Issuu on Google+

Dalbedyych Boscht Ausgabe Nr. 85 April 2009

Mitteilungen des Sozialdemokratischen Quartiervereins St. Alban-Breite-Innenstadt

Aus Bundesbern Anita Fetz berichtet zum Bankgeheimnis

Pflegeheimskandal

ssen o n e G Von nern a i d n I und

Tagi 21.03.2009

Susanne Nese (VPOD) und Irene L체thi (Heimleiterin) zur Situation in Basel

Historischer Sieg im Wallis! Wir gratulieren Regierungsr채tin Esther Waeber-Kalbermatten

Der Traum der Indianer

Klaus Stuttmann


Seite 2

Editorial

Impressum

Die Ersten werden die Letzten sein! Liebe Leserinnen und Leser Als erster Ort in der Schweiz führte das Oberwalliser Bergdorf Unterbäch am 3. März 1957 auf eidgenössischer Ebene das Frauenstimmrecht ein. Erst geschlagene 52 Jahre später, am 1. März 2009, schaffte eine Frau den Sprung in den Walliser Staatsrat. Somit hat das Wallis als letzter Schweizer Kanton eine Frau in der Regierung. Wir gratulieren Esther Waeber-Kalbermatten (SP) herzlich zu ihrem Wahlerfolg und wüschen ihr eine erfolgreiche Legislatur – und ab dem nächsten Wahlgang weitere Kolleginnen! Teresa Stoffel Jossen, Kampagnenleiterin der Staatsratswahlen, berichtet über dieses historische Ereignis.

Redaktionsteam

Die Traktandenliste der Frühlingssession im Parlament war spannend wie selten: UBS und Bankgeheimnis. Anita Fetz berichtet von den aktuellen Geschehnissen unter der Bundeshauskuppel. Die Misshandlungen von demenzkranken älteren Menschen in einem Altersheim lösen grosse Betroffenheit aus. Unsere Genossin und Co-Leiterin eines Basler Alterszentrums Irene Lüthi berichtet vom Arbeitsalltag im Alters- und Pflegeheim und Gewerkschaftssekretärin Susanne Nese macht deutlich, dass es gute Pflege nicht zum Nulltarif gibt! Eine spannende Diskussionsrunde erwartet euch an der kommenden Mitgliederversammlung vom 28. April 09 zum Thema „Armut trotz Arbeit“ mit dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk!

Druck / Auflage

Planung, Produktion & Gestaltung Andreas Müller apmueller@bluewin.ch Planung & Produktion Rahel Schmid schmidrahel@hotmail.com Planung & Sektionsfragen Stephanie Siegrist siegrist.sp@bluewin.ch

Copy Quick AG / 130 Exemplare

Herausgeber Sozialdemokratischer Quartierverein St. Alban-Breite-Innenstadt c/o René Angst Blumenrain 20 4051 Basel www.sp-bs.ch/de/sektionen/abi

Kontaktperson für Mitglieder Philipp Schuler, 076/377 42 28 schuler_philipp@yahoo.de

Wir wünschen euch viel Spass beim Lesen und einen schönen Frühling! Die Redaktion

