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16. - 17. OKTOBER 2015 / WIEN

„DU MUSST DAS THEMA ‚OWNEN‘!“ Wie berufliche Selbstvermarktung im Internet funktioniert, erklären uns Social-Media-Expertinnen im Interview.

DADDY COOL Viele Väter überlegen in Karenz zu gehen. Die wenigsten tun es. Bei uns reflektieren drei Männer ihr Kinderkriegen.

„SIE KÖNNEN MICH BRAUCHEN!“ So Journalistin Anneliese Rohrer einst zum Chefredakteur beim Bewerbungsgespräch. Eine große Karriere folgte. Ein Porträt.


Eine Druckerei mitten in der Stadt. Wir sind eine Offset- und Digitaldruckerei mit etwa 30 MitarbeiterInnen im Herzen Ottakrings; leicht zu finden und schnell zu erreichen. Durch moderne Druck- und Endfertigungsmaschinen sind wir in der Lage, auch ausgefallene Kundenwünsche umzusetzen. Besonders im Bereich »Kunst und Kultur« konnten wir viel Erfahrung sammeln. Der persönliche Kundenkontakt ist uns besonders wichtig. Rema-Print-Littera Druck- und VerlagsgmbH A-1160 Wien, Neulerchenfelder Straße 35 Telefon: 01 / 403 89 26, buero@remaprint.at www.remaprint.at

Ich warte hoffnungsvoll auf Ihre Druckaufträge SONJA RUSS


Editorial Liebste Leser_innen, „Wirtschaftlich bilden Männer und Frauen fast zwei Kasten: bei gleichen [rechtlichen] Voraussetzungen haben die Männer vorteilhaftere Stellungen, höhere Löhne, mehr Aufstiegschanchen als ihre neuen Konkurrentinnen. Sie haben in der Industrie, in der Politik usw. viel mehr Stellen inne und besetzen die wichtigsten Posten.“ Das schreibt die französische Philosphin Simone de Beauvoir 1949 in ihrem sozialgeschichtlichen Werk „Das andere Geschlecht“. 66 Jahre und etliche feministische Strömungen später haben die Zeilen nichts an Aktualität eingebüßt, obwohl sich im letzten halben Jahrhundert so viel bewegt hat, wie nie zuvor: Als Frau ausgebildet und berufstätig zu sein, ist heute selbstverständlich, Gewalt gegen Frauen ein Delikt und dass der weibliche Körper kein öffentliches Eigentum ist, haben die meisten mittlerweile begriffen. Vielleicht haben die USA als größte Wirtschaftsmacht der Welt auch bald ihre allererste Präsidentin. Schieflagen bleiben dennoch, die freilich verwoben sind mit anderen Mustern von Ungleichheit: Klasse, kultureller Herkunft, sexueller Orientierung, Alter uvm. Sie hindern uns an unserer Entwicklung, können unser Leben stark einschränken. Diesen Schieflagen und möglichen Auswegen widmet sich dieses Heft, in dem es unterschiedliche „weibliche“ Realitäten skizziert und „frauenspezifischen“ Fragen begegnet. Der Fokus unseres Zines liegt auf den Bereichen Karriere und Weiterbildung – ganz im Sinne des „Business Riot Festivals“. Weil Medien einen erheblichen Anteil daran haben, welche Bilder von Geschlechtern oder sexuellen Orientierungen existieren, ist es uns wichtig, das Festival selbst medial zu begleiten.

Als Sorority wollen wir mit „typisch weiblichen“ und „typisch männlichen“ Kompetenz-Zuschreibungen brechen. Denn Frauen als schön, friedfertig, sozial, zart oder einfühlsam zu beschreiben, heißt zugleich oft, ihnen „männliche“ Zuschreibungen abzusprechen: nämlich stark, mutig, analytisch, führungsstark oder etwa technisch begabt zu sein. Damit wären Frauen hinsichtlich ihrer beruflichen Qualifikationen unterlegen, das „andere“, das Unwesentliche gegenüber dem Wesentlichen. Genauso fremd ist uns als logische Konsequenz die Umkehrung – wenn wir von „Power-Frauen“ oder „Frauen-Power“, oder „starken Ladies“ sprächen. Denn männlich geprägte Entwürfe von Arbeitswelt oder Öffentlichkeit wollen wir uns nicht zur einzigen Norm setzen, wenngleich wir uns freilich in „männlich“ geprägten Strukturen bewegen. Und so holt dieses Heft einfach beeindruckende Menschen und interessante Geschichten vor den Vorhang. Denn die ständige Unterscheidung der Geschlechter kann Ungleichbehandlung bedingen, die demokratische Ideale von Gleichheit untergräbt. Unsere Interessen sind die Interessen einer Gesellschaft. Denn, um wieder mit Simone de Beauvoir zu schließen: „Eine Spaltung der Gesellschaft nach Geschlechtern ist nicht möglich. Das ist das wesentliche Charakteristikum der Frau: Sie ist das andere in einem Ganzen, dessen Elemente einander brauchen.“ Viel Spaß beim Lesen & Solidarity! Sandra Nigischer für den Sorority-Vorstand

Inhalt – INTERVIEW

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Stutenbissigkeit, my ass! 8 Vier Netzwerkerinnen über weibliche Solidarität “Du musst das Thema ‚ownen’!” Social-Media- 18 Expertinnen über Selbstvermarktung im Internet Alma Pater. Eine Dissertantin über den Macht22 apparat Universität

– GLÜCKLICHER ARBEITEN

Besser Gehalt verhandeln. Unsere Trainerin weiß, wie 5 Tipps zum Coworken. Teresa Hammerl teilt ihre Erkenntnisse

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“Sie können mich brauchen.” Journalistin Anneliese Rohrer im Porträt Vor den Vorhang! Vier Gründerinnen schildern ihren Weg vom Plan zur Umsetzung

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Daddy Cool. Drei Männer über die Herausforderung Karenz

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Fifty-Fifty ist sexy. Therese Kaiser über emanzipierte Partnerschaften (Un-)Gleichungen. Katharina Brandl über Geschlechter-Gerechtigkeit

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– REALITY CHECK – MEINUNG

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– MANIFEST Was wir wollen

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Locations und Talks Workshops und öffentliche Abendveranstaltungen

Business Riot Zine 2015

– QUEENS

– PROGRAMM business riot 2015


LOCATIONS Check in: 16.10. ab 11 Uhr

Impact Hub Linden

Lindengasse 56 Top 18-19 1070 Wien • Empfangsbereich • InnovationLab • AquariumRoom • WorkshopRoom • Atelier • EventRoom

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NEUBAUGASSE

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TUI-SPACE CO-SPACE VIENNA

TUI-SPACE Co-Space Vienna Gumpendorferstraße 65 1060 Wien • TUI-SPACE Studio • TUI-SPACE Library Gumpendorferstraße 68 1060 Wien • TUI-SPACE Pop-Up

TALKS Impact Hub

Atelier

FREITAG

SAMSTAG

_ 14 bis 16 Uhr

_ 10 bis 12 Uhr

Business Riot Zine 2015

VIG presents: Weibliche Erwerbsbiografien aktiv gestalten - Wie komme ich in die für mich passende Position? Iris Reidenbach (VIG) Doris Fennes-Wagner (ORF Gleichbehandlungskommission) Sandra Schneider (Uniport) Evelin Mayr (EM Leadership & Organization Development)

Das Einmaleins des Arbeitsrechts

Elisabeth Oberndorfer (Fillmore) Doris Christina Steiner (Ketchum Publico) Elisabeth Kanzi (KURIER) Ingrid Gogl (datenwerk)

Miriam Mitschka (Institut für Arbeits- & Sozialrecht / Universität Wien)

Praktikum & Prekariat

_ 12 bis 14 Uhr

Veronika Kronberger (GPA/ Watchlist Praktikum, Watchlist Prekär)

_ 16 bis 18 Uhr

Bianca Gfrei (kiweno) Karin Pichler (feedbackr.io) Bettina Steinbrugger (Erdbeerwoche)

Moderation: Lisa Stadler (derStandard.at)

_ 17.30 bis 18.30 Uhr

Moderation: Gilda Polagnoli (GRAYLING)

Start Up! Warum Gründerinnen die Welt erobern sollten

Kathrin Folkendt (12percent) Sophie Martinetz (Seinfeld Professionals) Romy Sigl (Coworking Salzburg)

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Digitale Karrierepfade / DIGITALISTA

Moderation: Judith Denkmayr (digital affairs)

Neue Arbeitswelt

_ 14.30 bis 17.30 Uhr

Moderation: Lisa Fassl (WTZ)


FREITAG 14 - 18 Uhr

SAMSTAGVORMITTAG 10 - 14 Uhr

SAMSTAGNACHMITTAG 14.30 - 18.30 Uhr

_ Das Internet gehört uns! Web-Development mit Girls’n’Code // Girls’n’Code Larisa Stanescu & Eva Krizsanits IMPACT HUB InnovationLab _ Innovation Workshop: How to start before you feel ready // ShiftYard | Tobias Göllner IMPACT HUB WorkshopRoom _ Stimm- & Sprechtraining Hannah Heckhausen IMPACT HUB EventRoom _ Unternehmensform, Steuer & Sozialversicherung // ECOVIS Austria | Barbara Hölzl TUI-SPACE Studio _ Strategien gegen Stammtischparolen // hey! The Sharing Community Melinda Horvath TUI-SPACE Library _ Shuffle for Money Business Booster Events TUI-SPACE Pop-Up

_ Karriereberatung & Wiedereinstiegstraining // bab - bewusst anders beraten Daniela Wittinger TUI-SPACE Library _ Erfolgreich Gehalt verhandeln // Ö1 | Andrea Hauer IMPACT HUB AquariumRoom _ CryptoParty: Sicherheit und Anonymität im Netz // Techtrrrs | Kristina Weinberger IMPACT HUB InnovationLab _ Keep calm and organize! Projektmanagement im Kulturbereich Alexandra Graupner & Angelika Zelisko IMPACT HUB WorkshopRoom _ Eventmanagement // Backyard-Sale Johanna Suryanto & Stephanie Cech TUI-SPACE Studio _ Team-Management // smartassistant | Vera Mayer IMPACT HUB Event Room _ Business Breakfast – Career Insights von Top Headhunterin Natalie Bairaktaridis // Vienna Young Professionals Circle Veronika Bauer & Madlen Rapberger TUI-SPACE Pop-Up

_ Karriereberatung & Wiedereinstiegstraining // bab - bewusst anders beraten Daniela Wittinger TUI-SPACE Library _ Social Media Strategy // derStandard.at | Lisa Stadler IMPACT HUB Event Room _ Self Branding mit Social Media // digital affairs | Judith Denkmayr IMPACT HUB InnovationLab _ Konfliktmanagement im Job // Ö1 | Andrea Hauer IMPACT HUB AquariumRoom _ Crowdfunding // wemakeit Simone Mathys-Parnreiter, IMPACT HUB WorkshopRoom _ Comfort Zone Crusher Till Groß TUI-SPACE Pop-Up _ Körpersprache & Rhetorik Hannah Heckhausen TUI-SPACE Studio

ÖFFENTLICHE ABENDVERANSTALTUNGEN Impact Hub EventRoom

FREITAG

SAMSTAG

SAMSTAG

_

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_

19.00 Uhr, Karrieregespräch

19.00 Uhr, Podiumsdiskussion

22 Uhr,

Eveline Steinberger-Kern (The Blue Minds Company) Michaela Huber (OMV) Brigitte Schaden (Projekt Management Austria) Moderation: Elisabeth Auer (ATV)

Missing Link zwischen Sozial-, Arbeits- und Frauenpolitik.

