Page 1

Foto: Knie

SPÖ-FRAUEN

Aktuell AUSGABE 04/2017 1 / 2018

Foto: Peschat

Die Rechte der ArbeitnehmerInnen müssen geschützt werden

Sexismus im Sport Soziale Sicherheit

Foto: Knie

Unter dem Hashtag #metoo werden immer wieder Fälle von sexuellen Übergriffen und Gewalt thematisiert. Die Anrechnung Nun hat diedes Diskussion Partnereinkommens auch den Sport bei erreicht: der NotIm standshilfe November wurde 2017abgeschafft. sprach Nicola Das Werdenigg ist ein wichtiger erstmal offen Meilenstein über Gewalt für die im Schisport. finanzielle Seite Unabhängigkeit 7 von Frauen. Seite 5

Frauenvolksbegehren: Das unterschreibe ich!

Foto: Knie

Jede intensive und entwürdigende sexuelle Belästigung ist strafbar. Für dieses Gesetz haben die SPÖ-Frauen lange gekämpft. Die Widerstände waren groß. Seite 4

Arbeit in Würde: Damit alle eine Chance haben

Foto: Hitthaler

D

ie schwarz-blaue Regierung betreibt Sozialabbau. Die Aktion 20.000 und der Beschäftigungsbonus wurden abgeschafft, die Notstandhilfe soll gestrichen werden und Arbeitszeit auf 12-Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche ausgedehnt werden. Die SPÖ stellt sich vehement gegen diese Pläne.

Mehr Beteiligung! Mehr Bewegung!

Mehr Feminismus!

www.frauen.spoe.at


2

Foto: Seda Erol

12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche arbeiten Keine Zeit für Erholung

S

tändige Erschöpfung, weniger Zeit für die Familie, kaum Privatleben. Das sind die Befürchtungen, die österreichische ArbeitnehmerInnen zum 12 Stunden Arbeitstag äußern. Bei einer Online Umfrage der Arbeiterkammer, an der mehr als 16.000 Menschen teilgenommen haben, gaben 90 Prozent an, dass es für sie schwierig oder sehr schwierig sein könnte, wenn der Arbeitgeber jederzeit einen 12 Stunden Arbeitstag anordnen kann. Weniger Rechte für ArbeitnehmerInnen – 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche Derzeit beträgt die täglich erlaubte Arbeitszeit 10 Stunden. Der schwarz-blauen Regie-

rung kann es nun nicht schnell genug gehen, diese Bestimmungen zu ändern. In Zukunft sollen zwölf Stunden Arbeitszeit pro Tag und 60 Stunden pro Woche gesetzlich möglich sein. Sämtliche Bedenken werden von ÖVP und FPÖ vom Tisch gewischt. Der Betriebsrat muss zustimmen und wenn es keinen Betriebsrat gibt, dann soll der oder die ArbeitnehmerIn eben selbst eine Vereinbarung aushandeln. Wenn das nicht geht? Weil der Arbeitgeber nicht auf die Wünsche eingeht? Weil das Kind nicht alleine vor dem Kindergarten warten kann? Dann ist das eben Pech.

merInnen. So soll beispielsweise. die tägliche Ruhezeit im Tourismus von elf auf acht Stunden gesenkt werden. Zeit für Erholung und Freizeit bleibt dann keine mehr. Die SchwarzBlaue Regierung macht hier eindeutig Politik auf Kosten der ArbeitnehmerInnen.

keine Möglichkeit Beruf und Familie sonst unter einen Hut zu bekommen. Für sie werden die Bedingungen jetzt ebenfalls erschwert. Bisher galten eineinhalb Stunden als zumutbare Wegzeiten für einen Teilzeitjob. In Zukunft sollen es zwei Stunden sein.

