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EMMVEE

01 | 2012

E N E RG I E U N D T E C H N I K F Ü R M E N S C H U N D U M W E LT

Intelligente Netze: Lebensader für unsere Energiezukunft

Strukturglas: mehr Effizienz, mehr Ertrag, mehr Details

Topthema: Plus-Häuser

Biogas

Energie der Zukunft?


topthema: wind oder sonne? 2

2 1 0 2 d l EcoBui M채rz . 2 2 . 20 London 3260 N d n a St


vorwort 3

Die Geschäftsführung der Emmvee Photovoltaics GmbH (v. l. n. r.: S. Graf, S. Cammilleri) und D. V. Manjunatha, der Gründer von Emmvee.

Grußwort der Herausgeber Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Viel hin und her im vergangenen und ein unsicherer Start in das neue Jahr – so sehen Rückschau und Ausblick aus. Das klingt eigentlich wie jedes Jahr: Schwammige Aussagen kommen aus der Politik, Profilierungsversuche finden auf dem Rücken einer ganzen Branche statt, die Jobmotor und Innovationsbeschleuniger sein könnte, und es bestehen Planungsunsicherheiten, weil sich Politiker entweder nicht festlegen können oder wollen. So geht das nicht. Verbraucher, Installateure und Produzenten brauchen Sicherheit. Der Photovoltaikmarkt wurde einst in Deutschland erfunden. Wir haben jetzt schon einen großen Teil an das Ausland verloren. Auch bei den Erneuerbaren setzt sich langsam die Geiz-ist-geil-Mentalität durch. Dabei handelt es sich eben nicht nicht um schnelllebigen potenziellen Elektroschrott, sondern um eine langfristige Investition, auf die man sich verlassen können muss. Wir hoffen, dass sich der Qualitätsgedanke beim Verbraucher langfristig ebenso durchsetzen wird wie bei der Politik. Andernfalls werden wir in Deutschland weitere Verluste auf der Photovoltaiklandkarte hinnehmen müssen. Bei Emmvee ist der Qualitätsgedanke jedenfalls bereits 1992 angekommen und seitdem eine Säule unserer Geschäftspolitik. Lesen Sie in dieser Ausgabe des Solar Journals von solaren Visionen, wie man den Fernverkehr effektiver machen kann, wie man viel Geld beim Einbau einer neuen Heizanlage sparen kann und vieles mehr.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre,

S. Graf S. Cammilleri Geschäftsführung Emmvee

und D. V. Manjunatha


Biogas Energie der Zukunft?

Strukturglas mehr Effizienz, mehr Ertrag, mehr Details

Plus-Haus Heizkosten? Welche Heizkosten?

Spelsberg Zukunftstechnologien für die Photovoltaik

Ethisch-ökölogische Anlage: Ein aktueller Überblick


inhaltsverzeichnis 5

länderprofil technik interview gewusst wie projektportrait unternehmens portrait topthema solare visionen elektromobilität

Italien eine PV-Geschichte mit Höhen und Tiefen

8

Pellegrino mitten in der Natur, für die Natur

12

Strukturglas mehr Effizienz, mehr Ertrag, mehr Details

14

Interview Dr. Frank Best

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Biogas Energie der Zukunft?

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Intelligente Netze Lebensader für unsere Energiezukunft

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Energieversorgung Bürger nehmen sie selbst in die Hand

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G+B makes saving the earth affordable

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Spelsberg Zukunftstechnologien für die Photovoltaik

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Plus-Haus Heizkosten? Welche Heizkosten?

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Projektmanagement bei Emmvee

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Sonnenblende 2011 Der 2. Emmvee-Fotowettbewerb

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Solar Rapid Solarbetriebene Magnetbahn

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Energieportal 24

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Mit dem E-Bike durch Deutschland

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Ethisch-ökölogische Anlage Ein aktueller Überblick

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e-miglia Der Gewinner

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Kurz und bündig

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Kalender

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länderprofil 8

L Ä N D E R P RO F I L

Italien eine PV-Geschichte mit Höhen und Tiefen Die PV-Geschichte Italiens geht bis zum Beginn der 1990er Jahre zurück. Damals erblickten die ersten Solaranlagen die Sonne Italiens. Der richtige Aufbruch der Sonnenenergie setzte aber erst später ein. Der entscheidende Anstoß ging vom Programm „10 000 solare Dächer“ aus, das im Frühjahr 2001 von der der italienischen Regierung zur Förderung der Photovoltaik in Anlehnung an ähnliche Programme in Deutschland ausgerichtet wurde. Damit war der Startschuss für das große PV-Rennen in Italien gegeben. Italiens Energiewirtschaft zeichnet sich durch einen stark ausgeprägten Konsum an fossilen Stoffen aus. Jahrelang dominierte das schwarze Gold, das Erdöl, die Energiestruktur des Landes. Das Öl und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten haben die Energiepolitik Italiens lange Zeit stark geprägt und spielen heute noch eine wichtige Rolle. Damit war man über jahrzehnte z. B. abhängig vom Energielieferanten Libyen! Der zweitgrößte Anteil bei der Energieproduktion kam dem Erdgas zu. Einzige Vertreter der erneuerbaren Energien waren lange Zeit wenige Wasserkraftwerke, die auch nur einen marginalen Teil des gesamten Energiebedarfs des Landes abdeckten. Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre gingen erste Projekte an den Start, die die Sonneneinstrahlung zur Energieerzeugung nutzten. Am meisten ver-

e n I T A L i


länderprofil 9

Jährliche Sonneneinstrahlung und Ertrags­potenziale für Solaranlagen mit einem optimalen Neigungswinkel Jährliche Sonneneinstahlung (kWh/m2) <1200 1300 1400 1500 1600 1700 1800 1900 2000>

<900 975 1050 1125 1200 1275 1350 1425 1500>

Jährliche Photovoltaikerträge einer 1kWp Anlage mit Qualitätsfaktor von 0,75 (kWh/kWp)

Autoren: M. Šúri, T. Cebecauer, T. Huld, E. D. Dunlop PVGIS © European Communities, 2001 - 2008 | JRC European Commision http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/

breitet waren solarthermische Systeme für Warmwasserbereitung. Die solare Elektrizitätserzeugung kam damals nur sporadisch zum Einsatz. Jedoch konnten bereits zehn Jahre vor dem PV-Durchbruch abgelegene Nutzgebäude und Einrichtungen ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz dank kleiner PV-Insellösungen beleuchtet und mit Strom versorgt werden. Mittlerweile hat sich die italienische Energiestruktur geändert. Die Energie aus regenerativen Quellen konnte im vergangenen Jahr mehr als ein Fünftel – 22,8 Prozent – des Energiebedarfs decken. Das Wasser bleibt unter den erneuerbaren Quellen weiterhin der Vorreiter, gefolgt von der Bio- und Windenergie. Mit Photovoltaik konnten 2010 etwa 0,6 Prozent des Energiebedarfs Italiens oder 1,9 TWh abgedeckt werden. Ein bescheidenes Ergebnis, wenn man das enorme Potenzial des sonnigen Landes und die sprunghafte Entwicklung des PV-Markts bedenkt. Immerhin ist die Anzahl der Installationen in den vergangenen zwei Jahren um das Fünffache gestiegen. So speisten 2010 ca. 156 000 PV-Anlagen CO2-neutralen Sonnenstrom ins italienische Elektrizitätsnetz ein. Die Stromproduktion stieg um fast 200 Prozent an. Italienische Dächer sind überaus geeignet für Solarmodule mit strukturiertem Glas. Häufig sind sie nämlich viel flacher geneigt als ihre nordeuropäischen Pendants. Italien verzeichnet auch extreme Wetterlagen: In manchen Regionen liegt dann eine sehr hohe Schneelast auf den

Frontgläsern und in den Regionen weiter südlich kann es extrem staubig sein. Die einzusetzenden Module sollten also Komponenten bester Güte verwenden und das Frontglas muss eine hohe Stabilität sicherstellen. „Hier sind Emmvee-Module überaus geeignet“, sagt Salvatore Cammilleri, Geschäftsführer der Emmvee GmbH und verantwortlich für den Vertrieb in Italien. „Wir setzen seit Beginn unserer Aktivitäten auf Komponenten ‚Made in Germany assembled in India‘. So erreichen wir die beste Qualität zu vernünftigen Preisen. Darüberhinaus achten wir auch auf eine zuverlässige Vertriebsstruktur im Land. Wir sind in Teramo mit einem Büro und dem zentralen Lager vertreten. Zukünftig wird dort noch eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung hinzukommen. Emmvee will ganz einfach ganz nah am Kunden sein.“ Der Weg der Photovoltaik im Energiemix Italiens war beschwerlich. Trotz des Fördervorsatzes des Programms „10 000 solare Dächer“ haben organisatorische Unzulänglichkeiten und die bürokratische Trägheit des Programms die photovoltaische Entwicklung über einen steilen Weg geführt. So wurde das Programm „10 000 solare Dächer“ angesichts aussichtsloser Zielerreichung unter den Branchenvertretern buchstäblich zum Programm „Solare Dächer“ herabgestuft. Bereits 2003 stellte die italienische Gesetzgebung die Weichen für den jungen PV-Markt. Als Antwort auf die EU-Direktive 2001/77/EC verabschiedete die italieni-


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Photovoltaik kennt keine statischen Grenzen. Die solaren Potenziale werden selbst bei unkonventionellen Dachkonstruktionen erschlossen.

sche Regierung am 29. Dezember 2003 den Gesetzesbeschluss Nr. 387 zur Förderung der Energieproduktion aus erneuerbaren Energiequellen. Das war auch die Geburtsstunde der Fördermittel für den Aufbau der Photovoltaik, die heute im italienischen Erneuerbare-Energien-Gesetz „Conto Energia“ hinterlegt sind. Die neue Rechtsprechung sollte das komplexe Genehmigungsprozedere spürbar vereinfachen und die Entwicklung der Photovoltaik vorantreiben. Die Richtlinien zum Zulassungsverfahren sollten zeitnah in Kraft treten. Sechs Jahre später bleibt die Umsetzung dieses Vorhabens leider immer noch aus.

Wo steht Italien heute? Trotz der Hindernisse ist der PV-Markt Italiens mit seinem Energiepotenzial und seiner Dynamik ganz weit vorn im europäischen Vergleich. Eine große Rolle für den Durchbruch der Photovoltaik spielten neben den günstigen klimatischen Bedingungen auch der rechtliche und der wirtschaftliche Rahmen. Im Herbst meldete GSE, die italienische Regulierungsbehörde, einen PhotovoltaikZubau von 6, 5 Gigawatt. Bis Jahresende 2011 erwartete GSE einen weiteren Zuwachs der Installationen auf insgesamt 12 Gigawatt installierter Leistung.

Immer mehr Kommunen in Italien setzen auf erbeuerbare Strom­ erzeugung aus Sonnenenergie.

Grundlage und zugleich Zugpferd für die günstige Entwicklung des Photovoltaik-Markts in Italien ist das italienische Erneuerbare-Energien-Gesetz, „Conto Energia“. Mittlerweile wurde es bereits viermal überarbeitet, wobei jede einzelne Fassung einen neuen Entwicklungszyklus des PV-Markts kennzeichnet. Mit den ersten zwei „Conto-Energia“-Fassungen wurden Antworten auf viele Fragen zur erneuerbaren Zukunft Italiens gegeben. Es wurde mehr Klarheit geschaffen und Hürden abgebaut, sodass Italien 2009 als einer der wachstumsstarken Märkte in der PV-Branche galt. Die dritte Überarbeitung des Gesetzes verzeichnete einen gewaltigen Zuwachs an Photo-


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oben: Mediterrane Dächer eignen sich ob des flachen Winkels idealerweise für Module mit Strukturglas.

links: In der Nähe einer ehemaligen Ölbohrschule in Cortemaggiore produzieren über 4300 Emmvee-Module sauberen Strom.

voltaik-Installationen. Der Markt erfuhr einen rasanten nesischen Hersteller eine entscheidende Rolle gespielt. Aufschwung. Doch seit der Verabschiedung des aktuel- Selbst in der aufblühenden PV-Landschaft Italiens solllen „Conto Energia IV“ ziehen dunkle Wolken über das ten sich Hersteller hochqualitativer Module für schwiesonnenverwöhnte Land. Eine Zeit von Verkaufseinbrü- rige Zeiten rüsten. Kaum einer dieser PV-Hersteller wird chen und massivem Preisverfall, die viele europäische PV- den scharfen Preiskampf mithalten können, ohne graMärkte bereits erfahren haben, kündigt sich nun auch im vierende Folgen zu tragen. Um ihre Positionen auf dem führenden PV-Markt an. Ist damit etwa der dritte Akt Markt dauerhaft zu sichern, werden viele Hersteller ihre des spannenden PV-Dramas erstrategische Ausrichtung neu defireicht? Und welche Lösungen wernieren. Differenzierung scheint in Nach dem rapiden Aufschwung des den dann die italienischen PV-Akdiesem Sinne das Schlagwort der italienischen PV-Marktes rüsten sich Zukunft zu sein. teure im fünften Akt vorstellen? Die genauen Ursachen für die die Akteure nun auf schwierige Zeiten. Um den Knoten zu durchschlagravierende Entwicklungswende gen, der der Photovoltaik in Italien in Italien lassen sich schwer festlangsam die Luft nimmt, müssen machen. Vielmehr ist dieser Umbruch auf die Wirkung Politik, Energiewirtschaft und Industrie nach gemeinsaeines ganzen Ursachengeflechts zurückzuführen. Sicher- men Lösungen suchen. Es sind kreative Lösungen für eilich haben dabei das Rennen nach Netzparität, die Ein- nen Zukunftsmarkt gefragt, die Effizienz, Qualität und führung der zehnprozentigen Einspeiseerhöhung für aus fairen Wettbewerb beachten und der Wirtschaftlichkeit Modulen europäischer Herkunft bestehende Anlagen Rechnung tragen. Das Potenzial ist da. Die Zukunft kann und natürlich auch die aggressive Preispolitik der chi- solar werden.


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L Ä N D E R P RO F I L

Pellegrino:

mitten in der Natur, für die Natur

Manchmal trifft man sie gerade dort, wo man sie am wenigsten erwartet – mitten im Grünen, auf Hügeln oder Bergspitzen. Sonnenkraftwerke, die der Natur wieder etwas zurückgeben und zeigen, dass Technologie und Umwelt ein harmonisches Zusammenleben führen können.

Deutlich zu erkennen: das strukturierte Albarino P Glas, das Emmvee als erster Hersteller verwendet hat.

Der Weg zu einer sauberen Umwelt führt auch an Pellegrino vorbei.