Julia Bock-Schappelwein (Wirtschaftsforscherin /WIFO) Sonja Dörfler (Wissenschafterin / ÖIF) Traude Kogoj (ÖBB-Diversity-Beauftragte) Andrea Leitner (Wirtschaftsforscherin/IHS) Corinna Milborn (Puls4-Infochefin) Ines Stilling (BMBF) Moderation: Martin Thür (ATV)

Afterparty: YAS KWEEN Um den Abschluss gebührend zu feiern, spielen uns „Club mit“ und die Schwestern von „On Fleek“ Empowerment-Tunes. Eintritt: Freie Spende

Marea Alta Gumpendorfer Straße 28, 1060 Wien

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Ohne Schirmherr keine Karriere?

Business Riot Zine 2015

Workshops


Glücklicher arbeiten

© Privat

Wenn schon nicht über Geld, so lässt es sich manchmal über bessere Arbeitsbedingungen verhandeln, weiß Trainerin Andrea Hauer.

Weniger wird’s nicht

Besser Gehalt Verhandeln von Andrea Hauer Nicht nur die persönlichen Fachkompetenzen sind entscheidend, um bei Gehaltsverhandlungen erfolgreich auszusteigen. Hörfunk-Journalistin und Trainerin Andrea Hauer übt mit Workshopteilnehmer_innen üblicherweise in realitätsnahen Rollenspielen, die eigene Verhandlungsposition gegenüber Arbeitgeber_innen zu stärken. Hier gibt sie abseits des Workshops Tipps.

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Business Riot Zine 2015

#1 Erfahrungs-Check für Einsteiger_innen. Mein #3 Bessere Konditionen herausholen. Man sollte Haupttipp: Nicht gleich am Anfang „super“ verdienen nicht nur übers Geld verhandeln, sondern auch über zu wollen und dann unzufrieden zu sein. Wir können am Beginn unserer Laufbahn tatsächlich wenig – trotz Ausbildung, Studium und etlicher Zusatzqualifikationen. Das schwächt die Verhandlungsbasis. Es fehlt die Erfahrung der tagtäglichen Arbeit in genau dieser Firma oder jenem Team. Es fehlt auch die Erfahrung, sich bewiesen zu haben: im Durchhalten und Dranbleiben in Phasen, in denen es im Job nicht aufregend ist, oder in Phasen, in denen man für andere einspringt, sie unterstützt oder Konflikte austrägt und aushält. Auch darin muss man sich zunächst üben. Arbeit- oder Geldgeber merken schnell, wenn jemand lernwillig und leistungsbereit ist, gerne Aufgaben übernimmt, verlässlich und in seinem/ihrem Fach „gut“ ist oder zumindest rasch „besser“ wird.

#2 Skills, skills, skills. Mit der Zeit weiß ich, was ich gut kann, was noch nicht, wo ich sattelfest werden muss oder in welchem Bereich ich mir noch mehr theoretisches Wissen aneignen muss. Je besser ich über meine Stärken und Schwächen Bescheid weiß, desto besser kann ich verhandeln: Bin ich ein/e wertvolle/r Mitarbeiter_in, weil ich „umgänglich“ bin und nicht nur für mich selbst etwas will? Weil ich gut fürs Team und die Sache bin? Aber tatsächlich erreiche ich nicht viel, erst recht nicht in Krisenzeiten eines gnadenlosen Wettbewerbs und vieler „billiger“ Arbeitskräfte, wenn ich nicht wirklich etwas zu bieten habe.

bessere Konditionen. Viele Chef_innen wissen genau, dass Mitarbeiter_in XY mehr Gehalt zustehen würde, weil sie/er gut und bemüht ist. Wenn aber Budgets knapp sind, sind Verhandlungen oft abseits vom Gehalt möglich. Jedenfalls fürs erste. Schaffe ich es vielleicht nicht, mehr Geld herauszuschlagen, dann verkaufe ich zum Beispiel – etwa aus der Warte einer Journalistin – eine komplette Serie mit Fotos, für die sich mehr verrechnen lässt oder eine Kolumne, für die ich zuständig bin. Oft lässt sich auch über Zeit verhandeln, etwa über mehr Zeit für ein Projekt, was mehr Arbeitsqualität und Ruhe bringt und viel wert ist. Ich kann auch über einen besseren Arbeitsplatz verhandeln, ein Dienstauto oder freie Tage. Vielleicht kann man darüber verhandeln, mit welchen Leuten man zusammenarbeiten will. Es gibt immer Möglichkeiten.


gegen das Prekariat ersetzen all diese Tipps nicht. Als Einzelperson mit diesen Anliegen in die Gehaltsverhandlung zu gehen, führt zu nichts.

Glücklicher arbeiten

#6 Rein in die Kampfzone. Einen politischen „Kampf“ um bessere Löhne, Arbeitsverhältnisse oder

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darauf, wie man auftreten sollte oder was man am besten sagt. Wer eher schüchtern ist, kann nicht plötzlich so tun, als sei sie/er anders. Rollenspiele in Kursen können helfen, um herauszufinden, wie man sich selbst in einer Verhandlungssituation verhält: Fühle ich mich wie ein Kleinkind, das um Taschengeld bittet? Bin ich beleidigt, dass man mir nicht von selbst mehr gibt und im Grundton unfreundlich? Bin ich mit meiner Arbeit tatsächlich zufrieden oder will ich eigentlich gar nicht über Geld verhandeln, sondern eine andere Stelle oder ein anderes Aufgabengebiet?

#5

Raus aus der Kampfzone. Menschen, mit denen wir verhandeln, sollten wir nicht als Gegner_in sehen, sondern als Partner_in, mit der/dem wir an einer Lösung arbeiten. Das ist nicht immer leicht!

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#4 Fokus auf sich selbst. Man sollte nicht allzu sehr auf „allgemeine“ Verhandlungstipps hören, also


Frauennetzwerke

Stutenbissigkeit, my ass!

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Business Riot Zine 2015

© Sandra Nigischer

Interview

von Sandra Nigischer und Friederike Schempp

Die berühmte gläserne Decke ist für Sonja Ablinger eine Betondecke.

Frauenbewegungen gibt es seit Jahrhunderten. Geschlechtergerechtigkeit dafür noch immer nicht. Warum sich weibliche Schulterschlüsse gerade deswegen auszahlen, erklären vier Netzwerkerinnen im Interview: die Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, Sonja Ablinger, die Gründerinnen des Vienna Young Professionals Circle, Veronika Bauer und Madlen Rapberger und Digitalista-Obfrau Elisabeth Oberndorfer.


Oberndorfer: Gleichzeitig haben wir gemerkt: Wir trauen uns selbst zu wenig zu. Immer, wenn ich Frauen für Interviews oder als Speakerinnen angefragt habe, haben sie hinterfragt, ob sie wirklich die richtige Person dafür sind. Von Männern hörst du nie: „Das traue ich mich nicht.“ Bei Digitalista wollen wir uns professionalisieren und das berufliche Selbstbewusstsein von Frauen stärken. Denn, obwohl das Digital-Personal vor allem in Agenturen und im Online-Marketing jung und weiblich ist, sitzen in den Führungspositionen Männer. Also überlegen wir, wie wir weiterkommen können. Madlen Rapberger: Ich habe mich mit Freundinnen beispielsweise darüber unterhalten, warum es immer nur die weiblichen Praktikanten sind, die Kaffee machen müssen. Wir haben uns über berufliche Schwierigkeiten ausgetauscht, uns ehrliches Feedback gegeben und geschaut, wie andere mit immer wiederkehrenden Problemen umgehen. Veronika und ich waren an einer amerikanischen Uni, als das Buch „Lean in“ von Sheryl Sandberg weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Dieses Buch war mit ein Anstoß, warum wir unseren Club gegründet haben. Wir wollen uns vernetzten, unsere Erfahrungen teilen und eine Art Cheerleader füreinander sein.

Interview

Sonja Ablinger: ... die eine Betondecke ist.

Ablinger: Der Frauenring ist ein Netzwerk, das es seit 1969 gibt. Macht ist heute wie damals nicht gleich verteilt: in der Politik, im Arbeitsleben, in öffentlichen Institutionen. Frauenspezifische Themen werden an den Rand gedrängt. Erst in den Achtzigerjahren wuchs das Bewusstsein, dass es Strukturen sind, die Frauen im Weg stehen und nicht persönliche Unzulänglichkeiten. Bündnisse können Sicherheit bieten und genau das aufzeigen: Mein Scheitern ist kein individuelles. Dass ich nicht weiterkomme, kann an patriarchalen Strukturen liegen.

Sonja Ablinger, sind die Probleme für Frauen über die Jahrzehnte dieselben geblieben? Ablinger: Es gibt sicher Veränderungen. Heute ist es selbstverständlich, dass Frauen eine Ausbildung machen. Dafür hat die Frauenbewegung in den letzten 100 Jahren gekämpft. Auch, dass der Zugang zu Universitäten für Frauen ohne Hürden ist, ist eine junge Entwicklung. Erst ab 1920 konnten Frauen Jus studieren. Dass die Gender Studies heute in diverse Studien Eingang gefunden haben, ist positiv. Studium und Beruf lassen sich heute leichter vereinbaren. Junge Frauen vernetzen sich, die Kultur in den Hörsälen hat sich verändert. Doch obwohl inszwischen mehr Frauen als Männer eine Uni abschließen, kommen sie nicht weiter. Die Tatsache, dass Frauen Frauen sind, dass Frauen Kinder kriegen können, gereicht zu ihrem Nachteil.

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Elisabeth Oberndorfer: Wir haben uns immer in einer Runde von Frauen getroffen und sind draufgekommen, dass wir im Job mit dem gleichen Problem kämpfen: Wir alle sind ungefähr im mittleren Management anzusiedeln, aber schaffen es nicht weiter nach oben. Da gibt es diese gläserne Decke…

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Warum sind Frauennetzwerke für euch wichtig?

© Sandra Nigischer

„Das traue ich mich nicht“, hört Elisabeth Oberndorfer von vielen Frauen, aber nie von Männern.


Was hat euch veranlasst, für Frauenanliegen einzutreten? Welche Erfahrungen habt ihr mit Alltagssexismus gemacht?

