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SoVD

n i z a Mag

Herausgegeben vom Sozialverband Deutschland

05 2014

Von der Arbeit leben kรถnnen Der Mindestlohn kommt


Über uns

–2–

Eine starke Gemeinschaft Der Sozialverband Deutschland (SoVD)

Sozialstaat ist ein wichtiges Auffangnetz

vertritt die Interessen der Rentner, der Pati-

für die Menschen – das zeigt sich gerade

enten und gesetzlich Krankenversicherten

in der jetzigen Wirtschaftskrise. Uns geht

sowie der pflegebedürftigen und behin-

es auch um Chancengleichheit, zum Bei-

derten Menschen. Wir setzen uns für Ihre

spiel um die Bildung und Ausbildung, die

Rechte ein und bieten unseren

unsere Gesellschaft behinder-

Mitgliedern Beratungsstellen in

ten und benachteiligten Kindern

ganz Deutschland. Dort erhalten

und Jugendlichen bietet.

sie Hilfe bei Fragen zur gesetz-

Der SoVD ist eine starke Ge-

lichen Kranken-, Renten- und

meinschaft mit rund 540  000

Pflegeversicherung oder in behinderten-

Mitgliedern. Bei uns können Sie sich en-

rechtlichen Dingen. Soziale Gerechtigkeit

gagieren und mit anderen gemeinsam

steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir

aktiv werden. Einer von über 3000 Orts-

setzen uns für den Ausbau und den Erhalt

verbänden befindet sich bestimmt auch in

der sozialen Sicherungssysteme ein. Der

Ihrer Nähe.

Die bundesweit über 540 000 Mitglieder des SoVD bilden eine starke Gemeinschaft.


–3–

Inhalt

Wahlprüfsteine zur Europawahl Antworten der Kandidaten und Kandidatinnen für das 8. Europäische Parlament Seite 10 – 19

Von der Arbeit leben können

Neuer Ansatz

Titelthema:

Gründungsveranstaltung des

Der Mindestlohn kommt – SoVD begrüßt

Verbands-Versicherungs-Service VVS

Vorschläge und kritisiert Ausnahmen

– Antwort auf Mitgliederwünsche

Seite 4 – 7

Seite 24 – 25

Ohne Angst verschieden sein SoVD-Bundesverband eröffnet in der Berliner Bundesgeschäftsstelle eine Inklusionsausstellung Seite 28 – 29

Bessere Hilfen bei Demenz

Mehr Zeit für die Familie

Neues Begutachtungsverfahren soll vor

SoVD bewertet Eckpunkte für ein

Einführung zunächst getestet werden

neues ElterngeldPlus

Seite 8 – 9

Durchstarten! Anmelden und Mitmachen beim ersten SoVD-Inklusionslauf Seite 20 – 23

Seite 28 – 29


Titelthema

–4– Der Mindestlohn kommt

Von der Arbeit leben können Nach dem Rentenpaket hat Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles das zweite Großprojekt vorgestellt. Seit einigen Wochen liegen ihre Vorschläge zum Mindestlohn auf dem Tisch. Der Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro soll zum 1. Januar 2015 branchenübergreifend in Kraft treten. Geplant ist, dass das Gesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet wird. Allerdings soll es Ausnahmen geben für Langzeitarbeitslose, Jugendliche unter 18 Jahren und bei noch gültigen Tarifverträgen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD), der schon lange für einen flächendeckenden, branchenübergreifenden Mindestlohn eintritt, wertet das Mindestlohngesetz als großen sozialpolitischen Erfolg, kritisiert jedoch die vorgesehenen Ausnahmeregelungen. „Seit vielen Jahren betrachtet unser Ver-

Menschen verbessern und ist deshalb aus-

band die massive Ausdehnung des Nied-

drücklich zu begrüßen.“

riglohnsektors und der prekären Beschäfsagt SoVD-Präsident Adolf Bauer. „Nied-

Mindestlohngesetz nicht unterlaufen

rigeinkommen und geringfügige Beschäf-

In einer entsprechenden Stellungnahme

tigung sind maßgebliche Ursachen für

hat der SoVD zu den vorgeschlagenen

Armut bei Arbeit und Armut im Alter. Die

Gesetzesregelungen Position bezogen.

vorgesehene Einführung eines flächende-

Neben der ausdrücklichen Begrüßung

ckenden gesetzlichen Mindestlohns wird

des Referentenentwurfs als „einen wich-

die Entgelt- und Lebenssituation vieler

tigen Schritt zur Wiederherstellung der

tigung in Deutschland mit großer Sorge“,


–5–

Titelthema

Foto: Bernd Wüsteneck / picture alliance

Die Einstiegslöhne in Bäckereien und deren Filialen gehören zu den niedrigsten Einkommen in der Wirtschaft. Der Mindestlohn soll das ändern.

Ordnung auf dem Arbeitsmarkt“ und zur

noch geltenden Tarifverträge. Wenn näm-

Vermeidung von Altersarmut, fordert der

lich darin ein geringer Lohn festgeschrie-

Verband jedoch weitergehende Schritte

ben wurde, so findet der Mindestlohn in

zur Verbesserung der Situation für Men-

den nächsten Jahren keine Anwendung.

schen, die für Niedriglöhne arbeiten müs-

Dies trifft zum Beispiel Arbeitnehmerinnen

sen oder prekär beschäftigt sind.

und Arbeitnehmer aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch anderen

Mindestlöhne ohne Einschränkung

Branchen, in denen ebenso körperlich

So kritisiert der SoVD, dass die vorgeschla-

rigsten Löhnen verrichtet werden, so etwa

genen Mindestlohnregelungen grundsätz-

im Bereich landwirtschaftlicher Hilfstätig-

lich bis zum Jahr 2017 unterlaufen wer-

keiten oder auf dem Gebiet von Wach-

den können – und zwar durch die derzeit

und Schließdienstleistungen.

sehr anstrengende Tätigkeiten zu nied-


Titelthema

–6–

Langzeitarbeitslose nicht ausnehmen Auch Langzeitarbeitslose sollen nach den aktuellen Gesetzesvorschlägen – zeitlich begrenzt – von der Mindestlohnregelung ausgegrenzt werden. So sollen Hartz-IVEmpfänger bei der Annahme eines Jobs in den ersten sechs Monaten von der gesetzlichen Lohnuntergrenze ausgenommen sein. Und als langzeitarbeitslos gilt bereits, wer mehr als ein Jahr erwerbslos ist. Dazu sagt SoVD-Präsident Adolf Bauer: „Von einem flächendeckenden Min-

Ausnahmen vom gesetzlich verbindlichen Mindestlohn sind darüber hinaus für Jugendliche unter 18 Jahren sowie für Praktikanten in Berufsvorbereitung vorgesehen.

