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SVP STANDPUNKT Mitteilungsblatt der SVP Grenchen

Geleitwort des Präsidenten Gabriela Rauber, Präsidentin SVP Grenchen

Liebe Leserinnen Liebe Leser Kennen Sie jemand in Grenchen, dem das Thema Nr. 1 der letzten Zeit nicht schon lange zum Hals heraus hängt? Ich kenne niemand, der sich noch für die unselige «Gang-Bang-Petition» der SP und ihre Nebenwirkungen und Spätschäden interessiert. Die SP hat jetzt ihre Erfahrungen mit dem Aufblasen von Sexthemen durch den «Blick» sammeln dürfen und hoffentlich die Lehre daraus gezogen. Damit ist die Sache erledigt. Mein Vorschlag an die Kolleginnen und Kollegen der SP: Bringt eine Petition, die dem Ruf und den Interessen Grenchens nützt statt schadet, dann helfen wir mit beim Sammeln von Unterschriften. Offenbar ist die SP durch den Gang-Bang-Rummel etwas dünnhäutig geworden. Seitdem unser GR Heinz Müller Klartext geredet hat, jammert sie laufend über das schlechte Klima im Gemeinderat und «persönliche Angriffe». Liebe SP, das Klima ist nicht besser oder schlechter geworden, nur Eure Empfindlichkeit ist gestiegen. Wenn jemand persönlich Mist baut, trägt er persönlich die Verantwortung dafür und wird von uns auch persönlich angegriffen. Aber wir überlegen uns bereits eine Lösung der klimatischen Probleme im Gemeinderat. Vielleicht beschweren wir uns inskünftig völlig unpersönlich bei der Zentrale der Sozialistischen Internationale in London über das Verhalten einiger Vertreter der Schweizer Lokalpolitik. Aber nur dann, wenn Ihr im Gegenzug nie wieder das Wort «Blocher» schreibt oder aussprecht, denn das wäre zu persönlich... Selten, aber erfreulich: es gibt auch Positives von der SP zu vermelden. Zitat aus einem «Leserbrief», unterschrieben von Petra Schwaller, (Präsidentin) und Daniel Trummer (Fraktionschef): «Wir verlangen von allen Beteiligten in diesem Jahr Leistung und konstruktive Vorschläge, die zu Lösungen führen, zum Wohle der Gemeinde.» Einverstanden! Dieses Verlangen erfüllen wir doch gerne, und nicht nur in diesem Jahr, sondern auch in allen folgenden. Im nächsten Artikel erläutert Heinz Müller die konstruktiven Vorschläge der SVP für eine Verwaltungsreform in Grenchen. Diese Fitnesskur dient dem Wohl der Gemeinde, genauer gesagt dem Wohl der Steuerzahler in dieser Gemeinde. Wir sind gespannt auf die Unterstützung der SP. Politik hin oder her: Wir wünschen Boris Banga gute Erholung und eine schnelle Wiederherstellung seiner «Kampfkraft»!

Nr. 7, Februar 2006

Fitnesskur für Grenchens Verwaltung! Heinz Müller, Gemeinderat, Kantonsrat, Präsident SVP Kt. SO

