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Dalbedyych Boscht

Oktober 2006 / Nr. 70

vo dr Birs zem Birsig

Grundwerte-Diskussion

Dieses Bild zeigt den Kopf von Karl Marx 1818-1883, einem der Vordenker unserer Bewegung. Seine Ideen wurden von seinen Nachfolgern missbraucht und der Marxismus pervertiert. Die jetzige GrundwerteDiskussion wird wohl pragmatischer werden und weniger ideologisch sein. Sie wird problembezogener sein. Dennoch - die Beweggr端nde sind bei Marx und heute bei uns immer noch dieselben: Das Elend der Menschheit!

Mitteilungsorgan des Sozialdemokratischen Quartiervereins St.Alban-Breite-Innerstadt


Dalbedyych– Boscht / Oktober 2006 / Nr. 70

Editoral Während zwei Jahren hat Daniel Jansen ehrenamtlich die Dalbedyych Boscht gestaltet und unseren QV bereichert. Nach einem Umzug ins St. Johann wechselt Daniel nun den QV und übergibt die DaBo an Andreas Müller. Andreas hat bereits die letzte Ausgabe herausgegeben, hat aber erst in dieser Nummer erste Ideen umgesetzt. So kommt es, dass die DaBo ihr Erscheinungsbild etwas geändert hat. So kommen nebst einer grösseren Schrift neue Rubriken, wie etwa „Was die andere QVs so triebe“ zum Zug. Dort werden nebst dem „schwarze Brätt“ nicht nur unsere, sondern auch die Veranstaltungen anderer SP-QVs angekündigt. Ausserdem werden in der Rubrik „QV- Familie“ künftig alle Geburten, Nachrufe, Jubiläen, Prüfungen und Ähnliches der QV Mitglieder ihren Platz finden. Selbstverständlich sollen auch Abstimmungen und Wahlen einen gebührenden Platz erhalten. Damit die DaBo auch Äusserlich glänzt, wird sie wie bereits die letzte Ausgabe künftig auf neuem, glänzend-glattem Papier gedruckt sein. Mit diesen Änderungen hoffen Andreas und sein Redaktionsteam die DaBo noch ansprechender gemacht zu haben und wünschen schon jetzt viel Freude beim Lesen! Ich möchte Daniel Jansen für seine große Arbeit herzlich danken und ihm alles Gute für seinen weiteren Lebensweg wünschen! Andreas hingegen möchte ich ebenso herzlich als Gestalter und Redaktor in unserem QV willkommen heissen und ihm viel Mumm für viele, viele DaBo-Nummern wünschen! Eure Stephanie Siegrist QV Präsidentin

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Was, wenn die eigenen Werte auf einmal mehrheitsfähig sind? Die SP Basel-Stadt in der Erfolgsfalle Dank unserer Wahlerfolge vom Herbst 2004 haben wir eine rot-grüne Mehrheit in der Regierung und eine starke Position im Grossen Rat. Mit diesen Erfolgen sind grosse Erwartungen seitens der Wählerinnen und Wähler verbunden. Nach der ersten Euphorie hat sich allerdings bald schon Ernüchterung breit gemacht. Wo bleibt die rotgrüne Wende? Die aufkommende Kritik hat bei den Verantwortlichen von Partei, Regierung und Fraktion eine gewisse Verunsicherung ausgelöst. Sind wir auf dem richtigen Kurs? Sind wir entschlossen genug unterwegs? In dieser Situation ist in der Partei verschiedentlich das Bedürfnis aufgekommen, sich auf die Grundwerte der SP zurückzubesinnen und die Kräfte neu zu bündeln. Richtig in Gang gekommen ist diese Grundwertediskussion aber nicht. Wieso eigentlich nicht? An der Mitgliederversammlung vom 31. Oktober 2006 wollen wir hierzu eine Auslegeordnung vornehmen. Wir suchen dabei nicht primär nach Mut machenden Parolen. Wir versuchen vielmehr, die Gefahren, falschen Verlockungen und bestehenden Dilemmas zu orten. Worauf müssen wir uns konzentrieren? An welchen Massstäben wollen wir uns messen lassen? Das Einleitungsreferat von Hans Adam Ritter, pensionierter Pfarrer und SP-Mitglied, soll uns dabei auf die richtige Spur bringen… jg


