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Nr. 4 • 24. Jänner 2010 | www.sonntagsblatt.at Bischofplatz 2, A-8010 Graz, Postfach 872 • Telefon 0 31 6/80 41-111 • DVR: 0029874/115 • € 0,60 • Verlagspostamt A-8020 Graz • P.b.b. • GZ 02Z032422 W

für Steiermark Seite 3:

In Haiti überleben helfen Das schreckliche Erdbeben hat Tod und Verwüstung in einem ohnehin sehr armen Land hinterlassen. Caritas und andere Organisationen koordinieren die Hilfe, die ganz dringend benötigt wird.

Seite 7:

Mensch Priester Live im „Sonntagsblatt_Mikro“ interviewt wurde Jugendseelsorger Dietmar Grünwald. Via Internet befragten auch Schüler der HTL Weiz den Musiker und Hobbykoch nach seinem Priesterberuf. Heute als Beilagen:

Augustinum Weltlepratag Mit dem Sonntagsblatt können Sie im „Augustinum“ mitleben und den Kampf gegen Lepra unterstützen.

Sichtweisen ändern Offene Diskussionsfläche. Eine Woche lang präsentierten Einrichtungen der Diözese im Einkaufszentrum Citypark die Vielfalt der Kirche. Ungeschminkte Gespräche, angeregte Diskussionen und positive Rückmeldungen – die Aktion (im Bild Hertha Ferk und Pfarrer Glettler) zeigte eine Kirche, die angstfrei auf Menschen zugeht. Seite 14 Foto: Neuhold

◗ Namenstage Susanna (25. Jänner) wurde vom Propheten Daniel vor dem Todesurteil gerettet, nachdem sie von Ältesten fälschlich angeklagt worden war. Titus (26. Jänner) war Mitarbeiter des Apostels Paulus und gilt als erster Bischof von Kreta. Martina (30. Jänner), Märtyrin, ist Schutzheilige von Rom.


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Meinung

AUS MEINER SICHT Plötzliche und dauerhafte Katastrophen Die Karibik kann als Urlaubsparadies beworben werden. Jetzt ist ein Teil dieser paradiesischen Welt zur Hölle geworden. Das schreckliche Erdbeben in Haiti mit unzähligen Todesopfern und persönlich Betroffenen wirft wieder einmal die Frage auf, warum unschuldige Menschen leiden müssen. Trotzdem ist nicht die Antwort auf die Frage „Warum?“ die erste, die die Menschen dort brauchen, sondern die Antwort auf die Frage: „Was können wir tun?“ Sie wird durch den persönlichen Einsatz vieler beantwortet, die Gefahren und Chaos an Ort und Stelle trotzen. Und sie wird durch die Mithilfe aus der Ferne beantwortet von Menschen, die über die Hilfsorganisationen etwas beitragen zu einem Neubeginn. Eine solche nicht von jemand verschuldete Katastrophe lässt sich nicht verbergen, wir können die Augen nicht davor verschließen. Wohl aber geschieht dies manchmal bei Katastrophen, die von Menschen verschuldet sind: etwa beim weltweiten Hunger und anderem Elend. Manche Teile der Welt können wir in sehr mondänen Urlaubsparadiesen besuchen und dabei gar nicht zu sehen bekommen, wie groß die Armut der meisten Menschen ist und wie nur wenige die Chance bekommen, an einem Wohlstand teilzuhaben, den einige für sich reservieren. Es ist traurig, wie uns eine Erdbebenkatastrophe die Augen öffnet für Elend in der Welt. Vielleicht bleiben die Augen ein wenig offen, damit sie auch die Dauerkatastrophen mitbekommen, bei denen wir auch auf das Warum eine Antwort wissen müssten.

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Offen gesagt: Asylproblematik Sie haben in den letzten fünf Jahren das zweite Erstaufnahmezentrum Österreichs erfolgreich integriert. Spielte es dabei eine Rolle, dass Sie Religionslehrer und Christ sind? Ja natürlich. Ich bin ein christlich sozialer Mensch. Ich bin Humanist. Ich bin dafür, dass jenen Asyl gegeben wird, die es brauchen. Wenn jedoch jemand fälschlich darum ansucht, muss man dagegen einschreiten. Wir haben hier in St. Georgen in den vergangenen Jahren einen sehr schwierigen Prozess durchgemacht. Im Ortsteil Thalham liegt das nach Traiskirchen zweite Erstaufnahmezentrum Österreichs, unsere Bevölkerung lebt mit etwa 140 Asylwerbern. Als die Betreuungsstelle vor fünfeinhalb Jahren zu einer Erstaufnahmestelle umfunktioniert wurde, sind große Probleme aufgetaucht mit Diebstählen und dergleichen. Es gab Proteste.

Goldene Mitte. Mag. Wilhelm Auzinger (ÖVP) ist Bürgermeister von St. Georgen im Attergau, wo das Erstaufnahmezentrum Thalham liegt. Foto: Maritsch

LESERBRIEFE ständen auf unserer Erde kommt mir wieder eine Aussage von Karl Rahner in den Sinn: „Glauben heißt: die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten.“

„Die Brücke“: In diese TonPlastik ließ Alexander Silveri wohl auch die Liebe zu seiner Frau Hiltraud (geb. Fabiani) und seinen Kindern einfließen. Unseren Bericht in der Vorwoche ergänzen wir mit der Internetadresse zum Betrachten vieler Werke des vor 100 Jahren geborenen Bildhauers: www.alexander-silveri.com

Willibald Handler, Wiener Neudorf

Aufmunterung mit Genuss Danke für die aufmunternden Worte im schönen Sonntagsblatt. Lese immer mit vollem Genuss und bedanke mich beim Team! Gertrude Michelitsch, Arnfels

Beim Friedensgruß anschauen

Foto (Ausschnitt): Silveri

Griechenland feiert mit Hartberg Mit großer Freude kann ich die hl. Messe aus Hartberg mitverfolgen. Diese Übertragungen im Internet (www.pfarre.hartberg.at) geben mir als Auslandsösterreicherin die Möglichkeit, direkter an den religiösen Feierlichkeiten meiner Heimat teilzunehmen. Ich stamme aus Grafendorf und lebe seit 25 Jahren in Kalamata, Griechenland. Auf diese Weise kann ich auch manchmal meine Angehörigen, vor allem meine Nichte mit ihren Kindern, sehen, was mich natürlich ganz besonders freut. Ich möchte mich auf diesem Weg ganz herzlich bei Dechant Josef Reisenhofer und dem ganzen Team bedanken, weil uns so die Gelegenheit gegeben wird, auch dabei zu sein. Maria Koutsogiannopoulou (geb. Riegler), Kalamata, Griechenland

Der unbegreifliche Gott Herbert Meßner, Chefredakteur

Die Menschen wollten, dass das Lager wegkäme. Ich habe versucht, die ganze Sache in den Griff zu bekommen, und das ist mir in diesen Jahren sehr mühsam, aber doch gelungen. Ich vertrete eine goldene Mitte und stehe da zu hundert Prozent hinter der Linie der Innenministerin. Ich grenze mich stark gegen Rechtstendenzen ab, aber auch gegen gewisse Flüchtlingsorganisationen, die meinen, wir könnten alle hereinlassen und müssten nur human sein.

Nach dem furchtbaren Erdbeben in Haiti und auch all den anderen Leiden und Gewaltzu-

Liebe Leute, die ihr (mit mir zusammen) Gottesdienste feiert, wisst ihr, wie ich mich freue, wenn ihr während des Friedensgrußes wenigstens ein paar Bruchteile von Sekunden mich wahrnehmt und anschaut? Manche scheinen Rekorde aufstellen zu wollen im MöglichstVielen-Händeschütteln bzw. im Weiterschauen, wer das nächste „Opfer“ sein könnte. Wer zu mir sagt „Der Friede sei mit dir“, sollte beim „dir“ tatsächlich noch bei mir sein. Ingrid Stock, Mellach

◗ Aus der Redaktion „Nur ein kleines Eckerl“ habe sie sich erwartet, reagierte überrascht Rosa Kowald, die nach dem Tod ihres einzigen Sohnes das Buch „Auf der anderen Seite des Weges“ geschrieben hat. Mit der ganzen Seite 16 vorige Woche haben wir aber „den Nagel auf den Kopf getroffen“, denn sie bekomme aus der ganzen Steiermark Anrufe. „Wie wenn das Buch für mich geschrieben wäre“, danken ihr Mütter. – Eine Frau regte dazu an, im Sonntagsblatt vorgestellte Bücher jeweils in den öffentlichen Bibliotheken aufzulegen.


Thema

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Nach der Katastrophe in Haiti. Nach einem Beben der Stärke 7 und einigen Nachbeben ist die Zahl der Todesopfer übergroß, und die Schäden sind enorm (rechtes Bild). Die Menschen brauchen dringend und noch lange Hilfe. Jedes Zelt der Caritas hilft überleben (linkes Bild). Fotos: Caritas

Jedes Paket rettet Leben Es geht ums Überleben. Nach dem schweren Erdbeben auf Haiti mit zahllosen Todesopfern geht es für alle anderen um einen Neubeginn. Sie brauchen unsere Hilfe.

D

ie Situation ist unhaltbar. „Die Toten liegen auf der Straße, und ein Verwesungsgeruch hängt über der Stadt. Es gibt kein Trinkwasser und keine Lebensmittel in Port-au-Prince, die Menschen müssen auf der Straße schlafen und stehen unter Schock. Trotz extremer logistischer Probleme und chaotischer Zustände kommt die Hilfe an. Jedes Lebensmittelpaket, das wir unter die Menschen bringen, rettet Leben“, betont Christoph Petrik-Schweifer, Caritas-Auslandshilfechef und Vorstandsvorsitzender von „Nachbar in Not“. In der Hauptstadt Port-au-Prince herrschte nach dem Beben das blanke Chaos. Überlebende versuchten mit bloßen Händen, Verschüttete aus den Trümmern zu retten. Auf den Straßen lagen Tote, die behelfsmäßig mit weißen Laken zugedeckt wurden. Die Hilfe der Caritas für die Opfer des verheerenden Erdbebens ist auf Hochtouren angelaufen. Die Caritas Österreich schickte drei MitarbeiterInnen vor Ort, um mit der lokalen Caritas die Hilfe zu koordinieren. Sabine Wartha, die Leiterin der Katastrophenhilfe der Caritas Österreich, flog in Begleitung von Thomas Preindl und Ruth Schöffl ins Katastrophengebiet. Die Caritas Haiti, die seit 1975 besteht, hat reiche Erfahrung auf dem Gebiet der Nothilfe

◗ Spenden über die Caritas Kontonummer, PSK 7.925.700, BLZ 60.000, Kennwort: „Erdbeben Haiti“ – Onlinespenden: www. caritas-steiermark.at – Spenden per sms: 0664/ 660 3333 (Spendenbetrag eingeben, abschicken, wird von Telefonrechnung abgebucht).

und unterhält in Haiti 200 Gesundheitszentren und Ambulanzen. Zusätzlich gibt es noch weitere internationale Caritaspartner vor Ort. Auch ein Nothilfe-Team des internationalen Caritasnetzwerks begab sich ins Katastrophengebiet, um Hilfsgüter ins Land zu bringen und die lokale Caritas bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Vor Ort gibt es sowohl in Haiti als auch in der benachbarten Dominikanischen Republik Lager für Nothilfegüter mit Lebensmitteln

Helfende aus Österreich. Für die Caritas im Katastrophengebiet (von links): Sabine Wartha, Thomas Preindl, Ruth Schöffl. Foto: Caritas

und Küchenutensilien, Hygieneartikeln, Moskitonetzen, Bettwäsche, Wassertabletten und Plastikplanen, die verteilt werden. In Haiti konnten zunächst damit 1000 Familien unterstützt werden. Mit den Hilfsmitteln, die in der Dominikanischen Republik lagern, konnte weiteren 500 Familien sofort geholfen werden. Als Notunterkünfte wurden Zelte an bedürftige Familien verteilt. Haiti ist das ärmste Land Lateinamerikas: 70 Prozent der Bevölkerung lebt mit weniger als zwei Dollar pro Tag. Zudem wird das Land immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. So forderten im Herbst 2008 mehrere verheerende Wirbelstürme über 800 Tote und rund eine Million Betroffene. Etwa 100.000 Häuser wurden beschädigt. Die Caritas Österreich hilft gemeinsam mit den anderen Hilfsorganisationen unter dem Dach von „Nachbar in Not“ und bittet dringend um Spenden für die Opfer des Erdbebens in Haiti. Die Spendenmöglichkeiten über die Caritas sind im obigen Kasten auf dieser Seite angegeben. Auch in vielen steirischen Pfarren wurden und werden eigene Kirchensammlungen zugunsten der Erdbebenopfer in Haiti durchgeführt. Auch andere kirchliche Netzwerke und Hilfsorganisationen stellen sich in den Dienst der Nothilfe für Haiti. Mit einer Soforthilfe haben Missio, die Päpstlichen Missionswerke in Österreich, auf die unermessliche Not reagiert (Online-Spenden unter www.missio.at). Das entwicklungspolitische Hilfswerk „Jugend Eine Welt“ (Tel. 01/879 0707-34) unterstützt auch sonst in Haiti Straßenkinderprogramme und bittet um rasche Unterstützung angesichts der Not in dem Land, wo 63 Prozent der Bewohner unterernährt sind.


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Professjubiläen unserer Ordensfrauen Ulrika, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (8. Oktober). – Sr. Perpetua Kistenich, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (8. Oktober).

Das Sonntagsblatt gratuliert den Jubilarinnen herzlich.

Schulschwestern Sr. Valeria Tropper, Georgigasse 84, 8020 Graz (29. August). – Sr. Margit Zauner, Georgigasse 84, 8020 Graz (29. August). – Sr. Emilie Schmidt, 1200 Nespruit, POB 618, Transvaal, Südafrika (29. August).

75-jährige Profess Barmherzige Schwestern Sr. Rigomera Kienreich, Mariengasse 12, 8020 Graz (6. Jänner).

70-jährige Profess Barmherzige Schwestern Sr. Annaberta Raidl, Mariengasse 12, 8020 Graz (1. Mai). – Sr. Rodgera Hauer, Mariengasse 12, 8020 Graz (1. November). – Sr. Edgara Schuster, Dultstraße 52, 8101 Gratkorn (1. November). – Sr. Honorine Mohorko, Mariengasse 12, 8020 Graz (8. Dezember). Kreuzschwestern Sr. Annemarie Schaffer, Pflegestation St. Theresia, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (1. Juni). Schulschwestern Sr. Annemarie Dax, Georgigasse 84, 8020 Graz (28. Juli).

60-jährige Profess Barmherzige Schwestern Sr. Witta Eisner, Dultstraße 52, 8101 Gratkorn (15. März). – Sr. Viktoria Dziergas, Mariengasse 12, 8020 Graz (1. Mai). – Sr. Selma Krammer, Mariengasse 12, 8020 Graz (29. Juni). – Sr. Felicitas Keilbauer, Dultstraße 52, 8101 Gratkorn (29. Juni). – Sr. Notburga Rathkolb, Dultstraße 52, 8101 Gratkorn (29. Juni). – Sr. Elsa Ladenhauf, Dultstraße 52, 8101 Gratkorn (12. September). – Sr. Magda Lienhart, Dultstraße 52, 8101 Gratkorn (12. September). – Sr. Dorothea Jagerhofer, Dultstraße 52, 8101 Gratkorn (27. November.) Benediktinerinnen Sr. Engelberta Baumhackl, Kloster St. Gabriel, 8222 St. Johann bei Herberstein 7A (13. Dezember). – Sr. Maura von Steiner, Kloster St. Gabriel, 8222 St. Johann bei Herberstein 7A (30. Dezember).

Zwei Goldene fern der Heimat und doch im Herzen ganz Steirerinnen: Sr. Heliodora Strobl (links) und Sr. Berlinde Grebien wirken im St. Georgsspital der Barmherzigen Schwestern in Istanbul auch für Muslime segensreich. Foto: Samin Oçmak Kreuzschwestern Sr. Reinhilde Brunnhofer, Pflegestation St. Theresia, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (3. Mai). – Sr. Valentine Eibisberger, Gemeinschaft St. Ulrika, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (3. Mai). – Sr. Thekla Steffan, St. Josefsheim, Rein bei Gratwein (3. Mai). Schulschwestern Sr. Bartholomäa Wilhelmer, Georgigasse 84, 8020 Graz (28. August). – Sr. Vita Vollmann, Georgigasse 84, 8020 Graz (29. August). – Sr. Paula Wagner, Georgigasse 84, 8020 Graz (9. Dezember). Vorauer Schwestern Sr. Irmgarda Fellinger, Spitalstraße 101, 8250 Vorau (1. Juni). – Sr. Eugenia Markfelder, Spitalstraße 101, 8250 Vorau (1. Juni). – Sr. Ottilie Pichler, Spitalstraße 101, 8250 Vorau. – Sr. Rita Kandlbauer, Spitalstraße 101, 8250 Vorau (1. Juni). Schwestern vom Göttlichen Erlöser Sr. Pauline Weber, Bergstraße 27, 8020 Graz (2. August).

Goldene Profess Barmherzige Schwestern Sr. Engeltraud Fellinger, Dultstraße 52, 8101 Gratkorn (31. Mai). – Sr. Heliodora Strobl, St. Georgsspital, TR 80020 Istan-

bul, Karaköy (31. Mai). – Sr. Edwina Kispert, Antonigasse 72, 1180 Wien (15. August). – Sr. Angela Platzer, Oberberg 3, 8143 Dobl (15. August). – Sr. Franziska Rappold, Mariengasse 12, 8020 Graz, (8. September). – Sr. Alexandra Weihnacht, Salzachgässchen 3, 5020 Salzburg (25. Dezember). – Sr. Berlinde Grebien, St. Georgsspital, TR 80020 Istanbul, Karaköy (25. Dezember). Kreuzschwestern Sr. Romana Miklautsch, Bad Blumau (27. April). – Sr. Walberta Mandl, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (27. April). – Sr. Carmela Zavec, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (27. April). – Sr. Silveria Grad, Gemeinschaft St. Antonius, Hilmgasse 21, 8010 Graz (27. April). – Sr. Anastasia Horvath, Kreuzgasse 34, 8010 Graz. (27. April). – Sr. Frieda Trummer, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (27. April). – Sr. Rosaris Dullnig, St. Josefsheim, Rein bei Gratwein (8. Oktober). – Sr. Gemma Neumann, Antoniusheim, Feldkirchen in Kärnten (8. Oktober). – Sr. Theophila Knapp, Pflegestation St. Theresia, Kreuzgasse 34, 8010 Graz (8. Oktober). – Sr. Raphaela Kaaser, Haus der Begegnung, Klagenfurt (8. Oktober). – Sr. Edigna Selic, Kreuzgasse 35, 8010 Graz (8. Oktober). – Sr. Sibylla Haberl, Kreuzgasse 35, 8010 Graz (8. Oktober). – Sr. Ferdinanda Sattler, Gemeinschaft St.