Interview

Ablinger: Erstaunlich war für mich diese TwitterAufschrei-Debatte vor drei Jahren, die Anne Wizorek losgetreten hat. Da ging es um dieses Runter- und Lächerlichmachen von Frauen im Alltag. Die Debatte hat mir klargemacht, wie sehr Frauen nach wie vor auf ihren Körper reduziert werden. Ich habe letztens mit der Tochter einer Freundin geredet, die Mitte 20 ist. Sie hat erzählt, wie sie und ihre Freundinnen immer überlegen, wo sie am Abend ausgehen können, in welchen Lokalen sie am wenigsten belästigt werden. Auf der Tanzfläche, an der Bar werden die jungen Frauen – so erleben sie es – ständig angebaggert, auf eine sehr unangenehme Art. Das hat mich überrascht, wie sehr junge Frauen noch immer bedrängt oder begrapscht werden. Oberndorfer: Meine ersten Berufserfahrungen waren unproblematisch. Ich dachte immer, Sexismus gibt es wohl, aber nicht in meiner Welt. Ich war bei derStandard.at, wo es viele weibliche Ressortleiterinnen gegeben hat. Wenn qualifizierte Frauen an der Spitze stehen, ist die Arbeitsatmosphäre ganz anders. Als ich gegangen bin und männliche Chefs bekommen habe, war dann nicht mehr alles so toll. Ich habe mich nie unfair behandelt gefühlt, aber es gab Kommentare, bei denen ich mich gefragt habe: “Würde er das auch

zu männlichen Kollegen sagen?”. Oder: “Würde er mir dieselben Aufgaben zuteilen oder vorenthalten, wenn ich ein Mann wäre?” Diese Fragen stellen sich viele Frauen. Veronika Bauer: Auch recht verbreitet: Eine Frau bringt in einem Meeting eine Idee ein, wird aber von der Gruppe überhört. Fünf Minuten später bringt ein Mann dieselbe Idee ein – und plötzlich stimmt der Reigen ein. Ich glaube, dieses Beispiel kennen viele. Ablinger: Das passiert eben nicht, weil Frauen zu leise auftreten, sondern liegt an männlichen Strukturen. Als junge Abgeordnete hatte ich diese Situation sehr oft. Nachdem ich mich zu Wort gemeldet hatte, habe ich mir gedacht, ich hätte jetzt auch aus dem Mickey-Mouse-Heft vorlesen können, das hätte zu denselben Reaktionen geführt. Sagt danach ein männlicher Spitzengewerkschafter genau dasselbe, heißt es: „Ja, das ist ein wichtiger Punkt.“ Da denkst du dir nur mehr: “Hallo?” Oberndorfer: So geht es mir auch. Wenn ich als Journalistin zum Beispiel über Start-Ups in Österreich schreibe, bekomme ich Kritik wie: „Was weiß die schon über Start-Ups?“ Wenn ein männlicher Kollege dasselbe schreibt, gehört ihm die Aufmerksamkeit. Sein Zugang wird abgesegnet. Alle applaudieren, weil ihm offenbar mehr Autorität zugeschrieben wird. Bauer: Wobei Seniorität dabei auch eine Rolle spielen kann.

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Business Riot Zine 2015

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Oberndorfer: Zu unserem Launch habe ich einen Blog-Eintrag darüber geschrieben, warum man Frauen fördern muss und dass das nicht gleichzeitig Männer ausschließt. Da haben gewisse Männer gleich geschimpft, wir würden Männer diskriminieren, was ja an sich schon mal lustig ist. Und schon sind wir ein paar Wochen nach unserem Launch gehackt worden und unsere Website hat direkt auf eine Pornoseite weitergeleitet. Zuerst wollten wir öffentlich nicht darüber sprechen, weil wir dachten, wir ziehen dann solche Leute noch mehr an. Dann haben wir aber gesagt: “Das war ein sexistischer Angriff, das lassen wir so nicht stehen. Es gibt halt gewisse Menschen, die uns nicht mögen.” Ich denke mir dann, Frauen wie die Dohnal haben auch ihre Feinde gehabt. Rapberger: Nichts in der Richtung. Mein Chef ist unglaublich unterstützend, wie alle in der Firma. Kolleginnen und Kollegen versuchen mich mit interessanten Frauen zu vernetzen. Die Reaktionen sind sehr positiv.

Interview

© Sandra Nigischer

Madlen Rapberger hat sich schon früh gewundert, warum es immer die weiblichen Praktikanten sind, die Kaffee machen müssen.

Wirft man euch vor, Männer aus euren Netzwerken auszuschließen?

Gibt es Role Models, die euch inspirieren? Oberndorfer: Bei mir ist es ganz sicher Sheryl Sandberg, bei dir wahrscheinlich auch?

Veronika Bauer will Solidarität unter Frauen im Berufsleben verankern.

Ablinger: Ich glaube, dass immer mehr Männer Feministen werden, weil sie Gleichstellung wichtig finden. Das ist bestärkend. Gleichzeitig wächst die Zahl der Antifeminist_innen. Klar, denn: Feminismus ist Herrschaftskritik. Feminismus greift patriarchale Strukturen an und befördert Männer aus der Kuschelzone. Das empfinden manche als bedrohlich. Ich kann Forenbeiträge von Onlinemedien teilweise nicht mehr lesen, sonst würde ich den Glauben an die Menschheit verlieren. Viele Frauen sagen auf Twitter “Diesen Kampf tu ich mir nicht mehr an”, und damit gelingt es Antifeministen wieder, Frauen zum Schweigen zu bringen. Netzfeminismus arbeitet da zum Glück dagegen.

Business Riot Zine 2015

Ablinger: Ich habe eine ganze Reihe von Vorbildern. Die Geschichte von Frauen gerät nur leicht in Vergessenheit. Gerda Lerner, eine interessante Historikerin, hat einmal gesagt: „Die Geschichte von Frauen ist insgesamt wie die Spuren eines Schiffes im Meer. Sie ziehen zwar Furchen, aber die werden immer sofort wieder verwischt.“ Ein großes Vorbild war für mich sicher Johanna Dohnal. Ich kannte sie sehr gut und habe mich an ihr orientieren können: Wie hat sie auf Widerstände reagiert?

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Oberndorfer: Einfach, weil sie aus der Technologiebranche kommt. Schon bevor sie ihr Buch geschrieben hat, war sie für uns eine Inspiration. Genauso wie Marissa Mayer, die das komplette Gegenteil von Sheryl Sandberg ist. Sie interessiere sich nicht für feministische Themen, sagt sie. Sie zieht ihr Ding durch. Zwei unterschiedliche Ansätze, von beiden kann man sich viel abschauen.

© Sandra Nigischer

Rapberger: Ja.


Interview

Ist Feminismus eigentlich ein Reizwort geworden?

© Sandra Nigischer

In Meetings einfach überhört zu werden: Diese Erfahrung würden viele Frauen machen, erklärt Veronika Bauer.

Ablinger: Ich bin Feministin. Dass das manche reizt: klar. Für mich geht es um Gleichheit, die Menschen sind gleich an Rechten und Würde geboren. Diese Gleichheit heißt nicht Gleichmacherei. Frauenrechte sind Menschenrechte und unteilbar.

Wo hinkt Österreich nach, was die Gleichstellung der Geschlechter betrifft?

Rapberger: Ich sehe das genauso. Im Verein geben wir aber nicht vor, wie man sich zu identifizieren hat. Gleichberechtigung ist uns wichtig, alle sollen sich in die Richtung entwickeln können, die sie für richtig halten. Feminismus ist für uns ein sehr positiver Begriff.

Ablinger: Österreich ist ein Land, in dem es einen beträchtlichen Einkommensunterschied gibt. Tätigkeiten, die von Frauen ausgeübt werden, werden schlechter bewertet und damit schlechter bezahlt. Wir haben nach wie vor keine Gleichheit bei der Karenzregelung. Frauen sind zudem viel stärker von Armut bedroht als Männer, etwa Alleinerzieherinnen. Auch Altersarmut ist weiblich.

Oberndorfer: Bei uns wird das Wort immer wieder diskutiert, weil es ein Label mit einem schlechten Ruf ist. Ich versuche den Begriff zu vermeiden. Mir war Gleichbehandlung schon als Kind wichtig, bevor ich überhaupt gewusst habe, was Feminismus ist.

Oberndorfer: Ich glaube, man muss bei der Kinderbetreuung und in der Schule ansetzen. Ich hätte als Volksschulkind nie gedacht, dass ich eines Tages Chefredakteurin sein kann. Ich glaube, in der Schule werden einem noch immer Rollen zugeschrieben, die suggerieren: “Als Frau wirst du keine Geschäftsführerin werden.” Das muss aufhören.

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Ablinger: Verdrängungsprozesse habe ich selbst in der Schule erlebt: Wo waren die Mädels? Auf der Toilette, das war ihr Rückzugsraum. Wer hat den öffentlichen Raum, also die Aula, dominiert? Die Burschen. Das war zu meiner Zeit so und jetzt als Lehrerin merke ich ähnliche Phänomene. Rapberger: Ich glaube, dass es viel Aufholbedarf gibt bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: bei der Anzahl der Krippenplätze, der flächendeckenden Betreuung des Nachwuchses. Deren Gewährleistung würde so vielen Frauen und Familien das Leben sehr erleichtern. Es darf auch nicht zum sozialen Stigma führen, wenn man sein Kind früh in eine Krippe gibt. Ich komme aus Oberösterreich, da ist es oft so, dass Mütter drei, vier Jahre zu Hause bleiben. Aber nicht nur, weil sie das gerne möchten, sondern weil es keine Betreuungsplätze gibt. Ablinger: Ich bin mir sicher, wenn Männer Kinder kriegen könnten, hätten sie schon lange einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplätze in der Verfassung verankert.


Welche Ziele wollt ihr mit euren Netzwerken in zehn Jahren erreicht haben? Oberndorfer: Unser Ziel ist, Frauen unseres Netzwerks so zu fördern, dass sie tatsächlich in die höhere Managementebene aufsteigen können.

Rapberger: Es gibt so viele tolle Frauen. Für die Wirtschaft wäre es schade, auf so viel Potential einfach zu verzichten.

Interview

Oberndorfer: Wenn Frauen in höheren Positionen vertreten sind, wird das Einfluss auf die Politik haben. Frauen müssen dann gehört werden.

Business Riot Zine 2015

Sonja Ablinger liest keine sexistischen Forenbeiträge mehr bei Onlinemedien. „Ich würde den Glauben an die Menschheit verlieren“, scherzt sie.

Ablinger: Ich wünsche mir, dass man in zehn Jahren bemerkt hat, dass die Welt zur Hälfte aus Frauen und zur Hälfte aus Männern besteht. Dass man das auch sieht, wenn man ins Fernsehen schaut, in die Chefredaktionen und Führungsetagen, oder in die Pflegeinstitutionen, Kindergärten und Schulen. Aber wenn ich mir die jungen Netzwerke anschaue, bin ich optimistisch.

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© Sandra Nigischer

Bauer: Wir sehen jetzt schon, dass sich einige von uns beruflich immer mehr selbstverwirklichen. Ein langfristiges Ziel unseres Circles ist, Solidarität unter Frauen im Berufsleben zu verankern.