Unter 18-Jährige einbeziehen Aus SoVD-Sicht greift jedoch das damit einhergehende Argument, junge Menschen würden durch einen mit dem Mindestlohn vergüteten Job von einer weniger gut bezahlten Ausbildung abgehalten, zu kurz. Denn schon heute können Jugend-

destlohn kann nicht die Rede sein, wenn Langzeitarbeitslose das Nachsehen haben. Der Verdacht drängt sich auf, dass über diesen Weg auch künftig eine Niedriglohn-Einsatzreserve verfügbar bleiben soll. Auch für Langzeitarbeitslose muss der Grundsatz eines gleichen Lohns für gleiche Arbeit gelten.“ Der SoVD-Präsident befürchtet zudem, dass die Ausnahmeregelung falsche Anreize für Arbeitgeber setzen könnte: „Arbeitgeber könnten den Mindestlohn dauerhaft umgehen, indem sie Arbeitsplätze immer nur kurzfristig, also längstens für ein halbes Jahr mit Langzeitarbeitslosen besetzen.“

Weiter malochen für ein paar Euros oder endli gungen, die allenfalls das Existenzminimum sic


–7–

Titelthema

liche in aller Regel – kurzfristig gesehen

mer noch arbeiten doppelt so viele weib-

– mehr Geld verdienen, wenn sie Tätig-

liche Beschäftigte in prekären Beschäf-

keiten ohne Ausbildung ausüben als wäh-

tigungsverhältnissen als ihre männlichen

rend ihrer Lehrzeit.

Kollegen.

Nach Einschätzung des Verbandes würde

Der Mindestlohn kann somit auch maß-

ein niedriger Mindestlohn für Jugendliche

geblich dazu beitragen, die Entgeltlücke

außerdem über längere Sicht die Gefahr

zwischen Frauen und Männern endlich zu

mit sich bringen, dass ältere durch jünge-

schließen. Für dieses Ziel macht sich der

re Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen

SoVD seit vielen Jahren mit Nachdruck

vom Arbeitsmarkt verdrängt würden.

stark – zuletzt erneut am Equal Pay Day

Der SoVD begrüßt indessen sehr, dass

mit bundesweit über 100 Aktionen und

inbesondere weibliche Beschäftigte vom

einer Großkundgebung am Brandenbur-

Mindestlohn profitieren werden. Denn im-

ger Tor.

veo

Foto: Cooper / fotolia

ich Mindestlöhne? Taxifahrer und Taxifahrerinnen arbeiten seit Jahrzehnten unter Bedinchern.


Sozialpolitik

–8–

Neues Begutachtungsverfahren wird getestet

Bessere Hilfen für Menschen mit Demenz Seit mittlerweile zehn Jahren wird darüber diskutiert, wie Menschen mit einer demenziellen Erkrankung von Leistungen der Pflegeversicherung profitieren können. Damit dies möglich ist, muss endlich ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff umgesetzt werden, der nicht mehr nur körperliche Leiden berücksichtigt. Ein entsprechendes System zur Begutachtung, das auch Defizite aufgrund einer Demenzerkrankung erfasst, soll jetzt getestet werden. Die Pflegeversicherung wurde 1995 ein-

seit Jahren über eine neue Formulierung

geführt. Durch sie soll das Risiko einer ein-

dieser Kriterien diskutiert. Bereits im Juni

tretenden Pflegebedürftigkeit abgesichert

2013 legte ein vom Bundesgesundheits-

werden. Wer einen Antrag auf Leistun-

ministerium eingesetzter Expertenbeirat

gen stellt, wird zunächst durch den Me-

Vorschläge zur Ausgestaltung eines neuen

dizinischen Dienst der Krankenversiche-

Pflegebedürftigkeitsbegriffes vor. Fast ein

rung (MDK) begutachtet. Bisher wird zur

Jahr später soll nun mit der Umsetzung

Feststellung des Pflegebedarfs hierbei vor

begonnen werden.

allem auf körperliche Defizite geschaut.

Ein entsprechend angepasstes System

Menschen mit einer demenziellen Erkran-

der Begutachtung pflegebedürftiger Men-

kung und deren Angehörige sind dagegen

schen wird jedoch zunächst erst einmal

in ihrem Alltag sehr stark mit geistigen De-

getestet. Diese Erprobungsphase im am-

fiziten konfrontiert. Nach der aktuell gel-

bulanten und stationären Bereich soll bis

tenden Definition gelten sie daher bisher

Jahresende abgeschlossen sein. Ziel ist

nicht in dem gleichen Maße als pflegebe-

es, auf diese Weise einen reibungslosen

dürftig. Aus diesem Grund wird bereits

Ablauf sicherzustellen sowie die Höhe der


–9–

Sozialpolitik Leistungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Aufwand zu ermitteln. Mit einer bundesweiten Einführung des neuen Systems rechnet Bundesgesundheitsminister

Her-

mann Gröhe (CDU) allerdings erst im Jahr 2017.

SoVD kritiert späte Umsetzung Sozialverbände kritisierten vor diesem Hintergrund die späte Umsetzung und forderten, den Betroffenen so schnell wie möglich zu helfen. Auch der SoVD beteiligt sich seit Jahren an der Diskussion um einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff. Der Verband fordert unter anderem, die Betreuung zu einer Regelleistung der Pflegeversicherung zu machen. In Deutschland erhalten derzeit rund zweieinhalb Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Zwei Drittel davon werden von Angehörigen oder Freunden zu Hause versorgt. Für sie wäre eine Foto: Wissmann Design / fotolia

Umsetzung der SoVD-Forderung

Menschen, die an Demenz erkrankt sind, gelten eine wichtige Entlastung. nach den bisherigen Kriterien nicht unbedingt als pflegebedürftig.


Sozialpolitik

– 10 –

Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten

Wahlprüfsteine des SoVD zur Europawahl In der April-Ausgabe stellten wir Ihnen die Wahlprüfsteine des SoVD an die Kandidaten und Kandidatinnen für das 8. Europäische Parlament vor. Die Fragen zu wichtigen sozialpolitischen Themen wurden zeitgleich an alle größeren Parteien geschickt. Die entsprechenden Antworten drucken wir nachfolgend in Auszügen ab. Da die Positionen der Parteien umfangreich ausfielen, ist der Abdruck auf einzelne Zitate als Kernaussagen beschränkt. Der SoVD verhält sich parteipolitisch neutral und gibt keine Empfehlung zur Wahl ab. Die Darstellung der unterschiedlichen Positionen soll dazu dienen, eine Orientierung für die Wahlentscheidung zu geben. Wenn Sie die Wahlprüfsteine des SoVD sowie die Antworten in voller Länge lesen möchten, besuchen Sie das Wahlportal des SoVD unter www.sovd.de/europawahl.

Arbeitsmarkt und Jugend Die Arbeitslosigkeit hat in vielen EU-Mitgliedstaaten einen neuen Höchststand erreicht. Über fünf Millionen junge Menschen in der EU sind ohne Job. Der SoVD fragte nach beschäftigungspolitischen Initiativen.