Schwestern vom Göttlichen Erlöser Sr. Gottharda Knarr, Bergstraße 27, 8020 Graz (2. August). Sacré Cœur Sr. Angela Dorfer, Schörgelgasse 58, 8010 Graz (30. Juli). Vorauer Schwestern Sr. Waltraud Wetzelberger, Spitalstraße 101, 8250 Vorau (23. Mai). – Sr. Euphrasia Riegler, Spitalstraße 101, 8250 Vorau (23. Mai). – Sr. Barbara Fischer, Spitalstraße 101, 8250 Vorau (23. Mai).

40-jährige Profess Karmelitinnen Sr. Maria Barbara Felgitsch, Heiliger Berg 1, 8572 Bärnbach (3. Oktober). Barmherzige Schwestern Sr. Eva Maria Donner, Odilienweg 10–12, 8010 Graz (15. März). – Sr. Isabella Zebinger, Mariengasse 12, 8020 Graz (15. März). Schulschwestern Sr. Gudrun Wappel, Georgigasse 84, 8020 Graz (29. August). – Sr. Beatrix Laiber, Georgigasse 84, 8020 Graz (29. August). – Sr. Stefana Sever, Marschallgasse 12 (29. August).

Silberne Profess Karmelitinnen Sr. Maria Clara Grübl, Karmelweg 1, 8630 Mariazell (8. September). Elisabethinen Sr. Franziska Schinzel, Elisabethinergasse 14, 8020 Graz (17. März).


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STEIRISCHE PRIESTER IN PASSAU

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GEDENKEN Josef Rainer nahm das Priestersein sehr ernst

In der Welt von heute den Glauben verkünden. Das war der rote Faden durch die Priesterfortbildung, die nach vielen Jahrzehnten in Freising heuer zum dritten Mal in Passau, und, wie auf dem Bild ersichtlich, zwar bei kaltem, aber in außergewöhnlich gutem Klima stattfand. Die Chancen der unmittelbaren Begegnungen nützen, etwa bei den Feiern der Sakramente oder durch Kirchenführungen, lautete eine Grunderkenntnis. Wie diese gut mit Möglichkeiten der neuen Medien kombiniert werden können, war dann eine intensiv diskutierte Frage im Rahmen des Projektes „Kommunikation 2010“. Ziel sind und bleiben dauerhafte lebendige Beziehungen zwischen den Menschen und der Kirche als mystischem Leib Christi. Foto: Burkard

Europa begräbt die Freiheit Elias Bierdel, der vor Sizilien 37 Afrikaner vor dem Ertrinken rettete, sprach in Gleisdorf. „Das stille Sterben an Europas Außengrenzen“ demaskierte bei einem Vortrag im Pfarrzentrum Gleisdorf der Journalist und Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel. Für das Jugendprojekt „Zukunft braucht Erinnerung“ hatte ihn der Lehrer Wolfgang Seereiter eingeladen. In der „Festung Europa“ sollen Zäune, Radarüberwachung, Satellitenaufklärung, militärische Sperrzonen, Kriegsschiffe sowie Polizei- und Grenzschutztruppen die Zuwanderung verhindern. Diese „Flüchtlingsabwehr“ nehme immer mehr die Formen eines Krieges an, rüttelte Bierdel auf. Das tausendfache Sterben dürfe „nicht länger ein Tabuthema bleiben“. Die verzweifel-

ten Afrikaner in ihren Holz- und Plastikbooten seien „Botschafter der Ungerechtigkeit“, hob Bierdel hervor. EU-Agrarsubventionen zerstören afrikanische Märkte, und die unermessliche europäische Gier nach Rohstoffen stürze weite Teile des Nachbarkontinents ins Elend. Die Organisation „SOS Mitmensch“ verlieh dem Vorsitzenden von „Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen“ am 15. Jänner den „Ute-Bock-Preis für Zivilcourage“. An Bord des Schiffes Cap Anamur hatte er 2004 mitgeholfen, 37 Afrikaner zu retten, deren Schlauchboot zu kentern drohte. Er war der Schlepperei bezichtigt worden, wurde aber in erster Instanz freigesprochen. Laut „SOS Mitmensch“ macht Bierdel „uns deutlich, dass Europas Vision von Freiheit und Menschenrechten an den Grenzen zu Grabe getragen wird“.

◗ Veränderungen im Seelsorgedienst In den Ruhestand getreten ist mit Jahreswechsel der bisherige Pfarrer von Kraubath, P. Mag. Walter Lichtenegger, SVD.; er wohnt nun im Missionshaus St. Gabriel der Steyler Missionare in Maria Enzersdorf bei Wien. Neuer Pfarrer von Kraubath ist nun Mag. Martin Schönberger, der auch Pfarrer von St. Michael, St. Stefan ob Leoben und Traboch ist. Dr. Darius Rot wirkt zudem als Seelsorger in diesen vier Pfarren. – Für die Pfarren Gutenberg an der Raabklamm und St. Kathrein am Offenegg wurden der Wei-

zer Kaplan Mag. Johannes Biber und der Weizer Seelsorger Mag. Johann Geieregger zusätzlich zum Kaplan bzw. Seelsorger ernannt. – Der Provisor von Graz-Kalvarienberg, Prälat Mag. Ottó Molnár, ist nun auch Ungarnseelsorger der Diözese Graz-Seckau. – Aus dem Dienst unserer Diözese ausgeschieden ist P. Mag. Matthias Huber, bisher Haus der Stille. – Diakon Mag. Karl Winkler wirkt als Pastoralassistent wie bisher in Altaussee, nun aber auch in Bad Aussee und Grundlsee.

Unter großer Anteilnahme wurde am 15. Jänner in St. Margarethen an der Raab der am 8. Jänner verstorbene Pfarrer i. R. Geistl. Rat Josef Rainer zu Grabe getragen. Auch von seinen früheren Pfarren Oppenberg und Maria Rehkogel kamen viele, und die Bürgermeister sprachen Worte des Dankes für sein Wirken aus. Die von Altbischof Johann Weber geleitete Begräbnisfeier mit Eröffnung, Messe und Beisetzung wurde zu einem sehr besinnlichen Ereignis. Die feierliche Gestaltung durch den Kirchenchor trug dazu wesentlich bei. Bischof Weber würdigte in seiner Predigt den Verstorbenen als einen, der sein Priestersein sehr ernst genommen hat und gerne Priester war. Dies zeigte sich auch darin, dass er das Herrichten der ihm anvertrauten Gotteshäuser sehr genau nahm. Pfarrer Rainer war ein Mensch, mit dem man viel lachen konnte und der nie aggressiv wurde. Mit dem Salve regina, in dem die Gottesmutter gebeten wird, uns am Ende des Lebens Jesus zu zeigen, schloss die berührende Feier beim Grab im Friedhof von St. Margarethen.

Gedenktafel für NS-Priestermärtyrer Am Mittwoch, dem 27. Jänner, wird nach der Fakultätsmesse mit Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari, die um 18 Uhr in der Kapelle des Grazer Priesterseminars beginnt, im Eingangsbereich des Priesterseminars eine neu errichtete Gedenktafel gesegnet. Sie erinnert an Pfarrer Heinrich Dalla Rosa (1909 bis 1945) und an andere Priester, die mutig aus christlicher Überzeugung Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten und deshalb verfolgt, verhaftet, ins KZ deportiert oder, wie Dalla Rosa, hingerichtet wurden. Die Kirchenhistorikerin Michaela Sohn-Kronthaler, Diözesanarchivar Alois Ruhri und Regens Franz Josef Rauch haben dazu die Broschüre „Memoria“ herausgegeben.


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IM BLICKPUNKT

WIEL. Dankbar schaut Rosalia Koch (Bildmitte) auf 70 Jahre Mitsingen im Kirchenchor von St. Katharina in der Wiel zurück. Schon als Kind hatte sie mit dem Singen zur Ehre Gottes begonnen, das ihr weiterhin Freude macht. Pfarrer Mag. Anton Lierzer (links) und der Pfarrgemeinderat gratulierten. Foto: Fürbass

STEIRERIN MIT HERZ

Edith Eisner

D

en Pfarrer Brei habe sie sich „einmal aus der Nähe ansehen“ wollen, erzählt die Grazerin Edith Eisner. Er sei „ganz ein offener, ein netter Kerl“, der eine „liebe Art hat“. Eine Bekannte ermunterte die gerade im Grazer „Citypark“ Einkaufende, beim Stand der katholischen Kirche auch am Gewinnspiel teilzunehmen. Edith Eisner gewann den Hauptpreis. Sie wird am 27. März mit anderen Teilnehmern einer Sonntagsblatt-Reise nach Sizilien fahren – genau an ihrem 65. Geburtstag. „Das Feiern holen wir nach“, versprach sie ihren drei Enkerln. Als Tochter einer Müllerstochter und eines Polizisten wurde Frau Eisner 1945 in Gleisdorf geboren. Schon mit 15 Jahren verlor sie ihre Mutter, da konnte sie zu einer Tante nach Graz-St. Peter ziehen. Sie war Verkäuferin, bis sie 1964 ihren Mann heiratete, der bei der Berufsfeuerwehr war. Er starb auch schon mit 47 Jahren. Die beiden Söhne arbeiten beim Grazer Magistrat. „Sich bewegen, hinausgehen und helfen, wo man kann“ sollen Menschen in ihrem Alter, wenn sie unzufrieden seien, rät Edith Eisner. Ihr Hobby ist, neben Schwimmen und dem Campieren im Wohnwagen beim Röcksee in der Südsteiermark, die wöchentliche gemütliche und fleißige Handarbeitsrunde in der Pfarre Graz-St. Andrä. Der Osterbazar naht. Johann A. Bauer, Foto: Neuhold Schlagen auch Sie uns ein Vorbild des Alltags vor. Zuschriften bitte an die Redaktion.

HIEFLAU. Bischöfliche Urkunden überreichte Pfarrer Mag. Anton Reinprecht den Mitgliedern des Hieflauer Kirchenchores, in denen ihnen „Dank und Anerkennung“ für langjährige Dienste ausgesprochen wird. Chorleiter und Organist Leo Josef Platzer steht schon seit 60 Jahren im Dienst der Kirchenmusik. Foto: Allmer

GRAZ-STRASSGANG. Bei einem Märchennachmittag, zu dem der Arbeitskreis Ehe und Familie eingeladen hatte, verstanden es die tollen Geschichtenerzähler Heidi Wölfl und Martin Lienhart, Klein und Groß zum Staunen zu bringen und zur Erkenntnis: Gutes Herz und Mut zählen im Leben. Foto: Pfarre

Für soziale Gerechtigkeit Dr.-Karl-Kummer-Institut verlieh erstmals neuen Ehrenpreis. Eine Premiere gab es beim Festakt zur 30-jährigen Neugründung des Dr.-Karl-Kummer-Institutes in der Steiermark: Erstmals wurde der gemeinsam mit dem Kummer-Institut Wien ins Leben gerufene „Dr.-Karl-Kummer-Ehrenpreis“ vergeben. Frau Landeshauptmann a. D. Waltraud Klasnic wurde für ihr jahrzehntelanges sozialpolitisches Engagement damit ausgezeichnet. Und em. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mantl erhielt den Ehrenpreis für seine wissenschaftlichen Leistungen im Sinne der katholischen Soziallehre. „Die Menschen, die von der aktuellen Krise durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit betroffen sind, dürfen nicht allein gelassen werden. Wir müssen alles daransetzen, ihnen Perspektiven zu geben, durch eigene Arbeit ein gerechtes Einkommen zu erzielen“, betonte Erster Landeshauptmann-Stellvertreter Her-

mann Schützenhöfer im Rahmen des Festaktes im Priesterseminar, zu dem er zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche, Gewerkschaft und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens begrüßen konnte. „Das Kummer-Institut ist eine wichtige ideenbringende Denkwerkstatt in sozialpolitischen Fragen, auf die ich nicht verzichten möchte“, so Schützenhöfer. Der Obmann des steirischen KummerInstituts, Ass.-Prof. Dr. Klaus Poier, präsentierte die Jubiläumsausgabe der Zeitschrift „Gesellschaft & Politik“ zum Thema „Katholische Soziallehre und Wirtschaftskrise – 30 Jahre Neugründung des Dr.-Karl-Kummer-Instituts in der Steiermark“. Namhafte Experten machen sich Gedanken über Konsequenzen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Aufgabe Soziale Gerechtigkeit ist unser Leitmotiv, die Katholische Soziallehre unser Wertefundament. Auf dieser Basis werden wir weiterdenken und weiterkämpfen für mehr soziale Gerechtigkeit. Herausforderungen gibt es gerade in dieser Zeit zur Genüge“, so Poier.

Nach der Ehrenpreis-Verleihung (im Bild von links): Kummer-Institut-Obmann Dr. Klaus Poier, Ehrenpreisträger Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mantl, LH-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer, Ehrenpreisträgerin LH a. D. Waltraud Klasnic, Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari und ÖGB-Vizepräsident Dr. Norbert Schnedl. Foto: Fischer


Serie

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Erster Gast live im „Sonntagsblatt_Mikro“ war Jugendseelsorger Dietmar Grünwald – befragt von Dr. Claudia Unger und im Internet unter: mms:// video4u.unigraz.at/wmtencoder/theologie. wmv. Foto: Neuhold

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Eine Serie von

diesmal: Jugendseelsorger Dietmar Grünwald

„Ich habe lange mit mir selber gerungen“

„WORD-RAP“

Schlagzeug und Trompete hat Dietmar Grünwald studiert, aber noch mehr wollte er Gott nahe sein.

Dietmar Grünwald ist Seelsorger der „Jungen Kirche“. Foto: Neuhold

J

ung, fesch, dynamisch – und Single? Ja, das gibt’s. Zu haben ist Dietmar Grünwald trotzdem nicht. Denn der 36-jährige Ennstaler aus Wörschach ist bereits fix vergeben, und zwar an Gott. Er ist als Jugendseelsorger der Diözese Graz-Seckau Ansprechpartner für alle steirischen Kinder und Jugendlichen. Sein Weg zum Priestersein war aber nicht der traditionelle. „Es war ein Auf und Ab – ich habe lange mit mir gerungen“, erinnert sich Grünwald. Begonnen habe alles, als er nach zwei Jahren BORG Bad Aussee eine „Ehrenrunde“ drehen sollte. „Mein ‚Lieblingsfach‘ war Mathematik … aber die Klasse zu wiederholen hat mich so abgeschreckt, dass ich lieber von der Schule gegangen bin. Ich wusste zuerst überhaupt nicht, was ich machen sollte.“ Dass er etwas machen musste, war dem Jugendseelsorger aber klar. „Schlussendlich schlug ich eine musikalische Laufbahn ein, da meine ganze Familie recht musikalisch ist.“ Nach rund zwei Jahren am JohannJoseph-Fux-Konservatorium in Graz, wo er Schlagzeug und Trompete gelernt hat, ging’s zum Präsenzdienst bei der Militärmusik Steiermark. „Dann wollte ich eigentlich Musik studieren. Aber es kommt halt oft anders“, sagt Grünwald. Denn der Priesterberuf habe ihn nie losgelassen. „Ich habe schon als Kind ministriert. Mich hat es schon damals fasziniert, Gott nah zu sein. Aber ich hatte keine Erscheinung oder Ähnliches, die mir den Weg zeigte. Es war eine bewusste Entscheidung.“

Und so absolvierte Grünwald das Priesterseminar statt eines Musikstudiums. „Es waren fünf Jahre der Prüfung und der Entscheidungsfindung. Im Nachhinein habe ich meinen Entschluss aber nie bereut.“ Nach drei Jahren Kaplanszeit in Gnas wurde Grünwald 2007 nach Graz berufen. „Am Anfang war es für mich hier schwierig. Vor allem wegen des Alleinseins. In Gnas waren immer Leute um mich herum, hier wohne ich allein. Damit musste ich lernen umzugehen“, gibt der Priester zu. Wie er das macht? „Ich bin ein geselliger Mensch und lade gerne Freunde und Kollegen ein. Und die werden dann bekocht. Das ist eines meiner Hobbys. Bei meinem Abschied aus Gnas habe ich neben einer Kreuzfahrt auch Küchenutensilien und ein Kochbuch geschenkt bekommen, so hat diese Passion begonnen.“ Wenn er nicht gerade kocht, geht der Priester in seiner Freizeit gerne laufen, skaten, Schi fahren, ins Kino, und er entspannt sich vor dem Fernseher. Zum Musizieren kommt er jetzt vielleicht wieder öfter, denn „wir haben jetzt im Augustinum eine Musikkapelle mit Jugendlichen gegründet“. Wie er seine Zukunft sieht? „Ich bin gerne Priester, und diesen Weg möchte ich auch weiter gehen.“ MELANIE KUEHS

◗ Primizspruch „Wohin ich dich auch sende, dorthin sollst du gehen“: Dieses Wort aus Jeremia 1,7 wählte Dietmar Grünwald bei seiner Priesterweihe 2004 als Leitspruch. Er bekennt: „Ich bin zuversichtlich und vertraue darauf, dass Gott mich auf meinem Weg führen wird.“

 Ich bin: Sehr gerne Priester.  Das ist bei mir Top: Singen, musizieren, Sport.  Das ist bei mir Flop: Mathematik.  Darüber kann ich lachen: Witze.  Meine momentane Lieblingsmusik? Da fällt mir „Pokerface“ ein.  Mit welchem Promi würden Sie gern einen Tag verbringen? Angela Merkel – eine tolle Frau.  Wenn Sie drei Wünsche frei hätten: Gerechtigkeit, Friede und eine Kreuzfahrt – die hab ich schon.  In 20 Jahren: Werde ich 56.  Am Ende meines Lebens: Möchte ich zufrieden sein. Am Interview („Sonntagsblatt_ Mikro“) von Dr. Claudia Unger mit Mag. Grünwald mitgewirkt haben auch Schüler der vierten Klasse der HTL Weiz mit ihrem Religionslehrer Dr. Robert Pretterhofer. Sie haben Fragen via Internet („Skype“) gestellt.


