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für Steiermark Seiten 5 und 10:

Rekordergebnis und Geburtstagsparty Ein neues Rekordergebnis kann die Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar vermelden. Und die Jungschar feiert heuer ihren 70. Geburtstag: mit einem großen Fest in Vorau und einer guten Bilanz.

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Reise ins Ungewisse Beim Filmfestival Diagonale wurden mehrere Preise vergeben. Der Preis der Diözese für den besten Kurzdokumentarfilm ging an Kristina Schranz, die den steirischen Grenzort „Spielfeld“ porträtiert. Seite 14:

Einssein leben statt Einheit aushandeln Nach der Einheit der Kirche fragte ein ökumenisches Doppeljubiläum in Graz.

Erwartungsvoll So wie in Fernitz versammeln sich in allen steirischen Pfarren am Palmsonntag die Gläubigen mit Palmzweigen. Viele Kinder und Erwachsene erwarten Jesus und rufen: Hosanna! Hilf doch! Mit der fröhlichen Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem beginnt die Karwoche, in der wir Jesus auch im Leiden bis zum Kreuz begleiten. Seite 16 Foto: Neuhold

◗ Namenstage Stanislaus (11. April) lebte im 11. Jahrhundert als Bischof von Krakau in großer Solidarität mit den Armen. Nach Kritik am König wurde er während der Messe erschlagen. Herta (12. April) erlitt um 303 in Rom das Martyrium. Damian (15. April) de Veuster lebte unter Leprakranken auf der Insel Molokai.


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Meinung

AUS MEINER SICHT Uns wird das Licht anvertraut Wenn wir am Palmsonntag den Einzug Jesu in Jerusalem feiern, haben wir alle Palmzweige mit und rufen ihm „Hosanna“ zu. Trotzdem schickt uns der Palmsonntag mit der Frage in die Karwoche: Wie stehe ich wirklich zu Jesus? Lasse ich ihn ein in mein Leben? Oder schreie ich jeweils mit denen mit, die mich gerade umgeben? Am Gründonnerstag nimmt Jesus uns mit in den Abendmahlsaal. Dort zeigt uns Jesus, wie er zu uns steht. Er zeigt uns seine ganze Liebe. Er möchte uns dienen. Er schenkt uns die Eucharistie, in der er in uns aufgehen kann, damit auch wir zu Liebenden und Dienenden werden. Am Karfreitag haben wir den Gekreuzigten vor Augen, den Liebend-Leidenden. Das enthüllte Kreuz zeigt die Wunden eines Leidenden, aber zugleich die ausgebreiteten Arme eines Liebenden. Das enthüllte Kreuz enthüllt die Leiden unserer Zeit und ihre Verursacher. Es enthüllt aber auch die Liebe als einzig wirksame Gegenkraft. Das Leben hat nicht nur den Opfern von Hass, Gewalt, Krankheiten und Katastrophen Wunden geschlagen. Wir alle sind irgendwo verwundet, vielleicht auch tief im Herzen. Der liebend Leidende nimmt unsere Verwundungen an sich. In die Finsternis der vielen Karfreitage unserer Welt und der einzelnen Menschen bringt die Osternacht das Licht der Auferstehung. Es beginnt mit dem Lichtblick der Osterkerze und breitet sich aus. „Ihnen wird dieses Licht anvertraut“, wird bei einer Kindertaufe den Eltern gesagt. In der Osternacht gilt für alle: Uns wird das Licht des Lebens anvertraut!

Herbert Meßner, Chefredakteur



9. April 2017

Offen gesagt: Achterbahn Der „Verein Achterbahn“ kümmert sich seit zehn Jahren um psychisch beeinträchtigte Personen. Wie geht’s? Mit dem mittlerweile 15-köpfigen Kernteam kann ich zufrieden auf erfolgreiche zehn Jahre zurück und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Es ist gelungen, in Graz insgesamt zwölf Gruppenangebote zu etablieren, die vom gemütlichen Beisammensein und Erfahrungsaustausch bei Kaffee und Kuchen über Selbsthilfe-Gesprächsrunden, Kreativgruppen bis zu therapeutisch geleiteten Gruppen reichen. Heuer wird der neue Therapiegarten in Graz-St. Peter eröffnet. Darüber hinaus ist der Verein Achterbahn in sechs steirischen Bezirken mit Selbsthilfegruppen vertreten. Der Bedarf an Selbsthilfeangeboten ist groß. Das schlägt sich in Zahlen nieder: im Jahr 2016 verzeichnete der Verein Achterbahn über 5000 Kontakte, Tendenz steigend.

Weil sich das Achterbahn-Team vorwiegend aus Menschen zusammensetzt, die selbst Erfahrung mit psychischer Erkrankung haben, ist das Verständnis für die vielfältigen Probleme von Betroffenen, die das Angebot nutzen, besonders groß und eine Begegnung auf gleicher Augenhöhe möglich. Der Verein Achterbahn gilt deshalb nicht nur unter Betroffenen, sondern mittlerweile in ExpertInnenkreisen als eine sinnvolle und unverzichtbare Ergänzung des psychosozialen Angebots in der Steiermark.

Kurt Senekovic ist Obmann und Geschäftsführer des Vereins Achterbahn.  Foto: privat

LESERBRIEFE Als „Verehrer des leider so früh heimgegangenen Abtes Christian“ wies uns Dir. Rudolf Moser aus Stattegg (zu Recht) darauf hin, dass Abt Feurstein von Rein nicht, wie berichtet, im Friedhof des Stiftes Heiligenkreuz, sondern dort in der Abteikirche auf der linken Seite hinter dem Chorgestühl der Mönche begraben liegt (im Bild der Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim am offenen Grab).  Foto: www.stift-heiligenkreuz.org

Wo der Himmel die Erde berührt Zu „Medjugorje – war es Maria?“, Nr. 12 Herr Professor Theußl, zu Ihrer Behauptung, Reisebüros brauchen Zuckerln, um leben zu können: Wir als Pilger freuen uns über die Gelegenheit, dorthin zu gelangen, wo nach unserer Auffassung der Himmel die Erde berührt, wo so viele Menschen wieder eine Lebensperspektive erhalten, auch im Beichten! Da tut man dem Herrn Franz Gollowitsch ein großes Unrecht an. Sicher haben wir auch bei uns Beichtgelegenheit, aber unsere Beichtstühle stehen leer, dort stehen die Menschen „Schlange“, oft stundenlang, um ihr Leben ins Reine zu bringen, und sie gehen glücklich aus dem Beichtstuhl. Millionen Pilger brauchen keine Erscheinungen, um zu erkennen, was in ihrem Herzen und in ihrem Leben schief gelaufen ist oder noch schief läuft. Nirgendwo wird so viel gebetet wie in Medjugorje. Alois Epner, Treubach, OÖ.

Warum erscheint Maria nicht dem Papst oder wenigstens einem Kardinal oder vielen Leuten gleichzeitig in einem Dom, damit wir glauben können? Würden wir es denn glauben? … Der Konflikt zwischen dem Bischof von Mostar und den Franziskanern in Medjugorje währt schon sehr lange. Der Bischof hat von Anfang an die Erscheinungen abgelehnt. Die Früchte sind gut. Durch Medjugorje gibt es viele Bekehrungen, Heilungen und Priesterberufungen. DI Rosemarie Kernegger, Vorau

Ich denke, wie sich der Himmel uns Menschen gegenüber ausdrückt, ist wohl ihm überlassen. Wer sind wir eigentlich, um Gott Vorschriften zu machen, wie und durch wen er zu uns spricht? DGKS Maria Tieber, Heiligenkreuz am Waasen

Ich gratuliere Herrn Franz Gollowitsch zu seiner Liebe zu Medjugorje. Alle Achtung! Ich hätte mich nicht getraut, während des Krieges hinunterzufahren und mein Leben aufs Spiel zu setzen. Elisabeth Stepanek, Leibnitz

◗ Aus der Redaktion „Wenn Frauen sprachlos sind, soll man den Zustand erhalten – sagen manche Männer“, lachte Johanna Schuster am Telefon (weil es eine Frau erzählt hat, darf man’s schreiben). Sie sei tatsächlich sprachlos gewesen, habe „keine Luft gekriegt“: So überrascht war sie über die Steirerin mit Herz der Vorwoche, sich selber nämlich. Bitte nennen Sie uns Männer und Frauen als Vorbilder des Alltags (Helden und Heldinnen; Tel. 0 31 6/80 41-374)! – Zu „sprachlos“: Gut, dass die Apostelin Maria Magdalena über die Auferstehung nicht geschwiegen hat.


Thema

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Frei geschenkte Liebe bedeutete für den 1926 in Wien geborenen und 2002 in Bremen verstorbenen Historiker Ivan Illich „Freundschaft“. Der „Atem des Anderen“ kennzeichne den Bruderkuss – hier Petrus und Paulus in Gerasdorf –, das „gegenseitige Zuhauchen des Geistes“. Fotos: Universität Bremen, Rupprecht

Loblied auf die Augenzucht „Freundschaft“ war für den österreichischen Denker Ivan Illich, einst Vorbild vieler Kritiker unserer Gesellschaft, zentral. Askese heiße Aufmerksamkeit für den Anderen.

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enn Ivan Illich, der 2002 verstorben ist, ihr jetzt hier in einem Grazer Café plötzlich gegenüberstehen würde, was möchte sie ihn fragen? Die Nieder­ österreicherin Mag. Isabella Bruckner, die seit März als Assistentin am Institut für Fundamentaltheologie in Graz arbeitet, erwägt: „Ich würde ihn einfach anschauen.“ Er wäre wohl ein strahlender Mensch mit einer kräftigen Aura. Eine feierliche Atmosphäre würde er verbreiten. Den „Blick“ haben bereits die Kirchenväter als etwas Aktives gesehen, und in ihrer Ethik die „Augenzucht“ gelobt. „Zärtlich streicheln“ könne dieser Blick oder auch „ausgreifen“. Erstrebenswertes, Vorbildliches und „nicht Schädigendes“ solle man betrachten, bemerkt Bruckner. Computerbildschirme oder Tablets bewerte Illich daher eher kritisch, auch wegen der technisierten Sprache. Ihm gehe es um das „Körperliche“, um den Klang von Worten und ihre Resonanz. Zu fragen sei, ob bei „Freunden“ über Internet nicht ein „Traum von Körperlosigkeit“ herrsche. Eine neue, ganz intensive Form der leiblichen Empfindsamkeit gelte es dagegen zu pflegen und zu bewahren. Illich preise das Vorbild des barmherzigen Samariters, der sich „in seinen Eingeweiden“ des am Boden Liegenden erbarme. Er könne dem Anruf des

◗ Freundschaftsräume eröffnen Isabella Bruckner, die in Wien Theologie studierte, schlägt vor, im Sinne von Ivan Illich könnte die Kirche „Freundschaftsräume eröffnen“. Sie bieten auch Raum für die Andersheit der Mitglieder und anderer Dazukommender.

Leidenden „gehorsam sein oder nicht“. Diese Empfindsamkeit werde nicht auf einer rein geistigen Ebene verwirklicht. Mit Barbara Duden habe Illich eine „Geschichte der Entkörperung“ diagnostiziert. Isabella Bruckner erinnert an die Krebserkrankung des Soziologen und Historikers. Er habe sich den Krebs im Gesicht „nicht wegnehmen lassen“, sondern durch Naturheilmittel, Opium, Yoga und Meditation sehr lange damit gelebt. Eucharistie bedeute für den Theologen Illich nicht nur gemeinsames Verzehren

In ihrer Diplomarbeit und im Sonntagsblattgespräch beleuchtete Isabella Bruckner „Freundschaft“ bei Ivan Illich. Foto: Neuhold

(„comestio“) des Leibes Christi, sondern auch „conspiratio“, das gegenseitige „Zuhauchen des Geistes“. Der heutige Friedensgruß oder -kuss sei am Anfang ein Mund-zu-Mund-Kuss gewesen. „In diesem gegenseitigen Zuhauchen ist kein Atem wichtiger als der andere“, bekräftige Illich. Nur durch den „freien Beitrag des Atems von jedem und jeder“ komme die christliche Versammlung zustande. Je näher man sich in der Freundschaft komme, die Illich oft „frei geschenkte Liebe“ nenne, desto öfter blitze die Andersheit auf. Jedes vorschnelle Verstehen eines Anderen empfinde der Denker als „Übergriff“, als „unrechtmäßiges Definieren oder Urteilen“, berichtet Bruckner. Ich müsse dem Anderen zuhören, was er mir von sich aus offenbaren wolle. Als „Übung“ und „Askese“ rate der Theologe zum „Verzicht auf alles, was mich in dieser Offenheit für den Anderen behindern könnte“. Diese „Aufmerksamkeit“ nenne Illich auch Gehorsam. Ich dürfe nicht den Anderen verzwecken, damit ich durch ihn ich selber werden könne. Diese Übung und den Anspruch des gehorsamen Hinhörens könne mir auch ein Fremder stellen, „der mir nicht genehm ist“. Das gemeinsame Mahlhalten habe Illich zuletzt auch im nichtliturgischen Bereich praktiziert und nach seinen Vorlesungen in Bremen jeweils zum festlichen ZusammenEssen geladen. Bei diesen Tischgesprächen und ihrer „Treue im Aufeinander-Hören“ haben immer andere hinzukommen können. Grenzen seien überschritten worden. Man habe versucht, das wirklich Wichtige in eine Sprache zu fassen, die auch für andere verständlich sei. JOHANN A. BAUER


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Kirche Steiermark

VORGESTELLT



Wo Klimaschutz gelingt Lehrgang zu kirchlichem Umweltschutz mit Anregungen zur Praxis.

Helmut Konrad, Pastoralassistent Der ruhige und nüchterne Mensch sei er eher; Stille und die Gesänge von Taizé liebe er, bemerkt Helmut Konrad. Der Oststeirer ist seit acht Jahren Pastoralassistent in Birkfeld und Koglhof. Er gestaltet „AlphaKurse“ mit. Diese kommen in seinen Landpfarren wohl gut an, weil „sich niemand überfordert fühlt“. Andere mögen sich aber gern „über drüber“ bewegen und beim Singen die Hände in die Luft reißen. Helmut Konrad wurde 1976 geboren. Den elterlichen Bauernhof in Gleisdorf führt heute sein Bruder. Er hat auch zwei lebende Schwestern und eine verstorbene. Helmut besuchte eine vierjährige Obstbau-Fachschule, lernte Hafner und war zwei Jahre im Verkaufs-Außendienst für Baufirmen tätig, doch mit 23 Jahren entschloss er sich, Pastoralassistent zu werden. Die Gemeinschaft von Taizé in Frankreich prägte ihn stark; er hat sie 14-mal besucht. Nach dem Diplom am Seminar für kirchliche Berufe in Wien war Konrad fünf Jahre Pas­toralassistent in Trofaiach und im Vordernberger Tal. Danach zog er nach Anger und arbeitet seither in Birkfeld. Reisen mit seinen vier Kindern, die drei bis neun Jahre alt sind, genießt Helmut Konrad; seine Frau Renate kann inzwischen die Ausbildung zur „Cranio-Sakral-Therapeutin“ abschließen. „Ein glückliches und zufriedenes Leben“ würde er „aus dem Bauch heraus“ als sein Ziel angeben. Glaubende Menschen „haben jemanden, dem sie danken und ihre Sorgen anvertrauen können“. Den „Alpha“-Glaubenskurs habe ein Pfarrmitglied auf Kur entdeckt. JOHANN A. BAUER, Foto: Neuhold

9. April 2017

„Kirchlicher Klimaschutz“ hieß das ganztägige Modul eines Lehrganges, organisiert von Klimabündnis und den kirchlichen Umweltbeauftragten. 25 Personen aus Pfarren und politischen Gemeinden nahmen an diesem vom Innovationstopf geförderten Tag im Wiener Neustädter Bildungshaus St. Bernhard teil und konnten „Beispiele, die gut funktionieren“, kennen lernen. Pfarrer Wolfgang Fank aus Dechantskirchen referierte zweifach: „Was ChristInnen antreibt, ökologisch zu handeln“, ist zum einen

Gartengruppe beim Lehrgangsmodul „Kirchlicher Klimaschutz“, bei dem im Bildungshaus St. Bernhard in Wiener Neustadt auch viele steirische Erfahrungen und Ideen ausgetauscht und entwickelt wurden. Foto: Klimabündnis

die Betroffenheit über Ungerechtigkeit und Not in der Welt, zum anderen der urchristliche Auftrag, das Leben in allen Formen zu fördern. Im Referat „Energie und Klima in kirchlichen Gebäuden“ zeigte Pfarrer Fank die Erfolgsgeschichte der Photovoltaik-Initiative von Dechantskirchen auf. Sie erschöpfte sich nicht im Bau von mehreren Anlagen, sondern engagierte sich auch politisch und in der Bildungsarbeit gegen Atomstrom und für erneuerbare Energie. Thomas Resch aus der Pfarre Böhlerwerk (NÖ) zeigte die Schritte auf dem Weg zu einer Klimabündnispfarre auf. Maria Knöbl aus Dechantskirchen informierte über den Prozess zu einer EMAS-Zertifizierung für Umweltmanagement. Beide waren sich einig: Es braucht Konsequenz, einen langen Atem und – vor allem – ein engagiertes Team! Ebenfalls aus EMAS-zertifizierten Pfarren kamen Hans Preitler (Gratkorn) und Gabriele Fresner (Graz-Ragnitz), die einen weiten Bogen spannten: Eine ökosoziale Beschaffungsordnung, Fairtrade, Kostnixladen, sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln und das klimafreundliche Pfarrfest waren die von ihnen lebendig präsentierten Bereiche. Ein Kurzfilm und Informationen über das Projekt „Autofasten“ durch Michaela Ziegler rundeten den intensiven Vormittag am 1. April ab. Der Nachmittag war dem Austausch, vor allem über die geplanten Projektarbeiten der Teilnehmenden, gewidmet. Auch einige neu gewählte Umwelt-Pfarrgemeinderäte nahmen teil – sie gingen mit vielen Ideen und Anregungen beschenkt nach Hause.