16'108 Einwohner hat Grenchen heute. In den 70er Jahren waren es noch 24'000. Auch sonst hat inzwischen beinahe alles geändert. Nur eines ist gleich geblieben: Die Zahl unserer Verwaltungsbeamten. Das ist nicht verwunderlich. Eher wird die Aare aus der Nordsee zurück in den Bielersee fliessen, als dass sich unsere Verwaltung freiwillig selbst verkleinert und den geänderten Umständen anpasst. Ähnliches gilt für die Kosten. Wir zahlen immer mehr Geld für das Verwalten von immer weniger Einwohnern. Das müssen wir ändern! Oder in der üblichen, abgehobenen Politikersprache: Hier ist dringender Handlungsbedarf erkennbar! Die Verwaltung braucht eine Fitnesskur, sie muss effizienter werden. Die SVP Grenchen bietet sich als Fitnesstrainer an. Natürlich werden wir damit den geballten Unmut sämtlicher rotgrüner Freunde von überdimensionierten Verwaltungsapparaten hervorrufen. Aber das wird uns nicht von unserem Ziel abbringen: Wir werden mit dem ersten Schrittchen beginnen, auch wenn ein langer, steiniger Weg mit vielen Hindernissen vor uns liegt. Der Stadtpräsident Fangen wir ganz oben an. Das Amt des Stadtpräsidenten soll in eine 50%-Stelle umgewandelt werden. Geht nicht? Geht nicht gibts nicht! Schauen wir andere Städte vergleichbarer Grösse und Struktur an: Reinach (BL), Pratteln (BL) und Dübendorf (ZH). Was dort funktioniert, schaffen wir auch. Wir müssen nur wollen. Selbstverständlich müssen die Aufgaben des Stadtpräsidenten neu geregelt werden, und einige davon müssen an die bestehende Verwaltung abgegeben werden. Das ist machbar.

INHALT Geleitwort der Präsidentin Fitnesskur für Grenchens Verwaltung! Schaffung eines Amtes für Sicherheit Vernünftige Tempo-30-Zonen in Grenchen Das Antirassismusgesetz und seine Folgen... Zahnstocher Impressum

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Der Gemeinderat Wie kann der Gemeinderat effizienter und leistungsfähiger werden? Antwort: Das Ressortsystem soll eingeführt werden. Jeder Gemeinderat soll die Verantwortung für ein Fachgebiet (Ressort) übernehmen. Diese Ressorts sind z.B. Bildung, Finanzen, Wirtschaft, Sicherheit, Bau- und Verkehrsplanung, Soziales, Kultur und Sport. Das ergibt sieben Ressortverantwortliche. Natürlich müssen sie mit den nötigen Kompetenzen ausgerüstet werden. Dann sind sie auch in der Lage, zur Entlastung des Stadtpräsidenten beizutragen. Die Konsequenz daraus: Wir können das Amt des Stadtpräsidenten auf ein 50%-Pensum reduzieren.

Wir sind sicher: Die juristischen Aufgaben in Grenchen können besser organisiert werden. Kleine rechtliche Fragen können vom Stadtschreiber bearbeitet werden. Grössere Rechtsgeschäfte kann die Verwaltung – wenn es nötig wird – an ein Anwaltsbüro vergeben, das die örtlichen Verhältnisse gut kennt. Das ist vernünftig und realistisch. Andere Städte und die meisten Gemeinden zeigen uns, wie es geht. Dort werden die Rechtsgeschäfte von externen Anwälten erledigt.

Die Abteilungsvorsteher Deren elf gibt es in Grenchen. Als Grenchner müssen wir keinen Respekt vor der Solothurnerzahl 11 haben und können sie beliebig reduzieren. Die SVP ist überzeugt: Sechs Abteilungsvorsteher sind genug, auf fünf können wir verzichten. Geht das? Kühne Ideen brauchen gute Argumente. Hier sind sie:

4. Der Feuerwehrkommandant

In wenigen Jahren wird der Stadtjurist in Pension gehen. Die SVP wird sich dafür einsetzen, dass danach die juristischen Aufgaben Grenchens effizienter erledigt werden.

In einigen Jahren wird auch der Feuerwehrkommandant pensioniert. Legen wir doch die Feuerwehr und den Zivilschutz zusammen, dann wird ein Amtsvorsteher eingespart! Für die SVP ist es unverständlich, dass der Gemeinderat dieser Fusion nicht bereits jetzt zugestimmt hat. Er hat eine gute Gelegenheit verpasst, denn der Zivilschutzkommandant tritt in den Ruhestand und seine Stelle wurde wieder ausgeschrieben. Stattdessen hätte der amtierende Feuerwehrkommandant Rolf Witschi die beiden Sicherheitsdienste übernehmen können. Aber er wehrte sich dagegen. Sehr seltsam! Bei einer Diskussion mit SVP-Gemeinderäten im November 2005 hatte er sich noch vehement für eine Übernahme des Zivilschutzes durch die Feuerwehr eingesetzt...

