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für Steiermark

Was mein

Leben reicher macht

Was macht Ihr Leben reicher? Ihre Anregungen und Einsichten schicken Sie bitte an: reicher@sonntagsblatt.at

2014 05

In den Erfahrungen der Pilgernden wächst Europa zusammen. In der eigenen Zufriedenheit, die beim Pilgern entsteht, liegt die Quelle, aus der auch im Großen so etwas wie Frieden werden kann. Die Bedeutung von Pilgern ist grenzüberschreitend. Wer miteinander ein Stück des Weges gegangen ist, schießt nicht mehr aufeinander. Pilgern ist Geistwechsel und nimmt mich aus den engen Mustern des Unglücklichseins.

Bernd Lohse, Hamburg

Eine gute, fundierte Ausbildung ist die Voraussetzung für mein Tun als Kirchenführerin. Wenn ich aber interessierten Gruppen das „KunstWerkKirche“ vorstellen darf, kommt noch ein besonderer Auftrag hinzu: Es geht nicht nur um die Kunst und die wertvolle Ausstattung, sondern die Gäste sollen spüren: Das ist ein besonderer Ort für mich, ein Ort, an dem ich meinen Glauben stärken, leben und feiern kann.

Veronika Schaller, Graz

PLUS

Das Wallfahren befreit mich. Ich komm’ im wahrsten Sinne des Wortes herunter: kein Handy, keine Termine, keine Hektik mehr. Nur das Gehen, gute Gespräche und Ruhe. Dieses „Endlichwieder-ganz-bei-mir-Sein“ macht die Kraft des Wallfahrens für mich aus.

Johann Kleinhofer, Mariazell

Titelbild: Kinderwagenwallfahrt nach Graz-Mariatrost. Foto: Plankensteiner


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PLUS

GRAFIK

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DER WEG DER KIRCHE ALTERTUM

MITTELALTER

NEUZEIT

Die Geschichte 48

Auf dem Jerusalemer Apostelkonvent werden in Gegenwart der Apostel der Urgemeinde wichtige Entscheidungen zur Heidenmission getroffen. Der Konvent gilt als Geburtsstunde des Christentums als Weltreligion.

Petrus und Paulus und das Christusmonogramm im Grab des Aurelius, Rom, 4. Jh.

64

Brand Roms. Unter Kaiser Nero (54–68) kommt es im Römischen Reich zu massiven Christenverfolgungen. Diesen fallen auch die beiden Apostelführer Petrus und Paulus zum Opfer. Auch unter den Kaisern Decius (249–251) und Diokletian (284–305) finden Verfolgungen des Christentums statt.

Das römische Zliten-Mosaik, 2. Jh., aus Zliten/Libyen, jetzt Archäologisches Museum von Tripolis, zeigt Jagd und Gladiatorenkämpfe sowie Szenen aus dem römischen Alltagsleben.

311

Durch das Toleranzedikt des Galerius wird das Christentum zur geduldeten Religion („religio licita“) im Römischen Reich.

Konstantin mit seiner Mutter Helena und der von ihr entdeckten Reliquie des mutmaßlichen hl. Kreuzes Christi, russ. Ikone, 16. Jh.

313

In der als „Konstantinische Wende“ bekannten Mailänder Vereinbarung einigen sich Kaiser Konstantin der Große (306–337) und sein Mitkaiser Licinius auf eine christenfreundliche Religionspolitik. Nach Jahrhunderten der Verfolgung erlaubt die Vereinbarung den Christen im Römischen Reich erstmals die freie Ausübung ihrer Religion.

325

Das Konzil von Nicäa ist das erste in einer Reihe von vier (später sieben) ökumenischen Konzilien. Die anderen frühen Konzilien der Alten Kirche finden in Konstantinopel (381), Ephesus (431) und Chalcedon (451) statt. Auf den Konzilien werden die zentralen Dogmen über das Wesen Jesu Christi, über das Verhältnis seiner Gottheit und Menschheit, über den dreifaltigen Gott und über Maria formuliert und verkündet.

380

Kaiser Theodosius der Große (379–394) erhebt das Christentum zur Staatsreligion und die christliche Kirche zur Reichskirche. Wenige Jahre später (391/92) verbietet er zudem alle heidnischen Kulte und Opfer. Damit ist das Christentum die alleinberechtigte Religion im Römischen Reich.