Weil der Glaube verbindet Slowenische Pilgermesse im Stift Vorau. Im Rahmen ihrer dreitägigen Pilgerreise besichtigten 300 Pilger aus Slowenien das Augustiner Chorherrenstift Vorau. Propst Mag. Gerhard Rechberger begrüßte den Erz-

bischof und die sieben slowenischen Priester, die in der Stiftskirche eine Messe in slowenischer Sprache feierten. Als Hauptzelebrant fungierte Alojz Uran, der Erzbischof von Ljubljana. In einer herzlichen Begrüßungsrede betonte Propst Rechberger die gute gemeinschaftliche Beziehung zwischen der Steiermark und Slowenien, wobei der gemeinsame Glaube über Jahrhunderte hinweg im Besonderen verbindend hervorzuheben ist. Sichtlich beeindruckt vom Stift Vorau und seelisch gestärkt fuhren die Pilger danach mit sechs Bussen nach Eisenstadt, ihrem nächsten Pilgerziel, weiter.

In der Stiftskirche Vorau feierten die 300 Pilger aus Slowenien die heilige Messe. Foto: Glössl


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9. April 2017

GESPRÄCHE BEIM KIRCHENECK

Rote Couch. In Weiterführung der im Herbst 2016 von der Katholischen Aktion Steiermark initiierten Aktion „Linie 7 – Kirche auf Rädern“ fand am 31. März mitten in der Grazer Herrengasse das erste Gespräch auf der „Roten Couch“ statt. Auf Einladung von Stadtkirche Graz und Katholischer Aktion Steiermark plauderten (im Bild von rechts) Behindertensportler Thomas Frühwirt und Bischofsvikar Hermann Glettler miteinander und mit Passanten über Gott und die Welt. Dabei wurde über belastende und befreiende Lebenssituationen geredet und darüber, welche Dinge den Promis im Leben am meisten helfen. Die nächste „Rote Couch“ gibt es am 5. Mai mit den Schauspiel-Kollegen Dorothee Steinbauer und Fredrik Jan Hofmann. Foto: Plankensteiner

Sternsingen auf Rekordniveau Bestes Sternsinger-Ergebnis: 17,097.251,82 Euro haben 85.000 Sternsinger in Österreich ersungen. Die Begeisterung für Caspar, Melchior und Balthasar ist ungebrochen. Allein in der Steiermark wurden bei der heurigen Dreikönigsaktion 3,086.536,92 Euro gespendet. Jeder Euro ist ein Zeichen, dass sich Österreich mit dem Schicksal unserer ärmsten Mitmenschen im Süden der Welt solidarisch zeigt. Kardinal Schönborn benennt das offene Erfolgsgeheimnis: „Die Sternsinger-Kinder berühren die Herzen. Wer selbst Sternsingen war, bleibt davon auch geprägt. Es ist eine wunderbare Schule fürs eigene Leben.“ Zwischen Weihnachten und dem 6. Jänner waren in der Steiermark 13.000 Kinder und Jugendliche als die „Heiligen Drei Könige“ von Haus zu Haus unterwegs. „Auch heuer gilt es wieder allen Beteiligten ein herzliches Danke zu sagen. Durch das großartige Engagement in den Pfarren und die Spendenfreudigkeit der Steirer und Steirerinnen können wir wieder auf eine sehr erfolgreiche Sternsingeraktion blicken. Diese gibt rund einer Million Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika die Chance, einen Weg aus der Armut zu finden“, freut sich Julia Radlingmayer, Verantwortliche für die Dreikönigsaktion in der Steiermark.

Ziel der rund 500 Sternsinger-Hilfsprojekte in den Armutsregionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas ist es, Menschen zu unterstützen, ein Leben in Würde zu führen. Mit vielen Partnerorganisationen verbindet die Dreikönigsaktion eine jahrelange Kooperation. Gemeinsam wurde viel erreicht und werden neue Ziele angepeilt, Ziele, die weit über klassische Hilfe hinausgehen. Damit ein Leben in Würde für alle Menschen nicht nur ein leeres Versprechen bleibt, ruft Papst Franziskus auf, die „Sorge für das gemeinsame Haus“, für unsere Welt, zu übernehmen. Hier sind alle in den nächsten Jahren gefordert, neue Wege zu gehen.

Rund 500 Projekte in 20 Ländern werden jährlich von der Dreikönigsaktion unterstützt.  Foto: DKA

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BLITZLICHTER

PREDING. Seit Februar 1965 ist Julia Laposche als Organistin in Preding jederzeit zum Einsatz bereit. Ihr Geburtstag bot Anlass, ihr für ihren langjährigen Einsatz als Organistin, Chorleiterin und Sängerin ein besonderes Dankeschön zu sagen. Em. Pfarrer Karl Stieglbauer, Pfarrseelsorger Mag. Laurentius, der Vorstand des PGR, der Kirchenchor Preding und die ganze Pfarrbevölkerung wünschten ihrer „Juli“ weiterhin Glück, Gesundheit, Schaffenskraft und Gottes reichen Segen. Foto: Pfarre

KAMMERN. Mit vielen Gläubigen aus den Pfarren des Liesingtals betete Bischof Wilhelm Krautwaschl am vierten Fastensonntag die Kreuzwegandacht am neu gestalteten Kalvarienberg in Kammern. Der Bischof zog dabei Parallelen vom Leiden Jesu zum Leiden des Menschen zu aller Zeit. Der Kreuzweg in Kammern beginnt bei der Pfarrkirche und führt durch den Ort hinauf zum Kalvarienberg.Foto: Pfarre

LEOBEN-ST. XAVER. Am 2. April wurde in der Stadtpfarrkirche der neue Kaplan Emanuel Pirtac (2. v. l.), gebürtig aus Ost-Rumänien, begrüßt. Er wird ab Ostern in allen Pfarren Leobens sowie in Niklasdorf und Proleb im Einsatz sein. Die Pfarrgemeinderäte Johannes Gsaxner (links) und Hermelinde Wörister freuen sich mit Stadtpfarrer Markus Plöbst (rechts) und der Pfarrbevölkerung über den neuen Seelsorger.  Foto: Schein


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9. April 2017

IM BLICKPUNKT

GNAS. LAbg. Sandra Krautwaschl versucht seit sieben Jahren, in ihrer Familie ohne Plastik auszukommen. Über ihre Erfahrungen damit hat sie bei einem Vortrag im Pfarrheim berichtet. Praktische Tipps wurden in Erfahrung gebracht und lebhaft über dieses fast unerschöpfliche Thema diskutiert.  Foto: KMB

STEIRERIN MIT HERZ

Josefa Haubenhofer

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anz ausgefüllt habe sie der Beruf Pfarrhaushälterin, erzählt Josefa Haubenhofer in Kaindorf bei Hartberg. Zum 40-Jahr-Jubiläum wurde sie jetzt von der Berufsgemeinschaft geehrt. Sie betreut in Kaindorf weiter den pensionierten Pfarrer von Hitzendorf Peter Orthofer, der einst hier Kaplan gewesen war, und ist damit in ihren Heimatort zurückgekehrt. Josefa Haubenhofer wurde am 29. Juli 1931, vor bald 86 Jahren, geboren. Da ihr Vater früh starb, musste sie mit ihrer Mutter die kleine Landwirtschaft in Kaindorf weiterführen. Sie war sieben Jahre Jugendführerin und fühlte sich zur Kirche hingezogen. Als auch ihre Mutter starb, verpachtete Josefa die Landwirtschaft. Sie wollte selbstständig arbeiten. Da wurde der frühere Kaindorfer Kaplan Peter Orthofer vor 40 Jahren Pfarrer in Hitzendorf westlich von Graz. Josefa Haubenhofer führte aber nicht nur seinen Haushalt oder betreute den großen Garten, sondern war für die Pfarrbewohner in ihrer „zweiten Heimat“ da. Beim Abschied 2010 spürte sie eine große Verbundenheit. Diese bedeutete auch, mit Menschen mitzutrauern. Gern erinnert sie sich an die kirchlichen Feste. Singen erfreut nach wie vor die Seele von Josefa Haubenhofer. Sie schätzt die Gemeinschaft, jetzt wie einst mit 14 Jahren, im Kirchenchor Kaindorf. Foto: Neuhold Schlagen auch Sie uns ein Vorbild des Alltags vor. Zuschriften bitte an die Redaktion.

ST. ULRICH IN OBERAICH. Viel Spaß beim Ratschenbaukurs mit Franz Ederer hatten nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Jungscharkinder. Sie bewiesen handwerkliches Geschick. Weil am Gründonnerstag die „Glocken nach Rom geflogen“ sind, gehen die Kinder am Karfreitag mit Ratschen von Haus zu Haus. Foto: Pfarre

DONNERSBACH. „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt.“ Mit dieser hoffnungsvollen Verheißung endete das Donnersbacher Passionssingen. Mit Liedern und Weisen aus dem reichen Schatz der Volksmusik konnten sich die vielen Besucher auf Ostern vorbereiten. Foto: Pfarre

Wachsen und aufblühen Pfarrhaushälterinnen. Geistliche Tage und Jahrestagung. Etwa 80 steirische Pfarrhaushälterinnen trafen sich am 24. März im Grazer Priesterseminar zur Jahrestagung ihrer Berufsgemeinschaft. Zuvor waren dreitägige Exerzitien mit P. Ignaz Domej (Gemeinschaft Maria, Königin des Friedens) über „Mutter Teresa – Dienerin der Armen“ angeboten worden. Monika Weber vom Generalvikariat der Diözese Graz-Seckau informierte ausführlich über Anstellungsmöglichkeiten und die Zuschüsse, die ein Pfarrer bekommt, damit er sich eine Haushälterin leisten kann. Darüber hinaus vermittelte sie aber auch, warum es überhaupt wichtig ist, dass Pfarrhaushälterinnen in den Pfarren angestellt werden. Personalverrechnerin Elke Boisits antwortete professionell auf Fragen des Dienstrechtes. Sie brachte den interessierten Zuhörenden auch Änderungen im Dienstrecht nahe.

Für langjährige Dienste in priesterlichen Haushalten wurden sieben Pfarrhaushälterinnen geehrt. Für 55 Dienstjahre wurde Rosa Paar herzlich bedankt, die Haushälterin des früheren Fehringer Pfarrers Josef Feirer. Für 40 Dienstjahre gewürdigt wurden Josefa Haubenhofer (beim früheren Hitzendorfer Pfarrer Peter Orthofer) und Johanna Schuster (beim früheren Pfarrer von Graz-St. Johannes Johann Jandrasits), diesmal und in Nr. 13 unsere „Steirerinnen mit Herz“ auf Seite 6. Zu 25 Dienstjahren gratuliert wurde Maria Alter (Preding), Marie-Luise Fank und Marianne Kalwitz (beide Stift Vorau) sowie der nicht bei der Tagung anwesenden Maria Uhl (St. Peter im Sulmtale). Kan. Franz Neumüller, Geistlicher Assistent der Berufsgemeinschaft, ermutigte bei der Messe die Frauen, an ihrem Platz zu wachsen, aufzublühen und bei den Begegnungen im Pfarrhaus Freude zu vermitteln. Beim Mittagessen im Priesterseminar konnten sich die Pfarrhausfrauen einmal bewirten lassen. Ehrung der Jubilarinnen (von rechts): Pfarrer Feirer, Maria Alter, Marie-Luise Fank, Marianne Kalwitz, Rosa Paar, Vorsitzende Stefanie Fischer, Josefa Haubenhofer, Elias Markus Kraxner (Vorau), Pfarrer Orthofer, Pfarrer Jandrasits, Johanna Schuster, Pfarrer Stieglbauer und Geistl. Assistent Kan. Neumüller.  Foto: Neuhold


Serie

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ICH BIN DA.BEI Neue Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte

Foto: privat

Diesmal: Fabian Gobold (Feldkirchen)

Eine Serie von Gisela Remler – 02

„Wohlfühlen tut sich bei uns sicher jeder“ Kunterbunt. In Feldkirchen ist bestimmt für jeden etwas dabei.

A

ls der Anruf kam, war er überrascht und kurz wirklich sprachlos. Gerechnet hatte Fabian Gobold nicht damit. „Ich dachte mir, das gibt es ja nicht, wer hat denn mich gewählt“, sagt er lachend. Nun ist der 21-Jährige also Pfarrgemeinderat in Feldkirchen und gerade noch dabei zu überlegen, was das für die Zukunft bedeutet und wo er sich am besten einbringen kann. Er ist schon gespannt auf die erste Sitzung, sieht aber keine Probleme aufgrund seines Alters, da er die meisten Leute schon lange kennt und sich mit allen gut versteht. „Um bei uns dazuzugehören, muss man nicht der strenggläubigste Christ sein, man muss nicht der Gläubige aus dem Lehrbuch sein.“ Fabian Gobold sieht die Sache insgesamt eher locker. „Wir wollen alle Menschen ansprechen, bei uns in der Pfarre wird sicher für jeden etwas geboten“, macht er seiner Pfarre und der gelebten Vielfalt ein Kompliment. Altersmäßig geht es von einer Zwergerlgruppe bis hin zu den Senioren. Auch soziales Engagement wird gelebt. Für Migranten findet etwa ein Deutschkurs statt. Heuer wurden in der Fastenzeit wieder die beliebten Passionsspiele aufgeführt, wo Fabian Gobold auch seinen Beitrag leistet. Selbst wenn er nicht als Schauspieler mit dabei war, hatte er durchaus eine wichtige Aufgabe: „Ich stehe bei der Getränkestation.“ Er selbst ist schon seit seiner Kindheit mit der Pfarre verbunden, war Ministrant und bei der Jungschar. Daran hat er viele schöne

Erinnerungen. „Die Stunden waren immer witzig, das Jungscharlager im Sommer war ein Highlight zum Austoben.“ Heute selbst Jungscharbegleiter, führt er gemeinsam mit seinem besten Freund Daniel Pabst, der auch in den Pfarrgemeinderat kommt, eine Gruppe mit viel Freude und Begeisterung. Den Kindern in der Freizeit einen lockeren, frischen Zugang zur Kirche zu verschaffen gelingt, da ist er sich sicher, denn: „Sie kommen gerne, und wir haben immer sehr viel Spaß miteinander, auch wenn sie und die Eltern nicht unbedingt zum Sonntagsgottesdienst gehen.“ Dreimal im Jahr gestaltet die Jungscharband die Messe. Das kommt immer sehr gut an. Eine konkrete Aufgabe, wo Fabian Gobold in Zukunft als Pfarrgemeinderat ein bisschen Druck machen will, hat er schon im Kopf: die Renovierung der Küche im Pfarrheim, die ansteht. „Ja, da will ich schauen, dass etwas weitergeht.“ Zwei Hobbys füllen weitgehend die Zeit aus, die er nicht mit seinem Engagement in der Pfarre verbringt: Er spielt Fußball im Sportverein Feldkirchen, und er kocht gern für seine Familie. Seine Spezialität, die gut ankommt: Wiener Schnitzel. Beruflich durchlebt der junge Mann gerade eine sehr starke Umorientierung. Nachdem er den Sportzweig des Oeverseegymnasiums abgeschlossen hatte, hatte er ursprünglich mit einem Studium der Volkswirtschaftslehre begonnen, die Uni war ihm aber letztlich zu theoretisch. „Ich habe gern viel Abwechslung, und die Arbeit im Büro reizt mich nicht.“ Nun wird er den Aufnahmetest für die Ausbildung zum Polizisten machen, denn „ich wollte schon immer Polizist werden“.

KONKRET Pfarrgemeinderat für die Jungen Die Junge Kirche will für die Menschen, die sich für Kinder und Jugendliche im Pfarrgemeinderat engagieren, Ansprechpersonen, Zuhörer/innen und Unterstützer/innen bieten. Konkret sind das Barbara Geineder (Katholische Jugend) und Josef Promitzer (Katholische Jungschar), an die man sich bei Fragen, Anliegen, Wünschen etc. betreffend PGR wenden kann. Die beiden stehen auch als Referent/innen zu Kinder- und Jugendthemen für PGR-Sitzungen zur Verfügung. Vor der PGR-Wahl wurde auf der Junge-Kirche-Homepage ein eigener Bereich zur PGR-Wahl eingerichtet, in dem alle nützlichen Infos rund um die Wahl zu finden waren. Derzeit wird dieser Bereich umgebaut und bald mit Tipps, Tricks, Ideen, Know-How etc. für junge Menschen im PGR zur Verfügung stehen. Auch spezielle Veranstaltungen für Junge-Kirche-PGRs soll es geben. So sind ab Herbst 2017 mehrere Starttreffen in verschiedensten Regionen der Steiermark in Planung, die nicht nur zu Vernetzung und Austausch dienen, sondern auch ein offizielles Danke von Seiten der Jungen Kirche für die jungen Menschen sind, die sich im PGR engagieren. Einen Teil der Starttreffen bildet eine Rhetorikschulung, die von Kommunikationsprofis durchgeführt wird und für die Teilnehmenden kostenlos ist.


