Issuu on Google+

AUS LI EB E ZU SI NTI U N D RO MA

# bewegtes harren die Reise als symbolischen akt

Gefühl der heimatlosigkeit

in Ravensburg reflektiert die zeitgenössische Kunst ihr verhältnis zur volkskultur

auSGabE 73 | SEPtEmbER 2009


WWW.ARTALARM.DE

ART ALARM 19.09. – 20.09.2009 10. STUTTGARTER GALERIENRUNDGANG 14-1 ABTART ARTARY ‘DECK DENGLER UND DENGLER FRANKE KLAUS GERRIT FRIESE ANGELIKA HARTHAN

REINHARD HAUFF ANDREAS HENN KUNSTHANDEL HOLLENBACH KEIM KÖNIGSBAU BRIGITTE MARCH MERKLE MUELLER-ROTH

NAUMANN PARROTTA CONTEMPORARY ART ANJA RUMIG SCHLICHTENMAIER SABINE SALOME SCHWEFEL MICHAEL STURM EDITH WAHLANDT RAINER WEHR

das sonnendeck meldet sich zurück aus der Sommerpause mit einem extrem naheliegenden Thema: Die Reise hat die Menschheit schon immer umgetrieben. Früh schon sind einzelne, neugierige oder von den häuslichen Umständen enttäusche Individuen aufgestanden (das Wort Reise kommt vom althochdeutschen risan, das aufstehen bedeutet) und haben ihre sieben Sachen gepackt. Die klassischen Reisen waren Irrfahrten von höchster Güte, wir bewundern noch heute Homers Odyssee, Vergils Aeneis oder Sindbad den Seefahrer. Allesamt Abenteurer von zunächst trauriger Gestalt, die im Lauf ihrer Voyage erheblich an Persönlichkeitsprofil zulegen. Die frühe Reise war neben den Entdecker-, Pilger- und Missionars-Aspekten auch immer eine coming-of-age-Geschichte. Entsprechend verwegen war der Kreis der frühen Traveller: Windschiefe Gestalten, die mit sich und der Welt haderten und sich den Unbilden der Witterung aussetzten, einzig, um zu sich selbst oder den Tod zu finden. Erstaunlich spät, erst vor etwa 100 Jahren, kam es zu der folgenschweren Entscheidung einiger Bessergestellter, die Landpartie, also jene bis dahin einzige übliche Form der Aushäusigkeit, erheblich auszudehnen, an ferne Gestade zu verlegen und fürderhin Urlaub zu nennen. Die bekannten Tourismusformen traten zu Tage und durchliefen abnehmende Distinktionsgrade von Exklusiv- über Angestellten- zu Massen- und Sangriakübeltourismus. Seit ein paar Jahren locken uns neue Urlaubsformen, die mutmaßlich unserem, mittlerweile globalisierten, schlechten Gewissen geschuldet sind: Strandputzen auf den östlichen Seychellen, Felswandputzen in den Dolomiten, Ghettospotting als Volunteer in den Slums von Jakarta oder HIV-positiv-Berater in Pattaya. Ein Verlangen nach Absolution in den Sommerferien treibt uns scheinbar dazu, die wertvollsten, vermeintlich schönsten Wochen des Jahres mit Beschäftigungen zu füllen, um die wir uns den Rest des Jahres drücken. Doch was soll’s: Man ist so gebenedeit wie man sich fühlt. Überflüssig zu sagen, dass diese neue Form des Auslandsauf-

enthalts auch schon die Top 25 der Daxnotierten Betriebe erreicht hat. CEOs reisen mit der halben Chefetage um die Welt, nicht um Verträge auszuhandeln oder neue Zweigwerke zu eröffnen, sondern um im Rahmen von betrieblichen Freiwilligenprogrammen, Menschen am anderen Ende der Welt zu behelligeneigte Wandergen, die es ohnehin nicht einfach haben. medaillenträger, Weitere Innovationen im Bereich des Poolside-trinker Neo-Tourismus‘ hat uns die verbreitete und SchweigeSchnäppchenmentalität beschert. Als seminarbesucher, mit der ersten Stufe der Gesundheitsreform Krankenkassen die Bezahlung von Zahnersatz ausländischer Provenienz bewilligten, setzte der sogenannte Dentaltourismus ein. Grenznahe, tschechische wie ungarische Zahnarztpraxen führten Wochenendarbeit ein. Shuttlebusse vom Bahnhof zum OP-Saal wurden nötig, als die Kunde kursierte, dass bestimmte Eingriffe im Ausland billiger oder wegen unterschiedlicher Gesetzeslage überhaupt nur dort möglich sind. Der OP-Tourismus fällt zu großen Teilen in den Bereich der plastischen und restaurativen Chirurgie. Auch das Loslassen fällt scheinbar im Ausland leichter, wie sonst hätten sich Scheidungs- und Bestattungstouris- inhaltsverzeichnis mus etablieren können. Preiswert stirbt Pool am besten - Busreisen zum Bestatter Bewegtes Harren 4 werden nach Holland, Polen und Tsche- Die Reise als symbolischer Akt Der stumme Kater chien angeboten. Ein subjektiver Streifzug über die 53. Ganz weit weg von diesen garstigen Biennale di Venezia 2009 8 Reisen aus niederen Beweggründen Riders on the Form Atelierrundgang an der führt Sie, liebe Leserin, lieber Leser Kunstakakademie Stuttgart 12 das vorliegende Heft. Die eifrigen son- Regio-Art-Tour Sechs handverlesene Stationen für nendeck-Mitarbeiter sind für Sie auserbaulichen Kunstgenuss 14 geschwärmt, um von ganz im Namen Oreste Nannetti – der Weltraumbergder Kunst getätigten, zum Zwecke bauingenieur aus Volterra der Erbauung geführten Reisen zu Die Entdeckung eines unwirklichen Ortes in der Toskana 20 berichten. An Bord unserer SeptemberKreuzfahrt haben wir drei Gastautoren, BRISE Etwas hölzern der Hölzel denen der besondere Dank der Kernre- Großer Auftritt im Kunstmuseum für daktion gilt: Bettina Rudhof und Falk einen verkannten Avantgardisten 23 Horn berichten über eine faszinierende LANDGANG Entdeckung in der Toskana; Marc Ein melancholisches Gefühl der Wellmann lässt uns an seinem Besuch Heimatlosigkeit In Ravensburg reflektiert die zeitgebei der Biennale in Venedig teilhaben. nössische Kunst ihr Verhältnis zur Schließen möchten wir diesen Monat Volkskultur 24 mit einem Wort aus dem reiseerfah- KOMPASS renen Mund von Billy Idol: „Das Leben Glanzlichter im September 28 29 ist eine Reise. Nimm nicht zu viel Stuttgart im September Region im September 31 Gepäck mit.“ Impressum 34 Das sonnendeck sagt: Bon Voyage! Vernissagen im September 34

liebe leserinnen, liebe leser,

STEUERBORD – 3


bewegtes harren die Reise als symbolischer akt oder als möglichkeit zur weitgehend fremdbestimmten herstellung von Situationen betrachtet. drei beispiele. von hansjörg Fröhlich

Unter Reisen versteht ein jeder etwas anderes. Ulla Schmidt, dienstälteste Ministerin im Berliner Kabinett, zum Beispiel, versteht darunter, mit dem Dienstfahrzeug nach Alicante zu fahren und sich selbiges dort klauen zu lassen. Herr Fröhlich, dienstältester Texter des sonnendecks, versteht unter Reisen, die völlige Loslösung vom gemeinen Leben, ja, die Auswilderung der Seele. Mister Subramaniam, zeitweiliger Reisebeleiter von Herrn Fröhlich und Meister des „Licht am Ende des Tunnels-Currys“, sagte vor vier Jahren im Hotel Lake View in Pushkar/Rajasthan bei einem Gespräch zum Thema „Warum reisen?“: „Travelling tells to get lost.“

des Lebens sein. Wohl gemerkt, verstehen wir hier unter Reisen nicht den Urlaub oder Aufenthalt an einem fest gebuchten Ort mit ritualisiertem Tages- und Nachtablauf, verschärfter Potenzierung, auch zu Hause nicht in Frage gestellter autoaggressiver Verhaltensmuster, sondern ein Aufbrechen mit vagem Ziel und unabschätzbaren Kosten für Leib und Seele. Als ein Harren auf die Situationen, die da kommen mögen. Dieses nothinginclusiv-Reisen führt uns an den Rand unserer fein umfriedeten Existenz, führt uns fort vom Abschätzbaren, hin zum Möglichen und daher auch zum Wünschenswerten, im Sinne von Wunsch als vielleicht eintretende Option, deren Erfüllung aber nicht in unseren Händen liegt; Führt uns zu einem Verständnis der Reise als symbolischen Akt, als autobiografisches, nonverbales Statement, als experimentelles Spiel mit einer/m wie auch immer gearteten Fügung, Los oder Kismet. n-i-Reisen eröffnet uns die Möglichkeit, Zielgerichtetheit, Selbstbestimmtheit, Stepby-Step-Kontrollwahn hinter uns zu lassen und stattdessen in den Genuss des Unvorhersehbaren, Zufälligen zu kommen und somit dem eigenen Leben für eine begrenzte Zeit eine erratische Qualität zu geben. Doch wie sieht sie aus, die nothing-inclusivReise? ullas Reise

Die Traum(a)maschine fährt schwarz: Fischküche Joy Hoy, Bangkok

Nun muss man ja nicht gleich verloren gehen, doch kann das Reisen ein wiederholt auftretender, zeitlich begrenzter, sinnwidriger Abschnitt 4 – POOL

Am Anfang steht immer eine Idee und eine Windrichtung. Gesundheits-Ullas Primärkonzept ihres Sommertrips 2009 war folgendes: Ich möchte mit einer Nobelkarosse Richtung Südwest fahren und sie auf dem Weg so lange in heruntergekommenen Stadtteilen abparken, bis sie gestohlen wird. Dieses Konzept verdient unseren Respekt, zeigt es doch eine Qualität der rheinischen Frohnatur Schmidt (geb. 1949 in Aachen), die ihrem Schalten und Walten im Gesundheitsresort vollkommen abgeht – den Drang zum Absurden. Die Elisabeth-Norgall-Preisträgerin von 1984 hat mit ihrer Spritztour durchs Land Don Quichottes