1. Der Chef Informatik Die Stelle des Chefs Informatik ist zur Zeit vakant. Schaffen wir sie ab, und zwar jetzt, bevor sie neu besetzt wird! Die Auslagerung der Informatik wurde von der Gemeindeversammlung abgelehnt. Die beiden Informatiker können wieder der Personalabteilung unterstellt werden, wie das schon vor der Diskussion um die Auslagerung der Fall gewesen war. Der bestehende Informatikausschuss übernimmt die politische Verantwortung und entscheidet zusammen mit dem Gemeinderat über zukünftige Investitionen.

5. Der Schuldirektor In Grenchen werden die geleiteten Schulen eingeführt. So hat es das Solothurner Volk in einer Abstimmung beschlossen. Die Schulen werden also vollamtliche Schulleiter bekommen, die für alles, was in ihrer Schule passiert, die Verantwortung tragen. Heute ist noch der Schuldirektor verantwortlich. Seine Aufgaben können in Zukunft vollständig von den Schulleitern übernommen werden, deshalb kann die Stelle des Schuldirektors ohne Probleme abgeschafft werden.

2. Der Polizeikommandant Der Kanton Bern macht es uns vor: Die Stadtpolizeien werden in die Kantonspolizei integriert. Das kann der Kanton Solothurn ebenfalls. Der Kommandant der Grenchner Stadtpolizei kann eine Funktion in der Kantonspolizei übernehmen. Die Mannschaft der Stadtpolizei wird vollständig vom Kanton übernommen. Mit einem Vertrag zwischen dem Kanton und der Stadt Grenchen werden die Sicherheitsbedürfnisse unserer Stadt definiert. Der Stadtpräsident hat auf eine von Grenchen definierte Anzahl Polizisten des Kantons Zugriff, die können für die spezifischen Sicherheitsaufgaben zu jeder Tages- und Nachtzeit in Grenchen eingesetzt werden. Grenchen bezahlt diese Einsätze nach Aufwand. Der zuständige Regierungsrat Peter Gomm ist an einer Integration der Stadtpolizeien Grenchen, Solothurn und Olten interessiert. Städte und Kanton würden profitieren. Die SVP-Kantonsratsfraktion hat bereits einen Vorstoss im Kantonsrat zu diesem Thema eingereicht.

So, das wars für den Anfang. Weitere Reformvorschläge sind in Arbeit. Die wichtigste Frage ist natürlich: Welche Vorteile haben Sie von der neuen Organisation der Verwaltung? • Erstens: Kein Abbau von Dienstleistungen. Wahrscheinlich würden Sie die Änderungen in der Verwaltung nicht einmal bemerken, denn in Ihrem täglichen Leben bleibt alles beim Alten. • Zweitens: Mehrere Hunderttausend Franken jährlich werden eingespart. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Abbau der Schulden in Grenchen und eine Grundlage für spätere Steuersenkungen. Das wäre der einzige Effekt, den Sie feststellen könnten: Ihre Steuerrechnungen werden niedriger.

3. Der Stadtjurist Die Grenchner Verwaltung hat drei Juristen in führenden Funktionen: Stadtjurist, Stadtschreiber und Stadtpräsident. Muss Grenchen so viele Rechtsgeschäfte erledigen, dass unsere Juristen tatsächlich ausgelastet sind? Das ist zu bezweifeln. Jedenfalls war der Stadtjurist nicht in der Lage, dem Gemeinderat seine Tätigkeit zu beschreiben. Dabei hatte der Gemeinderat nur einen Überblick verlangt, für welche Abteilung der Stadtjurist welchen Teil seiner Arbeitszeit aufwendet. Kommentar des Stadtpräsidenten: «Das können wir aus Zeitgründen nicht machen, das wäre auch viel zu kompliziert!» Wenn ich die Projekte in meiner Firma so abwickeln würde, dann wäre sie schon längst bankrott.

