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SLEAZE #25

Trash mit Substanz

gratis

IN E! I P I P HOS ie DERDinge die wS äche 30 sch lasen llten B r e üb n so wisse

„Ich habe wochenlang geweint“

Maniküre-Opfer Julia spricht über Nagelbett-Entzündungen, abgeblätterten Lack und Hornhautentfernung

Bodytrend Presswurst So tragen Sie ihn jetzt! Die besten Tipps um gut gequetscht auszusehen WENN DIE KOTZE NICHT MEHR VON ALLEINE WILL

Die 10 besten Bulimie-Gadgets Endlich geht es auch ohne Finger!

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NIE WIEDER SCHEIDUNG! Wie Sie ihren Ex am besten zur Strecke bringen SLEAZE 25!!!

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SLEAZE 25!!!


E D I T O R I A L

25 Jahre SLEAZE! Na ja fast, aber ich bin sicher, was da mittlerweile an Mann- und Fraujahren in diesem Heft steckt, beträgt weit mehr als 25 Jahre. Was wir uns alleine darüber den Kopf zerbrechen, wie wir Modestrecken etwas anders als alle anderen präsentieren können oder (man hat es vielleicht schon gemerkt) unsere Agenda Turnschuhe, endlich als das Kleidungsstück schlechthin in unserer Gesellschaft zu etablieren. Geschichten ohne Ende! Herzerwärmend, brutal, lustig und teils auch tragisch ist das, was für jede Ausgabe durchlebt werden muss. Und genau so läuft das ab, ein ums andere mal: Männer und Frauen sitzen den ganzen Tag in weißen Anzügen in weißen Räumen, angekettet an ihre weißen Computer im SLEAZE-Think-Tank, und am Ende gibt es Berichte über Zombiehäuser und Crowdfunding. Spaß! In Wirklichkeit wird gesoffen und gefeiert und wir wundern uns jedes Mal wieder, wie wir das Heft zustande gebracht haben. Nein, auch so ist es nicht. Die Wahrheit liegt irgendwo gemütlich dazwischen, aber die Reise geht natürlich weiter – bis zum 125-jährigen Jubiläum (Mannund Fraujahre, ihr wisst schon). Jetzt aber freuen wir uns erst mal darüber, dass wir so weit gekommen sind, und ich hoffe ihr freut euch mit uns. Anbei ein kleines, handgemachtes Heft als Geschenk – von uns für euch. Viel Spaß beim Lesen. Sascha und die restlichen JubliäumsSLEAZELS

SLEAZE 25!!!

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INHALT 6 13

MAGAZIN

ab Seite

MODE

ab Seite

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43 47 61 71

MEDIEN

LEBENSKUNST

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MUSIK

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UNTERWEGS

ab Seite

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SLEAZE 25!!!

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„Das hässliche Tier“

8

Psycho-Test

10

Gibt man bald Stoff mit Wasserstoff?

13

Weißte bescheid, ne?

14

Always on

20

From Zero to Hero

22

Arschbombe vom 5er

32

Trends

34 Schuhting 43

Jim Morrison - Poet des Chaos

44

Kino Previews

47

Endlich sicher!

50

Obst, Strom, Sexismus

52

Unwirkliche Realitäten

54

„Berlin hat wenig mit Leichtigkeit zu tun“

61

Crowdfunding

64

Elektronisches auf zarten Pfoten

66

Indie-Pop am Morgen danach

68

Musik

71

Blooom!

72

Grün, grüner Green Sphere

74

Motocross und quer durch Europa

77 Verlosungsaktion 82 Impressum


LEAZ n i z a g a M

6

„Das hässliche Tier“

8

Psycho-Test

10

Gibt man bald Stoff mit Wasserstoff?

SLEAZE 25!!!

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D A S

H Ä S S L I C H E

T I E R

STECKBRIEF

„Na und, bin ich halt ne Muddi.“

Nick: Muddi Name: Gürtelmull / Chlamyphorus Geschlecht: männlich Beruf/Beschäftigung:Beschäftigung: Schachtbauer (nicht umgangssprachlich gemeint, also dass ich ein schlichter Typ bin!)

Wohnort: noch in Argentinien (Aber wenn die Angst einflößenden Rinder sich noch mehr ausbreiten… aber ihr kennt das Problem ja selbst, ihr seid ja auch Mulle. Hoffe ich zumindest. Sonst wär es schon etwas eklig.) Größe: 8 cm (das sagt rein gar nichts aus, dass der Durchschnittsmull 10 cm ist) Hobbys/Interessen: Muddy Allen, DSM-IV und alles, was mit Angststörungen zu tun hat. (Aber nicht etwa denken, dass ich eine hätte, ja?! Ich bin ganz normal.) Motto: Vorsicht ist die Muddi des Porzellanpanzers

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SLEAZE 25!!!


Wir haben die Rubrik ins Leben gerufen, weil Ungerechtigkeit herrscht – wieder einmal. Die süßen, niedlichen, ach so knuffigen Tiere werden häufiger erforscht als die Einäugigen, Zweinasigen, Dreibrüstigen, kurz – die Freaks unter uns. Wusstet ihr das? Gut, das muss nichts Schlechtes sein. So landet man auch seltener im Tierlabor. Ungerecht ist es trotzdem. Eher Euthanasie als Darwin. Und außerdem: Frauen dürfen inzwischen auch ganz emanzipiert dumme „männliche“ Sachen machen wie Krieg führen. Also fordern wir endlich auch bei der Forschung Gleichberechtigung. Menschen sollten in Versuchslabors zu gleichen Bedingungen wie Affen zugelassen werden, hässliche Tiere genauso erforscht wie süße. Da das allerdings noch in weiter Ferne liegt, sind die Tiere gefährdet. Wir steuern hiermit entgegen. Mit der ersten Kontaktsuchseite für die VERMEINTLICH HÄSSLICHEN UNTER UNS.

Liebe Mulle, Gürtel- und Ordenträger, gleich vorab: Ihr habt Recht! Gürtelmulle sind nicht mal ansatzweise vermeintlich hässlich. Wir haben uns erlaubt, zur Jubiläumsausgabe ein klassisch nichthässliches Tier auszuwählen, um es in den Bund der Zweisamkeit zu schicken. Die Single-Damen unter euch wird das nicht stören, ich weiß. Aber seid vorgewarnt: Muddi hat seinen Spitznamen voll zu Recht. Wer dem schnuckligen Typen eine Chance geben will, sollte schon etwas auf Freaks stehen. Dann findet ihr aber einen Kerl, mit dem ihr eine Menge Spaß haben könnt – und der euer Bewusstsein für Dinge sensibilisiert, von denen ihr nicht mal wusstet, dass sie existieren. Doch genug von mir, Muddi muss man selbst erleben. Viel Glück. Vaddi danilo Kurz etwas zu meiner Person: Gut, ich gebe es wohl besser gleich zu: Ich bin besorgt. Oft. Nicht in dem Maße, dass ich Angst hätte, ich gehe nur einfach gern Problemen aus dem Weg und versuche deshalb, vorher Risiken zu kalkulieren. Das macht ja wohl jeder von uns. Also bin ich eigentlich ganz normal. Wen ich suche: Ich suche eine heiße Gürtel-Schnalle, hohoho. So, nun aber ernsthaft. Ich suche schlicht jemand, der zu mir passt. Meine Freunde sagen zwar, so eine Mullah gibt es nicht, aber ich bin mir sicher, irgendwo da draußen bist du und sorgst dich. Ich hoffe, du liest diese Zeilen und schreibst mir. Bitte ohne Rechtschreibfehler, das macht mich waaaaahnsinnig. Und es wäre sehr schade, wenn wegen so einer Kleinigkeit das Traumpaar nicht zueinander fände, oder? Ach ja, und ich such natürlich eine Mullah, die ähnlich witzig ist wie ich. Nichts hasse ich mehr als schlechte Witze (außer dem, den ich eben am Anfang gebracht habe. Den liiiiiiiiebe ich.) Bei Interesse kannst du Kontakt aufnehmen unter der Chiffre „alte Heule“ mit einer Mail an danilo@sleazemag.de.

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Der ultimative, alles erklärende Psycho-Test...Endlich, HIER! Wer sich für zu normal für ne richtige Therapie hält, aber trotzdem wissen will, was in den Tiefen des eigenen Unterbewusstseins abgeht, macht einfach einen Psycho-Test. Die Auswahl ist unendlich groß, die Themen reichen von „Welcher Liebhaber-Typ bist Du?“ über „Wie gut kannst Du mit Geld umgehen?“ bis hin zu „Geht Dein Freund fremd?“. Mit so Kleckerkram wollen wir gar nicht erst anfangen und setzen an der Basis an.

