Issuu on Google+

Sammlung Bachelorarbeiten 2013 Vom Ehrgeiz zur Ehre. Crossing Borders.


Herausgeber ZHAW School of Management and Law Redaktion Dr. André Oeschger Gestaltung Mattenbach AG, Winterthur Bilder Porträts: Gaby Züblin, www.z-fotografie.ch Druck Mattenbach AG, Winterthur Kontakt ZHAW School of Management and Law Dr. André Oeschger St.-Georgen-Platz 2 Postfach 8401 Winterthur andre.oeschger@zhaw.ch Wiedergabe von Beiträgen nur mit schriftlicher Einwilligung der Redaktion sowie Quellenhinweis: «Sammlung Bachelorarbeiten 2013 der ZHAW School of Management and Law» Die von den Autorinnen und Autoren geäusserten Meinungen können von jenen des Herausgebers abweichen. www.sml.zhaw.ch


3

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit der vorliegenden Ausgabe geht

liebe Leserin, lieber Leser

die «Sammlung Bachelorarbeiten» ins vierte Jahr. Sie gibt nicht nur Einblick

In den 15 Jahren ihres Bestehens ist

in das Schaffen der Studierenden des

die ZHAW School of Management

Bachelorstudiengangs

and Law stetig gewachsen. Zählte

Hochschule. Sie weist auch Unter-

der Bachelorstudiengang in den An-

nehmen, die qualifizierte und hoch

fängen rund 500 Studierende, so sind

motivierte Nachwuchskräfte suchen,

es heute über 3000. Von diesen schliessen jährlich über

auf besonders begabte Absolventinnen und Absolventen

800 das Studium mit dem Bachelordiplom ab. Mit diesem

hin. Diese haben mit ihren Bachelorarbeiten bewiesen,

rasanten Wachstum ist auch die Wahrnehmung der Schule

dass sie fähig sind, mit wissenschaftlichen Mitteln Proble-

in der Öffentlichkeit grösser geworden.

me aus der wirtschaftlichen und juristischen Praxis zu lö-

an

unserer

sen. Womit aber beschäftigen sich die Studierenden in ihrem Studium? Die beste Antwort auf diese Frage geben nicht

Im Namen der ZHAW School of Management and Law be-

dürre Stunden- und Modultafeln. Nein, es sind die Bache-

danke ich mich bei den Studierenden für ihre herausragen-

lorarbeiten der Studierenden, in denen diese die Summe

den Leistungen. Sie bestätigen damit den guten Ruf der

des an unserer Schule Gelernten ziehen. Dies ist der

Hochschule, ein Ort des kreativen und anwendungsorien-

Grund, warum die ZHAW School of Management and Law

tierten wissenschaftlichen Arbeitens zu sein.

jedes Jahr die «Sammlung Bachelorarbeiten» herausgibt, in welche die Management Summarys der besten Bache-

Dank gebührt auch den Dozierenden, Mitarbeitenden und

lorarbeiten aufgenommen werden. Die Publikation schliesst

Partnern der ZHAW School of Management and Law. Ihr

der Öffentlichkeit die Türe zu unserer Hochschule auf und

Engagement bildet den Hintergrund für die ausgezeichne-

gibt Einblick in Breite und Tiefe des studentischen Schaf-

ten Leistungen, die in der vorliegenden Publikation doku-

fens.

mentiert sind.

Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

Prof. André Haelg

Prof. Dr. Markus Zwyssig

Leiter ZHAW School of Management and Law

Leitung Bachelorstudiengänge


4

Inhaltsverzeichnis

14 Business Administration / General Management 15

Strategieberater/-innen. Rolle und Einfluss in Literatur und Forschung

16

Low-Cost Competition: Differenzierungsstrategie als Ausweg?

17

Zurück zum physischen POS

18

Die Wirkung des Knappheitssignals Limited Edition auf die Produkt­-

wahrnehmung, Zahlungsbereitschaft und Kundenloyalität von Konsumenten

19

Strategische Unternehmensanalyse am Beispiel

eines Winterthurer Immo­bilien-KMU

20

Der Goldstandard. Die Möglichkeit einer Renaissance und die Auswirkungen

21

Kommunikation zwischen der Gemeindeverwaltung Bubikon

und den Bürgern und Institutionen

22

Erarbeitung eines Konzeptes für das Studierendenmarketing

des Vereins Alumni ZHAW SML

23

Geplanter Erneuerungsfonds für Gemeinschaften im Stockwerkeigentum

24

Heterogene Geschäftsleitungen im Strategieprozess

25

Der Griff nach den Sternen. Eine qualitative Marktbedarfsanalyse eines

5-Sterne-Hotels für die Stadt St. Gallen und dessen Chancen und Gefahren

26

Evolutionspsychologie: Einsatz in der internationalen Werbung

am Beispiel der Gesichtssymmetrie

27

Frauen in Führungspositionen. Massnahmen zur optimierten Nutzung

der weiblichen Arbeitskraft in der Schweiz

28

«Immer zu Ihren Diensten». Unter­nehmensberater: ein 24-Stunden-Job?

29

Erfahrungen mit dem starken Franken in exportorientierten KMU

30

Businessplan Conference Center Hallenstadion

31

Wasser- und Abwasser-Cleantech-Industrie in China.

Chancen und Risiken für schweizerische Cleantech-KMU

32

Social Media in der Baumarktbranche der Schweiz

33

Eine Empfehlung zur Umsetzung der Rolling-Forecast-Methode für einen

internationalen Maschinen- und An­lagenbauer mit Hauptsitz in der Schweiz

34

Die Modernisierung der General­versammlung («Multimedia-GV»)

im neuen Aktienrecht

35

Analyse des FTTH Business Case einer Zürcher Dorfgemeinde

36

Der informelle Sektor Brasiliens

37

Spanien: Massnahmen zur Krisen­bewältigung und deren Auswirkungen

als Folge eines unausgewogenen Wachstums

38

Einführung von agilen Vorgehens­modellen in Webagenturen.

Heraus­forderungen und Lösungsansätze

39

Abonnementgestaltung bei einem Kulturbetrieb.

Eine Erhebung von Besucherpräferenzen mittels Conjoint-Analyse


5

40

Zukunft des Fernsehens.

Eine Betrachtung aus Sicht der privaten Sender in der Schweiz

41

Marken- und kommunikationspolitische Überlegungen

am Beispiel einer psychiatrischen Klinik

42

Wollen Sie Windräder? Methodik zur Meinungserfassung potenzieller Touristen

43

PET-Recycling in der Schweiz. Ein­stellung und Verhalten der Konsumenten

44

The SME Internationalization Index. Measuring the Involvement

of Small and Medium-Sized Enterprises in International Markets

45

Arbeits- und Unternehmenskulturen der Zukunft. Erwartungen

und An­forderungen der Generation Y an einen künftigen Arbeitgeber

46

Sustainable Coffee: mehr als eine Alternative für den Schweizer

Rohkaffee­handel? Analyse am Beispiel der äthiopischen Kaffeeproduktion

47

Nachhaltiges Standortmanagement in ländlich geprägten Regionen.

Dargestellt am Beispiel Thurgau

48

Wertschöpfungsmanagement der Schweizer Luxusuhren-Industrie

49

Das Führungsverständnis der Generation Y – Anspruch und Wirklichkeit

50

Lageranalyse – Eine kritische Auseinandersetzung mit dem

Lager­optimierungspotenzial eines in der Baunebenbranche tätigen KMU

51

Nachhaltigkeit an der ZHAW.

Bestandsaufnahme und Umsetzungsmöglichkeiten von Initiativen

52

Strategische Erfolgsfaktoren. Grossprojekte und Spezialanfertigungen

in einem Werk

53

Geschlechterheterogenität in Managementteams.

Ein Vergleich zwischen Finnland und der Schweiz

54

Emotionalisierung von Stromprodukten.

Was können Stromversorger von anderen Branchen lernen?

55

Going International: Italy

56

Die Werte nationaler Kulturen und ihre Berücksichtigung in der Werbung.

Ein Vergleich zwischen westlichen und chinesischen Werbeanzeigen

57

Konzeptentwicklung zur Verrechnung von produkt- und projektübergreifenden

Engineering-Kosten

58

Ansprechende Gestaltung von Vor­sorgeprospekten für junge Konsumenten

59

Handlungsempfehlungen für das zukünftige physische Beratungsgespräch

im Retail-Banking aufgrund spezifischer Veränderungen im Kundenverhalten

60

Kantonale Schuldenbremse in der Schweiz. Analyse im Zeitraum 1990−2012

61

Added Value of Managed Account Platforms for CTAs

62

Kommunikationskonzept Raiffeisenbank-Trainees

63

Strategieoptionen für kleine und mittlere Energieversorger

im Schweizer Strommarkt

64

Analyse des Planungsprozesses und die Rolle des Berichtswesens

bei einem Schweizer Detailhandelskonzern


6

65

Change Management im Bankensektor. Herausforderungen und

Empfehlungen für Führungskräfte am Beispiel des Private Bankings der ZKB

66

Rollen in der Strategieberatung. Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten

67

Low-Cost Competition.

Welche Strategien können Schweizer KMU entwickeln?

68

Google: Brillant oder kopflos? Eine Analyse der Bemühungen von Google,

jenseits der Suche erfolgreich neue Geschäftsfelder zu entwickeln

69

Risikobedingte Herausforderungen und Trends für Risikoträger

in der Offshore-Windenergiebranche in Deutschland

70

Marketing im Sportfachhandel. Steigerung der Kundenfrequenz

bei einem kleinen bis mittelgrossen traditionellen Sporteinzelhändler

71

Fairtrade- und Fairmined-Gold.

Ein faires Handelsmodell für ein Luxusprodukt auf dem Schweizer Markt

72

Kritische Erfolgsfaktoren des Post-Merger-Integration-Managements

73

The Growth of the Chinese ICT Industry. Recommendations for European

Companies on How to Master the Competition

74

How Glocal Do Reinsurance Companies Need to Be?

75

«Collaborative Consumption» zwecks Öffnung neuer Märkte. Eine Analyse

des Potenzials von Peer-to-Peer-Fahrzeug-Sharing in der Schweiz

76

Corporate Citizenship. Erfolgreiche Umsetzung und Kommunikation

77

Der Einfluss der Sortimentsgrösse und der Kategorisierung von Laptop-­

Computern auf Online-Plattformen auf das Kaufverhalten der Kunden

78

Die Wiederanlage von Todesfall-Leistungen

79

Mitarbeiterbindung. Entwicklung einer Konzeption

für eine Mitarbeiterbefragung

80

Mittagstischlandschaft Schule Winterthur. Eine Marktanalyse

in Hinblick auf die Gründung eines Cateringunternehmens

81

Kommunikation zwischen der öffentlichen Verwaltung,

Institutionen und Bürgern

82

Generation Silver Surfer. Eine empirische Untersuchung

der Ansprüche an Apps, Smartphones und Mobilfunkanbieter

83

Management Cockpit als Führungsinstrument für KMU.

Eine empirische Untersuchung in der Schweizer Maschinen-,

Elektro- und Metallindustrie

84

Bedienfreundlichkeit neuer Tech­nologien und Emotionen

am Beispiel einer Video-on-Demand-Applikation

85

Marketingplanung für Messegesellschaften

86

Unternehmenskommunikation 2.0: Social Media in der Finanzbranche

87

Wachstums- beziehungsweise Aus­baupotenzial eines Schweizer

Ver­sicherungsbrokers im heimischen Markt. Mögliche Ansätze


7

88 Banking and Finance 89

Contingent Convertible Bonds. Potenzielle Marktgrösse, bisherige Emissionen

und mögliche In­vestorengruppen in der Schweiz

90

Latin American External Asset Managers. Analysis of the Chances

and Risks from the Perspective of a Swiss Custodian Bank

91

Segmentierung von Trading-Kunden

92

Mikrofinanz: der Weg aus der Armut? Einflussnahme

von Mikrofinanzprogrammen auf die ökonomische und soziale Entwicklung

der Armen in Bangladesch

93

Katastrophenanleihen: als Pensionskassenanlagen geeignet?

94

Untersuchung des Einflusses der momentanen Tiefzinsphase

auf die Investitionsmöglichkeiten von Schweizer Pensionskassen

95

Empirische Untersuchung zu Turtle Trading durch retrospektive Analyse

verschiedener Rohstoffmärkte

96

Bankgeheimnis: Fluch oder Segen?

97

Auswirkungen der Quantitative-Easing-Programme des Fed

auf den S&P 500 von 2008 bis 2012

98

Beweggründe und Auswirkungen einer Umstellung von IFRS

auf Swiss GAAP FER. Eine Analyse von börsen­kotierten Unternehmen

in der Schweiz

99

Eigenkapitalanforderungen nach Basel III – nationale Umsetzung

der Regulierung. Auswirkungen für die involvierten Bankinstitute

100

Der Fall AIG. Analyse eines Bailouts

101

Das Minimum-Varianz-Portfolio im Vergleich zum Swiss Market Index.

Implementierung und Analyse der Eigenschaften dieses Anlageansatzes

102

Einflussfaktoren und Risiken im Hypothekar- und Immobilienmarkt Schweiz.

Eine Analyse im Bereich privates Wohnen

103

Immobilien: REIT als Schutz vor einem Kaufkraftverlust

104

Immobilienmarkt Schweiz: ein Rück- und Ausblick

105

Optimierung des Verkaufserfolgs bei KMU-Firmenkundenberatern

bei einer Schweizer Bank. Am Beispiel der Region Zürich

106

Befindet sich der Schweizer Wohnimmobilienmarkt in einer Blasenbildung?

Ein Vergleich mit der Immobilienkrise der 1990er-Jahre

107

Wachstumsindustrie pharmazeutische Generika:

Generika als Teil eines diversifizierten Aktienportfolios

108

Empirische Analyse von Moving-­Average-Handelsstrategien

am Schweizer Aktienmarkt

109

Bankeinlagen in der Schweiz. Auswirkungen der Finanzkrise

auf die Reputation, die Bilanz- und die Marktstruktur der Schweizer Banken


8

110

Der Merrill-Lynch-Deal der Bank Julius Bär aus Sicht der Corporate Finance

111

Mobile Banking und Payment. Status und Trends

112

Private Equity in India. Sector Analysis and Identification of Success Factors

113

Analyse des Berufsbildes des Kundenberaters im Wealth-Management

bei kleineren und mittleren Emerging-Markets-Kunden

114

The Purchasing Manager Index as a Leading Indicator

115

Deskriptive Analyse der Schweizer Sterbetafeln von 1876 bis 2003

116

Renditeobjekte als Assetklasse für Privatinvestoren

117

Passive Anlagen im Bereich der Privatanleger in der Schweiz

118

Behavioral Finance. Wie Kundenberater im Private Banking

mit irrationalen Entscheidungen von Kunden umgehen

119

Sensitivität der Inputparameter im klassischen Markowitz-Modell

120

Kalenderanomalien. Beispiele aus dem Schweizer Aktienmarkt

121

Comparing the Markowitz Model with Direct Utility Maximization

122

Einlegerschutz. Die Glaubwürdigkeit der System­obergrenze

von 6 Milliarden Franken

123

Risk Parity. Chancen, Risiken und Eignung für Schweizer Pensionskassen

124

Die Dominanz des Risk-Parity-Ansatzes. Ein empirischer Vergleich

125

Revision des Kollektivanlagengesetzes

126

Mortgage-Backed Securities (MBS) in den USA. Status und Trends

127

Empirische Analyse einer Devisen-Handelsstrategie

128

Unternehmensanalyse von Glencore International plc vom Börsengang

bis zur Fusion mit Xstrata plc

129

An Analysis of China’s FX Reserves and one of Its Main Components,

US Securities

130

Real Estate Investments in Switzerland

131

Theoretische Bewertung von CoCo Bonds

132

Immobilienmarkt Schweiz. Einfluss­faktoren auf den Immo­bilienpreis

133

Erzeugen Hedgefonds bessere Risiko-Ertrags-Profile?

134

Turtle Trading System. Heiliger Gral oder Mythos?

135

Direktbanken in der Schweiz. Wie weiter?

136

Dreiecksverhältnis zwischen Kunde, externem Vermögensverwalter und Bank

unter besonderer Berücksichtigung der Online-Tools der Depotbanken

137

Maximierung des Erwartungsnutzens und die Approximation

mittels Erwartungswert und Varianz

138

Behandlung der Kreditrisiken von Basel I bis Basel III

139

Produktinformationen für Anlage­kunden. Regulierung,

Best Practice, Handlungsempfehlungen

140

Finanzplatz Singapur. Welchen Herausforderungen muss sich der Löwe

in den nächsten Jahren stellen?


9

141

Kundensegmentierung im Private Banking in der Schweiz.

Zur Erreichung einer verbesserten Kundenfokussierung

142

Einsatz von GARCH-Modellen zur Konstruktion varianzminimaler Portfolios

143

Schweizer Pensionskassen. Anlageverhalten in Bezug auf alternative Anlagen

144

Der Momentum-Effekt am Schweizer Aktienmarkt. Empirische Untersuchung

des Swiss Performance Index im Zeitraum 2002 bis 2012

145

Von der Tobin Tax zur europäischen Finanztransaktionssteuer

146

Crowdfunding in der Schweiz

147

Low-Volatility-Anomalie. Eine Untersuchung des Schweizer Aktienmarkts

148

Optimal Funds of Hedge Fund Portfolios

149 Accounting, Controlling, Auditing 150

Konzeption und Wirksamkeit der Regelungen zum

UEFA-Klublizenzierungs­verfahren und zum finanziellen Fairplay.

Eine kritische Analyse

151

Neues Rechnungslegungsrecht. Eine Betrachtung aus Stiftungssicht

152

Bewertung immaterieller Werte bei Unternehmensakquisitionen.

Dargestellt für Kundenbeziehungen und Marken

153

Werttreiberanalyse im Rahmen einer Unternehmensanalyse

154

Vorzeitige Anwendung von IFRS-­Normen bei börsenkotierten

Unternehmungen. Untersuchung am Beispiel des IFRS 13

«Fair Value Measurement»

155 Economics and Politics 156

Finanzierung von kulturellen Institutionen in der Stadt Zürich

157

Altersvorsorge von Selbstständigen

158

Die Hintergründe der globalen Finanzkrise 2007−2008

und der Weg zu einem stabileren Finanzsystem

159

Think Tanks in der Schweiz. Eine Brücke zwischen Wissenschaft und Politik

160 Risk and Insurance 161

Identifying Success Factors for a General Aviation Insurance Growth Initiative

162

Analyse sowie Empfehlungen für den Markt der Mobiltelefonversicherungen

unter besonderer Berücksichtigung der Theorie des Produktlebenszyklus

163

Krankheitsbedingte Langzeitabwesenheiten.

Präventive Einflussmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen

164

Sind betriebliche Absenzkosten nachweislich beeinflussbar?


10

165

Massnahmen zur nachhaltigen Sicherung und Finanzierung

der beruflichen Vorsorge

166

Pay As You Drive (PAYD) im Motorfahrzeugmarkt Schweiz.

Eignung und Trends

167 Business Information Technology / Wirtschafts­ informatik 168

Batterieeffiziente Mobilitätserkennung auf Smartphones

169

Support- und Fehlerdaten: eine Goldgrube für die Kunden-Selbsthilfe

170

Aboverwaltungswerkzeug mit CRM-Funktionalität für ein Tanz- und Boxstudio

171

Support- und Fehlerdaten. Eine Goldgrube für die Kunden-Selbsthilfe

172

IT-Projekte nach WTO-Richtlinien: ein Erfolgsmodell?

173

Grundlagen nachhaltiger E-Government-Services

174

Untersuchung von Graph-Clustering-­Algorithmen

für die Abbildung von Quellcodes

175

Business Process Management als Service. Status quo, Chancen

und Gefahren

176

Evaluation einer an ITIL v3 orientierten IT-Service-Management-Lösung

mit Fokus auf den Prozessen Incident und Problem Management

177

Geschäftsmodell für einen elektronischen Lufterfrischer

178

Anforderungen an IT-Self-Service in der AXA Schweiz

179

Der erste intelligente Lufterfrischer. Spezifische Analyse

und konzeptionelle Entwicklung

180

Einfluss von Augmented Reality (erweiterter Realität) auf Prozesse

der Bau- und Immobilienindustrie

181

Konzeption und schrittweise Entwicklung eines

LEGO-Mindstorms-Labs zur Begleitung von praxisnahen

Lehrveran­staltungen und Forschungsprojekten

182

Mobile Payment. Chancen und Gefahren für den Bankensektor

am Beispiel einer Schweizer Bank

183

Webbasiertes Buchungswerkzeug

184

Die Finite-Elemente-Methode und ihre Anwendungen im Option Pricing

185

Webtechnologien zur Visualisierung von Arbeitshandschriften

in den Literaturwissenschaften

186

Konzeption und Implementierung von IPv6 bei einem Internet Service Provider

187

Verbesserung der Usability der SharePoint-Plattform bei

der Microsoft (Schweiz) GmbH


11

188

Potenziale von Social-Media-Konzepten und -Systemen

für die intra- oder interorganisationale Kollaboration.

Eine Untersuchung von Informatikabteilungen

189

Konzeption und schrittweise Entwicklung eines

Lego-Mindstorms-Labs zur Begleitung von praxisnahen

Lehrveran­staltungen und Forschungsprojekten

190

Spesenerfassungs- und Spesen­auszahlungsprozesse effizient

und zukunftsorientiert gestalten

191

Zuverlässige und wirksame Kommuni­kation mit den Filialen

im Elektronikhandel

192

Geschäftsprozesse mit Smartpen zeichnen und in Appway ausführen

193

«Edu4u». Geschäftsmodell einer Webplattform im E-Learning-Bereich

für E-Lectures, Online-Kurse und Filmdokumentationen

194 International Management 195

Swiss Interest Groups and the European Union

196

Sharia-Compliant Products. An Analysis of the Market Potential in Switzerland

197

The Sustainability of Value Creation for German and Swiss Industries

and Companies

198

Collaboration in Virtual Teams

199

Developing and Launching an Imported Food Product as a Start-Up Company

200

The Repositioning of Vinho Verde on the Swiss Market

201

Electronic Cigarettes. Getting Smokers to Switch

202

Liquidity Requirements Pursuant to Basel III. Implications and Measures

for Banks

203

Management Consulting for Chinese Corporations Entering Switzerland.

Improvement Suggestions

204

Business Model Innovation Through Analogy-Building

205

Success for Young Food Companies. An Analysis of the Processing Industry

in the German-Speaking Region of Switzerland

206

The Influence of Internationalization on the Selection of Applicants Entering

the Swiss Labor Market

207

The Allocation of Individualism. A Critical Analysis of Three

Existing Cross-Cultural Frameworks from a Practical Perspective

208

Swiss Online Consumer Behavior. An Analysis of Zalando

209

How Can B2B Companies Realize the Full Potential of LinkedIn?

210 Wirtschaftsrecht 211

Hybride Finanzierungsinstrumente im internationalen Konzern.

Eine Analyse der steuerlichen Folgen bei Cross-Border-Finanzierungen


12

212

Hausdurchsuchung und Beschlagnahme im Lichte des Kartellrechts

213

Die Anwalts-Aktiengesellschaft

214

Der Schulgebrauch von urheberrechtlich geschützten Werken

215

Energiewirtschaft – zwischen Wett­bewerb und öffentlichen Aufgaben

216

Amtsgeheimnis und Behörden­kooperation. Zum Spannungsfeld

von Geheimnisschutz und Verwaltungs­tätigkeit

217

Geldwäscherei durch Annahme eines Rechtsanwaltshonorars?

Eine rechtsvergleichende Darstellung (Schweiz, Europäische Union und USA)

218

Voraussetzungen und Modalitäten des nachehelichen Unterhaltsanspruchs

an den geschiedenen Ehegatten nach Art. 125 ZGB

219

(Un-)Attraktivität des Schweizer Rechtssystems in Bezug

auf die Familienplanung? Eine rechts­vergleichende Studie

220

Die Verantwortlichkeit des Hundehalters im interkantonalen

und internationalen Vergleich

221

Eine Analyse des digitalen Marktes nach Kühn und Pfäffli

für einen Sport­artikelhersteller

222

Die rechtliche Erfassung von Frontrunning de lege lata et ferenda

223

Tax Crime als Vortat zur Geldwäscherei. Entwicklung eines Leitfadens

für die Verhaltenspflichten der Banken

224

Das abgekürzte Verfahren in der Schweizerischen Strafprozessordnung

unter besonderer Betrachtung des Verfolgungsverzichts

225

Rechtslage und neue rechtliche Entwicklungen in Bezug auf Download,

Streaming und Upload von ur­heberrechtlich geschützten Inhalten

226

Mehrfacherwerbstätigkeit. Arbeits- und sozialversicherungsrechtliche

Probleme und Lösungsansätze

227

Die Doha-Verhandlungsrunde der WTO. Entwicklung und Perspektiven

228

Tierhalterhaftpflicht de lege lata et ferenda

229

Taugt die Selbstregulierung als effektives Mittel in

der Korruptions­bekämpfung?

230

Gewerbsmässiger Liegenschaften­handel vs. private Vermögensverwaltung

231

Mindestlöhne in der Schweiz

232

Die Schweizer Volksinitiative «gegen die Abzockerei»

233

Aktuelle Probleme des Energierechts. Entwicklung von erneuerbaren Energien

in der Schweiz im Bereich der Stromversorgung

234

Das neue Erwachsenenschutzrecht. Die eigene Vorsorge

und die Mass­nahmen von Gesetzes wegen

235

Kartellrecht und Private Enforcement – Class Actions

in der EU und der Schweiz

236

Veruntreuungen im Unternehmen. Zivilrechtliche Verantwortlichkeit der Organe

237

Steuerrechtliches Verlustmanagement. Eine Analyse unter besonderer

Berücksichtigung von Konzernstrukturen im deutschsprachigen Raum


13

238

Verhältnis zwischen den Sachgewähr­leistungsansprüchen (OR 197 ff.)

und der allgemeinen Vertragshaftung (OR 97)

239

Arbeitsmarktintegration von Menschen mit einer eingeschränkten

Leistungs­fähigkeit. Analyse der Massnahme Arbeitsversuch

240

Das Berufsgeheimnis des Unternehmens­juristen.

Kritische Betrachtung und gesetzgeberische Aktivitäten in der Schweiz

241

Vertrauen ist gut – Scannen ist besser. Die Zeiterfassung der Paketpost

auf dem arbeitsrechtlichen Prüfstand

242

Spielmanipulation und Wettbetrug als neue Straftatbestände

im Schweizerischen Strafgesetzbuch

243

Datenschutz im Outsourcing. Drei fallbezogene Analysen

im Versicherungswesen

244

Zivilrechtliche Haftung des Veranstalters und des Zuschauers

bei Ausschreitungen an Sportveranstaltungen

245

Anwalt der ersten Stunde. Ausgewählte Umsetzungsprobleme

246

Kartellgesetzrevision. Instrumentarien gegen Preisdifferenzierung

247

Sammelklagen («class actions») in den USA: Darstellung und Kritik

248

Zwangsheirat – Rechtslage in der Schweiz

249

Ein Streifzug durch den Datenschutz von der Bewerbung

bis zur Beendigung des privatrechtlichen Arbeitsverhältnisses

250

Das Recht zu sterben

251

Die strafrechtliche Unternehmens­haftung nach Art. 102 StGB

252

Die Mietzinsgestaltung im Allgemeinen; die Beweisproblematik

der Orts- oder Quartierüblichkeit im Speziellen

253

Organisation und Vollzug des neuen Kindes- und

Erwachsenenschutzrechts des ZGB

254

Die Problematik der Haftungsfragen beim zufälligen Untergang der Kauf­sache

und bei verwandten Tatbeständen

255

AGB – Die allgemeinen Geschäfts­bedingungen in der Schweiz,

mit Augenmerk auf Art. 8 UWG und einem Rechtsvergleich mit Deutschland

256

Internationale Besteuerungsaspekte im Sport.

Eine problemorientierte Analyse unter besonderer Berücksichtigung

der Einkommens- und Gewinnbesteuerung

257

Das Unternehmensstrafrecht der Schweiz gemäss Art. 102 StGB

258

Leihmutterschaft. Eine rechtliche Bestandsaufnahme

259

Stalking unter privatrechtlichen und strafrechtlichen Aspekten

260

Die Steuerabkommen der Schweiz und ihre Auswirkungen

auf das Bankkundengeheimnis

261

Die Haftbarkeit des Unternehmens bei Computerkriminalität

262

Das Wesen und die Geschichte des Naturrechts unter besonderer

Berücksichtigung der Schweizer Rechtsgelehrten


14

Business Administration / General Management


15

Strategieberater/-innen. Rolle und Einfluss in Literatur und Forschung

Diplomand: Michael Acar Dozentin: Dr. Kerstin Pichel

In dieser Bachelorarbeit wird untersucht, welche Berater-

Funktionen der Beratung ableiten und werden daher vor-

rollen der Strategieberatung in der Literatur aktuell disku-

dergründig genannt.

tiert werden und welchen Einfluss diese Berater in der Beratung haben. Während in Bezug auf die Unternehmens­

Durch die Übersicht der Beraterrollen und der Anforderun-

beratung unterschiedliche Beraterrollen genannt werden,

gen der Klienten ergeben sich die folgenden Rollen als ak-

rücken die Rollen der Strategieberatung erst in jüngster

tuell gefragt in der Strategieberatung: Mentor, Ratgeber,

Zeit in den Fokus der Literatur.

Moderator, Kopilot und Vermittler. Aufgrund der Klientenprofessionalisierung und der Metaberatung ist es für den

Die Beratungsbranche fand sich in diesem Jahrtausend in

Berater oftmals nicht mehr möglich, seine Rolle selbst zu

einer Legitimationskrise wieder, weshalb sich die Rollen

bestimmen. Interne Berater in Rollen von Strategieberatern

der Berater entsprechend veränderten. Die Klientenprofes-

sind möglich und es kann ferner davon ausgegangen wer-

sionalisierung und immer weiter wachsende Inhouse Con-

den, dass diese die Erwartungen erfüllen können. Jedoch

sultings sind Erscheinungsformen, welche sich in dieser

ist es fraglich, ob sie die Legitimierungswünsche des Top-

Zeit etabliert haben. Klienten haben heutzutage andere

managements erfüllen können und sich der Faktor der Be-

Anforderungen an die Beratung und nehmen darüber hin-

triebsblindheit nicht negativ auswirkt. Es kann weiterhin

aus aktiv an dieser teil.

davon ausgegangen werden, dass TopmanagementTeams aufgrund des Drucks der verschiedenen Stakehol-

Zur Feststellung der aktuellen Beraterrollen der Strategie-

der weiterhin, trotz der möglichen Imageschäden, inoffiziel-

beratung dient die Erstellung einer Übersicht, welche die

le Rollen in Anspruch nehmen.

diversen Beraterrollen miteinander vergleicht. Zu überprüfen ist die These, dass interne Berater die externen

Die Beratungsbranche wird sich weiterhin verändern und

Strategieberater ersetzen und somit ihre Rollen einneh-

ein Strategieberater nimmt zunehmend die Rolle eines Un-

men können. Aufgrund der Ergebnisse empfiehlt es sich,

terstützers ein, um die Zusammenarbeit von heterogenen

dass sich die Berater ihre Rollen selbst aussuchen kön-

Topmanagement-Teams zu fördern. Empirische Studien

nen. Schliesslich wird geklärt, inwieweit inoffizielle Rollen

könnten hierfür weitere Erkenntnisse liefern. In dieser Ar-

in der Strategieberatung in Anspruch genommen wer-

beit wurden hauptsächlich die offiziellen Rollen behandelt.

den.

Zukünftige Forschungen könnten neue Einblicke bezüglich der inoffiziellen Rollen ermöglichen.

Diese Bachelorarbeit basiert auf einer Literaturrecherche und benennt die Beraterrollen von diversen Autoren. Zuvor werden die künftigen Anforderungen an die Berater genannt, wie auch die zunehmend wichtige Perspektive der Klienten dargelegt wird. Beraterrollen lassen sich von


16

Low-Cost Competition: Differenzierungsstrategie als Ausweg?

Diplomand: Stefan Ackeret Dozent: Dr. Stefan Koruna

Durch die zunehmende Globalisierung der Märkte in den

Ausweg dienen können. Diese Ansätze sind insbesondere

letzten Jahrzehnten und insbesondere durch die wach­

geeignet, weil sie von der Low-Cost-Konkurrenz schlecht

sende Wirtschaftlichkeit der Staaten mit BRIC-Potenzial

imitiert werden können und die Markteintrittsbarrieren

und von deren Unternehmen entwickeln sich im Wett­

sich durch diese erhöhen. Nicht geeignet dagegen ist die

bewerb immer günstigere Angebote. Diese Produkte und

Differenzierung durch Technologie, Marketing und Preis,

Dienstleistungen bieten trotz ihrer tiefen Preise eine gute

da all diese Ansätze rasch kopiert und günstiger angebo-

Qualität, welche mit derjenigen der lokalen Firmen ver-

ten werden können. Eine Differenzierung ist mit Kreativität

gleichbar ist. Westliche Unternehmen stehen daher unter

und Know-how in allen Branchen möglich, insbesondere

steigendem Druck, entweder die Kosten zu senken oder

in spezialisierten Branchen oder in denjenigen mit vielen

einen anderen Ausweg zu finden, um im Wettbewerb zu

Wettbewerbern. Nicht zuletzt bietet die Differenzierungs-

bestehen. Da die lokalen Fixkosten einer Produktion höher

strategie im Low-Cost Competition viele Chancen, aber

sind als diejenigen der Konkurrenz aus den Staaten mit

auch Risiken, welche von Branche zu Branche variieren

BRIC-Potenzial und da die lokalen Unternehmen in ihrer

und deshalb individuell analysiert werden müssen.

Tätigkeit weiter bestehen sollen, bieten die Kostensenkung und der Austritt aus der Branche keine geeigneten Mög-

Als Fazit kann unterstrichen werden, dass die Differenzie-

lichkeiten im Low-Cost Competition.

rungsstrategie für westliche Unternehmen im Allgemeinen eine geeignete Lösung im Kampf gegen die Tiefpreiskon-

Diese Bachelorarbeit klärt daher, ob und in welchem Aus-

kurrenz bieten kann. Da die Ergebnisse dieser Arbeit aber

mass die Differenzierungsstrategie als Ausweg aus diesem

aus dem ganzen Wettbewerb und aus Branchensicht und

Tiefpreiswettbewerb dienen kann. Darüber hinaus ermittelt

nicht aus einer speziellen Zielgruppe zusammengetragen

sie, in welchen Branchen die gefundenen Ansätze verwen-

wurden, besteht für ein Unternehmen im Einzelnen noch

det werden können und welche Chancen und Risiken sich

Abklärungsbedarf bezüglich ihrer Übertragbarkeit. Jeden-

aus der Strategie im Low-Cost Competition ergeben.

falls bietet diese Arbeit eine gute Grundlage für eine strategische Entscheidung eines westlichen Unternehmens,

Die Ergebnisse resultieren aus einer Literatur- und Unternehmensrecherche. In der Arbeit wurden zum einen ein­ leitend Beispiele beschrieben und diese mit den Theorien erläutert, zum anderen wurden die Theorien mit praxis­ bezogenen Beispielen belegt. Als Resultat der Arbeit kann festgehalten werden, dass die Differenzierungen durch Design, Image, Händlernetz, Kundenservice, Qualität und Complex Service Solution als

welches sich dem Low-Cost Competition stellen muss.


17

Zurück zum physischen POS

Diplomand: Marcel Ackermann Dozentin: Dr. Linda Miesler

Das Konsumverhalten unterliegt einem ständigen Wandel

Bei vielen Unternehmen herrscht eine starke Innenfokus-

und der Notwendigkeit, sich als Anbieter gegenüber Kon-

sierung, wodurch Kundenbedürfnisse beim Ablauf der

kurrenten zu differenzieren. In einer von Technologie ge-

Wertschöpfungskette zu wenig beachtet werden. Das

prägten Welt sind weder das hochwertige Produkt noch

Customer Touchpoint Management als Dreh- und Angel-

spezifische Preisstrategien für die Wettbewerbsfähigkeit

punkt aller Unternehmensaktivitäten ist das dazugehörige

ausreichend. Echtes Wissen über Kunden­bedürfnisse ist

Ordnungssystem und Tool. Nur wer die richtigen Touch-

eine grundle­gende Prämisse für den marktwirtschaftlichen

points im richtigen Moment richtig bespielt, erreicht und

Erfolg. Die Qualität des persönlichen Kontakts ist für die

gewinnt Kunden. Aus Kundensicht wird aus einem Verkauf

nachhaltige Kundenbindung bedeutend. Selbst das beste

ein Kauf und somit aus einem «Point of Sale» ein «Point of

Produkt wird un­attraktiv, wenn es an Sympathie und guten

Purchase« oder «Point of Experience».

Gefühlen mangelt. Dennoch, so zeigen die Ergebnisse dieser Arbeit, ist derOb das traditionelle Verkaufslokal durch das Einkaufserleb-

zeit ein Ende der traditionellen, nicht virtuellen Verkaufsge-

nis und die Markenrelevanz auch künftig eine Aufwertung

schäfte unwahrscheinlich. Physische Verkaufslokale, die

erfährt, ist ungewiss. Einerseits schätzt der Kunde den

Konsumenten zum persönlichen Besuch vor Ort einladen,

persönlichen Kontakt zu qualifizierten Verkäufern und an-

sind weiterhin gefragt. Einen entscheidenden Schlüssel-

dererseits verbringen immer mehr Menschen Zeit im Inter-

faktor spielen die Mitarbeiter, die als Ansprechpartner, Be-

net. So ist es durchaus verständlich, dass in vielen Unter-

rater, Problemlöser, Dienstleister und Verkäufer in einer

nehmen eine Unsicherheit besteht, welche Strategien und

Person und gleichzeitig als Unternehmensvertreter wahr-

Massnahmen im Markt- und Markenmanagement erfolg-

genommen werden. Mundpropaganda und Weiterempfeh-

versprechend sind. Aus der Unternehmensperspektive be-

lungen bilden heute wie morgen eine wichtige Basis für

trachtet besteht die begründete Gefahr, immer mehr inst-

einen nachhaltigen physischen POS.

rumentelle, personelle und finanzielle Mittel einsetzen zu müssen, um potenzielle Kunden überhaupt zu erreichen,

Durch die zunehmende Digitalisierung wird die Verkaufs-

für sich zu gewinnen und anzubinden.

stelle als Kundenkontaktpunkt und öffentlicher Raum für die kreative Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen

Um den Trend hin zum Internet und dessen Entwicklung

eine neue herausfordernde Rolle annehmen. Dem E-Com-

beurteilen zu können, wurden mittels einer Befragung bei

merce gehört die Zukunft, aber im Alltag orientieren sich

fünf nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Schweizer Un-

die Konsumenten im Endeffekt immer wieder am physi-

ternehmen die Indikatoren für und gegen die Anwendung

schen Verkaufspunkt.

eines Einzelhandelsgeschäfts untersucht.


18

Die Wirkung des Knappheitssignals Limited Edition auf die Produktwahr­ nehmung, Zahlungsbereitschaft und Kundenloyalität von Konsumenten Diplomand: Michele Agrostelli Dozent: Prof. Dr. Cary Steinmann

Heutzutage werden in den unterschiedlichsten Branchen

men als ältere Personen. Weiter wurde belegt, dass Kon-

Knappheitssignale als Marketingstrategie eingesetzt. So

sumenten dazu bereit sind, für LE von CCG mehr zu

handelt es sich beispielsweise bei den von der Adidas-

bezahlen als für unbegrenzt verfügbare Güter. Bei Konsu-

Gruppe als wichtig eingestuften Produkteinführungen des

menten mit dem Merkmal des hohen Desire for Unique

Jahres 2013 bei jedem dritten Produkt um eine Limited Edi-

Consumer Products (DUCP) konnte folgende Korrelation

tion (LE ). Während eines Einkaufs im Supermarkt werden

bestätigt werden: Je stärker der Wunsch nach einzigarti-

Konsumenten mit Hinweisen wie «Angebot limitiert

gen Produkten ausgeprägt ist (DUCP), desto höher ist die

auf . . . Stk.» oder «Limited Edition» überflutet. Der Status

Zahlungsbereitschaft für LE von CCG. Die Hypothese,

quo der Forschung über die Wirkung von LE zeigt aller-

dass die Attraktivität von LE durch eine zunehmende

dings, dass Unternehmen mit den bisher gewonnenen Er-

Knappheit steigt, wurde verworfen. Schliesslich wurde

kenntnissen noch nicht in der Lage sind, das gesamte Po-

festgestellt, dass Konsumenten mit hohem DUCP nur

tenzial von LE gezielt auszuschöpfen. Beispielsweise

dann zu einem loyalen Einkaufsverhalten gegenüber einem

bieten Anbieter LE oft zu identischen Preisen wie vergleich-

Anbieter tendieren, wenn dieser eine LE im Angebot führt.

bare unbegrenzt verfügbare Produkte an. Ausgehend von den Befunden wurden verschiedene In dieser Bachelorarbeit wird die Wirkung von LE auf die

Handlungsempfehlungen abgeleitet. So sollten Anbieter

drei Erfolgsfaktoren Produktwahrnehmung, Zahlungsbe-

die Werbung von LE von CCG gezielt auf Konsumenten im

reitschaft und Kundenloyalität untersucht. Anhand ver-

Alter von 20 bis 30 Jahren ausrichten. Da demografische

schiedener theoretischer Erklärungsansätze wurden fünf

Kriterien die wichtigste Basis der Marktsegmentierung dar-

Hypothesen aufgestellt und auf die entsprechenden Er-

stellen, müsste diese Erkenntnis für die Praxis von grosser

folgsfaktoren bezogen.

Bedeutung sein. Weiter sollten Unternehmen Produkte nicht zu stark verknappen, denn dies würde nur den po-

Zur Prüfung der Hypothesen wurden vier empirische Un-

tenziellen Absatz minimieren, ohne jedoch die Produktat-

tersuchungen durchgeführt. Dabei handelte es sich um

traktivität zu erhöhen. Schliesslich sollte bei der Preisset-

quantitative

Untersu-

zung von LE bei CCG die erhöhte Zahlungsbereitschaft

chungsgegenstand wurden Laufschuhe eingesetzt. Die

einkalkuliert werden. Dieser Zusammenhang wurde erst-

Auswertung der Daten erfolgte mittels Chi-Quadrat- und

mals in dieser Arbeit untersucht und könnte ein Erfolg ver-

Mann-Whitney-Test.

sprechender Ansatzpunkt für die weitere Forschung sein.

Konsumentenbefragungen.

Als

Die Tests konnten signifikant bestätigen, dass Konsumenten im Alter von 20 bis 30 Jahren LE von Conspicuous Consumption Goods ( Produkte, die sich für demonstrativen Konsum eignen, kurz CCG) als attraktiver wahrneh-


19

Strategische Unternehmensanalyse am Beispiel eines Winterthurer Immo­bilien-KMU Diplomand: Manuel Anderegg Dozent: Dr. Stefan Schuppisser

Eine systematische strategische Planung gilt als wichtiger

Die Ergebnisse weisen deutlich darauf hin, dass insbeson-

Faktor eines nachhaltigen Unternehmenserfolgs. Nur so

dere gesellschaftliche Trends wie die Überalterung der Ge-

können Umweltveränderungen frühzeitig erkannt und das

sellschaft, aber auch die städtebauliche Verdichtung den

Unternehmen darauf ausgerichtet werden. KMU fehlt es

Immobilienmarkt stark beeinflussen werden. Eine systema-

jedoch häufig an zeitlichen Ressourcen und spezifischem

tische Analyse der Branchen-Wertschöpfungskette sowie

Know-how im Bereich des strategischen Managements

je eine Wettbewerbs- und Kundenkontaktanalyse der bei-

und der Anwendung teils komplexer Instrumente. Auch

den Teilmärkte der untersuchten Unternehmung ergibt,

das untersuchte Winterthurer Immobilien-KMU führt des-

dass das KMU die kritischen Erfolgsfaktoren mit ihren Ge-

halb strategisches Management lediglich intuitiv aus.

schäftseinheiten abdeckt. Die interne Analyse umfasst unter anderem eine Deckungsbeitragsanalyse sowie eine

Diese Bachelorarbeit weist anhand einer systematischen

detaillierte Betrachtung der Kundenstruktur, -zufriedenheit

strategischen Umwelt- und Unternehmensanalyse auf die

und Neukundengewinnung. Auf Basis der Umweltanalyse

spezifischen aktuellen wie auch die zukünftigen Herausfor-

sind aus den eruierten Stärken und Schwächen drei strate-

derungen des regionalen Winterthurer Immobilienmarktes

gische Stossrichtungen festzuhalten, die jedoch vertraulich

hin und vergleicht diese mit den Stärken und Schwächen

zu behandeln sind.

der untersuchten Unternehmung. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für die zukünftige Entwick-

Die Analyse des Wertschöpfungsnavigators zeigt, dass

lung des Unternehmens und dienen zusätzlich der Opti-

dieser die Problemfelder der untersuchten Unternehmung

mierung des von der ZHAW entwickelten internetbasierten

grösstenteils ebenfalls erkennen kann und somit eine im-

Wertschöpfungsnavigators, der KMU innert 20 Minuten

mobilienspezifische Anpassung nicht notwendig ist.

eine kostenlose, wissenschaftlich fundierte 360-GradAnalyse anbietet. Die Vorgehensweise beinhaltet die praktische Anwendung anerkannter Managementtools, die mittels Literaturrecherche auf immobilienmarktspezifische Anwendungsformen geprüft wurden. Die Sekundärforschung wird ergänzt durch die Analyse der Geschäftsbuchhaltung der untersuchten Unternehmung seit deren Gründung. Primärforschung unterstützt die Arbeit mittels Experteninterviews und einer Kundenumfrage.


20

Der Goldstandard. Die Möglichkeit einer Renaissance und die Auswirkungen Diplomandin: Sarina Andres Dozent: Dr. Björn Plaschnick

Das Thema Währungssystem ist unter den aktuellen Gege-

die Problemfelder analysiert und es wird auf die Hypothe-

benheiten wie Staatsverschuldungen und Geldmengen­

karkrise mit dem Goldstandard eingegangen.

erhöhungen der weltweiten Notenbanken fast täglich in den Medien präsent. Das globale wirtschaftliche Wachs-

Um den Goldstandard wieder einführen zu können, muss

tum ist schwach, das Zinsumfeld auf einem Rekordtief und

ein angemessenes Verhältnis zwischen der Gold- und der

die Notenbanken fahren eine expansive Geldpolitik. Es

Geldmenge herrschen. Um dieses zu erreichen, muss man

kann festgestellt werden, dass die Bevölkerung sowie

entweder den Goldpreis oder die Goldmenge erhöhen

auch gewisse Politiker eine Reorganisation des Währungs-

oder die Geldmenge verkleinern. Die Berechnungen haben

systems fordern, um wieder mehr Stabilität zu erreichen.

ergeben, dass für die Einführung eines voll gedeckten

Die Forderungen beziehen sich teilweise konkret auf den

Goldstandards die Komponenten in einem so hohen Um-

Goldstandard. Der Goldstandard ist ein Währungssystem,

fang verändert werden müssten, dass die Konsequenzen

welches das Notengeld an Gold koppelt. Die Notenbanken

daraus gravierend wären. Eine Geldmengenverkleinerung

können die Geldmengen nur mit Goldzuflüssen erhöhen

würde eine deflationäre Wirkung haben, eine Goldpreiser-

und sie sind an gewisse Regeln gebunden. Dieses System

höhung würde zu einem Ungleichgewicht zwischen Gold-

galt von 1821 bis 1914 in den meisten Ländern dieser Welt

besitzern und Privaten ohne Goldbesitz führen und die Er-

und brachte neben der Preisstabilität auch ein grosses

höhung des Goldbestandes wäre in einem Umfang nötig,

wirtschaftliches Wachstum mit sich.

der volumenmässig nicht auf dem Markt verfügbar ist.

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, basierend auf dem aktuel-

Neben der Schwierigkeit, ein angemessenes Verhältnis

len Währungssystem ein Szenario für die Wiedereinführung

zwischen der Gold- und der Geldmenge zu erreichen, um

des Goldstandards auszuarbeiten. In einem weiteren klei-

den Goldstandard wieder einzuführen, berührt der Gold-

neren Szenario sollen die Auswirkungen der Hypothekar-

standard weitere Problemfelder. Dazu gehören die einge-

krise 2007 unter der Annahme des Goldstandards geprüft

schränkte Handlungsfähigkeit der Notenbanken, das ge-

werden. Ziel ist, daraus die eintretenden Problemfelder zu

gebene Niveau der Goldförderung und die einzuhaltenden

verdeutlichen und die Wahrscheinlichkeit einer Wiederein-

Spielregeln. Die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr zum

führung zu bewerten.

Goldstandard kann zum heutigen Zeitpunkt als gering angesehen werden. Für die Zukunft sollte diese Möglichkeit

Nach der Beschreibung der Theorie sowie der Geschichte des Goldstandards wird auf die aktuelle Situation des Währungssystems in den USA, der Eurozone und der Schweiz eingegangen. Basierend auf diesen Aktualitäten werden Berechnungen angestellt, wie die Wiedereinführung des Goldstandards aussehen kann. Weiter werden

aber nicht ausgeschlossen werden.


21

Kommunikation zwischen der Gemein­ deverwaltung Bubikon und den Bürgern und Institutionen Diplomand: Rimba Anfarsyah Dozent: Dr. Clemente Minonne

Die Kommunikation zwischen der Gemeindeverwaltung

zeitgerechten Form auf Themen der Verwaltung aufmerk-

und den Bürgern und Institutionen steht aufgrund man-

sam zu machen, sind an dieser Stelle als wichtigste Effek-

gelnder Bürgernähe oft in der Kritik. Um diese Vorwürfe zu

tivitäts- und Effizienzpotenziale zu nennen. Die wesentliche

entkräften, beschäftigen sich immer mehr Schweizer Städ-

Herausforderung bei einem Einsatz von Social Media

te und Gemeinden mit der Einführung von Social Media als

besteht darin, interessante und zugleich relevante Inhalte

neuen Kommunikationskanälen. Die im Kanton Zürich

in den sozialen Medien zu schaffen. Zudem besteht die

gelegene Gemeinde Bubikon verfügt bis anhin noch über

Gefahr, durch negative Äusserungen der Bevölkerung die

keinen Auftritt in den sozialen Medien. Die Verwaltung

Kontrolle und die Übersicht zu verlieren und dadurch einen

ist dennoch stets bemüht, adäquate und zeitgerechte

Imageverlust zu erleiden. Eine passende Erfolgsmessung

Kommunikationskanäle für die Bürger und Institutionen an-

bietet die Kennzahl ROI, die anhand der Faktoren Reich-

bieten zu können. Untersuchungsgegenstand dieser

weite, Frequenz und Traffic, Konversion und Transaktion

Bachelorarbeit ist die Identifizierung von Effektivitäts- und

sowie Nachhaltigkeit berechnet werden kann.

Effizienzpotenzialen beim Einsatz von Social Media in der Gemeindeverwaltung Bubikon für die Kommunikation mit

Obwohl in der Gemeindeverwaltung Bubikon die Einfüh-

den Bürgern und Institutionen.

rung von Social Media bis anhin kein Thema war – und es in naher Zukunft auch nicht sein wird −, stellen die Erkennt-

Zunächst erfolgt eine kritische Annäherung an den Begriff

nisse aus dieser Arbeit einen Mehrwert dar, da sie als

Social Media und dessen Bedeutung in der heutigen Zeit.

Grundlage für weitere Abklärungen dienen. Ebenfalls kön-

Zusätzlich wird die Zuordnung zum Marketingwesen erläu-

nen die erzielten Resultate von anderen Gemeindeverwal-

tert. Weiter wird untersucht, wie sich die Kommunikation

tungen mit ähnlichen Strukturen wie die der Gemeinde

zwischen der Gemeindeverwaltung Bubikon und den

Bubikon adaptiert werden.

Bürgern und Institutionen gestaltet. Drei qualitative Ex­ perteninterviews ermöglichen die Beschreibung der einzelnen Kommunikationskanäle der Gemeindeverwaltung und deren Vor- und Nachteile. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich bestimmte Effektivitäts- und Effizienzpotenziale ab­ leiten. Ferner werden die Herausforderungen bei einem Social-Media-Auftritt und dessen Erfolgsmessungsmöglichkeit identifiziert. Die Generierung von Feedback aus der Bevölkerung und die daraus resultierende Bedürfnisidentifikation, das Erreichen der jüngeren Generation und die Möglichkeit, in einer


22

Erarbeitung eines Konzeptes für das Studierendenmarketing des Vereins Alumni ZHAW SML Diplomandin: Nathalie Avanthay Dozent: Armin Ledergerber, MSc BA Marketing

Der Verein Alumni ZHAW SML betreibt aktuell kein syste-

einmal signifikant stärken. Das Konzeptziel ist erklärter-

matisches Marketing bei den Studierenden der ZHAW

massen die Stärkung des Identifikationsgefühls mit der

SML, gleichzeitig sinkt der Bekanntheitsgrad der Organi­

ZHAW SML während eines Grund- oder Folgestudien-

sation fortlaufend.

gangs. Diesbezüglich wird der Alumni ZHAW SML empfohlen, eine eigene Submarke für das Segment der Studie-

Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Erstellung eines wissen-

renden zu kreieren und für diesen Markt spezifische

schaftlich basierten Konzeptes für das Studierendenmar-

Dienstleistungen anzubieten. Die Einführung einer profes-

keting der Alumni ZHAW SML, um sowohl den Bekannt-

sionellen Tauschbörse, Preisnachlässe bei Institutionen der

heitsgrad der Organisation als auch die Mitgliederzahl des

Stadt Winterthur und bei Weiterbildungen der ZHAW SML,

Vereins zu steigern.

die Einrichtung einer Reklamationsstelle sowie das Bereitstellen einer Plattform zu studiengangspezifischen Themen

Die Arbeit thematisiert zu Beginn die nach aktuellem Wis-

und Events gehören zu den am meisten nachgefragten

sensstand notwendigen Grundlagen und Erfolgsfaktoren

Angeboten. Die Umfrage bestätigt die Bereitschaft zur

von Alumni-Organisationen im europäischen Raum. Im An-

Zahlung eines jährlichen Mitgliederbeitrages von bis zu

schluss werden der Forschungsstand im Alumni-Marketing

50 Franken. Durch die Entstehung von Social Capital wird

und Trends im Bereich des Studierendenmarketings analy-

das Netzwerk an Bekanntheit gewinnen, woraus steigende

siert. Die Ergebnisse werden anhand von drei qualitativen

Mitgliederzahlen zu erwarten sind.

Expertenbefragungen überprüft und es werden Handlungs­ empfehlungen erarbeitet. Darauf aufbauend wird eine

In Zukunft wird der Wettbewerb in der Bildungsbranche

Marketingstrategie für die Alumni ZHAW SML entwickelt,

durch die Tendenz zur Privatisierung vieler Hochschulen

welche bei der Zielgruppe mittels einer quantitativen

zunehmen. Zugleich steigen die Bedürfnisse der Studie-

Online-Umfrage überprüft wird. Aus den daraus gewonne-

renden, da vermehrt Allround-Dienstleistungen nach­

nen Erkenntnissen leitet sich die Jahresplanung für das

gefragt werden. Die wachsenden Erwartungen werden

Jahr 2014 ab.

sowohl als Herausforderung als auch als Chance für die Alumni ZHAW SML angesehen – gerade deshalb ist der

Es zeigt sich, dass Alumni-Organisationen ihre Mitglieder

Zeitpunkt für die Erstellung eines Konzeptes für das Stu-

vermehrt in einer frühen Phase an sich beziehungsweise

dierendenmarketing gut gewählt. Diese Arbeit soll hierfür

an die entsprechende Hochschule binden. Je zufrieden-

den Grundstein legen.

stellender die Aus- und Weiterbildung ist, desto stärker ist der Identifikationsgrad mit der Hochschule und desto höher fällt die Bindungsabsicht der Studierenden aus. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Alumni-Organisation kann diese Bindungsabsicht noch


23

Geplanter Erneuerungsfonds für Gemeinschaften im Stockwerkeigentum

Diplomand: Ralf Bachmann Dozent: Daniel Greber

Wohnungen im Stockwerkeigentum (StWE) haben in den

empirische Analyse über den EF mit Bezug auf die Produkt­

letzten 10 bis 15 Jahren in der Schweiz stark zugenommen

idee untersucht. Eine im potenziellen Kundensegment

und stellen eine immer beliebtere Alternative zu einem

durchgeführte Online-Umfrage liefert wichtige Erkenntnis-

Einfamilienhaus dar. Als Stockwerkeigentümer ist man Teil

se über Bedürfnisse, Einschätzungen und Handhabungen

einer Gemeinschaft und muss sich an gemeinschaftlichen

der Stockwerkeigentümer rund um den EF. Zudem er­

Liegenschaftskosten beteiligen. Für grössere Sanierungen

geben sich daraus ergänzende Informationen über die Ver-

( Unterhalt) von gemeinschaftlichen Bauteilen wie der Fas-

breitung des EF sowie über die potenzielle Nachfrage nach

sade zahlen Stockwerkeigentümer daher überwiegend in

der Produktidee. Abschliessend wird in Zusammenarbeit

einen Erneuerungsfonds (EF) der Gemeinschaft Geldbei-

mit einem Partner aus der Immobilienbranche ein Berech-

träge ein. Mit diesem Instrument soll vorgesorgt werden,

nungsmodell erstellt, welches eine langfristige Sanierungs-

damit die Mittel für eine Sanierung rechtzeitig vorhanden

planung und das Erstellen eines Sparplans für Stockwerk-

sind. Sanierungen sollen nicht daran scheitern oder ver­

eigentümer ermöglichen soll.

zögert werden, dass vereinzelten Stockwerkeigentümern die Mittel dazu fehlen.

Gemäss Umfrage zahlen 84 Prozent der Befragten in einen EF für grössere Unterhaltsarbeiten ein und erachten dies

Eine empirische Analyse in der Agglomeration Luzern hat

als sehr sinnvoll. Ein Grossteil der Befragten würde zudem

allerdings ergeben, dass die finanziellen Rückstellungen

mehr in einen EF einzahlen, wenn die Gelder im EF besser

im EF häufig zu knapp bemessen und unprofessionell ver-

als auf einem Banksparkonto verzinst würden. 90,7 Pro-

waltet werden. Es fehle zudem an Instrumenten für die

zent würden es zudem als nützlich oder sehr nützlich

langfristige Sanierungsplanung sowie an Anreizen für

erachten, wenn ein Baufachmann Zeitpunkt und Kosten

Stock­ werkeigentümer, mehr in einen EF einzubezahlen.

für künftige Sanierungen relativ genau bestimmen könnte.

Basierend auf diesen Erkenntnissen prüft diese Bachelorarbeit die Machbarkeit einer Produktidee für StWE-

Die Produktidee kann grundsätzlich als machbar beurteilt

Gemeinschaften, welche für die genannten Probleme eine

werden. Das Berechnungsmodell erlaubt basierend auf

Lösung darstellt und mehr Anreize für das Einzahlen in

dem Gebäudeversicherungswert eine relativ genaue Be-

einen EF schaffen soll.

stimmung der jährlichen Beiträge in einen EF. Aus rechtlicher Sicht sind vereinzelt Vorbehalte anzubringen.

