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NEUE PHILHARMONIE MĂœNCHEN

KAMMERORCHESTER

Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach unter Leitung von Reinhard Goebel

www.nphm.info


KONZERTE

Freitag, 22. November 2013, 20 Uhr München, Allerheiligen Hofkirche Samstag, 23. November 2013, 20 Uhr Grünwald, August-Everding-Saal

Benefizkonzert des Rotary-Clubs Grünwald zugunsten der Nachbarschaftshilfe Grünwald e.V. Mit Unterstützung der Gemeinde Grünwald und der Erich und Ute Decker Kulturstiftung

Sonntag, 24. November 2013, 19 Uhr Herrsching, Haus der Landwirtschaft

Mit Unterstützung von:


PROGRAMM

Konzert mit Werken von J. S. Bach unter Leitung von Reinhard Goebel Johann Sebastian Bach Ouvertüre D-Dur Nr. 3 (BWV 1068) für drei Trompeten, Pauken, zwei Oboen, Streicher und Basso continuo Ouverture: Grave-Vite Air Gavotte I Gavotte II Bourrée Gigue

Sinfonia (BWV 1046a) für zwei Hörner, drei Oboen, Fagott, Streicher und Basso continuo Alla Breve Adagio Menuett Trio I – Trio II Pause

Brandenburgisches Konzert G-Dur Nr. 3 (BWV 1048) für drei Violinen, drei Violen, drei Violoncelli und Basso continuo (alla breve) Allegro

Ouvertüre D-Dur Nr. 4 (BWV 1069) für drei Trompeten, Pauken, drei Oboen, Fagott, Streicher und Basso continuo Ouverture: Grave-Vite Bourrée I Bourrée II Gavotte Menuett I Menuett II Réjouissance


Vo rw o rt des Rota ry-Clu bs Grü nwal d

Benefizkonzert des Rotary Clubs Grünwald am 23. November 2013 im August Everding Saal zugunsten der Nachbarschaftshilfe Grünwald e.V. Der Rotary Club Grünwald verfolgt internationale, regionale und lokale Hilfsprojekte. Wichtigstes internationales Hilfsprojekt ist das Programm „End Polio Now“ in Zusammenarbeit mit der Bill and Melinda Gates Stiftung, durch das Polio in den noch verbleibenden Problemländern Afghanistan, Pakistan und Nigeria und seit kurzem leider auch wieder im Bürgerkriegsland Syrien (zuvor 14 Jahre Polio-frei und ein besonderes Problem wegen der Flüchtlingsströme) endgültig ausgerottet werden soll. Als Beispiel für ein regionales Hilfsprojekt kann die Initiative „Rotary4Hauner“ gelten: Hier unterstützt Rotary die Ausstattung des neuen Haunerschen Kinderkrankenhauses in Großhadern; der Erlös des letztjährigen Benefizkonzertes im Herkulessaal, ebenfalls mit der Neuen Philharmonie München, kam neben umfangreichen zusätzlichen Spenden aus dem Kreis der Mitglieder des Rotary Clubs Grünwald „Rotary4Hauner“ zugute. In diesem Jahr fördert der Rotary Club Grünwald wieder ein lokales Hilfsprojekt. Der Erlös des diesjährigen Benefizkonzertes ebenso wie der Erlös aus den Verkäufen des Rotary-Standes auf dem Weihnachtsmarkt soll der Nachbarschaftshilfe Grünwald zugutekommen, die der Rotary Club Grünwald seit mehr als zehn Jahren regelmäßig unterstützt. Seit 1974 steht die Nachbarschaftshilfe Grünwald älteren und hilfsbedürftigen Mitbürgen mit Hilfestellungen bei den Problemen des Alltags zur Verfügung. Ziel ist unter anderem, dass diese Mitbürger solange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können. So versorgt die Nachbarschaftshilfe eine beachtliche Zahl von Bürgern mit einer warmen Mahlzeit am Tag im Rahmen des Programms „Essen auf Rädern“. Mit dem vor einigen Jahren vom Rotary Club Grünwald gespendeten Mercedes „Sprinter“, der mit einer Hebebühne für Rollstuhlfahrer ausgestattet ist, werden für Senioren und behinderte Menschen Fahrdienste aller Art (Einkaufshilfen, Behördengänge, Arztbesuche etc.), aber auch Ausflüge durchgeführt. Im Rahmen des Programms „Grünwalder Tafel“ werden vorwiegend von Grünwalder Geschäften Lebensmittel eingesammelt und zweimal wöchentlich an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Mitbürger verteilt. An berufstätige Eltern richtet sich das Angebot, Tagesmütter zur Verfügung zu stellen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie zum Benefizkonzert kommen und mit Ihrer Eintrittskarte uns helfen, die Nachbarschaftshilfe Grünwald zu unterstützen.