Wieder fitter werden, das könnte wohl vielen von uns nichts schaden – mich eingeschlossen. Eine solche Fitnesskur kann auch der Verwaltung nur gut tun. Wir brauchen normalerweise eine gewisse Überwindung, um den bequemen Ruhezustand im Fernsehsessel aufzugeben und stattdessen ein paar Liegestütze oder einen Dauerlauf zu machen. Ähnliches gilt auch für die Überwindung der Trägheitskräfte in einer Verwaltung. Es wird sicher nicht lange dauern, dann werden alle möglichen Einwände und Ausreden erfunden, warum diese und jene Änderung völlig ausgeschlossen ist und den sofortigen Ruin Grenchens bedeutet. Glauben Sie

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nicht einmal die Hälfte! Egal was Sie von Blocher persönlich halten: Er hat als Bundesrat beispielhaft vorgeführt, wie man in einem Departement 80 Millionen Franken jährlich einsparen kann, und das ohne Leistungsabbau, nur durch das Abschaffen von Leerlauf und Doppelspurigkeiten, durch eine intelligente Neuorganisation und durch eine andere Verteilung der Verantwortung.

praktisch flächendeckend Tempo 30 gelten sollte. Die Kosten für die Einführung waren zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Wir sind nicht generell gegen Tempo 30-Zonen. Sicher gibt es Quartiere, in denen Temporeduktionen sinnvoll sind. Aber wir sind dagegen, dass die ganze Stadt wieder zu einer Grossbaustelle wird! Also beantragten wir ein neues Konzept mit Kostentransparenz. Dieser Antrag wurde leider mit 8:7 Stimmen abgelehnt. Ein Teil des Gemeinderats interessiert sich offenbar wenig für die Kosten, die durch seine Beschlüsse entstehen...

Nicht nur «die da oben in Bern», auch die Grenchner Verwaltung braucht eine Entschlackungskur. Und einen geeigneten Fitnesstrainer wüsste ich auch bereits: Eine Partei mit grosser Tatkraft, die sich weder durch abfällige Kommentare der Medien noch durch die Angriffe linker Gegner beeinflussen lässt und standhaft ihre Ziele verfolgt. Zum Wohle der Gemeinde.

An der Gemeinderatssitzung vom 25. Oktober 2005 wurde dann ein Umsetzungsplan vorgestellt, der aufzeigte, dass in einer ersten Phase für Signalisationen und Markierungen mit Kosten von 28 000 Franken gerechnet werden muss. Dieser Betrag ist für uns durchaus vertretbar. Aber was kommt in einer zweiten Phase?

Schaffung eines Amtes für Sicherheit

In einer zweiten Phase wollte man bauliche Veränderungen vornehmen, falls die Signalisationen nicht genügten. Diese Massnahmen würden Hunderttausende von Steuerfranken verschlingen, und die Stadt Grenchen würde wieder in eine Baustelle verwandelt!

Marcel Boder, Gemeinderat, alt Kantonsrat

Vor acht Jahren wurde im Gemeinderat die Schaffung eines Amtes für Sicherheit gefordert. Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz sollten einen gemeinsamen Chef erhalten. Inzwischen hat sich die Situation geändert (Vorgaben Zivilschutz XXI, Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den Bevölkerungs- und Zivilschutz und die beschlossene Regionalisierung).

Um dies endgültig zu verhindern, stellten wir von der SVP-Fraktion folgenden Antrag: «Die Umsetzung der Tempo-30-Zonen hat vorwiegend mit Signalisationen und Markierungen zu erfolgen. Wo es die Sicherheit verlangt, sind kleine bauliche Massnahmen (keine Vertikalversätze, Belagswechsel, Aufpflästerungen und Kunstwerke) zugelassen.» Der Antrag wurde grossmehrheitlich angenommen, und somit wurde dank der SVP-Fraktion ein erneuter Umbau der Stadt Grenchen verhindert.