Vor etwa einem Jahr ist sie in der italieni- ten im Grünen, auf einem der Hügel des schen Provinz Parma, in der Nähe des klei- Stirone-Tals herausgewachsen. nen Ortes Pellegrino Parmanese, errichtet 4568 Module des deutsch-indischen Herworden. Seitdem produziert die Photovol- stellers Emmvee wurden in der Anlage vertaikanlage mit rund 1 Megawatt Nenn- baut. Der Anlagen-Errichter, das italienileistung Tag für Tag umweltfreundlichen sche Unternehmen Codam Srl, entschied Strom. Was bei diesich bei diesem sem Kraftwerk sofort Großprojekt, EmmRund 5000 Emmvee-Module ins Auge fällt, sind vee-Module vom Typ seine ungewöhnli- mit Strukturglas wurden auf dem ES-230 P60 Q mit steilen Hang verbaut. che Lage und die harAlbarino P Frontmonisch wirkenden glas zu verbauen. Jerund 5000 Solarmodule in der landschaft- des Photovoltaikmodul verfügt über 60 lichen Umgebung. Das Sonnenkraftwerk polykristalline Zellen mit je drei Busbars liegt mitten in der Natur, gelegen an einem der Firma Q-Cells. Geschützt unter dem steilen Hang. Zwischen grünen Wiesen, strukturierten Frontglas erreichen die 60 Bäumen und alten Weinbergen ist die Me- Zellen zusammen eine Leistung von bis zu gawattanlage im 2010 buchstäblich mit- 230 Wp. Dank der Vertiefungen auf der


Besonders viel Wert wurde auf eine „nahtlose“ Einbindung in die Umgebung gelegt.

Glasoberfläche fangen die Module mehr Licht ein und verarbeiten es effizienter zu Strom, selbst wenn die Sonne hinter den Hügeln versinkt. 50 Wechselrichter der Marke REFUSOL 20K benötigt die Anlage, um die Stromproduktion zu optimieren und den Sonnenstrom in einspeisefähigen Wechselstrom zu transformieren. Mindestens in den nächsten 25 Jahren soll die Solaranlage mit dem Strukturglas die Sonnenstrahlen einfangen und die emotionsfreie Energiezukunft Italiens mit meistern. Selbst die Bauarbeiten wurden vom naturschonenden Gedanken begleitet. Um das Megawattprojekt zu realisieren, müssten Bäume gefällt werden. Durch die Einpflanzung neuer Bäume in der Umgebung konnte das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Vom Bau der Anlage profitieren so Mensch und Natur gleichermaßen – mehr CO2-freier Sonnenstrom, mehr „grüne Lungen“ für eine saubere Umwelt. So kann man doch durchatmen.


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TECHNIK

Strukturglas

mehr Effizienz, mehr Ertrag, mehr Details

Auf den ersten Blick sehen sie alle gleich aus: Solarmodule. Für denjenigen, der eine solche Anschaffung plant, stellen sich immer ein paar grundlegende Fragen: Kaufe ich die billigsten Module und hoffe, dass sie lange genug auf meinem Dach aushalten, oder kaufe ich bewusst Qualität, von der ich erwarten kann, dass sie lange viel Ertrag erwirtschaftet? Schließlich möchte man die Solaranlage eben nicht alle vier bis fünf Jahre erneuern.

Wenn man sich Solarmodule genau ansieht, wird schnell deutlich, dass sie mehr als die Summe ihrer Komponenten sind. Wer auch bei den einzelnen Komponenten darauf achtet, dass Qualität verbaut wurde, kann mit nachhaltigen Erträgen rechnen. So gleich sind die Module beim näheren Hinsehen dann aber auch nicht. Emmvee hat schon immer auf Qualität gesetzt. Die Produktion findet auf den besten Maschinen statt und es werden nur hochwertige Qualitätskomponenten verbaut. Für einen solchen Innovationsführer, der regelmäßig alle Komponenten seiner Module in Augenschein nimmt, wurde schließlich das Frontglas interessant. Eine Entwicklung im Hause Saint-Gobain ließ die Ingenieure von Emmvee aufhorchen: strukturiertes Frontglas! Die Entwickler des Mannheimer Glasspezialisten versprachen einen höheren Ertrag von bis zu 4 Prozent im Vergleich zu herkömmlichem Frontglas. Man testete das neue Glas Albarino P ausgiebig und war überzeugt: Die kühne These der Entwickler von Saint-Gobain Solar Glass stimmt. Emmvee wurde so der erste Hersteller, der auf das strukturierte Glas gesetzt hat.


technik 15

Wie funktioniert das Glas? Das Glas hat eine strukturierte Oberfläche, die wie viele kleine Pyramiden (Albarino P) oder Wellen (Albarino G) aussieht. Diese Oberflächenstrukturen funktionieren als Lichtfallen. Der Test mit einem Laserpointer zeigt: bei konventionellem Glas wird der Lichtstrahl wieder aus dem Modul reflektiert, während Albarino P das Licht wiederholt auf die Zellen reflektiert, was zu einem Mehrertrag führt. Durch die Pyramidenform eignet sich das Glas Cammilleri. So hat auch derjenige die Chance, eine lukrative Solaranlage sein Eigen zu nennen, dessen Dach nicht nach Süden zeigt.

auch für unübliche Winkel, also für besonders steile oder flache Dächer, für die in nordeuropäischen Breitengraden tiefer stehende Sonne oder die typisch flachen Winkel mediterraner Dächer. Man konnte sogar schon 10 Prozent Mehrertrag in diesen Fällen messen.

Funktioniert das Glas wirklich? Emmvee wollte auf Nummer sicher gehen und hat unabhängige Institute mit der Prüfung des Glases beauftragt. Das Institut für Solarenergieforschung Hameln konnte z. B. einen deutlichen Mehrertrag feststellen. Derzeit testet die Universität Köln die Verwendung des Glases bei suboptimal ausgerichteten Dächern. „Hier können wir einen komplett neuen Markt erschließen. Emmvee ist der Spezialist für Nord-Ost-Dächer“, sagen die beiden Geschäftsführer von Emmvee Steffen Graf und Salvatore

Was ist mit Verschmutzung? Das Albarino-P-Glas geht auf dreierlei Art mit Dreck und Verschmutzung um. Zum einen legt sich der Schmutz in die Vertiefung, in die Täler. Dadurch, dass die Spitzen der Pyramiden nicht davon berührt sind, kann immer noch Sonnenstrahlung auf die Zellen treffen. Die Oberfläche des Glases ist insgesamt größer. Blätter und dergleichen haften kaum auf dem Glas, weil die Oberfläche der Pyramidenspitzen sehr klein ist. Wenn es regnet, entwickelt der ablaufende Regen an den Kanten der Pyramiden eine relativ hohe Geschwindigkeit ähnlich wie an einem Stein, der in einem Fluss liegt und um den das Wasser schneller fließt als in der Mitte des Stroms. Ein ähnlicher Effekt wirkt auch an den Tragflächen eines Flugzeugs. Dadurch wird der tiefe Schmutz effektiv abgetragen. Einsatzmöglichkeiten Emmvee-Module mit strukturiertem Frontglas können vielfältig eingesetzt werden: • auf herkömmlichen Dächern, • auf Nord-Ost-Dächern, • gebäudeintegriert in Fassaden und • in großen MW-Anlagen, wo man das letzte aus den Zellen herauskitzeln möchte.


technik 16

Solarzelle Große Glas-Studie Das renommierte EuPD Research Institut in Bonn hat sich das Strukturglas einmal zur Brust genommen. Im Sommer 2011 wurde das White Paper „Turbo für Solarmodule“ veröffentlicht. Darin werden bis zu 7,5 Prozent Mehrertrag unter praktischen Bedingungen, aber auch unter Laborbedingungen gemessen. Auf großen landwirtschaftlichen Anlagen in ganz Europa und ebenso auf Dächern von Familienhäusern zeigen Emmvee-Module mit Albarino P, was sie können. Im direkten Vergleich mit konventionellem Glas erzielen sie regelmäßig bessere Ergebnisse. Auf der Website von Emmvee Photovoltaics können Sie Einblicke in die Testergebnisse nehmen und sich über Referenzanlagen mit Albarino P und G informieren. Quellen:  www.emmveephotovoltaics.com www.eupd-research.com/ePaper/glass


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INTERVIEW

Strukturglas:

Ertragssteigerung durch innovative Ideen

Ein Interview mit Dr. Frank Best, Saint Gobain Solar Glass

Dr. Frank Best war eine der federführenden Personen bei der Einführung des strukturierten PV-Frontglases auf dem Markt. Seit 2007 revolutioniert dieses Frontglas mit seinen erwiesenen Eigenschaften die PV-Welt. Es trägt zu einem Mehrertrag bei, weil es mehr Licht fängt, einen Lichtfalleneffekt hat und Verschmutzungen in den „Tälern“ des Glases liegen, statt das Glas in Gänze zu bedecken. Nach vier Jahren kann man bei vielen Installationen ein überaus positives Resümee ziehen. Zeit, mit einem der Entwickler des Glases zu sprechen.

Solar Journal: Bitte stellen Sie sich kurz vor! Dr. Frank Best: Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet und Va-

ter zweier Kinder. Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen, Fachrichtung Maschinenbau studiert und danach in Industriebetriebslehre promoviert. Ich bin seit 2003 bei Saint-Gobain Glass und habe ab 2005 den Aufbau des Solarstandorts Mannheim als Vertriebsleiter Nordeuropa gesteuert. Seit 2009 bin ich nun Geschäftsführer der Kinon Spiegel Wilsdruff GmbH, ebenfalls Teil der BU Solar Glass, und KAM für Dünnschichtphotovoltaik. Seit Januar 2011 bin ich Director of Operations für die BU Saint-Gobain Solar Glass Nordeuropa mit Verantwortung für drei Produktionsstandorte. SJ: Wie kam Saint-Gobain auf die Idee, Frontglas zu strukturieren? FB: Von Solarzellen war bekannt, dass eine Oberflächen-

textur einen Lichtfallen- und Antireflexeffekt hat. Ebenso gab es schon Strukturen für streuende Gläser im Architekturbereich. Da lag die Idee nahe, es auch im Glas für PV zu versuchen. Nach umfangreichen optischen Simulationen und vielen Diskussionen über die technische Machbarkeit wurde in ca. 5 bis 10 Entwicklungsschritten das aktuelle


interview 19

Tiefstrukturierte PV-Frontgläser von Saint-Gobain Solar Glass: Albarino G mit Wellenstruktur und Albarino P mit pyramidähnlichen Vertiefungen für mehr Effizienz.

Dessin (das ist die offizielle Schreibweise zwischen SGGlass und Walzenherstellern!) und Produkt entwickelt. Die Entwicklung startete 2003 und 2004 gab es ein vorläufiges Produkt. Das aktuelle Albarino P wird seit Ende 2007 produziert und seit Anfang 2008 verkauft, das Albarino G wird seit August 2008 produziert.

steigerung von bis zu 8 % ausweist. Neuerdings messen wir an anerkannten Instituten wie dem CREST (Centre for Renewable Energy Systems & Technology) an der Loughborough University in UK, eine der führenden Universitäten im Bereich erneuerbare Energien.

SJ: Für welche Anwendungen eignet sich das Glas besonders? FB: Das Glas eignet sich grundsätz-

Studien belegen einen deutlichen Mehrertrag.

lich für Photovoltaik, nicht Solarthermie. Schon bei optimalen Bedingungen (30°, Süden) gibt es einen Gewinn von 2 bis 3 %, aber speziell bei anderen, sogenannten suboptimalen Himmelsrichtungen und Dachneigungen kann der Gewinn bis zu 20 % betragen. SJ: Gibt es Untersuchungen/Studien darüber, ob der versprochene Mehrertrag tatsächlich erwirtschaftet werden kann? FB: Bei Saint-Gobain intern mes-

sen wir den Mehrertrag im Kurzschlussstrom, aus dem sich aber auch sehr gut der Energiegewinn berechnen lässt. Wir messen an verschiedenen Standorten seit 2006. Es gibt eine Studie aus der Schweiz zum Einsatz in Lärmschutzwänden (Ost und Westausrichtung), der eine Ertrags-

SJ: Wie wird das Glas produziert? FB: Die Rohstoffe werden in einer

Wanne aus feuerfestem Material geschmolzen und danach durch zwei Walzen gezogen. Da im späteren Prozess das Glasband von der oberen Seite geschnitten wird, ist die obere Walze glatt, während die untere Walze die Struktur einprägt. Das so erzeugte Vorprodukt wird auf einer weiteren Bearbeitungsstufe auf das finale Maß geschnitten, die Kanten werden geschliffen und das Glas wird im Vorspannofen thermisch gehärtet.  Zum jetzigen Zeitpunkt  werden beide Stufen der Produktion in Deutschland ausgeführt.  

FB: Die Struktur bei Albarino-P-

Gläsern ähnelt kleinen Pyramiden, während das Albarino G aussieht wie Wellen. Der Hauptunterschied ist, dass bei G die Strukturen aus der Glasoberfläche herauskommen, statt wie beim P hineinzugehen. Die Erträge sind vergleichbar, in der Tat wurde dies eher aus optischen/ästetischen Gründen als Alternative entwickelt. Grundsätzlich sind Graben- und Pyramidform gleich gut geeignet. SJ: Wie sieht die Qualitätssicherung in der Glasproduktion aus? Wie realisiert man eine gleichbleibend hohe Qualität der Gläser? FB: Im Basisglasbereich wird regel-

mäßig die Strukturtiefe gemessen, der Hauptindikator für den Effekt. Die formgebende Walze wird oft erneuert, da schon kleinste Steine das Muster auf der Walze beschädigen können, was sofort im Glas sichtbar wäre. Dafür werden die Walzen vor jedem Einbau einer sehr peniblen Begutachtung unterzogen. Auch die Glaschemie und Fehler im Glas wie Blasen oder Einschlüsse werden kontrolliert. In der Verarbeitung wird heute jede einzelne Glasscheibe von MitarbeiSJ: Worin besteht der Unterschied tern der Qualitätskontrolle am Linizwischen Albarino P und G, abgese- enende begutachtet. Zudem werden hen von Aussehen und Form? an bestimmten Positionen Kame-


interview 20

Vorteilhaft bei suboptimalen Einstrahlwinkeln und diffusem Licht: Die Wellen des Albarino G Frontglases.

rasysteme zur Qualitätssicherung verwendet, die aber aufgrund der tiefen Textur und der damit verbundenen Lichtbrechung schnell an ihre Grenzen stoßen. Zur Prozesssicherung werden in regelmäßigen Abständen einzelne Gläser der Produktion entzogen und manuell geprüft – neben der optischen Prüfung sind insbesondere die Dimensionsprüfungen, die Prüfung der lokalen und globalen Verwerfungen und die Prüfung des Vorspanngrads zu nennen.

