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STEINMETZ ZENTRUM Bildungszentrum f端r das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk

Chancen in Gegenwart und Zukunft


Allem Leben, allem Tun, aller Kunst muss das Handwerk vorausgehen. Johann Wolfgang von Goethe

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Vom Stein zum Handwerk Elmkalkstein – seit Jahrhunderten wird er im Elm gebrochen und von Steinmetzen und Bildhauern zu steinernen Bildwerken geformt. Bis heute wird er wegen seiner bildnerischen und bautechnischen Eigenschaften geschätzt. Ein herausragendes Zeugnis seiner Verwendung ist der Kaiserdom in Königslutter - ein Kleinod der romanischen Baukunst. In einmaliger Form verbindet er die Steinbildhauerkunst der Lombardei mit dem romanischen Baustil. Italienische und deutsche Meister, Gesellen und Lehrlinge formten in Bauhütten gemeinsam die Natursteine für dieses Bauwerk und legten damit die Wurzeln für eine Steinmetz- und Steinbildhauertradition in Königslutter, die heute vom Bildungszentrum für das Steinmetzund Bildhauerhandwerk fortgeführt wird.

Königslutter - ein handwerkliches Zentrum für Steinmetze und Bildhauer Im Jahr 1981 wurde das Bildungszentrum für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk, kurz Steinmetzzentrum, in Königslutter eröffnet. Es ist eine überregionale Aus- und Fortbildungsstätte und bundesweit das einzige anerkannte Kompetenzzentrum für Steinmetzen und Steinbildhauer. Seit April 2005 ist es nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Getragen wird es von der Handwerkskammer Braunschweig. Bereits 1941 wurde in unmittelbarer Nähe des Kaiserdoms die Steinmetzschule Königslutter - eine Berufs- und Steintechnikerschule- errichtet. Heute ist dort ein sehenswertes Steinmetzmuseum untergebracht. 1984 wurde die Schule in der Nähe des Steinmetzzentrums neu erbaut. Damit besteht in Königslutter ein handwerkliches Zentrum, das an einem Ort alle Ausbildungsgänge komplett für ein Handwerk anbietet - das ist einmalig in Deutschland.


Erfahrung, Kenntnisse und Fertigkeiten Erfolgreiches Handeln setzt Erfahrung, Kenntnisse und Fertigkeiten voraus - drei Qualitäten, die das Steinmetzzentrum in sich vereint und die es an Meister, Gesellen und Lehrlinge weitergeben möchte. Dafür stehen qualifizierte Lehrkräfte, moderne Gerätschaften, Werkhallen und Unterrichtsräume bereit. Durchgeführt werden Meistervorbereitungslehrgänge, Lehrgänge zur Denkmalpflege für Meister und Gesellen und zahlreiche Erwachsenenfortbildungsseminare. Für Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Hamburg und Bremen ist das Zentrum für die überbetriebliche Lehrlingsausbildung der Steinmetzen und Steinbildhauer zuständig - eine Aufgabe, die das Steinmetzzentrum in enger Kooperation mit dem Deutschen Bundesinnungsverband für das Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauerhandwerk, den Landesinnungsverbänden und dem Berufsbildungswerk des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks e.V. übernommen hat. Übernachten können die Lehrlinge in einem modern ausgestatteten Gästehaus mit insgesamt 89 Betten. Freizeit- und Mehrzweckräume mit Billardtisch und Fitnessgeräten sorgen für Unterhaltung auch am Abend oder Wochenende.

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Meisterausbildung mit Tradition und Herz Seit 1941 werden in Königslutter Meister ausgebildet. Diese Tradition führt das Steinmetzzentrum fort - mit einer Erfolgsquote von über 99 Prozent bestandener Prüfungen. Der Schlüssel zu diesem überaus guten Ergebnis ist neben der fachlichen Qualifikation vor allem die individuelle Betreuung der Schüler durch die Lehrmeister und Dozenten. Engagiert helfen sie den angehenden Meistern - auch außerhalb des normalen Unterrichts - auf ihrem Weg zum erfolgreichen Abschluss. Das Steinmetzzentrum vermittelt in den Meisterlehrgängen die Qualifikationen, die die Teilnehmer befähigen, in der Praxis zu bestehen. Dabei geht es nicht nur um fachliche Inhalte, sondern auch um unternehmerisches Handeln und Denken. Komplettiert werden die Kurse durch Ausbildungsinhalte, die nicht in jedem Betrieb gang und gäbe sind, und EDV-Schulungen. Wer innerhalb eines Jahres seinen Meister machen will, der besucht den Vollzeit-Lehrgang. Wer nebenbei weiter arbeiten möchte, kann die berufsbegleitenden Lehrgänge besuchen. Das Steinmetzzentrum bietet auch genug Raum und Ruhe für die eigene Vorbereitung. Dafür stehen am Abend und am Wochenende Unterrichtsräume und Werkhallen zur Verfügung.