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II. Vatikanum

24. Jänner 2010

Gleichsam ein Sak Der Grazer Dogmatiker Dr. Bernhard Körner skizziert für das Sonntagsblatt die Grundideen, die Anliegen und die Ergebnisse des II. Vatikanischen KonziIs.

Der Aufbau der Kirchen-Konstitution „Lumen gentium“ (siehe Konzilswissen nebenan) lässt die Grundzüge der konziliaren Lehre von der Kirche (Ekklesiologie) deutlich erkennen:

Foto: Sonntagsblatt

DIE KIRCHE FREUT SICH – DAS KONZIL WIEDER LESEN

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EINE SONNTAGSBLATT-SERIE VON BERNHARD KÖRNER

Konzils-Ton „Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit.“ „Gott hat es aber gefallen, die Menschen nicht einzeln, unabhängig von aller wechselseitigen Verbindung, zu heiligen und zu retten, sondern sie zu einem Volke zu machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit dienen soll.“ „Das gemeinsame Priestertum der Gläubigen aber und das Priestertum des Dienstes, das heißt das hierarchische Priestertum, unterscheiden sich zwar dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach. Dennoch sind sie einander zugeordnet: das eine wie das andere nämlich nimmt je auf besondere Weise am Priestertum Christi teil.“ „Um Gottes Volk zu weiden und immerfort zu mehren, hat Christus der Herr in seiner Kirche verschiedene Dienstämter eingesetzt, die auf das Wohl des ganzen Leibes ausgerichtet sind.“ „Wenn also in der Kirche nicht alle denselben Weg gehen, so sind doch alle zur Heiligkeit berufen und haben den gleichen Glauben erlangt in Gottes Gerechtigkeit. Wenn auch einige nach Gottes Willen als Lehrer, Ausspender der Geheimnisse und Hirten für die anderen bestellt sind, so waltet doch unter allen eine wahre Gleichheit in der allen Gläubigen gemeinsamen Würde und Tätigkeit zum Aufbau des Leibes Christi.“ Aus der Dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen gentium“ (LG)

Kirche als Mysterium und Communio Das I. und VII. Kapitel machen deutlich, dass die Kirche ein Mysterium ist, d. h. eine sakramentale und eine endzeitliche Größe. Sie ist auf der Ebene des Empirischen, des soziologisch Beschreibbaren und des Politischen allein nicht zu erfassen – sie reicht darüber hinaus. Die Kirche stützt sich auf Christus, sie verbindet – als Mysterium bzw. Sakrament – in sich Sichtbares und Unsichtbares. Aber sie hat nicht nur eine darstellende, sondern auch eine instrumentell-werkzeugliche Funktion: Sie soll nicht nur Zeichen der Einheit sein, sondern sie bewirkt sie auch. Das Konzil sieht die Kirche nicht nur im Wirken des dreifaltigen Gottes begründet, sondern versteht sie auch „als das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk“ (LG 4). Mit dieser Begründung in Gott und im Vorbild des dreieinen Gottes sind die Grundlagen der communio-Ekklesiologie gelegt – nach altkirchlicher Tradition bedeutet ja communio „kirchliche Gemeinschaft durch Teilhabe am Leben des dreifaltigen Gottes“. Kirche als Volk Gottes Die Voranstellung des II. Kapitels über das Volk Gottes vor alle innerkirchliche Ausfaltung in Amtsträger, Laien und Ordensleute und die Voranstellung des V. Kapitels über die allgemeine Berufung zur Heiligkeit vor das Kapitel über die Ordensleute stellt eine deutliche Entscheidung dar: Es gibt eine gemeinsame Berufung in die Kirche und „eine wahre Gleichheit in der allen Gläubigen gemeinsamen Würde und Tätigkeit zum Aufbau des Leibes Christi“ (LG 32). Eingebettet in das Gemeinsame gibt es nicht nur das kirchliche Amt, sondern auch die Berufung der Ordensleute (VI. Kapitel) und die Berufung der Laien (IV. Kapitel). Das geweihte Amt in der Kirche Das III. Kapitel bindet die Rolle des Papstes

Die Peterskirche diente als Konzilsaula. Fotos: KNA

deutlich in die communio der Bischöfe (Episkopat) ein. Entscheidend ist der Gedanke der Kollegialität der Bischöfe (LG 19), womit der Primat des Papstes aber nicht in Frage gestellt wurde. Natürlich ist in diesem Kapitel auch die Rede von den Priestern und den „ständigen“ Diakonen, die es seit dem Konzil in der katholischen Kirche wieder gibt. Das marianische Profil der Kirche Ursprünglich wollte das Konzil ein eigenes Dokument über Maria veröffentlichen. Aus einer langen Diskussion hat sich ergeben, dass dieses Dokument zum VIII. Kapitel der Kirchen-Konstitution wurde: Maria hat „im Geheimnis Christi und der Kirche“ eine unvergleichliche Bedeutung. Damit kehrt das Konzil zur altkirchlichen Theologie zurück, die Maria nie isoliert, sondern immer in ihrer Beziehung zu Christus bzw. als Inbegriff der Kirche betrachtet hat. Bewusst gewählt ist der Hinweis, dass Christus unser einziger Mittler zu Gott ist (LG 60). Maria hat an seinem Werk „mitgewirkt“, und deshalb „ist sie in der Ordnung der Gnade Mutter“ (LG 61). So hat dieses letzte Kapitel der KirchenKonstitution das „marianische Profil“ (Hans Urs von Balthasar) der Kirche unterstrichen. Gemeint ist damit, dass es für die Kirche als ganze und für jede(n) Einzelne(n) in ihr „vor allem“ wichtig ist, die Offenheit zu Gott zu leben, wie sie an Maria abgelesen werden kann. In dieser Offenheit können und sollen Christen tun, was Maria in einzigartiger Weise getan hat: von Gott das Geschenk annehmen, das Jesus Christus ist, und es weitergeben an die Welt.


II. Vatikanum

24. Jänner 2010

rament

Das Konzil betont neben der hierarchischen Ordnung ausdrücklich die Vielzahl der Charismen, die für den Aufbau der Kirche wichtig sind. Foto: Amsüss

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Konzils-Wissen

Der Diskussion des zweiten Entwurfs des Konzils zum Thema Kirche ist durch zwei Tendenzen gekennzeichnet: Eine Richtung der Konzilsväter war mehr um abstrakte Prinzipien und klare Definitionen bemüht, eine zweite, die sich schlussendlich durchsetzen sollte, war besonders um Zuwendung zu einem biblisch-heilsgeschichtlichen Denken, zum Denken der Kirchenväter und um eine erkennbare Nähe zur Zeit bemüht. Der endgültige Aufbau (dritte Fassung) der Kirchenkonstitution dokumentiert sichtbar die Grundentscheidungen, die das Konzil getroffen hat: I. Das Mysterium der Kirche II. Das Volk Gottes III. Die hierarchische Verfassung der Kirche, insbes. das Bischofsamt IV. Die Laien V. Die allgemeine Berufung zur Heiligkeit in der Kirche VI. Die Ordensleute VII. Der endzeitliche Charakter der pilgernden Kirche und ihre Einheit mit der himmlischen Kirche VIII. Die selige jungfräuliche Gottesmuter Maria im Geheimnis Christi und der Kirche

mehr am Leitbild der Communio. Man darf diesen Gedanken der zwei Ekklesiologien aber nicht überstrapazieren – es geht um die eine Ekklesiologie des Konzils, in der es eben nicht immer gelungen ist, die unterschiedlichen Aspekte homogen zu verbinden. Leider ist es deshalb auch möglich, die Texte in zwei verschiedene Richtungen zu interpretieren – entweder mehr ‚progressiv‘ oder mehr ‚konservativ‘. Daraus ergeben sich manche nachkonzilare Spannungen, z. B. was das Verhältnis von Amt und Laien-Christen und was das Verhältnis von Universalkirche und Ortskirche betrifft. (3.) In der nachkonziliaren Wahrnehmung der Kirche hat der Leitbegriff des Volkes Gottes im innerkirchlichen Bewusstsein eine große Bedeutung erlangt. Dabei ist aber manchmal der spezifisch (bibel-)theologische Gehalt dieses Begriffes vergessen worden. Volk Gottes wird manchmal im Sinne einer demokratisch verfassten Kirche verstanden und gegen das Amt bzw. die Hierarchie ausgespielt. Dieser Richtung gegenüber ist – z. B. mit dem Konzilstheologen

INTERVIEW Em. Univ.-Prof. Dr. Karl Amon war Professor für Kirchengeschichte in Graz. Foto: Sonntagsblatt

 Wo waren Sie, als in Rom die Konzilsväter tagten? Ich habilitierte mich gerade in Wien. Für mich gab es viel zu tun, da man in Vorträgen und Publikationen oft erst ein Verständnis für das Konzil schaffen musste.  Was bedeutete das „Ereignis Konzil“? Es gab eine große Begeisterung und Aufbruchstimmung. Schließlich wollte man nichts weniger als eine Generalüberholung der gesamten Kirche.  Was sollten wir heute im Umgang mit dem Konzil besonders beachten? Wir müssen immer wieder klären, was die großen Texte des Konzils für uns heute bedeuten. Die Texte stehen da, und sie sind für uns verbindlich. Schließlich müssen wir auch darum kämpfen, dass die Absichten des Konzils verwirklicht werden. Natürlich dürfen auch nicht jene Aspekte verschwiegen werden, die sich in der Kirche zwar eingebürgert haben, aber letztlich nicht in der Intention des Konzils liegen.

Kardinal Julius Döpfner (r.), Erzbischof von München, als Moderator in der Konzilsaula. Die Kirchenkonstitution erweist sich im Rückblick als ein großer und gelungener Wurf, der die Einseitigkeiten der vorkonziliaren Lehre von der Kirche vermeidet. (1.) Das Dokument ist gekennzeichnet durch eine unverkennbare Mühe zur Balance: die institutionell-juridische Sicht wird durch eine theologisch-spirituelle Sicht ergänzt; der hierarchische Aspekt durch den charismatischen; das geweihte Amt durch die Laien; der Primat des Papstes durch die Kollegialität der Bischöfe; die Universalkirche durch die Ortskirche. (2.) Bereits eine solche Charakterisierung legt freilich die Vermutung nahe, dass die eigentlichen Probleme dann sichtbar werden, wenn es um die praktische Umsetzung geht. In diesen konkreten Fällen zeigt sich, dass die Ekklesiologie des Konzils nicht homogen, sondern auch durch Kompromisse gekennzeichnet ist. Manche haben deshalb in der Kirchenkonstitution zwei unterschiedliche Formen der Lehre von der Kirche (Ekklesiologie) sehen wollen – die eine orientiert sich eher am Leitbild der Hierarchie, die andere

Joseph Ratzinger (l.) im Gespräch mit dem Dominikanertheologen Yves Congar. Henri de Lubac – darauf hinzuweisen, dass das Konzil dem II. Kapitel über das Volk Gottes bewusst das I. Kapitel über das Mysterium der Kirche vorangestellt hat (s. o.), damit die Kirche nicht vorschnell als ein nur (!) menschliches Gemeinwesen verstanden wird. Der Begriff des „Mysteriums“ meint in diesem Fall nicht irgendein Geheimnis, sondern ist gleichbedeutend mit „Sakrament“ und will sagen: In der Kirche finden wir Göttliches im Irdischen. (4.) Als Reaktion auf Tendenzen zu mehr Demokratie in der Kirche gibt es andere Tendenzen, in der Kirche einseitig die Hierarchie und ihre Vollmacht herauszustreichen. Beiden Tendenzen gegenüber ist in Erinnerung zu rufen, was die außerordentliche Bischofssynode 1985 (20 Jahre nach Abschluss des Konzils) festgestellt hat: „Wir können die falsche, einseitig nur hierarchische Sicht der Kirche nicht durch eine neue, ebenfalls einseitige soziologische Konzeption ersetzen. Jesus Christus ist immer bei seiner Kirche und lebt als Auferstandener in ihr. Aus der Verbindung der Kirche mit Christus geht der eschatologische Charakter dieser Kirche deutlich hervor.“


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Weltkirche

24. Jänner 2010

Appell zum Dialog Papst Benedikt XVI. besuchte die große Synagoge von Rom. Organisator Sepp Faist steht links, der musikalische Leiter Matthias Unterkofler rechts vom Komponisten Anton Faist. Foto: Augustinum

Lieder zum Gebrauche Anton Faist ist auf einer CD des „Bischöflichen“ nachzuhören. Ein „Sir“ sei der 1933 verstorbene „leidenschaftliche Chorleiter“ und „begnadete Komponist“ Dr. phil. Anton Faist gewesen. So rühmt ihn einer, „in dem FaistBlut pulsiert“, der langjährige Direktor des Religionspädagogischen Instituts, Prof. Sepp Faist. Am 26. Jänner 1864 wurde Anton Faist in Riegersburg geboren. Kein runder Geburtstag, aber vor kurzem wurde ein anderes Jubiläum gefeiert und durch eine CD mit 14 Stücken des Komponisten „verewigt“: Mit 1. September 1889, vor über 120 Jahren, wurde der damalige Kaplan in Hatzendorf (heute Wirkungsort des musikalischen Priesters Franz Brei) in das „Diöcesan-Knabenseminar Carolinum-Augustineum“ im heutigen „Augustinum“ berufen. „Zehn Lieder zum kirchlichen Gebrauche“ heißt eine Sammlung, aus der für die neue CD die Lieder „Osterglocken“ und „Komm, Heiliger Geist“ ausgewählt wurden. Gut singbar und so im guten Sinne „brauchbar“ sind tatsächlich die Werke von Faist, insgesamt etwa 66. Weit über die Grenzen der Steiermark hinaus werden sie aufgeführt. Der Ehrenobmann des Vereins der Absolventen und Freunde des Bischöflichen Gymnasiums und Seminars, Sepp Faist, hat die CD-Aufnahme durch sechs Chöre in der Grazer Herz-Jesu-Kirche initiiert, Dirigent Matthias Unterkofler sie künstlerisch geleitet. Erhältlich ist „musica sacra“ um 12 Euro im „Augustinum“, Tel. (0 31 6) 80 31-961.

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ie Neuorientierung der katholischen Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil sei unwiderruflich, versicherte der Papst bei seinem ersten Besuch in der Großen Synagoge von Rom, der ältesten jüdischen Gemeinde des Westens. Mit Nachdruck beschwor er die Gemeinsamkeiten der beiden Religionen und forderte ihre Angehörigen auf, trotz bestehender Differenzen zusammen für eine bessere Welt zu arbeiten. Entschieden verurteilte Benedikt XVI. jeden Antisemitismus und entschuldigte sich für das Fehlverhalten von Christen gegenüber jüdischen Mitbürgern. Die Schoah sei ein „einzigartiges Drama gewesen, ein Gipfelpunkt des Hasses“, stellte er klar. „Christen und Juden haben einen großen Teil ihres geistigen Erbes gemeinsam, sie beten zum gleichen Gott, haben dieselben Wurzeln und bleiben sich trotzdem gegenseitig fremd“, formulierte der Papst in seiner Rede. „Es liegt an uns, in Antwort auf den Ruf Gottes dafür zu arbeiten, dass immer Raum für Dialog, für gegenseitigen Respekt, für wachsende Freundschaft und gemeinsames Zeugnis gegenüber den Herausforderungen unserer Zeit bleibt“, so Benedikt XVI. „Mögen die Wunden des Antisemitismus für immer heilen“, wünschte der Papst unter dem Applaus der Teilnehmer. „Wie kann man an dieser Stelle nicht an die römischen Juden erinnern, die aus diesen Häusern, von diesen Mauern weggezerrt wurden, und die in schrecklichen Qualen in Auschwitz getötet wurden?“ Die von den Nationalsozialisten in Europa geplante und vollstreckte Ausrottung des jüdischen Volkes habe damals auf tragi-

sche Weise auch Rom erreicht. „Leider blieben viele gleichgültig“, aber viele, darunter auch italienische Katholiken, hätten mutig reagiert und unter Einsatz des eigenen Lebens Juden versteckt und gerettet. „Auch der Heilige Stuhl entfaltete eine Hilfsaktion, oft im Verborgenen und diskret“, erinnerte der Papst. Seinen Vorgänger Pius XII., dessen Seligsprechungsprozess im Vorfeld für vatikanisch-jüdische Spannungen gesorgt hatte, nannte er namentlich nicht. Gemeinsam hätten Juden und Christen das ethische Grundgesetz der „Zehn Gebote“. Dies mache die Besonderheit ihrer Beziehungen aus, unterstrich der Papst. Beide Religionen sollten sich daher für die Achtung und Bedeutung Gottes in einer Welt einsetzen, die das Übernatürliche oft für überflüssig halte und die sich neue Götter schaffe. Gemeinsam müssten sie für den Schutz des Lebens, für Freiheit, Gerechtigkeit und „Shalom“ (Frieden) eintreten. Der Dekalog verpflichte Juden und Christen weiter zum Schutz der Familie und zur tatkräftigen Solidarität mit Armen, Kranken, Fremden, Frauen, Kindern, Schwachen und Bedürftigen, sagte der Papst. Seit der Neuausrichtung der Beziehungen zwischen Christen und Juden durch das Zweite Vatikanische Konzil habe es viele Begegnungen, Gesten, Dokumente und Dialogrunden von Juden und Katholiken gegeben, erinnerte Benedikt XVI. Als einen Höhepunkt bezeichnete er den Besuch von Papst Johannes Paul II. in der römischen Synagoge 1986. Auch er selbst habe seit seinem Amtsbeginn immer wieder seine Verbundenheit mit dem „Volk des Bundes“ bekunden wollen. Die italienischen Medien werteten den Besuch trotz unterschiedlicher Auffassungen im Einzelnen insgesamt als „historisch“. KATHPRESS

Würdiger Raum. Noch vor dem Betreten der Synagoge legte Papst Benedikt XVI. einen Kranz für 1021 Bewohner des Ghettos nieder, die am 16. Oktober 1943 deportiert worden waren. Nur 17 kehrten lebend zurück. Foto: KNA


Weltkirche

24. Jänner 2010

EINE WELT

ÖKUMENE IN WIEN

Gemeinsam für die Menschen. Auf Gottes Wirken „auch dort, wo wir das auf den ersten Blick nicht sehen“, zu vertrauen und fundamental Ja zur weltlichen Gesellschaft zu sagen, ermunterte Kardinal Christoph Schönborn beim Ökumenischen Empfang im Erzbischöflichen Palais. Im „Vorhof der Heiden“ des Jerusalemer Tempels seien Nichtjuden „doch ganz nah dran am Heiligtum“ gewesen, auch wenn sie nicht weiter ins Innere gehen durften. Mit Metropolit Michael Staikos (links) feierten u. a. (rechts von Schönborn) der evangelischlutherische Bischof Michael Bünker und der armenisch-apostolische Erzbischof Mesrob K. Krikorian. Foto: Rupprecht

Der Kardinal ist in Wien und in der Weltkirche zu Hause Am 24. Jänner feiert die Erzdiözese Wien den 65er ihres Kardinals. Am Fest der „kleinen“ heiligen Theresia von Lisieux, dem 1. Oktober 1995, erlebten die Katholiken der Erzdiözese Wien den Amtsantritt ihres neuen Erzbischofs Dr. Christoph Schönborn. Weihbischof war der frühere Dogmatiker in Fribourg/Schweiz und Sekretär des Katechismus der Weltkirche 1991 geworden. Jetzt am 24. Jänner wird bei einer Pontifikalvesper im Stephansdom der 65. Geburtstag des 1998 zum Kardinal Erhobenen gefeiert. Am 22. Jänner 1945 wurde Schönborn im

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böhmischen Skalken geboren. Obwohl sein Vater sich von der deutschen Wehrmacht getrennt und für die britische Armee als Dolmetscher gearbeitet hatte, musste die Familie noch im Geburtsjahr des Kardinals flüchten. So wuchs er in Schruns in Vorarlberg auf. Nach der Matura wurde er Dominikaner, 1970 weihte ihn Kardinal Dr. Franz König zum Priester. Seit einem Studienjahr 1972/73 in Regensburg gehört er zum Schülerkreis des damaligen Dogmatikers Joseph Ratzinger. Pressesprecher Prof. Erich Leitenberger rühmt den Jubilar, er sei in der Weltkirche „zu Hause“, aber in erster Linie „mit Leidenschaft“ Erzbischof von Wien.

