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SPÖ-FRAUEN

Aktuell AUSGABE 2 / 2016

Mehr Chancen am Arbeitsmarkt:

Foto: Knie

Frauen im Beruf gezielt fördern

Foto: Sibrawa

Das neue Kindergeldkonto

Ab März 2017 gibt es mit dem neuen Kinderbetreuungs­ geldkonto mehr Möglichkeiten, die Familienarbeit part­ nerschaftlich zu teilen. S. 4

Foto: BMG

Sabine Oberhauser im Portrait

Foto: Novotny

Frauenthemen waren ihr immer schon sehr wichtig. In Zu­ Gleichstellung in der Arbeitswelt ist noch lange nicht erreicht. Bei der Personalplanung, kunft ist Sabine Oberhauser zusätzlich zur Gesundheit auch bei Weiterbildungsprogrammen, beim Wiedereinstieg nach der Karenz, bei der Verga­ für die Frauenagenden in der Regierung zuständig. S. 5 be von Führungspositionen sollen Frauen gezielt gefördert werden S. 3

Frauen stärken. Vielfalt leben.


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n vielen Unternehmen ist es mittlerweile zum Arbeits­ alltag geworden: Aufgaben die auch nach Dienstschluss erledigt werden müssen und Termine die in der Freizeit anfallen. Der Druck in vielen Berufen und Branchen steigt. Dabei halten sich die Arbeitge­ berInnen nicht immer an die ge­ setzlichen Bestimmungen.

Weniger Überstunden: Mehr Arbeitsplätze

Viele Überstunden werden nicht korrekt ausbezahlt Eine Studie der Arbeiterkam­ mer zeigt, dass im Jahr 2015 ins­ gesamt 52 Millionen Mehrar­ beits- und Überstunden nicht korrekt ausbezahlt wurden. Das ist umso alarmierender, wenn man bedenkt dass dies in etwa 30.000 Vollzeitarbeits­ plätzen entspricht. Es muss daher Anreize für die Betriebe geben, die Zahl der Überstunden zu reduzieren. So könnten neue Arbeitsplätze ge­ schaffen werden. Mehr Vollzeit für alle Etwa jede zweite Frau arbeitet Teilzeit und nimmt damit Ein­ bußen beim Gehalt und in der Pension in Kauf. Seit 2016 gilt ein wichtiges Recht für Dienst­ nehmerInnen: Bevor eine Voll­ zeitstelle ausgeschrieben wird, müssen die Teilzeitbeschäftig­ ten im Unternehmen informi­

Foto: Knie Foto: Lea Pachta

ert werden. Damit werden neue Chancen geschaffen: Nach Zeiten selbstbestimmter Teilzeitarbeit soll es leichter werden wieder in einen Voll­ zeitjob zurückzukehren. Mit mehr Einkommen und dem Anspruch auf eine höhere Pen­ sion.

Tipp: Wenden Sie sich an den Betriebs­rat Ihres Unternehmens, wenn Ihre Mehrstunden oder Überstunden nicht korrekt ausbezahlt wurden.

Auf einen Blick Unbezahlte und bezahlte Arbeit sind in Österreich ­u nterschiedlich verteilt. 47 Prozent der Frauen arbeiten Teilzeit, hingegen nur 11 Prozent der Männer. Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit wird hingegen noch immer von Frauen erledigt. Bereits jede/-r vierte Beschäftigte in Österreich hat einen All-In-Vertrag, einen Arbeitsvertrag, in dem sämt­l iche arbeitsrechtliche Ansprüche abgedeckt sind. Die Überstunden werden oft nicht korrekt ausbezahlt. 2015 wurden etwa 52 Millionen Mehrarbeits- und Über­ stunden nicht vergütet. Die nicht vergüteten Überstunden entsprechen einem Ausmaß von über 30.000 Vollzeitarbeitsplätzen.

Soziale Berufe besser entlohnen

Foto: Knie

Die Anforderungen sind hoch, die Verantwortung groß und dennoch ist die Bezahlung meist schlechter als beispiels­ weise in technischen Berufen. Gerade im Pflegebereich steigt der Bedarf an Personal und so­ ziale Berufe gewinnen zunehm­ end an Bedeutung.