Härtere Bedingungen bei Teilzeit Erhöht werden auch die Zumutbarkeitsgrenzen bei Teilzeit. Betroffen sind davon vor allem die Frauen, denn etwa jede zweite Frau in Österreich ist teilzeitbeschäftigt. Viele von ihnen bekommen entweder keinen Vollzeitjob oder sehen

SPÖ-Frauen rufen zu Aktionen auf Die SPÖ-Frauen stellen sich klar gegen die Pläne der Regierung und rufen zum Internationalen Frauentag zu Aktionen in ganz Österreich auf. Infos: frauen@spoe.at www.frauen.spoe.at Foto: Knie

Weniger Ruhezeiten Wenig Verständnis hat die schwarz-blaue Regierung auch für die gesundheitlichen Bedürfnisse der ArbeitnehFoto: Knie

Was Schwarz-Blau plant • 12 Stunden Arbeitszeit und 60 Stunden pro Woche werden für alle gesetzlich erlaubt. Bisher war dies nur im Ausnahmefall möglich. • Die tägliche Ruhezeit im Tourismus soll von elf auf acht Stunden sinken. • Bei einem Teilzeitjob sollen in Zukunft statt eineinhalb zwei Stunden Wegzeiten zumutbar sein.


Foto: schwaiger

3

W

Foto: Knie

ir Sozialdemokratinnen wollen, dass für die Frauen in diesem Land etwas weitergeht:Mehr Lohngerechtigkeit, einen gesicherten Unterhalt für AlleinerzieherInnen und ihre Kinder, mehr Geld für Frauenberatungs- und Gewaltschutzeinrichtungen.

Wer es am Arbeitsmarkt schwer hat, braucht Unterstützung.

E

igentlich hat das Jahr mit positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt begonnen. Dank der Initiativen, die im vergangenen Halbjahr gesetzt wurden, geht es erstmals wieder bergauf. Aber die ersten Maßnahmen der schwarzblauen Regierung lassen nichts

Gutes erahnen: Ende Jänner wurden der Beschäftigungsbonus und die Aktion 20.000 mit sofortiger Wirkung eingestellt. Gerade Ältere haben es am Arbeitsmarkt schwer. Die Aktion 20.000 hat Langzeitarbeitslosen über 50 endlich wieder neue Perspektiven gegeben. Diese Initiativen wurden gleich im Jänner in

einer Nacht- und Nebelaktion abgeschafft. Fakt ist, dass ArbeitnehmerInnen Beschäftigungsinitiativen brauchen, auch wenn die Konjunktur läuft. Die Aktion 20.000 und der Beschäftigungsbonus haben vielen Menschen wieder Hoffnung gegeben. Sie müssen fortgeführt werden!

Forderungen der SPÖ • Aktion 20.000 für ältere Arbeitssuchende fortführen • Nein zu Lohn- und Sozialdumping durch Ausweitung der Mangelberufsliste • Beschäftigungsbonus fortsetzen • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Schluss mit der Ungerechtigkeit, dass Frauen immer noch um 21,7 Prozent weniger verdienen als Männer

Gemeinsam gegen die schwarz-blaue Regierung Frauenpolitisch gibt es Grund zur Sorge. Im schwarz-blauen Regierungsprogramm kommt das Thema Gleichstellung nicht vor, dafür viel zu verpflichtender Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch. Angriffe auf die Fristenregelung sowie alle Versuche, die Frauenbewegung wieder zurückzudrängen gilt es gemeinsam abzuwehren! Unterstützung für das Frauenvolksbegehren Daher ist es auch sehr wichtig, das Frauenvolksbegehren zu unterstützen. Es beinhaltet wichtige Anliegen, für die sich die SPÖ-Frauen stark machen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Mehr Macht und Teilhabe in der Gesellschaft. Selbstbestimmung und Schutz vor Gewalt. Werde bei den SPÖFrauen aktiv! Es gibt viele Möglichkeiten aktiv zu werden: Veranstaltungen planen, Diskussionen organisieren, regionale Themen aufgreifen und so aktiv die Politik mitgestalten. Unter „Mehr Beteiligung! Mehr Bewegung! Mehr Feminismus!“ laden die SPÖ-Frauen bei Straßenaktionen vor Ort zum Mitmachen ein.

• Nein zur 60-Stunden-Woche • Mindestlohn von 1.500 Euro steuerfrei

Gabriele Heinisch-Hosek SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende


4

Frauenvolksbegehren: Das unterschreib ich!