◗ UNVERBINDLICHE IDEEN Als „Ideensammlung des Innenministeriums“ ohne klare Verantwortungszuordnungen bewertet Caritas-Präsident Franz Küberl den von der Regierung beschlossenen „Nationalen Aktionsplan für Integration“. In den frühen 1960er Jahren seien Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Österreich geholt worden, „dann ist Jahrzehnte im Bereich der Integration nichts passiert“. Die verlangten Deutschkenntnisse als Voraussetzung für den Zuzug nach Österreich sieht Küberl kritisch: Unverzichtbar bleibe, dass in die Sprachkompetenz auch nach der Ankunft in Österreich „intensiv investiert werden muss“. ◗ STÄRKERE KOOPERATION Der Vatikan hat das erste Vorbereitungspapier für die im Herbst anberaumte Nahostsynode vorgelegt. Darin werden mangelnde Religionsfreiheit, wachsender islamischer Fundamentalismus und eine anhaltende Abwanderung von Christen aus orientalischen Ländern beklagt. Zugleich bekräftigt das Dokument den Willen zu einer engeren ökumenischen Zusammenarbeit und einer stärkeren Kooperation mit moderaten Muslimen im Kampf gegen Extremismus. ◗ GEÄNDERTER VORNAMEN Aus Andre-Mutien wird AndreJoseph Leonard: Der neue Erzbischof von Mechelen-Brüssel ändert seinen zweiten Vornamen, um dem Schutzpatron Belgiens die Ehre zu erweisen. Als Primas von Belgien wolle er einen Vornamen haben, in dem sich alle Belgier wiederfinden könnten.


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Bibel

24. Jänner 2010

Bibel

24. Jänner 2010

Keule und Stock – die mutigen mich

IM ORIGINALTON Fridolin Stier hat auch durch seine Tagebuchaufzeichnungen Menschen Halt und Herausforderung gegeFoto: Kerle ben.

Beispiele zum Vergleich: Fridolin Stier und Einheitsübersetzung. Die Melodie, den Rhythmus, die Kraft, das „Gesprochene“ an den biblischen Texten lässt Fridolin Stier frei (in Kursivschrift sind die Verse in der Einheitsübersetzung angefügt).

Meine zehn Lieblingsund Hasswörter Sprachschöpferisch hat sich der Theologe Fridolin Stier gegen seichtes Glauben gewandt. Was der Evangelist lebendig erzählt, soll sein Übersetzer nicht ledern schreiben. Und er verschmähe es nicht, auch auf die Laute zu horchen, in denen der Sinn sich verleibt.

„Männer mit Übersichtsamt“ übersetzt Fridolin Stier „episkopoi“, Bischöfe. Statt Evangelium schreibt er „Heilsbotschaft“.

„Mein Schild ist bei Gott, Befreier der Herzensgeraden.“

Karikatur: Ivan Steiger in der Broschüre „Es ist besser zu lachen als sich zu ärgern“ des Katholischen Bibelwerks Stuttgart

Foto: Manfred Kiefer im Buch „Auf der anderen Seite des Weges“

Niemand vermeine, all dieses Werk … werde getan, etwa um durch altertümelndes, verschönendes, gewollt verfremdendes Übersetzen Neues nur um des Neuen willen gegen Altes zu stellen. Allein um das Wahre geht es … A. Camus, einmal gefragt: Welches sind Ihre zehn Lieblingswörter?, antwortet er: Die Welt, der Schmerz, die Erde, das Lachen, die Menschen, die Wüste, die Ehre, das Elend, der Sommer, das Meer. Meine Lieblingswörter? Auf Anhieb: Friede, Stille, Schweigen, Trauer, Heimat, Freude, miseria (constitutionis humanae) [das Elend der menschlichen Verfasstheit – Anm. d. Red.], Wind, Bach, Freiheit … Meine Spott- und Hasswörter: Tod, Trennung, Feindschaft, Fortschritt, Lebensqualität, Geld, Weihnachtsgeld, Streberei, Intrige, Brutalität, „die Guten“, Verrat… Geborgenheiten (Geborgenheitssymbole): Mutterschoß, Höhle, Hütte (Haus), Nest (Hort), Heimat, Arm der Mutter. (5. Februar 1978) Das probateste Mittel, sich eines Propheten zu entledigen, ist das „Be-sprechen“. Denn als „Besprochener“ spricht er nicht mehr. (3. Jänner 1973) Ich kann von mir nicht sagen, dass ich an „Gott“ glaube noch dass ich nicht glaube. Ich kann nur sagen, dass ich suche. (28. Oktober 1977) „Die Wahrheit wird euch frei machen“ – ja, aber ich sage hinzu: Die Freiheit wird euch wahr machen. (8. April 1976)

◗ Wenn aber Gott ist Auszüge aus den vergriffenen Tagebuchbänden „Vielleicht ist irgendwo Tag“ und „An der Wurzel der Berge“ birgt das Topos-Taschenbuch „Wenn aber Gott ist“.

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„Denn Mann wie Weib wird gepackt, der Graukopf wie der Vollbetagte… Ja, ich strecke meine Hand wider die Sassen des Landes – Raunspruch Jahwes – Denn vom Kleinen bis zum Großen alles nur Raffgut errafft, von Künder bis Priester treibt alles nur Trug.“ Ja, alle werden gefangengenommen, Mann und Frau, Greis und Hochbetagter… Denn ich strecke meine Hand aus gegen die Bewohner des Landes – Spruch des Herrn. Sie sind doch alle, vom Kleinsten bis zum Größten, nur auf Gewinn aus; vom Propheten bis zum Priester betrügen sie alle (Jeremia 6,11–13). „Mein Fleisch sich in Gewürm gewandet, die Haut mir harscht und schwärt.“ Mein Leib ist gekleidet in Maden und Schorf, meine Haut schrumpft und eitert (Ijob 7,5)

Und Er, das Wort, ward Fleisch Kräftig statt abgeschmackt. Die 20 Jahre alte Übersetzung des Neuen Testamentes von Fridolin Stier kann weiterhin viele Leserinnen und Leser überraschen.

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ompfarrer Bischofsvikar Gottfried Lafer gesteht: „Ich liebe sie.“ Er spüre eine Leidenschaft des Übersetzers, den Inhalt in einer kostbaren Gestalt der Sprache weiterzugeben. Es sei „eben nicht eine Zeitungssprache“. Was der Bischofsvikar für Liturgie lobt, ist die Übersetzung des Neuen Testamentes durch Fridolin Stier. Vor gut 20 Jahren wurde sie aus dem Nachlass herausgegeben. Im Jahr von Graz als Europäischer Kulturhauptstadt, 2003, hatte die Grazer Dommusik Michael Radulescu beauftragt, eine Passion zu komponieren. Der Musiker verwendete für seinen Text vor allem Fridolin Stier. Als „sehr kräftige und starke Übersetzung“ lobt der Grazer Neutestamentler Univ.-Prof. Dr. Christoph Heil das Werk. Relativ wört-

lich und doch poetisch sei die Sprache. Stier finde Worte und Formulierungen, „die nicht so abgeschmackt und nichtssagend sind wie manches in der Einheitsübersetzung“. Heils emeritierter Kollege Prof. Dr. Peter Trummer leitet seit langem eine Bibelrunde. Die Frage nach seiner „Lieblingsbibel“ beantwortet er nicht. Nur eine einzige Übersetzung zu verwenden sei schlecht, man solle immer mehrere zugleich zur Hand nehmen. Stier habe aber einen „Standardplatz“; ohne ihn „sollte eine größere Bibelrunde nicht auskommen“. Stier, geboren 1902 im schwäbischen Allgäu und gestorben 1981 in Tübingen, schreibt zum Beispiel „Da!“ statt „Siehe“ oder „Wahr ist’s“ statt „Amen“ und „Abergeister“ statt „Dämonen“. Die Bischöfe sind in seiner Übertragung „Männer mit Übersichtsamt“, die Diakone „Männer mit Dienstamt“. Ein Leben lang habe Stier an seiner Übersetzung herumgefeilt, schildert Peter Trummer. Er habe sie nie als abgeschlossen betrachtet. „Wie klingt das?“, habe der sprachschöpferisch Begabte Leute in seiner Umgebung immer wieder gefragt. Er habe sehr gut gewusst, dass er nicht etwas Endgültiges schaf-

fen werde. Selbst Luther habe „seine eigene Übersetzung später so gut wie nie zitiert“. Er habe seinen Text nie zur Norm erhoben; „das tun erst die Späteren“. Übersetzen sei „der Versuch, in Kommunikation mit dem Text einzutreten“, entfaltet Trummer. „Immer im Fluss“ sei die Sprache, der „Geist des Ursprungs“ sei in die heutige Zeit hereinzuziehen. So wähle er für eine Firmstunde eine andere Übersetzung als für ein wissenschaftliches Referat. Dem griechischen Urtext getreu habe Stier das Neue Testament übersetzt. So sei er geschichtlich genauer als die „flache“ Einheitsübersetzung. Diese gehe, „weil sie sich die Freiheit gegeben hat, Deutsch klingen zu müssen“, in vielen Dingen gegen den Urtext. Mindestens so spannend wie das Neue Testament sei Stiers Übertragung der Psalmen und Propheten, bemerkt Trummer. Der „kräftige und geradlinige“ Priester sei ursprünglich in Tübingen Alttestamentler gewesen, habe aber nicht mehr lehren dürfen, weil er sich als Vater seiner Tochter bekannt habe. Diese starb jung bei einem Verkehrsunfall. Da haderte Stier sehr mit Gott. JOHANN A. BAUER

Im Engen mache mir’s weit. Du hast mir Raum geschaffen, als mir angst war (Psalm 4,2). Denn: Du bist mit mir, deine Keule und dein Stock – die mutigen mich. Denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht (Psalm 23,4) Mein Schild ist bei Gott, Befreier der Herzensgeraden. Ein Schild über mir ist Gott, er rettet die Menschen mit redlichem Herzen (Psalm 7,11). Da bestellte er zwölf – die er auch Sendboten nannte –, dass sie mit ihm seien und dass er sie sende zum Verkünden und mit der Vollmacht, die Abergeister auszutreiben. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben (Markus 3,14f). Und Er, das Wort, ward Fleisch, zeltend unter uns. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt (Johannes 1,14).

Beim Katholischen Bibelwerk, einst von Fridolin Stier gegründet, erschien von ihm „Mit Psalmen beten“, herausgegeben von Eleonore Beck. Foto: Verlag

Buchhinweise: „Das Neue Testament. Übersetzt von Fridolin Stier“ ist 1989 in den Verlagen Kösel und Patmos erschienen. Der Band „Für helle und dunkle Tage. Texte aus dem Alten Testament“ ist vergriffen. In schöner Gestaltung und mit Tagebuchnotizen angereichert, sind von Fridolin Stier „Mit Psalmen beten“ sowie „Das Buch Ijob“ im Verlag Katholisches Bibelwerk erhältlich.


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Diözesane Aktion

24. Jänner 2010

Großer Andrang. Pfarrer Franz Brei im Gespräch mit seinen Fans. Ein Autogramm vom beliebten „Popstar Gottes“ zu ergattern dauerte seine Zeit. Foto: Neuhold

Die Glocke läutet im Citypark Einkaufswagerl, halt! Eine Woche lang nutzte die Diözese ein Einkaufszentrum zum Dialog.

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ede Viertelstunde konnte man sie hören. Die Glocke, die eine Woche lang im Citypark ihren Platz gefunden hatte. Alle, die oft in ziemlicher Hektik ihren gefüllten Einkaufswagen vorbeischoben, richteten zumindest kurz ihren Blick auf die Tafeln, die hier aufgestellt waren. Die Kinder, die aufgefordert wurden, einmal ordentlich am Seil zu ziehen, waren erstaunt über den kräftigen Ton, den sie erreichen konnten. „Sie haben sich als Mesnerin qualifiziert“, meinte Moderator Werner Ranacher am letzten Tag lachend zu einer Passantin, die das Läuten auch probiert hatte. Die ganze Woche über waren Vertreter einzelner Organisationen der katholischen Kirche mit Menschen ins Gespräch gekommen, was nicht immer einfach war. Oft nutzten „Mann und Frau“ von der Straße die Gelegenheit, ein bisschen Frust abzuladen. Über die Berechnung ihres Kirchenbeitrages, über die Pfarrer, über den Papst, über dies und jenes. Da konnten Mitarbeiter ins Schwitzen geraten. Aber: „Wir wollten eine offene Diskussionsfläche bieten und uns der Auseinandersetzung stellen, so wie Christus es getan hat“, berichtet Hertha Ferk, Leiterin der Kirchenbeitragsorganisation, die sehr zufrieden damit ist, wie es gelaufen ist. „Mir ist es oft gelungen, eine Sichtweise zu korrigieren. Ich wurde auch von positiven Meinungen überrascht, erhielt interessante Anregungen.“ Gefreut hat sie sich auch über die diözesaninterne gute Zusammenarbeit. Highlight der Aktionswoche war die große

Veranstaltung am Freitag. Den ganzen Tag über wurden Passanten noch eifrig eingeladen, sich am Gewinnspiel zu beteiligen. Von 13 bis 17 Uhr kam endlich ein lang erwarteter kirchlicher Dauerbrenner zum Einsatz: Etwas flapsig wurde er schon als „Popstar Gottes“ bezeichnet. Der Publikumsandrang wurde jetzt wesentlich stärker: Pfarrer Franz Brei gab Autogramme und sang seine bewegenden Lebenslieder. „Die Buschenschenken sind meine Missionsstationen“, sagt er schlicht. Selbst wenn man Probleme mit der Kirche habe, in dieser Situation öffneten sich viele. „Können nicht alle Pfarrer so wie Pfarrer Brei sein?“, schwärmte Moderator Werner Ranacher unverhohlen und sprach damit vielleicht manchem aus der Seele. Mit seinem Talent erreiche er die Menschen dort, wo sie zwar in Feierlaune sind und doch offen für eine Botschaft, die ihrem Leben Sinn geben kann. Schön langsam nahm der Trubel um die Tische zu. Viele nützten jetzt schnell noch

Auf in den Süden. Geschäftsführer Heinz Finster überreicht Edith Eisner als ersten Preis eine neuntägige Reise nach Sizilien. Foto: Neuhold

die Chance, um die Gewinnkarte auszufüllen, während sie Pfarrer Brei zuhörten und ein Schluckerl von dem von ihm kreierten Grandprix-Wein verkosteten. Die Stimmung war recht locker. Bis zur Verlosung könnte man noch einen Kaffee trinken gehen, eine Besorgung machen und dann vielleicht doch die SonntagsblattReise nach Sizilien gewinnen, das Wochenende in einem steirischen Kloster oder zumindest eine Kleinigkeit mit nach Hause bringen. Das sagte sich vielleicht mancher. Nach langem Zittern wurde schließlich Edith Eisner aus Graz gezogen. „So eine schöne Reise!“ Sie freute sich und musste gleichzeitig lachen, denn: „Die Fahrt beginnt genau an meinem Geburtstag.“ Ein ungewöhnlicher Zufall. „Langsam, ganz langsam“, sang Pfarrer Franz Brei, und auch der Freitagnachmittag neigte sich langsam dem Ende zu. Viele konnten mit schönen Gewinnen nach Hause gehen. Letztlich war das Gewinnspiel aber eines, bei dem viel mehr gewonnen wurde als nur Preise. Menschen, die der Kirche ferne stehen, konnten sich an Ort und Stelle informieren, etwas abladen und vielleicht ihr Bild ein bisschen korrigieren. Auf jeden Fall gewonnen hat die katholische Kirche. Nämlich eine lebendige Auseinandersetzung, erfrischende, ungekünstelte Gespräche in lockerer Atmosphäre mit Menschen von „außerhalb“. Sich auszusetzen kann schmerzhaft sein, aber es hat auch viele Komplimente gebracht. Oft kam der Zuspruch: „Macht weiter so. Es ist wichtig, dass es euch gibt.“ Das Einkaufswagerl wird wieder in Bewegung gesetzt. Neben den Erdäpfeln, dem Brot und der Milch hat man etwas anderes mitgenommen. Etwas Wesentliches. So ganz nebenbei. GISELA REMLER


24. Jänner 2010

Reden von Gott – Kommentar

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POSITIONEN Ein Wort

Wohin geht der ORF? Bei der Wahl des Publikumsrates haben die Hörer(innen) und Seher(innen) die Möglichkeit zu aktiver Mitbestimmung. Foto: „Die Presse“/Fabry

Verschwiegene Wahl Der Publikumsrat des ORF wird neu gewählt. Welche Aufgaben und Kompetenzen hat er?

