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Oktober 2012  Deutschland EUR 4,50 / Österreich EUR 5,00 / Luxemburg EUR 5,20 / Schweiz sfr 7,90

Fußball 50 Jahre Bundesliga

Jürgen Pahl: Vom Flüchtling zum Bundesligastar • Pokalsieger und Pokalschreck: André Breitenreiter

Triathlon Qualen sind ihr Job

Böcherer & Kienle: Extremsportler über Motivation, Schmerzen und Psychospielchen beim Ironman

LIES DEN SPORT! 10/2012

Wintersport Start in die Ski-Saison

Langläufer Tobias Angerer und Slalom-Ass Felix Neureuther • Skihallen: 365 Tage Schnee

Test: 16 Kopfhörer Das taugen sie beim Sport

Die aktuellsten Modelle im Praxistest: So gut sind Klang und Komfort • Plus: Musik im Leistungssport

FÄUSTE SIND SEIN WERKZEUG

WLADIMIR KLITSCHKO Warum der Boxweltmeister auch seinen 62. Kampf nicht verlieren wird

Tennisprofi Sabine Lisicki „Das Publikum gibt mir Energie“ 2020 Europas Nummer 1? Die große Vision der Basketball-Bundesliga


INHALTSVERZEICHNIS

SPORTSFREUND 10/2012

082

058

Basketball Ligastart in der Basketball-Bundesliga

Musik im Sport Leistungssteigerung durch Musik

Titelthema

Wintersport

Wladimir Klitschko: Das große Interview: „Fäuste sind nur ein Werkzeug“...................................036

Felix Neureuther: Der kurvige Weg in die Slalom-Weltspitze....................................................... 018 Tobias Angerer: Mit Metallica zur Medaille...............................................................................024 Skihallen: Vom Bett aufs Brett.......................................................................030 Service: Skihallen in Deutschland..................................................................034

Mixed Zone Extremsport: Sickline Extreme Kayak World Championships.............................................. 010 Sportnews: Interessantes aus aller Welt....................................................... 014 Termine: Veranstaltungen aus aller Welt........................................................ 015 Ehrenamt: Sportsfreund des Monats – Tim Krause...................................... 016

004 SPORTSFREUND

Laufsport Triathlon: Andi Böcherer & Sebastian Kienle im Doppel-Interview............................... 044 Challenge Roth: Eine ganze Region lebt den Triathlon................................ 050 Weltumläufer Jesper Olsen: 37.000 km in 44 Paar Schuhen......................062


036

Wladimir Klitschko Dr. Steelhammer vor seinem 62. Boxkampf

044

Triathlon Andi Böcherer & Sebastian Kienle

092

Tennis Sabine Lisicki im Interview

024

Wintersport Langläufer Tobias Angerer

Fußball

Sportwelten

50 Jahre Bundesliga: Jürgen Pahl: „So, jetzt geh ich!“......................................................................068 Vom Pokalsieger zum Pokalschreck: André Breitenreiter......................................................................................... 072

16 Ohrhörer für Sportler im Test: So gut sind sie wirklich..........................054 Experten-Interview: Musik im Leistungssport.............................................058 Randsportarten: Alles außer Fußball............................................................ 078 Tennisstar Sabine Lisicki: „Das Publikum gibt mir Energie “....................................................................092 Legendäre Sportstätten: Madison Square Garden......................................096

Basketball Basketball-Bundesliga: 2020 die beste Liga Europas?........................................................................082 Experten-Meinung: „Es geht fast nur ums Geld“............................................084 Faszination Basketball: BBC Bayreuth in Bildern.................................................................................086

Standards Editorial: Unsägliche Synonyme...................................................................003 Augenblicke.................................................................................................. 006 Abonnement.................................................................................................. 076 Impressum.....................................................................................................098 Vorschau........................................................................................................098 SPORTSFREUND 005


WINTERSPORT > TOBIAS ANGERER

Seit fast zehn Jahren gehört Tobias Angerer zur LanglaufWeltklasse. Die Olympischen Spiele in Sotschi 2014 sollen der krönende Abschluss seiner aktiven Zeit werden. Dass seine lange Karriere nicht ohne „Hänger“ verlaufen ist, wie er sich aus der Talsohle herausgezogen hat und warum er mit bis zu 40 Paar Ski unterwegs ist, erzählt Angerer im SPORTSFREUND-Interview. Interview: Christian Bärmann