Die nächste DaBo Ausgabe Nr. 86 erscheint am 14.05.2009


Seite 3

Kommissionswahlen im Grossen Rat: E i n Fa l l f ü r d i e G e r i c h t e Zu einer der künftigen politischen Zusammenarbeit überaus abträglichen Machtdemonstration liessen sich die bürgerlichen Parteien im Verbund mit Grünliberalen, DSP und EVP anlässlich der konstituierenden Sitzungen des Grossen Rates am 4. bzw. 11. Februar hinreissen. Obwohl Grünes Bündnis und SVP mit jeweils 14 Grossratsmandaten gleich stark sind, wurden der SVP jeweils doppelt so viele Kommissionssitze zugesprochen. Mit diesem Vorgehen wurde Art. 14 der grossrätlichen Geschäftsordnung aufs Gröbste missachtet. Denn dieser schreibt verbindlich vor, dass „bei der Bestellung der ständigen und der besonderen Kommissionen die Fraktionen im Verhältnis ihrer Stärke zu berücksichtigen sind“. Darüber hinaus hat die bürgerliche Mehrheit der SP ein zweites, ihr zustehendes Sachkommissionspräsidium verweigert. Verletzt hat die Mitte-Rechts-Allianz schliesslich auch den bisher allseits respektierten freiwilligen Proporz bei der Besetzung des Bankrates und des Erziehungsrates, indem sie der FDP bzw. der EVP überproportional viele Sitze zugeschanzt hat. Das Grüne Bündnis als hauptleidtragende politische Kraft hat entschieden, gegen diese offensichtliche Verletzung geltenden Rechts sowohl beim kantonalen Verwaltungsgericht als auch beim Bundesgericht in Lausanne Klage einzureichen. In Anerkennung der bewährten politischen Partnerschaft und als ausdrückliches Zeichen der Solidarität hat der Parteivorstand der SP Basel-Stadt seinerseits entschieden, das Grüne Bündnis beim Beschreiten des Rechtsweges ideell und mit einem namhaften finanziellen Betrag zu unterstützen. Dem Parteivorstand der SP geht es dabei allein um eine Klärung der Rechtslage und nicht etwa darum, eine politische Niederlage auf dem Gerichtsweg in einen Sieg umzuwandeln. Immerhin: Das (sach-)politische Leben geht auch im Grossen Rat weiter. Und dabei hat sich schnell gezeigt, dass die schon mal als „Grosse Koalition“ apostrophierte Allianz von bürgerlichen und Mitte-Parteien keineswegs so stabil ist, wie sich dies wohl viele bürgerliche Grossrätinnen und Grossräte erhofft haben. Dieter Wüthrich, Parteisekretär SP Basel-Stadt


Seite 4

Herzlichen Glückwunsch!

SP klar.

sozia

l

Eine SP-Frau erobert die Walliser Regierung Mit der Briger Stadträtin und Apothekerin Esther Waeber-Kalbermatten kann die SP im Wallis einen historischen Wahlsieg feiern: Sie kann die erste Frau in die Walliser Regierung entsenden und konnte ihren Regierungsratssitz erfolgreich gegen die Gelüste der aufstrebenden SVP verteidigen. Das katholisch-konservativ dominierte Wallis war schon immer ein hartes Pflaster für linke Politik. Unser Wahlsystem sieht in der Bezirksklausel vor, dass ein Bezirk mit nur einer Staatsrätin bzw. einem Staatsrat in der Regierung vertreten sein darf. Diese Klausel bekamen die Walliser Frauen 1977 schmerzhaft zu spüren. Die SP-Nationalrätin Gabrielle Nanchen hatte das absolute Mehr erreicht und hätte als erste Frau der Schweiz in einer kantonalen Exekutive Einsitz nehmen können. Weil aber aus demselben Bezirk ein CVP-Mann mehr Stimmen auf sich vereinen konnte, hatte sie das Nachsehen und musste den Sitz an die Radikalen weitergeben. Umso grösser war die Freude – oder ehrlich gesagt – die Erleichterung, dass das Wallis nun endlich als letzter Kanton den Schritt in die Moderne gewagt und eine Frau in die Regierung gewählt hat. Esther Waeber-Kalbermatten ist so etwas wie die Madame Gleichstellung des Kanton Wallis. Als junge Mutter und neu gewählt in den Grossrat, verlangte sie in ihrer ersten Motion die Schaffung eines kantonalen Gleichstellungsbüros. Gleichzeitig engagierte sie sich für die Anliegen von jungen Familien und war Mitinitiantin mehrerer Spielgruppen und Tagesstätten. Sie war die erste und langjährige Präsidentin des Walliser Gleichstellungsrats. Der errungene Wahlsieg von Esther WaeberKalbermatten ist für sie in dieser Hinsicht auch eine grosse Freude und Genugtuung im Wissen, dass nach der Zeit des Säens und der oftmals mühlseligen Arbeit auch die Zeit der Ernte kommt. Teresa Stoffel Jossen, SPO Kampagenleitung Staatsratswahlen 2009