Dass sie im Vergleich zu an­ deren Berufen oft schlech­ ter bezahlt werden, hat vor allem einen Grund: Der hohe Frauenanteil in diesen Branchen und die fehlende finanzielle Wertschätzung sogenannter typischer Frauen­ berufe.

Das gesellschaftliche Bild der Arbeit von Kindergartenpäda­ gogInnen, SozialarbeiterInnen sowie Alten- und Krankenpfle­ gerInnen muss sich verändern. Es ist wichtig, dass soziale Berufe die Wertschätzung bekommen, die sie verdienen auch finanziell.


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Frauen fördern: Gleichstellung im Betrieb Foto: Knie

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s ist und bleibt eines der wichtigsten Themen für die Sozial­demokratie: Arbeitsplätze! Wie diese Jobs in der Realität aussehen - das Einkommen, die Arbeitszeit, die soziale Absicherung - das ist ent­scheidend.

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l­aubt man den Prog­ nosen des World Eco­ nomic Forums (WEF) dann müssen wir noch 117 Jahre warten bis die Glei­ chstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt erreicht ist. Denn die Füh­ rungsriege in den heimischen Unternehmen ist noch im­ mer stark männerdominiert. Frauen in Führungspositionen sind selten Deutlich zeigt dies der jüngste AK-Management Report: Der Frauenanteil in den Geschäfts­ führungen liegt bei nur 7 Prozent, in den Aufsichtsräten beträgt er 17 Prozent.

Foto: Knie

wichtige Aufgabe. Für das Un­ ternehmen bedeutet dies auch einen wichtigen Zusatzeffekt. Interna­tionale Studien zeigen: Wer Frauen konsequent stärkt, hat langfristig bessere Chancen auf Erfolg. Konsequent einsetzen Frauenförderung soll lang­ fristig und gezielt in allen Be­ reichen des Unternehmens erfolgen: Bei der Personalein­ stellung und -planung, bei der Weiterbildung, bei der Ver­

gabe von Führungspositionen, beim Wiedereinstieg nach der Karenz und vielem mehr. Gute Erfahrungen in Europa In einigen europäischen Län­ dern, wie etwa in Skandina­ vien ist Gleichstellung in der Arbeitswelt bereits viel weiter gediehen. Eines steht fest: Sie ist eine der wichtigsten He­ rausforderungen für die Ge­ staltung unserer zukünftigen Arbeitswelt.

Die Quote wirkt Mit gutem Beispiel gehen die staatsnahen Unternehmen voran. In den letzten Jahren ist der Frauenanteil in den Aufsi­ chtsräten deutlich gestiegen und liegt nun bei 38 Prozent. Das zeigt, dass die Quote wirkt. Mehr Chancen Die Betriebe haben bei der Förderung von Frauen eine

Foto: SPÖ

Österreichweiter Dialog Wir SPÖ-Frauen haben für unsere Bundesfrauen­ konferenz 2016 unter dem Motto “Frauen stärken. Viel­ falt leben” einen Dialog zum Thema Arbeit gestartet. Aus ganz Österreich kamen zahlreiche wertvolle Impulse, Anregungen und Forder­ ungen. Diese gesammelten Themen sind ein wichtiger Leitfaden für unsere Arbeit. Ein gutes Arbeitsklima Die Anforderungen in der Ar­ beitswelt steigen ständig. Es braucht faire Bedingungen. Ein gesundes Arbeitsklima und ausreichend Zeit für die Mit­arbeiterInnen sich zu re­ generieren, fördert nicht nur die Motivation, sondern stei­ gert auch den Zusammenhalt. Verteilung der Arbeit Noch immer gibt es bei der Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwisch­ en Frauen und Männern eine ziemliche Schieflage. Während Männer oft Über­ stunden machen, arbeiten Frauen häufig Teilzeit und nehmen dadurch ein nied­ rigeres Gehalt und weniger Pension in Kauf. Daher gilt: Die Arbeit muss in Zukunft gerechter verteilt werden.


