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Süd.kurier Sozialdemokratische Zeitung für Südkamen gegründet 2008

Nr. 20 - 2/2013 in dieser ausgabe

Streit um die Querspange K 40n Die Bahn will jetzt doch schnell bauen. Kreisbaudezernent Dr. Detlef Timpe informierte auf Einladung der SPD. Anwohner protestieren gegen zusätzlichen Lärm. » Seite 3 und 5

sommer 2013

geburtstag und frühlingsfest

meldungen

Maifest und 35 Jahre Perthes-Zentrum gefeiert Viele Gratulanten lobten Arbeit – Vereine und Verbände feierten mit.

Dorf- und Kinderschützenfest Der Schützenverein Südkamen/Kamen-Süd lädt wieder zum Dorf- und Kinderschützenfest. Termin und Programm finden Sie hier. » Seite5

Kamen2 ist ein Happy End Endlich gibt es Bewegung bei der Entwicklung des alten Hertie-Hauses. Schon bald soll die Immobilie umgebaut werden. Bürgermeister Hermann Hupe schreibt exklusiv über das Projekt. » Seite 6

Sozialticket für gering Verdienende? Bisher können nur Transferleistungen Beziehende ein Sozialticket für Bus und Bahn in Anspruch nehmen. Die SPDKreistagsfraktion will das Projekt auf Wohngeldberechtigte ausweiten. » Seite 7 facebook

So finden Sie die SPD Kamen auf Facebook. Halten Sie Kontakt und diskutieren Sie mit uns.

35 Jahre Pertheszentrum in Südkamen: Das verdient gefeiert zu werden. Dementsprechend groß war die Zahl der Gratulanten, die sich um den Maibaum im Süden versammelten. Stellvertretend genannt seien der stellvertretende Landrat Martin Wiggermann (SPD, 9.

Südkamen. Bei strahlendem Sonnenschein konnte am 5. Mai das traditionelle Maifest rund um das Südkamener Perthes-Zentrum gefeiert werden. Es war ein besonderes Fest, denn die Senioreneinrichtung kann 2013 auf eine 35jährige Geschichte zurückblicken. So ließen es sich auch viele Gratulanten nicht nehmen, den „Machern“ vor Ort ihren Dank auszusprechen und einen Blick zurück zu wagen. Für den Kreis Unna hielt Martin Wiggermann, heimisches Kreistagsmitglied und stellvertretender Landrat, eine

v.l.), der stellvertretende Bürgermeister Dirk Ebbinghaus (CDU, 5. v.l.), der stellvertretende Superintendent Pfarrer Hans-Martin Böcker (8. v.l.) und der Vorsitzende des Evangelischen Perthes-Werkes e.V., Pfarrer Dr. Werner M. Ruschke (r.). Gastgeberin: Helga Maday (2.v.r.).

Laudatio. Er wagte auch den Blick nach vorn und bemerkte: „Ein guter medizinischer Pflegestandard ist nicht alles. Politik muss sich darum kümmern, dass Pflegende mehr Zeit für Ihre Arbeit am Menschen bekommen“, sagte er, und nahm nicht nur sich, sondern auch Bund und Land in die Pflicht. Alle Laudatoren lobten die vorbildliche Einbindung des Pertheszentrums in die Sozialstruktur des Stadtteils. Pfarrer Dr. Werner M. Ruschke unterstrich, dass nur Einrichtungen, die sich ihrem Umfeld öffneten, eine gute Arbeit im Sinne der

hier lebenden Menschen leisten könnten. Auch die Vereine und Verbände Südkamens leisteten wieder einen tatkräftigen Beitrag zum Gelingen des Maifestes. Der Kleingartenverein backte Reibeplätzchen, der Kochclub grillte, der SPD-Ortsverein und die Schützen sorgten für Getränke und der Knappenverein präsentierten seinen historischen Bergmannsstollen. Spiele für Kinder und eine Schminkaktion wurden vom Evangelischen Kindergarten angeboten. Und die Feuerwehr setzte wieder dem Maibaum den Kranz auf!

www.facebook.com/ spdkamen

Kamen. Nach fast fünf Jahren bekommt der Süd.kurier Familienzuwachs. Es sind Drillinge! Der neue Seseke.kurier und informiert in Kamen-Mitte über Neuigkeiten und Wissenswertes. Auch Methler bekommt eine „eigene“ Zeitung. Hier will der Körne.kurier die Menschen mit Geschichten aus der Nachbarschaft versorgen. In Heeren-Werve erscheint jetzt der Mühlbach.kurier. Gemeinsam ist allen Zeitungen, dass sie von den SPD-Ortsvereinen in den jeweiligen Stadtteilen getragen werden. Neben den lokalen Themen werden die drei Redaktionen auch Themen mit gesamtstädtischer Bedeutung aufbereiten und über die Arbeit der SPD in Stadt und Kreis berichten.

Mehr Kamener Nachrichten im Netz Kamen. Nachdem die WAZ-Mediengruppe die Lokalredaktionen der Westfälischen Rundschau geschlossen hat, sind im Internet neue Portale, entstanden, die sich eine tägliche Lokalberichterstattung aus Kamen und Umgebung auf die Fahne geschrieben haben. Die Inhalte sind kostenfrei abrufbar und meist anzeigenfinanziert. Auf die Berichterstattung aus und über Kamen hat sich www.sesekegefluester.de spezialisiert. Für Sportinteressierte gibt es auf den Seiten von www.UN-sport.de aktuelle Berichte.

Hochzeit

online-archiv

Den aktuellen Süd.kurier und ältere Ausgaben können Sie hier auch online lesen: www.issuu.com/ spd_suedkamen/docs

Zeitungen für alle Stadtteile

Szenen vom Maifest. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) übernahm die Beköstigung mit leckerer Erbsensuppe (links). Der Kochclub der Evangelischen Kirchengemeinde grillte (rechts).

Kamen. Hochzeit im Hause Hupe. Kamens Bürgermeister Hermann Hupe und das Kreistagsmitglied Christine Hölling gaben sich im April in der Kamener Partnerstadt Unkel das Ja-Wort. Die Redaktion gratuliert von Herzen und wünscht dem Paar nur glückliche Tage.


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Service & Termine bitte sprechen sie uns an!

2/2013 | Sommer 2013

karikatur

Ihre Ratsmitglieder

Petra Hartig Vorsitzende der SPD Südkamen 02307 73519 petrahartig@gmx.de Hans-Dieter Heidenreich stellv. Vorsitzender der SPD Südkamen 0173 2926994 hans-dieter-heidenreich@t-online.de Ihre Kreistagsmitglieder

Christine Hupe 02307 286615 c.hoelling@gmx.de

liebe leserinnen und leser!

Martin Wiggermann stellv. Landrat des Kreises Unna 02307 42359 martin.wiggermann@ t-online.de Ihr Abgeordneter im Landtag

Rüdiger Weiß MdL 02307 72531 ruediger.weiss@landtag.nrw.de www.rüdiger-weiss.de Ihr Abgeordneter im Deutschen Bundestag

Oliver Kaczmarek MdB Vorsitzender der SPD im Kreis Unna 02303 2531430 oliver.kaczmarek@wk.bundestag.de www.oliver-kaczmarek.de Ihr Abgeordneter im Europäischen Parlament

Bernhard Rapkay MdEP 0231 585616 bernhard.rapkay@europarl.europa.eu www.bernhard-rapkay.de spd in kamen

Gemeinsam stark für Kamen.

Bahnhofstr. 9, 59174 Kamen 02307 72531 Öffnungszeiten: Di + Fr 9 - 13 Uhr, Mi + Do 13 - 16 Uhr www.spd-kamen.de spd.suedkamen@web.de facebook.com/spdkamen

Dass unser Süd.kurier Zuwachs bekommen hat, haben Sie sicher schon auf der Seite 1 gelesen. Und Sie werden auch gemerkt haben, dass die aktuelle Ausgabe auch dicker ist. Wir bringen Ihnen nämlich ab sofort vier zusätzliche Seiten. Mit mehr Geschichten aus Kamen und dem Kreis Unna. Mit einer neuen Seite für junge Leute (4 Youth) und einem „Kessel Buntes“ auf der Rückseite. Dort finden Sie jetzt auch das Rezept unseres Ortsvorstehers Jürgen Senne zum Nachkochen, ein Sudoku, ein Schweden-Rätsel und unser „historisches Foto“, das wir Ihnen nun

Französisch für Senioren Südkamen. Mit den Kursen der AG 60 plus Südkamen ist es leicht, im Alter noch Sprachen zu lernen. Kursleiter Rolf Dechmann stimmt Lerntempo und Inhalte auf die Zielgruppe der „Best Ager“ ab. Jetzt gibt es auch wieder eine Lerngruppe „Französisch“. Sie trifft sich freitags von 13.30 bis 15 Uhr.. Treffpunkt ist der Raum des AWO-Ortsvereins Südkamen im AWO-Zentrum an der Unnaer Straße 29 a. Informationen gibt es bei Rolf Dechmann, Telefon 71157 oder per E-Mail unter „rodekamen@gmx.net“.

impressum Der „Süd.kurier – sozialdemokratische Zeitung für Südkamen“ erscheint vierteljährlich und kostenlos. Herausgeber: SPD Südkamen; Redaktion: Petra Hartig (v.i.S.d.P.), Torsten Göpfert, Hans-Dieter Heidenreich, Oliver Bartosch (Stadt), Wulf Erdmann (Kreis), Wendy Wagner (4 Youth); Anzeigen: Hans-Dieter Heidenreich; Fotos: SPD, soweit nicht anders angegeben; Layout: Torsten Göpfert; Satz und Druck: Druckerei Uwe Nolte, Iserlohn; Auflage: 2.300 Stück; Anschrift d. Red.: Süd.kurier, c/o P. Hartig, Steinacker 9, 59174 Kamen; Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den jeweiligen Autoren verantwortet. Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe ist am 18.8.2013.

