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PACKEN WIR’S AN: VALIDIERUNG VON LERNERGEBNISSEN NICHTFORMALER UND INFORMELLER BILDUNG BIS 2018!


STR ATEGISCHER LEITFADEN FÜR VERSTÄRK TE VALIDIERUNG VON LERNERGEBNISSEN UND ZUR ERHÖHUNG DER TEILNAHME AN NICHTFORMALEM UND INFORMELLEM LERNEN IN EUROPA


Autor/innen: Marlies Auer, BFI Oberösterreich, Österreich Dr. Luis Carro, Universidad de Valladolid, Spanien Liliya Elenkova, ISI, Bulgarien Audrey Frith, EUCIS-LLL Eve-Laure Gay, La Ligue de l’enseignement, Frankreich Stefan Georgiev, ISI, Bulgarien John Haataja, ABF, Schweden Judith Jackson, GFTU, Vereinigtes Königreich Claus Larsen-Jensen, FIC, Dänemark Begoña Lopez, La Liga, Spanien David Lopez, La Ligue de l’enseignement, Frankreich Isabelle Palanchon, CEMEA, Frankreich Agata Patecka, SOLIDAR Maria Pagousi, IME GSEVEE, Griechenland Vasilis Siomadis, IME GSEVEE, Griechenland Sharon Watson, WEA, Vereinigtes Königreich

Das Projekt „Building learning societies: Zur Förderung der Validierung von nichtformalem und informellem Lernen“ wurde unterstützt vom Programm für Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Publikation trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben. Diese Publikation steht Organisationen und Einzelpersonen zur freien Verfügung, eine Angabe der Urheberschaft wird dabei vorausgesetzt. Ohne schriftliche Genehmigung der Publizierenden darf diese Publikation auch nicht auszugsweise vervielfältigt, gespeichert oder in beliebiger Form für andere Zwecke übermittelt werden.

Koordinierung der Redaktion: Audrey Frith, EUCIS-LLL

Übersetzt aus dem Englischen von Christel Kröning (www.christelkroening.de) www.buildinglearningsocieties.org

Graphische Gestaltung:

www.studioengram.pl

©Publiziert von SOLIDAR und La Ligue de l’enseignement, Oktober 2014


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EINFÜHRUNG ZUM PROJEKT

In Zeiten rapide steigender Arbeitslosenzahlen – gerade unter Jugendlichen – und fehlenden wirtschaftlichen Wachstums, ist es dringend geboten, neue Bildungsmöglichkeiten außerhalb des formalen Systems und die daraus zu gewinnenden Fähigkeiten zu nutzen. Heutzutage leben mehr als 140 Millionen Menschen in der Europäischen Union in Armut oder sind von Armut bedroht, etwa 25 Millionen Menschen sind arbeitslos, davon 5,7 Millionen Jugendliche, und immer noch sind 77 Millionen Europäer/innen ohne Sekundarstufe II - Abschluss. Im Rahmen der Strategie „Europa 2020“ wird vor diesem Hintergrund die Wichtigkeit flexiblerer Bildungswege betont und die Validierung nichtformaler und informeller Bildung als grundlegend und in hohem Maße förderlich für die Erfüllung der vereinbarten sozialen Ziele angesehen: 20 Millionen weniger Menschen, die in Armut und sozialer Ausgrenzung leben, oder davon bedroht sind, 75 % der 20-64-Jährigen in Beschäftigung, Reduzierung der Schulabbruchrate auf unter 10 %. Zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wohlstands muss in Europa die richtige Kombination von Fähigkeiten und eine bessere Übereinstimmung mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes erreicht werden. (Quelle: Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur

Validierung nichtformalen und informellen Lernens.) Die Validierung von durch nichtformales und informelles Lernen erworbenen Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen kann die Funktionsfähigkeit des Arbeitsmarktes, die Mobilität der Arbeitnehmer sowie die Motivation für lebenslanges Lernen unter benachteiligten Gruppen und Arbeitslosen wesentlich verbessern, besonders im Kontext der Wirtschaftskrise, der steigenden Arbeitslosigkeit, des demografischen Wandels und der zurückgehenden durchschnittlichen Teilnahme an lebenslangem Lernen (2011: 8,9 %, bei einer von der EU angestrebten Teilnahmerate von 15 % für 2020). Gegenwärtig steht die Europäische Kommission vor zwei zentralen Herausforderungen: (Quelle: Folgenabschätzung. Begleitunterlage zum Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens.) 1. Validierungsmöglichkeiten sind begrenzt und werden in den meisten Mitgliedstaaten zu wenig genutzt. Da Möglichkeiten zur Validierung begrenzt sind und sie nur unzureichend genutzt werden, bleiben bestimmte Fähigkeiten verborgen und werden somit nicht in vollem Maße im Interesse der Einzelperson, der Wirtschaft oder der Gesellschaft als Ganzes ausgeschöpft.


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2. Mangelnde Vergleichbarkeit und Kohärenz zwischen den Validierungsansätzen der Mitgliedstaaten. Dadurch können die Bürgerinnen und Bürger die Lernergebnisse, die sie in unterschiedlichem Rahmen, auf unterschiedlichem Niveau und in unterschiedlichen Ländern erworben haben, nur schwer miteinander kombinieren. In der Strategie „Europa 2020“ für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum wird die Notwendigkeit flexiblerer Lernwege hervorgehoben; die Validierung der Ergebnisse nichtformalen und informellen Lernens wird als eine Voraussetzung angesehen und kann in hohem Maße zur Erfüllung der vereinbarten sozialen Ziele beitragen: mindestens 20 Millionen weniger Menschen, die in Armut und sozialer Ausgrenzung leben, oder davon bedroht sind, 75 % der 20-64-Jährigen in Beschäftigung und eine Reduzierung der Schulabbruchrate auf unter 10 %. Im Rahmen des Projekts „Building learning societies: Zur Förderung der Validierung von nichtformalem und informellem Lernen“ soll eine Kampagne zur Validierung von Ergebnissen nichtformalen und informellen Lernens als Mittel für bessere Karriereaussichten entwickelt werden, um vermehrte Teilnahme an Aus- und Weiterbildung zu stimulieren. Die Projektpartner haben sich über bestehende Validierungspraktiken ausgetauscht und Methoden zur Identifizierung, Dokumentation, Bewertung und Zertifizierung der Ergebnisse nichtformalen und informellen Lernens entwickelt. Gemeinsam wurde eine EU-weite Aktionskampagne zur Förderung von Validierung unter Anbietern von Aus- und Weiterbildung für Erwachsene, Unternehmen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Organisationen und den Lernenden selbst gestartet. Durch das Zusammenbringen verschiedener Akteure, die Interessenträger im Validierungsprozess sind, wurde eine langfristige Kooperation auf nationaler und europäischer Ebene etabliert, um die Umsetzung der Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens weiter voranzutreiben. Darüber hinaus

soll das Projekt zu gesellschaftlicher Chancengleichheit beitragen und sein volles Potential durch das Konzept der „learning society“, der „Lernenden Gesellschaft“, entfalten, in der jeder individuelle Beitrag nutzbar gemacht sowie Kompetenzen und Fähigkeiten anerkannt und weiterentwickelt werden. Um dies zu erreichen, trägt das Projekt dazu bei, die Menschen zu motivieren, Weiterbildungsangebote außerhalb des formalen Systems zu nutzen und aktiv an nichtformalem und informellem Lernen teilzunehmen, besonders in Zeiten der Haushaltskonsolidierung, der steigenden Arbeitslosigkeit und der stagnierenden Wirtschaft. Dieser „Strategische Leitfaden für verstärkte Validierung von Lernergebnissen und zur Erhöhung der Teilnahme an nichtformalem und informellem Lernen in Europa“ wurde für all jene entwickelt, die mehr über Validierung von Lernergebnissen zur Verbesserung von Karriereaussichten und für mehr Teilnahme an lebenslangem Lernen wissen wollen.


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V OR W OR T

Um gleichen Zugang für alle zu hochwertiger Bildung und lebenslangem Lernen zu schaffen, müssen wir die Rolle von Bildung und lebenslangem Lernen als wichtiges Mittel für mehr bürgerliche, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Teilhabe in der Gesellschaft anerkennen. In Zeiten der wachsenden gesellschaftlichen Ungleichheiten und der Privatisierung von Bildung sind die Möglichkeiten, neue Kompetenzen und Fähigkeiten zu erlangen, für viele Menschen allerdings begrenzt. Die Anerkennung und Validierung von Lernergebnissen aus nichtformaler und informeller Bildung ist daher ein wirkungsvolles Instrument, um Ungleichheiten im Bereich Bildung zu überbrücken und soziale Inklusion zu fördern. Besonders sozioökonomisch Benachteiligte und die zahlreichen Menschen, denen Zugang zu und Teilnahme an formaler Bildung nur begrenzt möglich ist, sollen erkennen, dass die durch nichtformales und informelles Lernen erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen, z. B. im Zuge der Arbeit oder durch anderweitige Erfahrungen, gewinnbringende Anlagen darstellen können. So wird die Einzelperson durch einen Validierungsprozess insofern ermächtigt, als sie ein besseres Bewusstsein für ihr Portfolio an Fähigkeiten erlangt und dadurch mehr Möglichkeiten zu beruflichem Aufstieg, persönlicher Entwicklung und allgemeiner Verbesserung des eigenen Lebens bekommt.

Nichtformales und informelles Lernen spielen im Umfeld von Aus- und Weiterbildung eine wichtige Rolle. Wie die Erhebung über Erwachsenenbildung zeigt, nahmen in Europa 31,5 % der sich in Aus- und Weiterbildung befindenden Erwachsenen an nichtformalem Lernen teil, während nur 6,5 % formale Bildung zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen und zur Erweiterung ihrer beruflichen Perspektiven in Anspruch nahmen. Die in nichtformalem und informellem Umfeld erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen werden allerdings nachweislich viel zu wenig wertgeschätzt, nicht nur von den öffentlichen Einrichtungen und den Bildungsveranstaltern, sondern auch von den Arbeitgebern und den Lernenden selbst. Die Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens bereitet den Weg hin zu mehr Kooperation zwischen der EU und den Mitgliedstaaten mit dem Ziel, bis 2018 in allen Ländern nationale Strategien und Regelungen zur Validierung von Ergebnissen nichtformalen und informellen Lernens etabliert zu haben. Im Zuge dessen stehen alle Beteiligten – Institutionen, Akteure, Sozialpartner, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Aus- und Weiterbildungsanbieter – vor großen Herausforderungen bei der Etablierung von Validierung


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auf den verschiedenen Ebenen, und sollten daher zusammenarbeiten, um gemeinsam die Umsetzung und Förderung des Prozesses zu unterstützen.

besonders auch für Einzelpersonen, und dass sie das öffentliche Bewusstsein für Validierung von und die Teilnahme an nichtformalem und informellem Lernen erhöht.