Wie machen es die anderen grossen Städte im Kanton?

Das Antirassismusgesetz und seine Folgen...

• In Olten gab es einen gemeinsamen Sicherheitschef für Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz. Dies bewährte sich nicht, und so kehrte die Stadt wieder zu einer flacheren Hierarchie zurück.

Der «Redaktionsschluss» ist überfällig, deshalb können wir die neuste Meldung nur noch kurz kommentieren, nämlich die Strafverfügung gegen uns (Müller und Rauber) wegen «rassistischer Äusserungen» in einem Interview. Beanstandete Sätze: «Die Kosovo-Albaner legen eine Gewaltbereitschaft an den Tag, die wir hier so nicht kennen» (Müller) und «Die Kosovo-Albaner (...) wollen uns ihre Gewaltbereitschaft aufzwingen» (Rauber).

• In Solothurn sind seit 1993 Zivilschutz und Feuerwehr unter einer Leitung, aber getrennt von der Polizei. Diese Organisation hat sich bewährt. Sie schafft schlankere Strukturen und führt zu finanziellen Einsparungen, wie man den Ausführungen der Stadt Solothurn entnehmen kann. Wir von der SVP-Fraktion hatten uns für die bewährte Solothurner Variante entschieden. Als Option hätte man ausserdem noch den Alarm- und Rettungsdienst mit einbinden können. Leider fanden wir im Gemeinderat keine Mehrheit, und so bleibt alles beim Alten. Wir werden weiterhin drei Chefbeamten haben. Wieder einmal wurde eine Chance vergeben, die Verwaltung zu straffen!

Jeder weiss, dass es Kulturen gibt, in denen Gewalt anders bewertet wird als in der Schweiz. Stichworte: Blutrache, Ehrenmorde usw. In solchen Fällen ist Gewalt nicht nur erlaubt, sondern sogar ein moralisches Gebot. Wer die geschändete Familienehre nicht mit Gewalt verteidigt, gilt als Feigling. Wenn Menschen ausserdem in einem Land aufwachsen, in dem Krieg, Unterdrückung und das Recht des Stärkeren herrschen, dann wird ihre Gewaltbereitschaft zusätzlich gefördert. Für jeden normal denkenden Menschen ist das offensichtlich. Seit Einführung des Maulkorbgesetzes darf man aber solche Wahrheiten nicht mehr aussprechen, wenn man ein bestimmtes Volk oder eine bestimmte Kultur beim Namen nennt. Ausnahme: Die Schweiz darf ungestraft in den Dreck gezogen werden, z.B. durch Jean Ziegler und andere Linksintellektuelle. Wir bleiben natürlich bei den Aussagen in unserem Interview und werden Einsprache einreichen. Weitere Informationen im nächsten STANDPUNKT.

Vernünftige Tempo-30-Zonen in Grenchen Marcel Boder, Gemeinderat, alt Kantonsrat

Im Oktober 2004 wurde dem Gemeinderat ein «Grobkonzept Zonen Tempo 30» vorgestellt. Der SVP-Fraktion war sofort klar, dass dieses Konzept überrissen war, da in einzelnen Stadtgebieten