SJ: Welcher Mindestneigungswinkel der Module sollte eingehalten werden, um eine Reinigung zu gewährleisten? FB: Unsere eigenen Tests zeigen,

reiche, in denen die Produkte nicht nur in höher-effizienten  PV-Systemen Eingang gefunden haben, sondern darüber hinaus sogar in europäische Vorschriften/Empfehlungen wie z. B. bei den französischen Flugbehörden, die dieses Glas empfehlen, weil es in den Einflugschneisen der Flughäfen eine geringere Blendwirkung hat. Dies macht das Glas natürlich auch attraktiv für historische Gebäude.

dass sogar bei 10° über einen mehrjährigen Zeitraum der Vorteil erhalten bleibt. Erste Tests mit 5° Neigung (laufen seit ca. 16 Monaten) zeigen auch hier ein sehr stabiles Verhalten, allerdings ist dieser Zeitraum zu kurz für eine valide Aussage und bei dieser geringen Neigung sollte man auch bei flachem Glas auf den Rahmen ver- SJ: Wie geht es weiter? Welche SJ: Worin liegt der Vorteil struk- zichten. Entwicklungen kommen noch? turierter Frontgläser im Vergleich FB: Saint-Gobain arbeitet mit eizu Solargläsern mit AntireflexbeSJ: Wie hat der Markt das Glas an- nem großen R&D-Team beständig schichtung? genommen? an der Aufwertung und WeiterentFB: Speziell bei nicht optimalen EinFB: Beginnend bei einer kleinen in- wicklung seiner technisch innovabauwinkeln (Neigung, Himmelsrich- novativ eingestellten Kundengruppe tiven Produkte. Der große Erfolg tung) und diffusem Licht (Wolken) mit  hohem Wachstum  hat das Pro- bei den tief strukturierten Gläsern spielt das texturierte Glas seine Vor- dukt zu einer stabilen Position im treibt uns auch weiterhin an, die teile aus: Sehr flach einfallendes Licht Produktportfolio von Saint-Go- Produkte noch weiter zu entwiwird besonders gut eingefangen und bain gefunden. Auf dem europäi- ckeln und ständig über neue Anerhöht den Ertrag merklich. schen Markt gab es sehr schnell Be- sätze zu forschen.


gewusst wie 22

G E W U SS T W I E

Biogas Energie der Zukunft? Mais und Mist ergeben Masse, genauer gesagt Biomasse. Das Ergebnis dieser einfachen Rechnung bildet die Grundlage für die Stromerzeugung mit Biogasanlagen. Strom aus ökologischen Abfällen – im ersten Augenblick scheint das die Lösung aller Energie- und Umweltprobleme zu sein. Neben vielen Vorteilen gibt es allerdings auch einige Dinge, die man bedenken sollte, bevor man sich der Bioenergie widmet. Die Masse macht’s: Aus Biomasse kann sehr viel Energie erzeugt werden, unabhängig davon ob der Wind weht oder die Sonne scheint. So bringt es ein Mastschwein auf eine jährliche Biogasbilanz von rund 63 Kubikmetern und das Wiesengras eines Hektars Anbaufläche ergibt rund 6000 Kubikmeter Biogas. Verwendet man statt Wiesengras Energiepflanzen wie Silomais oder Zuckerrüben, kann die Leistung noch einmal verdoppelt werden. Im Klartext bedeutet das: Ein Hektar Energiepflanzen oder der Mist von 190 Schweinen genügt, um zehn Haushalte mit einer Wohnfläche von 80 m² das ganze Jahr mit Strom und Heizung zu versorgen. Die Grafik auf der nächsten Seite verdeutlicht, wie aus Gülle Biogas wird: Die Biomasse wird zunächst in einem Becken gesammelt. Dort landen neben Bioabfällen und Pflanzenresten auch Gülle und Mist – ein wortwörtlich

zu nehmender „dirty Job“ für diejenigen, die die Gülle vom Umland zum Becken transportieren müssen. Von dieser Sammelgrube wird die Biomasse dann in einen beheizten Behälter, einen sogenannten Fermenter geleitet, wo sie unter Ausschluss von Licht und Sauerstoff durch Mikroorganismen abgebaut und zersetzt wird. Die in der Biomasse enthaltenen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette werden in die Hauptprodukte Methan und Kohlenstoffdioxid umgesetzt. Daneben entstehen Gärreste, die zunächst in ein Gärrestelager kommen um später als Dünger ihren Weg zurück auf das Feld zu finden. Das im Fermenter entstandene Biogas wird in der Fermenterhaube direkt über der geruchsreichen Masse gespeichert und kann von dort aus in ein Blockheizkraftwerk geleitet werden, wo es zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt wird. Bei der Verbrennung des Methangases entsteht Energie,


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die zum Betrieb eines Biogasmotors bestens geeignet ist. Mithilfe eines Generators wird die dabei entstehende Bewegungsenergie dann in elektrische Energie umgewandelt. Dieser Strom wird anschließend in das Stromnetz eingespeist.

Biogas bringt Wärme, Strom und Treibstoff Biogas hat enormes Verwertungspotenzial: Neben der Erzeugung von Strom liefert es auch Wärme und Treibstoff: Durch die Abwärme des Blockheizkraftwerks können über ein Nahwärmenetz neben dem Fermenter auch Gebäude beheizt werden. Zusätzlich kann das Biogas als Treibstoff genutzt werden. Zu diesem Zweck wird es in eine Aufbereitungsstation geleitet: Dort werden Methangehalt und Qualität des Biogases gesteigert, um es dem konventionellen Erdgas anzugleichen. Das aufbereitete Gas kann dann direkt in das bestehende Erdgasnetz eingespeist oder an der nächsten Biogastankstelle als Kraftstoff für Erdgasautos verwendet werden. Biomasse im Aufwind Sehr verlockend ist also die Idee, aus Abfallprodukten wie Mist, Gülle und Biomüll Strom zu machen, die ansonsten unter Umständen mit großem Energieaufwand hätten behandelt werden müssen. Die Stromerzeugung aus Biogas und Biomasse ist in Deutschland sehr beliebt

und erfährt seit Jahren einen Aufwärtstrend: Während Biomasse im Jahr 2000 noch 7,8 % der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien ausmachte, lag ihr Anteil im Jahr 2010 bereits bei 32,9 %. Der Anteil von Biomasse – neben Windkraft die wichtigste Form der alternativen Stromerzeugung – an der Gesamtstromerzeugung liegt damit bei 5,5 %. So konnten durch die Nutzung von Biomasse seit der Einführung des Erneuerbare-EnergienGesetzes bereits 65,2 Millionen Tonnen CO2 von insgesamt 120 Millionen Tonnen vermieden werden.

Aus Abfall mach Strom Die Stromerzeugung aus Biomasse hat viele Vorteile: Biomasse ist rund um die Uhr verfügbar und flexibel einsetzbar da speicherbar – das sind wichtige Eigenschaften im Kontext der Problematiken anderer erneuerbarer Energieformen. Zudem basiert diese Energiequelle auf nachwachsenden und örtlich verfügbaren Rohstoffen. So kann der ländliche Raum gestärkt und Energie dezentral bereitgestellt werden. Zudem bietet die Bioenergie der Landwirtschaft ein zusätzliches Standbein. Rund 130 000 Arbeitsplätze werden bundesweit in diesem Bereich gezählt. Nach Berechnungen des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung sorgte die Erzeugung von Strom, Wärme und Kraftstoffen aus Biomasse


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im Jahr 2010 für 1,9 Milliarden Euro an Einkommen, Zudem besteht durch den vermehrten Anbau von EnerSteuereinnahmen und Unternehmensgewinnen in den giepflanzen eine Nutzungskonkurrenz zur LebensmittelKommunen. produktion. Kritiker befürchten deshalb volle Tanks statt volle Teller im Kontext der verstärkten TreibstoffherstelBiogas – Wunderenergie? lung durch Pflanzen. Die Nutzungskonkurrenz mit dem Es scheint, als wäre Biogas die perfekte Lösung für die übersteigerten Anbau von Energiepflanzen besteht aber naturfreundliche Stromversorgung. Jedoch hat diese er- nicht nur bei Nahrungsmitteln, sondern auch bei Wasneuerbare Energie auch ihre Schattenseiten: Durch die ser: Durch die Bewässerung der landwirtschaftlichen Flävermehrte Nutzung von Biomasse wird in die Ökosysteme chen werden mancherorts Wasserressourcen genutzt, die eingegriffen, da Flächen zur landwirtschaftlichen Nut- ökologisch wichtig sind oder die Trinkwasserversorgung zung benötigt und hierfür zum Teil auch gerodet werden. sicherstellen. Intensive Monokulturen bedrohen zudem die Lebens- Eine weitere Schattenseite des Biogases betrifft die grundlage einiger Tier-, insbesondere Vogelarten. Die Klimabilanz. Methan, der Energieträger im Biogas, beDeutsche Ornithologen-Gesellschaft warnt bereits davor, feuert den Treibhauseffekt 25-mal so stark wie CO2. Bioder Agrarboom könne die Verluste einiger Vogelarten be- gasanlagen sind nicht absolut dicht, sodass Methan in schleunigen und somit die biologische Vielfalt gefährden. die Umwelt entweichen kann. Zum Teil werden Biogas-


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verluste mit bis zu 15 Prozent beziffert. Durch das hohe Treibhauspotenzial genügen aber schon wenige Prozente Verlust um der Klimabilanz zu schaden. Noch bedenklicher ist die Entstehung des sogenannten vathaushalte rund um die Uhr mit Lachgases N2O. Es hat ein 300-mal so Ökostrom zu versorgen. 2020 solgroßes Treibhauspotenzial wie CO2. Es len es schon 20 Prozent der ca. 40 Milentsteht hauptsächlich aus Gärresten, wenn lionen Haushalte in Deutschland sein – die Felder mit Stickstoff gedüngt werden. Mit dem ein eifriges Energieziel, bedenkt man, dass die Sauerstoff aus der Luft produzieren Mikroben daraus reine Versorgung aus heimischer Biomasse im Wettbedann N2O. Schätzwerten zufolge werden 1,25 Prozent werb nicht realistisch ist. Folglich wird Deutschland in des eingesetzten Stickstoffs in Lachgas umgewandelt. Zukunft mehr und mehr auf den Import von Biomasse Durch sein enormes Treibhauspotenzial machen schon angewiesen sein. Man kann nur hoffen, dass dies nicht geringe Mengen der Klimabilanz zulasten anderer Länder, insbeordentlich zu schaffen. Insgesamt sondere von EntwicklungslänDurch die Nutzung von Biomasse liegen die Emissionen für Strom dern mit kritischer Ernährungskonnten bis jetzt bereits 65,2 von aus Biogas aber meist viel höher lage geht. Nachhaltigkeit auf allen insgesamt 120 Mio Tonnen CO 2 als jene für Ökostrom aus Wasser, Ebenen ist gefragt und sollte davermieden werden. Wind oder Sonne. Bioenergie beher oberstes Gebot für den Ausdeutet außerdem auch immer viel bau von Stromgewinnung durch Arbeit. Morgens muss das Rohmaterial angeliefert und Biomasse sein. Vor allem sollten dabei einfache sozialabends wieder entsorgt werden. Die Anlage ist kompli- ökologische Grundprinzipen eingehalten werden: Landziert und komplex und sollte regelmäßig gewartet wer- wirtschaft soll zuerst der Ernährung der Menschen dieden. Hier muss man mit einiger Arbeit rechnen. nen, dann Futter für Tiere liefern, dann Rohstoffe wie Baumwolle und erst zuletzt für Energie aus Bioabfällen Potenziale der Bioenergie und ‑reststoffen verwendet werden. Das würde Vogelar In Deutschland produzieren derzeit mehr als 5000 Bio- ten, Gewässern und nicht zuletzt dem Klima helfen. Und gasanlagen erneuerbaren Strom und Wärme aus Biogas. die Bioenergie würde auch in Zukunft den erneuerbaren Die pro Jahr in diesen Anlagen produzierte Strommenge Energiemix aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft sinnreicht bereits aus, um zehn Prozent der deutschen Pri- voll ergänzen.


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G E W U SS T W I E

Intelligente Netze:

Lebensader für unsere Energiezukunft

Seit etwa drei Jahren ist das englische Wort „smart“ in aller Munde. Geräte, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, scheinen intelligent („smart“) geworden zu sein. Und die letzte Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin hat uns auch gezeigt, welche Neuigkeiten unsere „smarte“ Zukunft noch mit sich bringt: Smart TV, smarte Tablets, smarte Kühlschränke und Waschmaschinen, sogar smarte Geschirrspüler, die mitdenken, miteinander kommunizieren und uns intelligent unterstützen. Auch die Netze der Zukunft müssen intelligente Allrounder sein, um mit dem technologischen Fortschritt mithalten zu können und den Umstieg auf erneuerbare und dezentrale Energieversorgung voranzutreiben.

Smart Grids werden sie genannt, die schlauen Stromnetze der Zukunft. Sie müssen sich unseren veränderten Bedürfnissen anpassen und uns für die Alltagsherausforderungen intelligente Lösungen anbieten. Während Funk-, Kabel- und Telefonnetze diesen Umbruch bereits geschafft haben und uns dadurch völlig neue Dimensionen des Kommunizierens und Lebens eröffnen, hinkt das Stromnetz noch hinterher. Gerade in Zeiten eines trotz breiter Zustimmung noch schleppenden Energiewandels und umstrittenen Atomausstiegs scheint der Ausbau der Netzstruktur umso wichtiger zu sein. Denn der Wind

treibt die Blätter der Windmühlen nicht dann, wenn der Stromverbrauch seinen Tageshöhepunkt erreicht, sondern eben dann, wenn er pustet, wenn sich Luftmassen bewegen. Erneuerbare Energien sind nun schwer steuerbar. Man kann sie nicht je nach Bedarf hoch- und runterfahren. Um ihr Energiepotenzial sinnvoll nutzen zu können, ohne die Netzstabilität zu gefährden, sind innovative Infrastrukturlösungen gefragt. Die Netze der Zukunft sollen den neuen Rahmenbedingungen Rechnung tragen und die begrenzten Netzkapazitäten effizient auslasten. Die angestrebte dezentrale und regenerative Energieversorgung erfordert „smarte Netze“, die die Kapazitäten koordinieren und die Balance zwischen Stromerzeugung und Energieverbrauch herstellen.