Seite 5

S kand al i n einem Pfl eg eheim i n Zü ri ch Einblicke in den Alltag eines Pflegeberufes Seit fünfzehn Jahren ist ein Basler Pflegeheim mein Arbeitsort. Seit mehr als zwei Jahren bin ich in der Co-Leitung eines Alterszentrums tätig. Unsere Institution bietet 71 Pflegeplätze und 44 Alterswohnungen an. Über 90 Mitarbeiterinnen sind rund um die Uhr für die Betagten tätig. In den vergangenen Jahren fand ein positiver Wandel bezüglich Professionalisierung der Pflege, Ausbildung und Weiterbildung statt. Und doch verunsichern die Negativschlagzeilen in den Medien der letzten Tage Mitarbeiterinnen der Heime, Angehörige und Betagte sehr stark. Wie kommt es dazu? Wir Profis aus dem Heimalltag haben doch Standards zur Überprüfung der freiheitsbeschränkenden Massnahmen eingeführt. Betagte können ihre Menus selbst wählen und die Essenszeiten sind fliessend. Regelmässige Angehörigentreffen, gemeinsame Feste, ja sogar Bewohnerferien werden durchgeführt, Tiere bereichern den Heimalltag und vieles mehr. Und doch bringen einige Pflegende, die sich im Umgang mit Dementen skandalös verhalten, einen ganzen Dienstleistungssektor in Misskredit. Meiner Meinung nach ist die grösste Herausforderung, mit der die Mitarbeitenden der Pflegeheime zu kämpfen haben, das Thema „Langzeitpflege“ selbst. Denn hofft nicht jede und jeder, nie in ein Heim eintreten zu müssen? Machen nicht die meisten Menschen einen grossen Bogen um jedes Heim, wenn nicht gerade ihre Partner oder Eltern dort leben? Angehörige sollen aber wohlwollend Kritik üben, sie dürfen sich für die Bedürfnisse der Betagten einsetzen, etc. Neben diesem Imageproblem existiert aber auch ein finanzpolitisches Problem. Pflege- und Betreuungsqualität kostet. Gutes Personal muss ausgebildet werden, gute Arbeitsbedingungen vorfinden und immer wieder weitergebildet werden. Interdisziplinäre Arbeit, Kommunikation im Team, Kontakt mit Angehörigen und viele andere Massnahmen gibt es nicht zum Nulltarif. Irene Luethi, Mitglied SP Basel-Stadt


Seite 6

Pflegeskandal aus Sicht einer Gewerkschaftlerin Die Vorfälle der letzten Wochen wühlen auf, machen traurig, wütend, sollten aber auch als Warnung verstanden werden.

Diese Geschichte darf uns nicht kalt lassen. Denn sie betrifft uns alle: früher oder später wollen wir alle auf eine gute Pflege und Betreuung in einem Alters- und Pflegeheim (APH) oder durch Spitex zählen können. Und dabei ist es mir, als dann zumal betagte Gewerkschafterin, wichtig, dass die Frauen, die sich um mich kümmern, ihren Job motiviert, engagiert und gut machen. Diesen Anspruch haben aber nicht nur die PatientInnen, die BewohnerInnen und die Angehörigen. Diesen Anspruch haben auch die Beschäftigten in APH und bei Spitex. Leider höre ich aber immer wieder Klagen über schwierige Rahmenbedingungen (Lohn, Arbeitszeit, Kommunikation, Betriebsklima, Stellenbesetzung). Die Mitarbeitenden zeigen sich jeweils tiefbesorgt, wenn sie nicht „gut“ arbeiten können, wenn sie ihren Ansprüchen an eine gute Betreuung nicht gerecht werden können. Sie wollen es die Patienten auf keinen Fall spüren lassen, wenn etwas betrieblich nicht in Ordnung ist. An den Rahmenbedingungen kann die Politik etwas ändern, dort ist die Politik gefordert und der Kanton in der Pflicht: denn gute Pflege gibt es nicht zum Nulltarif. Es geht nicht an, dass immer mehr Leistungen und Qualifikationen von den Mitarbeitenden erwartet werden, diese dann aber nicht entsprechend entlöhnt werden. Es geht nicht an, dass zwar keine 100%-Stellen angeboten werden, von den Mitarbeitenden mit Teilzeitpensum aber eine 100%Flexibiliät im Einsatz erwartet wird. Es geht nicht an, dass wir qualifiziertes Personal im Ausland einkaufen und damit Ausbildungskosten einsparen. Hier sei eine Klammerbemerkung erlaubt:


