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E i n e T h e m e n z e i t u n g v o n S m a r t Me d i a

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Fac hbe itra g

Nachwuchs

Wie die Technik spannend wird

Damit die Innovatoren von morgen neue Technologien und Systeme entwickeln können, müssen heute die idealen Bedingungen geschaffen werden.

Nachwuchsförderung braucht Ausdauer Seit der Mensch das Leben auf unserem Planeten aktiv gestaltet, tut er dies mit Hilfe der Technik. Die technische Weiterentwicklung geschieht heute schneller denn je – und genau dafür werden viele gute Ingenieurinnen und Ingenieure benötigt. text Dr. Andrea Leu, Geschäftsführerin IngCH*

Ohne technische Errungenschaften wäre unsere Welt eine völlig andere - unser Arbeitsleben würde stillstehen, die Industrie könnte die Produktion einstellen, die Wirtschaft würde stottern und auch unsere Freizeitaktivitäten wären nur mehr sehr eingeschränkt möglich. In den letzten Jahren ist die Vernetzung all dieser Lebensbereiche– nicht zuletzt aufgrund technischer Entwicklungen - grösser geworden, die Komplexität vieler Systeme, die für uns selbstverständlich sind, ist immens und die Abhängigkeiten werden immer undurchschaubarer. Wer hat überhaupt noch den Durchblick? Wer weiss, was alles passiert, wenn die Rechenzentrale einer Bank oder eines Energiehandelsunternehmens ausfällt? Wer kennt alle Zusammenhänge zwischen dem Mobilitätsverhalten

des Menschen, seinem Umweltbewusstsein und dem öffentlichen Verkehr? Wie beeinflussen sich Klimaveränderung, Landwirtschaft und Wassernutzung gegenseitig? Gefragt auf der ganzen Welt

Ingenieurinnen und Ingenieuren leisten bei all diesen Fragen einen wichtigen Beitrag. Sie sind wahrscheinlich in vielen Bereichen die einzigen, die Zusammenhänge erkennen und erklären können. Und die in der Lage sind, Lösungen zu entwickeln. Für den Berufsstand – so müsste man meinen – eine gute Ausgangslage. Ingenieurinnen und Ingenieur sind gefragt, sie werden in allen Branchen und auf der ganzen Welt gebraucht. Doch leider, und dies ist die andere Seite der Medaille, ist der Beruf weniger attraktiv als man denken könnte. Während in den letzten Jahrzehnten fast alle Studienrichtungen ein grosses Wachstum verzeichneten, ist dies in den Ingenieurfächern nur moderat der Fall. Erst in den letzten Jahren kann man in einzelnen Fachrichtungen eine Trendwende erkennen. Aber: Es gibt sie noch immer in zu wenig grosser Anzahl, die Ingenieurinnen und Ingenieure fast aller Studienbereiche! Und dies nicht nur in der Schweiz, sondern in vielen Teilen Europas und der Welt. Breite Palette an Technikprojekten

Was kann gegen diesen Mangel getan werden? Diverse Initiativen, Verbände und Institutionen auf unterschiedlichen Ebenen

setzen sich für die Nachwuchsförderung im Ingenieurbereich ein. Die internationale UNESCO Engineering Initiative, die staatliche American Competitiveness Initiative sowie Schweizer Verbände wie IngCH Engineers Shape our Future, SATW oder Swissmem verfolgen das Ziel, den Bedarf an qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren zu decken.

» Freude an Technik soll

früh geweckt werden.

Klar ist für alle, dass die Nachwuchsförderung früh angesetzt werden und die Freude an der Technik in jungen Jahren geweckt werden muss. So gibt es diverse Initiativen, die sich dafür einsetzen, dass mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer mehr Aufmerksamkeit erhalten und dass Jugendliche besser über das «Ingenieurwesen» informiert werden. Das Wissen um die Vielfältigkeit technischer Laufbahnen wird somit in das Bewusstsein von Schülern in der Berufs- und Studienwahlphase gerückt. Die Initiativen sprechen junge Frauen und Männer an und räumen auf mit falschen Vorstellungen . Während den rund 35 Technik- und Informatikwochen, die IngCH seit über 20 Jahren jährlich in

der ganzen Schweiz durchführt, ziehen alle Beteiligten am selben Strang: So öffnen Unternehmen, die Nachwuchs benötigen, ihre Tore, Fachhochschulen und Universitäten stellen ihre Studiengänge vor, Workshopleiter zeigen den Gymnasiasten die Arbeitsweise im Ingenieurwesen und Forschungsinstitutionen erzählen von den neuesten Erfindungen. Diese Zusammenarbeit ist äusserst wichtig, um ein gesamtheitliches Bild zu erzeugen. Erfolg durch Kontinuität

Schulen haben heute die Möglichkeit, eine Vielzahl von Technikprojekte durchzuführen bzw. ihre SchülerInnen zu animieren, daran teilzunehmen. Die Palette reicht vom eintägigen Grossevent über Wettbewerbe und praxisorientierte Unternehmensbesuche bis zu einwöchigen Intensivprojekten. Ein Kriterium ist allen Initiativen gemeinsam: Sie sind nur dann erfolgreich, wenn sie langfristig angelegt sind. Denn eines ist klar: In der technischen Nachwuchsförderung braucht es Ausdauer und Kontinuität. Auch wenn einige Projekte vor rund 20 Jahren mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatten, ist die Nachfrage für diverse Projekte heute grösser als das Angebot. Dies zeigt, wie wichtig die Nachwuchsförderung im Ingenieurwesen ist. *IngCH Engineers Shape our Future ist eine Vereinigung mit 27 Mitgliederfirmen, die sich seit 1987 für die Förderung eines qualitativ guten Ingenieurnachwuchses einsetzt.

Wissen vermitteln und dabei unterhalten – das ist das Konzept des Swiss Science Center Technorama. Und das zieht viele Wissensdurstige an: Mit jährlich über 270 000 Besuchern gehört das Technorama zu den meistbesuchten Kulturinstitutionen im Kanton Zürich. Es ist eines der zehn grössten Schweizer Museen, obgleich es in der Kategorie «Science Center» einmalig ist. Das Technorama gestaltet dabei nachhaltig die Art und Weise, wie Naturwissenschaften wahrgenommen, gelehrt und gelernt werden. Eine zentrale Zielgruppe des Science Centers sind Schüler. Im vergangenen Jahr haben über 65 000 von ihnen das Technorama im Klassenverband besucht. Dieser hohe Wert belegt das offensichtliche Bedürfnis von Lehrpersonen, ihren Unterricht gezielt und stufengerecht (Volksschule, Sekundarstufe I und II) durch die Angebote des Technorama zu ergänzen. Im Zusammenhang mit der sog. MINT-Problematik (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) spielt das Technorama somit eine Schlüsselrolle. Eine möglichst früh einsetzende Begegnung mit den Naturwissenschaften soll nicht nur einen humanen und demokratischen Fortschritt sichern, sondern auch den zukünftigen Wohlstand der Schweiz gewährleisten. Diesen Anspruch des Technorama und seinen Einfluss für den Werkplatz Schweiz haben auch führende Schweizer Unternehmen und Wirtschaftsverbände wie Swiss Engineering STV erkannt. Unter dem Dach der «Vereinigung Technorama und Wirtschaft VTW» unterstützen sie das Technorama und leisten damit einen aktiven Beitrag für die naturwissenschaftliche und technische Nachwuchsförderung in der Schweiz.

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