Reisende soll man nicht aufhalten

womöglich die größte Leistung ihrer acht ministerialen Jahre vollbracht – indem sie das Reisen als Experiment, ja, als Soziale Plastik wieder aufs Parkett gebracht, wieder gesellschaftsfähig und einer Volksvertreterin wohlanstehend gemacht hat. Die Reichweite dieser Reise erster Klasse, welche im bundesrepublikanischen Medienecho lediglich einen kleinlichen Neidreflex ausgelöst hat und in die Niederungen des Wahlkampfs gezerrt wurde, wird erst offenbar, wenn man sich Terminwahl und Fahrtrichtung im Kontext der Zeit anschaut: Spanien ist EU-weit das von der Wirtschaftskrise am meisten gebeutelte Land. Zahlungsschwierigkeiten der öffentlichen Hand haben das Entstehen rechtsfreier Territorien innerhalb der Großstädte, so genannter barrio desespero, befördert. Dort sind V8-Zylinder-Modelle wie Ullas Mercedes S 420 cdi extrem rar und entsprechend begehrt. Mit ihrer Aktion schlägt Ulla zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie zeigt, dass entgegen miesepetrigen Wirtschaftsberichten, Luxusautos aus deutscher Produktion sehr wohl im Ausland nachgefragt werden und somit Kurzarbeit in Untertürkheim nicht zeitgemäß ist, und sie führt trockene statistische Zahlen, wie die über ungleiche Lebensbedingungen der spanischen und deutschen EU-Bürger und das in beiden Ländern mehr als graduell unterschiedliche Ausmaß sozialer Zerrüttung, in, im wahrsten Sinne des Wortes, erfahrbare Tatsachen über und leistet damit in Sachen Politikvermittlung gegenüber dem EU-Volk immens wertvolle Arbeit. Ulla hat es immerhin bis Alicante geschafft, das laut Google maps

2398 km von Berlin entfernt liegt - so schlecht kann es den Europäern also nicht gehen. Denn erst nach knapp 2400 km Fahrt quer durch Europa sind die sozialen Verhältnisse hinreichend schlecht, dass ein, wohlgemerkt verantwortungslos geparkter, S 420 cdi gezockt wird. Vorher stellt ein S 420 cdi noch kein hinreichend verlockendes Objekt der Ganovenbegierde dar. Macht dieses Beispiel Schule, wird man in Zukunft auch andere, bisher nur mathematisch dargestellte Fakten über den Zustand der EU, der Welt, in sinnlich nachvollziehbaren Parametern ausdrücken. (So wäre vorstellbar, den Grad der Luftverschmutzung nicht mehr in Nanogramm pro Kubikmeter Luft anzugeben, sondern zu dokumentieren, wie stark ein ursprünglich weißes T-Shirt am Leib eines Parlamentariers, auf dem Weg vom Flughafen zum Parlament verschmutzt.) Ullas Reise legt also einen Grundstein für eine transparentere Politik und damit für die Identifikation der Bürger mit ihren Verwaltungsapparaten. Bravo Ulla! der Sari aus menschenhaar

Wir sind Kinder der Lenden, an einem Ort geboren, in eine Gemeinschaft hineingewachsen und fühlen uns auf den Gräbern der Ahnen hinlänglich geborgen. Doch wir sind auch Kinder des Weges, müssen uns bewegen, uns dem Fremden und Bizarren aussetzen, um aus unseren Latschen zu wachsen, auch, um uns zu erkennen. Viele von uns essen wie Kranke, schlafen wie Schiffbrüchige und reden, wie solche, deren Kinder gestorben sind. Weil sie auf Standpunkte beharren, an Plätzen verharren und darauf warten, dass die Veränderung zu ihnen ins Büro, ins Stadion oder ins Wohnzimmer kommt. Längst sehnsüchtig geworden, würden sie das Wasser trinken, in dem Barack Obamas Füße gewaschen wurden. Würden wie Moses Tausend mal vor einem Gott im Staub rollen, wenn dieser nur Wandel ohne zu wandern verspräche. Doch die Veränderung kommt nur zu POOL – 5


6 – POOL

ich. Dazwischen erweise ich meinem Meister Lala Dschi Respekt, reinige seinen Sitzplatz mit meinem Bart

Lala Dschi trifft Reisevorbereitungen

und empfange von ihm die Gnadengabe, seine Liebe, die flüssig und also trinkbar ist. Seit drei Monaten sitzt auf dem Stein neben mir Janice, eine Frau aus Irland, auch sie eine Nangi. Ihre Blöße irritiert meinen Meister. Also schneide ich mir alle 75 Tage die Haare und webe ein Kleid für sie. Wenn dieser Sari aus Menschenhaar Janice vollständig verhüllt, werde ich meine Aufgabe als erledigt ansehen und nach Braunschweig zurückkehren, um wieder Fahrstühle zu montieren.“

und Steppenlandschaft geprägt ist. Tschaikowskis Dornröschen bei. Dort hat Mister Subramaniam einen Prinz Desiré erweckt per Kuss Prinbeliebigen geografischen Punkt aus- zessin Aurora auf einem Baumwollballen, die Fliederfee beobachtet die Szene mit Wohlgefallen von einem Bewässerungsgraben aus. Will der kartenverliebte Reisende zum Palace of Westminster, um einer Parlamentsdebatte über die Veruntreuung von Volksvermögen zu lauschen, wandert er eine Meile südwärts und amüsiert sich dort köstlich über die von Saatkrähen, Halsbandsittichen und Rhesusaffen auf einem BanyanBaum vorgetragenen Argumente. Nächstes Jahr wird Subramaniam mit einer antiken Stadtkarte von gesucht (einen Wasserbüffeltümpel) Konstantinopel New York bereisen, und als National Gallery festgelegt. danach geht’s zum Bergwandern Von dort aus durchwandert der Geo- nach Tirol, freilich mit einer Landgraf nun ein imaginäres London. Will karte der uns zugewandten Monder zum Royal Opera House, läuft er seite. Mister Subramaniam ist voller eine halbe Meile nach Norden und Vorfreude, denn er weiß: „Travelling landet in einem Baumwollfeld. Dort tells to get lost.“ wohnt er unter großer imaginativer Anstrengung der Aufführung von

Reisen bildet die Einbildung

Mister Subramaniam hat in Varanasi Geografie mit Schwerpunkt Kartografie studiert. Mehrere Sommerurlaube verbrachte er bei einem Onkel in London. Er erschloss sich die Metropole an der Themse mit vorzüglichem Kartenmaterial der Royal Geographical Society. Nach seiner Rückkehr verwendete Subramaniam diese Landkarten auch in Indien. Dazu begab er sich in die Region südlich von Varanasi, dem Kernland des Bundesstaats Madhya Pradesh, das vorwiegend von Plantagenwirtschaft The National Gallery, London

Meisterwerke der Druckgrafik aus fünf Jahrhunderten

Städtische Galerie Karlsruhe  Lorenzstraße 27  76135 Karlsruhe  Tel. (0721) 133-44 44 / 44 01 Mi  bis Fr 10  - 18 Uhr  Sa und So 11 - 18 Uhr  Mo und Di geschlossen www.staedtische-galerie.de

Rembrandt, Selbstbildnis mit dem aufgelehnten Arm (Ausschnitt), 1639

Stadt Karlsruhe, Kulturamt

jenen, die sich bewegen. Die Reise verschafft Linderung. Erfahrene Etappen, erlebte Unterschiede sind fruchtbar, denn unser Gehirn arbeitet erst so richtig, wenn wir in Bewegung sind. Verständnis und Begreifen keimen auf der Passage zwischen den Welten, den Kulturen und Geisteszuständen. Wer den äußeren Raum bereist, durchmisst zugleich den inneren. Doch mehr noch, die Reise ist ein Statement, die Ausführung einer Idee, ein Werkstück. Sorgfältig durchgeführt, sagt sie nicht weniger über die innere Verfasstheit des Reisenden und seine Sicht auf die Gegenwart, als ein Gemälde, eine Komposition oder Text. Wie die genannten Kunstgattungen, kann die Voyage konkreter oder abstrakter ausfallen, kann absurd oder illusionär anmuten und doch Ergebnis real erlittener oder genossener Erfahrungen und Begierden sein. Im besten Fall ist sie eine Recherche im Spannungsfeld von Ich und Welt. Jochen, 36, ist aus Braunschweig und hat nichts gegen Fahrstühle. Und doch hat er seinen Job als Fahrstuhlmonteur für zwei Jahre auf Eis gelegt. „Ich war seit der Ausbildung beim selben Betrieb, hatte fünf Handlanger, saubere Hände, konnte meine Arbeitszeit recht flexibel gestalten und verdiente gutes Geld – kurz, ich war fast genauso reich und unzufrieden wie mein Chef. Im Frühjahr 2007 hatte ich genug von der Selbstbestimmtheit, der gekonnten Routine, der ständigen Erfüllbarkeit meiner Wünsche und der daraus resultierenden Stagnation. Wenn alles geht, geht nichts mehr. Ich kündigte, und bin nach Pakistan in die Provinz Sindh zum Mausoleum des Sufi Lal Schahbas Qalandar, einem heterodoxen islamischen Wunderheiligen, gefahren. Dort angekommen zog ich mich aus. Nur noch in Licht gekleidet, bin ich nun ein Nangi. Auf einem erhaben positionierten Stein hockend, meditiere ich im Licht von Sonnenaufgang und -untergang. Jeden Morgen werde ich geboren, abends sterbe


Ein subjektiver Streifzug über die 53. Esposizione internazionale d’arte, la biennale di venezia 2009. von marc Wellmann

marc Wellmann, Kunsthistoriker und Kurator, ist direktor der bernhard-heiliger-Stiftung und des Georg-Kolbe-museums, berlin 8 – POOL

Gleich vorweg: Der von Nicolaus Schafhausen kuratierte und vom britischen Künstler Liam Gillick bespielte Deutsche Pavillon ist ein enttäuschendes Ärgernis. Das betrifft weniger Schafhausens kühl kalkulierte Entscheidung, einen Künstler ohne deutschen Pass einzuladen (das hat Klaus Bußmann 1993 schon mit Nam Jun Paik gemacht, der damals zusammen mit Hans Haacke den Goldenen Löwen für den besten Pavillon erhielt), sondern das absurde Dokument künstlerischen Scheiterns in Form einer ziemlich langen Küchenzeile aus Fichtenholz (Vorbild: die von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 für Arbeiterwohnungen entworfene Frankfurter Küche), auf der eine ausgestopfte Katze thront. Aus dem Off hört man ihren englisch gesprochenen Monolog, der sich um verschiedene Missverständ-

Kirchplatz 9 | 73614 Schorndorf

Michael Elmgreen & Ingar Dragset: The Collectors, 2009

der stumme Kater

nisse und perspektivbedingte Fehldarstellungen dreht. Die mäandernde Küchenzeile könnte noch als ganz gute Skulptur durchgehen, wenn man den Pressetext nicht gelesen hätte, der den Besuchern von aufmerksamen MitarbeiterInnen des Pavillons als Broschüre ausgehändigt wird (nachzulesen auf www.deutscher-pavillon.org): „Über ein Jahr lang hat Liam Gillick sein Projekt für den Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig entwickelt. Er unternahm Reisen und recherchierte, stets im Dialog mit Nicolaus Schafhausen dem Kurator der Ausstellung. […] Einige ausschlaggebende Komponenten der Ausstellung legte der Künstler erst in den letzten Tagen des Ausstellungsaufbaus fest. […] Liam Gillick hat sein tägliches Arbeitsumfeld – seine Küche, die er als improvisiertes Studio nutzt – in den Deutschen Pavillon übertragen. Nach monatelangem Arbeiten in seiner eigenen Küche, umschlichen von der Katze seines Sohnes, beschäftigte er sich mit den Fragen ‚Wer spricht? Wer spricht mit wem und mit welcher Berechtigung?’, während die Katze stets versuchte, seine Arbeit zu unterbrechen.“ >

