Page 1

Foto: Prager-Ramser

Foto: Prager-Ramsa

SPÖ-Frauen laden zum Mitreden ein Die SPÖ-Frauen laden wieder zum Mitreden ein: Für die Bundesfrauenkonferenz, die am 5. Oktober in Wels stattfindet, werden Themen gesammelt. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Was brauchen wir? Wie stoppen wir den schwarz-blauen Sozialabbau? Wie sehen wir unsere eigene Zukunft? „Wir wollen unsere Partei öffnen. Es gibt viele, die etwas verändern und bewegen wollen. Für sie muss es einfacher werden, sich bei uns zu engagieren“, sagt Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek. Mitmachen: Wenn Sie gerne Themen einbringen möchten, schreiben Sie bitte an: frauen@spoe.at SPÖ-Bundesfrauen, Löwelstraße 18, 1010 Wien

SPÖ-FRAUEN

Aktuell Tirol

Foto: SPÖ/Stohanzl

Bei der Landesfrauenkonferenz am 21. April 2018 übergab die langjährige Landesfrauenvorsitzende Verena Dunst den Vorsitz an Astrid Eisenkopf. Seit Mai dieses Jahres ist Astrid Eisenkopf zusätzlich zu ihrer Aufgabe als Jugendlandesrätin auch für Frauenagenden zuständig. Aktuell bereiten ihr die Kürzungen bei den Frauen- und Familienberatungsstellen durch die schwarz-blaue Regierung Sorge. Eisenkopf will sich stattdessen für einen Ausbau stark machen.

Foto: Hofer

World-Cafés der SPÖ-Frauen Solidarity Wins Die Zusammen Pride 2018 mit setzt anderen auchFrauenorganisationen heuer wieder ein Zeichen und Infür Akzeptanz teressierten und wurden gegen Ausgrenzung. Visionen fürSeite die Zukunft 5 ausgearbeitet. Seite 7

Schluss mit dem Geheimnis um die Gehälter

Barbara Novak – Neue Landesparteisekretärin der Wiener SPÖ

Die SPÖ will die Gehälter im Betrieb offen legen. Das stärkt Frauen in den Gehaltsverhandlungen. Seite 4

Tausende Frauen und Männer haben in den letzten Monaten ihre Ideen und Visionen für die Zukunft der SPÖ eingebracht und damit das neue Zukunftsprogramm und das innerparteiliche Demokratiepaket mitgestaltet. Über das Ergebnis stimmen SPÖ-Mitglieder von Mitte bis Ende Juni ab!

Impressum: SPÖ-Frauen, Löwelstraße 18, 1010 Wien

Foto: Astrid Knie

Barbara Novak wurde in Wien geboren und ist im Karl-Marx Hof in Döbling aufgewachsen. Ihre ersten politischen Aktivitäten startete sie als Schulsprecherin in der Höheren Bundeslehranstalt für Kultur und Touristik in Hietzing. Ihr zahlreiches Engagement in der Gewerkschaft, der LandesschülerInnenvertretung und der SPÖ führten sie schließlich als erste Frau an die Spitze der SPÖ Bezirksorganisation Döbling. Seit Februar 2018 ist Barbara Novak Landesparteisekretärin der SPÖ Wien.

SPÖ-Zukunftprogramm: Abstimmen bis Ende Juni

Frauenrechte müssen verteidigt werden Foto: Prager-Ramsa

Foto: Astrid Knie

Astrid Eisenkopf: Neue Frauenvorsitzende und Frauenlandesrätin im Burgenland

Foto: Landesmedienservice

AUSGABE 2 / 2018

Arbeitszeit verkürzen statt verlängern! B

ereits jede zweite Frau in Österreich arbeitet Teilzeit. Viele von ihnen sehen keine andere Möglichkeit, um Beruf und Familie zu vereinen. Eine Verkürzung der Vollzeitarbeitszeit hätte viele Vorteile. Seite 3

Schwarz-Blau tickt nicht richtig! Nein zum gesetzlichen 12 Stunden Tag und zur 60 Stunden Woche.