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om 26. Jänner bis 1. Februar sind alle in Österreich gemeldeten Rundfunkteilnehmerinnen und -teilnehmer zur Neuwahl des ORF-Publikumsrates aufgerufen. Sechs der insgesamt 35 Mitglieder werden durch diese Direktwahl ermittelt, wobei für die Bereiche Bildung, Jugend, ältere Menschen, Eltern bzw. Familien, Sport und Konsumenten jeweils ein(e) Vertreter(in) gewählt wird. Die übrigen werden von Institutionen wie Kammern, Gewerkschaft und Kirchen entsandt oder vom Bundeskanzler aus Vorschlägen repräsentativer Einrichtungen und Organisationen bestellt. Bei der Rundfunkreform 1974 wurde eine Hörer- und Sehervertretung geschaffen, die in ihrer Zusammensetzung ein Abbild der Gesellschaft geben soll. 2001 wurde daraus der Publikumsrat, der sich auf der Grundla-

Nur per Fax Wahl zum ORF-Publikumsrat Alle Rundfunkteilnehmer(innen) erhalten ihren Stimmzettel zugesandt. Darauf kann man für jeden der sechs Bereiche (siehe oben) die Kennzahl eines vorgeschlagenen Kandidaten eintragen. Vom 26. Jänner, 0 Uhr, bis 1. Februar, 24 Uhr, hat die Stimmabgabe ausschließlich per Fax an die Gratis-Nummer 0800 208 108 zu erfolgen. Die Formulare müssen vollständig ausgefüllt und unterschrieben sein. Man kann das Wahlformular auch von Post- und Gemeindeämtern aus kostenlos faxen lassen.

ge des gesetzlichen Programmauftrags für die Interessen des Publikums einsetzen soll. Ihm obliegt es, Empfehlungen für die Programmgestaltung abzugeben und Gebührenerhöhungen zu genehmigen. Vor allem entsendet er auch sechs Mitglieder in den Stiftungsrat, der die Programmrichtlinien und das Budget beschließt sowie den Generaldirektor bestellt. Caritas-Präsident Franz Küberl, als Vertreter der katholischen Kirche Mitglied des Publikumsrates, sieht dabei die „Diffizilität, dass Entscheidungen über das Programm kaum dort getroffen werden“. Man habe dem Gremium keine formalen Kompetenzen geben wollen, wohl aber besitze es reale. Der Publikumsrat „hat immer wieder Debatten in Gang gesetzt, Meinungsbildung gemacht“. Es gehe oft um Linien, die geformt würden. Einmal im Jahr kann der Publikumsrat auch eine repräsentative Teilnehmerbefragung zu einem von ihm gewählten Thema in Auftrag geben. Der Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs, Prof. Clemens Steindl, kritisierte die mangelhafte Thematisierung der Wahl in den ORF-Angeboten. Die Wahl würde vom ORF „konsequent totgeschwiegen“, so Steindl, der selbst für den Bereich „Familie bzw. Kinder“ kandidiert. Er appellierte an alle, „denen Familie ein gesellschaftspolitisches Anliegen ist“, sich „von den Hürden der Faxwahl nicht abschrecken zu lassen“. Zu Steindls Zielen gehört die Umsetzung eines kinder- und familienfreundlicheren Programms sowie die Einrichtung einer Kinderund Familienanwaltschaft im ORF. Prof. Hans Högl, der für den „Verband katholischer Publizistinnen und Publizisten“ im Bereich Bildung kandidiert, will den Standpunkt vertreten, dass der Bildungsauftrag des ORF auch für das Fernsehen gelte, „nicht nur für Ö1 und Spartenkanäle“. Den Konsumenten dürfe mehr an Qualität zugemutet werden. ALFRED JOKESCH

Ich gebe zu: Ich wäre diesmal für eine Ein-Wort-Position. Und der Platz, der übrig bliebe (also fast alles), wäre der Anfang vom Ende. Denn dort befinde ich mich derzeit mit meinem neu gekauften Schnurlostelefon. Es ist nicht mehr. Nicht einmal ein brandneues Google-Handy, das mir auf Schritt und Tritt die Welt erklärt. Auch nicht ein supersmartes berührungsempfindliches I-Phone, das mir „abertausende Möglichkeiten“ bietet. Allein, mein neues Schnurlostelefon bringt mich aus meiner (Denk-)Fassung. Was es kann? Es bietet mir eine Gesprächsdauer bis zu 25 Stunden an. Was aber um Himmels willen muss geschehen, dass ich 25 Stunden lang etwas zu reden habe? Wer um Himmels willen müsste mich anrufen, dem ich 25 Stunden zuhören könnte? Lange denke ich nach, aber es will mir niemand einfallen, der mich an die Akkugrenzen meines Mobiltelefons brächte. Ich weiß, es gibt zwei Formen der Verzweiflung – sich abzustrampeln in Notwendigkeiten oder aber sich abzustrampeln in Möglichkeiten. Das einzige, worauf ich mich einlassen würde, wäre also 25 Stunden zu schweigen – meinetwegen mit dem Telefon am Ohr. Dabei kam mir plötzlich ein Ingeborg-Bachmann-Vers aus ihrem Psalmgedicht in den Sinn, der um Wort und Wälder bittet: „In die Mulde meiner Stummheit leg ein Wort und zieh Wälder hoch zu beiden Seiten, dass mein Mund ganz im Schatten liegt.“ Diesen Wald wird auch der neue Welt-Geist im Google-Handy nicht finden, weil er nicht ins digitale Gedächtnis eingespeichert werden kann. Das ist gut. Und mitunter reicht mir auch nur ein Wort.

Barbara Rauchenberger


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Familie

24. Jänner 2010

WISSENSWERTES Warum… …wirkt Thymian verdauungsfördernd? Wissenschafter haben entdeckt, dass Thymian die Verdauung fördert. Die Pflanze enthält nämlich den Wirkstoff Thymol; er wird freigesetzt, wenn wir das Gewürz verdauen. Trifft das Thymol dabei auf bestimmte Darmrezeptoren, produzieren diese Serotonin, und je mehr Serotonin ausgeschüttet wird, desto mehr Verdauungssäfte werden hergestellt. Dadurch wird die Darmbewegung und in der Folge auch die Verdauung angeregt. …setzen wir Winterspeck an? Die Körpertemperatur des Menschen muss immer bei 37 °C gehalten werden. Nur bei dieser Temperatur sind alle Funktionen des Körpers gewährleistet. Wenn die Außentemperatur nun sinkt, muss der Körper mehr Körperwärme produzieren, um die Außentemperatur mit der Innentemperatur auszugleichen. Er benötigt dafür mehr Energie, die er in unseren Fettreserven findet. Wenn diese Reserven angegriffen werden, meldet der Körper, dass er Nachschub braucht – wir werden hungrig. Wenn wir diesem Signal folgen und mehr essen, futtern wir uns sozusagen einen Wintervorrat an. …ist Sauerkraut ein gesundes Wintergemüse? Im Winter sind unsere Abwehrkräfte besonders gefordert: Erkältungen und Infekte gehen um. Wir können unser Immunsystem durch eine gesunde Ernährung stärken, zum Beispiel durch Sauerkraut. Es enthält viele Mineralstoffe und ist reich an Vitamin C. Seine Milchsäurebakterien wirken verdauungsfördernd, die Ballaststoffe sättigen lange.

Das heimische Wintergemüse liefert Energie und Vitamine in der kalten Jahreszeit. Fotos: Fotolia

Winterzeit ist Kohlzeit Ein Winter voller Kraut und Rüben. Heimisches Gemüse zaubert bunte Farben auf die Teller. Ob als Vorspeise in Form eines Salats oder einer Suppe, als Beilage oder als Hauptgericht – unser Wintergemüse schmeckt nicht nur hervorragend, es tut auch der Gesundheit gut. Was den Vitamin C- und Beta-KarotinGehalt angeht, sind Kohlgemüse wie Blaukraut, Wirsing, Sauerkraut, Chinakohl oder Kohlrabi unschlagbar. Sie sind arm an Fett, aber reich an Mineralien. Sie dienen zur Regenerierung, was erschöpften Menschen zugute kommt. Der hohe Gehalt an Ballaststoffen fördert die Verdauung. Viele Kohlarten können roh verzehrt werden, so bleiben die Inhaltsstoffe optimal erhalten. Leichter verdaulich sind sie

Rot gegen winterliches Grau Im Winter gibt es einige Pflanzen, die als Kontrast zum draußen herrschenden Grauweiß mit ihrem kraftvollen Rot jeden Raum mit Dynamik erfüllen. Amaryllis und Weihnachtssterne in den klassischen Farben blühen bis lange in den Jänner hinein. Auch Azaleen entfalten ihre reichlichen Blüten jetzt in allen erdenklichen Rosa- und Rottönen; sie sind besonders hübsch, wenn Sie mehrere Exemplare nebeneinanderstellen. Korallenstrauch und Zierpfeffer bringen mit ihren orangebis feuerroten Früchten ebenfalls Schwung ins Zimmer. Als Topfpflanze können Sie im Winter auch Gerbera in wunderschönen Rottönen bekommen. Mit so vielen schönen „Hinguckern“ kommen Sie sicher gut durch den Winter. DEIKE/HO

allerdings, wenn sie im eigenen Saft gedünstet werden. Um Blähungen zu verhindern, würzt man mit Kümmel oder Fenchel. Gelbe und rote Rüben gelten als wahre Vitamin- und Beta-Karotin-Bomben. Vor allem die an Kalium- und Folsäure reichen Rohnen werden im Winter gern für Rohkostsalate verwendet oder als Beilage gereicht. Mit ihrem hohen Vitamingehalt sind sie wie geschaffen für die graue Jahreszeit. Die jungen Blätter der roten Rüben können gekocht übrigens ebenfalls verzehrt werden. Wer schon einmal frische Rohnen zubereitet hat, den wundert es nicht, dass diese einst zum Färben benutzt wurden. Also immer Einweg-Handschuhe anziehen, denn die Farbe ist hartnäckig. Verfärbungen an den Händen lassen sich übrigens mit Zitronensaft abwischen.

FÜR SIE GELESEN Das ErzherzogJohann-Kochbuch von Herta Neunteufl. Willi Haider, 19,90 Euro, Steir. Verlagsgesellschaft Beefsteak, Burgunder Rindfleisch, Kalbsvögerl, Mandelbusserl. Die Rezepte dieser Köstlichkeiten sind rund 200 Jahre alt und älter. Herta Neunteufl hat vor 20 Jahren einen wahren Schatz an Rezepten und Informationen zusammengetragen. Willi Haider bringt für die Neuauflage seine traditionsverpflichtete Haubenküchenerfahrung ein, und steirische Restaurants kochten Rezepte aus dem Buch.


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Familie

24. Jänner 2010

WISSENSWERTES Warum… …wirkt Thymian verdauungsfördernd? Wissenschafter haben entdeckt, dass Thymian die Verdauung fördert. Die Pflanze enthält nämlich den Wirkstoff Thymol; er wird freigesetzt, wenn wir das Gewürz verdauen. Trifft das Thymol dabei auf bestimmte Darmrezeptoren, produzieren diese Serotonin, und je mehr Serotonin ausgeschüttet wird, desto mehr Verdauungssäfte werden hergestellt. Dadurch wird die Darmbewegung und in der Folge auch die Verdauung angeregt. …setzen wir Winterspeck an? Die Körpertemperatur des Menschen muss immer bei 37 °C gehalten werden. Nur bei dieser Temperatur sind alle Funktionen des Körpers gewährleistet. Wenn die Außentemperatur nun sinkt, muss der Körper mehr Körperwärme produzieren, um die Außentemperatur mit der Innentemperatur auszugleichen. Er benötigt dafür mehr Energie, die er in unseren Fettreserven findet. Wenn diese Reserven angegriffen werden, meldet der Körper, dass er Nachschub braucht – wir werden hungrig. Wenn wir diesem Signal folgen und mehr essen, futtern wir uns sozusagen einen Wintervorrat an. …ist Sauerkraut ein gesundes Wintergemüse? Im Winter sind unsere Abwehrkräfte besonders gefordert: Erkältungen und Infekte gehen um. Wir können unser Immunsystem durch eine gesunde Ernährung stärken, zum Beispiel durch Sauerkraut. Es enthält viele Mineralstoffe und ist reich an Vitamin C. Seine Milchsäurebakterien wirken verdauungsfördernd, die Ballaststoffe sättigen lange.

Das heimische Wintergemüse liefert Energie und Vitamine in der kalten Jahreszeit. Fotos: Fotolia

Winterzeit ist Kohlzeit Ein Winter voller Kraut und Rüben. Heimisches Gemüse zaubert bunte Farben auf die Teller. Ob als Vorspeise in Form eines Salats oder einer Suppe, als Beilage oder als Hauptgericht – unser Wintergemüse schmeckt nicht nur hervorragend, es tut auch der Gesundheit gut. Was den Vitamin C- und Beta-KarotinGehalt angeht, sind Kohlgemüse wie Blaukraut, Wirsing, Sauerkraut, Chinakohl oder Kohlrabi unschlagbar. Sie sind arm an Fett, aber reich an Mineralien. Sie dienen zur Regenerierung, was erschöpften Menschen zugute kommt. Der hohe Gehalt an Ballaststoffen fördert die Verdauung. Viele Kohlarten können roh verzehrt werden, so bleiben die Inhaltsstoffe optimal erhalten. Leichter verdaulich sind sie

Rot gegen winterliches Grau Im Winter gibt es einige Pflanzen, die als Kontrast zum draußen herrschenden Grauweiß mit ihrem kraftvollen Rot jeden Raum mit Dynamik erfüllen. Amaryllis und Weihnachtssterne in den klassischen Farben blühen bis lange in den Jänner hinein. Auch Azaleen entfalten ihre reichlichen Blüten jetzt in allen erdenklichen Rosa- und Rottönen; sie sind besonders hübsch, wenn Sie mehrere Exemplare nebeneinanderstellen. Korallenstrauch und Zierpfeffer bringen mit ihren orangebis feuerroten Früchten ebenfalls Schwung ins Zimmer. Als Topfpflanze können Sie im Winter auch Gerbera in wunderschönen Rottönen bekommen. Mit so vielen schönen „Hinguckern“ kommen Sie sicher gut durch den Winter. DEIKE/HO

allerdings, wenn sie im eigenen Saft gedünstet werden. Um Blähungen zu verhindern, würzt man mit Kümmel oder Fenchel. Gelbe und rote Rüben gelten als wahre Vitamin- und Beta-Karotin-Bomben. Vor allem die an Kalium- und Folsäure reichen Rohnen werden im Winter gern für Rohkostsalate verwendet oder als Beilage gereicht. Mit ihrem hohen Vitamingehalt sind sie wie geschaffen für die graue Jahreszeit. Die jungen Blätter der roten Rüben können gekocht übrigens ebenfalls verzehrt werden. Wer schon einmal frische Rohnen zubereitet hat, den wundert es nicht, dass diese einst zum Färben benutzt wurden. Also immer Einweg-Handschuhe anziehen, denn die Farbe ist hartnäckig. Verfärbungen an den Händen lassen sich übrigens mit Zitronensaft abwischen.

FÜR SIE GELESEN Das ErzherzogJohann-Kochbuch von Herta Neunteufl. Willi Haider, 19,90 Euro, Steir. Verlagsgesellschaft Beefsteak, Burgunder Rindfleisch, Kalbsvögerl, Mandelbusserl. Die Rezepte dieser Köstlichkeiten sind rund 200 Jahre alt und älter. Herta Neunteufl hat vor 20 Jahren einen wahren Schatz an Rezepten und Informationen zusammengetragen. Willi Haider bringt für die Neuauflage seine traditionsverpflichtete Haubenküchenerfahrung ein, und steirische Restaurants kochten Rezepte aus dem Buch.


Zum Leben

24. Jänner 2010

CARITAS – SOS

MUTWORTE

Hohe Nachzahlungen

Das Gute am Schlechten

SOS-Ruf 3040 Die allein erziehende Mutter von drei kleinen Kindern hat nach Ablauf der Karenzzeit bei verschiedenen Reinigungsfirmen gearbeitet, konnte jedoch keine Stelle länger behalten – nicht zuletzt wegen der Betreuung der Kinder. Ihre Wohnung ist sehr schlecht isoliert, weshalb es immer zu hohen Betriebskostennachzahlungen kommt. Jetzt ging auch noch die Waschmaschine kaputt, was die Frau, die mit dem Nötigsten auskommen muss, nun finanziell völlig überfordert. Sie bittet die Caritas um Hilfe. Spendenkonten: PSK 7925.700, BLZ 60.000; Raiffeisenbank 55.111, BLZ 38.000; Sparkasse 0001.691.187, BLZ 20815. Kennwort: SOS-Ruf 3040. Online-Spenden unter www.caritas-steiermark.at

STEIRISCHER KOCHTOPF

Abgestempelt müssen Zuckerkranke nicht sein. Foto: Wodicka

Insulin per ständiger Pumpe Eine Salzburger Ärztin empfiehlt Diabetesdorf. „Allein mit Zucker und Spritze“: Dieser Artikel im Sonntagsblatt vom 20. September hat fast drei Monate danach eine Salzburger Ärztin zur Feder greifen lassen. Dem Autor unseres Beitrags über das peinvolle Leben mit Zuckerkrankheit, Adolf Wichmann, empfiehlt Dr. Claudia Schweiger (Tel. 0650/512 23 17), selbst schon jung Diabetikerin, die Schulung in einem Zentrum

in Deutschland. Bei Bad Mergentheim in Baden-Württemberg haben Ärzte das Diabetesdorf Althausen ins Leben gerufen (Information unter Tel. 0049/79 31/ 44 130 oder www.diabetesdorfalthausen.de). Es mache die Therapie „einfach und berechenbar“. Im „Dorf“ mit „Wohnhäusern“ lernen Betroffene etwa, als Alternative zur „Spritzentherapie“ mit einer halbautomatischen „Insulinpumpe“ umzugehen. Sie pumpt über einen Schlauch mit Nadel ständig vorprogammierbare Mengen von Insulin unter die Haut.