Um die Machbarkeit der Produktidee zu prüfen, werden zuerst die gesetzlichen und statistischen Grundlagen über das Stockwerkeigentum in der Schweiz analysiert. Dabei sind insbesondere die Kompetenzen einer StWE-Gemeinschaft sowie die Begriffe Miteigentum und Sonderrecht speziell zu analysieren. Des Weiteren wird die erwähnte


24

Heterogene Geschäftsleitungen im Strategieprozess

Diplomand: Fabian Bausch Dozentin: Dr. Kerstin Pichel

Die zunehmend dynamischen Umfeld- und Marktbedin-

nicht von (unkonstruktiven) Konflikten und Kommunika­

gungen, welche durch Innovationen und die steigende

tionsschwierigkeiten in der Geschäftsleitung ausgegangen

Inten­sität und Verschiedenartigkeit des Wettbewerbs her-

worden ist. Im Falle von Diversität verhält sich dies anders.

vorgerufen werden, haben in Unternehmen eine Verschie-

Unkonstruktive Konflikte und ungenügender Zusammen-

bung der Strategiemaxime weg von der reinen Bedienung

halt werden wahrscheinlicher – was den Strategieprozess

der Märkte hin zu Unternehmensfähigkeiten und -kapazi­

stark stören kann.

täten herbeigeführt. Die Positionierung – einstmals zentral im strategischen Management – wird heute als zu statisch

Eine Analyse der Diversitätsforschung der letzten 30 Jahre

erachtet. Die Integration der Fähigkeiten, Fertigkeiten und

zeigt einen signifikant positiven Zusammenhang von Natio-

des Wissens einer Strategiebelegschaft rückt in den Fokus

nalitätsdiversität und Unternehmensperformanz, sofern ein

des strategischen Managements. Es ist nutzbringend für

bestimmter Internationalisierungsgrad des Unternehmens

Strategieboards und andere innovative oder kreative Un-

besteht. Zusätzlich positiv moderierende Einflüsse sind die

ternehmensbereiche, über ein möglichst breites Spektrum

Bestehensdauer des Strategieteams und die Generosität

an Fähigkeiten, Wissen und externen Verbindungen zu ver-

der Umwelt. Daraus ergeben sich zwei grundlegende

fügen.

Voraussetzungen für Vorteile aus Heterogenität: A) Ein Entscheidungsfindungsprozess, welcher Mitglieder des

Da das Topmanagement einen entscheidenden Einfluss

Strategieteams ermutigt, eine Reihe von verschiedenen

auf die Zukunft eines Unternehmens hat, geraten dessen

Alternativen kritisch zu examinieren, und B) die Entwick-

Zusammensetzung und die individuellen Charakteristiken

lung einer Synthese der verschiedenen Mitgliederperspek-

der Mitglieder zunehmend in das Interesse der Strategie-

tiven, welche qualitativ besser ist als jede der individuellen

forschung. Zwar hat die Verbesserung des Strategie­

Perspektiven.

prozesses auf lange Sicht die höchste Auswirkung auf die Unternehmensperformanz – denn im Falle inferiorer Strate-

Zu empfehlen sind ein diskursiver Führungsprozess,

gieinhalte ist es auf lange Frist sinnvoller, die Ursachen im

welcher den gesamten Entscheidungsfindungsprozess

Prozess als das Symptom zu beheben – doch sind es die

begleitet, «Devil’s Advocacy» und «Dialectic Inquiry» für

Strategieakteure, welche den Prozess schlussendlich be-

verbesserte Entscheidungsfindung, «Strategic Fitness» zur

streiten. Eine umfassende Metaanalyse der Entwicklung

Verbesserung des Implementierungserfolgs und ein Pro-

der Strategieprozessforschung von 1980 bis 2013 hat

zess, der Kommunikationsprobleme basierend auf Vor­

neben dem nachlassenden Interesse an strategischer

urteilen zu lösen versucht. Web-2.0-Anwendungen sind

Planung und dem zunehmenden Interesse an Innovation

weiter eine gut geeignete Möglichkeit, um grössere Unter-

und strategischem Lernen unter anderem ergeben, dass

nehmenskreise auf der Grundlage von Szenarien oder

Strategieakteure in den Anfängen der Strategieprozess­

geschlossenen Fragen in den Strategieprozess einzube-

forschung nur marginal einbezogen worden sind, weil

ziehen.


25

Der Griff nach den Sternen. Eine qualitative Marktbedarfsanalyse eines 5-Sterne-Hotels für die Stadt St. Gallen und dessen Chancen und Gefahren Diplomandin: Rita Beeler Dozent: Dr. Clemente Minonne

Die Tourismusbranche erfährt laufend Veränderungen und

aus den qualitativen Leitfadengesprächen die Machbar-

befindet sich in einer hart umkämpften Wettbewerbssitua-

keits- und Anforderungsanalyse. Die Zusammenführung

tion. Globalisierung, aufstrebende Märkte, neue verfügbare

der Ergebnisse der Analyse mit der Theorie und der Um-

Angebote und kaufkräftige Gäste intensivieren den Wett-

weltanalyse mündet in konkrete Handlungsempfehlungen.

bewerb unter den touristischen Destinationen. Gleichzeitig zeigt sich, dass infolge von verfügbarem Einkommen eine

Aus der Arbeit geht hervor, dass im Moment von einem

Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Angeboten be-

5-Sterne-Hotel in St. Gallen abzuraten ist. Dies lässt sich

steht. Aufgrund dessen befindet sich die 5-Sterne-Hotelle-

aufgrund der fehlenden touristischen Rahmenbedingun-

rie anscheinend in einer vielversprechenden Lage. Diese

gen sowie der Unsicherheit einer hinreichenden Nachfrage

Bachelorarbeit soll einen Beitrag zur touristischen Weiter-

seitens des 5-Sterne-Segments erklären. Weiter bildet

entwicklung der bestehenden Hotelbetriebe sowie der ge-

auch der geringe Bekanntheitsgrad der Stadt eine nicht zu

samten Destination St. Gallen leisten.

unterschätzende Hürde. Die Untersuchung zeigt jedoch auch, dass die 5-Sterne-Gäste ein durchaus attraktives

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern für ein

Segment darstellen und die Stadt St. Gallen mit den aktu-

5-Sterne-Hotel in der Stadt St. Gallen Bedarf besteht und

ellen Gegebenheiten und der vielfältigen Umgebung ein

die Eröffnung eines solchen Potenzial aufweist und welche

vielversprechendes Potenzial für ein mögliches 5-Sterne-

Voraussetzungen und Hinderungsgründe mit einer Reali-

Hotel aufweist. Ebenso würde ein solcher Betrieb das

sierung verknüpft sind. Die Arbeit zielt darauf ab, eine fun-

Image von St. Gallen fördern und den lokalen Hotelmarkt

dierte Grundlage für die touristischen Leistungsträger in

beleben.

St. Gallen zu bieten, ob und in welcher Form sich ein 5-Sterne-Hotel etablieren könnte. Der Fokus liegt auf der

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass zum

Erarbeitung von konkreten Handlungsempfehlungen, wel-

jetzigen Zeitpunkt ein 5-Sterne-Hotel in der Stadt St. Gal-

che die Umsetzung eines 5-Sterne-Hotels in St. Gallen

len geringe Überlebenschancen hat. Die vorangehenden

unterstützen könnten.

Erkenntnisse zeigen, dass St. Gallen und seine Leistungsträger zunächst eine klare Positionierung einnehmen und

Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden in einem

daraufhin die notwendigen Rahmenbedingungen und

ersten Schritt die theoretischen Grundlagen der Hotellerie

wettbewerbsfähigen Strukturen schaffen müssen.

erläutert. Es folgt eine Analyse der Schweizer Hotellerie, der touristischen Umwelt sowie der wesentlichen Trends des Tourismussektors. Eine Untersuchung der Stadt St. Gallen als Tourismusdestination zeigt die Bedeutung des Tourismus bzw. des Geschäftsreisetourismus auf. Darauf aufbauend erfolgt anhand der gewonnenen Aussagen


26

Evolutionspsychologie: Einsatz in der internationalen Werbung am Beispiel der Gesichtssymmetrie Diplomandin: Anya Blum Dozentin: Dr. Linda Miesler

Soll internationale Werbung standardisiert oder differen-

derte Gesichter anhand einer Bewertungsskala hinsicht-

ziert werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich Theo­

lich ihrer Attraktivität beurteilen.

retiker und Praktiker seit geraumer Zeit. Vermehrt lässt sich erkennen, dass gemischte Strategien zum Einsatz

Die Resultate zeigen, dass symmetrische Gesichter tat-

kommen. Einige Werbeelemente werden vereinheitlicht,

sächlich als attraktiver wahrgenommen werden als natür­

während andere den länder- und kulturspezifischen

liche Gesichter. Weder das Geschlecht noch die Herkunft

Gegebenheiten angepasst werden. Angesichts dieser

der Testpersonen spielt diesbezüglich eine Rolle. Folglich

Mischformen stellt sich die Frage, welche formalen

kann sich dieses Attribut als Standardisierungselement

und inhaltlichen Elemente einer Werbung optimaler-

anbieten.

weise standardisiert und welche differenziert werden sollen.

Durch die Prinzipien der Evolutionspsychologie lassen sich weitere Werbeanreize definieren, die sich aus der mensch-

Vor diesem Hintergrund untersucht diese Bachelorarbeit,

lichen Natur ableiten lassen und kulturübergreifend iden-

ob Erkenntnisse aus dem Gebiet der Evolutionspsycho­

tisch wahrgenommen werden. Werbende sollten daher

logie dazu verhelfen können, standardisierbare Werbe­

vermehrt eine evolutionspsychologische Denkweise ein-

elemente zu definieren, die kulturübergreifend gleicher-

nehmen, um weitere solcher Werbeelemente zu bestim-

massen wahrgenommen werden. Im Speziellen liegt der

men und auf diese Weise die Effektivität der internationalen

Fokus dieser Arbeit auf dem äusserlichen Erscheinungs-

Werbebotschaften zu erhöhen.

bild eines Werbekommunikators. Attraktive Kommunikatoren werden weltweit eingesetzt und versprechen positive Effekte wie erhöhte Aufmerksamkeit und Nachahmung seitens der Konsumenten. Aus den Forschungen der Evolutionspsychologie werden universelle Attraktivitätsmerkmale wie saubere Haut, das Verhältnis der Taille zur Hüfte und Merkmale, die ein attraktives Gesicht auszeichnen, hergeleitet. Am Beispiel der Gesichtssymmetrie wird geprüft, ob diese Eigenschaft tatsächlich weltweit als attraktiv gilt und folglich bewusst als internationales Werbeelement eingesetzt werden könnte. Um dies zu untersuchen, wurde ein Online-Experiment mit 250 Testpersonen aus 47 Ländern durchgeführt. Die Probanden mussten symmetrisch optimierte sowie unverän-


27

Frauen in Führungspositionen. Mass­ nahmen zur optimierten Nutzung der weiblichen Arbeitskraft in der Schweiz Diplomandin: Nadine Bouvard Dozent: Dr. Christian Berger

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Unterreprä-

sind jedoch veränderte Rahmenbedingungen nötig. Durch

sentation von Frauen in Führungspositionen in der Schweiz

Anpassungen im Steuersystem sowie in der Tarifierung von

und zeigt auf, welche Massnahmen zur Erhöhung des

Kinderbetreuungsplätzen können negative Erwerbsanreize

Frauenanteils eingesetzt werden können.

verhindert und eine freie Wahl des Erwerbsmodells ermöglicht werden. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche

In der Schweiz wird heute rund die Hälfte aller Ausbildun-

Umsetzung von Massnahmen innerhalb der Unternehmen

gen auf Tertiärstufe von Frauen abgeschlossen. Auch auf

ist die Unterstützung durch die Geschäftsleitung. Im Rek-

dem Arbeitsmarkt sind Frauen gut vertreten, jedoch sinkt

rutierungsprozess werden in der Praxis nur beschränkt

ihr Anteil mit steigender Hierarchiestufe. Dementsprechend

Instrumente eingesetzt. Mit der gezielten internen Förde-

sind Frauen gerade in oberen Führungspositionen weiter-

rung von Mitarbeiterinnen erzielen Unternehmen eine er-

hin deutlich untervertreten.

höhte Eigeninitiative und Vernetzung der Frauen. Eine He­ rausforderung stellt hingegen die Vereinbarkeit von Beruf

Nach der theoretischen Ermittlung der Gründe für die

und Familie durch flexible Arbeitsmodelle dar. Die Kontrolle

Unter­ repräsentation von Frauen in Führungspositionen,

der Massnahmen durch spezifische Kennzahlen erfolgt in

der Darstellung der Bedeutung ihres vermehrten Einsatzes

den untersuchten Unternehmen nicht durchgehend.

sowie entsprechender Massnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Geschäftsleitungen wird anhand einer

Die erfolgreiche Umsetzung von Massnahmen zur Erhö-

qualitativen Studie von fünf Schweizer Unternehmen, die

hung des Frauenanteils in Führungspositionen bedingt die

sich für die Förderung der Geschlechtervielfalt einsetzen,

Unterstützung der Geschäftsleitung sowie die Definition

ein vertiefter Einblick in die praktische Umsetzung von

von Zielvorgaben. Innerhalb des Rekrutierungs- und Beur-

Massnahmen gewonnen.

teilungsprozesses ist auf eine objektive Beurteilung zu achten. Mentoringprogramme oder individuelle Karrierepläne

Der berufliche Aufstieg stellt für Frauen eine erhebliche

unterstützen die berufliche Entwicklung von Mitarbeiterin-

Herausforderung dar. Die individuellen, gesellschaftlichen

nen. Die flexible Gestaltung von Arbeitszeit und -ort sowie

und betrieblichen Gründe, die Frauen in ihrer beruflichen

Unterstützung in der Kinderbetreuung erleichtern zudem

Entwicklung hindern, sind vielfältig und bedingen sich

die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und damit den be-

gegenseitig. Die Schweiz ist jedoch in Hinblick auf den

ruflichen Aufstieg von Frauen.

drohenden Fachkräftemangel vermehrt auf den Einsatz qualifizierter weiblicher Fachkräfte angewiesen. Unternehmen können zudem von differenzierteren Sichtweisen profitieren, was zu einem besseren Verständnis für Anspruchsgruppen sowie einem höheren Unternehmenserfolg führen kann. Um Frauen den beruflichen Aufstieg zu erleichtern,


28

«Immer zu Ihren Diensten». Unter­ nehmensberater: ein 24-Stunden-Job?

Diplomandin: Florence Brandeis Dozentin: Angelika Herzig Eder

Smartphones, Tablets und Notebooks mit mobilem Inter-

Anhand von persönlichen Einzelinterviews mit zehn Unter-

netzugang haben unsere Gesellschaft verändert. Dank

nehmensberatern verschiedener Funktionsstufen inner-

mobilen Endgeräten besteht die Möglichkeit, jederzeit und

halb desselben Unternehmens wird deren Umgang mit

überall erreichbar zu sein. Dies gilt nicht nur für private

geschäftlichen E-Mails und Anrufen in der Freizeit unter-

Belange, sondern auch für geschäftliche Anliegen. Mitar-

sucht. Die befragten Personen äussern sich zu Erwartun-

beitende können rund um die Uhr und unterwegs ge-

gen des Arbeitgebers, zur eigenen Motivation und zu

schäftliche E-Mails abrufen. Entsprechend werden Ant-

Wünschen nach neuen Regelungen.

worten auf E-Mails rascher erwartet. Das Business kennt kaum Geduld. Und der Arbeitstag endet somit nicht mehr

Aus den Antworten der Interviews zeigt sich deutlich:

mit dem Verlassen des Büros.

Unternehmensberater sind der Auffassung, dass Erreichbarkeit zum Beraterprofil gehört. Zwar verlange der Arbeit-

Die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Arbeitsorten bie-

geber keine ständige Erreichbarkeit, doch jeder Berater ist

tet Beschäftigten den Vorteil, ihr Arbeits- und Privatleben

in der Freizeit verfügbar. Am Feierabend ist jeder erreich-

freier zu gestalten. Doch flexibles Arbeiten hat auch Schat-

bar, fast ebenso am Wochenende. Sieben der zehn be-

tenseiten: Es verleitet dazu, nicht nur während der Arbeits-

fragten Personen sind sogar gelegentlich während ihrer

zeit mit dem Arbeitsumfeld in Verbindung zu bleiben, son-

Ferien für geschäftliche Belange verfügbar. Kaum einer

dern auch in der Freizeit. Aktuelle Studien belegen, dass

empfindet diese ständige Erreichbarkeit als Belastung. Im

ein wachsender Anteil der Beschäftigten sich durch die

Gegenteil: Die meisten Berater schätzen die durch die

ständige Erreichbarkeit gestresst fühlt. Sie haben Mühe,

mobilen Endgeräte entstandene Flexibilität. Nur wenige

nach der Arbeit abzuschalten, wodurch sich Erholungs-

wünschen sich einschränkende Massnahmen durch den

phasen verkürzen. Dies wiederum beeinträchtigt die Leis-

Arbeitgeber.

tungsfähigkeit bei der Arbeit. Manche Unternehmen rea­ gieren und haben Massnahmen ergriffen wie etwa die

Aufgrund der Ergebnisse wird empfohlen, innerhalb des

Unterbindung der E-Mail-Weiterleitung nach Feierabend.

Unternehmens klar zu kommunizieren, wie es um die Erwartungshaltung bezüglich der Erreichbarkeit in der

In der Bachelorarbeit wird die Erreichbarkeit von Unterneh-

Freizeit steht, und es wird an die Vorbildfunktion von Unter-

mensberatern ausserhalb der regulären Arbeitszeit be-

nehmensberatern in höheren Positionen appelliert.

leuchtet. Ist Unternehmensberatung ein 24-Stunden-Job? Wie häufig stehen Berater am Feierabend, am Wochenende und in den Ferien für Vorgesetzte, Teamkollegen und Kunden zur Verfügung? Belastet sie dieser Zustand? Halten sie sich durch das Beantworten von E-Mails in der Freizeit für unersetzlich?


29

Erfahrungen mit dem starken Franken in exportorientierten KMU

Diplomand: Marcel Brechbühl Dozent: Prof. Dr. Max Zuberbühler

Die Nachfrage nach Schweizer Franken, die politische Sta-

spricht. Vorteile der Situation sind kurzfristig eventuell in

bilität der Schweiz, das Vertrauen in deren Finanzplatz, die

der Beschaffung aus dem Ausland oder dem Wertanstieg

Staatsverschuldung diverser Euroländer – dies sind Grün-

der liquiden Mittel zu finden. Langfristig bestehen einige

de, die den Wert des Schweizer Frankens nach oben trei-

volkswirtschaftliche Vorteile in Form einer Steigerung der

ben. Die Stärke des Frankens wirkt sich unter anderem in

langfristigen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. An-

den Margen der exportierenden Industrie aus. Da über

sonsten stellt der starke Franken nach wie vor eine

zwei Drittel aller Schweizer Unternehmen ihre Produkte

Herausfor­derung für die KMU dar. Diese Herausforderung

teilweise im Ausland absetzen, betrifft dies besonders die

wirkt sich in der Kostenreduktion, der Umsatzmaximierung

KMU. Die Geschwindigkeit der Währungserstarkung bringt

und dem Halten von Marktanteilen aus. Um diese Heraus-

ein KMU um die Zeit, die entsprechenden Massnahmen

forderung zu meistern, bestehen verschiedene Handlungs-

einzuleiten und wirken zu lassen. Mit der festgelegten

möglichkeiten. Ein Ansatzpunkt ist das Reduzieren der

Kursuntergrenze kauft die SNB die benötigte Zeit. Dies

Personal- oder Materialkosten. Dies kann beispielsweise

führt zur Frage, wie die Erfahrungen der KMU seit der Ein-

mit Produktionsverlagerungen, Entlassungen, anderen

führung dieses Mindestwechselkurses sind und mit wel-

Beschäftigungs­ regelungen, vermehrter Beschaffung aus

chen Massnahmen sie die gewonnene Zeit nutzen, um die

dem Ausland, Einkaufsgemeinschaften, Automatisierun-

Herausforderungen zu meistern.

gen etc. erreicht werden. Neben der Möglichkeit, die Kosten zu reduzieren, kann der Umsatz erweitert werden.

Die Bachelorarbeit analysiert bestehende Handlungsoptio-

Dazu können unter anderem Hedging und Währungsma-

nen sowie Vorteile aus der Situation. Zudem zeigt eine

nagement betrieben, eine Investition in den Vertrieb getä-

Befragung von Unternehmens-, Verbands- und Staatsver-

tigt oder die Innovationen vorangetrieben werden.

tretern die in der Praxis gemachten Erfahrungen, Heraus­ forderungen und ergriffenen Massnahmen der Exportin-

Die passenden Massnahmen sind auf das Unternehmen

dustrie auf. Basierend darauf wird abschliessend ein

abzustimmen. Um sich für den korrekten Mix entscheiden

Problemlösungsprozess entwickelt und die möglichen

zu können, sind unter anderem die Resultate aus internen

Massnahmen werden in einem Massnahmenkatalog ge-

und externen Analysen, die Währungs-Exposures, die

sammelt.

Auswirkungen der Währungssituation im eigenen Unternehmen und erstellte Szenarien zu berücksichtigen.

Die Erfahrungen der Schweizer Exporteure mit dem starken Franken sind negativ. Dies spiegelt sich in Preiszugeständnissen, rückläufigen Umsätzen und Margen sowie opera­ tiven Verlusten der Exportunternehmen wider. Der eingeführte Mindestwechselkurs erleichtert den Unternehmen die Planung, was einer minimen Entspannung ent-


30

Businessplan Conference Center Hallenstadion

Diplomand: Renato Cantieni Dozent: Jacques Hefti, MSc BA

Das Hallenstadion Zürich ist die grösste multifunktionelle

Sekundärdaten von Zürich Tourismus und Schweiz Touris-

Arena der Schweiz und zählt pro Jahr bis zu einer Million

mus. Qualitative Interviews mit ausgewählten Branchen­

Besucher. Die Marke «Hallenstadion Zürich» steht für Live-

experten, welche über ein fundiertes Marktwissen verfü-

Entertainment-Veranstaltungen in den Sparten Sport, Mu-

gen, ergänzen die Daten.

sik und Show. Erbaut im Jahre 1939, wurde das Hallenstadion in den Jahren 2004 und 2005 während 14 Monaten

Die bestehenden Kunden des Conference Center Hallen-

umgebaut. Bei diesem Umbau wurde im Vorbau des Ge-

stadion lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht in klare

bäudes ein Conference Center mit Seminar- und Tagungs-

Kundensegmente unterteilen. Zu den Kunden zählen

räumen für 20 bis 500 Personen realisiert. Weil die meisten

Unternehmen unterschiedlicher Grösse, von Kleinstbetrie-

Personen, welche das Hallenstadion kennen, dieses mit

ben mit 20 Mitarbeitenden bis hin zu global tätigen Konzer-

Live-Entertainment-Veranstaltungen assoziieren, wird die

nen aus den verschiedensten Branchen. Auch in Zukunft

Vermarktung des Conference Center erschwert.

soll es diesen Unternehmungen möglich sein, jegliche Art von Veranstaltungen im Rahmen der Möglichkeiten

Die Marke «Conference Center Hallenstadion» ist zum jet-

des Conference Center Hallenstadion durchzuführen. Die

zigen Zeitpunkt wenig bekannt und wird kaum losgelöst

Akquise von neuen Veranstaltern ist aber in Zukunft auf

vom Hallenstadion betrachtet. Daher ist das Bewusstsein,

zwei Hauptkundensegmente fokussiert. Einerseits sind es

dass auch Kleinveranstaltungen im Hallenstadion durchge-

Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitenden aus dem

führt werden können, bei potenziellen Kunden häufig nicht

Grossraum Zürich und der Zentralschweiz, welche in der

vorhanden. Diese Bachelorarbeit soll der AG Hallenstadion

Finanz-, Versicherungs- oder Beratungsbranche tätig sind

als umsetzbarer Businessplan für das eigene Conference

und sowohl Fach- als auch Mitarbeiterveranstaltungen

Center dienen. Dafür wurden die Alleinstellungsmerkmale

durchführen. Andererseits werden in Zukunft Fachprü-

dieser Geschäftseinheit eruiert und auf dieser Grundlage

fungskommissionen der höheren Fachschulen und Fach-

eine eigenständige Wettbewerbsstrategie erarbeitet. Diese

hochschulen aus dem Grossraum Zürich angesprochen,

Strategie soll es dem Conference Center Hallenstadion er-

welche die Räumlichkeiten des Conference Center Hallen-

möglichen, sich erfolgreich auf dem Markt für Seminare

stadion für die Korrekturen der Prüfungen nutzen können.

und Tagungen durchzusetzen. Der Praxis-/Anwendungsteil basiert auf einer Meta-SWOTAnalyse. Die internen Stärken und Schwächen des Conference Center Hallenstadion wurden den externen Begebenheiten im Markt für Seminare und Tagungen zugewiesen und daraus abgeleitet, und es wurden passende Strategiealternativen formuliert. Die Daten für die Marktanalyse sind


31

Wasser- und Abwasser-CleantechIndustrie in China. Chancen und Risiken für schweizerische Cleantech-KMU Diplomandin: Maria Elizabeth Colon Medina Dozent: Prof. Dr. Markus Prandini

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Wasser- und

nehmer sehen vor allem in den ländlichen Gegenden und

Abwasser-Cleantech-Industrie in China. Chinas Fokus auf

kleinen Städten ein grosses Marktpotenzial. Die Potenziale

das Wirtschaftswachstum und der damit verbundene

in der Wasserindustrie ziehen auch andere Marktteilneh-

rücksichtslose Umgang mit der Ressource Wasser hat

mer an und machen China zu einem der wettbewerbs­

zu enormen Umweltverschmutzungen geführt. Wasser ist

intensivsten Märkte. Obwohl der hohe Preis von Schweizer

nicht nur ein notwendiges Gut für die Produktion, sondern

Cleantech-Produkten und -Dienstleistungen und der

auch für die Menschen als Trinkquelle. 300 Millionen Chi-

Marktzugang als Nachteile bezeichnet werden, zeigen Er-

nesen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und

fahrungen, dass die Faktoren Qualität und Seriosität an

40 Prozent der Flüsse gelten als verschmutzt. Die Wasser-

Bedeutung zunehmen. Ausserdem schätzen chinesische

problematik und die Dringlichkeit rascher Massnahmen

Kunden die Fähigkeit von Schweizer Cleantech-Teilneh-

sind auch im 12. Fünfjahresplan festgehalten. Investitionen

mern, gute Leistungen zu vollbringen, sowie die Effizienz

zur Erweiterung und Modernisierung der Infrastruktur so-

der fortgeschrittenen Technologie.

wie Technologien zur Verbesserung der Problematik sind Treiber des Wandels. Studien zeigen, dass es in China an

Doch die Marktbearbeitung darf nicht unterschätzt wer-

speziellen Technologien und Know-how mangelt.

den. Bevor der Markt bearbeitet wird, muss eine Markt­ eintrittsstrategie ausgewählt werden. Als Eintrittsstrategie

Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, herauszufinden,

haben zwei der fünf Teilnehmer «Export via Agenten» ange-

welche Potenziale sich aus dieser Lücke für schweizeri-

geben. Jeweils ein weiteres Unternehmen hat sich für den

sche Cleantech-Teilnehmer ergeben. Die Recherchen ha-

«Export aus der Schweiz» bzw. «Repräsentanz» entschie-

ben erwiesen, dass die Potenziale in den wassersparen-

den. Das fünfte Unternehmen hat den Weg nach China mit

den Lösungen, in den Technologien zur Wasser-, Ab­ -

«Export aus der Schweiz» und «Montage oder Fertigungs-

wasser- wie auch Schlammbehandlung und der Meerwas-

stätte vor Ort» beschritten. Marktinteressierte Cleantech-

serentsalzung liegen. Ebenfalls steigt die Nachfrage nach

Teilnehmer sollten beachten, dass lokale Präsenz zwin-

Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen. Dasselbe gilt

gend notwendig ist. Wichtig sei, ein Team aufzubauen, das

für den Bedarf an qualitativ hochstehenden Komponenten

den chinesischen Markt und die Besonderheiten kennt. Es

wie Pumpen und Rohrleitungen. Auch sollen in dieser

wird empfohlen, eine Marktanalyse von einem Beratungs-

Arbeit die Chancen und Risiken im Markt aufgezeigt wer-

unternehmen erstellen zu lassen, um das Umfeld vor dem

den.

Markteintritt zu kennen.

Damit ein detailliertes Bild der Wirklichkeit der Geschäftstätigkeit in China entsteht, sind fünf ausgewählte Cleantech-Teilnehmer befragt worden. Die Auswertungen haben gezeigt, dass der Markt gross und ungesättigt ist. Die Teil-


32

Social Media in der Baumarktbranche der Schweiz

Diplomand: Patrick Dubach Dozent: Prof. Dr. Cary Steinmann

Social Media erobern die Wirtschaftswelt und etablieren

leiten sich die Kundenbedürfnisse her. Die Gegenüberstel-

sich als feste Komponente in den Unternehmensstrate­

lung der aktuellen Unternehmenstätigkeiten mit den eruier-

gien. Die Baumarktbranche in Deutschland hat das Poten-

ten Kundenbedürfnissen führt zur Beantwortung der For-

zial der Dienste bereits entdeckt. Sie stellt der Klientel ver-

schungsfrage.

schiedene Anwendungen zur Verfügung und verzeichnet dabei stetiges Wachstum der Communitys und steigende

Die Resultate der Analyse der Unternehmensaktivitäten im

Interaktion mit den Usern. In der Schweiz bestimmen seit

Social Web zeigen, dass bisweilen die Tätigkeiten als bei­

2006 sechs relevante Unternehmen die Baumarktbranche.

nahe inexistent bezeichnet werden können. Lediglich eine

An ins­gesamt 183 Standorten sind die Wettbewerber mit

Unternehmung verfügt über eine aktive Präsenz auf Face-

ver­gleichbarem Sortiment und Dienstleistungen bemüht,

book. Gegenteilig dazu hat die Untersuchung der Kunden-

die Gunst der Kundschaft zu erlangen. Finden Social-Me-

bedürfnisse durch Befragung aufgezeigt, dass ein Bedürf-

dia-Dienste im Verdrängungswettbewerb der Baumarkt-

nis sowie die Bereitschaft bestehen, Social-Media-Auftritte,

branche der Schweiz Verwendung?

hauptsächlich auf den Kanälen YouTube und Facebook, zu verwenden und aktiv den Dialog mit den Unternehmungen

Verschiedene Studien dokumentieren, dass die Verwen-

zu suchen.

dung von Social-Media-Anwendungen in Schweizer Unternehmen in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Frage

Die Erkenntnisse zeigen auf, dass eine deutliche Dis­

stellt sich, ob diese Entwicklung auch in der Baumarkt-

krepanz zwischen den Unternehmensaktivitäten und den

branche der Schweiz stattfindet. Aufgrund dessen unter-

Kundenbedürfnissen besteht. Der Einsatz von Social

sucht diese Bachelorarbeit, ob die aktuellen Social-Media-

Media stellt nicht nur in Deutschland ein probates

Aktivitäten der Baumarktunternehmen in der Schweiz den

Kommunika­tionsmittel für Baumarktunternehmen dar. Die

vorhan­denen Kundenbedürfnissen entsprechen. Ein Ab-

eruierten Handlungsempfehlungen dienen zur Entwicklung

gleich zwischen dem aktuellen Stand der Social-Media-

einer optimalen Social-Media-Strategie. Dabei liegt die

Landschaft und den Kundenbedürfnissen führt zur Ent-

Konzen­tration in der Anfangsphase auf dem gezielten Aus-

wicklung von Handlungsempfehlungen.

tausch mit den Kunden über die Kanäle Facebook und YouTube. Natürlich lässt sich keine allgemeingültige Aus-

Für die Beantwortung der Forschungsfrage werden die

sage über sämtliche Baumarktkunden treffen, aber diese

sechs relevanten Baumarktunternehmen der Schweiz be-

Bachelor­arbeit zeigt deutliche Tendenzen auf.

züglich ihrer Aktivitäten untersucht, um einen detaillierten Status quo der Situation zu erhalten. Aus einer quantitativen Befragung von 189 Baumarktkunden sowie der Untersuchung des User-Verhaltens über den Zeitraum von zwei Monaten auf der Facebook-Seite von OBI Deutschland


33

Eine Empfehlung zur Umsetzung der Rolling-Forecast-Methode für einen internationalen Maschinen- und An­ lagenbauer mit Hauptsitz in der Schweiz Diplomand: Boris Egger Dozent: Karlheinz Schwer, dipl. Volkswirt (MSc in Economics)

Diese Bachelorarbeit präsentiert ein Gesamtkonzept zur

Für das unternehmensspezifische Rolling-Forecast-Modell

Umsetzung der Rolling-Forecast-Methode für ein inter­

wurde der Zeithorizont auf 18 Monate festgelegt. Die Be-

nationales Schweizer Unternehmen, das in der Maschi-

stätigung der Forecast-Werte hat monatlich über eine Pla-

nen- und Anlagenbauindustrie tätig ist. Ein spätzyklisches

nungssoftware zu erfolgen, wobei die Prozessaktivität, die

Markt­umfeld und eine volatile Nachfrage nach Industrie­

qualitative Erfassung und das Aktualisieren der prognosti-

gütern erschweren die Produktionsplanung. Der Rolling

zierten Aufträge fortlaufend und im Bottom-up-Verfahren

Forecast, ein Modell zur flexiblen Unternehmenssteuerung,

vorzunehmen sind. Dies ermöglicht den am Prozess betei-

bietet einen Lösungsansatz.

ligten Stakeholdern, eine Analyse der Marktnachfrage in Echtzeit vorzunehmen. Aus Interesse an transparenten

Für das Rolling-Forecast-Modell sind die Ausprägungen

Marktinformationen wird ein geringer Verbindlichkeitsgrad

von acht Merkmalseigenschaften zu bestimmen. Eine da-

zwischen den prognostizierten Werten und deren Zielerrei-

von ist der stets gleichbleibende Zeithorizont. Hierzu sind

chung empfohlen.

die wertschöpfenden Prozesse zu lokalisieren und die Durchlaufzeiten zu bestimmen. Diese typische Eigenschaft

Die achte Merkmalseigenschaft, der Detaillierungsgrad,

des Rolling-Forecast-Modells erlaubt, im Rahmen dieser

definiert die zu erfassenden Forecast-Werte. Eine ab-

Arbeit eine jahresübergreifende Prognose der Umsatzent-

schliessende Empfehlung gibt es hierzu nicht, wohl aber

wicklung vorzunehmen. Ein weiteres Merkmal ist der zu

den Hinweis, dass es sich bei dieser Merkmalseigenschaft

bestimmende Verbindlichkeitsgrad der Zielerreichung. Zur

um einen kritischen Erfolgsfaktor handelt, weil die Ausprä-

Beantwortung dieser Frage ist ein Verständnis der unter-

gung über den Aufwand und die Effizienz der Datenerfas-

nehmensinternen variablen Vergütungssysteme erforder-

sung entscheidet. Dies beeinflusst die Akzeptanz der Mit-

lich.

arbeitenden gegenüber dem neuen Gesamtkonzept.

Mithilfe einer in der Praxis entwickelten Methode zum Redesign von Planungs- und Budgetierungssystemen wurde zunächst eine Istanalyse des Forecast-Prozesses durchgeführt und anschliessend ein Konzept für die Neugestaltung zur Rolling-Forecast-Umsetzung erarbeitet. Mit dem Ziel, einen Beitrag für eine stabile Kapazitätsauslastung zu leisten, wurden die involvierten Stakeholder aus den Unternehmensbereichen Verkauf, Finanzen und Produktion nach ihren Informationsbedürfnissen und Prozessbedingungen befragt.


34

Die Modernisierung der General­ versammlung («Multimedia-GV») im neuen Aktienrecht Diplomandin: Sarah Ehrensperger Dozentin: Prof. Dr. Brigitte Tanner, RAin

Mit den heutigen technologischen Kommunikationsmitteln

elle Generalversammlung («Internet-GV») sind aus techni-

sind für die Vorbereitung und Durchführung der General-

scher Sicht zwar realisierbar. Der Einsatz entsprechender

versammlung neue Möglichkeiten eröffnet. Grosse Publi-

Instrumente ist allerdings gerade bei Gesellschaften mit

kumsgesellschaften, aber auch kleinere Gesellschaften mit

grossem Aktionariat mit zum Teil erheblichem Aufwand

weit gestreutem Aktionariat verlangen nach einer Vereinfa-

und mit technischen Risiken verbunden. Das für die elekt-

chung der Beschlussfassung sowie nach Erleichterungen

ronische Generalversammlung erforderliche Einstimmig-

und Kostensenkungen durch elektronische Hilfsmittel.

keitsquorum (Zustimmung sämtlicher Aktionäre) erreichen

Deren Einsatz kann zudem die aktive Beteiligung der

solche Gesellschaften zudem häufig nicht. Dennoch ist

Aktio­ närinnen und Aktionäre an der Willensbildung der

anzunehmen, dass die Verwendung von elektronischen In-

Gesellschaft fördern und damit zur sog. Repräsentanz

strumenten für die multilokale und multinationale General-

der Beschlüsse beitragen (Corporate Governance). Die

versammlung in Zukunft an Bedeutung gewinnt. So kön-

Debatte und Entscheidfindung der Mitglieder auf multime-

nen die Beschlussfassung sowie die Stimmabgabe durch

dialem Weg sowie das Postulat elektronischer Stimm­

technische Hilfsmittel doch effizienter und rascher abge­

abgabe durch die Aktionärinnen und Aktionäre ist denn

wickelt werden.

auch ein Ziel der hängigen Revision des Aktienrechts (Entwurf 2007) sowie speziell betreffend Publikumsgesellschaften (u. a.) der Volksinitiative «gegen die Abzockerei» (Minder-Initiative). Die Funktion der Generalversammlung als willensbildendes Organ und die Mitwirkungsrechte der Aktionärinnen und Aktionäre innerhalb der Aktiengesellschaft sollen dabei unangetastet bleiben. Diese Bachelorarbeit beleuchtet die Bestimmungen des Gesetzesentwurfes zur Modernisierung der Generalversammlung und die Stufen der Virtualität in einem logischen Aufbau. Zum Vergleich werden die Normen des geltenden Rechts herangezogen und kommentiert. Die elektronische Einberufung, die Verwendung elektronischer Mittel ( Videokonferenz), die multilokale Generalversammlung (mehrere Tagungsorte, Durchführung im Ausland), die elektronische Vollmacht zur Stimmrechtsver­ tretung, die Teilnahme via Internet sowie die gänzlich virtu-


35

Analyse des FTTH Business Case einer Zürcher Dorfgemeinde

Diplomand: Marc Eichenberger Dozent: Prof. Dr. Max Zuberbühler

Das Bedürfnis nach einer immer schnelleren Internetleitung

FTTH-Projekts, also die veränderte Strategie, mit der ur-

wächst stetig. Dienste wie Musikstreaming, Internet-TV,

sprünglichen von 2009. Ein grosser Unterschied der bei-

High-Definition-Videotelefonie und Ähnliches bringen die

den Varianten liegt einerseits in der Zusammenarbeit mit

Leistungskapazitäten der Internetprovider an ihre Grenzen.

der Swisscom und anderseits in den unterschiedlichen In-

Die vorhandene Internet-Infrastruktur der führenden Anbie-

frastruktur-Architekturen. Diese unterscheiden sich in der

ter wie Cablecom und Swisscom basiert auf veralteten

Rendite massgeblich. Die erste, die sogenannte PON-

Technologien. Die FTTH-Thematik (Fibre to the Home) da-

Technologie, erweist sich aufgrund tiefer Investitionskosten

gegen setzt auf die modernste Technologie im Bereich In-

kurzfristig als die günstigere Lösung. Längerfristig gesehen

ternet zu Hause und erlaubt mit der nach heutigem techni-

entpuppt sich die zweite, die sogenannte P2P-Architektur,

schem Stand schnellsten Leistung im Internet zu surfen.

trotz hoher Investitionskosten als die kostengünstigere Lösung.

Mithilfe des Verbands «Openaxs – fibre connection for everyone» – werden Städte und Gemeinden dazu animiert,

Anhand des 5-Forces-Modells von Porter wird die aktuelle

unabhängig von den grossen Providern in die Glasfa­

Marktsituation in der Gemeinde ermittelt. Diese Analyse

sertechnologie zu investieren. Folgende Problematik ist

zeigt, dass nicht nur mögliche neue Konkurrenten auftre-

jedoch damit verbunden: Zum einen ist die FTTH-Thematik

ten könnten, sondern auch ein grosses Potenzial für

mit ihren vielfältigen Fragestellungen äusserst komplex,

Ersatzprodukte auf dem Markt besteht. In den zwei Szena-

zum anderen ist die starke Marktpräsenz der Swisscom

rien ist ausserdem ersichtlich, dass ein Alleingang der

hinderlich. Das konnte eindrucksvoll am analysierten Fall

Gemeinde ohne einen starken Partner in der heutigen

festgestellt werden. Die Swisscom ist durch ihre staatliche

Situa­tion mit einem hohen Risiko verbunden ist. Die Emp-

Aufgabe als Telekom-Grundversorgerin schweizweit ver-

fehlung ist demzufolge, eine Partnerschaft mit der Swiss-

breitet. Durch ihr starkes Interesse an der neuen Fibre-

com einzugehen, um gegen weitere Konkurrenz verstärkt

Technologie will auch Swisscom an der Erschliessung der

aufgestellt zu sein. Zusätzlich wird im kleineren Rahmen ein

lukrativen Standorte in der Schweiz beteiligt sein. Das stellt

verschärftes Auftreten im Marketing empfohlen.

die Gemeinden vor eine schwierige Situation. In der folgenden Analyse des Business Case werden das aktuelle Vorgehen, der aktuelle Stand und die Zukunft des FTTH-Projekts einer Zürcher Dorfgemeinde untersucht und bewertet. Die Gegebenheiten und damit auch die getroffenen Entscheidungen, wie sie im Jahr 2009 bei der Erstellung des Business Case vorlagen, haben sich stark verändert. Diese Arbeit vergleicht den aktuellen Stand des


36

Der informelle Sektor Brasiliens

Diplomand: Ramon Epper Dozent: Dr. Björn Plaschnick

Brasilien zählt trotz positiver wirtschaftlicher Entwicklun-

Die Theorie zeigt, dass in Bezug auf den informellen Sektor

gen, des generellen Anstiegs des Bildungsniveaus und der

unterschiedliche Sichtweisen und Definitionen existieren.

Reduktion der Armut seit Beginn der 1990er-Jahre zu den

Diese Bachelorarbeit orientiert sich an der aktuellen Defini-

Ländern, in denen der informelle Sektor stark vertreten ist.

tion der International Labour Organization (ILO) aus dem

1992 betrug der Anteil informeller Tätigkeiten 53,6 Prozent

Jahr 2003. Des Weiteren zeigt die Theorie drei Methoden

aller Tätigkeiten, 2008 lag der Anteil noch immer bei 50,4

zur Ermittlung informeller Tätigkeiten auf – direkt, indirekt

Prozent.

und modellbasiert. Zu den Faktoren, die zur Entstehung und zum Anstieg informeller Tätigkeiten führen können,

Wegen der starken Präsenz informeller Tätigkeiten in Brasi-

zählen die Steuer- und Sozialabgaben, die Transferzahlun-

lien stellen sich im Allgemeinen die Fragen, wie der infor-

gen, die Regulierungsintensität durch den Staat, die Ar-

melle Sektor definiert wird und welche Methoden existie-

beitslosigkeit und die Reduktion der Arbeitszeit. Die Unter-

ren, um dessen Ausmass zu ermitteln. Auf Brasilien

suchung des informellen Sektors von Brasilien zeigt, dass

bezogen stellen sich zusätzlich die Fragen, wie sich der

der Anteil informeller Tätigkeiten seit Beginn der 1990er-

informelle Sektor und dessen Struktur entwickelt haben

Jahre bis zum Jahr 1999 gestiegen ist. Erst ab 1999 und

und welche Faktoren für den hohen Anteil informeller Tätig-

vermehrt nach 2002 nahm der informelle Sektor ab. Zu

keiten verantwortlich sind.

den Gründen, die für den hohen Anteil informeller Tätigkeiten in Brasilien verantwortlich sind, zählen insbesondere

Um diese Fragen zu beantworten, zeigt diese Bachelorar-

die hohen Steuer- und Sozialabgaben sowie die verstärkte

beit im ersten Teil die themenbezogenen theoretischen

Regulierung durch den Staat.

Grundlagen auf. Dabei kommen sowohl die unterschiedlichen Definitionen des Begriffs «informeller Sektor» als

Für weiterführende Studien wird empfohlen, zusätzliche

auch die Methoden zur Ermittlung informeller Tätigkeiten

Ursachenfaktoren für den hohen Anteil informeller Tätigkei-

zur Sprache. Ferner werden die Faktoren behandelt, wel-

ten zu erforschen und unabhängige Schätzungen zum

che zur Existenz und zur Zunahme informeller Tätigkeiten

Ausmass des informellen Sektors in Brasilien anhand der

führen. Der zweite Teil dieser Arbeit beleuchtet den infor-

unterschiedlichen Methoden durchzuführen.

mellen Sektor Brasiliens. Basierend auf existierenden Studien und Erhebungen durch das statistische Amt von Brasilien wird die Entwicklung des informellen Sektors und dessen Struktur zwischen 1992 und 2008 aufgezeigt. Es folgt eine Betrachtung jener Faktoren, die für den hohen Anteil informeller Tätigkeiten in Brasilien verantwortlich sein könnten.


37

Spanien: Massnahmen zur Krisen­ bewältigung und deren Auswirkungen als Folge eines unausgewogenen Wachstums Diplomand: René Fernández Rodríguez Dozent: Dr. Björn Plaschnick

Nur wenige Länder haben sich in den vergangenen Jahr-

kung. Auch als Folge des steigenden Drucks der Europäi-

zehnten so rasant entwickelt wie Spanien. Eine konse-

schen Union wurde eine zweijährige expansive Fiskalpolitik

quente Wachstumspolitik mit einem starken Bekenntnis

von einer durch das Sparen bestimmten Politik als Strate-

zum europäischen Integrationsprozess konnte den Wohl-

gie zur Krisenbewältigung abgelöst. Die anschliessend ge-

stand der spanischen Bevölkerung signifikant steigern.

wählte konservative Regierung unter Ministerpräsident

Gleichzeitig trugen diese Entwicklungen zur politischen

Rajoy hat diesen Ansatz nicht nur weiterverfolgt, sondern

Stabilität der noch jungen Demokratie bei und konsolidier-

nochmals intensiviert.

ten die spanische Volkswirtschaft an fünfter Stelle in der Europäischen Union.

Die Analyse der wichtigsten makroökonomischen Variablen zeigt, dass weder die expansiven noch die restriktiven

Nichtsdestotrotz ist Spanien eines der Länder, das am

Massnahmen beider Administrationen zur nachhaltigen

stärksten von den Auswirkungen der Krise betroffen ist.

Stabilität des Landes beigetragen haben. Es bestehen

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich deshalb nicht nur mit

aller­dings Anzeichen dafür, dass die Effekte der ex­pansiven

den positiven Aspekten, sondern auch mit den Kehrseiten

Fiskalpolitik zeitlich verzögert eingetreten sind, worauf

der spanischen Wachstumsambitionen vergangener Jah-

unter anderem die angestiegenen Konsum- und Staats-

re. Ebenfalls werden die von der Politik umgesetzten Mass-

ausgaben zu Zeiten politischer Austerität hinweisen.

nahmen zur Krisenbewältigung festgehalten und hinsicht-

Andere zentrale Kennzahlen wie die Arbeitslosenquote, die

lich deren Auswirkungen auf die Wirtschaft überprüft.

Staatsverschuldung oder die Investitionen haben sich seit dem Ausbruch der Krise kontinuierlich verschlechtert.

Aus der Analyse neuster Studien sowie aus der Fachlitera-

Ebenfalls blieben die strukturellen Probleme Spaniens

tur geht hervor, dass mit der Einführung des Euro ein Fall

nicht nur ungelöst, sondern haben sich im Verlaufe der

der Zinsen einherging, welcher die Bildung einer Immobi­

Krise weiter verschlimmert. Eine positive Ausnahme stellen

lienblase zusätzlich begünstigte. Die Schwere der Krise in

die ab 2009 angestiegenen Konsumausgaben dar. Diese

Spanien lässt sich durch die direkte Vernetzung der Immo-

Bachelorarbeit untersucht diverse Ansätze, welche diese

bilienbranche mit dem Finanzsektor erklären. Dies hatte zu

Ausgabensteigerung während Zeiten politischer Austerität

einem Systemrisiko für die gesamte Wirtschaft geführt.

und Höchstständen bei der Anzahl Arbeitsloser erklären

Im Weiteren sind strukturelle Defizite der spanischen

könnten. Eine abschliessende Aussage lässt sich aller-

Wirtschaft festgestellt worden wie die mangelnde Wett­

dings nicht treffen.

bewerbsfähigkeit und Produktivität sowie der rigide Arbeitsmarkt. Die zu Beginn der Krise umgesetzten Stimuli der Regierung von Rodríguez Zapatero zeigten kurzfristig keine Wir-


38

Einführung von agilen Vorgehens­ modellen in Webagenturen. Heraus­ forderungen und Lösungsansätze Diplomand: Patrick Fischbacher Dozent: Patrick Lehner, dipl. Ing. ETH, Exec. MBA HSG

Agile Vorgehensmodelle erfreuen sich in der Softwareent-

den Iterationen gemacht. Der Kunde wird je nach Beteili-

wicklung grosser Beliebtheit. In der Theorie werden diese

gungsabsicht entweder direkt als Product Owner einge-

Modelle zwar ausführlich beschrieben, jedoch finden sich

bunden oder im weniger idealen Fall durch einen Product

kaum Informationen über die Anwendung in Webagentu-

Owner der Agentur vertreten. Die grössten Vorteile agiler

ren. Für eine Einführung wären Angaben nützlich, welche

Modelle sind eine erhöhte Transparenz, mehr Flexibilität,

die Besonderheiten von Webagenturen berücksichtigen.

eine bessere Produktivität und Produkt­qualität sowie eine

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich deshalb mit der

gesteigerte Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Die He-

Frage, in welcher Form agile Vorgehensmodelle ange-

rausforderungen sind hauptsächlich in der mangelnden

wandt werden können und was bei einer Einführung zu

Unterstützung des Managements und der fehlenden Invol-

beachten ist.

vierung von Mitarbeitern und Kunden begründet. Für eine erfolgreiche Einführung ist deshalb eine Sensibilisierung für

Zur Beantwortung dieser Fragestellung werden die ver-

das agile Konzept wichtig. Wei­tere Voraussetzungen sind

schiedenen agilen Vorgehensmodelle und deren Funkti-

ein erfahrener Scrum Master und Projekte, die sich in Itera-

onsweise mittels Literaturrecherche erläutert. Zusätzlich

tionen aufbauen lassen. Als Folge der Einführung wird der

wurden sechs Interviews mit Personen aus dem Web­

Projektleiter intern die Rolle des Product Owners oder des

agenturumfeld geführt. Diese Aussagen und weitere

Scrum Masters übernehmen müssen. Zusätzlich ist am

Quellen dienen dazu, die Besonderheiten von Webagentu-

Anfang mit Produktivitätseinbussen zu rechnen. Die Ein-

ren zu identifizieren und die Anwendung agiler Vorgehens-

führung im Unternehmen erfolgt idealerweise agil.

modelle sowie die daraus entstehenden Vorteile und Herausforderungen zu untersuchen. Darauf basierend wird

Agile Vorgehensmodelle können in Webagenturen erfolg-

die Einführung auf Voraussetzungen und Auswirkungen

reich eingesetzt werden und einen Mehrwert generieren.

geprüft und ein Massnahmenkatalog erarbeitet.

Es gibt jedoch weder für die Anwendung noch für die Einführung ein allgemeingültiges Erfolgsrezept. Zur weiteren

Die am häufigsten verwendeten agilen Vorgehensmodelle

Untersuchung dieses Themas wird empfohlen, mittels em-

sind Scrum, Extreme Programming und Kanban. Zusätz-

pirischer Studie den Einführungsprozess praktisch zu be-

lich sind mit der Zeit Modelle entstanden, welche verschie-

gleiten.

dene erfolgreiche Methoden miteinander kombinieren. In den Webagenturen aller Befragten wird erfolgreich Scrum eingesetzt und teils mit anderen Methoden kombiniert. In den Projekten ist es zur Erarbeitung von Grobkonzept und Designmaster möglich, eine Vorbereitungsphase einzuplanen. Detaillierte Konzeptionen und Screendesigns werden zusammen mit der Entwicklung und dem Testing jeweils in


39

Abonnementgestaltung bei einem Kulturbetrieb. Eine Erhebung von Besucherpräferenzen mittels Conjoint-Analyse Diplomandin: Karin Fruja Dozent: Rolf Rellstab, MA HSG

Diese Bachelorarbeit analysiert das Abonnementangebot

Besucher. Ob der Sitzplatz fix oder frei wählbar ist, beein-

eines Kulturbetriebes. Dazu wurde eine Choice-based-

flusst die Entscheidung der Abonnementbesitzer in einem

Conjoint-Analyse (CBC-Analyse) durchgeführt. Dieses Ver-

grösseren Mass als die Entscheidung der potenziellen

fahren ermittelt die Wichtigkeit der Produktattribute im Hin-

Abonnementkäufer.

blick auf die Wahlentscheidung der Besucher auf Basis von Teilnutzenwerten der Attributausprägungen. Die CBC-

Für die Marktsimulation wurde ein Basisabonnement

Ergebnisse ermöglichen, durch eine Marktsimulation die

ausgewählt. Ausgehend von diesem Basisabonnement

Präferenzen der zwei wichtigsten Kundengruppen des Kul-

wurden die Ausprägungen nacheinander geändert und

turbetriebes für hypothetische Produkte zu berechnen. Für

der Präferenzwert neu ermittelt. Den höchsten Präferenz-

die vorliegende Untersuchung wurde eine internetbasierte

wert hat bei beiden Zielgruppen das Basisabonnement

CBC-Umfrage mit einer Stichprobe von 250 Befragten

mit 5 oder 6 Aufführungen pro Abonnement erreicht. Als

durchgeführt. Die Umfrage besteht aus 16 Fragen mit

wesentliche Verbesserungen in der Abonnementgestal-

je drei Produktkonzepten/Optionen und einer «Keine»-

tung erweisen sich die Länge der Aufführungen und Abon-

Option, aus denen die Befragten eine der vier Optionen

nemente mit 5 bis 7 Aufführungen. Bei den häufigen Besu-

auswählen können. Die Befragten stammen aus den zwei

chern erreicht das jetzige Abonnement einen erheblich

wichtigsten Kundengruppen, namentlich den aktuellen

tieferen Präferenzwert als bei der Gruppe Abonnement-

Abonnementkunden und häufigen Besuchern als poten-

kunden. Die Befunde der Untersuchung zeigen generell

ziellen Abonnementkäufern.

einen grösseren Gestaltungsspielraum der Abonnemente beim Segment häufige Besucher.

Die Datenauswertung zeigt eine besonders hohe Wichtigkeit der Art der dargebotenen Werke sowohl bei der Zielgruppe Abonnementkunden als auch bei der Zielgruppe häufige Besucher, während die Berühmtheit der Künstler bei beiden Zielgruppen von geringer Bedeutung für die Kundenentscheidung ist. Weiterhin zeigt die Analyse, dass die Namen der Künstler nicht ausschlaggebend für die Kundenentscheidung sind. Dies widerspricht den Erwartungen der Branchenexperten. Ob das Abonnement aus festen oder frei wählbaren Tagen besteht, spielt bei den häufigen Besuchern eine grössere Rolle als bei den Abonnementkunden. Auf der anderen Seite sind die Wochentage, an welchen die Aufführungen stattfinden, signifikant wichtiger für die Abonnementkäufer als für die häufigen


40

Zukunft des Fernsehens. Eine Betrachtung aus Sicht der privaten Sender in der Schweiz Diplomandin: Tamara Ganz Dozent: Dr. Stefan Koruna

Der Schweizer Fernsehmarkt befindet sich in einem struk-

müssen sich in den Programminhalten der privaten Sender

turellen Umbruch. Durch das Internet und die technolo­

widerspiegeln, um sich von der Konkurrenz differenzieren

gische Entwicklung sind neue Distributionskanäle wie

zu können. Es hat sich gezeigt, dass die Generation Y wei-

Mobile-TV und Internet-TV entstanden, welche in der zu-

terhin Fernsehen konsumieren wird, jedoch nicht mehr im

nehmend dynamischen Medienumwelt die Vorlieben der

klassischen Sinn zu Hause vor dem Fernsehgerät, sondern

jungen Mediennutzer veränderten und dadurch die klassi-

über neue Plattformen, welche durch das Medium Internet

schen Geschäftsmodelle gefährden. Die Generation Y will

entstanden sind. Die privaten TV-Unternehmen müssen ihr

selbst bestimmen, was sie wann sehen möchte, und lässt

Geschäftsmodell auf die neuen Bedürfnisse der Konsu-

sich nicht mehr an das Medium Fernsehen binden.

menten ausrichten und die Chance, welche das Internet bietet, nutzen, um neue Plattformen aufzubauen, auf wel-

Diese Bachelorarbeit sucht Antworten auf die Fragen, wie

chen Werbung platziert und die Zuschauer mit den Pro-

sich das private Fernsehen in der Schweiz in Zukunft wei-

gramminhalten erreicht werden können. Zudem haben sie

terentwickeln kann und welche Rolle es einnehmen wird.

die Aufgabe, den gesamten Medieninformationen, wel-

Zudem untersucht sie die Stärken der privaten Sender, in

chen die Konsumenten täglich ausgesetzt sind, wieder

welchem Umfang die Generation Y zur werberelevanten

mehr Gewichtung, Einordnung und Relevanz zu vermitteln.