© Sabine Weinert-Spieß

Die Neue Philharmonie München unter Leitung von Dorian Keilhack im August-Everding-Saal. Grünwald – Juni 2013

Aber auch in musikalischer Hinsicht werden Sie einen sehr schönen Abend erleben. Es spielen Orchestermitglieder der Neuen Philharmonie München, mit der der Rotary Club Grünwald schon zahlreiche Benefizkonzerte durchgeführt hat. Musikstudenten bietet sich die Gelegenheit, bei der Neuen Philharmonie München in einem sehr guten und erfolgreichen Orchester musikalische Erfahrungen zu sammeln. Das große Highlight dieses Jahres war für die Neue Philharmonie München eine Konzertreihe im Rahmen des International Music Festivals in Baku, Aserbaidschan. Rotary verfolgt auch den Gedanken des internationalen Austausches und der Begegnung junger Menschen, den die Neue Philharmonie München in vorbildlicher Weise umsetzt. Zur Aufführung gelangen zwei Brandenburgische Konzerte und zwei Orchestersuiten von Johann Sebastian Bach unter Leitung von Reinhard Göbel, Gründer und jahrzehntelanger Leiter des bekannten Ensembles Musica Antiqua in Köln und Professor für historische Aufführungspraxis am Mozarteum in Salzburg. Wir wünschen viel Freude bei diesem außergewöhnlichen, an der historischen Aufführungspraxis orientierten Konzert. Rotary Club Grünwald Dr. Wolfgang Stoiber Präsident


WERKEINFÜHRUNG

© Wikipedia

Johann Sebastian Bach Brandenburgische Konzerte Nr. 1 & 3 und Ouvertüren Nr. 3 & 4 Als Sohn des Hof- und Stadtmusikus Johann Ambrosius Bach (1645 – 1695) in Eisenach wurde Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) früh in die handwerksmäßig betriebene Bläser- und Streicherpraxis der Stadtpfeifereinen eingeführt. Sein älterer Bruder Johann Balthasar (1673 – 1691) wurde Trompeter in Köthen, ein weiterer, Johann Jacob (1782 – 1732) ging 1706 als Oboist nach Stockholm. Im Alter von 9 Jahren war Johann Sebastian bereits Vollwaise und kam 1695 in den Haushalt seines ältesten Bruders Johann Christoph Bach (1671 – 1721), Organist in Ohrdruf, der ihm einen fundierten Unterricht in der Komposition und im Spiel der Orgel und dem Klavier erteilte. Auf dem örtlichen Gymnasium wurde er in Musiktheorie unterwiesen und erlernte außerdem das Spiel von Violine und Viola. Mit einer schönen Stimme begabt, wurde er 1700 im Internat des Michaelisklosters in Lüneburg als Freischüler aufgenommen, war Mitglied des Mettenchores und erhielt als Diskantist bereits ein kleines Gehalt. Nach dem Stimmbruch betätigte er sich als Geiger, Organist und Cembalist und leitete den Schulchor. Auf Wanderungen in das benachbarte Celle lernte er am frankophilen Hofe des Herzogs Georg Wilhelm zu Braunschweig- Lüneburg (1624 – 1705) die französische Musik kennen. Mit 18 Jahren trat er als Geiger und Bratscher in das Kammerorchester des Herzogs Johann Ernst III. von Weimar (1664 – 1707) ein, übernahm aber auch Orgelvertretungen und wurde noch im selben Jahr als Organist und Leiter des Schul- und Kirchenchores im thüringischen Arnstadt angestellt. Konflikte mit dem Konsistorium der Neuen Kirche entstanden durch seine kühnen Improvisationen auf der Orgel während der Gottesdienste und eine erhebliche Urlaubsüberschreitung durch seine Reise nach Lübeck zu Dietrich Buxtehude (1637 – 1707). Unter der Bedingung dessen Tochter zu heiraten, hätte er sein Nachfolger als Organist an der dortigen Marienkirche werden können. Stattdessen verheiratete er sich mit seiner Cousine Maria Barbara Bach (1684 – 1720). Auch seine im September 1707 aufgenommene Tätigkeit als Organist an der St.-Blasius-Kirche in Mühlhausen verlief wegen der dort herrschenden religiösen Meinungsverschiedenheiten nicht konfliktfrei und veranlasste ihn, ein Jahr später als Cembalist und Violinist an den Hof des regierenden Fürsten von Sachsen-Weimar Herzog Wilhelm Ernst (1662 – 1728) zu gehen. In seiner dortigen bis 1717 währenden Amtszeit wurden die Söhne Wilhelm Friedemann (1710 – 1784), Carl Philipp Emanuel (1714 – 1788) und Johann Gottfried Bernhard (1715 – 1739) geboren. Der überaus musikliebenden Fürst Leopold von Anhalt-Köthen (1694 – 1728) verpflichtete Johann Sebastian Bach unmittelbar nach seiner Regierungsübernahme 1716 als Hofkapellmeister. Sein vorheriger Dienstherr verweigerte Bach den Wechsel, empfand dessen Entlassungsgesuch als ungebührlich, nahm ihn in Beugehaft, musste