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© Yannik Gotthardt

„Die Frauen machen die Abstriche eher im Beruf, statt sich hin und wieder zu fragen, ob es nicht auch in Ordnung wäre, eine etwas schlechtere Mutter zu sein“, so Renate Schmidt, ehemalige deutsche Familienministerin, kürzlich zur Süddeutschen. Kaum eine Wortmeldung zum Thema Emanzipation in Partnerschaften fand ich so treffend wie diesen. Ein Kommentar. Während ich mich oft und gerne mit arbeitsmarktpolitischen Aspekten von Gleichbehandlung auseinandersetze, komme ich doch nicht darum herum, auch im privaten Bereich Stolpersteine zu finden: Die sehe ich auch bei Renate Schmidt impliziert. So beobachte ich mich selbst und meinen Freundeskreis bei der Partner_innenwahl und wundere mich darüber, mit wie viel Bedacht die gemeinsame Zukunft skizziert wird, Eigentumswohnungen gedanklich eingerichtet oder die nächsten fünf Urlaubsdestinationen ausgesucht werden. Viele Paare verschwenden aber keinen Gedanken daran, was passieren soll, sollte sich einmal Nachwuchs ankündigen. Für viele Frauen und Männer hat Emanzipation einen hohen Stellenwert: Sie gehen d’accord mit Forderungen nach Gleichberechtigung. Erschreckend wenige aber verstehen, welche Konsequenzen die Aufteilung von Kinderbetreuung für eine Partnerschaft haben kann. Wenn ich nun zwischen Ende 20 und Ende 30 Nachwuchs plane, dann ist die Konsequenz für mich als Frau im schlimmsten Fall ein karrieretechnischer Totalausfall, und das in einer Zeit, die oftmals für die zukünftige

Ich kenne viele Frauen, die das übliche „Alles“ wollen: Karriere, Partner, Kind. Ich hoffe, dass die meisten von ihnen diesen Anspruch ihren Wünschen gemäß exekutieren, und Abstriche nicht nur im Beruf, sondern auch Zuhause machen, und somit „schlechtere“ Mütter sind, obwohl ich bezweifle, dass Kinder durch die Berufstätigkeit von Frauen und Betreuungsarbeit von Männern nachhaltig geschädigt werden. Aufgabenteilung nach Absprache funktioniert nur mit dem richtigen Partner: Zwei Monate Karenzzeit zu übernehmen bedeutet noch lange keine gleichberechtigte Arbeitsteilung; 18 Jahre lang Geburtstage, Hausaufgaben-Watch, Verköstigung, Elternabende, Turnschuhe einkaufen und Arztbesuche aufzuteilen, hingegen schon. Unabhängig davon, wie Karriere definiert wird, mit Selbstverwirklichung hat sie immer zu tun. Was ist schöner, als mit Eltern aufzuwachsen, die ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen? Ich hatte dieses Vergnügen, und vor allem eine Mutter, die neben den Bedürfnissen ihrer Kinder auch die eigenen berücksichtigt hat. Also wünsche ich mir, wenn ich mit Bier an der Bar stehe: Sprecht mich doch folgendermaßen an: “He, findest du 12/2+2 auch so scharf wie ich?” Und wenn das gerade keinen Sinn ergibt, dann empfehle ich die Lektüre des österreichischen Kinderbetreuungsgeld-Gesetzes.

Business Riot Zine 2015

von Therese Kaiser

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Fifty-Fifty ist sexy

berufliche Laufbahn entscheidend ist. Das muss man nicht schönreden: Eine Schwangerschaft ist kein Spaziergang, Elternschaft kein Ponyhof. Wenn ich mit meinem Vater im Kaffeehaus sitze, dann erzählt er mir vom Wien der 1960er Jahre und ich erzähle ihm von heute. Kürzlich hat er, vorsichtig und mit ungewohnt leiser Stimme, postuliert, dass er glaube, ich würde Männer erschrecken mit meinen lauten und konsequenzorientierten Ansprüchen an gleichberechtigte Partnerschaften. Während mein Papa in der Sekunde den Rückruderversuch startete, war ich schon mit einer Brandrede auf Emanzipation in Beziehungen beschäftigt, die mein Vater irgendwo zwischen Stolz und Verlegenheit über sich ergehen ließ.

Meinung

Therese Kaiser ist Co-Obfrau der Sorority.


Zwei Drittel der werdenden Väter überlegen laut einer Studie der Wirtschaftskammer, in Karenz zu gehen. Aus verschiedenen Gründen tun sie es dann doch nicht. Nur 18 Prozent aller Väter machen letztlich von der Elternkarenz Gebrauch. Für unseren Reality Check haben wir nachgefragt, warum das so ist und erfahren, wie es sich in der Väterkarenz so lebt.

Daddy Cool Reality Check

zusammengetragen von Martina Schöggl

Manfred, Kameramann und Cutter, zwei Söhne Als wir zum ersten Mal schwanger geworden sind, war ich gerade ein Jahr selbständig, hatte fast keine Jobs und wir wohnten in meiner kleinen Eigentumswohnung, die uns nichts gekostet hat. Wir hatten Zeit und ausreichend Geld, weil wir nicht viel gebraucht haben. Das sollte sich ändern: Ende 2011 habe ich meinen ersten regelmäßigen Großkunden bekommen. Seitdem habe ich kaum mehr Zeit. Als Lorenz, unser erster Sohn, geboren worden ist, habe ich gleich am nächsten Tag wieder arbeiten gehen müssen. An Karenz habe ich damals nicht gedacht. Heute schon. Für mich ist Karenz wie ein geheimnisvoller, entfernter Ort, vergleichbar mit einem buddhistischen Kloster im Himalaya. Irgendwie unerreichbar.

Business Riot Zine 2015

Früher war ich jedenfalls ein überzeugter Workaholic. Meine Freundin hat mich irgendwann vor die Entscheidung gestellt: entweder die Arbeit oder sie. Ich habe mich Gott sei Dank für weniger Arbeit entschieden. Trotzdem bleibt an ihr natürlich der Großteil der Erziehungsarbeit hängen. Wir führen eine erschreckend klassische Beziehung. Ich arbeite, wenn ich gebucht werde und dazwischen versuche ich so viel Zeit wie möglich mit den mittlerweile zwei Buben zu verbringen. Ich weiß, dass die Unregelmäßigkeit meiner Arbeitszeiten meinen Größeren stressen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass gerade, wenn wir einander wieder näherkommen und „bonden“, eine Jobwelle die neu gefundene Vertrautheit wieder wegschwemmt. Wir entfernen uns wieder.

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Mein Fazit: Ich bin Hauptverdiener der Familie und finde das gar nicht so leiwand. Manchmal bin ich neidisch auf meine Freundin, weil sie so viel Zeit mit den Buben verbringen kann. Natürlich wäre sie auch manchmal gerne in meiner Situation: Dass sie kommen und gehen kann, wann sie will. Oder, wenn die Kohle ruft.

Stefan, derzeit in Karenz, eine Tochter Für mich war es nie wirklich eine Frage, nicht in Karenz zu gehen – im Freundeskreis sehen das alle ähnlich. Ich mag Babys und Kinder. Ich kann gut mit ihnen. Wieso sollte ich also nicht in Karenz gehen, “quality time” mit meinem Kind verbringen und die damit verbundenen Herausforderungen annehmen wollen? Kaum war der Gedanke zu Ende gedacht, war unser Baby auch schon unterwegs. Jetzt bin ich in Väterkarenz. Ich erlebe diese Zeit unglaublich intensiv. Es macht mir Spaß, Zeit mit unserer Tochter zu verbringen, ihr neue Dinge in der Welt zu zeigen oder – auch umgekehrt – die Welt aus dem Blickwinkel des Babys zu betrachten. Natürlich haben sich Prioritäten verschoben: Der Tag lässt sich nicht mehr ausschließlich nach meinen eigenen Vorstellungen einteilen. Denn ein Baby braucht Zeit. Wir versuchen jetzt, möglichst viel von den Dingen, die wir vorher zu zweit gemacht haben, zu dritt zu machen. Auch finanziell hat sich einiges geändert. Ausgaben, mit denen wir früher bis zum 13. oder 14. Monatsgehalt gewartet haben, müssen jetzt gestrichen oder mühsam erspart werden. Schnell mal ins Theater oder fein Essen zu gehen, oder einen Städte-Trip zu machen, ist organisatorisch und finanziell meist nicht mehr drinnen. Bei strenger Rechnung kommen wir über die Runden. Es wundert mich aber nicht, dass bei der finanziellen Ungleichbehandlung von Männern und Frauen im Beruf es vor allem Frauen sind, die die Karenzzeit beanspruchen. Bei uns ist das umgekehrt, deshalb übernehme ich den Hauptteil der Kinderbetreuungszeit. Wenn ich mich jetzt aber im Freundes- und Bekanntenkreis umsehe, dann sind es dort die Mütter, die in Karenz gehen oder den größten Anteil in Anspruch nehmen. Ich bin der erste, der für ein Dreivierteljahr in Väterkarenz geht und sowieso der erste, der sie für ein vier Monate altes Baby in Anspruch nimmt. Dabei dachte ich, die Väterkarenz sei in meinem Umfeld keine große Sache.


So sind wir auch mit Vorstellungen konfrontiert, die wir in unserem Bekanntenkreis nicht erwartet hätten: Fragen an meine Lebensgefährtin etwa, wie: „Was, du gehst schon so früh wieder arbeiten?“, oder: „Wieso bleibst du nur so kurz bei deinem Kind?“. Solche Fragen regen mich auf. Mit ihnen schwingt mit, dass ich als Vater nicht für mein Kind sorgen könnte, oder dass Väter sozial nicht fähig sein würden, gut mit Babys umzugehen. Das verunsichert natürlich.

Wir haben Auslandspläne gekippt und uns auf die Suche nach einer neuen Wohnung gemacht, was sich angesichts unseres Budgets recht schwierig gestaltet hat. Ania und ich sind selbstständig und betreiben gemeinsam eine Designagentur. Um einen finanziellen Puffer aufzubauen, haben wir also noch so viele Projekte wie möglich angenommen. Denn es war klar: Ohne Verwandte in Wien kommt von uns in der Anfangszeit niemand wirklich zum Arbeiten – gerade mit Zwillingen. Eine wirkliche Karenzdiskussion hatten wir nicht. Selbstständige können über ihre Zeit frei verfügen und selbst entscheiden, ob sie Aufträge annehmen. Vor der Geburt habe ich Nächte in der Werkstatt verbracht, um Bett, Couch, Küche, Regale und sonstige Möbel zu bauen. Ich wollte alles vorbereiten.

In den letzten beiden Monaten ging das aber so nicht mehr. Zwei energiegeladene, krabbelnde und Regal ausräumende Buben sind nicht händelbar. Ania musste nahezu pausenlos mit einer Baby-Sitterin daheim bleiben. Finanziell war das katastrophal, aber wir haben auf die Schnelle keine andere flexible Lösung gefunden. Jetzt schauen wir uns nach Betreuung um, damit Ania wieder mehr arbeiten kann. Wenn wir die finden, möchte ich beruflich kürzer treten, um den Rest der Zeit mit den Kinder verbringen zu können.

Reality Check

Bei einem Projektaufenthalt in New York haben wir bemerkt, dass Ania schwanger ist. Zurück in Wien – Ania war gerade im dritten Monat schwanger – war schnell klar, dass es Zwillinge werden. Ich habe mich sehr gefreut, war aber mindestens genauso schockiert. Plötzlich musste alles schnell gehen.

Waren die Kinder ruhig, bin ich nachts ins Atelier arbeiten gegangen. Ansonsten habe ich zu Hause gearbeitet, gekocht und mich dem Schlafrhythmus der Kinder angepasst.

Das mag alles stressig klingen, doch die großen, erwartungsvollen Augen und lächelnden Gesichter jeden Morgen machen das mehr als nur wett. Viele Männer aus meiner Elterngeneration finden es schade, die ersten Jahre der Kinder verpasst zu haben, weil sie arbeiten mussten. Doch auch, wenn wir viel arbeiten müssen, fällt es mir jetzt leichter, ein Projekt abzulehnen oder um ein Jahr zu verschieben. Denn ich möchte meinen Kindern nicht einmal sagen müssen, dass ich keine Zeit für ihre ersten Schritte hatte.

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Maciej, Designer, Zwillingsbuben

Als die Babies dann da waren, war klar, dass es sowieso unmöglich ist, mit Zwillingen länger als eine Stunde alleine zu sein. Also haben wir die Kinder am Anfang gemeinsam betreut: Sie kamen mit zu Terminen, Vernissagen oder Ausstellungen im Ausland. Negative Reaktionen darauf gab es nicht – wir hätten aber auch keine andere Wahl gehabt.

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Als tröstenden, persönlichen Maßstab führe ich mir dann die skandinavischen vor Augen, in denen Kindererziehung eher als Förderung von Kindern verstanden wird: eine Föderung, die nicht nur Eltern, sondern auch Professionalist_innen übernehmen. Dort ist es egal, welches Geschlecht das Kind fördert – und das sollte es auch hierzulande sein.


