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WIRTSCHAFTS SPIEGEL Das Wirtschaftsmagazin für Sachsen‑Anhalt www.wirtschaftsspiegel.com 08/2013 ∙ 20. Jahrgang ∙ 20401 4,90 EURO

Wirtschaftsstandort Sachsen‑Anhalt

geflutet

gebremst

gebaut

Das Hochwasser und die Folgeschäden

Verhaltener Aufschwung laut IHK Halle/Dessau

20 Millionen‑Investition in Leuna eingeweiht


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Zielorientierte Unternehmensführung Realistisch geplant dank Förderung, statt planlos in die Insolvenz Um sich als Unternehmer und Arbeitgeber in der Wirtschaftsregion Sachsen-Anhalt langfristig zu behaupten, bedarf es einer strategischen Ausrichtung und Planung: Eine Planung, die auch Unvorhergesehenes, wie Unfall, Tod oder - aus aktuellem Anlass - die Flutkatastrophe berücksichtigt; eine Ausrichtung, die auch die Bereiche Employer Branding und gezielte Personalentwicklung umfasst. Die GSP Steuerberatungsgesellschaft Magdeburg GmbH unterstützt Sie hier als kompetenter Partner auf Augenhöhe. Sie denken, das können Sie sich nicht leis‑ ten? Doch! Zur Sicherung der positiven langfristigen Effekte, wie einem dauerhaft gesicherten Geschäftsbetrieb, niedriger Personalfluktuation, besseren Konditionen bei der Bank und bei Lieferanten, gibt es zahlreiche regionale Förderprogramme, die hierfür genutzt werden können. Von der Gründungsberatung über die Nachfolge bis zur Überwindung einer ernsthaften Krise – für (fast) alles gibt es eine passende Förderung, die gute Leistung für jeden erschwinglich macht. Gründung geplant? ego.‑START der Investi‑ tionsbank Sachsen‑Anhalt (IB) Für Existenzgründer gibt es vor dem Start einen Zuschuss von 90 Prozent auf Beratungsleistungen, um Sie bei den erforderlichen Schritten für die Gründung zu begleiten. Wir unterstützen Sie bei der Beschaffung von Fremdkapital, führen Sie an die Rolle als Unternehmer heran und vermitteln Ihnen bedarfsgerecht das erforderliche Know-How für eine erfolgreiche Gründung.

Und nach der Gründung gibt es mit dem Gründercoaching der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) weitere 75 Prozent Zuschuss, um hier die Weiterentwicklung und Expansion zu begleiten. Kennen Sie Ihre Risiken? Haben Sie einen Nachfolger? Beratungshilfeprogramm der IB Kommen Sie der Pflicht, Ihre relevanten Risiken anzugehen im erforderlichen Umfang nach? Oder haben Sie sich schon Gedanken über eine Nachfolge gemacht? Das hat doch alles noch Zeit, denken Sie? Mitnichten! Rechtzeitig anfangen ist die Devise. R i s i k e n m u s s m a n k e n n e n u n d g e g e b e n e n f a l l s a b s t e l l e n . Wir erarbeiten mit Ihnen gemeinsam ein Risikohandbuch, wir planen und bereiten die Übertragung ihres Lebenswerks an Kinder oder Dritte vor. Und 50 Prozent der Kosten trägt die IB. Kommen Ihre Angestellten gerne zur Ar‑ beit oder leiden Sie unter Fluktuation? Das Modewort Employer Branding ist aktueller denn je. Sie müssen sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren, dem Personal Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, sie fordern und fördern. Um dies zielgerichtet durchzuführen, benötigt man ein Personalentwicklungskonzept, das ausgehend vom Ist-Zustand unter Berücksichtigung der Ziele den Weg dahin aufzeigt. Mit dem Programm unternehmensWert Mensch steht ein attraktives Mittel zur Verfügung, um ausgehend von einer strategischen Planung gezielt das eigene Personal zu entwikkeln und vielleicht sogar den eigenen Nach-

Mit unserer Abteilung Unternehmensberatung erarbeiten wir mit Ihnen Konzepte zu:

folger zu schleifen. Hier locken 80 Prozent Zuschuss für Ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Personalmarkt! Oder ist es fast schon zu spät? Gestern noch am Abgrund, heute schon einen Schritt weiter – damit es dazu nicht kommen muss, helfen die Kammern (als Regionalpartner der KfW) mit der Turn Around Beratung. Damit sollen krisengeschüttelte Unternehmen wieder auf den richtigen Kurs gebracht werden. Wir erarbeiten mit Ihnen ein Konzept, was sofort und auch langfristig geändert werden muss, damit man wieder in der Oberklasse mitspielen kann. Zahlungspläne, Umfinanzierungen, Umgestaltungen – gemeinsam mit Ihnen machen wir klar Schiff und schaffen die Voraussetzungen für einen dauerhaften Unternehmenserhalt. Aus aktuellem Anlass Momentan sind noch viele Unternehmen von den Auswirkungen der Flutkatastrophe betroffen. Die Investitionsbank unterstützt Unternehmen mit einem hälftigen Zuschuss zu den Anschaffungskosten von neuer Technik bis zu 50.000 Euro. Aber auch wir, die GSP Steuerberatungsgesellschaft Magdeburg GmbH, unterstützen die Region – gemeinsam mit unseren Arbeitnehmern haben wir 12.000 Euro gespendet, die an betroffene Personen und Einrichtungen verteilt werden. Wir helfen Ihnen im Fördersumpf und Antragsdschungel – lösen Sie noch heute Ihren Beratungsgutschein ein.

Gutschein*

Existenzgründung Unternehmensgestaltung und -nachfolge Privater Vermögensgestaltung Risikomanagement Sanierungsberatung Finanzierungsberatung Fördermittelberatung

Für eine betriebswirtschaftliche Beratung Termin ist unter der angegebenen Telefonnummer zu vereinbaren. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Ihre Ansprechpartner: Rudolf Gundermann, Steuerberater Karin Franek, Steuerberaterin

Knut Queitsch, Steuerberater Dr. Steffi Lange, Dipl. Betriebswirtin

GSP Steuerberatungsgesellschaft Magdeburg GmbH Hegelstraße 26 39104 Magdeburg Telefon 0391.568 57-96 bwl@gsp-magdeburg.de

*Zeitumfang eine Stunde, keine Steuer-, Rechts- oder Versicherungsberatung, ein Gutschein pro Person, einzulösen bei der GSP Steuerberatungsgesellschaft Magdeburg mbH Abteilung Unternehmensberatung


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Editorial

Gert Hohlwein Geschäftsführer Wirtschaftsspiegel

Die Probleme häufen sich Sachsen‑Anhalt war von dem Rekordhochwasser im Juni am stärksten betroffen ‑ Schäden in Höhe von etwa 2,7 Milliarden Euro müssen beglichen werden. Etwa so viel soll das Land auch aus dem Hilfsfond von Bund und Ländern in Höhe von acht Milliarden Euro erhalten. Das Wasser hat sich zwar zurückgezogen, die Folgeschäden sind jedoch immens. Im Austragungshotel für den Ball der Wirtschaft, dem Parkhotel Herrenkrug, stand wochenlang das Elbewasser (siehe auch Seite 39). Die Renovierungsarbeiten im Hotel laufen auf Hochtouren und werden aller Vorraussicht nach bis Ende Novem‑ ber andauern. Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen, den Ball der Wirtschaft auf März 2014 zu verschieben. Er wird natürlich im Historisches Ballsaal des Herrenkrug Parkhotel stattfinden. Die Landesregierung Sachsen‑Anhalts kommt derzeit nicht zur Ruhe: Müllskandal, Aufhebung der Immunität des Ministerpräsidenten, Demos wegen Sparkurs und ein möglicher Insider‑Skandal um den Solarzellenhersteller Q‑Cells. Der frühere Geschäfts‑ führer der landeseigenen Beteiligungsgesellschaft IBG, Dinnies Johannes von der Osten, soll mit Insider‑Wissen Millionen verdient haben. Für alle, die noch Urlaub ihren antreten wünschen wir erholsame und sonnige Tage. Für Lesestoff haben wir mit dieser Ausgabe gesorgt. Viel Spaß beim Lesen der Ausgabe. Ihr Gert Hohlwein Geschäftsführer

08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Aus dem Inhalt

Wirtschaft IB‑Fußballturnier für Flutopfer 10 20 Jahre GETEC 11 Voller Durchblick 12 Im Wettbewerb mit an der Spitze 12 Investition in Biotechnologie 13 Aufschwung lässt auf sich warten 14 Politikberatung und Kooperation 16 Keine Frauenquote 17 In Barleben bewegt sich was... 18 Landesfest mit Flair 20 Positiv: Magdeburger Uni 22‑23 Schäden durch Hochwasser 24 Immobilienbarometer 31 Innovative Ideen gesucht 32

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Hotel | Gastronomie Kulinarisches aus Sachsen‑Anhalt

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Service Web@aktuell Finanzen Steuern Recht

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Rubriken Editorial Gastkommentar Index Personalien Unternehmens‑/Betriebsbörse Automobil Geschäftskontakte Wissenschaft Glosse Impressum

03 05 06 06‑07 26‑27 29 30 37 38 38

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Gastkommentar

Joanna Daly, Vice President Human Resources, IBM Global Business Services, Europa und der Ministerpräsident Sachsen‑Anhalt, Dr. Reiner Haseloff.

Neues IT‑Services Center Mit dem IT‑Services Center in Magdeburg wachsen in den nächsten drei Jah‑ ren in der Region bis zu 300 neue Stellen im IT‑Bereich. Das Center ist Teil einer weltweiten Initiative der IBM zur systematischen Stärkung ihrer lokalen Prä‑ senz, um IT‑Services vor Ort aber auch internationalen Kunden anzubieten.

Das neue IBM Services Center bietet hochwertige Dienstleistungen wie Entwicklung und Wartung von IT-Anwendungen, Beratung und Systemintegration für lokale und internationale Kunden an. Damit folgt die IBM der steigenden Nachfrage ihrer Kunden nach flexiblen Lösungen, damit die Potenziale innovativer Themen wie Big Data, Cloud und Mobile-BusinessTechnologien besser genutzt werden können. Gleichzeitig arbeitet das Center Hand in Hand mit dem globalen Netzwerk der IBM und profitiert von Innovationen, die in den Services Centern rund um den Globus entwickelt werden. Die enge Zusammenarbeit des Centers in Magdeburg mit den Landes- und Kommunalbehörden in Sachsen-Anhalt und Magdeburg stimuliert darüber hinaus wirtschaftliche Aktivitäten in der Region und bietet attraktive Arbeitsplätze für Berufseinsteiger und Spezialisten. Magdeburg wurde bewusst als idealer und neuer IBM Standort in der Mitte Deutschlands in unmittelbarer Nähe von Bildungseinrichten mit technischen Schwerpunkten ausgewählt. Denn IBM möchte in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt das hohe Potential an gut ausgebildeten Fachkräften aus der Region weiterentwickeln und damit einen Talent-Pool schaffen, der gleichzeitig als Karriere-Sprungbrett für andere Aufgabenbereiche innerhalb und außerhalb der IBM genutzt werden kann. Zudem fördert IBM technologische Entwicklung, Wissenschaft und Innovation und engagiert sich für die IT-Kompetenzen von Schülern und Studenten in den lokalen Märkten. Während der nächsten drei Jahre werden im IBM Services Center in Magdeburg bis zu 300 Absolventen technischer Studiengänge und erfahrende Mitarbeiter aus den Bereichen Informatik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften eingestellt. Zudem bietet das IT-Dienstleistungszentrum Praktika und die Betreuung von Abschlussarbeiten an, um den Nachwuchs aus den umliegenden Fachhochschulen und Universitäten an die Region zu binden. IBM arbeitet dabei kontinuierlich mit den lokalen Lehrstühlen zusammen und unterstützt die Weiterentwicklung der Informatik-Lehrpläne, um eine bestmögliche Ausbildung für die nächste Generation der IT-Talente sicher zu stellen. Durch den zunehmenden Einsatz von Informationstechnologie wandeln sich die Geschäftsmodelle in den Unternehmen und die Anforderungen an die Mitarbeiter. Besonderer Wert wird deshalb auf Kenntnisse in gefragten Bereichen wie Business Analytics, Prozess-Innovation und Anwendungsentwicklung gelegt. In Zusammenarbeit mit sechs Universitäten und Fachhochschulen in der Region beginnen ab sofort die Rekrutierungsaktivitäten.

Stell dir vor, es ist Wahl und keiner geht hin! Dieses, fälschlicher Weise Bertold Brecht zugeordnete Zitat fiel mir in den Sinn, als ich von ausländischen Gästen ge‑ fragt wurde, weshalb in Deutschland die Wahlbeteiligung von 93,4 Prozent zur Volkskammerwahl im März 1990 im‑ mer mehr abnehme. Schließlich schaut man gerade jetzt nach Deutschland, wie man die Wiedervereinigung des ge‑ teilten Landes meistere und in der sogenannten Schulden‑ krise erstaunlich gut dastehe im Vergleich zu Griechenland, ja selbst Italien und Frankreich. Die Gäste kamen aus Asien. Ob wir nicht stolz darauf sind und ob es keine wichtigen Entscheidungen mehr gebe, wurde ich gefragt. Natürlich denkt man als Parlamentspräsident auch daran, dass anderswo für freie Wahlen gekämpft wird. So lange ist dies auch in Deutschland nicht her, als vererbte Macht in Königshäusern dem Drängen nach freier Selbstbestim‑ mung des Volkes weichen musste. Zunächst im Dreiklas‑ senwahlrecht 1849 bis 1918, gestaffelt nach Steuerkraft, al‑ so Einkommen. Dies führte dazu, dass die Stimme eines Wählers der ersten Klasse das 17,5‑fache Stimmgewicht gegenüber eines Wählers der dritten Klasse hatte. Frauen‑ wahlrecht kam erst später! Und im Herbst 1989 riskierten mutige Menschen in der DDR sehr viel, als sie auch freie Wahlen forderten. Und heute? „Warum soll ich wählen gehen, ändert sich doch sowieso nichts.“ oder „Läuft doch. Hab Wichtigeres zu tun.“ Unsinn möchte man rufen. Noch nie hatten wir Deutschen mehr Einfluss auf die Geschicke unseres Landes. Wir nut‑ zen unsere Möglichkeiten nur sehr selten. Von Planfeststel‑ lungsverfahren über Bürgerbegehren, Volksinitiativen, Volksentscheide, öffentliche Anhörungen, Bürgersprech‑ stunden und einiges mehr. Wenn wir wollten, könnten wir viel Einfluss auf Personen und Programme nehmen! Das macht aber Arbeit. Dies überlassen wir dann doch lieber „den Politikern“, welche wir dann besserwisserisch, kritisch, manchmal gar abschätzig beäugen. Ist es nicht so? Schon deswegen sollten wir ein wenig Aufwand investierten für unser Bürgerrecht auf Mitbestimmung. Wenigstens Kandi‑ daten und Parteien auf Inhalt und Kompetenz prüfen ist Ausdruck von Verantwortung in einer freien Gesellschaft. Dann stellen wir auch fest, dass es Unterschiede gibt. Ich würde meine Stimme nie verschenken und der Unterschie‑ de und des Wettbewerbs wegen immer wählen gehen. Und Sie?

Detlef Gürth, MdL Präsident des Landtagesvon Sachsen‑Anhalt 08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Personalien

Index für Juni/Juli

Wer auf dem Markusplatz in Venedig Tauben fütter, muss mit einer Strafe von bis zu 450 Euro rechnen. Weil ein Kunde 60 Euro Reparatur‑ kosten nicht zahlen wollte, hat ein Ladenbesitzer in Rotenburg/Wüm‑ me den Zahlungsmuffel kurzerhand in seinem Geschäft eingeschlossen. Die Polizei ermittelt nun wegen Frei‑ heitsberaubung. Frauen, die in Florida beim Frisör un‑ ter der Trockenhaube einschlafen, werden mit einer saftigen Geldstrafe belegt.

KRISTIAN TOLK , Geschäftsführender Gesellschafter Centiveo GmbH, wurde mit überwältigender Mehrheitvon den Mitgliedern des Wirtschaftsrat Landesverbandes Sachsen-Anhalt wiedergewählt. Neben der derzeit aktuellen politischen Aufarbeitung des katastrophalen Junihochwassers, will er sich vor allem dem Thema Steuern und Abgaben widmen - der Staat habe kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Der Wirtschaftrat ist ein unabhängiger und branchenübergreifender Unternehmerverband, der sich als Mittler zwischen Wirtschaft und Politik sieht und seine Stimme für die Soziale Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard hebt.

FOTO: IWH

Verliebten Paaren ist es in Frankreich verboten, sich am Bahnsteig zu küs‑ sen, damit wartende Züge nicht mit Verspätung losfahren müssen.

FOTO: FLOUM

Kleines Insekt, umwerfende Wirkung: Eine Wespe hat in Bad Kreuznach den Fahrer eines Rettungswagens so aus der Ruhe gebracht, dass das Fahrzeug schließlich umkippte und auf der Seite landete.

PROF. DR. CLAUDIA BUCH ist seit Juni 2013 Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und Inhaberin eines Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-GuerickeUniversität Magdeburg (OvGU). Von 2004 bis 2013 war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftstheorie an der Eberhard Karls Universität Tübingen und von 2005 bis 2013 zugleich Wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) Tübingen. Im März 2012 wurde Claudia Buch in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen. Seit 2004 ist sie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Vier Jugendliche aus dem Erzgebirge verwandelten ein altes Cabrio in einen Pool und gondelten damit durch die Gegend. Der Fahrgastraum war kom‑ plett abgedichtet, mit blauer Poolfar‑ be gestrichen und mit Wasser gefüllt, wie die Polizei in Chemnitz mitteilte. Pech für die Pool‑Cruiser ‑ der Wagen verlor Wasser und machte so eine Po‑ lizeistreife auf sich aufmerksam. Man kann in Illinois als Landstreicher verhaftet werden, wenn man weniger als einen Dollar bei sich hat. Der US‑Nationalpark Death Valley gilt als heißester Ort der Welt – was Touristen zusehends dazu verleitet, sich auf dem glühenden Boden ein Spiegelei zu braten. 6

BERND BUSSE wurde auf der Mitgliederversammlung des Bauindustrieverbandes Sachsen/ Sachsen-Anhalt e. V. (BISA) erneut im Amt als Verbandspräsident bestätigt. Der Geschäftsführende Gesellschafter der Busse Bau GmbH in Magdeburg war bereits zwischen 2008 und 2011 Präsident des Verbandes. Der bisherige Verbandspräsident Hans-Dieter Steinbrücker hatte sein Amt zur Verfügung gestellt. Steinbrücker übernahm am 1. Februar 2013 den Vorsitz der Geschäftsführung von Bilfinger Hochbau in Frankfurt/M., wird aber weiterhin im Präsidium des Verbandes mitwirken. Der BISA ist für die Mitgliedsunternehmen Interessenvertreter gegenüber Politik und Öffentlichkeit in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

FOTO: OVGU

Beim Schreiben einer Postkar‑te in England darf die Briefmarke mit dem Bild der Queen auf keinen Fall falsch herum aufgeklebt werden.