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ihn aber letztendlich nach vier Wochen ziehen lassen, um einen Streit mit dem benachbarten Hof aus dem Wege zu gehen. Bachs von 1717 bis 1723 währende Köthener Jahre sind für ihn und sein Schaffen trotz persönlicher Schicksalsschläge die glücklichsten gewesen. Die vier Ouvertüren, von denen die 3. und 4. in diesem Konzert zur Aufführung gelangen, entstanden vermutlich in diesem Zeitraum, ebenso wie die sechs Brandenburgischen Konzerte als Auftragswerke des preußischen Prinzen Christian Ludwig zu Brandenburg-Schwedt (1677 – 1734), die 1721 übergeben wurden. Der Fürst Leopold verkehrte mit Bach auf Augenhöhe, nahm ihn auf seinen Reisen mit und übernahm die Patenschaft von Bachs Sohn Leopold August (1718 – 1719). Im Juli 1720 verstarb Maria Barbara Bach. Im Jahr darauf heiratete Bach die Sängerin Anna Magdalena Wilcken (1701 – 1760), die Tochter eines Hoftrompeters in Weißenfels. Von den in dieser zweiten Ehe geborenen sechs Söhnen und sieben Töchtern wurden Johann Christoph Friedrich (1732 – 1795) und Johann Christian Bach (1735 – 1782) berühmte Musiker und Komponisten. Im April 1723 bewilligte Fürst Leopold Bachs Entlassungsgesuch, sodass dieser die Stelle eines Thomaskantors in Leipzig antreten konnte, eine Position, die er bis zu seinem Tod am 28. Juli 1750 innehatte. Der Text des Titelblatts der Widmungspartitur der sechs sogenannten Brandenburgischen Konzerte ist in der damals an den europäischen Höfen üblichen französischen Sprache formuliert und lautet: Six Concerts / Avec plusieurs Instruments. /Dediées / A Son Altesse Royalle / Monseigneur / CRETIEN Louis. / Marggraf de Brandenbourg &. &. &: / par / Son tres-humble & tres obeissant Serviteur / Jean Sebastien Bach, / Maitre de Chapelle de S. A.S. : le / Prince regnant d’Anhalt-Coethen. Farbiger könnte die Instrumentierung der sechs Konzerte kaum sein. Bach verwendet bereits im ersten Konzert in F-dur (BWV 1046) einen Violino piccolo concertato, drei Oboen, ein Fagott, zwei Corni di Caccia, zwei Violinen, Viola, Violoncello und den Basso continuo, bestehend aus einem akkompagnierenden Cembalo und einem Kontrabass. Gegenüber den Tutti-Violinen war die kleinere Solo-Geige eine kleine Terz höher gestimmt und wurde in Bachs handschriftlicher Partitur in D-dur notiert. Die Jagdhörner notierte er in C-dur, es standen ihm also Hörner in F zur Verfügung. Während alle sechs Konzerte der Grundkonzeption aus drei Sätzen bestehen, mit einem langsamen Mittelsatz in der jeweiligen parallelen Molltonart, der von schnellen Ecksätzen eingerahmt ist, gibt es zum ersten Konzert noch mit einem Menuett und einer Polonaise sowie ihren zugehörigen Trio-Teilen zwei anhängende Tanzsätze. In den beiden Trios konzertieren in des Wortes eigentlicher Bedeutung zwei Oboen und Fagott in dem dem Menuett zugehörigen Trio, und in jenem der Polonaise die beiden Hörner, während aus klanglichen Gründen die drei Oboen im Unisono-Spiel die Unterstimme übernehmen. Der Musikfor-