WIE PSYCHO BIST DU? Denn wo Psycho-Test drauf steht ist auch PsychoTest drin. Will heißen, ihr könnt im Folgenden euren Psychopathen-Wert ermitteln. Die Grundlage dafür bildet der 1990 entwickelte psychologisch fundierte Test von Robert Hare und die Checkliste für Psychopathie nach Cleckley.* Allerdings muss angemerkt werden, dass Frauen bei diesem Test vermutlich weniger hohe Psychopathie-Werte erreichen werden. Das liegt daran, dass Frauen in der PsychopathieForschung lange nicht beachtet wurden und man von kurzem feststellte, dass weibliche Psychopathen anders funktionieren als männliche, und daher durch das übliche Test-Raster fallen. Wir hätten euch gerne zwei Tests angeboten, aber dann wären wir der Forschung einen Schritt voraus. Viel Spaß beim Testen, und auf dass euch allen der Besuch beim Psychiater erspart bleibt!

Frage 1 Du hast einen Tag frei, da die Kaffeemaschine im Büro explodiert ist. Wie gehst Du mit der unerwarteten freien Zeit um? a) Da fallen mir spontan eine ganze Menge Dinge ein, die ich tun könnte. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. b) Ungeplant freie Zeit? Horror! Ich langweile mich furchtbar schnell und weiß nichts mit mir anzufangen. c) Ein bisschen aufräumen, ein bisschen auf dem Sofa rumlümmeln, vielleicht Freunde treffen. Allerdings ist mir gegen Abend auch langsam langweilig.

Frage 2 Du bist mit einer guten Freundin/einem guten Freund seit längerem verabredet. Kannst Du es mit Deinem Gewissen vereinbaren, kurz vorher abzusagen oder einfach nicht zu kommen? a) Auf gar keinen Fall! Ich würde niemals eine Verabredung sausen lassen, solange ich nicht mit 41° Fieber im Bett liege. b) Klar, wo ist das Problem? Treffen kann man sich auch ein anderes Mal.

c) Kommt drauf an. Wenn wir ein enges Verhältnis haben und ich einen guten Grund habe, nicht zu kommen, warum nicht?

packt mich doch mein schlechtes Gewissen und ich gelobe, mich beim nächsten Vollsuff brav hinzusetzen.

Frage 3

Frage 7

Wie beschreiben Dich Freunde und Familie? a) Als liebenswerten, manchmal überemotionalen Beziehungsmenschen b) Als charmanten, redegewandten Rationalisten c) Chaotischen Träumer mit einem großen Gerechtigkeitssinn

Deine Freundin/dein Freund steht unzufrieden vor dem Spiegel und fragt Dich, wie Du ihre/seine Haare findest. Wie reagierst Du? a) Ich finde die Haare schön und sage das auch. Auch wenn es mir nicht geglaubt wird :) b) Obwohl mir die Frisur gefällt, rutscht mir ein „Naja, Deine Haare sahen auch schon mal besser aus“ raus. Ich weiß auch nicht warum, aber lügen fällt mir manchmal leichter als die Wahrheit. c) Zwar kann ich der Kopfbedeckung nicht wirklich was abgewinnen, aber um meine(n) Liebste(n) nicht zu verärgern, sage ich ihr/ihm natürlich, dass sie/er wunderschön aussieht.

Frage 4 Wie sieht Dein Sex- und Beziehungsleben aus? a) Sex ist toll! Aber nur, wenn Liebe dabei ist! Am liebsten würde ich bis nach der Ehe warten, aber dafür ist es leider schon zu spät. b) Beziehungen gab‘s ne Menge in meinem Leben. Sex auch. Allerdings nie lange mit einer Person, aber warum auch? c) Ich führe zwar seit einiger Zeit eine Beziehung, aber davor bin ich in diversen Betten rumgekommen. Resteficken war auch schon mal mit dabei, auch wenn ich es nicht gerne zugebe.

Frage 5 Hast Du in Deiner Kindheit verbotene Sachen angestellt? a) Nicht wirklich. Gesetz ist Gesetz! Das wusste ich schon, als ich ganz klein war! b) Als kleines Kind habe ich oft Ameisen angesteckt, wurde recht häufig wegen Prügeleien aus der Schule nach Hause geschickt, und gegen meine Klauerei war die Polizei machtlos, da ich noch unter 13 Jahren alt war. c) Das Übliche eben. Mit den Freunden phasenweise auf dem Weihnachtsmarkt Postkarten und anderen Kleinscheiß geklaut. Aber sonst? Nee.

Frage 6 In Deiner WG sind seit Wochen Pissflecken von Dir neben dem Klo. Als eine Krisen-Sitzung einberufen wird, reagierst Du wie? a) Ich räume meine Koordinationslosigkeit beschämt ein und biete an, den nächsten Monat den gesamten Putzdienst zu übernehmen. Peinlich, aber so gehört sich das auch! b) Natürlich ist mir klar, dass die Pisserei auf meine Kosten geht, aber warum die Schuld übernehmen, wenn es andere Mittel gibt? Entweder ich beginne herzerweichend zu weinen und über meine Blasen/Prostata-Probleme zu klagen, oder ich überzeuge einfach alle, dass die Pissflecken von der neuen Affäre der Mitbewohnerin stammen. c) Kurz überlege ich, einfach so zu tun, als wäre es mir noch gar nicht aufgefallen, aber irgendwann

* Achtung! Dieser Test beansprucht in keinster Weise einen psychologischen Wert!

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Frage 8 Dein Prof gibt Dir eine Hausarbeit mit „Ungenügend“ zurück/ Dein Chef kritisiert Deinen Jahresabschlussbericht und bittet Dich zu einem Gespräch, um zu bereden, was Du hättest besser machen können. Wie gehst Du damit um? a) Natürlich bin ich geknickt. Aber toll, dass er sich nochmal die Zeit nimmt, mit mir durchzusprechen, was ich falsch gemacht habe. Ich kann bestimmt viel fürs nächste Mal lernen. b) Der Penner! Hat doch selbst keine Ahnung. Als hätte ich irgendwas falsch gemacht....tssss. c) Ärgerlich. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, alles richtig gemacht zu haben, aber gut, vielleicht kommt ja was Produktives bei rum.

Frage 9 Du bist aus und strunzenvoll. Welches Verhalten trifft am ehesten auf Dich zu? a) Nach dem 6. Bier werde ich total „crazy“ und trage die Verpackung vom Sixpack als Hut! Mann, wie peinlich! b) Vollsuff endet bei mir oft in der Ausnüchterungszelle oder zumindest damit, dass ich einen Freund weniger habe. Alkohol sorgt bei mir öfters mal für Aussetzer beim Benehmen. c) Betrunken tanze ich gerne mal oben ohne auf Tischen und kreische laut durch den Club. Gepöbelt oder mich gar geprügelt habe ich aber zum Glück noch nie.

Frage10 Ein Freund/eine Freundin ruft Dich weinend an, weil ihr/sein Partner sie/ihn verlassen hat. Wie gehst Du damit um? a) Er/Sie tut mir furchtbar leid. Ich organisiere spontan einen DVD-Abend mit Schoko-Eis/Pizza, Wärmflasche/noch mehr Pizza, und wir schauen


Bridget Jones/Stirb Langsam. Irgendwie muss man den Herzschmerz ja bekämpfen! b) Rausgehen und was anderes bumsen! Was besseres fällt mir gegen Herzschmerz nicht ein. Liebe ist sowieso total überbewertet, ist mir bis heute ein Rätsel... c) Wenn Trost und Betüdeln nichts mehr hilft, gibt’s ein bisschen Alkohol, und dann geht’s raus. Abwechslung schadet nie!

Frage 11 Eine gute Bekannte/ein guter Bekannter ist schon seit langem heimlich in Dich verliebt. Du bist Dir der Situation bewusst. Aber wie händelst Du diese prekäre Lage? a) Ich bemühe mich, ein klärendes Gespräch zu organisieren, in dem ich versuche, ihr/ihm so sanft und schmerzlos wie nur möglich zu erklären, dass aus uns beiden vermutlich nichts wird. b) Was kann ich dafür, dass die/der in mich verliebt ist? Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werd ich sie/ihn flachlegen. Dann habe ich wenigstens auch was davon! c) Mir ist das ziemlich unangenehm, aber ändern kann ich daran auch nicht wirklich etwas. Immerhin sind wir alle erwachsen. Da muss man auch mal mit unerwiderter Liebe klarkommen.

Frage 12 Du willst unbedingt „Tatort“ schauen, aber Deine Mitbewohner sitzen schon vor dem Fernseher und erwarten freudigst „Germanys Next Topmodel“. Wie löst ihr die Situation? a) Ach, ist ja bloß Fernsehen. Ich hole mir ein Bier und setze mich dazu. b) Die eine erinnere ich so lange subtil an ihre nicht fertiggestellte Diplomarbeit, bis sie sich nervös an ihren Schreibtisch setzt. Der anderen erzähle ich, wohl wissend um ihre Tierliebe, dass die Echsen, mit denen die Mädchen posieren, sediert wurden. Keine fünf Minuten später habe ich den Fernseher für mich allein. c) Erst versuche ich es mit lieben Worten, dann mit Quengeln. Am Ende hilft keins von beidem, ich verziehe mich schmollend auf mein Zimmer und warte die Wiederholung ab.

c) Zuerst vermutlich nicht, das verletzt sie/ihn nur unnötig. Bis mein schlechtes Gewissen mir jeden Schlaf raubt und ich mich ergebe.

