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RÜCKBLICKE im frühbarocken Stil. Ganz besonders gefällt der Hochaltar, es ist ein Anbetungsaltar nach dem Vorbild bei Sankt Ulrich Augsburg. Dann gehen wir weiter über die Frauenstraße bis zur Singoldbrücke, vorher zeige ich die alte Geierburg, die ja ein Gefängnis ist, was besonders imponiert. Bewunderung für das Wasserrad An der Brücke wird das große Wasserrad bewundert. Schon im 18. Jahrhundert betrieb es eine Lohmühle. Das Plätschern des Wassers stimmt uns auf den Weiterweg zum nahen Luitpoldhain ein. Er ist ein Aushängeschild für die Marktgemeinde und wird besonders bei den jährlichen Heimatfesten zum Mittelpunkt des ganzen Ortes. Wir gehen zum Alpinum, für den man einst die Steine bis zum Lech herüberholte. Über den Rundweg geht es zurück in Richtung Jahnstraße. Dort zeige ich die JahnTurnhalle, die 1912 gebaut wurde. Luitpoldbrunnen Dann gehen wir hinauf zur Mussolinistraße, wo ich Wert darauf lege, dass man den Luitpoldbrunnen besichtigt. Ich erkläre, dass wir Buben hier gerne mit den so genannten „Spritzzapfen“ spielen können. Das sind normale Gummisauger für Babyflaschen, man kann sie für 5 Pfennig beim Winter kaufen. Am Wasserhahn füllt man sie auf, bis sie prall gefüllt sind. Dann kann man leicht auf die Mädchen spritzen. Der Strahl reicht sogar bis zur anderen Straßensei-

Das Wasserrad an der Singold.

te. Dann kommen wir an der Gendarmeriestation vorbei, wo ich aber nicht halte. Interessant ist der Oescheyberg und ich erkläre, dass man im Winter mit dem Schlitten vom Schrannenplatz aus den Berg hinunterfahren kann bis zum Gerberbächle.

Wetter, besonders bei Föhn, die Alpenkette von den Salzburger Bergen bis zu den Obersdorfer Bergen sehen. Auch die Anpflanzung der 13 Linden ist eine Seltenheit und jeder fängt an zu zählen.

Ruhetag im Schützenheim Im nahen Schützenheim ist Auf dem Schrannenplatz zeige Ruhetag. Schade, denke ich. Aber wir gehen weiter und hin ich die Gossnerbrauerei und den Maibaum. Das Gebäude zum Wiesengottele, dem Mitder Schranne interessiert nicht, telpunkt der einstigen Hindass auf dem Platz aber bis vor richtungsstätte. Ich erkläre, dass 1802 hier die letzte Hinkurzem Vieh- und Schweinerichtung stattfand. Opfer war märkte stattfanden, erregt die Brandstifterin Maria FranAufmerksamkeit. Nun kommen wir in den südlichsten Be- kin. Dann kommt das vor drei Jahren eröffnete Volksbad. Das reich Schwabmünchens. Auf der Alpenstraße gehen wir hi- kalte Singoldwasser fließt durch das Becken und läuft nauf zum Alpenzeiger, der höchsten Stelle des Ortes. Von dann in den Feldgießgraben, dort aus kann man bei schönem der schon 1830 angelegt wur-

de. Er ist eigentlich ein Kanal, der Singoldwasser zur nahen Wertach leitet. Schon wieder Hexen Über den Hexensteig (schon wieder Hexen!) kommen wir zum Krankenhaus, 1901 in Betrieb genommen. Hinter dem Haus sieht man das so genannte „Armenhaus“. Es wurde 1825 erbaut und war das erste Krankenhaus am Ort. Ich gehe schnell weiter über die Mindelheimer Straße ortseinwärts. Und komme zum Gerberbächle. Jeder meint, das sei ein künstlich angelegter Wasserlauf für die Gerberei und Färbereien. Das stimmt aber nicht. Das heutige Bächlein was früher ein von der Natur geschaffener Nebenarm der Singold und war sogar an manchen

SCHWABMÜNCHEN Fuggerstraße 33 im Fuggerhof

SCHWABMÜNCHNER GESCHICHTE(N), Band 1, Mai 2010

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