SCHOR DORFER KU ST ACHT 19. September 2009 ab 19 Uhr Ateliers · Galerien · Installationen · Lesungen · Live-Musik · Theater Museen · Performances · Skulpturen-Rundgang · Vernissagen · Film

www.kulturforum-schorndorf.de · Tel. 07181 602441


und Norwegen mit ihrer Einladung an Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Das in Berlin lebende dänisch-norwegische Künstlerpaar hat die beiden benachbarten Pavillons in den Giardini als Villen eingerichtet und mit einer an Möbel und Kunstgegenstände gebundene Narration versehen, die außerordentlich intelligent, geschmackvoll, humorvoll und vielschichtig ist. Eines der beiden Häuser ist angeblich zu verkaufen und zu jeder vollen Stunde führt eine Maklerin die Besucher durch den dänischen Pavillon. Alles ist inszeniert, nur die ausgestellte (gesammelte) Kunst ist echt. Elmgreen & Dragsets Doppelpavillon hätte meiner Meinung nach den Goldenen Löwen verdient, doch der ging im Obama-Jahr an die Bruce Nauman-Retrospektive im amerikanischen Pavillon. Eine mutlose, politisch gefärbte Entscheidung. Daniel Birnbaums mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Sonderausstellung der Biennale Fare Mondi // Making Worlds hat leider auch nicht die Erwartungen einlösen können. So war zum Beispiel nichts von dem angekündigten prozesshaften Werkstattcharakter in der uninspirierten Aneinanderreihung von Positionen im Arsenal zu spüren. Als bester Künstler wurde Tobias Rehberger für seine Gestaltung der Cafeteria mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Auch hier hat sich die Jury in merkwürdiger Weise nett

Liam Gillick: Wie würden Sie sich verhalten? Eine Küchenkatze spricht, 2009

Das monatelange, eifrige Grübeln und das satte Reisebudget haben am Ende nichts geholfen. Zwischen den Zeilen des Presstextes manifestiert sich eine klägliche, vom Ego des Kurators notdürftig umfangene Ideenlosigkeit, die für die eigene Misere auch noch ein unschuldiges Tier verantwortlich machen will. Schon vor zwei Jahren hat Schafhausen mit Isa Genzken eine Künstlerin eingeladen, die wenig mit dem architektonischen und geschichtlichen Kontextes des deutschen BiennalePavillons anzufangen wusste. Daraus leitete er möglicherweise das aktuelle transnationale Ausstellungskonzept ab, doch Liam Gillick, den Schafhausen 2007 mit einer Einzelausstellung im Witte de With, Center for Contemporary Art in Rotterdam ehrte, war von der Aufgabe scheinbar restlos überfordert. Ziel von Gillicks künstlerischer Praxis ist es offenbar, jegliche an ihn gerichtete Erwartung zu unterlaufen und als Individuum möglichst umfassend zu verschwinden. Monumente des Zweifelns können auch spannend sein, wie Lars Rambergs Installation auf dem mittlerweile abgerissenen Palast der Republik bewiesen hat. Die Diskussion über die in Zeiten globaler Migration fragwürdig gewordene nationale Bindung der Länderpavillons anzuregen, ist wichtig und löblich. Viel besser umgesetzt haben es Dänemark

verhalten, denn Rehberger ist Professor an der von Birnbaum geleiteten Städel Schule. Die spannenden, konzentriert-energiegeladenen Projekte sind in den (kleineren) nationalen Pavillons zu finden, die in der ganzen Stadt verstreut sind und beweisen, dass das Konzept der Länderpavillons nach wie vor tragfähig ist. Hervorzuheben sind vor allem die Beiträge von Mexiko (Teresa Margolles), Singapur (Ming Wong) und Litauen (Zilvinas Kempinas). Ein Großprojekt der besonderen Art ist im neu erschlossenen Teil des Arsenals mit der hypertrophen RiesenInstallationen From the Cellar to the Attic - From the Feet to the Brain von Jan Fabre zu bestaunen. Kuratiert von Eckhard Schneider wurden die insgesamt fünf raumgreifenden skulpturalen Tableaus bereits 2008 im Kunsthaus Bregenz gezeigt. Fabre entfaltet in ihnen eine surreale, mythische Welt, die zwischen Schrecken, Ekel und berückender Schönheit wechselt.

Ausschiffung uniformierter Honoratioren im Vorfeld der Preisverleihung.

sabrinaZeichnungen small ••• ruptures · 19. September – 1. November 2009

Eröffnung: Samstag, 19. September 2009, 11 Uhr Mario Strzelski Sonnenbergstraße 5a · 70184 Stuttgart Tel 0711/6014818 · www.deck-galerie.de Dienstag – Freitag 11.00 – 19.00 Uhr u.n.V.

10 – POOL


Wie jedes Jahr fand Ende Juli wieder der atelierrundgang der Kunstakademie Stuttgart statt

Trotz einschränkender Auflagen führte, war es den Aka-Studierenden des Amts für öffentliche Ordnung, gelungen, einen wahren Dschunwas zur Schließung einiger Ateliers gel aus Arbeiten vor den Augen der Taekyun Kim: G10, 2009

12 – POOL

Robert Matthes: sky & sand, 2009, 190 x 150 cm, Mischtechnick auf Nessel

Daniel Beerstecher: S OO 232, 2009

Riders on the Form

Sarah Huber: Damals im Wald, 2009, Kopiencollage

interessierten Kunstspäher auszu- weitesten Sinne etwas mit Reisen zu breiten. Das sonnendeck-Team stellt tun haben. Bon Voyage! hjf hier ein paar Perlen vor, die alle im Tim Hendel, Taucher, 2009

Stefan Heller: The circular made of conspiracy theory, 2009 Computeranimation


Regio-art-tour Im September scheint die Sonne, auf des Müßiggängers Omme, da kann er gleich ein Käppchen holen, das Land durchschreiten, auf flinken Sohlen. Hinter sich Eintönigkeiten, am Wegesrand nur Dorfschönheiten, in den Galerien andere Erhabenheiten, Feinsinnigkeiten, Ergriffenheiten – mit oder ohne Familienangelegenheiten oder ähnlichen Eventualverbindlichkeiten, sollst du im September gehen, durch Alleen zu Museen. Ja, liebe sonnendeck-Aficionados, wie wir diesen wohlgesetzten Jamben entnehmen, ist die Zeit gekommen das Ausstellungsangebot verschiedener Galerien und Museen zu goutieren. Um dem Kunstliebhaber eine Tour durch die Region zu erleichtern, hat die sonnendeck-Redaktion sechs Stationen ausgewählt, die erbaulichen Kunstgenuss versprechen. StädtiSchE GalERiE albStadt

Bis zum 27. September sind in der Städtischen Galerie Albstadt Zeichnungen von Otto Dix, Martina AltSchäfer und Ulf Cramer zu sehen.

Dr. Veronika Mertens, die Kuratorin der aktuellen Schau mit neunzig Zeichnungen von Dix – alle aus dem eigenen Bestand –, möchte den Künstler nicht in erster Linie als Kriegszeichner dargestellt sehen. Im druckgrafischen Werk spiele die Kriegsmappe natürlich eine große Rolle, aber die Zeichnungen seien sehr vielfältig: „Da ist ein großer Schwerpunkt auf dem Akt in allen Variationen, von akademisch bis expressionistisch. Es gibt auch mythologisch-symbolistische Frauendarstellungen aus dem Frühwerk oder hinreißende, ganz fein gezeichnete Porträts aus den 20er Jahren.“ Dix’ Auseinandersetzung mit dem Kubismus und dem Futurismus werden gezeigt, immer wieder mit einem Hang zur Serie, zum Beispiel in einer großartigen Reihe roter Tuschen. Dix zur Seite stehen zwei zeitgenössische Zeichner mit eigenständigen Ausstellungen: Die 1960 in Rüsselsheim geborene Martina AltSchäfer korrespondiert mit Dix über den Topos der Figur. Auch über den Kubismus gibt es interessante Berührungspunkte. Der 1944 geborene Ulf Cramer kommt von der Landschaft. „Wenn man sich das Farnkraut von Dix anschaut und dann eine Federzeichnung von Cramer, dann merkt man, wie das Landschaftliche aus dem Strich entsteht, wie der Tuschestrich das Blatt langsam zuwachsen lässt“, bemerkt die Kuratorin. Dix als Zeichner ist Mertens besonders wichtig: „Die Vielfalt seiner Strichmodi und sein facettenreiches Menschenbild sind beeindruckend. Wir haben auch viele Entwurfszeichnungen und Kartons zu Gemälden und mir ist es manchmal so gegangen, dass ich von den Gemälden fast etwas enttäuscht war. Die Zeichnungen sind oft viel spannender!“ www.albstadt.de muSEum ulm

Martina AltSchäfer, Dame mit Wasserschale, 2001 14 – POOL

Dreiteilig ist auch das Septemberprogramm des Museums Ulm. Zu besichtigen ist eine riesige Wandmalerei von Jörg Eberhard (ab 5. September), eine Schau mit Ankäufen aus der Zeit der Museumsdirektorin

Nordseeinsel Föhr, die Geschicke des Museums leiten. Abgesehen von einem gewissen Unverständnis, die schöne Nordseeinsel gegen die schwäbische Provinz zu tauschen, wünscht das sonnendeck dabei viel Erfolg. Kunstgeschichtliches Kontrastprogramm findet der Betrachter schließlich in den rund siebzig Skulpturen des Ulmer Bildhauers Daniel Mauch. Er werkelte sehr erfolgreich an der Schwelle von der Spätgotik zur Renaissance, litt jedoch in Folge reformatorischer Bilderunlust unter galoppierendem Auftragsschwund, der ihn schließlich aufs Pferd und ins katholische Lüttich führte, wo er bis Jörg Eberhard, Entwurf Wand-PapierMalerei für Ulmer Museum, 2009 zu seinem Tod 1540 arbeitete. www.museum.ulm.de Dr. Brigitte Reinhardt (ab 5. September), und Schnitzereien des 1477 ESSlinGER KunStvEREin geborenen Ulmer Bildhauers Daniel Noch bis zum 27. September 2009 Mauch (ab 13. September). Jörg Eber- präsentiert der Esslinger Kunstverhard (* 1956) verarbeitet in seinem ein e.V. in der Villa Merkel Arbeiten Wandbild Objekte des Museums des Künstlers Jean Pierre Viot. Die und dessen Einrichtung, die er in far- 12 Jahre Konkrete Kunst 1997 – 2009 bigen, scherenschnittartigen Silhou- betitelte Ausstellung zeigt Darsteletten wiedergibt. Eberhard reduziert lungen, die aus einfachen geomeFormen wie Vasen, Tischlampen, trischen Formen bestehen: Linien, Pflanzen, Musikinstrumente oder Vierecke, Kreise und Dreiecke in Vertechnische Geräte zu zweidimensi- bindung mit einigen wenigen Farben. onalen Schablonen, die er in einem Mit dieser Flächenaufteilung ohne tiefen Bildraum verteilt. Dieser ist Symmetrie beabsichtigt Viot einen durch geometrische Formen und Dialog zwischen dem Gleichgewicht Farbfelder, teilweise perspektivisch und der Ungleichheit der Formen. verzerrt, unterteilt. Es entstehen „Wenn sich diese Formen überkomplexe Bildwelten, die ein wenig schneiden, zerfließen sie in Bilder, zu glatt daherkommen, aber hoch- die einzeln betrachtet und aus dem ästhetisch sind und eine Menge Ganzen herausgenommen, einen Augenfutter bieten. Die Ausstellung anderen Rauminhalt, eine veränderte Damenwahl lässt die Ankäufe der Bewegung , modifizierte Farben, scheidenden Direktorin Dr. Brigitte ein Echo, eine weitere Dimension Reinhardt Revue passieren. Seit 1990 ergeben.“ (JP Viot) Großen Einleitet sie das Ulmer Museum und fluss auf Viots Wirken haben Kanverabschiedet sich nun zum Ende dinski, Malevitch und Mondrian des Jahres in den Ruhestand. Zeitge- – deren Techniken ihm helfen seine nössische Kunst ist ebenso vertreten Ausdrucksweise und sein eigenes wie Werke aus der Zeit vor 1800. Zu Universum zu schaffen. „Mit ein sehen sind Arbeiten von Heinrich paar Gesten, etwas Materie, der VerCampendonk, Eva Hesse, Johannes wendung einer Linie gelingt es dem Hüppi, Dieter Krieg, Tracey Moff- Künstler, seine Gemütsbewegung att, Carol Rama und Kiki Smith, mit ständig wechselnder graphischer um nur einige zu nennen. Künftig Intensität auszudrücken […] es entwird der gebürtige Westfale Thor- steht der Eindruck, als ob sich Raum sten Sadowsky, derzeit noch Direk- und Licht in Kristalle verwandeln, in tor eines im Aufbau befindlichen denen die Linien reflektiert werden, Museums zum Thema Meer auf der POOL – 15


