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25 Jahre Hilfe für die Ärmsten

SWS

Sieber Ziitig

Sozialwerke Pfarrer Sieber

auffangen – betreuen – weiterhelfen

Nr. 2/2014

Arbeit macht stark Editorial Während rund drei Wochen haben Bewohnerinnen und Bewohner von Brothuuse einen SWS-Versand eingepackt: eine gefaltete Tragtasche, die sichtbar machen sollte, mit wie wenig die uns anvertrauten Menschen durchs Leben kommen. Die Arbeit war anspruchsvoller, als sie aussah. Die Versandeinheiten mussten mit grosser Präzision und Sorgfalt zusammengeführt werden, damit die Umschläge nicht rissen und die fertigen Einheiten den Strapazen des postalischen Weges gewachsen sind. Die Arbeit erforderte grosse Geduld und auch ein gewisses Stehvermögen – der schöne Aufenthaltsraum in Brothuuse war während Tagen vollgestellt mit Kisten, Papierstapeln, Klebstreifen… und die Arbeit schritt zwar stetig, aber eben auch langsam voran. Umso grösser die Freude und der Stolz aller Beteiligten, als der letzte der 10‘000 Umschläge eingepackt war. In den letzten 30 Jahren sind viele solcher Arbeiten verschwunden, in einen geschützten Bereich verschoben oder ins – kostengünstigere – Ausland verlagert worden: Einfache, aber zielführende und sinnhafte Arbeiten, die ausgeführt werden können von Menschen, die sich auf dem Weg zurück in ein geregeltes, selbstbestimmtes Leben befinden. Wir lernen täglich, dass Menschen, denen im Leben noch nicht viel gelingen durfte, an einer guten Arbeit wachsen dürfen. Dass sie Kopf, Herz und Hand neu entdecken. Dass sie sich ein Stück Selbstwert aufbauen können, wo sie einen Dienst leisten, der hilfreich ist und wertvoll – mehr als einfach nur Beschäftigung. Und wir wünschen uns Arbeitgeber, die dieses Potential wieder vermehrt einbeziehen – vielen wäre gedient!

• Christoph Zingg, Gesamtleiter

Arme und Süchtige haben oft kein Selbstwertgefühl. Wir können ihnen helfen, wieder an sich zu glauben. Indem wir ihnen ohne Vorurteile begegnen und sie sinnvoll beschäftigen.

M

eine Arbeit als Bauernknecht begann während des 2. Weltkriegs. Mein Meister gab mir als erstes den Auftrag, mit Besen und Mist­ gabel für einen sauberen Stall zu sorgen. Dazu gehörte auch, mit Soda­ wasser die mit Kuhdreck «verzierten» Schwänze der Kühe zu waschen. Wochenlang tat ich dies – mit und manchmal ohne Lust. Darauf folgten «edlere» Praktikumsphasen: Kühe melken, Gras mähen, dengeln und wetzen, später die Feld­ arbeiten. Ich machte also ein Jahr lang eine geringgeschätzte Arbeit. Aber genau diese «mistige» Arbeit begründete mein Selbstvertrauen. Ich hatte das Gefühl, auch die Kühe seien mit mir zufrieden, und darum begann ich zu jauchzen und zu jodeln. Viele sagen: «Ich habe doch im Leben versagt, ich bin nichts wert.» Ich aber sage: Eine Arbeit, auch wenn sie noch so klein

und unbedeutend zu sein scheint, kann aufrichten. Ohne Arbeit und einer Tagesstruktur mit minimaler Forderung ist jeg­ liche Therapie «für d’Chatz». In der Psychiatrie wird heute betont, dass Patien­ten zur Heilung im Sinne einer RecoveryMethode Wiederherstellung erfahren müssen. Das bedeutet vor allem Zuwendung ohne Rücksicht auf Wesen, Charakter und Eigenarten. Ganz einfach ist die Forderung «Liebe deinen Nächsten». Zuwendung und Erfahrungen in kleinen Werkstattarbeiten schaffen Wunder, bewirken Selbstwertgefühl und fördern die Selbstverantwortung.

