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STRASSENNAMEN nannt. Aber der neue Name hielt sich nicht lange, nach Kriegsende gab es wieder eine Luitpoldstraße. Geschichtlich sicher unbedeutend, aber dennoch ein Beispiel schwäbischer Sparsamkeit, bediente sich eine Geschäftsfrau noch nach 1950 alter Rechnungsformulare, die den Namen „Mussolinistraße“ trugen. Mindelheimer Straße Auf halber Luitpoldstraße, am verkehrsreichsten Punkt der

1981 wurde ab der Kreuzung Mindelheimer Straße und Riestraße das Teilstück der Mindelheimer Straße umgetauft und bekam den Namen „Giromagnystraße“.

Stadt, geht nach Westen, bergab, die Mindelheimer Straße ab. Ab 1930 hieß sie „Waltherstraße“, benannt nach Walter von der Vogelweide. Erst ab der Singoldbrücke hieß sie Mindelheimer Straße. Aus Gründen der Verdeutlichung wurde das Stück der Waltherstraße der Mindelheimer Straße hinzugefügt. Ja, wenn wir heute das Verkehraufkommen sehen, wissen wohl nur noch ganz wenige, dass etwa bis 1935 zur Winterzeit hier oft ein lebhaftes Treiben war. Man traf sich oben am Schrannenplatz mit den Schlitten und fuhr leicht bergab über die Luitpoldstraße, den so genannten „Oescheyberg“ hinunter, der damals steiler war als heute. Wenn alles klappte, konnte man bis zum Gasthof „Förg“ kommen. Der Verkehr ließ solche Fahrten zu und passiert ist gottlob nie etwas. Der Straßenname der Mindelheimer Straße ist richtungsweisend. Das haben auch unsere Vorfahren so gesehen, die diese Straße „Hiltenfingerstraße“ nannten. Als man im Stadtrat nach Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit der französischen Stadt Giromagny eine Straße suchte, der man den Namen der Schwesterstadt geben könnte, fiel die Entscheidung, das Stück der Mindelheimer Straße stadtauswärts in „Giromagnystraße“

Als es noch keine offiziellen Straßennamen gab (bis 1930), wurden ganz einfach richtungsweisende Straßennamen verwendet, wie hier die Hiltenfingerstrasse oder die Langeneringerstrasse. Die bedeutendste Straße hieß Hauptstraße.

umzutaufen. Es war damals nicht leicht, diese Entscheidung den Anliegern nahe zu bringen, aber es waren und sind heute noch nur fünf Anlieger, die sich dem Beschluss beugen mussten.

Bach zurückkehrend. Aus Gründen der Kanalisation und widrige Umstände für manche Anlieger wurde das Bächle geopfert.

Heute, ja, heute würde man so einen Bachlauf schätzen. WeiDas Straßenbild hat sich im ter draußen war eine BegradiLaufe der Jahrzehnte verängung der Straße notwendig. dert. Das Gefälle des Berges, Eine starke Kurve wurde beseiden ältere Schwabmünchner tigt, indem man einen Bauernheute gerne noch „Oescheyhof aufließ. Wo er einst stand, berg“ nennen, nach dem einsti- verläuft heute die breiter gegen Bürgermeister Oeschey, wordene Straße. Ein mächtiger der oben am Berg eine Bäckerei Weidenbau, der damals zwibetrieb, wurde entschärft. Un- schen der alten Straßenfühten am Berg bei der Krümrung und dem Bauernhof mung stieß man an das „Gerstand, hat alles überstanden berbächle“, an der Singoldbrü- und steht heute auf einem cke abgehend und bei der Grünstreifen zwischen der alnächsten Brücke wieder zum ten und heutigen Trasse.

SCHWABMÜNCHNER GESCHICHTE(N), Band 1, Mai 2010

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