AUSWERTUNG

Frage 14 Es ist Anfang des Monats und Dein Konto ist bereits überzogen. Mit welcher Strategie kommst Du bis zum nächsten Gehaltsscheck über die Runden? a) Hilft alles nichts. Sparen, sparen, sparen. Budget für die nächsten Wochen berechnen, Einkaufslisten nur mit dem Nötigsten. Fahrrad statt Bahn, kein Shopping, kein Bier. Irgendwie muss es gehen, bisher hat es immer geklappt. b) Wenn meine Eltern keine Lust haben, mir Geld zu überweisen, pumpe ich einen meiner Freunde an. Am besten einen, der so viel Geld hat, dass er nicht merkt, wenn ich es nicht zurückzahle. Vielleicht finde ich auf Arbeit auch noch was, das niemandem fehlt, aber bei Ebay gut Geld bringt. Zum Beispiel die Kaffeemaschine, die sowieso fast niemand benutzt. c) Ich versuche, so gut es geht mit dem wenigen Geld, das noch da ist, zu haushalten. Da ich aber recht schlecht im Sparen bin, werde ich wohl meinen Kleiderschrank ausmisten müssen und mir mit einem Flohmarktstand ein wenig dazuverdienen. Wenn alle Stricke reißen, leihe ich mir etwas von guten Freunden - die wissen, sie bekommen es auf jeden Fall zurück!

Frage 15 Du hast Dich aufgemotzt, Deine Brusthaare rasiert, dein Glitzerpuder aufgetragen und bist bereit, steil zu gehen. Kurz vorm Rausgehen noch einen letzten Blick in den Spiegel geworfen. Was denkst Du? a) Ich hoffe, ich falle nicht zu sehr auf. Zu viel Aufmerksamkeit ist mir unangenehm, am Ende lacht noch jemand über mich. b) Geil! Ich werde der schärfste Eber bzw. die heißeste Torte im ganzen Club sein. Eigentlich kann der Rest auch gleich nach Hause gehen! c) Was soll ich schon denken? Wenn ich mich nicht ein wenig gut finden würde, könnte ich mir das auffällige Outfit auch sparen. Klar hoffe ich auf Aufmerksamkeit. Ob ein paar Langweiler über mich lästern, ist mir schnurz.

Frage 13

Frage 16

Es ist passiert. Du bist fremdgegangen. Allerdings weiß Dein Partner noch nichts davon. Bleibt es dabei? a) Falsche Frage. Fremdgehen ist bei mir ein absolutes NoGo. Da kann ich ja gleich zugeben, dass ich Sophia Thomalla und Wilson Gonzalez gut finde. b) Warum sollte ich das erwähnen? Unnötiger Ärger um eine Sache, an der ich noch nicht mal etwas Schlimmes finden kann. Es sei denn, mein Partner fängt an, mich zu langweilen - einen besseren Grund, Schluss zu machen, gibt es ja kaum.

Zum Abschluss: Wie geht es Dir? a) Gut, was sonst?!? b) Was soll die Frage? Keine Ahnung. c) Ganz ok. Das Wetter und mein Job nerven, aber ich kann mich nicht beklagen.

Nun zähle zusammen, wie oft Du jeweils a), b) oder c) angekreuzt hast. Der höchste Wert zeigt Deinen Psychopathen-Wert an. Welchen Buchstaben hast Du am häufigsten angekreuzt?

a) Du bist ein herzlicher Mensch, den man nur gern haben kann. Immer besorgt um das Wohl der Anderen, ehrlich und dem Leben positiv gegenüber eingestellt. Dein Leben ist geordnet, Du übernimmst Verantwortung für Dich selbst und Dein Handeln. Du bist treu, sowohl Deinen Liebsten als auch dem Gesetz. Liebe und Freude sind Dir die höchsten Güter im Leben. Damit gehörst Du zur seltenen Spezies des Gutmenschen. Das lässt Deinen Psychopathen-Wert zwar gen Null gehen, damit bist Du aber auch langweilig wie Gemüsebrühe. Psychisch voll intakt aber leider raus!

b) Menschliche Gefühle sind Dir ein Rätsel. Nicht nur das, Du findest sie auch noch überflüssig und kannst Dich null in andere hineinversetzen. Dazu kommt Deine Unfähigkeit, Kritik anzunehmen. Warum auch? Du hast ja nichts falsch gemacht. Außerdem stehst Du drauf, andere Lebewesen zu Deinen Zwecken zu manipulieren oder gar zu Deiner Belustigung zu quälen. Du wirst es Dir vielleicht schon denken, Dein Psychopathen-Wert explodiert förmlich. Bevor Du noch etwas Schlimmes anstellst, raten wir Dir schleunigst, einen Psychiater Deines Vertrauens aufzusuchen. Wenn Du jetzt noch keine Angst hast, WIR haben sie! c) Klar, in manchen Dingen bist Du seltsam. Aber das ist Dir bewusst und Du schämst Dich nicht dafür. Auch wenn Du nicht immer als Engel durchs Leben wandelst, ist Dir durchaus bewusst, was richtig und was falsch, was ehrlich und was verletzend ist. Selbst wenn Dir die menschliche Spezies nicht immer geheuer ist, versuchst Du mit bestem Gewissen so durchs Leben zu kommen, dass Du so wenig Schaden wie möglich anrichtest. Auch wenn das nicht immer geht, aber wer mag schon Übermenschen. Lobenswert!

Anna Motz

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M O B I L I T Ä T

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mit Wasserstoff ?

Gibt man bald Stoff Nein, diesmal geht es nicht um Drogen, sondern um Autos. Ja genau. SLEAZE fuhr mit der Zukunft – und blieb hängen. Also, auf der Technik. Einiges hat sich inzwischen geändert bei unseren lieben Automobilen. Immer mehr Autos schalten ihren Motor erst wieder ein, wenn sie an der Ampel Gas geben. Wer mit einem Hybrid-Auto unterwegs ist, fährt die ganze Zeit zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ich hatte nun sogar die Gelegenheit, nur mit der Zukunft zu fahren. Mercedes-Benz lud ein, ihre B-Klasse mit Wasserstoffantrieb einmal selbst zu fahren. Da man dank der Brennstoffzelle gar nichts mehr hört, dachten sich die Macher wohl, malen wir den Wagen doch mal quietschgrüngelb an, damit er wenigstens visuell hängen bleibt. Das ist gelungen, noch heute träume ich von der Farbe. Faszinierender noch ist aber, dass aus dem „Auspuff“ wirklich nur Wasser kommt. Ansonsten bleibt alles gleich, kein Autofahrer muss wieder zur Fahrschule. Seit Toyota den Hybrid salonfähig machte, wird das Elektroauto langsam cool. Den absoluten Visionären ging der Hybrid allerdings eh nie weit genug, braucht ein großer Teil des Zwitters doch meistens auch noch einen klassischen Benzincocktail, um wirklich praktisch zu sein. Um die Abhängigkeit vom Öl komplett zu lösen, soll in Zukunft am besten gar kein Benzin mehr fließen. Nun scheint es nicht mehr weit zu sein. Verschiedene Anbieter kündigten bis spätestens 2015 große Stückzahlen mit dem neuen System an. Ich persönlich bin ja immer etwas skeptisch, sobald Akkus im Spiel sind. Gerade in Autos waren und sind sie eine Schwachstelle. Dank Handys und Laptops hat sich bei den Kleinen inzwischen viel getan, aber die Auto-Akkus sind immer noch ein Handicap, wie die ADAC-Statistik seit Jahren belegt. Um zu beweisen, wie fit die Wasserklasse ist, fuhr Mercedes zum 125. Geburtstag des Automobils (Carl Benz sei Dank) in 125 Tagen mit mehreren der „B-Class F-CELL“-Modelle um die Welt.