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Seit etwa drei Jahren ist das englische Wort „smart“ in aller Munde. Geräte, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, scheinen intelligent („smart“) geworden zu sein.

In den Netzen der Zukunft findet ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen den Hauptakteuren statt: zwischen Stromverbrauchern, private und industrielle, Stromerzeugern und Stromversorgern. Smart Grids nutzen innovative Informations- und Kommunikationstechnologien, um im Unterschied zum konventionellen Stromnetz eine bidirektionale Datenübermittlung zu ermöglichen. Dadurch kann in Abhängigkeit von der Verbrauchsintensität der Strom im Netz effizient verteilt werden. Dies ermöglicht eine optimale Auslastung des Niederspannungsnetzes auch dann, wenn das Stromangebot die Nachfrage übersteigt. Der erste Grundstein für den Ausbau der Netzinfrastruktur zu einem intelligenten Netz wurde von den

großen Stromkonzernen vor etwa drei Jahren mit der Einführung des Smart Meters gelegt. Als Smart Meter bezeichnet man intelligente Stromzähler, die den Stromverbrauch in Echtzeit messen. In den meisten Fällen lassen sich die Verbrauchswerte ferngesteuert ablesen. Smart Metern kommt eine Schlüsselrolle bei der effizienten Verteilung der Stromkapazitäten im Smart Grid zu – insbesondere wenn es sich um eine dezentrale Energiegewinnung erneuerbarer Energie handelt. Sie fungieren als Knotenpunkte zwischen Verbrauchern und Netz. Mit den smarten Messgeräten hat man immer den aktuellen Stromverbrauch im Auge. Anhand der Echtzeit-Verbrauchsdaten lassen sich Stromfresser im Haushalt leicht ausfindig machen.

Dank der Verbrauchskurve, die über einen beliebigen Zeitraum mühelos erstellt werden kann, können Haushalte die Entwicklung ihrer Stromkosten mühelos analysieren und ihren Verbrauch dadurch optimieren. Der Einsatz von Smart Metern kann signifikante Lerneffekte hervorrufen. Um richtig zu sparen, müssen Verbraucher aber ihr Energieverbrauchsverhalten ändern. Smart Meter denken mit. Durch Vernetzung der Geräte gelingt es ihnen, einen energie-effizienten Betrieb sicherzustellen. Sie kommunizieren mit den einzelnen Haushaltsgeräten, sammeln Verbrauchsdaten und leiten sie per Funk weiter. So kann der Smart Meter die Waschmaschine spät am Abend laufen lassen, eben dann, wenn Überkapazi-


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Intelligente Stromnetze sollen Energieerzeugung und -verbrauch sinnvoll synchronisieren

1. Energiegewinnung Das System erfasst die schwankende Erzeugung aus regenerativen Quellen

Energieversorger vergleicht Daten und sendet Signale an die angeschlossenen Kunden: einspeisen speichern verbrauchen

2. Intelligenter Stromzähler meldet aktuellen Energieverbrauch an den Versorger

4. Speicherung von überschüssiger Energie z.B. in E-Autos oder Akkus

täten im Netz gemeldet werden und Informationen über einen günstigen Tarif vom Stromversorger vorliegen. So spart man richtig und schont die Umwelt. Eine echte Kostenersparnis setzt jedoch eine Mindestmenge an Flexibilität seitens der Energieversorger voraus. Flexible Stromtarife, die sich der schwankenden Relation zwischen Stromerzeugung und verbrauch anpassen, sind deshalb ein unabdingbarer Teil des Smart-GridKonzepts. Der Einsatz der smarten Strommesser ist keine Vision. Der erste Schritt zur dezentralen und umweltverträglichen Energieversorgung wurde bereits gemacht. Von den 44 Millionen Haushalten nutzen hierzulande bislang jedoch nur etwa 100 000 die smarten Energieverbrauchsgeräte. Laut einer EU-Verordnung müssen alle Haushalte in den Mitgliedsstaaten bis 2022 auf elektronische Strom-

5. Intelligente Haushaltsgeräte schalten sich ein, wenn der Strom am günstigsten ist

zähler umsteigen. Viele der Stromversorger haben bereits elektronische Verbrauchsmesser in ihr Programm aufgenommen, die Nachfrage hält sich jedoch noch in Grenzen. Und diese ernüchternde Erkenntnis wurde auch auf einer Konferenz zur „Green IT“ aus Nutzerperspektive im November 2011 in Berlin bestätigt: PoliSmarte Stromzähler sind gefragt.

tik und Energiewirtschaft in Deutschland sind noch weit von diesem Ziel entfernt. Es fehlt an „attraktiven Geschäftsmodellen“ die einen Anreiz zum Wechsel anbieten. Zudem mangelt es an flexiblen Stromtarifen. Verglichen mit den restlichen Mitgliedsstaaten benötigt der Energiewandel in Deutschland einen kräftigen Anschub. Während einige der

Quelle: EnBW

3. Strompreisanzeiger zeigt die Strompreise der nächsten 36 Stunden an

europäischen Nachbarländer ihren Smart Grid Rollout bereits flächendeckend implementieren oder zumindest über einen Netzausbauplan verfügen, scheint es in Deutschland so, als fehle der entscheidende politische Anreiz für den konsequenten Umbau der Netze. Das Photovoltaik-Land Italien hat die intelligenten Energieverbrauchsgeräte bereits vor einem Jahrzehnt eingeführt. Schwedische Stromversorger setzen konsequent die netzentlastenden Geräte ein. In Deutschland hingegen existiert noch kein konkreter Plan zum Netzausbau, auch wenn die rechtlichen Grundlagen bereits vorhanden sind. Smart Netze sind ein unabdingbarer Schritt zur umweltverträglichen Energiegewinnung und Dezentralisierung der Energieversorgung. Der Weg dahin ist schon vorgezeichnet, nur das Tempo muss erhöht werden.


projektportrait 29

P R OJ E K T P O R T R A I T

Bürger

Energieversorgung selbst in die Hand

nehmen

ihrer Gemeinde

In der Schwarzwald-Gemeinde Schönau haben die Bürger 1997 ihre Stromversorgung übernommen. Seitdem steigerten sie den Anteil erneuerbarer Energie beständig. Strom aus Atomkraft oder Kohle nutzen sie überhaupt nicht. Und: sie haben inzwischen sogar bundesweit Kunden. Solaranlage auf Kirchendach. Foto: Hartmut Rauhut

Auf den Dächern von Wohnhäusern, Schulen, Kirche und Gemeindehaus glänzen Solarmodule, in den Kellern stehen kleine hocheffiziente Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren. Ganz Schönau steht im Zeichen des Ökostroms: In dem idyllischen Schwarzwaldstädtchen ist der Anteil an Ökostromkunden überdurchschnittlich hoch. Seit 1997 versorgen sich die Schönauer selbst mit atom- und kohlefreiem Strom. Nach elf Jahren heftiger Auseinandersetzungen mit dem regionalen Energieversorger, den Kraftübertragungswerken Rheinfelden, den (KWR), übernahmen damals die Elektrizitätswerke Schönau, kurz EWS, als erster bürgereigener Stromversorger das Ortsnetz. Seit der Öffnung des Strommarktes 1998 bieten die EWS ihren Ökostrom auch bundesweit an. Die Kundenzahl wächst

beständig. Im Mai 2009 waren es schon 85 000. Im Strompreis enthalten ist der Schönauer Sonnencent, der in neue umweltfreundliche Neuanlagen investiert wird. Bisher sind es schon über 1 200 Anlagen bundesweit. Hervorgegangen sind die EWS aus der Bürgerinitiative Eltern für atomfreie Zukunft, die sich nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 gegründet hatte. Die Initiative reaktivierte unter anderem Wasserkraftanlagen und finanzierte Blockheizkraftwerke. „Damit haben wir den Boden bereitet für die spätere Diskussion um den Kauf des Stromnetzes“, erzählt Ursula Sladek, Geschäftsführerin der EWS. Zusammen mit ihrem Mann Michael gehörte sie zu den Vorreitern der Schönauer Stromrebellen, wie sie auch genannt werden. 2008 ist sie dafür zum Social Entrepreneur 2008 durch Ashoka ausgezeichnet worden. In zwei Bürgerentscheiden trotzte die Bürgerinitiative dem Großver-

sorger das Stromnetz ab. Fast sechs Millionen Mark musste sie dafür an die KWR zahlen. In einer bundesweiten Spendenaktion und mit der Unterstützung von Schönauer Bürgern und Firmen, von Umweltverbänden, einer großen Werbeagentur und der GLS Gemeinschaftsbank bekamen sie den Millionenbetrag tatsächlich zusammen. „Das Geld war unser geringstes Problem“, so Ursula Sladek,. denn nach Tschernobyl seien viele Bürger sensibilisiert gewesen für Energiefragen. „Diese Stimmung haben wir aufgegriffen und durch lokale Aktivitäten wie zum Beispiel Stromsparwettbewerbe verstärkt.“ Viele gute Projekte würden vielleicht deshalb nicht umgesetzt, weil schon im Vorfeld bezweifelt werde, dass man das Geld dafür zusammen bekommt, vermutet sie. „Wir haben uns daher abgewöhnt, im ersten oder zweiten Schritt eines Projektes über Geld nachzudenken, die Geldfrage kommt immer erst am Schluss.“ Mit einem Flyer in türkischer Sprache werden auch MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund von EWS angesprochen und in Fragen rund ums Stromsparen informiert.


projektportrait 32

PROJEKTPORTRAIT

G+B stellt einen neuen Ansatz im Web dar. Hier werden erneuerbare Projekte nach Referenzen sortiert. Sie inte­ ressieren sich für eine Photovoltaikanlage und hätten gerne eine ähnliche wie Ihr Nachbar? Suchen Sie die entsprechende Referenz und finden Sie den Solarteur dazu! Zusätzlich wartet die Site mit vielen nützlichen Nachrichten, Tipps und Tricks aus der Welt der Erneuerbaren auf!

Alexander Pulvermüller, 37, ist einer der drei Gründer der grünen Internetplattform G+B. Vorher hat er bei einem Photovoltaik-Projektentwickler gearbeitet. Das Gründungsteam besteht des Weiteren aus einem Ex-Banker und einem Programmierer.

Mehrzahl der Menschen kann kein asketisches veganes Leben führen. Daher versuchen wir, realistische Lebensaspekte zusammenzubringen.

Solar Journal: Herr Pulvermüller, was bedeutet denn G+B? Alexander Pulvermüller: G+B bedeu-

nate beschäftigt hat. Auf der einen Seite muss man einen Fokus legen, auf der anderen Seite muss man breit aufgestellt sein, um genügend Antworten geben zu können. Und obendrein wollen wir auch noch Geld verdienen. Es ist schon ein magisches Dreieck. Wie lösen wir es nun? Einerseits können sich Firmen mit ihren Profilen und insbesondere Referenzen darstellen und Projekte können wunderbar einfach ausgeschrieben werden. Andererseits stellen wir Produkte direkt in unseren Marktplatz ein – von der LED-Leuchte über das Miniwindrad bis hin zum City-El-Elektrofahrzeug. Zusätzlich zum kommerziellen Teil haben wir eine breit aufgestellte NewsSeite, die die interessantesten Themen veröffentlicht. Dies können Forschungsergebnisse sein, ein neuer Windpark, Coca Cola, die ihre Waren in elektrischen LKW ausfährt, Neuigkeiten aus Wirtschaft und

tet Grün plus Blau. Wir haben uns Zielen der grünen Energiegewinnung und natürlich der Einsparung von Energie verschrieben. Auf der anderen Seite sind wir Realisten und lieben den Spaß. Grün hat häufig einen langweiligen Einschlag. Daher eben auch Blau, weil blau das Synonym für Grün mit der Extraportion Spaß ist. SJ: Und wie bringen Sie diese beiden zusammen? AP: Ganz einfach. Auf unserer Plattform

finden Sie Informationen, Firmen und Produkte aus der Wind-, Photovoltaik-, Solarthermie-, Heizungs-, LED- und Isolationsbranche sowie Elektrofahrzeuge, Hybride, Flugzeuge und Gadgets. Wir leben in einer sehr komplexen Welt und die

SJ: Das hört sich ja gut an. Aber wie kann man das alles gleichzeitig machen? AP: Gute Frage – die uns über viele Mo-


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SJ: Also die kleinen Schritte? AP: Natürlich. Die Energiewende

kann nur gelingen, wenn millionenfach kleine Beiträge erbracht werden. Natürlich brauchen wir die Offshore-Windparks, Desertec und andere Großprojekte. Zusätzlich muss aber Energie auch dezentral erzeugt und – natürlich ganz wichtig – eingespart und gespeichert werden. Wind weht nicht immer. Die Sonne scheint nur am Tage, Strom wird aber auch nachts und bei Windstille benötigt. Stellen Sie sich mal Hunderttausende Autos vor, die Strom speichern und wieder abgeben, wenn er benötigt wird. Sie können mit Ihrem Auto Geld verdienen, weil Sie es als Stromspeicher nutzen. Oder Lichtblick mit ihren Tausenden kleinen Blockheizkraftwerken, die auf Schwankungen im Netz innerhalb von Sekunden reagieren können. Da ist so viel MuScreenshot von der Website www.gplusb.com. Hier werden Referenzen deutlich gemacht. sik drin. Aber insbesondere sind wir Advokaten der Energieeffizienz. EinPolitik. So entsteht ein breit aufge- künftiger Entwicklungen abdecken. sparen ist immer noch besser als prostelltes Journal für erneuerbare Ener- Und nicht zu vergessen, dies ist Teil duzieren. gien und Energieeffizienz – und na- unserer Suchmaschinen-Marketing­ türlich für den Spaß daran. strategie. Wir bringen Besucher auf SJ: Das hört sich alles sehr logisch unsere Seite, die vielleicht noch gar und auch gut an, wie machen Sie es SJ: Sie unterscheiden sich also von nicht direkt darüber nachgedacht aber jetzt ganz konkret? vielen Wettbewerbern dadurch, haben, etwas in diesem Bereich akAP: (lacht) Na endlich, jetzt kann dass Sie auf der einen Seite das ge- tiv zu tun. Vielleicht können wir ich sagen, wie wir wirklich unseren samte Spektrum kommerziell ab- dann Interesse wecken, wenn die Beitrag leisten und natürlich dafür decken und andererseits journalis- Besucher feststellen, dass bereits Werbung machen. tisch tätig sind? sehr viel Energie eingespart werden Firmen können unter www.gplusb.de AP: So kann man es sagen, ja. In- kann, wenn nur ein Teil der Lampen ganz einfach ein Profil über sich anformationsbereitstellung ist ein ganz im Haus gegen LED ausgetauscht legen. Viele unserer Kunden – Instalwichtiger Aspekt unseres Auftritts. wird. Oder dass nun doch ein Hyb- lateure, Elektriker, Dachdecker aber Auch hierbei achten wir ganz beson- rid beim nächsten Autokauf in Be- auch Energieberater – haben keine eiders darauf, dass wir viele Bereiche tracht gezogen wird. Dies sind erste gene Website. Brauchen Sie auch gar des täglichen Lebens und natürlich Schritte. nicht mehr, weil Sie sich bei uns ohne