FOTO: BBISA

Da staunte die Polizei nicht schlecht: Mit sieben Fahrrädern, zwei Kinderwa‑ gen und mehreren Regalen auf dem Autodach ist ein Mann über die A7 ge‑ rauscht. Besorgte Verkehrsteilnehmer alarmierten die Polizei ‑ die Beamten stoppten den gefährlichen Transport.

PROF. DR. JÜRGEN DASSOW, Gründungsrektor der Otto-von-GuerickeUniversität wurde für Verdienste bei der Zusammenführung der Hochschulen zum Ehrensenator der Alma Mater ernannt. Der jetzige Rektor, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, würdigte damit die großen Verdienste Dassows im Prozess der Zusammenlegung der drei Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen zur Otto-von-GuerickeUniversität Magdeburg 1993. Der Mathematiker und Informatiker Jürgen Dassow war von 1993 bis 1996 der erste Rektor der neugegründeten Universität Magdeburg, die aus der Fusion der Technischen Universität Magdeburg, der Pädagogischen Hochschule und der Medizinischen Akademie hervorgegangen ist.


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EGON BAHR wurde mit dem KaiserOtto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg geehrt. Damit erhielt sein Engagement für eine Politik der Völkerverständigung und der europäischen Einigung entsprechende Würdigung. Mit dem Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg ehrte das Preiskomitee der Kulturstiftung Kaiser Otto und die Ottostadt Magdeburg das außerordentliche Engagement Egon Bahrs für eine Politik der Völkerverständigung und der europäischen Einigung. Mit Egon Bahr ehrt die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts einen großen Politiker, der sich durch sein Wirken während des Kalten Krieges und im darauffolgenden Annäherungsprozess zwischen Ost und West in besonderer Weise um die europäische Einigung und die Völkerverständigung in Europa verdient gemacht hat. „Als einer der entscheidenden Vordenker und Mitgestalter der Ostpolitik der Regierung Brandt haben Sie maßgeblich zur Annäherung zwischen Ost und West beigetragen und den seinerzeit fragilen Frieden in Europa stabilisiert”, würdigte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper den Preisträger in seiner Rede.

BURCKHARDT SIEBERT, Geschäftsführer der Breithaupt und Philipp OHG, feierte vor wenigen Tagen 25-jähriges Jubiläum im Unternehmen. Am 1. Juni 1988 übernahm er die Geschäftsführung des Einzelunternehmens. 1945 spezialisierten sich die Gründerväter Breithaupt und Philipp auf das Bergen von Geldschränken und Tresoren aus den im Krieg zerstörten Bankund Geschäftshäusern. In den Folgejahren der Nachkriegszeit, sowie der gesamten DDR-Zeit, überstand die Firma alle Wirren der sozialistischen Planwirtschaft und blieb als eigenständiges Unternehmen bestehen. Breithaupt und Philipp wurde zu einem führenden Unternehmen in Sachen Autokrane, Schwertransporte und Tiefladertechnik. Mit der Firma und dem Bekanntheitsgrad, wuchs auch unsere Auftragslage ständig, so dass weitere Niederlassungen in Neuenhagen bei Berlin, Plötzin bei Brandenburg und in Prenzlau etabliert wurden. Heute zählt das Unternehmen 70 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 7 Miliionen Euro. Sein Jubiläum feierte Siebert im Kreise der Familie, die für ihn stets den Rücken frei hält.

FOTO: LAEMPE & MÖSSNER

FOTO: GESAMTVERBAND HANDWERK

FOTO: LANDESHAUPTSTADT

Personalien

ANDREAS MÖSSNER ist neuer kaufmännischer Geschäftsführer der Laempe & Mössner GmbH. Der 33-jährige Wirtschaftsingenieur tritt bei dem Weltmarktführer für Kernmachereitechnologien die Nachfolge von Richard Schmidhofer an, der das Unternehmen nach zwei Jahren verlassen hat. Die Laempe & Mössner GmbH ist Weltmarktführer für Kernschießmaschinen in der Gießereiindustrie und deckt mit seinem umfassenden Produkt- und Dienstleistungsportfolio alle Bereiche der modernen Kernmacherei ab. Das deutsche Traditionsunternehmen ist ein Komplettlösungsentwickler mit Hauptsitz im sachsen-anhaltinischen Barleben/Meitzendorf. An diesem hochmodernen Produktionsstandort sowie in den Niederlassungen Schopfheim im Schwarzwald und Mannheim sind insgesamt rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Andreas Mössner verantwortete bislang den Aufbau der chinesischen Tochtergesellschaft des Sondermaschinenherstellers. Der Fokus des Unternehmens liegt mit der Ernennung künftig noch stärker auf der Internationalisierung und der Erschließung neuer Märkte.

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Die Bilder des Hochwassers 2013 wie hier bei Halle an der Saale beherrschten die Medien. Elster, Saale, Mulde, Elbe, Havel ‑ kaum ein Fluss, der keine Rekord‑ wasserstände in Sachsen‑Anhalt vermeldete. Die Solidarität der Menschen und der Wille zum Kampf gegen die Fluten schweißten viele Ortschaften zusammen. Das Wasser geht. Zurück bleiben Zerstörung und Milliardenkosten. Der Schaden ist immens ‑ nicht nur in und an den vielen Einfamilienhäusern und Grundstük‑ ken, die im Wasser versanken. Die Hochwasserflut hat in Sachsen‑Anhalt nach Schätzungen der Regierung Schäden von über 2,7 Milliarden Euro angerichtet. Landwirte stehen vor dem existenziellen Aus, mehr als zehn Prozent der Anbau‑ flächen standen unter Wasser. Gewerbliche Unternehmen beziffern ihre Schä‑ den auf mehr als 500 Millionen Euro. Die Kosten für Bauern und Waldbesitzer be‑ zifferte das Finanzministerium auf 224 Millionen Euro. Foto: Peter Gercke


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Wirtschaft

FOTOS: FLOUM

IB‑Fußballturnier für Flutopfer

Fachsimpelten am Rande des Traditionsturnier: Dr. Michael Schädlich (Geschäftsführung isw ‑ Institut für Strukturpolitik und Wirt‑ schaftsförderung), Olaf Herbst (Präsident VfB Germania Halberstadt), Manfred Maas (Geschäftsleitung Investitionsbank), Dr. Hinrich Holm (Vorstandsmitglied NORD/LB), Werner Reinhardt (Vorstand Harzsparkasse), Peter Hausmann (Vorstand Harz AG ‑ v.l.n.r. ) Schon in fester Tradition trafen sich auf Einladung der Investitionsbank Sachsen‑Anhalt (IB) Wirtschaftskapitä‑ ne, Unternehmer und Banker als ambitio‑ nierte Freizeitkicker zum Kräfte messen in der sachsen‑anhaltischen Fußballhoch‑ burg Halberstadt. Dort fand auf dem Ge‑ lände des Friedensstadions die sechste Auflage des Kleinfeld‑Fußballturniers der IB statt. Neben dem sportlichen Ver‑ gleich gab es viele Gelegenheiten zu Gesprächen und zum Netzwerken.

„In diesem Jahr setzen wir uns mit dem Benefizturnier für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Sachsen-Anhalt ein. Für jedes Tor spendet die Investitionsbank fünf Euro. Hoffen wir also auf torreiche Begegnungen“, begrüßte IBChef Manfred Maas die Mannschaften. Insgesamt erzielten die vierzehn Teams 72 Tore, so kamen in Summe 360 Euro zusammen. Der Betrag wurde auf 500 Euro aufgerundet und kommt der Spendenaktion „Volksstimme-Leser helfen – Fluthilfe 2013“ zu Gute. Gemeinsam mit der Zeitung und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband ruft die Investitionsbank seit Anfang Juni zur Hilfe für die Flutopfer auf. Mit den Geldern sollen vor allem Hochwasserschäden an sozialen Einrichtungen und Heimen beseitigt werden. Gewonnen haben letzt10

lich alle Teilnehmer, denn Freude an der Bewegung, Stärkung des Teamgeistes und das Knüpfen von Kontakten standen im Mittelpunkt des Turnieres. Im Anschluss an das Turnier übernahm IB-Chef Manfred Maas gemeinsam mit Finanzminister Jens Bullerjahn und Hans-Georg Moldenhauer, langjähriger DFB-Vizepräsident sowie NORD/LBVorstand Dr. Hinrich Holm, Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt Andreas Henke und Germania- Präsident

Olaf Herbst die Siegerehrung. Als Gewinner des Turniers ging die Stadt Braunsbedra hervor, gefolgt von der IHK Magdeburg und der Kreissparkasse Börde. Das Turnier diente vor allem dazu, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Partnern weiter voranzubringen. Im Blick stand erneut die nachhaltige Unterstützung des Mittelstandes in Sachsen-Anhalt, speziell durch Finanzierungsbausteine und Fördermöglichkeiten.

Insgesamt 14 Mannschaften standen sich beim Turnier der IB gegenüber.


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Wirtschaft

Erfolgsgeschichte: 20 Jahre GETEC Bundesumweltminister Altmaier beim GETEC‑Sommerfest Mit einem großen Fest feierte GETEC am vergangenen Freitag sein 20‑jähriges Ju‑ biläum. Rund 900 Kunden, Geschäftspart‑ ner, Gäste aus Politik und Gesellschaft so‑ wie Mitarbeiter waren der Einladung nach Magdeburg gefolgt. Unter den Gästen wa‑ ren auch Bundesumweltminister Peter Altmaier, Sachsen‑Anhalts Verkehrsmini‑ ster Thomas Webel und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens.

Als „Pionier der Energiewende“ bezeichnete Peter Altmaier den Magdeburger Energiedienstleister. Der Bundesumweltminister kam nach einer Mammutsitzung im Bundestag zwar etwas später als geplant zum Fest, ließ es sich jedoch nicht nehmen, ein Grußwort an die Gäste zu richten. „Mit Unternehmen wie GETEC bin ich mehr als zuversichtlich, dass wir die Energiewende schaffen werden“, betonte Altmaier. Unter dem Beifall der Gäste überreichte er außerdem ein besonderes „Geburtstagsgeschenk“: Mit 1,20 Mio. Euro fördert der Bund ein innovatives industrielles Wärmerückgewinnungsprojekt von GETEC. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel hatte bereits zuvor gratuliert und GETEC als eines der wichtigsten Unternehmen Sachsen-Anhalts bezeichnet, das in Deutschland und Europa aufgestellt sei, aber insbesondere in Magdeburg und Sachsen-Anhalt Arbeitsplätze schaffe, hier Steuern zahle und die Region mit großem gesellschaftlichen Engagement unterstütze.

Die GETEC‑Vorstände empfingen die beim Somerfest‑Gäste: Gerhard Andres, Dr. Karl Gerhold, Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, Frank Fleischer und Volker Schulz (von links).

GETEC-Gründer Dr. Karl Gerhold dankte Kunden und Geschäftspartnern für ihr Vertrauen und den Mitarbeitern für ihr Engagement: „Der Erfolg von GETEC ist ein Gesamtkunstwerk, an dem viele mitgewirkt haben. Unsere Mitarbeiter, die mit ihrem Know-how und großem persönlichen Engagement das Unternehmen weiter voranbringen und unsere Kunden und Geschäftspartner, die wir für unsere Ideen begeistern können; viele von ihnen halten uns schon seit vielen Jahren die Treue.“ Das Sommerfest von GETEC hat zwar lange Tradition, stand dieses Mal aber ganz im Zeichen des Jubiläums. So gab

Bundesumweltminister Peter Altmaier (links) und GETEC‑Gründer Dr. Karl Gerhold.

es ein buntes Unterhaltsprogramm mit Live-Musik, Pantomime und einer fröhlichen Gänse-Kapelle. Samba-Tänzer sorgten mit heißen Rhythmen für Sommerfeeling. Eine besondere Attraktion war der an einem Kran hängende Miniballon. Mit diesem konnten sich die Gäste bis auf 60 Meter Höhe ziehen lassen und einen perfekten Rundumblick über Magdeburg genießen. Die GETEC-Gruppe ist seit 20 Jahren erfolgreich im Energiemarkt tätig. Bereits frühzeitig hat GETEC das umgesetzt, was heute als „Energiewende“ bezeichnet wird. Mit dem äußerst effizienten Einsatz von Energie, gepaart mit hochinnovativer Technologie und der Weiterentwicklung und Umsetzung von Energieerzeugungsprojekten auf regenerativer Basis sind bereits heute die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Mit weiteren Energiedienstleistungen, wie der Strom- und Gasbeschaffung sowie dem Netzbetrieb, deckt GETEC nahezu alle Dienstleistungen im liberalisierten Energiemarkt ab. 08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Wirtschaft

Voller Durchblick Neuer Standort in Barleben für die Magdeburger Türen & Fenster Welt GmbH

Seit der Gründung im Jahr 2008 hat sich das Unternehmen zu einem zuverlässigen, kreativen und stabilen Partner für große Bauträger entwikkelt. Mittlerweile wissen auch private Häuserbauer die Kompetenz dieser Firma zu schätzen. „Die Kundenzufriedenheit ist unsere Bilanz“, so Jens Haberland, neben Christoph Köppen und Heiko Schneider, einer der Geschäftsführer der Magdeburger Türen & Fenster Welt GmbH. Allein im Jahr 2012 hat das Unternehmen mehr als 320 Bauvorhaben bundesweit mit 30

FOTO: GEMEINDE BARLEBEN

Die Bauarbeiten für das neue Bemuste‑ rungszentrum der Magdeburger Türen & Fenster Welt GmbH laufen auf Hochtou‑ ren. Aufgrund des kontinuierlichen Wachstums hat sich die Firma in Barleben im Gewerbegebiet Kurze Sülte Nord an der Lindenallee ein Baugrundstück ge‑ kauft, auf dem bis September dieses Jah‑ res auf 600 Quadratmeter ein Bürokom‑ plex mit Ausstellungsraum, Lager und Verkaufsfläche entsteht.

Sven Fricke (2. v. r.), Leiter des Unternehmerbüros der Gemeinde Barleben, engagiert sich dafür, dass Barleben als interessanter Wirtschaftsstandort weiter wächst.

Bauträgern geplant, bemustert, angeboten, montiert und übergeben. Für den Standort Barleben hat sich die Firma wegen der optimalen logistischen Anbindung und der hervorragenden Infrastruktur entschieden. Auch der gute Leumund des Wirt-

schaftsstandortes in der Unternehmerlandschaft hat die Entscheidung mit beeinflusst.Die Eröffnung ist im September geplant. In großem Stil soll zum fünfjährigen Firmenbestehen mit Auftraggebern, Lieferanten und Geschäftspartnern gefeiert werden.

Im Wettbewerb mit an der Spitze Novoplast Schlauchtechnik GmbH international gut aufgestellt Mehr als 80 Millionen Meter Schlauch pro Jahr, hergestellt unter Verwendung von 300 Materialtypen, verteilt auf Tausende unterschiedliche Produkte sind Fakten, die für die Firma Novoplast Schlauchtech‑ nik GmbH in Halberstadt stehen. Das 1990 gegründete Unternehmen ist seit 1992 im Gewerbegebiet In den langen Stücken angesiedelt und beschäftigt 100 Mitarbeiter.

Geschäftsführer Axel Schuchmann und sein Team begrüßten kürzlich Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke und Unternehmerbürochef Thomas Rimpler im Unternehmen, das vorwiegend in der Maschinenbaubranche, im Bereich Automobilzulieferung und seit 2000 verstärkt in der Medizintechnik, die inzwischen fast ein Drittel des Umsatzes einnimmt, tätig ist - Tendenz steigend. Mit insgesamt 13 operativen Einheiten ist die Muttergesellschaft Masterflex SE mit Hauptsitz in Gelsenkirchen, der 12

Spezialist für Hightech-Schläuche und Verbindungssysteme, in Europa, Nordund Südamerika sowie Asien vertreten. Die Aufzählung einiger Erzeugnisse wie Zuführungsprofile für Roboteranlagen, kleinste Hörgeräte- oder Katheterschläuche oder LKW-Bremsspiralen zeigt, dass die Novoplast Schlauchtechnik GmbH Halberstadt extrem vielseitig und sehr breit aufgestellt ist. Die eigene Abteilung Forschung und Entwicklung ist insbesondere auch nach den sehr unterschiedlichen Kundenanforderungen ausgerichtet. Mit den Worten „Wir bieten unseren Kunden Lösungen an“ beschreibt Schuchmann die Firmenphilosophie. Das habe immer gut geholfen, ein stabiles Wachstum aufzubauen, ergänzt der Technische Leiter, Fred Liebezeit, und sagt: „Vor 20 Jahren kannte uns niemand auf Messen, heute sind wir in der Branche bekannt.“ Darüber hinaus wird ständig in neue Technologien, Ma-

schinen und Werkzeuge investiert, was wichtig ist, um konkurrenzfähig zu bleiben. „Im Wettbewerb liegen wir mit an der Spitze“, sagt der Geschäftsführer stolz und weiß dass das „Know-how in den Köpfen der Mitarbeiter der größte Wert des Unternehmens“ ist. Verkaufsleiter Marcel Varges unterstreicht, wie wichtig es ist, international zu denken und sich den Marktumbrüchen zu stellen, Trends zu erkennen und rechtzeitig darauf zu reagieren. „Das ist unser Rezept.“ Die Novoplast Schlauchtechnik GmbH bildet in den Berufsbildern Verfahrensmechaniker, Industriekaufmann und Logistik selber aus. Das Halberstädter Firmenareal beträgt insgesamt 35.000 Quadratmeter, davon sind 8.000 Quadratmeter bebaut. 1.200 Quadratmeter Reinraum sind für den Medizintechnikbereich geschaffen worden. Eine perspektivische Erweiterung des Werks ist in den nächsten Jahren bereits angedacht.


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Staatssekretär Marco Tullner, Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen‑Anhalt, Dr. Joachim Schulze, Leiter des Bereichs Biotechnologie von ThyssenKrupp und Dr. Heinrich Hiesinger, Vor‑ standsvorsitzender von ThyssenKrupp (v.l.n.r) beim Rundgang durch die Anlage.

Investition in Biotechnologie Produktionsverfahren für biologisch abbaubare Kunststoffe stehen im Mittelpunkt In Leuna wurde die europaweit erste Mehr‑ zweck‑Fermentationsanlage zur kontinu‑ ierlichen Produktion biobasierter Chemika‑ lien eingeweiht. Mit einem Investitionsvo‑ lumen von rund 20 Millionen Euro baut ThyssenKrupp damit seine Forschungs‑ und Entwicklungsaktivitäten im Bereich biotechnologisch hergestellter Chemika‑ lien auf Basis nachwachsender Rohstoffe weiter aus. Diese Chemikalien dienen unter anderem als Ausgangstoff für biologisch abbaubare Kunststoffe wie Polymilchsäu‑ re (PLA) oder Polybutylsuccinat (PBS).

