) genutzt werden. Sojabohne wird häufig als eine selbstverträgliche Kulturart bezeichnet und für die Anreicherung der Knöllchenbakterien öfters hintereinander oder in enger Fruchtfolge angebaut. Sojabohne wird aber auch von Sklerotinia befallen, wie insbesondere auch im niederschlagsreicheren Jahr 2014 am südburgenländischen Versuchsstandort in den Sortenwertprüfungen der AGES beobachtet werden konnte. Sortenunterschiede in der Anfälligkeit für Sclerotinia liegen vor (siehe Tab. 1). Bei langfristiger Aufnahme von Sojabohne in die Fruchtfolge sind wie auch zu Raps oder Sonnenblume mehrjährige Anbauabstände einzuhalten. Wesentlich für eine sichere Ernte ist die rechtzeitige Abreife der Bestände: 000-Sorten empfehlen sich in den oberösterreichischen Anbaulagen und im Westbahngebiet, die späteren unter den 000-Sorten eher im Linzer Zentralraum. 00-Sorten kommen dagegen eher für Ostösterreich und die

SOJABOHNE REIFEGRUPPE 0000 und 000 SORTE

"KORNERTRAG IN REL%"

"ROHPROTEINERTRAG IN REL%"

"ROHPROTEINGEHALT %"

"ÖLGEHALT %"

"VERSUCHE"

PRÜFZEITRAUM

SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN Abelina

97

97

–0,1

+ 0,5

19

2012–2014

Aligator

99

99

–0,6

+ 0,4

31

2010–2014

Amandine

100

103

+ 0,8

+ 0,4

25

2011–2014

ES Senator

104

105

+ 0,3

–0,2

23

2011–2014

Merlin

94

94

–0,3

+ 0,5

30

2010–2014

Solena

101

102

+ 0,6

–0,4

31

2010–2014

Sultana

100

105

+ 1,4

–0,4

31

2010–2014

SY Livius

107

110

+ 0,9

–0,1

18

2012–2014

Tiguan (0000)

79

78

–0,2

+ 0,6

17

2012–2014

Tourmaline

109

107

–0,9

+ 0,2

25

2011–2014

–0,2

± 0,0

17

2012–2014

NEUE SORTE MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN Obélix

101

101

SORTEN OHNE AKTUELLE ERTRAGS-ERGEBNISSE Cordoba

98

95

–1,5

–0,5

18

2010–2012

Gallec

95

97

+ 0,4

–0,6

24

2010–2013

Herta PZO

96

108

+ 4,5

–2,0

12

2011–2012

Lissabon

102

101

–0,7

–0,3

25

2010–2013

Malaga

104

102

–0,9

–0,6

24

2010–2013

Meridian PZO

105

111

+ 1,9

–0,5

12

2011, 2013

Petrina

100

95

+ 1,1

± 0,0

17

2010–2012

Sirelia

100

99

–0,1

+ 0,2

23

2010–2013

Tundra (0000)

73

73

–0,1

–2,3

18

2011–2013

35,7

13,0

Standardmittel, dt/ha abs. %

31 41,9

21,2

31

Versuchsorte:

Bgld:

Jennersdorf

OÖ: Ritzlhof, Reichersberg, Bad Wimsbach

000 und 0000

Ktn:

Hörzendorf, Völkermarkt

NÖ: Melk; Stmk: Gleisdorf

Tab. 2: Korn-, Rohproteinertrag, Öl- und Rohproteingehalt (in der Trockensubstanz) von in Österreich Fortsetzung auf Seite 16 gelisteten Sojabohnen-Sorten


16 SOJASORTEN

Fortsetzung von Seite 15 südöstlichen Anbauregionen in Betracht. Auch innerhalb einer Reifegruppe sind Reifeunterschiede (000-Sorten mit Reife-Ausprägung 2–4, 00-Sorten mit Reife-Ausprägung 5–7) im Ausmaß von etwa jeweils acht Tagen bei durchschnittlicher Abreifewitterung gegeben und sollten bei der Sortenwahl

beachtet werden. Mittlerweile sind mit Tiguan und Tundra auch zwei sehr früh reifende 0000-Sorten in Österreich registriert.

segment, wo bislang nur eine eingeschränkte Sortenzahl zur Verfügung stand. Die Sorte Abelina aus der Schweiz mit dunklem Nabel reift als frühe 000-Sorte ähnlich Sortenneuzulassungen 2014 wie Gallec oder Merlin (Reife Seit dem Frühjahr 2014 wurden APS 2) und übertrifft diese nachstehende vier Sorten neu beiden Sorten im Korn- und in die Österreichische SortenProteinertrag. Die etwas später liste eingetragen, drei davon im reifenden 000-Sorten Aligator, frühen bis sehr frühen ReifeAmandine und Sultana (Reife SOJABOHNE REIFEGRUPPE 00

2

3

Korus, CDN

2011

V

1

4

5

4

2

4

Naya, CDN

2010

V

2

4

6

3

2

1

Sigalia, F

2009

V

6

4

6

6

3

2

Silvia PZO, CDN

2012

V

4

3

8

6

5

4

Sinara, F

2009

V

6

4

7

6

4

SY Eliot, CDN

2013

V

2

4

5

5

4

SY Emily, CDN

2014

V

2

4

6

4

SAMENFLECKEN

KORNAUSFALL

3

VIROSEN

TAUSENDKORNMASSE

7

BAKTERIOSEN

LAGERUNG

5

SCLEROTINIA

WUCHSHÖHE

2

PERONOSPORA

REIFE

V

NABELFARBE

2010

BLÜTENFARBE

ES Mentor, F

ZULASSUNGSJAHR

JUGENDENTWICKLUNG

SORTE, ZÜCHTERLAND

2

3

3

2

4

6

4

3

4

2

3

4

5

3

3

2

5

3

2

3

3

4

3

3

5

1

2

4

3

2

3

2

3

2

3

4

5

6

4

3

3

4

4

5

SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN

SORTEN OHNE AKTUELLE ERTRAGS-ERGEBNISSE Amphor, F

2002

V

4

5

5

3

2

4

2

3

4

2

Cardiff, CDN

2005

V

2

4

6

5

3

3

2

4

4

4

6

Christine, A

2007

V

3

4

6

7

6

5

2

5

3

4

2

3

ES Dominator, F

2010

V

2

5

6

6

2

7

3

3

3

1

3

Essor, CDN

1994

V

2

4

6

5

2

3

2

3

3

3

5

Flavia, CDN

2010

V

2

4

7

5

4

4

4

4

4

4

GL Hermine, A

2010

V

5

5

6

8

5

6

4

4

2

Idefix, CH

2002

V

4

4

6

8

4

6

1

3

4

4

4

Josefine, A2)

2006

V

4

4

6

6

5

6

3

4

4

4

3

Kent, CDN

2002

V

2

7

5

2

5

1

4

3

4

OAC Champion, CDN

2008

V

2

3

6

6

4

3

2

3

3

4

5

Padua, CDN

2009

V

2

3

6

6

4

1

1

4

3

3

5

Primus, CDN1)

2006

V

2

4

5

5

3

1

3

4

5

Protéix, CH

2009

V

2

3

5

5

6

5

4

3

4

5

Satyna, F

2006

V

2

4

7

7

3

2

2

5

5

3

3

Sevilla, CDN

2009

V

2

4

5

4

2

4

3

3

3

5

5

APS 3) werden ertraglich nicht ganz erreicht. Protein- und Ölgehalt sind mittel bis hoch, die Tausendkornmasse ist mittel bis gering. Abelina zeigt eine sehr rasche bis rasche Jugendentwicklung und bildet mittlere bis hohe Bestände mit mittlerer bis starker Lagerung. Ihre Toleranz gegenüber Sclerotina ist sehr gut bis gut. Tiguan aus der Schweiz mit hellem Nabel ist wie Tundra eine 0000-Sorte mit Reife-APS 1. Zu Tundra mit gleichfalls sehr früher Reifezeit weist Tiguan einen deutlich höheren Korn- (+6%) und Proteinertrag (+5%) auf. Zu Merlin und Gallec (Reife-APS 2) reift Tiguan bei durchschnittlichen Abreifebedingungen um etwa eine Woche früher ab. Diese extreme Frühreife ist allerdings mit geringeren Ertragsleistungen verbunden. 0000-Sorten kommen für die Randlagen des Sojaanbaues in Betracht, wo vor allem eine verlässliche Abreife ausschlaggebend für den Anbauerfolg ist. Tiguan ist rasch in der Jugendentwicklung und bleibt im Wuchs mittel bis niedrig. Die Standfestigkeit ist mittel und die Toleranz gegenüber Sclerotina gut. Die Sojabohne SY Emily aus Kanada mit hellem Nabel reift ähnlich spät wie Sigalia. SY Emily entspricht ertraglich in Ostösterreich unter Beregnung sowie im NÖ Alpenvorland. Die Sorte besitzt einen mittleren bis hohen Ölgehalt und erreicht damit nach Sinara und Silvia PZO die höchsten Ölerträge. SY Emily zählt zu den kürzeren Sorten in der 00-Reifegruppe bei mittlerer bis starker Lagerneigung. Mit der mittleren bis guten Toleranz gegenüber Bakteriosen und Virosen liegt SY Emily im Bereich der Vergleichssorten. Ihre Anfälligkeit für Sclerotinia ist gering.

Als jüngster Neueintragung ist die Sojabohne Obélix im Blütenfarbe: W = weißblühend, V = violettblühend Dezember 2014 zugelassen Nabelfarbe: 1 = grau, 2 = gelb, 3 = hellbraun, 4 = dunkelbraun, 5 = fast schwarz, 6 = schwarz worden. Obélix ist ebenfalls 1) Sorte mit hohem Proteingehalt 2) Sorte mit geringerer Trypsininhibitoraktivität und dadurch besserer Proteinverdaulichkeit eine frühe 000-Sorte ähnlich wie Abelina, Gallec oder Tab. 3: Merkmalsausprägung der Sojabohnen-Sorten gemäß Österreichischer Beschreibender Sortenliste Merlin (Reife- APS 2) und Suedina, F

2010

V

6

3

7

4

3

3

3

4

3


SOJASORTEN 17

120 115 110

SOJABOHNE 0000 und 000 ERTRÄGE 2010 - 2014 1 0000

1

2

2

2

2

3

3

3

3

4

4

4

4

105

100

100

95

95

90

90

85

85

80

80

75

75 -0,2

-0,1

5

110

0000

-0,1

+0,4

-0,3

-0,2

-0,6

+0,8

-0,7

+1,4

+0,3

-0,9

+0,6

+0,9

Reifeeinstufung 5

6

70

-0,9

+2,7

65

ERTRÄGE 2010 - 2014

REL%

115

4

105

70

SOJABOHNE 00

120

Reifeeinstufung 000

REL%

-1,8

-0,6

6

+0,3

6

6

7

7

-0,3

-3,2

+1,0

-0,8

7

-0,6

8

-2,9

65

60

60

KORN- (35,7 dt/ha)

ÖL- (6,5 dt/ha)

PROTEINERTRAG (13,0 dt/ha = 100 REL%)

PROTEINGEHALT

: 41,9 %abs

KORN- (42,1 dt/ha)

ÖL- (7,8 dt/ha)

PROTEINGEHALT

PROTEINERTRAG (15,3 dt/ha = 100 REL%)

: 41,9%abs

Abb. 1: Erträge und Rohproteingehalte der 0000- und 000-Sojabohnensorten in Österreich, 2010–2014

Abb. 2: Erträge und Rohproteingehalte der 00-Sojabohnensorten in Österreich, 2010–2014

übertrifft diese beiden Sorten im Korn- und Proteinertrag um 4 bzw. 7%. Auch die etwas später reifenden Sorten wie Aligator, Amandine und Sultuana (Reife-APS 3) werden im Kornertrag erreicht. Obélix bildet sehr große Körner aus. Ihre Jugendentwicklung ist sehr rasch, der Wuchs mittel bis niedrig und die Standfestigkeit

Weitere Sorten mit interessan- Frühjahrsanbau in die Österreiten Eigenschaftskombinationen chische Sortenliste aufgenomhaben die Sortenwertprüfungen men werden. abgeschlossen. Bei Vorliegen einer positiven RegisterprüDI Klemens Mechtler, AGES fung aus den damit befassten Sorteninformationen im Internet: EU-Mitgliedstaaten können http://www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesdiese Sorten noch vor dem terreichische-beschreibende-sortenliste/

gut. Gegenüber Bakteriosen besteht eine mittlere, hinsichtlich Peronospora und Sclerotinia eine gute bis mittlere Toleranz. Obélix besitzt zudem eine gute Toleranz gegenüber Virosen bei geringer Neigung zu Samenflecken.

SOJABOHNE REIFEGRUPPE 00 SORTE

"KORNERTRAG IN REL%"

"ROHPROTEINERTRAG IN REL%"

"ROHPROTEINGEHALT, %"

"ÖLGEHALT, %"

"VERSUCHE"

PRÜFZEITRAUM

–0,6

28

2010–2014

SORTEN MIT AKTUELLEN ERTRAGS-ERGEBNISSEN ES Mentor

104

106

+ 1,0

Korus

91

97

+ 2,7

–1,4

23

2010–2014

Naya

99

100

+ 0,3

+ 0,1

29

2010–2014

Sigalia

101

100

–0,3

–0,1

29

2010–2014

Silvia PZO

108

100

–2,9

+ 1,0

25

2010–2014

Sinara

106

104

–0,6

+ 0,1

19

2010-12,2014

SY Eliot

100

98

–0,6

–0,1

21

2011–2014

SY Livius

95

95

+ 0,3

+ 0,1

21

2011–2014

SY Emily

101

93

–3,2

+ 0,5

23

2011–2014

SORTEN OHNE AKTUELLE ERTRAGS-ERGEBNISSE Cardiff

85

87

+ 1,3

–0,9

12

2010–2011

ES Dominator

94

90

–1,8

–0,1

16

2010–2012

Flavia

99

97

–0,8

+ 0,4

17

2010–2012

Josefine

77

76

–0,5

+ 0,4

11

2010–2011

Protéix

86

89

+ 1,7

- 0,7

16

2010–2012

Suedina

96

96

+ 0,3

–0,2

11

2010–2011

42,1

15,3 41,9

21,1

29

Standardmittel, dt/ha abs. %

29

Versuchsorte:

Bgld:

Oberwart, Jennersdorf

NÖ: Fuchsenbigl, Melk

00-Sorten

Ktn:

Hörzendorf, Völkermarkt

OÖ: Ritzlhof

Tab. 4: Korn-, Rohproteinertrag, Öl- und Rohproteingehalt (in der Trockensubstanz) von in Österreich gelisteten Sojabohnen-Sorten


PFLANZENSCHUTZ 19

Neuerungen im Pflanzenschutz 2015 Neue Richtlinien Im heurigen Jahr kommen einige rechtliche Neuerungen auf die Landwirte in Österreich zu. Es dürfen nur mehr Produkte mit österreichischer Registernummer verwendet werden, mit Ende des Jahres müssen alle beruflichen Anwender sachkundig sein und Pflanzenschutzmittel für die berufliche Anwendung können nur mehr mittels Sachkundeausweis erworben werden. Von Hubert Köppl

D

ie Überprüfung von in ­Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräten muss in den Bundesländern beschlossen werden. Auf dem Produktesektor gibt es wenig Neuerungen. Rechtliche Neuerungen – Verwendung und Zulassung Seit 1.1.2015 dürfen nur mehr Pflanzenschutzmittel mit österreichischer Registernummer verwendet werden.

Unter die Anwendung fällt auch das Lagern der Produkte. Bis 31.12.2013 konnten deutsche und niederländische Produkte in Österreich noch verkauft und vom Landwirt bis 31.12.2014 angewendet werden. Österreichische Produkte sind an der Bezeichnung „Amtl.Pfl.Reg.Nr:“ und einer vierstelligen Nummer mit Zusatzziffer erkennbar (z.B. 2670-0 für Folicur). Der aktuelle Zulassungsstand kann im Internet unter der Adresse http://psm. ages.at/ abgerufen werden. Fortsetzung auf Seite 20

Mehr Erfolg mit der Kraft der Doppelbindung Seguris® – Das neue Erfolgsfungizid für Weizen und andere Getreidearten Bontima® – Das neue Erfolgsfungizid speziell für die Gerste

Fots: © Ursina Berger-Landolt

Mit Duosafe, der innovativen Doppelbindungs-Technologie • Für dauerhaften Schutz • Für umfassende Breitenwirkung • Für mehr Erfolgssicherheit

Syngenta Agro GmbH Anton Baumgartner Straße 125/2/3/1, 1230 Wien Beratungshotline: 0800/20 71 81, wwww.syngenta.at Seguris: Zul.Nr. (Ö): 3254; Bontima: Zul.Nr. (Ö): 3147. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.

TM


20 PFLANZENSCHUTZ

Hintergrund für die genannten Änderungen ist, dass die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wieder nationale Angelegenheit wurde. Pflanzenschutzmittel aus anderen Mitgliedstaaten dürfen am Hof nur vorhanden sein, wenn beim BAES (Bundesamt für Ernährungssicherheit) um ca. EUR 275,– pro Produkt und Jahr eine Parallelimportgenehmigung beantragt wurde. Europa wird bei der Zulassung in drei Zonen eingeteilt, wir befinden uns in der mittleren, die von Irland bis Rumänien reicht. Wird ein Produkt in dieser Zone in einem Staat zur Zulassung eingereicht, so kann die beantragende Firma auch alle Staaten der mittleren Zone nennen, in denen sie auch eine Registrierung haben will. Dies erfordert jedoch in jedem Staat einen eigenen Antrag. Die Hauptprüfung macht der Staat, wo der Hauptantrag eingereicht wurde. Erfolgt die Zulassung in diesem Staat, dann haben die anderen mitbeteiligten Länder 120 Tage Zeit, um ebenfalls die Zulassung zu erteilen – ohne große neue Prüfungen. Nationale Eigenheiten können aber berücksichtigt werden. Der Teufel liegt hier im Detail – die Bewertungskriterien in Europa sind bei weitem noch nicht harmonisiert.