Erstes Konzil von Nicäa. Kaiser Konstantin entrollt den Text der ersten Hälfte des Nicänischen Glaubensbekenntnisses. Fotos: wmc

Mit der Anerkennung und Ausbreitung des Christentums entstehen Basiliken als Versammlungsräume. Im Bild: Reste der römischen Maxentius-Basilika, 4. Jh.

Redaktion: Heinz Finster/Steffen Zimmermann, katholisch.de

des Christentums als Weltreligion beginnt mit dem Jerusalemer Apostelkonvent von 48/49, an dem auch die Apostel der Urgemeinde teilnehmen. Anschließend entwickelt sich das Christentum im Römischen Reich trotz Verfolgungen zu einem immer wichtigeren Faktor, bis es schließlich 380 zur Staatsreligion erhoben wird.


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25. Mai 2014

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KONTRAPUNKTE 3

Conchita Wurst und die Moral »Wir in der Kirche können Vorreiter sein.«

»Sexualität: Befreiung garantiert nicht Glück.«

Dr. Michael Unger,

Dr. Walter Schaupp

1966 geboren, ist seit 2000 Pfarrer von Bad Mitterndorf sowie von Tauplitz und Kumitz.

ist Priester und Professor für Moraltheologie an der KatholischTheologischen Fakultät Graz.

W

ie er ist, so ist er. Es ist gut, wenn man jemandem wie Thomas Neuwirth Mut macht, dass er sagt, „das bin ich“. Ich verlange von mir und meiner Kirche, dass wir da Vorreiter sind. Zur Veranschaulichung: Ein Michael-Jackson-Drama ist genug. Der geniale Künstler war als Person vor sich auf der Flucht, hat sich verleugnet, versteckt. Er hat Kardinal Christoph Schönborn freut sich über nie zu sich selbst gefunden Erfolg von Song-Contest-Sieger Tom Neuwirth den und sich zu seiner mit der Künstlergestalt Conchita Wurst. „Ich bete für Hautfarbe oder seiner ihn um den Segen für sein Leben“, versprach er. Wird Veranlagung bekannt … der Sieg von Conchita Wurst die Moral verändern? Auf Die „Präsentation“ dem Plakat zum schrillen Life Ball in Wien hat das Model ist die Stärke von ConCarmen Carrera weibliche und männliche Geschlechtschita Wurst und war es teile… Wir baten den Moraltheologen Walter Schaupp, von klein auf. Als ich in das „Klima“ nach „Conchita Wurst“ kurz zu der Schule fragte, „was beleuchten. Beim Auflösen und Durchbrechen wollt ihr werden?“, kam des männlich-weiblichen Geschlechtsuntervon Thomas die Antwort: schieds könne auch eine Leere bleiben. „Berühmt!“ Ein anderer Ob wir dann reifer werden? würde sich nicht trauen. Er

Statt Reife kann Leere bleiben

hat immer „Gas gegeben“. Er war unser bester Sänger. Kein Sternsingen, kein Schulgottesdienst, keine Firmung ohne ihn. Natürlich war er anders, aber er hat wie viele gleichgeschlechtliche Menschen wunderbare Begabungen, künstlerisch und sozial. Ich bin sehr stolz auf ihn, auch weil er als Anwalt für andere auftritt. Der Weg für den Thomas und die Familie war hart Ich bin für eine Seelsorge, die am Menschen und seiner Situation orientiert ist und nicht auf Prinzipien herumreitet. „Der Sabbat ist für den Menschen da“, nicht umgekehrt. Es war hart, bis er seinen Weg gefunden hat, das sagt der Thomas auch. Man muss froh sein, dass die Dinge heute offen angesprochen werden. Dadurch werden viele Schmerzen vermieden. Die Anerkennung jetzt bedeutet für die Familie Neuwirth, für die Angehörigen und Betroffenen sehr viel. Wir haben das hinter uns, die Tabuisierung und Abwertung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Gesellschaft des 21. Jahrhunderts anders funktionieren kann.