richtet dann, wie nach der Auferstehung Petrus die Möglichkeit erhielt, drei Mal auf die Frage Jesu «Hast du mich lieb?» zu antworten: «Ja, ich liebe dich.» Und hernach erhielt er von Jesus die Ordination: «Weide mein Lämmer.» Fehlende Selbstgewissheit und mangelndes Selbstvertrauen sind Defizite in der Gemeinschaft. Das können wir ändern mit Kleinarbeit und Zuwendung im Glauben. Dazu braucht es eine Änderung unserer Haltung. • Ihr Ernst Sieber, Pfarrer

Wie wichtig Selbstgewissheit ist, zeigt die Geschichte des Apostels Petrus: Er verleugnete Jesus, als man ihn fragte, ob er nicht zum Freundeskreis des Verurteilten gehöre. Drei Mal bestritt er seine Jüngerschaft. Das Johannes-Evangelium be-

Die Stube als Verpackungszentrale Brothuuse-Bewohner verpacken im Gemeinschaftsraum der Notwohn­siedlung Post, die für SWS-Spender bestimmt ist. Ein Novum, das allen nützt.

B roth u u se

«Die Arbeit hat mir gut getan», sagt Frank. Dass die 10‘000 Briefe in der vorgegebenen Zeit verpackt werden konnten, ist nicht selbstverständlich.

raum. Umso erfreulicher ist das Resultat der Verpackungsaktion. «Wer sich unnütz und als Verlierer vom Dienst vorkommt, traut sich nichts mehr zu», sagt Arbeitsagoge Kurt Aeschlimann. Es sei daher umso erfreulicher, dass die meisten Mitwirkenden bis zum Schluss Leistung erbracht hätten.

«Ich habe erlebt, dass ich gebraucht werde.»

In der Notwohnsiedlung Brothuuse in Zürich-Affoltern leben Menschen, die noch vor kurzem obdachlos waren und sich selbst keine Chance mehr gaben. In Brothuuse kommen sie zur Ruhe, um dann ihre Wohnfähigkeit sowie ihre Sozial- und Arbeitskompetenzen zu reaktivieren. Ein Unterfangen, das nicht allen gelingt. Und oft erst über einen langen Zeit-

Eine Leistung, die stolz macht. Und die Selbstvertrauen gibt auf dem Weg zurück in die Gesellschaft. Klar, dass die SWS auch künftig einen Teil ihrer Spenderpost in Brothuuse verpacken lassen werden. (arb)


Nemo

Noteinrichtung für obdachlose Jugendliche Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren, die wegen einer akuten Krise Unterschlupf suchen, bietet Nemo eine kurzfristige Rückzugsmöglichkeit. Betreuung und Vermittlung stehen im Vordergrund. Die Hilfesuchenden sind suchtmittelgefährdete oder bereits drogenabhängige junge Menschen, die auf der Strasse leben und damit der Gefahr von Missbrauch und Pro­ stitution ausgesetzt sind. Ziel von Nemo ist es, die akute Lebenssituation zu beruhigen und die beste Anschlusslösung finden.

Im Nemo sorgen die Betreuerinnen dafür, dass sich Jugendliche wie Ramona an der Hausarbeit beteiligen und so in geregelten Strukturen bleiben.

Ruhe, Sicherheit und ein offenes Ohr Ramona* erlebte zu Hause Gewalt und floh auf die Gasse. Im Nemo fand sie wieder Halt. Jetzt hat sie mit der Berufsmittelschule begonnen. Abwärtsspirale Ramona erlebte zu Hause oft Gewalt. Seit Jahren. Ausweichen konnte sie nicht. Im Kiffen suchte sie Ablenkung und Entspannung. Sie litt unter der Situation, ihr Selbstwertgefühl wurde schwächer. Ihre schulischen Leistungen liessen nach. «Ich fühlte mich stets müde und leer», erinnert sie sich. Dennoch konnte sie eine Lehre als Damenschneiderin beginnen und schaffte die Prüfung für die Berufsmittelschule (BMS). Dann aber kam jener verhängnisvolle Apriltag. Nach einem neuerlichen

Gewaltausbruch der Eltern riss Ramona von zu Hause aus. «Ich hielt es nicht mehr aus.» Unterschlupf fand sie zunächst bei einer Kollegin. Lange konnte sie aber nicht bleiben. An eine Rückkehr nach Hause war aber nicht zu denken.

«Ich war verzweifelt und zweifelte an mir selbst.»