„Wir sagen ja zur Freizügigkeit in Europa.(...) Konkret wollen wir die Vermittlung von Arbeitskräften und Arbeitsplätzen erleichtern.(...) Während Deutschland die geringte Jugendarbeitslosigkeit in der EU hat, haben gerade


– 11 –

Sozialpolitik

Jugendliche in Krisenländern derzeit

ternehmen eingesetzt und dafür gekämpft,

wenig Chancen auf einen Job. Wir

dass auch die berufliche Aus- und Weiter-

wollen deshalb die von uns auf den

bildung förderwürdig im Sinne des ESF ist.“

Weg gebrachte EU-Jugendoffensive fortführen und ausbauen.“

„Die LINKE setzt sich für ein Zukunftsprogramm gegen Erwerbslo-

„Die zentrale Beschäftigungsinitiative ist für uns eine nachhaltige Industrie- und Wirtschaftspolitik. (...) Zum Konzept guter Arbeit (...) muss das Prinzip gleicher Lohn- und Arbeitsbedingungen für gleiche Arbeit am gleichen Ort endlich für alle Arbeitsverhältnisse in Europa umgesetzt werden. (...) Langfristig kann Jugendarbeitslosigkeit nur durch strukturelle Reformen der Arbeitsmärkte und Bildungs-

sigkeit ein, mit dem öffentliche Investitionen gefördert werden. So wird der sozialökologische Umbau der Wirtschaft befördert, die soziale Infrastruktur ausgebaut und insbesondere mit dem Ausbau der öffentlichen Daseinsvorsorge Beschäftigung geschaffen. Eine Koordinierung der Lohn- und Steuerpolitik durch solidarische Regeln in der Eurozone soll zudem Ungleichgewichte vermeiden.“

systeme sowie durch gezielte Investitionen in diesen Bereichen bekämpft werden.“

„Auf EU-Ebene gibt es bereits eine Reihe von Programmen zur

„Förderinstrumente wie der Europäische Sozialfonds (ESF) können helfen. (...) Dabei werden die Mitgliedstaaten nicht umhin kommen, auch strukturelle Reformen vorzunehmen. (...) Bei der Neuauflage der EU-Förderprogramme hat sich die FDP insbesondere für die Förderung kleiner und mittelständischer Un-

Förderung von Beschäftigung und guter Arbeit. Um die Mittel möglichst effektiv zu nutzen und Überschneidungen zu vermeiden, fordern wir die bessere Durchsetzung von bestehenden Programmen. Initiativen zur grenzüberschreitenden Mobilität oder zur Verbesserung der Studiumsfinanzierung sind wichtige Startpunkte für die Verbesserung des Arbeitsmarktes.“


Sozialpolitik

– 12 –


– 13 –

Sozialpolitik

Gleichbehandlung von Frauen „Frauen sind in FührungsDie Gleichbehandlung der Ge-

gremien immer noch deutlich unterre-

schlechter stellt eines der grundle-

präsentiert. Um dies zu ändern, setzen

genden demokratischen Prinzipi-

Liberale auf Aufklärung und auf die

en dar. Dennoch werden Frauen

Freiwilligkeit der Unternehmen.“

in vielen Bereichen benachteiligt. Der SoVD stellte Fragen zur Ent-

„GErade in höheren

geltgleichheit sowie zu Maßnah-

Lohngruppen müssen Frauen stärker ver-

men zur Verhinderung von Ge-

treten sein. (...) Die LINKE fordert eine Min-

walt gegen Frauen.

destquotierung aller politischen Mandate und öffentlichen Ämter sowie Vorstandsund Aufsichtsratsposten in der privaten

„Die CDU / CSU akzeptiert

Wirtschaft von 50 Prozent.“

nicht die bestehende Lohndifferenz. (...) Ziel muss sein, u. a. die Arbeit in der Pflege, Betreuung und frühkindlicher Bildung weiter

„Auf Initiative der Grünen

aufzuwerten. (...) Wir werden Geschlech-

hat das Europäische Parlament detaillierte

terquoten in Vorständen und Aufsichtsräten

und klare Empfehlungen an die Europäi-

gesetzlich einführen.“

sche Kommission zur Anwendung des Grundsatzes des gleichen Entgelts für Männer und Frauen bei gelicher oder gelich-

„Die SPD unterstützt die Forde-

wertiger Arbeit verabschiedet. (...)

rung nach mehr Transparenz in Unterneh-

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bleibt für

men, so dass die vorhandenen Lohnlücken

die Grünen ein prioritäres Thema und wird

aufgedeckt und geschlossen werden kön-

es auch in der kommenden Legislaturperi-

nen. (...) Sie unterstützt eine rechtsverbindli-

ode bleiben.“

che Frauenquote.“


Sozialpolitik

– 14 –

Gesundheit und Pflege Die Gesundheits- und Pflegepolitik liegt zu Recht weitgehend in der Verantwortung der Nationalstaaten.

Dennoch

kann

auch auf europäischer Ebene einiges getan werden, um für alle Patientinnen und Patienten, Pflegebedürftigen und Pflegenden eine bedarfsgerechte Versorgung und würdevolle Pflege zu gewährleisten. Der SoVD befragte die Parteien zu ihren Ansätzen.

„Wettbewerb im Gesundheitswesen nützt den Versicherten und Patienten. (...) Der Wettbewerbsgedanke muss gestärkt werden. (...) Die Zuständigkeit und Verantwortung für die Organisation im Gesundheitswesen liegt allein bei den Mitgliedstaaten. Die europäischen Institutionen sind aber verpflichtet, bei allen Maßnahmen ein hohes Gesundheitsschutzniveau sicherzustellen.“

„Die Europäische Union kann keinen Einfluss auf die nationalen Sicherungssysteme ausüben, da die Organisation und Finanzierung der Gesundheitssysteme ausschließlich in der Kompetenz der Mitgliedstaaten liegen. (...) Durch eine veränderte und verbesserte Ausbildung des Pflegepersonals sowie durch die Unterstützung des Ausbaus von Pflegestützpunkten und Infrastruktur in allen europäischen Ländern im Rahmen eines Gesamtkonzeptes Pflege, schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung gepflegt werden.“

„Wir wollen den Charakter der GKV als öffentlich-rechtliche Körperschaft beibehalten. (...) Aber auch hier braucht es Wettbewerb – zum Wohle der Beitragszahler und Patienten. (...) Daher braucht es (...) eine fusions- und vereinigungsrechtliche Kontrolle.“ „Die Anwendung von Wettbewerbsmechanismen im Gesundheitswesen begünstigt die Privatisierung,


– 15 –

Sozialpolitik

rem nach Maßnahmen zur VorDeregulierung und Ökonomisierung

gabe EU-weiter Standards zur

des Leistungsgeschehens sowie eine Ver-

Barrierefreiheit. Im Zentrum der

schlechterung der Arbeitsbedingungen

Fragen stand zudem die vollstän-

für die Beschäftigten. Deshalb sieht es die

dige Teilhabe am Arbeitsmarkt.