Zielgruppe gehört, wie das Internet das Medienverhalten dieser Generation beeinflusst und welche Konsequenzen

Trotz der strukturellen Veränderungen im Markt und der

sich daraus für das private Fernsehen ergeben.

zunehmenden Konkurrenz ist Fernsehen immer noch das Medium, das die Menschen am intensivsten bewegt. Wo

Der erste Teil der Arbeit analysiert anhand von Literatur-

immer Medienkonsum eine gemeinschaftliche Dimension

und Internetrecherche die Vergangenheit des Fernsehens

hat, wird das Fernsehen seine Stärken ausspielen können.

sowie den Schweizer Fernsehmarkt mit seinen Teilnehmern. Eine Darstellung des Geschäftsmodells der privat finanzierten Fernsehsender dient der Beurteilung der Stärken und Schwächen des Modells. Der zweite Teil analysiert und beurteilt anhand von vier Experteninterviews die Medien­nutzung der Generation Y und die Beeinflussung dieser Generation durch das Internet, um daraus die Konsequenzen für das private Fernsehen abzuleiten. Die Stärken der privaten Fernsehsender liegen in der grösseren redaktionellen Freiheit, in der regionalen Verankerung und in den schlanken Geschäftsstrukturen. Diese Stärken


41

Marken- und kommunikationspolitische Überlegungen am Beispiel einer psychiatrischen Klinik Diplomand: Severin Geisseler Dozent: Rolf Rellstab, MA HSG

Die Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) stellen

kerung. Sie liefert in erster Linie Erkenntnisse über die Be-

die psychiatrische Grundversorgung der erwachsenen Be-

kanntheit und das Image der verschiedenen psychia­

völkerung des Kantons Graubünden sicher. Im Jahr 2011

trischen Kliniken in Graubünden.

gründeten die PDGR die Privatklinik Mentalva. Damit schlossen die PDGR eine Angebotslücke, da halbprivat

Die Mentalva möchte primär halbprivat und privat versi-

und privat versicherte Patienten im Bereich der Hotellerie

cherte Patienten sowie Selbstzahler ansprechen. Dazu

bis anhin nicht leistungsgerecht versorgt werden konnten.

posi­tioniert sie sich als innovativ, als einzigartig und als

Die Mentalva wird von den PDGR im Sinne einer Privat­

Marktführer in der Komplementärmedizin. Diese Positio-

station geführt. Das Unternehmensziel der Mentalva ist es,

nierung ist sinnvoll und bedarf keiner Handlungsempfeh-

wirtschaftlichen Gewinn zu erzielen, um so andere Ange-

lungen. Allerdings sollte die Mentalva den Kommunika­

bote der PDGR teilweise quersubventionieren zu können.

tionsverantwortlichen schon früher in strategische Belange

Um eine hohe Bettenauslastung zu erreichen, ist eine star-

integrieren und ihn in die Geschäftsleitung berufen. Weiter

ke Differenzierung von den Mitbewerbern durch Kommuni-

muss die Mentalva ihre Kommunikationsziele spezifischer

kation unerlässlich. Die Mentalva verfügt jedoch über ein

definieren, da die gewählten Ziele den «SMART-Anspruch»

bescheidenes Marketingbudget, wodurch im Bereich der

nur ungenügend erfüllen. Zu den wichtigsten Zielgruppen

Kommunikation noch Optimierungen vorgenommen wer-

zählen die zuweisenden Ärzte, die Patienten, die Bündner

den müssen, um so möglichst effektiv und zielgruppen­

Politiker sowie die Bündner Bevölkerung. Für die Mentalva

orientiert nach aussen kommunizieren zu können.

kann es durchaus sinnvoll sein, den externen Kommuni­ kationsauftritt durch das Logo der PDGR zu ergänzen.

Aus diesem Grund untersucht diese Bachelorarbeit die

Die wichtigsten Kerninstrumente für die Kommunikation

marken- und kommunikationspolitischen Aspekte der Kli-

der Mentalva bilden das Online-Marketing, Face-to-Face-

nik Mentalva mit Konzentration auf die strategische Ebene

Interaktion mit den zuweisenden Ärzten, Jahresberichte

der Markenidentität, der Positionierung und der Kommuni-

und Fachvorträge.

kation. Die Analysen münden in Handlungsempfeh­lungen für ein strategisches Kommunikationskonzept und zeigen Optimierungspotenzial in Positionierung und Kommuni­ kation. Ergänzend zur Literaturrecherche wurden vier Interviews geführt und eine Online-Umfrage konzipiert. Dabei wurden je zwei Mentalva-Verantwortliche und zwei Marken- und Kommunikationsexperten interviewt. Die Online-Umfrage beantworteten 195 Personen aus der Bündner Bevöl­


42

Wollen Sie Windräder? Methodik zur Meinungserfassung potenzieller Touristen Diplomand: Florian Genther Dozent: Prof. Harry Spiess

Die soziale Akzeptanz von erneuerbaren Energien, insbe-

Die Bachelorarbeit zeigt, dass die Fallbeispiele der Wind-

sondere von Windenergie, ist ein international hoch­

kraftanlagen auf dem Gütsch und auf dem Salzstiegl ihre

relevantes Thema. Es werden in der heutigen Zeit auch

hohe lokale Akzeptanz zu einem grossen Teil der Standort-

über Landesgrenzen hinweg Anstrengungen unternom-

wahl zu verdanken haben. Des Weiteren hat jeweils auch

men, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und um

die Identität des Projektentwicklers einen Einfluss auf den

Antworten zu finden auf die Verknappung der Rohstoffe.

Akzeptanzlevel gehabt. Beim Fallbeispiel Blackcraig Wind

Eine Folge dieser Anstrengungen ist die Veränderung

Farm ist der Grund für die lokale Akzeptanz in den stand-

der Energiepolitik vieler Länder hin zu einer vermehrten

ortgebundenen Identitätsprozessen zu finden.

Nutzung von erneuerbaren Energien. Im Lichte dieser Entwicklung kommt der sozialen Akzeptanz der erneuer-

Es ergeben sich aus den Resultaten dieser Arbeit mehrere

baren Energien, auch der Windenergie, eine grosse Be-

Handlungsempfehlungen bezüglich des Aufbaus eines

deutung zu. Tourismusorte sind bezüglich der Akzeptanz

Planungsprozesses für ein Windenergieprojekt. Diese be-

von Energieproduktionsanlagen besonders sensibel. Auf

inhalten eine sorgfältige Standortwahl, das Erreichen einer

der einen Seite können Anlagen zur Produktion von erneu-

hohen Prozessgerechtigkeit, eine mögliche Zusammenar-

erbaren Energien einen Imagegewinn für die Region be-

beit mit einem lokalen Unternehmen und die finanzielle Be-

deuten, auf der anderen Seite haben viele Bewohner von

teiligung der Bürger am Windenergieprojekt.

Tourismus­ regionen Ängste bezüglich der Umweltbelastung sowie der Kosten, die solche Projekte verursachen könnten. Diese Bachelorarbeit gibt Antworten darauf, welche Faktoren die Akzeptanz der Energieprojekte durch die Tourismus­ orte beeinflussen. Anhand dessen wird untersucht, wie durch den Planungsprozess eines Wind­ener­gie­pro­jektes Akzeptanz aufgebaut werden kann. In dieser Arbeit wurden daher mithilfe von im amerikanischeuropäischen Kulturraum gesammelten Best- und WorstCase-Beispielen von Windenergieprojekten in Tourismusregionen die unterschiedlichen Arten des Umgangs mit dem sensiblen Thema der Akzeptanz durch die Tourismus­ orte beschrieben und evaluiert.


43

PET-Recycling in der Schweiz. Ein­stellung und Verhalten der Konsumenten Diplomandin: Amanda Gill Dozentin: Prof. Mireille Troesch-Jacot

Aufgrund steigender Rohstoffpreise und des wachsenden

Im Unterwegskonsum werden weniger PET-Flaschen recy-

Bedürfnisses nach Verpflegung unterwegs gewinnt das

celt als zu Hause. Dabei ist es vor allem die junge Bevölke-

Recycling von PET zunehmend an Bedeutung. Viele PET-

rungsgruppe zwischen 14 und 29 Jahren, welche diese

Flaschen gelangen nach erfolgtem Konsum ausser Haus

nicht im Sinne der Wiederverwertung entsorgt. Zudem

entweder in den herkömmlichen Abfall oder werden liegen

stellte sich heraus, dass in der Deutschschweiz sowohl un-

gelassen. Für die Beseitigung solcher Abfälle mussten die

terwegs als auch zu Hause mehr PET recycelt wird als in

Gemeinden, Städte und der öffentliche Verkehr im Jahr

der Westschweiz.

2010 Kosten von 192 Millionen Franken aufwenden. Gemäss der Schweizer Verordnung über Getränkeverpa-

PET-Recycling Schweiz sollte die in der Befragungsaus-

ckungen müssen mindestens 75 Prozent der abgesetzten

wertung gewonnenen Erkenntnisse für die Erarbeitung zu-

Einwegverpackungen wiederverwertet werden. Der Verein

künftiger Marketingaktivitäten berücksichtigten. So müsste

PET-Recycling Schweiz beschäftigt sich in diesem Zusam-

vermehrte Informationsarbeit in den Regionen Tessin und

menhang mit der Sammlung von PET. Sein Ziel ist es, die

Westschweiz und bei der jungen Generation geleistet wer-

Rücklaufquote von PET zu steigern.

den. Eine Segmentierung der Schweizer Bevölkerung in Hinblick auf Recycling ist unerlässlich, wenn abgestimmte

Diese Bachelorarbeit befasst sich mit dem PET-Recycling

Massnahmen getroffen werden sollen. Dazu könnte eine

in der Schweiz sowie mit der Einstellung und dem Ver­

weitere Befragung in Betracht gezogen werden. Zudem ist

halten der Konsumenten bezüglich PET-Recycling. Dazu

der weitere Ausbau von Entsorgungsmöglichkeiten im öf-

wurde eine bereits für PET-Recycling Schweiz durchge-

fentlichen Verkehr zu verfolgen, um das Sammelstellen-

führte quantitative Befragung untersucht. Die Analyse der

netzwerk stärker auf den Unterwegskonsum auszurichten.

Daten – auf Basis der Wohnregion, des Alters und des

Es ist davon auszugehen, dass damit die Rücklaufquote

Geschlechts der Befragten – gibt Aufschluss über die Ein-

von PET in Zukunft gesteigert werden kann.

stellung der Schweizer Konsumenten zu Umweltthemen und das PET-Entsorgungsverhalten. Die Befragungsauswertung liess erkennen, dass in der Deutschschweiz ein stärkeres Umweltbewusstsein vorhanden ist als in der Westschweiz und im Tessin. Während die Westschweizer und Tessiner deutlich der Meinung sind, dass der Staat primär für die Lösung von Umweltproblemen verantwortlich sei, ist diese Ansicht bei den Deutschschweizern weniger stark ausgeprägt. Die Region Tessin weist die grösste Wissenslücke bezüglich PET auf.


44

The SME Internationalization Index. Measuring the Involvement of Small and Medium-Sized Enterprises in Inter­ national Markets Graduate: Ellen Girod Supervisor: Prof. Markus Prandini, PhD

The ability to measure internationalization is the foundation

product readiness, resources readiness, market attractive-

for effective international management. Without a stringent

ness, market readiness, environmental analysis, and inter-

strategy and consistent measuring of its international

nationalization strategy.

activities, an organization is not capable of evaluating its internationalization process and performance. Hence, the

The index is computed as a weighted sum of the three

organization will not be able to address its weaknesses,

dimensions and the eight indicators. The indicators are

nor to realize business opportunities or anticipate potential

further disaggregated into sub-indicators described by

threats. Since the 1980s, the internationalization of small

several variables, which can be assessed by means of a

and medium-sized enterprises has strongly increased.

questionnaire, either by the firm itself or by an external

Even though some approaches for measuring a firm’s

expert.

involvement in international markets exist, no universally effective method has so far been developed that would

Recommendations include an assessment of the indica-

apply to SMEs.

tors and their weighting by experts, as well as a pre-test with SMEs in order to improve the validity, reliability, and

This Bachelor’s thesis attempts to capture the full scope of

accuracy of the SMEII. Future research might include a

internationalizing an SME in a single measurement: the

country-based internationalization study, an industry-

SME Internationalization Index (SMEII). It addresses the

based internationalization report, or a ranking of the inter-

following questions: how to determine a suitable method

nationalization of SMEs. In order to allow for online self-

for measuring internationalization; how to find and define

assessment, the SMEII can be used as a web application.

the relevant internationalization metrics and go beyond

Finally, it might also be deployed as a systematic tool for

traditional measures such as the number of sales or em-

strategic consulting to support SMEs in their internationali-

ployees abroad; and, finally, how to compose an aggre-

zation projects.

gated indexation to assess a firm’s internationalization and compare it to its competitors or the industry benchmark. The SMEII is based on “Going Global”, ZHAW’s inter­ nationalization model and on a comprehensive literature review. The index looks at the impacts of the internationalization process from three dimensions: internally, externally, and strategically. It integrates a significant amount of information grouped into eight indicators, which are chosen through an extensive analysis of existing measurement approaches: company motivation, company readiness,


45

Arbeits- und Unternehmenskulturen der Zukunft. Erwartungen und An­ forderungen der Generation Y an einen künftigen Arbeitgeber Diplomandin: Florence Gubler Dozentin: Petronella Vervoort Isler, lic. oec. HSG / dipl. Hdl. HSG

Die Generation Y wird als revolutionäre Generation be-

zent einen Arbeitgeber in einer verhältnismässig schlechter

zeichnet, die nach neuen, anderen Werten strebt als ihre

bezahlten Branche wählen, wenn dafür persönliche Stär-

Vorgängergenerationen. Als Folge dessen sehen sich Un-

ken gefördert werden.

ternehmen heute mit ihren bestehenden Organisationskulturen gezwungen, Veränderungen in diversen Geschäfts-

Eine weitere Erkenntnis ist, dass der Anspruch an eine

bereichen zu veranlassen, um den neuen Erwartungen der

ausgewogene Work-Life-Balance zugunsten der zuneh-

Generation Y gerecht zu werden. Diese Bachelorarbeit

menden Verschmelzung von Leben und Arbeiten an Be-

evaluiert, inwiefern definierte Merkmale zu Personen, wel-

deutung verliert. 61,4 Prozent befürworten die reine Life-

che zwischen 1980 und 1995 geboren sind, auf Studieren-

Balance, die Grenzen aufhebt und sinnvolle Tätigkeiten in

de der ZHAW School of Management and Law zutreffen.

den Vordergrund stellt. Genauso verändern sich die An-

Diese Merkmale resultieren aus der wissenschaftlichen

sichten bezüglich der Stellung der Frau in der Arbeitswelt.

Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstands und schlies-

79,5 Prozent vermerken dazu, dass es für sie keinen Un-

sen Aussagen und Charakteristiken der Generationenver-

terschied macht, welches Geschlecht ihre direkte Füh-

treter selbst sowie deren Erwartungshaltungen an einen

rungsperson hat.

Arbeitgeber mit ein. Mittels quantitativer Befragung in Form eines Online-Fragebogens werden die Studierenden der

Unternehmen befinden sich aufgrund dieser Anspruchs-

ZHAW SML auf ihre Erwartungshaltungen an einen Arbeit-

und Bedürfnisveränderungen in einem strukturellen Wan-

geber hin befragt.

del, da die Generation Y in die Arbeitsmärkte integriert werden muss. Bestehende Organisationsstrukturen und

Die Stichprobe (23,8 Prozent der Grundgesamtheit) kann

interne Kulturen fordern Neukonzeptionen: Hierarchien

nicht als verkleinertes Abbild der gesamten, in der Wissen-

müssen überdacht und vereinfacht, Arbeitszeitmodelle neu

schaft beschriebenen Generation Y angesehen werden.

definiert sowie neue Anreizsysteme für die Verhinderung

Dennoch stimmen die bereits erforschten Merkmale der

hoher Fluktuationsraten geschaffen werden, um der Gene-

Generation Y mit den erhobenen Daten aus der für diese

ration Y sowie nachfolgenden Generationen einen attrakti-

Arbeit durchgeführten Umfrage weitgehend überein.

ven Arbeitsplatz zu bieten.

66,1 Prozent der befragten Probanden erachten die persönliche Freiheit und Selbstbestimmung am Arbeitsplatz als essenziell für die berufliche Zukunft. Spass bei der Arbeit und Ansehen von Kollegen und Vorgesetzten werden als persönliche Erfolgsgaranten, letzteres mit 78,8 Prozent sogar als wichtigster Faktor für die individuelle Motivation und Zufriedenheit angesehen. Folglich würden 86,6 Pro-


46

Sustainable Coffee: mehr als eine Alternative für den Schweizer Rohkaffee­handel? Analyse am Beispiel der äthiopischen Kaffeeproduktion Diplomand: Ibrahim Idris Dozentin: Dr. Petra Barthelmess Röthlisberger

Die Lebensgrundlage von über 25 Millionen Kaffeebauern

enzahlungen und Schulungen in Anbaumethoden durch

hängt von volatilen Rohstoffmärkten ab und wird in Zeiten

die Label-Organisationen sind ein wichtiger Bestandteil

tiefer Weltmarktpreise stark bedroht. Der Druck auf die

des Nachhaltigkeitsprozesses. Existenzsichernde Preise

Kaffeeindustrie ist gross, denn bereits heute fehlt es an

und eine Erhöhung der Produktivität gehen dadurch in

einer Generation von Farmern, die aufgrund von geringen

Zukunft vermehrt Hand in Hand mit stabilen Handelsbe­

Gewinnaussichten den Kaffeesektor verlassen hat. Zudem

ziehungen. Somit kann nachhaltiger Handel als Win-win-

steigen das Interesse und die Nachfrage der Konsumenten

Situation für die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet

nach Sustainable Coffee, also nach Kaffee, der die ökolo-

werden.

gischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen, unter denen er produziert und gehandelt wird, in den Vorder-

In Bezug auf eine verbesserte Lebensgrundlage stellt die

grund stellt. Die importierenden Länder befriedigen diese

Bachelorarbeit fest, dass alle untersuchten Nachhaltig-

Nachfrage durch zertifizierten Kaffee, welcher die Einhal-

keitskonzepte einen wichtigen Beitrag leisten. Auf lange

tung ökologischer, ökonomischer sowie sozialer Standards

Sicht bringt eine Produktivitätssteigerung offensichtlich

durch Labels garantiert. Verschiedene Label-Organisatio-

einen grösseren Mehrwert für die Kaffeebauern, als dies

nen interpretieren jedoch nachhaltigen Kaffeeanbau und

monetäre Anreize tun. Das System von starren Mindest-

-handel auf unterschiedliche Art und Weise, wodurch sich

preisen scheint im heutigen Marktumfeld überholt. Zusam-

ihre Standards deutlich voneinander unterscheiden.

mengefasst zeigt sich, dass der Markt für Sustainable Coffee mehr als bloss eine Nische oder einen kurzlebigen

Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss ausge­such­ ter Nachhaltigkeitskonzepte auf die Verbesserung der Pro­duktionsbedingungen am Beispiel äthiopischer Kaffeeproduzenten und beantwortet die Frage, ob zertifizierter Handel mehr als nur eine Alternative für den Schweizer Rohkaffeehandel sein kann. In einem ersten Schritt werden die theoretischen Grundlagen zum (zertifizierten) Kaffeehandel erläutert. Den Praxisbezug stellen neun qualitative Experteninterviews mit namhaften Vertretern aus der Kaffeeindustrie aus Äthiopien und der Schweiz her. Die Bachelorarbeit verdeutlicht die Wichtigkeit von Nachhaltigkeitsengagements in der Kaffeeindustrie. Die Prämi-

Trend darstellt.


47

Nachhaltiges Standortmanagement in ländlich geprägten Regionen. Dargestellt am Beispiel Thurgau Diplomand: Thomas Jägli Dozent: Prof. Dr. Erich Renner

Die Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes hängt von vie-

ausgestattete öffentliche Einrichtungen (Kultur, Bildung,

len Faktoren ab. Die Ausgangslage ist je nach Region un-

Gesundheit, Soziales) sind Belege für die überdurch-

terschiedlich und muss individuell gemanagt werden. Der

schnittliche Lebensqualität. Chancen bestehen insbeson-

Thurgau steht mit seiner ländlichen Struktur und dem feh-

dere in der Nutzung von Clustern. Naturalkapital, Realkapi-

lenden wirtschaftlichen Zentrum vor besonderen Heraus-

tal, Humankapital und Sozialkapital sind ausreichend

forderungen. Es gilt, die Bedürfnisse der Zieldimensionen

vorhanden, hingegen müssen Akteure und Stakeholder

Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft mittels eines nachhal-

vermehrt in die Entscheidungsfindungsprozesse einbezo-

tigen Standortmanagements zu befriedigen.

gen werden. Umweltschutz, gesellschaftliche Identität und wirtschaftliche Vernetzung sind Elemente der Visionen.

Diese Bachelorarbeit zeigt Möglichkeiten auf, mit denen

Letztendlich garantiert ein stetiges Monitoring mit perio­

sich der Thurgau im internationalen Kontext nachhaltig

discher Berichterstattung die erfolgreiche Strategieumset-

positionieren kann. Untersuchungsgegenstand sind be­

zung.

stehende Standortvorteile, bezogen auf die Ressourcen­ bewirtschaftung. Weitere Themenschwerpunkte sind die

Diese Bachelorarbeit bestätigt die guten Rahmenbedin-

Strategiefindung und die Implementation von Umset-

gungen für den Standort Thurgau. Mit naturbelassenen

zungsprozessen unter Einbezug aller Akteure und Stake-

Naherholungsräumen und tragenden gesellschaftlichen

holder.

Strukturen wird eine hohe Lebensqualität geboten. Die Wirtschaft kann auf einen starken Industrie- und Land­

Im Anschluss an die Literaturrecherche überprüfen Exper-

wirtschafts­ sektor zählen, wobei die Spezialisierung auf

teninterviews die Umsetzbarkeit. Dies erlaubt die Erarbei-

Nischen­ produkte und eine aktive Vernetzung über die

tung von Strategien und die Definition eines Evaluations-

Kantonsgrenzen hinaus zu empfehlen sind.

prozesses für die «Betriebsphase». Topografische Vorzüge, die Nähe zur Metropolregion Zürich und Grenzbeziehungen zu Deutschland und Österreich sind ideale Voraussetzungen für eine prosperierende Thurgauer Wirtschaft. Innovationsfähigkeit und Flexibilität sind Attribute der KMU-Landschaft. Besonderes Knowhow findet sich in der Obstwirtschaft sowie in der Metallund Maschinenindustrie. Die Bildungsstruktur mit mehreren Hochschulen in direkter Nachbarschaft bietet eine hervorragende Plattform für Forschung und Lehre. Eine hohe Arbeitsmoral, tiefe Lebenshaltungskosten und gut


48

Wertschöpfungsmanagement der Schweizer Luxusuhren-Industrie

Diplomandin: Victoria Keel Dozent: Prof. Dr. Gunther Kucza

Das dynamische Umfeld, in dem sich die Unternehmen

Dabei weist die Luxusuhren-Industrie einen um rund

zu behaupten haben, wird zunehmend durch die Folgen

10 Prozentpunkte höheren Value Spread als die Chemie-,

der Globalisierung geprägt. Erfolgreiche Unternehmens­

Maschinen- und Elektroindustrie auf.

entwicklung, die sich in einem wirtschaftlichen Erfolg widerspiegelt, gestaltet sich dadurch zunehmend schwierig.

Bedingt durch die eingeschränkte Datenverfügbarkeit zeigen die Teststatistiken, dass die Ergebnisse der Stichpro-

Das Ziel der vorliegenden Arbeit liegt in der Bestimmung

ben nicht auf die Grundgesamtheit übertragen werden

des Professionalisierungsgrades der Unternehmensent-

können. Dennoch ist die Annahme plausibel, dass auch in

wicklung der Schweizer Luxusuhren-Industrie. Ebenfalls

der Grundgesamtheit eine Korrelation zwischen Professio-

soll der Zusammenhang zwischen dem Professionali­

nalisierungsgrad der Unternehmensentwicklung und dem

sierungsgrad und dem Wertschöpfungsmanagement der

Wertschöpfungsmanagement vorliegt.

Schweizer Luxusuhren-Industrie ermittelt werden. Somit konnte die Studie in der Tendenz einen positiven ZuDie quantitative Erhebung der Daten erfolgt über den Wert-

sammenhang zwischen dem Professionalisierungsgrad

schöpfungsnavigator, ein wissenschaftliches Analysetool,

und dem quantitativen Ergebnis der Unternehmen aufzei-

entworfen vom Zentrum für Strategie und Operations der

gen. Dies impliziert, dass Unternehmen, die eine schwa-

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

che Performance aufweisen, durch zielgerichtete Optimie-

(ZHAW). Die Ergebnisse aus dem Wertschöpfungsnavi­

rungsmassnahmen

gator werden sowohl einzeln als auch summarisch mithilfe

können.

ihren

Ertrag

positiv

beeinflussen

des Luxusbranchen-Scoring-Modells analysiert und bewertet, um Rückschlüsse auf die Branche ziehen zu kön-

Da die untersuchten Unternehmen im Durchschnitt einen

nen. Das im Rahmen der Arbeit entwickelte Luxusbran-

mittleren Professionalisierungsgrad aufweisen, ist anzu-

chen-Scoring-Modell hat zum Ziel, den Pro­fessionalisie­-

nehmen, dass ein erhebliches Potenzial zur Maximierung

rungsgrad der Luxusuhren-Industrie fundiert berechnen zu

der quantitativen Wertschöpfung besteht. Angesichts der

können.

Tatsache, dass das Personal die Schlüsselressource für

Im Durchschnitt konnte ein mittlerer Professionalisierungs-

nehmen in der Luxusuhren-Industrie empfohlen werden, in

zukünftigen Unternehmenserfolg darstellt, kann den Untergrad der Unternehmensentwicklung der Luxusuhren-­ erster Linie die Professionalisierung des PersonalmanageIndustrie ermittelt werden, wobei sich die befragten Unter-

ments anzustreben, gefolgt von der Optimierung des Mar-

nehmen stark voneinander unterscheiden. Die statistische

ketings, der Prozesse und der Finanzen.

Ana­lyse zeigt in der Stichprobe eine hohe positive Korre­ lation zwischen dem Professionalisierungsgrad und der quan­titativen Wertschöpfung, gemessen am Value Spread.


49

Das Führungsverständnis der Generation Y – Anspruch und Wirklichkeit Diplomand: Thierry Kellerhals Dozentin: Petronella Vervoort Isler, lic. oec. HSG / dipl. Hdl. HSG

Eine zeitgemässe Führung ist eine wiederkehrende und

sind. Deshalb wird von einer isolierten Betrachtung dieser

nie abgeschlossene Thematik, da sich Mitarbeitende kon-

Modelle abgesehen. Stattdessen werden verschiedene

tinuierlich weiterentwickeln. Deswegen ändern sich auch

Ansätze kombiniert. Wenn der Generation Y begegnet

stets die Ansprüche der Mitarbeitenden an die Unterneh-

werden soll, dann ist dieses Vorgehen zentral, um ihr zu

men und Führungskräfte.

entsprechen. Von dieser gewonnenen Erkenntnis ausgehend wird das Y-Modell konzipiert, welches auf einer Kom-

Nebst den Herausforderungen des demografischen Wan-

bination von situativer Führung nach Hersey und Blanchard

dels, der Globalisierung, Technologisierung und Dynaxität,

sowie emotionaler Intelligenz nach Goleman beruht. Dabei

die auf die Führungskräfte einwirken, müssen sich diese

werden notwendige Modifikationen an den bestehenden

auch mit den Ansprüchen der auf den Arbeitsmarkt drän-

Ansätzen vorgenommen und um generationenspezifische

genden Generation Y befassen. Es gibt immer mehr

Aspekte erweitert.

Stu­dien und Publikationen, die sich zum Ziel setzen, die Charak­teristiken der Generation Y zu eruieren. Trotz der

Die Generation Y stellt eine enorme Herausforderung für

zunehmenden Relevanz existiert jedoch kein konkretes

Unternehmen sowie deren Führungskräfte dar. Um das

Führungsmodell für diese Generation. Dies stellt beson-

Potenzial dieser Generation optimal zu nutzen, gilt es, den

ders Führungskräfte, welche momentan mehrheitlich der

ausgeprägten Charakteristiken und teils konfligierenden

Generation Babyboomer angehören, vor grosse Heraus-

Ansprüchen zwingend zu begegnen. Dies kann durch eine

forderungen.

speziell auf diese Generation angepasste Führung erreicht werden. Das erarbeitete Y-Modell stellt ein Novum dar und

Die Bachelorarbeit erarbeitet deshalb ein mögliches Füh-

beschreibt einen möglichen Ansatz zur Führung der Gene-

rungskonzept, welches der aufstrebenden Generation Y

ration Y.

Genüge tut. Dazu wird einleitend mittels der Analyse von Fachliteratur und von relevanten Studien ein umfassendes Verständnis geschaffen. Dabei werden die Hauptcharakteristiken und deren Ursachen fokussiert. Zudem werden Ansprüche aufgezeigt, denen die Führungskräfte begegnen müssen, um die bestmögliche Arbeitsleistung dieser Generation zu erhalten. Im weiteren Verlauf werden bereits existierende Führungsansätze herangezogen und auf ihre Anwendbarkeit bei der Generation Y geprüft. Durch die Analyse der Führungstheorien wird ersichtlich, dass bisherige Ansätze für die Generation Y ungeeignet


50

Lageranalyse – Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Lager­ optimierungspotenzial eines in der Baunebenbranche tätigen KMU Diplomandin: Anina Kick Dozent: Dr. Alfred Angerer

Das Management eines in der Baunebenbranche tätigen

Die Ergebnisse der Analyse bestätigen die vermuteten

Unternehmens geht davon aus, dass im Lager einige

Schwachstellen und zeigen deren Folgen auf. Die Prozes-

Schwachstellen vorhanden sind. Wiederholt ist Fehlma-

se weisen hohe Rückfragequoten auf, da keine standardi-

terial, welches innerhalb von kürzester Zeit besorgt wer-

sierten Formulare und Abläufe definiert sind. Durch das

den muss, festzustellen. Zudem ist der Unternehmens-

Fehlen eines Lagerverantwortlichen entstehen Doppelbe-

führung nicht bekannt, welchen Wert das Lager aufweist

stellungen ebenso wie Fehlmaterial. Die Materialflussanaly-

und wie viel Geld für nicht wertschöpfende Tätigkeiten

se zeigt auf, dass das Lagerlayout nicht optimal gestaltet

aufgewendet werden muss. Wo die Schwachstellen im

ist. Artikel, welche in Abhängigkeit zueinander kommissio-

Detail liegen und welche Auswirkungen bzw. Kosten die-

niert werden, sind nicht beieinander gelagert. Dies führt in

se mit sich bringen, wird in der Bachelorarbeit unter-

der Folge zu verhältnismässig langen Laufwegen. Durch

sucht.

die teilweise fehlenden Beschriftungen wird die Suchzeit zusätzlich verlängert. Da das untersuchte Unternehmen

Der Schwerpunkt der Bachelorarbeit ist die Analyse der

kein Bestandsmanagement anwendet, entstehen inad-

Istsituation, woraus die entsprechenden Schwachstellen

äquate Bestände. Die Kostenanalyse zeigt, dass der

abgeleitet werden. Um ein umfassendes Bild zu erhalten,

grösste Kostenpunkt die Fehlmaterialkosten sind.

werden verschiedene Bereiche des Unternehmens untersucht. Dabei werden nicht wertschöpfende Zeiten aufge-

Durch Anwendung von Kostensenkungsinstrumenten ist

deckt, quantifiziert und eliminiert. Die dafür analysierten

eine Kostensenkung von bis zu einem Drittel zu erreichen.

Bereiche ergeben sich aus Prozessen, Materialfluss, Be-

Aufgrund der Analysen und der daraus gewonnenen Er-

standsmanagement und Kosten.

kenntnisse sind Handlungsempfehlungen für das Management der Unternehmung ausgearbeitet worden. Für eine

Jeder Teilbereich wird mittels adäquater Instrumente aus

Optimierung werden folgende Instrumente empfohlen: 5A-

der Operations-Management-Theorie untersucht. Die

Massnahmen, Teilumstrukturierung des Lagers, Bestim-

Prozessanalyse basiert auf einer Wertstromanalyse. Um

mung eines Lagerverantwortlichen sowie standardisierte

den Materialfluss zu untersuchen, wurden das Material-

Formulare. Ein internes Kanban-System oder ein Barcode-

fluss-, das Sankey- und das Spaghetti-Diagramm ver-

Lagersystem runden das Lagermanagement ab.

wendet. Die Bestandsmanagementanalyse wird aufgrund der fehlenden Datenbasis theoretisch abgehandelt. Die Basis der Kostenanalyse bilden die Ergebnisse aus den vorhergehenden Untersuchungen. Das Datenmaterial für die Durchführung der Analysen stammt aus Workshops und Interviews mit Schlüsselangestellten der Unternehmung.


51

Nachhaltigkeit an der ZHAW. Bestandsaufnahme und Umsetzungs­ möglichkeiten von Initiativen Diplomand: Richard König Dozent: Dr. Claudio Cometta

Die Fachhochschulen in der Schweiz sind seit der Einfüh-

stimmung von relevanten Massnahmen zur Institutionali-

rung des Bologna-Systems stark gewachsen, so auch die

sierung einer nachhaltigen Hochschule. In einem Experten-

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

interview wurden Einschätzungen zum Zustand der ZHAW

(ZHAW). Der mit dem Wachstum einhergehende Anstieg

sowie zu den Massnahmen für die Implementierung eines

des Ressourcenverbrauchs steht dabei gesellschaftlichen

Nachhaltigkeitsprozesses erhoben.

Zielen, wie sie in der Nachhaltigkeitspolitik formuliert werden, entgegen. Hingegen werden gerade das Wissen um

Allgemein muss festgehalten werden, dass mangels feh-

die Notwendigkeit von Nachhaltigkeit und das Experten-

lender Strategie auf Hochschulebene die verschiedenen

tum bezüglich ihrer Umsetzung an Fachhochschulen pro-

Organisationseinheiten der ZHAW im Bereich der Nachhal-

duziert. An der ZHAW wird am Institut für Nachhaltige Ent-

tigkeit unkoordiniert agieren. Für die Umsetzung eines um-

wicklung (INE) und am Institut für Umwelt und Natürliche

fassenden Nachhaltigkeitsprozesses ist deshalb eine klare

Ressourcen (IUNR) explizit dazu geforscht. «Nachhaltig-

Positionierung auf Stufe «Hochschule» notwendig. Damit

keit» wird im Rahmen dieser Arbeit als schonender Um-

können bereits bestehende Bemühungen koordiniert wer-

gang mit Ressourcen verstanden, damit künftige Genera­

den und bleiben nicht nur Gegenstand von Einzelinitiativen.

tionen in ihrer Bedürfnisbefriedigung nicht beeinträchtigt

Erst wenn Nachhaltigkeit als interdisziplinäres Projekt insti-

werden.

tutionell verankert ist, können konkrete Massnahmen, die zu einer nachhaltigen Hochschule führen, implementiert

In diesem Zusammenhang geht die Bachelorarbeit der

werden.

Frage nach, ob und inwiefern die ZHAW Merkmale einer nachhaltigen Hochschule aufweist. Die Fragestellung wird

Nachhaltigkeit muss konkret auf eine spezifische (Hoch-

dabei auf den allgemeinen Hochschulkontext erweitert, in-

schul-)Situation ausgelegt werden. Mit der Vision einer

dem untersucht wird, welche Rahmenbedingungen für die

nachhaltigen Hochschule würde sich die ZHAW explizit zur

Schaffung einer nachhaltigen Hochschule gelten. Zudem

Interdisziplinarität bekennen. In diesem Kontext wäre auch

wird geprüft, welche Möglichkeiten bestehen, um wettbe-

die aktuelle Hochschulstrategie, welche auf Spezialisie-

werbliche Mechanismen zur Reduzierung des Ressourcen­

rung der Forschungs- und Lehrbereiche setzt, zu revidie-

verbrauchs einzusetzen.

ren.

Als Datengrundlage wurde mittels Medienanalyse ein Nach­ haltigkeitsprofil der ZHAW erstellt, wozu sämtliche öffentlichen Websites der Hochschule inhaltsanalytisch ausgewertet wurden. Anschliessend erfolgte ein Vergleich mit Hochschulen, welche im Bereich «Nachhaltigkeit» als führend anerkannt sind. Dieser Vergleich diente der Be-


52

Strategische Erfolgsfaktoren. Grossprojekte und Spezialanfertigungen in einem Werk Diplomand: Pascal Künzler Dozent: Dr. Stefan Koruna

Die Stadler Bussnang AG ist ein weltweit tätiger Schienen-

folgsfaktoren zu erhalten und auszubauen, sind die

fahrzeughersteller. Das Produktportfolio umfasst Spezial-

Ge­ schäfts­ felder entsprechend den Kundenbedürfnissen

fahrzeuge wie auch Serienfertigungen. Dabei unterschei-

sowie Auftragsgrössen  –  und nicht nach technischen

det das Unternehmen zwischen zwei Geschäftsfeldern

Aspekten  –  einzugrenzen. Im Rahmen der Untersuchung

nach technischen Aspekten: die Manufaktur von Spezial-

wird daher die folgende Aufteilung empfohlen:

fahrzeugen «Tailor-made» und die Serienfertigung modularer Fahrzeugkonzepte.

Das Geschäftsfeld Tailor-made hat einzigartige Kundenwünsche zu erfüllen, benötigt dazu ein Höchstmass an

Die Kundenbedürfnisse beider Geschäftsfelder haben sich

Flexi­ bilität und hohes Generalisten-Know-how. Empfeh-

bis anhin deutlich unterschieden. Tailor-made-Kunden

lung: Das Geschäftsfeld muss sich auf diese ursprüngli-

schätzen die unkomplizierte, fachkompetente Zusammen-

chen Stärken konzentrieren, ist somit zu reduzieren und

arbeit mit der Stadler Bussnang AG. Indes distanzieren

mit einem eigenen Einkauf und eigener Logistik zu ergän-

sich jedoch einige Tailor-made-Kunden zunehmend von

zen. Es kann sich als Manufaktur auf Kunden mit ausser-

der bisherigen Art der Kooperation, indem sie höhere Ver-

gewöhnlichen Bedürfnissen konzentrieren.

trags- und Konzeptsicherheiten fordern. Zudem werden heute auch Tailor-made-Serien von bis zu 20 Fahrzeugen

Der modulare Fahrzeugbau hat unterschiedlichen kunden-

bestellt. Für den Bereich «Technik und Montage der Spezi-

und länderspezifischen Anforderungen nachzukommen.

alfahrzeuge» bedeutet dies eine Anpassung gegenüber

Innovative Fahrzeugkonzepte sowie eine hohe Fahrzeug-

den bisherigen Anforderungen und Volumina.

zuverlässigkeit und Liefertermintreue sind für den Erfolg entscheidend. Schnelle, klare Entscheidungswege und ein

Kunden modularer Fahrzeuge bilden ein weitaus homoge-

hohes Spezialisten-Know-how sind wesentliche Faktoren.

neres Kundensegment. Für ihre Bedürfnisse ist die Stadler

Empfehlung: Das Geschäftsfeld ist auf Seriengrössen von

Bussnang AG gut aufgestellt und sie passt die Fahrzeug-

6 bis 20 Fahrzeugen einzugrenzen und mit der fachspezifi-

konzepte individuell den länder- und kundenspezifischen

schen Unterstützung des Tailor-made sind auch grössere

Ansprüchen an. Es ist auffällig, dass das Unternehmen

Spezialaufträge abzuwickeln.

vermehrt versucht, noch grössere Aufträge zu gewinnen. Um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit solcher Gross-

Für Grossserien wird intern ein hoher Industrialisierungs-

aufträge zu gewährleisten, ist eine weitere Standardisie-

und Standardisierungsgrad benötigt, um eine hohe Effizi-

rung erforderlich.

enz und einheitliche Fahrzeugflotten sicherzustellen. Dies ist heute zu wenig gegeben. Empfehlung: Es ist ein drittes

Daher empfiehlt es sich, die Geschäftsfelder neu zu de­

eigenes Geschäftsfeld aufzubauen, welches Serien mit

finieren und Anpassungen in der Organisation und in

mehr als 20 Fahrzeugen sowie Serien mit hohem Potenzial

den Prozessen vorzunehmen. Um die strategischen Er-

für Optionen abwickelt.


53

Geschlechterheterogenität in Managementteams. Ein Vergleich zwischen Finnland und der Schweiz Diplomandin: Susanna Länsitalo Dozentin: Dr. Kerstin Pichel

Unternehmen können es sich im aktuellen Marktumfeld

eigenschaften die grössten Karrierehindernisse für Frauen

nicht leisten, auf das Potenzial von Frauen zu verzichten.

darstellen. Sowohl die Führungsteams aus Finnland als

Obwohl sich Frauen sowohl in Finnland als auch in der

auch aus der Schweiz begrüssen Heterogenität auf der

Schweiz aktiv am Arbeitsleben beteiligen, ist der Frauen-

Führungsebene grundsätzlich. Die erforschten Konfliktty-

anteil in der Führungsetage noch immer gering, wobei

pen treten in beiden Ländern etwa gleich häufig auf, wobei

die Probleme in der Schweiz im Vergleich zu Finnland

auch die konflikthemmenden Strategien von beiden Grup-

schwerwiegender zu sein scheinen. Dennoch lässt der

pen angewendet werden, ohne dass diese in der Theorie

wenn auch langsam steigende Anteil von Frauen in

bekannt sind. Obwohl aus der Schweizer Studie ein positi-

Managementpositionen darauf schliessen, dass Unterneh-

ver und teilweise auch leicht negativer Einfluss von Frauen

men erkannt haben, dass die «Ressource Frau» nicht un-

auf die Konflikttypen und den Einsatz der konflikthemmen-

genutzt bleiben darf.

den Strategien hervorgeht, geben die Gesprächspartner beider Länder zu verstehen, dass Veränderungen nicht

Die Bachelorarbeit untersucht, wie finnische Management-

geschlechtsabhängig sind, sondern vom Charakter und

teams mit der Geschlechterheterogenität umgehen und

den Kompetenzen des neuen Teammitgliedes abhängen.

ob finnische und Schweizer Managementteams sich

Diese Aussage widerspiegelt sich in den finnischen Umfra-

hinsichtlich des Umgangs mit der Heterogenität unter-

geergebnissen.

scheiden. Mittels qualitativer Befragungen wurde eruiert, welche Konflikttypen in geschlechterheterogenen Füh-

Die gewonnenen Erkenntnisse lassen darauf schliessen,

rungsteams in Finnland vorkommen und welche Methoden

dass die Geschlechterfrage innerhalb der Management-

eingesetzt werden, um die negativen Effekte der Heteroge-

teams grundsätzlich kein Problem darstellt. Um als hetero-

nität von den positiven abzukoppeln. Ebenfalls wurde er-

genes Team das volle Potenzial entfalten zu können, soll-

forscht, welchen Einfluss Frauen auf den Umgang mit Kon-

ten alle Teammitglieder die Diversität verstehen und

flikten sowie den Einsatz der Abschwächungsmethoden

schätzen. Persönliche Stärken und Schwächen jeder Per-

haben. Des Weiteren wurden der all­gemeine Umgang mit

son sollten sichtbar gemacht und entsprechend gefördert

der Heterogenität und genderspezifische Herausforderun-

bzw. angegangen werden. Im Rahmen zukünftiger For-

gen untersucht. Der Vergleich zwischen Finnland und der

schung könnte der Umfang dieser Studie auf weitere Län-

Schweiz basiert auf den finnischen Umfrageergebnissen

der ausgeweitet werden.

sowie Schweizer Befragungen, welche bereits zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt worden sind. Die finnischen Befragungsergebnisse zeigen, dass die Stärke männlicher Netzwerke, die in der Gesellschaft verankerten Normen und Werte sowie weibliche Charakter­


54

Emotionalisierung von Stromprodukten. Was können Stromversorger von anderen Branchen lernen? Diplomandin: Ines Lamesic Dozent: Dr. Claudio Cometta

Die bevorstehende vollständige Umsetzung der Strom-

der Hypothesen dienten zwei halbstrukturierte und leit­

marktliberalisierung, mit welcher der Schweizer Strom-

fadengestützte Befragungen von Experten aus der Elektri-

markt für die privaten Haushalte gemäss Plan ab 2014

zitätsbranche. Die Ergebnisse der vier Interviews bildeten

geöffnet wird, führt die seit 100 Jahren stabile Schweizer

die Grundlage für die Entwicklung eines beispielhaften

Elektrizitätsbranche in eine intensive Wettbewerbssitua­

Ansatzes für die Emotionalisierung von Stromprodukten.

tion. Zudem stehen Stromversorger vor der Aufgabe,

Zur Veranschaulichung wurde ein konkretes Beispiel der

Strom aus erneuerbaren Energien sowie Ökostrom zu

Emotionalisierung von Stromprodukten erarbeitet.

einer stärkeren Diffusion zu führen, da die Endverbraucher trotz positiver Einstellung zu ökologischen Stromprodukten

Die Stromprodukte können aufgrund der intangiblen Pro­

nicht danach handeln. Eine Möglichkeit für die Stromver-

dukt­ eigenschaften allein mit den Kommunikationsmass­

sorger, den genannten Herausforderungen entgegenzu-

nah­ men Emotionen bei den Kunden auslösen. Für die

wirken, besteht in der Emotionalisierung von Strompro­

Emotionalisierung von Stromprodukten sollte anstelle der

dukten.

ratio­nalen Produktvorteile der Kundennutzen als Erlebnis in der Kommunikation vermarktet werden. Der Kunden­

Die Bachelorarbeit ermittelt, wie Stromprodukte zielgrup-

nutzen kann anhand der Storytelling-Methode in eine

penspezifisch die Emotionen der Endverbraucher anspre-

Geschichte eingebunden werden und auf emotionsaus­

chen können, sodass Stromversorger eine stärkere Diffu­

lösende Weise als Botschaft und auf Bildern in den ziel-

sion des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen und

gruppenspezifischen Marketingkanälen vermittelt werden.

Ökostrom, eine emotionale Differenzierung des Produkt­

Es sollten dabei positive Gedanken und Gefühle bei den

angebotes und eine starke Wettbewerbsfähigkeit errei-

Kunden geweckt werden.

chen. Es wird empirisch untersucht, wie die Mobilfunk­ unternehmen mit den Mobilfunkprodukten Emotionen bei

Stromprodukte können trotz der Immaterialität vielschichti-

den Kunden auslösen, um Konsequenzen für die Elektrizi-

ge Emotionen bei den Endverbrauchern auslösen, wenn

tätsunternehmen zu ziehen.

diese in den Kommunikationsmassnahmen als eine Erlebniswelt vermarktet werden. Stromversorger sollten den

Für die Erkenntnisgewinnung, wie die Emotionalisierung

Endverbrauchern in den Kommunikationsmassnahmen

von Mobilfunkprodukten in der Praxis umgesetzt wird, wur-

eine Geschichte erzählen, um die Kunden mit den Strom-

den zwei halbstrukturierte und leitfadengestützte Exper-

produkten auf der emotionalen Ebene anzusprechen.

teninterviews mit Marketingfachkräften aus den Mobil­ funkunternehmen geführt. Aus den Ergebnissen der Expertenbefragungen wurden Hypothesen für die Emotionalisierung von Stromprodukten abgeleitet, welche durch die Stromversorger überprüft wurden. Für die Diskussion


55

Going International: Italy

Diplomand: Fabio Lanza Cariccio Dozent: Prof. Samuel van den Bergh

Viele Schweizer KMU wählen heutzutage als Expansions­

den in einem weiteren Schritt auf Basis von Experteninter-

strategie den Weg der Internationalisierung. Diese gilt zu-

views vier Critical Incidents (CI) erstellt.

nehmend als geeignete strategische Option, um Wachstum und Mehrwert zu schaffen. Die bis anhin publizierten

In Italien spielen die KMU markttechnisch eine sehr wich­

Untersuchungen und Wegleitungen zu Internationalisie-

tige Rolle. Ähnlich wie in der Schweiz bilden sie das Rück-

rungsstrategien konzentrieren sich jedoch weitgehend auf

grat der italienischen Wirtschaft. Ob die Produkte und ihre

aufstrebende Schwellenländer wie Brasilien, Russland,

Distributionswege einer Anpassung an die italienischen

Indien, China oder die Türkei. Nicht alle Schweizer KMU

Standards unterzogen werden müssen, hängt von dem

können oder wollen sich aber eine derart hohe territoriale

zu verkaufenden Produkt ab. Die Preisstrategie muss auf-

Distanz leisten. Im Rahmen der Bachelorarbeit wird eine

grund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse

mögliche Internationalisierung in das Nachbarland Italien

im Zielland angepasst werden. Auf Kommunikationsebene

untersucht.

hingegen können die Schweizer Standards übernommen werden, da in beiden Ländern eine ähnliche Art der

Die Arbeit analysiert Herausforderungen in Italien aus un-

Promotion herrscht. Trotz der geografischen Nähe gibt

ternehmerischer Sicht und zeigt auf, worauf Schweizer

es grundlegende kulturelle Unterschiede zwischen der

KMU achten müssen, um den Einstieg und das Bestehen

Schweiz und Italien. Diese betreffen insbesondere Dimen-

im italienischen Wirtschaftsmarkt sicherzustellen. Sie be-

sionen wie Leistungs- und Zukunftsorientierung, das Ver-

schäftigt sich näher mit dem Marketingmix und eruiert,

halten am Arbeitsplatz oder den Umgang mit Unsicherheit

welche Bestandteile angepasst werden müssen und wel-

und Arbeitsdruck.

che dem schweizerischen Konzept entsprechend standardisiert werden können.

Trotz der wirtschaftlich gesehen schwierigen Phase, in der sich Italien im Augenblick befindet, macht eine Internatio-

Die bereits bestehenden Theorien und Untersuchungen

nalisierung für ein Schweizer KMU mit dem richtigen Pro-

zur Thematik werden hierzu auf das Land Italien projiziert.

dukt in der entsprechenden Region durchaus Sinn. Es gilt,

Nebst theoretischen Ausführungen wird auf Normen und

die gesetzlichen Normen einzuhalten, kulturelle Unter-

Vorschriften sowie auf die italienische Kultur und Politik

schiede zu erkennen und zu akzeptieren. Die hier erzielten

eingegangen. Hierzu wird besonders auf die Ergebnisse

Ergebnisse sind nicht produkt- oder branchenbezogen

der Globe-Studie, der grössten empirischen Untersuchung

und deshalb generalisierbar. Da die Bachelorarbeit theore-

in der Kulturforschung, zurückgegriffen. Anhand von neun

tisch ausgerichtet ist, würde eine praxisnah begleitete

verschiedenen Kulturdimensionen werden die Unterschie-

Internationalisierung ein sehr aufschlussreiches, noch zu

de zwischen der Schweiz und Italien aufgezeigt. Damit

realisierendes Projekt darstellen.

Schweizer Mitarbeiter mit den italienischen Eigenheiten und Geschäftspraktiken besser umzugehen lernen, wur-


56

Die Werte nationaler Kulturen und ihre Berücksichtigung in der Werbung. Ein Vergleich zwischen westlichen und chinesischen Werbeanzeigen Diplomandin: Linn Lovasz Dozent: Prof. Dr. Tilmann Raff

Das Ziel von Unternehmen ist es, ihre Produkte und Dienst-

eingebunden werden konnten. Neben der Theorie wird bei

leistungen einem grossen Kundenkreis anbieten und

der Analyse von verschiedenen Werbeanzeigen die Exper-

verkaufen zu können. Eine Expansion in internationale

tenmeinung einer gebürtigen Chinesin berücksichtigt.

Märkte bietet den Unternehmen die Möglichkeit, die Anzahl Kunden und mit ihnen den Absatz um ein Vielfa-

Das Ergebnis der Untersuchung bestätigt zwar die Vermu-

ches zu steigern. Die Gegebenheiten auf dem Heimmarkt

tung, dass westliche Unternehmen ihre Print-Werbung an

lassen sich jedoch nur sehr selten auf die Zielmärkte im

die traditionelle chinesische Kultur anpassen, jedoch tun

Ausland übertragen. Unternehmen müssen in der welt­

sie dies nur bis zu einem gewissen Grad. Die Unter­suchung

weiten Marktbearbeitung unterschiedliche Einflussfaktoren

zeigt ferner, dass westliche Unternehmen die kulturellen

be­ rück­ sich­ tigen. Ein wichtiger Faktor ist der kulturelle

Werte der chinesischen Gesellschaft weniger stark einbin-

Einfluss, der sich je nach Markt stark unterscheiden kann.

den als chinesische Unternehmen. Insgesamt lässt sich

Als besonders attraktive Märkte für Unternehmen gelten

feststellen, dass westliche Unternehmen in ihren Anzeigen

derzeit die so­genannten BRIC-Staaten. Die Volksrepublik

bereits vereinzelte Elemente der chinesischen Kultur

China ist einer davon und sollte hinsichtlich ihrer Kultur

einbinden. Ihr Potenzial hinsichtlich der kulturellen Anpas-

und den damit verbundenen Herausforderungen für das

sung steht nach der Auswertung und dem Vergleich der

Marketing west­ licher Unternehmen näher betrachtet

Ergebnisse mit den chinesischen Unternehmen jedoch

werden.

ausser Frage.

Die Bachelorarbeit geht der Frage nach, inwieweit west­ liche Unternehmen ihre Werbeanzeigen an die chinesische Kultur anpassen, um eine positive Wahrnehmung der chi­ ne­ sischen Konsumenten gegenüber dem Unternehmen und seinen Produkten zu erzielen. Zudem wurde überprüft, ob innerhalb der Print-Werbung Unterschiede zwischen westlichen und chinesischen Unternehmen feststellbar sind. Die Analyse der Stichprobe erfolgte anhand eines ScoringModells, welches im Rahmen dieser Arbeit für die Beurteilung des kulturellen Anpassungsgrades der Anzeigen entwickelt wurde. Das Modell basiert einerseits auf kul­tur­ vergleichenden Studien und andererseits auf landesspezifischen Eigenheiten, die anhand von Sekundärliteratur


57

Konzeptentwicklung zur Verrechnung von produkt- und projektübergreifenden Engineering-Kosten Diplomandin: Krenare Matoshi Dozent: Patrick Lehner, dipl. Ing. ETH, Exec. MBA HSG

Die Bachelorarbeit stellt ein Verrechnungskonzept vor, wel-

dass die Bestimmung des Verrechnungsschlüssels bei ein-

ches für eine Problemstellung in einem internationalen und

zelnen ppEK nicht eindeutig definiert ist, unterschiedlich

marktführenden Unternehmen in der Technologie­industrie

verrechnet werden kann und demzufolge zu Intransparenz

entwickelt wurde.

führt.

Die Problemstellung liegt in der Verrechnung der pro­dukt-

Um Unklarheiten zu vermeiden, wird eine Standardisierung

und projektübergreifenden Engineering-Kosten (nach­ fol­

des Verteilschlüssels empfohlen. Die Einheitlichkeit der

gend ppEK ). Die ppEK entstehen durch die Entwicklung

Verrechnungsformen ist der zentrale Bestandteil des

und Wartung einer Produktplattform und von deren einzel-

ausgearbeiteten Verrechnungskonzepts. In erster Priorität

nen Produkten, welche von verschiedenen Kunden ge-

ist das Verursachungsprinzip anzuwenden. Das Durch-

kauft wurden. Produktübergreifend sind die Engineering-

schnittsprinzip wird für die Verteilung der Soft- und Hard-

Leistungen, welche für die Plattform vorgenommen

ware-Engineering-Kosten empfohlen, während für die

werden. Sind hingegen mehrere Kundenprojekte betroffen,

Kos­tenverteilung der Produktwartung das Tragfähigkeits-

handelt es sich um projektübergreifende Leistungen. Die

prinzip vorgeschlagen wird. Damit soll die konsequente

Herausforderung besteht darin, eine verursacher­gerechte,

und effiziente Kostenverrechnung in der Praxissituation

logische und einfach handhabbare Verrechnung der pro-

gewährleistet werden.

dukt- und projektübergreifenden Kosten vorzuschlagen. Für die weitere Detaillierung und anschliessende VerabZiel dieser Arbeit ist die Entwicklung des Konzepts zur Ver-

schiedung dieser Thematik wird ein Workshop mit allen

rechnung der zukünftigen ppEK. Um einen Überblick über

relevanten Entscheidern empfohlen. Weiterer Handlungs-

die aktuelle Situation zu erhalten, wurden unternehmens-

bedarf wurde in organisatorischen Aspekten offengelegt.

spezifische Daten verwendet und Interviews mit den Ver-

Die Erkenntnisse sind nicht allgemeingültig und somit nicht

antwortlichen der ppEK sowie Controlling-Experten durch-

eins zu eins auf andere Unternehmen übertragbar.

geführt. Die Istanalyse hat ergeben, dass fast die Hälfte aller Engineering-Kosten den ppEK für das Jahr 2013 zugeordnet werden können. Der Fokus dieser Arbeit liegt bei der Entwicklung einer Verrechnungsmethodik. Anhand von theoretischen Ansätzen wurde die Praxissituation untersucht. Die Istzustand-Analyse hat ergeben, dass das Unternehmen theoretische Ansätze in Bezug auf die Verrechnung grösstenteils anwendet. Interviews mit verschiedenen Personen zeigen,


58

Ansprechende Gestaltung von Vor­ sorgeprospekten für junge Konsumenten

Diplomand: Jonas Moser Dozentin: Dr. Linda Miesler

Die Bedeutung der dritten Säule im Schweizer Vorsorge-

rasters sowie der Interviews fliessen in die Handlungsemp-

system hat in den letzten Jahren zugenommen. Nebst der

fehlungen ein.

demografischen Entwicklung haben Turbulenzen auf den Finanzmärkten dazu beigetragen, dass die Höhe der Ein-

Die untersuchten Prospekte sind in Bezug auf die analy-

künfte aus der ersten und zweiten Säule langfristig durch

sierten sprachlichen Aspekte wie Satzlänge und -aufbau in

Unsicherheiten geprägt ist. In der Schweiz treten Banken

der grossen Mehrzahl so gestaltet, dass sie vom mensch-

und Versicherungen als Anbieter von Vorsorgeprodukten

lichen Gehirn einfach aufgenommen und verarbeitet wer-

auf. Um Konsumenten ihre Vorsorgelücken aufzuzeigen,

den können. Auf den verwendeten Bildern werden am

verwenden Banken und Versicherungen verschiedene

häufigsten Menschen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren

Kommunikationskanäle. Unter anderem werden Informa­

abgebildet. Zur Visualisierung der Texte werden in elf der

tionsmaterialien wie Prospekte und Broschüren eingesetzt.

zwölf untersuchten Broschüren Grafiken verwendet. In zehn Prospekten finden sich Abbildungen, neun verwen-

Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wird untersucht, wie das

den Rechenbeispiele und fünf Informationsmaterialien ent-

Thema Vorsorge von Banken und Versicherungen in der

halten Tabellen.

Schweiz mit Prospekten kommuniziert wird. Unterschiede einzelner Anbieter werden analysiert. Des Weiteren werden

Um das Interesse von jungen Konsumenten zu wecken, ist

Handlungsempfehlungen bezüglich der Gestaltung von

es sinnvoll, diese auf emotionaler Basis anzusprechen.

Vorsorgebroschüren erarbeitet, die zum Ziel haben, das

Wichtig ist, dass dabei ein Bezug zur Thematik hergestellt

Interesse von jungen Konsumenten am Thema Vorsorge

werden kann. Mögliche Mittel sind der Einsatz von Aufnah-

zu steigern.

men von jungen Familien oder Bilder, die Assoziationen zu Ferien auslösen. Darüber hinaus ist die Verwendung von

Durch Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen

hellen Farben empfehlenswert, da dadurch mehr positive

der Bereiche Kommunikation, Konsumentenverhalten,

Emotionen geweckt werden können. Die Erkenntnis, dass

Kun­dengruppe «Jugendliche und junge Erwachsene» so-

sich durch Emotionalisierung das Interesse von jungen

wie Besonderheiten des Marketings von Banken und Ver-

Konsumenten wecken lässt und dabei ein Bezug zur vor-

sicherungen wird ein Grundverständnis für das untersuch-

gestellten Thematik hergestellt werden muss, lässt sich

te

auch auf andere Bereiche des Marketings adaptieren.