S u ne E gge

Atempause

Zum Glück hörte die zutiefst verunsicherte junge Frau von Nemo, der Noteinrichtung für junge Obdachlose. Hier fand die 18-Jährige Ruhe. Hier machte sie fortan ihre Hausaufgaben. Hier fand sie Menschen, denen sie von ihren Nöten und Ängsten berichten konnte.

Zeit für Beziehungspflege

Was salbungsvoll in Leitbildern von Spitälern, Kliniken und Heimen steht, in der Realität aber meist vom ökonomischen Sachzwängen überlagert wird, ist bei Heidy Köchli wie auch dem Sune-Egge gelebte Wirklichkeit. Hier bemühen sich Pflegerinnen und Pfleger, mehr Zeit für die Beziehungspflege zu den Patienten einzusetzen als vielerorts im Schweizer Klinikalltag. «Das war für mich einer

Die Betreuerinnen begannen auch, mit ihr zusammen eine geeignete Wohnmöglichkeit zu suchen. Kein einfaches Unterfangen, gab es doch Beschränkungen, die die Suche erheblich erschwerten: knapp 600 Franken Lehrlingslohn, der auch für Kleider und Essen reichen musste (Unterstützung von den Eltern gab es nicht), und die psychische Fragilität, die ein besonders verlässliches Umfeld benötigte. Nach längerer Suche fand sich endlich ein bezahlbares Zimmer in einer WG. Ramona konnte Nemo verlassen.

Die Sunestube ist unsere Anlaufstelle mitten im Kreis 4. Zugleich ist sie Ausgangsort für unsere Gassenarbeit und Basis für Nemo, unsere Notschlafstelle für junge Obdachlose. Seit Roy Gerber die Leitung der Sunestube vor bald vier Jahren übernommen hat, ist dort vieles anders geworden: Das heutige Lokal ist hell und rauchfrei. Neben individuellen Standort- und Be­ratungsgesprächen werden den Be­ suchern ebenso Musiklektionen und Konzerte geboten sowie Thementage (Frauen, Backen, Basteln etc.).

S u ne s t u be

der wichtigsten Gründe, weshalb ich mit 58 Jahren nochmals eine neue Heraus­ forderung suchte und hier fand», sagt Köchli. Bereut hat sie ihren Wechsel von einer psychiatrischen Klinik in den Sune-Egge keinen Moment. «Ich finde hier jenes Gefüge, das in anderen Spitälern immer weniger existiert. Hier kann ich meine Berufs- und Lebenserfahrung einbringen und zugleich dazu beitragen, dass der Klinikalltag weiterhin von Pflege- und Beziehungsarbeit und nicht von Daten­ erfassung und Administrativpflichten bestimmt wird.» (arb)

«Heute bin ich glücklich», sagt Ramona. «Die WG hat sich als Glücksfall erwiesen. Ich fand bei den Mitbewohnerinnen Verständnis und Rücksichtnahme.» Bald wird sie nun Lehre und BMS abschliessen können. Neulich kam Ramona im Nemo vorbei und brachte aus Dankbarkeit für die Unterstützung einen selbstgemachten Kuchen vorbei. «Ich habe den Betreuerinnen viel zu verdanken. Mit dem Kuchen möchte ich ihnen zeigen, dass ich das weiss und enorm schätze.» *Name geändert

• Walter von Arburg, Leiter Kommunikation

Im Vordergrund stehen die Gäste und das Team Roy Gerber verlässt die Sunestube nach knapp vier Jahren. Mit seiner Arbeit in der Anlaufstelle verbindet er viele tiefe Erfahrungen.

Heidy Köchli sucht auch als Leiterin des Pflegediensts im Sune-Egge so oft es geht den Kontakt mit den Patienten und ihrem Pflegeteam. «Die Patienten und ihre Leiden stehen im Zentrum unseres Handelns», sagt Heidy Köchli. Sie meint das sowohl auf den ganzen Sune-Egge als auch auf sich selbst gemünzt. Diese Verzahnung von insti­ tutionellem und persönlichem Handeln ist typisch für die fröhliche Frau mit dem gewinnenden Lachen.

Menschen, die sie ernst nahmen und ihr Selbstwertgefühl stärkten.

Zukunft

Mehr und mehr hat sich Roy Gerber mit den Ursachen von Süchten befasst. Diesem Thema möchte er sich in seiner künftigen Arbeit verstärkt widmen. Im Gespräch zeigt der Betriebsleiter, was ihn in seiner Sunestube-Zeit am meisten prägte.