LINKE als zentrale Aufgabe an, die Anwendung des Wettbewerbsrechts auf Gesundheitsleistungen zurückzudrängen.“

„Nötig ist eine Sensibilisierung der Arbeitswelt für die Belange behinderter Menschen. (...) Allein zusätzliche finanzi-

„Wir wollen die GKV als

elle Mittel oder neue Eingliederungsinstru-

öffentlich-rechtliche Körperschaft erhalten.

mente wären nicht zielführend.“ (...) Auf-

Wir sehen keine Notwendigkeit, das Wett-

grund der großen Bedeutung der Barriere-

bewerbsrecht auf die Beziehung zwischen

freiheit für Menschen mit Behinderung be-

den Krankenkassen auszuweiten.

fürwortet die CDU, dass das Kriterium der

(...) Pflege ist Zuständigkeit der Mitglied-

Barrierefreiheit im europäischen Vergabe-

staaten; das ist auch richtig so, denn die

recht nach Prüfung der Folgenabschätzung

Art und Weise wie Pflege gestaltet wird,

und unter Einhaltung des Subsidiaritäts-

orientiert sich an den Menschen und sollte

grundsatzes verbindlich vorgeschrieben

daher ,dicht am Menschen‘ gestaltet wer-

und bei künftigen Ausschreibungen zu be-

den.“

achten ist.“

Menschen mit Behinderung

„Es ist unsere Aufgabe, Barrieren in allen Lebensbereichen abzubau-

Menschen mit Behinderung sind

en und die Bedürfnisse von Menschen mit

von sozialer Benachteiligung und

Behinderung bei der Erstellung aller Ge-

Ausgrenzung besonders betrof-

setzesvorlagen zu berücksichtigen. (...)

fen. Der SoVD fragte unter ande-


Sozialpolitik

– 16 –

Bildung ist der Schlüssel zu einer erfolg-

Recht auf Selbstbestimmung

reichen Teilnahme am Arbeitsmarkt. Wir

in ganz Europa, genau wie

setzen insbesondere auf die Förderung

nichtbehinderte Menschen. Wir möchten

von inklusiver Bildung ab der frühesten

das Recht auf selbstbestimmte Teilhabe in

Kindheit. Gleichzeitig gilt es, Erwachsene

einer Sozialcharta verankern, die für alle

in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Mitgliedstaaten verbindlich ist.“

„Die FDP will mehr als Antidiskriminierungsgesetzge-

Alterssicherung und Steuerpolitik

bung. (...) Was wir brauchen ist eine Veränderung des Bewusstseins.“ (...)

Auch die Ausgestaltung der nati-

Grundsätzlich ist die Umsetzung von

onalen Alterssicherungssysteme

Maßnahmen für die Schaffung von Bar-

ist originäre Aufgabe der Mit-

rierefreiheit im Baubereich Angelegenheit

gliedstaaten. Der SoVD befragte

der Mitgliedsländern.“

die Parteien unter anderem nach ihren Positionen bei Koordinie-

„Im Antrag ,Gute Arbeit

rungsbemühungen. Zudem frag-

für Menschen mit Behinderung‘ fordert die

te der Verband nach möglichen

LINKE auf Bundesebene, was auch für eu-

Maßnahmen zur Verhinderung

ropäische Initiativen gilt: Die Schaffung

weiterer Einschnitte in die natio-

von Rahmenbedingungen für einen inklu-

nalen sozialen Sicherungssyste-

siven Arbeitsmarkt.“ (...) EU-weit verbind-

me infolge des Fiskalpaktes.

liche Vorgaben und Standards sollen in verbindlichen Zeitplänen umgesetzt werden. Dafür fordert die LINKE Sonderinvestitionsprogramme.

“Wir setzen uns dafür ein, dass auch künftig allein die Mitgliedstaaten für

„Menschen mit Behinderung haben das

die Gestaltung der Renten- und Pensions-


– 17 –

Sozialpolitik

systeme zuständig sind.“ (...) Hierbei ist

auch in Zukunft im Wesentlichen Aufgabe

jedoch eine einfache, unbürokratische

der Mitgliedstaaten sein. Allerdings sehen

Übertragbarkeit der Ansprüche zu gewähr-

wir es durchaus als Aufgabe einer koordi-

leisten.“

nierten Sozialpolitik an, soziale Mindeststandards zu setzen. Diese müssen sich an den Lebensverhältnissen der jeweiligen Mit„Wir werden nicht zulassen,

gliedsstaaten orientieren.“

dass die Kommission oder Rat über den Umweg anderer Politikfelder

„Wenn in Zukunft die eu-

Eingriffe in die sozialen Sicherungssyste-

ropäische Ebene stärker

me vornehmen. (...) Grundsätzlich ist die

bei der haushalts- und Wirtschaftspolitik

offene Debatte darüber, wie in Europa für

mitspricht und wir bei steuerpolitischen

mehr als 500 Millionen Bürgerinnen und

Fragen enger zusammenarbeiten wol-

Bürger langfristig das Sozialsystem gesi-

len, dann müssen auch grundlegende

chert werden kann, positiv zu bewerten.“

soziale Fragen europäisch diskutiert werden – ohne alles zu vereinheitlichen.

„Welche Auswirkungen die

Wir brauchen eine breite Diskussion da-

Schuldenpolitik einzelner Mit-

rüber, welche gemeinsamen Ziele wir

gliedstaaten auf den gesamteuropäischen

für die soziale Absicherung in Europa

Wirtschaftsraum haben, hat die Wirt-

sehen und wie die Zuunft der Sozialsys-

schafts- und Finanzkrise deutlich gemacht.

teme in einem zusammenwachsenden

Im Interesse eines stabilen Euros sollte allen

Solidarität und Zusammenhalt müssen

Mitgliedstaaten daran gelegen sein, ihre

neu gedacht werden; es geht nicht nur

Wirtschafts- und Sozialpolitik mehr aufei-

um Solidarität mit den Benachteiligten

nander abzustimmen.“

der ,eigenen‘ Gesellschaft, sondern um gegenseitige Verantwortung für die

„Die Ausgestaltung der nationalen Alterssicherungssysteme sollte

Schwächsten überall in Europa.“


Sozialpolitik

– 18 –

Bitte nutzen Sie Ihr Wahlrecht! Die Europäische Union verbindet Menschen und baut Brücken, nicht nur zwischen Märkten, sondern auch Kulturen. Europa ist wichtig für den Frieden und der Frieden ist wichtig für Europa. Sie sind untrennbar miteinander verbunden. Gerade in diesem Jahr, in dem wir des Beginns des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren und des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren gedenken, müssen wir uns daran erinnern, dass Frieden und Zusammenhalt in Europa nicht selbstverständlich sind. Es ist unsere Pflicht als Verband, der als Kriegsopferverband gegründet wurde, die Erinnerung an die Leiden, die mit Gewaltherrschaften und solchen Katastrophen verbunden sind, wach zu halten. Daher ist es umso wichtiger, das eigene aktive Wahlrecht zu nutzen und über die Zukunft Europas mitzuentscheiden. Wir müssen weiter an den Brücken bauen, die Frieden und Demokratie in Europa sichern und die soziale Sicherheit der Menschen verbessern. Setzen Sie mit Ihrer Stimme ein klares Signal für ein friedliches und demokratisches Europa! Adolf Bauer SoVD-Präsident


– 19 –

Sozialpolitik


Aus dem Verband

– 20 –

Auch das Planungsteam des ersten SoVD-Inklusionslaufes macht sich fit für die Veranstalt

SoVD: Abschaffung der Abschläge bei den Renten

Durchstarten beim SoVD-Inklusionslauf Die Vorbereitungen für den ersten SoVD-Inklusionslauf sind bereits im vollen Gange: Am 28. Juni findet die bundesweit angelegte Initiativveranstaltung auf dem riesigen Gelände des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof, dem Tempelhofer Feld, statt. Schon jetzt gibt es zahlreiche Anmeldungen unter www.inklusionslauf.de. Ziel des bundesweit angelegten Projektes ist es, das Thema Inklusion im Breitensport selbstverständlich werden zu lassen. Dafür, dass dies gelingt, sorgen als Kooperationspartner und Multiplikatoren auch der Berliner Leichtathletikverband e.V. und der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband.