Paula, das Walross

Teufelslaibchen

AUS: FRIEDBERG MA(H)L ZWEI, STEIRISCH-BAYERISCH AUFG’KOCHT

Was ist das Gute am Schlechten? Gewiss, man stutzt, wenn es heißt, man verdanke etwas einer Krankheit. Doch es ist eine Tatsache, dass selbst die schwere psychische Krankheit nicht nur ihre leidvollen, sondern auch ihre guten Seiten hat. Für viele Patienten, die längst wieder gesund sind, stellt sich ihre kranke Phase im Nachhinein als positiver Wendepunkt in ihrem Leben dar. Sie verklären die Krankheit nicht, dazu besteht kein Anlass, aber sie reihen sie in die abenteuerlichen Wegstrecken ihres Lebens ein, die auch zu mancher wichtigen Erkenntnis beigetragen haben. Es klingt banal, aber wer einmal überraschend eine depressive Phase erlitten hat, der kann nie mehr unvorbereitet in eine Depression stürzen. Vielleicht geht er jetzt auch dankbarer und intensiver mit allen hellen Lebensphasen um als ein immer Gesunder, dem alles in gleicher trüber Beleuchtung vor dem Auge vorbeizieht. Das Störende der Störung, das Kranke der Krankheit, das Belastende der Belastung, das sieht der Patient meist selber zur Genüge, wenn er erstmals zum Therapeuten kommt. Da ist es dessen Aufgabe, nicht bloß die Symptome zu bekämpfen, sondern auch die Beleuchtung zu ändern und die Perspektive so zu wechseln, dass eine nützlichere Sichtweise zustande kommt, die zu Lösungen führen kann. Die Kinderpsychiaterin Thea Schönfelder hat tiefsinnig formuliert: „Was mich von meinem psychotischen Mitmenschen unterscheidet, ist meine Möglichkeit, ihn ‚heiler‘ zu sehen, als er es selbst vermag.“ Aus dem Buch: „Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.“ Gütersloher Verlagshaus. Foto: Amsüss

Auflösung: 2 und 9.

½ kg Faschiertes mit 2 bis 3 kleinen gekochten und geriebenen Erdäpfeln, 1 Ei, Salz, Pfeffer, fein geschnittener Zwiebel und einer Handvoll grobgehackter Nüsse gut vermischen. Flache Laibchen formen und diese in Butter knusprig backen. Auf getoasteten Weißbrotscheiben mit Zwiebelringen und gebratenen Paprikaringen garnieren. Soße: ¼ l Ketchup, 3 EL Weinessig, 1 Lorbeerblatt, Pfeffer, Chilipulver, etwas scharfen Senf, 1 Knoblauchzehe und etwas Zucker auf kleiner Flamme rund 10 Minuten kochen lassen. Extra zu den Laibchen servieren. Als Beilage eignen sich Bratkartoffeln oder Kartoffelpüree.

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Manfred Lütz


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Veranstaltungen

GRAZ Sprechtag bei Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari: 27. Jänner, 9 bis 12.30 Uhr, Bischöfliches Ordinariat, Bischofplatz 4. Zählkarten werden ab 8.30 Uhr beim Portier ausgegeben. Bildungshaus Mariatrost: Ikonen – Fenster zur Ewigkeit, Ikonenmalkurs mit Mag. Silva Bozinova-Deskoska, 28. Jänner, 14 Uhr. • Lebenskunst für Fortgeschrittene, offenes Treffen für Menschen im Älterwerden, mit Johanna Thönnessen, 28. Jänner, 9 Uhr. • LON-Gitarrenkurs I, ohne Noten, für AnfängerInnen und WiedereinsteigerInnen, mit Walter Nimmerfall, 29. Jänner, 18.30 Uhr. • Auf dem Weg zur Königin, mit Dr. Maria Prieler-Woldan, 29. Jänner, 17 Uhr. • Wendezeit – Reifezeit, die Zukunft ist nicht vorhersehbar, aber gestaltbar, Seminar für Frauen, mit Sr. Evelyne Ender, 29. Jänner, 18 Uhr. Info, Anmeldung: Tel. (0 31 6) 39 11 31, office@mariatrost.at Bischöfliches Gymnasium: The right track, Musical von Thomas Schneider, 26., 28. und 30. Jänner, jeweils 19 Uhr, Festsaal Augustinum, Lange Gasse 2. Karten: Tel. (0 31 6) 68 26 01-213. Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen Österreichs: Christliche Soziallehre, Buchpräsentation von Andreas Gjecaj, „Sozialromantik“ – eine etwas andere Buchpräsentation im Spannungsbogen zwischen sieben sozialkritischen Texten und sieben romantischen Schubert-Liedern, Lektor/innen: Hermann Tödtling, Ingrid Gady, Hans-Peter Ertler, Klavier: Valentine Gasser, Gesang: Andreas Gjecaj, 29. Jänner, 19 Uhr, Barocksaal im Priesterseminar, Bürgergasse 2. Cursillo: Familienfasching, 31. Jänner, 15 bis 19 Uhr, Kolpinghaus, Kolpinggasse 6. Dom: Gottesdienste, 31. Jänner, 10 Uhr Choralamt, Choralschola des Institutes für Kirchenmusik und Orgel/ KUG. – 17 Uhr T. Gabriel: Mainzer Messe, Chor Voce Mea. Don Bosco: 75 Jahre Don Bosco Graz, Die kirchliche und politische Entwicklung des Stadtteiles, mit Pfarrer P. Karl Bleibtreu, 29. Jänner, 19 Uhr, Pfarre. Evangelische Erlöserkirche: Der Gestank des Todes und der Duft der Auferstehung, Lesung mit Bischof Michael Bünker, 31. Jänner, 19 Uhr, Raiffeisenstraße 166. Franziskanerkirche: Gottesdienst mit rhythmischen Liedern, gestaltet von der Gruppe „Gundi & Wir“, 24. Jänner, 20 Uhr, Kirche. Friedensgottesdienst im Geiste von Medjugorje, 26. Jänner, 17.45 Uhr Rosenkranz, 18.30 Uhr Messe, anschließend Anbetung und Friedensandacht bis 20 Uhr, Mariahilfer Kirche. Graz-Kroisbach: Ökumenischer Gottesdienst, Predigt Superintendent Mag. Hermann Miklas, 24. Jänner, 10.15 Uhr, Pfarrkirche. Graz-Süd: Mischkulanztanz und Jodelmanie, aufmüpfige europäische Volksmusik in ungewohnten Arrangements, Julia Lacherstorfer, Elisabeth Hasenburger, Geige, Gesang;

Irene Froschauer, Bratsche, Gesang u. a., 29. Jänner, 20 Uhr, Seelsorgezentrum. Karten: Tel. (0 31 6) 47 12 39, graz-sued@graz-seckau.at Institut für Kunstgeschichte: Stift Rein, Schloss Rohr, Hörsaal LKH Graz, Rettungsaktion zugunsten der vom Verfall bedrohten Kulturgüter, Ausstellungsdauer bis 16. April, wochentags von 10 bis 16 Uhr, Ganggalerie, Universitätsplatz 3. Katholische Hochschulgemeinde: Freiheit M/macht Anerkennung, Ninja Reichert liest aus „Das andere Geschlecht“ von Simone de Beauvoir, mit Dr. Susanne Moser, Dr. Mag. Sigrid Eder, Dr. Christian Scamor, Dr. Hans-Walter Ruckenbauer, 28. Jänner, 19.30 Uhr, KHG Foyer, Leechgasse 24. • Das Weite suchen X, Schneeschuh und Winterbiwak, 29. Jänner, 10 Uhr, bis 31. Jänner, 19 Uhr, Dachsteinplateau. Info, Anmeldung: ortner@khg-graz.at • Chor der Stadtpfarrkirche, H. L. Hassler, „Missa secunda“, 31. Jänner, 19.30 Uhr, Leechkirche. Münzgraben: Freiheit von oder für Religion?, praktische gesellschaftliche Konsequenzen, mit Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold, 27. Jänner, 19 bis 20.30 Uhr, Pfarrsaal. Priesterseminar: Steirische Priester – verfolgt durch die NS-Diktatur, Fakulutätsmesse und Segnung der Gedenktafel durch Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari, 27. Jänner, 18 Uhr, Kapelle des Priesterseminars, Bürgergasse 2. Projekt Alleinerziehende: Kostenlose Rechtsberatung, mit Dr. Susanne Gruber, 27. Jänner, 15.30 Uhr. • Brunch am Sonntag, mit Helene Zenz, 28. Jänner, 10 bis 13 Uhr, Carnerigasse 34. Steirische Autoren: Zauberland, Lesung mit Michael Benaglio, 25. Jänner, 18.30 Uhr. • Lesung mit Gerhard Dinauer, 28. Jänner, 18.30 Uhr, jeweils Herzogshof, Herrengasse 3/ 2.Stock. St. Leonhard: Spiritueller Montag, Eine Idee geht um die Welt, 475 Jahre Ursulinen, mit Sr. Mag. Anna Kurz, Sr. Angela Schlager, 25. Jänner, 19.45 Uhr, Pfarrheim. St. Martin: Sicher ist gar nichts, auch nicht mit dem besten Vorhangschloss, Vortrag von Chefinspektor Herbert Schreiner, 26. Jänner, 19 bis 21 Uhr. • Zeitschritte-Tagung, Steirische Landfrauentagung, 29. Jänner, 18 Uhr, bis 31. Jänner, 13 Uhr. Info, Anmeldung: Tel. (0 31 6) 28 36 55 230, astrid.lierzer@stmk. gv.at St. Peter: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch, Katechese, 25. und 28. Jänner, 19.30 bis 20.30 Uhr, Pfarrsaal. St. Rupert-Hohenrain: 50-Jahr-Jubiläum, Konzert, Cello spielt hoch und ra(e)in, 29. Jänner, 19 Uhr, Kirche. • Eröffnung der Fotoausstellung „50 Jahre St. Rupert-Hohenrain“, 31. Jänner, 9 Uhr Gottesdienst, anschließend Festakt und Besichtigung der Fotoausstellung, Kirche. Technik in Kürze: Für SeniorInnen 50+, Handy Einführung, 27. Jänner, 10 Uhr, Diözesanmuseum, Bürgergasse 2. Anmeldung erforderlich, Katholisches Bildungswerk Tel. (0 31 6) 80 41-345.

24. Jänner 2010

Theologische Fakultät: Religion am Donnerstag, Menschenrechte in Südosteuropa, mit Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Benedek, 28. Jänner, 19 Uhr, HS 47.01. • Hoffnung und christliche Verantwortung in der einen Welt, ökumenisches Wochenende mit Dr. Elisabeth Moltmann-Wendel, Dr. Jürgen Moltmann, 29. Jänner, 18.30 bis 22 Uhr, und 30. Jänner, 8.45 bis 13 Uhr, jeweils Heinrichstraße 78.

GRAZ-UMGEBUNG Haus der Stille: Vertrau deiner Sehnsucht, Bibliodrama, mit Mag. Colette Brun, 15. Februar, 14.30 Uhr, bis 17. Februar, 14 Uhr. • Einführung in die Zen-Meditation, mit Barbara Erschen, 19. Februar, 18 Uhr, bis 21. Februar, 14 Uhr. • Was es ist – Liebe, ihre Wege und Umwege, Schreibwerkstatt, mit Mag. Monika Tieber-Dorneger, 19. Februar, 18 Uhr, bis 21. Februar, 14 Uhr, Heiligenkreuz am Waasen, Tel. (0 31 35) 82 625.

OSTSTEIERMARK Hartberg: Bibelrunde, 25. Jänner, 19 Uhr. • Wüten, toben, traurig sein, starke Gefühle – Ausdruck von Lebendigkeit, Vortrag und Gesprächsabend für Eltern von Klein- und Vorschulkindern, mit Maria Zöhrer, 28. Jänner, 19 Uhr, Städtischer Kindergarten, Franz-Schmidt-Gasse 7. • Vortrag und Heilungsgottesdienst, mit Pfarrer Schuster, 30. Jänner, 15 Uhr, jeweils Franziskussaal, Kapuzinerkloster. Haus der Frauen: Wir spielen Tarock – ein wahres Vergnügen, für alle interessierten Frauen und Männer, die die Grundregeln dieses Spieles kennen, 4. Februar, 18 Uhr, Anmeldeschluss: 1. Februar. • Gesund an Leib und Seele, Wohlfühltag, mit Gusti Wögerer, 8. Februar, 9 bis 17 Uhr, 1. Februar. • Soja – die gesunde Alternative, Kochseminar mit Christine Schnitzer, 10. Februar, 9 bis 14.30 Uhr, Anmeldeschluss: 5. Februar. • In den Schuhen der/des Anderen gehen, Validation, mit Sr. Anaclet Nußbaumer, dreiteilige Seminarreihe, 11. Februar, 16 Uhr, bis 12. Februar, 17 Uhr, und 25. Februar, 16 Uhr, bis 26. Februar, 17 Uhr, und 3. März, 16 Uhr, bis 4. März, 17 Uhr,

Anmeldeschluss: 4. Februar. Info, Anmeldung: 8222 St. Johann bei Herberstein 7, Tel. (0 31 13) 22 07, kontakt@hausderfrauen.at Pöllau: Diplomverleihung und Sendungsfeier, zum Abschluss der Ausbildung als Familientrainer, Akademie für Familienpädagogik Schönstatt am Kahlenberg, mit Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari, 31. Jänner, 10 Uhr, Pfarrkirche. Stubenberg: Und bleibt die Sehnsucht uns BegleiterIn, Lebensbegleitende Abende mit Stille und Gespräch, mit Michaela Fetz, Ursula Karch, 28. Jänner, 25. Februar, 18. März, jeweils 19.30 Uhr, Pfarrhof St. Johann bei Herberstein. Anmeldung erbeten: michaela.fetz@grazseckau.at Vorau: Die Liebe neu zu entdecken, Wochenende für die Beziehung, für Paare, Priester und Ordenschristen, 9. April, 18 Uhr, bis 11. April, 18 Uhr, Stift Vorau. Info, Anmeldung: www.marriage-encounter, Irene und Gerhard Pendl, Peter-Rosegger-Straße 5, 8330 Feldbach, Tel. (0 31 52) 24 68. Weizberg: Glaubensseminar, Thema: „Das Vaterunser leben“, Vortrag und Messe, mit Pfarrer Arnold Heindler, 31. Jänner, 14.30 bis 18 Uhr, Pfarrzentrum. Info, Anmeldung: Kaplan Hannes Geieregger, Tel. (0 31 72) 23 63-17.

SÜDSTEIERMARK Leibnitz: Gesprächsabende für Paare, an sieben Abenden werden in diskreter Atmosphäre Wege zu einer starken Partnerschaft aufgezeigt, 2. Februar bis 23. März, Pfarrhof. Info, Anmeldung: Pfarrkanzlei, Tel. (0 34 52) 82 365. St. Veit am Vogau: „Heil Hitler“ – pastoral bedingt, vom Politischen Katholizismus zum Pastoralkatholizismus, Vortrag von em. Univ.-Prof. Dr. Maximilian Liebmann, 29. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrheim. Wagna: Offenes Singen, 25. Jänner, 18.30 Uhr, Gasthaus Neuhold, Marburger Straße 132.

WESTSTEIERMARK Deutschlandsberg: Kindern Mut zum Leben machen, mit Mag. Anja Wagner, 28. Jänner, 19.30 Uhr, Eltern-

◗ Diözese Graz-Seckau

Stellenausschreibung Die Kirchenbeitragsorganisation sucht eine/n MitarbeiterIn in der Region Obersteiermark, Standort Leoben/Liezen. Aufgaben: Führen von ergebnisorientierten Beratungsgesprächen. – Back Office. – Schriftverkehr und Verwaltungstätigkeiten. Anforderungen: Hohe Kommunikations- und Teamfähigkeit. – Eigenverantwortlichkeit. – Sehr gute MS-Office-Kenntnisse. – Flexibilität und Mobilität. Allgemeines: Kirchliches Engagement. – Abgeleisteter Zivil-/Präsenzdienst. – Eigener PKW. Schriftliche Bewerbung mit Foto bis 10. Februar an das Personalbüro der Diözese Graz-Seckau, Bischofplatz 4, 8010 Graz, oder an personalbuero@graz-seckau.at


Veranstaltungen

24. Jänner 2010

◗ Unterwegs mit dem Sonntagsblatt

Zwei Reisen nach Sizilien und Istrien • Sizilien: 27. März bis 4. April 2010 (Karwoche) Samstag, 27. März: Graz – Klagenfurt – Udine – Mestre – Padua – Loreto. – Sonntag, 28. März: Loreto – Pescara – Chieti – Manoppello – Neapel. Einschiffung auf die Fähre nach Palermo. – Montag, 29. März: Palermo – Monreale. – Dienstag, 30. März: Von Palermo der Nordküste entlang über Cefalu und Messina nach Taormina. Nach Catania – Syrakus. – Mittwoch, 31. März: Syrakus. – Donnerstag, 1. April: Syrakus – Enna und Agrigent. – Freitag, 2. April: Agrigent – Selinunt – Segesta – Trapani. Auf dem Fährschiff nach Genua. – Samstag, 3. April: Ein Tag zur Erholung auf See – Genua. – Sonntag, 4. April: Heimreise nach Graz. – Kosten: 895 Euro. Reiseleitung: Dr. Joseph Harg, Mag. Heinz Finster. • Istrien: 13. bis 16. Mai 2010 Donnerstag, 13. Mai: Graz – Porec. – Freitag, 14. Mai: Porec – Rovinj – Porec. – Samstag, 15. Mai: Rundfahrt um die istrische Halbinsel: Porec – Beram – Opatija – Lovran – Plomin – Labin – Pula – Porec. – Sonntag, 16. Mai: Porec – Triest – Aquileja und Grado – Palmanova – Kanaltal – Klagenfurt – Graz. – Kosten: 390 Euro. Reiseleitung: DDr. Norbert Hofer. Info, Anmeldung: Sonntagsblatt für Steiermark, Bischofplatz 2, 8010 Graz, Tel. (0 31 6) 80 41-226. Norbert-EhrlichKind-Zentrum, Siedlung 111. Oase der Seele: Gott ruft dich – Gott ruft mich!, die eigene Berufung wahrnehmen und ihr folgen, Weihbischof Dr. Franz Lackner erzählt aus seiner Lebens- und Berufungsgeschichte, neuer Termin: 25. Jänner, 19.30 Uhr. • Franziskanisches Gebet, 31. Jänner, 19 Uhr, Franziskanerkloster Maria Lankowitz. Kontakt: Mag. Elisabeth Spreitzhofer, Tel. 0676/8742-6677. Voitsberg: Ökumenischer Gottesdienst, 24. Jänner, 10 Uhr, Josefskirche.