Roy, was hast du in deiner Zeit als Betriebsleiter erreicht? Ich ziehe täglich Bilanz. Aber ich frage nie, was ich erreicht habe. Im Vordergrund stehen unsere Gäste und das Team. Zusammen haben wir sehr viel erreicht. Immer haben wir die Vision der SWS vor Augen, dass unser Einsatz inspiriert ist vom Vorbild von Jesus Christus. Das Team lebt das heute in allen Bereichen. Das macht mich glücklich. Was wird dir am meisten fehlen? Am meisten fehlen werden mir die Mitarbeitenden. Gott hat in meinem Bereich ein Traumteam zusammengestellt. Mit diesen wunderbaren Menschen unsere Gäste begleiten zu dürfen, war mir eine grosse Freude und Ehre. (arb)


Handeln statt reden Arbeitslos, obdachlos, hoffnungslos. So sah das Leben von Tuloch aus, bis er in der Anlaufstelle Sunestube jene Unterstützung fand, die ihm neue Hoffnung gab. Tuloch kehrt noch heute gelegentlich in die Sunestube zurück, weil sie für ihn un­trennbar mit der Wende zum Guten in seinem Leben verknüpft und zu einem Stück Heimat geworden ist.

S u ne s t u be

Endlich konnte ich meiner Mutter seelisch beistehen – mein Bruder war inzwischen leider gestorben. Endlich war es mir auch möglich, meine Familie in den USA finan­ ziell zu unterstützen, wenngleich ich am liebsten bei ihr geblieben wäre. Ob und wann das möglich sein wird, weiss ich nicht. Dazu muss ich zuerst eine neue Stelle in den USA finden.

I

ch bin Schweizer und Jamaikaner, bin aber in den USA aufgewachsen. Als sich meine Eltern scheiden liessen, traf mich das zutiefst. Dennoch schien mein Leben auf einem guten Weg zu sein. An der California University East Los Angeles schloss ich eine Ausbildung in «Gang Intervention Training» ab. Als Sozialarbeiter engagierte ich mich darauf bei der Non-Profit-Organisation Cleanslate in Los Angeles. Dort unterstützte ich ehemalige Sträflinge dabei, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Um Anwalt zu werden, studierte ich während drei Jahren kalifornisches Recht. Wie aus heiterem Himmel geriet ich in eine schwere persönliche Krise. Mein Vater verstarb völlig unerwartet. Fast gleichzeitig wurden meine in der Schweiz lebende Mutter hospitalisiert und bei

meinem bei ihr lebenden Bruder eine unheilbare Krankheit diagnostiziert. Ich war schockiert. Ich beschloss schweren Herzens, meine Stelle aufzugeben und vorübergehend in die Schweiz zu ziehen, um meinem Bruder und meiner Mutter nahe zu sein. Von hier aus wollte ich meine in den USA zurückbleibende Familie, die ich über alles liebe, finanziell unterstützen. So kehrte ich an meinen Geburtsort Zürich zurück. Ich kam vom Regen in die Traufe. Weil ich kein Deutsch sprach und in der Schweiz keine Resozialisierungs-Therapeuten von Bandenmitgliedern benötigt wurden, blieb ich arbeitslos, wurde obdachlos und verlor jeden Selbstwert.

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Ich war verzweifelt. Bis Gassenmitarbeitende mich auf die Sunestube aufmerksam machten. Hier fand ich Mitarbeitende, die sich meiner annahmen. Die sich für mich interessierten. Die bei mir Ressourcen sahen und an mich glaubten. Sie ermutigten mich, nicht aufzugeben und Deutsch zu lernen. Sie unterstützten mich bei der Suche nach Arbeit. Sie halfen mir, Bewerbungen zu schreiben und Formulare für Amtsstellen auszufüllen. Ich hatte noch nie so viel Unterstützung erlebt. Ich schöpfte wieder Hoffnung.

«Hier habe ich wahre Freunde gefunden.»

Sorgsam begleitet vom Sunestube-Team, arbeitete ich an mir, um eine selbstbestimmte Zukunft zu haben. Schliesslich fand ich einen Vollzeitjob und ein Zimmer. Ich hatte es geschafft.