Petra Hartig Vorsitzende der SPD Südkamen

regelmäßig präsentieren wollen. Haben Sie ein Foto zur Veröffentlichung für uns? Dann freuen wir uns über ihre Nachricht! In den vergangenen Wochen waren Ihre Ratsmitglieder wieder sehr gefragt. Der Bau der Quer-

spange, aber auch die Lärmbelästigung durch die Hochstraße und die Autobahn waren Themen, die sie uns mit auf den Wegen gegeben haben. Nicht für jedes Problem gibt es eine (schnelle) Lösung. Und nicht jeden Wunsch werden wir uns als SPD zu Eigen machen wollen. Aber unser Versprechen gilt: Wir haben stets ein offenes Ohr für Sie und kümmern uns! Bitte sprechen Sie uns also auch zukünftig an. Herzlichst Ihre Petra Hartig

Nachruf Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten trauern um ihr langjähriges Mitglied

Andreas Friedhoff. Er verstarb am 26. März 2013 nur wenige Tage nach seinem 51. Geburtstag. Andreas Friedhoff trat 1984 der SPD bei und wurde 2009 für seine 25jährige Parteimitgliedschaft geehrt. In den letzten Jahren engagierte sich Andreas Friedhoff insbesondere als sachkundiger Bürger im Planungs- und Umweltausschuss des Rates der Stadt Kamen. Auch als Mitglied des Ortsvereinsvorstandes Südkamen war er lange Jahre aktiv und wichtiger Ratgeber insbesondere in Planungs- und Verkehrsangelegenheiten. Leider konnte er sich in der jüngeren Vergangenheit aus beruflichen Gründen nicht mehr so stark engagieren. Wir verlieren mit Andreas Friedhoff ein geschätztes und engagiertes Mitglied. Die Nachricht von seinem plötzlichen und unerwarteten Tod hat uns tief bestürzt. Seiner Familie gilt unser tiefes Mitgefühl. Petra Hartig Vorsitzende der SPD Südkamen


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Thema

2/2013 | Sommer 2013

bürgergespräch

treffpunkte

Spangen-Poker

Großes Partnerschaftsfest

Kreis und Bahn AG wollen ab 2014 bauen – Anlieger bereiten Klage vor.

In diesem Jahr bestehen die Städtepartnerschaften mit Ängelholm (Schweden) und Montreuil-Juigné (Frankreich) 35 beziehungsweise 45 Jahre. Gemeinsam mit dem Partnern feiert die Stadt Kamen dieses Ereignis vom 31. Mai bis 2. Juni mit einem bunten Programm in der Innenstadt. Am 31. Mai eröffnet Bürgermeister Hermann Hupe (SPD) um 10 Uhr das Fest auf dem Alten Markt mit einem Fassanstich.

Endlich gibt es einen gemeinsamen Zeitplan für den Bau der Querspange. Der Bahnübergang an der Südkamener Straße soll ab 2016 nicht mehr den Autoverkehr behindern und die die Fernverkehrstrasse der Eisenbahn sicherer machen. Baustart soll schon im kommenden Jahr sein. Doch nach 30 Jahren Planung regt sich bürgerschaftlicher Widerstand gegen das Projekt. Mehrere Anwohner wollen gegen die Straße klagen.

OpenAir bei der Feuerwehr

Südkamen. „Volles Haus“ bei Düfelshöft. Rund 70 Interessierte folgten am Abend des 14. März einer Einladung des SPD-Ortsvereins zum Gespräch über den aktuellen Sachstand zur Querspange K 40n. Kreisbaudezernent Dr. Detlef Timpe erstattete den Anwesenden Bericht. „Ende 2016 soll alles fertig sein“, so der Fachmann aus der Kreisverwaltung. Dann sollen die Autos über die neue rund 1300 Meter lange Kreisstraße

Am Freitag, den 7. Juni, ab 20 Uhr gibt es wieder handgemachte Musik unter freiem Himmel zu genießen. Das kleine OpenAir bei der Feuerwehr hat sich schon nach kurzer Zeit einen festen Platz im Südkamener Veranstaltungskalender erobert. Diesmal spielt die Wittener Irish-Folk-Band Celtic Voyager traditionelles und selbst komponiertes Liedgut von der grünen Insel.

Stiftung Umsorgtes Alter

rollen und der Bahnübergang an der Südkamener Straße beseitigt sein. Im November 2014 wolle die Bahn AG mit dem Bau der Eisenbahnbrücke beginnen. Die Arbeiten sollen ein Jahr später abgeschlossen sein. Dies habe die Projektleitung der Bahn dem Kreis im Februar schriftlich mitgeteilt, so Timpe. Wie bereits berichtet überlegt der Kreis Unna, ob er bereits vor dem Baubeginn der „Gehen Sie davon aus, dass die Spange inhaltlich und zeitlich nicht so gebaut werden wird, wie Sie sich das vorstellen.“

Südkamen

Bahn AG mit dem Straßenbau beginnen sollte. „Wir könnten den Kreisverkehrsplatz an der

Westicker Straße bereits vorab bauen“, so Timpe in der Versammlung. Damit könne die unfallträchtige Einmündung an der Südkamener Straße entschärft und eine bessere Anbindung der Baustelle erreicht werden. Ab 2015 könnte dann die neue Kreisstraße von Osten her gebaut werden, beginnend mit dem Kreisverkehrsplatz an der Dortmunder Allee. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass der Kreistag jeweils die notwendigen Mittel bereitstelle. Im laufenden Jahr wolle der Kreis jetzt die erforderlichen Grundstücke kaufen. Allerdings stieß das Projekt auch an diesem Abend nicht nur auf Befürworter. So meldeten sich Anlieger zu Wort, die

insbesondere zunehmenden Lärm befürchteten, aber auch die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses für das Projekt bezweifelten. André Maiwald führte einen teilweise emotionalen Diskussionswechsel mit Dr. Timpe. „Gehen Sie davon aus, dass die Spange inhaltlich und zeitlich nicht so gebaut werden wird, wie Sie sich das vorstellen“, kündigte der seit vier Jahren im Buschweg wohnende Maiwald in der Versammlung eine Klage gegen das Projekt an. Detlef Timpe berichtete, dass der Kreis den Planfeststellungsbeschluss habe fachanwaltlich überprüfen lassen. „Ich habe keinen Zweifel, dass die Planfeststellung rechtssicher ist“, fasste er das Ergebnis der externen Beratung zusammen und erneuerte gegenüber den Kritikern sein Gesprächsangebot, über zusätzliche und freiwillige Lärmschutzmaßnahmen entlang der Straßentrasse zu sprechen. Platz für eine Grundsatzdebatte über Sinn oder Unsinn der Straße sah Timpe jedoch nicht. „Die Entscheidung über den Bau der Straße ist gefallen. Es bleibt unser Ziel, den höhengleichen Bahnübergang an der Südkamener Straße zu beseitigen“, so der Baufachmann. „Die SPD wird sich für möglichst viel Lärmschutz im Sinne der Anlieger einsetzen“, versprach SPD-Ortsvereinsvorsitzende Petra Hartig. Allerdings sei die Position der Sozialdemokraten vor Ort unverändert. „Wir brauchen und wollen die K 40n“, so Hartig in ihrem Schlusswort.

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29. Juni 2013 ab 10 Uhr Boulebahn „Unser Stücksken“ Südkamener Straße / Gerhardtstraße

Es gibt inzwischen zu viel Verkehr, Lärm und Abgase. Gleichzeitig aber sind wir selbst Autofahrer, produzieren also eben diesen Lärm und Abgase. Und fahren oft genug an den Wohnhäusern anderer Bürger vorbei, die sich genau hierüber beklagen. So beklagen sich Bürger über die durch den Bau der Unterführung der Bahn folgenden Querspange entstehenden, sie betreffenden Veränderungen. Natürlich muss alles getan werden, diese verträglich zu gestalten. Sie wollen aber nicht wahrhaben, dass gleichzeitig viele andere Bürger eben dadurch endlich erheblich entlastet werden sollen. Da haben wir wieder das so genannte St.-Florians-Prinzip. Das kennen wir alle. Was mich

Hans-Dieter Heidenreich Ratsmitglied

nur überrascht: Warum erheben genau diese Mitbürger nicht jetzt ihre Stimme und fordern nun endlich diese Veränderung ein? Und: Wir haben jetzt über 30 Jahre auf die Spange und den Wegfall der Schranke an der Südkamener Straße gewartet. Demokratisch legitimierte Parlamente haben nach zuvor durchaus kontroversen Diskussionen in den Parteien letztendlich eine mehrheitliche Entscheidung getroffen. Irgendwann müssen

demokratische Entscheidungen nun auch glaubwürdig umgesetzt werden. Verstehen kann ich auch die Bürger der Schäferstraße, die gleich mehrfach betroffen sind. Auch hier haben wir bei den Entscheidungsträgern interveniert und bemühen uns nach Kräften um Besserung der Situation. Und so wie in der Unnaer Straße Verbesserungen erzielt wurden, sind auch hier Besserungen in Sicht. Konkret muß es auch in Kamen heißen: Der Verkehr muss soweit eben möglich intelligent anders gesteuert werden. LKW und PKW sollen soweit als möglich nicht durch Wohnquartiere fahren! Die ersten Schritte sind getan.