2

7

World-Café der SPÖ-Frauen

I

Foto: Astrid Knie

12 Stunden Tag und 60 Stunden Woche: Wie soll sich das ausgehen?

G

leichgültigkeit – das ist es, was die Regierung für die Anliegen der Frauen in diesem Land übrig hat. Das zeigte sich beispielsweise in einer Sendung auf Puls 4. Eine berufstätige Mutter konfrontierte Vizekanzler Strache mit ihren Sorgen in Bezug auf den 12-Stunden Arbeitstag. „Nach der Arbeit muss ich noch einkaufen, wenn ich dann nach Hause komme, ist es schon 18:00 Uhr“. Die Antwort von Strache zeigt, wie wenig Ahnung er von den realen Problemen berufstätiger Eltern hat. Sie brauche einfach nur ablehnen, wenn eine längere Arbeitszeit gefordert wird – Jeder Chef werde das akzeptieren, behauptete Strache. Eine Aussage, die völlig an der Realität vorbeigeht. Ablehnen ist schwierig Länger in der Arbeit zu bleiben, kann aufgrund von Kinderbetreuung rein theoretisch abgelehnt werden. Dass das in der Praxis aber nur schwer durchsetzbar ist, darüber sind

sich ArbeitsmarktexperInnen einig. Eine Weigerung kann in der Folge zum Verlust des Arbeitsplatzes führen, sagt auch Irene Holzbauer von der Arbeiterkammer Wien. Eine Tatsache, die der Regierung offensichtlich egal ist. Der Druck wird höher Der Betriebsrat kann bisher einen 12-Stunden Tag verhindern oder ermöglichen. Die generelle Ausweitung der Arbeitszeit auf 60 Stunden pro Woche würde den Konkurrenzdruck am Arbeitsmarkt enorm verstärken. Wie soll sich das ausgehen? Viele Eltern, die ihre Kinder vom Kindergarten abholen, fragen daher mit Recht: Wie soll sich das ausgehen? Auch für all jene, die sich um einen Angehörigen kümmern, wird es sehr schwierig. Besonders schlimm wird durch die Ausweitung der Arbeitszeit die Situation für AlleinerzieherInnen. Wie sollen sie den Alltag bewältigen?

m April veranstalteten die Tiroler SPÖ-Frauen ein Worldcafé, um die Vernetzung mit anderen Organisationen, etwa dem AEP oder der Gruppe vom Frauenvolksbegehren, aber auch mit Interessierten voranzutreiben. Mittels Diskussionen werden gemeinsam Ideen für einen Leitantrag der Bundesfrauenkonferenz gesammelt. Angeregte Gespräche wurden geführt, wie der schwarz-blaue Sozialabbau verhindert werden könne, was Frauen für ein gutes Leben in ihrem jeweiligen direkten Umfeld brauchen und welche Themen von den SPÖ-Frauen in der Öffentlichkeit hervorgehoben werden können. Der Tenor war eindeutig: Die Regierung müsse zurückrudern. Kinderbetreuung muss ausgebaut und kostenlos angeboten werden, Frauen müssen an der Basis gebildet, kämpferisch und selbstsicher dem Reformprogramm entgegentreten können, und das gelingt nur, indem sie sich

Unser gut besuchtes World-Café zusammenschließen. Handlungsbedarf gibt es weiterhin in Schulen, beispielsweise, wenn die Nachhilfe nicht mehr leistbar ist. Dass der Schwangerschaftsabbrüche in Tirol nach wie vor nur von zwei ÄrztInnen landesweit und unter hoher finanzieller Gegenleistung durchgeführt werden, be-

zeichnet eine weitere Hürde für Frauen und für Handlungsbedarf, der unter den Tisch gekehrt wird. Alle Beteiligten konnten sich Motivation und Ideen für neue Projekte holen, mit denen wir bereit sind, so bald wie möglich unter die Leute zu gehen und

Foto: Hofer

gegen ein konservatives Frauen- und Familienbild zu kämpfen, welches uns die Bundesregierung aktuell mit aller Kraft versucht, wieder aufzudrücken. Spätestens jetzt, wenn jeder hart erkämpfte Millimeter der Frauenrechte wieder dem Erdboden gleichgemacht wird, ist es Zeit, aufzustehen!