KONTRAPUNKTE

Fotos: privat, Remler

Ein Steirer trat als „sie“, als Kunstfigur Conchita Wurst, groß auf und gewann den Song Contest. Sein Heimatpfarrer lobt ihn. Sind jetzt alle tolerant, was Homosexualität und die Verwischung der Unterschiede Mann–Frau betrifft?

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er Sieg von Conchita Wurst hat Euphorie ausgelöst. Das kürzlich in Wien präsentierte Plakat zum Life Ball, ein Model mit weiblichen Brüsten und einem männlichen Penis, hat zusätzlich provoziert. Es geht um Toleranz und Nicht-Diskriminierung bezüglich der geschlechtlichen Orientierung und das Aufbrechen starrer Geschlechtsidentitäten. Nun stößt man bei Conchita Wurst alias Thomas Neuwirth zunächst auf eine große künstlerische Leistung mit einer vielschichtigen Botschaft, verbunden mit einem authentischen Werben für Toleranz und Respekt. Tatsächlich gibt es immer noch irrationale Ängste und Befürchtungen gegenüber schwulen und lesbischen Menschen, und auch den besonderen Problemen von Menschen, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen lassen, ist man bisher kaum gerecht geworden.

Keine Rede, wie Sexualität gelingen kann Die medial vermittelten Botschaften lösen aber auch Unbehagen aus. Sexualität wird allein im Zusammenhang mit Toleranz und Nicht-Diskriminierung thematisiert; wie sie positiv gelingen kann, kommt nicht zur Sprache. Sexualität ist aber ein persönlicher und ein verletzlicher Bereich, wo „Befreiung“ noch keine Garantie für Glück ist. Unklar ist auch, wieweit die propagierte Auflösung fixierter Geschlechteridentitäten nicht selbst verletzend und gewalttätig ist; ob unsere Beziehungen dadurch tatsächlich gerechter und menschlicher werden. Ein ernsthaftes Ringen um Respekt ohne Grenzen (Gery Keszler) müsste sich auch fragen, warum unsere Gesellschaft so wenig an „Andersheit“ erträgt, wenn es um behindertes Leben geht, oder um die oft wenig ästhetische „Andersheit“ des Alters.


4  FRAUENWEG

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Predigt FRAUEN GLAUBE GEWINNT

Frauenberger Frauenweg Im Rahmen eines Wallfahrergottesdienstes segnete Diözesanbischof Egon Kapellari den Frauenberger Frauenweg. Lesen Sie Auszüge aus der Predigt des Bischofs:

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nser Leben ist ein Weg, und unser christlicher Glaube sagt uns, dass wir von Gott kommen und zu Gott gehen. Der heilige Augustinus hat gesagt, dass Menschen ohne Gott im Kreis gehen. Wir wollen jedenfalls nicht im Kreis gehen; wir wünschen, dass wir am Ende unseres Lebens nicht ins Nichts fallen, sondern – bildhaft gesprochen – in die Hände Gottes. In der Kraft dieses Glaubens haben Christen von Generation zu Generation Wege ausgewählt oder geschaffen, auf denen sie bewusst unterwegs sind, um ihr Menschsein und Christsein besser zu begreifen und intensiver zu leben. Das Heiligtum Maria am Frauenberg über Leibnitz ist seit Jahrhunderten ebenfalls Ziel solcher Wege. Man weiß heute kaum noch, dass die Marienkirche am Frauenberg zeitweise auch einer der besuchtesten Wallfahrtsorte der Steiermark gewesen ist. Maria hat, wie die Heilige Schrift uns eindringlich zeigt, ihr Wesen darin, auf Christus hinzuzeigen und Menschen zu Christus zu führen. Ich freue mich sehr über die Verwirklichung dieses Frauenweges. Besonders berührend ist aber die Tatsache, dass jugendliche Menschen – Frauen und Männer – im Verbund der Lebenshilfe Leibnitz die Bilder für diesen Frauenweg gestaltet haben, jeweils unter dem Titel „So sehe ich Maria“. Ich war beim Betrachten eines jeden dieser Bilder emotional sehr berührt und habe sozusagen mit den Brillen der Kunstschaffenden versucht, intensiver auf Maria, die Mutter Christi und Mutter der Kirche, zu blicken. Das ist von nun an eine geistliche Hilfe für alle Menschen, die den neuen Marienweg zu dieser Kirche am Frauenberg gehen. So wird die geistliche Kraft, die geistlich magnetische Kraft dieser Kirche und ihrer Umgebung verstärkt, um die sich besonders auch der Unterstützungsverein der Wallfahrtskirche Frauenberg erfolgreich bemüht Der Frauenberg über Leibnitz ist ein Ort, der für solche Menschen immer wieder ein Ziel gewesen ist. Möge er auch in Zukunft ein solches Ziel sein, ja immer mehr werden, und möge der Frauenberger Frauenweg dazu beitragen.