Seite 7

Die Gesundheitsdirektoren-Konferenz will Pflegepersonal aus den Philippinen anwerben, um den Pflegenotstand abzuwenden. Die Sicherheitsdirektoren wären wohl nie auf die Idee gekommen, Polizisten in den Philippinen zu rekrutieren. Die wollen sie nämlich selber ausbilden… Wenn der drohende Pflegenotstand abgewendet werden soll, dann muss auch im Gesundheitsbereich in die Ausbildung investiert werden. Gerade weil immer mehr betagte und hochbetagte Menschen zu betreuen sind, diese Pflege immer anspruchsvoller wird, müssen mehr Ausbildungsplätze angeboten werden. Es muss den Mitarbeitenden vermehrt die Möglichkeit geboten werden, sich weiter zu qualifizieren. Dabei dürfen die schulischen Hürden nicht zu hoch sein. Für Betriebe, die sich vermehrt in der Ausbildung und Nachholbildung engagieren, müssen (auch finanzielle) Anreize geschaffen werden. Kurz: verbesserte Rahmenbedingungen sind nicht nur wünschenswert, sondern unerlässlich, damit Ueberforderung und burn-out begegnet werden können, damit die Gleichung „typischer Frauenberuf plus Teilzeit = berufliche Sackgasse“ eben nicht aufgeht, damit in Zukunft vermehrt junge Leute oder Spätberufene in dieses faszinierende und herausfordernde Berufsgebiet einsteigen. Susanne Nese, Gewerkschaftssekretärin für den Gesundheitsbereich vpod region basel

Die SP Basel-Stadt gratuliert Corine Mauch Die SP Basel-Stadt gratuliert Corine Mauch ganz herzlich zu Ihrer Wahl als erste Zürcher Stadtpräsidentin. Wir freuen uns mit unseren Genossinnen und Genossen von der Limmat über den überwältigenden Wahlsieg. Corine Mauch gewann im zweiten Wahlgang in sämtlichen Wahlkreisen mit insgesamt fast 11’000 Stimmen Vorsprung auf ihre Gegenkandidatin von der FDP, die nach dem ersten Wahlgang am 8. Februar noch leicht in Führung gelegen hatte. Quelle: SP Basel-Stadt


Seite 8

Aus Bundesbern UBS-Spitze und FDP-Bundesräte leisteten Bankgeheimnis-Sterbehilfe Es geschah am helllichten Tag, an einem Freitag, den 13. – in letzter Sekunde. Im Stundentakt meldete ein Steuerhinterziehungsparadies nach dem anderen, dass es die OECD-Regeln gegen internationalen Steuerbetrug übernehme. Am Ende auch die Schweiz. Hauptakteure des Trauerspiels: UBS-Topshots und zwei FDP-Bundesräte. So atemberaubend rasch kann Geschichte gehen: Erst brach der Widerstand der Kanalinseln zusammen, dann folgten am Freitag, den 13., in rascher Folge die meisten anderen Steuerfluchthorte. Am Mittag war die Reihe an der Schweiz. Auch sie will künftig bei internationaler Steuerflucht Amtshilfe leisten. Treppenwitz der Geschichte. Beim Ableben des bisherigen Bankgeheimnisses haben ausgerechnet die UBS-Spitze und die FDPBundesräte aktiv Sterbehilfe geleistet. Blenden wir zurück: Angefangen hat alles in der Ära Ospel. Einige Dutzend UBS-Banker haben von der Schweiz aus das Bankgeheimnis systematisch und aktiv kriminell missbraucht. Bekannt ist das seit Juli 2008. Während die USA mit Strafklagen reagierten, stellte sich die offizielle Schweiz politisch tot. Der damalige Bundespräsident Couchepin erwog nicht einmal, in dieser Sache nach Washington zu reisen. FDP-Bundespräsidenten im besten AHV-Alter. Auch sein Nachfolger auf dem Präsidiumsstuhl, Bundesrat Merz, reiste nicht. Ob dies das Resultat von ideologischen Scheuklappen, Unvermögen, Altersstarrsinn oder anderen Gründen war, bleibt Staatsgeheimnis.