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scher Philipp Spitta (1841 – 1894) kommentierte 1873 im ersten Band seiner Bach-Biographie diese beiden Tanzsätze wie folgt: „Angehängt sind dem Concerte ein Menuett und eine Polacca, beide mit Trios. Feine, geistvolle Musik, die jedoch mit dem eigentlichen Concerte nichts mehr zu thun hat! Man liebte, wie gesagt, auch im Orchesterconcert die Tanzsätze, obwohl diese der Idee seiner Form widersprachen. Bach hat diese Concession an den Zeitgeschmack nur hier gemacht; da man Tänze beliebig abtrennen kann, schädigen sie auch kaum das Werk.“ Gleich dem sechsten kommt das dritte Brandenburgische Konzert in G-dur, BWV 1048 ohne Bläser aus. In ihm stehen sich drei Violinen, drei Violen, drei Violoncelli jeweils chorisch besetzt gegenüber, während Cembalo und Kontrabass den Continuo-Part übernehmen. Während das erste Konzert eher dem Typ des italienischen Concerto grosso entspricht, lehnt sich Bach in seinem dritten Konzert „an die alte venezianische Kanzonenform“ an, so der Dirigent und Musikwissenschaftler Rudolf Kloiber (1899 – 1973). Dieser nennt es ein Concerto ripieno, ein Konzert ohne Solisten, für das auch die Bezeichnungen Orchestersonate oder Konzertsymphonie gebräuchlich seien. Der nach dem Kopfsatz eigentlich zu erwartende langsame Satz fehlt. Stattdessen hat Bach als zweiten Satz nur einen einzigen Adagio-Takt im Viervierteltakt komponiert: Auf einen Sextakkord der Mollsubdominante a-moll folgt ein mittels Fermate lange ausgehaltene H-dur-Dreiklang als sogenannter phrygischer Schluß mit dominantischer Wirkung zum G-dur-Beginn des dritten Satzes Allegro im Zwölf-Achtel-Takt. Der Theologe, Mediziner, Friedensnobelpreisträger und Bachforscher Albert Schweitzer (1875 – 1965) versuchte eine Erklärung des Begriffs Ouvertüre in seinem Buch J.S. Bach von 1908: „Von den Orchesterwerken Bachs ist uns wohl kaum etwas verloren gegangen. Wir besitzen vier große Suiten und sechs Konzerte. Ob die Suiten in Cöthen oder Leipzig entstanden sind, lässt sich nicht mehr ausmachen. Jedenfalls hat Bach sie nicht nur vor dem Herzog von Cöthen, sondern auch im Telemannschen Musikverein zu Leipzig, den er von 1729 bis nach 1736 dirigierte, aufgeführt. Ouvertüren, und nicht Suiten oder Partiten, betitelt er diese Werke, weil es damals üblich war, die Orchestersuite, in welcher die Einleitung die Hauptrolle spielte, also zu benennen. Es sind aber wirkliche Partiten, gerade so gut wie die, welche er in der Klavierübung erscheinen ließ, nur dass die alten Tänze, Allemande, Courante und Sarabande zugunsten der neueren und freien Stücke sehr stark zurücktreten. Die Einleitungen sind monumentale Werke, alle nach dem Plan der französischen Ouvertüre ausgeführt. Sie heben mit einem feierlichen Satze an;