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Hans Adam Ritter geboren 1940, verheiratet, vier erwachsene Kinder, pensionierter Pfarrer, seit 1979 in Basel

Kannst Du uns etwas zu Deinem persönlichen Hintergrund sagen? Ich bin in Biel aufgewachsen. Mein Stiefvater hatte als Achtzehnjähriger die NZZ abonniert und bis zu seinem Tod mit 95 gelesen; als ich aufwuchs, kam die Zeitung dreimal am Tag, ich durfte sie als Schüler lesen, wenn ich sie nachträglich wieder sorgfältig faltete, damit sie für Papa noch neu aussah. Papa war liberal und ein wenig cholerisch, er mochte keine Lehrer und Pfarrer, weil die nicht wirklich auf dem Boden stünden. Meine Mutter war kirchlich, als junge Frau hatte sie für den Evangelischen Pressedienst gearbeitet und in Deutschland einige Leute besucht, die zur Bekennenden Kirche gehörten, also Nazigegner waren. Was ist Dein Bezug zur SP? Ich trat mit 30 in die SP in Zürich ein. Erst damals lernte ich auch den Religiösen Sozialismus kennen. Die Entwicklung in Chile beschäftigte uns. Dort formierte sich eine christliche Linke, die Allende unterstützte. Ich war bei der Gründung einer Gruppe ‚Christen für den Sozialismus’ dabei, wo sich alte religiöse Sozialisten reformierter Prägung zusammenfanden mit linken Katholiken. Ich wurde darauf für lange Jahre Mitglied in der Redaktionskommission für die Neuen Wege (dem Organ der Religiösen Sozialisten). Meine linke Sicht auf die Politik geht auf meine Studienzeit und den Einfluss Karl Barths und seiner Schüler zurück. Ihre kritische Theologie war im Widerspruch zum patriotischen Protestantismus des Ersten Weltkriegs entstanden und verweigerte sich später dem herrschenden Kalten Krieg. Wegen meines Berufs (und der vielen besetzten Abende) blieb ich jedoch ein passives Parteimitglied. Wie würdest Du das Verhältnis von Christentum und SP aus Deiner persönlichen Sicht umschreiben? Im Alten Testament ist die ‚Gerechtigkeit’ zentral, in den Evangelien ‚das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit’. Seit Kaiser Konstantin formte sich die Verbindung von religiöser und weltlicher Macht. Alle christlichen Reformen nahmen ihren Ausgang bei der ‚Gerechtigkeit’ (oder dem Reich Gottes), sind also Verbündete der Linken, seit Ende des 19. Jahrhunderts der Sozialdemokratie trotz deren atheistischen Ursprungsgeschichte. Was erwartet uns an der Mitgliederversammlung vom 31. Oktober 2006? Grundsatzdiskussionen sind immer schwierig und oft spannend. Ich bin neugierig darauf, wie ein solches Gespräch in einem Quartierverein läuft, was die andern Eingeladenen sagen und ob die Mitglieder Lust bekommen, sich am Gespräch zu beteiligen. jg


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Glückwunsch

Im Namen des ganzen QVs möchte ich Raffaella Kristmann beglückwünschen, da sie im Amtsjahr 2006/07 zur Präsidentin des Bürgerrates gekürt wurde, ein Amt das sie zusätzlich zu ihrem Hauptressort als Präsidentin des Waisenhauses ausüben wird.

Ebenso herzlich möchte ich Lili Strassmann, Suzanne Batschelet und Gabriela von Felten Wagner zu i hr e m ne uen A m t g r a tu l i e r e n , denn fortan bestellen sie gemeinsam im Triumfeminat das Präsidium der SP-Bürgergemeindefraktion.

Ich wünsche allen vier Frauen von Herzen viel Kraft und Freude für die kommenden Aufgaben und bin überzeugt, dass sie die SP sowohl im Bürgergemeinderat, wie auch im Bürgerrat ausgezeichnet vertreten werden! Ich möchte diese Gelegenheit denn auch nützen um an dieser Stelle zu betonen, wie wichtig und wertvoll die von unseren BürgergemeinderätInnen und unserer Bürgerrätin geleistete Arbeit ist! Nur all zu gerne gerät dieser Teil des sozialdemokratischen Engagements in den Hintergrund und wird nicht genügend gewürdigt. Trotz der in der SP geteilten Meinung über Sinn und Zweck der Bürgergemeinde, ob gute Institution oder alter Zopf, nimmt die Bürgergemeinde entscheidende Funktionen war und spielt etwa in der Einbürgerung für die SP eine Rolle von höchster Wichtigkeit! Insofern sind wir stolz durch so viel Frauenpower in Bürger- und Bürgergemeinderat vertreten zu sein! Stephanie Siegrist QV - Präsidentin