Integrierter Pflanzenschutz, Landesaktionspläne Seit 1.1.2014 darf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nur mehr nach den Grundsätzen des Integrierten Pflanzenschutzes erfolgen. Es darf auch nur mehr in diesem Sinne beraten werden. Das umfasst die Beachtung von Fruchtfolgen, eine ausgewogene Düngung, Nützlingsförderung, Nutzung von Warndienst u. Prognosesystemen sowie SchwelDurch die massive Fraßtätigkeit der Maiswurzelbohrerlarven kam es lenwerten, die Bevorzugung von in der Steiermark zu großen Schäden. nicht-chemischen Methoden etc. Der Einsatz von Pflanzenschutzfünf Stunden besucht werden. mitteln ist auf das unbedingt Der ausgestellte Sachkundeausnotwendige Maß zu beschränweis im Scheckkartenformat ist ken. Leitlinien für die einzelnen ab 26.11.2015 auch notwendig, Sektoren werden derzeit erarum Pflanzenschutzmittel kaufen beitet. Fast alle Bundesländer bzw. beim Händler abholen zu haben auch Landesaktionspläne können. Ausgenommen sind nur beschlossen, welche Maßnahmen Produkte für den Hobby-Bebeschreiben, die in die Praxis reich, für die Anwendung dieser umgesetzt werden sollen. Dabei Produkte ist jedoch in manchen spielen der Umweltschutz (z.B. Bundesländern ebenfalls ein Bienen), die PflanzenschutztechSeit 1.1.2015 dürfen nur mehr Kurs erforderlich. nik (z.B. Abdriftminderung) oder Produkte mit österreichscher Auch Verkäufer und Verkaufsder Gewässerschutz eine Rolle. ­Registernummer verwendet berater müssen ab 26.11.2015 werden sachkundig sein und WeiterbilMaiswurzelbohrerproblema-

dungsveranstaltungen besuchen. Jeder, der Pflanzenschutzmittel in Verkehr setzt, musste sich schon bisher in ein Register beim BAES (Bundesamt für Ernährungssicherheit) eintragen lassen. Landwirte, die überbetrieblich im Rahmen des Maschinenringes oder in Nachbarschaftshilfe Pflanzenschutzmittel ausbringen Sachkundigkeit Ab 26.11.2015 und verrechnen, werden nicht dürfen berufliche Verwender als Inverkehrsetzer angesehen. (z.B. Landwirte) Pflanzenschutz- Dies muss aber noch in einer mittel nur mehr verwenden inkl. ­Novelle der Pflanzenschutzlagern, wenn sie einen Sachkun- mittelverordnung beschlossen deausweis besitzen. In manchen werden. Bundesländern, wie z.B. Oberösterreich, gilt das schon seit Ende Pflanzenschutzgeräteüber2013, in anderen ist heuer das prüfung In allen Bundesländern Jahr der Umsetzung. Auskunft wird momentan an Verordnundarüber geben die Landwirtgen zur Überprüfung von Pflanschaftskammern bzw. in manzenschutzgeräten gearbeitet – chen Bundesländern die Ämter Nieder- und Oberösterreich sind der Landesregierungen. In der kurz vor der Beschlussfassung Regel ist zur Beantragung der oder haben bereits den Beschluss Nachweis einer Grundausbildung gefasst. Fest steht, dass alle in in der Landwirtschaft (z.B. Fach- Gebrauch befindlichen Pflanschule) oder von einschlägigen zenschutzgeräte bis 25.11.2016 Sachkundekursen notwendig. mindestens einmal überprüft sein Die Gültigkeit des Ausweises be- müssen. Die erste Überprüfung trägt sechs Jahre. Für die Verlän- ist fünf Jahre gültig, ab 2020 gibt gerung müssen Weiterbildungs- es ein 3-jähriges Überprüfungsveranstaltungen im Ausmaß von intervall.

Diese Prüfung wird über die bisher bekannte ÖPUL-Prüfung doch etwas hinausgehen. Es sind fast alle Pflanzenschutzgeräte zu überprüfen, ausgenommen sind nur handgehaltene Geräte. Die bisherige Überprüfung nach ÖPUL 2007 beinhaltete die Messung der Horizontal- bzw. der Vertikalverteilung, der Pumpenleistung, des Manometerdrucks, des Düsenvolumenstroms und die Sichtprüfung bezüglich Antrieb und Schutzvorrichtung. In Zukunft sind für die gesetzliche Kontrolle zusätzliche Geräteteile zu überprüfen, wie z.B. Rührwerk, Leitungen, Schläuche, Filter, Flüssigkeitsbehälter, diverse Kontrollsysteme, Spritzgestänge, Gebläse, Düsen. Die zu überprüfenden Werkstätten müssen von den Landesregierungen autorisiert werden, die Gutachten dazu liefern wird die Bundesanstalt für Landtechnik in Wieselburg. Für die bisher bereits nach ÖPUL überprüften Geräte wird es Übergangsbestimmungen geben.

tik in Österreich Im Jahr 2014 gab es in vielen Bundesländern ein massives Auftreten des Maiswurzelbohrers. Besonders betroffen war hier die Steiermark, wo es erstmals größere Schäden gab. Aber auch in Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten konnte ein enormer Käferzuflug beobachtet werden. In der Steiermark gab es durch den Fraß der Larven an den Wurzeln ab Ende Juni erste lagernde Maisbestände, die daraus schlüpfenden Käfer haben sich von den Blättern ernährt und dann die jungen Narbenfäden der Maiskolben abgefressen, was zu massiven Befruchtungsproblemen und fehlenden Körnern geführt hat. Durch den andauernden Fraß der Larven an den Wurzeln gab es in vielen Regionen der Süd- aber auch Obersteiermark lagernde Bestände, was zu großen Ernteproblemen führte. Die Maiswurzelbohrerverordnungen der einzelnen Bundesländer sind weiterhin gültig, d.h. Mais darf innerhalb von vier Jahren dreimal hintereinander auf derselben Fläche gesät wer-

Foto: © Köppl

Fortsetzung von Seite 19


PFLANZENSCHUTZ 21

wendig, die mit einem speziellen Diffusor ausgestattet sind. Das Produkt ist verträglich für Bienen und Regenwürmer, eine Ausbringung in Direktsaat ist nicht erlaubt (da hier Granulat ev. an der Bodenoberfläche unbedeckt liegen bleiben kann), es darf nicht auf abtragsgefährdeten Flächen angewendet werden und eine vollständige Einarbeitung in den Boden ist nötig. Zu Gewässern ist ein Abstand von 10 m einzuhalten. Der Diffusoraufsatz (wird von der Vertreiberfirma Kwizda gratis zur Verfügung gestellt) hilft, dass das Granulat in der Furche besser verteilt wird und auch einen besseren Schutz gewährt. Das Produkt ist nicht systemisch, deshalb müssen die Schädlinge direkt damit in Kontakt kommen. Wachsen die Wurzeln aus dem Streubereich hinaus, können bei intensivem Larvendruck Schäden an der Pflanze entstehen. Belem 0,8 MG darf nicht mit Düngern

Der Wachstumsregulator für gleichmäßige Einkürzung und gute Qualität

■ Schnelle und sichere Wirkung ■ Wirkt auch bei kühlen Temperaturen

Zul.Nr. 3257 (AT)

den (ausgenommen ist die Saatmaisproduktion). Aufgrund der hohen Maiswurzelbohrerfänge wird jedoch dringend angeraten, Mais auf Mais zu vermeiden. Neonicotinoide Saatgutbeizen sind nicht mehr zugelassen, als Granulat auf Pyrethroidbasis hat Belem 0,8 MG seit Herbst eine reguläre Zulassung. Daneben gibt es regulär Nematodenpräparate zur Larvenbekämpfung, gegen die Käfer ist Biscaya einsetzbar. Nematodenpräparate haben dann eine gute Wirkung, wenn die Rahmenbedingungen passen, d.h. feuchter Boden und auch feuchte Witterung. In Anbetracht der sehr hohen Larvenpopulationen in den steirischen Maisbeständen waren die Ergebnisse 2014 nicht bei allen Landwirten zufriedenstellend. Das Granulat Belem 0,8 MG ­(12 kg/ha) darf auch gegen Drahtwurm verwendet werden. Eine Anwendung ist in Mais inkl. Zuckermais, Hirse und Sonnenblume erlaubt. Zur Ausbringung sind Mikrogranulatstreuer not-

■ Flexibel einsetzbar, sehr preisattraktiv ■ Verbesserte Standfestigkeit ■ Gute Pflanzenverträglichkeit auch bei späteren Terminen ■ Bessere Ausschöpfung des Ertragspotenzials www.agrar.basf.at

Fortsetzung auf Seite 22

Pfl anzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Medax_94x128 AT Kopie.indd 1

16.12.14 11:01

M A IS PA C K

Kraft & Zuverlässigkeit

12/2014

• Starke, sichere Wirkung gegen Ungräser & Unkräuter • Hohe Verträglichkeit • Langer Anwendungszeitraum

Zusätzlich gegen ausdauernde Unkräuter wie Winden, Distel und Ampfer

Belchim Crop Protection GmbH · Concorde Business Park 2 / F / 6 / 11 · 2320 Schwechat · Tel. 01706-5733-0 · www.belchim.at Fornet TM ist eine Marke von Ishihara Sangyo Kaisha Ltd (ISK, Japan). Casper ® ist eingetragene Marke einer Syngenta Konzerngesellschaft. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung. Fornet: Reg.Nr.: 2959 - Casper: Reg.Nr. 3088 Fornet_Ackerbauprofi_190x128.indd 1

02.12.14 13:13


22 PFLANZENSCHUTZ

gemeinsam ausgebracht werden, da hier die Gefahr der Entmischung besteht. Belem ist nicht systemisch, es ist ein reines Kontakt- bzw. Fraßgift. Der Anbau des Maises soll nicht zu früh erfolgen, die Wirkungsdauer beträgt in etwa 60 Tage. Bei der Ausbringung sollen die Geschwindigkeiten zwischen 6 und 8 km/h maximal betragen. Das Produkt Corn-Protect, eine österreichische Entwicklung, wird 2015 wieder eine Notfallzulassung vom 1.5. bis zum 31.8. erhalten. Es ist dies ein Pheromon, das die Paarung der Maiswurzelbohrer verhindern soll („Verwirrungsmethode“). Die Trägersubstanz ist feinst vermahlener Zeolith (4 kg/ha), der mittels konventionellem Pflanzenschutzgerät in 200–400 l/ha Wasser ausgebracht wird. Die Anwendung erfolgt bei Flugbeginn der Käfer im Juni ab dem 8-Blattstadium des Mais bis letztmöglicher Befahrbarkeit (ca. 1,0–1,3 m). Der Wirkungsgrad beträgt laut Herstellerangaben 60–70 % (Universität Gödöllö, Ungarn). Neue Produkte und Kombinationen Die Anzahl an neuen

Im Kartoffelbau sind Lingo und Metric (steht kurz vor der Zulassung) neue Herbizide im Kartoffelbau auf Basis des Wirkstoffes Clomazone. Stallion Sync­Tec ist zugelassen in Kartoffeln, Futtererbse und Ackerbohne. Es beinhaltet die Wirkstoffe Clomazone und Pendimethalin. Arcade besteht aus den Wirkstoffen Metribuzin, bekannt aus Sencor WG und Prosulfocarb aus Boxer. Das Kartoffelfungizid Carial Ab 26.11.2015 können Pflanzenschutzmittel nur mehr mit Sach­ kundeausweis erworben werden. Flex ist eine Mischung aus den Wirkstoffen Mandipropamid und Wirkstoffen und neuen Produk- Wirkung gegen Windhalm zu er- Cymoxanil. Die Kombination ten ist im heurigen Jahr eher ge- zielen, kann z.B. eine Mischung ist vorbeugend und heilend wirkring. Vielfach werden bekannte mit Alon flüssig erfolgen. Im sam sowie translaminar bzw. teilWirkstoffe neu kombiniert und Fungizidbereich kommt ein Spe- systemisch. Laut der unabhänneue Produktnamen vergeben. zialist gegen Ährenfusarium und gigen Infoplattform Euroblight Roste mit dem Namen Magnello. belegt es den ersten Platz bei Im Getreidebau gibt es bei den Wirkstoffe sind das z.B. aus Fo- fertigformulierten Produkten geHerbiziden eine kostengünstige licur bekannte Tebuconazol und gen Kraut- und Knollenfäule. Ein Fertigformulierung aus Husar Difenoconazol aus Score. Mit neuer Wirkstoff in Kartoffel ist OD und Atlantis OD mit dem Rubric kommt ein epoxiconazol- Valifenalate im Produkt Valis M. Namen Husar plus. Damit werhältiges Fungizid auf den Markt, Der Wirkstoff hemmt die Zellden Gräser wie Windhalm sehr vergleichbar mit dem früheren wandsynthese von Krautfäulepilsicher erfasst. Opus. zen. Auf dem Blatt wird in der Wachsschicht ein Depot gebildet, In der im Feuchtgebiet sehr beAuf dem Insektizidsektor von dort wird der Wirkstoff konwährten Kombination aus Artist löst Decis Forte das altbekannte tinuierlich ins Blatt translaminar und Hoestar Super wird letzteres Decis ab. Es wird eine geringere abgegeben. Neben Valifenalate durch Sekator OD ersetzt. Aufwandmenge (50–75 ml/ha) ist auch Mancozeb in einer sehr Saracen enthält den Wirkstoff als bei seinem Vorgänger benö- hohen Konzentration im Produkt Florasulam und ist ident mit tigt. Leider besitzt es noch nicht vorhanden, was zu einer guten dem Produkt Primus. Um eine alle Indikationen der bisherigen Alternaria-Wirkung beiträgt. Das Formulierung. Kaiso Sorbie ent- Fungizid Areva MZ besteht aus hält den pyrethroiden Wirkstoff den Wirkstoffen Dimetomorph lambda-Cyhalotrin, bekannt aus und Mancozeb – vergleichbar ist Karate Zeon. es mit Acrobath MZ.

Prosaro | bekämpft erfolgreich Kolbenfusariosen und Mykotoxine

P

rosaro ist das einzige in Österreich zugelassene Fungizid und wirkt effektiv gegen viele verschiedene Erreger von Kolbenfusariosen, aber auch gegen Aspergillus-Arten, wie sie in südlichen und östlichen Ländern bedeutend sind und auch in Österreich bereits vorkommen. Kolbenfusarien bilden hoch giftige Stoffwechselprodukte, die sogenannten Mykotoxine. Belastete Maisernten haben einen geringeren Wert. Sie sind als Futtermittel, vor allem bei höheren Toxinkonzentrationen nicht geeignet und sind daher als Marktfrucht kaum verwertbar. Prosaro bekämpft Kolbenfusariosen und reduziert Mykotoxine – es ermöglicht Toxinreduktionen

In Zuckerrübe kommt ein Herbizid mit dem Namen Belvedere Extra, es enthält die Wirkstoffe Phenmedipham, Desmedipham und Ethofumesate in einer speziellen SE-Formulierung. Für die Im Maisbau wird der bekannte Praxis wird eine Spritzfolge mit Pack aus Laudis und Aspect Pro einem dreimaligen Einsatz von mit Monsoon ergänzt. Vor allem 1,25 l/ha Belvedere Extra + 2 l/ für die Steiermark werden hier ha Goltix Titan + 0,5 l/ha Hasten Glattblättrige Hirse, Johnsongras (Netzmittel aus Rapsöl und aber auch Ausfallgetreide, Wei- Tensiden) oder 1,0 l/ha Oleo FC delgräser und Quecke erfasst. empfohlen. Destor ist ein reines Diego M ist eine Mischung aus Desmedipham-Produkt. Lontrel Hector Max und dem terbuthyla- 100 wird durch Lontrel 720 SG zinhältigen Successor T sowie abgelöst. Im Fungizid­bereich wird einem neuen Aktivator. Mesor es eine Kombination aus Sphere Gold kommt wieder und setzt SC und Cadday 200 SC mit dem sich aus Callisto und Successor T Namen Sphere Plus geben. l zusammen. Als Fungizid im Mais u.a. gegen Fusarium hat Prosaro DI Hubert Köppl, Abt. Pflanzen­produktion Werbung eine Zulassung erhalten. der Landwirtschaftskammer Oberösterreich

von rund 70 % und mehr. Gleichzeitig werden auch hervorragende Wirkungen gegen Stängelfusarium bzw. gegen Blattkrankheiten erreicht. In den Befallsgebieten des Maiswurzelbohrers kann mit einer Tankmischung aus Biscaya und Prosaro zur Maisblüte einerseits die Befruchtung des Maises gesichert und andererseits ein wesentlicher Beitrag zur Toxinreduktion erreicht werden. Prosaro: Pfl.Reg.Nr. 3054; Biscaya: Pfl.Reg.Nr. 2995 INFORMATION: Beratungsdienst 01/71146-2835, E-mail: austria@bayercropscience.com; www.agrar.bayer.at

Fyfanon wird heuer nach Problemen mit der Stabilität der Brühe im Pack mit Zitronensäure angeboten. Das bekannte Sumi Alpha kommt wieder auf den Markt.