Abb. links: John Cage, at the piano composing his Sonatas & Interludes 1947, Courtesy of the John Cage Trust

wie bei der Vision zarter Phantasie­ gebilde, die einem nicht mehr aus dem Sinn gehen.“ (Michel Bohbot)

Abb. rechts: John Cage: HV2 Foto: Kolumba, Köln Courtesy of the John Cage Trust

Galerie der Stadt Fellbach

Ganz und gar keine Phantasiegebilde zeigen die Arbeiten von Timm Ulrichs. Seine Ausstellung Die Welt im Wohnzimmer – The word at home in der Galerie der Stadt Fellbach (bis 12. Oktober) zeigt Fotografien von Fernsehern, wie sie Ulrichs in den Zimmern von Altersheimen in Slowenien angetroffen hat. Man sieht auf den Fotos jeweils einen Filmstill aus dem zur Zeit der Aufnahme laufenden Programm und die Fernsehgehäuse, die mit Nippes und persönlichem Kram „geschmückt“ sind. Es ergeben sich merkwürdige Bezüge zwischen Dekoration und Fernsehbild. In die Privatheit und Enge des Wohnzimmers dringt der öffentliche Raum via Bildschirm ein. Seien es Nachrichten oder die daily soap. Es entsteht eine seltsame Spannung zwischen Bedeutung und Belanglosigkeit, Wirklichkeit und Fiktion, realer Zeit und der rasenden Geschwindigkeit der Bilder. Timm Ulrichs bezeichnet sich als Totalkünstler. Das meint Kunst, die alle Lebensbereiche durchdringt und keinen Unterschied zwischen privater und öffentlicher Sphäre kennt.  www.fellbach.de Stihl Galerie Waiblingen

Der Zugang zur Ausstellung Kunst = Leben. John Cage in der Stihl Galerie Waiblingen (bis 20. September) führt durch eine innen verspiegelte Black Box, in der Henning Lohners Film One11 zusammen mit dem Orchesterwerk 103 gezeigt wird. Es ist ein Schwarzweißfilm ohne Thema, Cages einziger Langfilm, im Jahr seines Todes, 1992, gedreht. Es gibt keine Personen oder Handlungen, nur wanderndes Licht. Film und Musik bestehen aus siebzehn Teilen und laufen parallel, obwohl sie nicht direkt zusammen gehören. Jeder Teil von One11 besteht aus ca. 1.200 Zufallsoperationen eines Computers, der das Licht und den Kamerakran steuert. Der Zufall 16 – POOL

spielt auch im grafischen Werk eine große Rolle. Zufall und Schicksal. Cage war ein großer Anhänger des alten Weisheitsbuches I Ging, das in China seit Jahrtausenden als Orakel befragt wird. Das Papierformat, die Farbmischung, die Zahl der Striche, die Wahl der Motive und ihre Anordnung – bei allen Entscheidungen ließ sich Cage durch das Buch der Wandlungen leiten und inspirieren. Das Beeindruckendste der Ausstellung sind nicht die einzelnen Exponate, sondern der universelle Geist, der in ihnen zum Ausdruck kommt. „Ich habe den Wunsch, den Unterschied zwischen Kunst und Leben einfach auszulöschen …“, sagte Cage und nutzte dabei die skurrilsten Wege. Er steckte Schrauben, Radiergummis und Scheren zwischen die Saiten eines Flügels, komprimierte den Text von James Joyes’ Buch Finnegan’s Walk mithilfe des I Ging, brachte die Kakophonie der uns ständig umgebenden Schwingungen, Töne und Frequenzen zur Aufführung, interessierte sich für japanische Haikus, Literatur, Tanz, eigentlich für alles – und für Pilze. 1958 gewann Cage als Pilzexperte 6.000 Dollar in einer italienischen Quizsendung. Der legendäre Schlussdialog mit Moderator Mike Bongiorno: „Bravo, Signor Cage, Arrivederci und gute Reise, kehren Sie nach Amerika zurück oder

Vernissage der Ausstellung Soulfood – Seelenfutter – Interaktive Medieninstallationen von Wolf Nkole Helzle und Masayuki Akamatsu statt, die Teil des kulturpolitischen Projekts Wem gehört die Welt? des Kulturforum Schorndorf ist. Desweiteren gibt es einen Skulpturen-Rundgang mit Walter Krieg, die Ausstellung Martin Hudelmaier – Im Zeichen des Widder im Stadtmuseum, und Vernissagen, Aktionen, Installationen, Lesungen, Performances, Theater, Live-Musik in den beteiligten Ateliers, Galerien und Museen. Shuttle-Busse fahren ab den Galerien für Kunst und Technik. 8. Schorndorfer Kunstnacht www.kulturforum-schorndorf.de Mehr als den ersten Schritt müssen Besucher der achten „Schorndorfer Kunstnacht“ am 19. September ab 19 Uhr tun. Die vom Kulturforum Schorndorf organisierte Veranstaltung präsentiert mit über 60 mitwirkenden Künstlern, Ateliers, Werkstätten, Theatern, Museen und Galerien, die Schorndorfer Kunstszene. In den Galerien für Kunst und Technik im Arnold Areal hat die Daimlerstadt einen wichtigen Fixpunkt für zeitgenössische bildende Kunst. Um 19 Uhr wird hier die Schorndorfer Kunstnacht eröffnet. Gleich anschließend findet in den Galerien für Kunst und Technik die bleiben Sie hier?“ „… Meine Musik bleibt.“ „Ah, Sie gehen weg und Ihre Musik bleibt, aber das Gegenteil wäre besser: wenn Ihre Musik weggehen und Sie bleiben würden.“ Seine Freude am Experimentieren scheint unerschöpflich und so ist die Kunst von John Cage, trotz aller Schwierigkeiten beim Hören seiner Musik und der großen Komplexität seiner Gedankenwelt, sehr dicht am Leben – der Betrachter muss nur den ersten Schritt tun und sich ohne Vorurteile dem Rausch der Welt hingeben.  www.galerie-stihl-waiblingen.de

Besucher während der Schorndorfer Kunstnacht

POOL – 17


Simone Sรถndgen: KaiserstraรŸe 2008, Tusche auf Papier, 36,4 x 26,4 cm


Sitzbank mit den Konturen der Köpfe

oreste nannetti – der Welt raumbergbauingenieur aus volterra Kunsthistorikerin bettina Rudhof und architekt Falk horn über ihre Entdeckung eines unwirklichen orts in der toskana

Volterra ist eine der ältesten Städte der Toskana und liegt auf einem BergrüPortraitfoto Oreste Nannetti cken inmitten der sanften Hügellandschaft über dem Tal der Cecina. Fährt man die gewundene Landstraße zur Stadt hinauf, wird der Blick ins historische Zentrum von einer gewaltigen Festung versperrt, die unter den Medici errichtet wurde und heute als Staatsgefängnis dient. Im Ort selbst kann man eine Abzweigung zu einem bewaldeten Hügel nehmen, der an einem schlossähnlichen Baukomplex aus dem 19. Jahrhundert endet. Der Weg auf das Gelände ist von Hecken umwuchert und führt in einen nach drei Seiten geschlossenen, von Gras bewachsenen Innenhof. Die Stille der mitten im Wald gelegenen Anlage verbreitet eine eigentümliche Atmosphäre. Auf die wenigen Besucher wartet eine Entdeckung: Die Sockelzonen des Gebäudes sind rundum mit seltsamen Ornamenten überzogen. Tritt man näher heran und schreitet den etwa 180 Meter langen Fries ab, erkennt man in den Putz geritzt Tausende von Zeichen: Buchstaben, bisweilen ganze Wörter, Jahreszahlen, geometrische 20 – POOL

und religiöse Symbole, schließlich Zeichnungen, die Personen darstellen, aber auch Fluggeräte und Raumfahrzeuge. Der Autor dieses eigenartigen Werks signierte seine Arbeiten mit dem Kürzel N.O.F.4 und bezeichnete sich als „colonnello astrale (Sternenoberst) und als „ingegnere astronautico minerario“ (Weltraumbergbauingenieur). Die Schriften, Zeichen und Bilder ritzte er mit Gürtelschnallen, mit Besteck, Münzen und anderen spitzen Gegenständen in die Wände. Sein bürgerlicher Name war Oreste Fernando Nannetti. 1978 erließ der italienische Staat das „Legge centottanta“, ein Gesetz zur Schließung der schlimmsten psychiatrischen Anstalten. Jahrelang hatten der Psychiater Marco Basaglia und viele seiner KollegInnen für ein solches Gesetz und gegen die unerträglichen Missstände in den nach der Art von Hochsicherheitstrakten geführten geschlossenen Anstalten und Krankenhäuser gekämpft. Eine solche psychiatrische Einrichtung barg auch das Gebäude am Rand der Stadt Volterra. Als sie Ende der 1970er Jahre aufgelöst wurde, gehörte Oreste Fernando Nannetti zu den Freigelassenen. Vierzehn lange Jahre hatte er hinter den Mauern und im geschlossenen Hof der Anstalt