auf diesen folgt ein lang ausgesponnenes, prachtvolles Allegro; zum Schluß kehrt der feierliche Satz wieder.“ Die III. Ouvertüre in D-dur, BWV 1068 ist mit zwei Oboen, drei Trompeten, Pauken, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Continuo besetzt. Die ausgedehnten Ouvertüre beginnt mit einem gravitätischen Abschnitt, der in einen Vite überschriebenen, lebhaften Teil übergeht. Die Wiederholung des einleitenden Abschnittes beendet die Ouvertüre. Der zweite Satz, Air überschrieben, ist wohl eines der berühmtesten Kompositionen Bachs, zusammen mit der Badinerie aus der II. Ouvertüre in h-moll, BWV 1067. Obwohl in Frankreich ursprünglich auch ein Tanztyp, steht in Bachs Air das melodische Element im Vordergrund. Gavotte I und Gavotte II schließen sich als dritten Satz an. Der Begriff wird vom altprovenzalischen Gavot abgeleitet einer spöttischen Bezeichnung der dortigen Bergbewohner. Der Reihentanz ist im geraden Takt und beginnt in der Regel mit einem Auftakt. Es folgt viertens eine Bourrée, ein schneller Tanz aus der Auvergne, der Allabreve gespielt wird. Den Abschluss dieser Suite bildet eine Gigue, dessen Name sich entweder aus dem Englischen jig in der Bedeutung Tanz, oder auch aus dem Mittelhochdeutschen gîge = Geige ableitet. Bach orientiert sich an den schnellen Tempi der italienischen Giga, wie diese bereits seit 1694 von Arcangelo Corelli (1653 – 1713) im Druck vorlagen. Die IV. Ouvertüre in D-dur, BWV 1069 weist eine Besetzung von drei Oboen, Fagott, drei Trompeten, Pauken, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Continuo auf. Der erste Ouvertüren-Satz folgt dem Schema des ersten Satzes der III. Suite. An zweiter Stelle steht eine Bourrée 1 unmittelbar gefolgt von der Bourrée 2, die ausgeführt in der reduzierten Besetzung von drei Oboen, Fagott, den hohen Streichern all’unisono und Continuo, eine Triofunktion wahrnimmt, an deren Ende die erste Bourrée wiederholt wird. An dritter Stelle steht eine Gavotte und an vierter das Menuet 1 gefolgt vom Menuet 2 in Triobesetzung mit Violine I und II, Viola und Continuo ausgeführt von Violoncello und Kontrabass. Das Dakapo von Menuet 1 beschließt diesen Satz. Das Menuett leitet sich vom Französischen menu pas ab, und bedeutet „kleiner Schritt“. Es soll auf einen Volkstanz im ¾-Takt aus der Provinz Poitou zurückgehen, und wurde durch Ludwig XIV. (1638 – 1715) in Versailles hoffähig. In der selben Taktart aber schneller gespielt steht der abschließende fünfte Satz mit der französischen Überschrift Réjouissance, und das bedeutet die Fröhlichkeit. Dr. Gunther Joppig

© Sabine Weinert-Spieß

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DIRIGENT

Reinhard Goebel

© Christina Bleier

Reinhard Goebel, Gründer und 33 Jahre lang Leiter des Ensembles Musica Antiqua Köln, ist heute ein gefragter Dirigent und Vermittler seines enormen Wissens um die sogenannte Historische Aufführungspraxis. 1952 in Siegen geboren, studierte Reinhard Goebel Violine bei Franzjosef Maier, Eduard Melkus, Marie Leonhardt und Saschko Gawriloff. Seine musikhistorischen und philologischen Interessen vertiefte er durch ein Studium der Musikwissenschaften an der Universität Köln. Seit Januar 2009 ist Reinhard Goebel Erster Gastdirigent der Bayerischen Kammerphilharmonie Augsburg. Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts bringt er auch mit „modernen“ Orchestern wie dem Deutschen SymphonieOrchester Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig und dem Royal Philharmonic Orchestra London zur Aufführung. Ferner arbeitete er mit dem Orchestre National d’ Île de France Paris, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Taipei, Melbourne und Sydney Symphony Orchestra sowie mit herausragenden deutschen Sinfonieorchestern, u.a. der Dresdner Philharmonie und Sächsischen Staatskapelle, und den Rundfunk-Sinfonieorchestern von Frankfurt (HR), Köln (WDR), Hannover (NDR), München (BR), Leipzig (MDR) und Saarbrücken (SR) zusammen. Im Oktober 2013 gab er sein Debüt am Pult der Berliner Philharmoniker mit drei Konzerten in der Berliner Philharmonie. Reinhard Goebel leitete am Nationaltheater Mannheim Neuproduktionen von „Amadis de Gaule“ sowie „Temistoclé“ von Johann Christian Bach und einen kompletten Monteverdi-Zyklus an der Niedersächsischen Staatsoper Hannover. Mit Stipendiaten der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker studierte er 2008, 2010 und 2012 Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Antonio Vivaldi ein, die er mit den jungen Musikern im Kammermusiksaal der Philharmonie präsentierte. Seit Herbst 2010 ist Reinhard Goebel außerdem Professor am „Mozarteum“ in Salzburg. Seine Aufnahmen mit dem Ensemble Musica Antiqua Köln setzten Maßstäbe in der Interpretationsgeschichte der Alten Musik. Reinhard Goebels facettenreiches Wirken wurde vielfach prämiert: 1984 würdigte ihn die Stadt Lübeck beispielsweise mit dem Buxtehude-Preis. 1997 erhielt er für seine exemplarischen Interpretationen und seine Tätigkeit als Musikforscher den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und 2002 verlieh ihm die Stadt Magdeburg den Telemann-Preis.