Wir hoffen, dass die vorliegende Publikation sich als nützliche Lektüre für alle Beteiligten erweist,

Conny Reuter SOLIDAR Generalsekretär

Jean-Marc Roirant La Ligue de l’enseignement Generalsekretär


MIT WIRK ENDE

Österreich BFI Oberösterreich

Bulgarien Institute for Social Integration

Dänemark FIC – Fagligt Internationalt Center

Frankreich La Ligue de l’enseignement

Frankreich CEMEA

Griechenland IME GSEVEE

Spanien Liga Española de la Educación y la Cultura Popular

Schweden Arbetarnas Bildningsförbund (ABF)

Vereinigtes Königreich WEA UK

Vereinigtes Königreich GFTU Educational Trust

Europäisches Netzwerk SOLIDAR

Europäisches Netzwerk EUCIS-LLL


I N H A LT E U R O PÄ I S C H E R A H M E N B E D I N G U N G E N

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EU-Maßnahmen und Programme zur Förderung von Validierung und deren Einfluss

Empfehlungen zivilgesellschaftlicher Organisationen zur Validierung von Ergebnissen nichtformalen und informellen Lernens

Europäische Kommission, Ana Carla Pereira, Referatsleiterin der Abteilung „Strategien der Kompetenzen und Qualifikationen“

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VO R Z Ü G E U N D N U T Z E N VO N VA L I D I E R U N G V E R M I T T E L N

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Was motiviert mich und andere, die Validierung von nichtformalem und informellem Lernen zu fördern? Was wird für die Lernenden bewirkt?

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W I E G ES TA LT E I C H E I N E K A M PAG N E F Ü R M E H R VA L I D I E R U N G VO N N I C HT F O R M A L E M U N D I N F O RM E L L E M L E R N E N ?

Wie organisiere ich eine Kampagne?

Warum will ich diese Kampagne starten?

Was will ich erreichen?

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Wer kann Veränderungen bewirken?

Was muss ich dafür tun?

Finanzierung von Interessensvertretung

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Warum ist Validierung so wichtig? Beispiel für ein Thesenpapier

Anhang: Muster von Materialien für eine Kampagne

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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN EU-Maßnahmen und Programme zur Förderung von Validierung und deren Einfluss

* Siehe auch Glossar S.18

In den politischen Debatten der letzten 20 Jahre ging es darum, alle verschiedenen Formen des Lernens zusammenzubringen und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen auf unterschiedlichen Wegen erworbene Komptenzen und Bildung anerkannt und validiert und entsprechende Qualifikationen* somit dokumentiert werden können. Die Annahme der Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens am 20. Dezember 2012 zeugt von der potentiell wichtigen Rolle, die Validierung im Zusammenhang von Beschäftigung, Mobilität und lebenslangem Lernen zu spielen hat. Diese Entscheidung ist ein klarer politischer Anstoß mit dem Ziel, bis 2018 nationale Validierungsmechanismen etabliert zu haben.

b. [...] auf der Grundlage validierter nichtformaler und informeller Lernerfahrungen eine vollständige oder gegebenenfalls teilweise Qualifikation zu erhalten“

Laut der Partner verringert die ungleiche Verfügbarkeit von nationalen Anerkennungsmaβnahmen die Bildungsmöglichkeiten für Millionen von Europäern.

Validierung ermöglicht eine greifbare Anerkennung von nichtformalem und informellem Lernen. Allerdings ist die Umsetzung von Validierungsverfahren von Land zu Land und innerhalb eines Landes oft sehr unterschiedlich. Daher wurde die EU-Ratsempfehlung entwickelt, durch welche allgemeine Prinzipien für die Entwicklung von Validierung geliefert werden, sodass die Mitgliedstaaten auf gemeinsame Standards hinarbeiten können. Die Validierungsmechanismen sollen bis 2018 umgesetzt sein, es ist also höchste Zeit für Fortschritte.

Die EU-Empfehlung hält des Weiteren fest, dass die Entwicklung von Validierungsregelungen zu einem im Rahmen der Strategie „Europa 2020“ angestrebten intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstum beitragen kann. Validierungsmechanismen erlauben mehr Transparenz, was die unter den Arbeitskräften verfügbaren Fähigkeiten angeht, ermöglichen eine bessere Abstimmung von angebotenen Fähigkeiten mit der Arbeitskräftenachfrage, fördern eine bessere Übertragbarkeit von Fähigkeiten zwischen Firmen und Sektoren und erleichtern die Mobilität innerhalb des europäischen Arbeitsmarktes. Somit kann Validierung zu einem Aufschwung der Wirtschaft und zu den von der Strategie „Europa 2020“ angestrebten Kernzielen im Zusammenhang vorzeitigen Schulabgangs beitragen.

Gemäß der Empfehlung sollen Regelungen für Validierung den Einzelnen dazu befähigen: a. „seine Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die durch nichtformales und informelles Lernen – gegebenenfalls auch durch Nutzung offener Bildungsressourcen – erworben wurden, validieren zu lassen;

Zurzeit bleibt außerhalb des Schulsystems erlangte Bildung oft verborgen und wird nicht angemessen anerkannt. Das macht es den Bürgerinnen und Bürgern schwer, die in verschiedenen Kontexten, auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Ländern erlangten Lernergebnisse miteinander zu kombinieren. In der Folge


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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

besteht in vielen Ländern das Problem, dass der Einzelne nicht um Validierung weiß, oder keinen Zugang zu ihr hat. Die Einführung von Validierungssystemen ist keine leichte Aufgabe. Es verlangt einen neuen, lernergebnisorientierten Ansatz. Der Europäische Qualifikationsrahmen* (EQR) und die rasche Entwicklung Nationaler Qualifikationsrahmen (NQR) bilden die Grundlage für Validierung auf EU- bzw. Landesebene. Hierbei geht es um die

Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die der Einzelne nach einem Lernprozess vorweisen kann, und nicht um zum Beispiel die Anzahl von Stunden, die in einem Klassenraum verbracht wurden. Die jeweiligen Referenzrahmen sorgen für eine immense Erleichterung bei der Umsetzung von Validierung. Die Erstellung von Validierungsmechanismen sollte, damit sie erfolgreich ist, daher Teil einer umfassenden Strategie für lebenslanges Lernen sein.

Quellen:

Hintergrundpapier zum europäischen Seminar über Validierung in Mechelen vom 9. bis 10. April 2013

Europäische Leitlinien für die Validierung nichtformalen und informellen Lernens, CEDEFOP, 2010.

Validation tool-kit, EUCIS-LLL, 2012


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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Empfehlungen zivilgesellschaftlicher Organisationen zur Validierung von Ergebnissen nichtformalen und informellen Lernens

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Anstreben, dass Validierung von nichtformalem und informellem Lernen in den Mitgliedstaaten möglichst schnell umgesetzt wird, damit die sozioökonomischen Probleme in der EU und die in gefährlichem Maße wachsenden Unterschiede in der Gesellschaft überwunden werden können.

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Anerkennen, dass Validierung nichtformaler und informeller Lernergebnisse ein gutes Mittel ist, um Ungleichheiten zu überwinden und um weitergehende Bildungsund Beschäftigungschancen zu ermöglichen.

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Ermöglichen, dass alle Mitglieder der Bevölkerung, besonders auch benachteiligte Gruppen, Zugang, Beratung, Anleitung und Informationen zu Validierungsmechanismen erhalten.

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Einrichten, dass die Strategie zur Umsetzung von Validierungsregelungen so angepasst wird, dass die Mitgliedstaaten mit bereits bestehenden Validierungsprogrammen ihre Erfahrungen mit den Ländern teilen können, die noch ganz am Anfang stehen.

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Sicherstellen, dass Validierungssysteme auch die in nichtformalen und informellen Kontexten sowie innerund außerberuflich erworbenen Sozialkompetenzen sowie Fähigkeiten zur allgemeinen Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigen.

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Befördern, dass die Mitgliedstaaten bei der Anerkennung nichtformalen und informellen Lernens enger zusammenarbeiten und mit Unterstützung des EQR-Beirats Peer-Learning unter den Beteiligten ermöglichen.

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Garantieren, dass Fähigkeitenchecks auch für Arbeitslose und für von Arbeitslosigkeit Bedrohte angeboten und allgemein zugänglich gemacht werden.


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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Meilensteine auf dem Weg der Entwicklung der EU-Maßnahmen

Europäisches System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS)

1988

• Schlussfolgerungen des Rates „Gemeinsame europäische Grundsätze für Validierung“ • Europass, Youthpass

2004

• Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR) • Nationaler Qualifikationsrahmen (NQR) • EU-2020-Leitinitiative für die Förderung von Anerkennung, „Jugend in Bewegung“

2008

Glossar Lernen: Prozess, in dem eine Person Informationen, Ideen und Werte aufnimmt und sich auf diese Weise Wissen, Know-how, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen aneignet. Lebenslanges Lernen: alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen und/oder Qualifikationen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt. Formales Lernen: intendiertes Lernen, das in einem organisierten und strukturierten Kontext (z. B. in einer Einrichtung der allgemeinen oder beruflichen Bildung) stattfindet, explizit als Lernen bezeichnet wird und (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung) strukturiert ist. Formales Lernen ist meist verpflichtend (Schulpflicht) und fast immer extern durch vordefinierte Lerninhalte

geprägt, der Lernprozess wird normalerweise überwacht und kontrolliert, Lernergebnisse werden für gewöhnlich durch ein (Abschluss-)Zeugnis anerkannt. Nichtformales Lernen: intendiertes aber freiwilliges Lernen das in planvolle Tätigkeiten und in viele verschiedene Kontexte eingebettet ist, die nicht explizit als Lernen bezeichnet werden. Die Kurse sind vorher geplant, jedoch selten nach konventionellen Mustern, allerdings werden sie durch Lernprozessbegleigter geleitet. Die Lernergebnisse werden selten dokumentiert oder auf konventionelle, greifbare Art und Weise überprüft. Informelles Lernen: nicht-intendiertes Lernen, das im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis, in der Freizeit oder bei Gemeinschaftsaktivitäten stattfindet. Es findet keine Organisation oder Strukturierung im Sinne von Zielsetzung, Zeitplanung oder Lernförderung statt. Informelles Lernen

wird selten dokumentiert und ist typischerweise weder dem Lernenden unmittelbar bewusst, noch findet es Berücksichtigung, was die allgemeine (Aus-)Bildung oder eine Beschäftigung angeht. Lernergebnisse: die Gesamtheit der Kenntnisse, Fähigkeiten und/ oder Kompetenzen, die eine Person nach Durchlaufen eines formalen, nicht formalen oder informellen Lernprozesses erworben hat und/oder nachzuweisen in der Lage ist. Europäischer Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR): Referenzinstrument für die Beschreibung und den Vergleich von Qualifikationsniveaus in Qualifikationssystemen, die auf nationaler, internationaler oder sektoraler Ebene entwickelt wurden. Den Kern des EQR bilden acht Referenzniveaus, die im Sinne von Lernergebnissen (Kombination aus Kenntnissen, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen) beschrieben werden,


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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

• Europäische Leitlinien für die Validierung nichtformalen und informellen Lernens (CEDEFOP) • Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET)

2009

sowie Mechanismen und Grundsätze für die freiwillige Zusammenarbeit. Diese acht Niveaus decken sämtliche Qualifikationen ab – angefangen bei grundlegenden Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen bis hin zu den Qualifikationen, die auf der höchsten Stufe akademischer und beruflicher Aus- und Weiterbildung verliehen werden. Der EQR dient als „Übersetzungshilfe“ zwischen den verschiedenen Qualifikationssystemen. Europäische Leitlinien: bieten Expertenempfehlungen, die freiwillig zur Erbringung eines Mehrwerts auf nationaler oder lokaler Ebene angewendet werden können. Sie bieten Unterstützung bei der Entwicklung vielfältiger, hochwertiger und kosteneffizienter Validierungsansätze in Europa und fördern dadurch lebenslanges und lebensumspannendes Lernen. Qualifikation: eine formale Qualifikation ist das formelle Ergebnis (Befähigungsnachweis, Bescheinigung,

• Kommuniqué von Brügge (politische Verpflichtung, bis 2015 nationale Validierungsprozesse für nichtformales und informelles Lernens zu entwickeln) • Europäische Bestandsaufnahme zur Validierung nichtformaler und informeller Bildung (CEDEFOP)

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Diplom, Zertifikat, Zeugnis oder Titel) eines Bewertungsverfahrens. Im Rahmen dieses Verfahrens bestätigt eine zuständige Behörde oder Stelle, dass eine Person Lernergebnisse vorweisen kann, die sich an bestimmten Standards messen lassen, und/oder die notwendige Kompetenz besitzt, eine Aufgabe in einem bestimmten Tätigkeitsbereich auszuführen. Eine Qualifikation erkennt den Wert der Lernergebnisse am Arbeitsmarkt und in der allgemeinen und beruflichen Bildung offiziell an. Sie kann den rechtlichen Anspruch verleihen, einen bestimmten Beruf auszuüben. Quelle: Terminology of European education and training policy, CEDEFOP, 2014.

Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens

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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN


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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Ana Carla Pereira, Generaldirektion Bildung und Kultur Ana Carla Pereira ist in der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission Referatsleiterin der Abteilung „Strategien der Kompetenzen und Qualifikationen; Politik der Sprachenvielfalt“. Sie ist für die Entwicklung der EU-Strategie zum Aufbau von Fähigkeiten und Kompetenzen zuständig und kümmert sich dabei auch um die Umsetzung von EU-Initiativen für Anerkennung und Transparenz von Qualifikationen, wie

2012 nahm die Kommission eine Empfehlung des Rates an, bei der die Mitgliedstaaten ersucht werden, bis 2018 Validierungsmechanismen einzuführen. Warum ist Validierung der Kommission so wichtig? Validierung nichtformalen und informellen Lernens (VNFIL) ist potentiell ausschlaggebend für die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und der Mobilität sowie für die Motivation zu lebenslangem Lernen, besonders für sozioökonomisch Benachteiligte und Geringqualifizierte. In Zeiten der Wirtschaftskrise und des bestehenden Missverhältnisses zwischen Qualifikationsangebot und Qualifikationsnachfrage in Europa, ist es von größter Wichtigkeit, Menschen dazu zu befähigen, ihre Fähigkeiten voll auszuschöpfen. Und zwar nicht nur die in formalen Kontexten (z. B. Schule, Studium oder berufliche [Weiter-]Bildung) erworbenen, sondern auch jene, die durch Berufserfahrung, im Internet, durch ehrenamtliche Tätigkeit oder allgemein im täglichen Leben erlangt wurden. Glauben Sie, dass die Mitgliedstaaten dieses Ziel bis 2018 erreichen? Worin bestehen die größten Herausforderungen? Nach dem Sommer wird die Kommission in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) eine aktualisierte Fassung der Europäischen Bestandsaufnahme zu VNFIL veröffentlichen. Diese wird den aktuellen Stand

zum Beispiel den Europäischen Qualifikationsrahmen. Außerdem nimmt sie bei ihrer Arbeit insbesondere die Entwicklung von Querschnittsfähigkeiten und Sprachenvielfalt in den Blick. Zuvor arbeitete sie über zehn Jahre an der Umsetzung der Europäischen Beschäftigungsstrategie mit und war einige Jahre in der Wirtschaft als auf den Bereich Personalwesen spezialisierte Unternehmensberaterin tätig.

der Validierungsregelungen in den 28 EUMitgliedstaaten sowie in fünf weiteren Ländern dokumentieren. Seit der letzten Bestandsaufnahme hat es insofern gute Fortschritte gegeben, als einige Länder ihre bereits starken Leistungen noch einmal unter Beweis gestellt, und einige andere ihre Bemühungen kontinuierlich fortgesetzt haben. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen weitere Anstrengungen und stärkeres Engagement auf nationaler Ebene vonnöten sind. Die Kommission hat sich mit den Mitgliedstaaten auf einen Fahrplan bis 2018 und auf zu erreichende Zwischenziele auf nationaler und europäischer Ebene geeinigt. Wir tun alles was wir können, um die Länder dabei zu unterstützen, die politische Reformdynamik aufrechtzuerhalten. Die größten Herausforderungen sehen wir darin, die Theorie in die Praxis umzusetzen, Validierungsregelungen in nationale Qualifikationsrahmen einzubinden, und weg von einem manchmal bruchstückhaften, projektbasierten Vorgehen hin zu einem ganzheitlicheren Ansatz zu gelangen. Validierungsmaßnahmen sollten vollständig in die allgemeinen Bildungs- und Beschäftigungsstrategien eingebunden werden. Wie sieht die Strategie zur Umsetzung der Ratsempfehlung aus? Sind die verschiedenen Akteure daran beteiligt? Die Empfehlung definiert die Beratende Gruppe für den Europäischen Qualifikationsrahmen als


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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Forum, durch das die Mitgliedstaaten und die Kommission bei der Umsetzung der Empfehlung zusammenarbeiten. Dabei werden auch andere Akteure zur Mitarbeit eingeladen. Sozialpartner, zivilgesellschaftliche Organisationen und Studentenvereinigungen können eine aktive Rolle bei der Verhandlung und Überprüfung von Fortschritten spielen und sind dazu angehalten, ihre jeweiligen Sichtweisen und Erfahrungen einzubringen. Die Gruppe hat sich auf das Grundgerüst für einen Bericht geeinigt, in welchem die Mitgliedstaaten 2018 ihre Aktionen und Fortschritte im Rahmen der Umsetzung der Validierungsregelungen als Antwort auf die Ratsempfehlung präsentieren werden. Wie werden solche Validierungssysteme Ihrer Meinung nach die Lernenden, die Institutionen und die Gesellschaft in Europa allgemein beeinflussen? Der Einzelne kann durch Validierung mehr Möglichkeiten bekommen, eine Arbeit bzw. eine neue Arbeit zu finden, oder seine Fähigkeiten durch Weiterbildung auszubauen. Außerdem kann durch sie mehr Selbstbestimmung und Selbstwertgefühl erlangt werden. Schließlich ist Validierung ja nicht nur eine formale Qualifizierung,

sondern erhöht durch entsprechende Dokumentation auch die allgemeine Sichtbarkeit von Fähigkeiten. Für Firmen bietet sich ein vollständigeres Bild der Fähigkeiten eines Menschen, wodurch eine bessere Übereinstimmung mit den beruflichen Anforderungen möglich ist. Es versteht sich von selbst, dass all dies einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft als Ganzes haben wird: besser ausgebildete, erfüllte Arbeitnehmer und ein ausgewogeneres Verhältnis von Arbeitsangebot und -nachfrage. Was würden Sie einer Organisation raten, die im Bereich Validierung etwas erreichen will? Könnte sie sich dabei von der EU unterstützen lassen? Da wir uns in der konkreten Umsetzungsphase befinden, kann vor allem auf Länderebene etwas bewirkt werden. Die Organisation sollte sich also mit den national zuständigen kompetenten Autoritäten in Verbindung setzen und auf Grundlage der länderspezifischen Umstände eine bestmögliche Zusammenarbeit anstreben. Für Projekte in diesem Bereich können EU-Mittel im Rahmen von Erasmus+ und dem Europäischen Sozialfonds beantragt werden.


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EUROPÄISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Validierung kann durch EU-Mittel unterstützt werden!

Erasmus+ Erasmus+ ist das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für 2014 bis 2020. Damit will die EU das Kompetenzniveau und die Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die allgemeine und berufliche Bildung sowie die Jugendarbeit modernisieren. Das auf sieben Jahre ausgelegte Programm verfügt über ein Budget von 14,7 Milliarden Euro und bietet über vier Millionen Europäerinnen und Europäern neue Chancen: für Studium, Ausbildung, Sammeln von Arbeitserfahrung oder Freiwilligentätigkeit im Ausland. Erasmus+ fördert grenzübergreifende Partnerschaften und die Zusammenarbeit zwischen (Aus-) Bildungsstätten und Jugendorganisationen sowie Breitensportprojekte. Erasmus+ unterstützt, zum Beispiel durch die Key Action 2 – „Strategische Partnerschaften“, Bildungseinrichtungen und Jugendorganisationen bei Peer-LearningAktivitäten mit Lernenden aus unterschiedlichen Ländern. Weitere Informationen unter: ec.europa.eu/programmes/ erasmus-plus

Europäischer Sozialfonds (ESF) Der ESF ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung der Beschäftigung – er unterstützt die Menschen beim Zugang zu besseren Arbeitsplätzen und stellt faire Berufsaussichten für die Bürgerinnen und Bürger sicher. Der ESF erreicht dies, indem er in die Menschen investiert – in Arbeitnehmer, Jugendliche und alle, die auf der Suche nach Arbeit sind. ESF-Finanzmittel in Höhe von 10 Milliarden Euro pro Jahr tragen zur Verbesserung der Beschäftigungsaussichten von Millionen von Europäerinnen und Europäern bei. Jenen, die es schwer haben, eine Arbeit zu finden, kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu. Die Europäische Kommission legt zusammen mit den EU-Ländern die Schwerpunkte des ESF fest und wie dessen Mittel eingesetzt werden. Einer der Schwerpunkte befasst sich mit der Förderung der Anpassungsfähigkeit von Arbeitnehmer/innen durch Vermittlung neuer Qualifikationen und von Unternehmen durch Einführung neuer Arbeitsmethoden. Andere Schwerpunkte konzentrieren sich auf die Verbesserung des Zugangs

zur Beschäftigung; so werden beispielsweise Jugendliche beim Übergang von der Schule zum Beruf unterstützt und niedrig qualifizierten Arbeitsuchenden Schulungen angeboten, um ihre Berufschancen zu verbessern. Einen wesentlichen Bestandteil vieler ESF-Projekte stellen daher die Berufsausbildung sowie Gelegenheiten zum lebenslangen Lernen dar, um Menschen mit neuen Kompetenzen auszustatten. Projekte zur Einführung von Validierungsverfahren können durch dieses Programm Unterstützung erhalten. Dazu müssen die jeweiligen nationalen Schwerpunkte berücksichtigt werden, denn ESFFinanzierung kann nur auf Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten und der Regionen beantragt werden. Weiter Informationen unter: ec.europa.eu/esf Es gibt weitere Programme, mit jeweils spezifischen Ausschreibungen, die Validierung unterstützen, zum Beispiel das Programm „Horizont 2020“.


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VORZÜGE UND NUTZEN VON VALIDIERUNG VERMITTELN Was motiviert mich und andere, die Validierung von nichtformalem und informellem Lernen zu fördern? Was wird für die Lernenden bewirkt?

* Siehe auch Glossar S.18

Validierung spielt eine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung lebenslangen Lernens, indem sie eine Verbindung zwischen den in vielfältigen Umgebungen stattfindenden Lernprozessen herstellt: in Bildungseinrichtungen oder Firmen, bei Onlineunterricht oder von der Zivilgesellschaft organisierten Kursen, oder aber auch ganz allgemein bei Tätigkeiten im Rahmen der Arbeit, im Familienkreis oder in der Freizeit. Daraus folgt, dass Validierung nicht nur für (Aus-)Bildungseinrichtungen und -systeme relevant ist, sondern für eine viel größere Bandbreite von Akteuren, zum Beispiel für Vertreter/innen aus dem Bereich Jugendarbeit, für Akteur/innen im Freiwilligensektor oder für Arbeitgeber/innen.1 Es geht darum wertzuschätzen und anzuerkennen, was ein Lernende wissen und leisten können. Dies ist besonders in der heutigen Zeit ausschlaggebend. Aktuelle Statistiken zeigen, dass die Mehrzahl derjenigen, die an lebenslangem Lernen teilnehmen, dabei Angebote im Rahmen von nichtformalem Lernen* in Anspruch nehmen.2 Daher wächst die Notwendigkeit, das gesamte Spektrum der in nichtformalen und informellen Lernumgebungen erlangten Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen zu beachten. Auch als Mittel zur Selbstbemächtigung (empowerment) spielt nichtformales und informelles Lernen eine wichtige Rolle, indem es den Menschen Möglichkeiten bietet, wieder auf den Arbeitsmarkt zurückzukehren bzw. ihn nicht verlassen zu müssen. So führt nichtformales und informelles Lernen zu verstärkter demokratischer Teilhabe und sozialer Inklusion sowie zu Wohlstand und Gesundheit. Viele interessante

Informationen und Zahlen zur Veranschaulichung der weiteren Vorteile von lebenslangem Lernen liefert der PIAAC-Bericht 2013.