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Aus dem Süden

spd-bürgerkonvent

MEDIENLANDSCHAFT

Einladung aus Berlin für Manfred Fröhlich Berlin/Südkamen. Mehr als 40.000 Bürgerinnen und Bürger waren dem Ruf der SPDSpitze gefolgt, sich mit ihren Vorschlägen und Anregungen in die Politik der SPD im Rahmen eines Bürgerkonvents einzumischen und ihre Anregungen in das Parteiprogramm einzubringen. Mit diesem ersten BürgerDialog ging die SPD völlig neue Wege, das „Wir“ zu betonen. Schließlich wurden 300 der vielen Einsender zu einem Meinungsaustausch nach Berlin eingeladen. Unter ihnen Manfred Fröhlich aus Südkamen, allen als sympathischer und kompetenter Hausmeister des Pertheszentrums bekannt. Leider konnte er aus beruflichen Gründen nicht in Berlin teilneh-

Lokaljournalismus im Netz kann Meinungsvielfalt retten SPD lud zur Diskussion mit Medienleuten

Hatte eine Einladung zum SPDBürgerkonvent nach Berlin erhalten: Manfred Fröhlich.

men. Aber, so betonte er, habe er die Chance seine Meinung kundzutun; gerne genutzt und wird dies jederzeit wieder und gerne tun. Bleibt zu hoffen, dass Fortuna eine zweite Chance für ihn bereithält!

Dichtigkeitsprüfung

Fristen sind vom Tisch Kamen. „Mit dem Beschluss im Landtag hat unsere Landesregierung eine bürgerfreundliche Lösung zur Prüfpflicht privater Abwasserleitungen durchgesetzt“, freut sich das Südkamener Ratsmitglied Petra Hartig, dass nun endlich Klarheit im Bereich der Dichtheitsprüfungen für private Haushalte vorliegt. Der Landtag hat beschlossen, dass private Abwasserleitungen nur noch in Wasserschutzgebieten geprüft werden müssen. In Zukunft gibt es außerhalb von Wasserschutzgebieten keine Fristen, an denen private Abwasserleitungen

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spätestens geprüft sein müssen. Gleichzeitig wurde die Entscheidungskompetenz der Kommunen gestärkt. Sie können nun selbst entscheiden, ob sie ihre bestehenden Abwassersatzungen beibehalten oder anpassen. In einem Gespräch mit dem Betriebsleiter des Eigenbetriebes Stadtentwässerung, Jörg Mösgen, erfuhr Petra Hartig, dass es in Kamen demnächst eine Anpassung der Entwässerungssatzung geben wird. Allerdings müssen zunächst einmal auch die Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz vorliegen, sagte Jörg Mösgen gegenüber Hartig.

Südkamen / Kreis Unna. Gut gefüllt war der Saal von Haus Düfelshöft am 26. Februar. Die Südkamener SPD hatte gemeinsam mit dem SPD-Unterbezirk Unna zur Diskussion über die Konsequenzen aus der faktischen Schließung der Westfälischen Rundschau eingeladen. Rund 40 Gäste verfolgten das Gespräch mit dem Zeitungsforscher Horst Röper vom Dortmunder Formatt-Institut, dem medienpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Alexander Vogt aus Herne und dem Bochumer Blogger Jens Matheuszik von „pottblog.de“. Das Ende der Rundschau sei ein “Schlag, den die Bundesrepublik noch nicht gesehen hat”, sagte Horst Röper im gut besetzten Saal im Haus Düfelshöft. „Wir vollziehen den Wandel zu monopolisierten Zeiten.” Auch Alexander Vogt sah das Ende der Meinungsvielfalt im Printbereich. Ein weiteres Problem im Lokalen sei, dass auch die Konkurrenzmedien im lokalen Hörfunk von den Zeitungsverlagen betrieben würden, so Vogt weiter. Horst Röper vertrat die Auffassung, dass die Entwicklungen im Online-Bereich auf überwiegend kostenloser Basis ein Problem für die Verlage seien.  Von der Kostenlos-Mentalität zu einem akzeptierten BezahlModell zu kommen, sei bisher nicht geglückt. Man müsse sich fragen, was lokaler Journalismus wert sei, so Medienpolitiker Vogt. Politik

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Diskutierten engagiert: Zeitungsforscher Horst Röper, Moderator Maik Luhmann, Abgeordneter Alexander Vogt und Blogger Jens Matheuszik (v.l).

müsse neue Rahmenbedingungen entwickeln. Eine Stiftung, so Vogt, könne ein Modell sein, das dazu genutzt werden könnte, um bestimmte Dinge im Journalismus zu finanzieren – staatsfern, wie er betont. Es sei denkbar, auch einen Teil des Haushaltsbeitrages für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zukünftig hierfür einzusetzen, überlegte Vogt. Dabei sollte es um die Förderung einzelner Projekte gehen, nicht um eine Dauerfinanzierung. Zeitungsforscher Röper könnte sich eine solche Lösung ebenfalls vorstellen. Die Idee der Zeitungsverleger, Hilfen vom Staat zu verlangen, sei für ihn jedoch problematisch. „Es gibt nach wie vor sehr gut verdienende Medienunternehmen. Warum sollten die z.B. von Mehrwertsteuersenkungen profitieren“, fragte der Wissenschaftler. Ob Nachrichten aus dem Lokalen im Internet eine Alternative sein könnten, fragte Moderator Maik Luhmann den Blogger Jens Matheuszik. Der meinte, das Internet könne nur

eine Bereicherung der Medienlandschaft sein. Die Westfälische Rundschau könne man aber nicht ersetzen. Für neue Produkte im Print-Bereich sah Horst Röper aber keine Chancen: „Dazu ist der Tageszeitungsmarkt zu konservativ.“ Die einzige Chance sei, dass sich im Internet nun Lokaljournalismus durchsetze, so Röper. Es gebe inzwischen einige solche Portale. Für umfassende Lokalberichterstattung bräuchte man aber größere Redaktionen. Ein Gast befürchtete, dass die Verlagerung der Berichterstattung ins Internet auch eine Diskriminierung bedeuten könne, u.a. für ältere Menschen. Aber hier beruhigte Röper: „Auch die älteren Menschen sind heute aktiver im Internet.“ Doch er bestätigte auch: „Würde die ältere Generation nicht ihr Zeitungsabo bis zum Tode halten, dann würde es im Bereich der Printmedien finster aussehen. Junge Leute sind für dieses Medium kaum noch zu begeistern.“


Schützenverein

Clan ironforge

„Schotten“ fühlen sich heimisch Südkamen. Ausgesprochen wohl fühlen sich inzwischen die schottischen Südkamener. Die Frauen und Mannen um den Clan Ironforge freuen sich über die besseren Bedingungen, die sie inzwischen im Mixed zwischen der Werkstatt MartinLuther-King und dem Kleingartenverein Schöner Fleck gefunden haben. Und üben mit

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Aus dem Süden

2/2013 | Sommer 2013

unveränderter Begeisterung ihren Sport aus, der jüngst auch auf dem Drachenfestival KITE wieder einmal für Aufsehen sorgte. Für diese elegante Lösung zu einem neuen Standort hatte Ortsvorsteher Jürgen Senne maßgeblich Pate gestanden. So fühlen sich die Schotten inzwischen heimisch. Kein Rückblick

im Zorn mehr, als ihr Domizil neben der Feuerwehr zerstört wurde.Pressesprecher Alexander Dißl:“ Wir wissen sehr wohl, das es nicht die Südkamener Bürger waren, die sich auf drastischem Wege gegen uns aussprechen wollten. Einige Rabauken haben ihre Zerstörungswut ausgelebt. Aber dumme Menschen gibt es leider überall!“

Spaß beim Dorf- und Kinderschützenfest

Das Foto zeigt das amtierende Kinderkönigspaar Fabian I. Rusch und Mira I. Güven mit dem im Juni 2012 abgedankten Königspaar Horst III. und Roswitha II. Bergmann. (Foto: privat)

querspange

Kreistags-SPD nimmt Lärmschutz an der K 40 ernst Von Christine Hupe. Kreisbaudezernent Dr. Detlef Timpe hat auf Einladung der SPD im März in Südkamen über den aktuellen Zeitplan für den Bau der K 40n informiert (siehe Seite 3, Anm. d. Red.) In dieser Veranstaltung wurde sehr deutlich, dass ein Teil der Menschen im Kamener Süden zusätzliche Lärmbelastungen nach der Verkehrsfreigabe der neuen Kreisstraße befürchtet und sich deshalb gegen dieses Projekt wendet. Detlef Timpe stellte jedoch in Aussicht, dass der Kreis als Straßenbaulastträger möglicherweise auf freiwilliger Basis zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen ergreifen könnte. Hier sei insbesondere die Anlage von bisher nicht vorgesehenen Lärmschutzwällen entlang der Straßentrasse vorstellbar. Voraussetzung hierfür seien im Wesentlichen die Verfügbarkeit der zusätzlich benötigten

Christine Hupe Kreistagsmitglied

Grundstücke und die Bereitstellung der entsprechenden Finanzmittel im Kreishaushalt. Die sicher nicht unberechtigten Befürchtungen der betroffenen Anlieger sind nachvollziehbar. Lärm entwickelt sich zunehmend zu einer Belastung, welche die Menschen nicht mehr hinnehmen wollen oder können. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lärm sind wissenschaftlich erwiesen. Deswegen hat sich der Arbeitskreis „Bau und Technik“ der SPD-Kreistagsfraktion in seiner April-Sitzung auf Bitten des SPD-Ortsvereins Südkamen nochmal mit der Lärmschutzplanung für die neue

Kreisstraße K 40n beschäftigt. Für mich als direkt gewähltes Kreistagsmitglied für Südkamen ist ganz wichtig, dass der Lärmschutz wesentlicher Bestandteil der gesamten Baumaßnahme wird. Ich bin mir mit Dr. Detlef Timpe einig, dass zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen zum Schutze der Anwohner der neuen Straßentrasse unbedingt in die weitere Planung einbezogen werden müssen. Aber hierfür müssen dann auch die benötigten Flächen zur Verfügung gestellt werden. Ich bin zuversichtlich, dass es der Kreisverwaltung gelingt, zusätzlichen Lärmschutz zu realisieren. Ich werde diese Sache begleiten und mich für eine Realisierung einsetzen. Ich bin optimistisch, dass es gelingen wird, die in dieser Frage unterschiedlichen Meinungen zwischen den Gegnern und den Befürwortern der K 40n „unter einen Hut“ zu bringen. Dafür setze ich mich ein.