Nun steht die größere Herausforderung an: auf der ganzen Welt ein Netz an Wasserstoff-Zapfsäulen aufzubauen. Jetzt mal um die Kurve gedacht! Genauso spannend ist, wie sich die Gesellschaft verändern wird. Das Auto hatte ja schon immer das Talent, den Menschen in seinem Verhalten zu beeinflussen. Was passiert wohl also, wenn man ein lautes Gefährt gegen ein lautloses eintauscht? Eines, dass keine Abgase mehr produziert? Eines, wo hinten Wasser rauskommt? Werden wir dann ganz saubere, weil immer nasse Straßen bekommen? Im Winter sicher nicht hilfreich. Gut wäre also ein Auffangbecken, vielleicht gar eine Umleitung zu den Scheibenwischern. Weil man so viele Scheiben gar nicht haben kann, wäre auch ein Destilliergerät gut, so dass man stets fließendes Wasser im Auto hat? So ein Wasserhahn mit MercedesStern vorne drauf als Statussymbol sieht sicher lässig aus. Ähnliches kann man sich für die Geräuschkulisse vorstellen. Eine Motorsound-App dank Jamba, die den ganzen Tag bei VIVA läuft, ist nicht so abwegig, seit ich die furzenden Fliegen kennen lernen durfte. Und ob die Formel Eins noch dasselbe bleibt ohne Sound? Ich bin mir sicher, es wird eine Motorengeräusch-Retrowelle geben, weil Designer XY im Jahr 2073 den Laufsteg damit beschallen wird und alle das so voll cool 2010 finden. Ich sammel weitere Ideen, die wir Daimler vorschlagen können. Hast du auch Ideen, wie die Welt aussehen kann mit der neuen Technologie? Immer her damit. Wenn gute Sachen bei sind, veröffentlichen wir die. Und wie immer bei SLEAZE: Es darf auch schräg sein.

danilo Mehr Infos und Input bekommt ihr hier: www.cleanenergypartnership.de www.mercedes-benz.de

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Always on

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From Zero to Hero

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Arschbombe vom 5er

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Trends

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Weißte bescheid, ne!

Gleich vorweg: Auch wenn die gute Lisi mal bei uns gearbeitet hat, ist unser Urteil absolut objektiv und das hier keine gekaufte Werbung!

BUCHNEUHEITEN VON PANINI Copyright © 2011 by THQ Inc. All rights reserved. Used Under Authorization. Artwork © 2010 THQ Inc. THQ, Homefront and their respective logos are trademarks and/or registered trademarks of THQ Inc. All Rights Reserved.

M o d e l a b e l

Roman zum Game von John Milus (Apocalypse Now, Conan – der Barbar)!

In diesem Jahr brachte Lisi, bürgerlich Elisabeth Mayer, nämlich ihre erste eigene Modekollektion raus. Und die finden wir so schön, dass wir ihr hier ein kleines Loblied singen wollen.

Homefront: Stimme der Freiheit 5 12,95 (D) ISBN 978-3-8332-2321-1

Wir wussten ja schon länger, dass in Lisi eine große Modemacherin steckt (man denke an das bezaubernde Kleid unserer Chefredakteurin Yanah beim 3. Sleaze Geburtstag), aber endlich können es auch alle anderen erfahren.

Die Abenteuer von

„That‘s what she said“ heißt die Marke der Wienerin, die zur Zeit in Berlin lebt.

Wessen Interesse jetzt geweckt wurde, der kann gleich auf die Website von „That‘s what she said“ gehen, im DaWanda-Shop einkaufen oder schnell auf Facebook „gefällt mir“ klicken.

Anna Motz www.thatswhatshesaid.de de.dawanda.com/shop/Thats-what-she-said www.facebook.com/pages/Thats-what-she-said/

Mark Twains Jugendbuch-Klassiker in einer erfrischenden Neuinterpretation Tot, aber endlich frei! Huck Finn und sein bester Freund, der Zombie Jim, haben den Anker gelichtet und sind auf dem Weg in neue abenteuer!

Supernatural © 2011 Warner Bros. Entertainment, Inc. All Rights Reserved.

Ob ich sie beleidige, wenn ich ihre Linie sportlich-verspielt nenne, weiß ich nicht, aber um solche Umschreibungen kommt man leider selten aus – so was wird aber seltenst den umschriebenen Dingen gerecht. Sportlich, weil keines ihrer Kollektionsteile aussieht, als könne man sich damit nicht hinsetzen, bücken oder atmen. Bequem und lässig, ohne nach Jogginganzug auszusehen. Das liegt einmal an den Schnitten, die zwar figurbetont sind, aber nicht versuchen, den Körper in eine Form zu pressen, die ihm unüblich ist. Hinzu kommt, dass die Mode von „That‘s what she said“ überwiegend aus hautund figurschmeichelnden Stoffen wie Viskose, Baumwolle oder Mischgeweben besteht. Verspielt, weil Blumenmuster, Volants und Karos sich nur schwer anders umschreiben lassen (Außer „traditionell“. Und das trifft 1. nicht zu, und finden wir 2. kacke). Zum anderen, weil jedes einzelne Stück mit einer besonderen Liebe zum Detail angefertigt wurde. Ob der Pullover nun extra farblich abgesetzte Bündchen hat oder der karierte Rock mit Herzchen-Knöpfen geschlossen wird, man sieht den Sachen Lisis Spaß am Entwerfen und Schneidern ihrer Sachen an. Überhaupt werden ALLE Teile KOMPLETT in Eigenarbeit gefertigt (selbst die Knöpfe werden von ihr selbst bezogen). Keine Schnittmuster, die dann billig in Taiwan produziert werden, nein, ganz altmodische, solide Handarbeit. Das hat zum einen den Vorteil, dass es möglich ist, ein wenig auf Kundenwünsche einzugehen, zum anderen, die Kleidungsstücke an die individuellen Körperproportionen anzupassen, ohne dabei zum youtailor.deImitat zu verkommen. Jedes Stück bleibt dem Konzept und dem Stil von „Thats what she said“ treu und steht damit für individuelle, innovative Handarbeit.

Supernatural Roman, Band 2: Die Judasschlinge Keith R. A. DeCandido 320 S., Softcover, 12 x 18 cm, € 9,95 ISBN 978-3-8332-2252-8

Die Abenteuer von Huckleberry Finn und Zombie Jim 288 Seiten, w12,95 ISBN 978-3-8332-2331-0

DIE WINCHESTER BRÜDER SIND ZURÜCK! Ein exklusives Abenteuer, das zwischen den TV-Staffeln 5 und 6 spielt.

Im Buchhandel erhältlich! Weitere Titel und Infos auf www.paninicomics.de SLEAZE 25!!!

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Zero to Hero


Models haben dünn zu sein. Sonst wird das nix im Buisiness. Finden wir gesellschaftspolitisch alle ganz schlimm. Nicken aber zustimmend, wenn Heidi Klum Kanditatin Soundso für ihre Unförmigkeit und Ihre Fettpölsterchen kritisiert („Ein Topmodel muss immer an ihrem Körper arbeiten“), kurz bevor sie in dieser Woche leider kein Foto bekommt. Wir verurteilen den sogenannten Magerwahn, schauen‘s trotzdem gerne an, sind irgendwie seltsam neidisch und ärgern uns dabei über unsere eigenen, furchtbar unattraktiven Körper. Alles nichts Neues. Deshalb wären wir auch nie auf die Idee gekommen, über Hunger, Figurprobleme, mangelnde Jobs und interessanterweise auch über Geld im Modelgeschäft zu schreiben. Bis uns mal eine, die von Size Zero zu Plus-Size wurde, aus dem Nähkästchen erzählt hat. Nur vorweg, uns als Moderedakteurinnen ist ziemlich egal, wie dünn du bist, wie breit deine Oberschenkel sind oder wie groß deine Möpse. Hauptsache, du weißt, was du tust, und siehst auf den Fotos großartig aus. Und das hat mit dem Gewicht recht wenig zu tun. Wie wir erst vor ein paar Wochen wieder einmal erleben durften. Ira lernten wir bei unserem Bademodenshooting. Weil uns die ewig dünnen und gleich aussehenden Models so langsam wie Brokkoli zu den Ohren rauskamen, waren wir bei ihren Fotos von Anfang an verliebt. Um in Kategorien zu sprechen: Ira ist ein Plus-Size-Model. Und als sie dann im Studio stand, haben wir uns kaum noch eingekriegt. Eine Haut, die ich als Mantel tragen würde, wunderschönes Gesicht, Konfektionsgröße 42/44, und dabei galanter als die meisten Zahnstocher-Models zusammen. Jedes Foto eine neue Pose (und die sitzt), da werden die feuchten Träume eines jeden Fotografen und Art Directors wahr. Und während wir in der Pause unsere Eiskugeln schleckten und zuckerhaltige Limonade süffelten, kamen wir ins plaudern. Dabei erzählte uns Ira, dass sie nicht immer als Plus-Size-Model, sondern lange Zeit als „normales“, also dünnes, Model gearbeitet hat. Während sie nach dem Abi zunächst bei McDonalds für 6,13 Euro die Stunde geschuftet hat, bekam sie über eine Bekannte Kontakt zu einer Modelagentur. Einfach mal auf gut Glück ein paar Porträt-Schnappschüsse und BikiniBilder aus dem Urlaub hingeschickt. Mal gucken, was geht. In schönen Kleidern vor der Kamera zu stehen, ist allemal besser als fürn Appel und ein Ei Burger zu wenden. Sie wurde genommen. Unter der Bedingung, ein paar Kilo abzunehmen. Sie nahm ab, das Modelleben begann, und Ira machte tatsächlich eine ganze Menge Jobs. Für Designer, für Fotografen, für Werbung. Allerdings ohne oder gegen verschwindend geringe Bezahlung.