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ZAHNSTOCHER Gang-Bang und Banga-Gang. Geits no?? Exgüsi, aber in Teilen des Grenchner Gemeinderats ist offenbar der galoppierende Irrsinn ausgebrochen. Welch eine blödsinnige Zeitverschwendung, diese Petition gegen die Rudelbumserei im Tropical! Auch eine völlig realitätsferne Politikerin, die abgehoben auf ihrem rosaroten Wölkchen schwebt, sollte eigentlich etwas gemerkt haben: Nämlich dass Gruppensex (auf neudeutsch Gang-Bang), Homosexualität, Unkeuschheit vor der Ehe und andere ehemalige Perversionen seit langem nicht mehr verboten sind. Folglich könnte nicht mal ein vollsozialistischer Gemeinderat etwas dagegen unternehmen. Alle, die glaubten, mit ihrer Unterschrift auf den Petitionsbögen etwas erreichen zu können, sind auf eine Mogelpackung hereingefallen. Aber die Show war perfekt, das muss man den Damen Banga und Wullimann lassen. Und was nun? Petitionsbögen ins Altpapier, Akte schliessen? Schön wärs, dann könnte man den ganzen Affenzirkus endlich vergessen. Aber leider war da noch was, und das stellt mir die Nackenhaare auf! SPGemeinderätin Clivia Wullimann kündigte im Fernsehen Massnahmen gegen die Teilnehmer künftiger Sexanlässe an. Sie sollen durch ein Spalier laufen müssen, sie sollen fotografiert werden, und ihre Kontrollschilder sollen notiert werden. Woran denkt man sofort? Richtig, an das bekannte Bild in den Geschichtsbüchern: Ein Laden mit der Aufschrift «Kauft nicht bei Juden!», und davor ein Spalier aus einigen bedrohlich aussehenden Kerlen in Nazi-Uniform. Leider sieht Frau Wullimann sehr sympathisch und keinesfalls bedrohlich aus. Deshalb wäre vielleicht eine zusätzliche Wirkungsoptimierung des Spaliers zweckmässig. Die Fackelzüge der Braunhemden waren sehr beeindruckend. In Ermangelung des Originalfabrikats aus dem Dritten Reich könnten unsere tapferen Tugendwächterinnen Wachsfackeln aus der Landi verwenden, prima Qualität, zwei Stück für Fr. 3.90. Das muss doch im Budget der SP Grenchen noch drin liegen, verbucht unter dem Posten «Verbrauchsmaterial für STL-Massnahmen» (STL = Sozialistischer Terror light). Passenderweise sind die Fackeln rot gefärbt und nicht braun. Im Gegensatz zu den Tropical-Anlässen sind die finsteren Methoden der Frau Wullimann illegal. Damit auch ein Nichtjurist noch was kapiert, zitiere ich nicht aus einem Gesetzbuch, sondern aus dem KTipp [1]: «Fotos (...) werden im Gesetz als Personendaten bezeichnet. Werden solche Daten weiterver-

wendet, dürfen sie die Persönlichkeit der betroffenen Person nicht verletzen. Wer ohne Einwilligung oder ohne anderen Rechtfertigungsgrund (im Sinne von Art. 13 des Datenschutzgesetzes) jemanden fotografiert, verletzt aber dessen Recht auf Persönlichkeit und macht sich somit strafbar. Ebenso unerlaubt ist es, solche Bilder zu vermarkten und zu verbreiten.» Der nächste Anlass im Tropical wird jedenfalls spannend. Grenchen darf die erste im Fernsehen angekündigte Straftat einer Gemeinderätin und einer Kantonsrätin erwarten. Es wird sicher auch die am besten dokumentierte sein, denn die Medien werden sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Die Beweisaufnahme wird also erfreulich einfach sein. Apropos Medien: Blick-Journalisten lieben bekanntlich knuffige Kurzbezeichnungen in ihren Titelzeilen für Sehschwache, z.B. EgoZicke oder Boxenluder. Mein Vorschlag: BangaGang. Allerdings müssen sich unsere unerschrockenen Kämpferinnen gegen den bösen Pfui-Sex diesen Ehrentitel erst noch redlich verdienen, schliesslich wurde auch aus Karl May erst nach einigen Heldentaten der berühmte Krieger Old Shatterhand. Die unnötigste Petition in der Geschichte Grenchens hatte angeblich das Ziel, die Würde der Frau zu schützen... und die Würde der Männer, wie in einer Gemeinderatssitzung ergänzt wurde. Und was ist mit der Würde derjenigen Männer, die durch das Spalier laufen und später ihre Fotos und Kontrollschilder im Internet oder in einer Zeitungsanzeige wiederfinden? Noch ein weiterer, kleiner Optimierungstipp von mir: Auf dem Grenchner Marktplatz befindet sich eine solide Betonsäule. Dort könnte man Gang-Bang-Teilnehmer mit Eisenketten anfesseln und zum öffentlichen Bespucken freigeben. Das wäre eine gelungene Synthese aus mittelalterlicher Prangertechnologie und dem modernen, sozialistischen Kampf für die Menschenwürde. Nur so zur Erinnerung: In der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft lautet der Artikel 7: «Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen.» Wie wärs mit einer kleinen Verfassungsänderung? Folgende Ergänzung wäre zweifellos praktisch: «Dies gilt nicht für Menschen, die gegen sozialistische Moralvorstellungen verstossen. Deren Würde darf jederzeit in den Dreck gezogen werden.» Was lernen wir aus alledem? Der echte sozialistische Gutmensch mutiert je nach Bedarf problemlos zum Bösmenschen und wie-