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Südkamen. Der Schützenverein Südkamen / Kamen-Süd richtet am 22. Juni das traditionelle Kinderschützenfest und das Schießen um den Dorfkönig aus. Das noch amtierende Kinderkönigspaar Fabian I. Rusch und Mira I. Güven wird um 13.30 Uhr mit einem Planwagen am Steinacker 74 abgeholt. Während eines halbstündigen Aufenthaltes, können auch andere Kinder ab 13 Uhr in den Planwagen zusteigen, um das Kinderkönigspaar auf seiner Fahrt zur Südschule zu begleiten. Nach dem Empfang durch die auf dem Schulhof angetretenen Südkamener Schützen, startet um 14 Uhr der von einem Spielmannszug begleitete Festumzug durch den Stadtteil. Abordnungen Vereine und Verbände und der Planwagen begleiten den Umzug, der auf dem Festplatz an der Sporthalle endet. Hier beginnt um 15 Uhr das Festprogramm mit dem Abwerfen des vom Kinderkönigspaar auf den Namen

“Georg“ getauften Kinderschützenvogels. Namensgeber ist der Patenonkel des Kinderkönigs. Neben einer großen Tombola, bei der u.a. eine Fahrzeugaufbereitung zu gewinnen ist, werden für die Kinder eine separate Tombola mit attraktiven Gewinnen, eine Hüpfburg, Dosenwerfen, Kinderschminken, Boule-Spiele sowie viele andere Unterhaltungsmöglichkeiten angeboten. So wird gegen 17 Uhr ein Clown die Kinder bespaßen. Für das leibliche Wohl gibt es neben Kaffee und Kuchen kühle Getränke und Grillspezialitäten. Die musikalische Unterhaltung übernimmt der Spielmannszug “In Treue fest Heil“. Nach der Proklamation des neuen Kinderkönigspaares wird unter den Nichtschützen der Dorfkönig ausgeschossen. Die Südkamener Offiziere schießen in einem eigenen Wettbewerb den Bierkönig aus und die Schützen der Gastvereine haben die Möglichkeit einen Pokal auszuschießen.


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Aus der Stadt

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Die Betreuung ist auf gutem Weg

Hupe: „Kamen2 ist ein Happy End“

Kamen wird den Rechtsanspruch auf U3-Betreuungsplätze zum 1. August erfüllen. Die Betreuungszeiten sollen flexibler werden. Foto: Privat

Kamen. Das Etappenziel ist erreicht: Aktuelle Zahlen des Landes NRW dokumentieren, dass in Kamen die vorgeschriebenen 33 Prozent im Bereich der U3-Betreuung mit Beginn des neuen Kita-Jahres am 1. August 2013 erzielt werden. „Die Anstrengungen der vergangenen Jahre haben sich gelohnt“, freute sich Marion Dyduch, Vorsitzende der SPD-Fraktion und des Jugendhilfeausschusses. „Wir werden wachsam bleiben müssen, um kurzfristig und flexibel auf Nachfragesituationen reagieren zu können.“ Die im Jugendhilfeausschuss präsentierten Zahlen spiegeln die engagierte Arbeit alle Akteure wieder: 229 Plätze gibt es im Stadtgebiet für Kinder unter drei Jahren in den Kindertageseinrichtungen. Insgesamt stehen 1268 Kitaplätze in Kamen zur Verfügung. Momentan gibt es sogar in allen Gruppenformen freie Kapazitäten. „Ein Zeichen, dass man auf alle Eventualitäten, auf alle Bedarfe reagieren kann“, erklärte Marion Dyduch. Das ist für sie und die

Kamener Sozialdemokraten zwar erfreulich, dieses Ziel erreicht zu haben, dennoch könne dieser Wert nur ein Zwischenziel sein. „Wir werden nun die weiteren Schritte angehen, die da heißen Randzeitenbetreuung, Angebote in den Abendstunden, Vorbereitung für einen weiteren Ausbau der U 3-Betreung mit flexiblen Ausbaustufen“, erklärte Marion Dyduch. Man benötige weitere Puffer in diesem Betreuungsbereich, um schnell und flexibel auch auf neue Arbeitszeitmodelle reagieren zu können. Aus Gesprächen mit der Verwaltung wisse sie, dass an neuen Betreuungsangeboten gearbeitet werde. Sie wurden im Rahmen der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im April detailliert vorgestellt. „Diese verschiedenen Betreuungsmodelle sind für die Familien in Kamen sehr wichtig. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst und werden daher für verlässliche Strukturen in Kamen Sorge tragen“, erklärte die Fraktionsvorsitzende der SPD abschließend.

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Ein Investor will das frühere Hertie-Gebäude grundlegend umbauen und mit neuen Geschäften den Innenstadthandel beleben.

Von Hermann Hupe. Gut kann ich mich erinnern an die Gespräche mit dem Hertie-Betriebsrat damals. Lässt sich die Schließung abwenden? Können wir als Mitarbeiter übernehmen. Wenn ja: Wie kann das gehen? Am Ende hat all das nicht geholfen, obwohl die Solidarität, die den Kolleginnen und Kolleginnen seinerzeit aus der Politik, aus den Gewerkschaften und vor allem auch aus der Bevölkerung entgegenschlug nicht gering geachtet werden sollte. Dennoch: Die unabwendbare Schließung „unseres“ Hertie zog eine tiefe Spur durch unsere Innenstadt, ja: durch unsere gesamte Stadt. Der Frequenzbringer brach weg. Das belastete den Innenstadthandel, insbesondere die kleineren Partner, aber nicht nur die. Auch die Bürgerinnen und Bürger, die gern Hertiekunden geblieben wären, fanden manches, was Hertie anbot, nicht mehr vor Ort. Was war zu tun? Zunächst ging es mir – wie auch in anderen Fällen – um eine Analyse der Hintergründe dieser Insolvenz. Das schien auf den ersten Blick nicht das Schwierigste zu sein. Doch dies war die erste Fehleinschätzung: Der interessierte Betrachter stieß auf ein kaum entwirrbares Geflecht internationaler Finanz- und Kapitalverflechtungen. Ohne durch zu viel Details langweilen zu wollen, am Ende ging es bei der Blockade der Vermarktung darum, Zeit in der eigenen Insolvenz zu

gewinnen. Das gilt für die englische Dawnay Day. Kaufgebote wurden nicht beantwortet, weil man daran gar kein Interesse hatte. Dann war die Frage der Insolvenz der 64 Einzelgebäudegesellschaften unter dem Dach der holländischen Mercatoria Acquistions bv nur noch eine Frage der Zeit. Eine Hängepartie über mehr als 3 Jahre. Gefragt waren Geduld, sorgfältige Beobachtung des weiteren Geschehens sowie Konzentration auf die Lücke, die wir nicht verpassen durften. Und sie kam. Als das Geld für die Gläubiger ganz knapp wurde, weil die Erlöse aus Verkäufen ganz „Wir arbeiten mit Hochdruck an allen baurechtlichen Fragen.“

ausblieben übernahmen die Gläubiger die Regie und es entstand Bewegung. Bewegung ergab sich auch aus dem öffentlichkeitswirksamen Zusammenschluss aller Bürgermeister mit Hertieleerständen. Die gemeinsam gefasste „Binger Erklärung“ aus dem Herbst 2012 zeigte öffentliche Wirkung. Der von allen Bürgermeistern gewählte Sprecherrat, dem auch ich angehöre, verfolgt nun die gebündelten Interessen aller. Insbesondere geht es uns neben der Vermarktung um die Frage: Dürfen internationale Kapitalinteressen dazu führen, dass Immobilien in 1a und 1b Lagen verfallen, ohne dass Kommunen einen Zugriff haben können. Braucht es nicht Instrumente die Bürgerinteressen gegen die

Kapitalinteressen vertreten zu können? Wir meinen ja und die Arbeit daran wird weitergehen. Und in Kamen? Wir haben die Lücke genutzt. Durch ein Sekundärinsolvenzverfahren nach deutschem Recht konnten in guter Zusammenarbeit mit dem neuen Vermarkter CR Retail Investments, Berlin die Direktvermarktung angegangen werden. Mit dem Investor „Neue Mitte Kamen GmbH“ haben wir kompetente und engagierte Partner gefunden, die den notariellen Kaufvertrag gezeichnet haben. Jetzt arbeiten sie mit Hochdruck an den Verträgen der Vermietung des neuen Hauses an Handelspartner. Das sind womöglich Rewe, Deichmann, Jeans Fritz, Mister Lady, Rossmann und andere. Was tut die Stadtverwaltung? Wir arbeiten mit Hochdruck an allen baurechtlichen Fragen – natürlich in enger Abstimmung mit den Investoren. Wir arbeiten zudem an einer Landesförderung für den Fall eines Neubaus. Ob abgerissen wird steht noch nicht abschließend fest, aber städtebaulich wäre eine Neubau eines Handelszentrums im Kamener Zentrum ein großer Wurf. Ich bin erleichtert, dass die Hängepartie beendet ist und hoffe auf ein Gelingen der Vermarktung. Wir Kamener werden alles tun, dass im Herbst 2014 ein attraktives Handelszentrum als „Kamen Quadrat“ eröffnet wird. Dann wird die endlose Geschichte wirklich zum Happy End.