Validierung könnte von Unternehmen auch verstärkt im Rahmen des Personalmanagements eingesetzt werden, denn sie ist für eine kontinuierliche Schulung der Belegschaft als Bestandteil der beruflichen Weiterentwicklung sowie beim Verfahren zur Einstellung neuer Mitarbeiter/ -innen sehr förderlich. Für die Einführung bereits bestehender Validierungssysteme gab es viele gute Gründe. Einer der wichtigsten: Im Kontext von Wirtschaftskrise und steigender Arbeitslosigkeit muss das Qualifikationsniveau in der Bevölkerung erhöht werden. Akteure an der Basis, vornehmlich im Bereich Erwachsenenbildung und Arbeiter/innenbildung, sehen Validierung als gutes Mittel, um benachteiligte Gruppen zurück in einen Lernprozess und damit in die Gesellschaft zu führen. Offensichtlich kann die Teilnahme an einem Validierungsverfahren dazu beitragen, das Selbstbewusstsein und die Sozialkompetenz der Lernenden zu erhöhen und ihre Motivation zu weiterem Lernen zu steigern. Die damit verbundenen Ziele sind vielfältig: ökonomisch, sozial und individuell.

1.

Vgl. Hintergrundpapier zum europäischen Seminar über Validierung in Mechelen vom 9. bis 10. April 2013.

2.

Eurostat, Lifelong learning statistic, http://epp.eurostat.ec.europa.eu/statistics_explained/index.php/Lifelong_learning_statistics.


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VORZÜGE UND NUTZEN VON VALIDIERUNG VERMITTELN

Im Rahmen der Aus- und Weiterbildungssysteme kann Validierung dem Umstand gerecht werden, dass Lernen jeden Tag und überall stattfindet. So können durch neue Angebote, wie zum Beispiel Abendkurse, speziell auch bisher nicht einbezogene Zielgruppen angesprochen und die Möglichkeiten des Bildungszugangs allgemein vermehrt werden. Wie die aktuelle CEDEFOP-Publikation vom Juni 2014, „Validation by Enterprises“ (Validierung durch Unternehmen)3, zeigt, gäbe es Potential, diese Möglichkeiten weiter auszubauen. Natürlich ist dies für große Unternehmen einfacher umzusetzen, als für kleine und mittlere, weswegen letzteren besondere Unterstützung zukommen sollte. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht stellen die europäischen Bürgerinnen und Bürger das größte Potential für eine starke Positionierung Europas im derzeitigen globalen Wettbewerb dar. Validierung ist in diesem Zusammenhang ein konkretes Mittel zur allgemeinen Verbesserung und Erweiterung der verfügbaren Fähigkeiten in

Alle Projektpartner haben bilaterale Treffen und gemeinsame Sitzungen organisiert, in denen über die neuen EU-Bestimmungen zu Validierung diskutiert wurde. Dabei wurde deutlich, dass in den einzelnen Ländern ein zu geringes Bewusstsein für die Vorzüge und den Nutzen von Validierung besteht. Es muss daher unbedingt vermittelt werden, warum Validierung auf Länderebene im europäischen und internationalen Kontext ausschlaggebend ist. Auf Grundlage der Interviews zum Einfluss der 3.

der Gesellschaft, da sie den Menschen flexiblere und vielfältigere Möglichkeiten für Qualifizierung bietet. All dies macht deutlich, dass die Entwicklung von Validierungsmechanismen in Europa viele Vorteile mit sich bringt. Umso bedauerlicher ist es, dass diese Entwicklung bisher größtenteils nur bei spezifischen Anlässen oder kurzfristig erfolgte. Die Ratsempfehlung bietet eine gute Gelegenheit, um das allgemeine Bewusstsein für die Vorzüge und den Nutzen von Validierung zu erhöhen. Auch wenn die Situation in den einzelnen Ländern jeweils sehr unterschiedlich ist, sind doch mittlerweile durch Akteure an der Basis initiierte Methoden und Praktiken für Validierung in ganz Europa zu beobachten. Die verschiedenen (Aus-)Bildungsanbieter spielten bei dieser Entwicklung eine Schlüsselrolle. Die Entscheidung für Validierung hat dabei über bildungsspezifische Interna hinaus auch eine gesamtpolitische Dimension. Sie beeinflusst nicht nur das Bildungssystem, sondern die gesamte europäische Wirtschaft und die Gesellschaft allgemein.

EU in den verschiedenen Ländern und auf Grundlage der nationalen runden Tische, haben die Partner eine Liste von Kernaussagen zur hohen Bedeutung von Validierung zusammengestellt. Auch Statistiken, welche die Relevanz dieser Aussagen veranschaulichen, sind in diesem Zusammenhang interessant. So wird zum Beispiel vielen neu sein, dass der EU-Durchschnitt der Teilnahme Erwachsener an lebenslangem Lernen der einzige ist, bei dem zurzeit keine merklichen Fortschritte erzielt werden.

Validation by Entreprises, Use of validation by enterprises for human resource and career development purposes, Cedefop, 2014


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VORZÜGE UND NUTZEN VON VALIDIERUNG VERMITTELN

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Systemebene 1. Validierung trägt durch einen erweiterten Bildungszugang und durch die Förderung sozialer Interaktion dazu bei, dass benachteiligte Gruppen (Immigranten, Geringqualifizierte) in den Arbeitsmarkt eintreten und sich in die Gesellschaft eingliedern können.

4. Validierung verbessert durch alternative Qualifikationsmöglichkeiten die berufliche Entwicklung sowie die Beschäftigungsfähigkeit von Personen und sie schafft allgemein einen besseren Arbeitsmarkt, auf dem alle verfügbaren Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen berücksichtigt werden.

2. Validierung bietet durch Erhöhung der Flexibilität und durch bessere Anpassung an die Bedürfnisse der Lernenden und der Arbeitgeber eine kosteneffiziente Antwort auf bestehende Qualifikationsdefizite und den Bedarf nach Höherqualifizierung der Gesellschaft.

5. Validierung schafft in der Politik ein Bewusstsein für die wichtige Rolle lebenslangen Lernens bei der persönlichen und beruflichen Entwicklung, für sozialen Wandel und für Qualifikationsreichtum in der Gesellschaft zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

3. Validierung öffnet die Tür zu lebenslangem Lernen, da sie einen lernergebnisorientierten Ansatz und die Anerkennung von Lernen in verschiedensten Kontexten unterstützt.

6. Validierung schlägt Brücken zwischen den verschiedenen Bildungsformen (formal, nichtformal und informell) und bietet den Lernenden dadurch mehr Mobilität.

Institutionelle Ebene 1. Validierung ermöglicht Bildungseinrichtungen, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. 2. Validierung stellt eine Übereinstimmung mit Werten und Kernzielen der Volksbildung und der Arbeiter/innenbildung dar, indem sie die Anerkennung von in vielfältigen Kontexten erworbenen Lernergebnissen ermöglicht. 3. Validierung ist besonders von Vorteil für benachteiligte Gruppen oder auch für Ehrenamtliche, deren Erfahrung von Bildungseinrichtungen und Arbeitgebern bisher selten anerkannt wird.

4. Validierung bietet Arbeitgebern Möglichkeiten und eine Strategie für mehr berufliche Entwicklung und ein besseres Personalmanagement. 5. Validierung eröffnet neue Perspektiven für einzelne Akteure und verbessert deren Möglichkeiten zur Partnerschaft mit zum Beispiel den Behörden vor Ort, mit Arbeitgebern oder mit Freiwilligenorganisationen.


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VORZÜGE UND NUTZEN VON VALIDIERUNG VERMITTELN

Individuelle Ebene 1. Validierung macht die eigenen Stärken bewusst und hilft besser mit den eigenen Schwächen umgehen. 2. Validierung verleiht mehr Selbstwertgefühl und erhöht die Motivation zu lernen. 3. Validierung nimmt auf eine persönliche Reise mit und zeigt das bisher Erreichte.

4. Validierung zeigt auf, was im Beruf und im Privatleben geleistet wurde, und welchen Wert diese Erfahrungen für einen selbst sowie für Arbeitgeber und Bildungseinrichtungen besitzen. 5. Validierung bietet bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Zahlen

10.5%

12%

37%

Anteil der Erwachsenen, die 2013 an lebenslangem Lernen teilnahmen (EU-28Durchschnitt, angestrebtes Ziel: 15 %)

Anteil der Schulabbrüche in Europa im Jahr 2013 (EU-28Durchschnitt, angestrebtes Ziel: 10%)

Anteil der Personen zwischen 30 und 34 Jahren mit abgeschlossener Hochschulbildung im Jahr 2013 (EU-28-Durchschnitt, angestrebtes Ziel: 40 %)

68.3%

1.7%

Beschäftigungsrate der 20bis 64-Jährigen im Jahr 2013 (EU-28-Durchschnitt)

Anteil der unbesetzten Stellen im ersten Quartal 2014 (EU-28-Durchschnitt)


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VORZÜGE UND NUTZEN VON VALIDIERUNG VERMITTELN

Aus der PIAACStudie der OECD

4,9 % bis 27,7 % der Erwachsenen haben nur sehr geringe Lese- und Schreibfähigkeiten, 8,1 % bis 31,7 % haben nur sehr geringe Rechenfähigkeiten.

Lediglich 2,9 % bis 8,8 % der Erwachsenen weisen einen sehr hohen Grad an Kompetenz im Bereich technologiebasiertes Problemlösen auf.

21%

13%

Anteil der Arbeiter, die für ihre Stelle überqualifiziert sind; dies hat große Auswirkungen auf Löhne und Produktivität.

Anteil der Arbeiter, die für ihre Stelle unterqualifiziert sind; dies hat große Auswirkungen auf Löhne und Produktivität.

„Menschen, die nur einen geringen Grad an Fähigkeiten aufweisen, berichten eher von gesundheitlichen Problemen, einem geringeren bürgerlichen Engagement und einem allgemeinen Mangel an Vertrauen und Zuversicht.“

In fast allen Ländern fehlt es mindestens

10 %

der Erwachsenen an elementarsten Computerkenntnissen.