ORCHESTER

© Sabine Weinert-Spieß

Neue Philharmonie München

Die Neue Philharmonie München hat sich seit ihrer Gründung 2005 zu einem der meistbeachteten jungen Orchester der Region München entwickelt und wurde im Lauf dieser Zeit immer mehr zum Medium einer professionell ausgerichteten Vorbereitungszeit. 18- bis 30-jährige besonders begabte junge Musiker, darunter viele Jungstudenten und Studenten von Musikhochschulen aus ganz Deutschland und dem europäischen Raum, schätzen die vielseitigen Orchesterprojekte mit Konzerten im In- und Ausland, in denen sie auch von erfahrenen Hochschulprofessoren oder Mitgliedern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks an die Kompetenz und Qualifikation des Orchestermusikerberufes herangeführt werden. Die Förderung von Nachwuchsmusikern durch erfahrene Solisten und Experten ist Teil des Konzeptes der Musikwerkstatt Jugend e.V., für das sie 2006 den Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung erhielt. Dieses überregionale Orchester, das projektweise arbeitet, regelmäßig im Herkulessaal in München, weiteren deutschen Städten und im Ausland auftritt, hat sich seit seiner Gründung 2005 zu einem der meist beachteten jungen Orchester der Region München und im Lauf dieser Zeit immer mehr zum Medium einer professionell ausgerichteten Vorbereitungszeit entwickelt. Bei diesem Konzerten musiziert eine ausgewählte kammermusikalische Orchester-Besetzung der Neuen Philharmonie München.

Das Sinfonieorchester während des diesjährigen Konzertes im Herkulessaal München.


MUSIKER & INSTRUMENT

Saschka Haberl (KM) Violine, München

Ava De Aranjo Madureira Violine, München

Akaishi Konatsu Violine, Salzburg

Nezka Starc Violine, Besnica Slowenien

Louis Vandory Violine, München

Katja Wieck Violine, Bastorf

Deyanira Fernanda Villalvazo Navarro (SF) Violine, Salzburg

Alvar Ceamanos Violine, Augsburg

Anna Hirschberg Violine, Sarvar Ungarn

Dominik Klauser Violine, Weimar

Ajda Porenta Violine, Medvode Slowenien

Visanee Vongvirulh Violine, Salzburg

Tobias Keck (SF) Viola, Weißenhorn

Darius Fischer Viola, Bobingen

Sophia Pauer Viola, München

Christian Fischer (SF) Violincello, Trossingen


MUSIKER & INSTRUMENT

Sabeth Quitt Violincello, München

Anna Riedmann Violincello, München

Ksenja Stadler Violincello, Bielefeld

Peter Lamm (SF) Kontrabass, München

Yuval Atlas Kontrabass, München

Katharina Rosenfelder Oboe I, Rostock

Katharina Gayler Oboe II, Freiburg

Kohei Soda Oboe III, Lübeck

Ryo Yoshimura Fagott, Germering

Jaehyung Kim Horn I, München

Irakli Zandarashvili Horn II, München

Ludwig Wieser Trompete I, München

Manuel Eberle Trompete II, München

Thilo Steinbauer Trompete III, Ottobrunn

Korbinian Fichtl Pauke, Landsberg am Lech

Anna Heibl Cembalo, München


© Sabine Weinert-Spieß

LEHRER

Die Neue Philharmonie München beim diesjährigen Konzert im Stadtsaal in Fürstenfeldbruck.