Ich liebe die Atmosphäre in der Sunestube. Auch jetzt, wo ich es geschafft habe, Arbeits- und Obdachlosigkeit hinter mir zu lassen, gehe ich dort bisweilen auf Besuch. In der Sunestube habe ich wahre Freunde gefunden. Die Atmosphäre erfüllt mich mit Zuversicht. Ich danke den Sunestube-Mitarbeitern für all die Unterstützung, die sie mir in den vergangenen 17 Monaten gegeben haben. Als ich in die Schweiz kam, schlief ich am Flughafen, in unbewohnten Häusern und auf der Strasse. Ich hatte kein Geld, kein Essen, kein Obdach, keine Arbeit, keine Freunde. Ich sprach weder Deutsch noch Französisch oder Italienisch. Ich konnte keine Formulare lesen und ausfüllen. Ich war wirklich allein. Aber sie haben mich hereingenommen, haben mir zu essen gegeben und haben mich beraten und gefördert. Dank ihnen habe ich einen Vollzeitjob und eine Wohnung gefunden. In der Sunestube wird wirklich etwas getan, nicht nur ge­ redet. Danke!»

• aufgezeichnet von Walter von Arburg

«Pfarrer Ernst Sieber ist mir schon lange als Gassenpfarrer ein Begriff. Mich beeindruckt, wie unkompliziert und direkt gearbeitet wird. Zuerst gehandelt und dann verhandelt. Auf Problemstellungen folgen pragmatische Lösungen, ohne langes Hin und Her. Handeln, wo Hilfe nötig ist. Im Geist fühle ich mich dieser Haltung sehr verbunden. Ihr setzt christliche Werte um. Lebt Nächstenliebe. Das hat auch politische Auswirkungen. Pfarrer Sieber versuchte, Eskalationen zu vermeiden, und stellte sich zwischen die Fronten. Das ist auch heute noch wichtig. Unkonven­ tionell zur Tat schreiten.»

Peter Keller, dipl. Architekt ETH/SIA, Raumplaner NDS ETH/FSU

Schreiben Sie uns! Wir freuen uns über jede Zuschrift. Sie ist uns Motivation und Ansporn.


Im Gespräch mit Evelyne Binsack

B e n ef i z konzert

wn Jazzband mit der Old Riverto S zugunsten der SW 20 Uhr Samstag, 24. Mai, nsdorf Im Zentrum, Rege Mövenpick-Hotel,

Was treibt Sie an, immer wieder an physische und psychische Grenzen zu gehen? Als junge Alpinistin trieb mich vor allem die Freude an der eigenen Leistung an. Heute hat sich der Grund zur Leistung verändert: Es ist eine innere Neugier, die Fragen aufwirft und um diese zu beantworten, bin ich schon bereit, bis «ans Ende der Welt» zu gehen.

Was gehen die Gesellschaft jene Menschen an, die den steigenden An­forderungen nicht gewachsen sind? Kürzlich hatte ich eine Diskussion. Darin stand ich zur Meinung, dass der Wettkampf als Triebfeder der Wirtschaft unmenschlich sei. Der kalte Wind, der mir Sehen Sie Parallelen zwischen sich und nach dieser Aussage entgegen blies, war Ernst Sieber? für mich schockierend. Der Wettkampf ist Ernst Siebers Antrieb ist das Wohlergehen eine Spielform, keine Wirtschaftsform! der Schwachen. Er kann seine PersönlichWelchen gesellschaftlichen Wert keit dieser Aufgabe weitgehend unter­ hat die Arbeit der SWS? ordnen. Meine Persönlichkeit braucht Ich hoffe, dass mitfühlen, mitdenken, mitNaturerlebnisse, die Wildnis, die Härte teilen und mithelfen nicht nur im Rahund das Wohlsein inmitten der Natur. Ich men der SWS gelebt werden. Sondern ihn würde mich also nicht auf die Stufe eines sprengen. Jeder Mensch soll lernen, das Ernst Siebers heben wollen. Feingespür für Mithilfe und Unterstützung Wann und in welchem Zusammenhang zu entwickeln – und zwar über die engen hörten Sie erstmals von unserer Arbeit? Grenzen von Familie und Freundeskreis Natürlich erfuhr ich über Presse, Radio hinaus. und TV von der Arbeit der Sozialwerke • Evelyne Binsack (*1967) ist Alpinistin, Helikopterpilotin und Abenteurerin. Pfarrer Sieber. Pfarrer Sieber konnte ich Sie lebt in Innertkirchen. noch nicht persönlich kennenlernen.