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Foto: Sibrawa

Kindergeldkonto: Beruf und Familie vereinbaren

Papa- bzw. Babymonat Schon gleich nach der Geburt können die Eltern die Arbeit mit dem Kleinkind gemeinsam erledigen. Dafür wurde auch in der Privatwirtschaft ein bezahl­ ter Papa- bzw. Babymonat ge­ schaffen. Dieser gilt auch für gleichgeschlechtliche Paare. In dieser Zeit ist der Eltern­ teil, der die sogenannte Fami­ lienzeit bezieht, kranken- und pensionsversichert. Wer aus diesem Grund gekündigt wird, kann bei der Gleichbehand­ lungsanwaltschaft Klage ein­ reichen.

Partnerschaftsbonus Immer mehr Väter wollen in Karenz gehen. Noch immer sind es in Österreich aber we­ nige, die diesen Schritt wirklich wagen. Das Kinderbetreuungs­ geldkonto soll dazu mehr An­ reize bieten. Für Familien, die sich die Betreuung entweder zur Hälfte oder mindestens 40:60 teilen gibt es einen Partnerschaftsbo­ nus von 1.000 Euro.

Ab 1.3.2017 gilt das neue Kinderbetreuungsgeldkonto • Für jedes Kind gibt es die gleiche Summe (€ 15.449). Fami­ lien können frei entscheiden wie sie dieses Geld abrufen wollen. • Lebensumstände können sich ändern. Daher wird es möglich sein, auch die Bezugsdauer im Laufe der Bezugs­ zeit zu ändern.

Foto: SPÖ-Wien

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enn Kinder klein sind, ist es besonders schwer Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Leichter wird es, wenn beide PartnerInnen sich die Kinderbetreuung teilen. Das neue Kinderbetreuungs­ geldkonto, schafft dafür bessere Voraussetzungen.

• Für die erste Zeit nach der Geburt gibt es einen bezahlten Papa- bzw. Babymonat von 700 Euro auch für gleichge­ schlechtliche Paare. In dieser Zeit ist der zweite Elternteil kranken- und pensionsversichert. • Familien, die sich die Betreuungszeit mindestens 40:60 teilen, erhalten einen Partnerschaftsbonus von 1.000 Euro. • Für Alleinerziehende bleibt die Beihilfe wie bisher beste­ hen. Die Zuverdienstgrenze wurde angehoben und Allein­ erziehende können in Zukunft drei (statt bisher nur zwei) Monate länger Kinderbetreuungsgeld beziehen. • Das Einkommensabhängige Kindergeld bleibt wie bisher bestehen.


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Sabine Oberhauser: Stark für die Rechte der Frauen

Foto: BMG / Jeff Mangione

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eit September 2014 ist Sabine Oberhauser Ge­ sund­­­heitsministerin. Das Gesundheitswesen kennt sie als gelernte Fachärztin und Allgemeinmedizinerin hautnah aus der Praxis. In Zukunft ist Sabine Oberhauser auch für die Frauen­agenden in der Regier­ ung zuständig. Lohn­ gerechtigkeit, der Kampf gegen Diskrimi­­nierungen in al­ len Bereichen und das Engage­ ment für mehr Gleichstellung – diese Themen hat Sabine Oberhauser im Laufe ihrer politischen Laufbahn schon oft in verschiedenen Funktionen vertreten.

So war sie etwa 2004 Vorsit­ zende des österreichischen Frauen­­rings, dessen Ziel es ist, überparteiliche Netzwerke zu knüpfen und eine breite Lobby für Frauen zu sein. Internationale Vernetzung Auch über die Grenzen Öster­ reichs hinaus hat sie sich für die Rechte der Frauen stark gemacht. Von 2004 bis 2006 war sie im Vorstand der Eu­ ropäischen Frauenlobby. Dieser internationale Dach­ verband organisiert mehr als 2.500 Frauenorganisationen aus europäischen und inter­ nationalen Frauenverbänden.