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Das Volk hat immer recht - Epilog Ausländer und Asylgesetz Nach dem Abstimmungswochenende vom 24. September 2006 ist die Ernüchterung in unseren Reihen riesig. Das 2/3 Mehr für das Ausländer- und Asylgesetz ist erschreckend und empörend. Trotzdem, die Mehrheit des Volkes setzt Recht durch, auch wenn es Unrecht ist. Wir fragen uns, woher hat die Mehrheit des Volkes, diese Angst vor den Ausländern. Angst die das klare Denken verhindert. Angst die falsches Wissen hervorbringt, das kaum der wirklichen Situation gerecht wird. Da müssen wir schwer über die Bücher, damit unsere Argumente wieder geglaubt werden. Angst frisst die Seele auf! Das muss sich ändern. AHV - Gold Einen Monat vor der Abstimmung standen die Voraussagen für diese Initiative gut. Was die Travail Suisse bewog noch einmal Geld, viel Geld für den Abstimmungskampf aufzuwenden. Prompt erfolgte die Ablehnung. Da kann man nicht von Unrecht sprechen. Es ist nachvollziehbar, wenn man für die Kantone, statt für die AHV entscheidet. Wir sind trotzdem schwer enttäuscht. Stücki Die Parole der SP BS, an der die DaBo Kritik übte, hat sich durchgesetzt. Die Zukunft wird weisen, ob der Entscheid klug war oder nicht. In diesem Zusammenhang erscheint der Kommentar der BAZ zur Abstimmung höchst erstaunlich. Wir zitieren: “Nur rund jeder dritte Basler ist im Besitz eines Autos. Das Potenzial an samstäglichen Shopping-Mall-Ausflüglern im Stadtgebiet ist sehr begrenzt. Viele ziehen die Innerstadt vor. Genau diese Innerstadt und ihr Gewerbe vertragen aber kaum weitere Shopping-Centers auf Stadtgebiet, und kämen diese noch so peripher zu liegen. Auch werden sich eines Tages, wenn der Markt gesättigt ist, die Shopping-Planer auf den Standpunkt stellen können, sie böten einen ganz anderen Ladenmix als die Innerstadt. Auch deshalb muss jetzt die Aufwertung des Stadtzentrums, wie sie im Politikplan festgehalten ist, dringend an die Hand genommen werden.” Ich weiss nicht soll man da lachen oder weinen. Fazit: Die einen investieren, um Gewinne einzustreichen, und die Wunden, die sie andern zufügen, sollen mit Steuergeldern geheilt werden. Der Rest ist (besser zu) Schweigen. Das tut weh! rmf


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Nachruf Günther Nenning 23.12.1921-14.05.2006