Lehrkräfte der Orchestermitglieder Violine Prof. Mary Utiger Prof. Ingolf Turban Prof. Klara Flieder Prof. Gorjan Košuta Prof. Matic Anzej Prof. Sonja Korkeala Prof. Christiane Hutcap Christos Kanettis Harry Christian Prof. Ida Bieler Prof. Anita Mitterer Viola Prof. Ingrid Philippi-Seyffer Ludwig Schmalhofer

Violoncello Prof. Francis Goutar David Grigorian Stephan Haack Christine Schwark Kontrabass Georg Hörtnagel Prof. Braun Oboe Prof. Gregor Witt Prof. Luca Macias Navarro Prof. Jonas Diethelm Fagott Prof. Eberhard Marschall

Horn Prof. Johannes Hinterholzer Trompete Prof. Hannes Läubin Pauke Stefan Blum Cembalo Prof. Christine Schornsheim


SPONSOREN, FREUNDE, FÖRDERER

Sponsoren, Freunde, Förderer

Robert Bosch Hausgeräte GmbH

Hermes Arzneimittel GmbH Bayerischer Musikrat / Förderung internationaler musikalischer Begegnungen Bezirk Oberbayern Erich und Ute Decker Kulturstiftung Nikola Keim Asia-med GmbH Georg Bäuml Traudl Bergau Busbetrieb Darchinger Caroli Dienst Ev. Kirchengemeinde Ebenhausen Frühwirt Elektrotechnik Blumen Geisler Hohenschäftlarn Gemeinde Icking Hans Gottwald

Dr. Adalbert Hohenester Dr. Gunther Joppig Dr. Hellmut Kirchner Kulturfonds der Bayerischen Landesregierung Landratsamt Bad-Tölz Gerda Possinger Raiffeisenbank Isar-Loisachtal Wolfgang Scharff Geigenbau Sieglinde Schmidt Alexandra Schmittmann Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen SPIESZDESIGN Neu-Ulm Verein zur Förderung junger Musiker e. V. Klavierhaus Vogel München-Wolfratshausen Otto und Marianne Zinnecker

SPIESZDESIGN MUSIK FÜR DIE AUGEN Unser Sponsoring-Support für die Neue Philharmonie München Signetgestaltung Plakate, Flyer Programmheft Website www.nphm.info Konzertvideos Konzertfotografie

SPIESZDESIGN Neu-Ulm Wallstraße 28, 89231 Neu-Ulm // www.spiesz.de // design@spiesz.de // Tel 0731 7254481


KONZERTREISEN 2013

Konzertreise nach Italien & Schweiz – Frühjahr 2013

© Marianne Spieß

Die Neue Philharmonie München bei der Probe vor dem Konzert in Rom

© sabine Weinert-Spieß

Konzert im August-Everding-Saal in Grünwald

Im Frühjahr diesen Jahres ging die Neue Philharmonie München auf Konzertreise nach Italien und in die Schweiz. Unter Leitung des Dirigenten Dorian Keilhack spielte das junge Sinfonieorchester in Rom, Latina und Altdorf Konzerte Werke von Beethovens, die Sinfonie Nr. 7, Wagners „Siegfriedidyll” und Haydns-Cello-Konzert. Solistin war die erst 17-jährige Clara Baeseke aus München. Mit solistischen und kammermusikalischen Beiträgen einzelner Orchestermitglieder wurde das Reisekonzertprogramm in Bassiano und Latina abgerundet. Im Juni konnten sie in Oberammergau, zur Eröffnung der dortigen Festspiele mit anschließendem Feuerwerk, und im Everdingsaal in Grünwald das Konzertprogramm nochmals in der Heimat erklingen lassen.