Foto: © Köppl

Fortsetzung von Seite 21


PFLANZENSCHUTZ 23

Maiszünsler und Fusarien in Mais – was kann man dagegen unternehmen Im letzten Jahr war – bedingt durch die sehr feuchte Herbstwitterung, aber auch durch an der Bodenoberfläche liegende Strohrückstände von Weizen und Mais bedingt durch die sich verbreitende Minimalbodenbearbeitung als Erosionsschutz – ein vermehrtes Auftreten von Fusariumpilzen in Mais zu beobachten. Fachschulen in Niederösterreich Versuchsreihen zur Kontrolle von Fusarium und Maiszünsler gestartet. Die Versuchsergebnisse erpilzte Kolben führten zu der Jahre 2013 und 2014 sollen einem horrenden Anstieg im Folgenden dargestellt werden. der Mykotoxine im Erntegut, sodass stark erhöhte Werte Versuche zur Kontrolle von bei DON (Deoxynivalenol) und Maisfusariosen An den StandZEA (Zearalenon) festgestellt orten Tulln mit 600 mm Jahwerden mussten. Das führt in resniederschlag und Pyhra bei der Fütterung bei Monogastriern St. Pölten mit 750 mm wurden wie Schweinen und Hühnern zu Fungizidversuche in Mais durchgrößeren Gesundheitsproblemen, geführt. Die mit 4 Wiederholunbei Menschen bei längerer Belas- gen angelegten Versuche wurden tung zu einem erhöhten Krebsmit einer Direktsämaschine in risiko. Aber auch Maiszünsler Direkt- bzw. Mulchsaat angebaut. vermehrt sich immer mehr und Die Parzellengröße waren 6 Reibefällt massiv die Maisbestänhen und 15 m lang, sodass eine de. Umgebrochene Pflanzen Nettoparzellenernte der beiden und Bohrlöcher im Kolben als mittleren Reihen störungsfrei Eintrittspforte für Fusariumpilze möglich war, die Untersuchunsind die Folge, aber auch nicht gen wurden in den anderen zu unterschätzende ErtragseinReihen durchgeführt. Neben der bußen, die man allerdings nur Bonitur auf Blattkrankheiten in Exaktversuchen nachweisen (ergaben keine Auftreten) und kann. optischer Wahrnehmung von Kolbenfusariose wurden eine Wegen der beschriebenen Netto­parzellenernte und AnalyProblematik und dem steigensen auf den Bedarf an Mais durch die DON und ZEA in Kooperation verarbeitende Industrie wurden mit der Universität Kiel (Univ. an 2 Lehr- und Versuchsbetrieben der Landwirtschaftlichen Fortsetzung auf Seite 24

Foto: © www.agrarfoto.com

V

DuPont Pioneer | belohnt Früh­bucher

F

rühbucher werden mit einer Aktion b ­elohnt und können so richtig Geld ­sparen bei ihrer Saatgutbestellung. Sichern Sie sich jetzt Ihren Frühbezugsrabatt und bestellen Sie bis spätestens 28.02.2015 bei Ihrem DuPont Pioneer Fachhändler bzw. Promotor und so sieht das Angebot im Detail aus: Frühbezugsrabatt: 15,– Euro pro Einheit Saatmais (à 80.000 Korn) Sonido®+Korit® gebeizt; 13,– Euro pro Einheit Saatmais (à 80.000 Korn) bei allen anderen Beizvarianten und bei BIO-Saatmais; 20,– Euro pro Einheit Sonnenblumensaatgut (à  150.000 Korn) ; 2,– Euro pro Einheit Sojabohnensaatgut (à  50  Pfund = 22,68 kg); 12,– Euro pro Einheit Sorghumsaatgut (à  50  Pfund = 22,68 kg) Der Frühbezugsrabatt wird direkt auf Ihrer Saatgutrechnung in Abzug gebracht. Zusätzlich wird Ihre Treue bei einem Kauf von DuPont Pioneer Saatgut für mindestens 5  ha mit

einem besonderen Dankeschön belohnt. Sie erhalten gratis eine elektro­nische Wetterstation mit Regenmesser von DuPont Pioneer. Neben der Regenmenge speichert er die Werte der letzten 16 Tage, zeigt die Innen- und Außen Temperatur und die Uhrzeit inklusive das Datum zuverlässig über Funk an. Die Regenmesser-Aktion ist gültig für Bestellungen bis 30.06.2015. Solange der Vorrat reicht! Die Wetterstation wird per Post nach Abschluss der Saison im Sommer 2015 geliefert. INFORMATION: www.pioneer. com/austria

Werbung

Von J. Rosner, W. Deix und K. Rosner


registrierte Versuchsvariante mitgeprüft, darf aber in der Praxis NICHT appliziert werden. Während Prosaro auch gegen Fusariosen registriert ist, sind Quilt Xcel und Retengo plus derzeit lediglich gegen Blattkrankheiten zugelassen, haben aber, wie die Versuchsergebnisse zeigen, sehr gute Effekte gegen Kolbenfusariosen. Während 2013 deutlich niedrigere DON- und ZEA-Werte analysiert wurden, mussten 2014 extrem hohe registriert werden. Wenig bekannt ist auch, dass das analysierte DON nicht immer den wahren Wert darstellt, weil auch „maskiertes DON“ Abb. 2: Kolbenfusariosen produzieren hochgiftige Mykotoxine vorhanden ist, welches erst im Magen-Darm-Trakt aktiviert wird. Deshalb wurde 2014 das Fortsetzung von Seite 23 bruch zu verursachen; das gilt Maisstängel bereits so verholzt, Gesamt-DON analysiert, was Prof. Dr. J. Verreet, Univ. Doz. sowohl für eine Fungizidspritdass er sich nicht mehr flexibel aber noch höhere Analysekosten Dr. T. Birr) und der Universität zung als auch Insektizidapplika- biegt und dann wieder aufstellt, nach sich zog. Immerhin waren für Bodenkultur Wien (Univ. tion gegen Maiszünsler. Dadurch was sich Anfang Juli aber anders bis zu knapp 15 % „maskiertes Prof. Dr. S. Steinkellner) durch- ergeben sich Möglichkeiten einer darstellt – Maispflanzen biegen DON“ feststellbar, was nicht zu geführt. sinnvollen Kontrolle von Krank- sich unter dem Traktor und stel- vernachlässigen ist. heiten und Schädlingen, ohne len sich in den nächsten Stunden In den Tabellen 3 und 4 auf Seite Die Applikation erfolgte in den zusätzliche Investitionen in die und Tagen wieder auf. 26 sind die Reduktion in % von in der Tabelle 2 angeführten Applikationstechnik zu tätigen. DON und ZEA von der VerEntwicklungsstadien des Maises, Anders verhält sich die Sachlage Wie der Tabelle 2 entnommen suchsreihe Tulln nachlesbar. wobei im Stadium 31 bei einer bei einer Käferspritzung vom werden kann, wurden 2013 Wuchshöhe von ca. 50–70 cm Westlichen Maiswurzelbohrer 16 Versuchsvarianten, 2014 Wie aus den beiden Tabellen begonnen wurde und die letzte (Diabrotica virgifera virgifera), 22 geprüft, wobei Retengo deutlich ersichtlich ist, konnten Spritzung im Stadium 65, also denn diese muss mehrmals und plus, Prosaro und Quilt Xcel in in beiden BeobachtungsjahVollblüte, erfolgte. Um die Parerst ab Mitte – Ende Juli erfolgen Mais als Fungizide registriert ren sichere Reduktionen von zellen nicht zu schädigen wurden und zu diesem Zeitpunkt ist der sind, Propulse wurde als nicht DON und ZEA mittels gezielter Fahrgassen angelegt. Eine Spritze Fungizidapplikation herbeigemit einem auf 3 m erhöhten führt werden. Im Jahr 2014 Tab. 1: Gesetzliche Grenzwerte für die menschliche Ernährung Spritzbalken gewährleistet eine stechen die positiven Ergebnisse und die EU-Richtwerte für die Nutztierhaltung. störungsfreie Applikation. in den Anwendungsstadien EC Mykotoxin EU – Höchstmengen 59 (Rispenschieben) und EC FusariumUnverarbeitet Menschlicher Verzehr Um die Ausgangsbelastung an 65 (Blüte) hervor, wobei in der Toxin (µg/kg TM) (µg/kg TM) Fusariumpilzen abschätzen zu Praxis mit dem Spritztermin können, wurden Strohproben EC 59 das Auslangen gefunDON 750 1750 von Tulln in Kiel sowohl 2013 den werden muss, und wie die Deoxynivalenol 200* als auch 2014 analysiert, aus Ergebnisse zeigen, auch kann. ZEA 200 350 Kostengründen musste das bei Zudem ist eine Kombination mit Zearalenon 20* Pyhra unterlassen werden, denn einer Insektizidspritzung gegen FUM 1000 2000 diese Analysen gestalten sich als Maiszünsler naheliegend und Fumonisine 200* sehr aufwändig und daher auch sinnvoll. Nach: EU-Verordnung Nr. 1126/2007 vom 28.09.2007; µg/kg = ppb (parts per Billion); kostenintensiv. Signifikante Ertragsunterschiede * Säuglings- und Kindernahrung Die Spritzungen erfolgten exakt konnten in beiden Jahren nicht Mykotoxin – Höchstmengen – Richtwerte zu den angeführten Applikatierarbeitet werden, Ziel dieser DON ZEA onsterminen mit einer Wasser­ Versuche war aber stets die QuaTierart (µg/kg Futter) (µg/kg Futter) aufwandmenge von 300 l/ha, litätsverbesserung des Ernteguts. Airmixdüsen 110/04 und einem Zuchtsauen 1000 50 Spritzdruck von 3 bar. Versuche zur Bekämpfung Mastschweine 1000 250 des Maiszünslers Maiszünsler Mastkälber 2000 250 Bis zum Stadium 51–59 (Anfang tritt eigentlich jedes Jahr auf, in Milchkuh/Mastrind 5000 500 Juli) ist nach unseren Erfahrunmanchen Jahren stärker schädiLegehuhn/ gen ein Befahren von Maisbegend und dann wieder weniger 5000 ohne Angabe Masthähnchen ständen möglich, ohne Stängel– Zünsler ist aber immer in den

Foto: © www.agrafoto.com

24 PFLANZENSCHUTZ


PFLANZENSCHUTZ 25

Maisbeständen zu finden. Da es die Möglichkeit des Monitorings in Österreich gibt, ist eigentlich unverständlich, warum dieser Schädling in der Praxis so hartnäckig ignoriert wird. Achtet man in anderen Kulturen auf praktisch alle Schadorganismen, um sie bei Überschreiten der Schadschwellen zu kontrollieren, wird bei Mais außer einer Unkrautbekämpfung eigentlich gar nichts zur Ertragssicherung getan, wohl aus mangelnder Kenntnis, dass Maisbestände bis Anfang Juli problemlos befahren werden können, weil die Maispflanzen bis dahin so flexibel sind, dass sie sich nach dem Umbiegen wieder aufrichten, manchmal zwar mit minimalen Gänsehälsen, aber ohne negative Ertragseffekte. In Pyhra und Tulln wurden 2013 und 2014 die Maiszünslervorhersagen von AGES–Lichtfallenfängen mit jenen des Prognosemodells proPlant verglichen

Parzellen Nummer

ZEA ppb Versuchsvariante

DON ppb

2013

2014

2013

2014

1

Beizung Maxim XL (Metalaxyl M + Fludioxinil)–Kontrolle VS

542

1038

1812

4014

2

Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 31

315

430

813

2273

3

Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 51

148

247

580

2379

4

Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 59

132

209

526

1023

5

Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 65

139

142

610

448

6

Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 31

105

450

454

2764

7

Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 51

233

350

1076

2283

8

Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 59

114

99

592

870

9

Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 65

141

198

430

400

10

Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 31

133

504

442

2961

11

Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 51

108

588

413

1776

12

Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 59

62

164

209

1350

13

Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 65

86

80

245

1023

14

Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 31

335

3082

15

Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 51

255

1026

16

Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 59

114

665

17

Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 65

192

18

Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconazole + Retengo plus (Opera) 1.5 l EC 59

51

307

209

1807

19

Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Propulse 1.0 l EC 59

64

254

263

1452

20

Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconazole+ Retengo plus (Opera) 1.5 l + Prosaro 1.0 l EC 31 + EC 65

32

163

138

21

Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Quilt Xcel 1.0 l EC 59

22

Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Retengo plus 1.5 l + Quilt Xcel 1.0 l EC 31 + EC 65

866

404

240 160

941 846

Maiskombi_Ackerbauprofi_190x128_2015 13.01.15 13:53 Seite 1

Fortsetzung auf Seite 26 Tab. 2: Versuchsergebnisse Fungizidversuche Tulln 2013 und 2014.

® = e.Wz. der Bayer Gruppe. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Kompetenz im Mais

Gebeiztes Saatgut zum Schutz der jungen Pflanzen

FS500 ist der • Mesurol sicherste Schutz vor

Vogelfraß und Fritfliege.

schützt von • Sonido Anfang an vor Drahtwurm.

Beratungsdienst: 01/711 46-2835 austria@bayercropscience.com www.agrar.bayer.at

Nur unkrautfreier Mais bringt Ertrag

– vom Anbau bis zum 3-Blattstadium des Maises mit • Adengo starker Boden- und Blattwirkung. Pro ist durch die starke und schnelle Wirkung • Laudis+Aspect und wegen seiner hervorragenden Verträglichkeit das beliebteste

• •

Maisherbizid Österreichs. In Wasserschongebieten kann Laudis (ohne Aspect Pro) eingesetzt werden. Laudis+Aspect Pro+Monsoon erfasst zusätzlich Glattblättrige Hirse. MaisTer power ist der Spezialist gegen alle Ungräser wie Hirsen, Quecke und Flughafer und auch gegen Unkräuter inkl. Winde und Distel.

Körner am Kolben ohne Fusarium und Mykotoxine

Fraß der Käfer an den Narbenfäden kann zu • Der gravierenden Befruchtungsstörungen bis zum Total-

ausfall führen. Eine Bekämpfung der Käfer mit Biscaya vor der Eiablage reduziert das Risiko von Wurzelschäden im Folgejahr. Bekämpfung von Kolbenfusariosen und Mykotoxinen Prosaro wirkt effektiv gegen Kolbenfusariosen und reduziert Mykotoxine.

Sonido: Pfl.Reg.Nr. 3394; Mesurol FS 500: Pfl.Reg.Nr. 3135; MaisTer power: Pfl.Reg.Nr. 3271; Laudis: Pfl.Reg.Nr. 2912; Aspect Pro: Pfl.Reg.Nr. 2947; Adengo: Pfl.Reg.Nr. 3063; Prosaro: Pfl.Reg.Nr. 3054; Biscaya: Pfl.Reg.Nr. 2995; Monsoon: Pfl.Reg.Nr. 2826;


26 PFLANZENSCHUTZ

Fortsetzung von Seite 25 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

Beizung Maxim XL (Metalaxyl M + Fludioxinil)–Kontrolle VS Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 31 Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 51 Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 59 Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 65 Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 31 Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 51 Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 59 Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 65 Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 31 Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 51 Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 59 Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 65 Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 31 Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 51 Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 59 Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 65 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconazole + Retengo plus (Opera) 1.5 l EC 59 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Propulse 1.0 l EC 59 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconazole+ Retengo plus (Opera) 1.5 l + Prosaro 1.0 l EC 31 + EC 65 21 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Quilt Xcel 1.0 l EC 59 22 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Retengo plus 1.5 l + Quilt Xcel 1.0 l EC 31 + EC 65

und eine gute Übereinstimmung diagnostiziert. Somit steht im Zuge des LK – ÖAIP (Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Integrierten Pflanzenschutz) Pflanzenschutzwarndienstes ein gutes Prognosemodell für den optimalen Spritzzeitpunkt von Maiszünsler zur Verfügung. Die Spritzung erfolgte wiederum mit der beschriebenen adaptierten Feldspritze nach der Prognose von proPlant, wobei 2014 am Standort Tulln auch eine Lichtfalle installiert war. In der Tabelle 4 auf Seite 27 sind die Bonitierungs-Ergebnisse dieser Versuchsreihe von Tulln und Pyhra dargestellt. Beim Studium der Versuchsergebnisse fällt auf, dass durch die Insektizidanwendung speziell die für einen stehenden Bestand wichtigen „Befall unter dem Kolben“ und damit einhergehend „gebrochene Pflanzen“ signifikant reduziert Tab. 3: DON-Reduktion Tulln werden konnten. Auch zeigte die Kolbenbonitur sehr gute Ergebnisse gegen Zünsler im Kolben 1 Beizung Maxim XL (Metalaxyl M + Fludioxinil)–Kontrolle VS und damit einhergehend optisch 2 Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 31 weniger sichtbaren Fusariumbe3 Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 51 fall am Kolben. Auf Seite 28 sind die Ernteer4 Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 59 gebnisse von den zweijährigen 5 Retengo plus (Opera) Pyraclostrobin + Epoxiconazol) 1.5 l EC 65 Versuchen aufgelistet. Die 6 Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 31 Spritzungen gegen Maiszüns7 Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 51 ler zeigen Ertragssicherungen 8 Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 59 von 9–26 % und sind daher 9 Prosaro Prothioconazol + Tebuconazol 1 l EC 65 wirtschaftlich überlegenswert. 10 Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 31 Dass die Mykotoxinwerte 2013 11 Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 51 reduziert werden konnten, soll 12 Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 59 die nächste Tabelle zeigen. 2013 13 Propulse (Fluopyram 125 g + 125 g Prothioconazole) 1 l EC 65 war eine deutliche Reduktion 14 Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 31 der DON-Werte durch eine 15 Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 51 Zünslerspritzung nachweisbar. 2014 sind die Ergebnisse nicht 16 Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 59 nachvollziehbar, weil sowohl in 17 Quilt Xcel (Azoxystrobin141,4 g/l + 122,4 g/l Propiconazol 1 l EC 65 Pyhra als auch in Tulln einzelne 18 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconazole + Retengo plus (Opera) 1.5 l EC 59 Mykotoxinwerte in einzelnen 19 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Propulse 1.0 l EC 59 Wiederholungen besonders 20 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconazole+ Retengo plus (Opera) 1.5 l + Prosaro 1.0 l hoch waren und nicht eindeutlig EC 31 + EC 65 zuordenbar sind, deshalb werden 21 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Quilt Xcel 1.0 l EC 59 die Daten auch nicht publiziert. 22 Saatgut Beizung Fa Bayer Prothioconalzole + Retengo plus 1.5 l + Quilt Xcel 1.0 l EC 31 Aus diesem Grund sind solche + EC 65 Versuchs­reihen als mehrjährige Tab. 4: ZEA-Reduktion Tulln Exakt­versuche angelegt. Zusammenfassung Maiszünsler und Maisfusariosen treten alljährlich auf und führen zu Qualitätseinbußen und manchmal wie 2014 auch zu Totalausfall, wenn

die übernommene Ware wie in einigen Fällen wegen Grenzund Richtwertübertschreitungen gestoßen werden muss bzw. von den Nutztieren nicht mehr auf-

2013

2014

0 55 68 70 66 75 41 67 76 76 77 88 86

0 43 40 74 89 31 43 78 90 26 56 66 75 23 74 83 78 55 64 90

88 85 92

77 79

2013

2014

0 42 73 76 74 81 57 79 74 75 80 89 84

0 59 76 80 86 57 66 90 81 51 43 84 92 68 75 89 82 70 75 84

91 88 94

77 85

genommen wird. Dass monogast- tiert und können im Verdauungsrische Tiere besonders sensibel trakt Mykotoxine nicht abbauen auf vergiftetes Futter reagieren, und maskiertes Mykotoxin sogar sollte klar sein, werden sie doch zweimal täglich damit konfronFortsetzung auf Seite 28


Versuchsergebnisse Tulln 2013 Bonituren

PFLANZENSCHUTZ 27

St채ngelbonitur (Befallene Pflanzen in %)

Kolbenbonitur (Befallene Pflanzen in %)

Versuchsergebnisse Tulln 2014 Bonituren Abb. 2: Versuchsergebnisse Tulln 2013 Bonituren

St채ngelbonitur (Befallene Pflanzen in %)

Kolbenbonitur (Befallene Pflanzen in %)

Versuchsergebnisse Pyhra 2013 Bonituren Abb. 3: Versuchsergebnisse Tulln 2014 Bonituren

St채ngelbonitur (Befallene Pflanzen in %)

Abb. 4: Versuchsergebnisse Phyra 2013 Bonituren

Kolbenbonitur (Befallene Pflanzen in %)


Stängelbonitur (Befallene Pflanzen in %)

Kolbenbonitur (Befallene Pflanzen in %)

Abb. 6: Versuchsergebnisse Phyra 2014 Bonituren

Abb. 7: Ernteergebnisse Phyra

Abb. 8: DON- und ZON-Gehalt Tulln 2013 der Grenz- und Richtwerte in der Regel so möglich. Eine Ertragssicherung durch gezielte Zünslerspritzmaßnahmen hat sich deutlich gezeigt. Dass diese Fungizid- und Insektizidanwendungen ein feines Häckseln von Stroh in Getreideund Maisfruchtfolgen kombiniert mit einem seichten Einarbeiten zur Rotteförderung nicht ersetzen kann, soll besonders erwähnt werden.