Interview

Wer im Job weiterkommen will, darf sich in den meisten Branchen nicht auf gute Leistungen verlassen. Die eigenen Kompetenzen müssen auch sichtbar sein. Wie Selbstvermarktung im Internet funktioniert, wissen die Social-Media-Expertinnen Lisa Stadler und Judith Denkmayr genau. Im Interview erzählen sie, wie man Privates von Beruflichem trennt oder welche Plattformen man sich ansehen sollte.

„Du musst das Thema ‚ownen‘!“

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von Amira Ben Saoud


Ich bin auf Jobsuche und möchte das übers Internet regeln. Was mache ich zuerst?

„Ein Blog darf ruhig puristisch sein, aber nicht schlampig“, rät Judith Denkmayr.

Du nennst mit Twitter schon eine konkrete Plattform … Stadler: Man muss natürlich nicht auf Twitter sein. Twitter ist vor allem in der Medienbranche relevant. Denkmayr: Twitter ist kein Must. Wenn jemand das Internet als erweiterten Lebenslauf verwenden will, gibt es viele Möglichkeiten. Nehmen wir an, man bewirbt sich und die Person, bei der man sich bewirbt, will mehr wissen. Diese Person wird googeln. Eine About-Seite, eine eigene Landing-Page oder eine LinkedIn-Seite kann helfen. Auf LinkedIn gibt es mehr Interaktion als auf Xing und ist auch bei Google besser gelistet. Es gibt dort dieses Follower-Prinzip, wo man dann zum Beispiel Arianna Huffington folgen kann, die dort bloggt.

Damit wären wir bei Blogs.

Interview

Lisa Stadler: Auffindbar zu sein, halte ich für das Wichtigste. Viele Leute verwenden Fake-Namen und sagen dann, sie wären ja aktiv. Aber das hilft natürlich nichts, wenn man einen nicht findet. Nehmen wir zum Beispiel Twitter: Da gibt es irrsinnig viele Leute ohne Profilbild oder ohne kurze Bio.

© Julia Glander

Judith Denkmayr: Meinen Namen googlen und schauen, was kommt: Wie peinlich ist das, was kommt, oder wie gut ist es? Nachdem ich das festgestellt habe, muss ich in beide Richtungen optimieren: Peinliches raus, Gutes rein. Man sollte sich darum kümmern, dass die ersten auffindbaren Beiträge entweder von einem selbst betreut oder gut sind.

Stadler: Auch eine Möglichkeit: sich einfach einen Wordpress-Blog anlegen. Habe ich persönlich auch. Es hat mich drei Stunden gekostet das einzurichten. Beiträge schreibe ich drei bis fünf Mal im Jahr – es ist also kein Aufwand, aber man sieht trotzdem, was ich mache, wozu ich mich äußere und wofür ich mich interessiere. Denkmayr: Ein Blog darf ruhig puristisch sein, aber nicht schlampig. Wenn sich nur ein alter Beitrag darauf findet, ist das auch verdächtig – dann lässt man es lieber gleich.

Wie lässt sich das Privatleben, das vielleicht doch privat bleiben soll, von einem professionellen Profil trennen? Stadler: Gar nicht. Irgendwann sehen die Leute auch die Partyfotos.

Lisa Stadler hat es drei Stunden Zeit gekostet, sich einen Wordpress-Blog anzulegen. Der Aufwand sei überschaubar, findet sie.

Denkmayr: Ein Problem wäre, wenn jemand auf Facebook oder Twitter schreibt: “Haha, heute wieder blau gemacht.” Alle Leute gehen auf Partys, auch Chefs. Es ist ja sozial gesehen fast auffälliger, wenn sie das nicht tun. Wenn ich gerade auf Jobsuche bin, werde ich halt schauen, dass die Bikini-Fotos nicht das erste sind, was man findet. Aber generell sollten auch die kein Problem sein. Hat man mit dem Bild aber selbst ein Problem, gibt es beispielsweise Reputation-Management-Firmen, die sich preiswert dahinterklemmen, dass solche Dinge gelöscht werden.

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© Julia Glander

Das ist also kein Problem?

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Denkmayr: Trotzdem ist so was in den meisten Fällen kein Job-Ausschlussgrund.


© Julia Glander

Interview

Um als Expert_in zu gelten, müsse man eigenen Content produzieren, so Denkmayr.

Wie sieht es denn bei einem Jobwechsel aus? Gerade Maßnahmen im internet können vom arbeitgeber bemerkt werden. Wie umgehe ich dieses Problem? Denkmayr: Es gibt zwei Wege: einerseits ganz offen im Mitarbeitergespräch. Wenn man sagt, dass man sich beruflich verändern möchte, ist die Sache klar. Wenn man einen geplanten Jobwechsel aber geheimhalten will, ist es natürlich nicht sinnvoll, jede Jobausschreibung zu liken. Stadler: Vom Arbeitgeber darauf angesprochen, sollte man die Veränderungsabsichten auf keinen Fall leugnen.

Worauf muss ich beim aufbau einer persönlichen brand achten?

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Stadler: Bei mir lief das recht planlos ab. Ich bin da hineingewachsen. Das ist vermutlich auch das, was die eigene Marke authentisch macht. Ich habe im Nachhinein bemerkt, dass sich gewisse Themen auf meinem Blog über die Jahre hinweg wiederholen: Popkultur, Russland, Essen. Ich hatte keine Strategie (lacht). Denkmayr: Mir ist nach einiger Zeit klar geworden, dass du nie als Expert_in für bestimmte Themen gelten wirst, wenn du keinen Content produzierst. Du “ownst” das Thema dann nicht, wie es so grauslich heißt. Wenn du nur kommentierst oder retweetest, trägst du wenig zur Diskussion bei und kannst dich nicht positionieren. Du musst produzieren, am besten mit einer starken Meinung. Gerade Frauen fürchten das oft – und zu Recht: Denn sobald du etwas sagst, kommen fünf Mansplainer… Stadler: … die dir die Welt erklären wollen.

ich habe das Gefühl, dass sich so eine themen-“ownership” oft schon ergibt, wenn Menschen zu einem thema extrem viel Content produzieren. ob der gut ist oder nicht, spielt dann eine untergeordnete rolle. Stadler: Das sehe ich gar nicht so. Ich frage mich schon, was jemand den ganzen Tag macht, der es schafft, 100 Mal zu tweeten. Denkmayr: Es gibt Leute, die extrem viel Output und unglaublich viele Follower haben. Aber das muss nichts zählen, wenn es nicht die richtigen sind. Man muss sich überlegen, wo man hinwill: Von wem möchte ich retweetet werden? Wen finde ich cool? Aber du hast Recht, auf viele Follower fallen einige rein. Stadler: Auf Twitter haben oft Leute viele Follower, die sehr streitsüchtig sind, viel bekritteln, sich auch mal der untersten Schublade bedienen. Da würde ich mich als Unternehmen aber fragen, ob ich so jemanden einstellen möchte.

Wie sehr darf man sich in zeiten des internets von der Firma als Privatperson vereinnahmen lassen? Einige unternehmen erwarten ja, das unternehmen mitzukommunizieren. Stadler: Es darf nicht verlangt werden, aber ich würde mir von Mitarbeiter_innen schon erwarten, dass sie das eine oder andere liken. Eine Mindestsolidarität mit dem, der verantwortlich ist, dass ich meine Miete zahlen kann, sollte schon gegeben sein. Wenn der Arbeitgeber will, dass man in einem hautengen T-Shirt mit blöder Aufschrift auf Facebook posiert, dann kann man klar nein sagen. Aber hin und wieder ein Like abzugeben, sollte drin sein.

Judith denkmayr ist Kommunikationswissenschafterin und geschäftsführende Gesellschafterin der Social-media-, Content- und marketing-Agentur Digital Affairs. www.digitalaffairs.at

lisa stadler

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studierte Slawistik, ist Social-mediamanagerin bei derStandard.at und Teil des DJ-Kollektivs Etepetete. www.lisapetete.at


Kennt ihr best-Practice-beispiele von leuten, bei denen die Jobsuche mithilfe von sozialen Medien oder Plattformen gut funktioniert hat? Denkmayr: Bei einigen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hatte ich beim Vorstellungsgespräch einen sehr ruhigen Eindruck. Ich war mir nicht sicher, ob es passen wird. Dann habe ich geschaut, was die so publizieren und das hat mich komplett überzeugt. Es gibt sicher genug Leute, die aufgrund ihres TwitterStreams einen Job bekommen haben. Sicher ist das vor allem im Journalismus relevant, aber auch in der Wissenschaft.

Mit „Mansplaining“ im Internet hat Lisa Stadler schon Bekanntschaft gemacht.

Welche tipps habt ihr noch parat, um sich im netz richtig zu präsentieren? Denkmayr: Man darf sich ruhig Vorlaufzeit gönnen und auf längerfristiges Vernetzen setzen und ausgewählten Leuten folgen.

Interview

Denkmayr: Ich bemühe mich, meinen Mitarbeiter_innen keine Anfrage zu schicken, sondern darauf zu warten, dass sie das von sich aus machen, wenn sie wollen. Ich will sie nicht in eine unangenehme Position bringen. Bei Kund_innen ist das schwieriger. Man muss sich von dem Gedanken verabschieden, dass Facebook ein privater Kanal ist. Kommunikation mit Freund_innen lässt sich auch auslagern, auf Whatsapp oder in den FB-Chat zum Beispiel.

© Julia Glander

Wie geht man auf social Media mit Freundschaftsanfragen von Kund_innen, Kolleg_innen oder Chef_innen um?

PROGRAMM ONLINE AB 9. OKTOBER, 11 UHR TICKETS AB 17. OKTOBER, 10 UHR www.viennale.at

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22. OKTOBER–5. NOVEMBER

Business Riot Zine 2015

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Ulrike Koch

© Eva Maria Zenz

geb. 1985, schreibt an ihrer literaturwissenschaftlichen Dissertation und ist im Redaktionskollektiv der queer-feministischen Zeitschrift fiber. werkstoff für feminismus und popkultur.

Alma Pater Interview

von Eva Zenz

Frauen dürfen an der Universität Wien erst seit etwas mehr als 100 Jahren mitmischen – wenn auch zunächst nur an einzelnen Fakultäten. An der mangelnden Frauenpräsenz hat sich seither vieles geändert. Gewaltig Luft nach oben gibt es dennoch: Kritisch-feministische Schwerpunkte treffen an der Uni immer wieder auf starken Gegenwind. Nach der Emeritierung von Eva Kreisky vor drei Jahren bleibt ihre Professur für Politische Theorie unbesetzt – und damit ihr feministischer Schwerpunkt. Vor einem halben Jahr läuft auch die Professur für Gender Studies von Sigrid Schmitz aus. Weiterführung: nicht geplant. Ein Gespräch mit Dissertant_in Ulrike Koch über den Machtapparat Universität:

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Business Riot Zine 2015

Warum wurde die Professur für Gender Studies nicht verlängert? Ulrike Koch: Das wird oft mit den „budgetären Möglichkeiten“ der Uni Wien erklärt. Einerseits heißt es, dass gespart werden muss, andererseits wird aber eine beträchtliche Summe für die 650-Jahres-Feierlichkeiten ausgegeben. Da stellt sich die Frage, warum eine Universität, die mit Sparen argumentiert, plötzlich Millionen von Euros aufstellen kann. Ein weiteres Problem ist, dass Gender Studies oft als „ausgeforschtes“ Feld dargestellt wird. Das spiegelt sich in der derzeitig populären, gesellschaftlichen Meinung, Feminismus habe „schon alles erreicht“ und wäre daher „überflüssig“, wider.