von Volterra verbringen müssen. Doch der Fries, den er in dieser Zeit schuf, berichtet nicht unmittelbar von dem, was ihm dort widerfuhr. Seine Zeichen, Wörter, Sätze und Bilder setzen sich statt dessen zu einer „storia universale“ zusammen, zu einer Jahrhunderte überspannenden und sich zugleich in einzelnen Personen verdichtenden Weltgeschichte, in der es um die Eroberung imaginärer Staaten geht, um elektromagnetische Wellen und Strahlungen, um hypertechnologische Waffen, Flug- und Raumfahrzeuge, um mysteriöse alchemistische Verbindungen und die magischen Kräfte einzelner Metalle. Wer sich an die Entschlüsselung von Nannettis eingeritzten Schriften macht, erfährt von „Corazzi Elisabeth von England spinaten großgewachsen der Mund streng die Nase y-förmig“ und von „Papst Johannes XXIII Roncalli schwer großgewachsen 1,80 dunkel“, zu denen der Sternenoberst N.O.F.4 in telepathischer Beziehung steht. Oreste Fernando Nannetti wurde am 31. Dezember 1927 in Rom geboren. Der Vater verlässt die junge Mutter schon bald nach der Geburt des Sohnes. Oreste besucht eine private Volksschule und wird mit sieben Jahren in einer Fürsorge-,

drei Jahre später erstmals in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht. An einer entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung leidend, verbringt er zwei Jahre im Ospedale Carlo Forlanini in Rom. 1948 klagt man ihn wegen Beamtenbeleidigung an und beschuldigt ihn der Erregung öffentlichen Ärgernisses. Aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens wird er am 25. September 1948 „wegen völliger Unzurechnungsfähigkeit“ freigesprochen. Das Gericht ordnet an, ihn für mindestens zwei Jahre in eine geschlossene Anstalt einzuweisen. 1958 wird Nannetti in die geschlossene Abteilung der Volterraner Anstalt gebracht. Zehn Jahre später, am 21. März 1968, kommt er in die offene Abteilung der Klinik und darf nun Tagesausflüge in die nähere Umgebung unternehmen. 1973 wechselt er in das ebenfalls in Volterra gelegene und als fortschrittlich geltende Bianchi-Institut. In seiner Krankenakte ist zu lesen: „Der Patient hat von seinem ersten Tag in Freiheit berichtet, nach vierzehn Jahren. Es ist traurig. Wir ziehen es vor, nicht niederzuschreiben, was ein Geisteskranker nach so langem Aufenthalt in einer geschlossenen Anstalt zu sagen hat, in denen er niemals von Freunden oder Verwandten besucht wurde.“ > POOL – 21


(Ausschnitt aus der Südwand mit dem Bild einer Hand versehen)

Das Sendungsbewusstsein von „N.O.F.4“ ist unübersehbar, der Weltraumbergbauingenieur hat der Welt etwas mitzuteilen. Die Schriftzeichen sind präzise in Großbuchstaben ausgeführt, wie die geometrischen Symbole und die Bilder sind sie unter offenbarer physischer Anstrengung und in kantiger, reduzierter Form tief in den Putz eingeritzt. An Runenschriften erinnernd, erscheinen sie flüchtigen LeserInnen wie ein verschlüsselter Code. Wer genauer hinsieht erkennt, dass er auf Italienisch schreibt - von einem „Radio“ und vom „Uranstern“ ist die Rede. Schwieriger zu lesen sind Satzfragmente und zusammenhängende Textpassagen. Auch, weil immer wieder einzelne Teile fehlen, da der Putz teilweise abgebröckelt ist: „Das Morsen spiegelt perpektivisch die elektrodynamischen ......... wider“ Darunter finden wir die Nachricht: „Ich suche einen Menschen Telekommunikationsminister von Italien tele........ int. 555 Monat“ Doch an wen wendet er sich? Mit den Anstaltsinsassen und den Pflegern spricht er nicht. Stattdessen schreibt er zahlreiche Briefe und Postkarten an fiktive Verwandte, die niemals abgeschickt werden. Bei einem der Hofgänge geht er wieder seiner Text22 – POOL

und Bildarbeit an der Sockelzone der Anstalt nach. Man lässt ihn gewähren, auch, als er vollkommen in sich gekehrt um die Köpfe dreier auf einer Steinbank sitzender Insassen herum ritzt. So finden wir die Bank und die dahinter liegende Hauswand heute vor: Die Umrisse der Personen, die währenddessen dort gesessen haben sind ausgespart. Oreste Fernando Nannetti ist am 24. November 1994 in Volterra gestorben. Die Entschlüsselung des Systems Nannetti ist Mino und Aldo Trafeli zu verdanken. 1985 veröffentlichten sie ihre Ergebnisse in dem Buch N.O.F. 4. Il Libro della Vita. Im Jahr 2002 drehten Pier Nello und Erika Manoni einen Film über das Volterraner „Buch aus Stein“ und stellten Nannettis Werk erstmals in den Zusammenhang der Art Brut. Der Fries im Innenhof der mittlerweile seit Jahrzehnten leer stehenden Anstalt zerfällt schneller als das Gebäude selbst. Wird nicht bald etwas zu seiner Konservierungunternommen, wird er gänzlich zerstört werden. Noch lässt sich in den Zeichnungen an der Ostseite des Anstaltshofes ein Hubschrauber erkennen, dessen Rotoren einer Palmenkrone gleichen und der statt Kufen zwei Beine im Lauf zeigt. Vielleicht handelt es sich um den Hubschrauber des Sternenobersten selbst, der ihm zugleich als Tarnkappe dient, unter deren Schutz er Anlauf nimmt. Ein Fluchtversuch? Wir wissen es nicht. < dieser artikel erschien erstmals im Sommer 2008 in RaW viSion - the World’s only international magazine of outsider art, art brut, contemporary Folk art

Gut erhaltener Teil des Frieses an der witterungsgeschützten Westwand

Buddha lebt Gefallener Stern aufgehender Stern Ciro Menotti Ferri – Ferruccio – Ferroviere – fischietto ......................................................................................... Die Fünf 5 – 7 – 14 – 21 – 28 – 9 – 18 – 27 – 36 – 45 ab 35 hört sie auf zu sein … telepathisch die Vorwahlpolizei … mit der Hand

Etwas hölzern der hölzel Großer auftritt im Kunstmuseum für einen verkannten avantgardisten

Eher von akademischem Interesse ist die neue Ausstellung „Kaleidoskop. Hoelzel in der Avantgarde“ im Kunstmuseum Stuttgart. Als stolze Besitzer von 400 Werken und damit der weltgrößten Sammlung des 1905 als Professor an die Königlich Württembergische Akademie in Stuttgart berufenen Adolf Hölzels sahen sich die scheidende Direktorin Marion Ackermann und ihr Mannen in einer Bringschuld, „einen der Pioniere der Avantgarde von europäischem Rang, den es als Wegbereiter der Moderne neu zu entdecken gilt“, angemessen zu präsentieren. Der 400seitige Riesenkatalog, eine wunderbare Urlaubslektüre, die auch als Auffahrkeil für Wohnmobile geeignet scheint, bietet dreizehn AutorInnen die Gelegenheit, Hölzel aus dem Nebel des Vergessens hervorzuzerren und ihn als Avantgarde der Avantgarde zu präsentieren.

Ein verkannter Revolutionär, der bereits 1905 mit der Komposition in Rot I eines der frühesten Beispiele abstrakter Malerei schuf, ein bedeutender Theoretiker, der bereits 1901 mit seinem Aufsatz „Über Formen und Massenverteilungen im Bilde“ einen der Schlüsseltexte der Moderne schrieb und ein wegweisender Lehrer, der Künstler wie Johannes Itten, Oskar Schlemmer oder Willi Baumeister maßgeblich beeinflusste.

Abb. oben: Adolf Hölzel am Arbeitsplatz, um 1930 Privatbesitz, Foto: privat Abb. links oben: Adolf Hölzel Mädchenakt vor gelber Wand 1908 – 10, Öl auf Leinwand Privatbesitz, Foto: privat Abb. links unten: Adolf Hölzel, Komposition für ein Glasfenster 1917, Öl auf Karton auf Holzplatte aufgezogen, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Kunstmuseum Stuttgart, Axel Koch

Tja, woran mag es liegen, dass Hölzel (noch) nicht in den Kanon der wichtigen Großmaler aufgenommen wurde? Zurückhaltend ist er gewesen. Nicht seine eigene Person war ihm wichtig, sondern die Malerei und seine Arbeiten stellen das „progressiv verlaufende Konzept der Moderne infrage“. Drei Todsünden, die auch heute noch ins kunsthistorische Abseits führen können. mr BRISE – 23


Ein melancholisches Gefühl der heimatlosigkeit in Ravensburg reflektiert die zeitgenössische Kunst ihr verhältnis zur volkskultur

Volkskultur und Volkskunst, insbesondere die religiöse Volkskunst, entfaltet ihren ganz eigenen Reiz. Wer einmal den Rundgang mit Votivbildern an der Gnadenkapelle in Altötting oder in einer anderen süddeutschen Wallfahrtskirche gesehen hat, wird sich einem quasi-religiösen Gefühl des solidarischen Mitleidens kaum entziehen können. Diese über Jahrhunderte gewachsenen Bildwände zeigen ein ganz unmittelbares Verhältnis zur Religion. Viele Dinge waren damals heilig und auch der

normale Bürger, Bauer oder Handwerker hatte einen direkten Draht zum Jenseits. Broschen aus dem Haar von Toten, Amulette, Schutzsymbole, Marienund Heiligenbildchen – gerade die magisch angehauchten Artefakte lassen die Fantasie des säkularisierten und von der totalen Aufklärung doch arg gelangweilten Jetztzeitlers aufblühen. Nur wenig von der alten Volkskultur ist uns geblieben, die kitschigen Devotionalien an Wallfahrtsorten treiben dem Betrachter allenfalls Tränen des Zorns in die Augen, traditionelles Brauchtum verkommt zur Sauforgie oder zum Gaudium für Touristen.

Uwe Henneken: Kornking, 2007, Öl auf Leinwand, Courtesy: Galerie Gisela Capitain, Foto: Matthias Kolb 24 – LANDGANG

Was also hat sich in die Gegenwart retten können? Gibt es Künstler, die mit Motiven aus der Volkskunst weiterhin arbeiten? Gibt es tatsächlich eine erneute Hinwendung zu überlieferten Bräuchen, die sich in Jodelkursen, Schamanengetrommel, Dirndlexzessen auf dem Oktoberfest und letztlich auch in der Kunst zeigt? Oder bedienen sich die Maler und Bildhauer einfach aus einem verfügbaren Bildfundus, der vermeintlich leicht zu entschlüsseln ist und optisch etwas hergibt? Erste Antworten liefert die von Nicole Fritz konzipierte Ausstellung Säen und Jäten, die an zwei Orten – der Städtischen Galerie Ravensburg und der

Columbus Art Foundation – dreiundzwanzig Künstler präsentiert, die sich mit Aspekten der Volkskultur auseinandersetzten. Hinter dem verwinkelten Eingangsbereich der Städtischen Galerie öffnet sich ein beeindruckend großer Bildersaal, der den ersten Teil der Ausstellung beherbergt. Hier kombinieren die Brüder Gert & Uwe Tobias in großen Holzschnitten Motive der Volkskunst mit Bildelementen der russischen Avantgarde, Michael Mundig kopiert altmeisterlich kitschige Touristenpostkarten auf Kupferplatten und Mariella Moser fertigt Masken aus industriellen Verpackungen, >