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Aus dem Kreis

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bus und bahn

Kreishaus

SPD will Nahmobilität für Wohngeldberechtigte stärken

Dr. Thomas Wilk neuer Kreisdirektor

Nutzerkreis für das Sozialticket soll größer werden Kreis Unna. Nach dem Vorschlag der Sozialdemokraten soll beim Sozialticket der Kreis der Anspruchsberechtigten ausgeweitet werden: Künftig kommen damit zusätzlich Geringverdiener in den Genuss und die Lage, zu vergünstigen Bedingungen die Busse im Kreis Unna zu nutzen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen es: Ausgesprochen viele der bisherigen Anspruchsberechtigten nutzen das Sozialticket und fahren zum halben Preis. Und das auch zum Vorteil der kreiseigenen Verkehrsgesellschaft: Denn die steigenden Fahrgastzahlen führen bei der VKU zu einer besseren Auslastung. Unter dem Strich rechnet sich das Sozialticket, das seit 2011 auch aus Landesmitteln unterstützt wird. Deshalb sollen jetzt nach dem Willen der SPD alle Geringverdiener die Vorteile des Sozialtickets in Anspruch

Landrat Michael Makiolla (SPD) gratulierte dem neu gewählten Kreisdirektor Dr. Thomas Wilk (SPD) mit einem Strauß Blumen. Foto: Kreis Unna Mobilität sichert die Teilhabe am öffentlichen Leben und erleichtert die Arbeitsaufnahme. Die SPD-Kreistagsfraktion will erreichen, dass zukünfitg mehr gering Verdienende ein günstiges Busticket bekommen können. Foto: VKU

nehmen können. Das sind insbesondere die Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe und Wohngeld sowie Leistungsberechtigte nach SGB VIII und nach dem Bundesversorgungsgesetz.

„Nach den bisherigen Erfahrungen sind wir überzeugt, dass diese Regelung sowohl den Betroffenen, als auch der VKU und nicht zuletzt der Umwelt zugute kommt“, betont Fraktionsvorsitzende Brigitte Cziehso.

integration

Fraktion besucht Aleviten Integrationsbemühungen erfolgreich Kreis Unna. Die SPDKreistagsfraktion besichtigte ein erfolgreiches Integrationsprojekt in Bergkamen an der Buchfinkenstraße. Dort hat die Alevitische Gemeinde Kreis Unna in einem früheren Supermarkt seit 1990 ein Zentrum aufgebaut, in dem einerseits ein vielfältiges Angebot für Zuwanderer aufgebaut worden ist und das von Sprachkursen über Hausaufgabenhilfe bis hin zu Kulturangeboten reicht. Es steht auf der anderen Seite aber auch zunehmend der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung und soll entsprechend weiter ausgebaut werden. Ismail Koc, Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde und Silvana Horstmann, Sekretärin des Vorstandes beeindruckten die Sozialdemokraten mit ihrem Bericht zu den vielfältigen Angeboten der Gemeinde in allen Lebenslagen. Die SPD-Politiker würdig-

Walter Teumert, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion führte die Besuchsdelegation an.

ten die Anstrengungen und das Engagement der Alevitischen Gemeinde, die kreisweit tätig ist und über 700 Mitglieder zählt. „Gerade was Grundsatzfragen wie die Einstellung zur Demokratie, zu sozialen Fragen oder zur Gleichstellung anbelangt, stehen uns die Aleviten sehr nahe“, formuliert Fraktionsvize Walter Teumert nach einer

Besichtigung samt Gedankenaustausch mit dem Gemeindevorstand der islamischen Glaubensgemeinschaft. Die SPD-Fraktion hatte vor fünf Jahren ein Maßnahmenpaket zur Forcierung der Integrationsanstrengungen auf den Weg gebracht. Damit sei augenscheinlich die richtige Richtung eingeschlagen, sagte Hartmut Ganzke MdL, sozialpolitischer Sprecher der SPDFraktion. Es gelte nun aber auch kritisch zu hinterfragen, ob die Maßnahmen auch im Detail greifen. Ausdrückliches Lob zollte der Politiker dem kommunalen Integrationszentrum Kreis Unna (frühere Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien, RAA), die seit Ende der 1980-er Jahre verdienstvolle Arbeit im engen Zusammenspiel mit den verschiedenen Migrantengruppen leiste.

Kreis Unna. Die Spitze der Kreisverwaltung ist seit dem 15. Mai wieder komplett. Der am 26. Februar einstimmig vom Kreistag gewählte Dr. Thomas Wilk trat jetzt das Amt des Kreisdirektors des Kreises Unna an. Der 41jährige ist Nachfolger von Rainer Stratmann, der seit 2005 das Amt inne hatte und am 1. März 2013 von Landrat Michael Makiolla in den Ruhestand verabschiedet wurde. Der gebürtige Dortmunder Wilk kennt sich in der öffentlichen Verwaltung aus. Er machte zwischen 1991 und 1994 eine Ausbildung bei der Stadt Bochum (Abschluss: DiplomVerwaltungswirt), an die er erst seinen Zivildienst und ab Oktober 1995 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bochum anschloss. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen 2003 war Wilk als Justiziar bei der Stadt Bochum tätig und promovierte 2005 zudem zum Doktor der Rechte. Weitere berufliche Sporen

erwarb sich Dr. Thomas Wilk ab Mai 2005 als Juristischer Dezernent bei der Bezirksregierung Arnsberg und als Referent im Innenministerium NRW. Seit Mai 2010 war er als Beigeordneter der Stadt Gladbeck tätig. Dort zeichnet er u.a. für die Bereiche Recht, Öffentliche Ordnung und für die Kultur verantwortlich. Der neue Kreisdirektor wurde vom Kreistag auch zum Kämmerer bestellt. Damit trägt Dr. Thomas Wilk – wie schon sein Vorgänger – eine zusätzliche große Verantwortung für die Finanzen des Kreises. Als Kreisdirektor ist Wilk ebenfalls Allgemeiner Vertreter von Landrat Michael Makiolla und stellvertretender Leiter der Kreispolizeibehörde Unna. Sein Dezernat im Kreishaus umfasst die innere Verwaltung (Steuerungsdienst, Zentrale Dienste, Datenverarbeitung) und den Fachbereich Kultur. Dr. Thomas Wilk ist seit 2007 Mitglied der SPD.

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Menschen im Süden nachbarschaftsgeflüster

Hat sie, oder hat sie nicht? Südkamen. Diese spannenden Fragen beziehen sich auf die in unserem Südkamen bestbekannte Floristin Klaudia Thiel. Kurz und genauer gesagt- auf die Frage auf ihre Heirat! So lautet die Antwort ebenso kurz und bündig: Ja! Ja sie hat geheiratet. Sie hat am 22. Januar vor dem Standesbeamten in Unna „Ja“ gesagt. Der Süd.kurier sagt herzlichen Glückwunsch! Unsere Überschrift bezieht sich übrgens auf ein Interview das sie 2010 im Zusammenhang mit ihren Urlaubsplänen gab. Sie wolle, so verriet sie, auf eine Insel in der Nordsee reisen auf der sie (später einmal) heiraten wolle. Diese „Information“ interpretierten viele Leserinnen und Lesern des Süd.kuriers fälschlicherweise als bereits vollzogene

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dogmushing

Antje Plums ungewöhnlicher Sport Von Hans-Dieter Heidenreich.

Die Südkamener Floristin Klaudia Thiel hat im Januar geheiratet.

Heirat und gratulierten der sympathischen Floristin herzlichst (aber damals noch zu früh). Jetzt aber gratulieren wir also alle Klaudia Thiel und ihrem Ehemann!

Spende für den Mensa-Verein

Südkamen. Einen Spendenscheck über den Reinerlös des Adventsgangs aus dem vergangenen Jahr überreichten Vertreter des „Runden Tisches“ der Vereine und Verbände in Südkamen. Petra Hartig (Vorsitzende), Pastor Karl-Ulrich Poth (stellv.Vorsitzender) und Diakon Schindler (für die im letzten Jahr ausrichtende katholische Kirchengemeinde) freuten sich gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Mensavereins, Jürgen Dunker über die willkommene Zuwendung.

Voller Enthusiasmus und sehr interessant brachte mir die sympathische Sportlerin Antje Plum ihren besonderen Sport, das „Dogmushing“, nahe. Ein Filmbericht war es, „Im Bann des Yukon“, der alles auslöste. Mit dem Reporter, der damals eine spannende Reportage mit Hundeschlitten ablieferte und mit fantastischen Bildern unterlegte, stand sie danach im EmailKontakt. Es war der bekannte Reporter Klaus Scherer vom NDR, der auf ihre erste E-Mail prompt reagierte. Das Doppel von Menschen und Tieren, gekoppelt mit diesem naturverbundenen Sport, faszinierte Antje Plum von Beginn an. Schon rasch wurde ein Rennscooter gekauft und mit der ausdauernd laufenden Hündin Ronja Rennen in Borken und Münster besucht. Der erfahrene Hund „Filou“, ein „Scandinavian Hound“, kam schon bald als ein Sprinter hinzu. „Bounty“, auch ein scandinavian wurde später Dritter im Bunde. Nach der Erkrankung eines Hundes wurde „Schoko“ Ersatzhund – ein dritter Scandinavian. Da eine Vierer-Leine vorhanden war musste auch diese Position besetzt werden. Mit dem Hund „Milka“. Das ganze Rudel wird noch komplettiert durch „Scarlet“, die Älteste, schon aus Düsseldorf, dem vorherigen Wohnort der Plums mitgebracht, die aber den Seniorenabend in Kamen verbringt. Interessant: Die Fütterung der Tiere, die wie immer auch hier ohne Züge, lediglich durch Kommandos „bewegt“ werden;