Wie sind die Aussichten für Frauen in der Wissenschaft in Zeiten schleichender Prekarisierung? Koch: Es wird schwieriger, im akademischen Bereich Fuß zu fassen. Aufgrund fehlender Mittel müssen Projekte, Lehre, Administration oder Publikationen sehr eingeschränkt und in immer kürzerer Zeit erfolgen. 12-Stunden-Arbeitstage und 7-Tage-Wochen gehören nicht nur in Hoch-Zeiten dazu.

Sind Frauen und Männer im akademischen Bereich gleichermaßen prekär beschäftigt? Koch: Ja. Es kommt aber darauf an, welche Art Wissenschaft du betreibst. Wenn du dich in einem Mainstream-Feld bewegst, also dich bereits intensiver erforschten Strömungen und Herangehensweisen widmest, läufst du weniger Gefahr, ins Prekaritat zu tappen. Wenn du kritische Forschung betreibst, die sich nicht an althergebrachten Normkonzeptionen orientiert und Hierarchien hinterfragt, dann wird es schwieriger.

Mit welchen Schwierigkeiten hast du an der Uni Wien zu kämpfen? Koch: Auf manchen Konferenzen, bei denen GenderFragen nicht so im Mittelpunkt stehen, wird es positiv aufgenommen, wenn ich auf den Faktor Geschlecht hinweise. Anderseits ist da die Mainstream-Wissenschaft, die queer-feministische Herangehensweisen und das Hinterfragen von Normvorstellungen als nicht relevant einstuft. Da ist dann immer neben der Bestärkung auch ein Gefühl des Sich-Rechtfertigen- und Verteidigen-Müssens da.

Hast du Tipps für Frauen, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben? Koch: Ich würde sie allgemeiner als Kritik am Universitätsbetrieb formulieren. Es ist ein ständiges Abwägen: Will ich in diesen Bereich hinein und mir das antun? Es kostet viel Arbeit, die zum Teil unbezahlt ist, Herzblut und Engagement. Dazu kommt das Konkurrenzverhalten unter Kolleg_innen. Wenn du außerdem in einem Feld tätig bist, das sich kritisch mit Hierarchien auseinandersetzt, kann es schwierig sein, zwangsläufig in der Arbeit mit ebendiesen Hierarchien konfrontiert zu sein.


Mit dem Frauenberufszentrum des abz*wien fördert das Arbeitsmarktservice Wien seit zwei Jahren ein arbeitsmarktpolitisches Angebot, das als Ziel hat, Frauen den Zugang zu Qualifizierung zu erleichtern. Neben individueller Bildungsberatung und Laufbahnplanung bietet das FBZ Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen und Begleitung bei beruflicher Neuorientierung. Frauen aller Altersstufen, die beim AMS vorgemerkt sind, erhalten im FBZ individuelle, kompetente und frauenspezifische Betreuung.

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Mädchen-Berufs-Zentrum Das erste Mädchen-Berufs-Zentrum Österreichs des Vereins sprungbrett bietet Beratung und eine Workshop-Reihe für Mädchen und junge Frauen, die arbeitslos oder arbeitsuchend sind, finden hier Unterstützung in Form von individueller Beratung und Gruppenangeboten. In den Workshops können die Teilnehmerinnen ihre Kompetenzen erproben, in der Mädchenwerkstatt ihr Geschick austesten, unterschiedliche Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten kennenlernen und professionelle Bewerbungsstrategien entwickeln. Österreich zählt in der EU noch immer zu den Ländern mit den größten Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen. Das AMS Wien hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Kluft kleiner werden zu lassen: Durch das FIT-Programm, die Förderung von Frauen und Mädchen in Handwerk und Technik, Berufe, in denen im allgemeinen besser bezahlte Arbeitsplätze zu finden sind. Von der Facharbeiterinnen-Ausbildung im Metall-, IT- oder Elektrobereich bis zu technischen Studiengängen an Fachhochschulen wird ein breites Spektrum an zukunftsträchtiger Qualifikation geboten.

Petra Draxl ist Landesgeschäftsführerin des AMS Wien.

Ein wichtiges Frauenförderprogramm ist auch „Wiedereinstieg mit Zukunft“. Nach der Betreuung von Kindern oder Angehörigen ist es für Frauen oft sehr schwierig, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Hier unterstützt das Programm mit Informationen, Workshops zu speziellen Themen rund um den Wiedereinstieg, persönlicher Beratung in Einzelgesprächen, Schnupperpraktika, Ausbildungsbegleitung und vielem mehr. Bei Bedarf erhalten die Teilnehmerinnen auch Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung.

Frauen mit Migrationshintergrund Darüber hinaus gibt es Beratungs- und Betreuungsstellen, die im Auftrag des AMS Wien für spezifische Problemlagen da sind. Für Frauen mit Migrationshintergrund etwa die Beratungsstelle MIGIN und das Beratungszentrum für MigrantInnen-Frauenberatung. Die Kinderdrehscheibe bietet Beratung bei der Suche nach einem Kindergartenplatz, woman professional Unterstützung von Frauen bei allen Fragen rund um den Beruf. Das Arbeitsmarktservice Wien bietet aber auch eine Reihe von geförderten Arbeitsplätzen in sozialökonomischen Betrieben. Angeboten werden befristete Arbeitsplätze und sozialarbeiterische Betreuung, die eine soziale und berufliche Integration wieder ermöglichen. Speziell für Frauen ab 50 Jahren gibt es zwei sozialökonomische Betriebe in Wien, die temporäre und begleitete Beschäftigungsmöglichkeiten bieten: Das Haus- und Heimservice 50+ des Wiener Hilfswerks und Visitas, ein Besuchsdienst für pflegebedürftige Menschen des Wiener Roten Kreuzes.

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Gender Mainstreaming hat im Arbeitsmarktservice (AMS) eine gute und lange Tradition und wird in der Organisation gelebt. Das AMS unterstützt Frauen und Mädchen bei der Berufswahl und Qualifizierung, bei der Suche nach einer existenzsichernden Arbeit und beim Wiedereinstieg nach der Babypause. Die wichtigsten Angebote des AMS Wien für Frauen – neben der Beratung und Vermittlung in den regionalen Geschäftsstellen des AMS Wien – möchte ich Ihnen nun vorstellen:

© Petra Spiola

von Petra Draxl

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AMS Wien fördert die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt


© Theresa Thomasberger

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Queens

Jungen Kolleginnen rät Anneliese Rohrer zu einem männlichen Mentor: Er solle möglichst alt sein, oder schwul.

„Sie werden es vielleicht nicht wissen, aber Sie können mich brauchen.“ Mit scharfer Zunge und sicherer Hand seziert Journalistin Anneliese Rohrer seit Jahrzehnten die Innenpolitik. Ihren Humor hat sie sich trotzdem behalten. Ein Porträt einer Frau, die Wehleidigkeit nicht ausstehen kann.

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von Theresa Thomasberger


1974, mit bereits dreißig Jahren, ließ sich Anneliese Rohrer einen Termin beim damaligen „Die Presse“Chefredakteur Otto Schulmeister geben und setzte ihn darüber in Kenntnis, dass er sie brauchen könne. „Der muss sich gedacht haben, die spinnt.“ Eingestellt hat er sie trotzdem. Es folgten dreißig Jahre im Betrieb inklusive Ressortleitung der Innen- und Außenpolitik, eine Zwangspensionierung, drei Jahre beim Kurier, eine Lehrtätigkeit an der FH Wien für Journalismus und Medienmanagement, zwei Bücher und schließlich die Rückkehr zur Presse, wo sie seit 2010 wieder markant grantig und mit scharfem Blick das politische Geschehen kommentiert. Eine Laufbahn wie ihre wäre heute nicht mehr möglich, sagt sie, und eigentlich sei das auch gut. Andererseits würden bei der aktuellen Marktlage wohl einige Talente unentdeckt bleiben, die Unangepassten, die mit dem anderen Blick. „Gut, dass ich alt bin.“ Sie lacht. An den jungen Journalistinnen stört sie, dass sie so schüchtern seien. „Was ist denn daran größenwahnsinnig, am Anfang der Karriere zu sagen, man möchte einmal Chefredakteurin der Frankfurter Allgemeinen werden? Die falsche Bescheidenheit honoriert einem im Berufsleben niemand, schon gar kein Mann. Und dann jammern. Na, das geht mir unglaublich auf den Keks.“ Wehleidigkeit kann Anneliese Rohrer nicht ausstehen. Und sie kann es nicht leiden, wenn Frauen anderen Frauen im Weg stehen. Jungen Kolleginnen rät sie daher zu einem männlichen Mentor, aber nur einem „der jenseits von Gut und Böse” ist. Er solle möglichst alt sein, oder schwul. Damit es keine üble Nachrede gibt. Ihr hätte ein Kollege einmal innerhalb von ein paar Wochen sieben Affären angedichtet. Irgendwann habe es ihr gereicht. „Ich hab zu ihm gesagt: ich hab jetzt mitgezählt. Wenn ich all diese Verhältnisse hätte, die Sie mir nachsagen, dann hätte ich weder die Energie, noch die Zeit, hier zu sein. Und dann war Schluss.“

Bei „Frauenveranstaltungen“ komme sie mit ihren Thesen ja nicht besonders gut an, sagt Anneliese Rohrer mit stolzer Stimme. Sie finde eben, man müsse Verantwortung für seinen Lebensentwurf übernehmen. Es sei ja auch schön, wenn Frauen lieber bei ihren Kindern bleiben, lieber in Teilzeit gehen. Aber dann sollen sie eben nicht jammern. Ihre männlichen Mitarbeiter hat sie dennoch „in die Karenz getreten“. Ob die sich das gefallen haben lassen? „Oh ja. Einer ist dann gleich noch mal gegangen. Ein anderer, bei dem ich es auch versucht habe, meinte aber, er könne sich das nicht leisten. Seine Frau verdiene einfach so viel weniger.“ Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere sei eben hauptsächlich eine Frage des Gehalts. Ihr größter Fehler sei es gewesen, damals, als es um die Chefredaktion der Presse ging, davon auszugehen, es würde reichen, dass man sie seit zwanzig Jahren kenne. Das hätte nichts mit sexistischer Diskriminierung zu tun gehabt, sie habe einfach die Konkurrenz falsch eingeschätzt. Da hätte sie kämpfen müssen. So wie sie es jetzt von ihren jungen Kolleginnen erwartet. Ihre Melange lässt sie mich dennoch nicht bezahlen. „Sie zahlen das nicht von ihrem Gender-Verein! Nein, nein, kommt nicht in Frage. Das läuft unter Anfüttern.“

Queens

Anneliese Rohrer hat sich oft auf die Hinterfüße gestellt. Sie war die erste Journalistin, für die die Presse einen Karenzvertrag aufsetzen ließ. Der Reaktion ihres Chefredakteurs zum Trotz („Das können Sie mir nicht antun!“), bekam sie ihre Tochter Katharina und war entgegen aller Vorhersagen fünf Jahre später Ressortchefin. „Ich habe ihm gesagt, hören Sie, ich habe sowieso keine Chance. Lasse ich dieses Kind abtreiben, dann sagen Sie in fünf, zehn Jahren, ich sei eine frustrierte Alte. Wenn ich es bekomme, sagen Sie, meine Karriere ist vorbei. Das sind beides nicht besonders gute Aussichten. Also mache ich, was ich will.“ Und sich als Frau einen Kinderwunsch aus Karrieregründen nicht zu erfüllen, sei sowieso das Blödeste, was man machen kann. Auch wenn man dann, als berufstätige Alleinerziehende, die Rabenmutter sei.