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE? Das wort „advocacy“, „Interessenvertretung“, geht auf Lateinisch „advocare“, „herbeirufen“ zurück und bedeutet, öffentlich für jemandes Belange einzutreten. Im Kontext von sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung ist es das Ziel von Interessenvertretung, Politik, Gesetze, Regularien und Verteilung von Ressourcen zu entwickeln oder zu verändern, oder andere Maßnahmen, die das Leben der Menschen betreffen zu beeinflussen und dafür zu sorgen, dass diese Maßnahmen auch durchgesetzt werden. Maßnahmen im Rahmen von Kampagnen zu fördern stellt eine zielgerichtete Interessenvertretung dar, im Zuge derer zivilgesellschaftliche Gruppen und Bündnisse politische Veränderungen herbeiführen wollen. Dabei kommen viele verschiedene Hilfsmittel und Strategien zum Einsatz, darunter Demonstrationen, öffentliche Stellungnahmen, Lobbyarbeit, Medien- und Internetpräsenz sowie Rechtsklagen. Es ist weitgehend bekannt, dass Veränderungen

selten allein durch logisches Argumentieren oder das Aufzeigen einer unwiderlegbar bewiesenen Notwendigkeit erreicht werden. Viel hängt vom Vorgehen, von der Glaubwürdigkeit und vom Ansehen jener ab, die nach Veränderung streben und von der Zugänglichkeit jener, die sie zu überzeugen suchen. Interessenvertretung ist immer politischer Natur, und das Verständnis von dynamischen politischen Prozessen bildet das Herzstück effektiver Interessenvertretung. In diesem Abschnitt sollen einige grundlegende Prinzipien vorgestellt werden, wie man eine wirkungsvolle Kampagne für die Förderung von Validierung auf nationaler und europäischer Ebene gestalten kann.

Warum will ich diese Kampagne starten? Den kulturellen und politischen Kontext verstehen Vor dem Start einer Kampagne müssen natürlich erst einmal die bestehenden Probleme und vorrangigen Themen verstanden und mögliche Lösungen definiert werden. Wie sehen die europäischen und nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen und der kulturelle Kontext aus? Wie ist der aktuelle Forschungsstand? Wer sind die beteiligten Akteure? Welche weiteren Informationen sind für die Kampagne relevant? Die Beantwortung dieser Fragen ist Grundlage dafür, eine Argumentation aufzubauen, sich mit

Gleichgesinnten zu verbünden, und erklären zu können, warum die Kampagne relevant ist und was genau man erreichen will. Eine Situationsanalyse bildet, indem sie eine sichere Beweislage schafft, den Ansatzpunkt, um die Prioritäten der Interessenvertretung und die Ausgangslage zu definieren, anhand welcher künftige Fortschritte gemessen werden können. Außerdem kann diese Arbeit in Form von Hintergrunddokumenten den Materialfundus ergänzen. Weiterhin kann durch eine Situationsanalyse die Kampagne gegenüber Entscheidungsträgern oder potentiellen Partnern besser vermittelt werden. In diesem Zusammenhang recherchierte Zahlen und Fakten sowie politische


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

Vorgaben können auch sehr gut genutzt werden, um die eigene Botschaft zu untermauern. Analyse der Interessenträger Auch eine Analyse der verschiedenen Interessenträger ist an dieser Stelle sehr hilfreich. Interessenträger sind alle jene, die direkt oder indirekt mit dem Thema zu tun haben und hierbei ein bestimmtes Interesse vertreten. Sie können dabei einen negativen oder einen positiven Einfluss haben, Gegner oder Gleichgesinnte darstellen. Zunächst sollten also alle relevanten Interessenträger identifiziert werden. Deren Standpunkt ist allerdings manchmal nicht eindeutig zu erkennen. In diesen Fällen muss man versuchen, begründete Annahmen aufzustellen. Indem man herausfindet, wo der Standpunkt des jeweiligen Interessenträgers liegt, kann man die eigenen Bemühungen bis zu einem bestimmten Maß vor blinden Vermutungen und damit verbundenen Unsicherheiten und Risiken schützen.

Austausch mit Anderen Sobald diese Arbeit vollendet ist, sollte man in Diskussionen oder Schwerpunktgruppen gemeinsam mit Anderen einen Realitätscheck durchführen, um sicherzugehen, dass die eigene Analyse vollständig ist.* Dies kann durch die Organisation von einem runden Tisch und durch Treffen mit verschiedenen Akteuren zum Austausch von Sichtweisen und Erfahrungen zu Validierung erfolgen. Dabei ist es von grundlegender Wichtigkeit, auch jene einzubeziehen, die gegen Validierung sind und den Teilnehmenden ausreichend Zeit einzuräumen, um ihre Sichtweise darzulegen. (Hilfreich sind in diesem Zusammenhang partizipative Methoden, wie z. B. eine World-Café-Gesprächsrunde.) Auch die Anwesenheit von internationalen Experten und im Bereich Tätigen kann sehr nützlich sein.

Selbst jene, die grundsätzlich ähnliche Ziele haben wie man selbst, können dennoch eine andere Definition von Validierung vertreten oder eine andere Sichtweise haben, wie diese Validierung effektiv umgesetzt werden sollte. Diese verschiedenen Sichtweisen sollten also in einer frühen Phase der Organisation in den Blick genommen werden, um unvorhergesehenen Widerstand zu vermeiden.

*Bei einer Problembaumanalyse werden Negativursachen aufgeschrieben (z. B. Weigerung, nichtformales Lernen anzuerkennen, keine einheitliche Vorgehensweise, mangelnde Regulierung usw.). Wenn man den Problembaum umkehrt, indem die negativen Aussagen durch positive ersetzt werden, entsteht ein Lösungsbaum (z. B. neue Gesetze für Validierungsmechanismen usw.). Eine Problembaumanalyse führt man am besten in einer kleinen Fokusgruppe von sechs bis acht Personen und unter Zuhilfenahme von einem Flip-Chart oder einem Overhead-Projektor durch. Dabei ist es wichtig, dass während des Gesprächsverlaufs neue Faktoren mit aufgenommen werden können. In einem ersten Schritt einigt man sich über das zu analysierende Thema oder Problem. Dieses wird dann in die Mitte der Folie oder des Blattes geschrieben und bildet den „Stamm“ des Baumes. Es wird dadurch zum „zentralen

Problem“. Es muss noch nicht perfekt ausformuliert sein, da die Wurzeln und Äste es dann noch weiter definieren, doch sollte es ein konkretes Thema sein, das allen am Herzen liegt. Die Problembaumanalyse liefert einen Überblick zur Bandbreite der für die Lösung des zentralen Problems notwendigen Aktionen. Sie stellt ein Mittel dar, um sich zunächst über die Ursachen des Problems zu verständigen, und dann gemeinsam zu überlegen, wie das Problem gelöst werden kann. Die Ergebnisse sind sehr wertvoll, da Faktoren identifiziert werden können, die vielleicht durch die Kampagne bisher gar nicht berücksichtigt wurden. So können zum Beispiel bestehende Regulierungen einen Problemfaktor darstellen, während die geplante Intervention dies außer Acht lässt. So etwas kann den Misserfolg des ganzen Projekts zur Folge haben.


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

(unmittelbare) Auswirkung 1

Zentrales Problem

(unmittelbare) Ursache 1

(tiefergehende) Ursache 2


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

Was will ich erreichen? Ziele und Schwerpunkte festlegen Jetzt, nach Abschluss der Hintergrundrecherche, ist man bereit, das eigentliches Ziel der Interessenvertretungsarbeit festzulegen, dieses sollte klar definiert sowie kurz und bündig formuliert sein. Was will ich verändern und warum? Was wird sich zum Positiven verändern, wenn die Initiative erfolgreich verläuft? Für den Erfolg einer Initiative muss man wissen, welche politische Veränderung genau eintreten soll. Wenn das Ziel zu vage formuliert ist, ist das Planen einer wirkungsvollen Strategie kaum möglich. Da Interessenvertretung oft viel Anstrengung und Zeit in Anspruch nimmt, ist es besser, wenn man sich nur ein Thema auf einmal vornimmt. Die Formulierung von Zielen der Interessenvertretung ähnelt dem Prozess der Erstellung auch anderer Pläne. Viele Vereinigungen greifen dabei auf die SMART-Kriterien zurück, um Konsistenz und Klarheit zu gewährleisten: Spezifisch, Messbar, Erreichbar (Achievable), Realistisch, Terminiert. Man muss also sicherstellen, dass das angestrebte Ziel auch tatsächlich erreicht werden kann und dass man die richtige Zielgruppe dafür anspricht. Wenn es entsprechend um die Validierung nichtformalen und informellen Lernens geht: Will ich neue Gesetze in der nächsten Legislaturperiode? Will ich Trainingsprogramme für Bildungseinrichtungen im Rahmen des Bildungsgesetzes 2015? Will ich Finanzierung? Will ich auf bestimmte Gruppen ausgerichtete Aktionen im Rahmen des ESF? Je spezifischer das Ziel, desto eher hat man Aussicht auf Erfolg. Die Zielgruppe definieren Im nächsten Schritt heißt es nun, die Zielgruppe zu definieren – jene Menschen oder Institutionen, die in der Position sind, Veränderung umzusetzen. Dabei kann man auf die bereits in der Interessenträgeranalyse gesammelten Informationen zurückgreifen. In vielen Fällen

bilden die Hauptverantwortlichen die Zielgruppe, sodass die Interessenvertretung eben unter anderem darin besteht, deren Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen und sie zu konkreten Schritten zu bewegen. Welche Vorteile hätte die Zielgruppe durch die angestrebten Veränderungen? Stehen die angestrebten Veränderungen den Absichten der Zielgruppe entgegen oder mit ihnen in Konflikt? Eine sorgfältige Analyse dessen, was die Zielgruppe motiviert und bewegt, ermöglicht es, die bestmögliche Art und Weise der Einflussnahme herauszufinden. Im Bereich Validierung gibt es zahlreiche Schlüsselfiguren. Alle Bildungseinrichtungen spielen dabei eine Rolle, von Erwachsenenbildungsanbietern, über Universitäten und Schulen, bis hin zu Berufsbildungszentren. Wer wird die neuen Maßnahmen durchsetzen? Ist dieser jemand dazu bereit und in der Lage? Wer wird die Kosten tragen? Die Kampagne wird auch Entscheidungsträger und damit verbundene Behörden betreffen. Wer wird für die Umsetzung und Überwachung der Maßnahmen verantwortlich sein? Aus welchem Budget sollen die eingeführten Maßnahmen bezahlt werden? Werden noch andere Akteure betroffen sein? Was ist mit den Arbeitgebern? Analyse der Vorteile, Herausforderungen, Gefahren und Möglichkeiten Interessenvertretung erzeugt Handlungsbedarf in Bezug auf die Politik und das politische System. Dadurch entstehen Konflikte, die ansonsten vielleicht vermieden worden wären. Was sind die größten Risiken bei der Umsetzung des Projekts? Bei einer Risikoanalyse werden das Ausmaß der einzelnen Risiken und deren Wahrscheinlichkeit beurteilt. So wird im Bereich der nichtformalen Bildung Validierung oft mit dem Risiko assoziiert, dass sie zu einer Formalisierung des Sektors führen könnte. Auf so etwas muss im Rahmen der Kampagne natürlich Rücksicht genommen werden.