SKILANGLÄUFER TOBIAS ANGERER

MIT METALLICA

ZUR MEDAILLE Herr Angerer, bei der Vorbereitung auf unser Gespräch bin ich mehrfach auf die Beschaffenheit von Schneekristallen gestoßen, die beim Langlauf offenbar eine große Rolle spielt. So habe ich gelernt, dass Schneekristalle nach Alter und Temperatur unterschiedlich geformt sind und die Härte des Wachses unter ihrem Ski dementsprechend angepasst werden muss. Klingt nach einer Wissenschaft für sich … (lacht) Ja, das ist es mittlerweile auch, hat sich aber erst in den letzten Jahren so extrem entwickelt. Die Weltspitze beim Langlauf ist mittlerweile so dicht beieinander, dass schon Details den Ausschlag geben können – auch das richtige Wachs für die jeweiligen Schneekristalle. Alles muss stimmen – der Ski muss die richtig Spannung und den richtigen Schliff haben. Und ich sollte natürlich auch in Form sein. Stimmt es, dass Sie deswegen bis zu 40 Paar Ski bei jedem Rennen dabei haben? Ja, das stimmt. Beim Langlauf haben wir ja zwei Techniken, Klassik und Skating. Für jede dieser Techniken

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hat jeder von uns rund 20 Paar Ski vor Ort. Und die sind dann wieder aufgeteilt nach den verschiedenen Temperaturbereichen, von unter Null Grad über den Gefrierpunkt bis zu den Plustemperaturen. Zum Glück kümmern sich darum bei jedem Rennen die Techniker aus unserem Serviceteam. Sie beobachten das Wetter, die Vorhersage und die Schneebeschaffenheit – und testen schon Tage vor dem Rennen die Bedingungen. 1,5 bis zwei Stunden vor dem Wettkampf teste ich dann die Ski, die infrage kommen, meistens drei Paar. Ich teste, welcher Ski am besten vom Fuß geht, welcher am schnellsten in der Abfahrt ist. Dann packen unsere Techniker das richtige Wachs drauf, und ich hoffe natürlich, dass ich das bestmögliche Material unterm Fuß und selber einen guten Tag erwischt habe. War alles umsonst, wenn es während eines Wettkampfs stark schneit oder die Temperaturen steigen? Dann hat man natürlich Pech gehabt. Allerdings betrifft das ja die anderen Sportler genauso. Aber ich erinnere mich an ein Rennen bei der WM in

Sapporo 2007, da bin ich als Letzter gestartet und musste als einer von wenigen das gesamte Rennen über bei starkem Schneefall laufen. Dennoch bin ich Dritter geworden. Man muss halt das Beste aus der Situation machen, aber wenn das Material nicht mitspielt, hat man heute eigentlich keine Chance mehr. Sie haben alle zwei Jahre die Möglichkeit, Material zu wechseln und sich gerade für Fischer entschieden. Was gibt bei solchen Entscheidungen den Ausschlag, und wie testen Sie so etwas? Das Testen von neuem Material nimmt immer viel Zeit in Anspruch. Ich habe im Frühjahr sehr viel Material getestet und bei den Ski von Fischer ein sehr gutes Gefühl gehabt. Und wenn ich mich mit bestimmtem Material wohlfühle, will ich es auch im Wettkampf laufen. Im Hinblick auf meine beiden letzten Jahre im Weltcup habe ich mich daher für einen Wechsel entschieden. Was meinen Sie mit „Gefühl“? Bei aller Wissenschaft ist auch das Gefühl sehr wichtig. Wenn man


„Ein Gefühl Bilduntertitel von Freiheit“:Bilduntertitel Tobias Angerer Bilduntertitel beim Training in der Bilduntertitel heimischen Langlaufregion Bilduntertitel Bilduntertitel Chiemgau, fürBilddie er

Fotos: Norbert Eisele-Hein/Chiemgau Tourismus e.V.

seit diesem Jahr untertitel als Botschafter Bilduntertitel wirbt.