Foto: Astrid Knie

Gewaltschutzplan

D SPÖ-Frauen machen mobil Es bedeutet auch eine Gefahr für die Gesundheit, dass die schwarz-blaue Regierung ArbeitnehmerInnen zum 12-Stunden Tag und zur 60-Stunden Woche zwingen will. Die SPÖ-Frauen machen in den Sommermonaten in ganz Österreich mit Straßenaktionen gegen die unsoziale Politik der Regierung mobil. Befragung zum 12-Stunden Arbeitstag 90 Prozent sagen, es wäre für sie „sehr oder eher schwierig“,

wenn der Arbeitgeber jederzeit 12-Stunden Arbeit verlangen könnte. 59 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer sagen, sie hätten ein „echtes Problem“. Nur jedes 7. Kleinkind hat einen Betreuungsplatz, der mit einem Vollzeitarbeitsplatz (8 Stunden-Tag und 38,5 / 40 Stunden pro Woche) vereinbar ist. Eine durchgängige Betreuung von mindestens 13 Stunden ist so gut wie gar nicht vorhanden. Quelle: Arbeiterkammer

ie SPÖ Tirol hat bereits vor längerer Zeit einen Gewaltschutzplan für Frauen aufgestellt. Dieser inkludiert unter anderem Forderungen nach mehr Plätzen in Frauenhäusern, die zumindest dem Anspruch gerecht werden. Da die Finanzierung dieser Frauenhausplätze eigentlich vom Land übernommen werden sollte, war dies bis dato ein Thema der Tiroler SPÖ-Frauen. Die Landesregierung einigte sich vor einigen Jahren auf den Bau eines neuen Frauenhauses, welcher nun endlich auch durchgeführt wird – nachdem wir lange hartnäckig forderten. Nun allerdings hat die neue ÖVP-Frauenministerin angekündigt, 100 neue Frauenhausplätze österreichweit zu schaffen und machte damit ein Bundesthema daraus.

Nun ist im geplanten Budgetplan der Bundesregierung nichts davon zu finden, unsere Landesfrauenvorsitzende und Nationalrätin Selma Yildirim stellte nun dazu eine parlamentarische Anfrage. Die Antwort: Dieses Thema sei den Ländern vorbehalten. Außerdem müsse man erst erheben, wo die Plätze gebraucht werden würden. „Aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Wochen habe ich Sorge, dass der Schutz von Gewalt betroffen Frauen und Kindern zum Spielball zwischen Bund und Ländern verkommt. Das darf nicht passieren, denn dafür ist das Thema viel zu wichtig“, bezieht Yildirim dazu Stellung. Der eingebrachte Gewaltschutzplan wurde außerdem auf das Ende des Jahrs 2018

Foto: Hitthaler

Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim fordert konkrete Handlungen aufgeschoben. Die SPÖ-Frauen werden jedoch weiterhin klar Stellung zu den Misständen beziehen.


6

3

Kürzere Vollzeit: Eine Frage der Gerechtigkeit

Menschenkette für Frauen*rechte

A

m 26. Mai wurde in Innsbruck, gleich wie in Wien, eine Menschenkette für Frauen*rechte gebildet. Von der Plattform 2000Frauen initiiert, wurde von Radio Orange und Radio Freirad dieselbe Sendung übertragen – so konnten sich die Ketten in beiden Städten gleichzeitig schließen. Anschließend wurde zu feministischen Liedern gesungen und getanzt.

Die Botschaft, nicht nur dank des übergroßen Transparentes, eindeutig: „Feministische Solidarität statt rechter Hetze!“ Wir stellen uns gemeinsam gegen eine Vorgangsweise der Bundesregierung, die mit rassistischen und antifeministischen Inhalten Tag für Tag auf sich aufmerksam macht. Foto: Hofer

Als Zeichen der feministischen Solidarität wurde eine Menschenkette gebildet

Frauenvolksbegehren

Z Foto: Frauen*volksbegehren

Gemeinsam mit Aktionistas*bei einer Fotoaktion in Innsbruck

usammen an Straßenständen, gemeinsam mit den Aktivistas* vom Frauenvolksbegehren oder mit den Jugendorganisationen: Die SPÖ-Frauen Innsbruck initiierten zahlreiche Verteilaktionen, in denen auf das Frauenvolksbgehren aufmerksam gemacht wurde. Auch in den Bezirken

war die Motiviation groß, zahlreich wurde geflyert und gestickert. Das Ergebnis der ersten Unterschriftenrunde kann sich sehen lassen: Innsbruck liegt im Verhältnis mit 6,18% der wahlberechtigten Personen, die unterschrieben haben, an erster Stelle aller Landeshauptstädte Österreichs.