Abb. 9: Ernteergebnisse Tulln halts an Mykotoxinen wie DON und ZEA und gewährleisten aktivieren; Polygastrier (Wieder- somit eine rasche Abschätzung käuer) reagieren auf Grund eines des Risikos. unterschiedlichen Stoffwechsles weniger sensibel auf Mykotoxine. Dass man dieses Risiko jedoch Schnellmethoden ermöglichen minimieren, kann soll in den dareine grobe Abschätzung des Ge- gestellten Versuchsergebnissen

Fortsetzung von Seite 25

demonstriert werden und die Landwirte dazu anregen, auch über phytosanitäre Maßnahmen im Maisbau kritisch nachzudenken. Eine Reduktion der Mykotoxingehalte im Erntegut war in den Versuchen 2013 und 2014 möglich und ein Unterschreiten

Ein Kompromiss zwischen Bodeneroison und der als Gegenmaßnahmen eingesetzten mulchenden Bodenbearbeitung oder Direktsaat in abgefrostete Gründecken und Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes stellen eine Herausforderung dar, die aber mit entsprechendem Fachwissen und Fingerspitzengefühl bewältigbar erscheinen. l

DI Dr. Josef Rosner und DI Wolfgang Deix–Land Niederösterreich, Abt. Landwirtschaftliche Bildung, Tulln, DI Kathrin Rosner–Verein Land­impulse Tulln und BOKU Wiez


DÜNGUNG 29

Getreidedüngung: Besondere ­Herausforderungen im Frühjahr „Jedes Jahr ist anders!“ – so sagt man im Volksmund. Diese Aussage trifft im Hinblick auf Niederschlag, Dauer der Vegetationsruhe im Winter, Schnee und Frost sowie Trockenphasen im Laufe des Jahres zu. Der ­Stickstoffbedarf hingegen hängt vom Ertragsniveau und dem Proteingehalt ab. Von Gerhard Gebeshuber

Einsatzes von Tiefenlockerungs­ geräten, Pflug etc. konnten die Böden weder im Hinblick auf ntscheidend für die Höhe Struktur verbessert, noch im der Stickstoffdüngung sind Schaffen eines idealen Saatdie Ertragserwartung, die beetes ideal auf eine HerbstNachlieferung aus dem Boden bestellung vorbereitet werden. und die Düngeobergrenzen. Dieses Problem spiegelt sich am häufigsten bei den WinterBesondere Herausforderungerstenflächen wider, wo zum gen für die Andüngung 2015 jetzigen Zeitpunkt zum Teil die Die häufigen und teils starken Erntespuren der Vorfrucht noch Niederschläge führten bereits im deutlich sichtbar sind. Sommer 2014 zu erheblichen Ausgangslage: Erschwernissen bei der Ernte, – Schwaches Wurzelsystem im Strohabfuhr und vor allem bei Verhältnis zum vorhanden der Bodenbearbeitung. Trotz des Blattapparat

E

– Wenig mineralisierter Stickstoff im Boden bzw. ausgeräumte Vorräte – Die durchnässten Böden ­beinhalten wenig Luft, dadurch schlechtere Boden­ erwärmung, weniger Stickstofffreisetzung – Vernalisation: der Einfluss niedriger Temperaturen auf Stoffwechselvorgänge wurde nur kaum erreicht – Unterschiede bei den Getreidearten Beeinflussend wirken sich auch die Bodenstruktur des Schlages, Standort, Vorfrucht und Nach­

lieferungspotential aus. Abgesehen davon gibt es Entwicklungsstadien, die von bestimmten Einflüssen und Voraussetzungen gesteuert und durchwachsen werden. Entwicklungsstadium als Parameter für Düngungszeitpunkt und Höhe Die Aufnahme des Stickstoffs zu den jeweiligen Entwicklungsstadien lässt sich wie in nachstehender Tabelle darstellen.

Fortsetzung auf Seite 30


30 DÜNGUNG

Entwicklungs­ stadium

Bezeichnung

Anteil des Gesamtbedarfes

Keimung – Beginn der Bestockung

EC 00 – EC 19

ca.   8 %

Bestockung

EC 20 – EC 29

ca. 28 %

Schossphase

EC 30 – EC 49

ca. 36 %

Ährenschieben + Blüte

EC 50 – EC 69

ca. 12 %

Reifephase

Ab EC 70

ca. 16 %

Vorteile für nitratbetonte N-Düngemittel Geringe Nmin Gehalte Schwache Ausgangsbestände Schwach ausgebildetes ­Wurzelwerk Späte Startgabe

Hohe Nmin Gehalte (über 35 kg/ha in 0–30 cm) Gute Ausgangsbestände Gut ausgebildetes Wurzelwerk Frühe Startgabe

Tab.: Vorteile von nitrathältigen bzw. ammoniumhältigen Düngern 100 kg N Harnstoff  100 kg CaO 100 kg N NAC  49 kg CaO 100 kg N Ammonsulfat  301 kg CaO

Tab.: Stickstoffnahme der Getreidepflanze in Abhängigkeit vom EC– Tab.: Kalkbedarf (CaO) in kg bei Stadium am Gesamtbedarf der Gabe von 100 kg Stickstoff Bestandesentwicklung

Mehrzeilige Gerste

Zweizeilige Gerste

Maximal 2 kräftige Triebe (selten)

50–60 kg/ha N

60–70 kg/ha N

3 kräftige Triebe

40 (–50) kg/ha N

50 (–60) kg/ha N

Mindestens 4 kräftige Triebe

30–40 kg/ha N

40–50 kg/ha N

Tab.: Düngehöhenbemessung bei Wintergerste in Abhängigkeit vom Entwicklungszustand Bestand Sehr dicht

Kräftige Triebe je Pflanze Mehr als 3

Optimaler Nachdüngungstermin ES 31/32

Anmerkung zur Nachdüngung Bestand soll aufhellen

Normal

Ca. 3

ES 31

Bestand braucht nicht aufzuhellen

dünn

Max. 2

ES 29/30

Jederzeit möglich

Tab.: Beurteilung des Getreidebestandes vor der zweiten Düngung

Stolz auf wachsenden Ertrag. Nutzen Sie unser Know-how für wachsenden Ernteerfolg: Mit den professionellen Mineraldüngern der Borealis L.A.T. Durch die verantwortungsvolle Beratung unserer Agronomen und die verlässliche Wirkung unserer Dünger lassen wir gemeinsam Ihre Kulturen und Ihren Ertrag mit Freude wachsen. Besuchen Sie uns für weitere Informationen zu unseren Mineraldüngern auf www.borealis-lat.com

Fortsetzung von Seite 29 Bildung erster Blätter: EC 11–13 Nach dem Auflaufen des Getreides werden die ersten Blätter gebildet. Bei Kulturen, die ihre ertragsbildenden Halme bereits im Herbst (bzw. Kurztag) wie z.B. Wintergerste ausbilden, kann eine moderate Düngung als sinnvoll erachtet werden. Dies muss im Einzelfall und in Abhängigkeit von der Vorfrucht beurteilt werden. Im Herbst kann bei Raps- und Leguminosenvorfrucht auf eine Stickstoffdüngung verzichtet werden. Bestockungsbeginn bis Mitte Bestockung: EC 21–25 Dieser Entwicklungsbereich

2015 am 27. Januar ie uns am rnen Sie S le en d n ch u u Bes ollabrunn H in neues, g r ta se n Ackerbau nen – u ® n ke ierung t m den N-Pilo iagnosetool zur Opti D es iv at innov g! offdüngun Ihrer Stickst

• FERTILIZER • TECHNICAL N PRODUCTS

9531 Ackerbautag Hollabrunn 190x128.indd 1

Vorteile für ammoniumbetonte N-Düngemittel

growing with joy. 15.01.15 13:55


DÜNGUNG 31

wird auch als Blattbildungsphase bezeichnet, die Bestockung hat begonnen. Am Vegetationskegel (ca. 0,5 mm lang, 0,1 mm breit) sind mehrere Wülste sichtbar. Die ersten Blattanlagen werden gebildet. Der Haupttrieb hat 3 bis 5 Blätter und es bilden sich bereits 1–2 Nebentriebe. In diesem Stadium fördert eine N-Düngung die Bestockung und die Zahl der Blätter. Gleichzeitig soll das Wurzelwachstum gefördert werden. Je später die Andüngung erfolgt, umso eher sollten nitrathältige Dünger verwendet werden (besser löslich, dadurch raschere Aufnahme). Die gute Löslichkeit sichert bei schwach entwickelten Wurzeln die Versorgung der Pflanzen ab. Amidsticksoff in Form von Harnstoff sollte im heurigen Jahr nicht zur Andüngung verwendet werden. Bei der zweiten Stickstoffgabe kann Amidstickstoff oder Ammoniumstickstoff von Vorteil sein. Bei der Andüngung werden die Vorteile und Voraussetzungen für eine ammoniumbetonte Düngung im heurigen Jahr kaum erreicht werden.

In der Hauptbestockungsphase können nicht nur vegetative ­Entwicklungsschritte (Seitentrieb­bildung) beobachtet werden, auch die Ährenaus­ bildung beginnt (Doppelring­ stadium). Die Andüngung bei Wintergerste (bei Vorfrucht Getreide) kann man wie folgt darstellen: Winterweizen (bei Saat bis Mitte Oktober) stellt sich heuer als normaler Bestand mit einem Haupttrieb + 1 bis max. 2 Seitentrieben dar. Die Andüngungshöhe sollte zwischen 30 und 50 kg Stickstoff liegen. Bei schweren Böden, späten Säterminen und Mais als Vorfrucht kann auch eine Startgabe von 60 kg optimal sein. Die Startgabe bei späterer Saat und wesentlich schlechterer Entwicklung (ein bis drei Blätter) muss nicht höher gewählt werden. Ein Ausgleich durch ein Vorverlegen der zweiten Gabe wäre bei zu dünnen Beständen zu überlegen.

Triebe und Ähre fertig ­angelegt: EC 30 Alle Triebe sind angelegt, die Ährchenanlage Bei schwacher Entwicklung des ist abgeschlossen. Der WinterWurzelwerkes wird eine Phosweizen erreicht dieses Stadium phor- und Kalidüngung besonMitte April, Wintergerste im ders wichtig. Phosphor und Kali ­zeitigen Frühling (ca. Ende sollten – sofern geplant – bei der März). Andüngung ausgebracht werden. Obwohl schwefelhältige Dünge- Im Bereich von EC 30 bzw. kurz mittel einen erhöhten Kalkbedarf davor muss anhand des Bestanhaben, überwiegen ihre pflandes und der Witterungslage der zenbaulichen Vorteile. Schwefel Nachdüngungstermin mit dem wird für die Stickstoffumsetzung Ziel, ausreichende ertragsbildenin der Pflanze benötigt. Fortsetzung auf Seite 32

zur Unterfußdüngung im Mais „Meine Empfehlung: Geben Sie 150 kg/ha Kalkstickstoff PERLKA als Unterfußdünger im Mais, bei P-Bedarf auch eine Mischung aus 150 kg/ha Kalkstickstoff PERLKA und 150 kg/ ha DAP. Ihr Vorteil: Zügiges Wachstum in der Jugendphase durch sichere Nährstoffversorgung. Willkommener Nebeneffekt: Das Düngerband vertreibt Drahtwürmer aus der Keimzone.”

RAIMUND POPP Diplom-Agraringenieur Handelsvertreter M 0676 3046714

Die Wirkung macht den Unterschied!

www.kalkstickstoff.de

made in bavaria AlzChem AG Dr.-Albert-Frank-Str. 32 83308 Trostberg Germany

WWW.ALZCHEM.DE


32 DÜNGUNG

ÖPUL: Düngemitteln sorgfältig ausbringen

Fortsetzung von Seite 31 de Triebe auszubilden, bestimmt werden. Bei kräftigen Beständen sollen die schwachen Seitentriebe aufhellen (Stickstoffmangel ist immer an den schwachen Trieben auf den älteren Blättern zu finden), damit diese Triebe reduziert werden. Umgekehrt ist bei knapp entwickelten Wintergetreidebeständen eine Trieb­reduktion zu vermeiden, sodass spätestens zu Schossbeginn die zweite Stickstoffgabe durchgeführt werden soll. Hitze und strahlungsreiches Wetter können zu einer raschen Triebreduktion führen, deshalb sollen die Bestände gut beobachtet werden, damit die zweite Stickstoffdüngung zum richtigen Termin erfolgt. Beurteilung des Getreidebestandes vor der zweiten Düngung Die Schossdüngung (auch als N2 bezeichnet) sollte eine kontinuierliche Stickstoffversorgung gewährleisten. Zu beachten ist, dass gut entwickelte Bestände nicht nur mehr Stickstoff aufgenommen haben, sondern auch durch ein besser entwickeltes Wurzelsystem in der Lage sind, den Bodenstickstoff besser aufzunehmen. Fazit zur Andüngung: – Schwierige Ausgangsbedingungen (Ernte 2014 und Aussaat im Herbst) – kaum Luft im Boden, somit wenig Mineralisation und schlechte Nährstoffverfügbarkeit – Schlechte Wurzelentwicklung erfordert Überlegungen zur ausreichenden NPK-Versorgung – Mit der Startdüngung soll die Ernährung bis zur Schossphase abgesichert werden. – Wintergerste: 40–60 kg Stickstoff bis Mitte März – Winterweizen: 30–50 (60) kg Stickstoff (z.B. 300 kg aus NPK-Düngern mit 15:15:15) – Flüssigdünger (über Blatt) mit Spurenelementen hilft gestressten Beständen l Dipl.-Päd. Ing. Gerhard Gebeshuber, ­Abteilung Pflanzenproduktion, LK OÖ

Bei der Anwendung von stickstoffhaltigen Düngemitteln sind u.a. die gesetzlichen Rahmenbedingungen gemäß Aktionsprogramm Nitrat 2012 verpflichtend zu erfüllen. Eine Auswahl dieser Bestimmungen wird im Rahmen von Cross Compliance auf Einhaltung geprüft. Von Christian Reichinger

Tabelle wird dargestellt, ab wann der frühestmögliche Düngetermin in Abhängigkeit von Kultur entrale Elemente wie die und Stickstoffdüngerart auf zeitlichen und mengen­ landwirtschaftlichen Nutzflächen mäßigen Beschränkungen zulässig ist. der Ausbringung von stickstoff- Darüber hinaus gilt ein genehaltigen Düngemitteln sowie die relles Düngeverbot mit stickDüngung entlang von Gewässern stoffhältigen Düngemitteln auf und in Hanglangen sind dabei durchgefrorenen Böden, auf betroffen. In der nachfolgenden wassergesättigten oder über-

Z

Kultur Dauergrünland, Wechselwiese

Raps und Wintergerste (Gründeckungen mit frühem Stickstoffbedarf), Durumweizen und Sommergerste (früh anzubauende Kulturen), Feldgemüseanbauflächen unter Vlies oder Folie restliche LN insbesondere Ackerflächen

schwemmten Böden sowie bei geschlossener Schneedecke. Vorbeugender Grundwasserschutz Bei Teilnahme am ÖPUL-Programm Vorbeugender Grundwasserschutz (Grundwasser 2020) gelten bei der Ausbringung von stickstoffhältigen Düngern, Klärschlamm und Klärschlammkompost, ausgenommen

Düngemittel N-Mineraldünger, Gülle, Jauche, Biogasgülle, Gärrückstände Stallmist, Kompost alle N-hältigen Düngemittel

Düngung möglich ab ab 1. März

alle N-hältigen Düngemittel

ab 16. Februar

ab 16. Februar ab 1. Februar

Tab. 1: Ausbringverbotszeiträume stickstoffhaltiger Düngemittel laut Aktionsprogramm Nitrat

Kultur Winterweizen (< 14 % RP) Wintertriticale Winterroggen Wintergerste Winterraps

Kultur Winterweizen Wintertriticale Winterroggen Wintergerste Winterraps

niedrige Ertragslage [t/ha] [kg/ ha] < 3,5 105 < 3,5 < 3,5 < 3,5 < 2,0

90 80 95 115

Cross Compliance mittlere Ertragslage Ertragslage hoch1 [t/ha] [kg/ [t/ha] [kg/ ha] ha] 3,5–6,0 145 6,0–7,5 170 3,5–6,0 120 6,0–7,5 145 3,5–5,5 110 5,5–7,0 130 3,5–6,0 130 6,0–7,5 155 2,0–3,0 155 3,0–4,0 180 ÖPUL–Grundwasser 2020 mittlere Ertragshohe Ertragslage lage [t/ha] [kg/ [t/ha] [kg/ ha] ha] 3,5–6,0 130 6,0–7,5 150 3,5–6,0 110 6,0–7,5 120 3,5–5,5 100 5,5–7,0 110 3,5–6,0 120 6,0–7,5 135 2,0–3,0 140 3,0–4,0 160