Themengebiet

geschaffen.

Ein

literaturgestütztes

Analyseraster dient als Basis zur Untersuchung der Broschüre. Anhand qualitativer Interviews werden sowohl die Bedürfnisse und Vorlieben als auch Abneigungen von jungen Konsumenten im Zusammenhang mit der Gestaltung von Vorsorgeprospekten eruiert. Die Erkenntnisse der theoretischen Grundlagen und die Ergebnisse des Analyse-


59

Handlungsempfehlungen für das zu­ künftige physische Beratungsgespräch im Retail-Banking aufgrund spezifischer Veränderungen im Kundenverhalten Diplomandin: Ramona Obrist Dozentin: Bettina Gehring, MA HSG

Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 nimmt die Bedeutung

Ansprüche an die Qualität der Bankberatung sowie ein

der Retail-Banken in der Schweiz wieder deutlich zu. Diese

Wunsch nach individueller Behandlung und Einbindung.

befinden sich jedoch in einem schwierigen Umfeld. Neben steigenden regulatorischen Anforderungen und einem er-

Die Handlungsempfehlungen für das physische Beratungs­

höhten Margendruck aufgrund des tiefen Zinsniveaus stellt

gespräch im Retail-Banking betreffen die drei Kategorien

zudem die Unzufriedenheit der Kunden die Retail-Banken

«Kundenberater», «Beratungsprozess» und «Beratungs­

vor grosse Herausforderungen. Studien belegen, dass die

unterstützung» und sollen dabei helfen, den Ansprüchen

Entscheidungsträger nicht wissen, worauf ihre Kunden

der künftigen Bankkunden gerecht zu werden. Bezüglich

Wert legen.

Kundenberater wird die stetige Überprüfung und Weiterentwicklung der Fachkompetenzen, die Anerkennung der

Die Bachelorarbeit befasst sich vor diesem Hintergrund

Bedeutung von Sozialkompetenzen sowie die Umsetzung

mit dem veränderten Kundenverhalten und zeigt auf, wel-

vertrauensschaffender Handlungen des Beraters im physi-

che Eigenschaften einen künftigen Bankkunden prägen.

schen Gespräch vorgeschlagen. Hinsichtlich Beratungs-

Es wurden Handlungsempfehlungen für Retail-Banken

prozess wird aufgrund steigender Ansprüche an die Be­

be­züglich des physischen Beratungsgesprächs verfasst,

ratungsqualität empfohlen, den Beratungsablauf weiter

um dem veränderten Kundenverhalten Rechnung zu tra-

zu vereinheitlichen und die effektive Umsetzung dieser

gen.

Standar­ disierung regelmässig zu überprüfen. Um dem dazu gegensätzlichen Wunsch des künftigen Bankkunden

Vorerst werden anhand von Sekundärforschung allgemei-

nach individueller Behandlung Rechnung zu tragen, wird

ne Konsumententrends untersucht. Daraus werden drei

vorgeschlagen, eine modulare Beratungslandschaft zu

Trends selektiert, die im Speziellen in der Bankbranche zu

entwickeln. So kann von den Vorteilen einer Standardisie-

spüren sind. Der Nachweis, dass diese tatsächlich bei

rung einerseits und einer Personalisierung andererseits

Bankkunden zu beobachten sind, folgt mittels Literaturre-

profitiert werden. Mithilfe der Empfehlungen in der Katego-

cherche in einem nächsten Schritt. Die daraus abgeleiteten

rie «Beratungsunterstützung» sollen eine Einbindung des

Handlungsempfehlungen sind zu einem grossen Teil eige-

Kunden sowie eine emotionalere Bindung ermöglicht wer-

nes Gedankengut der Autorin.

den. Massnahmen dazu sind neben dem Einsatz von Surface-Computern die Entwicklung von personalisierten

Selektiert werden die drei Trends des informierten, des il­ loyalen und des erlebnisorientierten Kunden. Es kann nachgewiesen werden, dass heutige und künftige Bankkunden einen immer höheren Wissensstand aufweisen, deutlich wechselbereiter sind und ein positives Kunden­ erlebnis wünschen. Daraus entstehen deutlich höhere

Kundendokumentationen oder Tools zur Selbstberatung.


60

Kantonale Schuldenbremse in der Schweiz. Analyse im Zeitraum 1990−2012 Diplomand: Alexander Parianos Dozent: Dr. Christian Müller

Die Finanzkrise 2007 führte dazu, dass in vielen Ländern

die bei den Kantonen Obwalden und Wallis eingeführt

immense Staatsschulden entstanden. Die ergriffenen

wurde, zu den effizientesten Instrumenten einer erfolgrei-

Mass­nahmen wie Privatisierung und Staatsausgabenerhö-

chen Schuldentilgung gehört. Einen weiteren zentralen

hung, um die Wirtschaft zu stimulieren, zeigten nicht genü-

Aspekt der Arbeit stellt eine detaillierte Regelcodierung

gend Wirkung in den betroffenen Ländern. Vor allem die

im Zeitraum 1990−2012 dar, welche die Dimensionen

südlichen EU-Staaten konnten das Maastricht-Kriterium

«rechtliche Verankerung», «Zielgrösse», «Steuerungsgrös-

«eine Schuldenquote von 60 Prozent» nicht einhalten. Dies

se», «Vor­gabenregel», «Konjunkturregel», «Abweichungs-

zwang die Politiker, nach Lösungsansätzen zu suchen, um

regel», «Sanktionsregel» und «Investitionsregel» analysiert

den Finanzhaushalt zu korrigieren. Dieser Herausforderung

und die Grundlage für weitere Untersuchungen bildet. Am

waren die meisten Staaten nicht gewachsen und die Prob-

Ende wurde die Analyse von Kirchgässner bestätigt, dass

leme konnten auch nicht durch sofortige Steuererhöhung

die Schuldenbremse in Deutschland nach schweizeri-

gelöst werden. Es zeigt sich, dass für solche Wirtschafts-

schem Vorbild aufgrund der fehlenden Steuerautonomie

szenarien frühzeitige Regulierungen notwendig sind, um

der Bundesländer nicht erfolgreich umgesetzt werden

den Finanzhaushalt mit präventiven Instrumenten zu stär-

kann.

ken. Folglich ist die Schuldenbremse mit Präventivcharakter im heutigen Umfeld für alle Staaten ein wirkungsvolles Konzept, um Neuverschuldungen entgegenzuwirken. Über ein solches Konzept verfügt die Schweiz seit 2003 auf Bundesebene. Zahlreiche Kantone folgten dieser Strategie. Die Bachelorarbeit analysiert den Zeitraum 1990−2012 und geht zuerst auf die Schuldenbremse des Bundes ein. Es folgt eine vertiefte Analyse der durchschnittlichen Bruttoschulden pro Kopf der Kantone. Hierbei wird anhand einer Mittelwertanalyse der durchschnittlichen Bruttoschulden pro Kopf dargelegt, wie sich diese Kennzahl vor und nach der Schuldenbremse verändert. Diese Entwicklung wird kombiniert mit einer Regelcodierung der jeweiligen Kantone im Zeitraum 1990−2012. Die Kantone Obwalden und Wallis zeichnen sich durch ihre Regeln als effizienteste Kantone bezüglich des Schulden­ abbaus aus. Die Analyse zeigt, dass die Investitionsregel,


61

Added Value of Managed Account Platforms for CTAs

Graduate: Priyanka Priyanka Supervisor: Prof. Mehdi Mostowfi, PhD

Since the financial crisis of 2008, investors have been faced with serious issues of transparency, asset ownership, and liquidity. Many investors experienced extreme losses with their investments in hedge funds and managed futures due to lock-up periods and a lack of transparency. As a result, a rethinking has taken place with regard to the requirements of investors. With the need for asset ownership and more information on investments, the concept of investing through managed accounts has gained in popularity. With the increasing importance of managed accounts in the world of commodity trading advisors (CTAs), managed account platforms have started appear­ ing like mushrooms after rain. Such platforms promise many benefits for both investors and CTAs. This Bachelor’s thesis discusses the added value of a managed account platform membership for CTAs in terms of gaining new assets. dbSelect, a leading managed account platform was selected as the object of research. A study was undertaken to examine the development of the assets managed by 20 CTAs whose strategies were listed on the dbSelect platform, compared with the devel­ opment of the assets under management for the entire CTA industry during the same time period. The analysis of these data showed that by providing their strategy on dbSelect the CTAs did not gain any benefit with regard to acquiring new assets. The thesis further investigates whether CTAs reporting their strategies on managed account platforms are affect­ ed by selection bias and finds that this is not the case.


62

Kommunikationskonzept Raiffeisenbank-Trainees

Diplomandin: Andrea Reisinger Dozentin: Prof. Mireille Troesch-Jacot

Die steigenden Anforderungen an das Know-how der Mit-

als auch die externe Botschaft den Nutzen zu fokussieren

arbeitenden aufgrund der zunehmenden Regulationsdich-

hat. Während dies bei den Banken der Gewinn von aktuel-

te und die zukünftig 50–60 jährlich zu besetzenden Schlüs-

lem Know-how und einer fähigen Arbeitskraft für wenig

selpositionen führen bei der Raiffeisen-Gruppe zu einem

Geld darstellt, steht für einen Hochschulabsolventen die

erhöhten Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Um dieser

persönliche Entwicklung im Vordergrund. Zudem gibt das

Problemstellung zu begegnen, hat Raiffeisen Schweiz un-

Konzept Aufschluss über geeignete Kommunikations-

ter anderem entschieden, das Trainee-Programm auf die

massnahmen. Intern sind ein Austausch unter den Bank-

autonomen Raiffeisenbanken auszuweiten.

leitern im Rahmen eines jährlichen Thementags und Besuche bei den einzelnen Raiffeisenbanken hervorzuheben.

Ziel dieser Bachelorarbeit ist, ein fundiertes Kommunikati-

Für die externe Kommunikation sind aufgrund der Nutz-

onskonzept für Raiffeisen Schweiz zu erarbeiten, um so-

wertanalyse acht Massnahmen zu favorisieren. Zu diesen

wohl die Raiffeisenbanken von der Rekrutierung von Trai-

gehören Plakate an Fachhochschulen, adressierte News-

nees zu überzeugen als auch Hochschulabsolventen für

letter, die Raiffeisen-Webpage «Trainee-Programm Raiffei-

das Trainee-Programm zu gewinnen.

senbanken»,

ein

Raiffeisen-Unternehmensporträt

auf

Fachhochschulplattformen und eine Inhouse-InfoveranFür die Beantwortung der Frage, wie Raiffeisen Schweiz

staltung bei den einzelnen Raiffeisenbanken. Der Kommu-

gegenüber beiden Zielgruppen zu kommunizieren hat, be-

nikationsplan als letztes Element des Kommunikationskon-

dient sich die Bachelorarbeit einer Sekundär- sowie Primär­

zepts gibt eine Empfehlung an Raiffeisen Schweiz, wie die

erhebung. Während eine Bedürfnisanalyse mit vier Bank­

interne und externe Kommunikation zeitlich und inhaltlich

leitern im Rahmen von Tiefeninterviews Anhaltspunkte für

aufeinander abzustimmen sind.

die Entwicklung der internen Botschaft und die Wahl der Kommunikationsmassnahmen gibt, besteht das Ziel der

Mithilfe des Kommunikationskonzepts kann Raiffeisen

qualitativen Befragung von Hochschulabsolventen in der

Schweiz ihr Ziel für die Ausweitung des Trainee-Programms

Konzeption der externen Botschaft. Letztere wird auf

verfolgen. Dabei ist die Überprüfung von allfälligen Syner-

Basis einer Means-End-Analyse eruiert, welche die für die

gieeffekten mit der Promotion des «Trainee-Programms

Hochschulabsolventen wichtigsten Werte, Nutzenkompo-

Raiffeisen Schweiz» empfehlenswert und eine kontinuierli-

nenten und Attribute bezüglich des «Trainee-Programms

che Analyse und Optimierung unerlässlich.

Raiffeisen­banken» identifiziert. Für die Evaluation der externen Kommunikationsmassnahmen wird eine Nutzwertanalyse beigezogen. Das Kommunikationskonzept als Weiterentwicklung der empirischen Erkenntnisse zeigt, dass sowohl die interne


63

Strategieoptionen für kleine und mittlere Energieversorger im Schweizer Strommarkt Diplomand:

Einbezug externer Quellen und den Ergebnissen der Be-

Patrick Reust

fragung entstand, prognostiziert eine Verschärfung des Wettbewerbs in der Strombranche, der vorwiegend aus

Dozent:

der gestärkten Position des Kunden im liberalisierten Markt

Dr. Claudio Cometta

resultiert. Die 2015 geplante Liberalisierung wurde von den befragten Unternehmen eher als negativ bewertet, was darauf schliessen lässt, dass viele die Gefahren eines liberalisierten Marktes stärker gewichten als die Chancen, die sich in einem freien Markt ergeben können. Durch den ver-

2008 trat das Stromversorgungsgesetz (StromVG) in Kraft,

schärften Wettbewerb und die zunehmende Konkurrenz

welches eine stufenweise Marktöffnung des Strommarktes

wird ausserdem eine Reduzierung der Margen in der gan-

vorsieht. In der ersten Liberalisierungsstufe im Jahr 2009

zen Branche erwartet.

wurde der Strommarkt teilliberalisiert. Momentan steht die für 2015 geplante nächste Stufe der Liberalisierung im

Das Verständnis für die Kundenbedürfnisse war in einem

strategischen Fokus der Energieversorgungsunterneh-

regulierten Umfeld oftmals nicht gegeben. Kunden werden

men, da ab diesem Zeitpunkt alle Kunden ihren Stromliefe-

nicht als solche, sondern als Abnehmer betrachtet. Der

ranten frei wählen dürfen. Nebst den wirtschaftspolitischen

gestiegene Einfluss des Kunden macht jedoch eine starke

Veränderungen stehen der Strombranche strenge Aufla-

Kundenorientierung auf allen Unternehmensebenen not-

gen und Regulierungen seitens des Gesetzgebers bevor,

wendig. Dieser Kulturwandel muss von den Unternehmen

die sich in der Energiestrategie 2050 des Bundesrates

vor der Inkraftsetzung der Liberalisierung vollzogen wer-

wiederfinden. Ferner befindet sich die Schweiz in laufen-

den. Es gilt, in kundennahen Bereichen wie dem Vertrieb

den Verhandlungen mit der Europäischen Union mit dem

und Marketing effiziente und effektive Strukturen zu schaf-

Ziel eines gemeinsamen Stromabkommens. Dadurch soll

fen und Prozesse zu optimieren. Eigenständigkeit und

der Schweizer Strommarkt in einen umfassenden europäi-

Wettbewerbsfähigkeit durch Kooperation ist eine weitere

schen Binnenmarkt integriert werden. Für die Schweizer

Strategieoption, die im liberalisierten Strommarkt an Wich-

Energie­versorgungsunternehmen würde das Abkommen

tigkeit gewinnt. Kooperationen sind in verschiedenen Ge-

mit der EU einen freien Zugang zum europäischen Strom-

schäftsfeldern möglich und können für die beteiligten Un-

markt, im Gegenzug aber auch Konkurrenz durch auslän-

ternehmen

dische Mitbewerber bedeuten. Zusammenfassend kann

Risikominimierung bewirken.

Skaleneffekte,

Kosteneinsparungen

oder

gesagt werden, dass sich die Schweizer Strombranche mit der Liberalisierung 2015, der Energiestrategie 2050

In einem von Veränderung geprägten Umfeld ist es wich-

und dem Stromabkommen mit der EU mit drei grossen

tig, dass die darin tätigen Unternehmen verschiedene

Veränderungen im Marktumfeld konfrontiert sieht.

tragfähige Strategien und Szenarien formulieren, die sich nach dem jeweiligen Marktumfeld richten, ohne aber die

Aufgrund dieser Veränderungen muss sich die Schweizer Strombranche neuen Herausforderungen stellen. Insbesondere für die zahlreichen kleinen und mittleren Energieversorger in der Schweiz bedeutet dies ein Umdenken auf strategischer und betrieblicher Ebene. Mittels Befragung wurde die Bewertung der externen Einflussfaktoren sowie die zukünftige strategische Ausrichtung im liberalisierten Markt evaluiert. Die Wettbewerbsanalyse, die aus dem

langfristige Unternehmensentwicklung zu vernachlässigen.


64

Analyse des Planungsprozesses und die Rolle des Berichtswesens bei einem Schweizer Detailhandelskonzern Diplomand: Ricardo Reymont Dozentin: Madeleine Gut, MSc lic. oec. publ.

Die Planung ist einer der wichtigsten Stützpfeiler in der

tet wird und das Unternehmen in eine falsche Richtung

strategischen und zukunftsorientierten Ausrichtung einer

geführt wird. Zum anderen darf die Flexibilität einer Pla-

Unternehmung. Zugleich ist sie eines der wenigen Instru-

nung nicht vernachlässigt werden. Die Einführung des

mente, auf welche Fachleute ungern verzichten möchten.

rollierenden Forecasts ist ein Verbesserungsvorschlag,

Die wertvollsten Bestandteile des Führungssystems eines

welcher den Planungsprozess des Unternehmens optimie-

Unternehmens sind das Planungs-, das Kontroll- und das

ren kann. Diese und weitere Vorschläge bzw. Massnahmen

Informationsversorgungssystem. Das Management wird

werden unterbreitet, um Spannungsfelder zu beheben.

durch immer wieder auftretende Umwelteinflüsse in ihrer Realisierung zur Zielerreichung beeinflusst. Um auf diese

Das Sprichwort «Jeder erzielte Erfolg beruht auf einer

Einflüsse rechtzeitig reagieren zu können, ist ein effizienter

exakten Planung» zeigt die Relevanz der Planung für die

Planungs- und Steuerungsprozess für ein Unternehmen

Unternehmen. Nur zu oft waren diese sehr innovativ,

von grosser Bedeutung.

jedoch versagten sie bei einer genauen Planung. Deshalb wird auch sehr erfolgreichen Unternehmen geraten, ihren

Aus diesem Grund untersucht diese Bachelorarbeit den

Planungsprozess laufend zu überprüfen und allenfalls den

Istzustand des Planungsprozesses bei einem Schweizer

veränderten Umständen anzupassen.

Detailhandelskonzern und weist mithilfe von theoretischen Grundlagen darauf hin, wo die Schwachstellen liegen, wie die Unternehmung darauf reagieren kann und welchen Herausforderungen sie sich stellen muss. Um die einzelnen Planungsprozesse zu analysieren, wurden die Daten anhand des Wissens des Autors durch seine Tätigkeit als Controller und durch Interviews mit einer Führungsperson aus dem zentralen Controlling erhoben. Die Analyse des Planungs-, Informations- und Analyse-/Steuerungsprozesses hat ergeben, dass der Aufbau der Planung, wie er in der Literatur beschrieben ist, auch in dieser Weise im Betrieb angewendet wird. Es stellte sich allerdings heraus, dass in diversen Planungsabschnitten gewisse Risiken und Probleme auftreten. Zum einen stellt die Koordination während der Planung ein Risiko dar, wodurch die Planung nicht vollständig erarbei-


65

Change Management im Bankensektor. Herausforderungen und Empfehlungen für Führungskräfte am Beispiel des Private Bankings der ZKB Diplomandin: Amanda Ritter Dozentin: Dr. Maja Bailer

Die Bankenbranche der Schweiz befindet sich seit längerer

den anschliessend fünf Handlungsempfehlungen für die

Zeit im Umbruch. Strategische Neuausrichtungen, ver­

Führungskräfte des mittleren Managements formuliert.

stärk­te Regulation, Kulturwandel oder erhöhte Ansprüche seitens Führung und Kunden sind nur einige Herausforde-

Es hat sich gezeigt, dass sich die Mitarbeiter nicht von

rungen, mit welchen sich Vertriebsmitarbeiter von Banken

allen Veränderungen im Bankensektor negativ beeinflusst

täglich auseinandersetzen müssen. In der Folge sehen sie

fühlen. Sie bestätigen die in der Theorie erarbeiteten

sich mit andauernden Nachrichten über Massenentlassun-

Grundsätze des Change Management, sind jedoch nicht

gen und Umstrukturierungen oder neuen Gesetzen kon-

mit allen für sie wichtigen Aspekten in vergangenen Verän-

frontiert. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht, und

derungsprozessen zufrieden.

es wird davon ausgegangen, dass sich die Bankenbranche in den kommenden Jahren zusätzlichen Veränderun-

Infolgedessen wird empfohlen, die Kommunikation gegen-

gen stellen muss.

über den Mitarbeitern zu verbessern und frühzeitig sowie sinnvermittelnd die notwendigen Informationen zur Verfü-

Als viertgrösster Vermögensverwalter der Schweiz ist die

gung zu stellen. Weiter sollen Führungskräfte vermehrt

Zürcher Kantonalbank von diesen Veränderungen direkt

darauf achten, dass die Mitarbeiter in die Veränderungs­

betroffen. Durch die neuen Rahmenbedingungen und das

prozesse involviert werden und ausreichend Ressourcen

schnelllebige Umfeld sind insbesondere Führungskräfte

zur Verfügung gestellt bekommen. Das Vertrauen in die

gefordert, ihren Mitarbeitern ein Gefühl der Sicherheit zu

Führung und deren Glaubwürdigkeit haben in den letzten

vermitteln und sie im Veränderungsprozess zu begleiten.

Jahren leicht abgenommen, weshalb Massnahmen defi-

Change Management gewinnt in solchen Situationen ver-

niert werden müssen, um diese Faktoren wieder zu ver-

mehrt an Bedeutung und hat einen wichtigen Stellenwert in

stärken. Ohne die Unterstützung der Führungskräfte sind

der Führung von Mitarbeitern.

Veränderungsprozesse zum Scheitern verurteilt, weshalb sich das mittlere Management mit der Thematik des

Mittels einer Umfrage sowie Daten einer Mitarbeiterzufrie-

Change Managements auseinandersetzen sowie die Ver-

denheitsumfrage von 2011 wird in der Bachelorarbeit ana-

änderung mittragen und vorleben sollte.

lysiert, von welchen Faktoren sich die Private-BankingMitarbeiter der Zürcher Kantonalbank in ihrem Arbeitsalltag beeinflusst fühlen und wie sie in vergangenen Veränderungsprozessen von ihren Vorgesetzten begleitet und unterstützt wurden. In der Analyse wird zudem eine Unterscheidung zwischen den Wahrnehmungen von jüngeren und älteren Mitarbeitern getroffen. Auf Basis der theoretischen Grundlagen und der Ergebnisse der Umfrage wer-


66

Rollen in der Strategieberatung. Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten

Diplomand: Marius Ruckteschler Dozentin: Dr. Kerstin Pichel

Zur Untersuchung des Verhaltens der verschiedenen Ak-

manager, Projektmanager, Umsetzer, Arzt, Experte, Pro-

teure im Beratungsprojekt wurde in der Beratungsliteratur

motor, Prozesspromotor, Mentor, Trainer, Diagnostiker,

mehrfach die soziologische Rollentheorie verwendet. Bei-

Informationslieferant, Irritierender, Prozessberater, Mode-

träge zu Rollen in Strategieberatungen sind kaum vorhan-

rator, Gutachter und Neutraler Dritter. Diese Rollenkatego-

den. Der Rollenbegriff sowie die Rollenbeschreibungen

rien können ebenfalls auf die Strategieberatung übertragen

und -bezeichnungen fallen in der Literatur teilweise sehr

werden. Einer Beraterin oder einem Berater steht aber nur

unterschiedlich aus. Auch scheint weder eine Einigkeit

ein eingeschränktes Spektrum von Rollen zur Verfügung.

über die typischen Rollen noch ein umfassender Überblick

Im Beratungsprozess werden situativ und intuitiv verschie-

oder ein Vergleich all dieser Rollen als gegeben.

dene Rollen eingenommen. Allgemeingültige Aussagen darüber, wann welche Rolle am geeignetsten ist, können

Die wichtigsten Fragen, die sich ergeben, sind: Lassen

nicht gemacht werden. Bei stark ausgeprägten politischen

sich Gemeinsamkeiten zwischen den Rollenbeschreibun-

Gegebenheiten in strategischen Projekten, welche durch

gen verschiedener Autoren feststellen? Wie unterscheidet

eine hohe kognitive Diversität des klientenseitigen Ma-

sich der Einfluss des Beraters oder der Beraterin hinsicht-

nagements verstärkt werden, ist seitens der Beraterin oder

lich der jeweiligen Rollen? Welche dieser Rollen können

des Beraters die Einnahme einer prozessorientierten Rolle

auch in der Strategieberatung eingenommen werden? In

angezeigt. Eine solche stösst beim Klienten aber nicht im-

welcher Beratungsphase des Strategieberatungsprojekts

mer auf die dafür notwendige Bereitschaft. Die Kombinati-

sollte welche Rolle eingenommen werden?

on einer inhalts- und prozessorientierten Beratung, verteilt auf zwei Berater/-innen, soll in Betracht gezogen werden.

Die Erkenntnisse werden anhand einer Literaturanalyse von Beiträgen aus den Verhaltens- und Wirtschaftswissen-

Diese Erkenntnisse wurden aus der Literatur hergeleitet

schaften hergeleitet. Eingangs wird die soziologische Rol-

und können in bestimmten Beratungen zutreffen. Die meis-

lentheorie auf die Unternehmensberatung angewandt und

ten müssten aber auf ihre Richtigkeit und Generalisierbar-

Rollenkonzepte werden vorgestellt. Nach einem Vergleich

keit empirisch überprüft werden.

von Rollen bei verschiedenen Autoren wird sodann der Fokus auf die Rollen in der Strategieberatung gelegt und Gestaltungsmöglichkeiten werden aufgezeigt. Beraterrollen können anhand der Beratungsorientierung (prozessual oder inhaltlich) und/oder anhand des Einflusses auf die Problemlösung differenziert werden. Aus dem Vergleich aller Rollen ergeben sich folgende 16 Rollenkategorien (aufgelistet nach abnehmendem Einfluss): Krisen-


67

Low-Cost Competition. Welche Strategien können Schweizer KMU entwickeln? Diplomand: Roger Rudin Dozent: Dr. Stefan Koruna

Die Globalisierung und die schnelle Entwicklung von

Es hat sich herausgestellt, dass Schweizer KMU in tradi­

Schwellenländern hat zur Folge, dass westliche Märk-

tionellen Branchen momentan durch Low-Cost-Produkte

te vermehrt durch Low-Cost-Anbieter bedroht werden.

weniger gefährdet sind. Die grösste Gefahr wird bei Unter-

Um gegen diese bestehen zu können, müssen west-

nehmen vermutet, die ihre Low-Cost-Produkte qualitativ

liche Unternehmen erfolgreiche Geschäftsstrategien ent-

weiterentwickelt haben und nun im Mid-End-Segment im

wickeln.

Schweizer Markt vertreiben möchten. Um gegen diese Gefahr zu bestehen, müssen sich Schweizer KMU stets mit

Die Schweiz hat eine hohe Dichte an KMU. Deshalb geht

der Entwicklung dieser Unternehmen auseinandersetzen.

diese Bachelorarbeit der Frage nach, ob und inwiefern

Hierbei erweist sich die Differenzierungsstrategie als sehr

Schweizer KMU durch Low-Cost-Anbieter in ihrem heimi-

erfolgreicher Schutz. Des Weiteren kann auch eine Imple-

schen Markt gefährdet sind und welche Strategien sie da-

mentierung der Kostenführerschaft in Verbindung mit einer

gegen entwickeln können.

Expansion in andere Märkte Erfolg versprechend sein. Trotz schwieriger Umsetzung der Kosten- und Preisführer-

Anhand der BIP-Wachstumsraten lässt sich feststellen,

schaft aufgrund der beschränkten Ressourcen von KMU

dass vor allem asiatische Länder die heutigen Wirtschafts-

verspricht diese Strategie ein hohes Entwicklungspotenzial

mächte in naher Zukunft abzulösen scheinen. Viele dieser

für Schweizer KMU. Falls diese zudem den Schritt ins Aus-

Länder waren ursprünglich Entwicklungsländer und haben

land wagen, sollte die Expansion schrittweise vorgenom-

daher fundiertes Know-how in Tiefpreisprodukten. Als Bei-

men werden. So können kulturell und geografisch nahe

spiel eines der grössten Emerging Markets ist China zu

liegende Märkte zuerst erschlossen werden, was das Risi-

nennen. Im Anschluss an die Definition von «Low-Cost»

ko und das gebundene Kapital geringer hält.

werden Strategien vorgeschlagen, die von Schweizer Unternehmen adaptiert werden können. Anhand einer Strate-

Schweizer KMU sind innovativ und dienstleistungsorien-

gielandkarte soll die Entscheidung für die passende Strate-

tiert. Diese Dienstleistungsorientierung ist für Low-Cost-

gie vereinfacht werden. Jedoch bietet diese Bachelorarbeit

Anbieter schwer imitierbar. Trotzdem sollten diese nicht

keine Musterlösungen für Strategien. Jede Branche und

unterschätzt werden. Schweizer KMU sollten ihr Ge-

jedes einzelne Unternehmen muss ihre Strategie aufgrund

schäftsmodell stets hinsichtlich der Gefahr neuer Low-

ihrer Ressourcen und ihrer Wettbewerbsposition differen-

Cost-Anbieter überprüfen und in Grundlagenforschung in-

ziert beurteilen. Im Anschluss an die theoretische Beschrei-

vestieren.

bung der Strategien werden diese auf die Umsetzbarkeit in Schweizer KMU geprüft. Hierzu werden zur Veranschaulichung Fallbeispiele von Unternehmen aufgezeigt, die einzelne Strategien erfolgreich umgesetzt haben. Zudem wurden Experteninterviews geführt.


68

Google: Brillant oder kopflos? Eine Analyse der Bemühungen von Google, jenseits der Suche erfolgreich neue Geschäftsfelder zu entwickeln Diplomandin: Cécile Schmid Dozent: Dr. Stefan Koruna

Google zählt heutzutage zu den mächtigsten Konzernen

können. Dennoch liegen Schwächen im Schaffen von Kun-

der Welt. Weltweite Bekanntheit erlangte das Imperium

denmehrwert, in einer mangelhaften Produktdisziplin und

aufgrund seiner ausgeklügelten Suchtechnologie. Doch

fehlenden Erfahrungen in Bereichen ausserhalb der digita-

Google ist mehr als eine Suchmaschine. Das Unterneh-

len Dienste. Trotzdem ist unter Berücksichtigung der finan-

men bietet eine Vielzahl webbasierter Produkte, die den

ziellen Rücklagen offensichtlich, dass Google nach wie vor

Alltag jedes Einzelnen erleichtern und unterhaltsamer ma-

neue Produkte veröffentlichen wird, die keinen Anklang

chen sollen. Während die erwirtschafteten Finanzströme

finden und scheitern werden.

durch die bezahlte Suchfunktion äusserst hoch sind, bleibt der Geschäftserfolg in anderen Bereichen auf den ersten

Es zeigt sich, dass der Fokus in Zukunft auf dem Ausbau

Blick bescheiden.

der Systemführerschaft liegen und diese Strategie durch den Long-Tail-Ansatz ergänzt werden sollte. Die generier-

Hieraus wurde die Fragestellung abgeleitet, welche Ursa-

ten Resultate lassen sich aufgrund der einzigartigen Posi­

chen dem ausbleibenden Erfolg und dem Scheitern zu-

tionierung von Google nicht generalisieren. Bezüglich der

grunde liegen. Kann davon ausgegangen werden, dass die

Verschlossenheit von Google wird auch in Zukunft viel Frei-

Google-Dienste einer übergeordneten Logik folgen und

raum für Annahmen bestehen bleiben.

der Grosskonzern eine Strategie der Gewinngenerierung fernab des monetären Profits verfolgt? Auf der Suche nach Antworten erwies sich die Such­ maschine bezüglich interner Informationen als ungeeignet, weshalb entsprechende Fachliteratur herangezogen wurde. Theoretische Internetmodelle lieferten das nötige Wissen bezüglich strategischer Vorgehensweisen. Des Weiteren eröffneten Studien wesentliche Hintergründe, um die getroffenen Massnahmen von Google nachzuvollziehen. Die Annahme, dass die Google-Produkte einer über­ geordneten Logik folgen, erwies sich als möglich. Durch den Aufbau eines Netzwerks sollen das Kernprodukt gestärkt und Konkurrenten abgeschreckt werden. Zusätzlich sollen die Dienste User dazu verleiten, mehr Zeit im Internet zu verbringen, wodurch insbesondere finanzielle Ströme anhand der bezahlten Suchfunktion generiert werden


69

Risikobedingte Herausforderungen und Trends für Risikoträger in der Offshore-Windenergiebranche in Deutschland Diplomand: Nicolas Schnegg Dozent: Dr. Claudio Cometta

Durch das Bekenntnis zur Energiewende und zu der damit

schiffen transportiert werden und schlechte Wetterverhält-

verbundenen Förderung erneuerbarer Energien wurde in

nisse können den Bau oder auch Wartungsarbeiten um

den letzten Jahren die Erstellung von Offshore-Wind­

Wochen und Monate verzögern, was zu Ertragseinbussen

anlagen insbesondere in Deutschland vorangetrieben. Im

und zusätzlichen Kosten führt. Kleine Produktionsfehler

Vergleich zu Windenergieanlagen auf dem Land sind der

können zu enormen Serienschäden führen. Da durch das

Bau und Betrieb auf dem offenen Meer technisch weitaus

Multi-Contracting zur besseren Risikostreuung viele ver-

komplizierter und die Projektierer von Offshore-Windparks

schiedene Zulieferer berücksichtigt werden müssen, ent-

sind daher auch grösseren Risiken ausgesetzt. Diese Risi-

stehen Schnittstellen­risiken, und Zulieferer müssen in die

ken werden zum Teil auf Risikoträger überwälzt. Das eröff-

Projektversicherungspolice mit eingebunden werden.

net Versicherungsgesellschaften neue Geschäftsmöglichkeiten. Aber der Umstand, dass Versicherer im Bereich der

Die Versicherungswirtschaft bietet nun verschiedene neu­

Risiken noch wenig Erfahrung mit Offshore-Windparks

artige Produktkonstellationen für spezifische Offshore-Risi-

gemacht haben, birgt auch viele Unsicherheiten in der Be-

ken an. Dazu gehört auch die Deckung von Serienschä-

wertung der Risiken.

den. Andere Produkte decken Verzögerung und die finanziellen Folgen bei der Errichtung. In Zusammenarbeit

Ziel der Arbeit ist es, Risiken von Offshore-Windanlagen zu

mit der Offshore-Branche erarbeiten die Risikoträger im

identifizieren. Weiter wird definiert, welche Deckungen der

Moment einen «Offshore Code of Practice» mit dem Ziel,

Versicherungsmarkt für Risiken von Offshore-Windparks

technische Standards für das Risikomanagement zu defi-

bietet. Daraus werden dann Lücken in der Deckung von

nieren und neue technologische Entwicklungen in der Risi-

Risiken definiert und Trends in der Versicherung von Off-

kobewertung zu berücksichtigen.

shore-Windparks aufgezeigt. Um diese Entwicklungen aufzeigen zu können, wurde eine Viele traditionelle Versicherungsprodukte in der Sachversi-

Literaturstudie durchgeführt, wobei vor allem Fachbeiträge

cherung wie z. B. Haftpflichtversicherungen können genau

aus Konferenzen und Magazinen sowie aktuelle Internet-

gleich wie bei der Windenergiegewinnung auf dem Land

quellen und Interviews berücksichtigt wurden, da die Off-

auch für die Energiegewinnung auf dem Meer angewendet

shore-Windbranche noch sehr jung ist. Vereinzelt wurden

werden. Offshore-Windparks sind bei der Planung, Errich-

auch persönliche Experteninterviews anhand eines Leit­

tung und beim späteren Betrieb im Gegensatz zur

fadens durchgeführt.

Onshore-Windenergie aber mit verschiedenen spezifischen Risiken konfrontiert. Spezielle Rahmenbedingungen in der Ost- und Nordsee – wozu die grosse Entfernung und Wassertiefen von bis zu 40 Metern gehören – erschweren den Bau und Betrieb. Die Anlagen müssen mit Spezial-


70

Marketing im Sportfachhandel. Steigerung der Kundenfrequenz bei einem kleinen bis mittelgrossen traditionellen Sporteinzelhändler Diplomand: Philippe Schümperli Dozent: Armin Ledergerber, MSc BA Marketing

Es wird ein kleiner bis mittelgrosser traditioneller Sport­

traditionelle Positionierung ist jedoch diejenige eines Win-

einzelhändler untersucht, welcher ein Winter- und Som-

tersporteinzelhändlers mit einem undefinierbaren Sommer-

mersportsortiment führt. Obwohl langjährige Erfahrung im

sortiment. Aufgrund einer hohen Dichte an Konkurrenten

Bereich Sportschuhe besteht und auch ein entsprechend

mit ähnlichem Sortiment ist eine klare und differenzierte

grosses Sortiment vorhanden ist, entfällt nur rund ein Vier-

Positionierung gegenüber diesen notwendig, um von den

tel des erwirtschafteten Jahresumsatzes auf die Sommer-

Kunden entsprechend wahrgenommen zu werden. Dies

saison.

geschieht hauptsächlich über eine entsprechende Kommunikationsstrategie, welche die USPs, namentlich das

Es ist zu überprüfen, wie und mit welchen Mitteln in der

langjährige Know-how, die modernen Analysemöglich­

ge­gebenen Situation die Kundenfrequenz und somit auch

keiten sowie die grosse Auswahl an Sportschuhen, be-

der Umsatz dieses Händlers in der Sommersaison gestei-

wirbt. Eine weitere Differenzierung bildet die Fokussierung

gert werden kann.

auf Freizeitangebote und deren Angebotserweiterung. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass diese einen

Den Rahmen der Arbeit bildet das strategische Manage-

Bezug zum Hauptsortiment aufweisen, um eine emotiona-

ment als analytische Grundlage, worauf das Marketing mit

le Verbindung zwischen Angebot und Produkt herzustel-

taktischen Massnahmen aufbaut. Als Verknüpfung zwi-

len. Es ist auch eine Ausweitung des Sortiments in Rich-

schen Theorie und Praxis dienen diverse Studien über das

tung junger Zielgruppe möglich. Im Rahmen einer

Konsumentenverhalten im Schweizer Sporteinzelhandel.

Produktentwicklungsstrategie soll den Wünschen der

Um den regionalen Fokus einzubringen, wird ergänzend

Kundschaft gefolgt und die Produktkategorien Badeartikel

eine qualitative Befragung im geografischen Zielmarkt des

und Velobekleidung erweitert werden.

Sporteinzelhändlers durchgeführt. Wie bei vielen KMU besteht bei dem untersuchten Sport­ Die Schweizer Sporteinzelhandelsbranche ist aufgrund

einzelhändler noch hohes Potenzial im Bereich «Definition

ihres steten Wachstums attraktiv. Die Leute bleiben fit bis

und Kommunikation einer klaren Positionierung». Es ist

ins hohe Alter, die jungen Leute entdecken und schätzen

wichtig, sich auf ein klares, spezifisches Angebot zu be-

das Wandern wieder und Sport, Gesundheit und Fitness

schränken und dieses dafür konsequent zu kommuni­

sind von hoher Wichtigkeit in der heutigen Gesellschaft.

zieren. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Sorti-

Dies und die im Vergleich zur Gesamtschweiz überdurch-

ments und der Dienstleistung ist zentral, um sich über

schnittliche Sportlichkeit im geografischen Zielmarkt des

USPs von der Konkurrenz zu differenzieren.

Einzelhändlers steigern die Attraktivität der Branche auch regional. Der Bekanntheitsgrad des Sporteinzelhändlers ist bereits sehr hoch und viele Kunden empfehlen sogar das Sportgeschäft ihren Freunden und Verwandten weiter. Die


71

Fairtrade- und Fairmined-Gold. Ein faires Handelsmodell für ein Luxus­ produkt auf dem Schweizer Markt Diplomand: Patrick Schultz Dozentin: Dr. Kerstin Pichel

Im Zuge des steigenden Goldpreises wird die Förderung

nommen wird. Insgesamt bestätigen die Resultate, dass

dieses Edelmetalls zunehmend attraktiver. Dabei werden

bei den Schweizer Goldschmieden durchaus Interesse

insbesondere die Menschen benachteiligt, die das Gold

an fair gehandeltem Gold besteht, was nicht zuletzt dem

unter prekären Zuständen abbauen und dafür nur einen

positiven Image der Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) zu

Bruchteil des Marktpreises erhalten. Der faire Handel durch

verdanken ist. Die Bedingungen des vorgestellten Regis­

entsprechende Organisationen hat bewiesen, dass sozia-

trierungsmodells der Stiftung werden von der Mehrzahl der

len und ökologischen Missständen entgegengewirkt wer-

Goldschmiede nicht nur geschätzt, sondern insgesamt

den kann. Bisher sind in der Schweiz vor allem Lebensmit-

auch als entscheidendes Kriterium für den Bezug von fai-

tel und Blumen mit dem Fairtrade-Label gekennzeichnet.

rem Gold angesehen.

Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) plant die Einführung von fair gehandeltem Gold auf dem Schweizer Markt.

Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) steht sowohl bezüglich der Angebotsseite als auch bei der Konsumenten-

In diesem Zusammenhang stellt sich für die Organisation

nachfrage neuen Herausforderungen gegenüber. Neue

die Frage nach geeigneten Partnern für den Vertrieb. Da

Kampagnen müssen die Kunden und Schmuckhändler für

die Verfügbarkeit von fair gehandeltem Gold beschränkt

die Thematik sensibilisieren. Eine enge Zusammenarbeit

ist, untersucht die Bachelorarbeit, ob und unter welchen

mit den Scheideanstalten ist für einen langfristigen Erfolg

Umständen eine potenzielle Nachfrage bei den Gold-

unerlässlich.

schmieden besteht. Im Hinblick auf eine möglichst grosse Akzeptanz beurteilen deutschsprachige Goldschmiede in einer Umfrage die Zweckmässigkeit eines alternativen Re­ gistrierungsmodells. Dies ermöglicht den Goldschmieden, den anteiligen Bezug von Fairtrade-Gold auf einer gene­ rischen Ebene zu kommunizieren, ohne den regulären Lizenzierungsprozess zu bestreiten. Ein Experteninterview unterstützt die Ergebnisse der Umfrage mit qualitativen Beiträgen. Die Untersuchung hat ergeben, dass recyceltes Gold eine wesentliche Rolle in der Schmuckbranche spielt, jedoch kein Hindernis für die Einführung von neuem, fair gehandeltem Gold darstellt. Weiterhin wird festgestellt, dass die fehlende Transparenz beim Handel mit Gold zwar von den Goldschmieden, jedoch nicht von deren Kunden wahrge-


72

Kritische Erfolgsfaktoren des Post-Merger-Integration-Managements

Diplomand: Nicolas Schweiter Dozent: Dr. Stefan Schuppisser

Mergers and Acquisitions und ihre Bedeutung in der

Trotz der hohen Misserfolgsraten wird oftmals die Be­

Marktwirtschaft nehmen international kontinuierlich zu.

deutung der Integrationsphase unterschätzt oder sogar

Turbulenzen im Kapitalmarkt, ansteigende Zinsen, aber

als nicht erfolgskritisch erachtet. Die Post-Merger-Integra-

vor allem konjunkturelle Unsicherheiten mögen das

tion ist eine anspruchsvolle Aufgabe, da sie ein breites

Transaktionsvolumen kurzfristig bremsen, trotzdem dürfte

Auf­ gabenspektrum umfasst. Das zeigen auch die kriti-

der Trend zu Mergers and Acquisitions auch künftig

schen Erfolgsfaktoren, die auf Basis der Literatur­

ungebrochen sein. Trotz dieser Entwicklung zeigen

recherche sowie der Fallanalyse abgeleitet wurden. Ne-

zahlreiche empirische Studien, dass bei der Mehrheit

ben einer glaubwürdigen Kommunikation und einer

aller Unternehmenszusammenführungen die angestreb-

erhöhten Aufmerksamkeit dem Personal gegenüber sind

ten strategischen und finanziellen Ziele nicht erreicht wer-

während einer Unternehmenszusammenführung insbe-

den.

sondere eine umfassende Due Diligence, eine präzise und verständ­liche Integrationsstrategie sowie ein ausge-

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, anhand einer Fall-

prägtes Change-Management des kulturellen Wandels

analyse einer brasilianischen Versicherungsgesellschaft

hervorzuheben. Für die Strukturierung, Umsetzung und

aufzuzeigen, welches die kritischen Erfolgsfaktoren für

Steuerung der komplexen Herausforderungen eines Inte­

eine Post-Merger-Integration sind, um eine erfolgreiche

grationsprozesses liefert der praxisorientierte Capability-

Unter­­nehmenszusammenführung sicherzustellen. Damit

Ansatz einer führenden Rückversicherungsgesellschaft in

die kritischen Erfolgsfaktoren abgeleitet werden können,

Verbindung mit dem Post-Merger-Integrationsprozess das

sind die Hauptursachen für die hohen Misserfolgsraten

nötige Rüstzeug.

von Mergers and Acquisitions zu untersuchen sowie die Bedeutung des Integrationsmanagements im Rahmen

Schliesslich wird es nur durch ein steigendes Bewusstsein

von Mergers and Acquisitions zu beurteilen. Die Bachelor-

über die herausragende Bedeutung des Post-Merger-­

arbeit basiert auf der wissenschaftlichen Literatur zu den

Integrationsmanagements möglich sein, die Misserfolgs-

Themenbereichen Mergers and Acquisitions sowie Post-

quote in Zukunft zu verbessern.

Merger-Integration. Des Weiteren liefern zahlreiche empirische Untersuchungen Auskunft über die Erfolgsquoten von Mergers and Acquisitions. In seiner Funktion als Projektleiter hat der Autor zudem eigene Erfahrungen zum Post-Merger-Integrationsprozess innerhalb einer international tätigen Rück­versicherungsgesellschaft machen können. Diese und weitere Erkenntnisse der Unternehmung sind ebenfalls in die Arbeit eingeflossen.


73

The Growth of the Chinese ICT Industry. Recommendations for European Companies on How to Master the Competition Graduate: Vanessa Seidmann Supervisor: Dr. Stefan Koruna

With the beginning of the 21st century, the concept of glo-

WTO in 2001 led to a reduction of trade barriers and

balization has finally become a reality. However, the inter-

the arrival of foreign direct investments. As Chinese ICT

play between countries not only causes positive trends,

companies started to enter markets in developing coun-

such as improvements in infrastructure or telecommunica-

tries, they benefited from economies of scale. As profits

tion systems, it also seriously increases the rivalry among

accumulated, China was able to invest in R&D and product

enterprises from these different countries. As a result, the

development to meet Western demands.

growth of low-cost information communications techno­l­ ogy (ICT ) companies in China is leading to the disappear-

While the European ICT industry possesses good global

ance of European firms from the lead positions in that

brands that are known for being innovative and for having

sector. Currently, only Ericsson remains in front, closely fol-

a high service quality, companies’ lack of vision and their

lowed by Chinese competitor Huawei. As a result, compa-

inability to anticipate the rise of their new Chinese com-

nies from around the world have to find ways to compete

petitors have made them fall behind. Decisive action will be

against them.

required to keep up with the global competition.

This Bachelor’s thesis examines how Chinese ICT compa-

As there is no specific strategy suitable for all companies,

nies act in today’s competitive environment and how they

European ICT companies should find a good balance

have managed to succeed in outperforming some of the

by adopting some of the Chinese strategies and adding

major players in Europe. It highlights how Western ICT

their own features, such as outstanding service. In the

companies respond to the strong competition from China

future, European companies must keep close watch on

and makes recommendations on how European ICT com-

the competition and learn to react quickly to dynamic pro-

panies can deal with this challenge more successfully.

cesses. Companies that are watchful, innovative, flexible,

Based on a review of available literature, a study to analyze

and quick to change will be able to compete successfully

the development of the global and the Chinese ICT indus-

in this globalized environment.

try was conducted which also assessed the current competitive situation. It was found that major reforms were introduced to make the ICT industry a priority for China. The country’s large population not only supplies a large workforce able to produce goods at low cost, it also represents a strong consumer base for ICT products and services, which has further contributed to the accelerated growth. Government support for the sector and the accession of China to the


74

How Glocal Do Reinsurance Companies Need to Be?

Graduate: Ariane Siegrist Supervisor: Prof. René Rüttimann, PhD

“Glocal” as a concept combines both global and local

Two of the reinsurers examined, Hannover Re and Scor,

approaches. Reinsurers are per se global, since they

were both found to be very global according to the analysis

write business on a worldwide basis. They pursue the

of global indicators. The analysis of local indicators re-

goal of a well-diversified portfolio emphasizing their geo-

vealed that both companies are also more local than Part-

graphical spread and their different lines of business. Lo-

nerRe. In Latin America, PartnerRe operates more cost

cal aspects include, amongst others, local know-how,

efficiently than Scor; on the other hand, it shows the high-

risk assessments on the ground, and access to busi-

est standard deviation to the market return on equity. While

ness.

Hannover Re and Scor have bigger life portfolios, which can rebalance better non-life portfolios, Hannover Re uses

For the purpose of this Bachelor’s thesis, desk research

a big retrocession contract to reduce the volatility of its

was done to gather relevant background information on re-

portfolio. Considering all the above-mentioned aspects,

insurance and analyze the reinsurance industry. In addition,

the hypothesis that PartnerRe is as glocal as other reinsur-

a qualitative study was undertaken based on semi-struc-

ance companies is therefore valid.

tured interviews with key people from PartnerRe, a leading international reinsurance group. Finally, a benchmark

However, there is no ideal combination between global and

strategy with glocal indicators was developed to compare

local. The glocal approach depends on the strategy and

three reinsurance companies: PartnerRe, Scor, and Han-

the market environment. Thus, the question how glocal a

nover Re. To determine how global and how glocal they are,

reinsurer needs to be cannot really be answered, as the

they were analyzed using glocal indicators. Since no official

company has to constantly react to a changing market en-

metrics are available to measure glocality, interviews were

vironment. Each stage in the market cycle requires a differ-

conducted with several key people to help define possible

ent glocal mix. Therefore, a reinsurer needs to continu-

glocal measures.

ously review its glocal approach and remain flexible in light of the changing market environment.

One of the questions discussed in this thesis is whether reinsurers need local presence to have access to new business. Local presence only makes sense if business can only be written through a local office. Hence, reinsurers do not usually open a local office unless the additional business it might generate would contribute to the profit margin. International brokers can also give reinsurers access to foreign markets and therefore to new business. The decision which distribution channel to use depends on a reinsurer’s glocal approach.


75

«Collaborative Consumption» zwecks Öffnung neuer Märkte. Eine Analyse des Potenzials von Peer-to-Peer-FahrzeugSharing in der Schweiz Diplomand: Dario Singenberger Dozent: Dr. Clemente Minonne

Das Prinzip des gemeinschaftlichen Konsums «Collabo-

Basierend auf der Tatsache, dass Peer-to-Peer-Fahrzeug-

rative Consumption» ist ein Trend, welcher durch das

Sharing für viele noch ein unbekannter Begriff ist und die

Teilen von Informationen, Bildern, Videos und Literatur

heranwachsende Generation tendenziell weniger Wert auf

über so­ ziale Medien bekannt wurde. Neben diesen

ein eigenes Fahrzeug legt, kann ein Trend in Richtung eines

bekann­­ten Formen werden gegenwärtig auch Gegenstän-

gemeinschaftlichen Konsums im Fahrzeugbereich festge-

de oder Dienst­ leistungen wie beispielsweise Fahrzeuge

stellt werden. Die Auswirkungen dieses Trends und die

oder Kern­ kom­ petenzen mit anderen Personen geteilt.

Entwicklung auf dem Schweizer Markt werden sich in den

Diese Ver­än­derung des Konsumentenverhaltens birgt das

nächsten Jahren zeigen.

Potenzial, neue Märkte durch Innovationen zu erschliessen. Ziel der Bachelorarbeit ist es, das Nachfragepotenzial von Peer-to-Peer-Fahrzeug-Sharing in der Schweiz zu eruieren. Peer-to-Peer-Fahrzeug-Sharing stellt hierbei eine mögliche Innovation dar, dem Trend des gemeinschaftlichen Konsums zu folgen. Die Erkenntnisse aus der aktuellen Literatur brachten das benötigte Grundlagenwissen, um eine empirische Analyse anhand eines Online-Fragebogens durchzuführen. An der Umfrage haben sich 465 Studienteilnehmer beteiligt. Die Resultate werden im Rahmen dieser Arbeit ausgewertet und mit der Thematik entsprechend in Verbindung gebracht. Die empirische Untersuchung ergibt, dass Peer-to-PeerFahrzeug-Sharing für viele noch unbekannt ist, jedoch das Bedürfnis nach alternativen Mobilitätskonzepten besteht. Weiterhin ergibt die Auswertung, dass das Interesse, ein Fahrzeug einer Drittperson zu mieten, vorhanden ist. Um die Nachfrage zu erhöhen, müssten jedoch die Markt­ aktivitäten aus Anbietersicht intensiviert werden, um das Marktpotenzial bestmöglich zu nutzen.


76

Corporate Citizenship. Erfolgreiche Umsetzung und Kommunikation Diplomandin: Corina Soncini Dozent: Prof. Dr. Mathias Schüz

Schlagworte wie «Nachhaltigkeit» und «soziales Enga­

Erkenntnissen konnten konkrete Handlungsempfehlungen

gement» zieren schon seit Längerem die Leitbilder von

abgeleitet werden.

Schweizer Unternehmen. Um diese Vorsätze in die Tat umzusetzen, unterstützen Unternehmen Non-Profit-Organisa-

Diese zeigen auf, dass die Kommunikation, bei der nicht

tionen (NPOs) finanziell oder sie übernehmen das Sponso-

das Kerngeschäft des Unternehmens, sondern das Projekt

ring von kulturellen Anlässen, gründen Stiftungen oder

im Fokus steht, viele Vorteile mit sich bringen kann. So

stellen ihre Mitarbeiter für externe Einsätze zur Verfügung.

kann nebst dem Reputationsgewinn des Unternehmens

Die Möglichkeiten eines bürgerschaftlichen Engagements,

z. B. die Bevölkerung auf Probleme aufmerksam gemacht

des sogenannten Corporate Citizenship, sind gross, die

und bei anderen Unternehmen ein «Nachahmereffekt» er-

damit verbundenen Risiken im Hinblick auf die Wahrneh-

zielt werden.

mung des Unternehmens ebenso. Die Auswahl der Aktivitäten stellt für die Unternehmen deshalb meist eine Her-

Zudem ergibt die Untersuchung, dass Unternehmen von

ausforderung dar.

den NPOs mehr Transparenz bezüglich der Verwendung von Spendengeldern fordern. Ausserdem soll der Erstkon-

Um die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsunterneh-

takt weniger mit unpersönlichen Massensendungen, son-

men und NPOs erfolgreich zu gestalten, stellt sich die

dern individuell erfolgen, indem etwa konkrete Projekte

Frage, welches Ziel die Unternehmen bei einem karita­

vorgestellt werden. Die NPOs hingegen wünschen sich,

tiven Engagement verfolgen. Steht der ideelle Wert im

dass die jeweilige Ansprechperson innerhalb des Unter-

Vordergrund oder sind doch die betriebswirtschaftlichen

nehmens einfacher zugänglich ist. Diese und weitere Wün-

Motive zentraler? Es sollte zudem geklärt werden, wel-

sche werden in einem nächsten Schritt analysiert und es

che Vorteile und Risiken mit der Kommunikation der

wird ein Ansatz entwickelt, mit dessen Hilfe die Anliegen

Enga­gements verbunden sind und ob die Zusammenar-

von Unternehmen und NPOs in Übereinstimmung ge-

beit zwischen Unternehmen und NPOs bereits effizient

bracht werden. Hierbei handelt es sich um ein Online-Ver-

ist oder ob sich doch Verbesserungspotenzial erkennen

mittlungsportal, bei dem die NPOs ihre Projekte im Detail

lässt.

vorstellen und die Unternehmen bei Interesse direkt reagieren können. Dieses Portal gewährleistet sowohl die effizi-

Um diese Fragen zu beantworten, wurde Fachliteratur he-

ente Kontaktaufnahme als auch die effektive Auswahl ge-

rangezogen und parallel bei 180 ausgewählten Schweizer

eigneter Projekte und stellt damit ein optimales Instrument

Unternehmen eine Umfrage lanciert. Um die Empfänger-

für eine glaubwürdige Corporate Citizenship dar.

seite analysieren zu können, wurden Interviews mit Geschäftsleitungsmitgliedern von NPOs durchgeführt. Auf beiden Seiten stellte sich erwartungsgemäss heraus, dass es noch Verbesserungspotenzial gibt. Basierend auf den


77

Der Einfluss der Sortimentsgrösse und der Kategorisierung von LaptopComputern auf Online-Plattformen auf das Kaufverhalten der Kunden Diplomand: Daniel Spänni Dozent: Sandro Graf, lic. iur. EMSc

Der Konsument sieht sich heutzutage mit einer wachsen-

Sie beeinflusst einerseits die wahrgenommene Attraktivität

den Anzahl an Laptop-Computern konfrontiert. Dies führt

des Sortiments und andererseits den Kaufentscheidungs-

einerseits zu einer grösseren Wahlfreiheit, kann aber auch

prozess als solchen. Persönliche und situative Faktoren

negative Aspekte mit sich führen, die sich schlimmstenfalls

entscheiden über die positiven bzw. negativen Ausprägun-

in einer Verwirrung des Konsumenten äussern. Schwartz

gen der Effekte auf den einzelnen Konsumenten. Vor allem

beschreibt dieses Phänomen, bei welchem der Kauf­

im Zusammenhang mit den technischen Daten kann ein

entscheid durch eine zunehmende Anzahl an Alternativen

grosses Sortiment zu einer Erschwerung des Kaufent-

erschwert wird, als Paradox of Choice. In diesem Zu­sam­

scheids führen. Ein kleines Sortiment hat den Vorteil der

men­ hang wurden verschiedene Studien durchgeführt.

Übersichtlichkeit und führt normalerweise zu einer schnel-

Ausgehend von einem grossen Sortiment bestätigen eini-

leren Entscheidungsfindung. Unabhängig von der Sorti-

ge Studien das Vorhandensein der Consumer Confusion,

mentsgrösse konnte die Kategorisierung als hilfreiche und

während andere keine negativen Auswirkungen feststel-

kundenfreundliche Entscheidungshilfe identifiziert werden.

len können. Die Metaanalyse von 50 ähnlich aufgebauten

Die Anbieter von Laptop-Computern müssen sich der Aus-

quantitativen Studien konnte dieses Phänomen weder

wirkungen der Sortimentsgrösse bewusst sein. Ein gros-

eindeutig bestätigen noch widerlegen. Vielmehr fand man

ses Sortiment ist für viele Konsumenten ausschlaggebend

heraus, dass der Einfluss der Sortimentsgrösse auf unter-

für die Wahl eines Händlers. Auf der anderen Seite wird der

schiedlichen, nicht in der Analyse berücksichtigten Vor­

Kaufentscheid dadurch erheblich erschwert, insbesondere

aussetzungen beruhen muss.

aufgrund der Tatsache, dass die technischen Daten den Grossteil der Kaufinteressenten überfordern und ein klei-

Dementsprechend wird der Einfluss der Sortimentsgrösse

nes Sortiment sinnvoller wäre. Diesbezüglich ist vor allem

im Bereich Laptop-Computer auf die Kaufentscheidung des

die Kategorisierung ein entscheidendes Hilfsmittel zur Be-

Kunden untersucht. Der Fokus liegt auf dem Vertriebskanal

einflussung des Konsumenten. Es empfiehlt sich, diese

des Internets und als mögliche Reduktionsstrategie seitens

möglichst anhand nichttechnischer Daten und vorteilswei-

des Herstellers bzw. Händlers soll die Kategorisierung der

se nach Anwendungszweck vorzunehmen.