Gesundheit hat ein Geschlecht Von der klassischen Schul­ medizin wurde es lange Zeit ignoriert: Frauen und Männer haben verschiedene Gesund­ heitsrisiken, unterschiedli­ che Lebensstile, zeigen bei manchen Krankheiten andere Symptome und reagieren auf medizinische Behandlungen nicht immer gleich. Diese Unterschiede sind wich­ tige Faktoren, die nicht nur in der Behandlung, sondern auch in der Forschung unbedingt

mitgedacht und berücksichtigt werden müssen. Gender-Medizin Gender-medizinische Aspekte in der Krankenversorgung und in der Forschung sind Teil ein­ er modernen Gesundheitspoli­ tik. Je differenzierter die Be­ handlungsmethoden und auch Präventionsmaßnahmen sind, desto mehr können die Inter­ essen von Frauen in den Vor­ dergrund gerückt werden.

Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern zu schließen, ist eine der wichtig­ sten Herausforderungen am Arbeitsmarkt. Als ehemalige Vizepräsidentin und Frauen­ vorsitzende des österreichisch­ en Gewerkschaftsbundes ist Sabine Oberhauser mit die­ ser Thematik bestens vertraut. Als Gabriele Heinisch-Hosek 2010 als Frauenministerin das Thema Einkommenstranspar­ enz gemeinsam mit den Sozial­ partnerInnen verhandelte, war Sabine Oberhauser eine wich­ tige Verbündete.

Seit 2011 sind Unternehmen verpflichtet sich mit den Lohn­ unterschieden in ihrem Un­ ternehmen verpflichtend aus­ einanderzusetzen. Aktionsplan Frauengesundheit Vor einem Jahr hat Gesund­ heitsministerin Sabine Ober­ hauser gemeinsam mit der damaligen Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek den Aktionsplan Frauengesundheit ins Leben gerufen. Dieser soll Aktivitäten von Institutionen und Programmen bündeln, die im Zusammenhang mit Frauengesundheit stehen. Weibliche Selbstbestimmung in allen gesundheitlichen Be­ langen sowie genderspezifische Aspekte der Vorsorge und medi­zinischen Behandlung sind dabei vorrangige Anliegen. Gut vernetzt Die engagierte Ministerin hat bereits in vielen Funktionen und bei vielen Aufgaben gezeigt, wie wichtig ihr Frauen­ themen sind. Ihre gute Vernetzung mit Frauenorganisationen in ganz Österreich und ihre langjäh­ rige Erfahrung beim Thema Gleichstellung machen sie zu einer starken Kämpferin für die Rechte der Frauen. Foto: SPÖ-Wien

Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt Sabine Oberhauser ist seit dem Jahr 2004 auch im Vorstand des Vereins der Wiener Frauen­ häuser. Österreich hat im Ge­ waltschutz europaweit eine wichtige Vorreiterrolle. Als eines der ersten Länder war es hierzulande möglich, im Falle von häuslicher Gewalt die Täter aus der eigenen Wohnung weg­ zuweisen. Das österreichische Gewaltschutzgesetz diente vielen europäischen Ländern als Vorbild und hat eine wich­ tige Grundlage geschaffen, um Frauen und Kinder besser zu schützen.


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In die Zukunft investieren: Mädchen und Frauen stärken

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ie hat unzählige Frauen bei den Geburtsvorberei­ tungen und bei der Ge­ burt begleitet. Tagtäglich ist sie mit Armut, Verzweiflung und mit der Hoffnung von Frauen konfrontiert, die um ihr Leben und das ihrer Kinder kämpfen: Pum Mach, Hebamme in ei­ nem minenverseuchten Gebiet Kambodschas. Ihre Geschichte, wie auch die von anderen Hebammen, Ärzt­ Innen und Müttern, die in Kambodscha, Haiti und Äthio­ pien leben, wird eindrucksvoll im Dokumentarfilm “Sisters” geschildert. Die Plattform Mutternacht hat diesen Film gewählt, um bei einem Diskussions- und Filmabend auf das sensible Thema der weltweiten Mütter­ sterblichkeit aufmerksam zu machen. Medizinischer Versorgung ist zentral Petra Bayr, Bereichssprecherin für globale Entwicklung der SPÖ und Mitglied der Platt­ form Mutternacht setzt sich seit Jahren für die Stärkung der Frauenrechte in der welt­ weiten Entwicklungsarbeit ein.