der zurück, manchmal sogar in einer einzigen Fernsehsendung. Die Wandlung von Dr. Jekyll in Mr. Hyde im Expressverfahren sozusagen. Die schlimmsten historischen Beispiele für diese sozialistische Schnellwechsel-Moral waren wohl die KZ-Aufseher, die nach getaner Arbeit zu Hause liebevoll ihre Frauen, Kinder und Schäferhunde streichelten. Zum Glück liegt noch ein langer Weg zwischen diesen Monstern und einer leicht durchgeknallten, überbeissenden Gemeinderätin, die mit Notizblock, Kugelschreiber und Fotoapparat ihre Mitmenschen schikaniert. Aber jeder lange Weg beginnt mit dem ersten kleinen Schrittchen, und das ist hier bereits getan. Liebe Frau Wullimann, im Gegenzug für meine nützlichen Tipps bitte ich Sie um einen kleinen Gefallen: Weil ich keine Sexanzeigen lese, wird mir wahrscheinlich die spektakuläre sozialistische Spalier-Fete entgehen. Bitte informieren Sie mich rechtzeitig vorher über den Termin, denn es ist mir ein Herzensanliegen, daran teilzunehmen. Vielen Dank! Hineinlaufen, Eintritt zahlen, mal kurz das berühmte Tropical von innen kennen lernen und wieder herauslaufen. Tja, eine aktive Teilnahme am Gang-Bang kommt für mich nicht in Frage aufgrund fortgeschrittenen Alters und sexueller Verklemmtheit, aber ich wäre froh, wenn Sie mich trotzdem auf Ihre Pranger- und Schandliste setzen würden, sozusagen ehrenhalber. Bisher hatte ich noch nie die Gelegenheit, öffentlich Zivilcourage zu zeigen. Es wird also Zeit. Falls ich aus geschäftlichen Gründen verhindert sein sollte, tragen Sie bitte freundlicherweise folgende Daten ein: Christoph Balluff, Allmendstrasse 43, 2544 Bettlach, Kontrollschild SO-145847. Mein Foto wird nachgereicht, ich muss nur noch einen Termin beim Fotografen ausmachen. Besten Dank! Ende gut, alles gut? Versuchen wirs mal! Vorschlag zur Güte an Frau Banga: Schicken Sie mir a) einen Einzahlungsschein und b) eine kurze Erklärung, dass die SP Grenchen auf den Spalier-Quatsch verzichten wird, ebenso auf weitere Verleumdungen der SVP im bisherigen Stil [2]. Mit Unterschrift von Ihnen und Frau Wullimann. Dann überweise ich Ihnen 1000 Franken für den Tierschutzverein Grenchen. Das Angebot gilt. CHristoph Balluff, Bettlach [1] K-Tipp 18, 02.11.2005, Seite 14 ff. [2] «Konspiratives Treffen», Grenchner Stadtanzeiger 46, 01.12.05, Seite 5

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SVP-Standpunkt 2006