Foto: Knie

Zentrale Forderungen des Frauenvolksbegehrens: • Einkommensunterschiede durch volle Lohntransparenz beseitigen

V

or etwas mehr als 20 Jahren haben knapp 650.000 Menschen das erste Frauenvolksbegehren unterschrieben. Heute ist es Zeit für ein neues Frauenvolksbegehren. Viele Forderungen sind zentrale Anliegen der SPÖ-Frauen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Mehr Macht und Teilhabe in der Gesellschaft. Selbstbestimmung und Schutz vor Gewalt. Immer noch ist es ein weiter Weg bis Frauen in Österreich gleichberechtigt sind. Mit vielen Unterschriften bringen wir die Anliegen von Frauen voran.

Wann und wo unterschreiben Wieviele Unterschriften notwendig sind, damit ein Volksbegehren aufliegen kann, richtet sich nach dem aktuellen Bevölkerungsstand. Derzeit sind 8.401 Unterschriften notwendig. Liegt es schließlich auf, sind 100.000 Unterschriften notwendig, damit es vom Nationalrat behandelt wird. Es ist deutlich einfacher geworden ein Frauenvolksbegehren zu unterstützen und in weiterer Folge zu unterzeichnen. Infos zum Frauenvolksbegehren: www.frauenvolksbegehren.at

• Die Hälfte aller Entscheidungsfunktionen in Politik und Wirtschaft mit Frauen besetzen • Bezahlte und unbezahlte Arbeit gerecht verteilen • Armut vermeiden und Hilfe für Alleinerziehende • Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung • Vielfalt in den Medien und Verbot sexistischer Werbung • Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen über ihren Körper • Mehr Mittel für den Gewaltschutz und Hilfseinrichtungen • Schutz von Frauen auf der Flucht

Werd aktiv

D

ie Schwarz-Blaue Regierung plant einen Angriff auf das Sozialsystem. Betroffen sind davon vor allem die Schwächsten in unserer Gesellschaft: Arbeitslose, AlleinerzieherInnen und PensionistInnen. Frauen trifft das geplante Verarmungsprogramm besonders hart, denn es verschärft die Arbeitsbedingungen von Teilzeit-ArbeitnehmerInnen, und verteilt die Beihilfen von ärmeren Familien zu reicheren Familien.

Foto: Sibrawa

Die SPÖ ist die stärkste Kraft in der Opposition Du bist nicht einverstanden mit dem Plan der Regierung und möchtest etwas dagegen unternehmen? Jetzt erst recht ist es Zeit für mehr Beteiligung, mehr Bewegung und mehr Feminismus. Werde aktiv und kämpfe gemeinsam mit den SPÖ Frauen und anderen Frauenorganisationen für ein Österreich in dem die Stärkeren den Schwächeren helfen und Frauen den Respekt bekommen, der ihnen zusteht. Infos unter: frauen.spoe.at


5

Angriff auf die Fristenregelung A

ls die SPÖ 1971 erstmals in der Geschichte eine absolute Mehrheit im Parlament erlangten, reichte der damalige Justizminister Christian Broda einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Strafgesetzbuches (StGB) und damit einer Änderung des §144, der den Schwangerschaftsabbruch verbot, vor. Zwei Jahre später wurde die Fristenregelung mit den Stimmen der SPÖ beschlossen und trat im Jahr 1975 in Kraft. Frauen hatten seit jeher Mittel und Wege gefunden ungewollte Schwangerschaften abzubrechen, mit der Einführung der Fristenregelung konnte die Selbstbestimmung der Frau über ihren eigenen Körper endlich entkriminalisiert werden.

Schon damals wurde dieses Recht gegen die Stimmen und den Blockadekurs der Konservativen und Rechten Kräfte durchgesetzt. Heute wie damals sehen dieselben politischen Kräfte in Frauen vor allem Mütter, die Schwarz-Blaue Regierung zeigt in ihrem Regierungsprogramm, dass sie von diesem Kurs nicht abrücken wird. Im Regierungsprogramm steht wörtlich „Dazu zählt auch die medizinische und soziale Beratung vor geplanten Schwangerschaftsabbrüchen.“ (Regierungsprogramm S. 105). Dies ist der erste Schritt der rechten Regierung das Recht auf Schwangerschaftsabbruch einzuschränken und mit noch mehr Hürden für die Frauen zu versehen.