In Ländern des globalen Südens sterben jeden Tag über 800 Frauen und Mädchen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Ge­ burt. Professionelle Geburts­ hilfe könnte viele dieser ver­ lorenen Leben retten. In vielen Ländern herrscht Personal­ mangel oder die Schwangeren haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, erklärt Bayr. Hauptursachen für Todesfälle, wie Blutun­ gen, Infektionen und erhöhter Blutdruck, könnten durch adäquate Gesundheitsdienste stark verringert werden. Medizinische Versorgungsein­ richtungen sind aber oft zu teuer, nicht vorhanden oder besonders in ländlichen Gebie­ ten unerreichbar. Zugang zu Verhütungsmitteln Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Ge­ burt sind die Haupttodesur­ sache aller 15- bis 19-jähri­ gen Mädchen in Ländern des Globalen Süden. Das Risiko während der Geburt oder der Schwangerschaft zu sterben ist bei Teenagern doppelt so hoch wie bei über 20-jährigen Frauen. Um die Müttersterblichkeit zu senken, sind sexualpäda­ gogische Aufklärung, Zugang zu Verhütungsmitteln, eine bessere Gesundheitsversor­ gung und -prävention sowie ein

Foto: Dietrich

Petra Bayr bei der Pressekonferenz zur Mutternacht 2016

Foto: Plattform Mutternacht

sicherer Zugang zu Schwanger­ schaftsabbrüchen notwendig. Bildung kann die Spirale der Armut durchbrechen Bildung ist eine der wichti­ gen Voraussetzungen, um die Chancen von Frauen und Mäd­ chen weltweit zu stärken. Immer noch sind mehr als die Hälfte aller Kinder ohne ­Grundschulausbildung Mäd­ chen. Spätestens bei weiterfüh­ renden Schulen ist für Mädchen oft Bildungsstopp. Weltweit ist die Rate an Frauen, die nicht ausreichend lesen und schre­i­ ben können höher als jene der Männer. Frauen und Kinder auf der Flucht Ein Schwerpunktthema den diesjährigen Aktionen der Plattform Mutternacht waren die Gefahren, denen Frauen und Kinder auf der Flucht aus­ gesetzt sind. Seit Dezember 2015 kommen erstmals mehr Frauen und Kinder als Män­ ner nach Europa. Sie stammen großteils aus Syrien, Afghani­ stan und dem Irak.

„Die sexuellen und reproduk­ tiven Rechte gehören zu jen­ en Menschenrechten, die in Krisensituationen besonders schnell unter Druck geraten. Mädchen und Frauen auf der Flucht sind häufig mit sexuel­ len Übergriffen, fehlendem Zugang zu Verhütungsmit­ teln samt Notfallverhütung, mangelnder medizinischer und psychologischer Betreuung bei Missbrauch sowie bei ungewollter und gewollter Schwangerschaft und Geburt konfrontiert“ erklärt Petra Bayr. Integration vom ersten Tag an Wir müssen dafür sorgen, dass die hier ankommenden Frauen ausreichend geschützt werden. Dazu gehören Deutschkurse, Bildungsangebote und weitere Integrationsangebote. Frauen und Kinder sollen die Chance haben, sich ein selbst­ bestimmtes und unabhängiges Leben aufzubauen. Je mehr wir sie dabei unterstützen, desto besser können wir den sozialen Zusammenhalt unser Gesell­ schaft fördern.


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Ort der Begegnung: Feministische Tischgesellschaft

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enn du mehr hast als du brauchst, errichte einen längeren Tisch statt eines höheren Zaunes. Unter diesem Motto fand am 4. Juni 2016 auf der Wiener Mariahilferstraße zum zweiten Mal die Feministische Tischge­ sellschaft der Plattform 20000 Frauen statt. Viele Gespräche, Collagen, Ausstellungen Es war ein buntes und vielfältiges Programm, das an diesem Nachmittag geboten wurde. Es wurden Transpar­ ente und Plakate gezeichnet, Texte verfasst, Tafeln gestaltet, Botschaften mit Kreide auf den Boden gemalt und viele andere Aktions­formen ausprobiert.

Terror sind die Hauptgründe, die Menschen dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen. Netzwerk der Solidarität Für die vielen, die an diesem Nachmittag vorbeigekamen um teilzunehmen und auch für jene, die stehen blieben und sich für das vielfältige Angebot interessierten, wurde es ein spannender Nachmittag mit vielen neuen Erfahrungen und Kontakten.