Anselm Reyle: Pflug, 2007, Fundstück, Metall, Lack, Foto: Matthias Kolb


Luftpolsterfolien und Kartonagen. Im „Haus der Ideen“ der Columbus Gruppe, ein paar Autominuten entfernt, erklimmt Gabriela Oberkofler die Stuttgarter Hügelwelt, um vom Gipfel kräftig zu jodeln. Monika Nuber zeigt ihren Animationsfilm Maria durch einen Dornwald ging , der amüsant und beunruhigend im Comicstil ihre volksfromme Kindheit in Oberschwaben bebildert und Anselm Reyle zeigt als Objet trouvé einen neonfarben lackierten Pflug. Die beiden Kleinplastiken der Ausstellungssenioren Joseph Beuys und Franz Eggenschwiler in der Städtischen Galerie wirken zwischen der jungen Kunst allerdings deplatziert. Hier sollte wohl ein kunsthistorischer

Bogen zum letzten wirklichen Schamanen der bundesdeutschen Kunstszene geschlagen werden. Leider endet der Bogen im Nirgendwo, denn ernst gemeinte Spiritualität findet sich bei keinem unserer Zeitgenossen. Die Künstler ironisieren ohne wirklichen Bezug zu den Quellen der vergangenen Kultur, die nicht mehr die eigene sein kann. Allenfalls lässt sich ein melancholisches Gefühl der Heimatlosigkeit konstatieren. Keines der ausgestellten Werke kann und will sich mit der beuysschen Spiritualität messen. Sein Multiple Wirtschaftswert Brusttee hat so allenfalls die Funktion eines dreidimensionalen Ausrufezeichens. Die Kuratorin hätte seinen Namen auch an die Stuckdecke sprühen können, um ihn als geistigen Vater zu benennen. Trotzdem eine lohnende, gerade richtig dimensionierte Ausstellung, zudem Ravensburg ein hübsches Städtchen ist und mit dem neu eröffneten Museum Humpis-Quartier, das einen Einblick in mittelalterliches Wohnen, Leben und Arbeiten eröffnet, eine weitere Attraktion zu bieten hat. mr

Monika Nuber: Maria durch den Dornwald ging, 2009, Grafik aus Animationsfilm

Foto: Columbus Art Foundation 26 – LANDGANG

12 Jahre Konkrete Kunst 1997 – 2009 Vernissage Freitag, 28. 8. 2009 19.30 Uhr Villa Merkel Esslingen am Neckar

Ausstellungsdauer: 28. 8. bis 27. 9. 2009 Di 11 – 20 Uhr, Mi bis So 11 – 18 Uhr

Jean-Pierre VIOT


Die Bilder von Dietmar Lutz erzählen von persönlichen Momenten und erlebten Situationen: Es sind Momentaufnahmen aus dem Alltag, die wie mit einem Skizzenblock erfasst erscheinen. Der Künstler verzichtet auf ausschweifende Details, was die Bilder zu verschwommenen Schnappschüssen werden lässt. Das schnelle Erfassen eines Augenblicks, sein Mut zur konsequenten Reduktion der Formen, die das Dargestellte zu Farbflächen verschmelzen lässt, zeichnen den eigenen Stil des 1968 in Ellwangen geborenen Künstlers aus. Die Ausstellung wird am Mittwoch, 23. September, 19.30 Uhr eröffnet. Zu sehen sein werden großformatige Porträts, Landschaftsszenen und Interieurs aus Acryl auf Nessel. Dietmar Lutz studierte in Düsseldorf und war Meisterschüler von Dieter Krieg. Heute lebt und arbeitet er in Düsseldorf. Grönerstraße 33 (Werkzentrum Weststadt), Tel 07141 / 2420 188, Mo, Mi, Fr 9 – 18 h, Di, Do 9 – 20 h , 1. + 3. Sa im Monat 11 – 17 h

Marktplatz 9, Ulm, Tel 0 97 31 / 161 43 30 · Di – So 11 – 17h, Do 11 – 20 h GEdoK zu GaSt im RathauS 28. September – 30. oktober

www.gedok-stuttgart.de

PERFoRmancE/doKumEntation: Fotografien nezaket Ekici, hyun-Joo min, Justyna Köke u. a.

Das Wesen der Performance ist die Flüchtigkeit. In der Ausstellung Performance/Dokumentation lotet die GEDOK Stuttgart in Kooperation mit dem Interventionsraum und Wand 5 verschiedene Möglichkeiten der Konservierung von Aktionskunst aus. Dabei werden die Medien Fotografie, Film, Text, Live-Performance sowie aus Performances hervorgegangene Relikte präsentiert. Die Ausstellung findet im Rathaus Stuttgart, 1. – 4. OG statt. Rathaus Stuttgart Marktplatz, Tel 29 78 12

Jörg Eberhard. Entwurf Wand-Papier-Malerei für Ulmer Museum, 2009

Eigens für die Ausstellung im Ulmer Museum gestaltet Jörg Eberhard eine großflächige und zwei Räume füllende Wandmalerei, die ein Stockwerk der Sonderausstellungsräume einnehmen wird. Das Bild handelt von Ulm, so als habe das Schiff “Museum³ im Hafen dieser Stadt angelegt, biete seine “Waren³ an, um diese anzupreisen. Viele werden bewundert, einige gehen verloren. Originales, Falsches und Geschmuggeltesgerät durcheinander. Poesie und Radau geraten an einander. Zunächst soll es ein dekoratives, sich den Augen anbietendes Gemälde sein. Jörg Eberhard wählt Objekte aus den Sammlungen des Museums oder Teile der Einrichtung des Gastgebers als Bildmotive aus und gibt sie in farbigen, scherenschnittartigen Silhouetten wieder. Die Formen überschneiden sich vielfach auf mehreren Bildebenen, wodurch sie verfremdet und verformt werden. Klarheit und Verwirrung, Prägnanz und Überlagerungen wechseln sich ab.

19. – 20. September

Die Galerie als Skulptur Der Neubau der Galerie ABTART Rembrandtstr. 18, Tel 63 34 30 20 Di – Do, 16 – 1 h,u.n.V. www.abtart.com

Stuttgart im September

aKadEmiE SchloSS SolitudE 25. September – 9. november

GEdoK-GalERiE bus 92  Solitude

Damir Ocko · The Age of Happiness Kurzfilm Caroline O’Donnell · Bloodline Tamás Kaszás · Waldschule Alena Williams · Light is a Kind of Rhythm Buchpräsentation Paula Yacoub · Shows O.V. Multimediales Zeitschriftenprojekt Solitude 3 Tel 99619 -0, Di – Do 10 – 12 und 14 – 17.30 h Fr 10 – 12 und 14 – 16 h, Sa – So 12 – 17.30 h www.akademie-solitude.de aRtaRY

www.museum.ulm.de

Wand - Papier - malerei · Jörg Eberhard

28 – GLANZLICHTER

SURFER, 2007, Acryl auf Nessel, 213 x 198 cm

landschaften malende bildnisse schauend dietmar lutz malerei

ulmER muSEum 5. September 15. november

GalERiE abtaRt

www.kunstbetrieb7.de

Justyna Köke, Goldtransport durch Stuttgart, 2009

GLANZLICHTER IM SEPTEMBER

KunStbEtRiEb 7 ludWiGSbuRG 24. September – 4. november

11. September – 03. oktober

ALBUM · Johannes Tiepelmann Malerei Wilhelmstraße 5, Tel 91 26 08 95, Di - Sa 12 - 18 h www. artary.de

26. September

 Russische Kirche

Schätze des Westens · Druckgrafik, Malerei, Fotografie, Taschen, Accessoires, Mode 26. – 27. September

RUNDE SACHE Keramik: Hannelore Leich, Glas: Alkie Osterland Schmuck: Heide Baur, Bärbel Gallenmüller, Karen Philipp, Textil: Tiina Kirsi Kern, Monika Kurz-Werner, Ulrike Rinnert 30. September

SCREENING · Performance/Dokumentation Nezaket Ekici, Hyun-Joo Min, Justyna Köke, EXPedition u. a. Fotografie, Film, Text, LivePerformance, 20.00 h Hölderlinstraße 17, Tel 29 78 12, Mi - Fr 16 - 19h Sa 11 - 16h, www.gedok-stuttgart.de

bbK WüRttEmbERGS e.v 20. September – 11. oktober

u15  Eugensplatz

Farbräume – Sinn und Sinnlichkeit Susan Tauss Melodie, Struktur, Rhythmus, Wiederholung - unendliche Farbenfreude -vitales, erfrischendes Leben kommt uns aus Susan Tauss Papierobjekten entgegen. Susan Tauss verläßt die Zweidimensionalität. Sie wird plastisch, sinnlicher. Beim farbenfrohen Spiel der Objekte sind weitere Sinne gefragt: Kissenbilder wollen auch gerochen und gehört werden! Sie nehmen uns mit in helle und dunkle Klänge der Seele, des Lebens oder des Jahreslaufes. Eugenstrasse 17, Tel 83 85 99 3, Sa 14 - 18h So 11 - 16h, www.bbk-wuerttemberg.de ’dEcK – GalERiE FüR aKtuEllE KunSt 19. September – 1. november

u5, u6, u7  olgaeck

Ruptures · Sabrina Small Zeichnungen Sonnenbergstraße 5a, Tel 601 48 18 Di – Fr 11 – 19 h, u.n.V., www.deck-galerie.de GalERiE REinhaRd hauFF 11. September – 31. oktober

 Rotebühlplatz

La Haine Scénario · Mathieu Kassovitz Paulinenstraße 47 Tel 60 97 70 Di – Fr 13 – 18 h, Sa 11 – 15 h, u.n.V. www.reinhardhauff.de KOMPASS – 29

www.artbunk.de


18. September – 5. oktober

hoSPitalhoF 18. September – 18. oktober

 Stadtmitte

Blut im Schuh · Gabriela Oberkofler Zeichnung, Installation gott ist aus gold · Siggi Hofer Installation Gymnaiumstr. 36/Büchsenstr. Tel 206 81 50/ 132 Mo – Fr 14 – 17 h, So, Ft 11 – 12.30 h www.hospitalhof.de

Nach der Tragödie bleibt noch der überzuckerte Tanz mit Dir · Olaf Habelmann Installation und Collagen Reinsburgstraße 93, Tel 65 00 67 Mo 21.30 h – 24h, u.n.V., www.oberwelt.de PaRRotta contEmPoRaRY aRt 11. September – 17. oktober

bus 42  Reinsburgstraße

GalERiE dER Stadt albStadt bis 27. September

Zeichnungen Martina Alt-Schäfer, Ulf Cramer, Otto Dix Kirchengraben 11, Albstadt-Ebingen Tel 0 74 31 / 160 14 91 / -93 Di – Fr 11 – 13 h, 14 – 17 h, Sa, So, Ft 11 – 17 h www.galerie-albstadt.de GalERiE dER Stadt bacKnanG

Jeu Blanc · Young-Hee Hong Installation Diemershaldenstraße 11, Tel 239 25 19 Di – Do 14 – 18.30 h, Do 10 – 13 h, Fr 14 – 17.30 h www.institut-francais.fr

Kriegzeichnungen und -radierungen Jules de Bruycker Zeichnungen und Radierungen Randerscheinungen · Johannes Lotz Malerei Augustenstraße 87 – 89, Tel 69 94 79 10 Di – Sa 14 – 19 h, www.parrotta.de