Der Frauenberger Frauenweg führt vom Fuße des Seggaubergs hinauf zur Wallfahrtskirche Frauenberg/Leibnitz. Künstlerinnen und Künstler der Lebenshilfe Leibnitz haben berührende Bilder geschaffen, welche die sechs Stationen auf ihrem Weg begleiten. Die Texte von Christiana Ulz laden zum besinnlichen Mitgehen ein.

So sehe ich Maria 1. Station Aus dem Dunkel der Nacht, die nur von einigen weißen Sternen durchbrochen wird, hebt sich licht die lächelnde Frau ab. In ihren Händen hält sie eine Erdkugel, schirmt sie und birgt sie in ihrem Schleier. Frieden, Zuversicht, Seligkeit, durch und durch dringendes Glück spiegelt sich in ihren Gesichtszügen – und ein Vertrauen, das durch nichts und niemanden erschüttert werden kann. Richte immer neu und immer wieder die Segel deiner Begegnungen nach dem Wind der Güte aus. Die Momente, in denen wir eine solche Zufriedenheit ausstrahlen, sind vermutlich selten. Wenn wir einander in Offenheit und mit Toleranz begegnen, einander schützen und unter die Arme greifen, uns zumindest bemühen, das Gute zu sehen, dann können wir diese Momente vervielfältigen und in die Länge ziehen.

2. Station Ein Rosenkranz, ganz konkret, umgibt die Königin Maria. Das sattgelbe Licht der Sonne gibt seinen Glanz, wenn auch etwas matter, dem Untergrund, aus dem die Blüten herauswachsen. Die Verheißung, die Gott seinem Volk gegeben hat, Abraham und allen Glaubenden nach ihm, die Verheißung, dass das Erbarmen das letzte Wort hat, gilt für alle Zeiten, auch heute und für uns. An Maria und ihrem Leben wird dieses Erbarmen sichtbar und glaubwürdig. Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht du? Wenn diese Verheißung auch jedem/jeder von uns gilt, dann können wir auch darauf vertrauen, dass uns diese Güte und Menschenliebe auch jetzt hält und trägt; dass wir nicht alleingelassen sind, was auch immer auf uns zukommt.


SONNTAGSBLATT  PLUS  FRAUENWEG 5

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3. Station Blau in blau wird Maria in den Himmel gehoben. Der gelbe Mond zu ihren Füßen und der gelbe Strahlenkranz um ihren Kopf schützen sie ähnlich wie eine Mandorla. Die roten Augen und der rote Mond ziehen den Blick des Betrachters/der Betrachterin auf sich. Rot, die Farbe der Liebe – mit Liebe hat Maria den Engel angesehen, mit Liebe hat sie die Größe Gottes vor Elisabeth besungen und in die Welt gesprochen. Breite die Flügel der Sehnsucht aus und flieg! Es gibt kaum eine mächtigere Kraft in unserem Leben als die Sehnsucht nach Zuwendung, Zuwendung sowohl zu empfangen als auch zu geben. Diese Sehnsucht kann die Welt zu einer lebenswerten machen, wenn wir sie zulassen und wie Maria leben.