Günther war ein begnadeter Journalist und Schriftsteller. Als Bruno Kreisky sich für den Bau des Atomkraftwerks Zwentendorf entschied, trat Günther der Gegenbewegung bei und kämpfte fortan gegen dieses Atomkraftwerk. In einer Volksabstimmung konnte dieses Kraftwerk verhindert werden. Dies und andere Differenzen führten dazu, dass Günther von der SP und den Gewerkschaften Österreichs ausgeschlossen wurde. Der damalige Präsident der SP BS, Roland Stark, bot Günther ein Art Exil-Mitgliedschaft an. An einer Delegierten-Versammlung wurde Günther Nenning, der persönlich anwesend war, in die SP BS aufgenommen und dem Quartierverein St. Alban-Breite als Mitglied zu geteilt. Fortan war Günther Mitglied unseres QV und kam seinen finanziellen Verpflichtungen nach. Die Entfernung seines Wohnsitzes in Wien, verhinderte aus verständlichen Gründen eine aktive Teilnahme am Leben unseres QV. Dankbar denken wir, da er nun gestorben ist, des Menschen und seiner langjährigen Treue. Aus dem Internet entnehmen wir folgende Kurzbiografie: Geboren am 23. Dezember 1921 in Wien, gestorben am 14. Mai 2006 in Waidring/ Tirol Nach dem Gymnasium Kriegsdienst, dann Studium der Sprach- und Religionswissenschaften in Graz. 1949 Promotion zum Dr. phil., 1959 zum Dr. rer. pol. Während des Studiums Beginn der journalistischen Laufbahn. Erst Redakteur, dann bis 1958 stellvertretender Chefredakteur der sozialistischen Tageszeitung "Neue Zeit" in Graz. Anschließend Mitherausgeber der von Friedrich Torberg gegründeten Kulturzeitschrift "FORVM" in Wien, ab 1965 Eigentümer und Chefredakteur der Zeitschrift, die nun als "NEUES FORVM" erscheint. Mitglied der sozialistischen Fraktion im ÖGB, ab 1960 Vorsitzender der österreichischen Journalistengewerkschaft und Vizepräsident der Gewerkschaft Kunst und Medien. 1985 Ausschluss aus der Sozialistischen Partei und aus dem Österreichischen Gewerkschaftsbund. Neben der journalistischen Tätigkeit auch Buchautor, Moderator des "Club 2" im Österreichischen Fernsehen sowie der ARD-Talkshow "III nach 9". 2005 Herausgeber der umstrittenen österreichischen Literatur-Anthologie "Landvermessung" (ursprünglich "Austrokoffer") im Residenz Verlag. Lebte in Wien und in seinem Alterssitz in Waidring / Tirol.


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Wahle & Abstimmige Die eidgen. Abstimmungen vom 26.11.2006 Bundesgesetz vom 24.3.2006 über die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas (Referendum gegen sog. «Kohäsionsmilliarde» SPS Ja, SP BS noch offen Bundesgesetz vom 24.3.2006 über die Familienzulagen (Referendum) SPS Ja, SP BS Ja,

QV—Familie Gratulatione... Mitglieder-Jubilare Andreas Gerster -

Mitglied seit dem 01.11.1996

Am Parteitag in Sursee wurde Silvia Schenker zu als Vize-Präsidentin der SP CH gewählt. Mit Herzklopfen haben wir spannende Wahl mit verfolgt und unsere Freude war gross als sie es im dritten Wahlgang geschafft hatte. Unser Quartierverein gratuliert Silvia von ganzem Herzen und wünschte ihr eine erfolgreiche Amtsausübung.


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Die

Bettagspredigt

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des

Vo r r e d e

Bettagspredigt?

Ich gebe es ja zu, noch selten und seit langem hat mich ein Referat so begeistert, wie das Referat, das Franz Josef Radermacher (FJK) am Parteitag in Sursee hielt. Meine Fragen wie die Globalisierung für uns Sozialdemokraten in den Griff zu bekommen sei, stiessen meist ins Leere. Noch an der Vorstand-sitzung unseres QVs, bei dem Themen zur GrundwerteDiskussion gesucht wurden, hatte ich nicht das Gefühl, dass mich jemand verstanden hätte. Und nun kommt dieser FJK daher und lichtet meinen inneren Nebel auf einen Schlag. Das machte Mut und Hoffnung. Kein Wunder, dass ich leicht euphorisch geworden bin. Aber keine Angst, ich zwinge mich kritisch und mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben.

Das ist nicht an den Haaren herbei gezogen. FJK vertritt seine Überzeugung sowohl am Evangelischen Kirchentag in Deutschland, als auch am SP Parteitag. Wenn seine Ideen durchgesetzt werden sollen, braucht es doch alle Menschen, die guten Willens sind. Die nachstehend abgedruckten Millenniumsentwicklungsziele sind für Partei und Kirche mehr als akzeptierbar. Da werden Kommunistisches Manifest und Bergpredigt deckungsgleich. In diesem Sinne war das für mich auch eine Bettagspredigt, nicht nur eine Parteitagsrede.