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Keine Ahnung. Ich hatte keinen anderen Plan und fühle mich deswegen unglaublich privilegiert. Ich sag’ das auch immer meiner Tochter, die auch keinen anderen Plan hat, als Filme zu machen: Was das für ein Privileg ist, zu wissen, was die Leidenschaft ist.

Ihren Studentinnen riet sie immer, sich dergleichen nicht zu Herzen zu nehmen. Man könne noch so oft die Wahrheit sagen, widerlegen ließen sich die Gerüchte ja doch nicht. „Und finden Sie einmal einen Mann, der sagt, er hätte nicht mit Ihnen geschlafen.“

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Was wären Sie, wenn Sie keine Journalistin geworden wären, Frau Rohrer?


Glücklicher arbeiten

Kreative Räume

Teresa Hammerl ist mit Elisabeth Oberndorfer Herausgeberin von Fillmore, einem Magazin für Wirtschaft, Innovation und Lifestyle, das den Wissensaustausch zwischen dem Silicon Valley und dem deutschsprachigen Raum fördert.

5 Tipps, die Coworken einfacher machen von Teresa Hammerl / www.fillmore.at

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“Wo bezahle ich denn hier den Kaffee oder ist der dabei?”, sage ich zu meiner Freundin, als ich mich in einem Coworking Space in San Francisco der Kaffeemaschine annähere. Zum ersten Mal Kaffee mit einer fremden Maschine zu machen, ist eine Möglichkeit gleich einmal alle Herbeieilenden hautnah kennenzulernen, wenn man versehentlich den falschen Knopf betätigt und das Wasser in alle Richtungen spritzt. Ein möglicher, aber vermutlich nicht anzustrebender Weg, neue Kontakte zu knüpfen.

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Selbstständige, die nicht nur an einem Ort, sondern von überall auf der Welt aus arbeiten können, sehen sich immer wieder mit dem Problem konfrontiert, den richtigen (neuen) Arbeitsplatz zu finden. Beim Finden eines Coworking Spaces trifft man dann auf neue Menschen, eine neue Umgebung und unbekannte Abläufe. Ein Versuch, das einfacher werden zu lassen.

Ich bin außerdem nicht unbedingt die kommunikativste Person und möchte nicht nach jeder Kleinigkeit den Host des Tages fragen müssen. Ohne Kaffee auszukommen ist allerdings auch keine Option, was also tun? Ich habe folgende fünf Punkte für mich herausgefunden, die das Leben in Gemeinschaftsbüros einfacher machen.

Zuerst zu Meetups gehen und den Space kennenlernen. Viele Coworking Spaces hosten Meetups, die man auf meetup.com oder auf der Website der Büros finden kann. So bietet sich auch für all jene, die nicht einfach in ein Büro hineinspazieren wollen, die Gelegenheit, die Räumlichkeiten näher kennenzulernen. Dabei trifft man vielleicht schon die ersten Personen, die auch hier arbeiten (wollen) und kann sich austauschen. Außerdem stellt dies eine unverbindliche Möglichkeit dar, zum ersten Mal Büroluft zu schnuppern.

Online nach dem Twitter-Account oder der Facebook-Seite Ausschau halten. Wer schon online mit dem Space interagiert hat, bekommt womöglich hier ein Gefühl dafür, welcher Ton herrscht und ob man sich hier wohlfühlen kann. Wer freundliche und hilfsbereite Antworten schreibt, wird da vermutlich besser abschneiden, als diejenigen, die neuen Mitgliedern verschlossen sind. So sieht man, wie auch vor Ort die Stimmung gegenüber diesen Neuen ist.


Oft ist es einfacher, in eine eingeschworene Gemeinschaft, die für “die Neuen” zu Beginn nicht offen scheint, mit einer eigenen Gemeinschaft zu gehen. Zu zweit lässt es sich oft leichter eine/n Gesprächspartner_in finden. Gibt es die Möglichkeit, in einer Gemeinschaftszone Lunch zu essen, wäre das die Gelegenheit, um sich langsam zu integrieren.

Glücklicher arbeiten

Mit einer/m Freund_in hingehen.

Der ganz besondere Vorteil an Coworking Spaces ist meist nicht der zur Verfügung gestellte Schreibtisch, den kann man sich beim Möbelfachgeschäft des Vertrauens auch selbst besorgen, sondern die Community. Kommt man erstmal mit ihr in Berührung, kann man sich auch Unterstützung, Feedback und sogar neue Aufträge holen. Ein Mehrwert, den man im Coffee Shop nebenan nicht hat. Deshalb sollte man die anderen wissen lassen, was man selbst anbietet, kann oder woran man interessiert ist.

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Auf Plattformen wie Foursquare, Facebook oder Yelp oder anderen Websites, die Reviews von OfficeRäumlichkeiten anbieten, kann man sich vorab über mögliche Stolpersteine informieren. Ist es besonders laut? Sind die Meetingräume immer ausgebucht? Wie schnell ist das WLAN? Klappt alles mit der Verrechnung?

anknüpfungspunkte suchen.

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Gründerinnen, ...

© Severin Wurnig

Queens

Die 41-jährige Cecilia Havmöller hat gemeinsam mit ihrer Schwester die Eiswerkstatt Veganista eröffnet und produziert seither täglich frisches, veganes Eis.

VEGANISTA

Brennen fürs Eis von Simone Bernard

Mein Ratschlag für an der Selbstständigkeit Interessierte:

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nicht reden – handeln, sich von den besten abschauen, wie sie es gemacht haben und keine Angst haben, denn Angst ist Gift und blockiert

Meine Meinung zu Frauenquoten: Es gibt noch immer nicht genug Frauen in bestimmten Positionen, dabei sind Frauen genauso gut wie Männer. Ich sitze sehr oft in Business Lounges am Flughafen. Nicht selten bin ich die einzige Frau. Das macht mich wütend. Es ist noch viel zu tun.

Geduldig ist Cecilia nicht. Ihr Medizinstudium brach sie ab, weil ihr pures Auswendiglernen zu langsam voranging. Dann wechselte sie zur Publizistik, wo sie nach fünf Semestern alle Prüfungen in der Tasche hatte. Schnelles und effizientes Arbeiten: Das passt zu Cecilias ruhelosem Naturell. Dazu gesellt sich Hartnäckigkeit: Weil sie sich wunderte, warum es in Österreich keine Filialen der vegetarischen Naturkosmetik-Firma Lush gab, bot sie sich schriftlich als Ladenbetreiberin an – und bekam nicht einmal eine Antwort. Cecilia blieb dran. Dann eine Absage, eine von vielen. Doch 14 Monate später bekam sie plötzlich das Okay, Lush nach Österreich zu holen. Trotz des Erfolges hörte Cecilia nicht auf, von einem eigenen, veganen Unternehmen zu träumen. Sie wollte mit veganem Eis Geld verdienen. Abgesehen von ihrer Familie erklärten sie alle für verrückt. Doch gerade Herausforderungen treiben sie an – nach wie vor: “Ich habe noch immer nicht das Gefühl, angekommen zu sein, fertig zu sein. Es gibt immer etwas zu tun, das uns noch besser oder noch interessanter machen kann.“ Ans Aufgeben dachte sie nie, lieber änderte sie Pläne ab: Als Cecilia monatelang kein Geschäftslokal in Wien fand, überlegte sie nach Schweden, in die Heimat ihres Mannes, zu gehen. Ob sie rückblickend ihren Weg ändern wollen würde? „Nein. Ich finde, es muss genau so ablaufen. Zuerst Chaos, aber aus dem Chaos entwickelt sich etwas total Schönes und Erfolgreiches. So war es bei uns auf jeden Fall.“


... vor ...

Queens

© Fotostudio Staudigl

Lana Lauren, 29 Jahre alt, visualisiert Geschichten. Sie zeichnet Ideen verständlich auf, um etwa die Produkte oder Dienstleistungen von Unternehmen anderen zugänglich zu machen.

Visolutions

KarriErE ohnE radiErGuMMi von Katharina Zagata

Nach ihrem BWL-Studium arbeitete Lana zunächst als angestellte Marketingmanagerin. Schnell merkte sie, dass sie dabei nicht ihr Potenzial ausschöpfen konnte und wagte mit 22 Jahren den Sprung in die Selbständigkeit. Der Anfang war schwer: Zwar zweifelte sie nicht an ihrem Können, vielmehr stand ihr die innere Unsicherheit im Weg, ob sie als junge Frau erfolgreich sein könne. Die Überwindung der eigenen Ängste hat sich neben unermüdlichem Einsatz bezahlt gemacht: Heute arbeitet die Gründerin von Visolutions für UNICEF oder Deloitte. “Mehr wagen, weniger zweifeln”, wäre im Nachhinein ihr Tipp an das jüngere Selbst.

Meine tipps für Gründerinnen: bereit sein, weit zu gehen, wofür man brennt und sich Unterstützung holen, wo man sie braucht

Mein rat an zweiflerinnen: Es ist besser auf die Nase zu fallen, als es gar nicht versucht zu haben. Als Selbstständige zu scheitern birgt weniger Risken als ein nicht erfüllendes Angestelltenverhältnis.

Business Riot Zine 2015

Dass sie als selbständige Unternehmerin arbeiten will, wusste Lana schon in der Studienzeit. Dass sie Unternehmen mit “graphic recording” und “video scribing” unterstützen wird, wäre ihr aber nicht in den Sinn gekommen: „Ich wusste nicht einmal, dass es so einen Beruf gibt. Ich habe mich da langsam hinein entwickelt, indem ich meinen Interessen und der Nachfrage meiner Kunden gefolgt bin.“

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Lana glaubt nicht, dass Frauen es schwieriger hätten als Männer, ihr eigenes Ding auf die Beine zu stellen. Im Gegensatz zu Angestelltenverhältnissen zähle hier in erster Linie wirklich die Leistung.


... den ...

© Petra Spiola

Queens

Die 46-jährige Manuela Walser ist Kommunikationsberaterin für Organisationsentwicklung und Wirtschaftsmediation, Lehrbeauftragte an Unis und FH sowie Unternehmensberaterin für Forschungs- und Innovationsförderung.

ECOMOTION & ITS

Business Mom von Katharina Zagata

Mein Erfolgsrezept:

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Business Riot Zine 2015

effektives Zeitmanagement; “Aufgegeben wird nur ein Brief!”

Manuela hat von Kindesbeinen an gelernt, Verantwortung zu übernehmen: Sie ist im Familienbetrieb groß geworden. “Ich habe mich später immer sehr stark mit jenem Unternehmen identifiziert, in dem ich gearbeitet habe. Deshalb hatte ich als Angestellte stets Probleme damit, mich dem anzupassen, was in meinen Augen falsch war“, erzählt sie. Die beruflichen Stationen der promovierten Bertriebswirtin könnten kaum unterschiedlicher sein: Sie reichen vom Vetrieb in der Getränke- und Kosmetikindustrie, über Unterrichten an der Volksschule bis hin zur Kommunikations- und Unternehmensberatung. Neben einem Magister in Unternehmensführung kann sie zudem einen Master in Business Mediation vorweisen. 2002 gründete Manuela ihre Kommunikationsberatungsfirma, 2004 kam ihr Sohn Philipp zur Welt. Wollte sie sich anfangs voll und ganz dem Muttersein widmen, wurde sie kurz nach der Geburt unfreiwillig zur Alleinerzieherin. In einem Balanceakt zwischen Mutterschaft, Haushalt und arbeitsreichen Nächten wurden drei Stunden Schlaf zur Regel. Nicht die Selbstständigkeit empfand Manuela als Herausforderung, sondern die zeitliche Vereinbarkeit von Beruf und Kind. Das Arbeitsmodell “Home Office” kommt für sie heute nicht mehr in Frage, zu sehr verschwimmen die Bereiche Familie und Beruf. Auch das isolierte Arbeiten zu Hause machte ihr zu schaffen: Also gründete sie ihr zweites Unternehmen gemeinsam mit Partnern. Eine Erkenntnis ist – privat wie beruflich – geblieben: “Drum prüfe, wer sich ewig binde.” Für eine Familiegründung brauche es die/den richtige_n Partner_in, um die Selbstständigkeit stemmen zu können. Bei Berufspartner_innen setzt sie auf fachliche Heterogenität und Sympathie.