4. Station Ein kräftig rotes Blumenfeld mit weiß-gelben Blüten zeigt dieses Bild. Was hat das mit Maria zu tun? Großes hat Gott in und mit ihrem Leben bewirkt, Großes wie das Wiedererwachen der Natur nach dem Winter, wie das Wachsen der Früchte und der Blumen. Wie aus einem roten Meer der Liebe wuchert die Blütenpracht guter Taten, wohltuender Begegnungen, wächst sinnvolles Leben. Vor der Reife steht die Blüte, vor der Blüte die Saat, vor der Saat die Hoffnung. Das Leben beginnt nicht mit der Ernte, vieles geht dieser Lebensernte voraus: Am Beginn jeder Aktivität steht die Hoffnung, dass dieses Tun sinnvoll ist und etwas Gutes bewirkt, danach folgen die ersten Schritte Richtung Ziel wie eine Saat, die langsam wächst, von vielen Umständen abhängig, wie Lebenspartnern, Berufskolleg/innen, dem gesellschaftlichen Umfeld – wie die Saat von Wind, Wetter und Bodenbeschaffenheit abhängig ist. Erst dann zeigt sich, was von der Hoffnung zur Reife gelangt ist.

5. Station Eine liebevolle Collage zeigt uns Maria mit dem Kind. Maria ist in ein Kleid mit Blumenmuster gehüllt, umgeben von einem roten Mantel, der auch das Kind auf ihrem Arm umhüllt. Kronen aus kleinen violetten Steinen schmücken beider Köpfe. Wie eine Barockstatue, ein bisschen auch wie die Mariazeller Muttergottes wirkt die Figur, statisch, abgehoben – bis auf die wuscheligen Haare, die die Strenge auflockern und fast automatisch zum Schmunzeln bringen. Halte still, damit Friede in deinem Herzen ein Nest bauen kann! Friedlich und aufmerksam blicken uns die beiden Figuren entgegen. Ohne Angst, voll Vertrauen und Erwartung. So gehen kleine Kinder auf das Leben zu. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, dann könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“, heißt es in der Heiligen Schrift. Dieser Friede kann nur ab und zu selbst gemacht werden, viel öfter dürfen wir ihn uns gegenseitig schenken und uns von einem Gott des Erbarmens schenken lassen.

6. Station Maria im schwarz-grünen Kleid kniet auf einem weißen Sichelmond, der sie wie ein Boot der gelben Sonne entgegenträgt. Ein Kranz von Sternen umgibt ihren Kopf wie ein Heiligenschein. Ein Kranz aus violetten Blüten ist ihr zur Seite gestellt. Die Farben, die das Bild dominieren, sind rot und gelb, wie ineinander verschachtelte Kreuze fließen die Farben zusammen, trotzdem wirkt die Grundstimmung, die das Bild ausstrahlt, hell und freundlich, gleichsam wie vom Licht der Auferstehung durchleuchtet. Glaube, hoffe, liebe nicht zu klein, Maria lebte und lebt es uns vor. Das Dunkel, das uns immer wieder wie eine zweite Haut umgibt, wird sich eines Tages, vielleicht schon bald, im hellen Licht des Vertrauens auf die Nähe Gottes in das helle Grün, in das leuchtende Gelb und Rot eines Neuanfangs wandeln.


Sonntagsblatt für Kinder

WAS IST DAS? Bin ich davor, dann bin ich darin; bin ich darin, dann bin ich davor. Es hat zwei Flügel und kann nicht fliegen. Es hat einen Rücken und kann nicht liegen. Es hat ein Bein und kann nicht stehen. Es kann gut laufen, aber nicht gehen. Städte hab’ ich, keine Häuser. Wälder hab’ ich, keine Bäume. Meere hab’ ich, keine Fische. Und lieg daheim auf dem Tische. Auflösung: Spiegel; Nase; Landkarte.

Die zwei Spaßvögel Florian und Andreas gehen nach der Schule in die Trafik und fragen: „Guten Tag, ist die neue ,Micky Maus‘ schon da?“ – Der Verkäufer: „Ihr habt Glück, sie ist vor 10 Minuten gekommen.“ – Andreas: „Sehr gut, kann ich sie einmal sprechen?“

WUSSTEST DU dass Katzen immer auf vier Pfoten landen? Das ist mit ihrem so genannten „Stellreflex“ zu erklären: Sobald die Katze fällt, richtet sie Kopf und Vorderpfoten in Sekundenbruchteilen nach unten aus. Durch das Rudern mit dem Schwanz bringt sie auch die Hinterpfoten in Stellung und streckt alle Viere aus. Indem sie einen Buckel macht, kann sie den Aufprall sehr gut abfedern. Bei großer Höhe muss aber auch sie mit Verletzungen rechnen.