Produkte untersucht werden. Grundlage für das metho­ dische Vorgehen liefert die aktuelle Theorie zum Thema der Konsumentenverwirrtheit. Im Anbetracht der unklaren Ergebnisse wurden auf der Theorie aufbauende qualitative Interviews durchgeführt, die einen besseren Einblick in den Entscheidungsprozess des Konsumenten gewährleisten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sortimentsgrösse einen Einfluss auf die Kaufentscheidung des Konsumenten hat.


78

Die Wiederanlage von Todesfall-Leistungen

Diplomandin: Sibylle Stahel Dozentin: Bettina Gehring, MA HSG

Themen wie Kundenbindung, Customer Relationship Ma-

Bei der Bearbeitung von Todesfällen ist neben dieser Ver-

nagement und Customer Experience Management haben

trauensbasis auch der Umgang mit den Begünstigten

in den letzten Jahren im Marketing an Bedeutung gewon-

bzw. Erben von entscheidender Bedeutung. Es ist wichtig,

nen, da es in der heutigen Zeit immer schwieriger und teu-

dass die Berater echtes Mitgefühl für die Situation zeigen,

rer wird, Neukunden zu gewinnen. Ziel von Unternehmun-

gleichzeitig aber den Mut aufbringen, die Begünstigten

gen ist es, profitable Kunden langfristig zu binden und so

bzw. Erben auf eine mögliche Wiederanlage der Leistun-

Umsatzsteigerungen zu generieren. Der Fokus der Bache-

gen anzusprechen. Um die Berater optimal auf die Be­

lorarbeit liegt auf der Kundenbindung in der Versicherungs-

arbeitung von Todesfällen vorzubereiten, müssen ent­

branche, genauer gesagt geht es um die Wiederanlage von

sprechende Schulungen durchgeführt und neue Berater

Todesfall-Leistungen. Ziel der Untersuchung ist es, die ent-

an­fänglich durch einen erfahrenen Kollegen begleitet wer-

scheidenden Erfolgsfaktoren für eine Erhöhung der Wie-

den. Weiter muss der Leistungsdienst die Berater optimal

deranlagequote bei Todesfall-Leistungen zu identifizieren.

bei der Bearbeitung von Todesfällen unterstützen.

In einem ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet, welche als Ausgangslage für den praktischen Teil dienen. Für den zweiten Teil wurden die Generalagenten und einige der besten Vorsorgeberater einer bestimmten Schweizer Versicherungsgesellschaft genauer zur Todesfall-Bearbeitung bzw. ihrem persönlichen Vorgehen bei der Bearbeitung befragt. Zusätzlich wurde eine Befragung von anderen Schweizer Versicherern in Bezug auf ihr Wiederanlagemanagement bei Todesfall-Leistungen durchgeführt. Aus den Ergebnissen der Befragungen wird deutlich, dass die Beziehung zwischen dem Berater und dem Kunden von entscheidender Bedeutung ist. Eine zentrale Rolle in dieser Beziehung spielt das Vertrauen, welches über regelmässigen Kontakt zwischen dem Kunden und dem Berater aufgebaut werden kann. Es ist daher wichtig, dass die Versicherungsberater auch nach dem Vertragsabschluss in regelmässigen Abständen mit den Kunden in Kontakt treten und die Beziehung zu ihnen pflegen.


79

Mitarbeiterbindung. Entwicklung einer Konzeption für eine Mitarbeiterbefragung Diplomandin: Nicole Straka Dozent: Prof. Dr. Tilmann Raff

Aufgrund des demografischen Wandels und der Globali-

hen, konnte nicht eindeutig eruiert werden, da in der Lite-

sierung nimmt der Fachkräftemangel zu. Die Bevölkerung

ratur eine Vielzahl an Möglichkeiten vorgeschlagen wird. In

wird älter und der globale Arbeitsmarkt bietet gute Karrie-

der Annahme, dass Arbeitszufriedenheit das Commitment

remöglichkeiten. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwick-

beeinflusst und umgekehrt, wurde die Arbeitszufriedenheit

lungen müssen sich die Unternehmen anpassen, um den

detaillierter analysiert. Mithilfe der Theorie wurde ermittelt,

Änderungen Rechnung zu tragen. Nicht nur wertvolles

dass Tätigkeit, Entlohnung, Betriebsklima, Arbeitsbedin-

Know-how, sondern auch Kernkompetenzen gehen beim

gungen und Führung die Teilzufriedenheiten der Arbeitszu-

Austritt eines Mitarbeiters verloren. Eine Neueinstellung

friedenheit darstellen. Indem Teilzufriedenheiten befriedigt

und Einarbeitung eines neuen Mitarbeitenden erfordert

werden, entsteht Arbeitszufriedenheit, welche wiederum

hohe Investitionen, wohingegen das Halten von bestehen-

das Commitment vorteilhaft begünstigt. Aus dem Vergleich

den Beschäftigten kostengünstiger ist. Deshalb sollte ein

von Theorie und Studien resultiert, dass innerhalb der Teil-

Unternehmen versuchen, ihre Leistungsträger längerfristig

zufriedenheiten folgende Faktoren für eine erfolgreiche Mit-

an ihr Unternehmen zu binden.

arbeiterbindung von Bedeutung sind: Attraktivität der Arbeitstätigkeit, Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume,

In der Bachelorarbeit wird ein Mitarbeiterfragebogen erar-

flexible Arbeitszeit, Gehalt, Kapitalbeteiligung, Team, Kom-

beitet, welcher den Bindungsgrad eines Mitarbeitenden

munikation, Aufstiegsmöglichkeiten und Personalentwick-

ermittelt. Dazu wird ein Auswertungsdesign erstellt, mit

lung, Beschäftigungssicherheit, Vorgesetzter sowie Füh-

welchem die Ergebnisse gemessen bzw. interpretiert wer-

rungsstil.

den können. Anhand einer Mitarbeiterbefragung kann gezielt gemessen Welche Voraussetzungen für eine Bindung gegeben sein

werden, welcher Bindungsgrad bei den Angestellten be-

müssen, wird anhand der Literaturrecherche beantwortet.

steht. Durch die gewonnenen Erkenntnisse können Mass-

Ausserdem werden theoretische Grundlagen mit durchge-

nahmen eingeleitet werden, die zu einer verstärkten Mitar-

führten Studien verglichen, um einzelne Faktoren zu ermit-

beiterbindung führen.

teln, welche für die Mitarbeiterbindung von Bedeutung sind. Anhand der Faktoren wird anschliessend ein Modell entwickelt, welches die Basis für die Fragebogenkonzeption bildet und die gewonnenen Erkenntnisse zusammenfasst. Schliesslich wird eine Auswertungsmethode näher erklärt und auf den konzipierten Fragebogen angepasst. Es zeigt sich, dass Zufriedenheit und Identifikation mit dem Unternehmen die Voraussetzungen für eine Bindung sind. Wie Arbeitszufriedenheit und Commitment zueinander ste-


80

Mittagstischlandschaft Schule Winterthur. Eine Marktanalyse in Hinblick auf die Gründung eines Cateringunternehmens Diplomand: Dominic Pascal Stutz Dozent: Rolf Rellstab, MA HSG

Was bringen Tagesschulen? Es lassen sich zahlreiche

betroffenen Anspruchsgruppen eruiert, zum anderen wird

Gründe finden, primär aber vereinfachen sie den Eltern die

die Frage erörtert, welche Schulen an einem Lieferanten-

Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Während die Kinder in

wechsel interessiert sind. Bildungspolitische Erkenntnisse

der Schule den Tag über von Pädagogen betreut und mit-

sollen die Anmeldungen am Mittagstisch zudem nach

tags verpflegt werden, können Eltern ihrer Erwerbstätigkeit

oben treiben. Die Forschungsfragen sind einerseits anhand

nachgehen. So stehen nicht nur den Familien mehr finan­

von Interviews mit 12 Schul- oder Betreuungsleitern erar-

zielle Möglichkeiten zur Verfügung, auch die Wirtschaft

beitet worden, andererseits durch Fokusgespräche mit

profitiert von der erhöhten Verfügbarkeit ihrer Arbeitskräfte.

jeweils sechs bis acht Schülern an neun Winterthurer

Gerade Frauen, deren durchschnittliches Bildungsniveau

Schulen. Ein abschliessendes Gespräch mit der Leiterin

jenes der Männer übersteigt, könnten als Vollzeitbeschäf-

«schulergänzende Betreuung Winterthur» unterstützt die

tigte der Arbeitskräfteknappheit entgegenwirken. Auch die

Beantwortung der Forschungsfragen zusätzlich.

Kinder selbst profitieren von den Tagesschulen. So hat sich gezeigt, dass Schüler aus Tagesschulen gegenüber Schü-

Dem potenziellen Unternehmer wird nahegelegt, der Stadt

lern aus dem traditionellen Unterrichtsmodell im Durch-

baldmöglichst eine Offerte für die Lieferung der Mittages-

schnitt bessere Schulleistungen erzielen und so höhere

sen zu unterbreiten. Um noch mehr Schüler für den Mit-

Schulabschlüsse erreichen können. Es gibt jedoch auch

tagstisch zu begeistern, wird der schulergänzenden Be-

offene Fragen. Ob der Steuerzahler ebenso einen finanziel-

treuung Winterthur empfohlen, das Angebot Mittagstisch

len Nutzen aus Investitionen in Tagesschulen zieht, lässt

an den Sekundarschulen mehr auf die Bedürfnisse der

sich nicht nachweisen. Weitere Studien über den volkswirt-

Jugendlichen auszurichten. Zudem ist eine Unterteilung

schaftlichen Nutzen von Tagesschulen sind daher nötig.

der Primarschule nach älteren und jüngeren Schülern sinnvoll.

Mit dem III. Nachtrag vom 23. Februar 2009 hat der Winter­ thurer Gemeinderat beschlossen, seine Schulen als freiwillige Tagesschulen zu führen. In den letzten drei Jahren ist die Anzahl betreuter Kinder stark gestiegen. Heute werden auf Primarstufe und Sekundarstufe I in der Woche bereits circa 6000 Mahlzeiten für Schüler zubereitet. Für Investoren stellt dieser Mittagstischmarkt an Tagesschulen ein grosses Potenzial dar. Infolgedessen und im Hinblick auf die Unternehmensgründung eines Cateringbetriebes wird in dieser Bachelorarbeit zweierlei analysiert: Zum einen werden die Bedürfnisse der


81

Kommunikation zwischen der öffentlichen Verwaltung, Institutionen und Bürgern Diplomand: Nicolas Thoma Dozent: Dr. Clemente Minonne

Die Bachelorarbeit erforscht, inwiefern öffentliche Verwal-

Die Befragungen ergeben, dass im Kanton Zürich momen-

tungen das Potenzial von modernen Medien (Social Media)

tan erst vier öffentliche Verwaltungen moderne Medien

für die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern

einsetzen. In naher Zukunft werden jedoch diverse Ge-

sowie mit anderen Institutionen nutzen. Die Forschungs­

meinden und Städte hinzukommen und Social Media ein-

frage wurde mittels einer quantitativen Befragung aller öf-

führen. Aus den Antworten der befragten Verwaltungen

fentlichen Verwaltungen im Kanton Zürich untersucht.

wird ersichtlich, dass Gemeinden und Städte weniger als

Dafür wurden zwei Fragebögen ausgearbeitet. Der erste

20 Stellenprozente für die Pflege der Social-Media-Kanäle

richtet sich an öffentliche Verwaltungen, welche bereits ak-

einsetzen wollen. Da der Aufbau eines Netzwerkes an inte­

tiv moderne Medien einsetzen, und der zweite an Gemein-

res­sierten Bürgerinnen und Bürgern sehr zeitintensiv ist,

den und Städte, welche den Einsatz in naher Zukunft pla-

werden 20 Stellenprozente voraussichtlich nicht ausrei-

nen oder Social-Media-Plattformen noch nicht thematisiert

chen. Darüber hinaus sollten die Gemeinden und Städte

haben.

die Social Media nicht als zusätzlichen Informationskanal betrachten, sondern mittels der modernen Medien mit ih-

Die Branche der öffentlichen Verwaltung war in der Vergan-

ren Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren und diskutie-

genheit einer entscheidenden Entwicklung ausgesetzt.

ren. Die öffentlichen Verwaltungen sind bereit, Beiträge zu

Strukturen, Strategien sowie die Kultur wurden den Stan-

verschiedenen Themen und Abteilungen zu veröffentli-

dards aus der Privatwirtschaft angepasst. Die Verwaltun-

chen. Diese Vielfalt ist für die Leserinnen und Leser attrak-

gen wurden durch stärkere Kundenorientierung ihrer Pro-

tiv und wird sie zu Gesprächen anregen. Abschliessend

zesse moderner. Einen wesentlichen Einfluss hatte dabei

kann gesagt werden, dass die öffentlichen Verwaltungen

die Entwicklung des Internets. Das neue Web 2.0 ermög-

im Kanton Zürich das Potenzial von modernen Medien

lichte eine veränderte Nutzung des Internets. Es fand ein

zunehmend erkennen, dieses jedoch noch nicht aus-

Umdenken statt und die Menschen passten ihr Verhalten

schöpfen.

an das Web 2.0 an. Neben dem privaten Gebrauch nutzten immer mehr Unternehmen Webanwendungen für geschäftliche Aktivitäten. Unternehmen profitierten von neuen Marketingkanälen und wurden in den verschiedenen Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube, Flickr, Xing und LinkedIn aktiv. Im Laufe der Zeit begannen auch öffentliche Verwaltungen, moderne Medien für ihre Zwecke zu nutzen. Der Einsatz von Social Media in der Branche setzt sich jedoch noch nicht durch.


82

Generation Silver Surfer. Eine empirische Untersuchung der Ansprüche an Apps, Smartphones und Mobilfunkanbieter Diplomand: Martin Walz Dozent: Dr. Roger Seiler

Die Bevölkerungsstruktur der Schweiz hat sich in den

Die Arbeit bestätigt den Trend, dass sich das Internet auf

vergangenen hundert Jahren stark verändert. Gründe

mobile Endgeräte verbreitet. Bereits 61 Prozent der Be-

dafür sind, dass die Menschen immer älter werden und

fragten verfügen über ein Smartphone. Die gute monetäre

ten­ denziell weniger Nachkommen haben als frühere

Ausstattung sowie die Bereitschaft, für qualitativ hochwer-

Generationen. Dies führt dazu, dass in naher Zukunft

tige Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen, konnten

mehr ältere als jüngere Personen in der Schweiz leben

ebenfalls durch die Umfrage bestätigt werden. Entgegen

werden. Der grösste Teil der Bevölkerung ist aktuell

den Erwartungen werden Smartphones sowohl von zu

knapp 50 Jahre alt. Diese Tatsache stellt Firmen und Be-

Hause aus wie auch unterwegs fast kongruent genutzt.

hörden vor noch ungelöste Herausforderungen. Denn

Die beliebtesten Apps dienen der Informationsrecherche

nicht nur die Bevölkerung ab 50 Jahren schreibt ihre

und der Kommunikation im Bekanntenkreis. Für App-Ent-

eigene Geschichte, sondern auch die Art und Weise, wie

wickler wird empfohlen, den Inhalt sowie den Aufbau der

man mittels neuer Technologien kommuniziert und sich

Apps speziell an die Bedürfnisse der Silver Surfer anzupas-

informiert. Das Internet ist inzwischen weit verbreitet und

sen. Der Verkaufspreis einer App sollte maximal 5 Franken

dehnt sich stetig aus. Mit Mobiltelefonen kann bereits auf

betragen. Smartphone-Hersteller müssen in der Zukunft

das mobile Internet, unabhängig von Ort und Zeit, zuge-

sicherstellen, dass die Geräte auch von heutigen Silver

griffen werden.

Surfern im Alter von 80 Jahren und mehr bedient werden können. Die aktuelle Struktur der Flatrate-Abonnements

Die Bachelorarbeit untersucht Personen zwischen 50

der Mobilfunkanbieter wird bereits als sinnvoll erachtet.

und 69 Jahren, die die soeben beschriebenen neuen

Spezielle Abonnements für Silver Surfer werden dagegen

Technologien nutzen. Konkret beinhaltet die Forschungs-

aufgrund unnötiger Umsatzeinbussen nicht empfohlen.

frage eine Analyse der genannten Zielgruppe und von

Eine erfolgreiche Zukunft wird vor allem denjenigen Unter-

deren Ansprüchen an Apps, Smartphones und Mobil-

nehmen prognostiziert, die die gleiche Sprache wie die

funkanbieter. Die sogenannten Silver Surfer besitzen

Silver Surfer sprechen und sie bis ins hohe Alter begleiten.

hohes und nicht ausgeschöpftes Potenzial, jedoch nicht alle Marketingverantwortlichen haben diese Zielgruppe erfasst oder sie tun sich schwer mit der passenden Kommunikation. Damit die richtige Sprache mit den Silver Surfern gesprochen werden kann, wird die oben beschriebene Forschungsfrage mithilfe wissenschaftlicher Literatur und einer Online-Umfrage beantwortet. Die Resultate werden verwendet, um Empfehlungen für AppEntwickler, Smartphone-Hersteller und Mobilfunkanbieter zu erarbeiten.


83

Management Cockpit als Führungsin­ strument für KMU. Eine empirische Untersuchung in der Schweizer Maschi­ nen-, Elektro- und Metallindustrie Diplomand: Matthias Widmer Dozent: Marcel Sieber, lic. phil.

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie

Aus den Ergebnissen der Umfrage geht hervor, dass et-

(MEM-Industrie) ist für den Wirtschaftsstandort Schweiz

was mehr als der Hälfte der teilnehmenden Personen das

von zentraler Bedeutung. In den letzten Jahren haben

Management Cockpit bekannt ist. Beim Einsatz des Füh-

die Herausforderungen für Unternehmen der MEM-

rungsinstruments sind deutliche Unterschiede innerhalb

Branche jedoch zugenommen. Der steigende Konkur-

der Grössenkategorien auszumachen. Während bei den

renzdruck, die weltweit unsichere Konjunkturlage sowie

mittleren Unternehmen (50–249 Mitarbeitende) beinahe

die Frankenstärke stellen MEM-Unternehmen vor gros­ -

jedes zweite Unternehmen ein Management Cockpit ver-

se Herausforderungen. Insbesondere kleine und mittle­

wendet, liegt der Anteil bei Mikrounternehmen (1–9 Mitar-

re Unternehmen sind von den zunehmenden Herausfor-

beitende) bei lediglich neun Prozent. Die Untersuchungser-

derungen betroffen. KMU-Führungskräfte sehen sich

gebnisse weisen darauf hin, dass Führungsinstrumente

vermehrt betriebswirtschaftlichen Fragestellungen ge-

wie ein Management Cockpit zukünftig an Bedeutung ge-

genübergestellt. Als Entscheidungsgrundlage können

winnen werden. Bei rund jedem vierten mittleren Unterneh-

Führungsinstrumente herangezogen werden, welche die

men ist der Einsatz eines Management Cockpits geplant.

entscheidungsrelevanten Informationen liefern. Das Ma-

Diejenigen Unternehmen, welche ein Management Cockpit

nagement Cockpit stellt ein solches Führungsinstrument

nutzen, messen dem Führungsinstrument eine äusserst

dar.

wichtige Funktion bei.

Die Bachelorarbeit fokussiert primär auf die Fragestellung,

Ein Management Cockpit kann in KMU der Schweizer

wie verbreitet der Einsatz von Management Cockpits bei

MEM-Industrie einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil

KMU der Schweizer MEM-Industrie ist und welchen Stel-

darstellen. KMU-Führungskräfte sollten sich mit der Frage

lenwert dieses Führungsinstrument einnimmt. Zu diesem

auseinandersetzen, ob die aktuell verwendeten Führungs-

Zweck werden in einem ersten Teil die theoretischen

instrumente geeignet sind, um in einem von Veränderung

Grundlagen literaturbasiert erläutert. Neben dem Manage-

geprägten Marktumfeld langfristig erfolgreich zu sein.

ment Cockpit werden in diesem Teil die Schwerpunkte auf

Gleichzeitig sollte überprüft werden, welche Informationen

das neue St. Galler Managementmodell, das Controlling

für den gegenwärtigen und zukünftigen Erfolg des Unter-

sowie die Balanced Scorecard gelegt. Der zweite Teil stellt

nehmens von entscheidender Bedeutung sind und inwie-

anhand einer empirischen Untersuchung in KMU der

fern sich diese Informationen messen lassen.

Schweizer MEM-Industrie den Praxisbezug her. Der empirische Teil basiert auf einer Online-Befragung, an welcher insgesamt 254 Personen, ausschliesslich KMU-Führungskräfte, teilgenommen haben. Die Umfrage konnte in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberverband Swissmechanic realisiert werden.


84

Bedienfreundlichkeit neuer Tech­ nologien und Emotionen am Beispiel einer Video-on-Demand-Applikation Diplomandin: Bettina Wulf Dozentin: Dr. Linda Miesler

Emotionen gewinnen branchenübergreifend immer mehr

zeiten oder die Orientierung in der Applikation. Positive

an Bedeutung. So wird im technologischen Bereich

Emotionen treten häufig mit der Zielerreichung auf. Ein

beispielsweise gefordert, Emotionen seien im Modell für

Zusammenhang zwischen dem Verhältnis von positiven

Technologieakzeptanz und beim Usability-Engineering zu

und negativen Emotionen der Probanden und deren Aus-

berücksichtigen. Der aktuelle Forschungsstand zeigt je-

sagen zu Spass bei der Nutzung, Bereitschaft der per­

doch, dass gerade im Bereich der Bedienfreundlichkeit

sönlichen Nutzung und Weiterempfehlung sowie subjekti-

neuer Technologien und Emotionen eine Lücke besteht.

ver Zufriedenheit lässt sich nicht feststellen. Es kann auch

Die Bachelorarbeit befasst sich mit dieser Thematik am

kein Zusammenhang zwischen der Bewertung der Appli-

Beispiel einer Video-on-Demand-Applikation. Grundlage

kation im Polaritätsprofil und dem Verhältnis von positiven

der Untersuchung bilden die von einem externen Unter-

und negativen Emotionen der bewertenden Probanden

nehmen während eines Usability-Tests der betreffenden

aufgezeigt werden. Kundengruppen mit eher positiven

Applikation erhobenen Daten. Diese liegen in Form von

Emotionen bewegen sich in Bezug auf technische Affinität

Audiodateien der acht User-Szenarien und Auswertungen

und Kompetenz im Durchschnittsbereich.

von diversen Fragebogen vor. Im Sinne einer qualitativ-­ interpretativen Analyse wurden in einem ersten Schritt die

Festgestellt wird, dass Emotionen im Usability-Testing

Audioaufnahmen transkribiert, in einem zweiten Schritt

einen wichtigen Beitrag leisten können, um Schwachstel-

emotionale Äusserungen erfasst und kategorisiert sowie

len aufzudecken. In welcher Weise Emotionen die Bedien-

das Verhältnis positiver zu negativer Emotionen zu weite-

freundlichkeit beeinflussen respektive ob Emotionen das

ren erhobenen Daten in Verbindung gesetzt. Schliesslich

tatsächliche Nutzungsverhalten besser voraussagen kön-

werden anhand der Ergebnisse potenzielle Kundenseg-

nen als die Aussagen von Probanden, ist weiter zu unter-

mente mit mehrheitlich positiven oder negativen Emotio-

suchen. Dabei ist ein interdisziplinärer Ansatz wünschens-

nen gebildet.

wert, der Erkenntnisse aus Neuro- und Sprachwissenschaft, Interaction Design und Human Computer sowie Human

Die bei der Nutzung der Applikation auftretenden Emotio-

Product Interaction vereint.

nen weisen zu drei Fünfteln eine negative Valenz auf. Erwartungs-, Wohlergehens- und Attributionsemotionen sowie die Verbindungsemotionen zwischen den beiden Letzteren treten besonders prominent auf. Basierend auf dieser Erkenntnis wurde ein mögliches Klassifikationsschema für Emotionen bei der Nutzung von neuen Technologien entwickelt. Besonders emotionsempfindlich ist der

Ausgezeichnet mit dem Rieter-Preis 2013

Registrierungsvorgang. Intentionalität für negative Emotio-

für die beste Bachelorarbeit in Betriebs­

nen sind oft die Eingabe durch die Fernbedienung, Warte-

ökonomie


85

Marketingplanung für Messegesellschaften

Diplomandin:

ziele und Kommunikationsmassnahmen sind somit für

Melanie Zadro

Aussteller und Besucher zu bestimmen. In der Analysephase ist jede dieser Dimensionen zu berücksichtigen. Das

Dozent:

Prozessmanagement, welches bei Messegesellschaften

Armin Ledergerber, MSc BA Marketing

aufgrund der Geschäftstätigkeit einen hohen Stellenwert erhält, ist ebenfalls in der Marketingmix-Planung zu integrieren. Der Marketingplan für den Absolvententag ZHAW basiert

Die Messegesellschaft Absolvententag ZHAW bietet Ar-

auf der erarbeiteten Theorie. Die Analyse der Marketing-

beitgebern und Studierenden der Zürcher Hochschule für

situation hat gezeigt, dass ein starker Konkurrenzdruck

Angewandte Wissenschaften Plattformen, um miteinander

besteht und viele ähnliche Leistungen auf dem Markt be-

in Kontakt zu treten. Aufgrund des starken Wachstums,

stehen. Um Wettbewerbsvorteile zu generieren, ist es

der veränderten Umwelt und der aktuellen Situation des

wichtig, sich an den Kundenbedürfnissen auszurichten

Absolvententags sollen in der Bachelorarbeit bestehende

und auf den Kundenstamm zu fokussieren. Zudem sind ein

und zukünftige Herausforderungen identifiziert, analysiert

informativer und professioneller Internetauftritt und die

und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Um diese

Qualifikation der Besucher wesentlich für den Erfolg von

Ziele zu erreichen, musste erst eine zweckmässige

Messeveranstaltern.

theoretische Grundlage geschaffen werden. Die Marketingplanung als geeignetes Instrument für die Umsetzung

In den folgenden Geschäftsjahren soll der Umsatz gestei-

basiert auf dem klassischen Marketingmanagementpro-

gert und im Hinblick auf die Besucher die Bekanntheit

zess der Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle

erhöht und das Image verbessert werden. Bei den Mitar-

und ist dem Marketing als Unternehmensfunktion zugeord-

beitenden ist die Leistungsfähigkeit und Produktivität zu

net. Da Messegesellschaften dem Dienstleistungssektor

ver­bessern. Die Stärkung der Kundenbindung ist eine zen-

zugehören, sind die in der Theorie enthaltenen Erkenntnis-

trale Massnahme, um Kosten zu senken. Eine übersichtli-

se auf das Messemanagement zu übertragen.

chere Gestaltung des Leistungsangebotes auf der Website und die Implementierung eines ERP-Systems würden die

Die Immaterialität von Dienstleistungen und die zentrale

administrative Organisation und die Anmeldeprozesse er-

Bedeutung der Mitarbeiter bei der Leistungserstellung er-

leichtern und zu mehr Effizienz führen. Zusätzliche und

weitern den Marketingmix um die Personalpolitik und be-

krea­ tive Events sowie spezifischere Kommunikations-

nötigen zusätzliche Untersuchungen der Mitarbeiterfähig-

massnahmen sollen die Teilnahme gefragter Studierender

keiten und der Mitarbeitermotivation. Auch eine hohe

sicherstellen. Weitere adäquate Massnahmen sind in der

Dienstleistungsqualität hat sich in den vergangenen Jahr-

Marketingmix-Planung konkretisiert.

zehnten zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor entwickelt und ist deshalb in der gesamten operativen Marketingpla-

Alle wichtigen Fristen, Termine und Aufgaben sind in der

nung zu berücksichtigen.

Jahresplanung 2014 zu finden. Die gesamte Marketingplanung unterstützt das Projektteam im weiteren Vorgehen

Neben den dienstleistungsspezifischen Besonderheiten besitzt das Messewesen zusätzliche Merkmale, die in die Planung zu integrieren sind. Messegesellschaften sind von Ausstellern und Besuchern abhängig und befinden sich folglich in einer mehrdimensionalen Beziehung. Kunden-

und hilft dabei, die Position am Markt zu stärken.


86

Unternehmenskommunikation 2.0: Social Media in der Finanzbranche

Diplomandin: Selina Zaugg Dozent: Armin Ledergerber, MSc BA Marketing

Social Media ist gegenwärtig ein aktuelles Thema. Auch in

den Plattformen mehrheitlich eine Einwegkommunikation

der Finanzbranche gewinnen soziale Netzwerke hinsicht-

anstelle einer Interaktion statt.

lich der Wettbewerbsfähigkeit immer mehr an Bedeutung. Regulatorische Einschränkungen setzen Finanzdienstleis-

Angesichts dieser Erkenntnisse zeigt sich, dass soziale

tern jedoch Grenzen bei der Interaktion mit bestehenden

Netzwerke die Kommunikation von Finanzinstituten gut er-

und potenziellen Kunden sowie weiteren Anspruchsgrup-

gänzen. Im Social Web können Finanzdienstleister durch

pen.

Transparenz aus der Anonymität treten, ihre Autorität beweisen und sich somit näher bei der Zielgruppe positionie-

In dieser Hinsicht wird für einen führenden Schweizer Ver-

ren, wodurch deren Vertrauen gewonnen werden kann.

mögensverwalter untersucht, inwiefern der Einsatz von

Die rechtlichen Anforderungen hinsichtlich der Kommuni-

Social Media in der Unternehmenskommunikation von

kation und des Darstellens von Produktinformationen

Finanzdienstleistern Sinn macht und in die Marketingstra-

schränken Finanzinstitute zwar ein, für Social Media stellen

tegie integriert werden kann, um einen Mehrwert zu gene-

diese jedoch insofern kein Hindernis dar, da im Social Web

rieren.

die Interaktion und nicht die Vermarktung im Vordergrund steht. Wollen Finanzinstitute die zukünftige Generation der

Anhand einer Konkurrenzanalyse des Social-Media-Enga-

«Digital Natives» erreichen, empfiehlt sich deshalb eine

gements von Finanzdienstleistern aus der Schweiz sowie

Präsenz im Social Web. In Zukunft wird sich zeigen, wel-

dem Ausland wird der aktuelle Stand aufgezeigt und ana-

che Erfahrungen die Finanzdienstleister im Umgang mit

lysiert. Aus diesen Erkenntnissen, aktuellen Studien sowie

Social Media erzielen und inwieweit sich soziale Netzwerke

der Literatur wird in einem nächsten Schritt mittels des

in dieser Branche etablieren können respektive werden.

Kommunikationskonzeptes eine geeignete Social-MediaStrategie für den Vermögensverwalter erarbeitet. Zusätzlich zeigen Handlungsempfehlungen den Einsatz von Social Media im Finanzdienstleistungssektor auf. Das Resultat der Konkurrenzbetrachtung zeigt, dass die Mehrheit der untersuchten Finanzinstitute im Social Web präsent ist. Obwohl inzwischen viele Finanzdienstleister die Wichtigkeit von Social Media für die Unternehmenskommunikation erkannt haben, fehlt es einerseits an erfolg­ reichen Strategien bezüglich nutzerorientierten Inhalten, welche sich von den Mitbewerbern abheben und der Zielgruppe einen Zusatznutzen bieten. Andererseits findet auf


87

Wachstums- beziehungsweise Aus­baupotenzial eines Schweizer Ver­sicherungsbrokers im heimischen Markt. Mögliche Ansätze Diplomandin: Marilena Zingg Dozent: Dr. Stefan Schuppisser

Die Bedeutung der Schweizer Versicherungsbroker ist in

aber auf einige Faktoren in Zukunft geachtet werden muss.

den vergangenen Jahren stark gestiegen und der Wett­

Das regulatorische Umfeld wird zunehmend strenger und

bewerb hat sich intensiviert. Dennoch ist die Branche

könnte unter Umständen einschneidende Auswirkungen

kaum erforscht. Ein sich in diesem Wettbewerb befinden-

auf die Branche haben. Anhand eines Konkurrenz­

des Unternehmen wird im Rahmen dieser Bachelorarbeit

vergleichs wurde festgestellt, dass das KMU- und Gross-

näher untersucht. Die noch relativ kleine Familienunterneh-

kundengeschäft hinsichtlich seiner globalen Ausrichtung

mung hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Marktposition auszu-

vielversprechend ist und dass Zusatzdienstleistungen be-

bauen und zu wachsen.

achtlichen Mehrwert generieren. In der internen Analyse gehören die langjährige Erfahrung des Geschäftsinhabers,

Hinsichtlich dieser Problemstellung gilt es in einem ersten

die angenehme Organisationskultur sowie die raschen

Schritt zu analysieren, wie sich die Branche als Ganzes

Reaktionszeiten zu den Stärken der Firma. Hingegen wur-

weiterentwickelt und ob das Wachstum auch zukünftig an-

den Schwächen festgestellt wie etwa unzureichende

halten wird. Andererseits soll der betrachteten Firma nach

Marketingaktivitäten, die problematische Lage bei einem

eingehender Analyse unterbreitet werden, wie sie sich ent-

längeren Ausfall einer Leitperson sowie nicht standardisier-

sprechend mitentwickeln kann. Somit ist das zentrale

te Workflows.

Element dieser Bachelorarbeit die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für das Unternehmen, damit dieses

Unter Berücksichtigung der treibenden Faktoren aus der

seine Marktposition ausbauen kann.

externen Analyse und der internen Kompetenzen der Firma werden acht Handlungsempfehlungen ausgearbei-

Um diese Fragen zu beantworten, werden je eine externe

tet und kritisch untersucht. Sowohl interne als auch ex-

sowie eine interne Analyse durchgeführt und ausgewertet.

terne Möglichkeiten zur Wachstumsgenerierung werden

Die mit der externen Analyse zusammenhängende Frage

aufgezeigt. Strategische Allianzen werden ebenfalls nicht

nach der zukünftigen Branchenentwicklung wird anhand

ausgeschlossen. Allen Vorschlägen ist gemeinsam, dass

von Literatur- und Internetrecherchen sowie Interviews

Investitionen getätigt werden müssen, um die Wettbe-

mit Fachpersonen beantwortet. Die interne Analyse stützt

werbsposition sowohl kurz- als auch langfristig verbessern

sich auf qualitative schriftliche Fragebogen, ausgefüllt

zu können. Der Entscheid über das passendste Vorgehen

durch den Geschäftsinhaber sowie durch den Leiter des

zur Wachstumsgenerierung liegt nun beim Geschäftsinha-

Innendienstes. Weiter wird das Online-Diagnosetool «Wert-

ber der Firma.

schöpfungsnavigator» der ZHAW angewendet, um die Leistungspotenziale und -defizite der Firma aufzudecken. Mittels des Fünf-Kräfte-Modells von Michael E. Porter wurde festgestellt, dass die Branche durchaus attraktiv ist,


88

Banking and Finance


89

Contingent Convertible Bonds. Potenzielle Marktgrösse, bisherige Emissionen und mögliche In­ vestorengruppen in der Schweiz Diplomandin: Melanie Abplanalp Dozent: Dr. Thomas Gramespacher

Die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise hat sowohl auf

ten Investoren identifiziert und deren Nachfragepotenzial

nationaler als auch internationaler Ebene diverse regula­

geschätzt werden. Parallel wurde anhand von Finanzkenn-

torische Veränderungen bewirkt. Einen Kernpunkt der neu-

zahlen eine Approximation des Marktpotenziales dieses

en Regulationen bilden die höheren Anforderungen an die

Produktes vorgenommen.

Eigen­kapitalbasis und die Liquidität der Banken, welche die Widerstandsfähigkeit der Institute in Krisenzeiten erhö-

CoCos sind in ihrer Ausgestaltung äusserst komplex und

hen soll. In der Schweiz sind die Anforderungen auf Ende

stellen eine stark risikobehaftete Anlageklasse dar. Das po-

2016 zu erfüllen, wobei den systemrelevanten Banken Cre-

tenzielle Marktangebot an CoCos in der Schweiz von 34

dit Suisse und UBS eine Umsetzungsfrist bis Ende 2018

bis 37 Milliarden Franken dürfte folglich insbesondere für

eingeräumt wurde. Ausser durch die traditionelle Eigenka-

Anleger mit erhöhtem Risikopotenzial geeignet sein. Unter

pitalerhöhung können die Banken den höheren Eigenkapi-

einer konservativen Schätzung ist mit 30 bis 60 Milliarden

talerfordernissen auch durch die Emission von Contingent

Franken mögliches Nachfragevolumen das Angebot min-

Convertible Bonds (CoCos) nachkommen. Diese stellen

destens teilweise gedeckt.

eine günstige Alternative dar und sind limitiert an die Eigenkapitalquote anrechenbar.

Den CoCos kann im Umsetzungsprozess der neuen regulatorischen Anforderungen eine bedeutende Rolle zuge-

Da es sich bei CoCos um ein neuartiges, wenig etabliertes

sprochen werden. Der Erfolg der neuen Anlageklasse wird

Anlageinstrument handelt, stehen die Banken vor der Her-

jedoch in den kommenden Jahren von vielen Faktoren wie

ausforderung, genügend Absatz generieren zu können,

zum Beispiel der staatlichen Regulation, der Finanzbran-

um damit ihre Eigenkapitalbasis kostengünstig zu stärken.

chenentwicklung und dem Marktzinsumfeld beeinflusst

Diese Arbeit widmet sich der Frage, wie hoch das von den

bleiben.

Schweizer Banken potenziell ausgehende Emissionsvolumen für CoCos ist. Neben dem Angebot wird auch die bisherige Nachfrage der Investoren eruiert und für die Zukunft geschätzt. Dafür werden fünf bisherige CoCo-Emissionen hinsichtlich ihres Absatzmarkts in Schweizer Franken untersucht. Mithilfe von Fachliteratur wird die spezifische Ausgestaltung der CoCos beleuchtet, wobei eine Analyse unter Beizug von Experteninterviews zeigt, welche Chancen und Risiken sich aus den CoCos ergeben. Unter Berücksichtigung der Daten hinsichtlich der Absatzkanäle von fünf bereits durchgeführten Emissionen, der Experteninterviews und einer Online-Umfrage konnten die geeigne-


90

Latin American External Asset Managers. Analysis of the Chances and Risks from the Perspective of a Swiss Custodian Bank Graduate: Laura Alvarez Heredia Supervisor: Dr. Christoph Kley

The independent asset management industry in Switzer-

The independent asset management industry in Latin

land has been widely discussed in academic literature.

America presents genuine business opportunities for

However, very little has been written about this industry in

Swiss banks, as the Latin American jurisdictions’ regula-

Latin America, perhaps because it is still its infancy. The

tory frameworks are developing in order to meet interna-

existence and development of certain framework condi-

tional standards of investor protection, thereby giving the

tions provide the basis for an EAM market to develop and

industry a “quality seal” that allows it to enter into coopera-

thrive. This Bachelor’s thesis explores the factors that ex-

tive agreements with financial institutions worldwide. Nev-

plain the rapid development of the independent asset

ertheless, doing business with Latin American indepen­

management industry in Latin America, while analyzing the

dent asset managers poses threats, inherent to the region

opportunities and risks that Swiss banks may have when

and relating to the nature of the business model, which

working with Latin American independent asset managers.

inevitably increase a bank’s exposure to reputational risk.

The latest financial crisis not only tightened the regulatory frameworks of Latin American countries, it also prompted an increased willingness among Latin American clients to experiment with new wealth management models. The tripartite structure of the independent asset management model gives Latin American clients the best of both worlds: a local advisor who can meet clients’ demands for geographical proximity, which allows them to offer a more comprehensive wealth management service. In addition, clients’ assets are diversified across different financial institutions in secure jurisdictions and under a unified investment strategy. The rapid development of the industry is also attributable to the significant increase in wealth in the region, as well as to the financial liberalization of some Latin American countries. There is a clear correlation between the distribution of independent asset managers in Latin America and the financial development of the countries where they are primarily based: Mexico, Panama, Chile, Brazil, and Uruguay.


91

Segmentierung von Trading-Kunden

Diplomand: Kevin Arman Dozentin: Regina Anhorn, lic. rer. publ. HSG

Seit 2006 nimmt die durchschnittliche Handelsaktivität bei

der Regel nicht mehr als 100 000 Schweizer Franken pro

der untersuchten Unternehmung ab. Es zeigt sich zudem,

Transaktion eingesetzt und viertens nimmt mit steigender

dass nur eine Minderheit der Trading-Kunden sehr aktiv ist.

Anzahl Transaktionen das investierte Volumen zu. Aus den

Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, besteht darin,

Auswertungen resultiert weiter, dass keine Normalvertei-

spezifisch auf die einzelnen Kundengruppen und ihre Be-

lung der Daten vorliegt. Daher ist der Median das geeig­

dürfnisse einzugehen. Hierfür segmentiert die Unterneh-

nete Mittel für die Aussage von Durchschnittszahlen. Zu-

mung ihre Kunden anhand der Kriterien «Kommissionen

sätzlich wurde aufgrund der ungleichen Verteilung der

pro Jahr» und «Vermögen». Aufgrund der nicht gegebenen

Daten die Korrelationsanalyse nach der Methode von

Stabilität bei der aktuell angewendeten Segmentierung

Spearman gewählt. Diese hat bei der Korrelationsanalyse

wurde im Rahmen der Bachelorarbeit versucht, mit vier

der vier Faktoren keine optimale Korrelation ergeben. Folg-

vorgegebenen Faktoren eine robustere Segmentierung zu

lich konnte kein Faktor für die Korrelationsanalyse substi­

erzielen. Die vier Faktoren sind: Anzahl Transaktionen, ein-

tuiert werden.

gesetztes Volumen, Frequenz zwischen zwei Transaktionen und die generierten Kommissionen.

Für die Unternehmung bietet diese Bachelorarbeit eine Chance, aus den Erkenntnissen zu den Verteilungen einen

Für die Analysen der genannten Faktoren wurden 78 611

zusätzlichen Gewinn zu generieren. Zum einen hat sich ge-

Kunden berücksichtigt, die zwischen dem 1. Januar 2010

zeigt, dass noch viel Potenzial vorhanden ist, wenn man

und dem 30. Juni 2012 mindestens eine Transaktion aus-

einen Weg findet, die inaktiven Kunden zum Handeln zu

geführt haben. Untersucht wurde, ob eine Normalvertei-

animieren. Andererseits liessen sich aus den Auswertun-

lung gegeben ist und ob einzelne Faktoren optimal mitein-

gen Hinweise ableiten, wie man das aktuelle Gebührenmo-

ander korrelieren. Mithilfe einer Clusteranalyse wurde

dell modifizieren könnte.

abschliessend geklärt, welche Kundengruppen sich unter Berücksichtigung der vier Faktoren ergeben und wie diese Gruppen entstehen. Die Clusteranalyse konnte keine neue Kundensegmen­ tierung hervorbringen. Trotzdem ergaben sich aus der Analyse vier wichtige Erkenntnisse für die Unternehmung. Erstens wurde ein positiver Zusammenhang zwischen der Anzahl der Transaktionen und den generierten Kommis­ sionen nachgewiesen. Zweitens zeigt die Verteilung der Transaktionen, dass sehr wenige Kunden die Mehrheit des Kommissionsgeschäfts ausmachen. Drittens werden in


92

Mikrofinanz: der Weg aus der Armut? Einflussnahme von Mikrofinanzprogram­ men auf die ökonomische und soziale Entwicklung der Armen in Bangladesch Diplomand: Ibrahim Aydin Dozent: Dr. Titus Spirig

Milliarden von Menschen in den Entwicklungsländern sind

Indikatoren zusammengeführt und interpretiert. In einem

von Armut betroffen und leben ohne Aussicht auf eine

letzten Schritt werden Alternativmethoden zur Armutsbe-

sichere Zukunft. Sie werden durch herkömmliche Finanz­

kämpfung dargelegt.

institute nicht bedient, da sie keine Sicherheiten im bankübli­ chen Sinne vorweisen können. Von Armut und

Auf Basis von diversen empirischen Studien wurde fest­

Perspektivlosigkeit ist Bangladesch aufgrund von Über­

gestellt, dass sich die Mikrofinanz grundsätzlich positiv

bevölkerung, Korruptionsproblemen sowie regelmässigen

auf die wirtschaftliche und die soziale Situation der Klienten

Naturkatastrophen besonders stark betroffen. Die Mikro­

in Bangladesch auswirkt. Durch das zusätzliche Einkom-

finanz hat Finanzprogramme für die Bevölkerungsgruppe,

men der Programmteilnehmerinnen und Programmteil­

die von Armut betroffen ist, entwickelt und damit in den

nehmer konnten vor allem die Wohlfahrt und der Lebens-

letzten Jahren die öffentliche Wahrnehmung dieses The-

mittelkonsum der Kinder erhöht werden. Ein Anstieg bei

mas stark geprägt. Ziel ist es, die Lebensverhältnisse von

Schuleinschreibungen und ein Rückgang der Geburten­

Einkommensschwachen zu verbessern.

raten konnten zudem verzeichnet werden. Die positiven Auswirkungen zeigen sich bei Kreditvergaben an Frauen

Die Bachelorarbeit geht der Frage nach, ob die Mikrofinanz

deutlich stärker als bei Kreditvergaben an Männer. Die wirt-

ein erfolgreiches Modell zur Armutsbekämpfung in Bangla-

schaftliche Stärkung der Frau durch einen Zugang zu Mik-

desch im Sinne einer ökonomischen und sozialen Entwick-

rokrediten verbessert zudem ihren Status innerhalb des

lung darstellt. Ein spezieller Fokus liegt hierbei auf Bangla-

Haushaltes signifikant.

desch, da es die weltweit zweitgrösste Mikrofinanzindustrie besitzt und gleichzeitig der Heimatort der Grameen Bank

Mikrofinanz kann nicht als einziges Mittel gegen die Armut

ist, die als Pionier dieses Konzepts gilt.

dienen und besonders den Ärmsten wird damit allein nicht ausreichend geholfen. Zusätzlich benötigt es auf der

Um die Hauptfrage zu beantworten, werden in einem

Makro­ebene ein starkes Rechtssystem, eine Infrastruktur

ersten Teil die Charakteristiken und die Funktionsweise

sowie Investitionen in Bildung und Gesundheitsvorsorge,

der Mik­rofinanz in einem theoretischen Bezugsrahmen er-

die in Bangladesch bereits durch Armutsstrategien ange-

örtert. Im Anschluss wird der Istzustand von Mikrofinanz in

strebt werden. Mikrofinanz ist ein wichtiger Bestandteil des

Bangladesch mit einem Fokus auf die Grameen Bank be-

gesamten Konzepts zur Armutsbekämpfung.

leuchtet. Anhand einer Literaturrecherche, qualitativer Experteninterviews sowie einer umfassenden Analyse von Impact Assessments wird im empirischen Teil die Einflussnahme der Mikrofinanz auf die ökonomischen und sozialen Entwicklungen von Bangladesch auf einer Makro- und Mikroebene aufgezeigt. Hierfür werden die entsprechenden


93

Katastrophenanleihen: als Pensionskassenanlagen geeignet?

Diplomandin: Manuela Bächli Dozent: Dr. André Lucas

Die berufliche Vorsorge hat sich seit Inkrafttreten des

Die Arbeit zeigt, dass Katastrophenanleihen zwei Haupt-

Bundes­gesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse­

vorteile aufweisen. Dies ist einerseits die fehlende Korrela-

nen- und Invalidenvorsorge (BVG) zu einem wichtigen

tion der Anleihen zu den restlichen Anlageklassen, was zu

Bestandteil des Schweizer Vorsorgesystems entwickelt.

einem Diversifikationseffekt innerhalb des Pensionskas-

621,2 Mil­liarden Schweizer Franken wurden im Jahr 2010

senportfolios führt. Andererseits generieren Katastrophen-

von Schweizer Pensionskassen verwaltet. Diese stehen

anleihen attraktive Renditen. Eine Pensionskasse muss

momentan jedoch vor grossen Herausforderungen. Im seit

sich bei der Investition jedoch bewusst sein, dass ihr ein-

Jahren anhaltenden Tiefzinsumfeld fällt es schwer, die jähr-

gesetztes Kapital vollständig verloren gehen kann. Ausser-

liche Zielrendite von 4,5 Prozent zu erwirtschaften. Auf der

dem setzt sie sich aufgrund der Investition einem Modell-,

Suche nach neuen Renditequellen sind die Pensions­

Markt- und Währungsrisiko aus und hat mit Risiken im

kassen auf alternative Anlagen aufmerksam geworden, zu

Zusammenhang mit der kleinen Marktgrösse zu rechnen.

denen auch die Katastrophenanleihen gehören. Sie sind im

Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Vorteile dieser Anlage-

Standardportfolio einer Pensionskasse zwar noch nicht

kategorie die Nachteile überwiegen, sodass Katastrophen-

verankert, gewinnen jedoch zunehmend an Aufmerksam-

anleihen als Pensionskassenanlagen geeignet sind.

keit. Es ist empfehlenswert, dass Anlageverantwortliche von In Katastrophenanleihen, die zur Kategorie der Insurance

Pen­sionskassen bei der Investition in Katastrophenanlei-

Linked Securities (ILS) gehören, werden Katastrophen­

hen mit erfahrenen und kompetenten Produktspezialisten

risiken von Versicherungen und Rückversicherungen ver-

bzw. Fondsmanagern zusammenarbeiten. Auch ist im Vor-

brieft und via Kapitalmarkt an Investoren übertragen. Die

feld der Investition oftmals ein erheblicher Informationsauf-

Bachelor­arbeit zeigt, wie sich der Markt für Katastrophen-

wand zu betreiben und die Entscheidungsträger, wie bei-

anleihen entwickelt hat und wie die Anleihenart konzipiert

spielsweise das Anlagekomitee und der Stiftungsrat, sind

ist. Zusätzlich eruiert die Arbeit, welche Chancen und Risi-

über die Investition umfassend zu informieren. Eine Diver­

ken eine Investition mit sich bringt und gibt Antwort auf die

si­ fikation der Katastrophenrisiken nach Risikoarten und

Frage, ob sich Katastrophenanleihen als Pensionskassen-

Regionen, allenfalls auch in andere ILS-Instrumente, ist

anlagen eignen.

ratsam.

Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde Fachliteratur studiert. Um zu überprüfen, ob die aus der Literatur gewonnenen Erkenntnisse mit der Praxis übereinstimmen, wurden Interviews mit fünf Anlageverantwortlichen von Pensionskassen und einem Produktspezialisten für Kata­ strophenanleihen geführt.


94

Untersuchung des Einflusses der momentanen Tiefzinsphase auf die Investitionsmöglichkeiten von Schweizer Pensionskassen Diplomand: Urs Beglinger Dozentin: Regina Anhorn, lic. rer. publ. HSG

Mit den Erträgen des verwalteten Vermögens der Pensi-

Pensionskassen haben den Anteil stark erhöht und konn-

onskassen sollten die Leistungen der Versicherten gedeckt

ten nicht selten dadurch ihre Sollrendite erreichen. Der An-

werden. Aufgrund der andauernden Tiefzinsphase kann

teil an alternativen Anlagen hat nur marginal zugenommen,

aber mit sicheren festverzinslichen Anlagen die dafür be-

dies aufgrund der hohen Kosten und des benötigten Risi-

nötigte Sollrendite nicht mehr erwirtschaftet werden.

kokapitals. Private Equity, Hedge Fonds und Insurance Linked Securities (ILS) sind riskanter, mit spezialisierten

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie die Anlage­

Marktkenntnissen können aber in jeder Zins- oder Marktsi-

verantwortlichen der Schweizer Pensionskassen mit dieser

tuation Mehrrenditen erzielt werden. Besonders die ILS

Problematik umgegangen sind und welche Asset-Klassen

(v. a. die Cat Bonds) stellen aufgrund einer guten Perfor-

in der Tiefzinsphase das grösste Potenzial für Mehr­­ren­­di­

mance eine attraktive Investitionsmöglichkeit dar, zumal

ten versprechen. Um diese Fragestellung zu erläutern und

der Markt noch stark wächst.

zu beantworten, werden Pensionskassenstatistiken des Bun­desamtes für Statistik und des grössten Global Custo-

Falls die Tiefzinsphase anhält, werden die Pensionskassen

dian, Antworten von fünf befragten Pensionskassen sowie

weiterhin Schwierigkeiten haben, den Deckungsgrad er­

Pensionskassenumfragen von Swisscanto und Comple-

höhen oder halten zu können. Infolge des erschöpften

menta analysiert. Ziel ist es, anhand von Umschichtungen

Marktes für Renditeobjekte bei den Immobilien werden vie-

innerhalb der Asset Allocation renditetreibende Asset-

len Pensionskassen die Alternativen fehlen. Investitionen in

Klassen in der Tiefzinsphase zu eruieren.

den wachsenden Markt der Infrastrukturanlagen könnten diese Lücke schliessen, zumal die Bedürfnisse und Erwar-

Die strategische Gewichtung der Asset-Klassen bei Schweizer Pensionskassen hat sich in den letzten vier Jahren kaum verändert. Trotz ihrer Zinssensitivität machen die Obligationen mit knapp 40 Prozent immer noch den mit Abstand grössten Teil der Portfolios aus, gefolgt von Aktien und Immobilien. Das Entscheidende bei einer Umschichtung ist ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis. Dies muss nicht immer in einer anderen Asset-Klasse gesucht werden. Innerhalb der Obligationen wird vermehrt in Unter­ nehmen und nicht mehr in Staaten investiert, bei Aktien werden dividendenstarke Titel mit guter Bonität bevorzugt. Immobilien zeichnen sich durch eine tiefe Korrelation zu den Aktien oder Obligationen aus. Mit Immobilien liessen sich stabile Renditen erwirtschaften. Vor allem kleinere

tungen in diesem Bereich immer höher werden.


95

Empirische Untersuchung zu Turtle Trading durch retrospektive Analyse verschiedener Rohstoffmärkte Diplomand: Cyrill Berger Dozent: Jérôme Zaugg, MSc BF

Bei Turtle Trading handelt es sich um ein Trendfolgesys-

der Märkte und der damit verbundene maximale Kapital­

tem, eine Art der technischen Analyse, mit welcher in den

einsatz pro Markt. Damit soll die Turtle-Trading-Strategie

1980er-Jahren grosse Gewinne erzielt wurden. Auch Auto-

möglichst ganzheitlich abgedeckt werden.

ren, die sich in jüngerer Zeit mit der Analyse von Turtle Trading befassten, kamen zu dem Ergebnis, dass eine

Die Arbeit kommt zum Schluss, dass unter Anwendung

Mehrrendite im Vergleich zum Markt erzielt werden konnte.

von Turtle Trading nur teilweise Überrenditen zum Markt

Wären solche Überrenditen konstant möglich, so würden

erzielt werden konnten. Die im Vergleich zum Markt höhe-

diese in direktem Widerspruch zur Markteffizienzhy­pothese

ren Gewinne des Systems 2, welche in der zweiten Perio-

nach Fama stehen, welche sich bereits in ihrer schwachen

de angefallen sind, konnten durch die Ergebnisse der ers-

Form gegen die Profitabilität eines aktiven, selektierenden

ten Periode nicht bestätigt werden. Für einen Widerspruch

Investmentansatzes bspw. durch technische Analyse aus-

zur Markteffizienztheorie fehlt es somit an der Konstanz

spricht.

der Gewinne. System 1 wies in beiden Perioden einen Verlust auf und verursachte im Vergleich zum Markt konstant

Um dies zu überprüfen, wurde für die Bachelorarbeit fol-

eine negative Performance. Auch die Portfolioauswertung

gende Forschungsfrage definiert: Hätte eine Handelsstra-

zeigte für beide Systeme in beiden Perioden keine Über-

tegie in Anlehnung an die ursprünglich verwendeten «Origi-

rendite zum Markt.

nal Turtle Trading Rules» ex post betrachtet über die letzten 15 Jahre rentabel praktiziert werden können?

Damit kann konkludiert werden, dass das ursprüngliche unter den «Original Turtle Trading Rules» beschriebene

Zur Beantwortung dieser Forschungsfrage wurden Kurs-

Handelssystem bei der Analyse der Daten keine konstan-

daten von 8 Rohstoffen über einen Zeitraum von 15 Jahren

ten Mehrrenditen zum Markt vorweisen konnte. Im Zusam-

untersucht. Dabei wurden die Daten in zwei Perioden un-

menhang mit der Markteffizienztheorie nach Fama weisen

terteilt und jeweils auf die Profitabilität der beiden im Turtle

die Ergebnisse der Analyse keine direkte Evidenz gegen

Trading verwendeten Systeme hin untersucht. Des Wei­

die Gültigkeit der «schwachen Markteffizienz» auf.

teren galt es, die Profitabilität des Turtle Trading anhand eines Portfolios zu untersuchen, das unter Einsatz von begrenztem Kapital jeweils in den Markt mit dem stärksten Ausbruchssignal investiert hätte. Die beiden Analysen berücksichtigen damit die in den «Original Turtle Trading Rules» beschriebenen Einstiege aufgrund eines neuen Höchst-/Tiefstkurses, die Ausstiege aufgrund eines neuen Höchst-/Tiefstkurses, den Stopp von 2N (zweifacher Average True Range), das Pyramiding sowie die Korrelation


96

Bankgeheimnis: Fluch oder Segen?

Diplomand: Jay Bidermann Dozent: Peter Frick, lic. oec. publ.

Das Bankgeheimnis gehört seit jeher zu den Verkaufsar­

ten zu versteuerten Kundenvermögen beobachtet werden

gumenten des Finanzplatzes Schweiz. Lange Zeit brachte

kann. Unter diesen veränderten Umständen scheint es un-

die durch das Bankgeheimnis gewährte Anonymität den

möglich, ein Bankkundengeheimnis in Steuerfragen weiter­

Banken einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der interna­

hin in seiner ursprünglichen Form zu unterhalten.

tionalen Konkurrenz. Die Kundschaft schätzte die Vorteile, es kam jedoch in vielen Fällen auch zu Missbrauch in Form

Nun hat die Schweiz dank mehrerer verbleibender Allein-

von Steuerhinterziehung und diversen anderen Handlun-

stellungsmerkmale mehr Wettbewerbsvorteile zu bieten als

gen kriminellen Ursprungs. Aufgrund der Möglichkeit des

ein Bankgeheimnis, welches Steuersünder anzieht. Der

Missbrauchs wurde über das Bankgeheimnis im In- wie

Finanzplatz Schweiz ist laut der Analyse dieser Arbeit nach

auch im Ausland eine Kontroverse geführt. Trotz wieder-

wie vor ein hochattraktiver Standort für Anleger sowie

holter Anpassung der Gesetzgebung sowie diverser Zu-

Dienstleister, dem bei einer guten Positionierung im mo-

satzregelungen, die den Missbrauch vermeiden sollen,

mentanen Paradigmenwechsel eine lukrative Zukunft zu-

nahm im Verlaufe der letzten 15 Jahre der Druck auf das

gesprochen werden kann.