e Eintritt frei, Kollekt

Abonnieren Sie unseren Newsletter Mit unserem neuen elektronischen Newsletter sind Sie stets über die Entwicklung unserer Arbeit informiert. Dieser erscheint vierteljährlich. Kurzweilig und spannend gibt er Einblick in unseren Alltag. In jedem Newsletter finden Sie die persönliche Geschichte eines Betreuten und Neuigkeiten aus unseren Betrieben. Erleben Sie unseren Gesamtleiter Christoph Zingg auf Video. Er wird jeweils zu Aktualitäten Stellung nehmen, Heraus­forderungen erläutern und mit Ihnen «Gfreuts» teilen. Anmelden können Sie sich unter swsieber.ch

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Organisation der Stiftung Sozialwerke Pfarrer Ernst Sieber (SWS)

Bestelltalon Bitte ausschneiden und senden an: Sozialwerke Pfarrer Sieber, Hohlstrasse 192, 8004 Zürich, oder mailen an: info@swsieber.ch, Stichwort «Bestellung»

Bitte senden Sie mir __ Jahresbericht 2013 (ab Juni 2014) __ Jahresrechnung 2013 (ab Juni 2014) __ Testamentsratgeber __ Informationen zu grossen Projekten __ Exemplare Sieber Ziitig __ __

Doppel-Kunstkarten à Fr. 15.– (10 Ex.) * zuzügl. Fr. 3.– Porto und Verpackung Einfach-Kunstdrucke à Fr. 5.– (2 x 5 Ex.) * zuzügl. Fr. 3.– Porto und Verpackung

* Ölbilder/Aquarelle von Pfr. Ernst Sieber

Meine Adresse und Telefonnummer

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Broschüre Brot-Egge «begegnen» Broschüre Gassentierarzt «behandeln» Broschüre Sunedörfli und AWB «eingliedern» Broschüre Sune-Egge «pflegen» Broschüre Sunestube «vermitteln» Broschüre Nemo «schützen» Broschüre Ur-Dörfli «betreuen»

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CD «live us de Sunestube» von Marcel Buergi à Fr. 24.80 zuzügl. Versandkosten DVD «Der steile Weg zurück ins Leben» Portrait der SWS, Unkostenbeitrag

Geschäftsstelle Hohlstrasse 192, 8004 Zürich 043 336 50 80 info@swsieber.ch kommunikation@swsieber.ch www.swsieber.ch Gesamtleitung Christoph Zingg Stiftungsrat Marlies Petrig, Co-Präsidentin Prof. Dr. theol. Thomas Schlag, Co-Präsident Stefan Elsener Regina Gabriel Cantieni lic. iur. Vanessa Ölz Ehrenpräsident Dr. h. c. Pfarrer Ernst Sieber Revisionsstelle BDO AG, Zürich

Impressum

Betriebe Anlaufstelle Sunestube und Noteinrichtung für obdachlose Jugendliche Nemo Militärstrasse 118, 8004 Zürich

Sieber Ziitig Nr. 42 Mai 2014 Erscheint 4 x jährlich Jahresabo Fr. 5.–

Auffangeinrichtung Brot-Egge Seebacherstrasse 60, 8052 Zürich

Redaktion Walter von Arburg, Christoph Zingg, Elena Philipp

Suchthilfeeinrichtung Ur-Dörfli Bahnhofstrasse 18, 8330 Pfäffikon Fachspital für Abhängigkeitserkrankungen und Sozialmedizin Sune-Egge Konradstrasse 62, 8005 Zürich Rehabilitationszentrum Sunedörfli Postfach 36, 8816 Hirzel Diakonische Dienste Hohlstrasse 192, 8004 Zürich

Gestaltung Claudia Wehrli, Winterthur Druck Spühler Druck, Rüti Herausgeberin Stiftung Sozialwerke Pfarrer Ernst Sieber PC-Konto: 80-40115-7 Platzhalter FSC-Logo

Sieber Ziitig 02/2014  

Wir freuen uns, Ihnen in der aktuellen Ausgabe unserer Sieber Ziitig Menschen vorzustellen, die ihren Weg zurück in ein geregeltes (Arbeits-...

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