... Vorhang!

Queens

© Sabrina Abrahams

Die 27-jährige Sabrina Abrahams leitet einen selbst aufgebauten Concept Store, der eine Mischung aus Kaffeehaus und Bekleidungsgeschäft ist.

WUNDERLADEN

Die ÄsthetikAllrounderin von Simone Bernard

sich überlegen und aufschreiben, was einen wirklich glücklich macht; sich klare Ziele setzen und sie verfolgen; negative Menschen aus dem Leben verbannen und positiv denken

… an der Selbstständigkeit Interessierte: ein gut ausgereifter Businessplan, weniger investieren am Anfang, dann ist der Druck nicht hoch

Meine Meinung zu Frauenquoten: sollten

Business Riot Zine 2015

Ihr Weg verschlug die 27-Jährige zunächst nach London und zu FlyNiki. Schritt für Schritt sparte sie Geld für ihren Traum von der Selbstständigkeit, den sie sich im Alter von 25 Jahren schließlich erfüllte: Freunde und Familie waren eine mentale Stütze, die von Beginn an hinter ihrer Idee standen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor, findet Sabrina. Noch wichtiger: An sich selbst zu glauben und Rückschläge als Lern-Chance zu sehen, statt sich entmutigen zu lassen.

Mein Ratschlag für beruflich Unzufriedene:

nicht mehr nötig sein, aber anscheinend geht es nicht ohne

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Einmal in die Selbstständigkeit zu gehen, war für Sabrina schon als Jugendliche klar. Hätte man ihr damals gesagt, sie würde eines Tages einen Laden führen, hätte sie mit „Ich weiß!“ geantwortet. Ihre innere Sicherheit ließ sie auch in schweren Zeiten nie daran zweifeln, ihren Weg zu gehen. Heute gehört ihr der Wunderladen in der Argentinierstraße in Wien. Fünf Wochen dauerte es, das ehemalige Internetcafé in ein liebevoll eingerichtetes Kaffeehaus mit Wohnzimmeratmosphäre zu verwandeln. Hier bietet Sabrina jungen Modedesignern aus Österreich die Möglichkeit, deren leistbare Kleidung und Accessoires wie Taschen oder Geldbörsen zu verkaufen.


..., dass strukturelle Ungleichbehandlung beim Namen genannt wird. ... für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen. ..., dass wir nicht mehr über „eine von fünf“ sprechen müssen, wenn Gewalt an Frauen in Österreich thematisiert wird. ..., dass alle verstehen, dass Nein, Nein heißt. ..., dass der Wiedereinstieg in den Job nicht mehr als erwerbsbiografische Hürde gilt.

Manifest

..., dass Frauen ihren Berufsweg und ihr Leben selbstbestimmt wählen können. ..., dass nur jene in Teilzeitarbeit beschäftigt sind, die dies auch wirklich wollen – nicht wegen fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten. ..., dass alle Kinder in ihren Fähigkeiten gleichermaßen gefördert werden – damit wir uns später nicht wundern müssen, wo die Techniker_innen oder Kindergärtner_innen geblieben sind. ... Kanzler_innen, Präsident_innen, Bürgermeister_innen, Frauen in Landtagen und Gemeinderäten.

Wir wollen ... ..., dass jene, die frauenverachtende Sprüche lustig finden, verachtende Blicke ernten.

Business Riot Zine 2015

..., dass Frauen in Führungspositionen die Regel und nicht die Ausnahme sind. ..., dass unsere Rechte nicht als Minderheitenanliegen behandelt werden. ..., dass Frauenpolitik nicht auf Familienpolitik reduziert wird. ..., dass uns das „gebärfähige Alter“ im Job nicht zur Last gelegt wird. ..., dass Frauen jeden Alters im Job ernst genommen werden.

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..., dass alle unsere Mitglieder ihr Lebensoder Familienmodell wählen können.


... Quoten, wo es Quoten bedarf. ..., dass Kinder nicht als Last, sondern als Chance gesehen werden. ..., dass der Begriff „Quotenfrau“ in der Versenkung verschwindet. ..., dass stereotype Zuschreibungen von „männlichen“ und „weiblichen“ Verhaltensweisen indiskutabel werden. ... uns auch nachts angstfrei alleine auf der Straße bewegen können. ..., dass es keine gestischen Anführungszeichen braucht, um sich als Feminist_in zu bezeichnen. ..., dass Karenzzeiten für Männer ebenso selbstverständlich für Arbeitgeber_ Innen sind, wie jene für Frauen. ... ausgehen, ohne sexuell belästigt zu werden. ... solidarisch denken und handeln. ..., dass Einschüchterungen und Bedrohungen gegenüber feministischen Äußerungen im Internet verurteilt werden.

Wir nehmen uns, was uns zusteht.

..., dass Gewalt in der Familie nicht als „Familientragödie“ bagatellisiert wird.

..., dass Podiumsdiskussionen und Expert_Innenrunden zur Hälfte mit Frauen besetzt sind.

..., dass niemand wegen seines Körpers oder seiner sexuellen Orientierung „Shaming“ ausgesetzt ist.

..., dass Meinungen und Ideen von Frauen gehört werden.

..., dass frauenfördernde Maßnahmen in Betrieben keine Charity-Abschreibeposten, sondern Standard sind. ..., dass die hohe Qualifizierung von Frauen im tertiären Bildungsbereich auch ihren Niederschlag in Erwerbsund Gehaltsstatistiken findet. ... weibliche Role-Models in allen Berufen. ..., dass Beziehungen emanzipiert gelebt werden können.

Manifest

..., dass Frauengesundheit eine gesundheitspolitische Priorität ist.

Mehr als die Hälfte der Menschen, die in diesem Land leben, sind Frauen. UnsEre Anliegen sind keine Nischeninteressen, keine sprichwörtlichen „Orchideenthemen“:

..., dass Vergewaltigungen in Medien nicht als „Sex-Attacken“ verharmlost werden. Business Riot Zine 2015

..., dass die Welt um uns versteht, dass Frauenrechte Menschenrechte sind.

..., dass Schluss ist mit der Sexualisierung von Frauen in der Werbung.

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..., dass „Diversity“ endlich als betriebswirtschaftlicher Wettbewerbsvorteil erkannt wird.


Meinung

© Camilla Kaiser

Katharina Brandl ist Co-Obfrau der Sorority.

(UN-)Gleichungen von Katharina Brandl

Wir werden nicht umhinkommen, über Geschlechtergerechtigkeit zu sprechen. Ein Kommentar. Wir, die Sorority – ihr Vorstand, ihre Mitglieder –, setzen uns für Chancengleichheit im Berufsleben ein. Was ist unser gemeinsamer Nenner, wenn wir auf gleiche Verteilung von Ressourcen und von Chancen pochen? Geht es nur darum, dass wir für die gleiche Leistung ebenso viel bezahlt bekommen wie unsere männlichen Kollegen? Geht es darum, dass uns keine stereotypen Attribute zugesprochen werden, dass unser Aussehen nicht ungefragt im Job kommentiert wird?

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Business Riot Zine 2015

Gleiche Anerkennung für gleiche Leistung, sei es ideeller oder finanzieller Natur, ist ein zentraler Punkt – aber sie ist erst dann möglich, wenn Leistungen überhaupt erst vergleichbar sind. Nicht nur Leistung begünstigt Erfolg, sondern auch der familiäre Hintergrund, die Abwesenheit von körperlichen/psychischen Beeinträchtigungen oder Faktoren wie die kognitive Leistungsfähigkeit. Gleichheit und Gerechtigkeit mögen Vektoren sein, die in die gleiche Richtung weisen – aber sie sind nicht deckungsgleich. Um den amerikanischen Wirtschaftswissenschafter John Roemer sinngemäß wiederzugeben: Ist es gerecht, wenn jemand, der/die über weniger Ressourcen – wie Intelligenz – verfügt, ein schlechteres Leben führen muss, als jemand, der/die zufällig mehr Ressourcen erhalten hat?

Wer über Chancengleichheit spricht, muss vor Augen haben, dass individuelle Leistung zwar ein zentraler Erfolgsfaktor ist, der mitunter im Bereich der Eigenverantwortung liegt, es aber viele Faktoren gibt, die beruflichen Erfolg oder Misserfolg prägen. Auch haben Fragen, die bei der Gleichstellung von Frauen im Berufsleben beginnen, immer eine breitere gesellschaftspolitische Dimension. Geschlechtergerechtigkeit umfasst beispielsweise ebenso zentrale Fragen zur Frauengesundheit, wie etwa die Forderung von ausgeglichenen Proband_innengruppen bei Medikamentenstudien, die oftmals männerdominiert sind. Bei bestimmten Medikamentengruppen wie klassischen Kopfwehtabletten oder bestimmten Psychopharmaka führt das zu deutlich erhöhter Prävalenz von Nebenwirkungen bei Frauen – wen wundert’s, wenn die Medikamente vor ihrer Zulassung nicht an Frauen getestet wurden. Geschlechtergerechtigkeit heißt auch, dass wir Anspruch auf jene Öffentlichkeit haben, die die männliche Norm besetzt – sei es in Form von sprachlichen Äußerungen, in Form unserer politischen Vertreter_innen oder in Form von beruflichen „Role Models“, die jede von uns bestimmt schon einmal gesucht hat. Insofern: Chancengleichheit ist fraglos wichtig, aber wir werden dennoch nicht umhin kommen, über Geschlechtergerechtigkeit zu sprechen.


– PartnEr_innEn

– KooPErationEn

– iMPrEssuM Herausgebe r_in: The Sorority - Verein zur branchenübergreifenden Vernetzung und Karriere förderung von Frauen in Österreich (ZVR 282384817) Chefredaktion: Sandra Nigische r mitarbeit: Martina Schöggl Grafik: Andrea Lehsia k, www.lehsia k.at Redaktion: Amira Ben Saoud, Simone Bernard, Katharina Brandl , Teresa Hammerl, Andrea Hauer, Theres e Kaiser, Friederik e Schemp p, Martina Schöggl, Theres a Thomasberger , Katharina Zagata, Eva Zenz Anzeigen: Theres e Kaiser Lektorat: Sandra Nigische r, Martina Schöggl Druck: Rema-Print-Littera Druck- und Verlagsgesellschaf t m.b.H, Neulerchen felder Straße 35, 1160 Wien


THE SORORITY

VEREIN ZUR BRANCHENÜBERGREIFENDEN VERNETZUNG UND KARRIEREFÖRDERUNG VON FRAUEN IN ÖSTERREICH

Business Riot Zine #1  

Das Magazin zum Festival präsentiert österreichische Gründerinnen, stellt Frauennetzwerke vor und liefert Content zu den Themen Frauen- und...

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