Bankgeheimnis weiterhin zu. Dieser Druck verunmöglichte es der Schweiz zunehmend, das Bankgeheimnis in seiner ursprünglichen Ausführung aufrechtzuerhalten. In der Arbeit wird untersucht, ob der Finanzplatz Schweiz seine Wettbewerbsfähigkeit auch ohne das Alleinstellungsmerkmal «Bankgeheimnis» weiterhin beibehalten kann. Dies wird anhand einer Herleitung des geschichtlichen Werdegangs des Bankgeheimnisses, der Analyse des momentanen Wandels und dessen Einfluss auf das Bankgeheimnis sowie einer abschliessenden ausführlichen Situationsanalyse des Finanzplatzes Schweiz aufgearbeitet und in einer Schlussfolgerung ausgewertet. Die hierfür benötigten Informationen wurden anhand von mehreren Experteninterviews gewonnen und danach ausgewertet. Mit dem Druck auf das Bankgeheimnis konnte ein erneuter Paradigmenwechsel im Schweizer Banking beobachtet werden. So scheint es, dass national wie auch international betrachtet eine Trendbewegung weg von unversteuer-


97

Auswirkungen der QuantitativeEasing-Programme des Fed auf den S&P 500 von 2008 bis 2012 Diplomandin:

enpreise parallel zu den erhöhten Geldmengen entwickel-

Michèle Blöchlinger

ten, und der letzte Teil vergleicht die Entwicklungen des S&P 500 und des S&P 500 Price-to-Book Ratio.

Dozent: Dr. Björn Plaschnick

Die Analysen der Tagesveränderungen des S&P 500 nach den unkonventionellen geldpolitischen Pressemitteilungen auf einer jährlichen Basis haben keine einheitlichen Resultate ergeben. Über den gesamten Zeitraum von 2008 bis 2012 war die durchschnittliche Veränderung zum Vortag

Der Zusammenbruch des US-Subprime-Hypothekarmark-

an Handelstagen mit geldpolitischen Pressemitteilungen in

tes und die Wende des Immobilienbooms in den USA

der Tendenz höher als an Handelstagen ohne geldpoliti-

lösten im Jahr 2007 eine globale Finanzkrise aus. Diese

sche Pressemitteilungen. Die durchschnittliche Verände-

veranlasste Zentralbanken global, geldpolitische Interventi-

rung zum Vortag an Handelstagen mit geldpolitischen

onen am Markt zu tätigen. Einige Zentralbanken starteten

Pressemitteilungen betrug 0,79 Prozent und an Handels­

unkonventionelle geldpolitische Massnahmen, nachdem

tagen ohne geldpolitische Pressemitteilungen −0,02 Pro-

sie die Leitzinsen weitestgehend Richtung Null gesenkt

zent.

hatten. Bei der Analyse der Aktienpreis- und GeldmengenentwickDie Zentralbank der USA, das Federal Reserve System

lungen konnte von 2008 bis 2012 keine kontinuierlich par-

(Fed), war und ist dabei noch immer eine der aktivsten

allele Entwicklung festgestellt werden. Während der S&P

Zentralbanken. Nachdem der Leitzins Ende 2008 das Ziel-

500 in diesem Zeitraum 1,45 Prozent an Wert einbüsste,

band von 0,00 bis 0,25 Prozent erreicht hatte, blieb das

nahmen um M1 77,77 Prozent und M2 um 39,7 Prozent zu.

wirtschaftliche Umfeld weiterhin negativ. Das Fed ergriff deshalb neben Massnahmen, welche das Funktionieren

Der Vergleich des S&P 500 und des S&P 500 Price-to-

des Immobilien- und Kreditmarktes sicherstellten sollten,

Book Ratio hat ergeben, dass der S&P 500 Ende 2012 um

ebenfalls unkonventionelle geldpolitische Massnahmen,

22,60 Prozent tiefer bewertet wurde, als dies Anfang 2008

die die Wirtschaft stimulieren sollten. Diese unkonventio-

noch der Fall war.

nellen Massnahmen wurden unter den Namen Quantitative Easing (QE) und Operation Twist bekannt. Insgesamt gab

Diese Resultate unterstützen die Aussage, dass die Über-

es von 2008 bis 2012 drei QE-Programme, welche aus

mittlungskanäle der QE-Programme auf Aktienanlagen

Käufen von Agency Securities, Agency Mortgage Backed

defi­ nierbar, deren Auswirkungen jedoch sehr schwierig

Securities sowie US Treasury Securities (Schatzpapiere)

quantifizierbar sind. Denn anhand der durchgeführten Ana-

bestanden. Die Operation Twist war ein Programm, das die

lysen kann keine aussagekräftige Angabe gemacht wer-

durchschnittlichen Laufzeiten der US-Schatzpapieren ver-

den, ob und in welchem Ausmass die QE-Programme die

längerte.

Aktienpreise beeinflusst haben. Dazu würde es weiterer umfassenderer und detaillierterer Analysen bedürfen.

Das Ziel der Arbeit ist, die Auswirkungen der QE-Programme und der Operation Twist auf den S&P 500 von 2008 bis 2012 zu analysieren. Die Analysen werden in drei Teilbe­ reiche aufgeteilt. Der erste Teil besteht aus der Analyse der Aktienpreisveränderungen nach den geldpolitischen Pressemitteilungen. Der zweite Teil betrachtet, ob sich die Akti-


98

Beweggründe und Auswirkungen einer Umstellung von IFRS auf Swiss GAAP FER. Eine Analyse von börsen­ kotierten Unternehmen in der Schweiz Diplomand: Beat Bosshart Dozent: Davide Pezzotta, lic. oec. publ.

Nachdem die SIX Swiss Exchange die Anwendung von

Die Resultate der Metaanalyse zeigen, dass die Unterneh-

IFRS ab dem Jahre 2005 für die im Hauptsegment geführ-

men hauptsächlich aufgrund der hohen Komplexität und

ten Unternehmen für obligatorisch erklärte, nahm die Zahl

des daraus resultierenden Aufwands von IFRS auf Swiss

der Swiss GAAP FER anwendenden Unternehmen stark

GAAP FER umgestiegen sind. Zudem ist zu befürchten,

ab und verblieb während vieler Jahre tief. Seit 2010 ist je-

dass IFRS aufgrund des von IASB und FASB im Jahre

doch ein Trend hin zur vermehrten Rückkehr der Unterneh-

2008 initiierten Konvergenzprojekts weiter an Komplexität

men zu Swiss GAAP FER ersichtlich.

gewinnen dürfte. Weiter kritisieren die Unternehmen, dass aufgrund der umfassenden Offenlegungspflichten bei klei-

Ziel der Bachelorarbeit ist es, die Beweggründe aufzuzei-

neren Unternehmen Geschäftsgeheimnisse verloren ge-

gen, die börsenkotierte Unternehmen in der Schweiz zu

hen. Die Umfrageresultate zeigen zudem deutlich, dass

einer Umstellung des Rechnungslegungsstandards von

unter Anwendung von Swiss GAAP FER die laufenden

IFRS auf Swiss GAAP FER bewogen haben. Weiter wird

Kosten reduziert werden konnten, während sich gleichzei-

analysiert, ob die durch die Unternehmen vorgängig ge-

tig keine nennenswerten negativen Effekte aus der Umstel-

nannten Vorteile von Swiss GAAP FER nach der Umstel-

lung ergaben. Die Analyse der Revisionshonorare zeigte

lung tatsächlich realisiert werden konnten, während ab-

ferner, dass die jährlich in Rechnung gestellten Beträge

schliessend die Nachteile aufgezeigt werden, welche aus

nach der Umstellung gesunken sind. Wie die Ereignisstu-

der Umstellung resultierten.

die aufzeigt, sind zudem unmittelbar vor und nach den Bekanntgaben der Umstellungen keine signifikant abnorma-

Die Beantwortung der Forschungsfragen basiert auf ver-

len Renditen festzustellen.

schiedenen Analysen bei 26 Unternehmen, welche in den vergangenen fünf Jahren eine Umstellung vorgenommen

Die Umstellungen von IFRS auf Swiss GAAP FER können

haben. So werden einerseits die mit der Bekanntgabe der

somit für die untersuchten Unternehmen insgesamt als er-

Umstellung jeweils publizierten Medienmitteilungen einer

folgreich bezeichnet werden. Aufgrund dessen dürfte der

Metaanalyse unterzogen. Andererseits wird eine Umfrage

Trend hin zu Swiss GAAP FER weiter anhalten, womit es

unter den entsprechenden CFOs durchgeführt und die

künftig genauer zu erforschen gilt, welche Eigenschaften

Ent­wicklung der im Anhang offenzulegenden Revisionsho-

ein Unternehmen für eine erfolgreiche Umstellung zwin-

norare in den Jahren vor und nach der Umstellung unter-

gend aufweisen muss.

sucht. Anhand einer Ereignisstudie wird zudem überprüft, ob eine Umstellung auf Swiss GAAP FER die Aktienren­ diten kurzfristig signifikant beeinflusst, und ergänzend anhand des Restatements der Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER aufgezeigt, wie sich die Umstellung auf ausgewählte Kennzahlen der Unternehmen ausgewirkt hat.


99

Eigenkapitalanforderungen nach Basel III – nationale Umsetzung der Regulierung. Auswirkungen für die involvierten Bankinstitute Diplomand: Mikaël Buchs Dozent: Dr. Oliver Bachmann

Die Bachelorarbeit untersucht die nationale Implementie-

abgeleitete Prognose relativieren diesen Eindruck und

rung der neuen Basel-III-Rahmenvereinbarung zur Stär-

zeigen auf, dass strengere Eigenmittelanforderungen für

kung der Widerstandskraft des Bankensektors. Mithilfe

Finanz­dienstleistungsunternehmen, welche ein gut diversi-

eines Vergleichs veranschaulicht der Autor die Unterschie-

fiziertes Businessmodell haben, in Zukunft vorteilhaft sein

de dieser Implementierung, um deren Auswirkungen auf

können.

die zukünftige Entwicklung zweier vergleichbarer Bank­ institute – Credit Suisse AG und Morgan Stanley – zu

Die getätigte Strategieausrichtung sowie die durchgeführte

analysieren. Das Ziel der Arbeit ist es, anhand der gelten-

Kapitalaufnahme erlauben es der Credit Suisse AG, seit

den Regulierungen Vorteile und Nachteile für das jeweilige

Januar 2013 nach der Basel-III-Regelung zu operieren.

Bankinstitut zu definieren, um eine Prognose zur Wettbe-

Entsprechend bewertet der Markt die Credit Suisse AG in-

werbsfähigkeit beider Institute in ihren aktuellen Geschäfts-

folge ihrer aktuellen Kapitalstruktur als weniger riskant als

feldern abzugeben.

Morgan Stanley. Einen Hinweis darauf gibt die Entwicklung der CDS-Spreads beider Banken, denn der CDS-Spread

Die Arbeit basiert auf einem umfassenden Literaturstudium

der Credit Suisse AG liegt seit Längerem unter jenem von

zu den Themenbereichen «Globale Finanzmarktkrise» so-

Morgan Stanley.

wie «Regulierungsreformen». Des Weiteren liefert eine empirische Untersuchung der Geschäftsberichte der Credit Suisse AG sowie von Morgan Stanley Auskunft über die aktuelle Entwicklung der ausgewählten Bankinstitute. Die gewonnenen Erkenntnisse werden für eine Gegenüberstellung beider Banken genutzt und sind die Basis für die Prognose zur zukünftigen Entwicklung der Credit Suisse AG und von Morgan Stanley. Die Aufsichtsbehörden waren bedacht, die nach der globalen Finanzmarktkrise beschlossenen Reformen u. a. bei Eigenmittelanforderungen in kurzer Zeit für die ihnen unterstellten Bankinstitute einzuführen. Trotzdem bestehen aktuell von Land zu Land Abweichungen im Hinblick auf das Inkrafttreten dieser Regulierung. Diese Situation erweckt den Eindruck, dass Banken mit strengerer Regulierung der Eigenmittel im globalen Vergleich benachteiligt würden. Der in dieser Arbeit geführte Vergleich sowie die daraus


100

Der Fall AIG. Analyse eines Bailouts

Diplomand: Dominic Bühler Dozent: Dr. Marco Rüstmann

Der weltweit tätige Versicherungskonzern AIG litt im Zug

zugänglich gemachte Informationen sowie auf Erkenntnis-

der Finanzkrise unter erheblichen Liquiditätsproblemen

se aus wissenschaftlichen Arbeiten.

und wurde vom amerikanischen Staat zur Vermeidung eines Konkurses mit einem Bailout gerettet. Die milliarden-

Die durchgeführte Analyse zeigt auf, dass AIG gegenüber

hohen Kreditzusagen und das daraus für die Steuerzahler

dem amerikanischen Immobilienmarkt stark exponiert und

resultierende Risiko führten zu heftigen Kontroversen in der

mit internationalen Finanzinstituten in hohem Mass ver-

Öffentlichkeit und dem Ruf nach Massnahmen, welche

netzt war. Die grosse Bedeutung als Steuerzahler und Ar-

helfen sollen, solche Staatsinterventionen zukünftig zu ver-

beitgeber wie auch das Scheitern einer privaten Finanzie-

meiden. Aufgrund des inzwischen erfolgten Ausstiegs des

rungslösung zwangen den Staat 2008 zu einem raschen

Staates eignet sich der Fall AIG für Analysen und zur Ge-

Eingreifen, ohne Zeit für die Prüfung von Alternativen zu

winnung von Handlungsempfehlungen.

lassen. Ein Konkurs von AIG hätte die bereits volatilen Finanzmärkte weiter beunruhigt und nicht abzuschätzende

Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die

Auswirkungen auf Gegenparteien und andere Finanzinsti-

Notwendigkeit eines Bailouts gegeben war und welche

tute gehabt. Schuld waren daran nicht nur Fehler bei der

Alternativen zum damaligen Zeitpunkt bestanden hätten.

internen Risikokontrolle, sondern teils unregulierte Finanz-

Den Interessen und Auswirkungen des Bailouts auf Inves-

märkte sowie mit der Aufsicht überforderte Regulierungs-

toren, Gegenparteien und den amerikanischen Staat wird

behörden.

ebenso nachgegangen wie der Frage, inwiefern sich AIG betreffend Ertragsmodell und Geschäftsbereiche verändert

Trotz des hohen Risikos sicherte der Bailout das Überleben

hat. Abschliessend werden anhand der gewonnenen Er-

von AIG und führte zu einem Gewinn in Milliardenhöhe.

kenntnisse Handlungsempfehlungen für zukünftige Fälle

Zur Vermeidung zukünftiger Fälle ist die Regulierung des

abgeleitet. Der Hauptteil beginnt mit einer Beschreibung

CDS-Handels zu verschärfen, ausserdem sind systemrele-

des Unternehmens, einer Zusammenfassung der zum

vante Nichtbanken einer strikteren Kontrolle zu unterstel-

Bailout führenden Ereignisse und den Auswirkungen der

len. Lösungen bieten hierbei die Klassifizierungen als SIFI

Finanzkrise auf AIG. Nach einer chronologischen Erläu­

resp. SII, welche weitgehende Kontrollen und Sanktionen

terung der einzelnen Elemente des Bailouts und des Aus-

ermöglichen.

stiegs des Staates werden die Geschäftsbereiche und Erträge der Jahre 2006, 2008 und 2012 miteinander ver­ glichen, ferner werden die Folgen des Bailouts für die verschiedenen Stakeholder kritisch analysiert. Anschliessend wird auf die Rolle der Regulierungsbehörden und die Option eines Konkurses eingegangen. Die Arbeit stützt sich hierbei auf öffentliche und von Regierungsbehörden


101

Das Minimum-Varianz-Portfolio im Vergleich zum Swiss Market Index. Implementierung und Analyse der Eigenschaften dieses Anlageansatzes Diplomand: Daniel Bührer Dozent: Armin Bänziger-Aiba, MSc in Economics

Seit der von Markowitz veröffentlichten Arbeit zur Portfolio-

oden. Im Hinblick auf eine praktische Umsetzung des

theorie werden Anlagemöglichkeiten nach dem Risiko

Anlageansatzes ist eine gewisse Konsistenz bei den Ge-

(Standardabweichung) sowie dem zu erwartenden Ertrag

wichtungen von Vorteil. Mit einem Unterschied in der Port-

beurteilt. Dabei können durch die Beachtung der jeweiligen

foliogewichtung von bis zu 26 Prozent vom einen Quartal

Korrelationen Portfolios gebildet werden, welche bei einem

zum anderen sowie hohen Schwankungsbreiten ist diese

gegebenen Risiko einen höheren erwarteten Ertrag aufwei-

gewünschte Eigenschaft beim Minimum-Varianz-Portfolio

sen. Diese Portfolios befinden sich auf dem effizienten

nicht zu identifizieren. Zusätzlich gilt es zu beachten, dass

Rand, wobei das Minimum-Varianz-Portfolio jenes Portfolio

einzelne Titel im Minimum-Varianz-Portfolio sehr hohe Ge-

ist, welches das tiefste Risiko aufweist.

wichtungen aufweisen und dadurch titelspezifische Klumpenrisiken entstehen (können).

In empirischen Studien wurde konträr zur Theorie ein Zusammenhang zwischen tiefer Standardabweichung und

Die Aktualität und Relevanz des Minimum-Varianz-Port­

hoher Rendite identifiziert. Diese Bachelorarbeit untersucht

folios zeigt sich in den im August 2008 lancierten MSCI-

diesen Zusammenhang, indem der Minimum-Varianz-An-

Global-Minimum-Volatility-Indizes sowie den bereits emit-

satz auf den Schweizer Aktienmarkt implementiert wurde.

tierten Anlagefonds von Ossiam, Uni-Global sowie Amundi

Die jeweiligen Aktienwerte im SMI dienten dabei als Anla-

Funds, welche nach dem Minimum-Varianz-Ansatz inves-

geuniversum. Im Hinblick auf eine praktische Umsetzung

tieren.

wurden drei Minimum-Varianz-Portfolios mit unterschied­ lichen Rebalancing-Methoden konstruiert und die Wert­ entwicklung der vergangenen zehn Jahre simuliert sowie weitere Eigenschaften wie die Konsistenz der Gewich­ tungen sowie die Verteilung der Tagesrenditen analysiert. Die Auswertung der Daten zeigt auf, dass die MinimumVarianz-Portfolios (+71,83 Prozent bis +81,57 Prozent) während des Zeitraums vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2012 deutlich besser performten als der SMI (+47,33 Prozent). Dieses Resultat wurde trotz tieferer Standardabweichung erreicht. Beim Vergleich der Renditen in positiven sowie negativen Aktienjahren konnte festgestellt werden, dass die Minimum-Varianz-Portfolios bei steigenden Kursen stärker am Markt partizipieren als bei sinkenden. Dies indizieren die Beta-Werte in den jeweiligen Peri-


102

Einflussfaktoren und Risiken im Hypothekar- und Immobilienmarkt Schweiz. Eine Analyse im Bereich privates Wohnen Diplomandin: Nadia Burkard Dozent: Prof. Dr. Peter Meier

In der Schweiz sorgt die Entwicklung des Hypothekar- und

ken sich diese Faktoren auf den aktuellen Immobilien- und

Immobilienmarktes für grosses Interesse bei den Medien.

Hypothekarmarkt aus. Basierend auf diesen und weiteren

Weiter lässt die aktuelle Entwicklung des Hypothekar- und

Entwicklungen ergeben sich entsprechende Risiken für

Immobilienmarktes Erinnerungen an den Immobilienboom

Banken. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, kann bei-

Mitte bis Ende der 1980er-Jahre aufkommen. Diese Ent-

spielsweise ein tiefes Zinsniveau dazu führen, dass Banken

wicklung wurde unter anderem aufgrund der lockeren Kre-

hohe Zinsrisiken eingehen. Weiter haben die Banken mit

ditpolitik der Banken begünstigt, wobei einige Banken

sinkenden Zinsmargen zu kämpfen und sehen die Auswei-

gewisse Risiken unterschätzten.

tung des Hypothekarvolumens als kompensierende Massnahme. Die in der Arbeit auf Basis von Einflussfaktoren und

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, mit welchen

dem aktuellen Hypothekar- und Immobilienmarkt definier-

Risiken die Banken auf dem Hypothekar- und Immobilien-

ten Risiken sind je nach Risikointeresse der Bank in einem

markt konfrontiert sind und wie diese Risiken begrenzt

unterschiedlichen Ausmass vorhanden. Bei einigen Risiken

werden können. Um dies zu beantworten, stellt sich zu

sieht die Praxis sowohl heute als auch in Zukunft keine

Beginn die Frage, welche Einflussfaktoren auf den Hypo-

grosse Gefahr für die Banken. Andere Risiken bestehen

thekar- und Immobilienmarkt einwirken und wie die Verfas-

bereits heute und werden in Zukunft weiter zunehmen.

sung dieser Märkte ist. Im Fazit wird deutlich, dass das Eingehen von Risiken für Zur Beantwortung dieser Fragen wurden Statistiken, vor

eine einwandfreie Geschäftstätigkeit unumgänglich ist. Die

allem Daten der Schweizerischen Nationalbank und des

Risiken sollten jedoch im Einklang mit der Risiko- und Kre-

Bundesamtes für Statistik, ausgewertet sowie zwei Inter-

ditpolitik der Banken abgewogen werden. Neben einer

views mit Experten geführt. Dazu wurden im ersten Teil der

vorsichtigen Kreditpolitik können die Banken mithilfe von

Arbeit die Einflussfaktoren auf dem Hypothekar- und Im-

Absicherungsmassnahmen

mobilienmarkt definiert und analysiert. Im anschliessenden

menten die Risiken reduzieren.

zweiten Teil folgte eine Darstellung des Hypothekar- und Immobilienmarktes. Der dritte Teil erläutert abschliessend die gültigen Regulatoren und die möglichen Risiken für Banken. Als Einflussfaktoren konnten beispielsweise das Bevölkerungswachstum sowie die Zinsentwicklung identifiziert werden. Ein Anstieg des Bevölkerungswachstums bzw. eine Senkung der Zinsen führt zu einer stärkeren Nachfrage nach Immobilien. Neben weiteren Einflussfaktoren wir-

oder

Überwachungsinstru-


103

Immobilien: REIT als Schutz vor einem Kaufkraftverlust

Diplomand: Mathieu Chaignat Dozent: Avni Asani, MSc BF

Aufgrund der im Jahr 2007 ausgelösten Finanzkrise sind

Kerngrössen näher untersucht werden. Vorstellbar wäre

die Kapitalmärkte der westlichen Industrienationen gegen-

eine vertiefte Untersuchung der Geldmengenentwicklung

wärtig von historisch tiefen Leitzinsen, expansiv betrie­

als auch der REIT-Subindizes. Bei genauerer Betrachtung

bener Geldpolitik sowie steigender Staatsverschuldung

der Ergebnisse liegt die Vermutung nahe, dass ein Zusam-

geprägt. Insbesondere in Zeiten, in denen sich realer Kapi-

menhang basierend auf langfristigen Trends unter Berück-

talerhalt schwierig gestaltet und die Gefahr eines Kauf-

sichtigung eines Verzögerungseffektes aufschlussreicher

kraftverlusts steigt, rücken Immobilienanlagen wieder ver-

wäre. Betrachtet man die Gesamtrendite der REITs, so

stärkt in den Blickwinkel der Investoren. Es existieren

waren diese durchaus in der Lage, Investoren vor Kauf-

verschiedene Möglichkeiten, Immobilienanlagen zu täti-

kraftverlust zu schützen. Die Frage ist, was schlussendlich

gen. Nebst direkten Investitionen kann auch indirekt an­

für den Investor zählt. Der Kaufkraftverlust kann anhand

gelegt werden. Zu dieser zweiten Gruppe gehören u. a. die

der Differenz zwischen der Investition und Inflation gemes-

Real Estate Investment Trusts (REITs), die auf ihre Eigen-

sen werden. Ist die Differenz positiv, wäre zumindest die

schaften eines Inflationsschutzes untersucht werden sol-

Inflation geschlagen und ein Kaufkraftverlust verhindert

len. Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob REITs

worden. Zu klären wäre weiter die Frage, ob Investoren

in der Vergangenheit die Möglichkeit geboten haben,

überhaupt einen derart langfristigen Investitionsausblick

Schutz vor Kaufkraftverlust zu gewährleisten. Zu diesem

unter Berücksichtigung der Geldpolitik, Wirtschaftsent-

Zweck wird untersucht, ob signifikante statistische Zu­

wicklung und Inflation verlässlich machen können. Gemes-

sammenhänge zwischen der Entwicklung von REIT- und

sen an der Rendite bestehen gute Chancen, die Inflation

Konsumentenpreisindizes existieren. Basierend auf zwei

über einen längeren Anlagehorizont zu vermeiden. Dabei

ver­schiedenen Methoden wird anhand von Korrelations­

muss sich allerdings bewusst gemacht werden, dass die

berechnungen der statistische Zusammenhang analysiert

Renditen von REITs nicht mit der Inflationsrate korrelieren.

sowie ein Renditevergleich durchgeführt. Die Länderauswahl beschränkt sich auf die USA als Ursprungsland der REITs sowie komplementär auf die Länder Deutschland und Schweiz als europäische Beispiele. Die Ergebnisse der Untersuchung schliessen sich dem aktuellen wissenschaftlichen Stand an, der ebenfalls keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen REITs und der Infla­tion bestätigt. Die Korrelationsanalyse der REIT- und Konsumentenpreisindizes bringt also keine neuen Erkenntnisse. Vielmehr sollte der Zusammenhang zwischen langfristigen Trends unter Berücksichtigung eines Verzögerungseffektes sowie unter Einbezug anderer wirtschaftlicher


104

Immobilienmarkt Schweiz: ein Rück- und Ausblick

Diplomand: Ridha Dafdouf Dozent: Dr. Titus Spirig

Die Entwicklungen auf dem Schweizer Immobilienmarkt

lienblase jedoch nicht die Rede sein kann. Dies vor allem

bekommen von der Öffentlichkeit zusehends mehr Auf-

aus dem Grund, dass sich die Immobilienpreise in der

merksamkeit. Die immer grösser werdende Hypothe­

heutigen Situation nicht spekulativ, sondern aufgrund des

karverschuldung, die steigenden Preise und das tiefe

Eigenbedarfs der Bevölkerung entwickelt haben.

Zins­ niveau lassen Befürchtungen einer Immobilienblase aufkommen. Trotzdem ist die Nachfrage nach Immobilien

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich der

weiterhin gross. Zur Untersuchung und Beurteilung der

Schweizer Immobilienmarkt trotz hohen Preisniveaus nicht

Gefahr einer möglichen Immobilienblase ist es von zentra-

in einer Immobilienblase befindet. Die Preisentwicklungen

ler Bedeutung, die Einflüsse auf den Immobilienmarkt ge-

sind fundiert und nicht spekulativ. Jedoch muss die zu-

samthaft zu betrachten.

künftige Entwicklung genau beobachtet werden. Sollten sich spekulative Käufe mehren, müssten entsprechende

Das Motiv dieser Arbeit ist es, den Immobilienmarkt Schweiz gesamthaft darzustellen und zu untersuchen. Dies mit dem Ziel, eine allfällige Immobilienblase zu identifizieren. Die Arbeit untersucht im theoretischen Teil die Treiber, die für den Nachfrage- sowie Preisanstieg verantwortlich sind. Des Weiteren wird die Gefahr einer möglichen Blase betrachtet, indem verschiedene Studien analysiert und bewertet werden. Zudem untersucht die Arbeit die makroökonomische Lage in der Schweiz und vergleicht diese mit der Lage während und vor der Immobilienkrise der 1990er-Jahre. Abschliessend wird ein umfangreiches Fazit zur Immobilienmarktsituation und zur Gefahr einer möglichen Immobilienblase gezogen. Im empirischen Teil fliessen zwei Experteninterviews in die Arbeit ein. Es hat sich gezeigt, dass die aktuelle Marktsituation zwar Parallelen zur Immobilienkrise der 1990er-Jahre aufweist, diese aber nur makroökonomischer Natur sind. Weiter wird festgestellt, dass sich regional teilweise bereits Preisblasen gebildet haben, von einer landesweiten Immobi­

Massnahmen ergriffen werden.


105

Optimierung des Verkaufserfolgs bei KMU-Firmenkundenberatern bei einer Schweizer Bank. Am Beispiel der Region Zürich Diplomandin: Diana Dreno Dozentin: Julia Herrmann, Dipl.-Kffr.

Der zunehmende Wettbewerb, die sinkenden Margen so-

grosses Potenzial aufweisen. Nebst dieser Fokussierung

wie der immaterielle und heterogene Charakter von Bank-

sind die Berater gezwungen, aktives Zeitmanagement zu

leistungen haben dazu geführt, dass der Bankmarkt einen

betreiben und sich nach dem Eisenhower-Prinzip zu orga-

starken Wandel durchlaufen hat. Da die Banken mit ihren

nisieren. Dies führt zu Effizienz- und Effektivitätssteige­

Produkten kaum noch Differenzierungsmöglichkeiten ha-

rungen. Zudem sind eine typengerechte Beratung sowie

ben, wird der individuelle Berater zu einem zentralen Er-

aktiver Verkauf unabdingbar, um die Verkaufserfolge zu

folgsfaktor einer Bank.

steigern. Lediglich die in der Literatur angenommene Erfolgswahrscheinlichkeit von 75 Prozent bei Referenzanfra-

Die Bachelorarbeit geht der Frage nach, wie der Verkaufs-

gen für die Neukundengewinnung konnte in der Praxis

erfolg der KMU-Firmenkundenberater bei einer Schweizer

nicht verifiziert werden. Die Untersuchung hat ergeben,

Bank der Region Zürich optimiert werden kann. Dafür wird

dass diese Erfolgswahrscheinlichkeit im Firmenkunden­

analysiert, welche Faktoren und Eigenschaften wichtig für

geschäft Zürich bei 33 Prozent liegt.

den Erfolg eines Firmenkundenberaters sind. Die Fachliteratur bildet dabei die Basis für die zu untersuchenden The-

Obwohl die Firmenkundenberater der Region Zürich die

sen. Diese werden mithilfe einer Umfrage bei allen Firmen-

geschilderten Faktoren grösstenteils beachten, gilt es, die-

kundenberatern der Region Zürich sowie mittels Interviews

se Aspekte noch intensiver und bewusster umzusetzen.

mit Managementmitgliedern auf ihre Richtigkeit untersucht.

Die Sensibilisierung für diese Erfolgskomponenten führt dazu, dass die stetig steigenden Ziele zukünftig besser er-

Die Ergebnisse der Umfrage sowie der Interviews führen

reicht werden können. Dabei gilt es zu beachten, dass die

zur Erkenntnis, dass die in der Literatur angenommenen

beschriebenen Erfolgskomponenten nicht losgelöst von­

Erfolgsfaktoren auch in der Praxis einen grossen Stellen-

einander betrachtet werden dürfen, da diese gemeinsam

wert einnehmen. Dabei wird deutlich, dass Leistung nur

zu Verkaufserfolgen führen. Obwohl sich nicht alle Fakto-

erbracht werden kann, wenn Kompetenzen, Motivation

ren gleichermassen auf jeden Berater projizieren lassen,

und Legitimation gewährleistet sind. Weiter kann bestätigt

zeigt die Arbeit grundsätzliche Handlungsempfehlungen

werden, dass extrovertierte Verkäufer erfolgreicher agieren

auf, die den Verkaufserfolg steigern.

als introvertierte, weil sie eine Kontaktstärke aufweisen, die für die Verkaufsbranche zentral ist. Um eine wirtschaftlich betrachtet optimale Kundenbetreuung zu gewährleisten, ist der Firmenkundenberater angehalten, die Pareto-Regel anzuwenden. Dabei fokussiert der Berater auf die ertragreichen Kunden und ist schliesslich erfolgreicher. Diese Regel sollte aber zwingend insofern ausgeweitet werden, als dass auch jene Kunden miteinbezogen werden, die ein


106

Befindet sich der Schweizer Wohnimmobilienmarkt in einer Blasenbildung? Ein Vergleich mit der Immobilienkrise der 1990er-Jahre Diplomand: Reto Eisenbart Dozentin: Prof. Suzanne Ziegler

Spätestens seit die Schweizer Nationalbank in ihrem Be-

nenten der Immobilienbranche, welche in die Arbeit ein-

richt zur Finanzstabilität 2010 auf die Gefahr einer Überhit-

fliessen, die Praxisnähe gewährleistet. In einem abschlies-

zung des Schweizer Hypothekarmarkts hingewiesen hat,

senden Vergleich wird aufgezeigt, ob sich der Schweizer

ist das Thema einer möglichen Blasenbildung im Schwei-

Wohnimmobilienmarkt aktuell in einer Blasenbildung be­

zer Wohnimmobilienmarkt allgegenwärtig. Seither wird fast

findet.

täglich in den Medien über die Situation auf dem Schweizer Wohnimmobilienmarkt berichtet und über die Entwick-

Wie sich im Verlaufe der Untersuchungen gezeigt hat, un-

lung spekuliert. Historisch bedingt lassen die aktuell hohen

terscheidet sich die heutige Situation in einigen wesent­

und stetig steigenden Immobilienpreise Erinnerungen an

lichen Punkten vom damaligen überhitzten Umfeld. Auf

die Immobilienblase der 1990er-Jahre aufkommen. Nach-

Basis der in der Arbeit analysierten Fundamentaldaten

dem die Schweizer Wirtschaft in den 1970er-Jahren durch

kann gesagt werden, dass sich der Schweizer Immobilien-

eine schwere Rezession geprägt wurde, herrschte ab 1980

markt nicht in einer Blasenbildung befindet. Vielmehr ist

eine wirtschaftliche Euphorie, die auch den Immobilien-

der Preisanstieg eine Folge des tiefen Zinsniveaus, der ho-

markt erfasste. Nach einem massiven Preisanstieg Ende

hen Einwanderungsrate und fehlender alternativer Anlage-

der 1980er-Jahre brachen die Immobilienpreise zu Beginn

möglichkeiten. Vollumfänglich begründen lässt sich das

der 1990er-Jahre unter dem Druck der massiven Zinserhö-

aktuelle Preisniveau jedoch nicht. Gerade Regionen wie

hung ein. Als Folge davon kam es zur Schliessung von Re-

Zürich oder der Genfersee zeigen Überhitzungserschei-

gionalbanken und die Schweizer Wirtschaft durchlebte ein

nungen. Längerfristig ist deshalb punktuell mit Wertkorrek-

Jahrzehnt der Rezession.

turen zu rechnen.

In Anbetracht der Ereignisse auf dem Schweizer Wohn­ immobilienmarkt vor rund 20 Jahren stellt sich die Frage, ob sich ein ähnliches Szenario heute wiederholen kann. Gibt es im aktuellen Markumfeld erneut Anzeichen, die auf eine Blasenbildung hindeuten, oder sind die Entwicklungen eine logische und nicht bedrohliche Folge der wirtschaftlichen Situation? Um diese Frage zu beantworten, werden in der Arbeit die Ursachen und die Umstände der damaligen Überhitzung des Wohnimmobilienmarktes und jene Faktoren der aktuellen Preisentwicklung identifiziert und analysiert. Zudem wird anhand von Gesprächen mit ausgewiesenen Expo-


107

Wachstumsindustrie pharmazeutische Generika: Generika als Teil eines diversifizierten Aktienportfolios Diplomand: Stephan Fleury Dozentin: Regina Anhorn, lic. rer. publ. HSG

Die Unternehmen aus dem Sektor der pharmazeutischen

TR als Markt. Die Indizes stellten gleichzeitig ein gut diver-

Generika sind eine von den Anlegern noch wenig beachte-

sifiziertes Aktienportfolio für den Rendite- und Risikover-

te Investitionsmöglichkeit. Dies trotz hoher Wachstums­

gleich dar.

raten und ausgezeichneter Zukunftsaussichten der Indus­ trie aufgrund der weltweit ansteigenden Gesundheitskosten

Es existieren lediglich zwei Anlagefonds, um in die Gene­

durch Trends wie zum Beispiel die Überalterung der Welt-

rikaindustrie investieren zu können: ein strukturiertes Pro-

bevölkerung. Da sich Generika im Vergleich zum Original-

dukt und die Möglichkeit einer Anlage in Einzelaktien. Die

präparat durch einen deutlich tieferen Preis auszeichnen,

empirische Analyse hat ergeben, dass die Investition eines

wird ihre Marktdurchdringung unter anderem auch mittels

Teils der diversifizierten Aktienportfolios in den Anlagefonds

Massnahmen von Regierungen überall auf der Welt geför-

Adamant Global Generika Klasse A die Gesamtrendite

dert.

erhöht und das Risiko verkleinert hätte. Im Verhältnis zu einem internationalen Portfolio wies der Fonds die zweit-

Diese Arbeit hat zum Ziel, einen fundierten Überblick über

tiefste und zu einem Schweizer Portfolio die dritttiefste

die Generikaindustrie zu schaffen und zu prüfen, welche

Korrelation im Vergleich zu den MSCI-Subsektoren aus.

Möglichkeiten es für private Schweizer Anleger gibt, in die-

Beim systematischen Marktrisiko (Beta) erzielte der Gene-

sen Wachstumsbereich zu investieren. Der Schwerpunkt

rikafonds sogar in beiden Fällen den tiefsten Wert.

liegt auf der Beantwortung der Frage, wie sich eine Investition in einen auf Generikafirmen fokussierten Anlagefonds

Globale Megatrends wie Globesity sind Entwicklungen,

als Beimischung zu einem gut diversifizierten internatio­

von welchen die Generikaindustrie stark profitiert und auch

nalen sowie schweizerischen Aktienportfolio verhält. Wei-

in Zukunft profitieren wird. Auch Patentabläufe umsatzstar-

ter wird ein Quervergleich zu einzelnen MSCI-Subsektoren

ker Markenmedikamente werden Unternehmen aus die-

durchgeführt.

sem Bereich weiterhin positiv beeinflussen. Aufgrund der vielversprechenden Zukunftsaussichten und der in der

Um einen Überblick über die Industrie zu schaffen, wurden

Analyse errechneten Werte empfiehlt es sich, einen Teil des

verschiedene Quellen wie beispielsweise Research-Be-

Aktienportfolios in ein auf Generikaunternehmen fokussier-

richte beigezogen. Die Suche nach Anlagevehikeln fand im

tes Kollektivgefäss zu investieren. Eine Anlage in Einzel­

Internet statt. Die Berechnungen der Markowitz-Portfolio-

aktien empfiehlt sich aus diversen Gründen nicht.

theorie-Inputfaktoren Rendite, Standardabweichung, Korrelation und Beta sowie Sharpe Ratio basieren auf den Daten aus Lipper von Thomson Reuters und wurden in Excel über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt. Dabei dienten für die Korrelations- und Betaberechnung der MSCI World TR sowie der Swiss Performance Index


108

Empirische Analyse von Moving-­Average-Handelsstrategien am Schweizer Aktienmarkt Diplomand: Raffael Frauenfelder Dozent: Jérôme Zaugg, MSc BF

In der vorliegenden Arbeit wird der mögliche Nutzen von

jedoch keine statistische Signifikanz. Im ebenfalls zwölf

Moving-Average-Handelsstrategien für einen Schweizer

Jahre umfassenden Robustheitstest fallen die Resultate

Modellanleger im Zeitraum von 1989 bis 2012 empirisch

entgegengesetzt aus. So erzielen lediglich zwei der 20

untersucht und einer Buy-and-hold-Strategie gegenüber-

Handelsstrategien eine Mehrrendite gegenüber der Buy-

gestellt. Einleitend wird auf die Effizienzmarkttheorie sowie

and-hold-Strategie. Bei diesem zweiten Test wird ebenfalls

Behavioral Finance eingegangen und deren Implikationen

keine statistische Signifikanz erreicht.

auf die theoretische Funktionalität von technischen Handelsstrategien analysiert. Resultierend aus der Gegenüber-

Aufgrund der dennoch homogenen Resultate der Empirie

stellung mit der Effizienzmarkttheorie dürfte mithilfe techni-

wird dem Modellanleger die Strategie ( SMA10;WMA50;1)

scher Indikatoren keine statistisch signifikante Mehrrendite

auf wöchentlicher Datenbasis empfohlen, da diese in bei-

zu erzielen sein. Argumente der Behavioral Finance hinge-

den getesteten Zeiträumen am besten abgeschnitten hat.

gen sprechen sich teilweise gegen effiziente Märkte aus,

Die Frage, ob Moving-Average-Handelstrategien rentabel

dies wiederum stützt die Funktionalität von Moving-Ave-

und für den Modellanleger umsetzbar sind, kann auch

rage-Handelsstrategien.

unter Berücksichtigung der Transaktionskosten bejaht werden.

Der aktuelle Stand der Forschung gibt zurzeit noch keine einheitliche Antwort auf die Frage, ob technische Handelsstrategien einen Nutzen für den Modellanleger geben. Die durch unterschiedlich gewählte Parameter stark auseinanderliegenden Resultate verlangen nach weiteren Untersuchungen. Aus diesem Grund wurde sehr grossen Wert auf die Nachvollziehbarkeit bei der Definition der verwendeten Parameter gelegt und diese wissenschaftlich hergeleitet. Um möglichst aussagekräftige Resultate zu erhalten, wurden jeweils zehn Moving-Average-Handelsstrategien, bestehend aus einfachen, gewichteten und exponentiellen gleitenden Durchschnitten, konstruiert und auf Basis von täglichen und wöchentlichen Schlusskursen des SPI-Index getestet. Aus dem zwölf Jahre umfassenden Backtesting geht hervor, dass alle getesteten Handelsstrategien die Rendite der Buy-and-hold-Strategie geschlagen hätten. Mit Ausnahme von einer Strategie erreichen die Resultate


109

Bankeinlagen in der Schweiz. Auswirkungen der Finanzkrise auf die Reputation, die Bilanz- und die Marktstruktur der Schweizer Banken Diplomand: Philippe Fuchs Dozent: Prof. Dr. Peter Meier

Seit der Finanzkrise, die im Jahre 2008 mit der Insolvenz

gegen steigerten die Banken mit solider Reputation ihre

der Investment-Bank Lehman Brothers ihren Tiefpunkt er-

Marktanteile bei den Kundengeldern massiv.

reicht hatte, ist die Bankenbranche mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Banken büssten infolge der Fi-

Eine Strukturveränderung gemessen an der Anzahl Mitar-

nanzkrise und der darauf folgenden Negativschlagzeilen

beitenden und Geschäftsstellen ist aufgrund der Finanzkri-

massiv an Kundenvertrauen ein. Danach folgten die Euro-

se wenig ausgeprägt. Da der Geschäftserfolg bei den

krise und das gegen Null tendierende Zinsniveau, welches

Grossbanken in den Jahren nach der Krise stark rückläufig

zu einer gravierenden und langanhaltenden Verunsiche-

war und der Erfolg der Regionalbanken und der übrigen

rung der Bankkunden führte.

Banken stagnierte, ist davon auszugehen, dass in der Bankenbranche deutliche Kosteneinsparungsprogramme

Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der

folgen werden.

Finanzkrise auf die Reputation der Schweizer Banken und die Folgewirkungen auf die Kundengelder, die Bilanzkenn-

Der Wettbewerb weist seit dem Ausbruch der Finanzkrise

zahlen sowie die Anzahl der Mitarbeitenden und der

einen klaren Rückgang der Konzentration im Markt der

Geschäftsstellen. Dazu werden die Daten der Schweize­

Bankeinlagen auf. Die Jahre 2008 und 2009 brachten die

rischen Nationalbank und verschiedene Reputations­

grösste Veränderung. Diese Resultate decken sich zeitlich

studien analysiert. Auf der Ebene des Gesamtmarktes

mit den Ereignissen der Finanzkrise und der stagnierenden

werden die Wettbewerbsverhältnisse und deren Verände-

Entwicklung der Grossbanken.

rung anhand des Herfindahl-Hirschman-Index dargestellt. Elf Bankinstitute, die aufgrund ihrer Bilanzgrösse und

Die Bachelorarbeit zeigt die Auswirkung der Finanzkrise in

Re­ le­vanz repräsentativ sind, bilden dabei den Gesamt-

den untersuchten Punkten auf. Dabei sind vor allem die

markt ab.

Grossbanken seit der Krise massiv unter Druck. Das fehlende Vertrauen der Kunden gegenüber der UBS AG und

Es lässt sich feststellen, dass die beiden Grossbanken bei

Credit Suisse AG bieten anderen Bankinstituten Chancen,

der Schweizer Bevölkerung einen starken Imageverfall hin-

sich im Bankenmarkt zu festigen und das Wachstum vor-

nehmen mussten. Im Gegensatz dazu gelingt es der Post-

anzutreiben. Es ergeben sich daraus weitere Ansätze, die

finance, während und nach der Krise, die Wahrnehmung

Auswirkungen der Finanzkrise auch in Zukunft weiter und

als Schweizer Bank entschieden zu festigen. Auch die

breiter zu untersuchen.

Kantonal- und Raiffeisenbanken stabilisierten ihr positives Image deutlich. Dieselbe Entwicklung zeigt sich bei den Bankeinlagen. Obwohl diese in den Jahren 2000 bis 2011 um 60 Prozent angestiegen sind, stagnierten sie bei den Banken, die direkt in die Finanzkrise involviert waren. Da-


110

Der Merrill-Lynch-Deal der Bank Julius Bär aus Sicht der Corporate Finance

Diplomand: Manuele Fumagalli Dozent: Dr. Peter Manz

Die Schweizer Privatbank Julius Bär hat im August 2012

negativer NPV von −381 Millionen Franken. Szenario 3,

angekündigt, das internationale Vermögensverwaltungs-

welches die Meinung des Autors widerspiegelt und diverse

geschäft der amerikanischen Bank Merrill Lynch aus­ser­

Annahmen beinhaltet, beurteilt die Transaktion mit einem

halb der USA und Japans zu akquirieren, worauf die

positiven NPV von 103 Millionen Franken. In diese Berech-

Julius-Bär-Aktie innert zwei Tagen um über 11 Prozent ein-

nung fliessen Prognosen zur Vereinbarkeit der unterschied-

brach. Es stellt sich die Frage, was den Kurssturz ausge-

lichen Unternehmenskulturen und zur langfristigen Profita-

löst hat und um welche Art Geschäft es sich bei der erwor-

bilität der erworbenen Einheit ein.

benen Einheit genau handelt. Im Rahmen der Arbeit wird der Deal der Bank Julius Bär aus der Perspektive der Cor-

Anschliessend werden die Ergebnisse von Szenario 3 in

porate Finance untersucht.

die Zahlen von Julius Bär integriert. Es wird ersichtlich, dass die per 2015 geplante Zunahme des Gewinns pro

Julius Bär beabsichtigt, durch die Transaktion Kundenver-

Aktie von 15 Prozent nicht erreicht wird. Zwar kann der

mögen in der Grössenordnung von 57 bis 72 Milliarden

prognostizierte Reingewinn dank der Integration von 542

Franken zu erwerben und die Präsenz in den Wachstums-

Millionen Franken auf 663 Millionen Franken erhöht wer-

märkten Asien und Lateinamerika zu erhöhen. Der Kauf-

den, aufgrund der höheren Anzahl ausstehender Aktien ist

preis über 1,2 Prozent der transferierten Kundengelder ist

der Deal jedoch EPS-neutral. Im selben Abschnitt wird

im historischen Kontext als günstig zu beurteilen. Proble-

berechnet, dass der faire Wert der Julius-Bär-Aktie aktuell

matisch ist hingegen, dass das internationale Vermögens-

38.62 Franken beträgt.

verwaltungsgeschäft von Merrill Lynch während der letzten zweieinhalb Jahre defizitär war. Die Einheit schrieb in den

Im letzten Teil der Arbeit werden drei Schlüsselfaktoren

Jahren 2010, 2011 und 2012 (annualisiert) Vorsteuerver­

definiert, die über ein Gelingen oder Misslingen der Trans-

luste von 25 Millionen, 113 Millionen und 75 Millionen US-

aktion entscheiden. Dies sind, nebst der Vereinbarkeit der

Dollar.

Unternehmenskulturen, die Kostenkontrolle und die Anzahl der von Merrill Lynch übernommenen Kundenberater. Mit

Die führende Schweizer Privatbank plant, durch Kosten-

einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln wird geschätzt,

senkungen und Nutzung von Synergien das erworbene

dass Julius Bär die Integration erfolgreich gelingt.

Geschäft in die Gewinnzone zu führen. Im Hauptteil der Arbeit wird dieses Vorhaben anhand von drei Szenarien (Best Case, Worst Case und Base Case) untersucht. Im für die Bank besten Szenario gelingt ihr dies ausgezeichnet, dies führt zu einem positiven Net Present Value von 443 Millionen Franken. Aus Szenario 2 ( Worst Case), bei dem die geplanten Massnahmen nicht greifen, resultiert ein


111

Mobile Banking und Payment. Status und Trends

Diplomandin: Sarah Gämperli Dozent: Dr. Titus Spirig

Die technologische Entwicklung und der demografische

die Bereitschaft, mit einem Mobilgerät zu bezahlen, in der

Wandel stellen Banken vor grosse Herausforderungen.

Schweiz gross ist. Um im Zahlungsverkehr keine Marktan-

Bankenfremde Wettbewerber treten mit mobilen Bezahl-

teile an bankenfremde Wettbewerber zu verlieren, müssen

systemen auf den Markt und setzen Schweizer Banken

Banken eigene Lösungen für mobile Zahlsysteme entwi-

unter Druck. Um ihr Geschäft gegen Non-Banks verteidi-

ckeln. Eine mögliche Umsetzung ist ein Mobile Wallet, wel-

gen zu können, müssen Banken auf den digitalen Struktur-

ches das mobile Bezahlen sowohl am Point of Sale als

wandel reagieren.

auch im mobilen Internet ermöglicht. Banken sind in einer guten Ausgangsposition, ein eigenes Mobile Wallet anzu-

Ziel der Bachelorarbeit ist es, den Status und die Trends im

bieten, denn ihnen wird im Zahlungsverkehr ein grosses

Mobile Banking und Payment darzustellen, um Implikatio-

Kundenvertrauen entgegengebracht und sie verfügen über

nen für Schweizer Banken herzuleiten. Im theoretischen

eine gut ausgebaute Zahlungsverkehrsinfrastruktur. Zu-

Teil werden anhand einer Literaturrecherche die Entwick-

dem können Banken ihr bestehendes Mobile Banking als

lung von Mobile Banking und Payment in den USA und der

Plattform für Mobile-Payment-Funktionen nutzen.

Schweiz aufgezeigt und Beobachtungen zum aktuellen Stand festgehalten. Ein Schwerpunkt liegt auf dem An­

Die Bachelorarbeit zeigt, dass Banken eine klare Strategie

gebot von bankenfremden Wettbewerbern. Aus den Beo­

entwickeln müssen, um das Potenzial von Mobile Banking

bachtungen werden fünf Hypothesen abgeleitet, die im

und Payment zu nutzen. Je mehr Transaktionen bargeldlos

em­pirischen Teil mittels qualitativer und quantitativer Befra-

abgewickelt werden, desto eher können Banken ihr Ban-

gungen überprüft werden. Basierend auf den Ergebnissen

comatennetz reduzieren und Filialen für die Kundenbera-

werden Implikationen für Schweizer Banken aufgezeigt.

tung umgestalten. Die persönliche Beratung ist nach wie vor entscheidend für eine langfristige Kundenbindung. Für

Mittlerweile bieten die meisten Schweizer Banken in

weitere Forschungen wäre das Potenzial für Kosteneinspa-

irgend­einer Form Mobile Banking an. Die Angebote rei-

rungen aufgrund steigender bargeldloser Transaktionen

chen vom blossen Abfragen von Finanzinformationen bis

von Interesse.

hin zu umfangreichen Lösungen mit denselben Funktionen wie im Online-Banking. Trotzdem wird das mobile Angebot erst von einer Minderheit der Kunden genutzt. Die Gründe dafür sind, dass Kunden Bedenken bezüglich der Sicherheit haben oder sich des mobilen Angebots zu wenig bewusst sind. Banken sollten deshalb vermehrt in das Marketing für ihren mobilen Service investieren. Im Hinblick auf Mobile Payment verfolgen die Banken eine zurückhaltende Strategie. Die empirische Untersuchung zeigt, dass


112

Private Equity in India. Sector Analysis and Identification of Success Factors

Graduate: Colin Patrick Gmünder Supervisor: Regina Anhorn, MA

The remarkable level of economic growth in India and

The quality standard of private equity companies is crucial

other emerging countries has generated great interest

in determining if their investment activities will be success-

among investors. In the wake of India’s political and eco-

ful or not. Success factors can be divided into three cate-

nomic reforms of 1991, many opportunities arose for pri-

gories: track record, strategic and operational improve-

vate investments promising high revenues. One form of

ments, and private equity business know-how. A private

financing, private equity, was established at that time. Over

equity firm must cover all three to be successful. Findings

a period of nearly 20 years, almost every investment grew

suggest that there are three critical success factors: entry

three- to four-fold with little effort. It was these high returns

valuations and due diligence, funding to partnering organi-

that made entry valuations become more attractive. How-

zations, and, finally, humility and the willingness to learn.

ever, the financial crisis badly affected private equity firms and the high level of revenues could not be maintained.

India and China will be the most attractive countries for private equity investors in future, as continuing economic

This Bachelor’s thesis examines which market sectors

growth in Asia will ensure a stable demand for financing.

in India still offer great potential for investors. It also dis-

The market approach for private equity companies must

cusses the key success factors for investment by private

be more comprehensive than ever; investment periods are

equity firms and suggests some guidelines. In addition to

longer, as profitable exits require perfect timing. It is be-

a comprehensive literature review, four qualitative inter-

lieved that private equity firms that follow the strategies and

views were conducted in Chennai, India. The interviewees

success factors identified in this Bachelor’s thesis will have

were two professionals with long-term experience in

a bright future ahead of them.

private equity and two Indian entrepreneurs who have used private equity as a source of finance in the past. The issue at hand could thus be examined from different perspectives. Findings indicate that there is still remarkable growth potential in the healthcare and water sectors. The Indian middle class is expanding fast and there is a growing elderly population. This accounts for a private equity boom in the healthcare sector, where high revenues are generated. The water sector does not show such obvious signs. However, it has become a priority for the state to improve the water service in order to ensure access to clean drinking water.


113

Analyse des Berufsbildes des Kundenberaters im Wealth-Management bei kleineren und mittleren EmergingMarkets-Kunden Diplomand: Sehmuz Görmez Dozent: Dr. Christoph Kley

Das Wealth-Management wird zu einer der wichtigsten

an einen Kundenberater heute höher als früher. Er verbringt

und rentabelsten Geschäftseinheiten einer Universalbank

zudem mehr Zeit mit administrativen Tätigkeiten und kann

gezählt. Besonders in der Schweiz nimmt die Vermögens-

sich deshalb weniger auf den Kontakt mit seinen Kunden

verwaltung aufgrund der hohen Bedeutung des Offshore-

fokussieren. Die erwarteten Veränderungen beim Berufs-

Banking eine noch wichtigere Position ein. Der Kunden­

bild des Kundenberaters, insbesondere in den tieferen

berater ist an dieser Stelle seit Jahren als Bindeglied

Segmenten mit kleineren und mittleren Kunden, sind vor-

zwischen dem Kunden und der Bank tätig. Damit nimmt er

wiegend negativ. Wegen der schlechteren Aussichten auf

eine Schlüsselstellung ein. Mit der steigenden Komplexität

dem Arbeitsmarkt wird eine grosse Konkurrenz unter den

im grenzüberschreitenden Bankengeschäft stellt sich die

Kundenberatern entstehen und die Aufstiegsmöglichkeiten

Frage, inwiefern die erwarteten Veränderungen im Off-

im Beruf gering halten. Des Weiteren werden die Verände-

shore-Banking das Berufsbild des Kundenberaters beein-

rungen der internationalen regulatorischen Rahmenbedin-

flussen werden.

gungen die Anforderungen an den Kundenberater sowie seine zu erledigenden administrativen Tätigkeiten weiter

Im Rahmen der vorliegenden Bachelorarbeit geht es ers-

erhöhen.

tens darum, das heutige Berufsbild des Kundenberaters bei kleineren und mittleren Emerging-Markets-Kunden am

Die Schweizer Banken, welche im Offshore-Banking tätig

Beispiel der UBS darzustellen. In einem zweiten Schritt

sind, müssen in diesem schwierigen Geschäftsumfeld kon-

werden die erwarteten Veränderungen im Beruf des Kun-

sequente Massnahmen ergreifen, um die Kundenberater

denberaters im grenzüberschreitenden Bankengeschäft

zu unterstützen und die Attraktivität dieses Berufes zu ge-

analysiert.

währleisten. Ansonsten besteht das Risiko, dass die guten Mitarbeiter die Branche wechseln. Allerdings müssen sich

Um die erste Fragestellung beantworten zu können, wurde

auch die Kundenberater an das neue Schweizer Offshore-

eine Umfrage mit den Kundenberatern bei der UBS, die

Modell anpassen und sich dementsprechend verändern.

ausschliesslich Kunden aus Schwellenländern betreuen, durchgeführt. Basierend auf den Erkenntnissen aus der Umfrage und den Experteninterviews wurden die erwar­ teten Veränderungen beim Berufsbild des Kundenberaters untersucht. Die Resultate waren, dass sich der heutige Beruf des Kundenberaters im grenzüberschreitenden Bankengeschäft von jenem der früheren Jahre stark unterscheidet. Aufgrund der steigenden Komplexität sind die Anforderungen


114

The Purchasing Manager Index as a Leading Indicator

Graduate: Nicole Habegger Supervisor: Dr. Oliver Bachmann

In the context of economic development, there is one fig-

However, the PMI is still valid as a forecasting indicator,

ure that clearly stands out: the gross domestic product

mostly because the GDP growth rate is published on a

(GDP) growth rate. This Bachelor’s thesis examines the

quarterly basis, while the PMI is published every month.

use of indicators to predict GDP growth. It focuses on a

Secondly, the PMI is based on a survey which contains

well-known indicator, the purchasing manager index (PMI).

uncertainties. And thirdly, the PMI is a diffusion index,

All over the world, financial professionals use the PMI to

which is defined as an index measuring the percentage

support their GDP growth rate predictions. The question

change of the previous month. It is questionable whether

this Bachelor’s thesis is asking, however, is whether it is

such an index should be compared with a growth rate. On

actually a leading indicator to forecast GDP growth rates.

the other hand, it is understandable why such an index is still prominently represented in research papers and eco-

The correlation between PMI output and United States

nomic magazines.