Steinrestauratorenlehrgang - die Königsklasse Er ist die Fortbildung der Königsklasse im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk: der Steinrestauratorenlehrgang. Diesen Lehrgang hat das Steinmetzzentrum zum ersten Mal bundesweit im Jahr 1984 eingeführt. Mit ihm können Steinmetz- und Steinbildhauermeister ihr Wissen und Können in der Steinrestaurierung vervollkommnen und dürfen sich nach bestandener Prüfung zusätzlich mit dem Titel “Restaurator im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk” schmücken. Restauratorenlehrgänge finden berufsbegleitend statt: ein Mal pro Monat von Donnerstag bis Samstag; im Winterhalbjahr in zehn Wochenblöcken.

Mit dem Steinmetzzentrum auf dem neuesten Stand Technik, Wirtschaft und Gestaltung wandeln sich in immer kürzerer Zeit. Mit dem Steinmetzzentrum bleiben die Steinmetzen und Bildhauer auf dem neuesten Stand. Es hat das umfangreichste Fortbildungsangebot im Steinmetz- und Steinbildhauergewerbe bundesweit. Ob Schriftgestaltung, Porträtmodellieren oder Grabmalgestaltung, ob Bronzeguss, Punktieren oder Schmieden, ob Schleifen, Bauversetztechniken für Bodenbeläge und Fassaden oder Treppenkonstruktion, ob Grabmalfundamentierung und -verdübelung, Vergolden oder Verbleien, ob CNC und CAD, Gesteinskunde oder Restaurierungsthemen - die fachliche Seite wird komplett abgedeckt. Darüber hinaus werden EDV-, Marketing-, 6

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Kalkulations- und VOB-Seminare durchgeführt.


Erfolg mit internationaler Kompetenz Steinmetzen und Steinbildhauer sind schon immer auf Wanderschaft gegangen. Internationale Erfahrung hat dieses Handwerk seit jeher geprägt. Angesichts der zunehmenden Europäisierung wird internationale Kompetenz auch im Handwerk immer wichtiger. Diese Kompetenz will das Steinmetzzentrum fördern und den Austausch insbesondere im europäischen Raum unterstützen. Dazu dienen Kontakte nach Nîmes (Südfrankreich), Posen (Polen), Fines (Andalusien) und vor allem in das Mekka des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks, nach Carrara (Italien). In Nîmes, wo die Partnerkammer der Handwerkskammer Braunschweig beheimatet ist, finden regelmäßig Steinmetzwettbewerbe und Symposien statt, an denen auch Lehrlinge aus Königslutter teilnehmen. Die Kontakte zu Posen haben zu Ausbildermaßnahmen geführt, die sich mit speziellen Modelliertechniken befassen. Besonders abenteuerlustige Lehrlinge können im Rahmen eines Leonardo-Projekts eine 13-wöchige Ausbildung in Carrara absolvieren. Auch die Ausbilder haben die Möglichkeit sich - ebenfalls im Rahmen eines Leonardo-Projekts - immerhin für eine Woche in Carrara weiterzubilden. Das Steinmetzzentrum möchte durch diese Maßnahmen und Projekte den Handwerkern Einblicke in andere Arbeits- und Lebensweisen ermöglichen und damit ihre Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern - Know-how-Transfer wie seinerzeit im Jahre 1135, als der Grundstein für den Dom in Königslutter gelegt wurde und italienische und deutsche Meister,

© Design und Layout: ART de facto, Braunschweig

Gesellen und Lehrlinge das heutige Wahrzeichen der Stadt am Elm errichteten.


Handwerkskammer Braunschweig Bildungszentrum fĂźr das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk Dr.-Heinrich-Gremmels-Str. 15 38154 KĂśnigslutter Telefon: (0 53 53) 95 15 10 Telefax: (0 53 53) 95 15 20 info@steinmetzzentrum.de www.steinmetzzentrum.de

Steinmetz-Broschüre  

Steimetz, Broschüre

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