Antje Plum mit ihren Hunden beim Dogmushing. Foto: Privat

keiner der Hunde darf sich einfach an den Trog drängen, auf Zuruf darf einer nach dem anderen seine Nahrung aufnehmen. Und die Hunde gehorchen aufs Wort – Anja Plum, aber auch den Kindern. Die sportlichen Aktivitäten Anja Plums können sich wohl sehen lassen. So errang sie bei einem Lauf der Deutschen Meisterschaft mit nur 4/10 Sekunden Rückstand die Vizemeisterschaft. Nebenher gelangen ihr immer wieder vordere Platzierungen. Dies geht natürlich nicht ohne tägliches Training. So ist sie mit ihren Hunden auf ausgesuchten Strecken, auf denen Sie nicht gestört werden, z.B. durch andere Hunde oder zu viele Spaziergänger unterwegs; bei Wind und Wetterund immer mit ausdauerndem Tempo, ganz so wie es die Hunde mögen. Antje Plums größter Wunsch wäre ein Rennen mit den rollenden Scootern in Kamen. Sie könnte sich vorstellen, dass dies viel Publikum anziehen würde. Sie verweist auf die WM in Borken, bei der sage und schreibe 10.000 Menschen die Strecke säumten. Beim Rennen gibt es den Jagdstart, den Massenstart und

den „normalen“ Start, bei dem alle zwei Minuten gestartet wird Letzteres ist die Regel und auch am ungefährlichsten zu fahren. Für die Zuschauer ist natürlich der Massenstart oder Jagdstart wirkungsvoller und interessanter. Alle fahren dabei gleichzeitig los. Die schnelleren Gespanne machen auf dem bis zu fünf Kilometer langen und mindestens zwei Meter breiten Parcours auf sich aufmerksam, die langsameren müssen sie dann passieren lassen. Die Rennsaison ist jeweils von September bis April, bei Schnee mit Schlitten. Ohne Schnee mit Wagen (vier Hunde) oder Scooter (Roller mit einem oder zwei Hunden), oder Fahrrad (mit einem Hund) oder zu Fuß (Cani cross). Der Bazillus hat auch die Tochter Alexandra schon „befallen“. Sie hat bereits erste Erfahrungen bei einem Kinderrennen in Bielefeld sammeln können. Problematisch wird es nur für sie, neben der Schule und dem Klavier- und Geigenunterricht auch dieses zeitaufwendige Hobby noch unterzubringen. Sohn Christian hält derweil mehr vom Schlagzeug.

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inklusion

Datenschutz

Vor Ort für mehr Miteinander Von Rüdiger Weiß MdL. Inklusion ist ein wichtiges Thema der Landesregierung in Düsseldorf. Auch für mich persönlich. Und da Inklusion alle Bereiche der Gesellschaft betreffen soll und ein schwieriger Prozess sein wird, der noch einige Zeit und Anstrengung bedarf, ist die Verunsicherung bei den Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen dementsprechend groß. Können Schulen, welcher Form auch immer, die Inklusion mit Mitteln und Personal, das aktuell zur Verfügung steht, überhaupt bewältigen? Was muss für die Zukunft geändert werden? Nur die Mittel erhöhen oder muss auch ein Umdenken stattfinden? Zudem betrifft Inklusion nicht nur die Bildung, sondern alle Teil der Gesellschaft. Sind unsere Arbeitswelt und der Alltag insgesamt überhaupt schon auf Inklusion vorbereitet? Fragen wie diese gilt es zu beantworten. Und dafür hat sich unsere SPD-Fraktion in Düsseldorf entschieden, direkt in die Städte und Gemeinden von NRW zu fahren und vor

Der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Weiß diskutierte über den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft.

Ort mit den Menschen darüber zu sprechen. Im April nun habe ich zusammen mit dem parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Marc Herter unter dem Stichwort “Fraktion vor Ort” gemeinsam eine Veranstaltung zu dem Thema in Hamm an der MatthiasClaudius-Schule veranstaltet. Eingeladen war auch der Inklusionsbeauftragte der Landesregierung, Josef Neumann, der die politische Entwicklung zum Thema Inklusion nachskizzierte und versuchte die Fragen und Sorgen der knapp 30 Diskussi-

onsteilnehmer zu beantworten. Dieselbe Veranstaltungsreihe habe ich zusammen mit meiner Landtagskollegin Inge Blask in der Woche danach noch einmal in Hemer wiederholt. Durch diese intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und den vielen Erzählungen und Anregungen der Podiumsgäste dieser offenen Veranstaltung sowie den vielen Teilnehmern, habe ich erst genau erfahren, wie wichtig eine inklusive Gesellschaft sein kann, die allen Menschen, ob nun mit oder ohne Behinderung, dieselben Chancen einräumt. Erst wenn der Umgang in den Schulen und auch in der Arbeitswelt zur Selbstverständlichkeit geworden ist und eine Behinderung keine Rolle mehr bei Arbeitseinstellungen oder der Schulwahl spielen, kann von erfolgreicher Inklusion gesprochen werden. Bis dahin ist es leider noch ein längerer Weg. Aber dieser Weg ist durch den Beschluss der Vereinten Nationen verbindlich geworden. Und das finde ich richtig.

steuerzahler

Der Ehrliche darf nicht mehr der Dumme sein Von Oliver Kaczmarek MdB Das Angebot der Schweiz, erneut über ein Steuerabkommen mit Deutschland zu verhandeln, ist ein positives Signal. Peer Steinbück hatte diese Entwicklung bereits vorausgesehen, wie er auf der Mai-Kundgebung in Bergkamen und anschließend in Kamen betont hat. Die Forderungen der SPD an ein solches Abkommen sind klar: Deutsche Behörden müssen jederzeit Zugriff auf Kundendaten von Schweizer Banken haben. Dafür muss die Schweiz Zugeständnisse beim Bankgeheimnis machen, wozu sie bei entsprechendem Verhandlungsdruck wohl auch in der Lage wäre, wie das Steuerabkommen zeigt, das die USA mit der Schweiz verhandelt haben. Dabei ist wichtig, dass eine pauschale und anonyme Amnestie für Steuer-

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Aus den Parlamenten

Oliver Kaczmarek (SPD) vertritt seit 2009 den Wahlkreis Unna I im Deutschen Bundestag in Berlin.

betrüger ausgeschlossen wird. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Sie verletzt die Solidarität in der Gesellschaft und untergräbt die Fundamente des Rechtsstaates. Aktuelle Fälle und Selbstanzeigen zeigen, wie dringend die Bekämpfung von Steuerbetrug ist. Bei der Frage der Steuergerechtigkeit geht

die SPD voran. Peer Steinbrück hat einen entsprechenden 8-Punkte-Plan vorgelegt, den die SPD-Bundestagsfraktion noch vor der Sommerpause in den Bundestag einbringen wird. Steueroasen sind Gerechtigkeitswüsten. Die SPD steht klar für die Bekämpfung von Steuerbetrug. Anders die derzeitige schwarz-gelbe Bundesregierung. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich „enttäuscht“ von Hoeneß‘ Verhalten. Ein Verhalten, dass sie bewusst durch ein Steuerabkommen mit der Schweiz decken wollte. Dass Hoeneß und all diejenigen, die ihr Geld in der Schweiz versteckt haben, anonym bleiben können, hat die SPD nach monatelanger Auseinandersetzung über Steuergerechtigkeit in Deutschland gegen SchwarzGelb im Bundesrat vereitelt.

Zentrale Herausforderung im digitalen Zeitalter Brüssel. Mit der digitalen Revolution sind die Anforderungen an einen modernen Datenschutz stetig gewachsen. Daher ist es längst überfällig, die neuen digitalen Möglichkeiten in der Reform des europäischen Datenschutzpakets zu berücksichtigen. „Wir wollen einen einheitlichen und hohen Schutz unserer Daten in Europa einführen“, so der Europaabgeordnete Bernhard Rapkay. Die EU-Datenschutznovelle umfasst eine neue Datenschutzverordnung sowie eine Richtlinie zur Datenverarbeitung bei der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen. Der neue Rechtsrahmen soll die Datenschutzrichtlinie von 1995 an die technische Entwicklung anpassen, insbesondere im Hinblick auf soziale Netzwerke, Suchmaschinen und den Online-Handel. Damit werde der Praxis ein Ende gesetzt, die unterschiedlichen Schutzstandards in den Mitgliedsstaaten gegeneinander auszuspielen. „In Zukunft darf es keinen Unterschied geben, ob die Daten in Irland, Deutschland oder in Spanien gespeichert werden. Überall werden die gleichen, hohen Standards gelten“, stellt Bernhard Rapkay klar. Dies gelte insbesondere für die Sammlung personenbezogener Daten, die bei der Nutzung von Online-Banking, beim Email-Versand oder in sozialen Netzwerken entstehen. Für jede Datenverarbeitung muss der Nutzer zwingend seine vorherige Einwilligung geben und der Verwendungszweck muss eng begrenzt sein. Entscheidet er sich später anders, soll er mit dem neuen Datenschutzpaket das Recht auf Korrektur und Löschung der eigenen Daten erhalten. „Als Politik sind wir Gemeinsam mit den Grünen hat die SPD im Bundesrat das von Merkel und Schäuble geplante Steuerabkommen zu Fall gebracht. Ansonsten wäre es möglich gewesen, dass Steuerhinterzieher anonym und durch einen Obolus straffrei geblieben wären. Doch Steuergerechtigkeit muss gegenüber jedermann gelten. Der Ehrliche darf nicht der Dumme sein.

Bernhard Rapkay ist Sprecher der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament und stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion.

verpflichtet, diese Rechte auch gegen wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Das neue Datenschutzpaket wird das Verbrauchervertrauen wieder stärken“, so Bernhard Rapkay. Außerdem soll das Recht auf "Datenübertragbarkeit" Verbrauchern ermöglichen, ihre Daten vom alten zum neuen Dienstanbieter mitzunehmen. „In Zukunft werden die Verbraucher in Europa „mit den Füßen abstimmen“, wenn sie mit einem Dienstleister nicht mehr zufrieden sind. Sie brauchen keine Angst mehr um ihre gepflegten Datenbanken wie ihr persönliches Adressbuch zu haben“, freut sich Bernhard Rapkay. Verstöße gegen die Datenschutzbestimmungen werden mit empfindlichen Strafen belegt. So ist derzeit vorgesehen, dass ein Strafgeld von bis zu 2% des Jahresumsatzes des betroffenen Unternehmens verhängt werden kann. Dies würde beispielsweise bedeuten, dass der 2008 verurteilte Discounter LIDL für die Überwachung seiner Mitarbeiter nicht 1,5 Millionen EUR Strafzahlung sondern nach neuem Recht zu bis zu 617Millionen Euro hätte leisten müssen.