SOKI KONTAKT Hast du Fragen oder Wünsche an SoKi? Kennst du einen lustigen Witz? Wir freuen uns auf deine Post! soki@sonntagsblatt.at SoKi, Bischofplatz 2, 8010 Graz.

Fotos: Fotolia, Archiv

SCHMUNZELN

Originelle Pflanzgefäße für den Garten basteln.

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erft eure alten Schuhe nicht weg! Aus diesen lassen sich tolle „Blumentöpfe“ herstellen.

Alles, was ihr dafür benötigt, sind ein paar alte Schuhe, anspruchslose Pflanzen, z. B. Hauswurz, Blumenerde, eventuell Folie und Schnur oder Draht zum Aufhängen. Bittet zuerst einen Erwachsenen, er möge ein paar Löcher in die Schuhsohlen bohren, damit überschüssiges Wasser abrinnen kann.

Je nach Material der Schuhe solltet ihr nun eine Folie einlegen. Befüllt die Schuhe mit Blumenerde, und setzt dann die Pflanze hinein. In einem Schuh ist das Wachstum der Pflanze natürlich begrenzt, daher sind schnellwüchsige Sorten nicht geeignet. Eure „Blumentöpfe“ könnt ihr nun – am besten im Freien – überall hinstellen und hinhängen. Diese außergewöhnliche Dekoration kann z. B. den Gartenzaun schmücken. Auch im Steingarten oder vor der Haustür könnt ihr eure alten Schuhe noch einmal so richtig in Szene setzen.

Pfingsten – Geburtstag der Kirche 50 Tage nach Ostern feiern Christen das Pfingstfest. Es ist das Fest des Heiligen Geistes und der „Geburtstag“ der Kirche. Wie es dazu kam, beschreibt der Evangelist Lukas: Die Anhänger Jesu trafen sich sieben Wochen nach seinem Tod wieder in Jerusalem. Sie wollten mit Menschen aus den anderen Ländern des Römischen Reiches Schawuot, ein jüdisches Erntedankfest, feiern. Die Jünger waren fest davon überzeugt, dass Jesus auferstanden und zu Gott zurückgekehrt war. Aber sie trauten sich noch nicht, diese frohe Botschaft allen anderen Menschen zu verkünden. Jesus hatte ihnen versprochen, dass der Heilige Geist auf die Erde kommen würde, und deshalb waren sie voller freudiger Erwartung. Bei Lk 24,49 lesen wir: Und siehe, ich will auf euch senden die Verheißung meines Vaters. Ihr aber sollt in der Stadt Jerusalem bleiben, bis ihr angetan werdet mit der Kraft aus der Höhe. Als sie sich in einem Haus

versammelt hatten, brauste und sauste es in dem Raum wie bei einem Sturm. Plötzlich sahen die Freunde Zungen wie aus Feuer, und die Kraft des Heiligen Geistes erfüllte sie. Sie begannen in unterschiedlichen Sprachen zu sprechen, und jeder, der zu dem merkwürdigen Haus gekommen war, verstand ihre Worte. Da erhob Petrus seine Stimme und erzählte von Jesus und seinen Lehren. Die Worte des Petrus waren so beeindruckend, dass sich an diesem Tag 3000 Menschen taufen ließen. Damit war die erste christliche Gemeinde in Jerusalem „geboren“. Die Jünger und Freunde Jesu zogen in die Welt hinaus, verkündeten seine Worte, und die Gemeinschaft der Christen wurde mit jedem Tag größer. Seit etwa 1700 Jahren feiern Christen Pfingsten und erinnern sich an das Versprechen, das Gott eingelöst hatte, und an den Heiligen Geist.  NICOLE POTTHOF, WWW.KIDSWEB.DE


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SONNTAGSBLATT  PLUS  MEIN GARTEN 7 Frag Angelika

Rotbraun, schleimig, gefräßig – Nacktschnecken treiben Gartenbesitzer zur Weißglut.  Fotos: Fotolia

Der Kampf um den Salat Nacktschnecken treiben Gartenbesitzer zur Verzweiflung.