Biokunststoffe eignen sich hervorragend für die Verarbeitung zu Verpakkungsmaterialien, Folien oder Textilien. Rund 4,5 Millionen Tonnen Polyethylen (PET) sollen in den kommenden Jahren jährlich durch Biokunststoffe ersetzt werden. Umweltschutz und ein schonenderer Umgang mit Ressourcen stehen hierbei im Vordergrund. Dr. Heinrich Hiesinger, ThyssenKrupp Vorstandschef, sieht erhebliche Marktpotenziale: „Die moderne Biotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. In fast allen Bereichen des Alltagslebens spielen biotechnologische Verfahren, Produkte und Dienstleistungen eine Rolle – zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Medi-

kamente, Pflanzensorten, bei Waschmittel oder Kosmetika. Die industriell genutzte Biotechnologie ist Teil unserer Wachstumsstrategie. ThyssenKrupp verfügt hier über umfassendes Knowhow – von der Grundlagenforschung bis zum Betrieb von Versuchsanlagen im industriellen Maßstab.“ Staatssekretär Marco Tullner, aus dem Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, sieht in der Investition eine weitere Stärkung des Chemiestandorts Leuna: „Sachsen-Anhalt hat sich zu einem innovativen Wirtschaftsstandort entwikkelt. Qualifizierte Arbeitskräfte, attraktive Gewerbe- und Industrieflächen und eine gut ausgebaute Infrastruktur bieten optimale Rahmenbedingungen – auch für die Industrie. Die Ansiedlung von ThyssenKrupp in Leuna macht deutlich, dass wir uns hier klare Standortvorteile für Zukunftstechnologien erarbeitet haben.“ In fünfjähriger Arbeit hatte ein interdisziplinäres Team aus Ingenieuren und Wissenschaftlern der Anlagenbausparte von ThyssenKrupp ein lizenzfähiges Verfahren zur Herstellung von Milchsäure entwickelt. Der Umzug des Technikums zur Erforschung biotechnolo-

gisch hergestellter Chemikalien erfolgte im August 2012 von Leipzig nach Leuna. Mit der heute eingeweihten Mehrzweck-Fermentationsanlage ist ThyssenKrupp in der Lage, seine im Labor entwickelten Fermentations- und Aufbereitungsverfahren im industriellen Maßstab zu testen. Mehr als 1.000 Tonnen Biochemikalien, wie zum Beispiel Milchsäure oder Bernsteinsäure können hier nun pro Jahr produziert werden. Bei ThyssenKrupp arbeiten über 150.000 Mitarbeiter in rund 80 Ländern mit Leidenschaft und hoher Kompetenz an Produktlösungen für nachhaltigen Fortschritt. Ihre Qualifikation und ihr Engagement sind die Basis für unseren Erfolg. ThyssenKrupp erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 40 Milliarden Euro. Innovationen und technischer Fortschritt sind für uns Schlüsselfaktoren, um das globale Wachstum und den Einsatz begrenzter Ressourcen nachhaltig zu gestalten. Mit unserer Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern „Material", „Mechanical" und „Plant" ermöglichen wir unseren Kunden, sich Vorteile im weltweiten Wettbewerb zu erarbeiten sowie innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend herzustellen. 08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Wirtschaft

Aufschwung lässt auf sich warten IHK Halle‑Dessau‑Konjunkturbericht zum zweiten Quartal 2013 Die konjunkturelle Situation im Süden Sachsen‑Anhalts bleibt aktuell stabil. Das Geschäftsklima liegt nahezu unverändert bei 11,4 Punkten. Diese Seitwärtsbewe‑ gung lässt erneut keine Richtungsent‑ scheidung erkennen. „Die Abwärtsbewe‑ gung ist zwar seit zwei Quartalen nahezu zum Stillstand gekommen, ein möglicher Aufschwung lässt aber weiter auf sich warten“, konstatiert Dr. Christof Alt‑ mann, Leiter Standortpolitik der Indu‑ strie‑ und Handelskammer Halle‑Dessau (IHK), die Ergebnisse des aktuellen IHK‑ Konjunkturberichts.

„Insbesondere die konjunkturell impulsgebenden Branchen Industrie und Dienstleistungen korrigieren ihre zuletzt optimistischeren Erwartungen wieder nach unten. Die damit verbundenen Hoffnungen haben sich bei der aktuellen Geschäftslage also nicht erfüllt“, analysiert Altmann. Die Verbesserungen im Gesamtbild würden laut der Unternehmerbefragung mehrheitlich aus Nachholeffekten in Baugewerbe, Handel und Verkehr resultieren. „Auch wenn die aktuelle Situation keine neuen Impulse bietet, so erweist sich das Geschäftsklima doch als stabil. Diese Stabilität auf doch recht hohem Niveau ist durchaus als positiv zu bewerten“, so der Konjunkturexperte. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Brockmeier weist auf eine „gewisse Gemengelage“ durch das Juni-Hochwasser hin: „Das während des Umfragezeitraumes im IHK-Bezirk aufgetretene Hochwasser hat zwar bis jetzt zum Glück keine größeren negativen Effekte auf das Geschäftsklima gehabt. Allerdings muss hier abgewartet werden, wie die nächsten Umfragen ausfallen. Denn zum einen konnten oder wollten viele betroffene Unternehmen aus verständlichen Gründen nicht an der Erhebung teilnehmen. Und zum anderen werden sich die Folgen erst mittel- bis langfristig zeigen“, so Brockmeier. Politisch schlägt der IHK-Hauptgeschäftsführer eine stärkere bundespolitische Verantwortung beim Hochwasserschutz vor: „Wir brauchen mehr Berechenbarkeit und Verlässlichkeit. Sicher ist es großartig, wenn es gelingende Kooperationen auf Ebene der Bundesländer oder auch der Landkreise gibt. Gelingende Kooperation kann 14

aber nicht verordnet werden. Wirksamer Hochwasserschutz darf nicht von einzelnen Personen oder gar Zufällen abhängig, sondern muss verlässlich planbar sein. Hätte man die mehr als 15 Milliarden Euro Hilfsgelder für 2002 und 2013 stringent und gezielt in Schutz und Vorsorge investiert, wären wir heute sehr viel weiter.“ Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen: In der Industrie wurden die optimistischen Erwartungen des Vorquartals enttäuscht. Das Geschäftsklima fällt mit 12,2 Punkten gegenüber dem Vorquartal zurück und erreicht nur noch das Vorjahresniveau. Dabei bleibt die aktuelle Einschätzung der Geschäftslage mit 31,1 Prozentpunkten weiterhin stabil auf dem Niveau der letzten Quartale. Die Erwartungen dagegen fallen nach dem hoffnungsvollen Anstieg im letzten Quartal wieder ab und erreichen mit einem Saldo aus optimistischen und pessimistischen Erwartungen von -6,7 Prozentpunkten nur noch einen leicht negativen Wert. Dieser Pessimismus geht einher mit negativen Absatzerwartungen in der Region. Das Baugewerbe hat den Winterabsturz überwunden. Der Geschäftsklimaindex schnellt nach dem negativen Wert im Vorquartal wieder auf ein solide positives Niveau von 19,5 Punkten. Die Unternehmen haben sich von dem witterungsbedingten Lageeinbruch im Vorquartal erholt und melden hier einen Saldo von 25,8 Prozentpunkten. Dabei haben vor allem die Umsätze und Auftragseingänge wieder deutlich zugelegt. Die Geschäftserwartungen bleiben zum Vorquartal mit 13,0 Prozentpunkten konstant, liegen aber über dem Vorjahresniveau. Das Dienstleistungsgewerbe vermeldet aktuell keine weitere Aufhellung. Der Geschäftsklimaindex sinkt nach der überraschenden Verbesserung im Vorquartal wieder auf 13,9 Prozentpunkte ab. Es sind keine neuen Impulse erkennbar. Angesichts des seit drei Jahren so konstant hohen Klimawertes ist diese Stabilität aber durchaus erfreulich. Die Geschäftslage bleibt mit 29,5

IHK‑Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Brockmeier

Prozentpunkten unverändert auf hohem Niveau. Die Geschäftserwartungen sinken dagegen wieder ab und erreichen mit -1,8 Prozentpunkten keinen positiven Wert mehr. Der Handel verzeichnet eine leichte Erholung. Der Geschäftsklimaindikator verbessert sich zum Vorquartal etwas und erreicht mit -2,7 Punkten ein fast neutrales Niveau. Die Lageeinschätzung kann dabei zum Vorquartal deutlich auf 6,2 Prozentpunkte zulegen. Die Geschäftserwartungen verschlechtern sich allerdings zum Vorquartal wieder leicht auf 11,6 Prozentpunkte. Es wird mit weiter rückläufigen Umsätzen und steigenden Preisen gerechnet. Im Verkehrsgewerbe ist eine gewisse Ernüchterung zu verzeichnen. Die Stimmung hellt sich etwas auf und der Geschäftsklimaindex liegt mit 11,0 Punkten über dem Niveau des Vorquartals. Die Lagebeurteilungen steigen dabei relativ stark auf 28,3 Prozentpunkte an. Die Geschäftserwartungen aber fallen mit -6,5 Prozentpunkte dagegen wieder auf ein per Saldo negatives Niveau ab. Gemessen an der üblichen saisonalen Entwicklung ist hier sogar eine noch stärkere Eintrübung zu verzeichnen.

www.halle.ihk.de


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Fachkräfte „hausgemacht“ Das Berufsförderungswerk Sachsen‑An‑ halt ist ein gemeinnütziges Unternehmen mit Sitz in Staßfurt und Regionalzentren in Magdeburg, Halle, Dessau und Halber‑ stadt. Gesellschafter sind die Deutsche Rentenversicherung Bund und Mittel‑ deutschland. Menschen, die aus gesund‑ heitlichen Gründen ihren erlernten Beruf nicht mehr wettbewerbsfähig ausüben können, erhalten im Bfw Sachsen‑Anhalt neue berufliche Perspektiven.

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Hochmotivierte und gutausgebildete Mitarbeiter sind der Erfolgsgarant eines jeden Unternehmens.

durch spezielle Schulungen zu unternehmensspezifischen Inhalten, wie z.B. arbeitsplatzbezogene Software, CNC-Vertiefung auf spezielle Steuerung u.a. Tragender Gedanke ist dabei die Vermittlung Arbeitsplatz entsprechender Fachqualifikationen und die Entwicklung adäquatePersönlichkeitskompetenzen. Die Anforderungen an das Unternehmen sind die Bereitstellung eines Ausbildungsplatzes im Unternehmen, eine gültige Ausbildungsberechtigung der Kammern und die Bereitschaft zur aktiven Übernahme von Pflichten aus der praktischen Ausbildung (in der Regel ab 2. Ausbildungshalbjahr, Grundausbildung im Bfw). Zu den Qualifizierungsprogrammen zählen Kaufmännische und Verwaltungsberufe, Gewerbliche Berufe (Metall und Service), Gewerbliche Berufe (Elektro), Berufe der Informations- und Telekommunikationstechnik, Zeichner, Techniker und Ingenieure, Qualifizierungsund Bildungsmanagement, Berufe im Sozialwesen sowie Rehabilitationsvorbereitung. Die Ausbildungszeiten richten sich nach den qualifizierten Lernprogrammen und betragen bis zu zwei Jahre. Sämtliche Berufsschul- und externe Ausbildungskosten werden vom entsprechenden Leistungsträger übernommen. So fallen keine Ausbildungsvergütungen und Sozialabgaben für das Unternehmen an. Je nach Einzelfall werden bei Einstellung Eingliederungszuschüsse, Kosten für zusätzliche Qualifizierungen vom Leistungsträger übernommen.

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Wirtschaft

Politikberatung und Kooperation Fünf Jahre Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina Die Deutsche Akademie der Naturfor‑ scher Leopoldina feierte ihren fünften Jahrestag: Am 14. Juli 2008 wurde die Leopoldina zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt. Seitdem hat sie sich mit Empfehlungen und Stellungnah‑ men national und international in der wissenschaftsbasierten Politikberatung etabliert.

„Wir werden wahrgenommen, vor allem durch unsere Themen und Stellungnahmen. Die Leopoldina hat ihren Platz im Wissenschaftssystem gefunden und ist auch international immer besser vernetzt“, lautet die Bilanz von Präsident Jörg Hacker nach fünf Jahren als Nationale Akademie der Wissenschaften. „Der Bedarf für wissenschaftsbasierte Politikberatung ist überdeutlich: Zum einen hat die Wissenschaft verstärkt Einfluss auf alle Lebensbereiche. Sie prägt unser Leben mehr denn je. Zum anderen werden die politischen Entscheidungsträger mit immer komplexeren Problemen konfrontiert. Deshalb sollten Politik und Wissenschaft immer wieder den Dialog suchen“, sagt Hacker. Mit der wissenschaftlichen Exzellenz ihrer Mitglieder, ihrer Unabhängigkeit, ihrer In16

ternationalität und dem seit ihrer Gründung im Jahr 1652 geltenden Leitgedanken der Interdisziplinarität spiele die Leopoldina dabei eine wichtige Rolle. Am 14. Juli 2008 wurde die Leopoldina zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt, zurückgehend auf einen Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder vom 18. Februar 2008. Seitdem führt die Leopoldina die Tradition ihrer freien Gelehrtengesellschaft in einer modernen Arbeitsakademie fort. Sie koordiniert die Arbeit der deutschen Wissenschaftsakademien zum Zweck der unabhängigen, wissenschaftsbasierten Beratung von Politik und Öffentlichkeit und ist die Stimme der deutschen Wissenschaft in internationalen Akademiegremien. Deutschland bekam damit ein Pendant zu internationalen Vorbildern wie der National Academy of Sciences (USA), der Royal Society (Großbritannien) und der Académie des sciences (Frankreich). Die Leopoldina vermittelt wissenschaftliche Erkenntnisse und gibt Handlungsempfehlungen für aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen –

nicht nur in Deutschland, sondern auch auf internationaler Ebene, zum Beispiel im Vorfeld der G8-Gipfel. Die Arbeit der Nationalakademie konzentriert sich im Bereich der Politikberatung auf vier Schwerpunktthemen: Fortschritte der Lebenswissenschaften und Biomedizin, Energieversorgung, demografischer Wandel und das Wissenschaftssystem selbst. Mit ihren bisher 15 Stellungnahmen hat die Leopoldina in diesen Bereichen wichtige Debatten angestoßen. Im Oktober 2012 hat sie zudem ein Studienzentrum für Wissenschafts- und Akademiengeschichte eröffnet. LeopoldinaPräsident Hacker ist zuversichtlich, dass sich die Leopoldina auch in den kommenden Jahren positiv entwickeln wird: „Wir werden weiter unseren Weg gehen. Themen, die wir aktuell behandeln, sind beispielsweise Personalisierte Medizin, die Umgestaltung der Energiesysteme, Palliativmedizin oder der demografische Wandel. Auch im internationalen Bereich wollen wir unsere Aktivitäten verstärken und uns weiter profilieren.“ www.leopoldina.org


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Wirtschaft

Keine Frauenquote für Mittelstand MIT Magdeburg lehnt Pläne des EU‑Parlaments zur verpflichtende Frauenquote ab Die Mittelstands‑ und Wirtschaftsvereini‑ gung der CDU (MIT) Magdeburg wendet sich entschieden gegen die Pläne des Euro‑ paparlaments, Mittelständlern künftig eine verpflichtende Frauenquote vorzuschrei‑ ben. „Die MIT Magdeburg fordert die Euro‑ paabgeordneten auf, die geplante Auswei‑ tung der Frauenquote auf den Mittelstand abzulehnen“, sagt André Nollmann, Vorsit‑ zender der Mittelstands‑ und Wirtschafts‑ vereinigung der CDU (MIT) Magdeburg.

So plant das Europaparlament, die vorgesehene EU-weite Frauenquote für Unternehmen auch auf mittelständische Betriebe auszuweiten. Dies geht aus einem Bericht hervor, der im Rechts- und dem Frauenrechteausschuss des EU-Parlaments vorgestellt wurde. Dieser sieht eine Verschärfung der entsprechenden Pläne von EU-Justizkommissarin Viviane Reding vor, die kleine und mittlere Unternehmen explizit von einer Frauenquotenregelung ausgenommen hatte. „Die jüngste Initiative des EU-Parlaments

zur Frauenquote ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Brüsseler Dirigismus. Statt den Mittelstand zu entlasten und von bürokratischen Hemmnissen zu befreien, regiert Brüssel immer stärker in die Angelegenheiten der Unternehmen hinein und sorgt für neue Belastungen. Angesichts immer neuer Vorschriften ist es nicht verwunderlich, dass Brüssel von den Menschen als Ursache für überbordende Bürokratie wahrgenommen wird“, sagt Nollmann. Eine gesetzlich verbindliche Frauenquote greife massiv in die Vertragsfreiheit sowie das Eigentumsrecht der Unternehmen ein. Unternehmerische Personalpolitik gehört aus Sicht der MIT Magdeburg nicht zu den Aufgaben der Politik, sondern ist wesentlicher Bestandteil der Unternehmerfreiheit. Zudem würde eine verpflichtende Quote bestehende strukturelle Differenzen missachten: „Je nach Branche und Größe gibt es deutliche Unterschiede in den Unternehmenskulturen. Die unterschiedlichen Branchen mit ihrer jeweiligen Personal-

struktur dürfen nicht über einen Kamm geschoren werden“, appelliert Nollmann. Die MIT Magdeburg unterstützt grundsätzlich die Forderung nach mehr Teilhabe von Frauen in Führungspositionen, lehnt gesetzliche Vorgaben jedoch entschieden ab. „Verantwortung darf aber nicht durch Gesetze erzwungen werden. In erster Linie muss die Qualifikation entscheiden. Eine feste Quote hat mit der Qualifikation und dem Leistungsprinzip nichts mehr zu tun“, sagt Nollmann. Statt Quoten vorzugeben sei es die Pflicht der Politik, zusammen mit den Unternehmen die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass mehr Frauen Führungsaufgaben in der Wirtschaft übernehmen. „Es müssen beispielsweise verstärkt Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ergriffen werden. Dies wäre ein wesentlich wirksamerer Beitrag im Interesse der beruflichen Aufstiegschancen von Frauen“, unterstreicht Nollmann.