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WINTERSPORT > TOBIAS ANGERER

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so viele Jahre wie ich auf Skiern unterwegs ist, dann weiß man, wie ein Ski reagiert. Das ist so ähnlich wie bei einem Tennisspieler, der verschiedene Bespannungshärten ausprobiert und sofort merkt, welche davon nicht passt. Jeder Tennisspieler hat seine Vorlieben, das ist bei uns genauso. Bis 2007 war ich mit Atomic Ski unterwegs, dann war ich vier Jahre sehr zufrieden bei Rossignol. Neben dem guten Gefühl war auch die Nähe des Werks von Fischer in Österreich ein Faktor. Ich kann binnen einer Stunde dort sein und mal eben vorbeifahren, wenn ich neues Material brauche oder testen möchte. Wann haben Sie beschlossen, bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi weiterzumachen? Bei der WM 2011 in Oslo. Ich hatte vorher eine schwere Zeit durchgemacht, war nach den vielen Jahren im Leistungssport körperlich und geistig ein wenig ausgebrannt und hatte 2011 Probleme, in die Saison zu kommen. Mithilfe meines Trainers bin ich aber rechtzeitig zur WM wieder in Form gekommen und habe in Oslo sehr gute Rennen gemacht. Es war ein grandioses Gefühl, vor 100.000 Zuschauern entlang der Strecke zu laufen – und da habe ich gemerkt, wie sehr ich diesen Sport liebe und was er mir alles gibt. Das hat den Ausschlag zum Weitermachen gegeben. Ich bin gesund und fit, meine Familie steht voll hinter mir, sodass ich mir als Fernziel Sotschi gesetzt habe. Ich habe

jetzt drei Olympische Spiele erlebt und jedes Mal eine Medaille gewonnen – das möchte ich gerne nochmals erreichen.

stehen. Ich habe für mich einen guten Weg gefunden, von dem ich in den kommenden zwei Jahren profitieren kann.

Aber Sie haben vor Oslo über Ihr Karriereende nachgedacht? Nun, zu dem Zeitpunkt hatte ich natürlich einen Hänger. Wenn man sich selber unter Druck setzt, die bestmöglichen Zeiten laufen möchte und es dann nicht klappt, kommt man schon ins Grübeln. Mir war klar, dass es so nicht weitergehen konnte, und ich habe mir überlegt, ob der Leistungssport noch das ist, was ich machen möchte. Aber zum Glück habe ich mich über die WM zurückgekämpft. Das war eine Erfahrung, die ich in der Form noch nicht gemacht hatte, die mich aber in meiner Persönlichkeit weitergebracht hat.

Allerdings hatte der ehemalige Bundestrainer Jochen Behle im März als Grund für seinen Rücktritt die Zersplitterung der Trainingsgruppen genannt – Sie davon jedoch von der Kritik ausgenommen. Ich habe immer versucht, meine eigenen Bedürfnisse mit der der Mannschaft unter einen Hut zu bringen. Aber da wir älteren Athleten etwas andere Trainingsinhalte haben, wollten wir unseren eigenen Weg gehen, den Jochen Behle uns auch ermöglicht hat. Aber wir waren natürlich etwas weiter weg von der Mannschaft. Wenn eine Mannschaft so viele Jahre zusammen unterwegs ist, dann schleifen sich auch viele Sachen ein. Oder man selber sieht Dinge anders oder gelassener als noch vor zehn Jahren. Ich kann für mich sagen, dass der Schritt der richtige war. Ich hatte von Jochen Behle die Rückendeckung gehabt und habe sie nun auch von seinem Nachfolger Frank Ulrich, um diesen Weg weiterzugehen. Ich weiß, wenn ich mich gezielt auf jedes Rennen vorbereite, kann ich auch aufs Podium laufen.

Haben Sie Ihre Trainingsinhalte daraufhin auch geändert? Ich habe mir vor allem mit Karl Zellner, dessen Tochter Martina Zellner Olympiasiegerin im Biathlon war, vor der WM in Oslo einen Privattrainer genommen, um mich individueller vorbereiten zu können. Er war schon mein Jugendtrainer, und der Kontakt ist nie abgebrochen. Er hat mich mit seiner großen Erfahrung wieder in die Spur gebracht. Als älterer Sportler muss man anders trainieren als die jüngeren Athleten. Mit steigendem Alter wird die Qualität des Trainings noch wichtiger, und sie muss im Einklang mit den längeren Regenerationsphasen

Sie sind verheiratet und haben drei kleine Kinder. Haben sich Ihre Prioritäten seitdem etwas verschoben? In der Freizeit steht meine Familie natürlich an erster Stelle. Das genieße ich sehr, heißt aber

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WINTERSPORT > TOBIAS ANGERER

AKTIV WERDEN!