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ie spanische Wegschnecke zählt nicht zu den gern gesehenen Gartenbesuchern. Sie ist aber ein Anzeiger für etwas – nämlich Fäulnis. Die erste Maßnahme, die gegen Fäulnis wirkt, ist das Eingießen und Sprühen von Effektiven Mikroorganismen (EM), denn sie fermentieren und verhindern Fäulnis. Mit EM zweimal in der Woche den Boden eingießen oder Boden und Pflanzen besprühen. Das verändert das Milieu im Garten und ist eine der wirksamsten und einfachsten Methoden. Auch mögen Schnecken keine starken Gerüche. Düngen Sie also Ihren Garten organisch/biologisch anstatt mit künstlichem Dünger. Weiters können Sie sehr effektiv mit Kräutern und Jauchen arbeiten und Schne-

Nützlicher Bestandteil Bei allem Ärger über Fraßschäden sollte man Schnecken auch als Gesundheitsdienst im Garten sehen. Sie fressen auch verwesende Pflanzenteile und tote Tiere und sind damit ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft. Zudem zersetzen sie Pflanzenreste und helfen so bei der Humusbildung mit. Die meisten Gehäuseschnecken – wie zum Beispiel die häufigen Bänderschnecken – fallen als Schädlinge praktisch nicht ins Gewicht. Sie leben überwiegend von totem Pflanzenmaterial. Die große Weinbergschnecke – sie steht übrigens unter Naturschutz – hilft dem Gärtner sogar. Die Schnecken kommen dann, wenn viel Gärung passiert – die Natur schickt quasi ihre Antwort darauf: Das sind die Weichtiere.

cken somit fernhalten: Lavendeljauchen, Farnkrautextrakt, Bohnenkraut und Kamille rund um das Gemüsebeet pflanzen, Kaffeesatz flächig oder um kleine Pflanzen ausstreuen, die besonders geschützt werden sollten. Ablenken ist auch eine gute Methode: Rund um das Beet Tagetes pflanzen und abgestorbene Pflanzenreste davor legen. Oft lassen Schnecken die Gemüsebeete dahinter in Ruhe, weil sie sich mit den vorderen schon satt gefressen haben. Sägemehl und Kalk rund um die Beete und auf die Wege streuen. Die schleimige Unterseite der Schnecken mag das gar nicht. Wichtig ist auch, dass man die natürlichen Feinde fördert. Der Laufkäfer ist ein Schneckeneiliebhaber. Auch die Weinbergschnecke frisst gerne die Eiablagen der nackten Kollegen. Weiters helfen Igel und Spitzmäuse, Elstern, Kröten, Blindschleichen und Amseln. Auch das Absammeln – und dann Zerschneiden der Nacktschnecken (schneller Tod) – ist eine gute Methode. Bierfallen wirken – aber leider zu gut. Denn Bier lockt Schnecken aus der Umgebung von 150 Metern an. Daher sollte man diese Methode nicht anwenden. Wenn Sie Platz für weitere Helferlein im Garten haben, dann sind die indischen Laufenten die besten Schneckenvertilger. Die Nacktschnecken stehen auf der Speisekarte ganz oben. Wenn man den Tieren nicht ganz Herr wird, kann man auf biologisches Schneckenkorn zurückgreifen. Jenes mit Wirkstoff Eisen-III-Phosphat. ANGELIKA ERTL-OLIVA

Laufenten helfen gegen die schleimige Plage.

Der Garten beinhaltet nicht nur Sommerpracht und Frühlingsschönheit, sondern auch tagtäglich die Ankunft von Unvermutetem. Angelika Ertl-Oliva ORF-Gartenexpertin