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Alexander Pulvermüller, einer der Gründer der grünen Online-Plattform GplusB.

viel Computerverständnis eine eigene Darstellung im Web aufbauen können. Das gilt natürlich auch für Firmen mit Webauftritt, die mehr Präsenz wollen. Das Allerwichtigste ist aber, dass Firmen Referenzprojekte eingeben können. Kunden und Investoren halten sich häufig nicht mit Marketingfluff auf. Sie wollen sehen, was die Firmen bereits gemacht haben. Sie lesen doch bei Ferienhäusern oder neuen Elektrogeräten auch immer die Bewertungen der anderen Nutzer. Referenzen sind nichts anderes. Man kann sich eher damit identifizieren, was der Nachbar aus seinem Haus gemacht hat. Unsere Findmaschine arbeitet natürlich genauso: Sie findet Referenzen, die für die Kunden relevant sein können. Somit kann der Kunde sehen, wer die meiste Erfahrung zu diesem Thema in der Region hat. SJ: Und was kostet der Spaß, ist doch bestimmt nicht billig? AP: Mal davon abgesehen, dass 49 €

im Monat für diese Fülle wirklich nicht viel Geld sind, muss man aber immer den realen Gegenwert sehen. Also außer einem Auftritt, passiert da auch noch etwas, was ich in Heller und Pfennig greifen kann? Sehen Sie: Selbst eine kleine Handwerksfirma beschäftigt drei bis vier Leute, hat eine Werkstatt und mehrere Fahrzeuge. So kommen schnell mal Kos-

ten in Höhe von 15 000 bis 20 000 € im Monat zusammen. Das Geld muss erstmal verdient werden. Also müssen Aufträge ran und zwar permanent. Der Chef muss ja planen können. Unsere Aufgabe ist es, durch zusätzliche Präsenz im Internet der Firma mehr Aufträge zu liefern. Und die Rechnung ist ganz einfach. Je mehr Referenzprojekte aufgelistet sind, desto höher die Chance, dass aus reinem Interesse beim Kunden ein Auftrag wird. 49 € im Monat sind also somit die Grundvoraussetzung, eine stabile Auftragslage zu schaffen. Eine Anzeige in der Lokalzeitung ist auch nicht billiger und vor allem zeitlich und lokal beschränkt auf die Leser des Blatts. SJ: Man sieht, Sie haben sich Gedanken dazu gemacht. Was ist jetzt mit den anderen Teilen, der Projektbörse und den Produkten? AP: Danke, ja stimmt. Die Pro-

jektbörse wird hoffentlich ordent-

lich Wind in die hiesige Ausschreibungslandschaft bringen. Bislang sind Ausschreibungen ja meistens stur massnahmenorientiert. Das heißt, es wird genau beschrieben, was gefordert wird. Dies können aber meistens nur Bauleiter, Ingenieure und Architekten machen. Viele Kunden wollen aber selbst wissen, welche Angebote es gibt und was man für sein Geld alles bekommen kann. Klar, man kann auch detailliert bei uns ausschreiben und dann nur nach Preis entscheiden. Insofern werden hoffentlich auch die Bauleiter unsere Plattform nutzen. Jetzt spannen wir aber den Bogen zu den Referenzen. Sie als Häuslebauer sehen eine tolle Referenz zweier Firmen in Ihrer Nähe, die eine PV-Anlage, eine Solarthermieanlage und eine Wärmepumpe installiert und so aufeinander abgestimmt haben, dass es perfekt passt. Sie klicken in dieser Referenz nun ganz einfach auf „als Vorlage nutzen“ und schon haben Sie ihre eigene Projektausschreibung fast fertig. SJ: Und dann? AP: … können Sie noch Bilder und

Daten Ihres Hauses hinzufügen und das Projekt veröffentlichen. SJ: Und wenn ich nicht möchte, dass mein Haus im Internet erscheint? AP: Das haben wir natürlich eben-


projektportrait 35

falls bedacht. Sie fordern einfach Angebote an. Das machen wir dann für Sie. Ihr Projekt erscheint nicht im Internet, wir leiten aber Ihre Projektinfo bzw. Ausschreibung an bis zu zehn Firmen weiter, die dann ein Angebot erstellen können. SJ: Wird man von den Firmen telefonisch und per Mail dann auch so zugeschüttet wie bei anderen Ausschreibungsplattformen? AP: Natürlich nicht. Die Kundendaten

werden nicht herausgegeben. Die Firmen können über das G+B-Projekt- und Nachrichtentool ihr Angebot abgeben oder Nachfragen stellen. Der Kunde kann dann entscheiden, wie es weitergeht. SJ: Und wie geht es weiter? AP: Wir schaffen für den Häuslebauer

kostenlos Transparenz und helfen ihm, einen guten Deal zu bekommen – wie soll er sonst vergleichen? Gleichzeitig geben wir aber den Firmen auch die Möglichkeit, sich bestmöglichst zu präsentieren. Bei uns entscheidet also nicht der Preis, sondern das beste Gesamtpaket.

Werden Sie Mitglied im

SJ: Und die Produkte? AP: Tja, dieser Teil steckt noch in den

Kinderschuhen. Wir werden aber nun verstärkt daran arbeiten, unsere Produktpalette schnell auszuweiten und ebenfalls mit Projekten und Referenzen zu verknüpfen. Dazu arbeiten wir bereits mit MarktplatzSpezialisten, die auch Dienstleistungen für amazon und eBay erbringen. SJ: Herr Pulvermüller, wir danken für das nette Gespräch und wünschen Ihnen alles Gute.

w w w. r a d c l u b . d e


unternehmensportrait 36

UNTERNEHMENSPORTRAIT

Zukunftstechnologien

für die Photovoltaik Seit fast 25 Jahren entwickelt Spelsberg Lösungen für Elektroinstallation und PV-Anlagen

Aus dem Firmenkomplex von Spelsberg im sauerländischen Schalksmühle ragen vier große Silos heraus. Täglich fahren dort Lastwagen vor und pumpen tonnenweise neues Granulat in die Speicher – ausschließlich europäische Spitzenqualität. Denn für die mehr als 100 Millionen Spritzteile, die das Unternehmen pro Jahr produziert, muss immer genügend hochwertiges Rohmaterial vorhanden sein. Daraus mischen die „Spelsberger“ dann ihre insgesamt 400 Rohmaterialtypen – 95 Prozent davon nach hausgemachtem Rezept.


unternehmensportrait 37

Die Sauerländer stellen Anschluss- Lösungen für die Photovoltaik ist das wuchskräften in Deutschland. In jedosen, Elektroinstallations- und Ge- Unternehmen erfolgreich. Rund 500 dem Ausbildungsjahr bieten wir duhäusesysteme her. Von der brandge- Mitarbeiter sind in Schalksmühle ale Studiengänge in verschiedenen schützten Kabelabschottung bis zur und im thüringischen Buttstädt tä- Kombinationen an“, erläutert Geflexiblen Abzweigdose, von der schäftsführer Till Fastabend. Photovoltaikanschlussdose bis „Zudem haben unsere Mitarzum Industriegehäuse. Für jeden Auf die hohe Qualität der PV-Produkte beiter zahlreiche Möglichkeiten Zweck wird ein eigenes Werk- können sich die Kunden verlassen, weil der fachlichen Weiterbildung.“ zeug erstellt und jedes Produkt die Photovoltaik-Dosen zu 100 Prozent Kurze Wege zwischen den eineine Endkontrolle durchlaufen. bietet eine bestimmte Lösung. zelnen Abteilungen wie ProHinter jedem Modell von Spelsduktmanagement, Entwicklung, berg – ob PV-Anschlussdose, Klein- tig. Spelsberg liefert weltweit an mehr Werkzeugbau, Produktion und Ververteiler oder Gehäuse – stecken eine als 2000 Kunden. Auch die Lagerflä- trieb sorgen für einen optimal abgeindividuelle Entwicklung und ein ge- chen von Spelsberg haben riesige Di- stimmten Entwicklungsprozess neuer nau durchdachtes Konzept. Das gilt mensionen. Die 6 000 Palettenstell- Produkte und für einen engen Zubereits seit mehr als 100 Jahren. So plätze umfassen eine Fläche von drei sammenhalt der „Spelsberger“. „Man lange ist das mittelständische Fami- Fußballsfeldern. wird hier überall gut aufgenommen lienunternehmen nämlich bereits in und nie schief angeguckt, wenn man der Elektrobranche zu Hause. Dabei Entscheidend sind Fragen hat“, beschreibt die Auszubilhat es sich kontinuierlich weiterent- die Menschen dende Jill Kleinert die positive Atmowickelt. So ist Spelsberg heute nicht Seinen Erfolg gründet Spelsberg un- sphäre im Unternehmen. allein für seine Elektroinstallations- ter anderem auf den Einsatz qualitechnik bekannt – auch mit seinen fizierter Fachkräfte. „Wir setzen auf Auf Herz und Nieren geprüft vielseitigen Gehäusesystemen und die eigene Ausbildung von NachDer Grundsatz des Unternehmens,


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Spelsberg verfügt über eine professionelle Logistik. Hier wird gerade das Werk in Buttstädt beliefert. In Thüringen werden die Anschlussdosen für Solarmodule her­ gestellt.

Spelsberg ist ein Familienunternehmen mit langer Tradition und schöner Aussicht ins Sauerland.

möglichst viele Arbeitsschritte im eigenen Haus umzusetzen, erstreckt sich bis zur Prüfung der Produkte. Das TÜV-, VDE- und UL-zertifizierte Prüfzentrum besteht aus herausragend ausgestatteten Laboratorien für eine Vielzahl von Testverfahren. So werden zum Beispiel die robusten Gehäuse und Anschlussdosen in Industriequalität auf ihre Staub- und Wasserdichte (IP) getestet. Auch die besondere Schlagfestigkeit der Materialien kann bei Spelsberg mit einer Kugelvorrichtung überprüft werden. Spezielle Temperaturkammern und Kühlgeräte simulieren die extreme Hitze oder Kälte, denen die Produkte widerstehen müssen. Hier werden die Gehäuse auf Minus 30 Grad abgekühlt und

schnell wieder auf Plus 40 Grad erhitzt. So kann man feststellen, wie sich die Dosen im Ernstfall verhalten. Auf die hohe Qualität der PVProdukte können sich die Kunden auch verlassen, weil die PhotovoltaikDosen zu 100 Prozent eine Endkontrolle durchlaufen.

Sicher und innovativ Seit fast 25 Jahren ist das Unternehmen Vorreiter bei Installationsprodukten für PV-Anlagen. Heute bietet Spelsberg dem Elektrohandwerk ein großes Spektrum an AnschlussSystemen in Kombination mit erprobten Produkten aus der Elektroinstallation. So kommen zum Beispiel bewährte Gehäuse und Kleinverteiler rund um die PV-Anlage zum Einsatz.

Dank ihrer großen Robustheit sind die Spelsberg-Produkte in den verschiedensten Bereichen einsetzbar – zum Beispiel im geschützten Außenbereich, wo es auf UV-Beständigkeit und Wetterschutz ankommt. Im Bereich PV-Anschlussdosen entwickelt Spelsberg auf Basis der bewährten Standards maßgeschneiderte Produkte, die genau zu den Anforderungen der Modulhersteller passen. Hochaktuell sind beispielsweise PV-Modulanschlussdosen mit integrierter Elektronik, die sich durch zukunftsweisende Technologien für mehr Sicherheit und Effizienz auszeichnen. Die PV-Anschlussdosen des Unternehmens sind dual zertifiziert. Das bedeutet, alle Dosen tragen sowohl das europäi-


unternehmensportrait 39

oben: Kantine von Spelsberg mit Kunst und Photovoltaik. mitte: Produktion im Sauerland

sche IEC-/TÜV-Siegel als auch das Zeichen der US-amerikanischen UL (Underwriters Laboratories). Solarteure und Kunden haben so die Sicherheit, dass die Spelsberg-Produkte für alle Märkte in Europa wie in Amerika einsetzbar sind. Das garantiert eine hohe Sicherheit der An-

lage sowie die Einhaltung der jeweiligen nationalen Vorschriften. Sicherheit und technische Innovation – bei der Entwicklung neuer Produkte stehen diese Aspekte bei Spelsberg im Vordergrund. Egal, ob es um Verteiler für den Brandschutz, Elektroinstallationssysteme für die Pho-

tovoltaik oder moderne Anschlussdosen geht. Dabei zeichnet sich das Unternehmen vor allem durch den engen Kontakt zum Kunden aus. Mit individuellen Lösungen, passend zu den jeweiligen Anforderungen der einzelnen Kunden, überzeugt Spelsberg immer wieder aufs Neue.


topthema 40

TO P T H E M A

Plus-Haus

Heizkosten? Welche Heizkosten?

Reizt Sie die Idee, nie wieder für Ihre Heizung zahlen zu müssen? Wollen Sie ein autarkes, umweltfreundliches und zuverlässiges System? Wollen Sie den kostbaren Raum in Ihrem Haus nicht mit einem Kessel Wasser teilen? Dann hat Horst Ebitsch vielleicht genau das Richtige für Sie. Das Plus-Haus sieht auch von außen toll aus. Oben sieht man die Sonnenkollektoren, die für die Wärme zuständig sind, unten fungieren Solarmodule als Strom- und Schattenspender.


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Das Haus ist aus Holz gebaut. Überall findet man pfiffige Lösungen und der Energieverbrauch ist minimal.

Die Photovoltaik-Module sind so angebracht, dass sie Schatten spenden aber im Winter die tief stehende Sonne nicht ausschließen.

Horst Ebitsch ist der Gründer und Geschäftsführer von EBITSCH energietechnik – und das seit über 22 Jahren. Bei einem Aufenthalt in Nepal wurde er von einem sehr einfach konstruierten Sonnenkollektor inspiriert. Zurück daheim baute er sich einen eigenen, Freunde wollten auch einen und 22 Jahre später floriert sein Unternehmen, das auch Photovoltaikmodule, Elektromobile und andere erneuerbare Lösungen in der Region Bamberg verkauft. Horst Ebitsch wohnt selbst in einem alten fränkischen Bauernhof, der immer wieder als Testgebäude für den findigen Tüftler herhalten musste. Nun hat er den etwas anderen Speicher entwickelt.