Das Spiel ist immer das gleiche, vor allem in kreativen Berufen, und bei Models vor allem bei s.g. „New Faces“. „Tut uns leid, wir können leider nicht zahlen (auch wenn WIR damit nen ganzen Haufen Geld verdienen), ABER das ist doch SUPER für dein Portfolio!!!“ Sollte umgehend zum Unsatz des Jahrzehnts gewählt werden... Rückblickend empfindet Ira diese Zeit als Ausbeute, auch wenn sie zeitweise mehr als bei Mäcces verdienen konnte. Quasi für Ruhm und Ehre statt für ein Essen auf dem Tisch arbeiten. Aber so bleibt man wenigstens dünn! Denn Hauptsache, man bleibt unter den 90-6090, das denkt man nicht nur selbst, es sagt einem auch einfach jeder. Wie das geht? Wenn man es wie Ira und zahlreiche andere Models macht, verschiebt man die eigene Wahrnehmung so lange durch striktes Diät Halten, Fasten, Hungern, wie man das auch immer nennen mag. Und irgendwann ist man der festen Überzeugung, eine Coke Light wäre eine vollwertige Mahlzeit. Da müssen 500 bis 600 Kalorien am Tag schon reichen. Irgendwann hat sie überlegt, wieviel Kalorien der zuckerfreie Kaugummi hat, erzählt sie uns, die Hanuta-Reste noch im Mund. Dass sie die Einzige im Geschäft ist, die nicht geburtsgegeben spindeldünn war und essen konnte, was sie wollte, hält sie für ein Gerücht. Klar gibt es sicher auch Mädchen, die von Natur aus dünn sind, räumt sie ein, aber die gehören ganz sicher der Minderheit an. Der Rest wird sicher mit leerem Magen zum Set kommen. Im Endeffekt wird ja schon Konfektionsgröße 38 als eine unheilbare Krankheit behandelt. Irgendwann wurde Iras Körper der Zirkus dann zu bunt, und er begab sich in Streik. Das sah so aus, dass trotz tagelangem nichts-mehr-Essen die Zahlen auf der Waage nach oben gingen. Ein Apfel – ein Kilo. Die Kilos brachten ‚Weiblichkeit‘ (Hüftumfang lag damals bei 92 cm...) in Iras Körper, und die brachte Buchungen von Werbekunden. Der Kunde jubelte und war sehr zufrieden. Nach dem Shooting schickte ihr der Fotograf ‚seine‘ Version des Bildes. Der Körper mit Photoshop fast halbiert, außer dem Busen und den Waden, die waren grotesk aufgepumpt. Dazu der Kommentar, das Bild solle doch vielleicht als Anreiz dienen, an ihrer Figur zu arbeiten. Sowas zieht seine Kreise. Kurze Zeit später meldete sich Iras Agentur, um ihr zu sagen sie sei zu fett geworden und solle entweder abnehmen, oder sie würde gehen müssen.

Da reichte es Ira endgültig. Sie kehrte dem Job den Rücken zu, und begann, sich wieder normal zu ernähren. Das ist nach so langer Zeit aber einfacher gesagt als getan. Wer ewig ein sehr niedriges Maß hat, dessen Körper bekommt selbst bei normalen Mengen Probleme, wenn alte DiätRegeln nicht mehr gelten. Obwohl sie schnell relativ viel zunahm, räumte Ira ihrem Körper das Recht ein, endlich mal Ruhe zu haben. Die Kilos setzten sich, das Leben ging auch ohne Modeln weiter, zumal ihr Umfeld sehr positiv auf die Gewichtszunahme reagierte. Es kam der Tag, da lief sie einem von früheren Zeiten bekannten Fotograf über den Weg. Auch er war begeistert von ihrer Figur plus der damit gekommenen Ausstrahlung und meinte: Du strahlst so, was ist passiert? Er empfahl Ira auch gleich, es mal mit dem Plus-Size-Modeln zu versuchen, etwas, von dem ihr gar nicht bewusst war, dass es das als eigenes Berufsfeld gibt. „Dann,“ erzählt sie, „habe ich mich bei meiner jetzigen Agentur Brigitte Models per Mail beworben und innerhalb von 10 Minuten eine Zusage bekommen. Das ist nun 2,5 Jahre her. Seitdem läuft es super, ich bekomme viel bessere Jobs/ Kunden, arbeite und verdiene auch mehr Geld. Und das Wichtigste: Ich hab wieder Spaß am Leben und am Job!“ Klar kommt es auch als Plus-Size-Model mal zu kuriosen Situationen. Beispielsweise muss Ira darauf achten, nicht abzunehmen, weil sonst die Kunden schnell meckern, man sehe zu dünn aus. Absurd wie die Bitte, abzunehmen, aber wenigstens nur ein temporärer Kampf mit den Kilos. Wenn man sie fragt, ob sie irgendetwas an ihrem Weg bereut, lächelt sie und sagt: „Dass mich meine alte Agentur damals rausgeschmissen hat, war wirklich das Beste, was mir passieren konnte. Wenn ich die Mädels heute mit ihrer Coke Light in der Hand sehe, tun die mir einfach nur leid. Es gibt auch ein Leben nach Konfektionsgröße 38.“ Und die Moral von der Geschichte? Eigentlich müssten sich jetzt all die dünnen Models, die mit brotlosen Jobs durchs Leben eiern, bei Burger King treffen und „Get Fat“-Parties feiern. Denn nicht nur, dass das Leben ein wenig entspannter ist, wenn man WIRKLICH essen kann, was man will, da lässt sich auch noch richtig Geld verdienen! Und mit Sicherheit noch mehr, wenn es sich visuell etabliert, dass nicht jedes Model unter 90-60-90 liegen muss, um Kracher auszusehen. Ich würde sagen: Ran an den Speck, Mädels!

Anna Motz

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B a d e m o d e

m o v e b m o b h c s r A

c / Ja 23 /T 13 und G I S an SA Juli I V le D / nd er AR ed D C an u E L / S st i na DE E I . eb a rle An DE T e : R S d . L e n g R I N R . D E L - K A nd n a t z u AVA O U R E O D E S u n A se ARI OME W.M MO r, W a, re Um .M OC eu nd W W W W.C rg W Lind M W W nb e nd c o n u r in Co t io Vao rer alte ls u : u a a n e de ee nis ari o M ue W Mo d a c liq tte I rg : M o O tos g: C nge rigi A o n ,B F yli ie: ra St sag s: I l V i de o M

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r e 5

Sebastian: Hose Billabong

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Ira: Badeanzug Lucky Lola

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Ira: Bikini Bon Prix Collection

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Jack: Hose Quiksilver

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Julian: Hose Quiksilver

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Anna: Bikini Roxy

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Linda: Bikini H&M

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Julian: Hose Billabong

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Jack: Hose Quiksilver

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Linda: Badeanzug H&M

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Oder auch nicht.

IN ist, wer drin ist.

Alles, was Modetrends, Lifestyle oder andere Trends vormachen, muss niemand unbedingt mitmachen. Ein guter Freund hat mal zu mir gesagt, wenn du dein Leben lang deinem Stil treu bleibst, bist du mindestens 3x in Mode. Ich befürchte, er hatte Recht. Und ich hasse es, wenn Andere recht haben. Das würde allerdings bedeuten, dass du zum Beispiel mit der hässlichsten Frisur 3x im Leben der absolute Knaller bist. Vielleicht inspiriere ich euch hier mit den seltsamsten Trends, und ihr erhöht euren Marktwert mit trendigem Auftreten über die „3x im Leben-Grenze“ hinaus. Obs gut aussieht oder hilfreich ist, ist eine andere Sache. Extreme Ironing wird ausschließlich im Freien betrieben. Das Ziel ist es, unter anspruchsvollen klimatischen, geographischen und körperlichen Bedingungen zu bügeln. Dabei verbindet das Extrembügeln die Herausforderungen einer Extremsportart mit der Befriedigung von frisch gebügelter Wäsche. [Anmerkung der weiblichen Redaktion: Hahahahhahahhaahha, genau! Befriedigung und gebügelte Wäsche.] Barbecue-Düfte in allen Pflegeprodukten bietet eine amerikanische Firma an. Lip-Balm und Deo für die Ladys und Steak-Parfüm für die Herren. Hm... Menschen die nach Gegrilltem riechen! Das weckt DEN Ekel in mir. Gibt’s was Schlimmeres, als mit einem Typen zu knutschen, der sich kurz