Gastmahl der Begegnung Die unterschiedlichen Frauen­ organisationen waren auch aufgefordert, Essen für die gemeinsame Festtafel mitzu­ bringen. So war es ein großes Gastmahl der Begegnung, das in der Mariahilferstraße zelebriert wurde. Auch die SPÖ-Bundesfrauen betreuten gemeinsam mit den Wiener SPÖ-Frauen einen Tisch und luden zu Gesprächen ein. Zeichen für den Frieden Ziel der Feministischen Tisch­ gesellschaft war es auch, ein Zeichen für den Frieden zu set­ zen. Denn Kriege, Gewalt und

Fotos: Utzig


Familie ist, wo Liebe ist

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Foto: Peschat

ach dem Vorbild von Berlin entsteht in Wien das erste Zentrum für Regenbogenfamilien. Es gibt immer mehr Kinder, die in Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen. Das Zentrum soll ein Ort der Begegnung und des Aus­ tausches sein und ein umffassendes Aufklärungs-, Unterstützungsund Beratungsangebot bieten. Die Eröffnung ist im Herbst geplant. Für die SPÖ-Frauen und die Sozialdemokratische LSBTI Organ­ isation (SoHo) wird damit eine langjährige Forderung umgesetzt. Regenbogenfamilien sind oft mit Vorurteilen konfrontiert. Mehr Information und Aufklärung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, um diese Vorurteile abzubauen. Wichtig ist, dass Kinder in einer liebevollen Umgebung aufwachsen. Das neue Zentrum wird in Kooperation mit dem Verein­FAmOs (Familien Andersrum Ös­ terreich) und der Unterstützung des Bezirks Margareten umgesetzt.

Birgit Gerstorfer übernimmt Vorsitz der SPÖ Oberösterreich

Foto: Landes- und Bundesvorsitzender der Sozialdemokratischen LSBTI Organisation (SoHo), SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek und SPÖ-Bundesfrauen­geschäftsführerin Andrea Brunner bei der Regenbogenparade 2015.

Foto: SPO OÖ/Schwarzl

Es ist eine Frau, die den Vorsitz der SPÖ Oberösterreich über­ nimmt. Im Gegensatz zur schwarz-blauen Koalition in Oberöster­ reich, die keine einzige Frau in die Landesregierung entsandt hat, geht die SPÖ-Oberösterreich nun mit gutem Beispiel voran. Birgit Gerstorfer hat damit künftig als Sozial- und Frauenlandes­ rätin und als Vorsitzende der SPÖ-Oberösterreich eine führende Rolle in der Sozialdemokratie inne. Am Foto von links: Johann Kalliauer und Birgit Gerstorfer

Foto: Stippich/KK

Kommunalpolitik ist die Zukunft In den Städten und Gemeinden werden wichtige Aufgaben für un­ ser Gemeinwesen erledigt. Viele Lebensbereiche werden vor Ort entschieden. Eine moderne Kommunalpolitik ist für das Funk­ tionieren unserer Gesellschaft daher zentral. Der Sozialdemokratische GemeindevertreterInnenverband Öster­ reichs (GVV) hat nun erstmalig eine Frau als Vorsitzende: Die Kla­ genfurter Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (Foto links). Die SPÖ-Frauen gratulieren zu dieser neuen Aufgabe!

Neue Landesparteisekretärin in Wien Sybille Straubinger wurde zur neuen Landesparteisekretärin der SPÖ-Wien ernannt. Straubinger ist Bezirksfrauenvorsitzende in Hernals, Wiener Gemeinderätin und Mitglied des SPÖ-Bundes­ frauenvorstandes. Ihr Ziel ist es, die Partei zu öffnen. Diskus­ sionen innerhalb der Strukturen sollen gefördert werden. “Etwas umsetzen zu können, muss ermöglicht werden in der Partei”, so Straubinger (Foto rechts). Impressum: Für den Inhalt verantwortlich: Andrea Brunner SPÖ-Frauen Löwelstraße 18, 1010 Wien

Foto: Sibrawa

SPÖ-Frauen Aktuell Ausgabe 2/2016  

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