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Kirche Steiermark

ALPHA



Grundwasserspiegel heben Birkfeld-Koglhof. Seit 2011 erfrischende Impulse durch Alpha.

Kultursaal Ilz. Glaubensverkündigung nahe bei den Menschen bieten Alpha-Kurse. Foto: privat

Freundschaft und Freude als Weg Alpha ist eine Einladung, den christlichen Glauben zu entdecken oder zu vertiefen. Vor 40 Jahren in einer anglikanischen Pfarre in London entstanden, haben weltweit an diesem Angebot über 29 Millionen Menschen teilgenommen. Der Alpha-Kurs besteht aus zehn Treffen und einem gemeinsamen Wochenende.  Für wen ist Alpha? An Alpha können alle teilnehmen, besonders auch Fragende und jene, die keinen Bezug zur Kirche haben. Neben dem klassischen Alpha-Glaubenskurs gibt es auch Ehe-Alpha zu Themen von Beziehung und Kommunikation. Ein wirklicher Hit ist der Jugend-Alpha, der sich bestens für Jugendgruppen und Firmvorbereitung eignet.  Wie läuft Alpha ab? Alpha beginnt immer mit einem kleinen, aber gemütlichen Abendessen. Das ist eine Zeit zum Ankommen und zum Aufbau von Freundschaften. Danach folgt ein Gesprächsimpuls (Vortrag oder Video) zu einem Basisthema des christlichen Glaubens. Der wichtigste Teil des Abends ist das Gespräch in Kleingruppen: Jede Meinung ist von Bedeutung.  Alpha in der Steiermark? Aktuell laufen Kurse in Graz (Alpha Graz-City im Priesterseminar, montags ab 19 Uhr) und in Ilz (Kultursaal, dienstags ab 19 Uhr). Weitere Information bei Bischofsvikar Hermann Glettler und auf: alphakurs.at Für alle, die einen Alphakurs durchführen möchten, gibt es im September einen Einführungs- und Trainingstag.

9. April 2017

Anlässlich der Kirchenrenovierung ist bei uns die Idee entstanden, mit Alpha-Kursen auch unseren Glauben einer „Renovierung“ zu unterziehen. Wir sind mit den Alpha-Abenden bewusst in öffentliche Veranstaltungsräume der umliegenden Ortschaften und politischen Gemeinden gegangen – Gemeindezentren, Schulen oder Gasthäuser. Wir wollten die Schwelle zur Teilnahme für Nicht-Kirchengeher niedrig halten. Insgesamt haben seither sechs Alpha-Kurse stattgefunden. Alpha spricht Menschen in vielfältiger Weise an. Neben einem einfachen Abendessen zur Begrüßung gibt es in einer angenehmen Atmosphäre auch genügend Nahrung für Geist und Seele. Die teilnehmenden

Gäste bleiben auch nach dem Kurs Teil einer Gemeinschaft, sie werden zu Pfarrzellentreffen eingeladen und können Teil des AlphaTeams werden, das schon den nächsten Kurs vorbereitet. Dadurch werden viele Menschen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten einbezogen: vom Leiten einer Gesprächsgruppe bis zur Dekoration, dem Kochen oder dem Begrüßen. Alpha befähigt Menschen, den persönlichen Glauben neu zu entdecken und auch ins Wort zu bringen. Durch die Alpha-Kurse, die wir regelmäßig im Herbst anbieten, ist der „Grundwasserspiegel des Glaubens“ in unserer Pfarre gestiegen. Es sind neue Freundschaften und Beziehungen entstanden, die unsere Gemeinde bereichern und auch für solche anziehend machen, die mit Kirche bisher kaum etwas zu tun hatten. HELMUT KONRAD

Alpha im Klassenzimmer. Gespräch über Gott und die Welt an einem ungewöhnlichen Ort, an der Polytechnischen Schule Birkfeld. Foto: Konrad

Fitness für die Seele Willkommen. Alpha aus der Sicht von zwei Gästen. Um unsere innere Balance wieder zu finden, haben wir am Alpha-Kurs teilgenommen. Die Begrüßung „Schön, dass du da bist!“ gab gleich ein Gefühl von Gemeinschaft. Jede und jeder war willkommen, ob im Glauben

gefestigt, suchend oder zweifelnd. Die gute Jause und ein paar Lieder gaben uns Zeit zum Ankommen. Die Impulsvorträge zu unterschiedlichen Themen beschäftigten uns nicht nur am Abend, sondern die ganze Woche über. Wir haben uns auf Glaubensthemen eingelassen, die sonst weit weg sind. Die Impulse der Vorträge wurden in Kleingruppen weitergesponnen und auf unsere alltäglichen Erfahrungen übertragen. Wir erlebten offene und stärkende Gespräche. Am Beginn hatten wir Sorge, nicht genug zu „wissen“, aber sie war völlig unbegründet. Mit allen Fehlern und Schwächen bedingungslos von Gott geliebt zu sein war die schönste Erfahrung. Der Alpha-Kurs hat uns innerlich fit gemacht. ELISABETH UNTERBERGER, MARIA KROGGER

Studenten angesprochen. Mit einem Abendessen startet wöchentlich auch der „junge“ Kurs im Priesterseminar. Foto: Neuhold


Film

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„Was uns bindet“ Die sehr persönliche Dokumentation von Ivette Löcker wurde bei der Diagonale zum besten Dokumentarfilm gekürt. Sie zeigt intime Einblicke in die eigene Familie – aber auch universell Gültiges.  Foto: Mischief-Films

Das Kino als eine Reise ins Ungewisse Beim Filmfestival „Diagonale“ wurden die Preise vergeben.

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it dem Eröffnungsfilm war gleichsam das Leitmotiv der diesjährigen Diagonale vorgegeben. Das Festival des österreichischen Films startete mit „Untitled“, einer Hommage auf den verstorbenen Regisseur Michael Glawogger, der sich für diesen Film auf eine weite Reise begab – ohne zu wissen, wohin sie ihn führt – und die Zusehenden mit eindrucksvollen Bildern und Geschichten dorthin mitnahm. Dieses Motiv des Unterwegsseins ins Unbekannte und Ungewisse ist auch an jenen Filmen ablesbar, die am Ende des Festivals in Graz mit Preisen bedacht wurden. Zum besten Spielfilm wurde überraschend „Die Liebhaberin“ von Lukas Valenta Rinner gekürt. Der äußerst schräge, in einem Villenressort am Rande von Buenos Aires angesiedelte Film erzählt die Geschichte von Belén, einer schüchternen jungen Frau, die einen Job als Hausmädchen bei einer reichen Familie antritt. Bald weckt eine benachbarte Nudistenkolonie ihre Neugier. Allmählich beginnen die Schranken ihrer Verklemmtheit

„Die Liebhaberin“ erhielt den Großen Diagonale-Preis als bester Spielfilm. Foto: Nabis-Filmgroup

zu fallen, und sie entdeckt eine Welt, die ihr bisher völlig fremd war. Die Jury schrieb in ihrer Würdigung: „Nahezu ohne Dialog, in langen, präzise komponierten Einstellungen erschließen sich der Protagonistin – und mit ihr dem Publikum – zwei durch einen Elektrozaun getrennte Welten: eine vorstädtische ‚gated community’ für Reiche und die vermeintliche Idylle einer benachbarten Nudistenkolonie. Die Liebhaberin von Lukas Valenta Rinner ist sowohl Gesellschaftsparabel als auch schwarze Komödie. … Die Liebhaberin ist ein im besten Sinne eigenwilliger Film, der uns mit seiner Mischung aus formaler Strenge und Humor beeindruckte und es nicht scheut, den geschilderten Konflikt auf surreale Spitzen zu treiben.“ Ivette Löcker wurde für die Dokumentation „Was uns bindet“ prämiert, in der sie eine sehr persönliche Reise in die eigene Vergangenheit unternimmt. Die in Berlin lebende Dokumentarfilmerin besucht ihre Familie im Lungau. Schnell beginnt die Fassade zu bröckeln, und die ländliche Idylle entpuppt sich in der „filmischen Familienaufstellung“ als das pure Unglück. „Mit Witz und Humor fängt die Regisseurin eigene Gefühle, Nähe und Distanz zwischen allen Beteiligten ein. … Ivette Löcker gelingt ein mutiges Beschreiben des eigenen Familiengeflechts, und sie öffnet damit die Möglichkeit, über das Konstrukt Familie im Allgemeinen nachzudenken“, befand die Jury. Die Diözese Graz-Seckau stiftet schon seit Jahren den Preis für den besten Kurzdokumentarfilm. Diesmal konnte das Preisgeld von 4000 Euro Kristina Schranz überreicht werden. Ihr Film „Spielfeld“ porträtiert den steirischen Grenzort, als dort nach dem Ansturm von Flüchtlingen im Jahr 2015 wieder die Normalität einkehrt. Johannes Rauchenber-

ger, Leiter des KULTUMs Graz, begründet die Vergabe dieses Filmpreises so: „Wir wollen als Kirche dazu beitragen, zeitdiagnostische Fragen kritisch mitzubegleiten.“ Besonders freut es ihn, dass ein Film gekürt wurde, „der ein Thema aufgreift, das unsere Gesellschaft vor fast zwei Jahren – leider – gespaltet hat. Umso wichtiger ist es, gerade mit der Kunst Gegenbilder zu zeichnen.“ Die Jury schrieb in ihrer Begründung: „Ein sommerabendliches Fußballspiel von zwei Freundinnen auf Zeit. Gelangweilte Soldaten, die mit herumliegenden Grenzzaunfragmenten Fitnessübungen ausführen. Vereinzelt sitzen Einheimische in leeren Geschäftslokalen. … Die Medien sind längst weg, zurück bleibt ein ‚totes Dorf‘, wie es eine seiner Bewohnerinnen nennt. Mit einer starken filmischen Haltung, gekonnt unaufgeregt und pointiert lässt uns die Regisseurin in unterschiedliche Richtungen blicken. Der Transitort für Hunderttausende wird anhand jener Menschen porträtiert, die bleiben.“ Zur Jury für diesen Preis gehörten Markus Holzmannhofer (Filmkritiker der Grazer Signis/Interfilm-Gruppe), Manfred Koch (Leiter der Medienzentrale Bamberg/Fotograf) und Clara Trischler (Regisseurin, Bester Dokumentarfilm Diagonale 2016). ALFRED JOKESCH

„Spielfeld“ wurde in der Kategorie Kurzdokumentarfilm ausgezeichnet. Foto: Spreitzenbart


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Jungschar

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Kaleidio 2014. Jungscharlager sind immer ein großer Hit im Jungscharjahr, meist auf einer Hütte. In manchen Jahren gibt es aber ein österreichweites Jungschar- und MinistrantInnenlager. Vor drei Jahren begeisterte „Kaleidio“ in Linz rund 1300 Teilnehmende. Foto: KJS

Hilfe, Gemeinschaft, Glaube 70 Jahre Katholische Jungschar. Ein Grund, Bilanz zu ziehen und zu feiern.

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rei Grundmerkmale prägen die Jungschararbeit von Anfang an – und an ihnen wird sich erweisen, ob Jungschar Zukunft haben kann. Kinder in Not! Jungschar hilft! So titelt ein Werbeplakat der Katholischen Jungschar aus dem Jahr 1954. Jungschar präsentiert sich als heilende Kindergemeinschaft, welche Mädchen und Buben in alltäglichen Notlagen zur Seite steht und ihnen hilft, diese Not ein Stück zu überwinden. Heute ist die Frage nach der „Not“ der Mädchen und Buben neu zu stellen. Kinder haben es in unserer heutigen Gesellschaft nicht wirklich leicht, „groß und stark“ zu werden. Oft sind sie schon früh „mühselig und beladen“ (Mt 11,28) so dass es eine Selbstverständlichkeit einer kirchlichen Kinderorganisation sein sollte, Orte der Beruhigung, der Stärkung und der Neuorientierung zur Verfügung zu halten, wo sich die Mädchen und Buben unter ihresgleichen in den vielen Fragen einer guten Lebensbewältigung austauschen, bestärken und weiterhelfen können. Die Gemeinschaft als Ort verlässlicher, belastbarer Beziehungen Die Grundmethode der sogenannten „Jungscharpädagogik“ besteht darin, Mädchen und Buben des Pfarrgebietes in altershomogene, überschaubare und mitgliederkonstante Gruppen einzuladen. Das war immer schon eine der größten organisatorischen Heraus-

forderungen – für die turbulente Zeit des Heranwachsens aber ein wichtiges und sinnvolles soziales Angebot neben Familie und Schule. Denn diese Jungschargruppen sind nicht Selbstzweck oder Aufbewahrungsorte für Kinder – sie sind vielmehr soziale Räume selbstbestimmter Auseinandersetzung und Begegnung, im Fachjargon als „nonformale Bildung“ charakterisiert. Wichtigste Rahmenbedingung sind ausgebildete Gruppenleiter/innen, die den Kindern darin beistehen, Persönlichkeit zu entwickeln, in Beziehungen zu wachsen und sich in einem kritischen Blick auf Welt und Gesellschaft zu üben. Der liebe Gott ist mit im Spiel Was Jungschararbeit auszeichnet, ist ein kindgemäßer, spielerischer Umgang mit unserer menschlichen Begabung für Religiosität. Religion ist in der Jungschar kein Tabu, sondern selbstverständliches Programm. Was immer in der Jungschar unternommen wird, hat Transzendenzbezug, geht also der Frage nach, wie das aktuelle Erleben, Reden und Tun mit der befreienden Botschaft Jesu in Einklang zu bringen ist.

Die Art und Weise, wie Jungschar von Anfang an Kinder zu selbstständiger Reflexion theologischer Fragen aufgefordert hat, stärkt die Mädchen und Buben in ihren Werthaltungen und ermutigt sie zu christlichem Apostolat in Welt und Gesellschaft. Jungschar hilft also, sich in einer pluralisierten und sehr unübersichtlich gewordenen Welt zurechtzufinden – gemäß dem Wort des Apostels Paulus: „Prüft alles, das Gute behaltet“ (1 Thess 5,21). Die organisatorische Klammer, welche diese Bemühungen um ein gutes Aufwachsen der Mädchen und Buben im Rahmen der Kirche zusammenhält, ist eben die im Jahr 1947 von den Bischöfen eingerichtete und beauftragte Kinderorganisation der katholischen Kirche, die „Katholische Jungschar“. Ihr Auftrag ist es, Einheit zu bewahren, Qualität zu sichern und die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter/ innen in ihrem Engagement mit Bildung und Praxisberatung effizient zu unterstützen. Solange das gut gelingt, werden auch weiterhin viele alt gewordene Menschen mit strahlenden Augen von sich erzählen können: „Ja, ja, ich war auch einmal bei der Jungschar!“ OTTO KROMER

◗ Jungscharfest 2017 in Vorau: Die größte Kindergeburtstagsparty Für 2000 Jungscharkinder und Minis öffnet das Stift Vorau am 24. Juni, 9 bis 17 Uhr, seine Pforten. 9.30 Uhr „Warm up“. – 10 Uhr: Hl. Messe mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. – Ab 11.30 Uhr: Workshops in vier Erlebniswelten. – Mittagessen. – 16.15 Uhr Abschluss-Event. Online anmelden bis 24. April: jungschar.graz-seckau.at/jungscharfest-2017 Ehrenamtliche Helfer/innen werden noch gesucht! Info: stephanie.schebesch@graz-seckau.at, Tel. (0 31 6) 80 41-267.