KONZERTREISEN 2013

Konzertreise nach Baku – Herbst 2013

© Marianne Spieß

Baku am Kaspischen Meer, die Flame Towers

© Phillippe Schwarz

Die Neue Philharmonie München vor dem Konzertsaal in Baku

Ein besonderes Highlight dieses Jahres war die Einladung der Neuen Philharmonie München zum „5. Uzeyir Hajibeyov International Music Festival” in Baku, Aserbaidschan. Der junge aserbaidschanische Dirigent Fuad Ibrahimov hatte bereits in diesem Frühjahr ein großartiges Orchesterprogramm mit Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung”, Schostakowitschs „Festlicher Ouvertüre” und Brahms Klavierkonzert Nr. 2 (Solist: Benjamin Moser) in München und Wolfratshausen aufgeführt. Nun sollten in Baku gleich zwei Konzertabende mit unterschiedlichem Programm bestritten werden. Ibrahimov studierte dazu mit dem leistungsfähigen Orchester Beriots „Scène de ballet” (Violine: Anar Ibrahimov), Borodins „Polowetzer Tänze”, Rodrigos „Concertino de Aranjuez” (Gitarre: Jessica Kaiser), Strawinskis „Feuervogel” und Ravels „Bolero”. Ein großer Erfolg war auch die Ouvertüre „Koroglu” des Festival-Namensgebers Hacibeyli. Die Reise war ein unvergessenes Erlebnis mit unwiederbringlichen Eindrücken. Klangvolle und emotionsgeladene Konzerte erklangen anschließend im Münchener Herkulessaal, Fürstenfeldbruck und Wolfratshausen mit diesem Konzertprogramm. Publikum und Presse waren begeistert.


V O R S C H A U 2 0 1 4 | 2 0 1 5 / O R C H E S T E R - K O N TA K T D AT E N

Frühjahr 2014

Herbst 2014 – in Planung

Neue Philharmonie München & Arcis Vocalisten Prof. Thomas Gropper Gesamtleitung

Neue Philharmonie München geht auf Konzertreise nach China mit Pianistin Jieni Wan

Johannes Brahms Nänie op. 82 Ein deutsches Requiem op. 45

Weitere Konzerte in Deutschland

Sa 29. März 2014, 17 Uhr Schäftlarn Klosterkirche

Ouvertüre N.N. Klavierkonzert N.N. Beethoven, Sinfonie Nr. 3 „Eroica” op. 55 Fuad Ibrahimov Leitung

So 30. März 2014, 19 Uhr, Herrsching Haus der Landwirtschaft

Fr 10. Oktober 2014, 20 Uhr, München Herkulessaal

Mo 31. März 2014, 20 Uhr, München Herkulessaal

Sa 11. Oktober 2014, 20 Uhr, Wolfratshausen Loisachhalle So 12. Oktober 2014, 19 Uhr, Fürstenfeldbruck Stadtsaal

Neue Philharmonie München Organisation Franz Deutsch, Tel. 08178 – 90018 deutsch@nphm.info

Musikwerkstatt Jugend e.V. Mitgliederbetreuung Sigrid Dumann-Brusis, Tel. 08178 – 99 79 172, sijobrusis@web.de

Corinna Glockzin, Tel. 08856 – 804 402 org@nphm.info

Buchhaltung Steffen Kühnel, steff.kuehnel@web.de

Sieglinde Schmidt, Tel. 0172 – 8228657 Siegi@schmidt-page.de

Rechnungsprüfer Hans Gottwald

Sigrid Dumann-Brusis, Tel. 08178 – 99 79 172 sijobrusis@web.de

Bankverbindung Musikwerkstatt Jugend e.V. Kennwort: NPHM Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen IBAN: DE 10 7005 4306 0055 3666 45 BIC: BYLADEM1WOR

Sponsorenbetreuung, Notenwart Angela Zahn, Tel. 089 – 64939864 zahn@nphm.info Orchestersprecher Johannes Zahn / Streicher Tel. 089 – 64939864 / mobil 0176 – 92939690 johannesz@aol.com Franziska Döpper / Bläser Tel. 01577 7262359 redhair91@web.de

Gestaltung / Website SPIESZDESIGN Büro für Gestaltung 89231 Neu-Ulm, Wallstr. 28 Tel. 0731-7254481, design@spiesz.de


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Neue Philharmonie München November 2013  

Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach unter Leitung von Reinhard Goebel

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