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LUKAS PODOLSKI JOHAN CRUYFF KO B E B R YA N T NICO ROSBERG B O LT V S . P H E L P S S TA N WAW R I N K A JORGE LUIS BORGES UND VIELE ANDERE

R Ü C K B L I C K

#3 01 / 2017


WA R E S E I N GUTES JAHR? Was hat die Welt für uns noch übrig? Was macht uns noch Hoffnung auf eine Besserung? Warum sollten wir auf Besserung hoffen, wenn Millionen von Menschen heute noch einem Mann ihre Stimme geben, der ganze Völkergruppen zu Kriminellen erklärt, Folter und Atomwaffen verharmlost? Was bleibt übrig, wenn unserem Comiczeichner M.K. Perker als Jahreszusammenfassung eine Geschichte über zwei Flüchtlingsschwestern einfällt? Es bleibt uns einiges. Und zwar die Motivation, einen Beitrag zu leisten, um die Welt doch noch zu einem schönen Ort zu machen. Wie die vielen bedeutenden Menschen, die uns 2016 Lebewohl gesagt haben und denen wir zum Teil auch unseren Centre Court, in dem wir auf die vergangenen Monate zurückblicken, gewidmet haben. EIN AUSZUG AUS DEM EDITORIAL ZUR D R I T T E N A U S G A B E V O N S O C R AT E S .


/ S O C R A T E S G E R M A N Y


BRITNEYS KÜR „Britney“ nannten sie ihn zu Beginn - nach Britney Spears. Wegen seiner langen blonden Haare. Aber hinter dem Spitznamen, den die Williams-Mechaniker für Nico Rosberg erfanden, als er 2006 in die Formel 1 kam, steckte auch noch etwas anderes. Sie sahen ihn als „das Mädchen“, den Braven, den lieben Jungen, der sich nie durchsetzten würde, in diesem Haifischbecken, in dem sich normalerweise nur die Härtesten durchsetzen. Die, die dann, wenn es sein muss, knallhart dagegenhalten, kein Risiko scheuen. Und im Zweifelsfall auch mal ein paar Tricks und Methoden auspacken, die die eine Hälfte der Beobachter als „clever und gerissen“, die andere Hälfte als „sportlich unfair“ einstuft. Und lange Jahre schien es so, als sollte sich diese Prophezeiung erfüllen. EIN AUSZUG AUS DER GESCHICHTE VON KARIN STURM ÜBER DEN FRISCH GEBACKENEN FORMEL-1-WELTMEISTER NICO ROSBERG.

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„DAS ORIGINAL, DAS BIN ICH“ Sie sind zum Freund vieler Menschen geworden, die Sie gar nicht kennen, weil Sie die sozialen Medien aktiv nutzen und dadurch greifbar geworden sind. Sie sind inzwischen ein Social-Media-Phänomen. Dieser Status ist mir nicht so wichtig. Ich mache es so, weil ich es für richtig halte. Wenn ich spazieren bin, ans Meer gehe, mit dem Bus oder der Bahn fahre, poste ich etwas. Ich mache das nicht, weil ich jemandem gefallen will oder damit es in der Zeitung steht. Ich mache das, weil ich das möchte. Es sind die anderen, die daraus eine Story machen und so tun, als wäre das etwas Besonderes. Für mich ist das ganz normal. EIN AUSZUG AUS DEM INTERVIEW V O N FAT I H D E M I R E L I M I T E I N E R D E R SCHILLERNDSTEN PERSÖNLICHKEITEN DES FUSSBALLS, LUKAS PODOLSKI.

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S O J U N G . S O G U T. Sein unglaubliches Potenzial schimmerte immer wieder durch, dennoch reichte es nie auf das WeltcupPodium. Nicht wenige sahen in ihm den neuen Gregor Schlierenzauer. Das Talent, die Technik, die körperlichen Fähigkeiten. Aber Peter Prevc konnte nicht gewinnen. Bis Goran Janus 2011 die Führung der slowenischen Nationalmannschaft übernahm. Da explodierten Prevc’ Leistungen förmlich. Mittlerweile schreibt er längst an seiner eigenen Legende. Er ist Weltcup-Sieger im Skispringen und Skifliegen, hat die Vierschanzentournee und die Weltmeisterschaft im Skifliegen gewonnen.


Keiner hat je mehr Einzelkämpfe innerhalb einer Saison gewonnen. Er war der erste Mensch, der 250 Meter weit fliegen konnte. Und er ist erst 24 Jahre alt.

EIN AUSZUG AUS DER GESCHICHTE VON OZAN CAN SÜLÜM ÜBER DEN S U P E R S TA R D E S S K I S P R I N G E N S PETER PREVC.