– 21 –

tung auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.

Der SoVD-Inklusionslauf ist als Kombination aus verschiedenen Wettbewerben für Menschen mit und ohAuch ne Behinderung gedacht. Die Sport- und Bewegungsveranstaltung wurde für bis zu 750 Teilnehmer konzipiert und steht allen Interessierten, insbesondere behindertensportlich Aktiven aus Verbänden und Initiativen bundesweit offen.

Jeder kann am Lauf teilnehmen Teilnehmen kann jeder, der Spaß und Freude an Bewegung hat und auf seine individuelle Weise laufen oder fahren kann. Es gibt bei keinem der Läufe Zeitbegrenzungen. Der Spaß am sportlichen-

Aus dem Verband

Fotomontage: Steffi Rose

Miteinander steht im Mittelpunkt Miteinander soll stets im Zentrum der Veranstaltung stehen. Ambitionierte Läufer sind herzlich eingeladen, ihre Leistungsfähigkeit über fünf und zehn Kilometer zu


Sozialpolitik

– 22 –

testen. Wertungsklassen wird es jedoch nicht geben: Jeder Teilnehmer kann sein Ergebnis im Nachgang der Veranstaltung in einer offenen Ergebnisliste abrufen. Jede Startnummer des Inklusionslaufes nimmt automatisch an einer großen Verlosung teil, bei der wertvolle, barrierefreie Preise gewonnen werden können: Hauptpreis ist ein zweitägiger Aufenthalt mit Frühstück für zwei Personen im Hotelsportforum Rostock.

Große Tombola: Jede Startnummer ist dabei Der Gewinner oder die Gewinnerin des

Den ersten SoVD-Inklusionslauf moderiert Sozialpädagoge und Profi-Moderator Rafael Treite.

Hauptpreises wohnt für zwei Tage in der Paralympics-Suite, dem größten Zimmer des Hauses, mit einem herrlichen Panoramablick. Der Hauptgewinn beinhaltet zudem ein „Strandpaket“ am Warnemünder Strand, bestehend aus einem Strandkorb mit Verpflegung in Form eines Picknickkorbes.

Auch weitere schöne Preise sind mit jeder Startnummer zu gewinnen. Mitlaufen / -fahren lohnt sich! Den ersten SoVD-Inklusionslauf moderiert Rafael Treite. Der Sozialpädagoge ist professioneller Moderator auf unterschiedlichen Events in ganz Deutschland. Die Ver-

Mitfahren und -laufen lohnt sich! Darüber hinaus warten auf die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Laufs Einkaufsgutscheine sowie jeweils zwei Ehrenkarten (Preiskategorie 1) für das Musical „Hinterm Horizont“, „Gefährten“, „Blue Man Group“ und „Stars in Concert“.

anstalter freuen sich auf viele Teilnehmer und Besucher. Auch Mithelfer sind willkommen und erwünscht. Interessierte können sich unter www.inklusionslauf.de anmelden. Für Fragen steht SoVDMitarbeiter und -Mitorganisator Ralf Bergfeld unter Tel.: 030 / 72 62 22-173 oder per EMail: info@inklusionslauf.de gerne bereit.


– 23 –

Sozialpolitik

SoVD: Abschaffung der Abschläge bei den Renten

„Mitmachen für eine inklusive Gesellschaft!“ Unterstützung und und Zustimmung erhält der Sozialverband Deutschland (SoVD) schon im Vorfeld der Inklusions-Veranstaltung von der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles. Andrea Nahles zeigt sich von der Idee begeistert und schreibt den Mitgliedern, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des SoVD:

„Sport bringt ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Und das nicht nur vor der Mattscheibe, sondern mehr noch, wenn es darum geht, selbst aktiv zu sein. Beim Berliner SoVD-Inklusionslauf teilen Menschen mit und ohne Behinderung ihren Spaß an der Bewegung und erleben, wie Sport verbindet. Mitmachen, dazugehören, für eine inklusive Gesellschaft – da kann ich nur sagen: Tausend Dank, liebe Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Mitglieder des SoVD, dass Sie Berlin dieses besondere Sportereignis schenken! Vielen herzlichen Dank auch an die beiden Kooperationspartner, den Berliner Leichtathletikverband und den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband!“

Andrea Nahles Bundesministerin


Aus dem Verband

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Gründungsveranstaltung der VVS

Fotos (2): Wolfgang Borrs

V. li.: Dirk Kortylak (Stv. GF SoVD-Landesverband Niedersachsen), Reinhard Wagner (VVSVorstand), Martina Gehrmann (GF SoVD-Bundesverband), Dr. Jens Oldenburg (VVS-Vorstand) und Dirk Swinke (GF SoVD-Landesverband Niedersachsen).

Neuer Ansatz in der Verbändelandschaft Am 1. April wurden mit der Gründung der Verbands-Versicherungs-Service-AG (VVS) die Weichen für einen komplett neuen Ansatz in der deutschen Verbändelandschaft gestellt. Als Versicherungsmakler hat sich die VVS zur Aufgabe gemacht, gezielt auf die gewachsenen Erwartungen der 560 000 SoVD-Mitglieder einzugehen und auf individuelle Ansprüche zugeschnittene Vorsorgeleistungen anzubieten.


– 25 –

Aus dem Verband

Der SoVD-Bundesverband und der SoVD-Lan-

gebote der ERGO hinaus war deshalb drin-

desverband Niedersachsen, die sich im Rah-

gend geboten. Die Gründung der VVS gibt uns

men einer Beteiligung in die VVS einbringen,

die Möglichkeit, in Zukunft die Interessen und

beantworten mit diesem Schritt vor allem Mit-

Wünsche der Mitglieder noch direkter bedie-

gliederwünsche, die umfangreiche Befragun-

nen zu können.“

gen deutlich gemacht haben.