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

Wer kann Veränderungen bewirken? Glaubwürdigkeit herstellen Die Glaubwürdigkeit der Organisation oder Vereinigung, die für Veränderungen eintritt, ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Ist sie überhaupt in der Position, im Namen jener zu sprechen, die von den Veränderungen profitieren sollen? Verfügt sie über professionelles Fachwissen? Kann sie die Entscheidungsträger beeinflussen? Das Ziel der Interessenvertretung sollte stets in eindeutiger Verbindung zu der allgemeinen Mission der Organisation stehen, sich in ihrem Programm widerspiegeln und Bestandteil der strategischen Schwerpunkte sein. Ist dies nicht der Fall, so fehlt die zur Erreichung des Ziels benötigte Autorität. Weiterhin ist es wichtig, dass kontinuierlich darauf geachtet wird, was getan werden kann, um die Glaubwürdigkeit der Initiative zu erhöhen – zum Beispiel weitergehende Recherche und Beratungsgespräche, neue Projektpartner usw. Während der Pilotierungsphase des vorliegenden Projektes, wurden in allen beteiligten Ländern (Bulgarien, Frankreich, Schweden, Vereinigtes Königreich, Dänemark, Österreich, Spanien und Griechenland) gemeinsame Treffen organisiert. Hier wurden Vertreter von Ministerien, von den für Qualifizierung zuständigen nationalen und regionalen Behörden, von der lokalen Verwaltung, von Sozialpartnern, Ehrenamtlichen-Organisationen, Erwachsenenbildungszentren und Universitäten an einen Tisch gebracht. Somit fanden eine kontinuierliche Zusammenarbeit und ein ständiger Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren statt. Während dieser Treffen stellte sich die Entwicklung klarer Konzepte als grundlegend heraus. Die für die Umsetzung der nationalen Aktionen zuständigen Organisationen mussten in die Lage versetzt werden, eine umfassende Vorgehensweise bei der Verwirklichung von lebenslangem und lebensumspannendem Lernen zu entwickeln, um alle damit verbundenen Kontexte und beteiligten Akteure berücksichtigen zu können und dadurch Glaubwürdigkeit und Autorität zu erlangen.

Die richtigen Partner finden und die Macht der Menge nutzen Zusammenarbeit mit Partnern ist fester Bestandteil jeder Interessenvertretung und sollte daher schon früh begonnen werden. Dabei kann man sich zunächst mit anderen Organisationen beraten, besonders mit jenen, die ähnliche Ziele und Interessen vertreten. Gab es schon einmal eine vergleichbare Initiative? Wenn ja, was wurde damals erreicht? Gibt es Möglichkeiten zur Zusammenarbeit? Partnerschaften helfen in hohem Maße bei der Interessenvertretung, da somit nicht nur eine Stimme, sondern ein ganzer Chor für Veränderung laut wird. Partner können Ressourcen und Kräfte teilen, sowie durch gemeinsames Auftreten mehr Glaubwürdigkeit erlangen. Die Wahl der richtigen Partner hängt von vielen Faktoren ab. Die Partnerschaft soll schließlich ein möglichst großer Mehrwert für die Kampagne sein. Im Folgenden einige Punkte, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten: • Hat dieser Partner Einfluss auf meine Zielgruppe? • Haben wir gemeinsame Interessen und Ziele? • Erhöht dieser Partner die Legitimität, Glaubwürdigkeit und Wirkung meiner Kampagne? • Bringt er fundiertes Wissen oder Fachkompetenz mit? • Bringt er andere Ressourcen für den Erfolg der Initiative mit? • Ist er auf globaler, nationaler oder lokaler Ebene präsent? • Stellt die Partnerschaft eine Ergänzung der eigenen Stärken und Fähigkeiten dar? Bündnisse herstellen Der nächste Schritt besteht darin, Bündnisse mit Gleichgesinnten zur Förderung der Anerkennung nichtformalen und informellen Lernens einzugehen. Damit eine solche Zusammenarbeit funktioniert, braucht es Lenkung, Vertrauen und regelmäßige Kommunikation. Sie sollte auf einem


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

gemeinsamen Ziel, einer bestimmten Anzahl gemeinsam angestrebter Maßnahmen und auf gemeinsam durchgeführten Aktionen beruhen sowie durch transparente und offene Verfahren erfolgen. Durch Bündnisse und Allianzen kann eine Initiative zum Selbstläufer werden und dadurch verstärktes Interesse von Presse und Politik auf sich ziehen. Außerdem kann man so voneinander lernen, Kräfte bündeln und auf verschiedenen Ebenen zusammenarbeiten (lokal, regional, national, europaweit und international). Beiträge von Kollegen aus anderen Ländern können sehr nützlich sein; in Berichten über vorhergehende EU-Projekte zum Beispiel lassen sich einige Namen finden.

Mehrwert durch Teilnahme am Netzwerk klar herausstellen, um die aktuellen Mitglieder enger an einen zu binden und um neue Mitglieder zu gewinnen. • Organisation von Versammlungen und Diskussionsrunden, bei denen die verschiedenen Sichtweisen aufeinander treffen, Einvernehmen hergestellt und Schlüsselsätze für die allgemeine Verbreitung formuliert werden können. • Durch das Netzwerk die eigene Botschaft verbreiten. Je größer die Einheit der Stimmen, desto größer der Einfluss.

Wichtig dabei ist unter anderem: • Erstellung einer netzwerkeigenen Webseite; aktive Beteiligung in den Social Media und in Online-Netzwerken. • Die eigene Attraktivität zur Festigung der bestehenden Bündnisse aufrechterhalten: den

Was muss ich dafür tun? Planung: Welche Aktionen sollen durchgeführt werden und wann? Da die Situation mittlerweile bekannt und die angestrebte Veränderung bewusst geworden sind, kann nun das Wie in den Blick genommen werden. Welche Aktionen werden die Zielgruppe am ehesten erreichen? Könnte Dialog und Verhandlung mit den Entscheidungsträgern eine gewünschte Wirkung zeigen? Könnten die Medien sich für die Kampagne interessieren? Gibt es andere Strategien, die vielleicht effektiver sind? Wie sich gezeigt hat, ist es in einigen Ländern sehr wichtig, zunächst kulturelle Grenzen zur Gleichstellung des Ansehens nichtformaler, informeller und formaler Bildung zu überwinden. Hier sollte der Anwendung und Verbreitung von Konzepten während öffentlicher Diskussionen und vielfältiger informeller Treffen besondere

Aufmerksamkeit zukommen. In anderen Ländern wiederum, in denen nichtformale Bildung bereits eine lange Tradition hat, könnte der Schwerpunkt eher auf eine Definition von Standards zur Harmonisierung der Validierungsansätze gelegt werden. Dafür braucht es vor allem Dialog und Verhandlung mit Entscheidungsträgern. Allgemein müssen die Aktionen auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt sein. Auch benötigt man ein umfassendes Verständnis der Entscheidungsprozesse und der aktuellen politischen Agenda. Eine Botschaft transportieren Eine Botschaft fasst die Veränderungen, die man bewirken möchte, zusammen. Um sie zu finden, benötigt man fundierte Informationen und Analysen zur Unterstützung der eigenen Argumente. Dadurch kann eine Formulierung


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

entwickelt werden, die sowohl das Problem als auch die Lösung prägnant zusammenfasst. Eine Botschaft soll die Menschen informieren und insbesondere auch zum Handeln anregen. Eine intensive Vermittlung dessen, was im Herzen der Botschaft liegt, und zwar klar und leicht verständlich, ist dabei ausschlaggebend. Daher muss eine Botschaft kurz, einfach und für jeden leicht zugänglich sein, auch für jene, die sich mit dem Thema Validierung vielleicht bisher noch gar nicht beschäftigt haben. Die Idee ist, zwei bis drei Kernaussagen zu finden, welche die wichtigsten Informationen transportieren, um die jeweilige Zielgruppe anzusprechen und die angestrebten Ziele zu erreichen. Diese Kernaussagen müssen dabei unbedingt auf korrekten und aktuellen Informationen beruhen. Eine Kampagne entfaltet Wirkung durch: • Slogans. • Beispielhafte Einzelschicksale und persönliche Aussagen; eine Dokumentation von Lebenswegen Lernender, die von Validierung profitiert haben, Zitate, Fotos, Interviews oder Videos können sehr überzeugend sein. Sie stärken die Botschaft und zeigen ihre Relevanz auf. • Zahlen und Statistiken, welche die Botschaft unterstützen – eine eindeutige Beweislage ist für erfolgreiche Interessenvertretung grundlegend, indem sie Legitimität herstellt und in vielen Stadien der Planung Unterstützung bietet. • Verweise auf bestehendes Recht und politische Aussagen. Eine Botschaft sollte an die jeweilige Zielgruppe angepasst sein. Dadurch wird gewährleistet, dass die Zielgruppe motiviert wird, für Validierung einzutreten und konkrete Schritte in Angriff zu nehmen. Die Botschaft sollte also Folgendes transportieren: • Klare Ideen und Vorschläge, die das Potential haben konkretes Handeln zu initiieren und die darlegen, was von der Zielgruppe genau erwartet wird. • Wie die Umsetzung von Validierung zur Erreichung politischer Ziele auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene beitragen kann.

Die Botschaft verbreiten Es gibt viele Wege, auf denen eine Botschaft verbreitet werden kann. Mit die gängigsten davon sind Lobbyarbeit, Verhandlung und Öffentlichkeitsarbeit. Während Lobbyarbeit und Verhandlung bedeutet, dass man direkt mit Entscheidungsträgern und einflussnehmenden Personen in Kontakt steht, ist Öffentlichkeitsarbeit eher darauf ausgerichtet, die allgemeine Bevölkerung für das Ziel der Interessenvertretung zu mobilisieren. Auch eine Zusammenarbeit mit Partnern und mit der Zivilgesellschaft sorgt für neue Impulse und bringt die Botschaft gegebenenfalls über Umwege zur Zielgruppe. Es ist wichtig, eine Kampagne möglichst viele Entscheidungsträgern zu präsentieren. Dabei sollte man darauf vorbereitet sein, Rückfragen zu beantworten und auf ablehnende Kommentare à la „Dafür bin ich nicht zuständig“, „Das interessiert mich nicht“, „Dafür haben wir kein Geld“ usw. zu reagieren. Hierbei helfen einem die im Vorfeld gesammelten Informationen und Beweise. So lässt einen zum Beispiel die Interessenträgeranalyse die jeweiligen Motivationen besser verstehen. Man kann zum Beispiel anführen, dass Validierungssysteme zur Erreichung der Ziele im Rahmen der europäischen Leitlinien zur Teilnahme Erwachsener an lebenslangem Lernen (Strategie „Allgemeine und berufliche Bildung 2020“) und im Rahmen des Programms der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD: PIAAC) beitragen. Bildungsministerien achten natürlich auf die entsprechenden EU-Ranglisten, da trifft eine solche Erwähnung sicher auf offene Ohren. Im Prozess der Interessenvertretung und Lobbyarbeit muss man die Menschen von der Notwendigkeit einer Anerkennung nichtformalen und informellen Lernens überzeugen. Gebrauch von Medien Gebrauch von Medien ist offensichtlich wichtig, um die Botschaft möglichst vielen Menschen zu vermitteln und um die Interessenvertretung im Sinne einer Anerkennung von Validierung nichtformaler und informeller Bildung bekannt zu machen. Massenmedien sind dabei sowohl Ziel


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

als auch Mittel der Interessenvertretung. Es gibt einige Möglichkeiten, die Medien zu beeinflussen. Am beliebtesten sind unter anderem Pressemitteilungen, Veranstaltungen, Pressekonferenzen, offene Briefe an Redakteure, Fernseh- oder Radiointerviews, Newsletter, Statements, Tagungen, Seminare und Workshops. Auch Webseiten, Blogs und Social Media (z. B. Facebook und Twitter) werden als Kommunikationsplattformen immer wichtiger. Um die größtmögliche und effektivste mediale Präsenz zu erreichen, sollte die Botschaft konkrete Inhalte transportieren, die das Interesse der Öffentlichkeit wecken. Journalisten suchen natürlich stets nach Neuigkeiten, so interessiert sie zum Beispiel fast immer ein aktueller Durchbruch in der Forschung. • Das passende Medium finden (welches natürlich wiederum von der jeweiligen Zielgruppe abhängt). • Erstmal die eigenen Medien nutzen (die eigene Webseite, Newsletter, soziale Netzwerke wie Facebook) – damit können bereits tausende Menschen erreicht werden. • Den richtigen Zeitpunkt für die Kontaktaufnahme mit den Medien wählen: bei der Gründung eines Bündnisses, der Lancierung einer neuen Kampagne, wenn eine Konferenz zu Validierung stattfindet, oder wenn die europäischen Institutionen aktuell über Validierung (oder Bildung allgemein) debattieren. • Ruhig diverse Beziehungen nutzen, um viele verschiedene Medien zu kontaktieren: Zeitungen mit unterschiedlichen politischen Ausrichtungen und mit unterschiedlicher Verbreitung (nationale, europaweite und internationale Presse). • Interviews geben (für Zeitungen, das Radio, das Fernsehen oder im Internet). • Und vor allem sollte man, egal an welches (externe) Medium man herantritt und wie genau dabei vorgegangen wird, bei jedem Schritt dabei sein und dafür Sorge tragen, dass die jeweilige Botschaft veröffentlicht und verbreitetet wird.


