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Personalformulare SPAR Gruppe

8.3

Dokument Nr. 220-07-002n

Sicherheitshandbuch

Seite 1 von 3 Gültig ab: 01.04.2014 Ersetzt: 220-07-002m

Vorgehen bei Verdacht auf Ladendiebstahl Grundsatz: Jede Kontrolle, unabhängig vom äusseren Erscheinungsbild des Verdächtigen, ist grundsätzlich als gefährlich zu betrachten. ACHTUNG: Die Kampfbereitschaft eines flüchtenden Täters ist sehr hoch. Die Verfolgung endet daher immer spätestens beim Haupteingang!

8.3.1

Vorgehen bei Verdacht auf Ladendiebstahl. Verdacht festgestellt v o r dem Passieren der Kasse Beobachten Sie ein verdächtiges Verhalten bei einem Kunden, gehen sie wie folgt vor:      

Höflich und bestimmt angehen. ACHTUNG: DISTANZ MIND. 1.5 Meter !!! Seine Beobachtungen mitteilen („ich habe gesehen, dass/wie Sie…“) „Guten Tag, ich bin von SPAR bzw. TopCC. Ich habe gesehen, dass Sie einen Artikel in Ihre Jackentasche gesteckt haben resp. in Ihrer Tasche transportieren“. „Darf ich Sie bitten, dass Sie einen Einkaufskorb benutzen, wenn Sie bei uns einkaufen. Eingesteckte Dinge gehen oft vergessen, wenn es zur Bezahlung geht.“ Führen Sie den Kunden in sicherer Distanz bis zur Kasse damit er seine Einkäufe bezahlt. Bei Kooperation Straffreiheit signalisieren.

Verdacht festgestellt n a c h dem Passieren der Kasse Anhaltung unmittelbar vor oder nach dem Haupteingang (Sicherstellen, dass Tatbestand erfüllt ist) SPAR/TopCC Mitarbeiter nur zu zweit! Wenn Sie alleine sind, aus Personenschutzgründen den Kunden auffordern, die eingesteckte Ware zu bezahlen oder zumindest herauszugeben. Auf keinen Fall alleine zu Vernehmungszwecken in die Hinterräume mitnehmen oder bei Flucht Verfolgung aufnehmen! Beobachten Sie ein verdächtiges Verhalten bei einem Kunden, gehen sie wie folgt vor: • • • • • • •

Höflich und bestimmt angehen. ACHTUNG: DISTANZ MIND. 1.5 Meter !!! Seine Beobachtungen mitteilen („ich habe gesehen, dass/wie Sie…“) „Guten Tag wir sind vom SPAR bzw. TopCC und machen eine Einkaufskontrolle“. „Wir haben gesehen, dass einige Artikel nicht über das Band gelaufen sind.“ „Dürfen wir Sie bitten, meiner Kollegin/meinem Kollegen ins Büro, zur Klärung des Einkaufes zu folgen.“ Sie selbst gehen hinterher. Ihre Kollegin/ Kollege geht vor dem Kunden. Verhältnismässigkeit: Ihre Gesundheit ist immer wichtiger als Geld und Waren! Hinweis: Ein strafbares Verhalten ist zum Beispiel das Einstecken von Artikeln in der Jackentasche, unter der Jacke, Stiefel, Socken oder privaten Einkaufstasche.

8.3.2

Wie begleiten Sie den Kunden ins Büro? 

Seien Sie aufmerksam beim Passieren der Durchgänge. Beispiel: Ergreifen, Angriff oder Bedrohung mit einer Flasche oder einem anderen Gegenstand soll möglichst vermieden werden. Aufmerksamkeit ist dabei die beste Massnahme.

Halten Sie den Verdächtigen im Auge, lassen Sie sich nicht ablenken.

Halten Sie Abstand. (Mind. 1.5m) Keine Berührung des Täters (Eskalationsgefahr)! Spielen Sie nie den Helden. Lassen Sie einen rabiaten Kunden lieber laufen und rufen dafür sofort die Polizei um Hilfe!