OBERSTEIERMARK Admont: Gottesdienst im ostkirchlichen Ritus, mit dem Chrysostomus-Chor, 24. Jänner, 10 Uhr, Pfarrkirche. Frojach: Burnout in der Pflege von Angehörigen – vorbeugen, erkennen, überwinden, mit DSA Kathrin Preisitz, 27. Jänner, 19 Uhr, Pfarrhof. IMPRESSUM Herausgeber und Verleger: Bischöfliches Ordinariat Graz-Seckau, beide Graz, Bischofplatz 4. Redaktion: 8010 Graz, Bischofplatz 2, Postfach 872, Telefon (0 31 6) 80 41-226, Telefax (0 31 6) 80 41-259. Verwaltung, Abo: Tel. (0 31 6) 80 41-225. Internet: http://www.sonntagsblatt.at E-Mail: redaktion@sonntagsblatt.at oder verwaltung@sonntagsblatt.at ISDN: (0 31 6) 80 41-399 Schriftleiter: Dr. Herbert Meßner Geschäftsführer: Mag. Heinz Finster Druckvorstufe: Bischöfliches Ordinariat, DigiCorner, alle: Bischofplatz 2, 8010 Graz. Druck: DRUCK STYRIA GMBH & CO KG, Schönaugasse 64, A-8010 Graz Preis: € 0,60. – Jahresabo: € 30,40. Erscheinungsort Graz Verlagspostamt 8020 Graz

Irdning: Vesper mit Gesängen aus Taizé, 20. Jänner, 19.30 Uhr, Kapelle im Kapuzinerkloster. Judenburg-St. Nikoaus: Technik in Kürze, für SeniorInnen 50+, Handy Einführung, 28. Jänner, 16 Uhr, Pfarrhof. Info, Anmeldung: Katholisches Bildungswerk, Tel. (0 31 6) 80 41-345. Katholische Frauenbewegung: Verantwortlich leben – heute gestalten wir das Morgen, Dekanatsbildungstag Murau, mit Melanie Kulmer, 25. Jänner, 14 bis 17 Uhr, Pfarrheim Neumarkt. Info: Rosa Hojas, Tel. (0 35 32) 24 895. Lassing: Winterberggottesdienst am Blosen, für alle Tourengeher und Schneeschuhwanderer, mit Pfarrer Andreas Fischer, musikalische Gestaltung unter der Leitung von Kapellmeister Wolfram Zeiser, 31. Jänner, 12 Uhr, beim Gipfelkreuz. Für alle, die in einer Gruppe gehen möchten, Treffpunkt: 8.30 Uhr, Sportplatz in Lassing. Bei Schlechtwetter am 7. Februar Berggottesdienst. Infos: Gerhard März, Tel. 0664/73 54 62 12. Pöls: Wer ist Jesus, warum starb er?, Glaubenswege mit Gertraud Peinhopf, 27. Jänner, 19 Uhr, Pfarrsaal. Info, Anmeldung: Tel. 0676/ 8742-6955. Scheifling: Glaube, der lebendig ist!, Gott, wer bist du für mich?, Glaubensseminar, 27. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrhof. Unzmarkt: Die Niederlande – mehr als Windmühlen und Tulpen, Reisebericht von Dr. Eduard Wallaszkovitz, 29. Jänner, 19.30 Uhr, Festsaal.

JUNGSCHAR Lesen und Feiern: Gespräch zu biblischen Texten und Feier der Messe,

Beginn: 19 Uhr, Augustinum, Lange Gasse 2. Minis4Goal: Ministranten-Fußballturnier, 17. April, St. Peter am Ottersbach. Info, Anmeldung: Johannes Huber, Tel. (0 31 6) 80 41-823.

JUGEND Feldbach: Jugendgottesdienst, 30. Jänner, 18.30 Uhr, Pfarrkirche. • Jugendanbetung und -abend, 29. Jänner, 19 Uhr, Bierbaum, Fatimakapelle. Pinggau: Firmbegleiterschulung, mit Marlies Schlacher, 30. Jänner, 14 Uhr, Pfarre. Pischelsdorf: KJ-Jugendball, 30. Jänner, 19.30 Uhr, Oststeirerhalle. Rein: Dekanatsjugendvesper, Begegnung mit den Zisterziensermönchen, 30. Jänner, 19.15 Uhr, Treffpunkt Stiftshof. Spital am Semmering: Rodelvesper, Gemeinsam beten, gemeinsam rodeln, 27. Jänner, 18.30 Uhr, Pfarrkirche.

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bis 6. Februar. • Lintsching – Lungau, Familien-Schi-Woche, 13. bis 20. Februar. Info, Anmeldung: Tel. (0 31 6) 80 41-326. Katholische Männerbewegung: Insel Malta und Insel Gozo, 12. bis 19. Februar. • Ceylon – Sri Lanka, 13. bis 21. Februar. • Umbrien, 28. März bis 2. April. • Südosttürkei – Kilikien, Nordmesopotamien-Kappadokien, 27. März bis 5. April. • New York und Washington, 28. März bis 5. April. Info, Anmeldung: KMB-Reisen, Esperantoplatz 1, 8020 Graz, Tel. (0 31 6) 7089-6718. Pfarrverband Puntigam/St. Johannes: Sardinien, 21. bis 28. Juni. Info, Anmeldung: Tel. 0676/42 67 829. Diözesansportgemeinschaft: Heraus aus dem Feinstaub, Wanderung am Theaterweg rund um Oisnitz in der Weststeiermark, Verkostungsmöglichkeit, 30. Jänner, Treffpunkt: 8.15 Uhr, Graz-Hauptbahnhof. Info, Leitung: Hans Gröbelbauer, Tel. 0650/31 24 444.

MAGAZIN

FREIZEIT/REISEN Fragollo Reisen: Pilgerfahrt nach Medjugorje, 14. bis 18. Februar. • Pilgerreise nach Lourdes, zum hl. Pfarrer von Ars und Le Puy am Jakobsweg, Begleitung: Pfarrer Mag. Robert Schneeflock, 19. bis 28. Juli. Info, Anmeldung: Oed 60, 8311 Markt Hartmannsdorf, Tel. (0 31 14) 51 50. Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung: Völs am Schlern/Südtirol, Wander- und Skiwoche, 30. Jänner

Stift Gurk: Fasten für Gesunde, 26. Februar bis 6. März. Info, Anmeldung: Tel. 0676/87 72 72 94. Maria Puchheim: Sich von Gott berühren lassen, Priesterexerzitien mit Dr. Johann Hintermaier, 23. bis 27. August. Info, Anmeldung: Exerzitienhaus der Redemptoristen, Gmundner Straße 3, 4800 Attnang-Puchheim, Tel. 07674/623 67, exerzh.puchheim@aon.at

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Religion in Rundfunk & TV MONTAG, 25. 1.

SONNTAG, 24. 1. 9.00 Zusammenleben statt ausgrenzen. „So ein Kind ist doch ein Leben lang ein Klotz am Bein und außerdem für uns alle teuer. Da kann man doch eine Lösung finden.“ Dieser spontane Ausspruch einer Freundin klingt der Mutter eines behinderten Kindes noch heute in den Ohren. Sie hatte sich geweigert, ihr als krank diagnostiziertes Kind vor der Geburt töten zu lassen. (Phoenix) 10.15 Uhr Stationen. Pater Florian von Bayern. Im Norden von Kenia, fast an der äthiopischen Grenze, bereitet Benediktinerpater Florian einen Gottesdienst vor. Hier, im Trockengebiet am Turkanasee und umgeben von Steinwüsten, hat er seinen Platz gefunden. Geboren wurde Pater Florian als Franz-Josef Prinz von Bayern aus der Familie der Wittelsbacher. (Bayern) Foto: BR/Weisenborn

10.20 Schätze der Welt. Grand Canyon – Panorama der Erdgeschichte, USA. (ORF 2) 12.00 Salzkammergut: Einmal um den Wolfgangsee. Das Salzkammergut beherbergt rund siebzig Seen; der bekannteste von ihnen ist der Wolfgangsee mit dem Wallfahrtsort St. Wolfgang. Neben den Wallfahrten nach Santiago de Compostela, Rom und Jerusalem war die Wallfahrt zum heiligen Wolfgang eine der bedeutendsten des Mittelalters. (Hessen) 12.30 Orientierung. Haiti: Wie Caritas und Co. wichtige Hilfe leisten. – Ägypten: Wie koptische

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14.30 16.15

19.30

22.10

Christen diskriminiert werden. – Christoph Schönborn: ein Kardinal mit Mission. (ORF 2) Romano Guardini. Spuren seines Lebens und Denkens. (BR-alpha) Universum. Goldene Wachau – Juwel an der Donau. Die niederösterreichische Wachau bildet eine einzigartige Naturund Kulturlandschaft. Der Film präsentiert ein umfassendes Porträt dieser wildromantischen Region: Neben, ja zum Teil sogar in den Burgen und Ruinen, den charakteristischen Obsthainen und Weingärten zeigt sich eine unerwartet vielfältige Tierwelt – vom Turmfalken über das Ziesel bis zur Smaragdeidechse. (ORF 2) Jagd nach dem Goldenen Vlies. Die Dokumentation erzählt von der spannenden Beweisführung renommierter Forscher, um die historischen Fakten hinter dem Mythos aufzudecken. (ZDF) Königsberg – Kaliningrad. Eine deutsch-russische Versöhnungsgeschichte. Die gemeinsame Geschichte war lange ein Tabuthema. Inzwischen haben die Kaliningrader das Erbe der Königsberger angenommen. Ein Drittel des Geldes für den Wiederaufbau des Doms, die große Uhr und die neue Orgel stammen übrigens aus Deutschland. Das erste Konzert eines deutschen Orchesters ist sicher nicht nur ein Highlight im Kulturkalender. Anschließend (ab 22.55) Konzert aus dem Kaliningrader Dom. (MDR)

10.00 Gottesdienst live im Internet: Ministrantenaufnahme.  www.pfarre.hartberg.at

17.45 Terra X. Fata Morgana – Naturwunder und Zauberspuk. Der Film zeigt legendäre Schauplätze der Artussage – von Großbritannien bis zur Straße von Messina. Laborversuche erklären die physikalischen Vorgänge bei einer Fata Morgana. (3sat) 18.30 Uhr Väterchen Don. Ein russischer Mythos. Fritz Pleitgen führt an die Ufer des Don. Ein Fluss, der von den Russen seit jeher mit Schicksal, Kampf und Freiheitsdrang verbunden ist. Im Bild: Eingangstor des Klosters von Zadonsk, einem wichtigen Wallfahrtsort am Don. Anschließend der 2. Teil: Der Fluss der Kosaken. Die Don-Steppe war über Jahrhunderte Heimat der Donkosaken. (Phoenix) Phoenix/MDR/WDR/Tolz 20.15 Die Flucht. Vier Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz gelingt 1942 das Unmögliche: Als SS-Offiziere verkleidet, entkommen sie mit dem Auto dem Lager und somit dem sicheren Tod. Im Film erzählt der letzte Überlebende dieses Quartetts, Kazimierz Piechowski, die Geschichte seines Entkommens. (3sat) 21.50 Mahler – In gemessenem Schritt. Sie trafen sich nur einmal, Sigmund Freud und Gustav Mahler, aber diese Begegnung prägte das private wie berufliche Leben des österreichischen Komponisten wesentlich. Das Porträt verwendet die Begegnung der beiden Männer als Leitmotiv. (arte)

RADIO Morgengedanken von Mag. Klaudia Achleitner, Oberndorf, Salzburg. So., 6.05 Uhr, Mo. bis Sa., 5.40 Uhr, Ö2. Das evangelische Wort. Es spricht Pfarrerin Ingrid Tschank, Gols, Burgenland. So., 6.55 Uhr, Ö1. Religion auf Ö3. „St. Martin im neuen Gewand“ – Die burgenländische Kirchenzeitung wird neu. So., zwischen 6.30 und 7 Uhr, Ö3. Erfüllte Zeit. „Das Wirken Jesu in Galiläa“, Lk 1,1–4; 4,14–21. Kommentar: Wolfgang Schwarz. So., 7.05 Uhr, Ö1. Kalenderblatt. Die Heiligen des Tages. Täglich 7.30 Uhr, Radio Maria. Katholischer Gottesdienst aus dem Dom zu Salzburg. Musik: Gotteslob, Nrn. 264, 465, 530/6 und 265; W. A. Mozart: Orgelsolomesse, KV 259. So., 10 Uhr, Ö2.

DIENSTAG, 26. 1. 10.15 Von Hochosterwitz bis Miramare. Traumschlösser am Rande der Alpen. (3sat) 16.15 Traumzeitwanderer im dritten Jahrtausend. Bei den Aborigines in Zentralaustralien. 1959 war es eine Sensation, als in Australien das bis dahin unbekannte Ureinwohnervolk der Pintubi entdeckt wurde. Der Film stellt den Alltag der Pintubi vor. (3sat) 16.55 Das Dirndl. Ein Kleid zwischen Tradition und Moderne. Was früher ein einfaches Arbeitsgewand aus Leinen und Baumwolle war, schmückt bis heute seine Trägerin zu hohen kirchlichen Feiertagen und ist stolzer Ausdruck ländlichen Brauchtums und tiefer Verwurzelung im katholischen Glauben. Ein Besuch in Oberösterreich zeigt in beeindruckenden Bildern die aufwändige Fertigung so genannter Goldhauben. (arte) 17.00 Der Letzte seines Standes? Die Bergbäuerin vom Ultental. Die Altbäuerin Germana Thöni ist wohl die Letzte im Südtiroler Ultental, die vollständige Selbstversorgung mit den Produkten betreibt, die der Berg und die Landschaft hergeben. (Bayern) 20.15 Universum. Die Küste der Mangroven. Die Mangrovenwälder Südafrikas sind faszinierende Landschaften zwischen den Elementen. (ORF 2) 21.00 Nothelfer, Vorbilder, Drachentöter. Heilige zwischen Mythos und Legende. (BRalpha) 22.30 kreuz & quer. Die Juden – Geschichte eines Volkes. Der Film ist eine faszinierende Expedition in die über 3000jährige Geschichte einer der ältesten Weltreligionen. Zweiter Teil. (ORF 2)

AUSGEWÄHLTES IM HÖRFUNK

Salzburger Nachtstudio. Humor, die heitere Seite des Lebens. Therapeutische, kulturwissenschaftliche und literarische Betrachtungen eines Elixiers. Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag, sagte Charlie Chaplin und brachte die Bedeutung des Humors auf den Punkt. Mi., 21 Uhr, Ö1. Foto: Fotolia/Luger

Motive – Aus dem evangelischen Leben. „Erwerbstätig und unabhängig?“ Weibliche Rollenbilder im Wandel. So., 19.05 Uhr, Ö1. Antenne – Gott und die Welt. So. bis Do., ca. 20.55 Uhr, Antenne. Einfach zum Nachdenken. So. bis Fr., 21.57 Uhr, Ö3. Gedanken für den Tag von Fabio Luisi. Mo. bis. Sa., 6.57 Uhr, Ö1. Religion aktuell. Mo. bis Fr., 18.55 Uhr, Ö1. Praxis – Religion und Gesellschaft. Mo., 21.01 Uhr, Ö1. Diagonal – Radio für Zeitgenossen. Zur Person: Andreas Hofer – Ein Freiheitskämpfer als Aufständischer gegen die Moderne. Dass er „zu Mantua in Banden“ war, das weiß man über den Wirt aus dem Passeiertal auch außerhalb von Tirol. Dass er im „heiligen Land“ als Freiheitsheld verehrt wird,

auch. Aber was war vor 200 Jahren – Hofer wurde am 20. Februar 1810 hingerichtet – ein „Freiheitsheld“? Sa., 17.05 Uhr, Ö1. Logos – Theologie und Leben. „Wissen ist (nicht immer) Macht“ – Gelehrte Frauen im islamischen Kulturraum. Sa., 19.05 Uhr, Ö1.

Radio Vatikan Täglich 20.20 Uhr Hauptprogramm (Wiederholung um 6.20 Uhr). Täglich 16 Uhr Nachrichten. MW: 1530. So.: Sie schreiben – wir antworten. Mo.: Weltkirchen-Magazin. Di.: Dialog mit anderen Religionen. Mi.: Die Woche in Rom. Do.: Kreuz des Südens. Fr.: Prisma-Magazin. Sa.: Kommentar; Betrachtung.