Arbeitszeit Der Arbeitstag ist in Österreich im Vergleich zu anderen Staaten lang. Laut Eurostat arbeiten Vollzeitbeschäftigte im Schnitt 41,4 Wochstunden. Nur in zwei Ländern liegt die Wochenarbeitszeit höher: In Großbritannien und Zypern. Vergleichsweise hoch ist auch die Teilzeitquote, hier liegen wir international auf Platz 2. Teilzeit ist weiblich Bereits jede zweite Frau in Österreich arbeitet Teilzeit. Fragt man nach den Gründen, wird schnell klar, dass viele Frauen keine andere Möglichkeit sehen, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Kindergartenplätze für Kleinkinder sind gerade am Land noch immer Mangelware. Viele haben zu kurze Öffnungszeiten für einen Vollzeitjob oder schließen überhaupt schon zu Mittag. Ungleiche Verteilung Die Kluft in der Arbeitszeit zwischen Frauen und Männern geht immer stärker auseinander. Das hat Auswirkun-

E Foto: Astrid Knie

gen auf das Gehalt und später auf die Pension. Auswirkungen hat es auch auf die generelle Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern. Obwohl viel mehr Frauen als früher berufstätig sind und in der Bildung in vielen Bereichen die Männer überholt haben, hält sich die klassische Rollenverteilung hartnäckig: Unbezahlte Arbeit zu Hause bleibt immer noch zu einem überwiegenden Teil bei den Frauen hängen.

Kürzere Vollzeit Die Verteilung der Arbeitszeit entspricht nicht den Wünschen der Frauen und Männer. Eine Umfrage der Arbeiterkammer zeigt, dass Frauen in Teilzeit gerne länger arbeiten möchten, Frauen und Männer in Vollzeit dagegen kürzer. Eine kürzere Vollzeitarbeit hätte für alle Vorteile. Sie ist wichtig für die Gesundheit und die Lebensqualität. Und sie ist die Voraussetzung dafür, dass endlich mehr Bewegung in die Gleichberechtigung von Frauen und Männern kommt.

Übergabe Bezirksfrauenvorsitzende Schwaz

A

m 24. Mai übergab Elisabeth Fleischanderl ihre Rolle als bisherige Bezirksfrauenvorsitzende an Beatrix Szloboda. Letztere zeigt sich motiviert und freut sich schon auf ihre neue Aufgabe. Fleischanderl ist mit ihren 22 Jahren aktuell die jüngste Landtagsabeordnete der SPÖ Tirol und wurde bei der direkt anschließenden Bezirkskonferenz zur Bezirksvorsitzenden gewählt. Sie bedankte sich vor allem bei der Frauenorganisation, da diese ihr seit Beginn ihrer politischen Karriere zur Seite steht.

Foto: Knie

s zieht ein rauer Wind durch unser Land. Die schwarz-blaue Regierung kürzt bei allen, die es schwer haben: Bei Familien, die von Armut bedroht sind, bei der Gesundheit, bei Beratungs- und Hilfseinrichtungen. Arbeitsmarktinitiativen, die arbeitslosen Menschen neue Hoffnung gegeben haben, werden beinhart gestrichen. Gleichzeitig soll die gesetzliche Arbeitszeit auf täglich 12 Stunden und 60 Wochenstunden erhöht werden. Das wird gerade die Frauen besonders treffen und sie noch mehr in Teilzeit drängen. SPÖ lädt zum Mitreden ein Viele Frauen und Männer streben für unser Land eine völlig andere Richtung an. Sie setzen sich für eine Gesellschaft ein, die stärker auf den gegenseitigen Respekt und das Miteinander setzt. In der jede und jeder ohne Angst und mit Selbstbewusstsein so leben kann, wie sie oder er will. Die SPÖ-Frauen wollen sich allen, die etwas verändern möchten, noch stärker öffnen und laden zum Mitreden ein. Lautstark müssen wir uns dagegen wehren, dass die Ärmsten gegeneinander ausgespielt werden und gleichzeitig die Reichen beschenkt werden.