Jedenfalls legenheit 2008. Das Verfassung Und was tu

Kriegsrhet krimineller geheimnis diese paar einen deut ist. Dieser Parteien: G vom eigen als Objekt vertreter «pausenlos beauftragt

Gezielter zwei wese Rechtsstaa wissen, wa verblüffen als wäre e len. Laut d Finanzmin Rechtsstaa klären sein gut. Aber Das sind d werb zwisc immer noc ser schwel Zeiten auf den Weg a


13. – in interzieeln gegen auch die und zwei

ch der itag, chthorte. ünftig bei

n Bankgedie FDPAngefanaben von kriminell USA mit politisch einmal, in

achfolger dies das tersstarr-

Seite 9

Jedenfalls erkannten die beiden FDP-Herren die Sprengkraft der Angelegenheit erst mit dem amerikanischen Ultimatum vom Dezember 2008. Das Resultat ist bekannt. Nicht nur das Bankgeheimnis, auch Verfassung und Rechtsstaat sind am 18. Februar ausgehebelt worden. Und was tut die bürgerliche und mediale Schweiz? Kriegsrhetorik. Man empört sich nicht über die UBS-Banker, die mit krimineller Energie Hand zu Straftaten boten und damit das alte Bankgeheimnis schleiften. In der Schweiz läuft auch kein Verfahren gegen diese paar Dutzend Banker. Dafür empört man sich lautstark über einen deutschen Finanzminister, der auch im eigenen Land unbeliebt ist. Dieser Mann ist ein Geschenk des Himmels für die bürgerlichen Parteien: Gäbe es Steinbrück nicht, sie müssten ihn erfinden! Er lenkt vom eigenen Versagen ab. Ausserdem eignet er sich wie kein zweiter als Objekt für testosterongesteuerte Kriegsrhetorik. Sogar ein Spitzenvertreter der Bankiervereinigung möchte dem Minister elektronisch «pausenlos die Fresse polieren». Wer als Bank solche Imagebeauftragten hat, braucht keine Feinde mehr. Gezielter Verfassungsbruch? Das ganze Geheule lenkt nur von den zwei wesentlichen Fragen ab. Erstens: Hat der Bundesrat gezielt den Rechtsstaat aushebeln lassen? Ich wollte von Bundespräsident Merz wissen, wann er vom amerikanischen Ultimatum erfahren habe. Seine verblüffende Antwort: «Ich kann Ihnen das nicht sagen.» Gerade so, als wäre es das Alltäglichste, dass befreundete Staaten Ultimaten stellen. Laut der FDP-nahen NZZ stand tatsächlich «insbesondere der Finanzminister auf der Bremse», was den Verdacht stärkt, unser Rechtsstaat sei gezielt ausgehebelt worden. Diese Frage wird noch zu klären sein. Und zweitens: Wie weiter? Doppelsteuerabkommen sind gut. Aber sie sind kein Ersatz für Stabilität und Rechtsstaatlichkeit. Das sind die echten Trümpfe der Schweiz im rabiaten Standortwettbewerb zwischen den internationalen Finanzplätzen. Nur: Es deutet immer noch nichts darauf hin, dass der Bundesrat die Sprengkraft dieser schwelenden Rechtsunsicherheit erkannt hat. Es kommen schwierige Zeiten auf uns zu. Nur Gelassenheit und sachliche Redlichkeit weisen den Weg aus dieser selbstverschuldeten Krise. Beitrag von Anita Fetz, SP-Ständerätin


Seite 10

Wahlen & Abstimmungen Am 17. Mai 2009: JA zur Komplementärmedizin Die Schulmedizin nimmt heute unbestritten eine beherrschende Stellung im Gesundheitswesen ein. Sie liefert gute Resultate im Akutbereich, in der Notfallmedizin oder bei chirurgischen Eingriffen. Sie stösst aber auch an Behandlungsgrenzen, z.B. bei chronischen Krankheiten, in der Schwangerschaft oder der Stillzeit. In diesen Fällen kann Komplementärmedizin sanft und wirksam helfen. Damit alle PatientInnen nach ihren individuellen Bedürfnissen und Beschwerden behandelt werden können, braucht es die Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin. Die Kombination liefert die besten Behandlungserfolge.