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Wirtschaft

In Barleben bewegt sich was... Attraktiver Wirtschaftsstandort und ein lebenswertes Umfeld Als kompetentes Team setzt sich das Unternehmerbüro Barleben für die Wirtschaftsförderung in und um die Gemeinde ein und versteht sich als Schnittstelle und Moderator für Unternehmer zur Verwaltung. Barleben selbst versteht sich als dynamische Gemeinde, die im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte ein profiliertes Management benötigt. Da die Komplexität von Projekten im Wirtschaftsleben - insbesondere von Investitionsvorhaben - stetig zunimmt, setzt die Gemeinde Barleben mit dem Instrument Unternehmerbüro auf einen hocheffizienten Informationstransfer zwischen Unternehmen und den Wirtschaftsförderern. Im Ergebnis stiegen die Gewerbeanmeldungen Jahr für Jahr. Auch die Anzahl der Arbeitsplätze in Barleben ist konstant gewachsen. Derzeit stehen am Standort Barleben etwa 5.800 Arbeitsplätze zur Verfügung. Dem stehen knapp 4.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter gegenüber. Auch in baulicher Hinsicht gibt es zurzeit viel Bewegung am Wirtschaftsstandort Barleben. Davon zeugen vier Baustellen in den Gewerbegebieten. Zwei Unternehmen lassen Erweiterungsbauten aufstellen, um ihre Leistungskapazitäten zu verbessern. Neben der ESA-GmbH, die sich mit der Produktion komplexer Elektround Schaltanlagen beschäftigt, hat das

Unternehmen EKF-diagnostic kürzlich den Grundstein für einen Erweiterungsbau gelegt und sich damit klar für den Standort Barleben bekannt. Das SalutasPharmawerk des Schweizer Sandos-Konzerns plant den Bau eines neuen Produktionsgebäudes inklusive Maschinen- und Anlagenausrüstung. Dafür wird das Pharmawerk noch in diesem Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Als Gründe für die derzeit laufenden Investitionen führt Barlebens Wirtschaftsförderer Sven Fricke unter anderem einen niedrigen Gewerbesteuerhebesatz in Höhe von 290 v. 100, günstige und flexiblen Bodenpreise in den Gewerbegebieten, kurzfristige Genehmigungsverfahren bei Ansiedlungsvorhaben sowie die Förderung besonders innovativer und technologieorientierter Unternehmen auf. „Neben den ohnehin hervorragenden infrastrukturellen und logistischen Bedingungen haben wir mit diesen Instrumenten beste Voraussetzungen für Investoren geschaffen.“, erklärt Fricke. Die größte Herausforderung heute und in der Zukunft ist der Wettbewerb unter den Standorten. Je stärker der Wettbewerb wird, desto wichtiger werden Themen wie Positionierung und Strategie - mit und für die Menschen in der Region. Im Fokus stehen daher die Erfolge der Ansiedlungs-

SVEN FRICKE ist der Leiter des Unterneh‑ merbüros der Gemeinde Barleben und verantwortlich für die Ansiedlungspoli‑ tik. Zahlreiche größere und kleinere Un‑ ternehmen sind der Grund für die solide Finanzsituation der Gemeinde und eine überaus geringe Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent. Zudem ist er Ideengeber und Initiator der Ostfalentage, einer Ge‑ werbemesse, an der 2013 mehr als 138 Aussteller teilnahmen.

politik kontinuierlich fortzuschreiben und bestehenden Unternehmen unterstützend zur Seite zu stehen, um letztendlich den Standort Barleben für die Zukunft weiter zu stärken.

Hilfe für hochwassergeschädigte Familie „Das Wasser kam aus dem Waschbecken und lief in die gesamte Wohnung“, erzählt Sebastian Schultz. Der junge Mann wohnt mit seiner Freundin Stefanie Kolz und Töchterchen Emily in einem Haus in dem Magdeburger Stadtteil Rothensee. Als Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Rothensee war er tagelang im Dauereinsatz im Kampf gegen das Hochwasser. Als es für sein eigenes Zuhause schlimm aussah, hatte er nicht einmal genügend Zeit, die vor kurzem ausgebaute Kellerwohnung zu retten. Das Wasser drückte aus der Kanalisation, aus dem Waschbecken und ein Abflussrohr im Hof. Es blieb gerade genug Zeit, um die Waschmaschine, Trockner und Kühlschrank in das Obergeschoss zu bringen. Dann die Evakuierung – die junge Familie musste samt Schwiegermutter aus dem Haus. Sebastian Schultz kam mit Freundin Stefanie Kolz und Tochter Emily bei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Barleben unter. „Der Vorschlag, die Spende an einen Kameraden aus Rothensee zu übergeben, kam von der Barleber Feuerwehr“, erklärt Sven Fricke. Er ist Leiter des Unternehmerbüros in Barleben und Mitorganisator der Gewerbemesse „Ostfalentage“. Bei einer Versteigerung und durch Spenden der Aussteller sowie des Barleber Heimatvereins kamen 2.256,80 Euro zusammen. Der Veranstalter der Ostfalentage, Harry Jelowik, hat die Summe 18

Die Organisatoren der Ostfalentage in Barleben, Sven Fricke (2.v.l.) und Harry Jelowik (r.) sammelten mit Unterstützung der Ausstel‑ ler und des Barleber Heimatvereins 3.500 Euro.

aufgestockt, so dass am Ende ein Betrag von 3.500 Euro an die Familie Kolz/Schultz übergeben werden konnte. „Wir beziffern den Schaden auf circa 20.000 Euro. Da kommt der Scheck aus Barleben zur richtigen Zeit“, freut sich Sebastian Schultz. Er ist zuversichtlich, dass die Wohnung wieder hergerichtet werden kann.


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Wirtschaft

Mittelstand erfolgreich durch Wissenschaft Allgemeiner Arbeitgeberverband der Wirtschaft vergibt 6. Unternehmerpreis Der Allgemeine Arbeitgeberverband der Wirtschaft für Sachsen‑Anhalt e. V. (AVW) vergibt am 25. September 2013 zum sech‑ sten Mal seinen Unternehmerpreis. Der diesjährige Preis steht unter dem Motto „Mittelstand erfolgreich durch Wissen‑ schaft“. Damit sollen Spitzenleistungen und innovative Geschäftsmodelle besonders er‑ folgreicher Unternehmen in Sachsen‑An‑ halt gewürdigt werden.

Innovation, Forschung und technologische Entwicklung gehören zu den wichtigsten Standortfaktoren in Sachsen-Anhalt. Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring hat die Schirmherrschaft des Preises übernommen. Mit dem Preis wird das Ziel der EU-Kommission - die Umsetzung der regionalen Innovationsstrategie in Sachsen-Anhalt - in der bevorstehenden Förderperiode 20142020 unterstützt. Dabei sind Unternehmen und Wissenschaft gegenseitig Impulsgeber, was u. a. zwangsläufig ihre engere Verzahnung zur Folge hat. „Für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt stellt die Produktion und Verbreitung von neuem Wissen, neuen Produkten und neuen Dienstleitungen eine wichtige Aufgabe dar. Damit verbunden sind hohe Anpassungsfähigkeit, Unternehmergeist und Einfallsreichtum. Ohne den Mut und die Weitsicht mittelständischer Unterneh„Unser Anliegen und Ziel ist es, das Verbands‑ netzwerk weiter zu stärken, Fachkräfte für das Land Sachsen‑Anhalt zu sichern, den Verbands‑ service in hoher Qualität und zur Zufriedenheit un‑ serer Mitglieder zu leisten, Professio‑ nalität und ständi‑ ge Flexibilität wei‑ ter auszubauen, den Ausbau des Jungunterneh‑ mernetzwerkes zu forcieren, den Einsatz junger Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen in Unter‑ nehmen unseres Verbandes zu unterstützen so‑ wie unseren Unternehmen in der Projektarbeit Hilfestellungen zu geben. Damit wollen wir zur Stärkung der Wettbe‑ werbsfähigkeit unserer Mitgliedsunternehmen beitragen.“ Dr. Sigrun Trognitz Geschäftsführerin des AVW

mer/innen würden viele nachhaltige Innovationen nicht entstehen. Die Initialzündung kommt häufig aus dem Mittelstand. Dank ihrer Kundennähe haben kleine und mittlere Unternehmen häufig die Nase vorn, wenn es darum geht, Ressourcen zu sparen“, so der AVW-Vorstandsvorsitzende, Klaus-Dieter Weber. Erfolgreich durch Wissenschaft heißt, innovative Geschäftsmodelle im Unternehmen selbst zu entwickeln, sie aber auch mit neusten wissenschaftlichen Entwicklungen von „Außen“ anzureichern. Die Wettbewerbsfähigkeit der sachsen-anhaltinischen Wirtschaft wird zukünftig noch mehr durch deren Innovationsverhalten beeinflusst werden. Ein hohes Niveau von Forschung, Entwicklung und Innovationstätigkeit ist dafür zentrale Voraussetzung. Zahlreiche Unternehmensbeispiele beweisen schon heute, dass das Zusammenwirken mit der Wissenschaft die Wertschöpfung steigert und daraus folgend das Wachstum nachhaltig erhöhen kann. Von der Idee über die erfolgreiche Marktplatzierung bis zum Erreichen einer marktbeherrschenden Stellung ist die Zusammenarbeit notwendig.

„Um die Leistungsfähigkeit unserer Unterneh‑ men in Sachsen‑Anhalt noch mehr hervorzuhe‑ ben, vergeben wir 2013 zum sechsten Mal un‑ seren AVW‑Unter‑ nehmerpreis. Das Engagement unse‑ rer Unternehmen in Sachsen‑Anhalt zu fördern, sie für un‑ ser Land zu begei‑ stern und Kreativi‑ tät anzuerkennen ‑ das ist das Ziel un‑ seres Verbandes. Investitionen, die zu neuen, ressourceneffizien‑ teren Prozessen in der gesamten Wertschöp‑ fungskette eines Unternehmens führen, amor‑ tisieren sich häufig innerhalb kürzester Zeit. Als Arbeitgeberverband setzen wir auf nachhalti‑ ges Unternehmertum, das sich durch Ressour‑ ceneffizienz auszeichnen muss.“ Klaus‑Dieter Weber Vorstandsvorsitzender des AVW

ren Aktivitäten dem Wettbewerb zu stellen. Drei Unternehmen erhalten im September 2013 ihre Auszeichnungen. Bewerbungsunterlagen können unter folgender Adresse abgefordert werden: E-Mail: info@avw-sachsen-anhalt.de, www.avw-sachsen-anhalt.de

Ziel des AVW und des diesjährigen Unternehmerpreises ist es, das Engagement für nachhaltiges innovatives Unternehmertum in Sachsen-Anhalt zu würdigen, denn nachhaltiges Wirtschaftswachstum und neue, qualifizierte Arbeitsplätze sind immer stärker von marktwirksamen Innovationen abhängig. Unternehmerinnen und Unternehmer kleiner und mittelständischer Betriebe mit Firmensitz in Sachsen-Anhalt, die innovative Projekte zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bereits realisiert haben oder diese konkret planen, sollen ausgezeichnet werden. Bewerben können sich für den Preis Unternehmerinnen und Unternehmer mit Firmensitz in Sachsen-Anhalt, die nach dem 3. Oktober 1990 gegründet oder übernommen wurden, eine Bestandsdauer von mindestens 3 Jahren haben und sich durch eigene innovative wissenschaftliche Leistungen oder durch gemeinsame Projekte zwischen Wirtschaft und Wissenschaft auszeichnen. Nach zahlreichen Bewerbungen in den letzten Jahren sind auch im Jahr 2013 Unternehmen aufgefordert, sich mit ih08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Sachsen‑Anhalt‑Tag

Die Gastgeber aus Gommern machten tüchtig Stimmung.

Landesfest mit besonderem Flair Hunderttausende Besucher feierten den Sachsen‑Anhalt‑Tag in Gommern Der 17. Sachsen‑Anhalt‑Tag in Gommern war ein ganz besonderes Landesfest. Unter dem Motto „Sachsen‑Anhalt sagt danke!“, stand er ganz im Zeichen der Flutkatastro‑ phe. Nach den schweren Wochen war er ei‑ ne willkommene Abwechslung. Rund 200.000 Besucher ließen sich diese Gelegen‑ heit zum Feiern nicht entgehen. Auf zahlrei‑ chen Bühnen und in den Regionaldörfern wurde ein buntes Programm geboten.

Möckern, in der preußische Truppen den napoleonischen eine erste bittere Niederlage beibrachten. Im Vorfeld war wegen der Hochwasserkatastrophe über die Absage des Landesfestes diskutiert worden. Die Landesregierung hatte sich dann dafür aus gesprochen, es unter dem neuen Motto stattfinden zu lassen. Der Erfolg gibt den Organisatoren Recht. Ministerpräsident Haseloff zeigte sich beeindruckt von Gommern: „Die Stimmung war herzlich”. 2014 findet der Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode statt.

FOTOS (3): WOLFGANG BENNDORF

Nach dem Fest 2012 in Dessau-Roßlau, setzte der Sachsen-Anhalt-Tag in der Kleinstadt andere Akzente. Höhepunkt war der Festumzug am Sonntag mit rund

3.000 Teilnehmern. Regionale Originale, Heimatvereine, Musik- und Trachtengruppen präsentierten die Regionen des Landes von der besten Seite. Darüber hinaus gab es zahlreiche Informationen durch Tourismusanbieter und -verbände. Das 10.000-Einwohner-Städchen hat bewiesen, dass ein solches Großereignis auch im Kleinen möglich ist. Jede Gastgeber-Stadt soll dem Sachsen-Anhalt-Tag eine ganz besondere, individuelle Note verleihen. In Gommern bot die gesamte Stadt ein einmaliges Ambiente. Ins Landesfest eingebettet waren die Feierlichkeiten zum 200. Jubiläum der Schlacht bei

Gommern konnte zum Sachsen‑Anhalt‑Tag mehr als 200.000 Besucher begrüßen 20

MP Reiner Haseloff, Ehefrau Gabriele und Gommers Bürgermei‑ ster Jens Hünerbein schauten gemeinsam den Festumzug an.


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Wirtschaft

Pfiffige Ideen für die Zukunft gesucht Pfiffige Ideen sind wieder gefragt. Gestern fiel der Startschuss für die diesjährige Be‑ werbungsrunde um den Wirtschaftspreis Altmark. Das Motto 2013: „Altmark im Wandel ‑ heute schon an morgen den‑ ken!“. Gesucht werden die besten Konzep‑ te, um die Herausforderungen des demo‑ grafischen Wandels, der sich in der Regi‑ on besonders krass bemerkbar macht, zu bewältigen. Bis zum 16. September kön‑ nen sich Firmen bewerben, die in Sachen Ausbildung, Fachkräftesicherung und ‑ge‑ winnung oder ähnlichen Bereichen Rich‑ tungweisendes zu bieten haben.

Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Für den zweiten und dritten Platz winken 3000 beziehungsweise 1000 Euro. Ausrichter sind die beiden Landkreise und die regionalen Sparkassen. Zum Auftakt riefen die Landräte, Michael Ziche und Carsten Wulfänger, Kerstin Jöntgen (Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Stendal) und Andreas Störmer (Vorstand der Sparkasse Altmark West) alle altmärkischen Firmen auf, sich an der 11. Auflage des Wettbewerbs zu beteiligen. Außerdem wird wieder ein Existenzgründerpreis (Preisgeld 3000 Euro) vergeben, für den aber keine Bewerbung erforderlich ist. Die Auswahl erfolgt aus den entsprechenden Gründernetzwerken. Zufrieden lächelt Bernd Wiesner, Geschäftsführer der Paradiesfrucht GmbH Salzwedel. Das Unternehmen, das begehrte Zutaten für Müslis, Tees, Schokolade und weitere leckere Produkte her-

stellt, ist aktueller Inhaber des Wirtschaftspreises Altmark. Mit der Auszeichnung sei nicht nur einen überregionaler Imagegewinn verbunden gewesen, sie habe auch einen Motivationsschub für die Mitarbeiter mit sich gebracht, „der bis heute anhält“, berichtet der Firmenchef. Die Teilnahme am Wettbewerb habe sich also in mehrfacher Hinsicht gelohnt. „Der Wirtschaftspreis Altmark hat inzwischen eine gute Tradition und überregionale Bedeutung“, würdigte Stendals Landrat Carsten Wulfänger. Das aktuelle Motto sei ein Thema, das alle bewegt. Schon jetzt zeichne sich für viele Firmen ein akuter Fachkräftemangel ab, der sich in den nächsten Jahren noch zuspitzen werde. „Wir stehen im Wettbewerb nicht nur zwischen Unternehmen sondern europaweit zwischen den Regionen“, ergänzte Salzwedels Kreischef Michael Ziche. Auf Dauer könne nur derjenige bestehen, der die besten Konzepte hat. Die sind auch für den Wirtschaftspreis Altmark gefragt. Die Organisatoren werben dafür, dass sich möglichst viele Unternehmen, unterschiedlichster Größen und Branchen beteiligen. Das gelte nicht nur für Industriebetriebe, sondern auch für Hotellerie- und Gastgewerbe, Handwerk, Landwirtschaft oder den Dienstleitungsbereich. Wichtig sei, dass der Firmensitz oder eine Betriebsstätte in der Altmark ist. Für die Bewerbungen (Anmeldeschluss 16. September) sind ein paar wenige Unterlagen erforderlich. Die sollten Aus-

FOTO: WOLFGANG BENNDORF

Wirtschaftspreis Altmark 2013 ausgelobt/ Thema: Demografischer Wandel

Startschuss für den Wirtschaftspreis Alt‑ mark (v.l.): Michael Ziche, Andreas Stör‑ mer, Kerstin Jöntgen und Bernd Wiesner.

kunft über Betriebsprofil und -größe geben und darstellen, wie das Thema des Wettbewerbs umgesetzt wird. Die Bewerbungsunterlagen können über das IGZ Salzwedel und das BIC Stendal angefordert oder direkt im Internet herunter geladen werden. (www.wirtschaftspreis-altmark.de). Eine Jury aus Vertretern der Landkreise und der beteiligten Sparkassen wählt die besten Konzepte aus. Der Preis wird dann zusammen mit dem Existenzgründerpreis am 16. Dezember im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung übergeben.

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FOTO: FLOUM

Wissenschaft

Mit 20 Jahren gehört die Universität Magdeburg zu den jüngsten Hochschulen des Landes. Namenspatron Otto von Guericke kann stolz sein auf die Uni.

Magdeburger Uni im positiven Licht Wissenschaftsrat vergibt der Otto‑von‑Guericke Universität gute Noten Mit dem Gutachten des Wissenschaftsrats (WR) liegt erstmalig eine umfängliche und fundierte Bewertung des Hochschul‑ systems des Landes Sachsen‑Anhalt vor. Die Otto‑von‑Guericke‑Universität Mag‑ deburg (OVGU) erhält darin vom Wissen‑ schaftsrat in vielen Bereichen sehr gute Noten.