Für die Mitglieder wird es künftig verschiedene Optionen geben, von den Leistungen des

Antwort auf Mitgliederwünsche

Maklers zu profitieren. So wird es einen Au-

Bei der Gründungsveranstaltung im verband-

beitern als direkter Ansprechpartner fungieren

seigenen Hotel Mondal in Berlin waren ne-

wird. Dieser wird seine Arbeit im Mai aufneh-

ben dem VVS-Vorstand Dr. Jens Oldenburg

men. Zudem wird über eine Telefonhotline und

und Reinhard Wagner, den Mitgliedern des

eine E-Mail-Adresse die Gelegenheit beste-

Aufsichtsrates und den Aktionärsvertretern

hen, sich zu informieren. 

auch die Geschäftsführungen des SoVDBundesverbandes (Martina Gehrmann) und

ßendienst geben, der mit kompetenten Mitar-

Wir werden Sie in der kommenden Ausgabe über weitere Schritte der VVS informieren.

des selbstständigen SoVD-Landesverbandes Niedersachsen (Dirk Swinke und Stellvertreter Dirk Kortylak) anwesend. Auch Vertreter befreundeter Verbände ließen sich von der Aufbruchstimmung anstecken und kamen der Einladung zur Gründungsfeier gerne nach. In seiner Rede betonte Bruno Hartwig, SoVDBundesschatzmeister und Mitglied des VVSAufsichtsrates, dass gerade die Mitgliederbefragungen eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Konzeptes gespielt hätten. „Die Befragungen haben ein sehr großes Bedürfnis nach einer umfangreichen Beratung in Versicherungsfragen aufgezeigt. Eine Erweiterung der Angebotspalette über die bisherigen An-

SoVD-Bundesschatzmeister Bruno Hartwig zeigt die Hintergründe der VVS auf.


Karikatur

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Impressum Seit September 2013 erscheint auf der SoVD-Website monatlich das SoVD-Magazin unter: www.sovd.de. Das Online-Magazin bereitet einzelne Berichte und Schwerpunktthemen aus der Mitgliederzeitung „Soziales im Blick“ für den Bildschirm des Computers oder mobile Endgeräte auf. Das SoVD-Magazin gibt es nicht in gedruckter Form; es stellt keinen Ersatz für die SoVD-Zeitung dar. Herausgeber des SoVD-Magazins ist der Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD), Stralauer Straße 63, 10179 Berlin, Mail: redaktion@sovd.de. Redaktion SoVD-Magazin: Veronica Sina (veo)/Abteilungsleiterin Redaktion (verantwortlich) und Joachim Baars (jb), Stellvertretender Redaktionsleiter.


– 27 –

Kommentar

Blickpunkt

Vollständige Teilhabe ist keine Frage der Gunst Am 5. Mai ist es wieder soweit: Überall

Funktion des Sprecherrates im Deutschen

gehen Menschen mit und ohne Handicap

Behindertenrat, dessen Vorsitz wir 2014

auf die Straße. Sie machen sich stark für

erneut inne haben, setzen wir uns mit

eine Welt, in der Menschen mit Behinde-

Nachdruck dafür ein, dass die UN-Behin-

rung gleichberechtigt leben können. Auch

dertenrechtskonvention in allen Lebensbe-

in Deutschland gibt es vielfältige Aktionen

reichen umgesetzt wird. Vollständige Teil-

– von Demonstrationen, Fach- und Info-

habe ist keine Frage der Gunst. Die Kluft

veranstaltungen bis hin zu Konzerten und

zwischen dem im Grundgesetz veranker-

Theaterstücken. Damit wollen Verbände,

ten Anspruch der Gleichberechtigung und

Organisationen der Behindertenhilfe und

der Lebenswirklichkeit muss überwunden

-selbsthilfe dazu beitragen, den Gedan-

werden!

ken der Inklusion endlich Realität werden zu lassen. Den Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung gibt es seit 1992. Als Aktionstag wurde bewusst der Europatag gewählt, um deutlich zu machen, dass es eines Europas ohne Barrieren für alle Menschen bedarf. Als großer Behindertenverband ist auch der SoVD wieder bundesweit mit zahlreichen Aktionen am Start! Ebenso in der

Adolf Bauer SoVD-Präsident


Sozialpolitik

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SoVD bewertet Eckpunkte für ein ElterngeldPlus

Mehr Zeit für die Familie Sieben Jahre nach der Einführung des Elterngeldes will die Bundesregierung das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz reformieren. Am 21. März stellte Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in Berlin die Eckpunkte für ein neues ElterngeldPlus vor, das zum 1. Juli 2014 eingeführt werden soll. Das neue ElterngeldPlus wird durch die Einführung zusätzlicher Partnerschaftsmonate und der Flexibilisierung der Elternzeit ergänzt. Zurzeit werden Eltern, die während des Eltern-

danach steigt sie wieder in Teilzeit ein. Durch

geldbezugs Teilzeit arbeiten, benachteiligt. Sie

das ElterngeldPlus wird gewährleistet, dass sie

erhalten weniger Elterngeld als diejenigen, die

ihren kompletten Elterngeldanspruch ausnut-

gar nicht arbeiten. Dennoch ist es aktuell so,

zen kann. An Stelle von bisher vier Monaten

dass auch bei Teilzeitbeschäftigten mit einem

wird sie mit der neuen Regelung acht Monate

monatlich geringeren Anteil an Elterngeld, ein

ElterngeldPlus beziehen können.

kompletter Elterngeldmonat als Bezugsdauer

Eine weitere Neuerung ist der sogenannte

angerechnet wird.

Partnerschaftsbonus. Er richtet sich an Eltern, die im oder nach Bezug des Elterngeldes oder

Früher in Teilzeit einsteigen

des ElterngeldPlus partnerschaftlich in Teilzeit

Hier setzt das ElterngeldPlus an: Denn in Zu-

arbeiten wollen, um sich gemeinsam um das

kunft können Eltern, die früher in Teilzeit wie-

Kind kümmern zu können. Wenn beide Eltern-

der einsteigen wollen, das volle Elterngeldbud-

teile gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochen-

get nutzen.

stunden arbeiten, erhalten sie vier zusätzliche

Ein Beispiel: Eine Mutter bleibt direkt nach der

ElterngeldPlus-Monate.

Geburt eines Kindes acht Monate zu Hause,

Durch die Neuregelung können jetzt bis zu


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Sozialpolitik

Foto: Robert Kneschke / fotolia

Das ElterngeldPlus ermöglicht Eltern mehr Partnerschaftlichkeit und auch Vätern, sich mehr um ihre Kinder zu kümmern.

zwei Jahren (bislang ein Jahr mit Zustimmung Beruf, mehr Zeit für die Familie und mehr Flexides Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin) auch bilität bei der Gestaltung des Alltags zu erhalten. ohne entsprechende Zustimmung zwischen dem Positiv bewerten die Frauen im SoVD, dass durch dritten und achten Lebensjahr übertragen wer- die Einführung des neuen ElterngeldPlus in Teilden.

zeit arbeitende Mütter und Väter zum einen die

Heute wünschen sich gut 60 Prozent der Eltern, Chance erhalten, länger Elterngeld zu beziehen. dass beide Partner in gleichem Umfang erwerbstätig sind und sich gleichermaßen um Haushalt

SoVD begrüßt Flexibilität

und Familie kümmern. Aber nur 14 Prozent ge-

Die flexible Gestaltung der Elternzeit ermöglicht

lingt es, dies auch umzusetzen.

es den Eltern, wenn die Lebensumstände es er-

Der SoVD teilt daher die Ansicht der Bundesre- fordern, zum anderen (z. B. Schwierigkeiten aufgierung, dass das ElterngeldPlus und der Part- grund der Einschulung), ihre Erwerbsarbeit zu nerschaftsbonus Eltern ermöglichen, eine part- unterbrechen, um den erhöhten Betreuungsbenerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und darf abzudecken.