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vorher einen Cheesburger gegönnt hat? Jetzt ja! Typen, die im Vorbeigehen schon nach Fleischeinlage riechen. Die Fußsohlendamenbinde wird nachts vor dem Schlafengehen einfach wie ein Pflaster auf die ohnehin schon eklige Fußsohle geklebt. Am kommenden Morgen bewunderst du die schwarz-bräunlich-grauen Absonderungen, die aus Giften, Ekligkeiten und Schmiere bestehen. Toll! 19,90 $ kostet der Spaß. Self-Sustainable-Chair ist die Lösung für alle lauffaulen Menschen. Die Blasebalge unter den Füßen des Trägers oder der Trägerin pumpen das „Kleid“ so auf, dass man sich einfach „fallen lassen kann“. Cleavage Caddy. Wie könnte ich das denn mal übersetzen? Der Dekolletébehälter? Wie dem auch sei. Es ist die ideale Lösung für alle kleinbrüstigen Ladys, die die Hände gerne beim dancen frei haben. Oder bei was auch immer. Keine lästige Handtasche und große Brüste. Ich würde es der Erfindung des Rads gleichsetzen. Die Lippenschablone könnte sich durchsetzen. Davon bin ich fest überzeugt. Hat etwas von Hannibal Lecter. Hier gilt nicht: „Der Weg ist das Ziel.“ Der Weg zur perfekt geschminkten Lippe führt optisch leider über den kannibalischen Serienmörder. Granny Fashion ist der Modetrend, der mir am meisten missfällt. Frauen, die trotz jungen Jahren aussehen, als wären sie


mindestens 75 Jahre alt. Second Hand in allen Ehren, aber die unförmige, beige Übergangsjacke der eigenen Oma verhüllt jede Frau dermaßen unvorteilhaft, dass nicht zu erkennen ist, ob sie überhaupt Brüste hat. Der Sommer enthüllt oft Dinge, die ich lieber nicht gesehen hätte. Dazu gehören definitiv Kleider in der falschen Größe. Bevorzugt in der zu kleinen. Leider setzt sich dieser Trend jedes Jahr aufs Neue durch. Schuhe, die aussehen, als wären sie orthopädisch wertvoll. Mehr gibt’s nicht dazu zu sagen. Das E-Bike ist der unmittelbare Nachfolger des Fixie Trends. Jeder Hipster, der was auf sich hält, stürzte sich bis vor kurzem todesmutig in den Stadtverkehr mit seinem Retro-Rennrad. Möglichst ohne Bremse. Das E-Bike eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Es spart genügend Energie, um den großen Latte Macchiato zu bestellen. Gemüsefreie Kost ist schwer im kommen. Vielleicht lehrt ein tödliches Bakterium alle Vegetarier so sehr das fürchten, dass eine Gegenbewegung entsteht. Ernährung, die ausschließlich aus Fleisch besteht. Unterstützend können die BarbecuePflegeprodukte (s.o.) genutzt werden. Color-Blocking bedeutet, mal ordentlich Farbe ins Spiel bringen. Aber eben nicht in verschiedenen Mustern, sondern in

maximal drei unterschiedlichen Farbblöcken. Shirt lila, Hose orange und der Blazer grün. Wohnungsbesichtigungsrallye! Eine Gruppe junger Menschen, die sich gegen die wachsenden Mietpreise stark machen. Die spanische Jugend campt, wir Deutschen ziehen uns aus. Hier wird mit blanken Tatsachen gehandelt. Das läuft so: Ein Besichtigungstermin ist angesetzt. In einer Berliner Wohnung, wahrscheinlich Kreuzberg oder Friedrichshain. Plötzlich erscheint ein Trupp junger nackter Menschen. Mit Gesängen und Rufen wird sich Luft gemacht! „Zu teuer“ steht auf den nackten Leibern. Wo kann ich mich anmelden? TV-Sendungen, die von Menschen moderiert werden, die nicht die Landessprache sprechen. Mit Marijke Amado hat alles angefangen. Die Holländerin hat in den 90ern Kinder durch die Zauberkugel in den Zaubertunnel geleitet. Umgestylt konnten die Kinder dann ihre Playback-Performance zum Besten geben. Nach der Miniplaybackshow kam Ricky, der Talkshowmoderator. Sein gebrochenes Deutsch hat mir nie verraten, was seine Muttersprache war. Heute haben wir Sylvie van der Vaart und Bruce Darnell.

Coco

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SCHUHTING Fotograf: Das Duo Produktion & Styling:

AMD Akademie Mode&Design Berlin, Ausbildungsgang Modejournalismus/Medienkommunikation Kurs MM3, Samrin Conrad, Brigitte Lentz, Celina Plag, Andrea Rachuy, Anne Tröst, Michelle Wenzel

Models: Patrik Drobner, Matthias Grebin, Pelin Gökcan, Celina Plag

Rainbow Sneakers, Adidas Kette in gold mit Anhänger, Vintage

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Latex -Stulpen, Johanna Rohrer “Zoom Dance Trainer“, Nike Shirt Glitterprint silber, Cheap Monady Hose beige, Carhartt Sneaker braun, The Hundreds

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Spitzen-Blouson beige, Monki Sneakers: Vans, Keds, Converse, Adidas Originals

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Volant-Top, Majaco Special Edition Sneaker, Nike& Sabrina Dehoff Headphones rosa, WESC

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Maxi-Kleid blau, Monki “Terminator High Basic“, Nike

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(von links nach rechts) Spitzen-Blouson beige, Monki Leggings, WESC Chucks gelb, Converse Uhr gelb Camel, Active Armreif silber, Cheap Monday Karohemd, The Hundreds Jeans grau, Adidas Originals Schuhe weiß, WESC Top beige, Tiger of Sweden Joggingpants, Marlene Birger Chucks beige, Converse Uhr türkis, Triwa Hose „Ben“ beige, Wrangler Sneaker blau/weiß kariert, Adidas Uhr weiß, Triwa

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Paillettenleggings, Kilian Kerner “Quick Victory“, Nike Shorts gestreift, Carhartt Sneaker grün, Adidas

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ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN.

AB 5. 7. NEU

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Jim Morrison - Poet des Chaos

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Kino Previews

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C o m i c

Poet des Chaos

Jim Morrison

Kaum ein Sänger der Rockgeschichte ist mit einer derartigen Aura umgeben wie Doors-Frontmann Jim Morrison. Als Ikone und Posterboy der psychedelischen 60er und 70er Jahre verkörpert er Rebellion und sexuelle Befreiung, aber auch Düsternis, Einsamkeit und – durch seinen frühen Tod – Scheitern an der Welt. Der Splitter-Verlag widmet dem Lizard King zu seinem 40sten Todestag (3. Juli 1971) eine liebevolle und ungewöhnliche Graphic Novel. Die Geschichte des tragischen Genies wird dabei nicht einfach chronologisch, sondern als eine Reihe assoziativer Flashbacks erzählt. Morrison ist 1971 vor den US-Behörden und seinem eigenen Ruhm aus Amerika geflohen, um in Paris, weit weg von den Doors, einen Neuanfang als Dichter zu versuchen. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Der bärtige, unzugängliche und suchtkranke Star sitzt wenige Tage vor seinem Tod im Pariser Exil und erinnert sich schubweise an wichtige Ereignisse aus seinem Leben. Die Rückschau wird so zu einem Strudel aus verschiedensten Eindrücken, der insgesamt traumhaft und wie im Rausch wirkt. Wer Morrisons Biografie kennt, wie sie bereits in Büchern wie „No One Here Gets Out Alive“ oder dem Doors-Film von Oliver Stone aufbereitet wurde, wird viele der Episoden wiedererkennen. Das Schlüsselerlebnis, bei dem Morrison als Kind Zeuge eines tödlichen Autounfalls in einem Indianerreservat wird, in dessen Folge er davon überzeugt ist, dass die Seele des sterbenden Schamanen auf ihn übergesprungen ist. Sein strenges Elternhaus. Die Stimmung in den USA zur Zeit des Vietnamkrieges. Die Gründung der Doors und die Etappen der Band auf dem Weg zum Erfolg. Drogen und Sex. Morrisons Begegnung mit Janis Joplin. So entsteht aus den Bruchstücken ein schillerndes Mosaik der Person Jim Morrison, das klugerweise gar nicht versucht, den Eindruck von Komplettheit zu erwecken.

Die Bilder, die Zeichner Jef findet, passen hervorragend zum Thema: tiefes, öliges Schwarz und gleißendes Weiß, harte Kontraste und wenige Graustufen. Diese Bildsprache spiegelt die Kompromisslosigkeit wider, mit der Morrison lebte und starb. Die schwarze Farbe wirkt teilweise wie nachlässig hingeschmiert (Rock‘n‘Roll!), aber überall da, wo es um Ausdruck und Präzision geht – wie bei Gesichtern und Gesten – tritt alles klar und deutlich hervor. So stützen auch die Bilder das traumartige Grundgefühl dieser Graphic Novel. Ganz nebenbei bietet der Band auch ein aussagekräftiges Gefühlsportrait der US-Gesellschaft der 60er Jahre in all ihren Widersprüchen und Spannungen. Es ist schön zu sehen, dass die Graphic Novel auch in der Lage ist, „reale“ Themen jenseits von fiktionalen Geschichten zu transportieren. Man sollte allerdings ein bisschen über Jim Morrison Bescheid wissen, um „Poet des Chaos“ wirklich genießen zu können.