Ausdrücklich wird die ausgesprochen positive Gesamtentwicklung der Universität Magdeburg nach der Neugründung in den vergangenen 20 Jahren gewürdigt und festgestellt, dass die Universität sich zu einer Profiluniversität entwickelt hat, die in den technischen Disziplinen, der Medizin und der Wirtschaftswissenschaft sichtbare Schwerpunkte besitzt. Auch die Fakultät für Humanwissenschaften, die fast ein Viertel der immatrikulierten Studenten ausmacht, bietet mit ihren Studienprogrammen eine wichtige Basis, um junge Studierende in 22

die Landeshauptstadt zu holen. Insgesamt kommen nur noch 35 Prozent der Studienanfänger aus Sachsen-Anhalt. Der WR-Bericht empfiehlt eindeutig und ausdrücklich, die jetzigen Studierendenzahlen im Land zu halten und als ein wesentliches Element im Kampf gegen abnehmende Einwohnerzahlen in Folge des demographischen Wandels zu nutzen. Hierzu wird die OVGU auch zukünftig mit einem attraktiven Studienangebot einen aktiven Beitrag leisten. Verstärkt werden soll dieser Prozess durch die Fortsetzung der Internationalisierung der Universität. Der WR bescheinigt der OVGU eine sehr erfolgreiche Profilierung in den Forschungsschwerpunkten „Neurowissenschaften“, „Dynamische Systeme“ und „Medizintechnik“. Das Zusammenwirken mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Standort Magdeburg wird als beispielhaft für das Land bezeichnet. Der WR gibt weiter-

hin zu erkennen, dass die Forschungsfördermittel des Landes ein zentrales Element dieser Profilierung waren und erhalten bleiben sollten, um diese beeindruckende Entwicklung aufrechterhalten zu können. Die erfolgreiche Arbeit der OVGU innerhalb und außerhalb der Forschungsschwerpunkte lässt sich aus Sicht des Rektorats auch unmittelbar aus der enormen und stetigen Steigerung der für das Land eingeworbenen Forschungsdrittmittel der Universität von 30 Millionen Euro in 2007 auf über 56 Millionen Euro in 2012 ableiten – also annähernd eine Verdopplung innerhalb von nur fünf Jahren. Die konsequente Schwerpunktbildung trägt Früchte, und es ist der strategische Plan der Universität, diesen Weg konsequent weiter zu gehen. Neben der weiteren Stärkung der drei oben genannten hocherfolgreichen Forschungsschwerpunkte wird die Medizintechnik als übergreifender Schwerpunkt der Ingenieurfakultäten mit enger Anbindung


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Wissenschaft

an die Medizin ausgebaut. Der Forschungscampus STIMULATE bietet hierzu hervorragende Voraussetzungen. Die Medizin ist in Forschung und Lehre ein sehr erfolgreicher und integraler Bestandteil der OVGU und wird in enger Kooperation mit der Klinik weiter gestärkt und ausgebaut. Das Gutachten enthält eine Reihe von wichtigen Impulsen für die fortschreitende Profilierung aller Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt (LSA) und sieht auch an der OVGU noch Potentiale. Mit der Empfehlung, die Wirtschaftswissenschaft neben den Ingenieurwissenschaften und der Medizin zu einem dritten Schwerpunkt auszubauen, würdigt der Wissenschaftsrat eine bemerkenswerte Aufbauarbeit und bekräftigt zugleich als ein zentrales Entwicklungsziel die verbesserte Integration der Wirtschaftswissenschaft in die Gesamtstruktur der technisch geprägten Universität. Die Fakultät für Humanwissenschaften hat sich in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich in Richtung der Sozial-, Kultur- und Bildungswissenschaften entwickelt. Die Geisteswissenschaften an einer Profiluniversität wie der OVGU

müssen einen anderen Zuschnitt haben, als an den klassischen Universitäten und in ihren Studiengängen die thematische Nähe und interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Medizin und den Ingenieurwissenschaften sowie zu den Wirtschafts- und Medienwissenschaften weiter ausbauen. Die Studiengänge der Humanwissenschaften werden entsprechend der Empfehlung des WR zukünftig noch enger am Gesamtprofil der Universität auszurichten sein. Dieser Prozess darf allerdings nicht zulasten der inhaltlichen und kulturellen Vielfalt gehen, die für die Existenz einer Universität und für den Charakter einer Universitätsstadt unabdingbare Voraussetzungen sind. Die Lehrerbildung sieht der WR zukünftig an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) verortet. Das Rektorat der OVGU stellt sich diesem Profilierungsprozess im Bereich der Lehrerbildung und bietet das an der OVGU vorhandene Know-how im Bereich Berufspädagogik und Technik für das Berufsschullehramt im Rahmen adäquater Kooperationsmodelle mit der MLU und den Fachhochschulen des Landes an. Gerade für die technischen

Fächer ist die Einbeziehung eines fachkompetenten universitären Umfeldes notwendige Voraussetzung für eine zukunftsweisende Lehramtsausbildung. Der WR weist an mehreren Stellen unzweifelhaft darauf hin, dass in dieser Umstrukturierungsphase von 5 Jahren dem Wissenschaftssystem des LSA insgesamt kein Geld entzogen werden darf. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats bieten aktuell keinerlei Grundlage für Mittelkürzungen in den Hochschulbudgets. Die Studierenden der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Hochschule Magdeburg-Stendal prägen das Stadtbild, die kulturelle Vielfalt und die wirtschaftliche Entwicklungsfähigkeit der Stadt Magdeburg und der Region. Eine Intensivierung der Internationalisierung und der Kooperation mit der regionalen Wirtschaft werden auch in der Zukunft zentrales Fundament für den Ausbau der Universität Magdeburg als wichtige Entwicklungskraft für die Stadt sein. www.ovgu.de

„DIE KONKURRENZ ABHÄNGEN.“

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Wirtschaft

Immaterielle Schäden berücksichtigen Regionale Wirtschaftskammern appellieren an die Landesregierung der Strom aus oder manche Betriebe in gefährdeten Gebieten erhalten sogar monatelange Betriebsverbote - da entstehen schnell riesige Umsatzausfälle

Die vier Wirtschaftskammern in Sach‑ sen‑Anhalt kritisieren die einseitige Ausrichtung der Landessoforthilfe für Hochwasserschäden und fordern die Landesregierung auf, auch soge‑ nannte mittelbare Schäden zu berücksichtigen. In einem ge‑ meinsamen Schreiben wenden sich die Handwerkskammern Hal‑ le und Magdeburg sowie die In‑ dustrie‑ und Handelskammern Halle‑Dessau und Magdeburg hierzu an Ministerpräsident Rei‑ ner Haseloff.

FOTOS (2): WOLFGANG BENNSORF

Allein für die materiellen Schäden, also die an Gebäuden und beweglichen Gütern, kann derzeit ein Ausgleich in Höhe von 50 Prozent der Summe bis maximal 50.000 Euro, in besonders existenzbedrohenden Fällen auch bis zu 100.000 Euro beantragt werden. „Hauptproblem für die Betriebe ist und bleibt jedoch die Kombination aus materiellen und hohen immateriellen Schäden, die durch das Hochwasser entstanden sind“, beklagen die Präsidenten der vier Kammern. „Mitarbeiter konnten tage- oder wochenlang nicht arbeiten, im Gastgewerbe, in Bäkkereien und Fleischereien mit verderblichen Lebensmitteln beispielsweise fiel

FOTO: LHW

im fünf- oder gar sechsstelligen Bereich. Dies alles ist durch die Soforthilfe nicht abgedeckt, nimmt aber manchmal einen viel größeren Schadensumfang ein oder führt gar erst zur Existenzbedro-

hung wenn die Schäden nicht schnell genug beseitigt werden können. Wir müssen dafür sorgen, dass aus der Flutwelle keine Insolvenzwelle wird.“ Es gelte den Zeitraum starker Umsatzeinbußen zu überbrücken, bis die Betriebe wieder aufgebaut und leistungsfähig sind. Gerade die vielen kleinen Betriebe hätten für solche Fälle kaum Kompensationsmöglichkeiten und wären daher auf unbürokratische und schnelle Hilfe angewiesen. Bereits in der Hochwassersituation 2002 habe sich gezeigt, dass die einseitige Hilfe für materielle Schäden in vielen Fällen das eigentliche Problem gar nicht entschärfen könne. Die Kammern appellieren deshalb an die Landesregierung, dass für Härtefälle unbedingt eine weitere Möglichkeit der Schadenskompensation geschaffen werden müsse, um erheblich betroffene Betriebe auch tatsächlich vor der Existenzvernichtung bewahren zu können. Im Schreiben an Reiner Haseloff erklären sich die Präsidenten dazu bereit, die Landesregierung bei der Aufnahme der entsprechenden Fälle und der Suche nach einer Lösung im Interesse der Unternehmen und der gewerblichen Wirtschaft zu unterstützen.

Die Schäden sind immens.

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Bei Fischbeck wurden Schiffe versenkt, um die Deichlücke zu stopfen.


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Wirtschaft

Otto hat Wurzeln geschlagen Startschuss für Binnenmarketingkampagne von Stadtmarketing Pro Magdeburg Die Ottostadt Magdeburger hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten hervorragend entwickelt, insbesondere in den Bereichen Städtebau, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur. Diesen positiven Trend verdeutlichen auch die steigenden Einwohner- und Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren sowie die Wahl zur dynamischsten Stadt Deutschlands. Immer

mehr Menschen zieht es in die Elbestadt. Vor allem junge Leute schätzen an ihr, dass sie viel Raum für Kreativität bietet und man sich hier persönlich einbringen kann. Von den gut ausgebildeten und motivierten zugezogenen Neumagdeburgern profitiert nicht nur Magdeburgs Wirtschaft, sondern die gesamte Stadt. Die vom Stadtmarketing „Pro Magde-

Über China und Brasilien direkt nach Magdeburg: Birgit Heine war in der Welt zu Hause, jetzt hat sie ihren Lebensmittelpunkt in der El‑ bestadt gefunden und arbeitet bei der Investitions‑ und Marketingge‑ sellschaft Sachsen‑Anhalt mbH (IMG). Sie spezialisierte sich auf die Themen Marketing, Internationale Wirtschaft und Kommunikationswissenschaften und ging in die Phar‑ maindustrie. „Medizin fand ich schon immer spannend, schließlich ist mein Papa Tierarzt.“ Damals wie heute bewegt sich die engagierte Frau zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, kümmerte sich bei Phar‑ maunternehmen in Hamburg, Schleswig‑Holstein und Aachen um Marketing und Vertrieb vor allem im internationalen Bereich. Ihr Mann tickt ähnlich wie sie, denkt global, ist lange Zeit viel gereist. Der erste Sohn war gerade 3 Monate alt, da bekam er das Angebot, nach China zu gehen – und später nach Brasilien. Birgit Heine überlegte nicht lan‑ ge, packte ihre Sachen, nahm ihren Sohn, und ging mit. Das Angebot, bei der Schuberth Helme GmbH, dem Hersteller für Motorradhelme und Arbeitsschutzhelme, zu arbeiten, erreichte ihren Mann im Jahr 2010. Heute lebt die Familie in Magdeburg, einer Stadt, die damals nicht nur fern, sondern in der auch alles wieder neu war. „Wir wollten unbedingt, dass unser Sohn in eine Montessori Schule geht, weil wir in Brasilien damit ganz tolle Erfahrungen gemacht haben.“ erklärt sie. Da‑ mit er auch in der weiterführenden Schule die Montessori‑Pädagogik genießen kann, schloss sie sich spontan der Elterninitiative zur Grün‑ dung der Neuen Schule Magdeburg an. „Wir fühlen uns richtig wohl hier“, sagt die zweifache Mutter. Ihr jüngster Sohn ist ein waschechter Elbestädter und geht liebend gern in seine Kita. „Magdeburg ist sehr familienfreundlich“, meint sie. „Wir konnten alles so organisieren, dass wir beide arbeiten gehen kön‑ nen.“ Bei der IMG setzt sie als Senior Managerin im Bereich Life Sci‑ ences ihre internationalen Kenntnisse ein, kümmert sich darum, dass sich Unternehmen aus der Pharmaindustrie, der Biotechnologie oder der Medizintechnik in Sachsen‑Anhalt ansiedeln. Sie guckt dafür im‑ mer noch weit in die Welt, aber angekommen ist sie in Magdeburg. „Magdeburg hat genau die richtige Größe: mit dem Fahrrad kommt überall hin, es gibt viel Kultur und die Studenten bringen Leben in die Stadt. Ob Puppentheater, Kabarett oder Open‑Air‑Veranstaltun‑ gen ‑ hier ist immer etwas los.“ findet Birgit Heine. Und auf dem Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 wird sich hier noch viel mehr entwickeln. Da ist sie sich sicher.

burg“ e. V. initiierte Binnenmarketingkampagne erzählt 50 Geschichten von Menschen und Familien, die zwar keine gebürtigen Magdeburger sind, sich mittlerweile aber hier zu Hause fühlen und bleiben wollen. Sie geben Einblicke in ihren Alltag, ihr Wirken und die von ihnen wahrgenommenen Entwicklungen der Ottostadt.

Das Aha‑Erlebnis, es kam vor eini‑ gen Jahren in der Straßenbahn: Horea Conrad traute seinen Oh‑ ren kaum: viele, die dort saßen, sprachen englisch miteinander. Dort, auf den Schienen, hat er ver‑ innerlicht, „dass Magdeburg tat‑ sächlich eine internationale Stadt geworden ist, ein beliebter und hochgeschätzter Ausbildungsort für Studenten und junge Wissen‑ schaftler“. Er erzählt von dem jungen Paar, das in Stadtfeld neben ihm wohnt und in Oxford promoviert hat. Und von den jungen Leuten, in der Wohnung über seiner. Sie sind aus Berlin nach Magdeburg gekom‑ men, um hier in renommierten Firmen zu arbeiten. „Ich selbst habe von Magdeburg aus viele Kontakte ins Ausland geknüpft“, sagt der Mitbegründer und heutige Chef des Kunstvereins derART. Seit 16 Jah‑ ren lebt Horea Conrad, der gebürtige Bukarester aus familiären Grün‑ den in der Landeshauptstadt. So lange war er sonst nirgends sesshaft. Es ist seine 22. Wohnung, erzählt der Mann, der in seiner Jugend durch Europa gezogen ist, in Berlin wohnte, sich in Paris mit Kunst beschäf‑ tigte, in Dortmund und Hannover studiert hat. „Es war ein Kulturschock“, erinnert sich der Künstler. „Magdeburg sah im Herbst 1997 traurig aus.“ Graue Häuser, menschenleere Straßen, kaum ein Café, wo man draußen sitzen konnte. „Die Stadt blieb mir erst ver‑ schlossen, weil ich die wertvollen Orte noch nicht kannte, die man nur mit anderen Menschen kennenlernt“, sagt Conrad. Heute alles unver‑ gleichlich anders ‑ heller, bunter, freundlicher und offener. Es zieht ihn immer noch in die Welt hinaus, der Wahl‑Magdeburger ist oft unter‑ wegs, plant Projekte, trifft sich mit Künstlern. „Doch in Magdeburg bin ich eindeutig zu Hause“, erklärt er. „Hier habe ich meine besten Freunde, und ich bin mit diesem Ort mitgewachsen.“ Selbst für seinen Bruder, der aus Paris anreist, ist die Elbestadt ein Stück Heimat geworden. „Ich ha‑ be ihm vorgeschwärmt, jetzt liebt er Magdeburg auch“, sagt der Kura‑ tor. Bei jedem Aufenthalt realisiert das Künstler‑Duo ein Projekt – dreht einen Film, erstellt eine Reportage oder trifft gemeinsame Freunde. Die Kunst führt alle zusammen. Horea Conrad hat den Grundstein dafür mit der Vereinsgründung selbst gelegt. Er nahm die Fäden in die Hand – und seine Kamera. Die Fotografie wurde zum Ausdrucksmittel. So entsteht stets ein Bild von Menschen, Orten und Visionen. Er schiebt die Kunst‑ vermittlung in der Landeshauptstadt an. Magdeburg als Kulturhaupt‑ stadt Europas? Warum nicht? „Das ist genau der richtige Weg, er bringt neue Ideen, neue Kontakte“, sagt Horea Conrad. „Und das nützt Magde‑ burg schließlich auch als Stadt der Wissenschaft.“

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Handwerk

Unternehmensbörse Ein Service der Handwerkskammer Halle (Saale) www.hwkhalle.de A 297 Suchen Nachfolger für Augenoptiker‑Geschäft in Sachsen‑Anhalt. (Verkauf). Das Geschäft besteht seit 20 Jahren und ist ideal für einen Existenzgründer. A 311 Verkaufe langjährig bestehendes zahntechnisches Labor im Raum Anhalt‑ Bitterfeld. Im Zuge der Nachfolgeregelung wird ein Nachfolger für das sehr gut laufende Labor gesucht. Einarbeitung und Unterstützung bei der Existenz‑ gründung wird angeboten. A 328 Etabliertes Heizungs‑/Sanitär‑Unternehmen im Süden Sachsen‑Anhalts aus Altersgründen zu verkaufen. Neben umfangreicher technischer Ausrüstung

Podiumsdiskussion über die Forderungen nach einer bezahl‑ baren und strategisch ausgerichteten Energiewende.

wird eine Gewerbeimmobilie (11.842 m²) verkauft. Wartungsverträge, über‑ wiegend im Privatkundenbereich und der Wohnungsverwaltung sowie der Kundenstamm, werden übergeben. Ein gut ausgebildetes Mitarbeiterteam ist vorhanden. Überleitende Mitarbeit des bisherigen Inhabers möglich. A 330

Einsparpotenziale im Gebäudebereich

Kfz‑Werkstatt in Bitterfeld‑Wolfen mit festem Kundenstamm besteht seit 1989 und sucht einen Kfz‑Meister als gleichberechtigten Teilhaber, um somit mittelfristig die geplante Betriebsnachfolge zu sichern. Das Unternehmen be‑ steht aus einer Kfz‑Werkstatt und einem Handel mit Kfz‑Ersatzteilen und Zu‑ behör. Aufgrund vorhandener, momentan ungenutzter Flächen ist viel Erwei‑ terungspotenzial für das Unternehmen und den Nachfolger möglich. A 339 Suche Planungs‑/Projektierungsbüro, welches im Bereich der industriellen Anlagenmontage tätig ist, zur Übernahme meines Unternehmens oder als Geschäftspartner. Wir sind ein Montageunternehmen im industriellen Bereich mit Schwerpunkt Kühlwasseranlagen, Kühltürme u.ä. Zur Erweiterung bzw. Ergänzung suchen wir ein Unternehmen aus der Planung/Projektierung für von uns montierte Anlagen. A 347 Verkaufe Bauunternehmen im Saalekreis. Für das Bauunternehmen Tiefbau, Kanalbau und Straßenbau wird aus Altersgründen ein Nachfolger gesucht. A 348 Freie Kfz‑Werkstatt mit Autoverwertung sowie Pannen‑ und Abschlepp‑ dienst sucht einen Nachfolger. Das Unternehmen besteht seit 1990 und wird inklusive Grundstück sowie Wohn‑ und Geschäftshaus verkauft. (Wohnfläche: 110 m², Büroräume: ca. 75 m², Werkstatt: ca. 100 m², Lagerhalle: ca. 350 m², Grundstück: ca. 3000 m²). Es bestehen Verträge mit namhaften Versicherun‑ gen und Schutzbriefgesellschaften sowie mit dem Stadt‑ und Landkreis. A 349 Verkaufe langjährige Bäckerei mit Immobilie in Halle. Im Zuge der Nachfol‑ geregelung wird für die Bäckerei ein Nachfolger gesucht. Das Unternehmen besteht seit fast 40 Jahren an diesem Standort und hat einen festen Kunden‑ stamm. Immobilie und Neben‑gelass: ca. 630 m² N 076 Suche bundesweit ein Unternehmen zur Übernahme aus dem Bereich der in‑ dustriellen Anlagenmontage. Wir sind ein Montageunternehmen im indu‑ striellen Bereich mit Schwerpunkt Kühlwasseranlagen, Kühltürme u.ä. Suchen zur Erweiterung und / oder Ergänzung ein ähnlich gelagertes Unternehmen.