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

Finanzierung von Interessenvertretung Budgetplanung Um zu vermeiden etwas zu planen, wofür man gar nicht genug Ressourcen hat, ist es wichtig von Anfang an die nötige Finanzierung miteinzubeziehen. Hierbei sind sowohl die laufenden Kosten für Aufrechterhaltung und Stärkung der Interessenvertretung allgemein, als auch die Kosten einzelner Aktionen zu berücksichtigen. Da gibt es zum Beispiel die Kosten für funktionierende Teamarbeit (Reisekosten, Anwerbung neuer Mitwirkender, Entwicklung des Teams, Verbesserung der Kapazitäten usw.), Kosten für Strategiebildung (Zusammenbringen relevanter Mitwirkender, Vermittlungskosten usw.), Kosten für Forschung und Kommunikation (Durchführen einer Kontextanalyse, fundierte Informationen zusammenstellen und in die Form von Kommunikations- und Informationsmaterial bringen usw.), Kosten für Interessenvertretung und

Kampagnen (Partnerschaften entwickeln, Bündnisse verwalten, Mitgliedsbeiträge usw.), Kosten für die Zusammenarbeit mit der Regierung auf nationaler und regionaler Ebene (Teilnahme an Konferenzen und Sitzungen, Kosten für Bündnismitgliedschaft usw.) sowie Personalkosten (z. B. für Beratung). Finanzielle Mittel in Anspruch nehmen Es gibt finanzielle Mittel, die für eine solche Kampagne in Anspruch genommen werden können. Man kann sich zum Beispiel an die Ministerien, an private Akteure oder an die Behörden vor Ort wenden. Auch die EU bietet finanzielle Mittel für die Entwicklung von Validierungsmechanismen, insbesondere durch das Programm Erasmus+ und durch den Europäischen Sozialfonds.

Warum ist Validierung so wichtig? Beispiel für ein Thesenpapier Die Gesellschaften in Europa stehen vor vielfältigen Herausforderungen, wie der steigenden Arbeitslosigkeit, dem wachsenden Populismus und einem allgemeinen Misstrauen gegenüber Institutionen. Validierung bietet einen alternativen Qualifizierungsansatz, welcher in eine umfassende Strategie zur Verbesserung des Zugangs zu lebenslangem Lernen eingebettet werden sollte. Im PIAAC-Bericht wurde die Tatsache hervorgehoben, dass 20 % der Erwachsenen in der EU zwar nur geringe Fertigkeiten in Lesen, Schreiben und Rechnen haben, auf der anderen Seite jedoch in vielen Fällen andere Fertigkeiten besitzen, die allerdings bisher nicht formal anerkannt oder akkreditiert sind. 1. EUCIS-LLL sieht in Validierung eine hervorragende Möglichkeit, lebenslanges

Lernen für eine größtmögliche Anzahl von Menschen zu verwirklichen. Akteure und Entscheidungsträger im Bereich Bildung müssen sich bewusst werden, dass die Entwicklung von Validierungsmechanismen einen besseren Zugang zu Weiterbildung und Qualifikation besonders für benachteiligte Gruppen bieten kann. Schließlich kann durch solche Mechanismen der persönlichen Entwicklung ein offizieller Wert zuerkannt werden, was in der Konsequenz zu mehr Karriereaussichten und erhöhter Beschäftigungsfähigkeit führt. Teilnahme an Lernaktivitäten bietet einen geregelten Tagesablauf, Gemeinschaft, Chancen für Neuorientierung, Sicherheit, Herausforderungen, soziale Anerkennung und ein Mittel zur Selbstbemächtigung.


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

2. Bei der Entwicklung von Validierungspraktiken geht es um die Wertschätzung eines lebenslangen und lebensumspannenden Lernansatzes, ermöglicht durch eine grundlegende Modernisierung des (Weiter-) Bildungssystems, hin zu offenen, flexiblen und individualisierten Lernumgebungen. Dabei sollen die Grenzen zwischen den verschiedenen (Weiter-)Bildungsformen überwunden und die Wichtigkeit nichtformalen und informellen Lernens durch einen Paradigmenwechsel hin zu einer Betonung der Lernergebnisse hervorgehoben werden. 3. Eine Gleichbehandlung der in verschiedensten Lernkontexten erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen ist von grundlegender Wichtigkeit Durch einen lernergebnisorientierten Ansatz soll Validierung nicht nur klar abgegrenzte vertikale Kompetenzen (z. B. Berufsbildung), sondern auch übergreifende horizontale Kompetenzen anerkennen. Bei der Definition von Standards sollte zum Beispiel der europäische Referenzrahmen für Schlüsselkompetenzen berücksichtigt werden. 4. Validierung sollte als Investition angesehen werden: Eine Anerkennung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen der Bürgerinnen und Bürger wird ihre Arbeitskraft verbessern und die Geringqualifizierten unter ihnen zu mehr Weiterbildung bewegen. Durch die Chance eines zweiten Bildungswegs wird die Motivation zum Lernen erhöht. Diese Investition hat eine hohe Rentabilität in Form von sozialem Wohlstand (Beschäftigung, Gesundheit) sowie in Form von mehr Teilhabe und Zufriedenheit in der Gesellschaft. Deshalb fordert EUCIS-LLL die nationalen Entscheidungsträger dazu auf, bei der Erstellung oder Überarbeitung ihrer Systeme auf folgende Kernkonzepte zu achten: 1. Jeder sollte ein Recht auf und Zugang zu Validierung haben. 2. Validierung sollte umfassend, in allen

Bereichen und auf allen Ebenen von (Weiter-)Bildung, möglich gemacht werden. 3. Bei Validierung nichtformalen und informellen Lernens sollte es nicht nur darum gehen, ein Zertifikat auszustellen, doch wenn dies der Fall ist, muss dieses Zertifikat den gleichen Wert wie ein in formalem Kontext erlangtes haben. 4. Es sollten finanzielle Mittel für gezielte Maßnahmen zur Einbeziehung benachteiligter Gruppen bereit gestellt werden, während derer durch Vermittlung von mehr Selbstwertgefühl und einem größeren Selbstbewusstsein die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, dass die Chancen eines zweiten Bildungswegs genutzt werden. Ermächtigung (empowerment) von Lernenden ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Die Maßnahmen sollten dabei auch auf die spezifischen Bedürfnisse der Lernenden in Bezug auf Zugang, Dauer usw. abgestimmt sein. 5. Die persönlichen und sozialen Vorteile von nichtformaler Bildung müssen in der Zivilgesellschaft bewusst gemacht und gefördert werden. Es braucht Systeme lebenslangen Lernens mit Programmen für Angebote nichtformalen Lernens, die zu einer höheren (Aus-)Bildungsstufe führen, da diese für die meisten Erwachsenen bessere Möglichkeiten darstellen (vgl. PIAAC-Bericht). 6. Zivilgesellschaftliche Organisationen und andere relevante Akteure sollten nicht nur in die Entwicklung von Evaluierungs- und Validierungsmechanismen, sondern auch bei der Definition und Überarbeitung von Standards miteinbezogen werden, um ein stärkeres Identifikationsgefühl zu erzeugen, und damit Entscheidungsträger über Folgen und mögliche Engpässe in den verschiedenen Bereichen informiert werden können. 7. Bildungseinrichtungen sollten auf neue Validierungsmechanismen vorbereitet, und dazu motiviert werden, diese umzusetzen. Zur Qualitätssicherung müssen Mitarbeiter/-innen angemessen ausgebildet


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

und angeleitet werden. Eine solche Professionalisierung könnte durch den Europäischen Sozialfonds gefördert werden. Hochwertige Beratungsangebote sollten den Lernenden Informationen zu und Möglichkeiten von Validierung vermitteln. 8. Kontinuierliche Datenerhebung ist und bleibt von grundlegender Wichtigkeit. Eine erweiterte, auf qualitativen Analysen zu

Beispiele für relevante Zahlen

Beispiel für Einsatz von Medien

Validierung basierende Datensammlung auf nationaler Ebene wird dazu führen, dass Entscheidungsträger und Institutionen weniger übervorsichtig bei der Entwicklung von Validierungsmechanismen sind. Aus dem Thesenpapier von EUCIS-LLL “For a common European approach to the validation of non-formal and informal learning”, Juni 2014.

1/4

1/10

Anteil der Erwachsenen mit niedrigem Bildungsniveau

Anteil der Erwachsenen, die an lebenslangem Lernen teilnehmen

1/5

1,3/10

Anteil der Jugendlichen zwischen zehn und zwanzig mit geringer Leseund Schreibkompetenz

Anteil der vorzeitigen Schulabgänger

Im Rahmen des Grundtvig-Projekts „REVEAL – Research and Evaluation Group for Validation, Evidencing and Assessing of Informal and Non-formal

Learning“ wurde eine Kommunikationskampagne mithilfe von Postkarten lanciert.


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WIE ORGANISIERE ICH EINE KAMPAGNE?

Anhang: Muster von Materialien f端r eine Kampagne. Postkarten mit Kernaussagen.


“Building learning societies: Promoting the validation of non-formal and informal learning” Das Projekt „Building learning societies: Zur Förderung der Validierung von project has been supported by the Lifelong Learning Programme of the European nichtformalem und informellem Lernen“ wurde unterstützt vom Programm für Commission. The European Commission support for the production of this product Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission. Die Verantwortung für den does not constitute endorsement of the contents which reflects the views only of the Inhalt dieser Publikation trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für authors, and the Commission cannot be held responsible for any use which may be die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben. made of the information contained therein.

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“Building learning societies: Promoting the validation of non-formal and informal learning” Das Projekt „Building learning societies: Zur Förderung der Validierung von project has been supported by the Lifelong Learning Programme of the European nichtformalem und informellem Lernen“ wurde unterstützt vom Programm für Commission. The European Commission support for the production of this product Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission. Die Verantwortung für den does not constitute endorsement of the contents which reflects the views only of the Inhalt dieser Publikation trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für authors, and the Commission cannot be held responsible for any use which may be die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben. made of the information contained therein.