Verschärfung der Abtreibungsgesetze:

Polens Frauen kämpfen für ihre Rechte

D

as Jahr hat in Polen mit erneuten Protesten gegen die Verschärfung der ohnehin sehr strengen Regeln für Schwangerschaftsabbrüche begonnen. Premier Jarosław Kaczyński will mit einem neuen Gesetzesentwurf weiter an den Frauenrechten rütteln. Durch die absolute Mehrheit der nationalkonservativen PIS-Partei im Parlament wurde bereits der Zugang zu Verhütungsmitteln und zur Pille danach erschwert.

Joe Weidenholzer, EU-Abgeordneter, bei einer Demonstration in Warschau“ Proteste zeigen Erfolg Die Konsequenz dieser rückständigen Politik sind vermehrte Abbrüche in Hinterhofpraxen. EU-Abgeordneter Josef Weidenholzer unterstützt Barbara Nowacka, eine der Protestorganisatorinnen und nahm selbst am ersten Marsch im Vorjahr teil, der erfolgreich die Durchsetzung eines kompletten Abtreibungsverbots verhinderte.

Foto: SPÖ

EU schaut Polen auf die Finger „Die erkämpften Frauenrechte dürfen in einer Demokratie nicht in Frage gestellt werden. Europa muss Polen die Grenzen aufzeigen“, sagt Weidenholzer, der am Bericht zur Prüfung der

Rechtsstaatlichkeit von Polen mitarbeitet. Im aktuellen politischen Klima werden Frauen in gesundheitliche Gefahr gebracht und in prekäre Familiensituationen gezwungen. Es ist Zeit für Menschlichkeit, es geht um Hilfe nicht um Strafe.


6

B

ereits seit 2012 finden jedes Jahr rund um den 14. Februar die sogenannten One Billion Rising Aktivitäten statt. Diese knüpfen an die 1998 entstandene „V-Day“ Bewegung statt. Gegen Gewalt an Mädchen und Frauen Zahlen der UN zufolge werden bis zu 70% aller Frauen weltweit zumindest einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Gewalt gegen Frauen beschränkt sich nicht auf spezielle Kulturen, Regionen, Länder oder einige Gruppen von Frauen. Die Ursachen der Gewaltakte liegen in der anhaltenden (strukturellen) Diskriminierung von Frauen. Frauen, die Gewalt erleben, leiden oftmals an allen möglichen gesundheitlichen Problemen. Außerdem wird die Fähigkeit, am öffentlichen Leben teilzunehmen, stark eingeschränkt. Gewalt gegen Frauen fördert auch die Verbreitung anderer Gewaltformen in der Gesellschaft und kann zu Verarmung der Frauen und ihrer Familien führen.

Weltweiter Protest Von Lateinamerika über Afrika bis Europa - auf allen Kontinenten fanden Protestkundgebungen und andere Aktivitäten statt. Unter dem Slogan „Solidarität – erhebt euch! Leistet Widerstand! Vereint euch!“ wird gegen unter anderem Misogynie, Gewalt sowie die Ausbeutung von Frauen und Mädchen gekämpft. Ein besonderes Merkmal dieser Bewegung ist die Solidarität aller Frauen, egal welcher Herkunft und sozialen Klasse, die erkannt haben, dass das Patriarchat alle Frauen unterdrückt. One Billion Rising Austria Auch in Österreich haben sich Tausende an den Protesten beteiligt. Egal ob in Amstetten, Gmunden, Salzburg, Bruck an der Mur oder Wien. Die Aktionen waren vielfältig: Kundgebungen, Podiumsdiskussionen oder Workshops. Auch die SPÖ Frauen waren wie jedes Jahr dabei und haben gemeinsam mit mehreren hunderten Frauen ein starkes Zeichen an diesem weltweiten Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt.