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Personalformulare SPAR Gruppe 8.3.3

Dokument Nr. 220-07-002n

Sicherheitshandbuch

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Kontrolle im Büro  

Bei Asylbewerbern immer Polizei beiziehen. Dabei das Wort „Polizei“ nicht aussprechen  Risiko einer Eskalation! Kontrollieren Sie im Büro (keinesfalls im Laden) zwingend zu zweit die Ware und vergleichen Sie diese mit dem Kassenbeleg! Was Sie nicht dürfen: - den Verdächtigen des Diebstahls beschuldigen - den Verdächtigen abtasten - dem Verdächtigen in die Einkaufstasche greifen (der Kunde soll selber auspacken – wenn Sie sich bücken sind Sie sowohl schutzlos als auch nicht mehr in der notwendigen Distanz) Der direkte Zugriff auf die nicht bezahlte Ware ist nach Gesetz immer erlaubt – das bedingt aber, dass man den Diebstahl beobachtet hat, und weiss, wo sich das Deliktsgut befindet.

             8.3.4

Beobachten Sie genau, ob nach Ablegen der Jacke allenfalls ein gefährlicher Gegenstand sichtbar wird! Distanz einhalten! Platzieren Sie ihn strategisch gut, so dass er nicht angreifen kann Ziehen Sie bei Täterinnen oder Kindern als Täter eine Frau hinzu Bei Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren), wenn Polizei nicht beigezogen wird, immer Eltern avisieren Im Zweifel immer die Polizei avisieren Banden nach Möglichkeit sofort trennen (bedingt, noch mehr Personal aufzubieten) Abschliessen einer Raumtüre, um die Flucht zu verhindern, ist gestattet, allerdings muss sich auch Personal in diesem Raum befinden, jedoch kein persönliches Risiko eingehen Generell nie alleine lassen (Flucht, verschwinden lassen von Deliktsgut, Suizid) Fesseln ist nicht erlaubt, nur bei Selbstgefährdung Bei Widerstand ist verhältnismässige Gewaltanwendung gesetzlich gestattet Taschenkontrollen nur mit Einverständnis des Verdächtigen. Der Hinweis, die Polizei beizuziehen, ist bei Ablehnung erlaubt Leibesvisitationen, Durchsuchung eines Fahrzeuges oder gar Hausdurchsuchungen sind nur der Polizei gestattet Es besteht keine Anzeigepflicht

Was passiert mit dem Ladendieb Leitsatz: Nach einem Polizeiaufgebot wird immer auch Anzeige erstattet. Grundsätze für das Beiziehen der Polizei:          

Vom Tatverdächtigen kann kein gültiger Ausweis (s. Anhang am Schluss dieses Dokumentes) vorgelegt werden Der Tatverdächtige zeigt sich uneinsichtig, gar renitent. Beispiel: Er leert nicht freiwillig sämtliche Hosen-, Jacken- und mitgeführten Taschen, Rucksäcke, etc. Der Tatverdächtige unterschreibt das Erklärungsformular nicht und anerkennt damit den Straftatbestand nicht Der Tatverdächtige kann die Umtriebsentschädigung nicht gleich vor Ort bezahlen (bar oder Kreditkarte) und verweigert darüber hinaus, die Unterschrift auf dem ForderungsanerkennungsFormular Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen Asylbewerber (Ausweis N) Der Tatverdächtige ist unter 18jährig. Zudem kann kein Elternteil erreicht werden und/oder der Vater oder die Mutter weigert sich, sogleich vor Ort zu kommen Der Deliktsbetrag ist mehr als CHF 300.- (Offizialdelikt) Wo nötig Formular Hausverbot ausfüllen und aushändigen Forderungsanerkennung (Umtriebsentschädigung) ausfüllen. Erhebungen von Umtriebsentschädigungen sind Sache des Geschäftes und gehen die Untersuchungsbehörden nichts an Notieren Sie sich in besonderen Fällen (Tätlichkeiten, generell schwieriges Verhalten etc.) Einzelheiten über die Tat, Zeiten, Beobachtungen, Standorte, Blickwinkel, genauer Sachverhalt, Spontanaussagen der Täter

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Die Eigensicherung hört erst dann auf, wenn Sie den Täter verabschiedet haben und er das Geschäft verlassen hat. Halten Sie immer den Blick auf seine Augen und Hände. 8.3.5

Falscher Verdacht 

Haben Sie einen Kunden fälschlicherweise verdächtigt, bitten Sie ihn um Entschuldigung.

Erklären Sie ihm, warum Sie ihn verdächtigt haben, wie z.B. seine unübliche Art einzukaufen oder keinen Einkaufswagen zu benützen.

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