Kontakt: Angelika Stelzer Telefon: 0345 2999‑221 E‑Mail: astelzer@hwkhalle.de

Ein verlässliches und bezahlbares Energieangebot muss im Vordergrund stehen, forderte Hans-Jörg Schuster, Präsident des sachsen-anhaltischen Handwerkstages, auf der Konferenz „Energie für das Handwerk? Chancen und Kosten der Energiewende“. Der Handwerkstag Sachsen-Anhalt hatte Vertreter aller Bundestagsparteien zu einem Dialogforum mit dem regionalen Handwerk eingeladen. Einig waren sich Handwerk und Politik, dass Energieeffizienz und energetische Sanierung noch hohes Einsparpotenzial bergen, was Sven Börjesson vom Projekt „Haus sanieren – profitieren“ anhand von Zahlen deutlich machte. Die meiste Energie werde für den Wärmebedarf von Gebäuden benötigt. „Das Handwerk setzt bei Energieeffizienz vor allem auf Anreize für die Hausbesitzer“, so Schuster. Einen Sanierungszwang dürfe es allerdings nicht geben. Vor diesem Hintergrund kritisierten die Handwerksvertreter die im Vorjahr im Bundesrat gescheiterte Gesetzesinitiative, wonach Sanierungsmaßnahmen, die der Einsparung von Energie dienten, steuerlich gefördert werden sollten. Entscheidend sei, Maßnahmen mit dem größten Einsparpotenzial zu fördern, statt ausschließlich zwanghaft das Netz auf einen Großverbrauch an Strom auszurichten. Darüber hinaus forderte das Handwerk eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die ständig steigende EEGUmlage sei zu einer Belastung für die Betriebe des Handwerks und des Mittelstandes geworden. Eine Absenkung des Strompreises wäre zukünftig nicht mehr zu erwarten, wodurch sich das Problem immer weiter verschärfen würde. Nachdem ursprünglich nur Unternehmen mit Stromverbräuchen von zehn Gigawatt pro Jahr eine Ausnahmegenehmigung erteilt bekommen sollten, wurde diese Grenze inzwischen auf ein Gigawatt abgesenkt. „Das führt zu einer ungerechten Wettbewerbsverzerrung“, so Schuster abschließend. Die Kosten der Energiewende dürften letztlich nicht nur Privathaushalten und kleinen Betrieben aufgebürdet werden Deutlich wurde auch die Komplexität der Energiewende. So seien Speicherlösungen noch nicht in dem Umfang verfügbar, wie sie für eine stabile Netzversorgung durch Erneuerbare Energien nötig wären, eine stärkere Technologieförderung stünde hier an. Für Sachsen-Anhalt gelte dies in besonderem Maß, da hier bereits 41 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien besteht.


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Handwerk

Soforthilfe für Unternehmen

Betriebsbörse Ein Service der Handwerkskammer Magdeburg www.hwk‑magdeburg.de Chiffre 11632 Autolackierwerkstatt in Magdeburg sucht Nachfolger; Wohnmöglich‑

Unternehmen können Soforthilfe zur Beseitigung der Hochwasserschäden bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) beantragen. Dabei werden die Hälfte aller Kosten für Reparaturen, Ersatzbeschaffungen oder neue Lagerbestände mit bis zu 50.000 Euro in Härtefällen sogar mit bis zu 100.000 Euro - über das Land erstattet. Darunter fallen alle Schäden, die nicht versichert sind.

keit vorhanden.

Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie den Handwerkskammern (HWK) gibt es seit dem 20. Juni VorOrt-Termine in den Schadensregionen. IB-Chef Manfred Maas und die Hauptgeschäftsführer der beiden Kammern, Wolfgang März (IHK) und Burghard Grupe (HWK), verschafften sich dabei selbst einen Eindruck vor Ort. „Wir freuen uns über die gute und effiziente Zusammenarbeit aller Beteiligten.Die ersten Gelder wurden ausgezahlt. Uns ist es wichtig, dass die betroffenen Unternehmer unverzüglich Hilfe erhalten.“, betonte Maas. In den eingereichten Anträgen werden die Gesamtschäden aktuell auf mehr 14 Millionen Euro geschätzt.

Chiffre 11625

Chiffre 11627 Einfamilienhaus (DHH), vollunterkellert, hochwassersicher mit komplett eingerichteter Bauschlosserei‑Werkstatt, Wintergarten, Nebengebäu‑ de, Garage im Jerichower Land zu verkaufen.

Elektrounternehmen (Reparaturen und Verkauf) in Halberstadt, mit In‑ ventar und Kundenstamm zu verkaufen Chiffre 11538 Verkaufe diverse gebrauchte Werkzeuge für Maler‑ und Fußbodenar‑ beiten: Schleifmaschine Kolumbus, Streifenschneider, Stanze, Schere für Gehrung, TOPTAC Abwickler, Knieschützer, Klammern, Giraffe zum Schleifen, Kralle für alten Belag. Chiffre 11464 Zum Aufbau (Existenzgründung) für mechanische Werkstatt (ein‑

Die Hochwasser-Hotline der Investitionsbank wurde bereits zahlreich genutzt. Zahlreiche Anrufe nahmen die Mitarbeiter in den letzten Wochen entgegen. Zudem wurden bisher sieben Vor-OrtTermine in Zeitz, Weißenfels, Naumburg, Halle, Dessau, Wittenberg und Bernburg durchgeführt. Über 200 Geschädigten konnte so schnell und unkompliziert weiter geholfen werden. „Die Berater haben Wege zur raschen Hilfe aufgezeigt, bei der Antragstellung Unterstützung geleistet und den Menschen vor allem auch Mut zugesprochen. An den Gesprächen sehen wir wie wichtig es ist, vor Ort Präsenz zu zeigen“, so Maas weiter.

schließlich Reparaturen) werden folgende Maschinen zum Verkauf an‑

Antragsunterlagen und weiterführende Informationen stehen unter www.ib-sachsen-anhalt.de sowie auf den Webseiten der Kammern bereit. Auskünfte erhalten Firmen sowohl über die Hotlines der Kammern (siehe unten) als auch über die kostenfreie HochwasserHotline der IB 0800 56 007 57 – montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags bis 15 Uhr.

Chiffre 11353

geboten: Drehmaschine DLZ 355, Fräsmaschine (horizontal) ‑ Tischabm. 900 x 300 mm, Bandsäge bis Durchm. 180 mm, Kurzhobel ‑ umgebaut zur Waagerechtstoßmaschine bis Nutlänge 170 mm, Schleifbock Schei‑ bendurchm. 200 mm, div. Mess‑ und Prüfmittel: Messschieber, Mess‑ uhren, Kaliber und Messschrauben. Chiffre 11463 Vermiete Fläche für eine Nageldesignerin auf selbständiger Basis in ei‑ nem Friseursalon in Magdeburg. Kundschaft teilweise vorhanden.

Gut gehender Kleinbetrieb in der Altmark für Sanitär‑ und Heizungs‑ installation, Wartungsarbeiten und Reparaturen aus Altersgründen zu übergeben. Seit 1976 durchgehend Innungsbetrieb mit allen dazu ge‑ hörenden Einrichtungen, Maschinen und Werkzeugen. Chiffre 11294 Steinmetzbetrieb südlich von Magdeburg zu verkaufen. Komplett ein‑ gerichtet auf 1.355 m² Grundstück mit Werkstatt/Büro ca. 330 m² und Wohnung ca. 160 m². Auch anderweitig nutzbar. Chiffre 11191 Nachfolger für Metallbaubetrieb im Jerichower Land gesucht. Grund‑ stück 1300 m², Werkstatt 117 m², Wohnhaus, Scheune, Garage (Vermie‑ tung, evtl. Verkauf) Chiffre 11174 Kleinere Tischlerei mit Grundstück im Salzlandkreis zu vermieten oder zu verkaufen. Maschinenpark wurde Mitte der 90er Jahre neu gekauft. Chiffre 11167 Glaserei in Barleben zu verkaufen: Grundstück (1200 m²) mit Werkstatt

Bei Vor‑Ort‑Termin für vom Hochwasser geschädigte Unterneh‑ men tauschten sich IB‑Chef Manfred Maas und die Hauptge‑ schäftsführer der beiden Kammern, Wolfgang März (IHK) und Burghard Grupe (HWK) über die Hilfsmaßnahmen aus.

(300 m²) für jegliches Gewerk geeignet, Büro, Außenlager und Wohn‑ haus (ca. 180 m² Wohnfläche). Kontakt: Cornelia Strümpel Telefon: 0391/6268 243 E‑Mail: cstruempel@hwk‑magdeburg.de 08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Gastronomie | Hotel

Kulinarisches aus Sachsen-Anhalt fv{ãx|Çxy|Äxà zxy≤ÄÄà Å|à [tÄÄÉÜx fv{Ätv~ãâÜáà âÇwTÑyxÄ tây ZxÉÜzáxÇyátâvx Å|à jx|∫ãx|Çáv{tÄÉààxÇ âÇw^tÜàÉyyxÄÜ≠áà| Mit regionalen Zutaten und auf raffinierte Weise zubereitet ‑ eine Empfehlung vom Team des Restaurant s „Kardinal Knurrhahn“ in Halle (Saale) „Kardinal Knurrhahn” Sous Chef Hagen Engelhardt und Küchenchef Martin Hahs (rechts). Einkaufs‑ und Zutatenliste: (4 Personen) Fleisch und Füllung 150 g Schweinefilet (aus der Region) 40 g Hallore Schlackwurst (Flei‑ scherei Gänzler aus Halle/Saale) 1 Apfel 1 Eigelb Weißbrotkrumen (1 Scheibe ohne Rinde) Blattpetersilie (fein geschnit‑ ten) 1 TL Zucker, Prise Salz und Pfeffer 2cl Calvados Georgsenfsauce 1 kleine Zwiebel 10 cl Weißwein (Saale Unstrut) 1 TL Honig 2 cl Sahne 1 TL Georgsenf (bevorzugt Herrensenf von der Senfmühle J. Hündorf aus Halle/Saale) 20 g Butter 1 Lorbeerblatt

Zubereitung:

Füllung und Fleisch: Das Kerngehäuse des Apfels entfernen, dann das Fruchtfleisch in ½ cm dicke Würfel schneiden. Zucker in einer Pfanne karamelisieren. Apfelwürfel dazugeben, mit Calvados ablöschen und schmoren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Kalt stellen. Hallore Schlackwurst pellen, in ½ cm dicke Wür‑ fel schneiden und mit den anderen Zutaten vorsichtig vermengen. 150g Schweinefilet (aus der Region) parieren und vorsichtig plattieren (ca.10x15cm). Die Füllung auf die längere Hälfte geben, dabei noch 2 cm breite Ränder lassen. Die Ränder einschlagen, fest einrollen und mit Holzspießen fixieren. Mit Salz und Pfeffer würzen und in Olivenöl von jeder Seite kurz anbraten. Im Ofen bei 120 °C ca. 20 min. braten. Aus dem Ofen nehmen, die Spieße entfernen und schräg durchschnei‑ den. Auf der Sauce und mit den Beilagen anrichten. Georgsenfsauce: Die Zwiebel schälen, fein würfeln und glasig anschwitzen. Mit dem Weißwein ablöschen und mit Honig und Lorbeerblatt auf die Hälfte reduzieren. Senf, Sahne und Butter unterrühren und das Lorbeerblatt entfernen. Weißweinschalotten: Die Schalotten schälen, längs halbieren und in Olivenöl von beiden Seiten anbra‑ ten. Mit dem Weißwein ablöschen und mit allen anderen Zutaten langsam schmoren bis die Schalotten gar sind. Das Lorbeerblatt entfernen. Kartoffelrösti: Die Kartoffeln schälen und mit der Reibe grob raspeln. Mit dem Eigelb vermengen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Das Rapsöl in die Pfanne geben, aus der Kartoffelmasse Taler for‑ men und langsam von beiden Seiten braten, bis Sie knusprig sind. Zum Schluss die Butter dazu geben. Kar‑ toffelrösti auf Küchenkrepp abtropfen lassen und warm stellen. Übrigens werden in unserem Restaurant alle Speisen ausschließlich mit Hallore Siedesalz gewürzt. Viel Spaß beim nachkochen wünscht Ihnen Martin Hahs und das gesamte ,,Kardinal Knurrhahnʻʻ‑Team.

Kartoffelrösti 2 festkochende Kartoffeln 1 Eigelb 20g Butter Muskat, Salz und Pfeffer Rapsöl 28

FOTOS: RDINAL KNURRHAHN

Fleisch und Füllung 3 Schalotten 1 EL Olivenöl 20cl Weißwein (Saale Unstrut) 1 TL Honig 1 Lorbeerblatt Thymianblätter von 2 Zweigen Prise Salz und Pfeffer


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Automobil

Musterschüler in seiner Klasse Nach nur fünf Jahren schickt nun Ford die erste Generation des Kompakt-SUV Kuga in die Rente. Seit diesem Frühjahr steht der Nachfolger beim Ford-Händler Autohaus Süd in Magdeburg. Dabei ist der neue Kuga größer, aber nicht teurer geworden - wie heute schon bei anderen Herstellern beinahe selbstverständlich. Kraftvoll im Gelände, souverän auf der Straße, einzigartig im Komfort! Der komplett neu entwickelte Ford Kuga vereint Offroad-Fahrspaß mit höchster Alltagstauglichkeit. Er überzeugt durch dynamisches Design sowie ein umfangreiches Technologie-Paket. Der flexibel nutzbare Innenraum und zahlreiche Innovationen für mehr Komfort und Sicherheit machen jede Fahrt mit dem neuen Ford Kuga zu einem einzigartigen Erlebnis. Ford fügte dem Kuga in der neuesten Generation ein paar kluge Details hinzu. Er ist länger, was im Fußraum vor der Rückbank deutliche Spuren hinterlassen hat, bildlich gesprochen. Hier steht den Fondpassagieren deutlich mehr Platz. zur Verfügung. Zum anderen ist der Kuga Numero zwo im Fahrbetrieb jetzt deutlich leiser, bei Motorund Windgeräuschen gleichermaßen. Die hinteren Rückenlehnen lassen sich in der Neigung verstellen. Abhängig davon und von der Stellung des variablen

Einlegebodens passen in den Kofferraum 438 bis 481 Liter Gepäck – das sind deutlich mehr als die 410 Liter des Vorgängers. Bis unters Dach beladen fasst der neue Kuga maximal 1.653 Liter. Eine nette Überraschung ist die Heckklappe mit Fußsensor. Über eine Fußbewegung unter den hinteren Stoßfänger lässt sich die Klappe elektrisch öffnen, ohne die Hände zu benutzen. Ein praktisches Gadget, wenn man vollbepackt – etwa nach dem Einkauf – das Auto beladen will. Der intelligente Allradantrieb passt sich allen Fahrsituationen an und sorgt jederzeit für exzellente Fahrdynamik, höchste Stabilität und kraftvolle Traktion. Innovative Fahrerassistenzsysteme wie das Active City Stop zur Reduzierung von Auffahrunfällen erhöhen die Sicherheit. Was Ford schon immer im Griff hatt, nämlich die Fahrwerksabstimmung, zahlt sich beim SUV aus. Sie ist hier als sehr guter Kompromiss zwischen Komfort und strammer Sportlichkeit angelegt, lässt ausladende Karosseriebewegungen gar nicht erst zu und glänzt mit zwei zusätzlichen Helfern. Einmal gibt es „Torque Vectoring“ (leichter Bremseingriff am kurveninneren Vorderrad), was den Kuga leichter in die Kurven hineindrehen lässt. Und zum anderen gibt es ein System („Lenkwinkelkontrolle“),

das zu schnelles Einlenken bei rutschiger Fahrbahn mit harscher Geschwindigkeitsreduktion quittiert. Das Einsatzgebiet des Kuga ist nicht auf asphaltierte Straßen begrenzt. So kann für alle Modelle - bis auf den Einstiegsbenziner - statt dem Frontantrieb auch die Allradvariante ausgewählt werden. Der Zweiliter-Diesel mit 163 PS (120 kW) ist die kräftigste Motorisierung für das Ford SUV. Wer den Kuga behutsam rollen lässt, kommt mit nur 5,8 Liter aus. 8,8 Liter genehmigt sich der Turbodiesel dagegen, wenn man das Gaspedal durchtritt; dann schafft das 1707 Kilogramm schwere SUV immerhin 196 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10,4 Sekunden. Der Einstiegspreis für den Ford Kuga beträgt 24.550,- Euro. Immer an Bord sind unter anderem eine Klimaanlage, ein Berganfahrassistent, ein Tempomat sowie Sportsitze. Das sprachgesteuerte Multimedia-Konnektivitätssystem Ford SYNC (inklusive Notrufassistent) ermöglicht es, Anrufe zu tätigen und die Musik zu regeln, ohne dabei die Hände vom Steuer zu nehmen. www.fordsued.de 08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Kapital


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Immobilien

Ländliche Lage uninteressant Immobilienbarometer: Investiert wird weiterhin in städtische Immobilien Rund die Hälfte aller Kapitalanleger investiert in Immobilien in der Stadt. Immobi‑ lien auf dem Land hält hingegen kaum jemand für eine sichere Geldanlage. Das er‑ gab eine gemeinsame Umfrage im Auftrag von Immobilienscout24 und Interhyp. Ins‑ gesamt wurden 1.951 Kaufinteressenten befragt.

Die große Mehrheit der befragten Kaufinteressenten sucht prinzipiell ein Objekt in der Stadt bzw. in Stadtnähe (rund 88 Prozent). Eine Immobilie auf dem Land ist nur für knapp jeden zehnten interessant (über 11 Prozent). Noch unbeliebter ist die ländliche Immobilie, wenn sie als Kapitalanlage dienen soll. Lediglich 6 Prozent der Kapitalanleger glauben, dass sich diese Investition lohnt. Die Hälfte aller befragten Anleger will ihr Geld in eine städtische Immobilie investieren (49 Prozent). Attraktiv sind für sie aber auch Immobilien in der Peripherie (45 Prozent). Eigennutzer bevorzugen Lagen im Speckgürtel einer Stadt. Über die Hälfte der Befragten schaut sich dort nach einer Immobilie um (52 Prozent). Im Vergleich zu den Kapitalanlegern sind bei ihnen die eigenen vier Wände innerhalb der Stadt deutlich weniger beliebt. Hier sucht etwas mehr als ein Drittel der Eigennutzer nach einer Immobilie (36 Prozent). Nur 12 Prozent der Interessenten gaben an, ihre Immobilie auf dem Land kaufen zu wollen. Befragt nach den wichtigsten Kriterien, die eine Immobilie mit sich bringen sollte, gaben zwei Drittel der Kaufinteressenten gute Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe an (67 Prozent). Im Jahr

2010 sagten nur 65 Prozent, dass dies ein wichtiges Kriterium für sie sei. Mehr als die Hälfte legt außerdem Wert auf gute Anbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (58 Prozent), drei Prozent mehr als vor drei Jahren (55 Prozent). Die Nähe zur Natur ist ein gleichbleibend wichtiges Kriterium beim Immobilienkauf (43 Prozent) ebenso wie die ärztliche Versorgung mit rund 40 Prozent. Dass es immer mehr Menschen weg vom Land in die urbanen Zentren zieht, zeigt das Immobilienbarometer.