GDP data was measured and different correlation coefficients were calculated. Two simple data rows, monthly PMI

In conclusion, it is recommended not to use the PMI as an

data and the quarterly GDP growth rate, were compared

actual leading indicator but to treat it as a concurring indi-

in different combinations. The aim was to determine if it

cator with attributes of a leading indicator.

makes a difference to take only values of quarter PMIs and compare them with GDP data rather than taking arithmetic means of the PMI and compare them with GDP data. In order to see if the PMI constitutes a leading indicator, data rows were shifted and compared. To verify the correlations, graphs of regression lines were plotted and F tests and effect size tests were used. Surprisingly, the findings showed that PMI is not a leading indicator but that it acts as a concurrent indicator. The highest correlation was found in the trial where arithmetic means of PMI (calculated from the previous, the current, and the following month of published GDP growth rate data) were compared with the corresponding GDP growth rate data. Here the correlation was around 0.70. In all the other trials where data rows were shifted (3 months or 6 months of time forerun to GDP ), correlations were lower. This proves that the PMI does not act as a leading indicator.


115

Deskriptive Analyse der Schweizer Sterbetafeln von 1876 bis 2003

Diplomand: Walter Hauser Dozent: Dr. Simon Rentzmann

Statistiken lassen sich heutzutage dank Excel einfach und

aufgrund der auffälligsten Entwicklungsformen auf die 2 bis

schnell grafisch darstellen. Die Bedienung ist zudem weit-

11 Jahre alten Kinder sowie die 13- bis 22-jährigen Jugend-

gehend intuitiv zu handhaben. In einigen Unternehmen

lichen und jungen Erwachsenen gelegt. Die Untersuchung

wurden deshalb auch anfänglich simpel gehaltene Excel-

wurde zudem differenziert nach Geschlechtern vorgenom-

Berechnungsblätter permanent weiterentwickelt, mitein­

men. Dabei fiel auf, dass die Geschlechter in beiden

ander verlinkt und so eine kaum mehr nachzuvollziehende

Gruppen zu Beginn der Datenerhebung ähnliche Sterbe-

Komplexität geschaffen. Selbst angesehene Wissen-

wahrscheinlichkeiten aufzeigten, der männliche Bevölke­

schaftler haben schon umfangreiche Berechnungen mit

rungs­­teil aber leicht bessere Werte aufwies. Bis ungefähr

dem Microsoft-Programm vorgenommen. Dabei ging ver-

1921 glichen sich die Mortalitätszahlen kontinuierlich an.

gessen, dass Excel zwar geeignet ist, Operationen im All-

Ab dem darauffolgenden Jahrzehnt zeigte sich die Ent-

tagsbereich zu vollziehen, ab einer gewissen Datenmenge

wicklung der Sterblichkeit der Frauen dann stets besser

aber Anfälligkeiten für Fehlberechnungen zeigt. So ent-

als diejenige der Männer, wobei der Unterschied bei der

standen Fehlkalkulationen mit immensen Schadensfolgen.

älteren untersuchten Altersgruppe deutlicher war als bei

Der Bedarf an leistungsfähigeren Statistikprogrammen ist

der jüngeren. Die Untersuchungspopulation wurde auch

somit unbestritten. Die frei verfügbare Software «R» stellt

einer umfangreichen Regressionsanalyse unterzogen. Da-

hier eine attraktive Anwendungsmöglichkeit dar, die um-

bei wurde festgestellt, dass die Daten der Jugendlichen

fangreiche Optionen bietet und zuverlässig kalkuliert. Die

und jungen Erwachsenen bei den Regressionsgeraden

Bedienung ist zwar gewöhnungsbedürftig, mit der nötigen

zwar einen vorteilhafteren Achsenabschnitt zeigten, dieser

Zeit und Interesse aber wohl für die meisten kaufmännisch

aufgrund des vorher ausgemachten komparativen Vorteils

Tätigen erlernbar. «R» ermöglicht die Erstellung professio-

der jungen Frauen aber offensichtlich weniger Einfluss auf

neller Grafiken und Auswertungen, die bis ins kleinste De-

die Sterbewahrscheinlichkeit hat, als dies bei der Steigung

tail variiert werden können. In dieser Arbeit wird deshalb

der Fall ist.

erklärt, wie das Programm installiert und grundlegend bedient wird. Zudem wurden mit «R» die beim Bundesamt für Statistik ( BFS ) verfügbaren Sterbetafeln für die Schweiz von 1876 bis 2003 analysiert. Dabei konnte mittels logarithmischer Transformation ermittelt werden, dass der ältere Bevölkerungsteil (ab einem Alter von etwa 80 Jahren) im untersuchten Zeitraum eine recht konstante Verbesserung der Sterbewahrscheinlichkeit erfahren hat. Die Mortalität der Jüngeren hat sich zwar auch permanent und deutlich verbessert, in der Entwicklung ist aber klar weniger Linearität auszumachen. Der Fokus der Datenanalyse wurde


116

Renditeobjekte als Assetklasse für Privatinvestoren

Diplomand: Taulant Helshani Dozent: Dr. Titus Spirig

Private Investoren haben vermehrt das Bedürfnis nach si-

Es wird ersichtlich, dass Fundamentalfaktoren die Entwick-

cheren, mit realen Werten unterlegten Assetklassen. Ge­

lung des Immobilienmarkts Schweiz weiter stützen. Durch

rade jetzt, wo viele Märkte von der Realität eingeholt wer-

einen Nachfrageüberhang befinden sich die Preise für

den, haben Immobilienanlagen deutlich an Attraktivität

Wohnobjekte auf einem hohen Niveau, weshalb tiefere

gewonnen. Die Preise für Schweizer Wohn- und Gewerbe­

Anfangsrenditen in Kauf zu nehmen sind. Die erhöhte

immobilien kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach

Nachfrage ergibt sich durch den sich ausweitenden Spread

oben. Angesichts dieser Entwicklung stellen sich private

zwischen Renditen von Immobilienanlagen und Bundes­

Anleger nicht mehr die Frage, ob sie in Immobilien investie-

obligationen. Durch spezifische Rendite-Risiko-Profile

ren sollen, sondern wie und wann. Allerdings birgt diese

können Investoren ihr Vermögen mit Immobilien diversi­

Anlageform auch Gefahren. Direktinvestitionen in einzelne

fizieren und die Stabilität dieser Anlageklasse als Inflations-

Objekte erfordern einen hohen Kapitaleinsatz und er-

schutz nutzen. Weiter stellt sich heraus, dass die Renditen

schweren es Anlegern, die Risiken zu streuen. Zudem wer-

einer vermieteten Liegenschaft deutlich attraktiver sind

den äussere Einflüsse auf den Immobilienmarkt zu wenig

als die­jenigen von Obligationsanleihen mit einem Invest­

beachtet.

ment­rating. Durch die Anpassung der Mietvertragsdauer können Hochkonjunkturen und Wachstumsphasen einer

Die Bachelorarbeit analysiert das Marktumfeld und die Ent-

Unternehmung dazu verwendet werden, langfristige Miet-

wicklung der direkt gehaltenen Immobilienanlagen in der

verträge auf hohem Preisniveau abzuschliessen und eine

Schweiz. Eine erfolgreiche Umsetzung der Immobilien­

überschaubare Rendite zu erzielen. Auch durch strategi-

investition bedarf guter Kenntnisse der Einflussfaktoren,

sche Konstellation des Mietermixes lassen sich Leerstände

welche die Renditen tangieren. Ziel war, herauszufinden,

und Branchenkrisen umgehen und die Rendite optimieren.

welche Chancen und Risiken die Anlageklasse für Privatpersonen mit sich bringt. Des Weiteren wurden aufgrund spezifischer Fragestellungen die Performance und Krisenresistenz einer direkten Immobilienanlage mit klassischen Wertpapieren verglichen und Renditeoptimierungsmöglichkeiten für Immobilienbesitzer aufgezeigt. Es wurden drei Interviews mit Spezialisten der Immobilienbranche, die mit verschiedenen Ansätzen operieren, geführt. Die Ergebnisse dieser qualitativen Untersuchung wurden mithilfe von Research-Veröffentlichungen und literarischen Quellen ergänzt und anhand von statistischen Auswertungen beleuchtet.


117

Passive Anlagen im Bereich der Privatanleger in der Schweiz

Diplomand: Michael Hess Dozentin: Regina Anhorn, lic. rer. publ. HSG

Seit der Veröffentlichung der Effizienzmarkttheorie konnten

Banken und die Fondsindustrie massgeblich dafür verant-

zahlreiche Studien und Statistiken aufzeigen, dass kaum

wortlich sind, dass derzeit nicht mehr Privatanleger in

ein Manager eines aktiv bewirtschafteten Fonds den zu-

passive Produkte investieren. Viele Privatanleger verfügen

grunde liegenden Benchmark über längere Zeit schlagen

über ein beschränktes Anlage-Know-how und sind des-

kann. Dies deutet darauf hin, dass Marktineffizienzen nicht

halb abhängig von einer Anlageberatung. Die quantitative

über einen längeren Zeitraum zur Erzielung von Alpha ge-

Umfrage zeigte am Beispiel der ZKB, dass die Anlagebe­

nutzt werden können oder dass Überschussrenditen per

rater aktuell überwiegend aktive Produkte in ihren Empfeh-

Zufall entstehen. Es ist bekannt, dass passive Produkte

lungen berücksichtigen, dies aufgrund der bankinternen

kostengünstig der Benchmarkrendite folgen und eine brei-

Richtlinien. Ebenfalls zeigte die Umfrage, dass die Akzep-

te Diversifikation bieten. Zudem prophezeien schon seit

tanz von passiven Produkten bei den Anlageberatern gross

mehreren Jahren die Wirtschaftspresse und Finanzexper-

ist. So würden 90 Prozent von ihnen ihren Kunden ein

ten den enormen Erfolg von passiven Anlageprodukten.

passives Produkt als Alternative zu den gängigen aktiv

Bisher konnten diese tatsächlich ein sehr gutes Wachstum

ge­managten Strategiefonds empfehlen. Die Interviews be-

verzeichnen, jedoch sind sie anteilsmässig in Schweizer

stätigten die Erkenntnisse der quantitativen Umfrage und

Portfolios von Privatpersonen noch schwach vertreten.

zeigten, dass die Banken nun vermehrt passive Produkte lancieren und diese als künftig wichtigen Bestandteil im

Die Bachelorarbeit ging der Frage nach, weshalb private

Anlagegeschäft sehen.

Anleger nicht vermehrt in passive Produkte investieren. Es wurde untersucht, welche Rolle dabei das Anlage-Know-

Die passiven Produkte enthalten für die Banken jedoch nur

how der Kunden, die Anlageberatung der Banken sowie

tiefe Margen und keine Retrozessionen, weshalb bei einem

die aktuellen Diskussionen um aktive (Retrozessionen) so-

Wechsel von aktiven zu passiven Produkten die Banken

wie passive Produkte ( Replikationsmethoden) spielen.

mit Gewinneinbussen rechnen müssen. Eine allfällige Einführung einer Beratungsgebühr für Anlageberatungen

Um die Fragestellung einzuleiten, wurde die Finanzmarkttheorie erläutert und mit den Ergebnissen empirischer Studien untermauert. Für die Untersuchung der Fragestellung wurde ebenfalls der empirische Ansatz gewählt. Nebst drei qualitativen Interviews mit Experten aus dem Finanz­ bereich wurde eine quantitative Online-Umfrage bei Frontmitarbeitern der ZKB mit 68 Teilnehmenden durchgeführt. Anhand der Literatur, der qualitativen Interviews sowie der quantitativen Umfrage konnte aufgezeigt werden, dass die

wäre für diesen Fall prüfenswert.


118

Behavioral Finance. Wie Kundenberater im Private Banking mit irrationalen Entscheidungen von Kunden umgehen Diplomandin: Isabella Holzmann Dozent: Dr. Christoph Kley

Eine qualitativ hochstehende Kundenbetreuung ist der

dass der theoretische Ansatz einer strukturierten Beratung

zen­trale Erfolgsfaktor im Private Banking. In diesem um-

hilft, einen irrationalen Kunden besser zu beraten. Der Kun-

kämpften Markt müssen Kundenberater ihre Beratungs-

denberater im Private Banking kann einen grossen Einfluss

dienstleistung im Einklang mit den Qualitätsstandards der

auf irrationale Kunden haben. Wichtige Faktoren für die

jeweiligen Bank erbringen und gleichzeitig jeden Kunden

erfolgreiche Beratung irrationaler Kunden sind eine struk-

individuell beraten.

turierte Beratung, fundierte Einwandbehandlung und offene Kommunikation gegenüber dem Kunden. Ein klarer

Die Bachelorarbeit behandelt den Umgang mit irrationalen

Vorteil für irrationale Kunden wurde im Private Banking

Entscheidungen von Kunden im Private Banking. Es wurde

gefunden: Die Kundenberater können sich mehr Zeit für

analysiert, wie eine professionelle Beratung einen irrationa-

ihre Kunden nehmen als im Retail Banking und so die Kun-

len Kunden beeinflussen kann und welche weiteren Fakto-

den umfassender beraten.

ren helfen können, den Kunden zu einer rationalen Entscheidungsfindung hinzuführen. Hinsichtlich der Beratung

Die optimale Vermögensanlage für irrationale Kunden

wurde genauer untersucht, inwiefern ein strukturierter Be-

konnte nicht abschliessend bestimmt werden. Es hat sich

ratungsprozess die Beratung für einen irrationalen Kunden

zwar gezeigt, dass ein Vermögensverwaltungsmandat

optimieren kann.

grundsätzlich die ideale Investition für einen irrationalen Anleger darstellt, aber nicht für alle irrationalen Kunden

Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass ein Vermögens-

die richtige Lösung ist. So ist auch hier der Kundenberater

verwaltungsmandat die ideale Anlage für einen Kunden

das zentrale Element: Er kann dem Kunden gewisse An-

ist, der zu irrationalen Anlageentscheidungen neigt. Mithilfe

stösse geben und bei einer langjährigen Zusammenarbeit

der theoretischen Grundlagen über Behavioral Finance

das Vertrauen gegenüber der Bank und dem Vermögens-

wurden irrationale Entscheidungen, Verhaltensfehler, Heu-

verwaltungsmandat fördern. Durch eine auf jeden einzel-

ristiken, Phänomene und Anlageempfehlungen untersucht,

nen Kunden individuell abgestimmte Beratung können irra-

um Lösungsvorschläge für die bessere Beratung eines

tionale Entscheidungen vermieden und eine langfristig

irra­tionalen Kunden zu entwickeln. Die theoretischen Er-

erfolgreiche Zusammenarbeit gefördert werden.

kenntnisse wurden in der Praxis mittels einer umfangreichen empirischen Untersuchung kritisch hinterfragt. Irrationale Entscheidungen von Kunden sind die Regel. Dies wurde sowohl von der Theorie als auch in der Praxis bestätigt. Die Kundenberater müssen sich somit mit der Anlegerpsychologie und der Entscheidungsfindung der Kunden auseinandersetzen. In der Praxis wurde bestätigt,


119

Sensitivität der Inputparameter im klassischen Markowitz-Modell

Diplomand: Roland Imholz Dozent: Roland Hofmann, MSc BF, CFP, CAIA

Die Mittelwert-Varianz-Analyse von Markowitz hat die Port-

Mittelwert-Varianz-Analyse den Grundstein der modernen

foliotheorie revolutioniert. Trotzdem finden sich in der wis-

Portfoliotheorie. Das Ziel besteht darin, bei gegebener er-

senschaftlichen Literatur Kritikpunkte in Bezug auf das

warteter Rendite die Varianz zu minimieren respektive bei

Markowitz-Modell. Diese betreffen nebst einigen Modell-

gegebener Varianz die erwartete Rendite zu maximieren.

prämissen vor allem die Herleitung der Input-Parameter

Dabei basiert das Konzept auf Annahmen zu den Anle-

mittels Vergangenheitswerten. Die Ursache liegt in der

gern, zum Kapitalmarkt und zu den Anlagen und wird an-

Anfälligkeit auf Schätzfehler, da das Modell sensitiv auf

hand der Varianz, Kovarianz und erwarteten Rendite her-

Veränderungen der Input-Parameter reagiert. Die ideale

geleitet. Die Anlageallokation reagiert auf Veränderungen

Schätzperiode für alle Anlagehorizonte ist deshalb in der

der Rendite, des sensitivsten Parameters, umso mehr, je

Port­foliooptimierung nach Markowitz zentral.

geringer die Volatilität sowie Risikoaversion sind und je höher die Korrelation ist. Die Untersuchungen zum Zeit­

Die Bachelorarbeit beantwortet die Frage, welcher Input-

horizont zeigen, dass die Portfoliogewichtung je nach

Parameter am meisten von der Sensitivitätsproblematik

Schätzperiode markant schwankt, wobei mit zunehmen-

betroffen ist. Des Weiteren werden die Auswirkungen

der Schätzperiode die Standardabweichung abnimmt. Um

von verschiedenen Zeithorizonten untersucht, wobei die

eine geringe Sharpe-Ratio-Abweichung zwischen den ex

optimale Schätzperiode unter Berücksichtigung der Anla-

ante geschätzten und den realisierten Werten zu erhalten,

gedauer eruiert wird. Zur besseren Verständlichkeit be-

empfiehlt sich je nach Risikopräferenz von eins bis vier eine

schreibt diese Arbeit zuerst den Markowitz-Ansatz in Be-

Schätzperiode von 27, 39, 42 respektive 40 Jahren für alle

zug auf dessen Ziel, Annahmen und Input-Parameter.

Anlageperioden. In Anbetracht des Anlagehorizonts sind

Ferner werden Ansätze genannt, die sich mit den Modell-

die höchsten Sharpe Ratios mit zwei Jahren erzielt worden

schwächen befassen.

und steigen erst wieder mit einer Anlagedauer von 50 Jahren.

Die Beantwortung der Forschungsfragen erfolgt einerseits auf theoretischer Basis, wobei die relevante Literatur mit-

Die Ergebnisse dieser Arbeit, welche zwei Anlagekatego­

tels Bottom-up-Strategie in unterschiedlichen Datenban-

rien untersucht, sind bestmöglich mit weiteren Anlagen

ken gesucht wird. Anderseits wird die Schätz- und Anlage-

und robusten Methoden wie dem GARCH-Ansatz zu ver-

periode empirisch anhand der Pictet-Indizes Aktien

tiefen, um die aufgezeigten nicht stationären und normal-

Schweiz und Obligationen Schweiz untersucht. Dabei wird

verteilten Renditen über die Zeit auch zu berücksichtigen.

das Markowitz-Modell auf vier Risikoaversionsgrade angewendet. Durch die Berücksichtigung des Risikos und die Quanti­ fizierung des Diversifikationseffekts legte Markowitz mit der


120

Kalenderanomalien. Beispiele aus dem Schweizer Aktienmarkt Diplomand: Irfan Ismaili Dozentin: Regina Anhorn, lic. rer. publ. HSG

Auf empirischer Ebene beschäftigen sich immer mehr Un-

Die Auswertungen der Kalenderanomalien am Schweizer

tersuchungen mit Kapitalmarktanomalien und den daraus

Aktienmarkt haben ergeben, dass jeder in dieser Arbeit

abgeleiteten Kalenderanomalien, die der Effizienzmarkt­

überprüfte saisonale Effekt existiert. Der SPI widerspiegelt

hypothese widersprechen. In verschiedenen Ländern sind

den Wochentag-Effekt, den Turn-of-the-Month-Effekt und

solche saisonalen Kursmuster am jeweiligen Aktienmarkt

den Sell-in-May-Effekt. Der Januar-Effekt hingegen ist

entdeckt worden. Viele dieser saisonalen Kursmuster ha-

beim SPI nicht ersichtlich und die Januar-Regel nicht aus-

ben sich aber im Zeitverlauf abgeschwächt. Die Bachelor-

geprägt. Bei den Small Caps existieren anscheinend alle

arbeit knüpft an diese Thematik an.

untersuchten Kalenderanomalien. Die starke Ausprägung des Januar-Effekts bei den Small Caps weist darauf hin,

Der Schweizer Aktienmarkt wird anhand des Swiss

dass dieser Effekt insbesondere bei weniger stark kapitali-

Per­formance Index (SPI) auf fünf bekannte Kalenderano­

sierten Unternehmen signifikant ist. Der gleiche Befund gilt

ma­lien untersucht: den Januar-Effekt, die Januar-Regel,

auch für die Januar-Regel. Das Muster des Wochentag-

den Wochentag-Effekt, den Turn-of-the-Month-Effekt und

Effekts ist bei den Small Caps ausgeprägter als beim SPI.

den Sell-in-May-Effekt. Anhand der theoretischen Erkennt-

Ein ähnliches Resultat zeigt auch der Sell-in-May-Effekt,

nisse der saisonalen Kursmuster in der Literatur wurden

bei dem die Small Caps das deutlichere Muster aufweisen.

sieben Hypothesen abgeleitet. Diese dienen dazu, aufzu-

Einzig das Muster des Turn-of-the-Month-Effekts ist beim

zeigen, ob Kalenderanomalien am Schweizer Aktienmarkt

SPI ausgeprägter als bei den Small Caps.

vorzufinden sind. Weiter wurde überprüft, wie stark diese auftreten.

Die Ergebnisse dieser Arbeit sind nicht allgemeingültig, da der Untersuchungszeitraum von 1996 bis 2012 zu kurz ist.

Die für diese Analyse verwendeten täglichen Schlusskurse

Daher bietet es sich an, in einer weiteren Untersuchung

des SPI im Untersuchungszeitraum von 1996 bis 2012 sind

diese Zeitspanne zu verlängern und abzuklären, weshalb

bei der SIX Swiss Exchange öffentlich zugänglich. Aus die-

die Small Caps die Kalenderanomalien am Schweizer Akti-

sen Schlusskursen wurden mit Excel die Tagesrenditen

enmarkt stärker reflektieren als der SPI. Zudem könnte der

berechnet, die als Basis für die Untersuchung dieser Arbeit

Sachverhalt aus der Verhaltenssicht des Anlegers erforscht

dienen. Die Auswertung der Tagesrenditen erfolgte sowohl

werden. Dabei müsste das Thema Behavioral Finance er-

für den SPI als auch für die Subindizes Small Caps und

läutert und analysiert werden.

Large Caps. Je nach Kalenderanomalie wurde einer oder mehrere dieser drei Indizes respektive Subindizes untersucht. Für jede aufgestellte Hypothese wurden Berechnungen und Auswertungen erstellt. So konnte jede Hypothese auf ihre Gültigkeit überprüft werden.


121

Comparing the Markowitz Model with Direct Utility Maximization

Graduate: Sang Eun Jo Supervisor: Dr. Simon Rentzmann

Many mathematical concepts are used in portfolio optimi-

The findings show that portfolio selection based on mean

zation: expected returns as random variables, standard

and variance is as valid as direct utility maximization, al-

deviation to measure uncertainty, and covariance to mini-

though data in the test period exhibited abnormal behavior

mize volatility through diversification, to name just a few.

and securities were rather highly correlated, which dimin-

Portfolio Selection, introduced by H. M. Markowitz in an

ished the positive effect of portfolio diversification on vari-

article published in 1952, is viewed as the beginning of

ance.

modern portfolio theory. Markowitz incorporates the three concepts into portfolio construction and introduces a portfolio selection method of approximating expected utility based on a function of mean and variance. Since this portfolio optimization method can ease the burden of establishing the actual utility functions of each individual, the validity of the approximation has been tested and approved by many researchers. However, Markowitz’ theory has also been criticized for assuming that asset returns are normally distributed and that the individual’s utility can be reasonably approximated by a quadratic function. This Bachelor’s thesis examines Markowitz’ assumption of normality using a data set which contains three risky assets (Bank of America Corp., JP Morgan Chase, and The Coca-Cola Company) and two market indices (the Dow Jones Index and the S&P 500) for the period between 1996 and 2011. It also analyzes how strongly correlated securities were with one another and with the market indices. Finally, Markowitz’ approximation was compared with utility maximization using a logarithmic, a power, an exponential, and a quadratic utility function to test if his portfolio optimization method can be applied to all kinds of utility functions. The comparison model was constructed in R with daily log return data of a two-risky-assets port­ folio between 2007 and 2009 concentrating on a single holding period.


122

Einlegerschutz. Die Glaubwürdigkeit der System­ obergrenze von 6 Milliarden Franken Diplomand: Marc Jobin Dozentin: Prof. Suzanne Ziegler

Das Bankengesetz vom Jahr 2005 schreibt allen schwei-

Die Systemobergrenze von 6 Milliarden Franken entspricht

zerischen Geschäftsstellen von Banken und Effektenhänd-

1,6 Prozent der gesamten privilegierten Einlagen. Mit die-

lern die Sicherung der privilegierten Einlagen durch eine

ser Deckungsrate befindet sich die Schweiz im internatio-

Einlagensicherung vor. Einlagen bis zum Maximalbetrag

nalen Vergleich im Mittelfeld. Im Gegensatz zum Schweizer

von 100 000 Franken pro Einleger sind gesichert. Werden

System basieren aber die meisten ausländischen Einlagen-

eine Bank oder ein Effektenhändler in der Schweiz zah-

sicherungen auf einem vorfinanzierten Sicherungsfonds.

lungsunfähig, stellen die anderen Banken umgehend die

Im Zuge der Finanzkrise wurde Ende 2008 der Maxi­

benötigten Gelder bereit. Die maximale Zahlung der Einla-

malbetrag von 30 000 auf 100 000 Franken sowie die Sys­

gensicherung ist aber auf die Systemobergrenze von 6 Mil-

tem­obergrenze von 4 Milliarden auf 6 Milliarden Franken

liarden Franken beschränkt. Somit stellt sich die Frage, bei

erhöht. Durch diese Massnahme reduzierte sich die De-

welchen Schweizer Banken die privilegierten Kundeneinla-

ckungsrate der Einlagensicherung im Jahr 2008 von 2,07

gen nicht genügend durch die schweizerische Einlagen­

Prozent auf 1,76 Prozent.

sicherung gedeckt sind. Die Glaubwürdigkeit der Systemobergrenze ist nur teil­ Angaben zu den privilegierten Einlagen werden weder in

weise gegeben. Zwar deckt die Systemobergrenze eine

den Statistiken der SNB noch in den Geschäftsberichten

Mehrzahl der Banken ab, hingegen halten die nicht ge-

der Banken veröffentlicht. Zur Schätzung der privilegierten

deckten Banken 46 Prozent der privilegierten Einlagen in

Einlagen pro Bank wurde ein dreistufiges Top-down-Ver-

der Schweiz. Aufgrund mangelnder Daten konnte nur die

fahren entwickelt. In der ersten Stufe wurde die gesamte

ungefähre Verteilung der privilegierten Einlagen auf die ein-

Summe der privilegierten Einlagen in der Schweiz ermittelt.

zelnen Banken ermittelt werden. Die Veröffentlichung einer

Die Summe der privilegierten Einlagen wurde dann anteils-

Statistik zu den privilegierten Einlagen wäre wünschens-

mässig auf die einzelnen Bankengruppen in der Schweiz

wert. Diese Massnahme würde die Transparenz der Ein­

verteilt. Zum Schluss erfolgte eine Verteilung innerhalb der

lagensicherung in der Schweiz deutlich erhöhen.

Bankengruppen auf die einzelnen Banken. Die Systemobergrenze wird von 97 Prozent aller Banken in der Schweiz nicht erreicht. Nur neun Banken überschritten im Jahr 2011 die Systemobergrenze von 6 Milliarden Franken, allerdings halten diese Banken 46 Prozent der gesamten privilegierten Einlagen. Zu diesen neun Banken gehören zwei Grossbanken, fünf Kantonalbanken (davon zwei ohne Staatsgarantie), eine Regionalbank und eine Bank der Bankengruppe «andere Banken».


123

Risk Parity. Chancen, Risiken und Eignung für Schweizer Pensionskassen

Diplomand: Raphael Joos Dozent: Dr. Marco Rüstmann

Die Bachelorarbeit ist auf das Anlegerprofil von Schweizer

wählten Betrachtungszeitraum ein RPP zu halten. Das

Pensionskassen (PK) ausgerichtet. Ziel ist es, den Risk-

RPP hat die Rendite der durchschnittlichen Schweizer

Parity-Ansatz zu analysieren und für institutionelle Anleger

PK über den Zeitraum von 2002 bis 2012 mit einer jähr­

der 2. Säule zu evaluieren. Risk Parity ist ein neuerer An-

lichen Rendite von 7,07 Prozent, einer Sharpe Ratio von

satz der Vermögensanlage. Anstelle der Anlageallokation

1,73 und stets positiven Jahresrenditen deutlich übertrof-

steht die Risikoallokation im Fokus des Anlegers. Weil her-

fen. Im selben Zeitraum hat die durchschnittliche Schwei-

kömmliche Anlagestrategien über längere Zeiträume oft

zer PK lediglich eine Rendite pro Jahr von 2,83 Prozent

ent­ täuschende Renditen erzielt haben, suchen Anleger

und eine Sharpe Ratio von 0,2 erzielt. Der grosse Vorteil

vermehrt nach einer Strategie, die auch in aussergewöhn-

des Risk-Parity-Ansatzes liegt im Fokus auf das Portfolio­

lichen Phasen, wie sie aktuell an den Finanzmärkten

risiko. Weil Schweizer PKs seit 2002 zweimal einen deut­

herrschen, erfolgreich ist. In diesem Umfeld hat der Risk-

lichen Jahresverlust verzeichnet haben, kann eine eindeu-

Parity-Ansatz bei Index-Anbietern und institutionellen In-

tige Schwäche im Risikomanagement festgestellt werden.

vestoren in der jüngeren Vergangenheit an Bedeutung ge-

Um in Zukunft erfolgreicher zu sein, ist deshalb dem Risi-

wonnen. Die Konsequenzen zeigen sich in beträchtlichen

komanagement eine grössere Bedeutung beizumessen.

Kapitalströmen, die in Risk-Parity-Strategien fliessen. In der vorliegenden Arbeit werden die Fragen beantwortet, ob sich Risk Parity als Anlagestrategie für Schweizer PKs eignet, warum oft Leverage in den Risk-Parity-Portfolios (RPP) eingesetzt wird und ob auch ohne Leverage ein RPP auf sinnvolle Weise konstruiert werden kann. Die Beantwortung dieser Fragen ist in zwei Phasen eingeteilt. Zuerst wird die Theorie zum Risk-Parity-Ansatz auf der Grundlage aktueller Fachliteratur erarbeitet und präzise dargestellt. Als Zweites folgt die empirische Analyse eines RPPs, das unter den Vorgaben des BVV 2 von einer Schweizer PK gehalten werden könnte. Dieses Testportfolio wird ge­ nauestens untersucht und mit dem Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index und anderen Portfolios verglichen. In der Auswertung der Analyse wird bewiesen, dass es für eine Schweizer PK sinnvoll gewesen wäre, über den ge-


124

Die Dominanz des Risk-Parity-Ansatzes. Ein empirischer Vergleich

Diplomand: Mike Kaiser Dozent: Prof. Dr. Mehdi Mostowfi

Der Risk-Parity-Ansatz hat seine Popularität dank seiner

Feststellung der Untersuchung ist, dass die Ergebnisse

stabilen Performance während der Finanzkrise erlangt.

einer solchen Untersuchung stark vom untersuchten

Dennoch ist in Fachkreisen umstritten, ob der heuris­

Zeitraum abhängen.

tische Ansatz seinen Erfolg auch in anderen Marktsituationen fortsetzen kann. Die Bachelorarbeit untersucht, ob der ungehebelte Risk-Parity-Ansatz das 60/40-Portfolio, das Minimum-Varianz-Portfolio sowie das Maximale-Sharpe-Ratio-Portfolio von 1989 bis 2012 und somit auch ausserhalb der Finanzkrise dominierte. Die ausschlaggebende Kennzahl zur Bewertung der Dominanz ist dabei die Sharpe Ratio. Um die Dominanz in verschiedenen Marktgegebenheiten zu untersuchen, werden die jährlich rebalancierten Portfolios zum einen über den gesamten Zeitraum von 1989 bis 2012 und zum anderen in vier Teilperioden untersucht. Dabei sind die Teilperioden so gewählt, dass die den Portfolios zugrunde liegenden Anlageklassen möglichst unterschiedlich zueinander verlaufen und in ihnen verschiedenartige Marktsituationen herrschen. Diese Anlageklassen, bestehend aus Aktien, Obligationen und Rohstoffen, werden durch den MSCI World Index, den J.P. Morgan Global Aggregate Bond Index und den S&P GSCI Index abgebildet. Die Untersuchung zeigt, dass der ungehebelte Risk-Parity-Ansatz die verglichenen Portfolios weder über den Gesamtzeitraum von 1989 bis 2012 noch in dessen vier Einzelperioden dominieren kann. Obwohl eine gewisse Dominanz des Ansatzes während der Finanzkrise ersichtlich ist, ist eine Überlegenheit in Krisenjahren nicht festzustellen, zumal das konstruierte Risk-Parity-Portfolio während der Jahre, als die Dotcom-Blase platzte, in der Untersuchung nicht dominieren konnte. Eine weitere


125

Revision des Kollektivanlagengesetzes

Diplomand: Mirko Kräuchi Dozent: Dr. Oliver Bachmann

Durch die Einführung des Kollektivanlagengesetzes am

waltung benötigten Zeit bei einem bereits regulierten Ver-

23. Juni 2006 erfolgte eine Anpassung der schweize­

mögensverwalter anstellen zu lassen. Die restliche Zeit

rischen Gesetzgebung an bereits existierende europäische

kann der Vermögensverwalter weiterhin selbstständig Ver-

Richtlinien. Die per 1. März 2013 in Kraft getretene Revision

mögensverwaltungsmandate von Privatkunden sowie ins-

des Kollektivanlagengesetzes sowie deren Verordnung ha-

titutionellen Kunden betreuen, welche bis dato keine Be-

ben zum Ziel, den Anlegerschutz zu verbessern sowie die

willigung durch die FINMA erfordern. Um letztendlich

Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit Schweizer Vermö-

weiterhin kollektive Kapitalanlagen verwalten zu können,

gensverwaltungen zu erhöhen.

bedarf der Vermögensverwalter einer Bewilligung durch die FINMA. Aufgrund der verschiedenen Anforderungen sowie

Die vorliegende Arbeit zeigt die durch die Revision des Kol-

der mit der Bewilligung zusammenhängenden Kosten

lektivanlagengesetzes entstandenen regulatorischen An-

kann gesagt werden, dass sich ein Bewilligungsverfahren

forderungen an Verwalter kollektiver Kapitalanlagen auf.

erst ab einer kritischen Betriebsgrösse von fünf Vollzeit­

Basierend auf den durch die FINMA bestimmten Anfor­

angestellten lohnt.

derungen stehen für nicht regulierte Verwalter kollektiver Kapitalanlagen diverse Handlungsoptionen zur Verfügung,

Dies wird dazu führen, dass sich das Geschäftsmodell der

welche das Geschäftsmodell unabhängiger Vermögens-

Verwaltung kollektiver Kapitalanlagen bis zum Abschluss

verwalter bedeutend verändern.

des Genehmigungsverfahrens im Frühling 2015 über­wie­ gend im Bereich jener Vermögensverwalter kollektiver

Die Revision des Kollektivanlagengesetzes verschärft die

Kapitalanlagen konsolidiert, welche nicht die kritische Be-

Bewilligungsvoraussetzungen in Bezug auf Corporate

triebsgrösse aufweisen, jedoch aufgrund ihrer Verwaltungs­

Governance, interne Vorschriften, angemessene Betriebs­

tätigkeit bewilligungspflichtig sind.

organisation sowie Mindestkapitalvorschriften. Als erste Handlungsoption ergibt sich ein Downgrading des Geschäftsmodells vom Vermögensverwalter zum «Investment Advisor». Falls die Vermögensverwaltung jedoch weiterhin selbst ausgeübt wird, besteht die Möglichkeit, die risikobehafteten Tätigkeiten zu delegieren. Die Delegation gibt dem Vermögensverwalter aber nicht die Möglichkeit, eine Regulierung zu umgehen. Solange der Verwalter selbst die Anlageentscheide fällt, ist dies bewilligungspflichtig. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich für die Verwaltung der kollektiven Kapitalanlagen im Umfang der zur Ver-


126

Mortgage-Backed Securities (MBS) in den USA. Status und Trends

Diplomand: Fabian Kühne Dozent: Dr. Titus Spirig

Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Entwicklung des

Die Korrelationsanalyse ergab, dass eine signifikant nega-

MBS-Marktes in den USA. Im Besonderen werden der ak-

tive Beziehung zwischen dem Zinsniveau und dem Volu-

tuelle Status dieses Marktes, seine Evolution sowie aktuel-

men der Agency MBS sowie dem Gesamtmarktvolumen

le Trends dargestellt. Dabei werden das ausstehende und

besteht. Die Non-Agency MBS werden anscheinend nicht

das jährlich emittierte MBS-Volumen in US-Dollar als

durch die Zinsen beeinflusst. Für die Hauspreise konnte

Mess­grössen herangezogen, wobei der Fokus auf dem

eine signifikant positive Beziehung festgestellt werden. Bei

Primärmarkt liegt. Zudem befasst sich die Arbeit mit der

der BIP-Wachstumsrate und der Arbeitslosigkeit konnten

Frage, welche ökonomischen und politischen Faktoren

lediglich bei den Agency MBS der Periode 1996 bis 2012

als Treiber des US-MBS-Marktes identifizierbar sind. Zum

signifikante Werte festgestellt werden. Das Ergebnis zum

einen wird in diesem Zusammenhang eine Reihe makro-

Wirtschaftswachstum ist nicht eindeutig. Die Korrelation

ökonomischer Faktoren hinsichtlich ihres Einflusses auf

mit den Aktienmarktindizes lieferte keine signifikanten Wer-

den MBS-Markt untersucht. Namentlich handelt es sich

te für die Periode von 1996 bis 2012. Die Ergebnisse der

bei diesen Faktoren um das Zinsniveau (gemessen durch

Regressionsanalyse bestätigen jene der Korrelationsanaly-

die Federal Funds Rate und die 30-Year Mortgage Rate),

se, insbesondere die Signifikanz und Kausalität jener Wer-

die Hauspreise (gemessen durch den S&P/Case-Shiller In-

te, die bereits durch die Korrelationsanalyse als treibende

dex und den Laspeyres Home Price Index), das Wirt-

Faktoren des MBS-Marktes eruiert wurden. Aus den Ana-

schaftswachstum (gemessen durch die BIP-Wachstums-

lysen kann also geschlossen werden, dass das Zinsniveau

rate und die US-Arbeitslosenquote) sowie den Aktienmarkt

und die Hauspreise als makroökonomische Treiber des

(gemessen durch den S&P 500 Index und den Dow Jones

MBS-Marktes identifizierbar sind. Aus der Analyse des

Industrial Average Index ). Zum anderen werden zwei poli­

MBS-Kaufprogramms der US Federal Reserve geht ein

tische Einflussgrössen, das MBS-Kaufprogramm der US

sig­nifikanter, jedoch nur kurzfristiger Einfluss auf den MBS-

Fed sowie die Finanzmarkt-Gesetzgebung, hinsichtlich

Markt hervor. Bezüglich des Einflusses der Gesetzgebung

ihres Einflusses auf die Entwicklungen am US-MBS-Markt

auf den MBS-Markt ist sich die Literatur einig, dass die

analysiert.

betrachteten Regelwerke den US-MBS-Markt nachhaltig beeinflusst haben.

Die in der Arbeit verwendete Methodik umfasst eine Korrelations- sowie eine simple lineare Regressionsanalyse der makroökonomischen Daten. Der Betrachtungszeitraum ist hierbei die Periode von 1996 bis 2012. Ausgewählte Zusammenhänge werden grafisch ausgewertet. Der Einfluss der Gesetzgebung auf den US-MBS-Markt wird nicht quantitativ belegt, sondern mittels Literaturrecherche analysiert.


127

Empirische Analyse einer Devisen-Handelsstrategie

Diplomand: Christoph Leuenberger Dozent: Dr. Thomas Gramespacher

Die klassische Finanzmarkttheorie und insbesondere die

innovativen Ein- und Ausstieg, gepaart mit einer dynami-

Efficient Market Theory besagen, dass Märkte effizient sind

schen Positionsbemessung. Aufgrund der relativ aggressi-

und sich Preise nicht vorhersagen lassen. Gemäss diesen

ven Einstiegsmethode können grössere Positionen einge-

Thesen ist es nicht möglich, nachhaltig eine Überrendite zu

gangen werden. Die Profitabilität wird zudem gesteigert

erzielen. Auf der Gegenseite stehen die Konzepte der Be-

durch eine neue Art des Ausstiegs. So werden Positionen

havioral Finance und der Technischen Analyse. Vertreter

nicht wie üblich aufgrund eines sich abschwächenden

dieser Theorien sind der Meinung, dass es unter anderem

Trends geschlossen, sondern nachdem der Trend einen

aufgrund des menschlichen Verhaltens häufig zu Markt­

neuen Extrempunkt erreicht hat.

ineffizienzen kommt und dass diese zum Beispiel mittels der Technischen Analyse ausgenutzt werden können. Ein

Die umfangreichen quantitativen Auswertungen ergaben,

populärer Ansatz ist das Trendfolge-Trading, das gezielt

dass das eigene Handelssystem handelbar ist. Die An­

versucht, von kurz- bis langfristigen Trends zu profitieren.

forderungen an eine robuste Strategie konnten erfüllt wer-

Klassische Trendfolge-Strategien können zwar erfolgreich

den. Insbesondere der kürzere Time Frame, der eine hö­

angewandt werden, leiden aber unter verschiedenen Tü-

here Handelsfrequenz erlaubt, konnte im Vergleich zum

cken. Ein Hauptproblem ist beispielsweise die Verzöge-

Benchmark eine attraktive Risiko-adjustierte Performance

rung der Handelssignale, die oft erst spät nach dem Be-

erzielen.

ginn eines neuen Trends generiert werden. Ziel dieser Arbeit ist, eine eigene Handelsstrategie zu definieren und auf der Grundlage von historischen Daten zu überprüfen. Mithilfe des selbst entwickelten Handelssystems sollen die Tücken einer klassischen Trendfolge-Strategie umgangen werden. Die Basis für die Überprüfung bilden die fünf bedeutendsten Währungspaare und zwei unterschiedliche Time Frames. Die Resultate der Überprüfung werden anschliessend mit einem zuvor ermittelten Benchmark verglichen und kritisch gewürdigt. Die Untersuchungen im Rahmen dieser Arbeit ergaben, dass das eigene Handelsmodell, das versucht, Gegen­ bewegungen zu einem bestehenden Trend für den Einstieg in eine Position zu nutzen, in der Vergangenheit erfreuliche Resultate erzielen konnte. Dies hauptsächlich dank einem


128

Unternehmensanalyse von Glencore International plc vom Börsengang bis zur Fusion mit Xstrata plc Diplomand: Michael Loser Dozentin: Regina Anhorn, lic. rer. publ. HSG

Die Diskretion innerhalb der Rohstoffbranche führte dazu,

US-Dollar als erfolgreich zu bewerten. Aus Sicht der Teil-

dass eine der umsatzstärksten Schweizer Unternehmun-

nehmenden der Aktienemission, dies ist insbesondere

gen, Glencore International plc, erst mit ihrem Börsengang

auch das Management der Unternehmung, ist der Börsen-

ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte. Die Entwicklung

gang sowohl bezüglich der negativen Zeichnungsrendite

dieser einst privat gehaltenen Gesellschaft zu einer Pub­

von −1,88 Prozent als auch hinsichtlich der schwachen

likumsgesellschaft durch den am 19.  Mai 2011 erfolgten

zweijährigen Aktienkursperformance von März 2011 bis

Börsengang und die Fusion mit dem Schweizer Rohstoff-

März 2013 mit −32 Prozent als negativ und unter dem

konzern Xstrata plc am 2. Mai 2013 zu Glencore Xstrata plc

Branchendurchschnitt einzuschätzen.

steht im Zentrum dieser Bachelorarbeit. Die aktuelle Marktkapitalisierung und die in dieser Bachelor­ Die nachfolgenden Forschungsfragen werden mithilfe von

arbeit vorgenommene Analyse des Unternehmenswertes

unterschiedlichen Analyse- und Bewertungsraster beant-

von Glencore Xstrata plc lassen den Schluss zu, dass die

wortet. Zu Beginn wird eine fundamentale Aktienanalyse

Unternehmung am Kapitalmarkt per 7. Mai 2013 mit einer

auf der Basis einer PESTEL-, Branchenstruktur- und

Bewertung von knapp 73,3 Milliarden US-Dollar unter­

SWOT-Analyse der Unternehmung vor ihrem Börsengang

bewertet ist. Die finale Unternehmensbewertung von

am 19. Mai 2011 vorgenommen. Im zweiten Teil wird die

274,8 Milliarden US-Dollar führt zu der Feststellung, dass

Frage beantwortet, inwiefern der Börsengang von Glen-

die per 2. Mai 2013 fusionierte Unternehmung eine noch

core International plc ein Erfolg war. Im abschliessenden

attraktivere Marktposition aufweisen wird und definitiv als

dritten Teil wird eine Unternehmensbewertung, auf der

diversifiziertestes Rohstoffunternehmen bezeichnet wer-

Basis einer Discounted-Cashflow-Analyse, nach der Fusi-

den kann.

on mit Xstrata plc vom 2. Mai 2013 erstellt, um damit die Frage nach dem aktuellen Unternehmenswert des fusio-

Die gezeigten Schlussfolgerungen sind a priori nur für die

nierten Konzerns zu beantworten.

Unternehmung Glencore International plc respektive Glencore Xstrata plc gültig und nicht generalisierbar. In einer

Die Bachelorarbeit kommt zum Schluss, dass die Unter-

weiteren Untersuchung könnte die Frage nach dem nach-

nehmung Glencore International plc mit ihrem einzigartigen

haltigen Mehrwert für Aktionärinnen und Aktionäre aus der

Geschäftsmodell der vertikalen Integration von Produk-

Verschmelzung von Produktions- und Handelsaktivitäten

tions- und Handelsbetrieb in einer attraktiven Branche tätig

gestellt werden.

ist. Die Unternehmung ist finanziell solide aufgestellt. Sie erzielt im Dreijahresvergleich mit ihrer Konkurrenz sehr gute Ergebnisse und ist auch für eine weitere Korrektur der Rohstoffpreise gerüstet. Der Börsengang ist aus Unternehmenssicht mit einem Mittelzufluss von rund 7,5 Milliarden


129

An Analysis of China’s FX Reserves and one of Its Main Components, US Securities Graduate: Leonardo Marbach Supervisor: Dr. Titus Spirig

Since the Chinese economic reform started in 1978, China

diversification challenges in order to achieve a better return

has been experiencing rapid and continuous economic

and, above all, better assets allocation. As China would

growth compared to the rest of the world. As a result,

lose more than it would gain by any dramatic shift out of

China’s foreign exchange (FX) reserves have substantially

US securities, it will be forced to proceed gradually and

increased due to an annual trade surplus. In 2011, they

with caution.

exceeded three trillion US dollars. As China is now the country with the world’s largest FX reserves, its actions have a major influence on the rest of the world. The topic of this Bachelor’s thesis, and a popular topic of debate amongst economists and in the media, is the question how China has managed to accumulate such large FX reserves and whether this is a sign of China’s strength or weakness. Other issues include the disproportionate volume of China’s US securities holdings. After a thorough review of the literature, two institutions were examined in detail in order to understand China’s FX reserves management. Additionally, three different scenarios were studied to determine possible consequences of China’s diversification away from US securities. Interviews were conducted with executives and domain experts at the Cantonal Bank of Zurich and the Swiss National Bank, which provided useful background information on the FX reserves policies of China and Switzerland. Some economists have criticized China’s FX reserves as being excessive, while for others they are a sign of strength, with benefits far outweighing the disadvantages. China’s accumulation of FX reserves is mainly the result of balance of payments (BOP) surpluses. Nevertheless, due to the low return of US treasury bonds and fears of a weakening US dollar, the People’s Bank of China must deal with several


130

Real Estate Investments in Switzerland

Graduate: Tobias Mathis Supervisor: Roland Hofmann, MSc

It is generally assumed that real estate investments provide

Switzerland; however, the standard errors of the regres-

diversification benefits in a mixed asset portfolio and that

sions were too high to state that with certainty. Further, it

they have inflation hedging abilities. The diversification

was found that Swiss indirect real estate did provide

benefits and inflation hedging abilities of real estate invest-

diversi­ fication benefits in every tested portfolio. Actual

ments have been researched before. However, few studies

weightings for the different asset classes could not be in-

consider the situation in Switzerland. In addition, past re-

ferred from the research due to abnormal market condi-

search focuses on institutional rather than individual inves-

tions during the sample period. Still, Swiss indirect real

tors and therefore on direct real estate investments, which

estate should be included in the portfolios of individual in-

are unsuitable for individual investors.

vestors because of the diversification benefits it provides. The optimal weighting of Swiss indirect real estate in a

This Bachelor’s thesis examines the diversification effects and inflation hedging abilities that Swiss indirect real estate investments offer to an individual Swiss investor. It highlights investments which are suitable for the individual investor and therefore offers important insight into how real estate should be embedded in strategic asset allocation. The approach that was used distinguishes between expected and unexpected inflation. To forecast expected inflation, the inflation rate of time t was inferred from the inflation rate at time t-1. A regression analysis was carried out using expected and unexpected inflation as independent variables and real estate returns as dependent variables. To determine the diversification benefits of Swiss indirect real estate, various efficient frontiers with and without real estate investments were constructed. Because this procedure sometimes led to corner solutions, the study also computed efficient frontiers using maximum weights for certain asset classes. The findings indicate that indirect real estate investments do most probably not provide a hedge against inflation in

portfolio should be explored further.


131

Theoretische Bewertung von CoCo Bonds

Diplomand: Simon Meerstetter Dozent: Dr. Hans Brunner

Die weltweite Finanzkrise löste eine Diskussion über die

einzelnen Vermögen und Verpflichtungen der Unterneh-

Kapitalstruktur von Finanzinstituten aus. Dabei wurden

mung basieren, am wenigsten geeignet sind. Sie weisen

Möglichkeiten zur schnellen Eigenkapitalerhöhung erörtert.

Schwierigkeiten bei der Bewertung von einzelnen Kalku­

Eine dieser Möglichkeiten sind die Contingent Convertible

lationselementen auf und können deshalb zu sehr unter-

Bonds (CoCo Bonds), auch Zwangswandelanleihen ge-

schiedlichen und abweichenden Ergebnissen führen. Das

nannt. CoCo Bonds sind ein komplexes und variantenrei-

Credit-Derivative-Modell wird über die Verlust- und Aktien-

ches Finanzprodukt, welches erst seit Kurzem auf dem

kursreduktionswahrscheinlichkeit hergeleitet. Das Equity-

Markt ist. Deshalb stehen dafür noch keine einheitlichen

Derivative-Modell wird dagegen über den aktuellen Wert

Bewertungs- und Pricingmodelle zur Verfügung.

eines Corporate Bonds in Kombination mit Optionsstruk­ turen abgebildet. Beide Modelle liefern relativ ähnliche

In der Bachelorarbeit wird als Erstes versucht, die CoCo

Preise und Renditen, wie sie am Markt für das analysierte

Bonds in ihren verschiedenen Varianten darzulegen, um

Beispiel von Lloyds Banking Group plc anzutreffen sind.

das Grundverständnis für die nachfolgenden Bewertungs-

Dabei stellte sich heraus, dass der Equity-Derivative-­

modelle zu erarbeiten. Das Hauptziel ist, die theoretischen

Ansatz der Realität am nächsten ist und somit die in der

Bewertungsmodelle aufzuzeigen und diese anhand eines

Forschung vorherrschende Meinung bestärkt.

Beispiels mit den am Markt erzielten Preisen und Renditen zu vergleichen. Der Fokus liegt dabei auf CoCo Bonds,

In der Praxis hat sich ein Modell durchgesetzt, welches

welche eine Umwandlung in Aktien zur Folge haben kön-

eine Kombination aus dem Credit- und dem Equity-Deri­

nen. Es soll untersucht werden, ob die jeweiligen Ansätze

vative-Modell darstellt. Dieses Modell liefert von allen in

eine realitätsnahe und verlässliche Bewertungsquelle dar-

dieser Arbeit analysierten Modellen jenen Wert, der dem

stellen. Um diesen Vergleich zu ermöglichen, wird ver-

Markt am nächsten ist. Allerdings wird weiterhin auf die-

sucht, den Lloyds 7.375% 2020 Enhanced Capital Note zu

sem finanzmathematischen Gebiet geforscht werden

kalkulieren.

müssen, um die Transparenz und damit den Erfolg dieser Anlageklasse zu ermöglichen.

Es werden insbesondere ein Structural-Modell sowie ein Credit- und Equity-Derivative-Modell dargelegt und Unterschiede aufgezeigt. Der Praxisbezug wird mit der Analyse eines Ansatzes, welcher von J. P. Morgan entwickelt wurde, hergestellt. Dieser Ansatz wird mit den theoretischen Modellen verglichen, um die Unterschiede zwischen der Theorie und der täglichen Bewertung in der Praxis herauszufinden. Die Analysen haben ergeben, dass die verschiedenen Structural-Modelle, welche auf der Bewertung der


132

Immobilienmarkt Schweiz. Einfluss­ faktoren auf den Immo­bilienpreis

Diplomandin: Selina Murbach Dozent: Dr. Hans Brunner

Der Schweizer Immobilienmarkt steht momentan durch

mance und die Leerstandsquote weisen in dieser Zeit­

ein grosses Medieninteresse im Fokus der Öffentlichkeit.

periode einen signifikanten negativen Zusammenhang mit

Hauptgrund dafür sind die seit geraumer Zeit ansteigenden

der Einfamilienhauspreisentwicklung auf. Für den Zeitraum

Immobilienpreise und das daraus resultierende Hochpreis-

vom Jahr 2000 bis 2012 resultierte für die Reallohnent-

niveau.

wicklung, die Arbeitslosenquote und die Staatsanleihenperformance ein signifikanter positiver Zusammenhang.

Diese Bachelorarbeit untersucht, welche Faktoren in den

Das BIP-Wachstum, der Hypothekarzins und die Leer-

letzten 40 Jahren einen signifikanten Einfluss auf die Ent-

standsquote zeigten hingegen einen signifikanten negati-

wicklung der Einfamilienhauspreise hatten. Ein spezieller

ven Zusammenhang. Das Modell für den Zeitraum von

Fokus liegt dabei auf den letzten 12 Jahren, um den star-

1971 bis 2012 besteht aus den Faktoren Aktienperfor-

ken Preisanstieg in dieser Zeitperiode zu erklären. Ausser-

mance, Reallohnentwicklung, Arbeitslosenquote, Hypo-

dem beinhaltet die Arbeit zwei statistische Modelle, welche

thekarzinssatz, und Leerstandsquote. Zwischen 2000 und

knapp 70 Prozent der historischen Preisentwicklung von

2012 harmonieren die Faktoren Arbeitslosenquote, Hypo-

Einfamilienhäusern zwischen 1971 und 2012 respektive

thekarzinssatz, Anzahl Neubauten und Leerstandsquote

2000 und 2012 erklären.

im Modell am besten.

Die Auswahl der zu untersuchenden Einflussfaktoren er-

Anhand der in der Bachelorarbeit entwickelten Modelle

folgt aufgrund ihrer logischen Verknüpfbarkeit mit den

können knapp 70 Prozent der Einfamilienhauspreisent-

Einfamilienhauspreisen und der Präsenz in aktuellen Immo-

wicklung von 1971 bis 2012 respektive 2000 bis 2012 er-

bilienstudien. Die historischen Datenreihen zu den Einfluss-

klärt werden. Dies ist ein erheblicher Anteil, welcher jedoch

faktoren stammen aus der Datenbank Thomson Reuters

rein historisch begründet werden kann. Eine Zukunftsprog-

Datastream und werden für die anschliessende Regres­

nose der Einfamilienhauspreisentwicklung kann nur abge-

sionsanalyse durch das Statistikprogramm EViews in Excel

geben werden, indem für die im Modell berücksichtigten

aufbereitet. Die Modellsimulationen erfolgen ebenfalls mit-

Einflussfaktoren geschätzte Zukunftswerte eingesetzt wer-

tels EViews.

den. Je präziser die Schätzungen ausfallen, desto genauer das Ergebnis. Somit ist die Praxisrelevanz des Modells

Die Regressionsanalyse der einzelnen Einflussfaktoren

zwar gegeben, jedoch mit weiterführenden Analysen ver-

zeigt über den Betrachtungszeitraum von 1971 bis 2012

bunden.

einen signifikanten positiven Zusammenhang zwischen der Einfamilienhauspreisentwicklung und dem BIP-Wachstum, der Reallohnentwicklung, der Veränderung der Konsumausgaben sowie dem Zementverbrauch. Die Arbeitslosenquote, der Hypothekarzinssatz, die Staatsanleihenperfor-


133

Erzeugen Hedgefonds bessere Risiko-Ertrags-Profile?

Diplomandin: Sandra Nägeli Dozent: Armin Bänziger-Aiba, MSc in Economics

Jeder Investor versucht, geeignete Investments zur Opti-

zweiten Samples berechnet und im Vergleich zum Bench-

mierung seiner Portfolios zu finden. Insbesondere Hedge-

mark betrachtet.

fonds sollen sich zur Steigerung der Performance eignen, da sie gegenüber traditionellen Anlageklassen wie z. B.

Die Ergebnisse der Sharpe-Ratio- und der Jensens-Alpha-

Aktien eine tiefe Korrelation aufweisen und so einen posi­

Analyse verdeutlichen, dass Hedgefonds in der Lage sind,

tiven Diversifikationseffekt herbeiführen. Für Investoren ist

das Risiko-Ertrags-Profil des untersuchten Aktienportfolios

daher eine Bewertung der Hedgefonds-Performance im

zu steigern, da im zweiten Sample über 80 Prozent der

Portfoliokontext wichtig, um gewinnbringende Investment-

Portfolios eine höhere Sharpe Ratio erzielen als der Bench-

strategien ausarbeiten zu können.

mark sowie mehr als 80 Prozent der Portfolios ein positives Alpha aufweisen. Jedoch wird festgestellt, dass dafür in

Die Bachelorarbeit beantwortet die Fragen, ob die Per­

erster Linie verschiedene Verzerrungen (Biases und Auto-

formance eines Aktienportfolios durch Beimischung von

korrelation) der Hedgefonds-Renditen verantwortlich sind,

Hedgefonds tatsächlich gesteigert werden kann und ob es

die dazu führen, dass die Performance von Hedgefonds

bestimmte Hedgefonds-Strategien gibt, die sich beson-

überschätzt wird. Betrachtet man die einzelnen Hedge-

ders dazu eignen. Basierend auf den Erkenntnissen wer-

fonds-Strategien, weisen die Strategien Distressed und

den konkrete Handlungsempfehlungen für Aktieninvesto-

Risk Arbitrage über den gesamten Zeitraum eine gute Per-

ren ausgesprochen.

formance auf. Basierend auf der durchgeführten Analyse kann den S&P-500-Investoren deshalb eine Investition in

Gegenstand der Analyse bilden monatliche HedgefondsRenditen des aggregierten Dow Jones Credit Suisse Hedge Fund Index sowie dessen Strategieindizes von Januar 1994 bis Februar 2013. Als Benchmark werden die monatlichen Renditen des S&P 500 Total Return Index verwendet. Der Untersuchungszeitraum wird für die Analyse in zwei Samples (1994 bis 2003 und 2004 bis 2013) aufgeteilt. Basierend auf der Portfoliotheorie von Markowitz werden für das erste Sample die optimalen Hedgefonds-Aktien-Portfolios durch Maximierung der Sharpe Ratio bestimmt. Die dadurch erhaltenen Portfoliogewichtungen werden als Schätzgewichtungen für die Bestimmung der Portfolios im zweiten Sample eingesetzt. Für die Bewertung der Hedgefonds-Performance werden die Sharpe Ratios und das Jensens Alpha der Portfolios des

diese beiden Strategien empfohlen werden.