Foto: Oskar

One Billion Rising


Foto: Peschat

7

Sexismus im Sport D as wohl beeindruckendste ZIB 2 Interview der letzten Monate führte Armin Wolf zweifelsohne mit Nicola Werdenigg, die im November 2017 von Vergewaltigung und systematischem Missbrauch im österreichischen Skisport berichtete. Ihr Bericht gab vielen Mut und so brachen noch weitere Sportlerinnen das Schweigen und schon bald wurden Missbrauchsfälle auch in anderen Sport - Disziplinen öffentlich. So erreichte die #metoo Debatte schließlich die Sportwelt. Strukturelles Problem Sexismus und sexualisierte Übergriffe sind dem Patriarchat immanent und leider immer noch in allen Lebensbereichen präsent. Dass es in den straff organisierten Sportvereinen immer wieder zu Übergriffen kommt, ist vor allem ein strukturelles Problem: die jungen Sportlerinnen stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren meist männlichen Trainern, denn diese sind es, die entscheiden, wer an welchem Wettbewerb teilnehmen darf. Aber auch von den Teampflegern bzw.- ärzten sind die Sportlerinnen im Zuge

ihres Trainings oder wenn es zu einer Verletzung kommt abhängig.

Es geht also vor allem um Macht und Hierarchien. Es sind die zumeist älteren Männer – Trainer, Ärzte, Teamkollegen – die dieses Abhängigkeitsverhältnis schamlos ausnutzen. Die Etablierung dieser Struktur beginnt schon sehr früh, in den Sportschulen, wie das Phänomen des sogenannten „Pasterns“, das als „Initiationsritus“ an den Skischulen den jüngeren von älteren Kollegen angetan wird, zeigt. Vermehrt wurden auch in jüngster Zeit Fälle aus der Ski-Schule Stams aber auch der Skihauptschule Neustift bekannt. Das zeigt klar, dass das Problem des sexuellen Missbrauchs nicht ein Problem der Vergangenheit ist, sondern immer noch allzu präsent. Nicht bloß an den Ski-Schulen zeigt sich dieses Bild: 140 Turnerinnen haben das Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Teamarzt des US Leichtathletik Teams erwirkt. Auch die von deutschen Boxerinnen ins Leben gerufene Kampagne #coachdonttouchme ist ein Zeugnis davon.

Die Spitze des Eisbergs Sexismus beginnt nicht erst bei Gewalt. Er zeigt sich bereits im Frauenbild, das auch im Sport präsentiert wird: Frauen werden oft zur reinen Dekoration herabgewürdigt, wie die Diskussionen rund um die „Grid Girls“ – Frauen, die die Startnummern von Rennfahrern präsentieren, wieder vor Augen geführt hat. Die Formel 1 hatte kürzlich angekündigt, auf diese Art der Präsentation zu verzichten. Auch Sportlerinnen werden immer noch viel zu oft auf ihr Aussehen reduziert, statt dass ihre sportlichen Leistungen anerkannt werden. Auf allen Ebenen zeigt sich die Geringschätzung, mit der Frauen im Sport auch heute noch konfrontiert sind.

Aufklärung der Übergriffe zugesichert und Waltraud Klasnic als Opferschutzanwältin um Mithilfe gebeten, doch nicht zuletzt Nicola Werdenigg übt scharfe Kritik an eben dieser Maßnahme, denn so sei „keine unabhängige Untersuchung möglich“, wenn der ÖSV sich selbst kontrolliere.

Mangelnde Aufklärung Wieso viele Frauen Skrupel davor haben zu berichten, was ihnen angetan wurde, liegt an der mangelnden Aufklärung in Fällen von sexuellen Übergriffen. Diese werden zum Teil nicht verfolgt oder wurden gar, wie im Fall von Toni Seiler unlängst bekannt wurde, von Politikern und einflussreichen Verbandsfunktionären vertuscht. Zwar hat der ÖSV mittlerweile eine

Ausstehend ist eine konsequente Aufklärung der Fälle und Verurteilung der Beschuldigten. Auch die Sportverbände sind hier in die Pflicht zu nehmen, Sexismus und sexualisierte Gewalt kompromisslos abzulehnen und geeignete Maßnahmen zur Prävention zu treffen. Wir werden dafür kämpfen, Sexismus aus allen Lebensbereichen zu verbannen!