Aus dem Verband

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SoVD Bundesverband eröffnet Inklusionsausstellung

Ohne Angst verschieden sein In der Woche um den 5. Mai finden jährlich europaweit Aktionen zum „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ statt. Die SoVD-Bundesgeschäftsstelle möchte sich auch in diesem Jahr daran beteiligen und zeigt daher die vom SoVD-Landesverband Niedersachsen in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Niedersachsen, entwickelte Ausstellung „Ohne Angst verschieden sein“. Das Thema der Gleichstellung behinderter

Ohne Angst verschieden sein ...

Menschen ist eines der zentralen Arbeitsfelder des Sozialverband Deutschland. Mit der Ausstellung und dem Austausch im Rahmen des begleitenden „Café Inklusion“ soll die Forderung nach umfassender Inklusion erneut in den Blickpunkt gerückt werden. Hier sollen sich Menschen mit und ohne Behinderung ohne Barrieren austauschen und informieren können. Das Thema der Gleichstellung behinderter Menschen ist eines der zentralen Arbeitsfelder des Sozialverband

Ausstellungseröffnung mit Café „Inklusion“ Die Ausstellung und das Café sind barrierefrei.

11. Mai 2014  11:00 – 17:00 Uhr

Der SoVD zeigt die Ausstellung in der Aktionswoche zum „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“

Hier können sich Menschen mit und ohne Behinderungen zu Fragen rund um das Thema Inklusion austauschen und informieren.

Deutschland.

SoVD Bundesgeschäftsstelle Stralauer Straße 63, 10179 Berlin direkt an der S- und U Jannowitzbrücke

www.sovd.de  www.ohne-angst-verschieden-sein.de  www.aktion-mensch.de/5mai

Plakat_ohne_Angst.indd 1

03.04.2014 16:50:58

Mit einem farbenfrohen Plakat lädt der SoVD-Bundesverband zur Eröffnung der Inklusionsausstellung „Ohne Angst verschieden sein“ ein.


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Aus dem Verband

Foto: Herbert Schlemmer

Im Erdgeschoss der SoVD-Bundesgeschäftsstelle in der Stralauer Straße 63 in Berlin finden am 11. Mai die Ausstellungseröffnung und das Café Inklusion statt.

Mit der Ausstellung und dem Austausch im

meldung ist nicht erforderlich. Für Menschen

Rahmen des begleitenden „Café Inklusion“

mit besonderen Bedarfen stehen Assistentin-

soll die Forderung nach umfassender Inklusion

nen und Assistenten bereit. Die Ausstellung

erneut in den Blickpunkt gerückt werden. Hier

und das Café sind barrierefrei.

sollen sich Menschen mit und ohne Behinderung ohne Barrieren austauschen und infor-

Musikalische Unterhaltung

mieren können. Die Ausstellungseröffnung ist

Für das leibliche Wohl ist durch das Restaurant

am 11. Mai, 11 von 17 Uhr im Erdgeschoss

„Ännchen von Tharau“ gesorgt. Für Fragen

der SoVD-Bundesgeschäftsstelle in der Stralau-

rund um das Thema „Inklusion“ stehen Mitar-

er Straße 63, 10179 Berlin.

beiterinnen und Mitarbeiter des SoVD gerne

Alle interessierten Menschen sind herzlich

zur Verfügung. Den musikalischen Rahmen

willkommen. Die Veranstalter freuen sich über

der Eröffnungsveranstaltung bildet die Gruppe

jeden Besucher und jede Besucherin. Eine An-

„Sambakids“.


Service

– 32 – Gartenarbeit im Wonnemonat

Im Mai erblüht der Zier- und Blumengarten.

Foto: Stefan Körber / fotolia

Alles neu macht der Mai Alles neu macht der Mai. Das ist auch das richtige Motto für den Monat Mai. Die Gartenarbeiten im Mai werden bestimmt von der Aussaat oder Pflanzungen neuer Pflanzen. Als Startschuss in die neue Gartensaison werden oft die Eisheiligen gesehen. Die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) markieren einen Wendepunkt im Gartenjahr. Sie symbolisieren das Ende der kalten Frostnächte in der startenden Gartensaison. Allerdings es ist durchaus möglich, dass es auch nach den Eisheiligen noch sehr kalte Tage und frostige Nächte gibt. Sollte die Wettervoraussage, doch mal kühlere Temperaturen versprechen, schützen Sie Ihre Pflanzen, mit einem Vlies oder Folie, vor Kälte.


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Service

Den Kompost umsetzen

zen, wie zum Beispiel Tomaten endlich ins Beet

Sobald die Temperaturen wieder wärmer

umgesetzt werden können. Selbst die Tempe-

werden, beschleunigen auch die Mikroor-

ratur empfindlichen Paprika können nun ins

ganismen im Komposthaufen ihre Arbeit. In

Freiland gesetzt werden.

der kalten Jahreszeit haben diese ihre Arbeit

Nachdem die Pflanzen im Garten ange-

etwas schleifen lassen. Um dem Verrottungs-

wachsen sind, legen sie auch gleich mit dem

prozess in den wärmeren Monaten wieder zu

Wachstum los.

beschleunigen, bietet sich ein Umsetzen des Komposts an.

Der Blumengarten erblüht Auch der Zier- und Blumengarten erblüht in

Häufiges Hacken erwünscht

den wärmer werdenden Tagen schnell und

Die ersten Pflanzen sind im Garten und die

erfreut mit bunter Pracht. Endlich kommen

Aussaaten sollten bald keimen. Damit die

Balkon- und Kübelpflanzen aus dem tristen

Schützlinge auch eine längere Trockenheit

Quartier zur Überwinterung wieder an ihren

überstehen, muss man gegebenenfalls auch

eigentlichen Bestimmungsort.

jetzt schon mit dem regelmässigen Gießen be-

Vorgezogenes Gemüse oder Kräuter wie Est-

ginnen.

ragon, Majoran und Basilikum können eben-

Auch schöner Rasen verlangt einiges an Ar-

falls nach den Eisheiligen in den Garten oder

beit. Wer einen Englischen Rasen sein eigen

auf den Balkon umgesetzt werden.

nennen will, sollte diesen wöchentlich um etwa

Der Wonnemonat Mai ist außerdem der ide-

ein Drittel kürzen. Allerdings sollte dieser nicht

ale Monat für das Ein- und Umpflanzen von

kürzer als 4 cm geschnitten werden. Häufiges

Rhododendron.