134

Turtle Trading System. Heiliger Gral oder Mythos?

Diplomand: Sandro Niederer Dozent: Dr. Oliver Bachmann

Die Frage, ob erfolgreiches Trading lernbar oder eine ange-

Des Weiteren betrug die Sharpe Ratio 0,58 bzw. 0,48 im

borene Eigenschaft ist, interessiert seit jeher. Der Future-

Durchschnitt. Der grösste Drawdown der Betrachtungspe-

Händler Richard Dennis war der Ansicht, dass er jedem

riode wurde im Jahr 1997 verzeichnet und betrug 4,2 Pro-

das erfolgreiche Trading beibringen könne. Im Gegensatz

zent des Gesamtkapitals.

dazu war sein Kollege William Eckhardt, Mathematiker und ebenfalls Future-Händler, der Meinung, dass der Erfolg an

Die Resultate des Backtests und deren Analyse haben ge-

der Börse genetisch bedingt sei. Aufgrund dieses Mei-

zeigt, dass mit der originalen Turtle-Trading-Strategie nach

nungskonfliktes entstand das Turtle-Trader-Experiment

wie vor eine positive Rendite erzielt werden kann. Es ist

bzw. die Wette zwischen Richard Dennis und William Eck-

nicht nachweisbar, aber doch wahrscheinlich, dass die

hardt, ob erfolgreiches Trading lernbar sei.

Turtle-Trading-Strategie nach wie vor von institutionellen Händlern angewendet wird. Aufgrund der überzeugenden

Richard Dennis gewann die Wette. Die insgesamt 23 Ex-

Performance ist anzunehmen, dass dies nicht publik

perimentteilnehmer erwirtschafteten von 1983 bis 1987

gemacht wird. In einer weiteren Analyse wäre zu unter­

eine jährliche Rendite von ca. 80 Prozent. Der Erfolg des

suchen, inwiefern Optimierungen der Turtle-Trading-Stra-

Turtle-Trader-Experiments schien damit ausser Frage zu

tegie-Regeln sowie deren Ergänzung mit Indikatoren

stehen. Die Bachelorarbeit versucht eine Antwort auf die

und/oder Oszillatoren die Sharpe Ratio und die Gesamt-

Frage zu geben, ob die Experimentteilnehmer lediglich

performance verbessern könnten.

Glück hatten oder von einer guten Marktphase profitierten und ob mit den originalen Regeln des Turtle-Trading-Systems auch heute noch Geld erwirtschaftet werden kann. Die Turtle-Trading-Strategie und ihre Regeln werden anhand der Literatur definiert und erläutert. Mithilfe der Software von Tradesignal und der Programmiersprache Equilla wurde für die Turtle-Trading-Strategie ein vollständig automatisiertes Handelssystem programmiert. Anhand des Handelssystems wurde ein Backtest, welcher 19 Jahre und sechs schwach korrelierende Basiswerte umfasst, durchgeführt. Der Performance Report des Backtests wies über 19 Jahre eine durchschnittliche jährliche Rendite von ca. 140 Prozent und einen Return on Account von 2657 Prozent aus.


135

Direktbanken in der Schweiz. Wie weiter?

Diplomandin: Anja Pavlovic Dozent: Dr. Titus Spirig

Direktbanken sind Banken, die ihr Geschäft ohne Filialnetz

trachten. Es ist anzunehmen, dass Direct-Banking-Ange-

nur über Post-, Telefon- und/oder Internetkanäle betrei-

bote von bestehenden Filialbanken erweitert werden und

ben. In der Schweiz ist diese Idee ziemlich neu und unbe-

der Auftritt einer neuen, reinen Direktbank in der Schweiz

kannt, zumindest für den grössten Teil der Bevölkerung. Im

unwahrscheinlich ist. Gesamthaft gesehen ist die Schweiz

Gegensatz zu anderen europäischen, aber auch ausser­

jedoch ein attraktiver Markt für Direktbanken, der in den

europäischen Ländern existieren in der Schweiz nur einige

kommenden Jahren noch viel Dynamik erleben wird.

wenige Direktbanken. Für die bestehenden (Filial-)Banken, aber auch für potenzielle Direktbanken ist es wichtig, zu

Die Resultate der Arbeit sind nicht abschliessend. Die For-

verstehen, warum Direktbankenmodelle in der Schweiz

schung zu Direktbanken in der Schweiz erfordert weitere

bisher nicht funktionierten.

spezifische Untersuchungen in Teilbereichen. Insbesondere stellt der Vergleich der Situation in der Schweiz mit der-

Die Arbeit evaluiert Gründe, warum die Idee von Direktbanken in der Vergangenheit nicht erfolgreich umgesetzt werden konnte. Vor diesem Hintergrund wird am Ende der Arbeit ein Beispiel eines Geschäftsmodelles dargestellt und eine kurze Zukunftsprognose erstellt. Um die Gründe für den Misserfolg von Direktbanken in der Schweiz zu erkennen, wird einerseits die Wettbewerbs­ situation in der Schweiz analysiert. Andererseits wird die Kundensituation anhand einer Umfrage und einer ZHAWStudie untersucht und zuletzt der informationstechno­ logische Stand der Schweiz unter anderem mit statis­ tischen Daten des Bundesamts für Statistik dargelegt. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden zudem noch zwei Interviews mit Experten im Direktbankenbereich durch­geführt. Es hat sich herausgestellt, dass die Schweiz rein techno­ logisch gesehen grosses Potenzial für Direktbanken aufweist. Die Schweizer stehen diesem Gedanken jedoch eher misstrauisch gegenüber, was einen Nachteil darstellt. Auch aus Wettbewerbssicht ist die Idee kritisch zu be-

jenigen im Ausland ein Forschungsdesiderat dar.


136

Dreiecksverhältnis zwischen Kunde, externem Vermögensverwalter und Bank unter besonderer Berücksichtigung der Online-Tools der Depotbanken Diplomand:

bühr und die Retrozessionen. Der Interessenkonflikt ent-

Vincenzo Petralia

steht durch die Performancegebühren sowie die Retrozes-

Dozent:

mögensverwalter bei den Performancegebühren versucht,

Dr. Christoph Kley

Risiken einzugehen, die dem Kunden schaden können. Bei

sionen. Um eine hohe Rendite zu erzielen, ist der Ver­

den Retrozessionen besteht die Gefahr, dass der Vermögensverwalter absichtlich viele Umschichtungen vornimmt oder Finanzprodukte kauft, um ein höheres Einkommen zu generieren. Bei den Retrozessionen besteht somit die Die Vermögensverwaltung ist ein wichtiger Geschäftszweig

Gefahr, dass der Vermögensverwalter seine eigenen Inte­

der Schweizer Banken und macht knapp die Hälfte der von

ressen über diejenigen des Kunden stellt. Es bestehen

den Banken in der Schweiz generierten Wertschöpfung

zwar Lösungsansätze, um das Problem zu beheben, doch

aus. Teil der Branche sind auch die externen Vermögens-

diese müssten im Gesetz verankert werden.

verwalter, die im Parabankenbereich angesiedelt sind. Sie verwalten das Vermögen ihrer Kunden selbst und beraten

Die empirische Studie über die Online-Plattformen von drei

sie in Geld- und Vermögensfragen. Aktuell gibt es rund

verschiedenen Banken kam zum Schluss, dass das Tool

2600 externe Vermögensverwalter, die ca. 600 Milliarden

einer Bank derzeit den Anforderungen der externen Ver-

Franken verwalten, was 11 Prozent des Schweizer Markts

mögensverwalter am meisten entspricht. Aus der Umfrage

entspricht.

geht hervor, dass speziell das einfache Handling von Börsenaufträgen, das übersichtliche Layout sowie aktuelle

Aufgrund der Bedeutung externer Vermögensverwalter in

Daten im Tool einen Mehrwert generieren. Für die Ver­

der Vermögensverwaltung wurden in der Bachelorarbeit

mögens­verwalter ist es von hoher Relevanz, dass Anpas-

die folgenden drei Punkte analysiert: 1. die Dreiecksbe­zie­

sungen wie beispielsweise die aktuellen Regulierungen

hung zwischen Kunde, externem Vermögensverwalter und

auch zukünftig in die Online-Plattformen einfliessen.

Depotbank, 2. die Ertragsquellen von externen Vermögens­ verwaltern und 3. die Plattformen, welche den externen

Die Einführung einer Aufsicht über alle Vermögensverwal-

Vermögensverwaltern von den Banken zur Verfügung ge-

ter wird einen grossen Einfluss auf externe Vermögensver-

stellt werden.

walter haben. Aufgrund der zunehmenden Kosten in der Vermögensverwaltung, z. B. für Juristen und Steuerberater,

In einer Dreiecksbeziehung geht jede Partei mit den beiden

dürfte die Existenz kleinerer Unternehmungen gefährdet

anderen einen schriftlichen Vertrag ein. Für die Vertragsver-

sein. Sie könnten sich gezwungen sehen, sich einer grös-

hältnisse zwischen den Parteien orientiert man sich am

seren Vermögensverwaltung anzuschliessen, um die höhe-

OR. Für die vertragliche Festlegung zwischen externem

ren Regulierungskosten zu stemmen oder ihre Unterneh-

Vermögensverwalter und Bank sind neben dem Gesetz

mung zu verkaufen.

auch das GWG sowie die Richtlinien für den Fondsvertrieb einzuhalten. Durch diese Dreiecksbeziehung entsteht ein Interessenkonflikt, bekannt als Prinzipal-Agent-Theorie. Der Konflikt entsteht dadurch, dass der Kunde seine Kosten minimieren, der Vermögensverwalter seine Einnahmen jedoch maximieren möchte. Dem Vermögensverwalter stehen grundsätzlich drei Einnahmequellen zur Verfügung: die Vermögensverwaltungsgebühr, die Performancege-


137

Maximierung des Erwartungsnutzens und die Approximation mittels Erwartungswert und Varianz Diplomand: Manuel Pilla Dozent: Dr. Norbert Hilber

Die Erwartungswert-Varianz-Approximation an die Maxi-

von historischen Daten für die Jahre 2001 bis 2012 durch-

mierung des Erwartungsnutzens sorgte in der Vergangen-

geführt.

heit für einige Meinungsverschiedenheiten in der Literatur und wird bis heute diskutiert. Es wurde in etlichen Arbeiten

Die Ergebnisse der empirischen Analyse zeigen, dass

versucht, zu beweisen oder zu widerlegen, dass die Ap-

die Erwartungswert-Varianz-Approximation auch bei nicht

proximation zu exakten Ergebnissen führt. Man ist sich

nor­ malverteilten Aktienrenditen im Falle von logarith­

mittlerweile einig, dass die Approximation exakt ist, wenn

mischen sowie exponentiellen Nutzenfunktionen und der

die Renditen der Assets einer elliptischen Verteilung folgen

Wur­zelfunktion genaue Ergebnisse liefert. Die Arbeit bestä-

(z. B. Normalverteilung) und/oder wenn die Nutzenfunktion

tigt die Ergebnisse aus vorherigen Studien und zeigt, dass

des Investors quadratisch ist. Hinsichtlich der Genauigkeit

der Nutzenverlust, welchen ein Investor, der sein Portfolio

der Approximation bei nicht quadratischen Nutzenfunk­

mittels der Approximation bildet, in Kauf nehmen muss,

tionen und empirischen Renditeverteilungen herrscht je-

minimal ist. Nur bei sehr stark risikoaversen Investoren ent-

doch weiterhin Uneinigkeit.

steht ein grösserer Verlust.

Das Hauptziel der Bachelorarbeit liegt darin, die Genauig-

Die Arbeit hat weiter gezeigt, dass sich der rechnerische

keit der Erwartungswert-Varianz-Approximation bei nicht

Aufwand für die direkte Maximierung des Erwartungsnut-

quadratischen Nutzenfunktionen und empirischen Rendi-

zens durchaus im Rahmen hält, falls man ein Portfolio mit

teverteilungen anhand einer eigenen Analyse zu testen. In

historischen Daten erstellen möchte und die Nutzenfunk­

einem ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen

tion bekannt ist. Deswegen ist die direkte Maximierung des

der Erwartungsnutzentheorie und des Erwartungswert-­ Erwartungsnutzens vor allem für risikoaverse Investoren in Varianz-Ansatzes erläutert und die mathematischen Zu-

diesem Fall der Approximation vorzuziehen, obwohl diese

sammenhänge zwischen den beiden Theorien aufgezeigt.

gute Ergebnisse liefert. Basiert man die Portfolioselektion

Die im Kapitel gewonnenen Erkenntnisse werden anhand

jedoch auf parametrischen Zukunftswerten oder kennt die

von praktischen Beispielen verdeutlicht.

Nutzenfunktion nicht, so bietet der Erwartungswert-Va­ rianz-Ansatz eine gute Approximation an die in diesem Fall

Nach einer kurzen Analyse ähnlicher Studien werden

rechnerisch nur aufwendig umsetzbare direkte Maximie-

sowohl mittels Erwartungswert-Varianz-Approximation als

rung des Erwartungsnutzens.

auch mittels direkter Berechnung des maximalen Nutzens für verschiedene Nutzenfunktionen optimale Portfolios erstellt. Die mit den beiden Methoden erstellten Portfolios werden hinsichtlich des Nutzens, welchen sie für den Investor liefern, verglichen und bewertet. Bezogen auf den Swiss Market Index (SMI) wird diese Untersuchung anhand


138

Behandlung der Kreditrisiken von Basel I bis Basel III

Diplomand: Michael Roth Dozentin: Prof. Suzanne Ziegler

Die Banken leisten durch die Kapital- und Kreditvermittlung

schen Volkswirtschaft einnehmen, haben Schweizer Ban-

einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der nationalen

ken deutlich strengere Anforderungen zu erfüllen als

und globalen Wirtschaft. Ihre Geschäftstätigkeit birgt je-

Banken im Ausland. Ein Vergleich mit der Entwicklung der

doch Risiken, welche die gesamte Weltwirtschaft in Gefahr

schweizerischen Eigenmittelvorschriften veranschaulicht

bringen können. Insbesondere das Kreditrisiko führte in

die Umsetzung der Richtlinien in der Schweiz. Die Grund-

der Vergangenheit mehrfach zum Ausbruch von Krisen.

lage für den Vergleich bilden die Jahresberichte und Ver-

Die Regelwerke des Basler Ausschusses für Banken­

ordnungen der schweizerischen Aufsichtsbehörden. Die

aufsicht sollten deswegen für eine angemessene Beurtei-

Entwicklung wird durch eine Beleuchtung der Schweizer

lung und Absicherung der Risiken sorgen und dadurch die

Immobilienkrise der 1990er-Jahre und der Finanzkrise

Grundlage für ein stabiles und widerstandsfähiges Ban-

2007 in einen nationalen und globalen Kontext gestellt.

kensystem schaffen. Seit der Einführung von Basel I hat das Bankwesen jedoch eine enorme Entwicklung durch-

Aus der Untersuchung geht hervor, dass die Basler Regel-

laufen, mit welcher die Regelwerke nicht Schritt halten

werke über eine lange Zeit grosse Mängel aufwiesen. Die

konnten. Es bildeten sich Schwachstellen im Aufsichtssys-

Banken konnten dadurch verschiedene Formen der regu-

tem und die Banken bewiesen grosse Kreativität in der

latorischen Arbitrage ausnutzen. Unter Basel I ermöglichte

Umgehung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften. Deshalb

die pauschale Eigenmittelunterlegung den Aufbau enormer

sehen sich die Banken mit einer zunehmenden Regula­

Risiken. Diese wurden später verbrieft und ausgelagert.

tionsdichte konfrontiert.

Dadurch blieben sie den Aufsichtsbehörden auch unter Basel II verborgen. Aufgrund der zeitlich und inhaltlich un-

Im Rahmen der Bachelorarbeit wird untersucht, welche

terschiedlichen Umsetzung von Basel III ist es den Banken

Formen der regulatorischen Arbitrage aufgrund der man-

weiterhin möglich, den Anforderungen im eigenen Land

gelhaften Vorschriften entstanden sind. Es wird aufgezeigt,

auszuweichen. Es ist deshalb von zentraler Bedeutung,

wie diese von den Banken zur Optimierung der Eigenmit-

dass ein internationaler Standard gefunden werden kann,

telanforderungen eingesetzt wurden. Zudem wird der Fra-

welchen die Finanzinstitute rund um die Welt zu befolgen

ge nachgegangen, ob auch im aktuellen Regelwerk von

haben.

Basel III Möglichkeiten bestehen, regulatorische Arbitrage zu betreiben. Um diese Fragen zu beantworten, wird der Umgang mit den Kreditrisiken in den Regelwerken von Basel I bis Basel III erörtert. Anhand der vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht publizierten Dokumente wird erläutert, wie die Kreditrisiken erfasst, bewertet und mit Eigenmitteln unterlegt werden mussten. Aufgrund des hohen Stellenwertes, welchen die Banken in der schweizeri-


139

Produktinformationen für Anlage­ kunden. Regulierung, Best Practice, Handlungsempfehlungen Diplomand: Michael Rütti Dozent: Prof. Dr. Horst Bienert

Die jüngste Finanzkrise und die Insolvenz der Investment-

tragliche Pflicht einzuführen, wie dies in Deutschland der

bank Lehman Brothers haben dazu geführt, dass das Ver-

Fall ist.

trauen in Kundenberater gesunken ist. Die Europäische Union hat in der Folge dieser Krise Massnahmen für eine

Standardisierten Produktinformationen sind auch Grenzen

stärkere Regulierung der Informationspflicht über Finanz-

gesetzt. Aus Sicht der Gesamtportfoliobetrachtung ist be-

produkte eingeleitet. Deutschland hat bereits erste Schritte

sonders der in Produktinformationen vorzufindende Risiko-

unternommen und per 1. Juli 2011 Banken und andere

indikator kritisch zu beurteilen.

Finanzdienstleister gesetzlich verpflichtet, Kunden vor einer Wertschriftentransaktion aus einer Anlageberatung schriftliche Produktinformationen auszuhändigen. Auch die Schweiz steht vor der Einführung von strengeren Regeln bezüglich des Vertriebs von Anlageprodukten. Die Bachelorarbeit untersucht vor diesem Hintergrund in einem ersten Schritt die gesetzlichen Informationspflichten in der Schweiz bei der Weitergabe von Produktinforma­ tionen und vergleicht diese mit der Gesetzgebung in Deutschland. In einem weiteren Schritt werden Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Weitergabe von Produktinformationen analysiert. Es wird untersucht, inwieweit schriftliche Produktinformationen den Anlageentscheid des Kunden positiv beeinflussen können. Die Arbeit stützt sich sowohl auf die Fachliteratur als auch auf Befragungen, welche im Rahmen der Bachelorarbeit mit Kundenberatern durchgeführt wurden. Es wird aufgezeigt, dass zwischen dem Anlageberater und dem Kunden hinsichtlich der Produktkenntnisse ein starkes Informationsungleichgewicht herrscht. Die Untersuchung hat im Ergebnis gezeigt, dass Kundenberater die mögliche Einführung von standardisierter Produktinformation als Chance betrachten können. Des Weiteren rät der Autor jedoch davon ab, die Produktinformation als vorver-


140

Finanzplatz Singapur. Welchen Herausforderungen muss sich der Löwe in den nächsten Jahren stellen? Diplomandin: Melina Scheuber Dozent: Avni Asani, MSc BF

Der asiatische Kontinent verzeichnet seit einigen Jahren

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die drei

das weltweit höchste Wirtschaftswachstum und gewinnt

grössten Herausforderungen die verstärkte Regulierung,

sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Hinsicht zu-

die Mitarbeiter und das Wachstum darstellen. Diese wer-

nehmend an Macht. Bereits heute gilt Asien als Gravita­

den von den steigenden Kosten und der technologischen

tionszentrum der Zukunft. Der Finanzplatz Singapur befin-

Entwicklung mitunter stark beeinflusst. Die Arbeit kommt

det sich aufgrund seiner geografischen Lage inmitten der

zum Ergebnis, dass es für das Image des Finanzplatzes

aufstrebenden Märkte in einer optimalen Ausgangssitua­

Singapur unerlässlich ist, die richtigen Gelder anzuziehen

tion, um vom prognostizierten Vermögensanstieg in Asien

und deren Besitzer mithilfe eines qualitativ hochstehenden

zu profitieren.

Serviceangebots zu profitablen Kunden zu entwickeln.

Das Platzen der US-Immobilienblase im Jahr 2008 führte zu einem starken Einbruch an den Kapital- und Kreditmärkten. Davon blieb auch Asien nicht verschont. Die Folgen waren eine bis heute anhaltende globale Wirtschaftskrise sowie ein grosser Wandel in der weltweiten Finanzbranche. Verschärfte Regulierungen, Vertrauensverlust, neue Bedürfnisse der Investoren sowie die schnell­ lebige Technologie stellen die Finanzplätze und deren Institute noch immer vor neue Herausforderungen. In der Arbeit werden die drei grössten Herausforderungen, denen sich der Finanzplatz Singapur und die dort tätigen Institute über die nächsten Jahre stellen müssen, analysiert und mit den Verhältnissen in der Schweiz verglichen. Gestützt auf Fachbücher, Statistiken und Marktstudien werden die Bedeutung des Finanzplatzes Singapur sowie der Wandel der Finanzbranche aufgezeigt. Die Erkenntnisse werden anhand einer SWOT-Analyse strukturiert und bewertet. Basierend auf einer qualitativen Umfrage mit in Singapur tätigen Personen werden die zukünftigen Herausforderungen spezifiziert. Dabei wird festgestellt, dass sowohl Stärken als auch Schwächen, Chancen wie Risiken zu den zukünftigen Herausforderungen für den Finanzplatz Singapur zählen.


141

Kundensegmentierung im Private Banking in der Schweiz. Zur Erreichung einer verbesserten Kundenfokussierung Diplomandin: Sandra Schlatter Dozent: Dr. Christoph Kley

Der Strukturwandel in der Schweizer Bankenbranche hat

weiterentwickelt werden, und zusätzliche Kriterien sollten

zu veränderten Rahmenbedingungen unterschiedlicher Di-

einbezogen werden.

mensionen geführt. Das Umfeld zeigt sich kompetitiver und anspruchsvoller und die Institute sehen sich gezwun-

Dies erscheint aufgrund der hohen Individualität im Private

gen, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Dabei stellen Ini-

Banking als äusserst komplex. Neben unterschiedlichen

tiativen wie Marktselektion, Angebotsanpassung sowie

Kunden vertreten auch Berater als Schnittstelle zwischen

Fokussierung in mehreren Dimensionen notwendige Hand-

Kunde und Bank differenzierte Ansichten. Eine konsistente

lungsfelder dar. Spezifisch für Anbieter im Private Banking

Betrachtung wird dadurch erschwert.

bedeutet dies, sich aktiv mit der Kundenstruktur auseinanderzusetzen und das Angebot auf die verschiedenen Kun-

Es gibt somit keine ideale Segmentierung bzw. keinen typi-

dengruppen auszurichten.

schen Kunden, und entsprechend ist ein pragmatischer Ansatz vorzuziehen. Dieser soll die Kundenbetreuer be-

Die Kunden zeigen sich in ihrer Haltung bedeutend kri­

züglich Idee und Ziel bei der Umsetzung miteinbeziehen.

tischer, informierter und preissensitiver und fordern mehr

Dabei sollen Kriterien festgelegt werden, die mit dem über-

Transparenz. Es stellt sich daher die Frage, wie die­ -

geordneten Segmentierungsziel der Bank im Einklang

sem Vertrauensproblem begegnet werden könnte. Die

stehen und sich an den Charakteristika des Kunden (wie

Bachelorarbeit versucht, diese mittels einer schriftlichen

beispielsweise Potenzial, Finanzwissen, Risikoneigung,

Befragung und persönlicher Gespräche mit Personen

Kontakthäufigkeit) und dessen Bedürfnissen bezüglich der

aus dem Schweizer Private-Banking-Sektor zu beantwor-

Vermögensverwaltung (beispielsweise Angebot, Pricing,

ten.

aktive Beratung) orientieren. Die Erfüllung der Kriterien ist dynamisch und verlangt vom Kundenbetreuer neben Be­

Insbesondere die verstärkte Kundenfokussierung stellt

ratungseffizienz Erfahrung und entsprechende Schulung.

hierfür eine notwendige Massnahme dar. Die Kundenseg-

Darüber hinaus erscheint eine fortschrittliche Kundenda-

mentierung erweist sich dabei als unumgängliche Grund­

tenbank als entscheidendes Unterstützungsmittel zur För-

lage, um ein Verständnis der Kundenstruktur und der Be-

derung und Auseinandersetzung mit der Segmentierung.

dürfnisse der Kunden zu entwickeln. Gegenwärtig wird im Schweizer Private Banking vor allem nach Domizil und Ver-

Des Weiteren erweisen sich zusätzlich eine offene Team-

mögen segmentiert, teilweise nach Verwaltungsart des

und Kundenberaterstruktur als kritische Elemente. Die Zu-

Vermögens. Es stellte sich heraus, dass mit dieser Heran-

friedenheit des Kunden und dessen Zuteilung zum passen-

gehensweise keine sinnvolle Übersicht über die tatsäch­

den Kundenbetreuer sollten über dem Ziel der verwalteten

liche Kundenpopulation und die spezifischen Bedürfnisse

Vermögen pro Kundenbetreuer stehen.

der Kunden erreicht werden kann. Vor diesem Hintergrund sollte für ein umfassendes Kundenbild die Segmentierung


142

Einsatz von GARCH-Modellen zur Konstruktion varianzminimaler Portfolios Diplomand: Andreas Schönbächler Dozent: Prof. Dr. Mehdi Mostowfi

Rendite und Volatilität sind die Kernelemente der Portfolio-

dell auf. Das Modell der stochastischen Volatilität schätzt

theorie. Die Volatilität unterliegt unregelmässigen Schwan-

die Varianz aufgrund von Ad-hoc-Daten. Der Shrinkage-

kungen in unterschiedlichen Abschnitten des Wirtschafts-

Ansatz schrumpft die Elemente der Kovarianzmatrix, an-

zyklus. Dies verlangt eine dynamische Analyse der Vola­

statt sie aus dem Modell zu entfernen.

tilität. Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz von GARCH-Modellen («generalized autoregressive conditional

Die Ergebnisse der Arbeit haben ergeben, dass die

heteroscedasticity») zur Konstruktion von varianzminima-

GARCH-Modelle im Einzelfall vom Modell des exponentiell

len Portfolios.

gewichteten gleitenden Durchschnittes dominiert werden.

Das ARCH-Modell ist 1982 von Robert F. Engle entwickelt worden, welcher 2003 den Preis der schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel ( Wirtschafts­ nobelpreis) erhielt. Tim Bollerslev verallgemeinerte die ARCH-Modelle 1986 zu GARCH-Modellen. In einem ersten Schritt der Arbeit werden die GARCH-Modelle ausgehend von den ARCH-Modellen beschrieben. Darüber hinaus werden unterschiedliche Ausprägungen des multivarianten GARCH-Modells vorgestellt, welche für die Portfoliotheorie essenziell sind. In einem weiteren Schritt werden unterschiedliche Ansätze zur Schätzung der Volatilität untersucht. Diese können in statische und dynamische Ansätze unterteilt werden. Die untersuchten Methoden sind der Shrinkage-Ansatz, das Modell des exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnittes sowie das stochastische Volatilitätsmodell. Der Shrinkage-Ansatz ist der einzige statische Ansatz. Die anderen beiden Modelle sind dynamisch. Nach der Präsentation der unterschiedlichen Modelle werden diese dem GARCH-Ansatz gegenüberstellt und analysiert. Das Modell des exponentiell gleitenden gewichteten Durchschnittes weist starke Ähnlichkeit zum GARCH-Mo-


143

Schweizer Pensionskassen. Anlageverhalten in Bezug auf alternative Anlagen Diplomand: Marco Stillhart Dozentin: Regina Anhorn, lic. rer. publ. HSG

Das aktuelle Tiefzinsniveau auf den Kapitalmärkten und

Eine schriftlich und telefonisch durchgeführte qualitative

die zunehmende Alterung der Bevölkerung stellen

Befragung bei zwölf Schweizer Vorsorgeeinrichtungen gibt

Schweizer Pensionskassen vor eine grosse Herausfor­

zunächst Aufschluss über die Asset-Allokation der befrag-

derung. Zunehmend wird es für Vorsorgeeinrichtungen in

ten Pensionskassen. Danach eruiert eine Analyse dieser

der Schweiz schwieriger, ausreichende Renditen auf den

Befragung, dass die von den Pensionskassen wahrge-

Geld-, Kapital- und Immobilienmärkten zu erwirtschaften.

nommenen hohen Kosten, die fehlende Transparenz und

Um den Rentenansprüchen der versicherten Personen

die hohe Komplexität tendenziell gegen eine Investition in

weiterhin im selben Umfang gerecht zu werden, unterlie-

alternative Anlagen sprechen. Demgegenüber sprechen

gen die Vorsorgeeinrichten in der Schweiz quasi einem

wertvolle Diversifikationseigenschaften und die Erschlies-

Zwang, bei der Anlage der Vorsorgegelder mehr Risiken

sung zusätzlicher Renditequellen jedoch für ein Engage-

einzugehen und so ausreichende Renditen zu erzielen.

ment in dieser Anlageklasse. Die mit alternativen Anlagen

Eine von Gesetzes wegen diktierte eingeschränkte Risi-

verbundene Illiquidität wird in Anbetracht der zu erwarten-

kotragfähigkeit erlaubt es den Pensionskassen jedoch

den Zusatzrendite grösstenteils akzeptiert. Es muss je-

nicht, beliebig hohe Risiken in Kauf zu nehmen. Da sich

doch darauf hingewiesen werden, dass die verschiedenen

diese Rahmenbedingungen in naher Zukunft voraussicht-

Anlagekriterien bei den Pensionskassen unterschiedlich

lich nicht ändern werden, sind neue Lösungen zu su-

starke Gewichtungen finden, je nach Grösse und Risiko-

chen.

bereitschaft der betrachteten Kasse.

Alternative Anlagen bieten den Pensionskassen eine

Die Arbeit kommt zum Schluss, dass in absehbarer Zu-

idea­le Zusatzmöglichkeit zum traditionellen Anlageuniver-

kunft mit einem weiteren Ausbau bei den alternativen An-

sum. Dennoch sind alternative Anlagen in den meisten

lagen zu rechnen ist, wenn auch nur in bescheidenem

Vorsorgeportfolios noch immer marginal vertreten. Wird

Ausmass. Es bestehen Anzeichen, die darauf hindeuten,

sich dies in Zukunft ändern? Investieren Schweizer Pen­

dass in nächster Zeit allen voran Infrastrukturanlagen be-

sionskassen künftig vermehrt in alternative Anlagen? Was

sonders gefragt sein werden.

sind aus Sicht der Schweizer Pensionskassen die Motive und Kriterien für oder gegen eine Investition in alternative Anlagen? Die Arbeit legt ihren Fokus auf diese Fragen und untersucht die aktuelle Attraktivität alternativer Anlagen für Schweizer Pensionskassen. Ziel dieser Unter­ suchung ist es, das Anlageverhalten von Schweizer Pensionskassen hinsichtlich alternativer Anlagen zu erfassen und mögliches Verbesserungspotenzial bei selbigen aufzuzeigen.


144

Der Momentum-Effekt am Schweizer Aktienmarkt. Empirische Untersuchung des Swiss Performance Index im Zeitraum 2002 bis 2012 Diplomand: Jonas Tremp Dozent: Jérôme Zaugg, MSc BF

Die Effizienzmarkthypothese besagt, dass Finanzmärkte

Die Studie zeigt auf, dass am Aktienmarkt Schweiz ein

informationseffizient sind, sowie dass Finanzmarktteilneh-

Momentum-Effekt existiert. Nach wie vor ist jedoch keine

mer rationale Entscheidungen treffen. Mit einer Handels-

vollständige Erklärung für diese Anomalie vorhanden. Der

strategie, die auf historischen Kursdaten beruht, sollte es

Bereich der Behavioral Finance ist ein neues Forschungs-

demnach nicht möglich sein, eine Überrendite zu erzielen.

gebiet. Aus diesen Gründen sind weitere Untersuchungen

Diverse empirische Untersuchungen haben jedoch ge-

nötig, um eine ganzheitliche Erklärung zu finden.

zeigt, dass ein Momentum-Effekt beobachtet werden kann. Dieser bezeichnet den Versuch, mit dem Kauf bisheriger Gewinneraktien und dem Verkauf bisheriger Verliereraktien eine Überrendite zu erzielen. In der Arbeit wird untersucht, ob im Zeitraum zwischen 2002 und 2012 der Momentum-Effekt am Schweizer Aktienmarkt nachgewiesen werden kann. Darüber hinaus wird analysiert, welchen Einfluss die Börsenkapitalisierung eines Unternehmens diesbezüglich hat. Hierzu werden zuerst die theoretischen Grundlagen erörtert. Anschliessend wird eine empirische Untersuchung des SPI im Zeitraum 2002 bis 2012 durchgeführt. Mögliche Treiber des Momentum-Effekts sind in der Behavioral Finance zu finden. Es wird aufgezeigt, dass Inves­ toren nicht vollständig rational handeln, wodurch es zu einer Unter- oder Überreaktion auf Informationen kommt, die eine mögliche Erklärung des Momentum-Effektes darstellt. Die empirische Untersuchung zeigt, dass im Untersuchungszeitraum alle drei Strategien eine positive Momentum-Rendite erzielen. Dabei konnte festgestellt werden, dass je nach Strategie eine unterschiedlich starke Ausprägung ersichtlich ist. Die Unternehmensgrösse hat auf die Stärke des Momentum-Effektes ebenfalls einen Einfluss; einzig bei den Aktien im Segment Small konnte während des Untersuchungszeitraums eine positive MomentumRendite erzielt werden.


145

Von der Tobin Tax zur europäischen Finanztransaktionssteuer

Diplomand: Lucas Tschan Dozent: Dr. Björn Plaschnick

Im Zuge der andauernden weltweiten Finanzkrise erlebte

wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse erstellt sowie mit-

die nach dem renommierten Ökonomen James Tobin be-

hilfe eines PEST-Modells Beurteilungen pro untersuchtem

nannte Tobin Tax eine Renaissance. Ihre ursprüngliche

Raster angestellt. Der abschliessende Teil der Arbeit wid-

Idee, Devisentransaktionen mit einem bestimmten Steuer-

met sich dem Vergleich der theoretischen Aussagen mit

satz zu belegen, um so den Hochfrequenzhandel ein­

den praktischen Erkenntnissen.

zudämmen, wurde mittlerweile von der EU-Kommission aufgenommen und zu einer allgemeinen Finanztransak­

Das Ergebnis der Arbeit kann nicht als abschliessend be-

tionssteuer umformuliert. Elf EU-Staaten haben sich auf

trachtet werden; dafür ist das empirische Material nicht

deren Einführung geeinigt. Aus Sicht der Kommission ha-

aussagekräftig genug. Es zeigt sich aber, dass sich einige

ben die Finanzinstitute signifikant zum Ausmass der ak­

in der Theorie aufgestellte Aussagen auch in der Praxis

tuellen Finanzkrise beigetragen, die Kosten wurden aber

widerspiegeln.

mehrheitlich von Staaten und ihren Bürgern getragen. Mit einer europäischen Finanztransaktionssteuer möchte man

So sank das Handelsvolumen seit Einführung der franzö­

nun die Finanzinstitute an der Bewältigung der Krise teilha-

sischen Börsenumsatzsteuer im französischen Haupt­

ben lassen und zugleich die nicht förderlichen Transaktio-

börsenindex um 25 Prozent, während gleichzeitig die

nen auf den Finanzmärkten hemmen.

Volatilität abnahm. Das Preisniveau stieg im selben Beo­ bachtungszeitraum an und die Renditemöglichkeiten wa-

Die Herausforderung dabei ist, dass eine solche Steuer

ren grösser als im Beobachtungszeitraum vor Einführung

noch nie gleichzeitig in mehreren Ländern eingeführt wur-

der Steuer. Der Vergleich mit anderen Indizes lässt jedoch

de und das empirische Datenmaterial daher keine Aus­

keine exakten Schlüsse auf die Wirkung der Steuer zu.

sage zulässt, ob die erwünschten Wirkungen eintreffen oder ob sich eine solche Steuer schliesslich nicht nur ne-

Es lässt sich behaupten, dass eine solche Steuer mög-

gativ auf die Finanzmärkte, sondern auf die gesamte

lichst breit eingeführt werden sollte. Das Verschiebungs-

Volkswirtschaft auswirkt.

potenzial in andere Märkte ist bei Finanzaktivitäten sehr hoch, die dafür benötigten Kosten und Ressourcen sehr

Die Arbeit zeigt in einem theoretischen Teil die Funktions-

gering. Eine durch die Verschiebung zu erwartende Kon-

weise der Tobin Tax anhand eines mathematischen Mo-

zentration auf einen einzelnen Finanzplatz würde zu einer

dells auf. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Ein-

Erhöhung des Gesamtrisikos führen. Es bleibt daher abzu-

dämmung der Spekulation, welche den fundamentalen

warten, wie sich die Finanzmärkte nach einer Einführung

Investoren Schaden zufügt. Im praktischen Teil werden

einer Finanztransaktionssteuer in den elf EU-Ländern ent-

einerseits die empirischen Daten zur neu eingeführten

wickeln.

Börsenumsatzsteuer in Frankreich ausgewertet, andererseits werden mittels weiterer Untersuchungen eine volks-


146

Crowdfunding in der Schweiz

Diplomand: Gianmarco Vagnato Dozent: Dr. Titus Spirig

Crowdfunding ist eine neue Form der Kapitalbeschaffung

Die in der Arbeit verwendeten Angaben und Informationen

und hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Be­

wurden teilweise durch eine fundierte Literaturrecherche,

deutung gewonnen. Weltweit existieren mehr als 450 akti-

teilweise mittels qualitativer Interviews gewonnen.

ve Crowdfunding-Plattformen, wobei diese überwiegend in Nordamerika und Westeuropa aktiv sind. Im Jahr 2008

Es wird anhand einer Analyse der Eigenschaften eines

gegründet und in New York ansässig, gehört kickstarter.

Start-ups aufgezeigt, dass selbige bei der Beschaffung

com sicherlich zu den erfolgreichsten Plattformen weltweit.

externer finanzieller Mittel auf alternative Finanzierungs-

Auf dieser lassen sich während einer bestimmten Zeitdau-

möglichkeiten angewiesen sind. Zu diesen gehören die

er Geldgeber für kreative Projekte suchen. In der Schweiz

Un­ ternehmensgründer sowie ihre Familienangehörigen

gilt wemakeit.ch als erfolgreichste Crowdfunding-Platt-

und Freunde, Business Angels, VC-Gesellschaften und

form. Diese ist seit Februar 2012 aktiv und hat innerhalb

Crowdfunding. Dass Letzteres eine Alternative darstellt,

von 12 Monaten bereits 250 Kampagnen erfolgreich finan-

wird nicht zuletzt anhand der Entwicklung des Crowdfun-

ziert und schätzungsweise zwei Millionen Schweizer Fran-

ding sichtbar. Es zeigt sich, dass Equity Crowdfunding die

ken gesammelt. Während Crowdfunding zu Beginn mehr-

grösste Wachstumsrate hinsichtlich der Anzahl aktiver

heitlich für die Finanzierung von kulturellen sowie kreativen

Crowdfunding-Plattformen aufweist.

Projekten verwendet wurde, wird es mittlerweile auch für die Finanzierung von Start-ups eingesetzt. Ziel der Arbeit

In der Schweiz ist Crowdfunding nicht so stark etabliert wie

ist die Darstellung von alternativen Finanzierungsmög­

beispielsweise in den USA. Dies ist auf unterschiedliche

lichkeiten für Start-ups, die Analyse der Entwicklung von

Gründe zurückzuführen. Zu den wichtigsten gehört sicher-

Crowdfunding sowie das Aufzeigen des Potenzials von

lich der fehlende Markt für grössere Projekte, bei welchen

Crowdfunding in der Schweiz.

die Finanzierungssummen mehrere Millionen betragen. Nichtsdestotrotz besteht in der Schweiz für Crowdfunding

Die Bachelorarbeit untersucht die Herausforderungen, mit

ein grosses Potenzial, insbesondere im Kulturbereich, zu-

welchen ein Start-up konfrontiert wird. Darüber hinaus

mal das gemeinschaftliche Finanzieren hierzulande eine

werden die alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für

grosse Tradition hat. Hinzu kommt das bei vielen Personen

Start-ups ermittelt und näher erläutert. Zudem wird die

vorhandene Bedürfnis nach Beteiligung und Teilnahme.

Entwicklung des Crowdfunding im Allgemeinen und in der Schweiz im Besonderen analysiert. Anschliessend wird genauer auf das Potenzial von Crowdfunding in der Schweiz eingegangen.


147

Low-Volatility-Anomalie. Eine Untersuchung des Schweizer Aktienmarkts Diplomand: Chiphong Vu Dozent: Dr. Peter Manz

Das aussergewöhnliche Phänomen, dass Portfolios mit

genüber dem SPI-Index konnten Low-Volatility-Portfolios

weniger Risiko mehr Rendite erwirtschaften, ist Gegen-

jährlich eine durchschnittliche Überrendite von 4,6 Prozent

stand der Low-Volatility-Anomalie (LVA). Es widerspricht

erzielen, bei tieferer Volatilität eine von ca. –7,9 Prozent.

im höchsten Masse dem finanzwissenschaftlichen Para-

Der Rendite- und Volatilitätsunterschied von 10,2 Prozent

digma, dass das Erzielen von höheren Renditen nur mit

und  –24,87 Prozent zwischen Low- und High-Volatility-

dem Eingehen erhöhter Risiken verbunden ist. Eine Viel-

Port­folios fällt deutlich stärker aus. Eine weitere Erkenntnis

zahl an empirischen Studien konnte belegen, dass die LVA

ist die Beobachtung, dass die Investition in Low-Volatility-

weltweit in allen Märkten vorhanden und persistent ist.

Titel zu einer starken Outperformance während Krisenphasen und einer moderaten Underperformance während

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob sich die

Boomphasen führt. Darum ist die Low-Volatility-Strategie

LVA auch für den Schweizer Aktienmarkt validieren lässt.

für defensive Investoren geeignet, die von den vorteilhaften

Bisher gab es noch keine namhafte Studie, die umfassend

Risiko-Rendite-Charakteristika dieser Strategie profitieren

darauf einging. Mangelhaft bei vielen Studien ist, dass die

möchten. Hinsichtlich der Praxisrelevanz hat sich gezeigt,

getesteten Strategien nicht auf Praxistauglichkeit geprüft

dass die Low-Volatility-Strategien auch unter Berücksich­

werden, womit der negative Einfluss von Transaktionskos-

tigung von Transaktionskosten im Rahmen eines institu­

ten unberücksichtigt bleibt. In der Arbeit soll darauf einge-

tionellen Mandats realisierbar wären.

gangen und eine Empfehlung formuliert werden. Darüber hinaus hat sich infolge von Faktorenregression heMethodisch fokussiert die Arbeit auf eine simple Portfo-

rausgestellt, dass die Überrenditen der Low-Volatility-Stra-

liostrategie, die versucht, die risikobasierten Low-Volatility-

tegie von anderen bekannten Marktanomalien wie Size-,

Eigenschaften auf unterschiedlicher Stufe nachzuahmen.

Value- und Momentum-Effekt vorwiegend unabhängig

Dabei richtet sich das Entscheidungskriterium der Port­

sind und durch diese nicht erklärt werden können. Für die

folio­selektion nach der historischen Volatilität. Insgesamt

weitere Forschung stellt sich die Frage, ob der Low-Vola­

wurden über 150 Portfolios mit unterschiedlichen Risiko­

tility-Effekt für ein Preismodell bewertungsrelevant ist bzw.

eigenschaften und Portfoliokonstruktionen im Rahmen von

ob dadurch die Erklärungskraft des Modells gesteigert

Backtests für den Zeitraum 1999 bis 2012 durchgeführt.

werden kann.

Die hohe Varietät der Untersuchungen war notwendig, da ein möglichst aussagekräftiges und robustes Ergebnis erreicht werden sollte. Die empirische Evaluation der getesteten Portfolios hat in

Ausgezeichnet mit dem Bank-Linth-Preis

der Grundgesamtheit ergeben, dass die Risiko-Rendite-

2013 für die beste Bachelorarbeit in Ban-

Beziehung für den Schweizer Aktienmarkt invers ist. Ge-

king and Finance


148

Optimal Funds of Hedge Fund Portfolios

Graduate: Rico Wiesmann Supervisor: Prof. Mehdi Mostowfi, PhD

Portfolios can be optimized using different techniques,

gies revealed that the three portfolio construction proce-

such as Markowitz’ minimum variance method or Sharpe’s

dures utilized highly unequal weights.

ratio, which both assume a normal distribution of returns. In the case of hedge funds, however, this assumption is

The newer Omega ratio technique has the ability to im-

not correct, as many studies have shown. In 2012, Keating

prove hedge fund portfolios as it can increase performance

and Shadwick introduced a new method, the Omega ratio,

and protect against unexpected losses. Furthermore, the

which takes skewness and kurtosis into account and con-

event-driven strategy can be used in economically bad as

structs an individual return distribution.

well as in good cycles. In distressed financial market circumstances, the proportion of event-driven, dedicated

This Bachelor’s thesis compares the three techniques in

short bias, convertible arbitrage, global macro, or man-

terms of total return and the development of portfolio con-

aged futures strategies grow considerably. In a booming

tents. Ten hedge fund indices, each representing a single

economic cycle, a strong use of emerging markets, equity

strategy, were used to build an optimal fund of hedge

market neutral or event driven strategies might be more

funds portfolio. Return data was provided by the Dow

advisable.

Jones Credit Suisse hedge index. The analyzed time pe­ riod was 2003 to 2012. During this time, the portfolios were

Further research could focus on how to maximize the

recalculated on a half-yearly basis. To arrive at the total

Omega ratio by changing the parameters.

performance of the funds of hedge funds, the computed shares at the beginning of a time period of all three strategies were multiplied with the returns after six months. Simultaneously, proportionate adjustments were recorded and evaluated. Findings indicate that Sharpe’s and the Omega ratios lead to significant higher returns than the minimum variance approach. The difference in total return between Sharpe and Omega optimization was only modest, but it could be observed that the Omega ratio had enhanced the total return by roughly 9 percent after the 10-year period. Particularly the figures during the financial crisis were interesting: The minimum variance portfolio suffered most, despite the fact that it should have had the lowest risk. However, the analysis of the variation in application of the hedge fund strate-


149

Accounting, Controlling, Auditing


150

Konzeption und Wirksamkeit der Regelungen zum UEFA-Klublizenzierungs­ verfahren und zum finanziellen Fairplay. Eine kritische Analyse Diplomand: Christian Haag Dozent: Prof. Dr. Norbert Klingebiel

Der professionelle Fussball hat sich in den vergangenen

Es kann festgehalten werden, dass Fussballunternehmen

Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt. Im

mit der Reform von einer kurz- zu einer langfristigen Be-

Finanzjahr 2011 erwirtschaftete die Gesamtheit aller euro-

trachtungsweise gezwungen werden. Zudem zeigt sich,

päischen Erstligaklubs einen Umsatz von 13,2 Milliarden

dass aufgrund der begrenzten Kapitalaufnahme durch

Euro. Parallel zu den steigenden Erträgen sehen sich Fuss-

Investoren eine Monopolisierung derzeitiger Topvereine

ballunternehmen jedoch mit einem noch höheren Anstieg

stattfinden wird, was die Wettbewerbsgleichheit negativ

der Kosten konfrontiert. Die UEFA setzt sich zum Ziel, die-

beeinflusst. Weiterführende Arbeiten könnten aufzeigen,

ser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie ein neues

welche Verteilungsmechanismen in Bezug auf die Einnah-

Reglement einführt. Kernelement ist das Break-even-­ men aus nationalen und internationalen Wettbewerben Ergebnis des Klub-Monitoring-Verfahrens, das Fussball­

geeignet wären, um kleinere Fussballunternehmen zu stär-

unternehmen dazu zwingt, innerhalb ihrer fussballbezo­

ken und damit die Wettbewerbsgleichheit zu fördern.

genen Erträge zu wirtschaften. Damit grenzt man die Einflussnahme von Investoren ein. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung des Fussballs wird in dieser Arbeit die grundlegende Reform geprüft. Mithilfe einer gezielten Literaturrecherche werden die konzeptionellen Grundlagen des UEFA-Klub-Monitorings erarbeitet, um diese anschliessend auf die Jahresabschlüsse dreier Fussballunternehmen anzuwenden. Darauf aufbauend werden mögliche Problemfelder und Auswirkungen des Reglements aufgezeigt. Aussagen von Experten, die im Rahmen einer qualitativen Befragung erhoben wurden, fliessen punktuell in die Arbeit ein. Die Studie zeigt, dass das Reglement auf der finanziellen Entwicklung europäischer Fussballunternehmen gründet. Jüngere wie auch traditionsreiche Klubs werden vom Reglement tangiert sein und müssen Kosten mittels gezielter Nachwuchsförderung reduzieren. Dies gilt auch für zwei Fussballunternehmen aus der Fallstudie der Arbeit, die erhebliche Transfer- und Gehaltskosten aufweisen und deshalb die Regularien nicht erfüllen.


151

Neues Rechnungslegungsrecht. Eine Betrachtung aus Stiftungssicht

Diplomandin: Stephanie Minder Dozentin: Beatrice Meyer, lic. oec.

Am 21. Dezember 2007 verabschiedete der Bundesrat

Die Differenzierung zwischen Stiftungen mit oder ohne kauf-

die Botschaft zur Revision des Aktien- und Rechnungs­

männisches Gewerbe wird im neuen Recht nicht mehr vor-

legungsrechts. Das Ziel war, das lückenhafte und sach-

genommen. Alle Stiftungen müssen ihre Buchhaltung nach

lich veraltete Buchführungs- und Rechnungslegungsrecht

den Buchführungs- und Rechnungslegungsvorschriften in

aus dem Jahr 1936 zu modernisieren. Im Rahmen der

Art. 957 ff. führen. Während kleine Stiftungen lediglich über

Gesetzesrevision wurden die Art. 957–963 OR vollständig

die Einnahmen und Ausgaben sowie die Vermögenslage

überarbeitet und die besonderen Vorschriften der Aktien-

Buch führen müssen, sind eingeschränkt revisionspflich­

gesellschaft ( Art.  6 62– 670  OR ) teilweise aufgehoben.

tige Stiftungen verpflichtet, Bilanz, Erfolgsrechnung und

Nachdem das Parlament die neuen Vorschriften zur

Anhang zu erstellen. Stiftungen, die die Schwellenwerte

Rechnungs­legung am 23. Dezember 2011 angenommen

20/40/250 überschreiten, müssen im Anhang zusätzliche

hatte, ist das neue Rechnungslegungsrecht am 1. Januar

Angaben offenlegen. Des Weiteren müssen eine Geldfluss-

2013 in Kraft getreten. Unternehmen haben eine Über-

rechnung, ein Lagebericht und ein Abschluss nach einem

gangsfrist von zwei respektive drei Jahren, um ihren Jah-

anerkannten Standard erstellt werden.

res- bzw. Konzernabschluss auf das neue Recht umzustellen. Die neuen Vorschriften bringen einige Neuerungen

Während die Buchführungs- und Rechnungslegungsvor-

mit sich. Im Rahmen der Bachelorarbeit werden daher

schriften im alten Recht nur sehr rudimentär waren, sind

Änderungen in der Rechnungslegung von klassischen

die neuen Vorschriften klar und einfach aufgebaut. Einige

(gemeinnützigen), kirchlichen und Familienstiftungen auf-

offene Fragen bleiben jedoch auch in der neuen Rech-

gezeigt.

nungslegung bestehen. Aktiven mit beobachtbaren Marktpreisen in einem aktiven Markt dürfen beispielsweise in ih-

Zu diesem Zweck wird zunächst anhand vorhandener

rer Folgebewertung zu ihren Marktwerten bewertet werden.

Literatur erläutert, was unter einer Stiftung zu verstehen

Der Gesetzgeber definiert aber weder den Begriff «beob-

ist. In einem weiteren Schritt werden die neuen Rech­

achtbarer Marktpreis» noch den Begriff «aktiver Markt».

nungslegungsvorschriften dargestellt. Um die Auswirkun-

Wie der Ersteller der Jahresrechnung mit diesen Unklarhei-

gen auf die Rechnungslegung von Stiftungen besser auf-

ten umgeht, wird sich erst nach den Erstanwendungen der

zeigen zu können, ist anhand der Jahresrechnung 2011 der

neuen Regelungen im Jahr 2015/2016 zeigen.

Schulthess Klinik (einer gemeinnützigen Stiftung in Zürich) eine Musterjahresrechnung erstellt worden. Durch den Vergleich mit der Jahresrechnung nach altem Recht können Unterschiede dargestellt werden. Ein Interview mit dem CFO der Schulthess Klinik liefert weitere Erkenntnisse zum Musterabschluss.


152

Bewertung immaterieller Werte bei Unternehmensakquisitionen. Dargestellt für Kundenbeziehungen und Marken Diplomandin: Sandra Rieker Dozent: Prof. Dr. Norbert Klingebiel

Seit geraumer Zeit zeichnet sich in der westlichen Welt,

noch keine Bewertung immaterieller Vermögenswerte

insbesondere in der Schweiz, ein Trend zur Dienstleis-

statt. Vereinzelt wird in dieser Phase die Möglichkeit der

tungsgesellschaft ab. Damit verbunden ist eine zunehmen-

Pre-Deal PPA durch Grosskonzerne genutzt. In der Phase

de Bedeutung von immateriellen Vermögenswerten. Ob

der PPA werden die immateriellen Werte konkret bewertet.

eine Bewertung für Reporting- oder Unternehmensakqui­

Der praktikabelste Ansatz basiert auf der Ertragsbewer-

sitionszwecke durchgeführt wird, spielt bei der Wahl des

tung, bei welcher die Lizenzpreisanalogie- und die Resi­

relevanten Bewertungsansatzes eine weniger entschei-

dualwertmethode favorisiert werden.

dende Rolle. Wichtiger ist die Tatsache, dass eine Bewertung durchgeführt werden muss und dass für diese ver-

Wünschenswert wäre die Stärkung der Marktbewertungs-

lässliche, robuste und verständliche Ansätze und Methoden

methoden, da diese dem realen Wert immaterieller Ver­

zur Verfügung stehen.

mögensgegenstände am nächsten kommen. Dabei ist die Einführung einer zentralen Datenbank zur Sammlung von

Die Bachelorarbeit untersucht die Bewertung immaterieller Vermögenswerte im Rahmen einer Unternehmensakquisition. Dabei wird aufgezeigt, welche Ansätze und Methoden für die Bewertung immaterieller Werte bevorzugt eingesetzt werden und welche zur Steuerung geeigneter erscheinen. Des Weiteren wird auf die Bewertung vor dem Hintergrund der Kaufpreisfindung und der Purchase Price Allocation (PPA) eingegangen. Der Bewertungsablauf im Rahmen der PPA wird anhand einer Kunden- und Markenbewertung durch externe Berater dargestellt. Zu diesem Zweck werden die heutzutage bekannten Bewertungsmethoden mithilfe von Fachliteratur erläutert. Darüber hinaus basieren die Erkenntnisse im Praxisteil auf durchgeführten mündlichen Interviews mit Mitarbeitern verschiedener Beratungsunternehmen. In einem ersten Schritt (Phase der Kaufpreisfindung) wird der Unternehmenswert anhand der Discounted Cashflow Methode (meist Free Cashflow) oder unter Verwendung von Multiples berechnet. Meist findet zu diesem Zeitpunkt

Transaktionsdaten ins Auge zu fassen.


153

Werttreiberanalyse im Rahmen einer Unternehmensanalyse

Diplomand: Nicolas Schütt Dozentin: Dr. Silke Alves

Weltweit ist die Schweiz für ihre qualitativ hochstehende

Grundlagen basiert auf einer profunden Literaturrecherche.

Schokolade bekannt. Doch aufgrund der stärker werden-

Um in der Folge die Werttreiber zu identifizieren, wird eine

den ausländischen Konkurrenz genügt eine hohe Reputa-

Fallstudie durchgeführt. Dabei wird zunächst die CVA-

tion allein nicht, um erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen

Kennzahl in ihre Bestandteile aufgeteilt, sodass anschlies-

und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Es gibt

send die Werttreiber mittels einer Analyse des Geschäfts-

weitere Faktoren, die den Unternehmenswert positiv be-

berichtes 2012 bestimmt werden können. Abgeschlossen

einflussen können – sogenannte Werttreiber. Im Rahmen

wird die Fallstudie mit einer Werttreiberhierarchie, welche

einer Unternehmensbewertung lassen sich diese Werttrei-

die Beziehungen der Werttreiber zum Unternehmenswert

ber identifizieren. Aufgrund der Vielfalt der Unternehmens-

veranschaulicht.

bewertungsverfahren existieren zahlreiche Ansätze für eine Werttreiberanalyse. Ein möglicher Ansatz ist der Cash

Die Lindt & Sprüngli AG erzielte in der Periode 2012 einen

Value Added (CVA). Hierbei wird der Übergewinn einer

CVA von 183,7 Millionen Schweizer Franken. Anhand der

Periode berechnet, welcher den geschaffenen bzw. ver-

Werttreiberanalyse konnten 27 Werttreiber identifiziert wer-

nichteten Wert einer Unternehmung darstellt.

den, darunter die Rendite des SMI, die vertieften Marktund Konsumanalysen oder der Einsatz modernster Tech-

Als renommierte Repräsentantin der Schweizer Schoko­

nologien.

ladenbranche befindet sich die Lindt & Sprüngli AG in der beschriebenen Situation. Die Lindt & Sprüngli AG ist

Für eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes

als börsenkotiertes Unternehmen gegenüber ihren Aktio-

ist ein Überblick über die eigenen Werttreiber von hoher

nären für die Steigerung des Aktionärsnutzens (Sharehol-

Bedeutung. Mit entsprechender Kenntnis lassen sich wert-

der Value) verantwortlich. Ohne Kenntnis der eigenen

steigernde Massnahmen gezielt umsetzen. Daher ist es für

Werttreiber ist es für ein Unternehmen nicht erkennbar,

Unternehmen empfehlenswert, eine Werttreiberanalyse

welche Faktoren einen Einfluss auf den Unternehmenswert

durchzuführen.

ausüben. Folglich besteht das Ziel der Bachelorarbeit darin, die CVA-Kennzahl der Periode 2012 für das Unternehmen Lindt & Sprüngli AG zu ermi