„Die Lage ist ein entscheidendes Kriterium für Kapitalanleger. Seitdem wir das Immobilienbarometer erheben, belegen die Ergebnisse kontinuierlich, dass Immobilien auf dem Land für Investoren keine Rolle spielen. Rendite erwarten sie in der Stadt bzw. Peripherie“, sagt Marc Stilke, CEO von ImmobilienScout24, zu den Ergebnissen. Der Vorstandsvorsitzende der Interhyp AG, Michiel Goris, ergänzt: „Immobilieninteressenten legen zumeist besonderen Wert auf eine gute Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten und Anbindungen an die öffentlichen Verkehrsmittel – und ein bisschen Natur, zum Beispiel in Parks oder Grünflächen, soll es auch in der Nähe geben. Da kommen vor allem Objekte in der Stadt oder im Speckgürtel in Frage.“

Oder erfahren Sie in unserem Engiesparseminar für Gewerbekunden alles über die Fördermöglichkeiten für die energetische Sanierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Referent: René Herbert, Die Energieagentur. Am 30. Oktober 2013 um 18 Uhr im SWM Kundencenter, Am Alten Theater 1. Bitte melden Sie sich vorher an: Katja Kubos, kubos@sw-magdeburg.de oder Tel.: 0391 5872 154

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WS_08_2013_8.1_WS_Grundlayout 01.08.2013 14:41 Seite 32

Wissenschaft

Innovative Ideen gesucht! Hugo‑Junkers‑Preis: Unternehmer und Wissenschaftler aus Sachsen‑Anhalt zur Bewerbung aufgerufen Neue Ideen und Produkte entstehen nicht nur in den großen Labors multinationaler Konzerne, sondern auch in den kleinen und mittelständischen Unternehmen, in Hochschulen und in außeruniversitären Forschungseinrichtungen in unserem Land. „Mit dem Hugo‑Junkers‑Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen‑ Anhalt 2013 wollen wir Visionäre, Vorden‑ ker und Tüftler unterstützen und würdi‑ gen“, so Minister Möllring. Der Wettbe‑ werb ist mit insgesamt 90.000 Euro do‑ tiert.

Erstmals wird dieser Preis zusammengefasst aus dem Hugo-Junkers-Innovationspreis und dem Forschungspreis Sachsen-Anhalt. Um die Wertschöpfungskette gleichermaßen zu bewerten, werden Auszeichnungen in vier Kategorien von der Grundlagenforschung, über die angewandte Forschung bis hin zur Produktentwicklung und innovativsten Allianz durch das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft an zukunftsweisende Unternehmen und Wissenschaftler des Landes vergeben. Zusätzlich wird ein Sonderpreis in der Kategorie „Gesundheit und Medizin aus Sachsen-Anhalt“ ausgelobt.

Zum Auftakt hatte die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) nach Magdeburg eingela-

Excellence advanced Manufacturing Engineering in Stuttgart und Mitglied des Cluster- und Innovationsbeirates von Sachsen-Anhalt sowie Prof. Dr. Mirko Peglow, Geschäftsführer der IPT-Pergande GmbH und Preisträger des HugoJunkers-Innovationspreises 2012 sprach der Minister über die Bedeutung und die Chancen des Hugo-Junkers- Preises für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2013. „Ich lade alle interessierten Unternehmer und Wissenschaftler ein, sich ganz im Geiste des vielseitigen Ingenieurs und Pioniers Hugo Junkers um diesen Preis zu bewerben.“, ermutigte Bernd Junkers, Enkel des Erfinders Hugo Junkers, die Forscher und Unternehmen zum Startschuss für den Wettbewerb des Landes Sachsen-Anhalt.

den. Zusammen mit Dr. Carlhans Uhle, Geschäftsführer der IMG, Prof. Dr.-Ing. Sylvia Rohr, Jury-Vorsitzende und Geschäftsführerin der Graduate School of

Unternehmen können sich bis zum 1. Oktober 2013 am Wettbewerb beteiligen. Weitere Informationen zum HugoJunkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2013 sowie zu den Teilnahmebedingungen und Jurymitgliedern finden Sie onlineunter www.hugo-junkers-preis.de. Anzeige

Unternehmerforum „Personalmanagement 2013“ der Landesinitiative NETWORK‑KMU Magdeburg. Eine Tradition im Unternehmenskalender entwickelt sich weiter. Für Unternehmen im Land Sachsen-Anhalt bietet auch dieses Jahr die Landesinitiative NETWORK-KMU die Möglichkeit, an einem Ort innerhalb eines Tages mit allen wichtigen Partnern für die Entwicklung guter Personal- und Organisationsstrukturen in Kontakt zu treten. „Dabei sein – Netzwerk erweitern – Wissen mitnehmen – Marktvorteil ausbauen“ Das Forum findet am 30.09.2013 in der Zeit von 10:00-16:00 Uhr statt. Traditionell ist der Veranstaltungsort das Hotel Maritim in Magdeburg. Der Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Herr Hartmut Möllring, übernimmt als Schirmherr die Eröffnung des Unternehmerforums. 32

Themenschwerpunkte : • Wirtschaftsdialog – Politik und Unternehmen im Gespräch – „Chancen erkennen – Herausforderungen meistern“ • Unternehmensnachfolge ganz praktisch • Werkzeugkarussell der Personalentwicklung – Zum Mitmachen • Arbeitgeberattraktivität aus Sicht von jungen Menschen • Unternehmer/-innen–Talk „Unternehmen lernen von Unternehmen“ Alle interessierten Unternehmerinnen und Unternehmer in Sachsen-Anhalt sind eingeladen, an dem für sie kostenfreien Forum teilzunehmen. Anmeldungen sind über das Servicetelefon 0391 6054-431 oder über www.networkkmu.de möglich. Dort sind ebenfalls de-

taillierte und aktuelle Informationen zum Forum zu finden. Die Initiative NETWORK-KMU wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes SachsenAnhalt gefördert.

Kontakt

Landesinitiative NETWORK‑KMU Servicetelefon 0391 6054‑431 e‑Mail: info@network‑kmu.de Internet: www.network‑kmu.de


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Web | Wirtschaft

Web@ktuell

Managed Print Services auf Vormarsch Fazit: Immer mehr mittelständische Unternehmen setzen auf Managed Print Services (MPS). Hinter MPS verbirgt sich eine Dienstleistung der Drucker-Fachhändler, bei dem die Drucker vor Ort alle relevanten Zustände digital an den Händler zurückmelden, woraufhin der Händler automatisiert bei vorher festgelegten Ereignissen reagieren kann. Die Überwachung kann z.B. hinsichtlich Kosten, Druckvolumen, Tonerbestellung, Zählerstanderfassung und Störfallmeldung erfolgen und erleichtert dem Kunden die Druckerarbeit, minimiert Ausfallzeiten, vereinfacht die Wartung und gibt Ressourcen frei. Kurzum: MPS schafft Mehrwert.

Holger Dülken Geschäftsführer DV‑KONTOR GmbH Gustav‑Ricker‑Str. 62 39120 Magdeburg Telefon 0391 62 69‑770 www.dv‑kontor.com

MPS wird für den Mittelstand zunehmend wichtig

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Angaben in Prozent

22

in Benutzung

17

in Planung 7

50-249 Angestellte

250-500 Angestellte

Quelle: Quorica Research, 11/2012, DV-KONTOR GmbH

Könnern surft superschnell im Internet Könnern gehört zu den Städten in Deutschland, die beim LTE-Ausbau der Telekom mit dabei sind. Long Term Evolution, kurz LTE, ist die neue Mobilfunkgeneration. Die Vorteile: LTE kann Daten schneller übertragen, als das bisher im Mobilfunk möglich war – auch große Datenmengen lassen sich damit innerhalb kürzester Zeit senden und empfangen. Die Reichweite einer LTE-Funkzelle ist größer als bei bisherigen Mobilfunkstandards. Sie kann deshalb ein größeres Gebiet versorgen. Außerdem können beim Aufbau des LTENetzes bestehende Funkmasten genutzt werden. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, auch solche Orte mit schnellen Internet-Zugängen zu versorgen, die bisher nicht zu erreichen waren“, sagt Michael Keller, Leiter Netzausbau der Telekom Deutschland. „Wir kommen damit unserem Ziel immer näher, möglichst jedem einen schnellen InternetAnschluss anzubieten.“ Ab sofort können die Bürgerinnen und Bürger in Könnern ihre Fotos, E-Mails und Musikdateien einfach über die Luft

schicken – und zwar in ähnlich hohem Tempo wie im Festnetz. In welchen Haushalten LTE zur Verfügung steht, kann im Internet unter www.telekom.de/via-funk recherchiert werden – und natürlich weiß auch der Fachhändler vor Ort Bescheid. Wer sich für einen LTE-Tarif und das passende Gerät interessiert, wird außerdem unter einer kostenlosen Rufnummer beraten. 40 Prozent der Deutschen gehen bereits heute mobil ins Internet und die Zahl steigt rasant weiter. Im vergangenen Jahr lag die Zuwachsrate, laut einer Studie der Initiative D21, bei knapp 50 Prozent. Hintergrund ist der Boom von Smartphones und Tablet-PCs. Bei der Telekom sind derzeit über 70 Prozent der verkauften Handys Smartphones wie etwas das iPhone oder das Samsung Galaxy. Der Empfang funktioniert über einen LTE-Router, der für den optimalen Empfang in Haus und Büro möglichst in Fensternähe platziert werden sollte. Über den Router können auch mehrere Computer mit dem Internet verbunden

werden. Auch viele Smartphones und Tablets, etwa von Samsung und Apple, beherrschen bereits den neuen Standard. Ältere Computer und Laptops können mit dem Speedstick LTE oder der Speedbox LTE fit für die vierte Mobilfunkgeneration gemacht werden.

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Finanzen

Selbstständige müssen betriebliche Altersvorsorge stärker nutzen Mit weit über 600 Euro beziffern Experten die Rentenlücke eines normalen Arbeitnehmers. Aktuelle Studien untermauern diesen Wert. Jedoch kann er auch weitaus höher liegen. Denn dabei wird von Arbeitnehmern ausgegangen, also Menschen, die vom Staat gezwungen werden, für das Alter vorzusorgen. Leider ist das bei Selbstständigen nicht der Fall. Altersvorsorge-Experte Dipl.-Kfm. (FH)/Finanzfachwirt (FH) Jan Scharfenort erläutert, warum die betriebliche Altersvorsorge besonders attraktiv für Selbstständige ist. Es liegt auf der Hand, dass die Versorgungslücke bei gutverdienenden Selbstständigen größer sein muss, als bei Arbeitnehmern. Ein Grund wurde eben dargelegt – die fehlenden Zwangsabgaben zur Altersvorsorge. Ein weiterer Punkt ist der zum Teil wesentlich höherer Lebensstandard im Vergleich zum Durchschnitt. Auch für einen Selbstständigen ist ein Ziel des Arbeitslebens der sorgenfreie Ruhestand. In manchen Branchen und Berufen gibt es zwar ein Versorgungswerk, zum Beispiel bei Ärzten. Dieses kann jedoch die komplette Lücke ebenfalls nicht decken. Der Großteil der Selbstständigen, gerade die Mittelständler, müssen ohne eine solche Einrichtung auskommen. Die betriebliche Altersvorsorge bietet attraktive Möglichkeiten für Unternehmen, für das Alter vorzusorgen aber auch für die Bindung von Mitarbeitern. Dies erfolgt zum einen über die arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherung. Hierbei fließen die Beiträge direkt vom Bruttolohn ab und der Angestellte zahlt keine Sozialabgaben darauf. Für den Gesellschafter-Geschäftsführer selbst kommt eine Unterstützungskasse infrage. Die Beiträge zu dieser können als Betriebsausgaben angesetzt werden und wirken somit steuermindernd. Eine weitere Möglichkeit ist, die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge im Unternehmen zu behalten, dieses Kapital selbst am Markt 34

anzulegen und die betriebliche Altersvorsorge somit intern zu realisieren. Da hierbei höhere Zinssätze und zudem eine Steuerersparnis verwirklicht werden, kann man den Angestellten natürlich ebenso höhere Renditen zusagen. Ein solcher Durchführungsweg bietet dem Personal einen klaren Mehrwert und stellt nach aktuellen Gesichtspunkten ein Alleinstellungsmerkmal bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung für das Unternehmen dar. Schnell zeigt sich, dass es nicht nur den einen Weg oder das Allheilmittel gibt. Darum ist es wichtig, einen Experten für die Altersvorsorge zu haben, der es versteht, aus der Vielschichtigkeit eine klare Linie zu finden, die der Situation Ihres Unternehmens angepasst ist.

JAN SCHARFENORT

Die Einrichtung und Realisierung solch komplexer Systeme im Unternehmen bedarf natürlich finanzmathematischer und steuerrechtlicher Kompetenz. Wir selbst arbeiten deshalb bei der Umsetzung sehr eng mit dem jeweiligen Steuerberater des Unternehmens zusammen. Dieses Vorgehen hat sich in der Vergangenheit bewährt, da sich so eine reibungslose und schnelle Umsetzung gewährleisten lässt. Jan Scharfenorts Studium der Steuerlehre ermöglicht es uns zudem, die Überwachung der betrieblichen Altersvorsorge vorzunehmen.

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Steuern

Die Gelangensbestätigung – eine unendliche Geschichte Eigentlich dient alles der Vereinfachung: liefert ein Unternehmer aus einem EU-Land Waren an einen Unternehmer in einem anderen EU-Land, so geschieht dies grundsätzlich umsatzsteuerbefreit. Voraussetzung hierfür ist ein Nachweis, dass die Ware tatsächlich von dem einen ins andere Land transportiert wird. Kann dies nicht nachgewiesen werden, hat der liefernde Unternehmer die hierfür anfallende Umsatzsteuer abzuführen. Wird ein fehlender oder mangelhafter Nachweis erst im Rahmen einer Betriebsprüfung mehrere Jahre nach der erfolgten Lieferung entdeckt, wird die resultierende Nachzahlung auch noch mit 6% verzinst. Somit können hier schnell empfindliche Summen zusammenkommen, sodass sich eine erhöhte Achtsamkeit lohnt.

ominösen Gelangensbestätigung oder aber gegebenenfalls möglichen Alternativnachweisen. Bei der Gelangensbestätigung bestätigt Ihr Kunde, dass die Ware zu ihm gelangt ist. Der Nachweis muss folgende Angaben enthalten:

Relevant ist die Gelangensbestätigung also für grenzüberschreitende Lieferungen innerhalb der EU, wobei beide Unternehmer mit ihrer Umsatzsteueridentnummer auftreten. Eingeführt werden sollte diese bereits ab dem 01.01.2012, endlich zur praktischen Anwendung kommt sie, unwesentlich später, nunmehr ab dem 01.10.2013.

Eine zwingende Formvorschrift gibt es nicht, jedoch sind Muster vom Bundesfinanzministerium zu erwarten. Der Nachweis kann auch über mehrere Papiere geführt werden, beispielsweise wenn sich Art und Menge aus einem Lieferschein ergeben.

Dem ausführenden Unternehmer treffen für die Inanspruchnahme der Steuerbefreiung Buch- und Belegnachweispflichten. Für einen ordnungsgemäßen Buchnachweis müssen im Buchhaltungspro-gramm diese Angaben aufgezeichnet werden: • den Name, Anschrift, Umsatzsteueridentnummer und Gewerbezweig des Abnehmers • die handelsübliche Bezeichnung und Menge der gelieferten Artikel • das Datum des Beginns der Lieferung • vereinbartes Entgelt einschließlich Tag der Vereinnahmung • Angabe, ob Beförderung (durch Käufer oder Verkäufer) oder Versendung (durch Spediteur) • der Bestimmungsort im Ausland Der Belegnachweis besteht aus einem Rechnungsdoppel und entweder der

• den Name und Anschrift des tatsächlichen Abnehmers • die handelsübliche Bezeichnung und Menge der gelieferten Artikel • der Ort und Monat des Erhalts der Ware bzw. bei Abholung durch den Käufer das Ende der Beförderung im anderen EU-Land • das Ausstellungsdatum • die Unterschrift des Abnehmers oder eines Beauftragten (sicherheitshalber mit Nachweis der Beauftragung)

Eine zwingende Formvorschrift gibt es nicht, jedoch sind Muster vom Bundesfinanzministerium zu erwarten. Der Nachweis kann auch über mehrere Papiere geführt werden, beispielsweise wenn sich Art und Menge aus einem Lieferschein ergeben. • Name und Anschrift vom befördernden Unternehmen, Verkäufer sowie gegebenenfalls abweichenden Auftraggeber der Beförderung • die handelsübliche Bezeichnung und Menge der gelieferten Artikel • den Empfänger und den Bestimmungsort • das Ausstellungsdatum sowie den Monat des Beförderungsende • Unterschrift des Spediteurs sowie die Versicherung, dass Angaben in der EU nachprüfbar sind Beauftragt der Abnehmer die Spedition, muss die Spediteursbescheinigung statt dem Monat des Beförderungsende eine Versicherung des Spediteurs

KARIN FRANEK ist Steuerberaterin und Geschäftsführende Gesellschafterin der GSP Steuerberatungsgesellschaft Magdeburg GmbH. Im Wirtschaftsspiegel schreibt sie Beiträge zu steuerrechtlichen Problemen. Sie erreichen sie telefonisch unter 03 91 56 85 70. E‑Mail: info@gsp‑magdeburg.de

enthalten, die Ware an den Bestimmungsort zu befördern. Ebenfalls möglich ist der Nachweis über ein Track&Trace-Protokoll, das den Warenverlauf vom Auftraggeber bis zum Empfänger lückenlos darstellt. Neben den üblichen Angaben zu Absender, Empfänger, Belegaussteller sowie Art und Menge der Ware sind weiterhin Angaben zum Wert der Ware und des Einlieferungstages erforderlich. Unterliegen Warenlieferungen der Zoll- oder Verbrauchssteuerabwicklung so gelten die Dokumente hierfür auch als Nachweis der grenzüberschreitenden Lieferung. In Anbetracht des steten Wandels der Steuergesetze und hier insbesondere der umsatzsteuerlichen Besonderheiten ist die Rücksprache mit ihrem kompetenten steuerlichen Berater unabdingbar. 08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Recht

Privates Surfen am Arbeitsplatz zulässig? Seit es das Internet gibt, ist die private Nutzung am Arbeitsplatz Gegenstand verschiedener arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen, denn im schlimmsten Falle kann das private Surfen am Arbeitsplatz zu einer Kündigung führen. Da nur in Ausnahmefällen eine außerordentliche, also fristlose, Kündigung möglich ist, muss in der Regel vorher eine Abmahnung erfolgen. Im Rahmen einiger Beispielfälle soll erläutert werden, wie die deutsche Arbeitsgerichtsbarkeit mit dieser Problematik umgeht.