Langlauf lernen in Kompaktkursen oder mehr­­ tägigen Ski-Camps – in der Wintersaison führt der Erlebnis-Spezialist meventi Einsteiger und Fortgeschrittene in Oberstdorf, im Bayerischen Wald oder in Oberwiesenthal aktiv an diese Sportart heran. Infos: www.meventi.de/langlauf.

nicht, dass ich im Sport zurückstecke. Ich organisiere mein Leben nun anders, auch deswegen ist es gut, einen eigenen Trainer zu haben, damit ich individueller reagieren kann als in einer Trainingsgruppe. Meine Familie ist mein Rückhalt, sie gibt mir die Kraft und die Motivation. Meine Frau hat mir bis Sotschi freie Hand gegeben, was ich sehr zu schätzen weiß, da sie alleine mit unseren drei Kindern klarkommen muss, wenn ich unterwegs bin. Ich weiß, dass ich viel von ihr verlange – aber sie sieht mich auch gerne laufen und weiß, welchen Stellenwert der Sport für mich hat. Sie starten für den SC Vachendorf nicht nur im Langlauf, sondern auch als Tennisspieler. Erlaubt Ihnen das der DSV im Hinblick auf mögliche Verletzungen? Ja, denn Tennis stellt diesbezüglich kein Problem dar, Fußball wird vom Skiverband eher nicht so gerne gesehen. Tennis ist ein tolles Training für Koordination, Schnelligkeit und Ausdauer. Die Punktspielrunde mit meiner Mannschaft findet im Mai und Juni statt und ist für mich ein willkommener Ausgleich zu meinem tagtäglichen Training. Wir sind ein eingeschworener Haufen und spielen Bezirksklasse 1 – also nichts Besonderes, aber wir spielen einen

ordentlichen Ball, und ich kann mich da so richtig reinknien. In Ihrer Freizeit legen Sie auch gerne mal Platten auf … Ja, Musik ist ein großes Hobby von mir, aber durch den Sport und meine Familie komme ich nicht mehr allzu oft dazu. Früher habe ich öfters mit einem sehr guten Freund, der DJ ist, zusammen aufgelegt. Wir haben die Veranstaltung „Sport meets Rock“ in Traunstein ins Leben gerufen und versuchen, diese einmal im Jahr auf die Beine zu stellen, da die Einnahmen einem wohltätigen Zweck zugute kommen. Auf welche Musik stehen Sie? Alles, was laut ist, Hauptsache hart. Von Metallica bis Linkin Park, dabei fühle ich mich wohl. In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns auch damit, wie Musik die Leistungen im Training und Wettkampf steigern kann. Arbeiten Sie auch damit? Nein, das habe ich noch nicht probiert, und ich glaube auch nicht, dass ich das brauche. Ich arbeite seit 2005 mit dem Mentaltrainer Thomas Baschab, mit dem ich am Abend vor meinen

Zur Person Tobias Angerer wurde am 12. April 1977 in Traunstein geboren, machte sein Abitur 1996 am Sportgymnasium in Berchtesgaden, fuhr schon früh in den Spuren seiner wintersportbegeisterten Familie (sein Onkel Anton Angerer war Mitglied der deutschen Biathlon-Nationalmannschaft) und wurde von 1993 bis 1996 sechsmal deutscher Skilanglaufmeister der Junioren. Angerer gewann 2006 und 2007 die Gesamtwertung des Skilanglauf-Weltcups und konnte bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen bislang insgesamt zehn Medaillen gewinnen. Er ist Sportsoldat bei der Bundeswehr Berchtesgaden/Strub in der Sportfördergruppe für Spitzensportler, ist verheiratet und hat drei Kinder. www.tobias-angerer.de

Erfolge > Gesamtweltcupsieger 2006 & 2007 > Vancouver 2010: Silber 15 km Pursuit > Turin 2006: Silber Staffel & Bronze 15 km klassisch > Salt Lake City 2002: Bronze Staffel > Nordische Ski-WM 2011: Bronze Staffel > Nordische Ski-WM 2009: Silber Teamsprint C & Staffel, Bronze 50 km > Nordische Ski-WM 2007: Silber 15 km Pursuit, Bronze 15 km > Nordische Ski-WM 2005: Silber Staffel