Gabriele Heinisch-Hosek SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende

Beatrix Szloboda (Mitte) ist neue Bezirksfrauenvorsitzende

Foto: Hofer

Foto: Thomas Lehmann

Wenn Sie sie sich bei den SPÖ-Frauen engagieren möchten, oder Themen einbringen möchten, schreiben Sie bitte an: frauen@spoe.at, SPÖ-Bundesfrauen, Löwelstraße 18, 1010 Wien


4

5

Pride 2018

Schluss mit dem Geheimnis um die Löhne

W

W

enn eine Frau weiß wieviel ihr Kollege verdient, hilft ihr das in den Gehaltsverhandlungen. Die Lohnschere beträgt in Österreich immer noch 21,7 Prozent. In Schweden sind Gehälter längst transparent. Hierzulande wird daraus ein großes Geheimnis gemacht. Frauen stärken Seit 2011 sind Unternehmen mit mehr als 150 Beschäftigten dazu verpflichtet, Einkommensberichte zu erstellen. Daraus kann man die Summe der Löhne in den verschiedenen Gehaltsgruppen für Frauen und Männer herauslesen. Was die einzelnen Personen verdienen, lässt sich daraus nicht erkennen. Die SPÖ hat einen Vorschlag für ein Lohntransparenzgesetz auf den Tisch gelegt. MitarbeiterInnen sollen dem-

Foto: Astrid Knie

nach die Möglichkeit bekommen, das Gehalt ihrer KollegInnen zu erfragen. Einen vorbildlichen Weg in Sachen Gleichstellung geht Island. Seit Anfang des Jahres müssen Betriebe mit mehr als 25 MitarbeiterInnen alle drei Jahre den Beweis erbringen, dass sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit zahlen. Bisher war dieser Nachweis freiwillig.

Das schlägt die SPÖ vor: Im Unternehmen: In Zukunft soll ein MitarbeiterInnenverzeichnis angelegt werden, das neben Qualifikationen, Verwendung und Einstufung auch das Ausmaß der Arbeitszeit sowie die Höhe der Bezüge und sonstiger Zahlungen enthält.

enn die Tage länger werden und das Wetter besser, nähert sich der Juni und mit ihm der sogenannte PrideMonat in dessen Rahmen die LGBTIQ-Community mit dem Pride Village, diversen Veranstaltungen und letztlich der Regenbogenparade Sichtbarkeit und Repräsentation einfordert. Der Ursprung dieses bunten Events geht auf ein historisches Ereignis in den USA zurück. In der Christopher Street fanden 1969 in den frühen Morgenstunden in der Bar „Stonewall-Inn“ gewalttätige Razzien statt, die Ausdruck der polizeilichen Willkür gegen Lesben, Schwule und Transgender war. Erstmals setzte sich hier die LGBTIQ-Community gegen dieses Vorgehen zur Wehr. Anlässlich des Jahrestages des

Aufstands wird noch heute ein politisches Zeichen für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz durch den Christopher Street Day und dem Pride Month gesetzt. Wieso das noch heute notwendig ist? Weil alles abseits der heterosexuellen Norm, als “anders” definiert wird. Damit gehen auch Diskriminierungen einher und physische und psychische Gewalt gegen LGBTIQ-Personen. Das führt dazu, dass bei homosexuellen Jugendlichen die Suizidrate vier bis sieben Mal höher ist. 46% der lesbischen Paare aus Angst vor Übergriffen die Hand ihrer Partnerin in der Öffentlichkeit nicht halten. In 68 Ländern weltweit steht Homosexualität sogar unter Strafe - in sieben davon droht die Todesstrafe.