Ausgangslage Herkömmliche Speicher waren teuer und nahmen mit ihrer vertikalen Bauweise sehr viel teuren Platz im Haus weg (ca. 50 m³ für Speicher und Technik, à 300 bis 500 €). Außerdem

wird im Sommer unwahrscheinlich Ein weiterer großer Vorteil ist das viel Wärme abgegeben. In einem Alt- mit nur 2,3 Tonnen sehr niedrige bau sind solche Anlagen nachträglich Gesamtgewicht, das nur etwa 12,5 kaum zu realisieren. Prozent eines vergleichbaren Stahlspeichers beträgt. Und angesichts Alles neu! kompakter LKW-Maße ist das SysDer Ebitsch-Speicher besteht aus tem leicht zu transportieren. Es kann nicht wärmeleitendem GFK. Die unter dem Haus in der Erde oder im sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit Keller oder sogar freistehend neben des Werkstoffs ist 80 Mal geringer dem Haus aufgestellt werden – eine als bei Stahl und damit ideal für einen wirklich flexible Alternative, wie wir Wärmespeicher. Verschiedene Kam- meinen. mern halten unterschiedliche Men- Das Solar Journal hat sich das Musgen Wasser parat, er liegt waagerecht terhaus von Ebitsch einmal genau an(unter der Erde) und die komplette gesehen und war verblüfft. Im Inneren Installation liegt in der Dämmung. des Hauses herrschte ein wohltuenLediglich sechs Rohre müssen an- des, angenehmes Klima. Das Haus geschlossen werden. Daher spricht hat massive starke Holzwände und Horst Ebitsch von einem Gesamst- ist durchweg ökologisch gebaut. Die system: Speicher, Steuerung, Pum- Wände sind atmungsaktiv und klipen, Wärmetauscher und ein Aus- maregulierend und haben eine hohe dehnungsgefäß – alles ist im Speicher Tragfähigkeit, wodurch alle mögliintegriert und damit an einer Stelle. chen Grundrisse realisiert werden Die Steuerung ist sogar netzwerkfä- können. Unter dem Haus ruht der hig und kann zentral programmiert saisonale Wärmespeicher SE 30 mit werden. einer Speicherkapazität von 30 000 l


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Schnitt durch die Hauswand. Mehrere Holzschichten, die ohne Klebstoff miteinander verbunden sind.

Das Heizsystem von Ebitsch. Deutlich zu erkennen die unterschiedlichen Zonen und die effektive Isolierung (Modell).

in drei Tanks zu 20 000, 9 000 und 1 000 l. So wird sichergestellt, dass auch in den Wintermonaten schnell Wärme gespeichert werden kann. Das Speichersystem ist durchgehend geschäumt. Es gibt keine Kältebrücken. Deswegen ist es schön warm im Haus. Es wird wärmer, dort, wo man den Technikraum erwartet. Da ist aber nichts! Alles liegt unter dem Fußboden. Nur ein Revisionsschacht, der ob der vielen und regelmäßigen

Besucher offen steht zeigt ein Rohrgewirr, das sich aber beim genauen Hinsehen auf drei Rohrpaare herunterbrechen lässt. Das System speichert ganzjährig die von Sonnenkollektoren aufgefangene Wärme. Das reicht auch für einen längeren Winter, wie in den vergangenen zwei Wintern bewiesen werden konnte. Das System ist Plug and Play und wird fertig angeliefert. Es eignet sich für Neubauten und Alt-

bauten gleichermaßen und ist absolut wartungsarm. Horst Ebitsch wurde für den Saisonspeicher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen Staatspreis für Innovation 2011. Horst Ebitsch sagt dazu: „Nie mehr Heizkosten! Steigende Brennstoffkosten kosten nur noch ein Lächeln!“ Wir glauben, dass er da auf einem richtigen Weg ist.


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TO P T H E M A

Projektmanagement bei Emmvee Seit seiner Gründung hat sich Emmvee in viele Richtungen weiterentwickelt. Das Leistungsangebot ist gewachsen, echte Innovationen wurden eingeführt. Die Produkte wurden ständig weiterentwickelt. Teils, weil es der Markt wünscht, teils, weil es sich dabei um eine echte Innovation handelt. Aus der kontinuierlichen Produktoptimierung und dem Kundendialog, sowie Projektentwicklung: Auf dem ehemaligen Militärflughafen Bronkow dem Wunsch, eine nachhaltige solare entsteht gerade eine 11,8 MW Anlage mit Emmvee-Modulen. Stromerzeugung durch zuverlässige und leistungsstarke Lösungen zu ermöglichen, ist ein weiteres Geschäftsfeld entstanden: das Projektmanagement von Emmvee. Die langjährige Erfahrung des deutsch-indischen Solarmodulherstellers im Bereich der solaren Energiegewinnung, das technische Know-How und das internationale Netzwerk werden nun künftig in die Planung, die Abwicklung und die reibungslose Realisierung großer Solarprojekte eingesetzt. Projektentwicklung bei Emmvee Das Projektmanagement Die Planung eines Sonnenkraftbei Emmvee umfasst zwei werks gilt als einer der komplexesten verschiedene Leistungs­ und erfolgskritischsten Projektentpakete: Projektentwicklung wicklungsstufen. Dies nicht zuletzt und EPC (Engineering, wegen der hohen Anforderungen, Procrument & Construction). die Photovoltaikinstallationen heute zu erfüllen haben. Letztlich müssen sie mindestens 25 Jahre bei diversen Witterungsbedingungen einwandfrei funktionieren. Häufig gibt es kniffelige architektonische Herausforde-

rungen oder „schwieriges Gelände“. Dann müssen Profis mit langjähriger Projekterfahrung ran. Falko Schrade ist so ein Profi. Seit Mitte 2011 baut er das Projektgeschäft bei Emmvee auf. Er ist seit 15 Jahren im internationalen Projektgeschäft und verfügt über die notwendige Erfahrung und ein belastbares Netzwerk, um jedes Projekt umsetzen zu können. Wird der Standort den geltenden EU-Anforderungen gerecht? Ist er für die Errichtung einer Photovolta-


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ikanlage geeignet? Welche Genehmigungen werden benötigt? Besteht die Möglichkeit eines Netzanschlusses? Welche Rolle spielt die Bodenbeschaffenheit? Alles Dies sind erfolgskritische Fragen rund um das Errichten eines Photovoltaik-Großprojekts, um die sich die Profis von Emmvee als Projektentwickler kümmern. Die Projektentwicklung bei Emmvee impliziert die komplette Planung eines PV-Projekts – von der Standortanalyse und Zulassungsverfahren über die Finanzierung bis hin zur technischen Planung der Installation.

EPC (Engineering, Procurement & Construction): die Komplettlösung für Ihre Anlage von Emmvee Die EPC-Division von Emmvee steht für maßgeschneiderte Komplettlösungen für die Projektierung und Errichtung von Photovoltaikanlagen. Dabei übernimmt Emmvee als Generalunternehmer die komplette Betreuung der Photovoltaikprojekte – von der technischen Abwicklung bis zum schlüsselfertigen Solarkraftwerk. Damit wird das komplette Spek-

trum an der für die erfolgreiche Umsetzung großer Photovoltaik-Investitionsprojekte maßgeblichen Ingenieurleistungen angeboten. Präzise technische Planung, Beschaffung bester Systemkomponenten und fachgerechte Montage, zuverlässige Wartung und Betriebsführung – alles aus einer Hand. Emmvee übernimmt die komplette technische Planung und Implementierung der Anlage. Unter Berücksichtigung der Projektspezifikationen und der Besonderheiten des Installationsstandortes stellt Emmvee die optimale Systemkonfiguration zusammen. Emmvee stimmt die einzelnen Komponenten so aufeinander ab, dass das bestehende Synergiepotenzial völlig ausgeschöpft wird. Indem sie ineinander eingreifen, sich gegenseitig unterstützen und ergänzen, holen die einzelnen Anlagenelemente das Beste aus dem Solarkraftwerk heraus. Das ermöglichten zum einen die eigene Solarmodulproduktion, zum anderen die langfristigen Kooperationen mit einigen der weltweit größten Wechselrichterhersteller wie Delta Energy

Systems und Power One. Schließlich kennt Emmvee die eigenen PV-Module so gut wie kein anderer. Ein weiteres Standbein für die erfolgreiche Errichtung leistungsfähiger PV-Großanlagen ist der Einsatz hochwertig verarbeiteter und stabiler Gestelle. Die Wahl des Montagesystems richtet sich immer nach den Spezifikationen der Untergrundbeschaffenheit. Dadurch kann die Standfeshaftigkeit der Anlage selbst bei widrigen Witterungsbedingungen über Jahre hinweg sichergestellt werden. Im Rahmen des EPC-Leistungsangebots koordiniert Emmvee auch die Liefer- und Montagetermine und sorgt für eine fachgerechte und sichere Installation vor Ort. Die nahtlose Abstimmung der einzelnen Systemkomponenten ermöglicht bessere Energieausbeute und stabile Erträge. So ist eine langfristige und sichere Investitionsplanung möglich. Das Projektmanagement bei Emmvee bietet das alles aus einer Hand.


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F OTO W E T T B E W E R B

Sonnenblende

2011

Die Gewinnerbilder des EmmveeFotowettbewerbs „Sonnenblende 2011“ sind nun bekannt. Am 18. November hat sich die Jury im vorweihnachtlichen Berlin versammelt, um die kreativsten und einfallsreichsten Fotografien zum Thema erneuerbare Energien auszuwählen. Fast drei Stunden haben die Juroren die zahlreichen Einsendungen bewertet. Neugierig, aber auch kritisch betrachteten sie jedes einzelne der rund 120 Bilder. Die eingereichten Fotografien beleuchten die verschiedenen Facetten der regenerativen Energien: Sonne, Wind, Bio und Wasser. Jede regenerative Energiequelle wurde ins Bild gesetzt. Die fotografischen Interpretationen setzen dabei den Fokus sowohl auf die Alltagstauglichkeit der umweltverträglichen Energie als auch auf ihre Ästhetik. Nach mehreren Auswahl-

runden und reger Diskussion standen folgende Gewinner des Fotowettbewerbs „Sonnenblende 2011“ am Ende des Abends fest: • Konrad B. aus Freigericht wird ein

verlängertes Wochenende für zwei Personen in Berlin verbringen. • Sascha H. aus Berlin darf sich auf eine Designer-Sonnenbrille von ic!berlin freuen. • Raymond W. aus Brüssel bekommt ein Gorilla Tube Hardcase für sein iPhone. • Alexander H. aus Homburg-Saar

hat ein Photobook von myphotobook.de gewonnen. • Klaus M. aus Dannenberg wird ein Jahr lang das Magazin Eta Green kostenfrei beziehen. • Dieter G. aus Lauda-Königshofen

bekommt den exklusiven Bildband „Spaziergang durch Bangalore“.

„Wir haben uns Mühe gegeben und es hat wieder viel Spaß gemacht, all diese Bilder ausgiebig zu betrachten und zu bewerten. Uns freut ganz besonders, dass wir am Tag der JurySitzung eine E-Mail vom Gewinner der Sonnenblende 2010 erhalten haben. Darin bedankte er sich für den Preis, eine Reise zum Stammsitz von Emmvee in Bangalore, und berichtete von den Erlebnissen, die ihm dort widerfahren sind“, so Steffen Graf von Emmvee. Auch 2012 wird der Startschuss für den Fotowettbewerb wieder am Stand von Emmvee auf der Intersolar in München im Sommer gegeben. Bis dahin: Auf geht’s zur Motivjagd!


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SOLARE VISIONEN

Solar Rapid

Solarbetriebene doppelstöckige Magnetbahn

Eine solare Vision aus dem westfälischen Kamen

Das Kamener Entwicklerteam um Dieter Schramek hat die Idee einer magnetischen Schwebebahn weitergedacht. Eigentlich ist die Idee schon fast einhundert Jahre alt: 1914 wurde in London eine Schnellbahn vorgeführt, die ohne Gleise, Räder, Lokomotive und sogar ohne Motor auskam. 1979 wurde in Deutschland der Transrapid vorgestellt und 1984 die Transrapid-Versuchsanlage im Emsland eröff­net. Deutschland war Technologieführer und man erreichte bereits 1975 Geschwindigkeiten von über 400 k m/h. Leider waren viele deutsche Politiker und Entscheider zu zögerlich und der Konkurrent Bahn verhinderte den Ausbau der Transrapid-Idee. Andere Länder dachten da weiter. Heute erreichen Züge mit dieser Technik in Japan und China im regulären Fahrplanverkehr höchste Geschwin­digkeiten und stellen ihre Zuverlässigkeit unter Beweis. Elektromagnetisch schwebende Bahnen haben viele Vorteile gegenüber der konventionellen Bahn. Sie erreichen bis zu 500 km/h, können Steigungen bis 10 Prozent überwinden und sehr hohe Taktfrequenzen erreichen. Es gibt weder Reibung noch Verschleiß, keine Feinstaubbildung und eine geringere Schallemission als bei traditioneller Zugtechnik. Bislang wurden aber auch immer

wieder Nachteile kommuniziert, die es der Magnetschwebetechnik unmöglich machten, in Deutschland Fuß zu fassen. So wurden der höhere Energieverbrauch, teure Weichen und die tragenden Stützen, die die Landschaft entstellen würden, ins Feld geführt. Die Lösung: Nach den Plänen des IAT-Teams soll das neue Magnetschnellbahnsystem doppelstöckig (also oben und unten) fahren und

zum Teil mit Photovoltaik betrieben werden! Das spart Platz, Energie, Baukosten und fügt sich in die Landschaft ein. „Unser System ist ganz einfach innovativ: Auf 200 km Strecke können wir bis zu 600 000 m2 Solarmodule unterbringen. Durch das Doppelstockverfahren sparen wir Platz und können auch Güterverkehr fahren lassen“, sagt Dieter Schramek, Geschäftsführer des IAT-Maglev-Teams.