KunStmuSEum StuttGaRt

StaatSGalERiE StuttGaRt

StädtiSchE GalERiE biEtiGhEim-biSSinGEn

bis 1. november

bis 25. oktober

bis 11. oktober

inStitut FRanÇaiS StuttGaRt 23. September – 07. oktober

u15  Eugensplatz

u5, u6, u7  Schlossplatz

Kaleidoskop. Hoelzel in der Avantgarde Adolf Hölzel Siehe Artikel Seite 23 bis 4. oKtobER

Licht und Dunkel · Ben Willikens

bis 1. november

19. SEPtEmbER – 13. dEzEmbER

Film und Foto : Eine Hommage Gruppenausstellung Konrad-Adenauer-Straße 30 – 32, Tel 47 04 00 Mi, Fr – So 10 – 18 h, Di, Do 10 – 20 h www.staatsgalerie.de

Frischzelle 11 · Nasan Tur Kleiner Schlossplatz 1, Tel 216 21 88 Di – So 10 – 18 h, Mi, Fr 10 – 21 h www.kunstmuseum-stuttgart.de KünStlERhauS StuttGaRt bis 12. September

 Schwabstraße

Stadtstaat Metahaven Grafikdesign, Architektur, Kunst 19. September – 28. november

4. Stock: Ei Arakawa Cornelius Cardew and the Freedom of Listening, mit Luke Fowler u.a.. Kuratiert von Lore Gablier, Dean Inkster und Jean-Jacques Palix. Eine Coproduktion mit dem CAC Bretigny Reuchlinstraße 4b, Tel 61 76 52, Mi – So 15 – 19 h www.kuenstlerhaus.de KunStStiFtunG badEn-WüRttEmbERG 11. September, 19 h

Eröffnung des Kunstbüros Baden-Württemberg Vortrag von: Dr. Joachim Blüher, Direktor der Villa Massimo, Rom: „Villa Massimo – 100 Jahre deutsche Kunstförderung. Vom Rompreis zur modernen Akademie“ Gerokstr. 37, Tel 236 47 20, Mo – Fr 9.30 – 13.30h, Sa 11 – 15h, u.n.V., www.kunststiftung.de obERWElt e.v. 10. – 12. September

 Schwabstraße

Oberwelt Berlin Eröffnungsfestival Neueröffnung in den Räumen des neuen Problems. Umfangreiches Programm mit Mitgliedern und Gästen. Auguststr. 21, Berlin Mitte Tel 030 / 68 23 75 55, Do – Sa 14 – 24 h 30 – KOMPASS

u1, u2, u9,  Staatsgalerie

Wie wohnt die Königin? Das „Olga-Album“· Franz Heinrich, Pieter Francis Peters, Johann Caspar Obach, Adolf Charlemagne Jean Baptiste Fortune de Fournier

StadtbibliothEK StuttGaRt 14. September – 24. oktober

 charlottenplatz

Blick auf „Momo“ – Illustrationen Friedrich Hechelmann Konrad-Adenauer-Straße 2, Tel 216 57 44/ -45/-88 Mo – Fr 10 – 19h, Sa 10 – 19h www.stuttgart.de/stadtbuecherei StuttGaRtER KünStlERbund bis 12. September

u5, u6, u7  Schlossplatz

Sommerausstellung der Künstlermitglieder Abstrakte – Gegenstandslose Am Schlossplatz 2, Café Künstlerbund Tel 227 00 36, Mo – So 9 – 1 h www.kuenstlerbund-stuttgart.de WüRttEmbERGiSchER KunStvEREin 12. September – 15. november

u5, u6, u7  Schlossplatz

Peggy Buth. Desire in Representation Installation Schlossplatz 2, Tel 22 33 70 Di, Do – So 11h – 18h, Mi 11 – 20 h www.wkv-stuttgart.de

26. September – 15. november

Thomas Kitzinger Malerei Stiftshof 2, Tel 0 71 91 / 34 07 00 Di – Do 17 – 19 h, Fr, Sa 17 – 20 h, So 14 – 19 h www.backnang.de Pop Polit Pin ups Pop Art Grafik aus der Sammlung Beck Hauptstraße 60 – 64, Tel 0 71 42 / 7 44 83 Di – Fr 14 – 18 h, Do 14 – 20 h, Sa, So, Fr 11 – 18 h www.bietigheim-bissingen.de KunStWERK SammlunG KlEin nuSSdoRF bis 4. oktober

Hängung #4 · Querschnitt Robert Rauschenberg, Alex Katz Gottfried Helnwein, Gregory Crewdson Tatsumi Orimoto, Atta Kim, u.a. Malerei, Fotografie, Objekte, Installationen Siemensstraße 40, Eberdingen-Nussdorf Tel 0 70 42 / 376 95 66, Mi, So 11 – 16 h, u.n.V. www.sammlung-klein.de villa mERKEl bis 27. September  Esslingen

Jean Pierre Viot 12 Jahre Konkrete Kunst 1997-2009 Der Esslinger Kunstverein e.V. zu Gast in der Villa Merkel Pulverwiesen 25, Esslingen, Tel 35 12 26 40 Di 11 – 20 h, Mi – So 11 – 18 h www.villa-merkel.de GalERiE dER Stadt FEllbach bis 12. oktober

u1 Fellbach  lutherkirche

Die Welt im Wohnzimmer - The world at home Timm Ulrichs Marktplatz 4, Tel 585 14 17, Di – Fr 16 – 19 h Sa -So 14 – 18 h, www.fellbach.de StädtiSchE GalERiE FildERStadt 20.September – 11. oktober

heute und vor 20 Jahren · Dozenten und Dozentinnen der Kunstschule Filderstadt Bernhäuser Hauptstraße 2, im Bürgerzentrum Tel 745 15 93, Fr, Sa 15 – 18 h, So 11 – 17 h www.staedtische-galerie-filderstadt.de

die Region im September KunSthallE GÖPPinGEn bis 27. September

Anna lacht nicht · Henk Visch Skulpturen Marstallstraße 55, Göppingen Tel 0 71 61 / 65 07 78 Di – Fr 13 – 19 h, Sa, So , Ft 11 – 19 h www.kunsthalle-goeppingen.de StädtiSchE muSEEn hEilbRonn bis 4. oktober

Wenn Skulpturen zu Steinbrüchen werden Michael Schoenholtz Skulpturen bis 04. oktober

Ben Willikens Aquarelle Deutschhofstraße 6, Tel 0 71 31 / 56 22 95 Di – Fr 10 – 13 h und 14 – 17 h, Sa, So, Ft 11 – 17 h 1. Do im Monat 10 – 13 h, 14 – 21 h www.museen-heilbronn.de badiSchER KunStvEREin bis 6. September

Lutz Fezer und Daphne Walch · Confessions of Grass is Green and Girls are Pretty 25. September – 22. november

The Last Days of Jack Sheppard Anja Kirschner & David Panos 57minütige Filmvorführung Waldstraße 3, KA, Tel 07 21/ 282 26 Di – Fr 11 – 19 h, Sa, So,Ft 11 – 17 h www.badischer-kunstverein.de zKm / KaRlSRuhE bis 18. oktober

museum für neue Kunst

Extended. Sammlung Landesbank Baden-Württemberg bis 3. dezember

Collectors’ Choice II bis 18. oktober

Projektraum

Martin Walde. Hallucigenia bis 10. Januar 2010

Subraum des zKm_Kubus

<SA/JO>: MicroSonical Shining Biospheres No. 1 (2009), Eine begehbare MikroKlang-FarbLichtEreignis-Sphäre, Do–So 14–18 h, Eintritt frei bis 6. September

Projektraum EG

Record > Again! 40jahrevideokunst.de – Teil 2 Lorenzstraße 19, KA, Tel 07 21 / 81 00 12 00 Mi – Fr 10 – 18 h, Sa, So 11 – 18 h www.zkm.de KOMPASS REGION – 31


Ferenbalm-Gurbrüstation

Stadt Ludwigsburg

kunstverein reutlingen

Ulmer Museum

bis 6. September

bis  22 November

20. September – 15. November

5. September – 15. November

Die Medienorgel Episode 5 | unpitched Bretz/ Holliger

AUSSERDEM – Kunst im öffentlichen Raum Ludwigsburg · Edgar Gutbub, Hans Hemmert, Knowbotic Research, Francesco Mariotti, Elodie Pong, Hedi Schwöbel, Timm Ulrichs Skulpturen, Objekte und Installationen Königsallee 35, Ludwigsburg Tel 0 71 41 / 910 20 09 www.kunsttriennale-ludwigsburg.de

Stahlarbeiten und Zeichnungen Robert Schad Eberhardstraße 14, Reutlingen Tel 0 71 21 / 33 84 01 Mi – Fr 14 – 18 h, Sa, So 11 – 17 h www.kunstverein-reutlingen.de

Wandmalerei · Jörg Eberhard

Städtisches Museum Ludwigsburg

Skulpturen-Rundgang · EBBA Kaynak , Robert Schad Führung 15 h

18. September – 30. Oktober

Swinging on the Wrecking Ball Gruppenausstellung Passagenhof 13, Karlsruhe, Tel 07 21 / 151 69 16 Mi, Fr 15 – 20 h, Sa 11 – 14 h, u.n.V. www.ferenbalm-gurbrüstation.de Städtische Galerie Karlsruhe bis 27. September

Dürer, Rembrandt, Baselitz...Meisterwerke der Druckgrafik · Callot, Carracci, Canaletto u.a. Schwerpunkt der Ausstellung bilden kostbare Kupferstiche und Radierungen von deutschen, französischen, italienischen und niederländischen Künstlern des 15. bis 18. Jahrhunderts. Sie stammen aus der Kollektion des Karlsruher Juristen Ferdinand Siegel, dessen Sammlung 1896 als Geschenk der Erben in den Besitz der Stadt gelangte. Im ZKM Gebäude, Lichthof 10 Lorenzstraße 27, Tel 07 21 / 133 44 01 Mi – Fr 10 – 18  h, Sa,So 11 – 18 h www.staedtische-galerie.de Städtische Galerie im Kornhaus bis 20. September

Wahlverwandtschaften Sammlung Doris Nöth Mythos-Körper-Raum-Zeit Max-Eyth-Straße 18, Kirchheim/Teck Tel 0 70 21 / 97 30 32 Di 14 – 17 h, Mi – Fr 10 – 12 h und 14 – 17 h Sa, So, Ft 11 – 17 h www.kirchheim-teck.de

bis 18. Oktober

Gesichter der Stadt Grafiken und Fotografien Wilhelmstraße 9/1 Tel 0 71 41/ 910 22 90 Mi – So 10 – 12 h und 13 – 17 h www.ludwigsburg.de Kunstverein Nürtingen e. V. 27. September – 1. November