Tab. 2: Stickstoff-Düngeobergrenzen nach Ertragslage

Ertragslage hoch2 [t/ha] [kg/ ha] 7,5–9,0 180 7,5–9,0 7,0–8,5 > 7,5 > 4,0

155 140 170 195

Ertragslage hoch3 [t/ha] [kg/ ha] > 9,0 195 > 9,0 > 8,5 > 9,0 > 5,0

165 150 180 210


COMPO EXPERT XXXXXXXXXXXX 33

Mist und Kompost auf, allen Ackerflächen im ausgewiesenen Gebiet strengere Düngesperrfristen. Auf frühanzubauende Kulturen (Sommerweizen, Durumweizen, Sommergerste), auf Feldgemüse­anbauflächen unter Vlies oder Folie sowie auf Wintergerste, Kümmel und Raps ist eine Stickstoffdüngung ab 16. Februar möglich. Zum Maisanbau ist eine Stickstoffdüngung ab 22. März, bei allen anderen Ackerkulturen ab 2. März zulässig. Stickstoffdüngung entlang von Gewässern Bei der Düngung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen entlang von Oberflächengewässern ist ein direkter Eintrag von Nährstoffen in oberirdische Gewässer zu vermeiden. Dabei muss ein Mindestabstand (siehe Abbildung) vom Rand der Ausbringungsfläche und der Böschungsoberkante des jeweiligen Gewässers eingehalten werden. Eine Reduktion der Mindestabstände aufgrund der Ausbringtechnik ist nur mehr mit injizierenden Geräten möglich. Weiters ist dafür zu sorgen, dass kein Abschwemmen in oberirdische Gewässer erfolgt. Der ganzjährig mit lebenden Pflanzen bewachsene Streifen muss mindestens die in dieser Spalte jeweils angeführte Breite aufweisen, dann kann bis an den Rand des bewachsenen Streifens gedüngt werden. Nutzungsart

Acker

Acker, Grünland

Stickstoff-Düngeobergrenzen Im Aktionsprogramm sind in ­Abhängigkeit von der Ertragslage Stickstoffobergrenzen festgeschrieben, die in der Summe aus Mineraldüngern und organischen Düngern in jahreswirksamer Form nicht überschritten werden dürfen. Diese Obergrenzen sind von den Richtlinien für die sachgerechte Düngung (6. Auflage) abgeleitet. Sie sind auf den Nährstoffbedarf der Pflanzen unter Berücksichtigung der Bodenbeschaffenheit und der verschiedenen Ertragslagen ausgerichtet. Die Stickstoffmengen sind primär von der Ertragslage abhängig. Die Einschätzung der Ertragslage soll realistisch sein und sich an den Durchschnittserträgen der letzten Jahre orientieren. Ausreißer nach oben (Spitzenerträge) und unten (Mindererträge – Trockenheit, Hagel …) sind nicht zu berücksichtigen. Bei Teilnahme an der ÖPUL-­ Maß­nahme „Vorbeugender Grundwasserschutz – Grundwasser 2020“ sind strengere Stickstoff-Düngeobergrenzen einzuhalten. Je nach Gebietskulisse ist die Düngeobergrenze mit mittlere bzw. hohe Ertragslage nach oben hin begrenzt. l

DI Christian Reichinger, Referat Boden. Wasser.Schutz.Beratung, LK OÖ

Hangneigung

zu stehenden Gewässern

zu fliessenden Gewässern

< 10 %

20 m

5 (3*) m

> 10 %

20 m

10 m

< 10 %

10 m

2,5 m

> 10 %

20 m

5 (3*) m

Düngeinjektion oder ganzjährig mit lebenden Pflanzen bewachsener Randstreifen mit einer Breite von mind:

Eine Spur besser

(3*) m: Wenn es sich bei der an die Böschungsoberkante des Fließgewässers an-

Nutrimix® fluid Spurennährstoffe sind Aktivatoren für Stoffwechselvorgänge in der Pflanze. Bei Getreide unterstützen sie in kritischen Phasen die Anlage und Ausbildung der Ertragskomponenten und Qualitätseigenschaften. Sie führen somit zu höheren Erträgen und besserer Qualität. Im hohen Ertragsbereich kann der Bedarf an Spurennährstoffen nicht immer aus dem Bodenvorrat gedeckt werden. In solchen Fällen hilft Nutrimix ® fluid, als hochkonzentrierte Düngerlösung. Die Chelat-Form garantiert eine rasche und sichere Aufnahme über das Blatt. Die Nährstoffe stehen vollständig für den Einbau in pflanzeneigene Stoffe zur Verfügung. Weitere Informationen zu unseren Produkten finden Sie unter: www.compo-expert.at

grenzenden Fläche um einen 1 Hektar nicht überschreitenden schmalen Schlag in Gewässerrichtung mit einer Breite von höchstens 50 Metern handelt, oder das Gewässer einen Entwässerungsgraben darste llt.

Tab. 3: AP 2012-§ 5: Mindestabstände beim Ausbringen von Nährstoffen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Nähe von Wasserläufen ® = registrierte Marke


34 DÜNGUNG

Stickstoffdosierung in Echtzeit Yara N-Sensor Immer bedeutender – sowohl aus Umweltschutz- als auch aus Kosteneffizienzgründen – wird die teilflächenspezifische Stickstoffdüngung, wie sie etwa die Firma Agricon mit dem Yara N-Sensor anbietet. Von Stefan Nimmervoll

Einer der Pioniere dieser Techder Fläche verteilen“, erzählt nologie in Österreich ist Thomas der Praktiker. lleine in Deutschland Schmidt von der Gutsverwaltung werden damit bereits Agropan in Ernstbrunn. Vor allem auf den heterogenen, rund 900.000 Hektar hügeligen Feldern des Weinvierbei der Überfahrt in Echtzeit Er setzt den N-Sensor bei tels sei es zielführend sich quasi gescannt. Aus der Analyse dieser Weizen zur zweiten und dritten online auf die Bedingungen Daten errechnet das System jeGabe ein und stellt fest, dass einzustellen. „In einem Versuch nen optimierten Stickstoffbedarf, die Bestände homogener sind hatten wir bei gleicher N-Menge der genau in diesem Teilstück und das Lagerrisiko sinkt. „Wir zwei Prozent Mehrertrag mit benötigt wird und gibt diesen wollten unter ÖPUL-Bedingun- etwas mehr Proteingehalt. Vor Wert an den Düngerstreuer gen den begrenzt zur Verfügung allem aber war der Proteingehalt weiter. stehenden Stickstoff optimal auf homogener“, so Schmidt.

A

Die Kosten pro Jahr belaufen sich bei achtjähriger Amortisation bei Agropan auf rund 4.500 Euro. Der am Gut vorhandene Amazone-Streuer sei bereits werksseitig bestens auf den Einsatz des Yara-Sensors vorbereitet gewesen. „Bei der Kulturführung muss man einmal mit dem N-Tester gehen um den Referenzwert zu finden. Das ist

Optimale Kombination dreier Wirkstoffe!

aber auch ohne N-Sensor eine gute Hilfe.“ Ansonsten sei der Zusatzaufwand gering. Wie so oft würden bei zielgerichteten Düngung Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen. Umso unverständlicher ist für Thomas Schmidt, dass die Investition nicht über das ÖPUL gefördert wird. Auch ohne Unterstützung empfiehlt der Agrarier aber den Einsatz des N-Sensors: „Wenn ein Landwirt bereit ist, sich intensiv mit der Bestandesführung und der Technik zu beschäftigen, dann kann eine Anschaffung ab 150 Hektar lohnenswert und sinnvoll sein.“ l

Internet-Tipp www.n-sensor.de

Neues Zuckerrübenherbizid

Belvedere® Extra Beste Verfügbarkeit der Wirkstoffe Hohe Ethofumesat-Ausstattung für eine breite Wirkung und ein gutes Resistenzmanagement Der ideale Mischpartner zu Goltix® Titan®

ADAMA Deutschland GmbH, Zweigniederlassung Österreich, Ludwig-Boltzmann-Straße 2, A-7100 Neusiedl am See Telefon 05 90 10-2 85 40 | Telefax 05 90 10-2 85 41 | info@de.adama.com | www.adama.com/at

AZ_A_BelvedereExtra_Ackerbauprofi_94x128.indd 1

Der Yara N Sensor optimiert den Stickstoffbedarf

14.01.15 08:08

Foto: © Grafik Yara

Wirklich großartige Aussichten!

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.® reg. WZ ADAMA Deutschland GmbH; Zul. Nr. 007166-00; Pfl. Reg. Nr. 3501

Belvedere® Extra


BODENBEARBEITUNG 35

Durch richtige Bestellverfahren Erosion vermeiden Bodenerosion tritt überwiegend bei Reihenkulturen, vornehmlich bei Mais auf. Sie führt zu Verlust an wert­ vollem Oberboden, der letztendlich die Bodenfruchtbarkeit und Ertragsfähigkeit einschränkt. Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Erosion und Oberflächenabfluss bei Reihenkulturen sind eine hoher Bodenbe­ deckung nach der Saat und das Vermeiden intensiver Bodenbearbeitung zumindest im Frühjahr vor der Saat. Von M. Demmel, H. Kirchmeier bearbeitung und Bestellung die Grundlage und den Ausgangspunkt für eine sichere Keimung, as gelingt mit Verfahren eine schnelle Jungendentwickdauerhaft konservierenlung, das Ausschöpfen des der Bodenbearbeitung. In Ertragspotentials von Standort, Pflugsystemen können mit einem Sorte und produktionstechnierfolgreichen Zwischenfrucht­ scher Maßnahmen und eine anbau vor der Reihenkultur gleichmäßige Abreife. Die Ausähnlich günstige Verhältnisse wahl des geeigneten Bestellvergeschaffen werden. Entscheidend fahrens und der dazugehörigen ist jedoch, dass bei der Einarbei- Technik für die Bodenbeartung der flüssigen Wirtschaftsbeitung und Aussaat ist von dünger und der Bestellung des entscheidender Bedeutung. Mais die Stabilität des über Die wendende BodenbearbeiWinter abgesetzten Bodens nicht tung mit dem Pflug und die stark vermindert und die Boden- Einsaat in den „reinen“ Tisch bedeckung mit Pflanzenresten sind in weiten Teilen der Welt nicht stark reduziert wird. Mit noch immer das vorherrschende einer wenig intensiven EinarBestellverfahren. In der heutigen beitung der Gülle bei geringem Pflugtechnik steckt die EntwickErosionsrisiko, der Streifenbear- lung von mehreren Jahrhunbeitung mit Gülleinjektion oder derten und der „reine Tisch“ dem Einschlitzen der Gülle im ermöglicht eine einfache und Frühjahr in die Zwischenfrucht sichere Saatgutablage. kombiniert mit der Mulchsaat Spätestens seit der 1935–1938 in ohne Saatbettbereitung kann ein den USA und Canada aufgehohes Maß an Erosionsschutz in tretenen, großflächigen und der Gewittersaison sichergestellt katastrophalen Winderosionswerden. ereignisse, die als „Dust Bowl“ in die Geschichte eingingen und 1. Einleitung In der Pflanzenproduktion bilden die BodenFortsetzung auf Seite 36

Foto: © www.agrarfoto.com

D

cht

tung i e b r de! nbea

So ma

Bode

Freu

TAIFUN

Universal-Feingrubber

Universell einsetzbar, flexibel, wirtschaftlich, ideal zur Saatbettbereitung und Einarbeitung von organischer Masse Wir sorgen für gesunde, aktive Böden! Ob bei der Saatbettbereitung, bei der Minimalbodenbearbeitung oder bei der mechanischen Pflege auch in der kommenden Saison schaffen wir mit unserer zuverlässigen Technik die Basis für Ihren Erfolg! EINBÖCK AUSTRIA, T: (+43) 7764 64660, www.einboeck.at Bodenbearbeitung, die Freude macht.


36 BODENBEARBEITUNG

sererosion ist in vielen bayerischen Ackerbaugebieten zu hoch, insbesondere dort, wo in Hanglagen in größerem Umfang Mais angebaut wird (Brandhuber und Treisch, 2012). Eine aktuelle Evaluierung zeigt auf, dass die bereits verbreiteten Mulchsaatverfahren zu Mais weiter optimiert werden müssen, d.h. die stärkere Schonung der Bodenstruktur und mehr Bodenbedeckung im Mai/Juni (Kistler et al., 2013). In dieser Zeit treffen heftige Gewitterregen auf im Frühjahr bearbeitete, noch Abb. 1: Abschwemmungen aus Maisfeldern nach Gewitterregen im nicht abgesetzte und weitgehend Mai (Foto: W. Bauer, Agroluftbild, nach Kistler et al. 2013) unbedeckte Böden. Massive Abschwemmungen können die Folge sein (Abb. 1). Gefährdet sind alle Reihenkulturen, neben Mais also auch Zuckerrüben, Kartoffeln und Sojabohnen.

maßgeblich durch das Pflügen des Präriebodens zum Weizenanbau in den Great Plains verursacht wurde, ist klar, dass die wendende Bodenbearbeitung nicht für alle Situationen geeignet ist und oftmals entscheidende Anforderungen nicht erfüllen kann (Montgomery, 2010). In der Landbewirtschaftung in Bayern bzw. in den meisten Regionen West- und -Mitteleuropas spielt heute nicht die Windero­ sion, sondern die Wassererosion eine entscheidende Rolle. Sie verzehrt elementares landwirtschaftliches Kapital. Langfristig muss die verminderte Ertragsfähigkeit als Einschränkung für die landwirtschaftliche Produktion angesehen werden. In Gewässern verursachen Bodeneinträge Eutrophierung, Verschlammung und Kontamination mit Pflanzenschutzmittelwirkstoffen. Die Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen für Fische und andere aquatische Lebewesen werden eingeschränkt (Schubert et al. 2013). Verschlammte Gewässer und nährstoffbefrachtete Ufersäume mindern den Wert von Bächen als attraktive ErholungsAbb. 2: Einflussfaktoren auf die Auswahl von Bestellverfahren im räume in der ländlichen Flur. Pflanzenbau Der Bodenabtrag durch Was-

2. Anforderungen an Bestellsysteme Auf die Auswahl des Bestellverfahrens für eine spezifische Kultur wirkt eine ganze Reihe von Faktoren ein, die teilweise auch starke Wechselwirkungen haben (Abb. 2). Neben den Standortfaktoren Boden und Klima spielen die betriebliche Situation mit Ertragserwartung, Anbaufläche, Arbeitskräftebesatz, Mechanisierung, Fruchtfolge und Verfügbarkeit von Wirtschaftsdünger ebenso eine Rolle wie das Auftreten von Trockenphasen und ein mögliches Erosionsrisiko. Vor allem die Interaktionen der in Abbildung 2 aufgeführten Faktoren erschweren die Auswahl der geeigneten Produktions- und Verfahrenstechnik und erfordern nicht selten ein Abwägen zwischen konkurrierenden Anforderungen (z.B. schnelle Bodenerwärmung vs. Erosionsschutz). Folgende grundsätzliche Anforderungen an Bestellsysteme lassen sich ableiten: – Bereiten eines optimalen Saatbettes zur exakten Ablage des Saatgutes, mechanisches Bekämpfen von Unkräutern, Ungräsern und Schädlingen sowie Krankheitserregern – Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit durch Sicherstellung einer stabilen Bodenstruktur, Gewährleistung eines ausgewogenen und durchgängigen

Foto: © Demmel

Fortsetzung von Seite 35


BODENBEARBEITUNG 37

Porensystems, Förderung der biologischen Aktivität und Vermeidung von Bodenverdichtungen – Sicherstellung eines ausreichenden Erosionsschutzes bei Erosionsgefahr – Hohe Schlagkraft bei gleichbleibend hoher Arbeitsqualität und Berücksichtigung von Bodenschutzaspekten, um die begrenzte Zeitspanne für die Bestellung zu nutzen. 3. Systematik und Definitionen von Bestellverfahren Im Jahr 1993 erfolgte eine erste umfangreiche Definition und Einordnung von Verfahren der Bodenbearbeitung und Bestellung durch das KTBL, die 2014 umfassend überarbeitet und mit neuen Systemen wie z.B. der partiellen Bodenbearbeitung (Streifenbodenbearbeitung) ergänzt wurde (KTBL 2014).

kömmlicher Sätechnik zur Drilloder Breitsaat. Die nicht wendende Bodenbearbeitung wird durch zwei Grundgedanken gekennzeichnet: Die Reduzierung der üblichen Intensität der Bodenbearbeitung nach Art, Tiefe und Häufigkeit des mechanischen Eingriffs; Ziel ist ein stabiles, tragfähiges Bodengefüge durch längere Bodenruhe als vorbeugender Schutz gegen Verdichtung durch nachfolgendes Befahren. Das Belassen von Pflanzenreststoffen der Vor- und/oder Zwischenfrucht nahe oder auf der Bodenfläche; Ziel ist eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung über einem intakten Bodengefüge als vorbeugender Schutz gegen Erosion und Verschlämmung. Konservierende Bodenbearbeitung ist ein aus dem Amerikanischen übersetzter Begriff (conservation tillage) und bezeichnet Das wesentliche Kennzeichen dort jedes Bodenbearbeitungsder wendenden (konventioverfahren, das – relativ zur konnellen) Bodenbearbeitung ist ventionellen Bodenbearbeitung die alljährige Lockerung auf – Boden- und Wasserverluste Krumentiefe mit dem Pflug vermindert. Als Voraussetzung (Grundbodenbearbeitung, Prihierfür wird in den USA (und märbearbeitung), wobei gleichweltweit) angesehen, dass nach zeitig Pflanzenreststoffe der der Bestellung mindestens 30 % Vor- oder Zwischenfrucht und der Bodenoberfläche mit PflanUnkraut eingearbeitet werden. zenresten bedeckt ist. Die Pflugarbeit hinterlässt eine Die Direktsaat, definiert als eine von Reststoffen freie Ackerober- Bestellung ohne jegliche Bodenfläche als Voraussetzung für die störungsfreie Funktion herFortsetzung auf Seite 38 Hintere Ortsstraße 78 A-2325 Himberg Tel.: 02235/86637 Fax: 02235/86637-6

THINK AHEAD Jetzt richtig sparen!