Weltkirche

9. April 2017

SELIGSPRECHUNGSVERFAHREN EINGELEITET

Sr. M. Leopoldine Josepha Brandis, FdC. (1815–1900), war Begründerin und erste Oberin der Grazer Provinz der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul. Diözesanbischof Dr. Wilhelm Krautwaschl hat das Ansuchen der Kongregation der Barmherzigen Schwestern zur Eröffnung des Seligsprechungsprozesses für diese Dienerin Gottes angenommen und am 28. März das Verfahren auf diözesaner Ebene eröffnet. Bei einer liturgischen Feier in der Bischöflichen Hauskapelle haben die am Verfahren beteiligten Amtsinhaber ihr Ernennungsdekret erhalten und vor dem Bischof den Amtseid abgelegt. Ihnen obliegt nun die Durchführung einer genauen Untersuchung über das Leben, die Tugend und den „Ruf der Heiligkeit“ von Sr. Brandis. Wie der Bischof betonte, geht es darum, im Leben dieser besonderen Frau die „Lichtspuren des Evangeliums“ zu suchen, welche uns zu Gott hinführen wollen, und so die Berufung zur Heiligkeit in unserer Diözese neu zu beleben.  Foto: Neuhold

Mehr tun gegen Kinderhandel und Zwangsarbeit OSZE und Vatikan fordern Hilfe für Familien und Schutz für Kinder. Laut UNICEF-Angaben sind 5,5 Millionen Kinder Zwangsarbeiter, Zigtausende leiden unter Missbrauch, Zwangsverheiratung und Zwangsrekrutierung in Milizen und Terrorgruppen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat das Thema Menschenhandel deshalb in den Mittelpunkt der aktuellen Konferenz in Wien gerückt. Für den Vatikan nimmt der Flüchtlingssektions-Verantwortliche des neuen Vatikan-Dikasteriums für Menschenrechte und Entwicklung, Unterstaatssekretär P. Michael Czerny, SJ., teil. Der Kanadier gilt als enger Vertrauter von Papst Franziskus. Gemeinsam wollen der Vatikan und die OSZE auf ein schärferes Vorgehen gegen die global vernetzten mafiosen Menschenhandelsringe drängen, sagte Czerny. Er erwähnte, dass es in der Bekämpfung von Kinderausbeutung einen Aspekt gebe, dem bisher zu wenig Beachtung geschenkt worden sei, nämlich die Frage, „mit welchen Sanktionen jene zu rechnen haben, die die menschenrechtswidri-

gen ‚Dienste‘ in Anspruch nehmen“. Bei den „Konsumenten“ sei eine gestufte Schuld gegeben. Zuweilen handle es sich um Personen, die sich nicht die Frage stellten, ob vielleicht Kinder-Zwangsarbeit oder Kinder-Organhandel mit einem Produkt verbunden sei, das sie sich leisteten. Politische Aktionen und Programme müssten Familien die notwendigen Instrumente zur Verfügung stellen, um Kinder zu schützen: Wohnungen, Gesundheitswesen, die Möglichkeit zur Arbeit und zur Bildung. KATHPRESS / REMLER

Oft Alltag. Ein Mädchen und ein Bub ziehen mit einem Handwagen Eisenstangen. Foto: KNA

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EINE WELT

Pastoralamtsleiterin. Gabriele Eder-Cakl wird neue Leiterin des Pastoralamts der Diözese Linz. Die 46-jährige Theologin war unter anderem Kommunikationschefin der Diözese Linz, seit 2015 leitete sie das Bildungs- und Begegnungszentrum „Haus der Frau“ der Katholischen Frauenbewegung. Die oberösterreichische Diözese ist ab Herbst die vierte Diözese in Österreich mit einer Frau an der Spitze des Pastoralamts. Foto: Violetta Wakolbinger ◗ FAMILIEN NACHGERÜCKT Wechsel in der Flüchtlingsunterkunft des Vatikan: Drei syrische Familien, die seit etwa einem Jahr in vatikaneigenen Wohnungen lebten, haben inzwischen zur Selbstständigkeit gefunden und sind ausgezogen. An ihre Stelle sind drei neue Familien aus Syrien nachgerückt, darunter ein junges christliches Paar, dessen erste Tochter in der Vatikan-Wohnung zur Welt gekommen ist. ◗ SALESIANER FÜR SÜDSUDAN Zu einem Großprojekt ist in den vergangenen Monaten eine Initiative der Salesianer Don Boscos zur Nothilfe für Flüchtlinge im Südsudan angewachsen: Die Pfarre Gumba im Südosten der Hauptstadt Juba gewährt auf ihrem Gelände 18.000 Menschen, die wegen des Bürgerkriegs ihr Zuhause verlassen mussten, Zuflucht. Vor drei Jahren startete man mit einigen Hundert. Vor allem Frauen und Kinder werden in der Zeltstadt versorgt. ◗ NEUER FEIERTAG Das Hochfest Mariä Empfängnis ist auf den Philippinen ab sofort gesetzlicher Feiertag. Die Marienverehrung spielte seit jeher eine zentrale Rolle im philippinischen Katholizismus. Bereits in einer päpstlichen Bulle von 1578 verfügte Papst Gregor XIII., die erste Kathedrale von Manila der Unbefleckten Empfängnis Mariens zu weihen.


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Serie



9. April 2017

Kein Zwang Teil 6

Was für ein Glück, wenn ich auch einmal unglücklich sein darf, denn es gibt gute Gründe, traurig zu sein.

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ein Freund, der Staatsanwalt, ist ein Geschenk des Himmels. Sein Lächeln ersetzt mir den Whisky. Es ist ein fast unmerkliches Lächeln, das den Partner von vielem Getue erlöst, und es lässt ihn sein. Wie rar ist solches Lächeln! Nur wo einer selbst einmal geweint hat und sich selbst zugibt, dass er geweint hat, erblüht so ein gutes, in seinem Wissen sehr präzises … Lächeln.“ Dies notiert Stiller, der Protagonist des gleichnamigen Romans von Max Frisch, in seinen Haftaufzeichnungen. Als Jugendliche habe ich das Buch gelesen, und seitdem hat mich die Beschreibung nicht mehr losgelassen: ein Lächeln, dem man seine geweinten Tränen ansieht. Eine Heiterkeit, in der Lachen und Weinen, Singen und Klagen Platz haben. Diese Heiterkeit hat es schwer in einer Gesellschaft, der es um möglichst viel Spaß und Genuss geht. Glück wird gleichgesetzt mit ununterbrochen „positiven“ Emotionen und angenehmen Erfahrungen. Und man meint, dies bewerkstelligen zu können. Doch das ist eine Märchenerzählung ersten Ranges! Vor allem aber übt die Annahme, dass Glück herstellbar sei, einen ungemeinen Druck aus. Denn wo es die Freiheit gibt, das eigene Glück zu

suchen, da entsteht der Zwang, es gefälligst auch zu finden. Die Erwartung, dass das Leben aus Spaß besteht, lässt daher alle, die sich unglücklich fühlen, gleich dreifach leiden: Erstens sind sie unglücklich. Zweitens müssen sie sich Vorwürfe anhören, dass sie sich nicht genügend für ihr Glück anstrengen. Und drittens tendieren viele dazu, sich selbstkritisch zu beäugen, denn: „Alle anderen sind glücklich, nur ich nicht! Was mache ich bloß falsch?“ Es klingt paradox, trifft aber zu: Viele wären glücklicher, wenn sie auch mal unglücklich sein dürften. Die Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein, bedeutet, dass auch die dunklen Empfindungen und Gedanken zu ihrem Recht kommen dürfen. Ich mit mir im Gespräch Es gibt gute Gründe, traurig zu sein! So zeigt ein realistischer Blick die Unausweichlichkeit des Leidens. Vieles, was unglücklich macht, bricht ungefragt herein: der Verlust des Arbeitsplatzes, ein schwerer Unfall, gesellschaftliche Konflikte … Traurigsein kann aber auch damit zusammenhängen, dass wir eine Situation verfehlt haben. Etwa wenn jemand die Gelegenheit

verpasst hat, einer anderen Person seine Liebe zu gestehen. Vor allem meldet sich Trauer zu Wort, wenn der Abschied von einem vertrauten Menschen ansteht: Wenn die Kinder das Haus verlassen. Wenn der Partner oder die Partnerin beruflich mehrere Monate ins Ausland reisen muss. In all diesen kleinen Abschieden klopft der ultimative Abschied an die Tür: der Tod. Traurig sein zu können ist ein Zeichen seelischer Gesundheit und spricht für einen realistischen Blick auf die Wirklichkeit.

Im Glauben eröffnet sich ein Horizont, in dem Erfahrungen auch fremd und unverstanden bleiben dürfen.


Serie

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IMPULS

g zum Glück

Bartimäus überlege es dir gut ob du wirklich sehen willst viel schreckliches kennst du bislang nur vom hörensagen willst du wirklich fremdes leiden mit ansehen und der ungerechtigkeit der welt ins auge blicken sehen will ich Herr augenblicklich dich anschauen und mit dir im blick fürchte ich nicht alles zu sehen ANDREAS KNAPP Aus: Andreas Knapp, Heller als Licht. Biblische Gedichte © Echter Verlag Würzburg, 3. Auflage 2016, S. 61

Trauer. Schmerz. Der Glaube befreit nicht davon. Doch die Klage erreicht ein göttliches Du. Foto: Pholidito/Fotolia

Aug’ in Aug’ mit Gott Befreit der Glaube von Trauer und Schmerz? – Nein! Im Gegenteil: Der Glaube an Gott macht vielfach sogar unglücklich. Gott selbst macht unglücklich! Gott hat uns aufgefordert, groß vom Menschen zu denken. Er hat uns ermöglicht, uns als Töchter und Söhne Gottes zu glauben und zu achten. Doch je mehr wir Gott Glauben schenken und je größer wir vom Menschen denken, umso skandalöser wird, was Menschen einander antun. Und umso stärker verwundet das Schweigen Gottes. Es lehrt uns den KreuzesSchrei: „Wo bist du, Gott? Sei endlich Gott!“ Was hilft, damit das Traurigsein „glückt“? Ein Erstes kann darin liegen, dass ich einem tristen Tag sein Daseinsrecht zugestehe. Dass ich mir den Schmerz wehtun lasse, der in einem Verlust oder in der himmelschreienden Not von Menschen steckt. Und dass ich der eigenen Trauer Zeit und Raum gebe und so meiner Seele gegenüber eine freundschaftliche Haltung einnehme. Einen weiteren Hinweis gibt Dietrich Bonhoeffer, der 1944 in der Nazihaft schreibt: „Unser Christsein wird heute nur in zweierlei

bestehen: im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen.“ Das Gerechte tun Sich weder von der Macht der anderen noch von der eigenen Ohnmacht lähmen lassen, sondern hier und jetzt das Leben in die Hand nehmen. Gott selbst ist es, der seine neue Welt aufbaut und am Ende der Zeit vollendet. Doch er baut sie aus den Steinen unserer Entscheidungen, unserer Tränen und unserer Liebe. Und deswegen haben die Weltgeschichte und die konkrete Lebensgeschichte eines jeden Menschen eine absolute Würde. Beten schützt nicht vor Verzweiflung, wohl aber vor Gleichgültigkeit. Im Beten werden wir herausgefordert, dass wir uns der eigenen Not stellen und dass wir Augen und Herz für das Elend anderer öffnen. Gegen die eigene Trauer oder Ohnmacht anbeten zu wollen, ist ein nachvollziehbarer, aber ein infantiler Wunsch. Im Glauben eröffnet sich vielmehr ein Horizont, in dem Erfahrungen auch fremd und unverstanden bleiben dürfen – dank der Hoffnung, dass meine Klage und die Klage so vieler nicht im tauben Kosmos verhallt, sondern ein göttliches Du erreicht. Ein mitfühlendes, rettendes Du.

◗ Die Autorin Die Salvatorianerin Melanie Wolfers, SDS., ist Seelsorgerin und Autorin (www.melaniewolfers.at). Ihr Buch zum Thema: Freunde fürs Leben. Von der Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein, adeo Verlag, 3. Auflage 2017. Foto: Catherine Stuckhard/LAIF


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Ökumene



9. April 2017

Einsheit statt Einheit Dietmar Winkler (links) und Grigorios Larentzakis bei der Jubiläumsfeier im Meerscheinschlössl.  Foto: Plankensteiner

Ungeteilte Christenheit? Die Eine Kirche: Hat es sie je gegeben? Ökumenisches Symposium in Graz. Die Rede von einer „ungeteilten Christenheit“ im ersten Jahrtausend sei ein Mythos und halte der historischen Forschung nicht stand. Dies erklärte der Salzburger Kirchenhistoriker Dietmar Winkler beim Symposium, das am 31. März im Universitätszentrum Theologie anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Institut für Ökumenische Theologie und 30 Jahre Pro Oriente Graz“ stattfand. Das Christentum habe sich von Beginn an „universal und plural“ entwickelt. Das habe unterschiedliche Inkulturationsprozesse Richtung Ost und West erfordert, für den orientalischen Bereich ebenso wie für den hellenistisch geprägten. Die Kirchengeschichtsschreibung sei bei der Beurteilung der alten Ökumenischen Konzilien, etwa 451 in Chalcedon, oft einseitig von „Häretikern“ auf der einen und der „wahren Kirche“ auf der anderen Seite ausgegangen. Vieles habe aber auch mit politischen und sozialen Gegensätzen zu tun gehabt. Heute könne die Kircheneinheit nicht durch Rückgriff auf eine (verklärte) Vergangenheit hergestellt werden, betonte Winkler. Es brauche eine klare Sicht auf das wechselseitige Verschulden, Umkehr und gegenseitige Vergebung. Das erste Jahrtausend sei zwar keine heile Welt der ungeteilten Christenheit gewesen. Aber auch im zweiten Jahrtausend habe es nicht nur die Trennungen, sondern auch viel Verbindendes gegeben.

Ökumenisches Doppeljubiläum. 50 Jahre Institut für Ökumenische Theologie, 30 Jahre Pro Oriente Graz.

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ie Eine Kirche – gab es sie jemals wirklich?“ Die Frage, der am 31. März im Grazer Universitätszentrum Theologie ein Symposium gewidmet war, beantwortete der Liturgiewissenschaftler Philipp Harnoncourt für sich schon am Tag davor. „Alle sollen eins sein, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin“, betet Jesus im Johannes-Evangelium (Joh 17,21). Das Einssein Gottes, der eins ist und zugleich mehr als eins, ist, so Harnoncourt, das Urbild für die Einheit der Kirche. Diese Einheit hat der Heilige Geist der Kirche zu Pfingsten unzerstörbar mitgegeben. Aber das Lebenszeugnis der Kirchen entspricht dem nicht. Harnoncourt sieht im Skandal der getrennten Kirchen eine Sünde gegen den Heiligen Geist als Geist der Einheit und der Vielfalt. Wenn das Getrenntsein der Kirchen aber Sünde sei, könne man es nicht durch Kommissionssitzungen überwinden. Schuld werde nur überwunden durch Schuldeinsicht, Schuldbekenntnis, gegenseitige Bitte um Vergebung und gegenseitige Gewährung der Vergebung. Der Theologe spricht auch lieber von „Einsheit“ (oneness) als von Einheit („unity“). Einsheit sei eine Gegebenheit, Einheit das Ergebnis von Vereinbarungen. Philipp Harnoncourt war Festredner beim gemeinsamen Festakt für „50 Jahre Institut für Ökumenische Theologie, Ostkirchliche Orthodoxie und Patrologie“ und „30 Jahre Pro Oriente Sektion Graz“ am 30. März im Grazer Meerscheinschlössl. Der jetzige Ehrenvorsitzende hatte die Sektion Graz gegründet.

Als Liturgiewissenschaftler hatte er nicht das Trennende, sondern das Verbindende zwischen den Kirchen wahrgenommen: „Wir glauben, beten, singen und feiern dasselbe, aber in sehr lebendiger Vielfalt.“ Pro Oriente fördert die Begegnung mit den Ostkirchen. Heute wird viel Wert auf praktische Ökumene gelegt, betonte der jetzige Sektion-Graz-Vorsitzende, Gemeinderat Peter Piffl-Percevic. Die Geschichte und die tragenden Personen des Instituts für Ökumenische Theologie, Ostkirchliche Orthodoxie und Patrologie stellte ao. Univ.-Prof.in Anneliese Felber dar. Von seiner Gründung als „Institut für Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie“ 1966 bis 1995 hatte es Johannes B. Bauer geleitet, der erste als Universitätsprofessor habilitierte Laientheologe im deutschen Sprachraum. Von 1997 bis 2008 leitete es mit Anne Jensen die erste Frau auf einem theologischen Lehrstuhl der Grazer Universität. Seit 2011 ist der Argentinier Pablo Argárate Institutsvorstand, der in seinem Grußwort sein Institut und Pro Oriente als „Kinder des II. Vatikanums“ würdigte. Am Institut gab es mit DDr. Ingeborg Jannsen die erste weibliche theologisch Promovierte in Graz, und von Johannes B. Bauer kam der Vorschlag zur Ehrenpromotion von Dr. Elisabeth Gössmann. Mit Grigorios Larentzakis lehrt seit 1971 ein orthodoxer Theologe in Graz orthodoxe Theologie. Der stellvertretende Vorsitzende von Pro Oriente Graz erinnerte an viele ökumenische Höhepunkte, darunter das Ehrendoktorat für den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios oder die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz. Für 2018 regte Altbürgermeister Alfred Stingl ein Internationales Dialogforum der Religionen in Graz an. HERBERT MESSNER

Festakt im Meerscheinschlössl in der Grazer Mozartgasse, begleitet vom Chor der koptisch-orthodoxen Gemeinde Graz mit Gesängen aus der Karwochenliturgie. Im Bild gegenüber dem Chor (von links): Pfarrer Edmund Muhrer (Bad Aussee), Bischofsvikar Hermann Glettler, ProOriente-Graz-Gründer Philipp Harnoncourt, Bürgermeister a. D. Alfred Stingl und koptische Geistliche.  