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„ J O H A N WA R DAS SPIEL SELBST“ Herr Swart, können Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit Johan Cruyff erinnern? Er war neun Jahre alt und schaute immer mal wieder bei unserem Training vorbei. Johan hat sich dann hinter dem Tor aufgestellt, eine Banane in der Hand, und wenn die Bälle vorbeiflogen, ist er losgerannt und hat sie zurückgebracht. Er war unser Balljunge. Er war ja immer da, sein Vater arbeitete im Stadion. Damals spielte er noch in der „Welpe“, einer Jugendmannschaft und ich habe ihn mir samstags bei den Spielen immer angeschaut. Mit 17 Jahren kam er dann zu den Profis. EIN AUSZUG AUS DEM INTERVIEW VON STEFAN ROMMEL MIT „MISTER AJAX“ SJAAK SWART IN GEDENKEN AN SEINEN VERSTORBENEN FREUND UND LEGENDE JOHAN CRUYFF.

SOCRATES MAGAZIN #3 – SEITE 58


„KOBES GROSSER ABSCHIED“ An jenem Abend nutzte Bryant seine letzte Gelegenheit, die Lakers-Fans daran zu erinnern, wofür sie ihn jahrelang so verehrt hatten. Aber das war nichts verglichen mit China, wo 110 Millionen das letzte Spiel des Mannes eingeschaltet hatten, den sie verehren wie Elvis. „Ich kann nicht glauben, dass 20 Jahre vergangen sind“, sagte er nach dem Spiel zu den Fans im Staples Center. Er hat seinen Traum wahrgemacht. Nachdem er angekündigt hatte, dass er nach seinem Ausstieg Autor und Produzent werden würde, hat er sich nun selbst einen Bilderbuch-Abschied geschrieben. „Was Besseres als das kann man sich nicht ausdenken“, sagte er. Dann hob er die Arme zum Publikum und sagte: „Mamba out.“ Schon kurz danach standen T-Shirts mit diesem Spruch auf seiner Webseite zum Verkauf. W I E E R DA S L E T Z T E S P I E L D E R K A R R I E R E V O N KO B E B R YA N T E R L E B T H AT, B E S C H R E I B T A U T O R R O L A N D L A Z E N B Y B E I S O C R AT E S .

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WENN USAIN BOLT UND MICHAEL PHELPS SICH ZUM GESPRÄCH TREFFEN michael phelps: Als ich in Rio war, meinten manche Leute

zu mir: ‚Noch vier Jahre!‘ Das war nicht möglich. So war mein Comeback nicht gedacht. Ich bin froh, dass ich jetzt mit einunddreißig ein neues Kapitel in meinem Leben beginnen kann. Ich hör auf, das war’s. Bold stimmt zu.


usain bolt: Aufzuhören als Bester war mir sehr wichtig, um

alles, was ich erreicht habe, aufrechtzuerhalten. Das habe ich immer gesagt, aber mein Trainer hat mir dann jedes Mal widersprochen, weil er wollte, dass ich weitermache. Denn er denkt, dass ich noch mehr kann, wenn ich will. Aber nach London 2017 will ich wirklich aufhören. Ich dachte, dann könnte ich genauso gut bei Manchester United spielen. OZ A N CAN SÜ LÜ M, CEM P EKDOĞ RU U ND FU R KA N KA RASOY MI T E I NER FIKTIVEN BEG EG NU NG D E R S PO R TGI GANT EN USAIN B OLT U ND M ICHAEL P H ELPS ANLÄSS L ICH IHRES ABSCHIEDS.

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SCHEITERE WIEDER… SCHEITERE BESSER! Stan Wawrinka ist anders als der einstmalige Tennis-Beherrscher Federer. Er ist kein Konstanzwunder, kein Ausdauerfighter auf höchstem Niveau – er setzt seine Nadelstiche sporadisch, fast willkürlich. Bei ihm, dem Tennis-Sponti aus der Westschweiz, weiß man nie, woran man ist. Das macht ihn allerdings auch so gefährlich für seine Gegner. Und so schwer einschätzbar für die Experten und Analysten dieses Sports. „Erste Runde raus oder Titel. Bei Stan ist nichts unmöglich, absolut nichts“, sagt Ex-Superstar John McEnroe, „aber wenn er an seinem Limit spielt, ist er praktisch nicht zu schlagen.“ Nicht mal von einem Djoković in starker Form, von diesem Perfektionisten, der das Beharren an der Spitze lange zu einer Art Wissenschaft erhoben hatte. E I N AU S Z U G AU S D E R G E S C H I C H T E VO N JÖRG ALLMEROTH ÜBER DEN US-OPENS I E G E R S TA N WAW R I N K A .

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DA S WA S VO N 2 0 1 6 HÄNGEN BLEIBT

EIN COMIC VON M.K.PERKER

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WIE WÄR’S MIT EINEM ABO ALS WEIHNACHTSGESCHENK?



SOCRATES Magazin | Leseprobe #3