Daniel S.

Autor: Frédéric Bertocchini Zeichner: Jef Splitter Verlag 128 Seiten Hardcover erschienen am 25.05.‘11

Aber sehr schnell zog ich es vor, meine Zeit in den Pubs und am Venice Beach zu verbringen, dort, wo alles begann…

Ride the snake, ride the snake… To the lake, the ancient lake, baby… The snake is long, seven miles… Ride the snake… He’s old, and his skin is cold…

He went into the room where his sister lived, and… Then he paid a visit to his brother, and then he… He walked on down the hall, and… And he came to a door… And he looked inside…

Es war künstlerisch gesehen eine fruchtbare Zeit. Ohne dass es mir bewusst war, begann ich damit, die Texte der Doors zu schreiben…

alle Bilder © für die deutsche Ausgabe: Splitter Verlag, 2011

The killer awoke before dawn, he put his boots on. He took a face from the ancient gallery and he walked on down the hall…

Father? Yes, son. I want to kill you.

Mother…

I want to…

Na, Morrison? Arbeiten wir?

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Jim_Morrison_s_001-120.indd 38

14.04.2011 11:41:15 Uhr

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14.04.2011 10:16:29 Uhr

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Kino Previews The Ward Horrorthriller, Kinostart: 28.07.‘11

Der Altmeister des Horrors wagt nach langer Schaffenspause einen neuen Versuch: In „The Ward“ nimmt sich Carpenter den PsychatrieSchocker vor. Die junge, hübsche Kristen (Amber Herd – super auch schon in „All The Boys Love Mandy Lane“) wird als Brandstifterin verhaftet und stationär eingewiesen, da sie sich an nichts erinnern kann. Doch die desorientierte Patientin hat wenig Zeit, sich mit ihrer prekären Situation auseinanderzusetzen, denn schnell wird klar, dass in „The Ward“, der psychartrischen Abteilung des Krankenhauses, etwas nicht stimmt. Ein Phantom geht um, und nach und nach verschwinden Kristens Mitpatientinnen... Besonders reizvoll am Psychiartrie-Szenario ist für Horror-Regisseure natürlich die Tücke, dass Patienten, die von kapuzetragenden Gestalten im Spiegel und nächtlichen Schreien berichten, damit den Ärzten lediglich mehr Anlass geben, sie dazubehalten – siehe z.B. „Gothika“ mit Halle Berry. „The Ward“ scheint dieses bekannte Setting mit SlasherElementen anzureichern, die ja seit „Halloween“ zu Carpenters Grundarsenal gehören. Neu ist das alles nicht. Ob es dem Altmeister gelingt, mehr abzuliefern als eine mediokre Genrearbeit, dürfte genauso spannend werden wie die Frage, ob Kristen „The Ward“ am Ende lebend verlässt...

Green Lantern Comicverfilmung/ SciFi, Kinostart: 28.07.‘11

Dieser Film verspricht, ein wahres CGI-Spektakel zu werden. Denn anders als bei den üblichen Comicverfilmungen, deren Setting allein die Erde ist (Ausnahme: Thor – da gibt es Valhalla und die Welt der Eisriesen), geht es bei D.C.s „Green Lantern“ gleich um das Schicksal des ganzen Universums. Die interplanetare Poliziei der „Green

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Lanterns“, die sich aus Mitgliedern vieler verschiedener raumfahrender Spezies zusammensetzt, kämpft gegen einen neuen Feind namens Parallax, der die Erde zu vernichten droht. Um diesen zu besiegen, muss zu ersten mal ein Erdling in die exklusive Riege der Laternen aufgenommen werden. Die Wahl fällt auf den Testpiloten und Draufgängertyp Hal Jordan (Ryan Reynolds), der zwar durch Mut und ordentlich Muckis, nicht aber durch Verantwortungsbewusstsein glänzt. Er wird mit einem außerirdischen HightechRing ausgestattet, der den „Green Lanterns“ Superkräfte beschert, und muss sich in der buntgemischten und liebevoll animierten interplanetaren Laternen-Riege beweisen. Die Hauptperson besticht wohl nicht durch tiefsinnige Dialoge und psychologische Komplexität – Zitat-Highlight aus dem Trailer: „Now let‘s get these pants off – an fly some planes!“, aber dafür gibt es sehr cool aussehende Aliens und dicke Raumschiffe in Action zu sehen. Keine weiteren Fragen!

Super 8 Mystery/ SciFi-Thriller, Kinostart: 04.08.‘11

Eine Gruppe Teenager dreht im Jahr 1979 einen Amateur-Zombiefilm. Während der Dreharbeiten an Bahngeleisen beobachten die Jugendlichen zufällig einen schrecklichen Unfall: Ein Pickup kollidiert mit einem Zug, der daraufhin entgleist. Und statt selbstgemachtem, wohlig-grusligem Zombie-Horror finden sich die Teenager unvermittelt inmitten realer Schrecken wieder: paranormale Dinge geschehen in der Umgebung, und etwas nicht Menschliches scheint aus einem der zerstörten Waggons ausgebrochen zu sein... Die Teenager versuchen, den Ereignissen auf eigene Faust auf den Grund zu gehen. Was sie nicht wissen: Der Zug kam mit streng geheimer Fracht aus der berühmten Area 51... Regisseur

von Daniel S.

J. J. Abrams („Lost“, „Cloverfield“, „Star Trek“) macht es mal wieder spannend: Im Vorfeld gibt es – wie auch schon beim experimentellen Riesenmonster-Streifen „Cloverfield“ - kein einziges Bild des Monsters zu sehen. Dafür laufen im Trailer jede Menge Soldaten rum, und viel Zeug fliegt durch die Luft.

Planet der Affen: Prevolution Science Fiction, Kinostart: 11.08.‘11

Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) steht kurz vor dem großen Durchbruch: Mittels Gentechnik hat er ein Heilmittel gegen Alzheimer entwickelt. Doch bevor „The Cure“ Menschenleben retten kann, muss es getestet werde – an einem Schimpansen namens Ceasar. Die Behandlung hat unerwartete Nebenwirkungen: Das Tier wird immer intelligenter und schafft es schließlich nicht nur, aus dem Labor zu entkommen, sondern auch tausende anderer Affen zu befreien und mittels „The Cure“ auf seinen IQ hochzudopen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Eine Horde superschlauer und sehr wütender Menschenaffen fällt über das ahnungslose L.A. her und beginnt eine Revolution gegen die Menschen, die sie als Versuchsobjekte gefangen hielten. Dieser Film stellt den Auftakt zu einer ganzen Serie dar, die die Vorgeschichte von „Planet der Affen“ erzählen soll und verspricht düsteres und nachdenkliches Action-Kino mit Anspruch. Für die Computereffekte – alle Affen im Film sind animiert – war Weta Digital verantwortlich, die Special Effects-Firma, die auch schon James Camerons „Avatar“ im digitalen Glanz erstrahlen ließ. Vielversprechend!


I´m Still Here Mockumentary, Kinostart: 11.08.‘11

Joaquin Phoenix, die coole Sau, erklärt 2008 einer erstaunten Öffentlichkeit seinen Rückzug von der Schauspielerei, um sich der Musik zu widmen – und wird Rapper. In echt. Wie es scheint. „I‘m Still Here“ ist eine roh gedrehte, Reality-TV-artige Dokumentation des neuen, wilden Sprechsänger-Lebens des Ex-Schauspielers. Und der zieht es voll durch: Stripperinnen, Koks, Exzess, schrecklich schlechter Rap und ein extrem derangiertes Interview bei David Letterman. Der Witz: Alles fake. Phoenix und sein Schwager Casey Affleck haben sich den Coup ausgedacht, weil sie nicht fassen konnten, dass weite Teile des Fernsehpublikums immer noch daran glauben, dass „Reality-TV“ nicht gescriptet ist. Respekt gebührt Phoenix für seinen vollen Einsatz: Nicht nur vor der Kamera, sondern immer und überall spielte er – bärtig, langhaarig und ungepflegt – die Rolle als er selbst in ausgeklinkt, um die Illusion perfekt zu machen und den Film als Dokumentation präsentieren zu können. Das Ergebnis war großen Teilen des U.S.-Publikums „way too offensive“: Es soll jede Menge „full frontal male nudity“, Drogenkonsum und eine anscheiß-Szene geben... Für die härter gesottenen im Kinosaal dürfte diese Melange aus „Borat“ und „8 Mile“ aber ein vorzüglicher Spaß sein – kreativ-subversives Kino mit Trashfaktor!