Sport als Chance Dass Sport Potential hat, einen positiven Beitrag zu leisten, wenn er nicht von straffen Hierarchien, Männerbündelein und Gewalt geprägt ist, beweisen Initiativen wie „Fairplay“, die sich aktiv gegen Diskriminierung einsetzen, ihre Expertise an Schulen, Vereine, Jugendzentren etc. weitergeben und als Meldestelle agieren.


Foto: Parlamentsdirektion / Simonis

Abgeordnete im Portrait: Ulrike Königsberger-Ludwig

K

onsequente Politik zu machen, ist für die Niederösterreicherin ein Muss: „Ich bin überzeugt, dass Werte und Haltungen in der Politik unabdingbar sind. Mein Handeln ist dabei von den Werten der Sozialdemokratie geprägt, denn sie garantieren faire Lebensbedingungen und soziale Sicherheit für alle Menschen.“ Königsberger-Ludwig ist seit 2002 Abgeordnete zum Nationalrat, seit 2008 Sprecherin für Menschen mit Behinderung und seit 2017 zusätzlich SPÖ-Bereichssprecherin für Familie. In ihrer Arbeit als Vorsitzende der Volkshilfe Niederösterreich konnte sie viel Wissen und Expertise in diesen Bereichen erlernen. Ihre politische Heimat ist Niederösterreich, seit 2009 ist sie Bezirksvorsitzende in Amstetten und der regelmäßige Austausch im direkte Kontakt mit den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern ist ihr besonders wichtig, um wie sie sagt „Ansprechpartnerin vor Ort zu sein und die Menschen und ihre Anliegen ernst zu nehmen.“ Auf ihrer Facebook Seite „Ulrike Königsberger-Ludwig“ kannst du ihre tägliche Arbeit egal ob im Parlament oder im Bezirk verfolgen und über den Themenbereich Familie und Menschen mit Behinderung informiert bleiben!

Die Geschichte des internationalen Frauentags Der int. Frauentag hat seine Wurzeln in der Arbeiterinnenbewegung um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert. Als Frauen und Arbeiterinnen hatten sie mit zweierlei Diskriminierung zu kämpfen und nach der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910 kam es schließlich am 19. März 1911 zum ersten internationalen Frauentag. Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA beteiligten sich daran. In den folgenden Jahren nachdem weltweit Millionen von Frauen an Demonstrationen, Kundgebungen oder Aktionen teil.

Jetzt erst recht aktiv werden! Hundert Jahre nach dem Erringen des Frauenwahlrechts stehen wir immer noch vor Herausforderungen am Weg zu echter Gleichberechtigung. Reaktionäre Kräfte wollen bereits erreichtes zurück drängen. Gerade jetzt müssen wir gemeinsam laut und deutlich für mehr Beteiligung, mehr Bewegung und mehr Feminismus eintreten.

Mehr Beteiligung! Mehr Bewegung!

Mehr Feminismus! www.frauen.spoe.at

Aus diesem Grund laden wir euch ein, jetzt bei uns aktiv zu werden: egal ob als Mitglied, Gastmitglied oder an vereinzelten Aktionen – beteilige dich indem du uns ein Mail an: frauen@spoe.at sendest. Gemeinsam sind wir stärker!

Opferschutz und Täterarbeit statt einseitiger Debatte

Impressum: SPÖ-Frauen, Löwelstraße 18, 1010 Wien

Seit kurzem befasst sich auch die schwarz-blaue Regierung mit dem Thema Gewalt gegen Frauen. Staatssekretärin Edtstadler verfolgt dabei einen zentralen Ansatz: Die Erhöhung der Strafen. Wir sprechen uns aber gegen die Einseitigkeit der Debatte aus. Viel wichtiger wäre es, dass sich Österreich Opferschutz und der Täterarbeit widmet, meint Gabriele Heinisch-Hosek: „Wir müssen schauen, was betroffene Frauen und Kinder brauchen und wie wir genug Mitteln dafür aufstellen können.“ Impressum: SPÖ-Frauen, Löwelstraße 18/1010 Wien

SPÖ Frauen aktuell - Ausgabe 1/2018  
SPÖ Frauen aktuell - Ausgabe 1/2018  
Advertisement