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Призив към an държавите-членки даdie прилагат Aufforderung die Mitgliedstaaten, Validierдоговореностите за валидиране съгласно ungsregelungen gemäß der Empfehlung des Rates Препоръката на Съвета относно валидиранеzur Validierung nichtformalen und informellen то на неформалното и самостоятелното Lernens (2012/C 398/01) umzusetzen учене (2012 / C 398/01)

ДА ПОСТИГН ВАVA ЛИДИР АНЕ G PACKEN WIR’SЕМA N: L IDI ERUN НА РЕЗУЛТА ТИТЕ ОТS EN Н ЕФN ОРVON LERNER GEBNIS I CH TМАЛНОТО ИU ND СА МINFORM ОСТОЯТЕЛ Н ОТО FORMALER EL L ER УЧЕНЕ ДО 2 0 1 8! BILDUNG BIS 20 1 8!

ДА ПО СТИГНЕМ В АЛИДИРАНЕ PACKEN WIR’S AN: VALIDIERUNG НА РЕЗУЛТАТИТЕ ОТ НЕФОРVO N LERNER GEB NISSEN NICHTМАЛНО ТО ИUND САМО СТОЯТЕЛНО FORMALER INFO RMELLER ТО УЧЕНЕ BILD UNGДОB IS2 018! 2018!

Призив към an държавите-членки даdie прилагат Aufforderung die Mitgliedstaaten, Validierдоговореностите за валидиране съгласно ungsregelungen gemäß der Empfehlung des Rates Препоръката на Съвета относно валидиранеzur Validierung nichtformalen und informellen то на неформалното и самостоятелното Lernens (2012/C 398/01) umzusetzen учене (2012 / C 398/01)

“Building learning societies: Promoting the validation of non-formal and informal learning” project has been supported by the Lifelong Learning Programme of the European Das Projekt „Building learning societies:support Zur Förderung der Validierung von Commission. The European Commission for the production of this product nichtformalem und informellem wurde which unterstützt Programm does not constitute endorsement Lernen“ of the contents reflectsvom the views only offür the Lebenslanges der Europäischen Die for Verantwortung denbe authors, and Lernen the Commission cannot beKommission. held responsible any use whichfürmay Inhalt alleintherein. der Verfasser; die Kommission haftet nicht für madedieser of thePublikation informationträgt contained die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

“Building learning societies: Promoting the validation of non-formal and informal learning” project has been supported by the Lifelong Learning Programme of the European Das Projekt „Building learning societies:support Zur Förderung der Validierung von Commission. The European Commission for the production of this product nichtformalem und informellem wurde which unterstützt Programm does not constitute endorsement Lernen“ of the contents reflectsvom the views only offür the Lebenslanges der Europäischen Die for Verantwortung denbe authors, and Lernen the Commission cannot beKommission. held responsible any use whichfürmay Inhalt alleintherein. der Verfasser; die Kommission haftet nicht für madedieser of the Publikation information trägt contained die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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Призив към държавите-членки да прилагат Aufforderung an die Mitgliedstaaten, die Validierдоговореностите за валидиране съгласно ungsregelungen gemäß der Empfehlung des Rates Препоръката на Съвета относно валидиранеzur Validierung nichtformalen und informellen то на неформалното и самостоятелното Lernens (2012/C учене (2012 / C 398/01) 398/01) umzusetzen

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ДА ПОСТИГН ЕМ ВА ЛИДИР А Н Е PACKEN WIR’SТИТЕ A N: ОТ VA НL IDI НА РЕЗУЛТА ЕФ ERUN ОР- G VON LERNERИGEBNIS S EN N I CHН ОТО TМАЛНОТО СА М ОСТОЯТЕЛ FORMALER УЧЕНЕ ДО U2 ND 0 1 8!INFORM EL L ER BILDUNG BIS 20 1 8!

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Призив към държавите-членки да прилагат Aufforderung an die Mitgliedstaaten, die Validierдоговореностите за валидиране съгласно ungsregelungen gemäß der Empfehlung des Rates Препоръката на Съвета относно валидиранеzur Validierung nichtformalen und informellen то на неформалното и самостоятелното Lernens (2012/C учене (2012 / C 398/01) 398/01) umzusetzen

ДА ПО СТИГНЕМ В АЛИДИРАНЕ PACKEN WIR’S AN:ОТVALIDIERUNG НА РЕЗУЛТАТИТЕ НЕФОРVO N LERNER GEB NISSEN NICHT-ТО МАЛНО ТО И САМО СТОЯТЕЛНО FORMALER УЧЕНЕ ДО UND 2 018!INFO RMELLER BILD UNG B IS 2018!

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VALIDIERUNG BIETET BILDUNGSEINRICHTUNGEN DIE MÖGLICHKEIT, EINE BREI TERE ÖFFENTLICHKEIT ERREICHEN…

VALIDIERUNG GIBT DE M EINZELNEN EIN HÖHE R ES SELBSTWERTGEFÜHL U N D MEHR MOTIVATION ZU M LERNEN…

M A N W I R D SICH SEINER S TÄ R K E N BEWUSST UND K A N N B ES SER MIT S E I N E N S C HWÄCHEN UMGEHEN…

VALIDIERUNG IST DER SCHLÜSSEL ZUR VERWIRKLICHUNG LEBENSLANGEN LERNENS, WENN SIE SICH AN LERNERGEBNISSEN ORIENTIERT UND LERNEN IN VERSCHIEDENSTEN KONTEXTEN ANERKENNT…


VALIDIERUNG SCHLÄGT BRÜCKEN ZWISCHEN DEN VERSCHIEDENEN BILDUNGSFORMEN UND BIETET DEN LERNENDEN DADURCH ME HR MOBILITÄT…

VALIDIERUNG BIETET VORTEILE UND EIN STRATEGISCHES TOOL FÜR ARBEITGEBER, INDEM SIE ZUR KARRIEREENTWICKLUNG BEITRÄGT UND DAS PERSONALMANAGEMENT ERLEICHTERT…

VALIDIERUNG UNTERSTÜTZT DIE PERSÖNLICHE ENTWICKLUNG UND FÜHRT EINEM BEREITS ERREICH TES VOR AUGEN…

VALIDIERUNG BIETE T BESSERE CHANCEN A U F DEM ARBEITSMARK T…


Aufforderung an die Mitgliedstaaten, die Validierungsregelungen gemäß der Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens (2012/C 398/01) umzusetzen

Aufforderung an die Mitgliedstaaten, die Validierungsregelungen gemäß der Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens (2012/C 398/01) umzusetzen

Das Projekt „Building learning societies: Zur Förderung der Validierung von nichtformalem und informellem Lernen“ wurde unterstützt vom Programm für Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Publikation trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Das Projekt „Building learning societies: Zur Förderung der Validierung von nichtformalem und informellem Lernen“ wurde unterstützt vom Programm für Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Publikation trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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PACKEN WIR’S A N: VA L IDI ERUN G VON LERNER GEBNIS S EN N I CH TFORMALER U ND INFORM EL L ER BILDUNG BIS 20 1 8!

PACKEN WIR’S AN: VALIDIERUNG VO N LERNERGEB NISSEN NICHT FOR MALER UND INFO RMELLER BILD UNG BIS 2 018!

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Das Projekt „Building learning societies: Zur Förderung der Validierung von nichtformalem und informellem Lernen“ wurde unterstützt vom Programm für Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Publikation trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Das Projekt „Building learning societies: Zur Förderung der Validierung von nichtformalem und informellem Lernen“ wurde unterstützt vom Programm für Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Publikation trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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Aufforderung an die Mitgliedstaaten, die Validierungsregelungen gemäß der Empfehlung des Rates zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens (2012/C 398/01) umzusetzen

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PACKEN WIR’S A N: VA L IDI ERUN G VON LERNER GEBNIS S EN N I CH TFORMALER U ND INFORM EL L ER BILDUNG BIS 20 1 8!

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W EN K ÖNNEN SIE IN ÖS T ER R EICH K ON TA K T IER EN ? Informationen zu und Kontakte in den Bereichen Erwachsenenbildung, Bildungsberatung und Validierung von non-formalem und informellem Lernen: www.erwachsenenbildung.at Bundesministerium für Bildung und Frauen Abteilung Erwachsenenbildung [II/5] Freyung 1 1014 Wien Tel.: +43 1 531 20

Anbieterunabhängige und kostenlose Bildungsberatung in allen österreichischen Bundesländern: Burgenland: www.bildungsberatungburgenland.at Karnten: www.kompetenzberatung.at Niederosterreich: www.bildungsberatungnoe.at Oberosterreich: www.bildungsberatungooe.at Salzburg: www.bildungsberatung-salzburg.at Steiermark: www.bildungsberatung-stmk.at Tirol: www.bildungsberatung-tirol.at Vorarlberg: www.bifo.at/bboe Wien: www.bildungsberatung-wien.at

Validierungsinstrumente in Östereich: Du kannst was! www.dukannstwas.at Lehrabschluss in zwölf Berufsprofilen durch Validerung von non-formalem und informellem Lernen WBA: wba.or.at Zertifizierung von ErwachsenenbildnerInnen Kombo Kompetenzprofile auf Basis biographischer Interviews BFI OÖ www.bfi-ooe.at 0810 004005 AST: Anlaufstelle für Personen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen Anlaufstelle Wien (AST Wien) Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen Perspektive – Anerkennungs- und Weiterbildungsberatungsstelle für NeuzuwanderInnen und Asylberechtigte Nordbahnstrase 36/Stiege 1/3. Stock 1020 Wien Beratung nur nach Terminvereinbarung: Tel.: 01/58 58 019 ast.wien@migrant.at Anlaufstelle Niederösterreich und Nordburgenland (AST NÖ) Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen Nordbahnstrase 36/Stiege 2/2. Stock 1020 Wien in St. Pölten (AMS St. Pölten) - Mittwoch: 9:00 - 15:00 Uhr Daniel Gran Strase 10 / Raum E 0017 3100 St. Polten Beratung nur nach Terminvereinbarung: Tel.: 01/99 72 851 ast.noe@migrant.at


Anlaufstelle Oberösterreich und Salzburg (AST OÖ – AST Salzburg) migrare – Zentrum für MigrantInnen OÖ Humboldtstrase 49/1. Stock 4020 Linz Salzburg (AMS Salzburg) – Montag / Mittwoch: 9.00 – 15.30 Uhr Auerspergstrase 67/1. Stock/ Raum 133 5020 Salzburg Beratung nur nach Terminvereinbarung: Tel.: 0732/93 16 03-0 ast.oberoesterreich@migration.at bzw. ast.salzburg@migration.at Anlaufstelle Steiermark, Kärnten und Südburgenland (AST Steiermark - AST Kärnten) ZEBRA – Interkulturelles Beratungsund Therapiezentrum Granatengasse 4/3. Stock 8020 Graz Klagenfurt (AMS Klagenfurt) – Donnerstag: 10.30 – 15.30 Uhr Rudolfsbahngurtel 40 / Raum 53 9021 Klagenfurt Beratung nur nach Terminvereinbarung: Tel.: 0316/83 56 30 ast.steiermark@zebra.or.at bzw. ast.kaernten@zebra.or.at

Anlaufstelle Tirol und Vorarlberg (AST Tirol AST Vorarlberg) ZeMiT – Zentrum für Migrantinnen in Tirol Andreas-Hofer-Strase 46/1. Stock 6020 Innsbruck Feldkirch (AMS Feldkirch) – Mittwoch: 10.15 – 14.30 Uhr; Reichsstrase 151, Zimmer 1022 6800 Feldkirch Beratung nur nach Terminvereinbarung: Tel.: 0512/57 71 70 ast.tirol@zemit.at bzw. ast.vorarlberg@zemit.at


European Strategic Guide in German  

This is the German language version of the final publication of the "Building learning societies: Promoting the validation of non-formal and...