MITMACHEN. MITGESTALTEN. eintreten.spd.de


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Die Seite der nächsten Generation ! Internationales JugendfußballEinige Events des Partnerschaftsfestes Freitag 30.05.2013 Turnier im Rahmen des Fests Alter Markt:

10:00 Uhr Eröffnung des Partnerschaftsfestes 10:30 Uhr Programm mit Musik aus den Partnerstädten 20:00 Uhr Freddy Wonder Combo

Stadthalle: 15:30 Uhr Rendezvous mit französischen Komponisten

Rathausvorplatz: 10:00 bis 16:00 Radtour des ADFC „Rund um Kamen“

Samstag 01.06.2013 Alter Markt: 11:00 Uhr 20:00 Uhr 24:00 Uhr

Offizieller Festakt Stargast Stefanie Heinzmann Jubiläumsfeuerwerk

Willy-Brandt-Platz: 13:00 Uhr

Internationales Kinderfest

Parallel locken am Wochenende Mitmachaktionen in der Stadt

Bald auch ein Beachvolleyballfeld in Kamen Nach Methler und Heeren-Werve wird nun auch der Stadtteil Kamen-Mitte ein Beachvolleyballfeld bekommen. Mit dem Beschluss im Schul- und Sportausschuss, der am 4. Juli gefasst werden soll erfüllt sich eine Zielsetzung der Kamener Jungsozialisten, die schon vor einigen Jahren der SPD-Fraktion gegenüber den Bau einer solchen Anlage angeregt haben. Das Feld soll im Hemsack nahe der Seseke entstehen, auf einem städtischen Grundstück, das zeitweise als Zwischenlagerfläche einer Tiefbaufirma diente. Gespräche der Jusos mit Vereinen und Verbänden haben zudem gezeigt, dass ein Bedarf vorliegt. Nun soll es endlich losgehen. Im Vorfeld des Bau s müssen nur noch einige verwaltungstechnische Vorgänge geklärt werden. Allerdings muss es der Verwaltung gelingen Sponsoren für dieses Feld zu finden. Haushaltsmittel für den Bau stehen nicht zur Verfügung. Dem städtischen Haushalt entstehen ausschließlich

Ende Mai ist viel los in unserem Städtchen. Vom 30. Mai bis zum 2. Juni feiern wir das 45. Jubiläum der Partnerschaft zwischen Kamen und dem frenzösischen Ort Montreuil-Juigne, sowie das 35 jährige Bestehen der Verbindung nach Ängelholm in Schweden.

Aber nicht nur hochrangiger Besuch aus unseren Partnerstädten Montreul-Juigne, Ängelholm, Eilat (Israel), Bandirma, Beeskow, Sulecin (Polen) und Unkel wird sich am Fronleichnam Wochenende

Unterhaltungskosten, wie sie auch für andere Spiel- und Bolzplätze im Stadtgebiet Kamen anfallen.

„Es wäre toll, wenn es sogar bis zum Start der großen Ferien mit dem Bau der Anlage klappen würde“, erklärten Fraktionsvorsitzende Marion Dyduch und Jusosprecherin Wendy Wagner gemeinsam. „Dann würde auch einer Einweihungsfeier im Anschluss an die Sommerferien nichts mehr im Wege stehen“, freut sich die Jusosprecherin. auf eine Eröffnung der neuen Sportstätte

viele einheimische Mannschaften an. Am Freitag eröffnen die G, F und E-Jugenden den Kaiserau Cup 2013. In den Gruppen D, C und Bgeht es am Samstag um den Sieg, bevor am Sonntag mit dem Turnier der U17 Mädchen der diesjährige Kaiserau Cup zu ende geht. Fussballturniere und weiteres Begleitprogramm locken uns nach Methler. Weitere Informationen sind unter www. suskaiserau.de und www.kameninternational.eu zu finden.

Gewalt im FuSSball

Stress im Fußball ? Übertreibt mal nicht ! Von Lucas Sklorz.

Wendy Wagner, Juso-Sprecherin

in Kamen versammeln, auch sportlich hat unsere Stadt Ende Mai einiges zu bieten. Während die einen sich an den kulturellen Darbietungen in der Kamener Innenstadt erfreuen, findet in Kamen-Methler ein internationales Jugendturnier der Extraklasse statt. Wie die Stadt Kamen zum Partnerschaftsfest, so erwartet auch der SuS Kaiserau viele internationale Gäste. Jugendteams aus Schweden, England und Frankreich treten gegen

Zwei deutsche Mannschaften im Finale des größten europäischen Vereinswettbewerbs, aber trotzdem schleicht ein Phantom rund um die Fußballarenen und sorgt für negative Schlagzeilen. Gewaltbereite Anhänger, die keine Gelegenheit auslassen, um für Randale in der heilen Fußballwelt zu sorgen. Untermauert wurde dieses Gerücht dann Ende letztens Jahres von der Statistik der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZiS). Ein „Alarmsignal“ nannte NRW-Innenminister Ralf Jäger die Statistik im Focus. Ein Vorwurf, der sich bei genauerer Betrachtung nicht halten lässt.

Zwar ist es richtig, dass die Anzahl der vorläufig fest- bzw. in Gewahrsam genommenen Fans, so wie die Anzahl der Strafverfahren gestiegen ist, jedoch liegen beide Sachverhalte bei unter einem halben Prozent

Anstieg (!). Zudem vergleicht die Statistik die Zahlen der letzten zehn Jahre. Was sie jedoch unter den Teppich kehrt, dass auch die Zuschauerzahlen im letzten Jahrzehnt gestiegen sind. Ein weiterer Konfliktpunkt im Fußball ist die Pyrotechnik. Diese sei gefährlich und störe den Spielbetrieb, heißt es seitens der Funktionäre. Stimmt, Pyrotechnik ist gefährlich und wenn es im erhöhten Maße eingesetzt wird, stört es den Spielbetrieb. Aus diesem Grund haben verschiedene Fanverbände auch Maßnahmen entwickelt, um Pyrotechnik sicher und für den Spielbetrieb nicht beeinträchtigend im Stadion zu benutzen. Jedoch waren Vereine und Verbände an diesen Papieren nicht interessiert. Es scheint auch schizophren, dass vor der WM 2006 bei dem Einsatz von Pyrotechnik noch von „südländischer Atmosphäre“ gesprochen wurde

und wenn in Dortmund BVBFans die Meisterschaft oder den Finaleinzug mit Bengalos feiern, selbst die Nachrichten nur von feiernden Fans berichten. Nur im Stadion werden Pyros halt nicht so gerne gesehen. Jetzt zu einem wirklichem Problem: In den vergangen Jahren gelang es rechtsradikal gesinnten Personen sich Zutritt zur Fanszene zu verschaffen und ihre Gesinnung auch im Stadion auszuleben. Das ist ein wirkliches Problem im deutschen Fußball, das im Fokus stehen müsste. Die Bedrohung geht nicht von friedlichen Fans aus, die nur seitens der Medien als Bedrohung betitelt werden. Die wirkliche Bedrohung geht von Rechtsradikalen aus, die den Fußball als Bühne ihrer Menschenverachtenden Hetzkampagne nutzen. Das sollte bei den Funktionären oder bei den Medien im Mittelpunkt stehen.


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2/2013 | Sommer 2013

9. november 1918

Alles für das Volk, alles durch das Volk! Am 29. Oktober 1918 verweigerten Matrosen der Hochseeflotte in Kiel und Wilhelmshaven den Gehorsam und stellten sich der Fortsetzung des Krieges in den Weg. Der Matrosenaufstand weitete sich innerhalb weniger Tage über ganz Deutschland aus. Zunehmend verlagerte sich dabei die Initiative zur Revolte von den Soldaten und Matrosen auf die Arbeiterschaft. Nun stellten die Aufständischen über den Waffenstillstand hinaus politische Forderungen. Der Ruf nach Abdankung des Kaisers und nach Umwandlung des Deutschen Reichs in eine demokratische Republik wurde lauter. Am Morgen des 9. November erreichte die Revolution die Reichshauptstadt. Zu Hunderttausenden formierten sich Berliner Arbeiter zu Demonstrationszügen. Noch am selben Tag gibt Reichskanzler Max von Baden den Thronverzicht des Kaisers bekannt. Wilhelm II. flieht in die Niederlande. Mehr noch: Der letzte kaiserliche Reichskanzler übergibt die Regierungsgeschäfte an den

23. märz 1933

Die Rede von Ottoe Wels Vorsitzenden der SPD, Friedrich Ebert. Ziel der sozialdemokratischen Führung war es, sich an die Spitze des Kampfes um die Demokratie zu stellen und ein Blutvergießen zu verhindern. Am selben Tag noch ruft Philipp Scheidemann von einem Fenster des Reichstages aus die „Deutsche Republik“ aus, während Karl Liebknecht vor dem Berliner Stadtschloss die „Freie sozialistische Republik“ proklamiert. Die doppelte Ausrufung der Republik verdeutlichte die zunehmende Polarisierung der Revolutionsbewegung. Bei diesem Macht-

kampf stand die SPD auf Seiten einer demokratischen Verfassung, freien Wahlen und eines parlamentarischen Regierungssystems. Ende November beschließt der von Friedrich Ebert einberufene Rat der Volksbeauftragten die Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung. Für den 19. Januar 1919 werden die Wahlen angesetzt. Wahlberechtigt waren alle mindestens 20 Jahre alten Männer und - zum ersten Mal in der deutschen Geschichte - auch die Frauen. Mit 83 Prozent war die Wahlbeteiligung sehr hoch.