©Plus Pflug-Sondermodelle ab € 11.250,-*

Kreiseleggen ab € 5.500,-*

Terra-Grubber ab € 9.460,-*

TerraDig Tiefenlockerer ab € 9.780,-*

*alle Preise zzgl. MwSt, gültig bis 30.06.2015

Das ganze Bodenbearbeitungs-Programm in ahead-Qualität Bodenbearbeitung | Sätechnik | Pflanzenschutz

T 03858/605-220

info@vogel-noot.net www.vogel-noot.info

www.blickinsland.at

Mobil: 0676/540 86 81, 0676/770 15 35 Mail: info@lts-stoeckel.at Öffnungszeiten: Mo–Fr 07:00–12:00, 13:00–17:00 und Sa 08:00–12:00

Generalimporteur der Firmen TREFFLER: Präzisions-Striegel, Präzisions-Grubber, Präzisions-Federzahneggen

AGUIRRE: Sämaschinen, Ackerspritzen, Düngestreuer STEKETEE: Hackgeräte

EUROTECHNICS AGRI: Scheibeneggen, Kurzscheibeneggen, Schwergrubber, Tiefenlockerer, Pflüge, Ackerwalzen, Mulcher, Rotorhäcksler, Ballenauflöser

CARRE: Sternhacke, Schwergrubber, Sämaschinen,­­Feingrubber

Wintersonderaktion bei Lagergeräten!! Service und Reparatur mit mobilem Werkstattwagen von Land-, Kommunal- und Baumaschinen


38 BODENBEARBEITUNG

Tab. 1: Die unten aufgeführten Eigenschaften sind ausschlaggebend für die Wirkungen der unterschiedlichen Bodenbearbeitungssysteme, die in zahlreichen Untersuchungen national und international bearbeitung seit der vorangegan- beschrieben wurden. Sommer et al., 1986, Tebrügge und Dreier 1994 genen Ernte, wird weltweit auf Wendende Nicht wendende unterschiedlichen Standorten mit Direktsaat Bodenbearbeitung Bodenbearbeitung Erfolg durchgeführt. Voraussetzung sind Zinkensäschare oder Tiefe des Eingriffes 15-35 cm 5–25 cm 2-5 cm (Saattiefe) Scheibenmaschinen, die Säschlit- Häufigkeit des Eingriffes hoch gering-hoch gering ze öffnen, in die das Saatgut Organische Masse an keine gering-hoch hoch abgelegt wird. der Oberfläche In der Literatur beschriebene Technische Lockerung hoch gering-hoch keine typische Eigenschaften sind in Biologische Aktivität gering-mittel gering-hoch hoch Tab. 1 aufgeführt.

Fortsetzung von Seite 37

4. Technik für erosionsmindernde Bestellverfahren Das intensive Monitoring von Erosionsereignissen in den Jahren 2012 und 2013 hat gezeigt, dass diese in Bayern beinahe ausschließlich bei Reihenkulturen, dabei besonders beim Mais auftreten (Kistler et al. 2013). Wie bereits oben aufgeführt, ist ein Schlüssel für die Verringerung bzw. Vermeidung von Bodenerosion eine höhere Bodenbedeckung nach der Saat der Reihenkultur und ein Vermeiden intensiver Bodenbearbeitung zumindest im Frühjahr vor der Saat. Das gelingt mit Verfahren dauerhaft konservierender Bodenbearbeitung. In Unterfranken ist die konservierende Bodenbearbeitung weiter verbreitet, im Süden Bayerns jedoch nicht. In Pflugsystemen kann mit Zwischenfruchtanbau vor der Reihenkultur, Einschlitzen der Gülle im Frühjahr und Mulchsaat ohne Saatbettbereitung ein hohes Maß an Erosionsschutz in der Gewittersaison sichergestellt werden. Jeder Bodenbearbeitungsgang reduziert den Anteil erosionsmindernder Pflanzenrückstände auf der Bodenoberfläche, wobei situationsbedingt deutliche Unterschiede zwischen den Bodenbearbeitungsgeräten bestehen. Um Landwirten zumindest einen Anhaltspunkt über die Eigenschaften der Geräte zu geben, beinhalten die neu erstellten Beschreibungen der Maschinen und Geräte einzelner Bodenbearbeitungsverfahren des KTBL Angaben zur Reduzierung des Bodenbedeckungsgrades. Diese Werte wurden von einem Expertengremium aus den Veröffentlichungen vielfältiger Untersuchungen zusammengetragen.

gering-mittel

4.2 Techniken zur erosionsmindernden Gülleinjektion Der Erfolg der beiden Verfahren – dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung und Mulchsaat von Reihenkulturen ohne Saatbettbereitung bei Pflugeinsatz zur Grundbodenbearbeitung – hängt ab vom sicheren direkten Einbringen der Gülle in den Boden, ohne diesen zu bewegen, und von der Funktionssicherheit der Sätechnik unter diesen Bedingungen.

gering-hoch

Erosionsschutz) zu verbinden. Erste Untersuchungen in Deutschland wurden ab 2007 bei Zuckerrüben auf dem Ihinger Hof durchgeführt und ab 2009 auf Mais ausgedehnt (Hermann, 2008, 2010). Umfangreiche Feldversuche zu Mais, auch in Verbindungen mit der Gülleeinbringung, sind seit 2009 in Bayern (Demmel et al., 2012) und Sachsen-Anhalt (Bischoff, 2012) etabliert. Hierzu werden spezielle Geräte mit passiven Werkzeugen eingesetzt. Die Werkzeugeinheiten bestehen pro Reihe aus einer vorauslaufenden Schneidscheibe zum Trennen des organischen Materials und einem Paar Räumsternen, die das Pflanzenmaterial aus dem Bearbeitungsbereich entfernen. Die eigentliche Lockerung erfolgt im frei geräumten Bereich bis in eine Tiefe von 15–20 cm; typischerweise mittels eines Meißelschars, wobei ein Paar Hohlscheiben verhindert, dass die aufgeworfene Erde aus dem Lockerungsbereich herausgeworfen wird. Alternativ werden auch zwei gewellte und gegeneinander doppelt V-förmig angestellte Schneidscheiben zum Lockern verwendet. Die Werkzeugkombinationen sind

keine

Parallelogramm geführt und weisen Gewichte von 150–300 kg pro Reihe auf. Die bisherigen Untersuchungen zeigen ein großes Potenzial der Streifenbearbeitung als bodenund wasserschonende Alternative zur Mulchsaat mit ganzflächiger Bodenbearbeitung nach flächiger Gülleausbringung auf (Tab. 2). Die Erträge sind im Vergleich zur betriebsüblichen Variante identisch, das Erosionsschutzniveau durch den Erhalt eines hohen Bodenbedeckungsgrades jedoch deutlich höher. Zudem kommt es zu keinen gasförmigen Ammoniakverlusten und Geruchsbelästigungen bei der Wirtschaftsdüngerausbringung durch die Ablage des Güllebandes in etwa 15 cm Tiefe (Abb. 5). Bei der technischen Umsetzung sind noch Fragen offen, beispielsweise nach geeigneten bzw. optimalen Werkzeugkombinationen und Geräteführungen. Die Möglichkeit der Kombination mit einer mineralischen oder organischen Unterfuß- oder Unterflurdüngung eröffnet zudem neue Wege bei der gezielten Platzierung von Pflanzennährstoffen. Zukünftige Untersuchungen sollen diesen Fragen gezielt nachgehen.

4.2.1 Mulchsaat nach flächiger Gülleeinarbeitung Bei gut entwickeltem Zwischenfruchtbestand und nicht zu hoher Erosionsgefährdung am Standort bietet ein Bodenbedeckungsgrad im Bereich von 20–30 % (nach der Maissaat) ausreichenden Erosionsschutz. Mit einer einmaligen „groben“ Saatbettbereitung in Kombination mit breitflächiger Gülleeinarbeitung ist dies erreichbar. Die Arbeitsintensität ist jedoch so zu bemessen, dass genügend organische Substanz auf der Bodenoberfläche verbleibt. Alternative zur Gülleapplikation vor der Maissaat und der ggf. damit verbundenen Bodenbearbeitung kann die Ausbringung in den Bestand sein (mit Schleppschlauch; Abb. 3). 4.2.2 Streifenbearbeitung mit Gülleinjektion zu Mais Die Streifenbearbeitung zu Reihenkulturen wie Mais und Zuckerrüben oder Raps versucht die Vorteile einer intensiven Saatbettbereitung im Bereich der Reihen der Kulturpflanzen mit den Vorteilen der Direktsaat im Abb. 3: Direktes Einarbeiten der Gülle mit Kurzscheibenegge (Bild links) und anschließende Maisaussaat mit Erhalt eines BodenbedeBereich zwischen den Reihen ckungsgrads von 20–30 % (ungestörter Boden und hoher

Foto: © Demmel

Mischungsintensität


BODENBEARBEITUNG 39

Abb. 5: Hohe Bodenbedeckung nach der Streifenbearbeitung mit Abb. 4: Streifenbodenbearbeitung mit Gülleinjektion (links), Mais­ aussaat mit automatischem Lenksystem etwa 10 Tage später (rechts) Gülleinjektion (links), Gülleband im Boden (rechts) 4.2.3 Mulchsaat ohne Saatbettbereitung nach Gülleinjektion Um auch ohne Streifenbearbeitung ein sehr hohes Erosionsschutzniveau sicherzustellen (Bodenbedeckungsgrad nach der Saat > 30%) muss auf eine Saatbettbereitung im Frühjahr verzichtet werden (Mulchsaat ohne Saatbettbereitung). Eine Wirtschaftsdüngerausbringung vor der Saat in die abgestorbene Zwischenfrucht kann dann nur mit Hilfe von Schlitz­ injektoren erfolgen. Dieses Variante

Verfahren wurde in den Jahren 2010–2013 auf den Versuchsstationen Puch und Achselschwang erfolgreich untersucht (Abb. 6). Überraschenderweise ergaben sich bei der Gülleapplikation mit Schlitzinjektoren vor der Maisaussaat 2014 Schwierigkeiten. An zwei Standorten (Achselschwang/Oberbayern und Oberpfälzer Wald) führte die sehr lockere und voluminöse Zwischenfrucht zu schwerwiegenden Verstopfungen der (unterschiedlichen) Schlitzinjek-

Körnermaisertrag 2010 [t/ha]

2011 [t/ha]

2012 [t/ha]

2013 [t/ha]

2014 [t/ha]

10,2

10,7

11,9

6,4

11,1

toren. Diesen Schwierigkeiten soll im kommenden Jahr gezielt nachgegangen und die Probleme sollen gelöst werden.

sicheren Ablage und Einbettung der Saatkörner die höchsten Ansprüche an die Technik für die Einzelkornsaat (siehe 4.4).

Darüber hinaus stellt die Mulchsaat ohne Saatbettbereitung zur

Fortsetzung auf Seite 40

mittlerer Körnermaisertrag [t/ha]

Strip Tillage mit Zinken (mit Gülle)

10,1

direkt in Stoppeln Strip Tillage mit Zinken (mit Gülle) nach Stoppel­

11,3

10,7

13,0

7,7

11,2

10,8

9,9

9,7

11,5

5,9

10,2

9,4

10,0

10,3

11,7

7,4

11,0

10,1

10,1

10,2

11,7

6,2

10,7

9,8

10,7

10,5

12,8

7,6

11,1

10,5

9,9*

11,7*

12,5

8,2

11,1

10,7

Mechanische Drillkombination mit

KUHN COMBILINER N DITeIO DERN E SOndNaus 302 B HR egg isel Kre : KUH

bearbeitung Strip Tillage mit Scheiben (mit Gülle) direkt in Stoppeln

bestehe RA 3003, mech. KUHN Aufbaudrillmaschine INTEG

Strip Tillage mit Scheiben (mit Gülle)nach Stoppel­

3m Arbeitsbreite

jetzt um nur

* € 18.900,-

bearbeitung Mittelwert Strip Tillage (mit Gülle)

Die Zellenraddosierung

direkt in Stoppel Mittelwert Strip Tillage (mit Gülle) nach Stoppel­ bearbeitung Betriebsüblich – Gülleausbringung mit Einarbeitung

Fotos: © Demmel

(Kurzscheibenegge) + Mulchsaat *betriebsüblich zusätzlich 40 kg N/ha Harnstoff

Tab. 2: Erträge der Streifenbodenbearbeitung mit Gülleinjektion bei Körnermais, LfL-Versuch Wurmannsquick

Symbolfoto

*Aktion gültig für oben angeführte Säkombination in Serienausstattung bis 28.02.2015. Preis zzgl. MwSt. Pflanzenbau I Tierhaltung I Landschaftspflege

be strong, be KUHN KUHN CENTER AUSTRIA GmbH / Hafnerstraße 1 / A-4702 Wallern /Tr. Telefon: + 43 (0) 7249 – 42 240 – 0 / www.kuhncenter.at


40 BODENBEARBEITUNG

Abb. 6: Flächige Ausbringung von flüssigem Wirtschaftsdünger in Abb. 7: LfL-Versuch Wittenfeld; links: Zuckerrüben nach Auflaufen: abgefrorene Zwischenfruchtbestände mit einem Scheibenschlitzver- Mulchsaat mit Saatbettbereitung neben der Strip-Till-Variante (nach teiler Alexandrinerklee); rechts: Strip-Till Rüben (nach Alexandriner Klee)

Abb. 8: Strip-Till Raps Anfang September und Ende Juni mit Strohresten der Getreide-Vorfrucht

Abb. 9: Räumsterne bzw. Kombination aus (gewelltem) Scheibensech und Räumsternen für verbesserte Ablage und Einbettung bei Mulch- und Direktsaat.

besserten Auflaufbedingungen (Abb. 8). 4.3 Streifenbearbeitung bei Versuche an zwei Standorten Zuckerrüben und Raps Vor haben zu differenzierten ErgebZuckerrüben bietet das absätzige nissen geführt (Tab. 3). Verfahren mit StreifenbearbeiStreifenbodenbearbeitung direkt tung im Herbst und Saat in den in die Getreidestoppel (ohne gelockerten und abgesetzten Stoppelbearbeitung) führte auf Streifen im Frühjahr ein hohes beiden Betrieben zu niedrigeMaß an Bodenbedeckung und ren Zuckererträgen, im Jahr Erosionsschutz bei gegenüber 2010 auf Betrieb 1 auch zu der klassischen Direktsaat verhohen Pflanzenverlusten durch

Schneckenfraß. Auf Betrieb 1 wurden bei Streifenbodenbearbeitung generell niedrigere Zuckererträgen festgestellt als bei betriebsüblicher Mulchsaat mit Saatbettbereitung (pfluglos). Demgegenüber erreichten die Varianten der Streifenbodenbearbeitung nach Stoppelbearbeitung und Zwischenfruchtsaat auf dem Betrieb 2 identische oder höhere Zuckererträge als die

Tab. 3: Bereinigte Zuckererträge der Herbst-Streifenbodenbearbeitung bei Zuckerrüben, LfL-Versuche Wittenfeld (LK EI) und Dittenfeld (LK ND)

Mulchsaat mit Saatbettbereitung. Die Ergebnisse zeigen, dass vor Zuckerrüben eine Stoppelbearbeitung zu empfehlen ist, um das Ertragspotenzial auszuschöpfen. Unter diesen Bedingungen kann die absätzige Streifenbodenbearbietung zu gegenüber ganzflächiger konservierender Bodenbearbeitung gleichwertigen Erträgen führen bei noch höherem Niveau an Erosionsschutz. Offene Fragen bestehen noch hinsichtlich des Einflusses der Bodenbeschaffenheit. Vermutlich reagieren manche Böden (wie bei Betrieb 1) eher mit Mindererträgen, wenn die Bearbeitung auf die Streifen reduziert wird. Belastbare Aussagen dazu sind derzeit noch nicht möglich. Auch Rapssaaten sind Ende August bei Gewitterregen stark erosionsgefährdet. Mit Strip-Till Verfahren bei Raps könnte ein hohes Maß an Erosionsschutz in diesem kritischen Zeitfenster sichergestellt werden (Abb. 8). Für dieses Verfahren in Kombination mit der Einzelkornsaat sind noch pflanzenbauliche Untersuchungen erforderlich. 4.4 Mulch- und Direktsaat taugliche Einzelkornsätechnik Alle Hersteller von Einzelkornsägeräten bieten heute Mulch- und Direktsaat taugliche

Foto: © Demmel

Fortsetzung von Seite 39


BODENBEARBEITUNG 41

Modelle an. Diese sind sehr stabil aufgebaut und durchgehend mit Doppelscheibenscharen ausgestattet. Zur exakten Tiefenführung auch unter variierenden Einsatzverhältnissen sind seitlich neben den Scharscheiben breite, gummierte Tiefenführungsrollen angebracht. Anstelle einer breiten Andruckrolle werden zwei V-förmig angestellte Andruckrollen eingesetzt. Die maximale Scharbelastung schwankt zwischen 100 und 325 kg. Um diese hohen Kräfte möglich zu machen, müssen die Aggregate über ein entsprechend hohes Eigengewicht verfügen und in der Lage sein, durch Federn, Hydraulikzylinder oder Luftbälge Gewicht vom Geräterahmen auf die Aggregate zu übertragen. Mit diesen Geräten ist unter vielfältigen Einsatzbedingungen eine erfolgreiche Mulchsaat auch ohne Saatbettbereitung möglich. Dennoch kann es unter ungünstigen Bedingungen vorkommen, dass die Ablagetiefe nicht eingehalten oder der Saatschlitz nicht ausreichend geschlossen wird. Zur Verbesserung der Saatgutab­ lage bei der Mulchsaat und der Direktsaat werden vor allem in Nordamerika vor den Scheibenscharen Räumsterne oder Kombinationen aus vorauslaufendem Scheibensech und Räumsternen und zusätzlich strukturierte Andruckrollen eingesetzt (Abb. 9).­ Sie sollen Pflanzenrückstände aus dem Bereich der Saatfurche entfernen und so die optimale Ablage und Einbettung des Maiskorns sicherstellen. Diese Zusatzausrüstung wird in Europa nur von wenigen Herstellern

angeboten und fand bisher kaum Verbreitung. Um die möglichen Effekte dieser Zusatzaggregate unter unseren Einsatzbedingungen festzustellen, ist eine detaillierte Untersuchung geplant.