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Wettkämpfen telefoniere, damit er mich darauf einstellt. Allerdings höre ich auch mal vor dem Wettkampf Musik, aber eben eher die härtere Gangart, damit ich mich wirklich pushen kann. Mit Metallica zur Medaille? (lacht) Ja, so könnte man das schon sagen. Was bespricht Thomas Baschab in den Telefonaten vor den Wettkämpfen mit Ihnen? Es geht darum, einen festen Ablauf im Kopf zu erzeugen, wie das Rennen laufen könnte, wie ich mich bewege, was ich als Zwischenziel habe. Das hilft mir, möglichst konzentriert und fokussiert an der Startlinie zu stehen – ohne dass ich links und rechts von mir noch etwas mitbekomme. Früher habe ich oft unnötige Energie im Wettkampf vergeudet, weil ich zu aufgeregt war. Ich sehe das heute bei jungen Sportlern, wenn die letzte Fokussierung noch nicht da ist. Aber man muss als Athlet seinen eigenen Weg finden, und ich habe frühzeitig gemerkt, dass mir ein Mentaltrainer hilft, mich auf den Punkt auf den Wettkampf einzustellen.

Auf Ihrer Website sagen Sie, dass ein Buch über Ihre sportliche Karriere „Die Spur ins Ziel läuft selten gerade“ lauten würde. Macht diese Erkenntnis für Sie auch den Reiz des Langlaufs aus? Am meisten fasziniert mich die Freiheit. Ich kann rausgehen, gehe in die Loipe und kann loslaufen. Ich bin nicht abhängig von einer Skipiste, einem Schießstand oder einem Eisstadion. Mich einfach frei bewegen zu können, gibt mir ein Gefühl von Freiheit. Der andere Reiz ist die Grenzerfahrung, meinen Körper bis an den Punkt zu bringen, an dem es richtig weh gut. Gibt es einen Erfolg, der Ihnen besonders viel bedeutet? Jede Medaille und jeder Erfolg hat eine hohe Wertigkeit. Aber für mich persönlich sind die Gesamtweltcupsiege schon am schönsten gewesen, weil es der Lohn für eine ganze Saison ist. Wenn man diese schwere Kristallkugel in der Hand hält, ist das schon etwas Außergewöhnliches. Das hat mich sehr stolz gemacht. Aber auch die Weltcupsiege und die olympischen Medaillen sind etwas Besonderes. Als kleiner Junge hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich später mal in meinem Sport so viel erreichen würde.

Sie waren in diesem Jahr als Zuschauer zu Gast bei den Olympischen Spielen in London. Was war das für ein Gefühl, zur Abwechslung mal auf der Tribüne zu sitzen? Großartig, die Perspektive ist halt eine ganz andere. Wenn ich selber als Teilnehmer dabei bin, wohne ich im Olympischen Dorf und habe jeden dritten Tag einen Wettkampf. Dazwischen trainiere ich, teste Ski und gehe in die Physiotherapie. Als Athlet ist man in einem Turnus drin und kann die Spiele gar nicht so richtig genießen, weil man so auf die eigenen Wettkämpfe fokussiert ist. Aber ich habe in London auch drei wahnsinnige Tage erlebt: Erst das sagenhafte Match von Federer gegen del Potro, für das ich zum ersten Mal in Wimbledon war. Ich habe in der vierten Reihe auf Höhe der Grundlinie gesessen. Tags darauf war ich im Olympiastadion einer der 80.000 Zuschauer, die binnen einer Stunde drei englische Goldmedaillen erleben durften. Das war schon gigantisch, auch die fröhliche und relaxte Atmosphäre aufzusaugen, die diese fünf Ringe offenbar hervorrufen. Und es war eine weitere Motivation für mich als Sportler, dass ich das selber erleben und als Aktiver Teil von Olympia sein darf.


Der Sport schreibt die schönsten Geschichten. SPORTSFREUND erzählt sie Ihnen.

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/ Schweiz sfr 7,90 / Luxemburg EUR 5,20 / Österreich EUR 5,00 0 Deutschland EUR 4,50 7,9 sfr eiz 0 / Schw urg EUR 5,2 0 / Luxemb reich EUR 5,0

September 2012

August 2012

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Deutschland EUR 4,50 / Österreich EUR 5,00 / Luxemburg EUR 5,20 / Schweiz sfr 7,90

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SPORTSFREUND 10/2012 Leseprobe  

SPORTSFREUND jetzt komfortabel anlesen - die Ausgabe 10/2012 umfasst unter anderem Beiträge über: Wladimir Klitschko, Triathlon, Fußball, Sp...

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