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MITTWOCH, 27. 1. 14.15 Die Sölker Naturtäler. Ein steirisches Kleinod. Die beiden Sölktäler in der Steiermark bilden eines der größten zusammenhängenden Almgebiete im Alpenraum. (3sat) 19 Uhr Stationen. Frauen im Vatikan. An vielen entscheidenden Stellen im Vatikan sind es Frauen, die die Fäden ziehen. Günter Schilhan gibt Einblicke in die Tätigkeitsbereiche von Frauen im Vatikan, beschreibt ihren Alltag und beleuchtet auch das Rollenbild der Frau innerhalb des männerdominierten Kirchenstaats. Der Vatikan als reiner „Priester- und Männerstaat“ ist nur noch ein Klischee. (Bayern) Foto: ORF/Schilhan 20.15 Der letzte Rabbiner. Die Geschichte des Leo Trepp. Er ist 96 Jahre alt, sitzt im Rollstuhl, pendelt zwischen den USA und Deutschland und lehrt an der Universität: Leo Trepp ist der letzte noch lebende Rabbiner aus Deutschland aus der Zeit vor dem Holocaust. (Eins Extra) 22.15 Über Leben in Auschwitz. Auschwitz ist zu einer Chiffre geworden für millionenfachen Mord. Der Film basiert auf Berichten von sechs Überlebenden. Sie erzählen vom Leben und Sterben in Auschwitz-Birkenau, von der Entmenschlichung durch KZ-Wächter, von Lebenswillen und Todesangst, von Kälte und Hunger – vom Auschwitz-Alltag. (RBB) 0.15 „Wir haben doch nichts getan…“ Der Völkermord an den Sinti und Roma. (BR-alpha)

DONNERSTAG, 28. 1. 12.30 Wo Heimat war. Ein Wiedersehen jüdischer Waisenkinder in Berlin. (RBB) 15.00 Abenteuer Mongolei. Goldrausch in der Gobi. Das Leben in den schroffen Bergen des Altai im äußersten Westen der Mongolei ist rau. An der Grenze zu Sibirien liegen die Suvraga-Berge. Dort genießen die Nomaden den Sommer, denken nicht an die extrem harten Winter. (3sat) 15.15 Die bucklige Welt. Unterwegs im Süden Niederösterreichs. „Buckeln“ nennt man sanfte Hügel. Ihnen verdankt die „Bucklige Welt“ in Niederösterreich ihren Namen. Wohlhabend war die Gegend nie – ein Bauernland, für die Menschen eine raue Heimat. Die Alten erinnern sich noch heute an die Zeit, als selbst am Licht gespart werden musste. Heute zeugen prächtige Einschichthöfe von wachsendem Wohlstand. (NDR) 17.00 Der Letzte seines Standes? Der Holzrücker vom Grödnertal. Noch immer gibt es Landstriche, da scheint die Zeit wie angehalten. (Bayern) 20.15 Länder – Menschen – Abenteuer. Winterreise durch Lappland. Lappland im Winter – das heißt viel Schnee und Dunkelheit, aber auch grandiose Natur, Einsamkeit und Nordlichter. Nicht zu vergessen ist die menschliche Wärme, die die Bewohner Finnisch-Lapplands durch den langen Winter trägt. (NDR) 21.05 Universum. Cleopatras wahres Gesicht. Bis heute erhält sich das Bild der ägyptischen Herrscherin als legendäre bildschöne Verführerin, aber ihre wahre Geschichte ist von unzähligen Mythen überlagert. (ORF 2)

blickwinkel

Religion in Rundfunk & TV FREITAG, 29. 1. 11.30 Stolpersteine. Endlich am Ziel! Michael Teuber ist teilweise querschnittgelähmt, nach seinem Autounfall hieß es: Rollstuhl lebenslang. Doch er gab nie auf und konnte mit seinem eisernen Willen den Rollstuhl verlassen. (3sat) 12 Uhr Kinder der Straße. Ecuador ist das zweitärmste Land Südamerikas. Viele Kinder leben dort in zerrütteten Familien, in denen Gewalt an der Tagesordnung ist. Ein Leben auf der Straße – als Schuhputzer, Zigarettenverkäufer oder Taschendieb – scheint oft die bessere Alternative. Das Projekt „GOLASO – Fußball für Straßenkinder“ der Salesianer Don Boscos gibt Kindern Hoffnung auf eine bessere Zukunft. (3sat) ORF/Stadler/Hoerbst 17.00 Der Letzte seines Standes? Der Weber von St. Pangratz. Den „Falterer Luis“ kennen die Alten im Südtiroler Ultental alle, weil er noch immer auf die „Stör“ geht, hinauf zu den Bergbauern, um ihnen ihre Wolle und das Leinen zu wirken, eine Arbeit, die kaum einer noch beherrscht. (Bayern) 18.15 Essgeschichten. Für Leib und Seele – Köstliches aus Klosterläden. (SWR) 20.15 Die Wannseekonferenz. Preisgekrönter Film, inszeniert nach den Originalprotokollen. Er gewährt einen Einblick in die inhumane Ideenwelt eines verbrecherischen Staates, die den Weg für die grausamen Taten und millionenfachen Morde ebnete. (arte)

3sat Dienstag, 26. Jänner, 20.15 Uhr

Zwölfeläuten In einem Dorf in der Steiermark will 1945 ein ranghoher Nationalsozialist das letzte Aufgebot zusammenstellen, um gegen Partisanenverbände vorzugehen. Verfilmung eines Theaterstücks, das Mitläufertum brandmarkt und die unterschiedlichsten opportunistischen Verhaltensweisen an den Pranger stellt. – Ein Film anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Jänner. Foto: ORF/MR-Film

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SAMSTAG, 30. 1. 15.15 Der Ruhm meines Vaters. Zweiteilige Verfilmung der Kindheitserinnerungen des französischen Schriftstellers, Bühnen- und Filmautors Marcel Pagnol, die das bescheidene, aber harmonische Leben seiner Familie um die Jahrhundertwende nachzeichnen. Der liebevoll inszenierte, von zartem Humor getragene Film besticht vor allem durch seine wunderschön fotografierten Landschaftsaufnahmen und das sensible und natürliche Spiel der Darsteller. (3sat)

15.15 Uhr Der Himmel über Syrien. Auf christlichen Spuren vom Euphrat ans Mittelmeer. „Jeder Mensch hat zwei Heimaten, seine eigene und Syrien“, sagen die Syrer, denn ihr Land gilt als Wiege der Zivilisation. Der Film zeigt ein faszinierendes Land, das erstmals 9000 vor Christus besiedelt wurde und dessen Staatsgebiet zu mehr als 50 Prozent aus Wüste besteht. (Phoenix) Foto: Phoenix/SR/Kudzinski 16.00 Reisewege zur Kunst. Syrien. Damaskus und Südsyrien. Syrien gilt als Wiege der Zivilisation. Das erste Alphabet entstand an der syrischen Mittelmeerküste, die drei Weltreligionen haben hier bedeutende Spuren hinterlassen. (Phoenix) 17.05 Erlebnis Österreich. Sabine Haag – Ein Porträt. Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums in Wien, ist seit einem Jahr im Amt. (ORF 2) 18.00 Die Bahn der Propheten – die Hedjazbahn. Um die Pilgerreise zwischen Damaskus und Mekka zu erleichtern, wurde vor fast 100 Jahren die Hedjazbahn gebaut. (Phoenix)


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Sonntag

BIBEL UND LEBEN Jetzt ist schon wieder etwas passiert Unser Redakteur Johann A. Bauer zeigte mir neulich stolz sein bei einer Dichterlesung erworbenes und vom Autor signiertes Exemplar des neuen Romans von Wolf Haas. Die persönliche Widmung macht das Buch anscheinend besonders kostbar und versteht sich als spezielle Einladung zum Lesen. Lukas widmet sein Evangelium einem gewissen Theophilus. Das heißt „Gottesfreund“. Er möchte allen Freunden Gottes die gute Nachricht von Jesus ans Herz legen. Dem entsprechend inszeniert er auch den ersten öffentlichen Auftritt Jesu als Selbstoffenbarung eines, der den Armen eine gute Nachricht bringt. Nachdem Jesus getauft wurde, nachdem er in der Wüste Läuterung erfahren und Klarheit erlangt hat, kommt er zurück in seine Heimat. Voller Begeisterung macht er sich ans Werk, um den Menschen das anbrechende Reich Gottes schmackhaft zu machen. Jesus trifft den Nerv der Zeit und die Sehnsüchte der Menschen, er findet großen Anklang. Er spricht eine Sprache, die verstanden wird und die Herzen berührt. Jesus knüpft an die Traditionen an, setzt aber zugleich deutlich neue Impulse. Nicht das Gesetz, sondern der Geist, der ihn erfüllt, ist für ihn letzte Instanz. So wird ihm auch nicht das Buch des Gesetzes vorgelegt, auf das der Priester Esra nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil das dezimierte Volk einschwor, sondern das Buch eines Propheten. Und Jesus erinnert nicht nur an die Worte des Jesaja, sondern geht viel weiter: Heute haben sie sich erfüllt. Er ist gesandt, um Befreiung zu bringen, um den Menschen die Augen zu öffnen für Gott.

Alfred Jokesch

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3. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C)

Heute hat sich erfüllt EVANGELIUM

Lk 1,1–4; 4,14–21

1. LESUNG

Neh 8,2–4a.5–6.8–10

Vom Geist gestärkt

Das Gesetz verstehen

Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest. In jener Zeit kehrte Jesus, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

In jenen Tagen brachte der Priester Esra das Gesetz vor die Versammlung; zu ihr gehörten die Männer und die Frauen und alle, die das Gesetz verstehen konnten. Vom frühen Morgen bis zum Mittag las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor den Männern und Frauen und denen, die es verstehen konnten, das Gesetz vor. Das ganze Volk lauschte auf das Buch des Gesetzes. Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz, die man eigens dafür errichtet hatte. Esra öffnete das Buch vor aller Augen, denn er stand höher als das versammelte Volk. Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle. Dann pries Esra den Herrn, den großen Gott; darauf antworteten alle mit erhobenen Händen: Amen, amen! Sie verneigten sich, warfen sich vor dem Herrn nieder, mit dem Gesicht zur Erde. Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen, sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten. Der Statthalter Nehemia, der Priester und Schriftgelehrte Esra und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sagten dann zum ganzen Volk: Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren des Herrn, eures Gottes. Seid nicht traurig und weint nicht! Alle Leute weinten nämlich, als sie die Worte des Gesetzes hörten. Dann sagte Esra zu ihnen: Nun geht, haltet ein festliches Mahl, und trinkt süßen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben; denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre des Herrn. Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.

2. LESUNG

1 Kor 12,12–14.27 (Kurzfassung)

Zu einem Leib zusammengefügt ◗ Passende Gesänge

(GL = Gotteslob)

Die Freude an Gott (GL 627/2); Dank sei dir, Vater (GL 634); Nun singe Lob, du Christenheit (GL 638); Gott ruft sein Volk zusammen (GL 640); Gleich wie mich mein Vater gesandt hat (GL 641); Sonne der Gerechtigkeit (GL 644); Vater, ich will dich preisen (GL 903/4); Herr, wir hören auf dein Wort (GL 909); Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (du mit uns 203); Vater, mach uns eins (du mit uns 595); Strahlen brechen viele (du mit uns 596).

Brüder und Schwestern! Wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt. Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern. Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.


Sonntag

24. Jänner 2010

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◗ GOTTESDIENSTKALENDER 24. Jänner: 3. Sonntag im Jahreskreis (grün). Gloria, Credo, Sonntagspräfation. – 1. Lesung: Neh 8,2–4a.5–6.8–10; Antwortpsalm: Ps 19,8–10.12.15; 2. Lesung: 1 Kor 12,12–31a (oder: 12,12–14.27); Evangelium: Lk 1,1–4; 4,14–21. – Oder: Um die Einheit der Christen. Gloria, Credo, eigene Präfation. – Jahrestag der Bischofsweihe von Egon Kapellari. Fürbitten. – Stundenbuch: 3. Woche. 25. Jänner: Montag. Bekehrung des Apostels Paulus (weiß). Gloria, Apostelpräfation. 1. – Lesung: Apg 22,1a.3–16 (oder: Apg 9,1–22); Evangelium: Mk 16,15–18. 26. Jänner: Dienstag. Timotheus und Titus, Bischof, Apostelschüler (weiß). Lesung: 2 Tim 1,1–8 (oder: Tit 1,1–5); Evangelium: Mk 3,31–35. 27. Jänner: Mittwoch (grün). Lesung: 2 Sam 7,4–17; Evangelium: Mk 4,1–20. – Oder: Angela Meríci, Jungfrau und Ordensgründerin (weiß). 28. Jänner: Donnerstag. Thomas von Aquin, Ordenspriester und Kirchenlehrer (weiß). Lesung: 2 Sam 7,18–19.24–29; Evangelium: Mk 4,21–25. 29. Jänner: Freitag (grün). Lesung: 2 Sam 11,1–4a.c.5–10a.13–17; Evangelium: Mk 4,26–34. 30. Jänner: Samstag (grün). Lesung: 2 Sam 12,1–7a.10–17; Evangelium: Mk 4,35–41. – Oder: Marienmesse an Samstagen (weiß). Marienpräfation. 31. Jänner: 4. Sonntag im Jahreskreis (grün). Gloria, Credo, Sonntagspräfation. – 1. Lesung: Jer 1,4–5.17–19; Antwortpsalm: Ps 71,1-3.5-6.15.17; 2. Lesung: 1 Kor 12,31 – 13,13 (oder: 13,4–13); Evangelium: Lk 4,21–30.

Alle Menschen streben danach, glücklich zu sein, wie verschieden die Wege auch sind, die sie einschlagen; alle haben dieses Ziel. Der gleiche Wunsch ist es, der in diesen und in jenen lebt und bewirkt, dass die einen in den Krieg und die andern nicht in den Krieg ziehen. Zu keiner Handlung ist der Wille zu bewegen, jede zielt auf das Glück. Blaise Pascal (1623 bis 1662)

Glücks- oder Unglücksfall. Den Sprung muss man wagen – egal ob einem das Glück lacht oder nicht. Foto: Wodicka

Was ist eigentlich Glück? Seit Jahrzehnten werde ich zum Jahresbeginn regelmäßig mit Glückwünschen überhäuft. Jedes Mal stellt sich mir die Frage: Was verstehen diese vielen Menschen unter Glück? Dem Begriff „Glück“ eignet durchaus etwas Zweideutiges. Wenn ich an der Windschutzscheibe des Wagens keinen Strafzettel vorfinde, obwohl die Parkuhr abgelaufen ist, habe ich noch einmal Glück gehabt. Wenn ich bei der alten Frau im Seniorenheim vorbeischaue, ist sie glücklich. Im ersten Fall sind es bloß gewisse äußere Umstände, die dazu geführt haben, dass kein Strafzettel unter dem Scheibenwischer steckt; vielleicht war es der Platzregen, und die Polizistin hatte (aus ihrer Sicht: leider; aus meiner Sicht: glücklicherweise) keinen Schirm dabei. Die Beispiele zeigen: Man kann Glück haben, ohne deswegen schon glücklich zu sein. Bezüglich der Wege, die zum Glück führen, sind die Ansichten geteilt, wohl deshalb, weil man sich über das Wesen des Glücks nicht einig ist. So berichtet schon der Historiker Marcus Terentius Varro (116 bis 27 v. Chr.) von nicht weniger als 288 Lehrmeinungen über das menschliche Glück, die zu seiner Zeit im Umlauf waren. Offenbar genügten diese (und die seither dazugekommenen) Anleitungen und die ihnen zugrunde liegenden Vor-

stellungen nicht, um die Sehnsucht danach zu stillen, denn streben wir nicht immer noch nach Glück? Was ist Glück? Der Begriff begegnet uns in vielen Zusammenhängen. Da ist die Rede vom Glück im Unglück – oder vom Unglück im Glücksspiel. Es gibt den Glückspfennig und den Glücksritter. Und den Glückspilz … Alle diese Redewendungen beziehen sich nicht auf das Wesen des Glücks, sondern auf einzelne Glücks- bzw. Unglücksfälle. Anders verhält es sich, wenn ein Mensch sagt, dass er sterben könnte vor lauter Glück. Diese Redeweise verweist auf eine schon fast euphorische Glückserfahrung, wie etwa Verliebte sie kennen. Es handelt sich dabei um Glücksmomente, die nie von Dauer, aber deswegen keineswegs gering zu achten sind. Sie vermitteln uns einen Vorgeschmack von dem, was das „unendliche Glück“ bedeutet. Von diesem Glück wissen auch die Religionen. Wenn ich jemandem Glück wünsche, denke ich eher an ein verhaltenes Glück. Das erfahren wir dann, wenn es uns gelingt, so zu leben, wie wir einst sterben möchten, versöhnt mit Gott, mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst. AUS: JOSEF IMBACH, „GOTT IM BAHNHOF FINDEN. WEGWEISER ZUR ALLTAGSSPIRITUALITÄT“; CLAUDIUS


HUMOR

MITREDEN VIA INTERNET

„Wenn wir später groß sind, bauen wir mitten in der Wüste ein Gasthaus!“ – „Blödsinn, da kommt doch keiner hin.“ – „Aber wenn einmal einer kommt, was glaubst du, was der für einen Durst hat!“ Ein Volksschullehrer bespricht mit seinen kleinen Hörern die Insekten und Ursache und Wirkung ihrer Stiche. „Wozu also“, fragt er schließlich, „hat zum Beispiel der Floh einen Stachel?“ Da hebt der kleine Heinz die Hand und sagt: „Dass er bremsen kann, wenn er am Buckel runterrutscht.“

Sonntagsblatt_Mikro. Jeden Dienstag ab 8.30 Uhr können Internet-Freunde in den nächsten Wochen „mitreden“, wenn für Sonntagsblatt und WOCHE ein steirischer Priester interviewt wird (Windows Media Player öffnen, URL: mms://video4u.uni-graz.at/wmtencoder/theologie.wmv). Mit Jugendseelsorger Dietmar Grünwald startete das Sonntagsblatt_Mikro; Schüler von Robert Pretterhofer an der HTL Weiz diskutierten live mit (Bild). Am 26. Jänner sitzt LKH-Pfarrer Bernd Oberndorfer im Studio des Grazer Universitätszentrums Theologie. Foto: woche/grabenhofer

SONNTAGSBLATT-RÄTSEL „Ihr seid Zeugen“ war des Rätsels Lösung in Nr. 3. Gewinnerin von Weihwasserflasche und -krügerl aus Nr. 2 ist Ursula Dornauer in Graz. Wer kein glattes, sondern auch ein raues, nah am griechischen Original liegendes Deutsch mag, könnte sich verlieben in das Buch: „Das Neue Testament. Übersetzt von Fridolin Stier. Aus dem Nachlass herausgegeben von Eleonore Beck u. a.“ Die Felder 1 bis 12 ergeben ergebene – Gott und den Menschen ergebene – Jubilarinnen. Bitte schicken Sie eine Postkarte mit der Lösung bis 26. Jänner an das Sonntagsblatt, Bischofplatz 2, 8010 Graz.

AUFLÖSUNG DES RÄTSELS AUS NR. 3

Der Gewinn (Kösel- und Patmos-Verlag) kommt aus der Buchhandlung am Bischofplatz 1 in Graz (Tel. 0 31 6/ 82 60 17).

Zwei Mädchen, eben erst in die dritte Klasse Volksschule gekommen, unterhalten sich über ihre Zähne. „Und was machen deine Milchzähne?“, wollte die kleine Petra wissen. – „Ok“, sagt die kleine Inge, „die sind alle zu meiner Zufriedenheit ausgefallen.“ Eine Null und eine Acht laufen durch die Wüste. Sagt die Null zur Acht: „Und bei der Hitze trägst du noch deinen Gürtel?“ Ein Millionär geht in die Bank und sagt zu dem Bankangestellten: „Sie haben sich gestern beim Geldausgeben um 10.000 Euro vertan.“ Da sagt der Bankangestellte: „Ja, das kann jeder sagen, da hätten Sie gestern schon gleich etwas sagen müssen!“ Dann grinst der Millionär und sagt: „Na gut, dann behalte ich die 10.000 Euro eben!“ „Wo ist denn deine Armbanduhr?“ – „Keine Ahnung! Die geht immer vor. Vielleicht ist sie schon zu Hause!“

◗ Zitat der Woche

„Ich kam mir vor wie ein dreckiger Fetzen, den man wegwirft.“ E. F., ein 49 Jahre alter Arbeitsloser, zitiert im „Newsletter“ des Arbeitslosenfonds (Tel. 0 31 6/80 15-614)


Sonntagsblatt 4/10