F

Die Armut steigt Die Mindestsicherung soll verhindern, dass Menschen in Armut und Obdachlosigkeit abrutschen. Zwei Drittel der BezieherInnen arbeiten, aber verdienen zu wenig, um von ihrem Einkommen leben zu können. Die Mindestsicherung kann erst

bezogen werden, wenn auf alle Ersparnisse zugegriffen wurde. Mit der drastischen Kürzung nimmt die Regierung ganz bewusst mehr Armut, vor allem von Kindern in Kauf. Familienbonus nur für Gutverdienende Im Vergleich dazu bekommen gut verdienende Eltern mit drei Kindern ab 2019 noch 4.500 Euro pro Jahr durch den Familienbonus oben drauf. Für die SPÖ ist klar: Jedes Kind ist gleich viel wert. Der Familienbonus muss daher für alle gelten. Regierung spart auch bei Kinderbetreuung Damit Eltern berufstätig sein können, braucht es gute Kin-

zu kämpfen – das sogenannte Levelling Up. Die Veranstaltungen der Vienna Pride stehen heuer unter dem Motto „Love, Respect, Solidarity“ und dauern zwei Wochen. In Graz gibt es ein dreitägiges Programm, in Innsbruck ein fünftägiges. Sei dabei! www.soho.or.at

Stelleninserate: Bisher musste das Mindestentgelt laut Kollektivvertrag angegeben werden. In Zukunft soll das Stelleninserat auch die tatsächlich geplante Einstufung enthalten.

Am Anfang war ich sehr verliebt….

Eiskalte schwarz-blaue Familienpolitik ür Familien, die am Existenzminimum und von der Mindestsicherung leben müssen, wird es in Zukunft sehr schwer: Bei Familien mit mehr Kindern wird die Mindestsicherung drastisch gekürzt. 70.000 Kinder in Österreich sind davon betroffen. Je mehr Kinder im Haushalt leben, desto mehr Ausgaben hat eine Familie.

Als Sozialdemokratinnen glauben wir an eine Welt, in der jedeR leben kann wie er oder sie möchte und Liebe kein Geschlecht kennt. Die SOHO ist die LGBTIQ Organisation der SPÖ mit der wir gemeinsam an den österreichweiten Veranstaltungen und Protesten teilnehmen, um für einen wirksamen Diskriminierungsschutz

Foto: Verein Wiener Frauenhäuser

Kundgebung des Vereins Wiener Frauenhäuser 1994

A

m 1. November 1978 eröffnete das erste Frauenhaus Österreichs in Wien. Der Bedarf war groß; bereits nach kurzer Zeit war es überfüllt. Schon vor der offiziellen Eröffnung suchten Frauen im ersten Frauenhaus Schutz.

Foto: Thomas Lehmann

Die neue Familiensprecherin der SPÖ Birgit Sandler kritisiert die Hartherzigkeit der schwarz-blauen Regierung derbetreuung mit Öffnungszeiten, die mit einem Vollzeitjob vereinbar sind. Aber auch bei der Kinderbetreuung setzt die

Regierung den Sparstift an. Ebenso bei den Ganztagsschulplätzen. Der Ausbau ist bis auf weiteres verschoben.

Gemeinsam mit Studentinnen der Sozialakademie konnte Johanna Dohnal 1978 den politischen Druck aufbauen, um ein Frauenhaus zu eröffnen. Dass es einen Schutzraum vor Gewalt braucht, stand in der Öffentlichkeit kaum zur Debatte. Bis in die 1970er Jahre hatte

in Österreich das Familienrecht aus dem 19. Jahrhundert gegolten, welches dem Mann als Oberhaupt der Familie auch rechtlich die Macht über die Frau zusprach. Die große Familienrechtsreform der SPÖ-Alleinregierung schaffte die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau in der Familie. Gewalt blieb dennoch ein Tabu, das erstmals mit der Diskussion um das Frauenhaus in Wien gebrochen werden sollte. Noch immer ist jede fünfte Frau in Österreich mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Ein großer Teil dieser Gewalt findet in

der Familie statt. Daher braucht es weiterhin einen Ausbau der Frauenhäuser und von Frauenberatungsstellen, an die sich Frauen in Notsituationen wenden können. Heute gibt es 30 Frauenhäuser in ganz Österreich mit über 750 Plätzen. Derzeit findet im Volkskundemuseum die Ausstellung „Am Anfang war ich sehr verliebt…“ – 40 Jahre Frauenhäuser statt, die bis 30.09.2018 besucht werden kann.

SPÖ Frauen aktuell, Tirol, 13.06.2018  
SPÖ Frauen aktuell, Tirol, 13.06.2018  
Advertisement