Reihenkulturen zu minimieren. Dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung als ansonsten anerkanntes Mittel der Wahl ist in engen Maisfruchtfolgen nicht einfach zu etablieren. So gilt es in Pflugsystemen vor Reihen5. Diskussion und Ausblick kulturen Zwischenfrüchte (oder Unbestritten ist die NotwenUntersaaten) anzubauen, die digkeit, den Ackerbau so zu dann eine Mulchsaat mit hohem gestalten, dass die Böden Bedeckungsgrad nach der Saat langfristig fruchtbar bleiben und der Hauptkultur ermöglichen. die gesellschaftlichen Ansprüche Als wesentliche Herausforderung an Gewässergüte, Biodiversität, muss die technische DetailgeLandschaftsbild und Klimaschutz staltung der Aggregate für die ausreichend Berücksichtigung finden. Mit dem Bedürfnis, mit geringstem Aufwand höchste Erträge zu erwirtschaften (Effizienz), stehen diese Ziele nicht immer im Einklang. Es sind Lösungen gefragt, die wirtschaftlich tragbar, funktionssicher und umwelt- und ressourcenschonend sind. Um Bodenerosion zu vermeiden, kann der Landwirt heute auf ein Portfolio von Verfahren und technischen Lösungen zugreifen. Im Bemühen um Erosionsschutz gilt es vor allem, die Eingriffe in den Boden vor der Saat von

Ablage der Saat und von Gülle bei unterschiedlichen Feuchteund Festigkeits- bzw. Bodenbedingungen angesehen werden. Akzeptanz und weitere Verbreitung von Sä- und Gülleapplikationsverfahren abseits des „reinen Tisches“ hängen wesentlich von deren Funktionssicherheit ab. Mit dem Strip-Till Verfahren hat sich in jüngster Zeit der Fächer der Möglichkeiten mit einer vielversprechenden Variante weiter geöffnet. Die unter allen Bedingungen funktionssichere Lösung wird es allerdings nicht geben, dazu sind die Standortbedingungen speziell in Bayern zu vielfältig. Der Landwirt wird in Zukunft vermehrt auswählen können und müssen, welches Verfahren und welche Technik für seinen Betrieb und seinen Standort die passenden sind. l

Literatur bei den Verfassern Markus Demmel, Hans Kirchmeier, Institut für Landtechnik und Tierhaltung, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Deutschland

Foto: © EZ Agrar

EuroStar

/ Titan

  Ein vollständiges Durchhärten der Streichbleche, bis 20% höhere Standzeit.  W7 Streichblechtechnik = leichtzügige Streichblechform

Info - Hotline 007674 / 62661

 Kompaktbauweise mit niedrigstem Sämaschinenaufbau gute Übersicht vom Traktor, einfaches Befüllen  hydraulische Säscharautomatik  Tiefenführung mit Andruckrolle bis max. 35 kg Schardruck

www.regent.at

Aufbausämaschinen Seedstar


42 LANDTECHNIK

Durch die Kombination von Front- und Hecktank entstehen schlag- Der drahtlose MultifunktionsJoystick von Berthoud sichert eine kräftige, kleine „Selbstfahrer“, die aber gut ausgelastet sein müssen, ­Funkverbindung innerhalb einer Reichweite von 25 Meter. da sie einen Traktor binden.

Kein Stillstand bei Pflanzschutztechnik Die Entwicklungstrends bei der Pflanzenschutztechnik werden bestimmt durch das Bestreben, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und die Flächenproduktivität zu erhöhen. L­ etztere setzt voraus, dass der Pflanzenschutz verbessert wird. Moderne Pflanzenschutztechnik ist d ­ arauf ausgerichtet, mit intelligenten technischen Systemen die großen Herausforderungen an einen modernen P ­ flanzenschutz zu bewältigen. Aus Traktor und Anbauspritze mit zusätzlichem Fronttank entstehen „kleine, schlagkräfeue Trends im Pflanzentige Selbstfahrer“. Allgemein schutzbereich werden zählen gezogene Spritzen zu den zunehmend durch den meistverkauften Gerätetypen. Gesetzgeber beeinflusst. FaktoAngehängt sind Tankvolumen ren wie Dokumentation, Schutz bis 14.000 Liter (Agrio/Agripp) von Nützlingen und Nichtziel­ im Verkauf. Auf dem Markt für organismen, Verhinderung von Selbstfahrer kann beo­bachtet Punkteinträgen und anderes, werden, dass laufend neue Morücken immer mehr in den delle an die Front drängen. Nicht Vordergrund. Neben den gesetz- zuletzt haben neue Schädlinge lichen Forderungen hat in erster und deren Bekämpfung in beLinie die Praxis großes Interesse reits hohen Kulturen einen Trend daran, Pflanzenschutzmittel zu Selbstfahrern ausgelöst. Die möglichst gezielt, exakt dosiert in diesem Maschinensegment anund nur im notwendigen Maß gebotenen „Komplett­lösungen“ einzusetzen. lassen kaum Wünsche ­offen. Für die Schweiz gelten diese EntUngebremster Trend zu wicklungen nicht absolut, aber ­ röße Die Frage, ob Pflanzen­ G ebenfalls als Trend. schutzgeräte angebaut, angehängt oder selbstfahrend zur Immer mehr Präzision Nach Anwendung kommen, muss immer breiter und schneller, zunehmend länderspezifisch kann nun eindeutig ein Trend beantwortet werden. Über die zu mehr Präzision beobachtet Landesgrenzen hinweg gibt es werden. Wachsende Betriebseinen eindeutigen Trend zu strukturen, Arbeitsbreiten bis größeren Fassvolumen in allen zu 28 Meter bei Anbaugeräten Produktebereichen. Anbaugeräte und 51 Meter im gezogenen erreichen, inklusiv Fronttank, Segment, verbunden mit höheKapazitäten bis zu 2.900 Liter. ren Geschwindigkeiten, stellen

N

wachsende Bedingungen an Bedienung und Regelung. Beispielsweise kann eine voll­ automatische Hangsteuerung die präzise Spurführung von Anhängespritzen unter schwierigen Bedingungen wesentlich erleichtern. Amazone bietet sowohl die Achsschenkellenkung als auch eine Deichsellenkung an. Ein anderes Beispiel betrifft das Kurven­fahren während der Spritzarbeit. Diese Arbeits­ weise, und wenn es nur um das Umfahren eines Strommasten geht, führt zu ungleichmäßiger Querverteilung über die gesamte Arbeitsbreite. Durch Berücksichtigung der Effektivgeschwindigkeit des Gestänges, passt beispielsweise die „Curves-­ Control-Application“ von Damman die Ausbringmenge in den Teilbreiten automatisch an. In naher Zukunft sind exakte Anpassungen der Ausbringmengen durch Kombination von solchen Assistenzsystemen mit der einer Einzeldüsenschaltung zu erwarten. Weiteres Optimierungspotential besteht in der Beschleunigung der Reaktionszeit bei der Regelung in Bezug auf Teilbrei-

tenschaltung oder Geschwindig­ keitswechsel. Gleiches gilt für den schnelleren Auf- und Abbau des Spritzfächers beim Schalten der Düsen. Entlastung dank Assistenzsystemen Vor wenigen Jahren machten Beleuchtungssysteme zur visuellen Kontrolle der Spritzfächer auf sich aufmerksam. Diese Funktion wird zunehmend ergänzt durch Sensoren, die den Durchflussmesser jeder einzelnen Düse überwachen und Verstopfungen im Display des Terminals und den Ort der Verstopfung, zusätzlich über die Beleuchtingseinrichtung am Gestänge anzeigen. Der Spritzcomputer ist die Schnittstelle zwischen Anwender und Spritztechnik. Da Letztere immer komplexer ist, wird der Anwender zunehmend vom „Prozessgestalter“ zum „Prozessüberwacher“. Da auch das eigentliche Fahren große Aufmerksamkeit abfordert, besteht ein hoher Anspruch an Bedienkomfort und Übersichtlichkeit der Spritzprozessüberwachung. Daher sind auf neusten Termi-

Fotos: © Hunger, Werksfotos

Von Ruedi Hunger


LANDTECHNIK 43

Mehr Trend gegen weniger Bewegung Neben den klassischen Abstandsensoren zur automatischen Gestängeführung, wie beispielsweise „BoomTrac“ von John Deere, werden laufend neuartige Gestängekonzepte vorgestellt. Sie sollen zur exakten Gestängeführung im v ­ ertikalen und horizontalen Bereich beitragen. Eine gleichmäßige und ruhige Gestängeführung ist Voraussetzung für neue Applikationsverfahren, wie beispielsweise ein auf 25 cm reduzierter Düsenabstand im Gestänge. Horsch/Leeb setzt zu diesem Zweck ein extrem schnelles proportional Hydraulikventil ein, das zusammen mit einer neu entwickelten Steuerungssoftware mit Gyroskopsensorik eine sichere Gestängeführung bei einem Zielflächenabstand von weniger als 40 cm ermöglicht. Um die horizontalen Gierbewegungen genauer kennenzulernen, wird aktuellerweise neuartige Kamera­technik eingesetzt. Dabei geht es um eine Reduktion oder Vermeidung von laufender Unter- oder Überdosierung, verursacht durch horizontale Bewegungen. Dämpfungssysteme sollen die dynamischen ­Bewegungen, ausgelöst durch die Hebelwirkung der großen Arbeitsbreiten, dämpfen. Die großen Arbeitsbreiten haben ebenfalls zur Folge, dass bei der Gestänge-Konstruktion echte Gewichtseinsparungen notwendig werden. Wiegen doch beispielsweise die äußeren ­Gestängeteile eines 40-m-Gestänges rund eine Tonne. Mit­ hilfe von carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) zum Gestänge­ bau, wie dies Altek vorstellte, kann gegenüber den klassischen Aluminium- oder Stahlgestängen eine beträchtliche Gewichtseinsparung erzielt werden. Ungebrochener Trend gegen Abtrift Abtriftminderung steht ganz oben auf der Maßnahmen­ liste im umweltbezogenen

Pflanzen­schutz. Damit steht auch die Frage nach der richtigen Düse nach wie vor im Vordergrund. Nahezu alle Hersteller bieten heute Düsentypen an, die sowohl im Bereich der kompakten Injektordüsen wie auch bei den langen Injektordüsen anzusiedeln sind. Der Praktiker kann, auf der Suche nach der idealen Düse, daher aus einem breiten Angebot abtriftreduzierder Düsen auswählen. Wenn der Abstand zur Zielfläche verringert wird, reduziert sich automatisch die „Angriffsfläche“ der verschiedenen Windeinflüsse. In diesem Zusammenhang ist ein Trend zur Düsenanordnung mit 25 cm Abstand zu beobachten. Auf der einen Seite eine wirkungsvolle Maßnahme zur Abtriftminderung, anderseits steigen damit die Anforderungen an eine ruhige Gestängeführung massiv an.

Dank Unterdrückung horizontaler Gestängebewegungen mit „Swingcut“ erreicht Lemken eine gleichmässigere Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. zenschutzmitteln ist dazu noch notwendig.

menden Teile werden komplett gereinigt. Solche Systeme sind weiter auf dem Vormarsch und Umweltschutz erhält mehr unterstützen den Anwender, Gewicht Punkteintrag lautet damit Rüstzeiten, wie Reinigung das neue Schlagwort im Pflanvon Filter, Schläuchen usw. wähzenschutz. Gemeint sind damit rend der Spritzsaison reduziert punktuelle Einträge von Pflanwerden. Bei Kverneland heißt zenschutzmitteln in Gewässer es „iXClean Pro“, ­Ammazone oder toxische Schäden bei Mitnennt es „Comfort Paket“ und Weniger ist mehr – ein Trend tel- oder Kulturwechsel. Neben John Deere „AutoDilute“. zu reduziertem Mitteleinsatz konstruktiven Maßnahmen, wie Prüfungen beim JKI* bestätigen Seit Jahren wird von teilfläder Reduzierung technischer das hohe Niveau der Reinigungschenspezifischer Applikation Restmengen oder Erhöhung der programme. Die Forderung einer gesprochen, erwartet man sich Spülfähigkeit der verwendeten min. 500-fachen Verdünnung der doch Einsparungen an Pflanzen- Materialien, stehen automatische Ausgangskonzentration wurde schutzmitteln in der Größenord- Reinigungssysteme im Vordervon den untersuchten Geräten nung von 20–60 Prozent. Ein grund. Beim Selbstfahrer „Alpha um ein Vielfaches übertroffen erster Schritt in diese Richtung evo“ von Hardi wählt der (700 bis 11.000).l erfolgt mit einem „doppelten“ Fahrer das Reinigungsprogramm Systemaufbau (zwei unabhängige „AutoWash“ aus und alle mit Ruedi Hunger ist Agrarjournalist in Behälter, Pumpen, Regler, DüSpritzmittel in Berührung kom- der Schweiz. senrohr) in der Maschine. Damit können bei unterschiedlicher Befüllung zwei getrennte Anwendungen in nur einer Durchfahrt erfolgen. Interessant wird ie Lemken Anbaufeldspritze nach Aufwandmenge. Der Frontdieses System, wenn Teilflächen Sirius bietet bereits große tank Gemini ist in zwei Varianten speziell oder anders behandelt Behältervolumen von bis zu erhältlich. In der Grundversion werden sollen. 1.900 Litern. Mit dem neuen kann das komplette Volumen für Insbesondere wenn (noch) Lemken Fronttank Gemini lässt Frischwasser oder Flüssigdünger vorher festgelegte Applikatisich dieses Volumen jetzt um genutzt werden. In der Version onskarten zum Einsatz kom1.100 Liter vergrößern. Das be- für Pflanzenschutzmittel sorgt ein men oder wenn Sensoren zur deutet nicht nur mehr Flächenleistungsfähiges Rührwerk dafür, Pflanzenerkennung Anwendung leistung; vor allem ist der Fahrer dass das Spritzmittel immer hofinden. Mit dem „Clean Sprayer“ damit sicherer unterwegs, da der mogen gemischt ist und sich keipräsentierte Berthoud kürzlich Traktor ausgewogen ballastiert ne Ablagerungen bilden. Es wird ein Direkteinspeisungs­system auf ist. ebenso wie das Innenreinigungsder Basis eines Zyklon­mischers. Die intelligente Kombination system von einer hydraulisch anBei dieser Neuheit ist es möglich, von Fronttank und Anbauspritze getriebenen Pumpe gespeist. drei Produkte gleichzeitig oder macht den Traktor zum Selbstfah- INFORMATION: www.lemken.de zeitversetzt einzusetzen. Von rer mit bis zu 3.000 Liter Inhalt. einem eindeutigen Trend zu Die 1.100 Liter Behältervolumen diesen Systemen kann (noch) und ein integrierter Klarwassernicht gesprochen werden, zu tank mit 120 Liter Inhalt sorgen viel Entwicklungsarbeit für die für mindestens 50 % zusätzliche Direkteinspeisung von PflanReichweite pro Arbeitsgang–je

Lemken | Neuer Fronttank

D

Werbung

Foto: © Hunger, Werksfotos

nals alle wichtigen Informationen, wie Applikationsparameter, Spurführung, Gestängemanagement und Teilbreitenschaltung ersichtlich.


44 FIRMEN BERICHTEN

Saatbett | mit Taifun perfekt!

I

schaftskammer nach Belieben. fest. Gerade die Feinwurzeln sind INFORMATION: www.probst- es, die die Getreidepflanze in die dorfer.at. Lage versetzen, Bodenvorräte an Wasser und Nährstoffen (Stickstoff und Phosphor) besser zu erschließen. Damit wird die Wassernutzung effizienter und erklärt positive Ertragszuwächse auch in Situationen ohne Lager. Ein Vorteil, der vor allem unter trockenen Bedingungen nicht zu unterschätzen ist. Moddus: Zul.Nr.: 3007. INFORMATION: Syngenta Be­ ratungs-­ Hotline 0800-20 71 81. bzw. unter www.syngenta.at.

m Trend: Der Universal-Flachgrubber TAIFUN vereint Vielseitigkeit und Effizienz. Mit dem vielseitigen Grubber TAIFUN hat Einböck einen zeitgemäßen Hit gelandet. Technisch perfektioniert eignet sich der TAIFUN ideal für die Stoppelbearbeitung. Das Durchschneiden auf Saatbetttiefe Gerade in der Keimphase bedroht der und der Mischvorgang verwanDrahtwurm die Maispflanzen, eine Undeln unterschiedliche Bestände im terfußdüngung mit Kalkstickstoff hält die Frühjahr in ein perfektes Saatbett. Drahtwürmer für Wochen auf Distanz. Für gleichmäßige Keimbedingungen und für eine Steigerung der natürlichen Ertragsfähigkeit sorgt die feine Krümelstruktur durch eine oder zwei Walzen. Auch das Herausstriegeln der Verunkrautung durch den 2-reihigen Nachlaufstriegel erledigt der TAIFUN höchst effizient. in Großteil des benötigten INFORMATIONEN: www.einStickstoffs wird bei Mais häufig boeck.at oder unter 07764/6466-0 über Gülle zugeführt. Trotzdem lohnt es sich, über eine ergänzende Kalkstickstoffgabe nachzu­ agergetreide vermindert nicht denken. Kalkstickstoff hemmt nur Ertrag und Qualität, sonim Boden die Nitratbildung und dern bedeutet einen beträchtlistabilisiert dadurch den Ammonichen Mehraufwand an Arbeitszeit umstickstoff aus der Gülle. Dazu sowie Energie- und Trocknungssollten Gülle und Kalkstickstoff kosten. Dem Schutz vor Lager zeitnah innerhalb einer Woche kommt daher eine besondere ausgebracht ­ werden. Gerade in Bedeutung zu. In diesem Zusamverregneten Frühjahren ist das menhang ist Moddus das Mittel eine gute Versicherung gegen under Wahl. Der Wirkstoff von erwünschte Nitratauswaschung. Moddus wird gleichmäßig über Hinzu kommt die befallsmindie Pflanze verteilt, was eine kondernde Nebenwirkung des Kalkstante Halmverdickung und Einstickstoffs gegen Fusarium. Auch kürzung über den gesamten Pflanwenn sich ein Befall nicht stark zenhalm bedeutet. Dadurch wird auf den Maisertrag auswirkt, die Lagergetreide ebenso verhindert Futterqualität leidet durch ­ die wie Ährenknicken. von den Fusarium-Pilzen gebildeModdus zeigte in wissenschaftten Gifte (z.B. DON) enorm! Mit ie Probstdorfer Saatzucht lichen Untersuchungen der Uni300 bis 5 ­ 00 kg/ha­­Kalkstickstoff bietet für den kommenden versität Giesen interessante Perlka, kurz vor der Saat (auf Frühjahrsanbau ein äußerst leis- Nebeneffekte: die Wurzellänge sandigen Böden eine Woche vor tungsfähiges Sortenprogramm. erhöhte sich bei Weizenpflanzen der Saat) ausgebracht, erzielt man Im frühen Reifebereich wird die um mehr als 25 %. Dabei stellten eine sichere Stickstoffwirkung führende Hauptsorte SULTANA die Wissenschaftler auch einen und wirkt dem Fusarium­ -Befall mit der Neuzüchtung SOLENA­ erhöhten Anteil von Feinwurzeln entgegen. Interessant ist auch ergänzt. Im späteren Reifebereich die Nebenwirkung des Kalkstick- ist ­SIGALIA nach wie vor die unstoffs gegen Drahtwürmer: Eine eingeschränkte Nummer 1. Vor Unterfußdüngung mit 150 kg/ha allem im Hauptanbaugebiet des Kalkstickstoff PERLKA hält die Südburgenlands und in Kärnten Drahtwürmer für Wochen auf haben die etwas späteren HochDis­ tanz und mindert die Fraß- ertragssorten SINARA und FLAschäden in der kritischen Keim- VIA ihren Anbauschwerpunkt. und Jugendphase! SINARA dominiert dort die ofINFOMATION: www.alzchem.com fiziellen Versuche der Landwirt-

