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Arbeit: Kürzere Vollzeit, weniger Überstunden Auf einen Blick Frauen verdienen österreichweit 22,36 % weniger als Männer. Bezahlte und unbezahlte Arbeit ist ungleich verteilt. Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit erledigen Frauen. Beinahe jede zweite Frau arbeitet Teilzeit. Teilzeit bedeutet weniger Gehalt und eine niedrigere Pension. Männer leisten - oft unfreiwillig - Überstunden. 52 Millionen Mehr­ arbeits- und Überstunden wurden 2015 nicht korrekt bezahlt. Das entspricht mehr als 30.000 Arbeitsplätzen.

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s ist für den heimischen Arbeitsmarkt charakteristisch: Frauen arbeiten häufig Teilzeit, Männer machen - oft unfreiwillig - Überstunden. Diese Schieflage in der Arbeitszeit ist eine wichtige Ursache für die hohen Einkommensunterschiede in Österreich. Arbeitszeit besser verteilen Die ungleiche Verteilung der Arbeitszeit zementiert nicht nur die Lohnunterschiede ein, sondern entspricht auch nicht den Wünschen der Beschäftigten. Während Vollzeitbeschäftigte oft kürzer arbeiten wollen, wollen Teilzeitkräfte häufig ihre Stunden aufstocken. Kürzere Vollzeit Auf Dauer können diese Unterschiede am Besten mit einer Verkürzung der Vollzeitarbeit behoben werden. Für die Familien wird mit einer Angleichung der Erwerbsarbeitszeiten eine partnerschaftliche Arbeitsteilung zu Hause erleichtert. Frauen können ihre Stunden leichter von Teilzeit auf Vollzeit aufstocken. Das bedeutet mehr Lohn und auch mehr Pension.

Überstunden werden oft nicht korrekt bezahlt Tatsache ist auch, dass von vielen ArbeitgeberInnen Überstunden nicht korrekt bezahlt werden und somit Vorschriften und Arbeitszeitbestimmungen umgangen werden. Die Arbeiterkammer ist bei einer Untersuchung diesbezüglich zu einem alarmierenden Ergebnis gekommen: Im Jahr 2015 wurden insgesamt 52 Millionen Mehrarbeits- und Überstunden nicht korrekt bezahlt. Dies ist umso bedenklicher, als sich die Unternehmen dadurch zusätzliche Arbeitsplätze sparen. Denn das Volumen der nicht bezahlten Überstunden entspricht in etwa 30.000 Arbeitsplätzen. Überstunden-Euro Derzeit gibt es viel zu wenige Konsequenzen für Unternehmen, wenn sie Überstunden nicht korrekt oder gar nicht bezahlen. Mit einem Abbau der Überstunden können jedoch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Gelingen kann das unter anderem durch das Einheben eines sogenannten Überstunden-Euros.

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ir wollen die Lohnschere schließen. Dazu haben wir in den letzten Jahren viele Initiativen gesetzt. Einkommensberichte in Unternehmen, Ge­haltsangaben in Stelleninseraten, der Gehaltsrechner – das alles trägt zu mehr Transparenz bei. Warum aber verdienen Frauen nach wie vor weniger als Männer? Auffallend ist, dass die Arbeitszeiten sehr unterschiedlich sind. Frauen arbeiten oft Teilzeit, Männer leisten häufig Überstunden und das nicht immer freiwillig. Dadurch ergibt sich eine Schieflage in der Arbeitszeit. Dazu kommt, dass Frauen noch immer zwei Drittel der unbezahlten Arbeit erledigen. Das muss sich ändern. Eine gerechte Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit hat auch einen weiteren Vorteil. Mit einer kürzeren Vollzeit und einem Abbau der Überstunden schaffen wir neue Jobs. Wir SPÖ-Frauen machen dazu viele Aktionen in Städten und Gemeinden. Es geht uns dabei in erster Linie um Diskussion und Austausch. Schreiben Sie uns Ihre Meinung an frauen@spoe.at. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Ideen! Ihre

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SPÖ-Frauen Aktuell Ausgabe 3/2016  

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