Foto: Plankensteiner


9. April 2017

Liturgie – Kommentar Chancen und Grenzen interreligiösen Betens und Feierns wurden auf Schloss Seggau in Workshops besprochen. Zum Fachtag Liturgie hatten das Pastoralamt und das Schulamt der Diözese sowie die Kirchliche Pädagogische Hochschule eingeladen.  Foto: Pastoralamt

Gemeinsam beten!? Ökumenische und interreligiöse Spurensuche beim Fachtag Liturgie auf Schloss Seggau.

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ann man gemeinsam mit anderen christlichen Konfessionen und Religionen beten? Ja, sagte Ulrike Bechmann, Professorin für Religionswissenschaft an der Grazer Theologischen Fakultät, beim Fachtag Liturgie am 1. April in Seggau. Das gemeinsame Beten sei nicht zuerst eine Frage nach dem Wie, sondern eine Frage nach dem Warum und der damit zusammenhängenden christlichen Spiritualität. Die Erklärung des II. Vatikanischen Konzils über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen („Nostra aetate“) betont, dass die Kirche ihre Aufgabe – die Einheit unter allen Völkern zu fördern – nur dann erfüllt, wenn sie den anderen Religionen auf gleicher Augenhöhe begegnet, ohne die eigene Identität aufzugeben. Denn das Gemeinsame aller Menschen ist – so das Konzil –, dass sie einen Schöpfer haben und ein Ziel, zu dem sie unterwegs sind, und dass Gott einen Heilswillen für alle Menschen hat. Gemeinsames betonen, Trennendes kennen Das Gemeinsame zu betonen bedeutet aber auch, vom Trennenden zu wissen. Besonders die Christologie (die Lehre über Christus) ist im interreligiösen Dialog ein immerwährender Diskussionspunkt. Prof. Bechmann hob dabei vor allem die „heilsentgrenzende“ Bedeutung Jesu für alle Menschen (nicht nur für Christen) hervor: In Christus finden die Menschen die Fülle des religiösen Lebens, weil in Christus Gott alle(s) mit sich versöhnt hat.

Interreligiöse Feiern in der Schule Am Nachmittag des Fachtages Liturgie wurden die theologischen Leitgedanken in vier Workshops konkretisiert: Ist ein interreligiöses Bekenntnis denkbar? Was bedeutet es, wenn Christen am „Tag des Judentums“ für Jüdinnen und Juden beten? Welche Chancen und Grenzen haben katholisch-evangelische Feiern in besonderen Situationen? Und sind Feiern in der Schule – mitten in religiöser und kultureller Vielfalt – möglich? Das verbindende Anders-Sein Differenzen werden häufig negativ bewertet. Dass die Differenz aber auch das sein kann, was alle Religionen miteinander verbindet – dass sie eben anders sind –, kann auch als das Gemeinsame verstanden werden, so Bechmann. Dieser Perspektivenwechsel fordert und fördert den Dialog in einer offenen Haltung „dem Anderen“ gegenüber. BRUNO ALMER

Die Religionswissenschaftlerin Ulrike Bechmann war Referentin beim Fachtag Liturgie.  Foto: Pastoralamt

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POSITIONEN Unter Dach und Fach Warum muss Ostern heute denkbar sein? Weil das Drama der Beliebigkeit längst so laut geworden ist, dass uns Hören und Sagen vergeht. Wohin also sich wenden, wenn die Poesie des Geistes kaum mehr aus der „tönenden Einsamkeit“ (Johannes vom Kreuz) des Lebens aufzusteigen vermag? Was uns fehlt, ist die Nähe einer Stille, die dem „anschwellenden Bockgesang“ (Botho Strauß) der Gegenwart Paroli bieten könnte. In diesem Zeitgetöse schnappt verständlicherweise ein jeder, so gut er kann, nach Luft und ist versucht, auf die Schnelle die rasanten Umbrüche und gewaltigen Veränderungen, die sich zunehmend schwerer einordnen lassen, unter Dach und Fach zu bringen. Das ist ein schönes Sprachbild aus der Welt des Erbauens. Auch die Religion ist letztlich immer wieder ein Versuch, Welt und Mensch unter Dach und Fach zu bringen. Auch wenn sie sich in ihrer Geschichte unter manch herrliches Dach verkroch und so manches kleinkarierte Fach bediente, das sich später als dürftiges Heim entpuppte, gelingt ihr das „InSicherheit-Bringen“ vor allem da und dort, wo sie Dach und Fach verlässt. Und – notgedrungen oder voll Vertrauen – ins Offene und Unsichere gerät, wie jetzt zu Ostern. Das, wenn es nicht beliebig ist, jedes Leben über den Haufen wirft. Weniger kann Karfreitag und Ostern nicht sein. Denn da passiert am Ende das, was möglich sein kann: die Verzweiflung zu achten, den Mangel zu empfinden, dem Denken zu danken, die Größe zu finden, die Trauer zu tragen, den Zufall zu fassen und die „Unempfänglichkeit zu beflecken“ (Botho Strauß).

Barbara Rauchenberger


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Familie



9. April 2017

ZUM NACHDENKEN Von Kindern lernen Zwei Tage liegt das Begräbnis zurück. Wieder komme ich beim Grab vorbei. Ich finde ein Kreuz darauf liegen. Es ist grob gezimmert, aus Restholz. Die Art, wie die Nägel eingeschlagen sind, lässt den Gedanken aufkommen: Das hat ein Kind gemacht. Das Gesicht, das auf dem Kreuz gemalt ist, ein Kreis mit zwei Punkten und einem Strich, bestätigt dies: Die Kugeln im Kreis meinen die Tränen. Daneben steht ein Satz, von einem Erwachsenen geschrieben: Lieber Gott, hilf, dass der Opa sein Gesicht nicht verliert, damit ich ihn wiedererkenne, wenn ich in den Himmel komme. Es stimmt! Von den Kindern lernen wir viel über unseren Glauben. Denn das ist wohl ein wesentlicher Aspekt der Erlösung: dass wir von Gott her unser Gesicht nicht verlieren. Der große Gott, der sich in seiner Fülle selbst genug sein könnte, hält es in seiner Liebe zu uns Menschen nicht aus. Er überwindet von seiner Seite her die große Kluft, die zwischen Gott und Mensch ist, schlägt dort eine Brücke, die wir Menschen von unserer Seite her nicht schlagen könnten ohne dieses großherzige Entgegenkommen Gottes. Er wird Mensch, bis in den Tod hinein. Sein Tod am Kreuz besiegelt sein Leben unter uns, seine Auferstehung ist eine Bestätigung, ein Zuspruch: Mensch, dein Leben ist von Gott angenommen, dein Leben ist heilig. Vor Gott wirst du dein Gesicht nicht verlieren, denn sein Leben, Sterben und Auferstehen ist ein großgeschriebenes JA zu unser aller Leben. Es verleiht uns Würde, Annahme, ein Gesicht. Dankbar gehe ich weg vom Grab. Nochmals stoppe ich und denke: Und morgen ist der dritte Tag. Der Autor ist Referent des Familienreferates.  Foto: privat

Martin Lienhart

Das Zeichen des Kreuzes. Auch im Tod weiß Gott um dich.  Foto: Bilderbox

Genau hier steht das Kreuz Leid und Tod. Gott weiß um dich, du bist nicht allein. Eine Mutter will das Kind vom Religionsunterricht abmelden. Grund seien die schrecklichen Geschichten um Jesu Tod. Verdutzt fragt der Lehrer nach, denn diese Inhalte waren in der 1. Klasse noch gar nicht Thema. Am Ende stellt sich heraus, dass die Mutter selbst große offene Fragen hat zu Leid und Tod. Sich diesen Wirklichkeiten des Lebens zu stellen, ist eine Herausforderung, mit der uns die Karwoche konfrontiert. Freilich wissen wir, dass es in diesen Fragen einen gewaltigen Unterschied zwischen der Theorie bzw. der Außensicht und dem persönlichen Durchmachen gibt – denn bei der Erfahrung des Leides und des Todes gibt es keine Distanzierungsmöglichkeit. Eine Hilfe bietet eine Darstellung in der Grabeskirche in Jerusalem. Eine alte Tradition

(K)Ein Esel sein Der Spruch „Sei doch kein Esel“ mahnt: Achte darauf, nicht zu kurz zu kommen. Diese Warnung im Bild eines dummen, genügsamen Tiers spricht unsere Gefühle an: Denn wer will schon freiwillig so ein Esel sein! Manchmal aber kommt es vor, dass alles, was nicht dem eigenen Vorteil dient, mit diesem Wort schlecht gemacht wird, denn: Wer nicht das Maximum (an Geld, Spaß, Zeit usw.) für sich selbst herausholt, der sei dumm. Aber auf das Wohl anderer ebenso schauen wie auf mein eigenes, das ist ein Auftrag Jesu (der uns hilft, erfüllt zu leben). In diesem Sinn ein „Esel“ zu sein: ein Weg, heute Christus zu den Menschen zu tragen – so wie der echte Esel vor 2000 Jahren Jesus nach Jerusalem getragen hat. P. THOMAS NEULINGER, SJ., FAMILIENSEELSORGER

aufgreifend, positioniert sie das Kreuz Christi genau über dem Grab des Adam, letzteres dargestellt durch einen Totenkopf. Mit Adam verbinden wir den Sündenfall, durch den sich der Zugang zum Tod verändert: Der Mensch wird autonom, will selbst entscheiden – er wird quasi erwachsen. Allzu leicht wird Gott an diesem Punkt zur Randerscheinung – aus dem Leben gedrängt. Damit wird das Lebensende angstbesetzt, denn der Mensch verliert im Tod den selbstsicheren Zugriff, stößt an die Grenze der Beherrschbarkeit, sieht auf sich allein gestellt nur noch ein schwarzes Loch. Doch genau hier steht das Kreuz. Es sagt uns: Gott weiß auch an diesem Ort um dich. Er ist schon vor dir da. Du bist eben nicht alleingelassen. Uns Erwachsenen tut es vorbereitend wohl gut, auf die Kinder zu schauen, um in uns eine Grundtugend zu schulen: Vertrauen. MARTIN LIENHART

FÜR SIE GELESEN Spirituelle Auszeit in den Bergen Ludwig Lau, 10,90 Euro, Herder Verlag Auf dem Weg zu den Gipfeln rückt der Himmel näher. Fernab vom Alltag, eignet sich eine Auszeit in den Bergen besonders, um innezuhalten und sich neu auf Gott auszurichten. Spirituelle Impulse bietet dieser praktische Ratgeber: Die kurzen Hinführungen, Bibeltexte, Kurzgeschichten und Gedichte widmen sich Themen wie Vertrauen, Loslassen und Dankbarkeit. Zahlreiche Fotos stimmen auf die Auszeit in den Bergen ein. Mit Impulsfragen und meditativen Übungen für Wanderungen allein oder in der Gruppe.


Zum Leben

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CARITAS – SOS

MUTWORTE

Neues Zuhause

Abgrundböser Judas und lichter Jesus?

SOS-Ruf 3410 Die junge Mutter wurde mit den beiden Kleinkindern von ihrem Lebensgefährten aus der gemeinsamen Wohnung geworfen und fand Unterschlupf im Frauenhaus. Jetzt erhielt sie mit der Stromrechnung eine Nachforderung für die noch gemeinsame Wohnung. Im Mai kann die Frau mit den Kindern in eine Gemeindewohnung einziehen. Sie spart schon für den Umzug, wird jedoch auch finanzielle Zuwendung brauchen, um alles zu bewältigen. Die Caritas-Beratungsstelle zur Existenzsicherung bittet um Ihre Mithilfe. Spendenkonten – IBAN: PSK: AT34 60000 0000 7925 700. – Sparkasse: AT08 20815 0000 1691 187. – Raiffeisenbank: AT40 38000 0000 0055 111. Kennwort: SOS-Ruf 3410. Online-Spenden unter www.caritas-steiermark.at

STEIRISCHER KOCHTOPF Spinatlasagne 20 dag Lasagneblätter, 50 dag Blattspinat (frisch oder tiefgekühlt), Knoblauch, Olivenöl, Salz, Pfeffer, 6 dag Butter, 3 EL Mehl, ¾ l Milch, Muskatnuss, Parmesan. Blattspinat waschen. In kochendem Salzwasser blanchieren, abgießen und abtropfen lassen. Den geschälten Knoblauch klein schneiden und in etwas Olivenöl andünsten. Den abgetropften Blattspinat hinzufügen und kurz dünsten lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Für die Béchamelsoße Butter und Mehl anschwitzen, mit Milch aufgießen und aufkochen lassen, würzen. Eine feuerfeste Form mit Öl einpinseln. Abwechselnd mit Spinat, Béchamel und Lasagneblättern füllen. Mit Béchamelsoße abschließen, mit geriebenem Parmesan bestreuen. Im vorgeheizten Rohr bei 200 ° C rund 30 Minuten backen.  AUS: KOCHEN UND FEIERN IN DER 

FASTENZEIT. SONNTAGSBLATT

Meet-and-Greet mit Menschen aus aller Welt.

Foto: Kolleg

Völkerverständigung pur Ein Miteinander bei den Special Olympics. Auch das Kolleg für Sozialpädagogik der Diözese hat sich vom „Herzschlag für die Welt“ – dem Motto der diesjährigen Special Olympics in der Steiermark – anstecken lassen und an dem sportlichen Spektakel auf seine eigene Weise teilgenommen: Die Studierenden luden in ihrer Relaxzone zu einem „Meet and Greet“ der Menschen aus aller Welt ein.

Gekommen sind AthletInnen wie BesucherInnen von Graz bis Dhaka in Bangladesch, mit und ohne Behinderung, die gemeinsam mit den Studierenden des Kollegs musikalisch, künstlerischbildnerisch, fotografierend, relaxend, spielend und bespielt Kontakt aufgenommen haben. Trotz so mancher Unterschiede war das vereinende, gemeinsame Tun tonangebend: An den acht Tagen wurden Begegnungen erlebt und Begeisterung gespürt. Völkerverständigung pur!  SEBASTIAN SCHLÖGLMANN

Finde die Veränderungen Das obere Bild unterscheidet sich durch sieben Veränderungen von dem Bild darunter. Welche sind es?

Als Kind sah ich in Judas nur den Verräter Jesu, den Selbstmörder, der grausig am Strick baumelt. Das Einpersonenstück „Judas“ von Lot Vekemans geht unter die Haut. Judas, der nach 2000 Jahren wieder auf die Erde zurückkehrt, stellt Fragen. Darf er von Menschen verdammt werden, auch wenn keiner die Wahrheit seiner Beweggründe kennt? Wollte er Jesus zur Umkehr bewegen, um seine Vorstellungen von Gerechtigkeit mit ihm verwirklichen zu können? Oder glaubte er, dass Jesus, durch ihn als Werkzeug, seine göttliche Macht demonstrieren wird? Judas scheitert an enttäuschten Erwartungen und Intoleranz anderen „Wahrheiten“ gegenüber. Judas bekennt in diesem Schauspiel seine persönliche Schuld, doch er fragt auch uns, was er ohne die Masse der Mitläufer hätte ausrichten können. Ist er allein das Abgrundböse? Einer Legende nach konnte Leonardo da Vinci sein „Abendmahl“ nicht vollenden, da er für Jesus und Judas keine geeigneten Modelle fand. Endlich entdeckte er „seinen Jesus“ in einem jungen Mann, mit Zügen von himmlischer Reinheit. Und als er nach Jahren einen Mann mit abgründigem Gesicht als Verräter für das „Abendmahl“ fand und porträtierte, meinte dieser: „Du hast mich nicht zum ersten Mal gemalt …“ und zeigte auf die lichte Gestalt von Jesus. „Jesus, hört nur bei mir deine Barmherzigkeit auf?“, fragt Judas im Schauspiel sowohl Jesus als auch das Publikum. Weil ich das nicht glaube, kann ich österliche Auferstehung feiern. Christa Carina Kokol ist dipl. psychosoziale Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl.  Foto: Neuhold

Christa Carina Kokol


Veranstaltungen

Foto: Neuhold

◗ Osternachtfeiern

Graz Andritz 20 Uhr Annaheim, Riesstraße 24 18 Uhr Barmherzigenkirche 19 Uhr Christkönig 20 Uhr Christus der Salvator 20.30 Uhr Dom 20 Uhr Franziskanerkirche 19 Uhr Gösting (gemeinsam mit Thal) 20.15 Uhr Graben 20 Uhr Graz-Süd 20.30 Uhr Hl. Blut, Stadtpfarre 20 Uhr Hl. Johannes Bosco 19.30 Uhr Hl. Schutzengel 20.30 Uhr Hl. Erlöser im LKH 19 Uhr Herz Jesu 20 Uhr Kainbach 19 Uhr Kalvarienberg 20 Uhr Karlau 20 Uhr Karmelitinnenkirche 20 Uhr Kreuzschwesternkirche 19 Uhr Kroisbach 20 Uhr Mariagrün 20 Uhr Mariahilf 20 Uhr Mariä Himmelfahrt 19 Uhr Mariatrost 20 Uhr Münzgraben 20 Uhr Puntigam 20 Uhr Ragnitz 20 Uhr St. Andrä 20 Uhr St. Christoph in Thondorf (mit Liebenau) 20.30 Uhr St. Elisabeth/Webling 20 Uhr St. Johannes 20 Uhr St. Josef 19.30 Uhr St. Leonhard, Ostersonntag 5 Uhr St. Lukas, Ostersonntag 5 Uhr St. Peter 19.30 Uhr St. Rupert-Hohenrain 20 Uhr St. Veit 20 Uhr St. Vinzenz 20 Uhr Schmerzhafte Mutter 20 Uhr Schulschwestern Eggenberg, Georgigasse 84 20.30 Uhr Straßgang 20 Uhr Unbefleckte Empfängnis im Krankenhaus der Stadt 18 Uhr Waltendorf 19 Uhr