Hacken lockert den Boden auf und verlangsamt das Wachstum von unerwünschten Un-

Frühlingstipp im Mai:

kräutern.

Im Frühling gekaufte und verblühte Primeln im Topf brauchen nicht weggeworfen werfen. Sie

Vorgezogenes kann ins Beet

können Sie jetzt in den Garten pflanzen. An

Vor allem der Nutzgarten legt jetzt richtig los

einem nicht allzu sonnigen Platz wachsen Pri-

und bedarf einiges an Pflege. Für den Gärtner

meln weiter und bereichern mit neuen Blüten

und die Gärtnerin bedeutet dies unter ande-

den Garten. 

rem, dass vorgezogene oder gekaufte Pflan-

quelle: gartenratgeber.net


Unterhaltung

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Die Erkenntnisse der Glücksforschung

Benzin im Blut Er gilt noch heute als der schnellste Formel-1-Fahrer der Geschichte. Insgesamt dreimal war der Brasilianer Weltmeister – vor allem hierfür wurde er in seiner Heimat verehrt. Vor zwanzig Jahren geschieht das Unglaubliche: Am 1. Mai 1994 schießt Ayrton Senna aus einer Kurve und verunglückt tödlich. Das dritte Rennen der Saison, der Große Preis von San Marino, steht unter keinem guten Stern. Bereits im Training ereignen sich zwei schwere Unfälle, einer von ihnen sogar mit tödlichem Ausgang. Und auch beim Start des eigentlichen Rennens kommt es zu einem Crash. Bei dem darauf folgenden Neustart erkämpft sich Ayrton Senna die Führung, liegt sogar noch vor Michael Schumacher. In der siebten Runde passiert es: Völlig überraschend kommt Sennas Wagen in einer Kurve von der Fahrbahn ab, schießt über den Seitenstreifen und prallt gegen die Begrenzungsmauer. Entsetzt verfolgen die Zuschauer das Geschehen. Mit einem Rettungshubschrauber wird der Verunglückte in eine Klinik geflogen – vergeblich. Ayrton Senna erliegt seinen schweren Kopfverletzungen. Die Nachricht seines Todes trifft die Menschen in Brasilien wie ein Schock. Für viele

Privat durchaus auch nachdenklich, fuhr Ayrto


– 35 –

Unterhaltung

dort gilt der Rennfahrer als Held. Es wird ei-

mussten die Fahrerzellen verstärkt werden, da-

ne dreitägige Staatstrauer verhängt. In São

mit diese einem Aufprall besser standhalten

Paulo, der Heimatstadt von Ayrton Senna,

können.

erweisen ihm über drei Millionen Menschen die letzte Ehre.

Der Tod von Ayrton Senna am 1. Mai vor genau 20 Jahren hat somit zumindest noch

Das Unglück blieb nicht ohne Folgen. So

etwas Positives bewirkt: Dank der danach ver-

wurden riskante Kurven „entschärft“, um der-

besserten Sicherheit in der Formel 1, dürften

artige Unfälle möglichst zu vermeiden. Vor

viele Unfälle in den vergangenen Jahren wohl

allem aber wurde in der nächsten Saison die

um einiges glimpflicher ausgegangen sein.

Höchstgeschwindigkeit verringert. Außerdem

Foto: Instituto Ayrton Senna; Gabriele  /  flickr

on Senna seine Rennen aggressiv, fast so, als habe er Benzin im Blut.


Service

– 36 – Bundesagentur für Arbeit baut Hürden ab

Neuer Service für Gehörlose Seit Ende März gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) einen direkten Draht für Gehörlose: Sie können jetzt über einen Gebärdendolmetscherdienst direkt mit den Service-Centern der Bundesagentur für Arbeit sprechen. Der telefonische Zugang zu den Dienststel-

Service-Center der BA und gibt so das

len der Bundesagentur für Arbeit war Ge-

Anliegen direkt an den Service-Center-

hörlosen bislang nicht möglich. Mit dem

Mitarbeiter weiter. Für Menschen, die

neuen Dienst wurde diese Hürde beseitigt.

über Gebärden kommunizieren, waren

Der neue Service funktioniert so: Die Be-

Anfragen häufig mit großem Aufwand

troffenen laden sich ein entsprechendes

verbunden. Sie mussten einen Dolmet-

Werkzeug (Tool) aus dem Internet auf den

scher buchen und mit diesem persönlich

Schreibtisch (Desktop) ihres Computers.

zur Dienststelle fahren.

Anschließend klicken sie das Tool an und

Mit dem freiwilligen Service möchte die

wählen aus, ob ihr Anliegen zum Beispiel

Bundesagentur für Arbeit weitere Schritte

die Familienkasse oder die Arbeitsagentur

in Richtung inklusiver Gesellschaft gehen

betrifft.

und ein Zeichen setzen. Denn Gehörlose haben nun auch faktisch genau die glei-

Videotelefonat macht‘s möglich

che Möglichkeit wie Hörende, 50 Stunden

Daraufhin werden sie über ein Videote-

BA ihre Anliegen vorzubringen und profi-

lefonat optisch oder schriftsprachlich mit

tieren in der Regel davon, dass diese auch

einem Gebärdendolmetscher verbunden.

sofort erledigt werden. Das Angebot ist für

Dieser telefoniert gleichzeitig mit dem

Gehörlose kostenfrei.

pro Woche bei den Ansprechpartnern der


– 37 –

Unterhaltung

Buchtipp

Niemandsland Hamburg 1946: Colonel Lewis Morgan soll

unerträglich. Doch als sie den Alltag teilen, er-

beim Wiederaufbau und bei der Entnazifizie-

kennt sie, wie grob und falsch ihr Bild von den

rung Deutschlands helfen. Der Offizier wird mit

Deutschen ist. Nach und nach entwickelt sich

seiner Familie in ein herrschaftliches Haus an

eine unerhörte Nähe zwischen ihr und Stefan

der Elbe einquartiert. Seine Frau kann jedoch

Lubert.

nicht verstehen, dass der Hausbesitzer Stefan

Ein selten beschriebenes Kapitel deutscher

Lubert nicht ausziehen muss. Sie findet die Idee,

Geschichte: Rhidian Brook zeichnet ein diffe-

mit dem Feind unter einem Dach zu wohnen,

renziertes Bild von einem Land, das am Boden liegt, von einer verstörten Bevölkerung, aber auch von dem Hoffnungsschimmer nach Tod und Vernichtung. Rhidian Brook: Niemandsland. Verlag C. Bertelsmann, Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 384 Seiten, ISBN: 978-3-570-101285, 19,99 Euro. Wenn Sie ein Exemplar des vorgestellten Buches gewinnen möchten, schreiben Sie einfach eine E-Mail (Betreff: „Niemandsland“) an: redaktion@sovd.de oder eine Postkarte an: SoVD, Redaktion (Stichwort: „Niemandsland“), Stralauer Straße 63, 10179 Berlin. Einsendeschluss ist der 15. Mai.


Plakataktion


SoVD Magazin Mai 2014