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Der Güterverkehr fährt mittels unbemannter Drohnen vor dem Personenverkehr her und überprüft gleichzeitig die Strecke auf Hindernisse. Die Lösungsvorschläge von IATMaglev lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: · Nutzung einer Fahrwegstrasse im doppelstöckigen Oben-/Unten-Betrieb anstelle bisheriger, nebeneinander liegender Einfahrwegstrassen: geringere Grundstückskosten in Ballungsgebieten, · höhere Effektivität durch geringere Betriebskosten: gegenläufige Fahrbahnen auf nur einer Trasse, · Baukostenreduzierung durch kreuzungsfreie Querungen, · Minimierung der Unterhalts- und Instandsetzungskosten durch verschleißfreien Systembetrieb, · Integration des Fracht- und Gütertransports. Die Pläne des Teams sehen sogar einfahrbare Räder vor, mit denen die Bahnen die Strecke verlassen und über Asphalt fahren können. Diese Technik könnte an Bahnhöfen, beim

Richtungswechsel oder bei der Wartung genutzt werden. Das IAT-Team hat berechnet, dass es mit seinem System rund 50 % geringere Grundstückskosten gegenüber dem herkömmlichen Transrapidsystem gäbe, gleichzeitig 50 % höhere Effektivität und geringere Betriebskosten durch gegenläufige Fahrtrichtungen auf einer Trasse. Die gleichzeitige Abwicklung für den mittleren Gütertransport entlastet Autobahnen erheblich, Mehr Informationen unter

www.iat-maglev.com

wodurch der CO2-Ausstoß des Transportwesen gesenkt wird. Die Kamener Entwickler sehen eine Eigenenergieversorgung durch Solar-Thermik-Module vor. Die Ausnutzung der Kinematik bei Nutzung einer Fahrwegstrasse im doppelstöckigen Oben-/Unten-Betrieb anstelle bisheriger nebeneinander liegender Einfahrwegstrassen bedeutet eine Baukostenreduzierung bei kreuzungsfreien Querungen ohne Ampeln

und Schranken. Für Länder und Regionen, in denen die Infrastruktur noch weiter entwickelt werden muss, bedeutet dies eine Reduzierung der Investitionskosten um 40 Prozent und der Betriebs-Energiekosten um 45 Prozent gegenüber einem herkömmlichen Bahnsystem wie dem Hochgeschwindigkeitszug ICE, das heißt bei gleichem Energieeinsatz eine fast 50 % höhere Leistung. Das doppelstöckige Magnetschnellbahnsystem von IAT kann oberhalb des Trägers und auch am Stützensystem Solarmodule unterbringen. Diese Energiequelle kann die Magnetbahn umweltfreundlich und kostengünstig unterstützen. Die Weiterentwicklung des Transrapidsystems schafft eine Innovation durch hohe Sicherheitsstandards, niedrigsten Energieverbrauch, geringe Schallemissionen, Verschleißarmut, wesentlich gesteigerte Wirtschaftlichkeit und nachhaltige Verringerung der Umweltbelastung. Diese einmalige Konstruktion ist ein Novum der Verkehrstechnik.


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SOLARE VISIONEN

Energieportal 24 Das Energieportal24 ist bereits ein alter Hase im Bereich der erneuerbaren Websites. Hier trifft sich alles, was Rang und Namen hat. Unternehmen berichten von Neuentwicklungen und zahlreiche Informationen aus allen Bereichen der erneuerbaren Energien runden die Site ab. Das Energieportal24 ist eine ideale Plattform für Endverbraucher, die sich orientieren wollen, und Solarteure, die sich präsentieren müssen. Social Media Marketing wird für eine moderne, effektive PR immer unerlässlicher. Während auf den bekannten Massenportalen die Gefahr besteht, nicht mehr als ein Hintergrundrauschen im schnelllebigen Medienstrom zu sein, ermöglichen spezialisierte reichweitenstarke Nischenportale wie Energieportal24 eine zielgenaue Marktpräsenz. Dies gilt zunehmend auch für kleine Betriebe und Unternehmen, da Kunden das Internet immer mehr nutzen, um Kontaktinformationen auch zu regionalen Anbietern zu recherchieren. Energieportal24 gehört mit über 3 Millionen echten Besuchern im Jahr zu den Top-Ökoportalen im deutschsprachigen Raum, ist bereits seit 2001 online und bietet zahlreiche Recherchemöglichkeiten über News, Foren, Umwelt-Community und Fachartikel. Die Themenschwerpunkte des Portals liegen bei erneuerbaren Energien, Umwelttechnik, Umweltschutz, nachhaltiger Bau- und Handwerkskunst sowie Abfallwirtschaft und Recycling.

Energieportal24 bietet darüber hinaus eine qualifizierte und gezielte Anfragenvermittlung für Produkte, Dienstleistungen und Jobangebote, regional optimiert für Unternehmen und Betriebe in Ihrer Nähe. Forum und Community sind für private und gewerbliche Nutzer ausgelegt. Hier werden Arbeit, Dienstleistungen, Produkte, aktuelle Forschungen oder Ihre alltäglichen Erfahrungen im Umgang mit den faszinierenden Technologien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien präsentiert und diskutiert. Geschäftskunden können den Energieportal24-Marktplatz über das B2BPortal ENERLIX® auf www.enerlix.de nutzen. Über ENERLIX® können Firmenprofile verwaltet und Zugriffsstatistiken aus dem Energieportal24Netzwerk eingesehen werden. Energieportal24 ist ein Projekt der oak media GmbH, eine international tätige Internetagentur, die auf Onlinevermarktung, Online Communities, Suchmaschinenoptimierung und Beratung im B2C- und B2B-Sektor spezialisiert ist. Das Unternehmen besteht seit Ende 2005 und kann mit einer Vielzahl an Projekten überzeugen.


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E L E K T R O M O B I L I TÄT

Mit dem E-Bike

durch Deutschland Emmvee geht neue Wege: Tour d’E-Bike Im nächsten Sommer heißt es Augen auf, denn hören wird man sie nicht. Die E-Bikes der Tour d’E-Bike. Tour d’E-Bike? Das klingt etwas sperrig. Es bedeutet aber nichts anderes, als dass sich unterschiedliche Teams auf modernen Elektrofahrrädern auf den Weg machen.

Der Solarmodulhersteller Emmvee Photovoltaics GmbH wird im kommenden Sommer eine FahrradTour durch Deutschland – von der See bis zur Zugspitze – durchführen. Es ist geplant, bis zu fünf Teams an den Start zu bringen. Die Teams sollen unter Beweis stellen, dass Elektromobilität eine echte Alternative sein kann. Damit die Tour wirklich eine Herausforderung wird, erwarten die Teilnehmer einige Aufgaben, Bergzeitfahren und Kriterien, sodass am Ende auch ein Sieger-Team feststeht. Dabei geht es aber nicht primär um den Gesamtsieg, sondern darum zu demonstrieren, dass Elektrofahrräder nicht nur im überschaubaren Stadtverkehr funktionieren, sondern auch als attraktive Alternative für eine umweltbewusste Freizeitgestaltung verstanden werden können.

Organisiert wird die gesamte Tour von der Emmvee Photovoltaics GmbH, gemeinsam mit dem Radclub Deutschland. „Wir freuen uns sehr, dass wir einen versierten Partner für dieses komplexe Unterfangen gewinnen konnten. Die Tour d’E-Bike 2012 ist ein erster Schritt, eine Testfahrt. Wir wollen in Zukunft die Tour gerne etablieren und die schönsten Regionen Deutschlands, später auch Europas anfahren“, sagen Steffen Graf und Salvatore Cammilleri, Geschäftsführer von Emmvee. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Noch werden Sponsoring-Partner gesucht. „Alleine kann ein Unternehmen so eine Veranstaltung nicht schultern. Ich glaube, wir sind organisatorisch auf einem guten Weg. Wenn die Teams erst einmal

stehen und wir einige Partner gefunden haben, können wir eine höchst attraktive Tour auf die Beine stellen“, so Frank Hilgenfeld, Pressesprecher der Emmvee Photovoltaics GmbH. Die Tour soll möglichst viele Regionen der Bundesrepublik berühren. Die Strecke soll abwechslungsreich und zugleich herausfordernd sein. Die Bikes sollen zeigen, was sie können. Derzeit ist geplant, im Juli 2012 Deutschland über einen Zeitraum von einer Woche von Nord nach Süd zu durchqueren. Dann werden sich normale Radfahrer, Prominente und ehemalige Profiradfahrer gemeinsam der Tour stellen. Die Medienpartner der Tour d’ E-Bike, aber auch Online-Medien werden live davon berichten. Halten Sie die Augen auf, vielleicht stoppt die Tour auch in Ihrer Nähe!


solare visionen 52

SOLARE VISIONEN

Ethisch-ökologische Anlage Ein aktueller Überblick

Wer sich Gedanken um die langfristigen Auswirkungen seines alltäglichen Lebens macht, der kann heutzutage

natürlich auch sein Geld nach ethisch-ökologischen Kriterien anlegen. Im Kleinen gibt es das ökologische Sparbuch der Umweltbank oder das nachhaltige Girokonto der GLS Gemeinschaftsbank. Im größeren Stile finden Anleger ethisch-ökologische Investmentfonds, Anleihen oder Genussrechte mittelständischer Umweltfirmen oder die direkte Beteiligung an konkreten Umweltprojekten wie Windparks oder großen Photovoltaikanlagen. Unabhängige Beratung hilft hier bei einer lang­fristigen Entscheidung.

Aufbau von Windkraftanlagen in Nordbrandenburg - Privatanleger tragen mit Investitionen in Windkraftfonds in Deutschland maßgeblich zum Ausbau Erneuerbarer Energien bei.


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Die Energiewende ist in voller Fahrt – Erneuerbare Energien ersetzen vermehrt fossile Brennstoffe. Der Strukturwandel in der Energielandschaft nimmt sichtbar Gestalt an.

Ökologisch investieren bewirkt Veränderungen Die Kehrtwende in der Atompolitik der Regierung war ein eindrucksvoller Beweis für die Macht der Konsumenten. Die Forderung Hunderttausender Bürger nach dem Atomausstieg ließ der Regierung keine Alternative. Möglich wurde dies auch als Resultat einer Entwicklung auf dem Energiemarkt, die weltweit einmalig ist: Privatpersonen und Landwirte investieren seit Jahren in Windparks, Solar- oder Biogasanlagen und besitzen mittlerweile über die Hälfte der 53 Gigawatt installierter regenerativer Stromerzeugungsleistung in Deutschland. Der Zuwachs an Ökostrom ermöglicht es, auf den Strom der ältesten Kernkraftwerke umgehend und endgültig zu verzichten. Über Bürgerinitiativen oder Beteiligungen an Umweltfonds finanzieren viele Menschen mit überschaubaren Beträgen den Aufbau und Betrieb großer Solar- oder Windkraftanlagen und erreichen mehrere Ziele auf einmal: „Die Beteiligung an solchen Umwelt-Sachwerten ist eine für Gesellschaft und Umwelt nützliche Investition sowie eine Geldanlage, die nahezu unabhängig ist von den Ereignissen an den globalen Kapitalmärkten“, so Michael Horling, Geschäftsführer der Naturfinanz GmbH. Der Ertrag eines Solarfonds hänge eben neben einem möglichst günstigen Einkauf überwiegend von der realen Sonneneinstrahlung ab. Und Anleger von Windkraftfonds freuen sich besonders über andauernde Herbststürme. Ethisch-ökologische Kriterien sogar in staatlich geförderter Altersvorsorge Selbst nachhaltige Altersvorsorge existiert inzwischen. Sie investieren ausschließlich unter Berücksichtigung strenger ethisch-ökologischer Kriterien, einige Anbieter

besitzen direkte Beteiligungen an Windparks oder Solaranlagen. Sogar die steuerlich geförderten „Riester-“ und „Rürup-“Renten können Anleger jetzt ökologisch gestalten – und damit im Alter ihre Rente mit gutem Gewissen genießen.

Wichtige Fragen zu grüner Geldanlage: • Erfolgte die Auswahl ethisch-ökologischer Geldanlagen unabhängig? • Sind die Geldanlagen verständlich, transparent und nachvollziehbar? • Steht ökologischer Nutzen im Einklang mit wirtschaftlichem Erfolg? • Passt die Geldanlage wirklich auf meine individuellen Bedürfnisse (Sicherheit, Laufzeit, Chance-Risiko-Verhältnis)? Michael Horling ist Geschäftsführer der Naturfinanz GmbH. Die Naturfinanz ist spezialisiert auf die unabhängige Auswahl und Vermittlung ethisch-ökologischer Kapitalanlagen und grüner Altersvorsorge. Kontakt unter 030/78 71 44 11 und www.naturfinanz.de.


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E L E K T R O M O B I L I TÄT

… der Gewinner 2011 Die Rallye-Fakten 4 Tage, 4 Länder, rund 780 km, 31 Teilnehmer, 4 Pässe und GroßglocknerHochalpenstraße. Freitag, 5. August des vergangenen Sommers in St. Moritz: Wenn Sieger feststehen, dann gibt es folglich meist auch Verlierer. Die Teilnehmer der emiglia denken anders. Sie sind alle Gewinner, denn sie konnten die selbst gesetzten Ziele und den Finalort erreichen. Erfahrungen und Erkenntnisse wurden gewonnen, die der Weiterentwicklung der E-Mobilität sehr zugute kommen. Das war auch das Ziel der e-miglia-Partner Allianz Versicherungs-AG und TÜV SÜD AG, die beide Teilnehmerfahrzeuge geschickt hatten, um Erkenntnisse zu gewinnen. Verdienter und nicht unerwarteter Sieger der e-miglia 2011 ist Tim Ruhoff, Team Energiebau im Tesla mit der Startnummer 1. Jede einzelne Etappe meisterte er als Bester und sicherte sich so den Sieg und die Prämie von 5 000 € – zwei Mal gestartet und zwei Mal gewonnen. Immer im Tesla. Tim Ruhoff liebt und lebt das Thema E-Mobilität. Privat hat er nie ein Auto besessen und bewegt sich am liebsten per E-Bike durch die Stadt.


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bH)

m (Rebel Marketing Gm

Bilder: www.e-miglia.co

Strahlende Zweite sind Lars Krüger und sein Copilot sowie Jetcar-Erfinder Christian Wenger-Rosenau. Niemals erwartet hätten sie diesen Erfolg. Ihr Jetcar wird in Kleinserie produziert und hat inzwischen diverse Anhänger gefunden. Mit dem Erfolg auf der e-miglia hat Jetcar gezeigt, dass es ein absolut alltagstaugliches Fahrzeug ist und auch große Herausforderungen problemlos meistert. Think, wer hätte das gedacht, ist mit Walter Fuzzy Kofler nebst Tochter Claudia im Model Think City auf Rang drei gelandet – ein mehr als positives Ergebnis, bedenkt man den hohen Leistungs- und damit auch Kostenunterschied zwischen den angetretenen Fahrzeugen. Höchstgeschwindigkeiten von 120 bis 220 km/h. Reichweiten von 100 bis 350 km. 2Rad, 3Rad, 4Rad. Von Einmannstärke bis 600 PS. Teilweise unterstützt von Muskelkraft: Dem Rallye-Direktor Richard Schalber ist es gelungen, ein Event zu kreieren, das eine bestimmte Chancengleichheit schafft. Die sieht man im Ergebnis der Top 3: Tesla, Jetcar, Think. Wer sich dem Reglement entsprechend vorbereitet und präpariert, kann die e-miglia problemlos bewältigen, was die vielen Erstteilnehmer unter Beweis stellen konnten.