Mein Balkon ist klein – welche Pflanzen eignen sich dafür? Auch auf wenigen Quadratmetern kann man Blumen und Gemüse zum Wachsen bringen – und „Balkonien-Gärtnern“ ist voll im Trend. Wichtig dabei ist, dass man die Pflanzen den Lichtverhältnissen anpasst. Blumen, die wenig Licht brauchen, sind Knollenbegonien und Fuchsien – auch die Ipomea gedeiht im Schatten. Salat und Kräuter wachsen zwar nicht so üppig, aber ernten kann man auf jeden Fall. Für Sonnenbalkone gibt es die ganze Palette – von Balkonblumen bis Tomaten, Gurken und Erdbeeren im Topf zum Hängen. Bei Tomaten und Rosen ist es wichtig, dass der Topf groß ist, da beide Starkzehrer sind und viel organischen Dünger brauchen. Pflanzen im Topf müssen einfach anders behandelt werden als jene, die im Boden sind. Salat wächst auch in kleinen Töpfen ganz gut, genauso wie Radieschen. Kräuter lieben heiße Balkone – nehme Sie bei den Gewürzen eine sandige Erde. Zum Bepflanzen gibt es Säcke, Töpfe und Kisterl, Hängetöpfe (Ampeln) … lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf.


8  SONNTAGSBLATT  PLUS  MULTIMEDIAL NEU

25. Mai 2014 www.sonntagsblatt.at

BITTE FÜR UNS in der Steiermark

Wo Firmlinge Spiritualität entdecken, da weht der junge Geist! Viele steirische Jugendliche haben in den letzten Wochen an den SpiriNights teilgenommen, auch viele, die bisher noch keinen Kontakt zu pfarrlichen Jugendgruppen hatten. Redakteurin Lisa Feischl hat sich samt Kamera auch von der frohen SpiriNight-Atmosphäre mitreißen lassen. Sie ist ja immer gern dabei, wenn sich etwas tut. Ihr Video sehen Sie auf www.sonntagsblatt.tv

Zu einem besonderen Theaterstück gibt’s einen Vorgeschmack auf Video. Das Außergewöhnliche ist die Vielfalt im Ensemble: Jung und Alt, studierende und obdachlose SteirerInnen, asylsuchende Nicht-EuropäerInnen haben gemeinsam ihr Stück entwickelt: „Hope Springs Eternal.“ Speziell zum Jahr der Hoffnung arbeiten dafür Megaphon und die Lange Nacht der Kirchen zusammen. sonntagsblatt.tv stellt das Projekt der bunten Truppe im Video vor.

Eine lange Nacht lang werden auch wir von sonntagsblatt.tv wieder von Kirche zu Kirche flanieren (im Bild Redakteurin Brigitte Hirner bei der Langen Nacht der Kirchen 2013). Wir freuen uns auf Gespräche, Bilder und Begegnungen. Und darauf, unsere Eindrücke aus der Langen Nacht mit Ihnen zu teilen: zum Anhören und Anschauen. ELISABETH WIMMER

HörSchau: sonntagsblatt.tv

500 Jahre Wallfahrtskirche Fernitz. Jungpriester Kaplan Isidore Ifeadigo Ibeh aus der Pfarre Hartberg feiert mit den Gläubigen in der Wallfahrtskirche Mariatrost zu Fernitz den Gottesdienst. Foto: Karl Friesnegg

So sehe ich Maria. Berührende Stationen von Künstlerinnen und Künstlern der Lebenshilfe Leibnitz weisen beim Frauenpilgerweg den Weg zur Wallfahrtskirche am Frauenberg. Foto: Gerd Neuhold

Brich auf! Unter diesem Motto waren über 100 wetterfeste Pilger aus der Region Liezen bei der Sternwallfahrt bis zu 22 Kilometer zu Fuß unterwegs nach Aigen. Foto: Sepp Steiner

Bei der Kinderwagenwallfahrt nach GrazMariatrost webten Kinder eine Wallfahrerfahne. Stolz ziehen sie damit in die Kirche ein.  Foto: Christina Plankensteiner

„Maria zeigt auf Jesus! Maria ist nie das Ziel, sondern sie ist Wegweiserin hin zu Christus als Ziel“ (Bischof Egon Kapellari in Frauenberg bei Leibnitz). Foto: Gerd Neuhold

Pilgerwege. European Pilgrimage informiert über die vielen österreichischen und slowenischen Pilgerwege. Foto: Gerd Neuhold

Auf dieser Seite in der nächsten Ausgabe von Sonntagsblatt +plus: Firmung – Pfingsten in der Steiermark. – Fotos bitte an: redaktion@sonntagsblatt.at

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