GRAZ Andritz: Fetzenmarkt, 22. April, 7 bis 13 Uhr, abc-Andritz, Haberlandtweg 17 – Waren bringen: 18. bis 21. April, jeweils 9 bis 17 Uhr. Bildungshaus Mariatrost: Von Frohnleiten nach Adriach und auf den Haneggkogel, Pilgerstart mit Mag. Maria Painold, 17. April, 8.45 Uhr Treffpunkt Hauptbahnhof Graz bei der Rolltreppe. Rückkehr 19 Uhr. Gehzeit: ca. 5 Stunden, 650 Höhenmeter. – Kontakt: Tel. (0 31 6) 39 11 31, www.mariatrost.at Diözesanmuseum: Tod und Auferstehung, Barockkünstler, Arnulf Rainer und Gustav Troger, Führung: Karin Weninger-Stössl, 13. April, 17 Uhr – Anmeldung erbeten. • „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?, Ausstellung vom 14. bis 17. April geschlossen. Normalöffnungszeiten: Di. bis Fr., 9 bis 17 Uhr; Sa. So. Feiertag, 11 bis 17 Uhr; für Gruppen nach Vereinbarung. – Bürgergasse 2, Tel. (0 31 6) 80 41-890. www.dioezesanmuseum.at Dom: Karwochen- und Osterliturgie, siehe Kasten auf Seite 19 unten. Herz Jesu: Festgottesdienst am Ostersonntag, Messe in G-Dur (F. Schubert), Chor der Herz-Jesu-Kirche, Capella Calliope, 16. April, 10.45 Uhr. Kalvarienberg: Kreuzwegandacht, gestaltet von der Pfarre Kalvarienberg, 9. April, 16 Uhr. Karlau: Feier der Osternacht mit Bischof em. Dr. Egon Kapellari, 15. April, 20 Uhr. Kulturzentrum bei den Minoriten: Vulgata – 77 Zugriffe auf die Bibel, Ausstellung, Di. bis Fr., 10–17 Uhr, Sa./So., 11–17 Uhr. • Miniführungen, 16.30–16.45 Uhr: Francois Burland, 12. April. • Themenführungen, 11.15 Uhr: Logos & Chaos, 22. April. – Mariahilfer Platz 3/I, Tel. (0 31 6) 71 11 33 – www. kultum.at Mariahilf: Johannespassion (J. S. Bach), Collegium graecense auf Originalklanginstrumenten, Vokalensemble tonus, Solist/innen, Leitung: Herbert Bolterauer, 9. April, 20 Uhr. • Festgotttesdienst am Ostersonntag, Paukenmesse (J. Haydn), Franziskuskantorei, Kantorei Mariahilf, 16. April, 9.30 Uhr. Messendorf: Im Anfang war das Wort, Oratorium von Lorenz Maierhofer, Singkreis Raaba, 8. April, 19 Uhr. Puntigam: Festgottesdienst am Ostersonntag, Missa in C Krönungsmesse, Kirchensonate in C KV 329 (W. A. Mozart), Halleluja (G. F. Händel), Kirchenchor der Pfarre Graz-Puntigam, Instrumentalisten und Solisten aus Graz, Leitung und Orgel: Gernot Ambros, 16. April, 10.15 Uhr. St. Andrä: Palmweihe und Palmsonntagsliturgie mit Bischof em. Dr. Egon Kapellari, 9. April, 9.45 Uhr St. Vinzenz: Osternachmittag für Kinder, 8. April, 15 Uhr. • Ostermarkt im Rahmen der Palmweihe, 9. April, 9 Uhr. Schlosskirche St. Martin: Georgi-Ritt mit Reiter- und Pferdesegnung, 24. April, 10 Uhr, Kirchwiese.



9. April 2017

◗ Frohnleiten: St. Georgs-Kirche Adriach

Heiliges Grab Zum Innehalten und Gebet lädt das aufwendig gestaltete Heilige Grab ein, das in der Kirche Adriach in der Karwoche wieder aufgebaut wird. Am Osterwochenende und am Wochenende des Weißen Sonntags ist es für einen Besuch geöffnet. 16. ,17. und 23. April: 10 bis 16 Uhr. 22. April: 13 bis 16 Uhr. An diesen Tagen Kirchenführung, jeweils 14 Uhr; nach Voranmeldung auch zu anderen Zeiten: Tel. 0664/32 56 292.

Foto: Pfarre

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Stadtpfarrkirche Hl. Blut: Osterfestgottesdienst, Jugendmesse in F (J. Haydn), 16. April, 10 Uhr. Steirisches Heimatwerk: Ostermarkt, Mo. bis Fr., 9.30 bis 18 Uhr, Sa., 9.30 bis 16 Uhr, bis 15. April. Vorauer Kapelle: 100 Jahre Fatima, 10. April, 16 Uhr Impuls, dann Anbetung, Rosenkranz, 17.30 Uhr Marienverehrung, 18 Uhr hl. Messe. Stiftingtalstraße 169.

GRAZ-UMGEBUNG Feldkirchen: Passionsspiele, 8. und 9. April, 15 Uhr, Pfarrsaal. Karten: Tel. 0664/926 35 35 – www.ssgf.at Frohnleiten: Post mortem – die Ästhetik des Verfalls, Fotografien von Christoph Bouvier, Ausstellung im Kloster, bis 23. April: Do., Fr. 16 bis 19 Uhr; Sa., So., 10 bis 19 Uhr. Haus der Stille: „Die Wurzel trägt dich“ – jüdische Ursprünge christlicher Heilsvorstellungen, Ostertreffen mit Dr. Imogen Tietze und Haus-derStille-Team, 12. bis 16. April. • Entdeckt und entfaltet euch neu, Partnermassage, Leitung: Andreas Faustmann, 28. bis 30. April. • Das Herz öffnen, Leitung: Aron Saltiel, 29. bis 30. April. • stille.foto.reise, Leitung: Mag. Hans Waltersdorfer, 28. April bis 3. Mai. – Kontakt: Tel. (0 31 35) 82 625, www.hausderstille.at Kumberg: Im Dialog mit der Bibel – Bibliolog, 25. April, 19 bis 21 Uhr, Pastoralraum. Bitte Bibel mitnehmen. Anmeldung: Gerhard Eisenberger, Tel. (0 31 32) 29 43 oder Tel. 0664/58 32 910.

OSTSTEIERMARK Feldbach: Festgottesdienst am Ostersonntag, Kleine Orgelsolomesse KV 259 (W. A. Mozart), Halleluja aus „Messias“ (G. F. Händel), Kirchenchor Feldbach, Kammerorchester der Pfarre Feldbach, Solisten: Bettina Wechselberg, Martha Haber, Markus Sölkner; Orgel: Sabine Schöck; Leitung: Sabine Monschein, 16. April, 10 Uhr. Gnas: Passionskonzert, Doppelkonzert d-moll (J. S. Bach), Stabat mater (G. B. Pergolesi) u. a., Ensemble dolce vita, Gesangverein Gnas und Solisten, Leitung: Gerald Krammer, 12. April, 19.30 Uhr. • Hochamt am Os-

tersonntag, Krönungsmesse (W. A. Mozart), Terra Tremuit (J. Gruber), Halleluja (G. F. Händel), Gesangsverein, Kirchenchor Gnas, Leitung: Matthias Maier, 16. April, 9.30 Uhr. Hartberg: Barmherzigkeitsnovene, Karfreitag, 14., bis Sonntag der Barmherzigkeit, 23. April, jeweils 15 Uhr, Kapuzinerkirche. Haus der Frauen: Trauercafé – Begleitung bei Verlust und Tod, Leitung: Anita Fenz, 12. April, 17 bis 19 Uhr. • Tauschen fördert Talente, Tauschkreis, 12. April, 19.30 Uhr. Info: Maria Prem, Tel. (0 31 13) 20 77, talentenetz@gmx.at • Gartl’n, Vortrag und Gespräch mit Christoph Harb, 19. April, 14 bis 17.30 Uhr, danach Samen- und Pflanzenmarkt. Anmeldeschluss: 11. April. • Innere Reinigung mit der Kraft der Natur, Workshop mit Dr.in Nikola Laube, 20. April, 9.30 bis 15.30 Uhr. Anmeldeschluss: 12. April. • Lebensqualität im Alter (LimA) – urlauben miteinander für Frauen und Paare über 60, 23. bis 28. April. Anmeldeschluss: 12. April. – Kontakt: Tel. (0 31 13) 22 07, kontakt@hausderfrauen.at Vorau: Abendmahlgottesdienst, Missa Secunda (H. L. Hassler), Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze (C. Loewe), Ubi caritas et amor (W. Menchick), Ave verum corpus KV 618 (W. A. Mozart), 13. April, 19 Uhr. • Festgottesdienst am Ostersonntag, Missa in C „Krönungsmesse“ KV 317 (W. A. Mozart), Pieta, Signore – Kirchenarie (A. Stradella); Solist/innen: Theresa Zisser, Anna Manske, Franz Gürtelschmied, Kristjan Johannesson; AugustinusKirchenchor Vorau, Instrumentalistenensemble Hirzberger, Stiftsorganist Gerhard Filsegger; Leitung: Stiftsmusikus Johann Pichler, 16. April, 9 Uhr. Unterlamm: Lourdesfeier mit Lichterprozession, 11. April, 18.30 Uhr Anbetung, 19 Uhr hl. Messe. Weiz: Gottesdienst – Was wird da gefeiert?, 12. April, 18.30 Uhr, Treffpunkt Meditationsraum, Weizberg.

SÜDSTEIERMARK Hof bei Straden: Saisonbeginn im Heilwasser-Museum Johannisbrunnen und Hochzeitskultur-


Veranstaltungen

9. April 2017

Startgottesdienste Die vor kurzem gewählten Pfarrgemeinderäte feiern am Beginn der PGR-Funktionsperiode mit Bischof Wilhelm Krautwaschl eine Eucharistiefeier. 8. April, 19 Uhr: Pfarrkirche Stainz. – 22. April, 18 Uhr: Stadtpfarrkirche Leoben-St. Xaver. – 6. Mai, 18 Uhr: Pfarrkirche Pöllau. – 22. Juni, 17 Uhr, Dom. Bitte pfarrweise und rasch anmelden: pastoralamt@graz-seckau.at, Tel. (0 31 6) 8041-113. Museum, 15. April, 14 Uhr, Hof 17, Erzherzog-Johann-Platz. Info: Tel. 0699/171 296 24. Jagerberg: Jungscharkreuzweg, 9. April, 14 Uhr Treffpunkt 1. Station des Jagerberger Kreuzweges.

WESTSTEIERMARK Voitsberg: Inge Scheer: Farben-FormenFreude, Ausstellung bis 5. Mai in der Ganggalerie im Pfarrhof.

OBERSTEIERMARK Fohnsdorf: Hochamt am Ostersonntag, Messe in C-Dur, D 452, Op. 48 für Soli, Chor, Orchester und Orgel (F. Schubert), Halleluja aus „Messias“

(G. F. Händel), Singkreis St. Rupert und Fohnsdorfer Instrumentalisten, Leitung: Peter Vorraber, 16. April, 9.30 Uhr. • Sprechtag mit Bischof Dr. Wilhelm Krautwaschl, 19. April, 13.30–17 Uhr. Anmeldung: Pfarrhof, Tel. (0 35 73) 21 13 (Mo.– Fr., 9–12 Uhr, Mo. auch 14–16 Uhr.). Judenburg-St. Nikolaus: Festgottesdienst am Ostersonntag, Musik: Sängerrunde Rothenthurm, 16. April, 10.15 Uhr. Leoben-St. Xaver: Passionslesung mit Passionsgesängen, 9. April, 17 Uhr, Stadtpfarrkirche. Murau: Matthäuspassion (H. Schütz), Chor der Stadtpfarrkirche Graz, Leitung: Andrea Fournier, 8. April, 19 Uhr, Stadtpfarrkirche. Ramsau am Dachstein: Judas, von Lot Vekemans, Fredrik Jan Hofmann (Schauspielhaus Graz), 17. April, 19 Uhr, evangelische Kirche. St. Peter-Freienstein: Steirisch-tirolerischer Ostersonntagsausklang, mit Sängern und Musikanten aus Osttirol und der Ligister Schülcherleitnmusi, 16. April, 19.30 Uhr, Festsaal. St. Stefan ob Leoben: Imagine, Gitarre Solo (Heimo Gladik) und meditative Texte (Bruno Obenaus), 8. April, 19.30 Uhr, Pfarrkirche. Schloss Trautenfels: Gott und die Welt – Woran glauben wir?, Ausstellung, täglich 10 bis 17 Uhr. Seckau: Pilgern auf dem Benediktweg, Emmausgang von Seckau zur Schlosskapelle Wasserberg, 17. April, 8.45 Uhr, Treffpunkt Kloster-

◗ Dom zu Graz: Karwoche und Osterfest

◗ Aufführungen Judas – auch 2018

Judas kommt wieder Für März bis Juni 2018 ist eine Wiederaufnahme des Theaterstücks „Judas“ (Schauspielhaus Graz) geplant. Interessierte wenden sich bitte an Chefdramaturgin Karla Mäder: karla.maeder@ schauspielhaus-graz.com ORF Religion/„Orientierung“: Beitrag zu „Judas“ , 9. April, 12.30 Uhr, ORF 2 (Wh. Di., 10.35 Uhr, ORF III). Die nächsten Aufführungen: 9. April, 9.30 Uhr: evang. Kreuzkirche Graz. 10. April, 20 Uhr: GrazMariatrost. 11. April, 19 Uhr: evang. Kirche Gaishorn. 15. April, 19.30 Uhr: evang. Kirche Leoben. Info zum Stück: www.kirchenkulturgraz.at

Foto: Judas in der Grazer Leechkirche, Foto: BobArt

◗ PGR

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hof Seckau. Info und Anmeldung: Tel. 0676/87 49-32 31. Weißkirchen: Festgottesdienst am Ostersonntag, Kleine Festmesse (E. Tittel), Halleluja (G. F. Händel), Kirchenchor, 16. April, 9.45 Uhr.

JUGEND

WALLFAHRTEN Wallfahrten am 13.: Am 13. April 2017 ist Gründonnerstag. In den Pfarren wird die Gründonnerstagsliturgie gefeiert.

FREIZEIT/REISEN

Jugendkreuzweg: Stift Vorau, 9. April, 20 Uhr. • Pfarrkirche Friedberg, 9. April, 20 Uhr. • Pfarrkirche Oberwölz, 10. April, 20 Uhr. Spektrum Leoben: H-EI-lights, Ostereier färben und „grüne“ Jause, 13. April, 15 bis 19 Uhr, Waasenstraße 29, Tel. 0676/87 42-49 07 oder office@juz-spektrum.at

10. Jahreswallfahrt: Auf dem steirischen Hemmaweg von Admont nach Gurk, 20.–27. Juni, Anmeldung: Tel. 0676/87 42-69 37, wolfgang.griesebner@graz-seckau.at Mit dem Pfarrverband St. Stefan – St. Josef/W.: Die Hanse-Städte, Lesen Sie weiter auf Seite 20

KRAFT FÜRS LEBEN

Die Heilige Woche Palmsonntag, 9. April, 9.30 Uhr: Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem. Palmweihe vor dem Mausoleum, anschließend Prozession in den Dom und Hochamt mit Bischof Wilhelm Krautwaschl. Gesang zur Palmweihe von J. M. Doeller, Choräle aus der Matthäuspassion von J. S. Bach; Motetten von A. Heiller und M. Franck; Grazer Domchor, Kinderchor am Dom, Bläserensemble des Domorchesters. – Hl. Messen um 6.30, 11.30 und 17 Uhr. Mittwoch: 12. April, 17 Uhr: Missa chrismatis, Messe mit Weihe der heiligen Öle mit Bischof Wilhelm Krautwaschl in Konzelebration mit Priestern aus der ganzen Diözese. Proprium: Dilexisti iustitiam, Missa de angelis. Schola Presbyteriana. Gründonnerstag: 13. April, 7 Uhr: Laudes. – 19 Uhr: Messe vom Letzten Abendmahl mit Fußwaschung, mit Bischofsvikar Dompfarrer Heinrich Schnuderl. L. Friedl: Wir aber müssen uns rühmen; O. Gjeilo: Ubi caritas et amor; H. Schütz: Die Worte der Einsetzung des Heiligen Abendmahles; T. L. d. Victoria: Tristis est anima mea. Domchor, Jugendkantorei am Dom. Karfreitag: 14. April, 7 Uhr: Laudes und Trauermette. – 15 Uhr: Karfreitagsliturgie mit Bischof Wilhelm Krautwaschl. Johannes-Passion von H. Schütz; Ecce quomodo moritur iustus (J. Gallus); Eli, Eli! (G. Bardos). Domkantorei. Karsamstag: 15. April, 7 Uhr: Laudes und Trauermette. – 8 bis 19 Uhr: stilles Gebet beim heiligen Grab. – 16 und 17 Uhr: Segnung der Osterspeisen. – 20 Uhr: Feier der Osternacht mit Bischofsvikar Dompfarrer Heinrich Schnuderl. Gesänge zur Osternacht von H. Blendinger und J. M. Doeller. Schola Gregoriana Grazer Dom. Ostersonntag: 16. April, 10 Uhr: Österliches Hochamt mit Bischof Wilhelm Krautwaschl. Proprium im Gregorianischen Choral; J. Haydn: Missa in tempore belli Hob. XXII: 9; G. F. Händel: Halleluja (aus „Messiah“); Grazer Domchor, Domorchester. – 17 Uhr Österlicher Gottesdienst. Festliche Musik für Trompete und Orgel; österliche Gesänge; Capella Ferdinandea Instrumentalis (Neue Grazer Hofkapelle).