Kalkstickstoff-­ Düngung | Gesundes Wachstum im Mais

Moddus | Der Lagerschutz mit dem Plus

E

L

Treffler | Grubber mit Säeinrichtung

D

urch die gut aufeinander abgestimmten Komponenten ist der Grubber für die sehr flache bis mitteltiefe Bodenbearbeitung geeignet. Da die Hinterachse des Traktors nicht mehr belastet wird, kann mit sehr niedrigem Reifendruck gefahren werden. Dadurch und in Verbindung mit der flachen Stellung der 6mm starken, selbstschärfenden Gänse­fußschare und der exakten Tiefenführung ist er auch für die Frühjahrsbodenbearbeitung geeignet. Des Weiteren ist er durch seine Überlappung der Schare von 8cm sehr gut für Kleegras­ umbruch geeignet. Er

Probstdorfer | ­Sojasorten

D

schneidet alle Klee-, Luzerne-, Gras-, Ampfer- und Unkrautwurzeln flach ab, und damit den Durchwuchs verhindert. Weiters kann der Grubber mit einer pneumatischen Sämaschine und/oder einem Begrünungsstreuer ausgerüstet werden. INFORMATION: LTS-Landtechnik Stöckel GmbH, Tel.:02235/ 86637, Fax: 02235/86637-6, E-mail: info@lts-stoeckel.at, www. lts-stoeckel.at


FIRMEN BERICHTEN 45

REGENT | hat seine Säkombination optimiert

M

it einer Vielzahl an Neuerungen startet Regent mit einer neuen Generation der mechanischen Sämaschinen in die neue Saison. Als besondere Errungenschaft stellt der Att­ nanger Bodenspezialist den neuen Säradtyp vor. In Form eines K o mb i - S c h r äg k a m mersärades mit Grobund Feinsärad wird das Saatgut schonend und mit höchster Präzision äußerst wirtschaftlich ausgebracht. Auch der Antrieb wurde völlig erneuert. So arbeiten die Regent Sämaschinen künftig mit einem stufenlosen VARIO-Getriebe. INFORMATION: www.regent.at

Maiswurzelbohrer | Gesamtstrategie

O

bwohl wir in Österreich gegen den Maiswurzelbohrer bis 2014 sogar das stärker als Belem 0.8 MG wirkende Force 1.5 G und Biscaya zur Verfügung hatten, ist der Maiswurzelbohrer 2014 in der Steiermark völlig außer Kontrolle geraten. Diese Fakten und Tatsachen sollten zu denken geben. Die Firma Star Agro hat sich 2014 sehr intensiv mit dem Thema Maiswurzelbohrer und den verschiedensten Möglichkeiten der Bekämpfung befasst. In Zusammenarbeit mit europäischen Experten, vor allem

mit Professor Dr. Jozsef Kiss von der Szent-István Universität bei Budapest, wurde ein Gesamtkonzept erstellt, wie der Maisbauer in Zukunft möglichst gut, ohne großen Schaden und kostengünstig mit dem Maiswurzelbohrer leben kann. Sie finden die Broschüre „Maiswurzelbohrer Gesamtstrategie“ auf www.staragro.at

Fornet-Casper­-Maispack | gegen Unkräuter im Mais

D

ieser Pack steht für drei hochaktive Wirktstoffe – Fornet (Wirktstoff Nicosulfuron) und Casper ( Wirkstoffe Prosulfuron und Dicamba) und wird in Österreich seit 2012 exklusiv von der Fa. Belchim Crop Protection GmbH vertrieben. Diese blattaktive Komplettlösung zeigt ­speziell gegen Hirsen (Hühnerhirse, Borsten­hirse), aber auch gegen Problemgräser wie Quecke, Johnsongras und die Gabelblätt­ rige Hirse über den Wirkstoff Nicosulfuron in OD-Formulierung eine sehr hohe Wirkungssicherheit. Ergänzt durch das Produkt Casper (Prosulfuron und Dicamba) mit seiner spezifischen Wirkungsweise auf einjährige zwei­ keimblättrige Unkäuter, aber auch ausdauernde Arten wie Distel, Ampfer, Winden und die neuen Problemunkräuter Schönmalve, Ambrosie und Stechapfel, hat dieser Maispack eine enormes Wirkungspotential im Mais. Eingesetzt wird der Fornet-Casper-Maispackk vorzüglich im 4–6 Blattstadium des Maises, wenn die Masse der Hirsen im Keimblatt-Stadium bis Beginn der Bestockung sind und die dikotylen Unkrautarten schon aufgelaufen sind. INFORMATION: www.belchim.com it BioAgenasol wurde ein rein pflanzlicher Volldünger aus festen und flüssigen Düngerkomponenten entwickelt. BioAgenasol eignet sich für Ackerkulturen, aber auch für alle Obst- und Gemüsearten. Wichtig ist es bei biologischen Dünger­alternativen,

M

BioAgenasol | Vielfältiger Einsatz möglich die gleiche D ü n g e w i rkung wie mit Dünger aus Tiermehlen zu erreichen. Um die Düngewirkung von BioAgenasol abzuklären, wurde ein Spinat-Feldversuch (2010) bei der FiBL Schweiz in Auftrag gegeben. BioAgenasol unterschied sich statistisch nicht vom Standarddünger mit tierischen Bestandteilen in Bezug auf die Pflanzengesundheit und Düngewirkung, obwohl im Versuch der Ertragszuwachs bei BioAgenasol bei einem Düngeaufwand von 150 kg N/ha über dem Standarddünger mit tierischen Bestandteilen lag. Da ­BioAgenasol bereits im Frühjahr, bei niedrigen Bodentemperaturen, eingesetzt werden kann, ist das Produkt mit Standarddüngern mit tierischen Komponenten absolut vergleichbar. INFORMATION: www.bioagen­ asol.com.

Vogel & Noot | der Bodenprofi

D

amit Landtechnik auch weiterhin leistbar bleibt, bietet Vogel & Noot bis 30. Juni 2015 ausgewählte Produkte zu TOP-Preisen. Kreiseleggen, Sätechnik und Pflüge wie auch Grubber, Kurzscheibeneggen und Untergrundlockerer gibt es zu besten Konditionen. Hohe Schlagkraft und ein perfektes Saatbett versprechen die klappbaren Kreiseleggen Terramat Hydro von 4–8 m Arbeitsbreite. Herausragende Präzision bei der Aussaat, höchste Stabilität sowie eine komfortable Bedienung sind die Vorzüge der mechanischen Sämaschine ProfiDrill. Auch eine Vielzahl an ©plus VN-Line-Pflügen gibt es zu Aktionspreisen in 4- und 5-schariger Ausführung. INFORMATION: Vogel & Noot Landmaschinen GmbH & CoKG, Tel.: 03858/605-220 oder www. vogel-noot.info

Bewährte Ertragssicherung | im Getreide

F

undament für starke Erträge im Frühjahr legen. Auch im Frühjahr 2015 erfolgt die Standard-Unkrautbehandlung am besten mit Biathlon® 4D. Durch die starke Wirkung gegen alle relevanten Unkräuter kann sich das Getreide ungestört entwickeln – und das bei bester Kulturverträglichkeit. Im ­ Schossen empfiehlt es sich den Halm mit Medax® Top zu kürzen und zu festigen. Damit wird dem Lager

und der Halmbruchkrankheit vorgebeugt, um Ertrag und vor allem ­ Qualität zu optimieren. Medax Top stellt von allen Vergleichsprodukten die geringsten Ansprüche an die Witterung, da es durch die Kombination von 2 Wirkstoffen bei kühlem als auch mildem Wetter wirksam ist. Medax Top und Biathlon 4D sind bei einem späten Herbizideinsatz gut mischbar. INFORMATION: www.basf.com


46 FIRMEN BERICHTEN

AEROSEM | für ­Getreide- und Einzelkornmaisaussaat

Magnello® | Der ­Spezialist gegen ­Fusarium

P

öttinger gibt bei der AEROSEM 1002 mit den neuesten Entwicklungen wie PCS (Precision Combi Seeding) und IDS (intelligenter Verteilerkopf) den Weg bei pneumatischen Sämaschinen vor. Beide S ­ ysteme wurden international bereits mehrfach ausgezeichnet. Pöttinger gelang mit der Neuentwicklung der pneumatischen Sämaschine ­AEROSEM die Integration von Einzelkornsätechnik in eine pneumatische Standard-Sämaschine (PCS). Die Vorteile wurden in einer Maschine vereint, die zusätzlich besonders für den Einsatz in Maisausaat hervorragend geeignet ist. Die Maschine verfügt über bis zu zehn Einzelkornelemente für 37,5 cm beziehungsweise 75 cm Reihenabstand (nur mit der A ­ EROSEM ADD bei 12,5 cm). Die Möglichkeit der bedarfsgerechten ­ Düngung wurde bei dieser Maschine ebenfalls berücksichtigt: über das herkömmliche Dosiersystem kann mit einem entsprechenden Verteilerkopfeinsatz Dünger neben den Einzelkorn-Saatreihen eingebracht werden. Das weltweit einzigartige, komplett neue Verteilersystem IDS ist ein System, das eine konstante Kornzahl über alle ­Reihen bei Fahrgassenschaltung garantiert und dabei Saatgut einspart. Basis ist ein elektrischer Dosierantrieb, der mittels POWER CONTROL oder Traktor ISOBUS gesteuert wird. Der Verteilerkopf bietet die Möglichkeit einer beliebige Auswahl von Fahrgassenweiten, Spurbreiten, Sonderfahrgassen­ schaltungen, Doppelfahr-gassensystemen und Halbseitenabschaltung. Die Saatmenge wird bei der Fahrgassen- und Halbseiten­

Kuhn Combiliner | Perfekte Aussaat

schaltung automatisch reduziert. Die neue AEROSEM bietet Komfort und Genauigkeit pur für jeden Ackerbau-Profi. AEROSEM 3002 ADD http://www.poettinger.at/de/presse_bild/2736/aerosem-3002-add/

M

agnello® ist ein Fungizid mit einer neuen Wirkstoffkombination, die speziell gegen Ährenkrankheiten entwickelt wurde. Im Weizen ist Magnello® von BBCH 51 (Anfang Ährenschieben) bis BBCH 69 (Ende der Blüte) zum Schutz gegen Fusariosen, Septoria Blattdürre und -Spelzenbräune sowie Rost zugelassen. Magnello® ist ein Fungizid mit zwei systemischen Wirkstoffen, d. h. die Wirkstoffe dringen schnell über die Blätter und Stängel in die grünen Pflanzenteile ein und werden in der Pflanze verlagert. Magnello® wirkt vorbeugend (protektiv) und stoppt vorhandene Infektionen ab (kurativ). Der Wirkstoff ­Difenoconazol stärkt und ergänzt die Wirkung des Wirkstoffes Tebuconazol und bringt der Ähre zusätzlich einen Schutz gegen Schwärzepilze (Alternaria spp.), vor allem in den Jahren, in denen es witterungsbedingt zur Ernteverzögerung kommt. Magnello® (Zul.Nr.: 3569). INFORMATION: www.syngenta.at

Intelligentes Düngen | mit dem Messgerät N-PILOT®

D

as Beobachten der Stickstoffversorgung ist für eine erfolgreiche Düngestrategie Pflicht. Nur

K geteilte N-Gaben erlauben das optimale Anpassen der Düngung an die aktuellen Wachstums- und N-Freisetzungsbedingungen und an das angestrebte Ertrags- und Qualitätsziel. Genau bei dieser Fragestellung hilft der N-Pilot: Das Bemessen der N-Düngung soll damit zukünftig deutlich genauer und einfacher werden. Der N-Pilot® ist ein optischer Hand-Sensor, mit dem der Landwirt das reflektierte Licht* und damit den Chlorophyllgehalt und die Biomasse seines Getreidebestandes messen kann. Mittels Vergleich der Praxisfläche mit einer Zone optimaler N-Verfügbarkeit (Referenz-Zone) wird der N-Pilot auf Sorte und Standort kalibriert und ist somit sehr verlässlich in der Empfehlung. Die Anwendung des N-Pilot ist einfach und preiswert: In ca. 15 Minuten werden ca. 14 000 Pflanzen gemessen, der Landwirt bekommt unmittelbar die Düngeempfehlung in kg N/ha ausgewiesen. Die Anschaffungskosten des Gerätes betragen 2200 € plus MwSt. Im Aktionszeitraum bis Ende Februar gibt es ein robustes Tablet gratis dazu.* junge Getreidepflanzen reflektieren Licht im sichtbaren Spektrum und im für das menschliche Auge unsichtbaren Infrarotbereich INFORMATION: www.borealis-lat.com/Austria unter Düngeberatung/N-Pilot.

uhn bietet zur Saatbettbereitung ein komplettes Programm an Kreiseleggen von 1,2 – 6m Arbeitsbreite. Durch die robuste Bauart und hochwertige Komponenten sind die Maschinen auch auf härteste Einsätze ausgelegt. Der Kreiselantrieb läuft ab dem Wechselradgetriebe wartungsfrei direkt auf groß dimensionierten Zahnrädern, die eine zuverlässige Kraftübertragung garantieren. Die speziell geformten Leitbleche in Kombination mit Nachlaufwalzen gewährleisten ein ebenes Saatbett. Die mechanischen Drillmaschinen von Kuhn zeichnen sich durch ihre präzise und einfach einzustellende Zellenraddosierung HELICA aus. Für die Umstellung von Grobsaat auf Feinsaat benötigt man weniger als 60 Sekunden. Unabhängig von Füllstand, Geschwindigkeitsänderungen und selbst bei schwierigsten Eisatzbedingungen können Dosiermengen von 1,5 bis 450 kg/ha genauestens eingehalten werden. INFORMATION: www.kuhncenter.at.

ADRESS ÄNDERUNGEN JETZT MELDEN Geschätze Leser! Im Laufe der Zeit können sich Adressen ändern und so kannes vorkommen, dass die Post ackerbauprofi nicht mehr zustellen kann. Daher unsere Bitte: Geben Sie uns Ihre Adressänderungen bekannt Tel.: 01/581 28 90, Fax: 01/581 28 90-23 E-Mail: office@blickinsland.at Besten Dank für Ihre Mithilfe. Das Team von ackerbauprofi


3 Hefte um nur 6,– Euro! rinderprofi ist das Magazin für den zukunftsorientierten Rinderhalter. Renommierte Fachautoren aus Wissenschaft und Praxis schreiben in rinderprofi, ergänzend dazu finden Sie Berichte und Reportagen aus allen Bereichen der Rinderwirtschaft Erhalten Sie jetzt drei Ausgaben rinderprofi im Abo für insgesamt nur 6,– Euro. Wenn Sie sich jetzt für ein rinderprofi-Abo entscheiden, erhalten Sie 3 Ausgaben um insgesamt nur 6,– Euro.

Das Abo erlischt nach Auslieferung des dritten Heftes automatisch. Die Bestellung kann auch unter 01/581 28 90-23 gefaxt oder unter abo@rinder profi.at gemailt werden. Auch unter www.rinderprofi.at können Sie das Abo beziehen.

 rinderprofi 1/2015 – Unsichtbar unfruchtbar – Die Brunst genau beobachten – Automatische Fütterung – Milchkühe richtig füttern – Vitaminversorgung beim Rind – Kälberaufzucht: Was bedeutet gute Kälberhaltung? – Einfluss der Melktechnik auf die Eutergesundheit – Eutergesundheit: Problemen bei Erstlingskühen vorbeugen – Infektionsdruck auf Klauen minimieren durch saubere Liege- und Laufflächen – Hygiene im Kuhstall – wichtiger denn je – Mortellaro im Vormarsch – Mastitis vorbeugen – Stopp dem Kälberdurchfall – Stallbau: Überlegungen zum Rinderstallbau – Wiese pflegen – Ertrag sichern – Kurzrasenweide – ein attraktives Milchproduktionssystem – Gülleausbringung auf dem Grünland

Bestellkupon Ja, rinderprofi interessiert mich. Ich bestelle hiermit ein Jahresabo mit 3 Ausgaben rinderprofi. Ich bin  Milchbauer  Mäster  Züchter

Name:

Adresse:

E-Mail:

Telefonnummer:

Unterschrift:

Kupon einfach an rinderprofi, Florianigasse 7/14, 1080 Wien, senden, faxen – 01/581 28 90-23 – oder ein E-Mail mit den erforderlichen Daten an abo@rinderprofi.at senden.


BLAU WIRKT BERUHIGEND P.b.b. 02Z033612M SPV Printmedien GmbH, Florianigasse 7/14, 1080 Wien Sonderausgabe Jänner Retouren an „Postfach 555, 1008 Wien

Kennen Sie das LEMKEN Gefühl? Die Gewissheit, genau die Maschine zu finden, die mit ihrer besonderen Konfiguration das Beste für Ihren speziellen Boden bietet? Die Zuversicht, ein umfassendes Produktangebot aus den Bereichen Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflanzenschutz aus einer Hand erhalten zu können? Und die Sicherheit, die Ihnen ein Leistungs- und Technologieführer gibt? Lernen Sie es kennen! Erfahren Sie hier, wie Blau wirkt. www.blau-wirkt.com

www.lemken.com

Mehr erfahren Sie bei Ihrem Gebietsverkaufsleiter. Herbert Bittenauer, Nord-Ost Österreich mobil 0664 8 21 57 38, h.bittenauer@lemken.com Franz Hofbauer, West Österreich mobil 0664 88 38 67 37, hofbauer@lemken.com Reinhold Kogler, Ost Österreich mobil 0664 8 21 57 36, kogler@lemken.com

01/15 Ackerbauprofi  

Für den modernen Ackerbaubetrieb

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you