Die Millenniumsentwicklungsziele 1. Extreme Armut und Hunger beseitigen 2. Grundschulbildung für alle Kinder gewährleisten 3. Gleichstellung der Frauen fördern 4. Kindersterblichkeit senken 5. Gesundheit der Mütter verbessern 6. HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen 7. Ökologische Nachhaltigkeit gewährleisten 8. Eine globale Partnerschaft für Entwicklung aufbauen


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Franz

Josef

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Radermacher

Glänzende Analyse

Pragmatische Rezepte

FJK machte ein Inventar der Unzulänglichkeiten der Wirtschaft auf dieser Erde. Er schilderte was nach Ansicht seiner Gruppe, des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Aussenwirtschaft, Sache ist. Der Hunger auf dieser Welt und die Ressourcenplünderung wurden ausführlich beschrieben. Er bemängelte, dass wegen der 3000 Toten vom nine/eleven auf der Welt eine große Aufregung entstand. Dass es hingegen wegen 35 Mio täglichen Hungertoten fast Stille herrscht. Der Drang der Grossen, ihre Hand auf die Rohstoffquellen zu legen, und die daraus entstehende Kriegsgefahr wurden aufgedeckt. Der Drang zum Abbau der Steuern als Quelle des Verlustes an Volksvermögens wurde entlarvt.

Pragmatische Rezepte zur Behebung der Mängel und Fehlentwicklungen. Zur Lösung der Probleme wurde keine neue Theorie oder Ideologie entwickelt, sondern wie beim Arzt die Diagnose die Grundlage ist, wurden verschiedene Massnahmen zur Therapie vorgeschlagen. Genannt wird die Kur— Millenniumsziele. Diese sind unten abgedruckt.

Wem mein Geschreibe etwas spanisch vorkommt, der lese folgende Broschüre im Originalton des Franz Josef Radermacher: Globalisierung gestalten. Die zentrale Aufgabe der Politik. Das Wirken des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Aussenwirtschaft für eine globale Rahmenordnung einer Oekosozialen Marktwirtschaft, Horizonte Verlag GmbH, Berlin ISBN 3-89483-110-3, Fr. 13.60 rmf


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Sommercasino

In der Dalbedyych-Boscht Nr. 67 vom Mai 2006 orientierten wir über das Sommercasino (SoCa). Unter dem Titel: “Heiliger St. Florian verschone unsere Häuser, zünd lieber andere an” berichteten wir über eine öffentliche Versammlung, welche von den Behörden zur Orientierung der Bevölkerung über den geplanten Bau von zusätzlichen Übungslokalen veranstaltet wurde. Gegner und Befürworter des Soca hatten Gelegenheit, sich dazu zu äussern. Diese Möglichkeit wurde vor allem von den Gegnern wahrgenommen, um ihren Frust betreffend des SoCa über die Übungslokale hinaus los zu werden. Dies Alles bewog die Leitung des SoCa, sich vom Projekt Übungslokale zurück zu ziehen. Wer nun geglaubt hat, es würde nun Ruhe geben, sah sich getäuscht. Es wird jede rechtliche Möglichkeit wahr genommen, um Sand ins Getriebe zu streuen. Wohl in der Absicht das SoCa ganz aus dem Quartier zu vertreiben. Das neue Gastwirtschaftsgesetz sieht vor, dass alle Betriebe des Kantons sich erneut um eine Betriebsbewilligung bemühen müssen. Im Falle des SoCa wurde vom Neutralen Quartierverein St. Alban und dessen Präsidenten Einsprache erhoben. Das Verfahren ist noch hängig. Wir wurden vom SoCa um eine Stellungnahme gebeten, die wir in vollem Wortlaut abdrucken.


Stellungsnahme betreffend Quartierbverträglichkeit Des betriebes des Sommer-Casinos