12. november 1918

Das Frauenwahlrecht Mit dem Ende des Kaiserreichs und mit Übernahme der Regierungsverantwortung durch die Sozialdemokratie war der Weg frei für eine der zentralen sozialdemokratischen Forderungen: Am 9. November 1918 hatte Friedrich Ebert die Regierungsgeschäfte übernommen, und schon am 12. November beschloss der Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. An den Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung am 19. Januar 1919 beteiligten sich 78 Prozent der erstmals wahlberechtigten Frauen. Ende 1919 gehörten der SPD mehr als 200.000 weibliche Mitglieder an. Frauen blieben aber auch in den zwanziger Jahren in allen Parteien weiterhin unterrepräsentiert und

Teil 1 Für Freiheit und Einheit Teil 2 Begründung der Sozialdemokratie Teil 3 Verfolgung von Sozialdemokraten Teil 4 Alles für das Volk, alles durch das Volk! Teil 5 Das Frauenwahlrecht Teil 6 Die Rede von Otto Wels Teil 7 NS-Terror gegen SPD Teil 8 Für Wohlstand und Freiheit Teil 9 Studentenproteste in ost und west Teil 10 Niederschlagung des „Prager Frühlings“ Teil 11 Willy Brandt in Israel Teil 12 Die SPD gewinnt die Bundestagswahlen

waren kaum in hohen Parteiämtern vertreten. Die erste Frau, die in einem deutschen Parlament das Wort ergriff, war Marie Juchacz (1879 bis 1956). Die Sozialdemokratin hielt am 19. Februar 1919 in der "Deutschen Nationalversammlung" in Weimar eine historische Rede: "Meine Herren und Damen! Es ist das erste Mal, dass in Deutschland die Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen darf, und ich möchte hier feststellen, und zwar ganz objektiv, dass es die Revolution gewesen ist, die auch in Deutschland die alten Vorurteile überwunden hat. (...) Die Frauen besitzen heute das ihnen zustehende Recht der Staatsbürgerinnen. Gemäß ihrer Weltanschauung konnte und durfte eine vom Volk beauftragte sozialistische Regierung nicht anders

handeln, wie sie gehandelt hat." Marie Juchacz war Mitglied des Parteivorstandes der SPD und zuständig für Frauenfragen. Sie leitete von 1917 bis 1933 das "Frauenbüro" der Partei. Ihr Name ist vor allem auch mit der Arbeiterwohlfahrt verbunden, die 1920 unter ihrer Leitung gegründet wurde. Für Frauen aller politischen Richtungen wurde in der Weimarer Republik Sozialarbeit ein wichtiges politisches Arbeitsgebiet. Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler bedeutete das Ende sowohl der proletarischen wie der bürgerlichen ersten Frauenbewegung in Deutschland und die Loslösung aus internationalen Verflechtungen. Viele der erkämpften Rechte, so das passive Wahlrecht oder der Lohngleichheitsgrundsatz, wurden wieder abgeschafft.

Am 23. März 1933 begründet Otto Wels, warum die SPD das Ermächtigungsgesetz ablehnt – die letzte freie Rede im Reichstag. Die SPD stimmt geschlossen gegen das Gesetz. Der restliche Reichstag stimmt dafür. Im August 1933 wurde Otto Wels die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Er musste ins Exil. Die SPD hat seit jeher gegen Nationalismus und Militarismus gekämpft. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten traten für internationale Solidarität ein. Immer wieder wurden sie deshalb als Volksverräter beschimpft. Vor 75 Jahren warnte die SPD auf einsamem Posten vor den Kriegsplänen der Nazis. Schon kurz nach der "Machtergreifung" wurden die ersten Sozialdemokraten eingesperrt, gefoltert und ermordet.

Immer wieder wurden Sozialdemokraten wegen ihrer demokratischen Überzeugungen verfolgt. Schon im Kaiserreich, dann unter dem NS-Regime und schließlich unter der SED-Diktatur bewiesen viele großen Mut. Etliche Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten bezahlten den Kampf für die Demokratie mit ihrem Leben.


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Ein Kessel Buntes

2/2013 | Sommer 2013

sennes rezept-tipp!

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Lachs mit Kresse-Pesto im Blätterteigmantel und Feldsalat ƒƒ 160 g Brunnenkresse, ƒƒ 2 Knoblauchzehen, ƒƒ 240 ml Olivenöl, ƒƒ 50g geriebener Parmesan, ƒƒ 2 TL Zitronensaft, ƒƒ 1200g Lachsfilet (ohne Haut), ƒƒ 2 Eier, ƒƒ 2 TL Senf, ƒƒ 16 EL ÖL, ƒƒ 6 EL Essig, ƒƒ Salz, Pfeffer, Zucker

in loser Reihenfolge gibt es im he Süd.kurier auch kulinarisc e All en. och chk Tipps zum Na . stet gete ch ürli nat Rezepte sind ude Fre viel en Ihn he Ich wünsc beim Zubereiten und „Guten Appetit“.

Zubereitung Blätterteig auftauen, Pinienkerne rösten. Kresse abbrausen, Blättchen abzupfen. Knoblauch abziehen, mit Kresse, Pinienkernen und Öl pürieren. Parmesan unterrühren. Mit Salz, Pfeffer,

Jürgen Senne

Zutaten für 8 Personen ƒƒ 600 g TK-Blätterteig, ƒƒ 60 g Pinienkerne,

Zitronensaft würzen. Lachs abbrausen, trocken tupfen, in 4 Stücke schneiden. Ei trennen. Backofen auf 200 Grad (Umluft 180) vorheizen. Teig ausrollen (ca. 30x30 cm) und in 4 Quadrate (a ca. 15x15 cm) teilen. Lachs mit Kresse-Pesto bestreichen, auf je eine Hälfte der Teigquadrate setzen. Ränder mit verquirltem Eiweiß bestreichen. Alles zu Päckchen formen. Mit Eigelb bestreichen. Ca. 30 Minuten backen. Salat putzen, waschen und wieder trocken schleudern. Aus Essig, Öl, Senf und Gewürzen eine Vinaigrette herstellen. Guten Appetit!

lediglich

Ackerunkraut, Nelkengewächs

Nussoder Mandelkonfekt

schriftlicher Zusatz, Beigabe poetisch: Wäldchen

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Gesangspaar faul; langsam

1 Schlafstätte, Nachtlager

7 schmaler Weg

Nichtigkeit, Kleinigkeit

außerordentlich

ein Europäer

9 Cocktail mit Eigelb (engl.)

übermenschliches Wesen

3

aschfahl

Klagelied

4 spitzer Pflanzenteil

MITMACHEN. MITGESTALTEN.

schwedische Insel

Drehpunkt

Wurf-, Sportgerät

feinkörniges Stärkemehl

deutlich

Schulfestsaal

6

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9 1 8

5

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Ein Sudoku besteht aus 9 x 9 Feldern, die zusätzlich in 3 x 3 Blöcken mit 3 x 3 Feldern aufgeteilt sind. Jede Zeile, Spalte und Block enthält alle Zahlen von 1 bis 9 jeweils genau einmal. In ein paar der Felder sind bereits Zahlen vorgegeben.

Gesund und schön mit Blume

und der Mensch blüht auf!

Süd-Apotheke Unnaer Str. 31 59714 Kamen Tel.: 02307 / 4388823 Fax: 02307 / 2388824 Kinderwagen oder Rollator? – Kein Problem! Unser Eingang ist über eine Rampe stufenlos zu erreichen!

Strom in Ostasien

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ein Himmelskörper algerische Stadt

1

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gesetzlich

kostbar; menschlich vornehm

Lösungswort:

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männlicher Hund

Senkblei Verpackungsmaterial (Kzw.)

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das historische foto!

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völlig gefühllos

Mühsal, Qual

Gewandtheit durch Erfahrung

Grundstoffteilchen

eintreten.spd.de echt; ehrlich

2

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e rundum – Service rundum – Service run

Marineunteroffizier

Gesangs- schmal; Tierstück begrenzt pflege

3

dum – Service rundum – Servic

Jagdsignal

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Anzeige

schwedenrätsel! Rosengewächs, VorgeSchwarz- setzter dorn

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um – Service rundum – Servic

Liebe Leserinnen und Leser,

5

e rundum – Service rundum – Service rund

Jürgen Senne en Ortsvorsteher von Südkam

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aufgebrühtes Heißgetränk

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Gewinnen Sie den Jubiläumsfilm „150 Jahre SPD“ als DVD. Bitte vergessen Sie auf keinen Fall Ihren Namen und Ihre Telefonnummer anzugeben, da der/die Gewinnende telefonisch benachrichtigt und in der nächsten Ausgabe bekanntgegeben wird. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Datenschutzhinweis: Ihre persönlichen Daten werden nur für dieses Gewinnspiel erhoben und nach der Ermittlung des Gewinners vernichtet.

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Ihre Lösung schicken Sie an: ƒƒ spd.suedkamen@web.de ƒƒ Redaktion Süd.kurier c/o P. Hartig, Steinacker 9, 59174 Kamen Teilnahmeschluss ist der 15. Juni 2013!

Die Bahnunterführung wird gebaut. Der Bahnübergang an der Unnaer Straße ist für den Fahrzeugverkehrbereits geschlossen. Nur Fußgänger und Radfahrer können noch passieren. Derweil wird dort, wo ehemals der Fahrzeugverkehr sich durch die Stadt drängte, fleißig an der Unterführung gewerkelt. Wer weiß hierzu etwas zu erzählen? Haben Sie ein altes Foto, was wir veröffentlichen können? Dann freut sich Hans-Dieter Heidenreich auf Ihren Anruf oder eine E-Mail. Die Kontaktdaten finden Sie auf Seite 2.


Süd.kurier Nr. 20 | 2/2013