Zu beachten ist stets, dass der Arbeitnehmer sich u. U. sogar schadenersatzpflichtig macht, wenn es aufgrund der privaten Nutzung zu einem Virusbefall kommt, den der Arbeitnehmer zu verantworten hat. Nur in den wenigsten Fällen kann klar abgegrenzt werden, ob zunächst eine Abmahnung erfolgen muss oder gleich eine fristlose Kündigung ohne Abmahnung gerechtfertigt sein kann. Daher soll versucht werden, anhand der Beispielfälle ein Gefühl für die Einordnung des jeweiligen Sachverhaltes zu geben.

Zunächst soll jedoch auf die grundsätzlichen rechtlichen Fragestellungen eingegangen werden.

Beispiel 1: private E‑Mails Im vom Arbeitsgericht Frankfurt zu entscheidenden Fall hatte der Arbeitgeber es schriftlich untersagt, private E-Mails zu öffnen, um die Gefahr eines Virenbefalls zu vermeiden. Der Arbeitnehmer handelte entgegen der Anweisung des Arbeitgebers und erhielt die fristlose Kündigung. Das Arbeitsgericht Frankfurt sah diese Kündigung als unwirksam an, da der Arbeitgeber das Verhalten des Arbeitnehmers vorher hätte abmahnen müssen.

Der Arbeitnehmer ist durch den Arbeitsvertrag verpflichtet, während der Arbeitszeit zu arbeiten. Dies dürfte selbstverständlich sein, erhält er doch im Gegenzug vom Arbeitgeber das Entgelt. Rechtlich bedeutet dies, dass der Arbeitnehmer den zumutbaren Weisungen seines Arbeitgebers Folge leisten muss. Tut er dies nicht, liegt ein Fall der Arbeitsverweigerung vor. Hingegen liegt es im Ermessen des Arbeitnehmers, seine Pausen so auszugestalten, wie er will. So darf beispielsweise eine Handynutzung in den Pausen nach Belieben des Arbeitnehmers erfolgen. Ob er allerdings seinen Dienst-PC, auch in den Pausen, privat nutzen darf, zum Beispiel um E-Mails an Freunde zu schreiben, hängt allein vom Willen des Arbeitgebers ab. Der Rechner ist Eigentum des Arbeitgebers, so dass dieser ein schützenswertes Interessen daran hat, dass dieser beispielsweise von Virenbefall verschont bleibt. Allein der Arbeitgeber entscheidet also, ob privates Surfen erlaubt ist. Der Arbeitgeber kann daher die private Nutzung ganz oder in bestimmtem Umfang erlauben oder verbieten. Er kann außerdem darüber entscheiden, ob die private Nutzung während der Arbeitszeit oder nur in der Pause stattfinden darf. Solche Festlegungen werden inzwischen gelegentlich im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung getroffen, meistens jedoch nach mündlicher Absprache. Erwischt der Arbeitgeber den Arbeitnehmer beim Surfen im Internet, beispielsweise durch Nutzung des Netzwerkes „facebook“, ist eine außerordentliche Kündigung in diesen Fällen nicht gerechtfertigt. Allerdings kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber dafür eine Abmahnung erhalten und der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer bei einem weiteren Verstoß ordentlich kündigen, also mit Einhaltung der Kündigungsfrist. 36

Beispiel 2: Privat surfen im Internet In einem vom Arbeitsgericht Wesel zu entscheidenden Fall fand der Arbeitgeber heraus, dass sich der Arbeitnehmer im Jahr zwischen 80 und 100 Stunden privat im Internet befand und sprach daher eine außerordentliche Kündigung aus. Für das Arbeitsgericht Wesel rechtfertigte dieser Umfang jedoch keine außerordentliche Kündigung. Für das Arbeitsgericht Wesel handelte es sich, wie beim privaten Telefonieren, lediglich um ein Kavaliersdelikt, so dass das Arbeitsgericht vom Arbeitgeber verlangte, dass er dieses Verhalten ausdrücklich hätte verbieten müssen oder nach dem Verstoß zuerst eine Abmahnung hätte aussprechen müssen. Beispiel 3: wiederum umfangreiche private Nutzung des Internets Etwas anders beurteilte das Bundesarbeitsgericht einen Fall, in dem ein Arbeitnehmer an mehreren Tagen während der Arbeitszeit mehr als eine Stunde privat im Netz gesurft ist. Daraufhin erhielt er die fristlose Kündigung. Das Bundesarbeitsgericht erachtete diese Kündigung als wirksam, da die private Nutzung in diesem Fall „ausschweifend“ war und die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers in erheblichem Maße beeinträchtigte. Beispiel 4: Arbeitnehmer schaute Pornos In einem vom Arbeitsgericht Düsseldorf zu entscheidenden Fall lud sich der Arbeitnehmer trotz Verbotes Dateien pornografischen

DANIEL HOHMANN ist seit 2008 Rechtsanwalt in der Kanzlei Thiele & Coll. Rechtsanwälte.

Er beschäftigt sich schwerpunkt‑ mäßig mit den Rechtsgebieten • Arbeitsrecht • Verkehrs‑ und Verkehrsord‑ nungswidrigkeitenrecht • Verwaltungsrecht • Familienrecht. Leser des Wirtschaftsspiegels erreichen Rechtsanwalt Hohmann unter Kanzlei Thiele & Coll. Rechtsanwälte Tel.: 0391 5974990 Fax: 0391 5974999 Kanzlei@RA‑Andreas‑Thiele.de Inhalts über den betrieblichen Internetanschluss herunter. Auch dieser Arbeitnehmer erhielt vom Arbeitgeber die fristlose Kündigung. Das Arbeitsgericht Düsseldorf urteilte, dass es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten sei, solch ein Verhalten des Arbeitnehmers hinzunehmen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dem Arbeitgeber zu empfehlen, klar festzuhalten, ob, wann und wie lange das private Surfen am Arbeitsplatz erlaubt ist. Wird gegen diese Absprache dann verstoßen, ist in aller Regel zunächst eine Abmahnung auszusprechen aus der eindeutig hervorgeht, dass dieses Verhalten nicht toleriert wird und im Wiederholungsfall zu einer Kündigung führt. Es gibt allerdings auch gute Gründe, dass eine außerordentliche Kündigung bei beispielsweise exzessiver privater Nutzung gerechtfertigt ist, insbesondere wenn die Arbeitsleistung erheblich darunter leidet und etwaige Arbeitszielvorgaben deswegen nicht erreicht werden können.


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Wissenschaft

Robotik am Wendepunkt Fachtagung „Mensch‑Roboter‑Kooperation“ in Magdeburg Die Robotik befindet sich an einem Wendepunkt – hin zu neuen Märkten und Einsatzbereichen. Auf der Fachtagung „Mensch‑Roboter‑Kooperation” am 20. Juni in Magdeburg wurde dieser Trend deutlich bestätigt. Über einhundert namhafte Vertreter aus Forschung und Industrie hatten sich im Fraunhofer IFF versammelt, um gemeinsam über das zentrale Thema der Roboterforschung zu diskutierten: die Kooperation und Interaktion zwischen Mensch und Roboter.

Rüssel- und Seilzugrobotern gehören ebenfalls dazu. Sie besitzen keine Scheroder Klemmstellen mehr oder so geringe Massen und Geschwindigkeiten, dass sie Menschen nicht mehr verletzen können.

Schon die nahe Zukunft könnte so aussehen: Roboter, die selbstständig durch Produktionshallen fahren und Fachkräfte bei der Montage von schweren Bauteilen oder bei der Qualitätsprüfung unterstützen. Ein Pfleger im Krankenhaus, der gemeinsam mit einem Roboter die Patienten versorgt. Oder eine Laborassistentin, die ihrem mechanischen Kollegen Petrischalen mit Proben zeigt und ihm aufträgt, den nächsten Test allein durchzuführen. Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen in Industrie und Forschung, könnte das schon bald keine Vision mehr sein. Teilweise existieren die dafür notwendigen Technologien schon heute. Einige werden längst genutzt. Andere müssen noch weiterentwickelt werden oder warten nur noch auf ihren ersten richtigen Einsatz.

Für ihre Forschung auf diesem Gebiet sind die Magdeburger Fraunhofer-Ingenieure in der Fachwelt weithin anerkannt. Im Rahmen der großen jährlichen Wissenschaftskonferenz des Fraunhofer IFF, den IFF-Wissenschaftstagen, luden sie darum am 20. Juni 2013 auch wieder zu ihrer regelmäßigen Fachtagung zur Mensch-Roboter-Kooperation nach Magdeburg ein. Mehr als einhundertzwanzig Experten aus Forschung und Industrie folgten der Einladung und diskutierten untereinander über die Zukunft der Robotik.

Robotik am Wendepunkt

Aber auch ein anderes Thema spielte auf der Fachtagung eine zentrale Rolle: die Festlegung von Beanspruchungskriterien beim Menschen im Kontakt mit Robotern. Im Klartext: Wie stark darf eine Berührung von Mensch und Maschine höchstens sein, damit es nicht zu Verletzungen kommt? Die Vertreter des Instituts für Arbeitsschutz IFA sowie das Fraunhofer IFF stellten ihre jeweiligen richtungsweisenden Studien vor, in denen die biomechanischen Belastungsgrenzen erstmalig wissenschaftlich untersucht werden. Ihr Ziel ist die genaue Definition der Schmerz- und Belastungsgrenzen, nach denen die Hersteller und die Anwender in der Industrie die neuen Assistenzroboter künftig auslegen können.

Dynamische Käfige aus Licht Auch andere Sicherheitssysteme zur Überwachung von gemeinsamen Arbeitsräumen von Mensch und Roboter sind in den Laboren der Magdeburger Forscher entstanden. Dazu zählen optische Systeme wie etwa dynamische Schutzräume aus sichtbarem Licht, die jeder Bewegung des Roboters genau folgen. Sobald etwas den Lichtvorhang durchbricht, reagiert die Maschine. Neue, flexible Kinematiken in

FOTO: FRAUNHODER IFF

„Die Robotik befindet sich an einem Wendepunkt. Sie entwickelt sich über die klassische Industrierobotik hin zum modernen Assistenzroboter”, sagt Dr. Norbert Elkmann. Der Robotikexperte am Magdeburger Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF arbeitet seit Jahren mit seinen Kollegen sehr erfolgreich an neuen Robotikanwendungen und Techno-

logien mit dem Schwerpunkt der Sicherheit bei der Mensch-Roboter-Kooperation. „Wir werden bald an vielen Stellen Roboter erleben, die uns bei unseren Aufgaben aktiv unterstützen und nicht mehr von Schutzzäunen getrennt von uns arbeiten”, prognostiziert der Forscher. Einige der Entwicklungen des Magdeburger Fraunhofer-Instituts werden bereits von der Industrie intensiv nachgefragt. Zum Beispiel die „künstliche Haut”, ein taktiles Sensorsystem mit denen ein Roboter maßgeschneidert eingehüllt werden kann. Der Roboter „fühlt” damit fast wie ein Mensch, den genauen Ort und Intensität einer Berührung und würde zum Beispiel seine Bewegung sofort stoppen, wenn ein ungeplanter Kontakt eintritt.

Der autonome Roboter „Annie” wurde von den Forschern des Fraunhofer IFF entwickelt, um die technischen Möglichkeiten im Bereich der Assistenzrobotik zu demonstrieren.

Für Dr. Elkmann ist der Trend klar: „Es geht darum, Roboter zu entwickeln, die sich an uns und unsere Alltags- und Arbeitswelten anpassen, und nicht mehr umgekehrt”. Beispielhaft haben er und sein Team als Forschungsplattform den mobilen Assistenzroboter Annie entwickelt. Der Assistenzroboter erkennt seine Umgebung, fährt selbstständig und sicher durch Räume, besitzt sensible Greifer und öffnet auch schon mal ganz vorsichtig eine zerbrechliche Glastür. Seine möglichen Einsatzgebiete sind vielfältig. Die IFF-Entwickler sehen ihn z. B. als Assistenten in der Logistik, für Hol- und Bringdienste, für die Bestückung von Maschinen, in der Laborautomatisierung oder im Heim- und Pflegebereich. www.iff.fraunhofer.de 08/2013 | Wirtschaftsspiegel für Sachsen‑Anhalt

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Und außerdem ...

Geschäftsführer: Gert Hohlwein ... haben Sachsen‑Anhalts Jäger in der Jagd‑ saison 2012/13 insgesamt 16.283 Waschbä‑ ren erlegt. Im Jagdjahr davor waren es 12.090, wie das Landesverwaltungsamt kürz‑ lich in Halle mitteilte. Der Waschbär, eigent‑ lich in Nordamerika zu Hause, breitet sich im‑ mer weiter aus. Er kommt jetzt flächendek‑ kend in Sachsen‑Anhalt vor, auch in Städten wie Magdeburg, Halle und Dessau‑Roßlau. NachAuffassung der Experten ist er eine Ge‑ fahr für heimische Tiere, weil er beispielswei‑ se Feldhasen, Rebhühner, Fasane und Was‑ servögel aus ihren angestammten Lebens‑ räumen verdrängt. ... ist eine 273 Jahre alte Handschrift des Ba‑ rockkomponisten Johann Sebastian Bach (1685‑1750) in einer Sammlung in Weißen‑ fels entdeckt worden. Die 1740 entstandene Abschrift einer Messe des italienischen Kom‑ ponisten Francesco Gasparini (1661‑1727) wurde in der vergangenen Woche erstmals öffentlich präsentiert. Die vier Blätter bieten laut Auskunft von Musikforschern wesentli‑ che Einblicke in das Schaffen von Bach in sei‑ nem letzten Lebensjahrzehnt. Bach verwen‑ dete für seine Abschrift das gleiche Papier wie für den zweiten Teil seines „Wohltempe‑ rierten Klaviers“. ... ist der Besuch des Brockengartens auf Sachsen‑Anhalts höchstem Gipfel wieder möglich. Bis Mitte Oktober 2013 können Brockenbesucher rund 1.800 Hochgebirgs‑ pflanzenarten aus den Bergregionen der Welt betrachten. Von Montag bis Freitag werden täglich zwei Führungen angeboten. An den Wochenenden wird das Alpinum im 38

Rahmen der Brocken‑Rundwegführung ge‑ zeigt. Derzeit sind blühende Brockenanemo‑ nen, verschiedene Steinbrecharten, Felsen‑ blümchen, alpine Primelarten sowie kauka‑ sische Trollblumen zu sehen. ... konnten ungeachtet des Hochwassers die Dreharbeiten für den ersten „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg erfolgreich abgeschlossen worden. Die Aufnahmen für den Film mit dem Arbeitstitel „Der verlorene Sohn“ wur‑ den beendet, teilte der MDR in Leipzig mit. Darsteller Sylvester Groth, der in Jerichow aufgewachsen ist, steht als Hauptkommissar Jochen Drexler vor der Kamera. An seiner Seite spielt Claudia Michelsen als Hauptkom‑ missarin Doreen Brasch. Der Film soll am 13. Oktober 2013 in der ARD ausgestrahlt wer‑ den. Bislang war Sachsen‑Anhalts „Polizeiruf 110“ aus Halle gekommen. ... besaßen laut einer Mitteilung des Statisti‑ schen Landesamtes in Halle per Stichtag 9. Mai 2011 rund 46 Prozent der Sachsen‑An‑ halter ab dem Alter von 15 Jahren die mittle‑ re Reife oder einen gleichwertigen Schulab‑ schluss. Dieser Wert liegt nicht nur fast 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (28,9 Prozent), Sachsen‑Anhalt ist damit im Ver‑ gleich aller Bundesländer Spitzenreiter. Die Hochschul‑ oder Fachhochschulreife hatten 457.090 Sachsen‑Anhalter erworben. Mit ei‑ nem Anteil von 22,6 Prozent an der Bevölke‑ rung ab dem Alter von 15 Jahren ist Sachsen‑ Anhalt dabei bundesweites Schlusslicht. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 28,3 Prozent. (Quelle: Staatskanzlei Sachsen‑Anhalt)

Redaktion&Satz: www.floum.de Breite Straße 36 b 39326 Glindenberg Autoren dieser Ausgabe: Ronald Floum, Monika Floum, Holger Dülken, Wolfgang Benndorf, Karin Franek, Daniel Hohmann, Frank Nakoinz

Titel: SKET‑Anlagenbau Autor: Peter Gercke

Produktion und Layout: Spectrum Wirtschaftswerbung GmbH Der nächste Wirtschaftsspiegel erscheint im Oktober 2013 Anzeigenschluss: 23. September 2013 Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Einzelpreis: 4,90 Euro Jahresabonnement: 27,00 Euro ISSN: 1860‑8558


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Alter Glanz kommt wieder Herrenkrug Parkhotel erstrahlt nach Sanierung in alter Pracht Das Hochwasser kam schon zum zweiten Mal. Auch diesmal verschonte die Elbe das romantisch gelegene Herrenkrug Parkhotel in Magdeburg nicht. Totalschaden in 17 Zimmern, der Wellness-und Spa Bereich muss komplett neu aufgebaut werden. Zwei Tagungsräume, die Hotellobby, Rezeption und Wirtschaftsräume verwüsteten die Fluten. Im herrlich gelegenen Parkrestaurant „Die Saison” tummelten sich die Enten wie auf

einem Badesee. Resignation beim 100köpfigen Team des Herrenkrug Parkhotels? Keine Spur. Die Arbeiten laufen in vollem Gang, um dem Hotel den gewohnten Glanz zurückzugeben. Viele regionale Bauunternehmen unterstützen den zügigen Wiederaufbau. Stammgäste bekunden ihre Treue, wollen nach der Sanierung wiederkommen. Allerdings mussten alle Veranstaltungen abgesagt werden. Im November soll dann das Hotel wieder öff-

nen. Die Reservierungsbüros nehmen jetzt schon Buchungen für das kommende Jahr entgegen. www. herrenkrug.de

Ball der Wirtschaft verschoben Der für den Oktober im Ballsaal des Herrenkrug Parkhotel geplante „Ball der Wirtschaft” des Wirtschaftsspiegels Sachsen-Anhalt wird auf das kommende Jahr im März verschoben.


Wirtschaftsspiegel Sachsen-Anhalt Ausgabe 8/2013