Sehr geehrter Herr Hennig Sehr geehrte Damen und Herren Gerne nehmen wir Ihrem Wunsch gemäss als Sozialdemokratischer Quartierverein St. Alban-Breite-Innenstadt resp. als Anwohner und Anwohnerinnen des Sommercasinos - welche teilweise schon seit vielen Jahren in unmittelbarer Nähe des Sommercasinos wohnen - Stellung betreffend Quartierverträglichkeit des Betriebes des Sommercasinos. Vorweg möchten wir ausdrücklich festhalten, dass unserer Auffassung nach die Basler Freizeitaktion durch den Betrieb des Jugendkulturhauses Sommercasino einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag an die Jugendarbeit im Kanton BaselStadt leistet. Der Sozialdemokratische Quartierverein St. Alban-Breite-Innenstadt bedauert es außerordentlich, dass diese Arbeit durch gewisse Gruppierungen und Einzelpersonen immer wieder in Frage gestellt und keine Gelegenheit ausgelassen wird, dies zu tun. Die von der Gegnerschaft des Sommercasinos wiederholt verbreitete Darstellung der durch das Sommercasinopublikum verursachten Begleiterscheinungen empfindet der Sozialdemokratische Quartierverein St. Alban-Breite-Innenstadt als stark übertrieben. Tatsächlich besteht ein Grossteil der rund 100 Mitglieder aus unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohnern des Sommercasinos. Es ist klar, dass rund um jugendkulturelle Veranstaltungen gewisse Auswirkungen auf die unmittelbare Nachbarschaft zu bemerken sind. Diese halten sich aber beim Sommercasino durchaus im Rahmen und beeinträchtigen die Wohnqualität nicht. Zu verdanken ist dies sicherlich auch den verschiedenen Bemühungen durch die Leitung des Sommercasinos, wie beispielsweise der Einsatz von Security-Personal, die intensive Zusammenarbeit mit der Polizei, die Putzaktion am Sonntagmorgen etc.. Schliesslich bleibt zu bemerken, dass wir in einer urbanen Umgebung leben, wo viele unterschiedliche Personen den öffentlichen Raum nutzen wollen und sollen und eine gewisse Toleranz und gegenseitiges Verständnis deshalb unabdingbar ist. Für den Sozialdemokratischen Quartierverein St. Alban-Breite-Innenstadt ist es wenig verständlich und äusserst bedauerlich, dass insbesondere der jüngeren Generation gegenüber die notwendige Toleranz und Verständnis immer wieder in Frage gestellt resp. verweigert wird. Wir bitten Sie um Kenntnisnahme und verbleiben mit freundlichen Grüssen Für den Vorstand des Sozialdemokratischen Quartiervereins St. Alban-Breite-Innenstadt

Für die unmittelbare Anwohnerschaft

Stephanie Siegrist

Anita Heer, Grossrätin Brigitte Hollinger, Grossrätin Francisca Schiess, Grossrätin


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Sämf Sämf kame derzue nää,derzue gää oder aifach abloo In der Nacht als Zinedin Zidane sich als Ziegenbock outete und die Italiener erfolgreich nach dem World Cup griffen, weilte Steffi Siegrist auf Sardinien in Ferien. Sie ergriff die Gelegenheit und feierte mit Einheimischen die ganze Nacht den glorreichen Sieg. Es wurde ein Beitrag zur Integration der Völker. **********

Steffi Zingg berichtete nach der Annahme des Stücki-Einkaufzentrums, dass er nun gezwungen sei für sein Velo einen grösseren Einkaufskorb zu posten, um dem vergrösserten Einkauf Rechnung zu tragen. **********

Am SP Parteitag in Sursee knisterte die Spannung in der Luft, als es um die Wahl einer Vize-Präsidentin ging. Unsere Silvia Schenker stieg auch ins Rennen gegen zwei Kandidatinnen aus dem Oberwallis und Genf. Mit einer professionell gemachten DiaShow stellte sich die Oberwalliserin vor. Beginnend mit ihrem Sternbild Steinbock probierte sie sich in Szene zu setzen. Nachdem Silvia die Wahl für sich entschied, hielt sie eine glänzende Antrittsrede. Diese begann, mit der Anspielung auf den Steinbock ihrer Konkurrentin, “Auch ich bin eine Steingeiss”! Damit führte Silvia in die Astrologie erfolgreich den “Gender-Stream” ein. So viel Schlagfertigkeit und Rednergabe haben ihr einige wohl nicht zugetraut. **********

Am SP Parteitag meinte Franz Josef Radermacher in seiner Rede: “200 Mio. Amerikaner wählen einen Präsidenten. Die restlichen Milliarden müssen sich danach richten.” Ein Demokratie-Defizit erster Klasse? **********

In einem Leserinnen-Brief in der BAZ vom 09.10.06., Seite 28, beklagt sich Christine Wirz-von Planta über den geplanten Abbau von 29 Parkplätzen am Karl Barth-Platz. Sie empfiehlt einen einfacheren Ausbau und das gesparte Geld in die Bildung zu stecken. Der Wohnumfeldkredit ist längst gesprochen und Zweckgebunden. Da kommt wohl wieder die Allergie beim Abbau von Parkplätzen zum Zuge. Frage: Wann wollten Christine und die Liberalen bei grosszügig Strassenausbauten sparen und das Geld in die Bildung stecken. Uns ist nichts bekannt. **********

Sophokles (497-406 v. Chr,) sagte in seinem Stück Antigone: “Ungeheuer ist Vieles und nichts ist ungeheurer als der Mensch.” Da hat sich in fast 2500 Jahren wenig bis gar nichts geändert.