Ein Tag im Engadin Es begann mit Regen. Der Finaltag drohte, in den Fluten zu versinken. Das erfreute aber tatsächlich die Fotografen, denn es war gut für dramatische und spektakuläre Bilder. Trotz der Umstände konnten sich die E-Mobile auch bei diesem Wetter behaupten. Und beim Zieleinlauf im Zentrum von St. Moritz strahlte die Engadiner Sonne auch wieder. Brauchte sie eine Pause, nachdem ihre Energie zuvor in die 31 Fahrzeuge getankt worden war? In der Energiestadt St. Moritz setzt man konsequent auf

Umweltbewusstsein und Clean Energy, denn das ist ihr höchstes Gut. Die Route begann in St. Moritz Bad und führte zunächst über den naturbelassenen Albula Pass. Die anstehende Bewältigungsprüfung forderte die Teilnehmer zu einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 63 km/h, durch enge Serpentinen mussten 8,4 km bergauf in acht Minuten absolviert werden. Ein Hindernis der natürlichen Art versperrte dem einen und anderen Teilnehmer die Durchfahrt und kostete wertvolle Sekunden: Kühe. Der Julierpass folgte vor der Ladestation. Am Nachmittag wurde als dritter Pass noch der Bernina erklommen.

Die Zukunft Die E-Mobilität wird kommen. Darin sind sich Politiker wie Industrie einig und investieren weltweit Milliardenbeträge. Die e-miglia 2012 wird noch sportlicher werden mit einem strafferen Reglement. Ob eine Zeitprüfung dabei sein wird, wie sich einige Teilnehmer wünschen, wird sich Richard Schalber noch überlegen. Alles in allem war die e-miglia 2011 ein großer Erfolg und ein weiterer Meilenstein der Elektromobilität. Und am 13. August 2012 trifft man sich in Süddeutschland wieder, der genaue Ort ist noch in Planung. Weitere Informationen, die gesamte Ergebnisliste und umfangreiches TV- sowie Fotomaterial auf:

www.e-miglia.com


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Jubiläums- Solarstromanlage für Deutschland Jubiläums-Solarstromanlage für Deutschland (©: BSW-Solar )

Das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin hat die millionste Photovoltaik-Anlage in Deutschland an das Stromnetz angeschlossen. „Bei der Initialzündung der Photovoltaik in Deutschland, dem Start des 1000Dächer-Programms im Herbst 1990, hatte niemand damit gerechnet, dass wir schon im Jahr 2011 die Eine-

Million-Grenze erreichen“, sagte Prof. Dr. Klaus Töpfer, damaliger Bundesumweltminister und heute Exekutivdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam. Weiter sagte er, dass Solarenergie den Klimawandel vermeiden könne und gleichzeitig den gestiegenen Energiebedarf decken muss. Viele Kunden aus der privaten und

öffentlichen Sphäre haben in den letzten Jahren viel in Solarenergie investiert und auf diese Weise zur Stromgewinnung beigetragen. „Die Photovoltaik hat sich mit großer Dynamik zu einer tragenden Säule der Energieversorgung entwickelt“, sagte Günther Cramer, Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft. „Die Preise für Solarstrom-Anlagen konnten durch steigende Produktionszahlen und technischen Fortschritt erheblich reduziert werden. Bereits in naher Zukunft wird die Solarstrom-Erzeugung zu einer der günstigsten Energie­ formen überhaupt werden.“ Zurzeit deckt die Solarenergie ca. 3 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Experten erwarten, dass dieser Anteil bis 2020 auf 10 Prozent ansteigen wird.

Thüringer-1 000-Dächer-Programm: eine erfolgreiche Geschichte für Solaranlageninvestitionen Das „1000-Dächer-Programm Photovoltaik“ des Freistaats Thüringen hat erfolgreich insgesamt 130 PV- Anlagen mit einer Leistung von 4500 KWp gefördert. Das Programm hat im Juli 2010 seine Türen für Kommunen und kommunale Unternehmer geöffnet und verfügt mittelweile über ein Budget von ca. 3 Millionen Euro. Wegen des großen Interesses hat das „1000-Dächer-Programm Photovoltaik“ dieses Jahr seine Förderung um 1 Million Euro erweitert. Seit 1. Januar 2011 sind 75 Solaranlagen für insgesamt 1,6 Millionen Euro aufgebaut wurden. Insgesamt 7,5 Millionen Euro soll das Programm bis 2013 als Fördergelder vergeben. Durch dieses Projekt können die Kommunen leichter in regenerative Energien investieren und ihr Einkommen vergrößern. „Das 1 000-Dächer-Programm ist ein Erfolgsprodukt, das den grünen Motor Thüringen beschleunigt“, sagte der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig. „Viel bes-

ser kann Wirtschafts­ förderung nicht eingesetzt werden.“ Aktuell liegen zirka 70 Förderanträge vor. Rund 20 Prozent der Projektkosten für die Errichtung von Photovoltaikanlagen werden durch Fördermittel des Thüringer Programms gedeckt. Über das 1000-Dächer-Programm: • Ziel: Errichtung von Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden von Gebäuden • Teil der Förderung: 20 %, bis 100 000 Euro (Ausnahme: mit ca. 40 % werden innovative Technologien, Lärm- und Sichtschutzwände, noch anderweitig genutzte Flächen, wie beispielsweise Parkplätze ge­ fördert) • Laut Statistik gehen die Fördermittel etwa zu zwei Drittel an Kommunen und kommunale Unternehmen, der Rest entfällt auf gemeinnützige und kirchliche Organisationen.


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Exportinitiative Erneuerbare Energien und Energieeffizienz 2012 Die Export-Förderprogramme für nachhaltige Energien und energieeffiziente Technik des Bundes werden auch im Jahre 2012 weiter vergeben. Die Fördermittel richten sich an deutsche Unternehmen aus den Bereichen Solarenergie, Bioenergie, Industrieeffizienz und an Firmen, die ihre Tätigkeit im Ausland stärken wollen. Das Programm existiert seit 2002 und wurde vom Bundestag initiiert. Die Initiative wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geleitet und finanziert. Zu den wichtigen Partnern zählen die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und das dazugehörige Auslandshandelskammernetz (AHKn), die Germany Trade and Invest (GTAI) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die Auslandshandelskammer (AHK)

Organigramm Exportinitiative, © Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

organisierten jedes Jahr nach Vereinbarung mit den deutschen Unternehmen eine auf sie individuell zugeschnittene Geschäftsreise. Auf diesen Reisen können Firmen wichtige Kontakte mit potenziellen Geschäftspartnern oder Entscheidern aus der Politik oder Wirtschaft anknüpfen. Die

Reisen 2012 werden zwischen Februar und November stattfinden und werden neben den EU- Staaten auch in Wachstumsmärkte wie die Türkei, Indien, Brasilien und weitere Länder in Nord- und Südamerika, die arabische Halbinsel, Australien und Südafrika führen.

Solarstrom wird immer günstiger Der Kauf von Solarstromanlagen lohnt sich jetzt mehr als jemals zuvor. Das Verbraucherportal Verivox berichtet, dass der aktuelle Preis für Solarstrom kleiner Solarstromanlagen pro Kilowattstunde von 28,74 Cent auf das Niveau von Haushaltsstrom – etwa 24,68 Cent – fallen wird. „Die Solarbranche erfüllt das Versprechen, immer günstigeren Strom zu erzeugen. In Deutschland entwickelt sich die Photovoltaik in rasantem Tempo weiter in Richtung Wettbewerbsfähigkeit“, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar). Experten erwarten, dass Solarstrom in 2012 das Niveau der Haushaltstarife erreichen wird. Damit wird die Vergütung des Stroms von Solarparks mit der von Meerwindkraft vergleichbar. Die Vorteile der Solarstromanlagen sind deutlich zu erkennen. Die Preisen sind halbiert worden. „Wer selbst Solarstrom erzeugen möchte, ob auf dem eigenen Dach oder als Teilhaber an einer Bürgersolaranlage, sollte nicht nur auf Stichtage achten“, rät Körnig. „Eine Solarstromanlage hält länger als ein Auto. Deswegen sollte auch auf die Qualität der Komponenten, eine kompetente Beratung

und die fachmännische Montage geachtet werden.“ Solartechnik kann ein sehr kompliziertes Thema sein, deswegen können die Verbraucher kostenlose Informationen im Internet unter www.solartechnikberater.de bekommen. Im Zeitraum von 2009 bis 2011 hat sich der Solarstrom­ anteil verdreifacht. Im ersten Halbjahr 2011 decken die Solarstromanlagen ca. 3,5 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Das ist mehr als der Wasserkraftverbrauchsanteil Deutschlands.


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2011 – das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen 2011 war geprägt durch Extreme: Die Katastrophe von Fukushima hat auch den letzten schwarzgelben Atomfanatikern gezeigt, dass die durch Kernspaltung gewonnene Energie keine Alternative darstellt. Das Zaudern und Zögern der Kanzlerin hat wiederum dazu geführt, dass der erneuerbare Markt einen denkbar schlechten Start hatte. Wir freuen uns trotzdem, dass Deutschland der AtombombenEnergie den Rücken kehrt. Selbst in Frankreich will man die Sicherheitskriterien erhöhen. Das internationale Jahr der Wälder endet wieder mit einer Klimakonferenz. Dieses Mal reisen knapp 1000 Delegierte per Flugzeug nach Durban. Das ist ein CO2-Abdruck, den man erst mal wegverhandeln muss. Woanders hat man schon die sogenannte Videokonferenz für effektive Konferenzen entdeckt. Im öffentlichen Dienst noch nicht. Hoffentlich nutzt es was. Baden-Württemberg stellt den ersten grünen Ministerpräsidenten. Wer hätte das gedacht. Im Land der Autos und unterirdischen Bahnhöfe wird doch noch nachhaltig gedacht. Hut ab! Hoffentlich kommt jetzt keiner auf die Idee, einen unterirdischen Flughafen zu bauen: Stuttgart 32, jemand? 2012 ist das Internationale Jahr der nachhaltigen Energie für alle. Hoffentlich! Chancen sind da. Noch nie war es so attraktiv, in erneuerbare Energien zu investieren, noch nie waren der Klimawandel durch CO2 und die verheerende Energie der Atomkraft deutlicher zu spüren als in dieser Zeit.

Frank Hilgenfeld Werden Sie Mitglied im

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Passivbad in Lünen

Passiv-Hallenbad in Lünen ©Bädergesellschaft Lünen

Das erste Passivbad Europas hat Anfang September 2011, nach rund dreijähriger Planungs- und Bauphase, seine Türen im westfälischen Lünen geöffnet. Das Hallenbad wurde komplett nach dem Passivhaus-Bauprinzip errichtet. Es vereint Energieeffizienz und umweltfreundlichen Badespaß. Dank der verbesserten Wärmedämmung und der Dreifach-Verglasung soll das Hallenbad bis zu 50 Prozent weniger Energie als ein vergleichbarer Neubau verbrauchen. Wärmeverluste werden reduziert und zugleich eine höhere Luftfeuchtigkeit ermöglicht. Dr. Wulf Grimm, Abteilungsleiter Umwelttechnik der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt), betont: „Beides sind entscheidende Voraussetzungen für die hohen Energieeinsparungen. Die Dämmung trägt zur höheren Luftfeuchtigkeit bei und gleichzeitig kondensiert das Wasser nicht an der Fassade.“ Zum Gesamtkomplex gehört auch ein ehemaliges Fernheizwerk aus dem Jahr 1968, das im Passivbad komplett integriert wurde. In der umgebauten und gedämmten Hülle des Fernheizwerks ist ein 25 Meter langes Schwimmbecken entstanden. „Hier gelingt nicht nur ein Neubau nach Passivhausstandard. Auch die alte Infrastruktur wird aufgearbeitet und integriert.“ erklärt Grimm. Die neue Halle soll bis zu 190 000 Euro pro Jahr an Energiekosten sparen. Hinter dem Projekt stehen die Bädergesellschaft Lünen und das Passivhaus Institut (Darmstadt), die das energiesparende Hallenbad zusammen entwickelt haben. Die DBU hat sich ebenfalls an der Realisierung der Idee beteiligt. In der Planungsphase unterstützte die Stiftung das Hallenbad-Projekt mit 125 000 Euro. Die Bauweise vermeidet Wärmebrücken, die V-Werte betragen 0,7 W/(m²*K) an der Dreifachverglasung und 0,12 W/(m²*K) an Wand und Boden. Das Badewasser wird im Ultrafiltrationsverfahren aufbereitet. Außerdem setzt die Bädergesellschaft auf wassersparende Duschen und WCs. Die Energieversorgung kommt potenziell von Photovoltaikanlagen mit 110 kW Leistung und einem gekoppelten Blockheizwerk. Die Wärmerückgewinnung spielt auch eine wichtige Rolle.


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messeneventsausstellungen feb - jul 2012 21. Februar - 25. Februar 2012 SolarEnergy Berlin / SolarMobility 2012 Internationale Messe für erneuerbare Energien Berlin, DE

Impressum Herausgeber Steffen Graf & Salvatore Cammilleri Geschäftsführer Emmvee Photovoltaics GmbH Franz-Jacob-Straße 4a 10369 Berlin info@emmveephotovoltaics.com www.emmveephotovoltaics.com

29. Februar - 2. März 2012 27. Symposium Photovoltaische Solarenergie Bad Staffelstein, DE 20. März - 22. März 2012 Ecobuild Fachmesse für nachhaltiges Bauen London, UK 4. Mai - 13. Mai 2012 Woche der Sonne Deutschland 9. Mai – 11. Mai 2012 SOLAREXPO 2012 Internationale Fachmesse für erneuerbare Energien Verona, IT 13. Juni - 15. Juni 2012 Intersolar Europe 2012 München, DE 13. Juni 2012 Auftakt des 3. Fotowettbewerbs Sonnenblende 2012 Fotowettbewerb für erneuerbare Energie Ende Juli 2012 Tour d‘ e-bike: elektrisch, quer durch Deutschland.

vorschau Solares Norddeutschland

Solare Mobilität

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Solar Journal 1 2012  

Solar Journal, das Magazin für erneuerbare Energien.

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