Am 17. Mai 2009: NEIN zum Überwachungsstaat Die SP ist eine entschiedene Verfechterin einer engen Zusammenarbeit mit der EU. Dazu gehört auch das SchengenAbkommen. Es erleichtert den Reiseverkehr massiv – wovon u.a. der Schweizer Tourismus und in der Schweiz wohnhafte Personen aus Nicht-EU-Staaten profitieren. Zudem ermöglicht es unserer Polizei eine bessere grenzüberschreitende Kooperation und den Zugriff auf europäische Datenbanken. Das neue Schengen-Recht sieht biometrische Daten in Reisepapieren vor. Dagegen hat die SP nichts einzuwenden – wohl aber gegen die Datenschutzrisiken und fehlende BürgerInnenfreundlichkeit, die mit der Vorlage über die biometrischen Pässe einhergehen. Über diese stimmen wir am 17. Mai 2009 ab.


NEIN zum weiteren Poststellensterben! Die Post will 20% des bestehenden Poststellennetzes "überprüfen". Im Klartext: Sie will 500 Poststellen schliessen! 500 Poststellen sind damit akut gefährdet. Vielleicht auch die Poststelle in ihrem Dorf oder in ihrem Quartier! Eigentlich ist der Abbau schon beschlossen - nur der enschlossene und solidarische Widerstand des Volkes kann die Post noch aufhalten. Ein gut funktionierendes und flächendeckendes Poststellennetz ist wichtig für den Zahlungsverkehr und die Bargeldversorgung. Wichtig für unsere Wirtschaft - besonders für kleine und mittlere Unternehmen - wie auch für die Bevölkerung.

Schwarzes Brett QV-Termine bis September 2009

Di 28.04.09 Mitgliederversammlung Siehe Rückseite!

So 17.05.09 Eidg. Abstimmungen

Di 19.05.09 Offene Vorstandssitzung

Quelle: SP Basel-Stadt

Fr 19.06.09 Sommerhock

Thomas Baerlocher und Sandra Soland verabschiedet Anlässlich einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung am 10. März im Unionssaal des Volkshauses haben die Delegierten der SP Basel-Stadt Thomas Baerlocher als Parteipräsident und Sandra Soland als ParteiVizepräsidentin verabschiedet. Beide waren Anfang Januar von ihrem Amt zurückgetreten. Quelle: SP Basel-Stadt

Di 11.08.09 Offene Vorstandssitzung

Di 22.09.09 Offene Vorstandssitzung


SP klar.sozial

Einladung zur Mitgliederversammlung Dienstag, 28. April 2009, 20.00 Zum Isaak, Münsterplatz im Kellerraum

Armut trotz Arbeit – das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH handelt und stellt uns sein Konzept vor Rund 1,4 Milliarden Menschen – etwa die Hälfte der weltweit Erwerbstätigen – verdienen weniger als zwei Dollar am Tag. Mit diesem Einkommen ist keine Entwicklung möglich. Diese Menschen können sich und ihre Familien nicht aus der Armutsfalle befreien und so wird die Armut an die nächste Generation weitervererbt. Betroffen sind vor allem Menschen in Entwicklungsländern. Damit sich etwas ändert, braucht es nicht nur einen fairen Lohn, sondern auch menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk setzt sich weltweit dafür ein, dass Arbeitsrechte und soziale Mindeststandards durchgesetzt werden. Dabei stehen Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) im Mittelpunkt. Diese fordern: Keine ausbeuterischen Kinderarbeit, Verbot von Zwangsarbeit, keine Diskriminierung und das Recht auf freie Gewerkschaften. Die Stärkung der Arbeitsrechte ist ein wichtiger Pfeiler im Kampf gegen die Armut. In unserer globalisierten Welt muss dieses „Thema der Dritten Welt“ auch unser Thema sein. Die SAH Geschäftsleiterin Ruth stellt uns das Konzept vor. Der Geschäftsleiter des SAH Region Basel wird uns aufzeigen, wie das SAH sich in unserer Region auf dem Gebiet der Arbeitslosigkeit engagiert. Gerne diskutieren wir mit euch darüber und versuchen, Zusammenhänge zu erkennen zwischen der Dritten Welt und uns.

Gastgeber: Quartierverein St. Alban-Breite-Innenstadt (Lukas Hartmann, René Angst) Referenten: Ruth Daellenbach, Geschäftsleiterin des Schweizerischen Arbeiterhilfswerk Jakob Clement, Geschäftsleiter der Region Basel

Wir freuen uns auf euren Besuch!


bo-85