Ihre Freunde und Verwandten denken 52-mal gerne an Sie. Abonnieren Sie rasch ein Geschenksabo – und Sie selber erhalten das Sonntagsblatt_ Buch „Kochen und Feiern im Jahreslauf“. Ausschneiden und einsenden an: Sonntagsblatt, Bischofplatz 2, 8010 Graz

Ja, ich bestelle:

bis auf Widerruf, mindestens für ein Jahr ein (Geschenk-) Abonnement des „Sonntagsblatt für Steiermark“ zum Preis von € 36,40. ein Abonnement „SONNTAGSBLATT_Hörbuch“, 26 Ausgaben (14-tägig) zum Preis von € 52,– pro Jahr. Name Straße PLZ / Ort Unterschrift, Datum

Das Sonntagsblatt schicken Sie bitte an: Name Straße PLZ / Ort Bestellschein

SCHENKEN SIE FREUDE!


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Veranstaltungen – Tipps

◗ Haus der Frauen

9. April 2017

◗ Stellenausschreibung

Steirerg’wand aus zweiter Hand

Pfarrsekretär/in

Das Dirndl und die Lederhose hängen nur mehr im Schrank? Beim Trachten-Flohmarkt im Haus der Frauen kann Trachtiges seine neue Bestimmung finden – auch Tücher, Hüte, Schmuck … Der Reinerlös kommt dem Haus der Frauen in St. Johann bei Herberstein zugute. Trachten-Flohmarkt, 13. Mai, 9–17 Uhr. Kinderprogramm, Speis & Trank. Abgabemöglichkeiten: Anger, Fa. Fetz, zu den Geschäftszeiten. – Haus der Frauen: 25. April bis 9. Mai. – KFB-Diözesankonferenz, 21. April. – GrazHerz Jesu, 22. April, 10–12 Uhr, Arkadengalerie, Kontakt: Tel. (0 31 6) 83 91 01. – Graz-St. Vinzenz, 28. April, 14 –18 Uhr, Kontakt: 0699/10 73 19 31. Auskünfte: Ernestine Arguelles-Delgado, Graz, Tel: 0676/62 52 171; Franziska Eibisberger, Passail, Tel. 0676/87 42-72 00; Mag.ª Barbara Hatzl, St. Johann bei Herberstein, Tel. 0676/880 15 149; Barbara Laller, Bad Radkersburg, Tel. 0676/87 42-63 71; Gertrude Neussl, Kindberg, Tel. 0676/351 18 45.

Die Diözese Graz-Seckau sucht für die Pfarre Graz-Gösting eine/n Pfarrsekretär/in im Ausmaß von 13 Wochenstunden. Aufgaben: Parteienverkehr, Führung der Pfarrmatriken (Taufe, Trauung, Begräbnis), Vorbereitung der Buchhaltung, Terminkoordination, Zahlungsverkehr und weitere Bereiche, die vor Ort festzulegen sind. Vorbildung: Hasch/HAK, kaufmännische Lehre, Erfahrung in Sekretariatsarbeit und MS Office. Voraussetzung für diese Arbeit ist die Identifikation mit der katholischen Kirche, das Zeugnis des Glaubens im persönlichen Leben und die Freude am Umgang mit Menschen. Die Entlohnung erfolgt nach dem Kollektivvertrag der Diözese, das Mindestentgelt beträgt bei einer 100%-Anstellung € 1904,31. Arbeitsbeginn: 1. Juni 2017. Das Dienstverhältnis ist bis zum 30. 6. 2019 befristet. Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis 16. April 2017 an: Diözese Graz-Seckau, Personalbüro, Bischofplatz 4, 8010 Graz, oder an personalbuero@graz-seckau.at

Reise nach Fulda, Lübeck, Hamburg, Münster, Rhein-Schifffahrt u. a., mit Dechant Friedrich Trstenjak, 24. bis 31. Juli, Anmeldung: Pfarrkanzleien: Tel. (0 34 63) 81 215 oder Tel. (0 31 36) 81 173. Tieschen: 2. Tau-Lauf, auf dem Weg der Riede, gemeinsames Naturerlebnis, aktive Erholung für Jung

◗ Junge Kirche

Zivildiener gesucht Ab Oktober 2017 – und auch für spätere Turnusse – sucht das Amt Junge Kirche Zivildiener, die das Team in den Bereichen Ministrant/innenpastoral, Jungschar und Jugendpastoral unterstützen. Wenn du Lust auf einen abwechslungsreichen Zivildienst hast, bei dem du selbstständig Arbeiten durchführen kannst, dann richte deine Anfrage an: Maria Riegelnegg, Tel. (0 31 6) 80 41-131, maria.riegelnegg@graz-seckau.at www.jungekirche.info

TV-TIPP

und Alt, 29. April, Weingut Kolleritsch, Info & Anmeldung: www. kolleritsch.at/tpl/hotel/taulauf.htm

MAGAZIN Fortbildung Kirchenmusik mit Michael Schadler: Chortag Firmung, 8. April, 10 bis 18 Uhr, Pfarrsaal Knittelfeld. Werke aus dem Chorbuch „Feuer und Flamme“, Teile des Deutschen Ordinariums (K. B. Kropf), Stücke von J. Moore. 17.30 Uhr Wortgottesdienst mit Pfarrer Lukas Wojtyczka. Anmeldung noch möglich: Tel. (0 31 6) 80 319-01, https://anmeldung.graz-seckau.at/ kirchenmusik • KantorInnennachmittag, 22. April, 13 bis 17 Uhr, Pfarre Leoben-Göss, 18 Uhr Gottesdienst mit Bischof Wilhelm Krautwaschl in Leoben-St. Xaver. • Workshop für KantorInnen, 28. April, 16.30 bis 21 Uhr, Pfarre Straß. – Teilnahme kostenlos. Bitte anmelden: Tel. (0 31 6) 80 31901 oder www.katholische-kirchesteiermark.at/glauben-feiern/kirchenmusik Chor-Workshop: Ökumenischer Chor-

KINO-TIPP

nachmittag, Referentin: Mag. Renate Nika, Literatur: Liederbuch „freiTÖNE“, 29. April, 14 bis 17 Uhr, Probensaal der Pfarre Leibnitz. Info: Tel. (0 34 52) 82 365, renate.nika@graz-seckau.at

BildungsreferentIn Vollzeit (38 Wochenstunden) ab September für die Katholische Hochschulgemeinde Graz

Ihre Aufgaben: Konzeption und eigenverantwortliche Durchführung des Bildungsprogrammes der KHG, Vernetzung/Inklusion von Bildungsangeboten anderer KHG-Arbeitsbereiche, Abstimmung bzw. Kooperation mit dem Bildungsprogramm des Afro-Asiatischen Institutes und dem „Forum Glaube-Wissenschaft-Kunst“ der Kath. Aktion Stmk., Betreuung der Pro-Scientia-Gruppe (Studienförderungswerk der Österr. Bischofskonferenz) gemeinsam mit dem Hochschulseelsorger, Chefredaktion der Zeitschrift „Denken+Glauben“, Kooperation bei Bildungsangeboten der KHG mit anderen Organisationen. Ihr Profil: abgeschlossenes Hochschulstudium, Freude an der Arbeit mit Studierenden und AkademikerInnen, Fremdsprachenkenntnisse erwünscht (Englisch), Teamfähigkeit, Identifikation mit der Katholischen Kirche. Entlohnung: KV-Mindestgehalt Gruppe V des Kollektivvertrages der Diözese Graz-Seckau, brutto € 2.617,52 (14 x p.a.) bei Vollzeit. Befristete Anstellung bis 31. 8. 2018. Ihre Bewerbungsunterlagen inkl. Foto richten Sie bitte bis 12. April an: Personalbüro der Diözese Graz-Seckau, Bischofplatz 4, 8010 Graz, personalbuero@graz-seckau.at www.katholische-kirche-steiermark.at/mitarbeit

BUCH-TIPP

Jeschua und seine Jünger

Was betet er?, fragte Johanaan Thomas. Und Thomas antwortete: Er wird darum bitten, dass ihm der Tod erspart bleibt. Er ist ja nur ein Mensch. Er hat Angst. Aber, widersprach Johanaan, er hat Vollmacht vom Vater in den Himmeln. Er wird um ein Wunder bitten. Er kann seinen Kopf sicher noch einmal aus der Schlinge ziehen. Thomas meinte: Vielleicht wird er seinen Vater in den Himmeln auch fragen: Warum? Warum geht alles schief? Warum vielleicht eine Festnahme, warum vielleicht eine Verurteilung, warum vielleicht eine Hinrichtung? Das gibt doch keinen Sinn … Vielleicht glaubt er aber auch – wie du und Philipp – dass entweder heute noch oder morgen die Königsherrschaft Gottes beginnt. Er wird sich an diese Vorstellung klammern …

Zwillings-Treffen: Treffen von alleingeborenen und alleinlebenden Zwillingen, 6. bis 7. Mai, JUFA Judenburg. Näheres und Anmeldung bis 30. April: Frau Weinzierl, Tel. 0676/ 87 42-67 14.

Jesus, der Mensch. Eine historische Annährung in Romanform, von Hans H. Hiebel, Edition Keiper, 194 Seiten, 19,45 Euro, ISBN Foto: Cover 978-3-903144-19-4.

WEB-TIPP Johanaan, noch voller Hoffnung, hielt an seinem Glauben fest: Noch ist alles möglich. Ein Dialog aus der Ölberg-Szene im Buch „Jesus, der Mensch“ von Hans H. Hiebel. Der emer. Univ.Prof. für Neuere deutsche Literatur an der Grazer Karl-Franzens-Universität versucht eine romanartige Annäherung an den historischen Jesus. Die Namen von Jesus (Jeschua) und seinen Jüngern sind in aramäischer Form ausgedrückt. Die Gespräche der Jünger (wie im obigen Beispiel) sind frei erfunden und dienen als Spiegel, der Jesus reflektiert. Eine zentrale Figur dieses Romans ist der „ungläubige“ Thomas, der auch unter den Jüngern eine Sonderstellung einnimmt. Für ihn gibt es keine Auferstehung der Toten, er glaubt an gar nichts. Gerade dass aber soll die Leserin und den Leser zu Fragen und zum Nachdenken herausfordern.

IMPRESSUM: Herausgeber und Verleger: Bischöfliches Ordinariat Graz-Seckau, beide Graz, Bischofplatz 4. Redaktion: 8010 Graz, Bischofplatz 2, Postfach 872, Telefon (0 31 6) 80 41-226, Telefax (0 31 6) 80 41-259. Verwaltung, Abo: Tel. (0 31 6) 80 41-225. Internet: http://www.sonntagsblatt.at • E-Mail: redaktion@sonntagsblatt.at oder verwaltung@sonntagsblatt.at • Schriftleiter: Dr. Herbert Meßner • Geschäftsführer: Mag. Heinz Finster. Druckvorstufe: Bischöfliches Ordinariat, DigiCorner, alle: Bischofplatz 2, 8010 Graz. • Druck: DRUCK STYRIA GMBH & CO KG, Styriastraße 20, A-8042 Graz • Preis: € 1,00. – Jahresabo: € 36,40. • Erscheinungsort Graz. • Verlagspostamt 8020 Graz.


teletipps

9. April 2017

PALMSONNTAG

22.00  Theologe – Kardinal – Papst (Dokumentation). Benedikt XVI. zum 90. Geburtstag. BR 23.45  Bethlehem (Dokumentation). Heiliger Ort zwischen Mauern und Massentourismus, Palästina. Phoenix

9. APRIL

9.30  Katholischer Gottesdienst am Palmsonntag aus St. Apollonia in Aachen-Eilendorf. ZDF 9.55  Palmsonntag in Rom. Prozession und Gottesdienst mit Papst Franziskus. BR 10.30  Fast vergessen (Magazin). Der Ratschenbauer Franz Ederer aus St. Kathrein. ServusTV 12.15  Zeit und Ewigkeit. Gedanken zur Karwoche von Abt Markus Eller, OSB., Kloster Scheyern. BR 12.30  Orientierung (Religion). Benedikt XVI. wird 90. Der ehemalige Vatikansprecher Federico Lombardi erinnert sich. – Latifa: Eine afghanische Pilotin und Autorin sucht Asyl in Österreich. – Dunkle Machenschaften? Konflikt rund um „UFO-Tempel“ in Thailand. – Judas: Ein Theaterexperiment in der Steiermark. ORF 2 13.45  Hoagascht (Magazin). Passion – Leid und Verhüllung. ServusTV 14.20  Cultus. (Religion). Palmsonntag. ORF III 16.00  Magische Ostern (Magazin). Von ganz besonderen Ostereiern. ORF 2 16.30  Erlebnis Österreich (Magazin). Eine Reise ins Paradies. Auf der steirischen Apfelstraße. ORF 2 17.30  Ludwig der Heilige im Lichte der Sainte-Chapelle (Dokumentation). Anlässlich des 800. Geburtstags des heiligen Ludwig, König und Heiliger in einer Person, widmet sich der Film der von ihm errichteten Sainte-Chapelle, einem architektonischen Meisterwerk gotischer Baukunst, das besondere Reliquien aller Art beherbergt – wie Gottesdienste aus Hartberg im Internet. So 10.00 Palmsonntagsmesse. Do 19.00 Gründonnerstagsfeier. Fr 15.00 Karfreitagsliturgie. Sa 20.00 Open-Air-Osternachtfeier.  www.internetgottesdienst.at

GRÜNDONNERSTAG 13. APRIL Mo 21.15  Joseph Ratzinger – Mein Vatikan. Wie funktioniert der Vatikan? Wie sieht der Alltag im kleinsten, aber faszinierendsten Staat der Welt aus? Die Antworten gibt Joseph Ratzinger selbst. Kurz vor seiner Wahl zum Papst gewährte er einen exklusiven Einblick in das Leben hinter den Mauern des Kirchenstaates. – Zum 90. Geburtstag. ORF III 

Foto: ORF/Schilhan/Derler

die aus Rom gesandte Dornenkrone. arte 20.15  Hatari (Abenteuerfilm, USA, 1962). Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe erlebt waghalsige Abenteuer beim Tierfang in Tanganjika. Ein vorzüglicher Unterhaltungsfilm. arte 23.40  La Passione (Musik). Romeo Castellucci, einer der wichtigsten europäischen Theaterkünstler, inszeniert Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion. arte

MONTAG

10. APRIL

11.30  Die Geburt des Christentums (Dokumentation). Die zehnteilige Reihe erzählt von der Entstehung einer neuen Religion zwischen 30 und 150 nach Christus. ORF III 21.00  Lebenslinien (Dokumentation). Jahrelang ignoriert Gudrun den „Ruf Gottes“. Erst nach einem dramatischen Unfall trifft sie die Entscheidung: Sie wird Nonne bei den Franziskanerinnen. BR

Sa 19.40  Hoagascht. Beim traditionellen Tresdorfer Kreuzziachn im Mölltal wird auf einfachste und dennoch überaus eindrucksvolle Art die Leidensgeschichte Christi nachgespielt. Die Darbietung, an der das ganze Dorf teilnimmt und die über zwei Tage dauert, erfolgt in völligem Schweigen. Und kein Wort wird gesprochen – bis auf zwei kurze Sätze. ServusTV  

DIENSTAG

Foto: ServusTV

11. APRIL

17.55  Natur.Wissen (Magazin). Botschafter des Glaubens – Stift Göttweig am Tor zur Wachau. ORF III 22.35  kreuz und quer (Dokumentation). Im Angesicht des Todes. Es grenzt an ein Wunder, dass der syrische Pater Jacques Mourad noch lebt: Im Mai 2015 von Dschihadisten aus dem syrischen Kloster Mar Elian verschleppt, verbrachte Pater Jacques Mourad 84 Tage in einem Verlies in der IS-Hochburg Rakka. ORF 2

MITTWOCH

12. APRIL

19.00  Stationen (Religion). Weniger ist mehr – ist weniger mehr? BR 20.15  Land der Wunder (Drama, I/D/ CH, 2014). Die zwölfjährige Tochter eines deutschen Bienenzüchters will die Familie für eine Fernsehshow anmelden. Souverän inszeniertes Drama. arte

RADIO Morgengedanken von Superintendent Olivier Dantine, Innsbruck. So 6.05, Mo–Sa 5.40, Radio Steiermark. Zwischenruf von Superintendent Hermann Miklas, Graz. So 6.55, Ö1. Religion auf Ö3. So zwischen 6.30 und 7.00, Ö3. Erfüllte Zeit. Reportagen und Berichte aus der Welt der Religion und Religionen. So 7.05, Ö1. Die Ö1 Kinderuni. Wieso wir aufrecht stehen, am Morgen größer sind und im Alter schrumpfen. Die Wirbelsäule. So 17.10, Ö1. Motive – Glauben und Zweifeln. So 19.05, Ö1. Gott und die Welt. So. ca. 20.50; Mo–Mi. ca. 21.50, Antenne. Einfach zum Nachdenken. So–Fr 21.57, Ö3.