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Chemiemüll-Deponien: TOTAL SANIEREN JETZT!

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Impressum

In der Region Basel gibt es rund ein Dutzend ungesicherte Chemiemülldeponien der Basler chemischen Industrie mit mindestens 35'000 Tonnen Giftmüll.

Redaktion

Die Deponien laufen aus, verschmutzen das Grundwasser und gefährden unser Trinkwasser. Das Risiko für uns Menschen, Tiere und Umwelt ist untragbar.

Andreas Patrick Müller (am)

Rolf Müller-Fortunati (rmf.), 061 301 41 19 mueller-fortunati@bluewin.ch Redaktion & Gestaltung:

apmueller@bluewin.ch Autoren: Rolf Müller-Fortunati Jan Goepfert Stephanie Siegrist Korrekturlesen: Raffaella Kristmann Kontaktperson für Mitglieder: Rahel Schmied, 061 683 59 36 schmidrahel@hotmail.com Sozialdemokratischer Quartierverein

GREENPEACE hat darum eine Petition zur Totalsanierung lanciert. Beteiligen Sie sich an der Fotopetition auf dem Internet und parallel dazu an der Pétition Classique mit klassischen Unterschriftenlisten! Die Petition kann unter www.totalsanierung.ch abgerufen werden

St. Alban-Breite-Innerstadt Postfach, 4020 Basel, Postkonto: 40-19650-2, spqvsabi@bluewin.ch www.sp-bs./qv_ab

Redaktionsschluss DaBo Ausgabe Nr. 71 03.11.2006 Erscheinungsdatum DaBo Ausgabe Nr. 71 17.11.2006


S‘schwarz Brätt Was die andere QVs so tryybe Termine bis Anfangs Februar 2007

Mo 23.10.06

Offene Vorstandsitzung QV

Do 26.10.06

DV SP BS

Di 31.10.06

Mitgliederversammlung

Mi 01.11.06

Heubar

Di 21.11.06

Offene Vorstandsitzung QV

Di 28.11.06

DV SP BS

Do 30.11.06

Vornomination Eidgenössische Räte Zusammen mit Gundeldingen-Bruderholz

Mi 06.12.06

Heubar

Fr 08.12.06

Weihnachtsessen

Mi 07.02.07

Voranzeige Generalversammlung

QV Clara-Wettstein-Hirzbrunnen 10.01.2007 Neujahrs-Apéro ab 18:00 Uhr Bar Alpenblick, Klybeckstrasse 29

QV St.Johann 19.10.2006 SP-Stamm im St. Johann Stammtisch mit offener Diskussion zu aktuellen Themen aus der Basler und Schweizer Politik jeden dritten Donnerstag im Monat ab 20:30 Uhr Restaurant "Alter Zoll", Elsässerstrasse 127

16.11.2006 Stadtentwicklung im St. Johann Öffentliche Veranstaltung zur Stadtentwicklung im St. Johann Details folgen


Einladung zur Mitgliederversammlung vom Dienstag, 31. Oktober 2006, 20.15 Uhr im Jugendzentrum Dalbeloch, Weidengasse 53, 4052 Basel Was, wenn die eigenen Werte auf einmal mehrheitsf채hig sind? Die SP Basel-Stadt in der Erfolgsfalle Podiumsdiskussion mit

Hans-Adam Ritter

pensionierter Pfarrer, SP-Mitglied, Hauptreferent und

Thomas Baerlocher, Pr채sident SP Basel-Stadt Christine Keller, Pr채sidentin der Grossratsfraktion Helmut Hubacher, Alt-Nationalrat Kaspar Sutter, Basismitglied

Moderation Jan Goepfert


bo-70  

Grundwerte-Diskussion vo dr Birs zem Birsig Mitteilungsorgan des Sozialdemokratischen Quartiervereins St.Alban-Breite-Innerstadt Dalbedyych–...

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