Raum.Zeichnung · Andreas Schmid Lichtinstallation gemeinsam mit der Sammlung Domnick, Nürtingen Mühlstraße 16, Tel 0 70 22 – 412 47 Do 17 – 20 h, So 11 – 17 h www.kunstverein-nuertingen.de Städtische Galerie Ostfildern bis 8. September

barock me! · Gerold Tusch und Georg Winter 27. Sept. – 10. November

ABRISS (Ein Abriss) · Martin Bruno Schmid Gerhard-Koch-Straße 1, Ostfildern, Tel 340 41 03 Mo, Di, So 15 – 18 h, Do 15 – 20 h (in Schulferien bis 18 h), Fr 10 – 13 h www.ostfildern.de Schmuckmuseum Pforzheim bis 18. Oktober

galerieverein leonberg e.v. 13. September – 1. November

augenweiden Willi Siber Skulpturen, Objekte, Tafeln Zwerchstraße 27, Leonberg, Tel 0 71 52 / 39 91 82 Di, Mi, Do, Sa, So 14 – 18 h www.galerieverein-leonberg.de Galerie 5Räume bis 27. September

Begleitausstellung zu „AUSSERDEM - Kunst im öffentlichen Raum Ludwigsburg“ Marktplatz 4, LB, Tel 0 71 41 / 488 35 54 Mi – Fr 15 – 19 h, Sa 11 – 16 h www.5raeume.com

32 – KOMPASS REGION

Schmuck von David Watkins eine Retrospektive Jahnstraße 42, Pforzheim, Tel 0 72 31 / 39 21 26 Di – So, Ft 10 – 17  h www.schmuckmuseum.de Städtisches Kunstmuseum Reutlingen bis 20. September

Spendhaus: horizontal - vertikal · Jo Achermann bis 20. September

Grenzgänger Grieshaber und die DDR HAP Grieshaber Dokumentation 19. September – 15. November

Keramik. Skulptur. Innstallation Stephan Hasslinger Tel 0 71 21 / 303 23 22 Di – Sa 11 – 17  h, Do 11 – 19  h, So 11 – 18 h www.reutlingen.de/kunstmuseum

Galerien Kunst und Technik Schorndorf 6. September

18. September – 1. November Stadtmuseum Schorndorf

Im Zeichen des Widder Martin Hudelmaier Eine Retrospektive zum 60. Geburtstag Di – Fr 14 – 17 h, Sa 10 – 12 und 14 – 17 h So und Ft 10 – 17 h 19. September, ab 19 uhr

Schorndorfer Kunstnacht Das große Kunstspektakel mit offenen Ateliers, Galerien, Museen, Vernissagen, Aktionen, Installationen, Lesungen, Performances, , Theater und Live-Musik bis 13. September

RUE DES ARTS/Kunststraße Gruppenausstellung Im gesamten Stadtgebiet werden die Werke von fünfzig teilnehmenden Künstlern einander gegenübergestellt. Fotografie, Objektkunst, Malerei, Installation, Zeichnung, Grafik, Bildhauerei, Film 20. September – 5. November

Soulfood – Seelenfutter · Wolf Nkole Helzle und Masayuki Akamatsu Interaktive Medieninstallationen 19. September – 18. Oktober

Spannungshäuser · Transformatorenhäuser in Baden-Württemberg und Europa · Eberhard Klasse Fotoausstellung Arnoldstraße 1, Schorndorf Tel 0 71 81 / 60 24 41 Di – Sa 10 – 12 h und 14 – 17 h, So 10 – 17 h www.kulturforum-schorndorf.de Kunststiftung Erich Hauser

5. September – 15. November

Damenwahl: Ankäufe seit 1990 Kiki Smith, Carol Rama, Jenny Holzer Ida Applebroog u.v.a. Auswahl der Ankäufe aus der Zeit von Dr. Brigitte Reinhardt als Direktorin des Ulmer Museums. 13. September bis 29. November

Bildhauer im Zeitalter der Reformation Daniel Mauch (1477–1540) Marktplatz 9, Ulm, Tel 0 97 31 / 161 43 30 Di – So 11 – 17 h, Do 11 – 20 h www.museum.ulm.de Galerie Stihl waiblingen bis 20. September

Kunst = Leben · John Cage, Robert Rauschenberg, Nam June Paik u.a Musik, visuelle Arbeiten Weingärtner Vorstadt 12, Waiblingen, Tel 0 71 51 / 180 37 Di – So 11 – 19 h, Do 11 – 20 h www.galerie-stihl-waiblingen.de bis 20. September

Galerie im Kameralamt

Landschaft mit Rems · Jürgen Palmer Klanginstallation Lange Straße 40, Waiblingen Tel 0 71 81 / 180 37 Di – So 14 – 19 h, Do 14 – 20 h www.waiblingen.de Museum Ritter bis 27. September

Die Quadratur des Quadrats Eine Introspektive · François Morellet Seit über einem halben Jahrhundert schafft François Morellet abstrakte Kompositionen in verschiedenen Materialien und Techniken und vereint dabei eine rational systematische Vorgehensweise mit spielerischer Leichtigkeit und hintergründigem Humor. Geometrische Malerei, Klebeband- und Raster­ arbeiten, Lichtinstallationen aus farbigen Neonröhren Alfred-Ritter-Straße 27, Waldenbuch Tel 0 71 57 / 53 51 10, Di – So 11 – 18 h www.museum-ritter.de

bis 27. September

Erich Hauser – der Druckgrafiker Saline 36, Rottweil, Tel 07 41 / 280 01 80 Mi – Do 9 – 13 h und 14 – 17 h u.n.V. www.erichhauser.de

KOMPASS REGION – 33


vernissagen in September 3. 9. 19.00 h ARTARY Galerie

Johannes Tiepelmann

4. 9. 19.00 h Ulmer Museum

Jörg Eberhard

10. 9. 19.00 h Parrotta Contemporary Art

Jules de Bruycker & Johannes Lotz

11. 9. 19.00 h Kunstbüro Baden-Württemberg

Eröffnung

13. 9. 11.30 h Ulmer Museum 11.15 h Galerieverein Leonberg

Daniel Mauch Willi Siber

17. 9. 19.00 h Stadtmuseum Schorndorf

Martin Hudelmaier

18. 9. 19.00 h 19.00 h 19.00 h 19.00 h 20.00 h

Stephan Hasslinger Nasan Tur Gruppenausstellung Gabriela Oberhofler & Siggi Hofer

Galerienrundgang Karlsruhe Kunstmuseum Reutlingen Kunstmuseum Stuttgart Künstlerhaus Stuttgart Hospitalhof Stuttgart

19. 9. 11.00 h ’DECK – Galerie für aktuelle Kunst 19.00 h Kulturforum Schorndorf 19.00 h Schorndorfer Kunstnacht

Sabrina Small Wolf Nkole Helzle,Masayuki Akamatsu

20. 9. 11.00 h Kunstverein Reutlingen 11.00 h Städtische Galerie Filderstadt 11.00 h Bund Bildender Künstlerinnen BW e. V

Robert Schad Gruppenausstellung Susan Tauss

23. 9. 19.30 h Kunstbetrieb 7 19.30 h Institut Français de Stuttgart

Dietmar Lutz Young-Hee Hong

24. 9. 20.00 h Akademie Schloss Solitude 19.00 h Badischer Kunstverein

Gruppenausstellung Anja Kirschner & David Panos

25. 9. 20.00 h Galerie der Stadt Backnang 18.00 h GEDOK Stuttgart

Thomas Kitzinger Ragani Haas u.A.

27. 9. 11.15 h Städtische Galerie Ostfildern 11.30 h Kunstverein Nürtingen e.V

Martin Bruno Schmid Andreas Schmid

Impressum Sonnendeck Schwerpunktthemen im oktober: Restaurierung, im november: Writer’s ten

Herausgeber mario Strzelski (v.i.S.d.P.) Redaktionsadresse Sonnenbergstraße 5a, 70184 Stuttgart, tel: 0711 / 601 48 18, Fax: 0711 / 248 69 60 redaktion@sonnendeck-stuttgart.de Auflage 10.000 Exemplare Grafik-Design müller Steeneck, Stuttgart Redaktion hansjörg Fröhlich (hjf), michael Reuter (mr), Jörg Scheller (js), mario Strzelski (mst) Elsa-laura horstkötter (elh), manuel Kreitmeier (mk) Mitarbeit Pia Kupke Druck meindruckportal.de Auslegeorte Stuttgart Rathaus, zentrum Rotebühlplatz, Kulturzentrum tagblattturm, Württ. Kunstverein, Wittwer Königstraße, Stadtbücherei, i-Punkt, Staatsgalerie, lindenmuseum, theaterhaus Auslegeorte Region zKm, Kunsthalle Göppingen, Schmuckmuseum Pforzheim, museum Ritter, Kunstmuseum Reutlingen, Kunsthalle Karlsruhe, hfG Karlsruhe, ulmer museum, vhS Esslingen, Städtische Galerie Esslingen, badischer Kunstverein Anzeigen anzeigen@sonnendeck-stuttgart.de Abonnements für 28,– EuR pro Jahr, abo@sonnendeck-stuttgart.de Internet www.sonnendeck-stuttgart.de Titelmotiv icE 1091 Sprinter berlin – münchen, Foto: ©Steeneck anzeigen sind im Format 1/1, 1/2 (hoch- und querformatig) und 1/4 buchbar laut Preisliste. Redaktions- und anzeigenschluss ist jeweils der 10. des vormonats. Freie artikel und leserbriefe nimmt die Redaktion dankend entgegen. die Redaktion behält sich das Recht zum abdruck und zu Kürzungen vor. auf Wunsch gestalten wir ihnen ihre anzeige.

34 – KOMPASS

Großhandel für Künstlerbedarf Künstlermaterialien und Einrahmungsbedarf zu außergewöhnlich günstigen Großhandelspreisen Verkehrsgünstig in der Nähe des Flughafens gelegen, bieten wir Ihnen auf einer Gesamtfläche von 3.700 m2 eine Riesenauswahl an Farben, Stiften, Papieren, Keilrahmen, Pinseln, Werkzeugen, Grafikzubehör, Materialien zum plastischen Arbeiten in Keramik, Stein und Holz sowie Bilderrahmen und Galeriebedarf. Dazu erhalten Sie die Leistungen unserer Rahmenateliers und eine große Auswahl an Büchern für den Kunstbereich.

Als Fachgroßhandel verkaufen wir an Künstler, Grafiker, Restauratoren, Designer und verwandte Berufe, Fachgeschäfte für Künstlerbedarf, Galerien, Museen, Kunstakademien, Kunstschulen, therapeutische Einrichtungen sowie an gewerbliche Unternehmen. Geöffnet ist montags bis freitags 9.30 - 18.00 Uhr mittwochs 9.30 - 20.00 Uhr samstags 9.30 - 16.00 Uhr

boesner GmbH Sielminger Straße 82 70771 Leinfelden-Echterd./Stetten Fon 0711-7974050 Fax 0711-7974090 e-mail: info@boesner-stuttgart.de www.boesner.com


e i n e o p e r v o n Gaetano Donizetti m u s i k a l i s c h e l e i t u n g Patrick Fournillier | r e g i e Olga Motta p r e m i e r e 3. Oktober 2009, 19 Uhr | Opernhaus w e i t e r e v o r s t e l l u n g e n a m 06.10. | 11.10. | 03.11. | 19.11. | 23.11. 31.12.2009 | 04.01. | 09.01. | 15.01.2010

K A R T E N 0 7 1 1 . 2 0 2 0 9 0 | W W W. S TA AT S T H E AT E R - S T U T T G A R T. D E


Sonnendeck Stuttgart 0909