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12.50  Cultus (Religion). Gründonnerstag. ORF III 13.35  Albert Schweitzer (Spielfilm, D/ZAF, 2009). Fünf Jahre aus dem Leben des Arztes, Theologen und Kulturphilosophen Albert Schweitzer (1875 bis 1965). arte 21.05  Wie die Bibel heilig wurde (Dokumentation). Josef Hader im Heiligen Land. ORF III

KARFREITAG

14. APRIL

9.50  J. S. Bach: h-moll-Messe (Klassik). BR 10.00  Evangelischer Gottesdienst zum Karfreitag aus St. Sebald in Nürnberg. Das Erste 13.05  Cultus (Religion). Karfreitag. ORF III 19.00  Steiermark heute mit Live-Einstieg von Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. ORF 2 20.15  Eine unerhörte Frau (Gerichtsfilm, D, 2016). Porträt einer beherzten Frau, die im Kampf gegen selbstgefällige Autoritäten über sich hinauswächst. arte 21.10  Papst Franziskus betet den Kreuzweg. BR

KARSAMSTAG

15. APRIL

18.35  Das ganze Interview. Christoph Riedl-Daser im Gespräch mit Menschenrechtsaktivist Martin Schenk. ORF III 22.00  Katholische Osternacht aus dem Dom St. Kilian in Würzburg. BR

AUSGEWÄHLTES IM HÖRFUNK

Katholischer Gottesdienst aus der Pfarre Schwaz-St. Barbara, Tirol. „Jesus geht in die Stadt hinein“; „Schalom“; „Wo ich auch stehe“; Lieder aus dem Gotteslob. So 10.00, Radio Steiermark.  Foto: Pfarre

Gedanken für den Tag von Thomas Hennefeld, evangelisch-reformierter Landessuperintendent. „Provokationen in der Passionszeit.“ Mo– Sa 6.57, Ö1. Apropos Musik. „Familia cantat in ecclesia“ – die Tradition der österreichischen „Kirchensinger“. Mo 15.05, Ö1. Religion aktuell. Mo–Fr 18.55, Ö1. Da capo: Ambiente. Reisen mit Ö1. Reisemagazin, u. a. mit: Buona settimana santa per tutti! Ein Lokalaugenschein bei der Heiligen Woche in Sizilien. Di 16.00, Ö1. Praxis – Religion und Gesellschaft. Mi 16.00, Ö1. Dimensionen. „Die freiwillige Zustimmung ist unbedingt erforderlich.“ Ethik und medizinische Forschung seit der NS-Zeit. Mi 19.05, Ö1. Salzburger Nachtstudio. Schuld und

Sühne. Nach dem Ende der Verantwortung. Mi 21.00, Ö1. Betrifft: Ostern. Leiden, Tod und Auferstehung. Do 18.50, Ö1. Katholische Gottesdienste aus dem Stift Schlierbach, Oberösterreich. Do 19.00, Fr 19.00, Sa 22.05, Radio Steiermark. Evangelischer Gottesdienst aus der evangelisch-methodistischen Kirche in Graz. Fr 10.05, Ö1. Lange Nacht der Neuen Sakralen Musik. Fr 22.28, Ö1. Logos. Von Kult und Zauber. Parsifal und das Sehnen nach Erlösung. Sa 19.05, Ö1.

Radio Vatikan Täglich 20.20 Uhr. Sonntag: Reden über Gott und Welt. Dienstag: 90 Jahre – Zum Geburtstag von Benedikt XVI.


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Sonntag

BIBEL UND LEBEN Ein Ort der Sehnsucht Jerusalem ist seit jeher mehr als nur eine Stadt. Es ist ein symbolbeladener Ort der Sehnsucht, der den Frieden (Schalom) in seinem Namen trägt, ein heiliger Ort. Jerusalem wird in der Bibel als Bild für die Vollendung, für das friedvolle und versöhnte Zusammenleben der Menschen mit Gott in ihrer Mitte skizziert. Die geschichtlich erfahrene Realität ist freilich eine ganz andere – bis zum heutigen Tag. An keinem anderen Ort in der Welt scheint die Aussicht auf Frieden so weit entfernt wie in Jerusalem. In genau diese Spannung begibt sich Jesus hinein, als er sich der Stadt Jerusalem nähert. Und er tut das im vollen Bewusstsein, dass sie ihn zerreißen wird. Jesus greift die Symbole auf, die dem Volk von den messianischen Verheißungen der Propheten geläufig sind. Unmissverständlich deklariert er sich als der herbeigesehnte König, der auf eine sanfte, friedfertige und demütige Weise seine Stadt betritt. Und zugleich weiß er darum, dass die Erwartungen der Menschen an einen solchen König einem Weg, der zu wirklichem Frieden führen kann, diametral entgegenstehen. Weinend sagt Jesus über Jerusalem: Wenn du doch erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Trotzdem muss dieser Weg gegangen werden. Denn so erfüllt sich, wovon die Propheten gesprochen haben. Diese Anmerkung bezieht sich nicht nur auf den Esel, sondern auf die ganze große Vision eines neuen Jerusalem. Jesus zeigt den Weg auf, der die Menschheit dieser Vision näher bringt. Damit erregt er Jubel und Aufregung. Wenn nur mehr Menschen auch erkennen und ergreifen würden, was Frieden bringt!

Alfred Jokesch



9. April 2017

Palmsonntag (Lesejahr A)

Hosanna dem Sohn Davids EVANGELIUM ZUR PROZESSION Mt 21,1–11

1. LESUNG Jes 50,4–7

Er ist friedfertig

Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie ein Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Bétfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

Er weicht nicht zurück

2. LESUNG Phil 2,6–11 Er wurde wie ein Sklave Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.

◗ Passende Gesänge

Karl Zank, Karfreitag: Gekreuzigte, Tusche auf Papier, 40 x 60 cm. Foto: Neuhold

(GL = Gotteslob)

Tochter Zion, freue dich (GL 228); O Mensch, bewein dein Sünde groß (GL 267, z. B. vor und nach der Leidensgeschichte); Hosanna dem Sohne Davids (GL 279); Singt dem König Freudenpsalmen (GL 280); Herzliebster Jesu (GL 290); Fürwahr, er trug unsre Krankheit (GL 292); Wir danken dir, Herr Jesu Christ (GL 297); Hosanna dem Sohne Davids (GL 302/2); Hosanna, hosanna, hosanna in der Höhe (GL 302/3); Christus, Sieger mit Christusrufen (GL 560); Lass mich deine Leiden singen (GL 819); Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna (GL 821); Komm, nimm teil an unseren Leiden (du mit uns 68); Gib mir Liebe ins Herz (Lobet den Herrn IV 280).


Sonntag

9. April 2017

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◗ GOTTESDIENSTKALENDER   9. April: Palmsonntag (rot). Credo, eigene Präfation. – Evangelium der Prozession: Mt 21,1–11. – 1. Lesung: Jes 50,4–7; Antwortpsalm: Ps 22,8–9.17–20.23–24; 2. Lesung: Phil 2,6–11; Evangelium der Messe: Mt 26,14 – 27,66 (oder: 27,11–54). – Stundenbuch: Eigentexte, sonst 2. Woche. 10. April: Montag (violett). Leidenspräfation II oder Kreuzpräfation. – Lesung: Jes 42,5a.1– 7; Evangelium: Joh 12,1–11. 11. April: Dienstag (violett). Leidenspräfation II oder Kreuzpräfation. – Lesung: Jes 49,1–6; Evangelium: Joh 13,21–33.36–38. 12. April: Mittwoch (violett). Leidenspräfation II oder Kreuzpräfation. – Lesung: Jes 50,4–9a; Evangelium: Mt 26,14–25. 13. April: Gründonnerstag (weiß). Gloria, Eucharistiepräfation. – 1. Lesung: Ex 12,1–8.11–14; Antwortpsalm: Ps 116,12– 13.15–18; 2. Lesung: 1 Kor 11,23–26; Evangelium: Joh 13,1–15. 14. April: Karfreitag (rot). 1. Lesung: Jes 52,13 – 53,12; Antwortpsalm: Ps 31,2.6.12–13.15–17.25; 2. Lesung: Hebr 4,14–16; 5,7–9; Evangelium: Joh 18,1–19,42. 15. April: Karsamstag. – Osternachtfeier (weiß). Gloria, Osterpräfation I. – 3 bis 7 Lesungen aus dem Alten Testament (immer Ex 14,15–15,1); Epistel: Röm 6,3–11; Evangelium: Mt 28,1–10. 16. April: Ostersonntag (weiß). Gloria, Sequenz, Credo, Osterpräfation I. – 1. Lesung: Apg 10,34a.37–43; Antwortpsalm: Ps 118,1-2.16–17.22-23; 2. Lesung: Kol 3,1–4 (oder: 1 Kor 5,6b–8); Evangelium: Joh 20,1–9 (oder: Joh 20,1–18; oder: Mt 28,1–10; bei Abendmessen auch: Lk 24,13–35).

Meine Träume lassen mich wieder schlafen / Ganz anders ist diese Nacht / weil ich ganz anders geworden / Wunden tun nicht mehr weh / Du erkennst mich an meinen Narben / Deine Berührung öffnet / die Zentralverriegelung aus Angst / Dein Ohr an meinem Atempuls / unaufhörlich / und meine Gesichtszüge / so aufgeweckt / wie der erste Tag. Andreas Knapp, Teil des Gedichts „Ostermorgen“

Am Ort des Unfalls pflanzte die Mutter ein Kirschbäumchen. Die Schwiegertochter brauchte nicht mehr jeden Tag Blumen zu bringen. Sie konnte nach Tansania. Foto: agrarfoto.com

Leben wartet anderswo Tag für Tag stellte Gabriele ihren Wagen kurz ab und brachte frische Blumen zu einem kleinen Holzkreuz neben der Straße. Sie weinte. „Aber heute war alles anders“, schildert Andreas Knapp in der Erzählung „Dein Leben wartet anderswo“. Die Schwiegermutter stand beim Kreuz. Sie hatte ein Bäumchen gepflanzt, die Blumenvase lag abseits im Gras. „‚Es ist ein Kirschbaum‘, murmelte die ältere Frau mit der weißen Bluse. ‚Wir hatten daheim einen großen Kirschbaum im Garten. Dort ist er als kleiner Bub so gern hinaufgeklettert.‘“ Andreas Knapp erzählt weiter: „‚Warum hast du die Vase zur Seite gelegt? Ich habe frische Blumen mitgebracht …‘ Gabrieles Stimme klang vorwurfsvoll. – ‚Es ist Zeit, dass du keine abgeschnittenen Blumen mehr bringst, sondern etwas Neues pflanzt.‘ – ‚Das sagst du? Du bist doch seine Mutter!‘ Gabrieles Augen füllten sich mit Tränen. Nach einer kurzen Stille antwortete die ältere Frau: ‚Es hat sehr wehgetan, den einzigen Sohn ans Grab zu begleiten. Ich war völlig überfordert. Der Verkehrsunfall, hier an dieser Stelle; alles kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel.‘ Gabriele weinte und nickte. Philipps Mutter fuhr fort: ‚Aber die Trauer darf kein Stein sein, der vor das Leben gewälzt wird.‘ – ‚Wie meinst du das?‘ – ‚Du hast meinen Sohn sehr geliebt. Und ihr wart

glücklich verheiratet. Jetzt aber hast du dich in deinem Unglück eingerichtet …‘ Die ältere Frau nahm die jüngere in den Arm. ‚Ihr habt so viel miteinander erlebt. Ihr wolltet nach Tansania, in die Entwicklungshilfe. Doch dann kamen die Kinder. Als die Kinder aus dem Haus waren, wurden eure alten Träume wieder wach.‘ ‚Das ist es ja gerade … Unsere Träume von damals, wir hatten sie nie vergessen. Dann aber, als sie zum Greifen nahe waren … dieser schreckliche Unfall. Und nun hat Philipp sie mit ins Grab genommen … Warum ist das passiert? Warum nur?‘“ Die Schwiegermutter drückt Gabriele an sich und sagt: „Niemand weiß es. Vielleicht nicht einmal Gott.“ Ihr Glaube sei nach dem Unfall auch durch dunkle Nächte gegangen. Seit ein paar Wochen trage sie „allerdings nicht mehr Schwarz“. Wir dürfen „das Leben nicht bei den Toten suchen“. Und an die Schwiegertochter: „Gott wartet nicht in der Vergangenheit. Er ist ein Gott des Weges, der immer weitergeht. Wenn du nicht am Rand der Straße stehen bleibst, sondern aufbrichst, dann wirst du unterwegs auch Gott wiederfinden. Er geht dir voraus.“ Quelle: Andreas Knapp, „Das Ende vom Ende. Geschichten gegen den Tod“. Echter Verlag 2016


KARWOCHE

STIFT REIN

abschied nehmen tut weh erst recht wenn es ein endgültiger ist wenn begegnung nur mehr auf einer anderen ebene möglich ist abschied nehmen verunsichert erinnerungen bleiben als halt und die hoffnung dass es hinter dieser undurchdinglichen mauer die wir Eine Lutherbibel aus dem Jahr 1569 und eine Bibelkonkordanz von 1705 gehören zu den Höhepunkten, die bei der Stiftsführung „Blick hinter die Klostermauern“ in Rein gezeigt werden. Täglich gibt es Führungen um 10.30 und 13.30 Uhr. Bei der Eröffnung der Stiftsführungs-Saison, die Einblicke in das Leben und Wirken der Zisterzienser gibt, sprach am 30. März Superintendent Hermann Miklas über die Situation der evangelischen Christen in der Steiermark im 16. Jahrhundert. Bischof Wilhelm Krautwaschl hob ebenso wie Miklas das heutige Miteinander der Kirchen hervor und die Bedeutung des Wortes Gottes für beide. Im Bild zeigen (von links) P. August Janisch, Superintendent Miklas und Bibliothekar Werner Rinner das reich illustrierte Exemplar der „Biblia. Das ist die gantze heylige Schrifft / Teutsch. D. Mart. Luther. Getruckt 1569 in Franckfurt am Mayn“. Foto: Neuhold

SONNTAGSBLATT-RÄTSEL

AUFLÖSUNG DES RÄTSELS AUS NR. 13

„Haus der Frauen“ war des Rätsels Lösung in Nr. 13. Gewinner aus Nr. 12 ist Johann Fitz in Riegersburg. Täglich eine Hinführung „Auf dem Weg ….“, danach Anregungen für den Tag, eines der sieben Worte Jesu am Kreuz und ein Gebet: Dieses „Werkzeug“ übergibt P. Anselm Grün dem Leser nicht nur für die Karwoche. Sein Buch „Sieben Schritte ins Leben. Die Worte Jesu am Kreuz – sich einlassen auf Ostern“ führt von Vergebung, Hoffnung, Liebe, Vertrauen und Verwandlung bis zu Heilung und Frömmigkeit sowie als „Draufgabe“ für Ostersonntag und -montag zu Freude und Weg des Lebens (Kreuz Verlag). Die Felder 1 bis 12 nennen, ohne was Ostern nur Brauchtum wäre. Bitte schicken Sie eine Postkarte mit dem Lösungswort bis 11. April an das Sonntagsblatt, Bischofplatz 2, 8010 Graz. Der Gewinn kommt aus der katholischen Fachbuchhandlung GRATIA am KaiserFranz-Josef-Kai 14 in Graz, Tel. (0 31 6) 81 02 64.

tod nennen das leben gibt das alle und alles umfängt was hinter dem horizont liegt wir wissen es nicht das meer der Zeit spült ahnungen an den strand unserer tage erinnerungen und hoffnungen greifen und leuchten ineinander zum frieden dem der geht und dem der bleibt Christiana Ulz im neuen Behelf „Trauer und Hoffnung. Bausteine für Wachtgebete“, Pastoralamt Graz

◗ Zitat der Woche

„Jugendliche sind gerade aufgrund ihrer inneren Turbulenzen die geborenen Missionare, um das Evangelium Jesu in dieser erschöpften Welt zu verkünden.“ Kardinal Angelo Bagnasco, Genua, Vorsitzender des Rates der europäischen Bischofskonferenzen; bei einem Symposion von 270 Bischöfen und Fachleuten über die Jugendseelsorge in Barcelona wünschte er ein „gesundes und heiliges Dissidententum“ von Jugendlichen, die sagen sollen, wenn Europa wie der Kaiser im Märchen Gefahr laufe, nackt dazustehen.

Sobl 20170409 14 sd 1 24  
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