Im Weltraum gibt es keine Gefühle Romantik-Tragikomödie, Kinostart: 06.10.‘11

Diese schwedische Produktion ist der erste Spielfilm von Regisseur Andreas Öhman und war als Kandidat bei den Oscarverleihungen in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ nominiert. Öhman erzählt familiengerecht die Geschichte der Brüder Sam und Simon. Der

ältere Sam ist von seiner Freundin verlassen worden und fällt in ein tiefes Loch. Simon will Abhilfe schaffen, indem er dem Bruder eine neue Freundin sucht – denn wenn er eines hasst, dann ist es Veränderung. Diese Aufgabe entpuppt sich jedoch als schwierig, denn Simon leidet unter dem Asperger-Syndrom, das ihm soziale Interaktion sehr schwer und Körperkontakt quasi unmöglich macht. Ausgerüstet mit einem umfangreichen Fragenkatalog versucht Simon, unter jeder Menge zufällig ausgewählter Mädels diejenige zu finden, die die Vorlieben des Bruders teilt: Mag sie Ketchup oder Senf? Macht sie beim Sex Geräusche? Es braucht seine Zeit, bis Simon bemerkt, dass Sam vielleicht das Gegenteil von sich selbst braucht, um sich wieder zu verlieben. Gutgelaunter Komödien-Klamauk mit nordischem Charme.

Cowboys & Aliens SciFi-Western-Comic-Verfilmung, Kinostart: 25.08.‘11

Der Wilde Westen, Arizona, 1873. Ein Fremder mit einem mysteriösen Armreif (Daniel Craig) taucht ohne Erinnerungen im kleinen Wüstenkaff Absolution auf – und natürlich gibt es, wie im Westen üblich, direkt Ärger. Denn Colonel Dolarhyde (Harrison Ford), der in Absolution das Sagen hat, erkennt im Neuankömmling einen gesuchten Verbrecher wieder und verfolgt ihn gnadenlos. So weit, so Western. Doch was als gewöhnlicher Wildwest-Schinken beginnt, wird schnell spaceig, denn eine Rasse technologisch weit überlegener, fieser Aliens hat beschlossen, genau hier ihre Weltinvasion zu beginnen. Kein fairer Kampf: Die wackeren Westmänner müssen zu Pferd mit Revolvern und Flinten gegen strahlenkanonenbewehrte Flugmaschinen antreten. Die einzige Chance auf das Überleben der Cowboygemeinde liegt im Armreif des Fremden,

der ebenfalls außerirdischen Ursprungs zu sein scheint. Jon Favreau, der sich mit „Iron Man“ seine Sporen verdiente, scheint Gefallen am Verfilmen von Comicvorlagen gefunden zu haben, denn auch „Cowboys & Aliens“ ist ursprünglich eine Graphic Novel. Könnte ein nettes, visuell außergewöhnliches Actionspektakel werden. Daniel Craig steht der Cowboyhut jedenfalls deutlich besser als der Bond-Tuxedo. Und Harrison Ford trägt ja eh gern breite Krempen.

Captain America Comic-Verfilmung, Kinostart: 21.07.‘11

1942. Der Zweite Weltkrieg tobt, und patriotische junge Männer stehen Schlange vor den Rekrutierungsbüros, um ihr Leben fürs Vaterland opfern zu dürfen. Steve Rogers (Chris Evans, „Fantastic Four“) ist keine Ausnahme. Doch der ultimative Männlichkeitsbeweis wird ihm verwehrt: Er ist zu schmächtig für die U.S. Army und wird ausgemustert. Rogers aber ist glühender Patriot und bewirbt sich weiter, in fünf verschiedenen Rekrutierungsbüros – die ihn alle ablehnen. Seine Hingabe bleibt jedoch nicht unbemerkt, und so wird der kleine Mann von Col. Chester Phillips (Tommy Lee) für ein streng geheimes Supersoldatenprojekt als Testperson ausgewählt. Im „Project Rebirth“ wird er mittels Hightech zu heroisch-supermaskulinen Dimensionen aufgeblasen und kämpft fortan als Captain America in rot-weiß-blauer Spandex-Kluft und mit seinem berühmten Schutzschild gegen die Nazis. Doch auch die Braunen haben ihre Geheimprojekte: Johann Schmidt, Hitlers Geheimwaffenexperte und undercover-Superschurke, hat seine eigenen Weltbeherrschungspläne und arbeitet als „Red Skull“ fleißig an deren Umsetzung...

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unst k s n Lebe

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S N E B E L NST KU st n u k s Leben

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Endlich sicher!

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Obst, Strom, Sexismus

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Unwirkliche Realitäten

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„Berlin hat wenig mit Leichtigkeit zu tun“

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Z O M B I E S

ENDLICH SICHER!!!!

Du liegst im Bett. Allein. Eben noch lief „Zombies on Brodway“ von 1945, einer deiner Lieblingsfilme. Eigentlich bist du ganz entspannt, aber plötzlich hörst du ein Geräusch. Ein Knirschen, nein, Scharren, oder doch Stimmen?

Du kannst das Adrenalin, das sich in deinem Blut verteilt, förmlich riechen. Angst. Sind es Einbrecher, Tiere, oder sind die Geschichten über seelenlose Untote, die auf der Erde wandeln, um dich zu töten, doch kein Mythos?

Das Herz rast, Schweiß bricht aus. Was, wenn sie kommen und dich holen wollen? Wohin flüchtest Du? Welche Waffen wählst Du? Hast Du ausreichend Nahrungsvorräte bzw. Wasser? Ist Deine Kleidung für verschiedene Witterungsverhältnisse oder Kampfsituationen geeignet? Deine Wohnung wird Dir keinen großen Schutz vor der untoten Gefahr bieten können... ES SEI DENN Du glückliches Wesen lebst in einem „Safe House“ des polnischen Architekten Robert Konieczny von KWK Promes.

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Wer dieses Gebäude einmal gesehen hat, kann über sogenannte „Panic rooms“ nur noch müde lächeln. Ein Würfel aus Beton, nach mehr sieht das Safe House nicht aus, wenn es geschlossen ist. Keine Fenster, keine Türen, kein Eindringen. Das Haus besteht aus einem inneren Kern, der grundsätzlich erstmal gestaltet ist wie jedes andere Haus auch. Aber wenn die Zombies kommen, wird das durch riesige Glasfenster sonnendurchflutetete Eigenheim zum Schutzbunker.

Die dicken Betonwände, die bei mäßiger Gefahr lediglich den Garten von der Straße trennen, schieben sich vor die Fenster und Türen des Hauses. Da können die verwesten Seelenlosen an den Wänden kratzen und versuchen, einzudringen, wie sie wollen...es wird nicht funktionieren. Jetzt ist das Haus nur noch über eine Zugbrücke im ersten Stock erreichbar. Nur jeweils eine Person kann eintreten, die anderen müssen draußen warten, bis die Sicherheitsschleuse wieder freigegeben ist.

Eine optimale Position, um den Untoten von oben die Köpfe einzumatschen!

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Wer nun denkt, es handele sich hier um einen schlechten Scherz mit guten Photoshop-Bildern, kann gerne mal in die Nähe von Warschau fahren, und sich den vermutlich besten Zombie-Schutzbunker der Welt anschauen.

Wir finden es enorm praktisch, auf alle eventuellen Gefahren die von unseren Erdenmitbewohnern, den Zombies, ausgehen, vorbereitet zu sein. Mein Kollege Daniel findet das „Safe House“ sogar optisch sehr ansprechend.

Und zur Not: Vor Einbrechern schützt es bestimmt auch!

Anna Motz www.kwkpromes.pl

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Obst, Strom, Sexismus Ein Interview mit Steckdose

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SLEAZE: Schon oft habe ich diese kleinen runden Aufkleber von dir auf der Straße entdeckt. Lange dachte ich „wie süß, der klebt Fotos von Äpfeln in der Vogelperspektive...“ Ich vermutete einen Apple-Nerd. Dabei handelt es sich ganz profan um das Abbild eines Arschlochs (im Sinne von After, nicht Berlusconi). Was hat es damit auf sich?

Wer möchte, kann von dir einen Packen Sticker geschickt bekommen und selbst auf Klebe-Tour gehen. Warum? Hauptsache, Fame und Bekanntheit, oder die Förderung einer gleichberechtigten, auf Besitz verzichtenden Gesellschaft? Und wo können sich fleißige Klebe-Bienchen melden, um Sticker zu erhalten?

Steckdose: Apfel, Bauchnabel, Brustwarze, Bagel, Astloch … Da ich früher irgendwie in diese sogenannte Streetart-Szene gerutscht war, musste ich handeln, um sie zu verlassen. Es hat mir sozusagen gestunken. Für mich ist es ein Spaß am Hobby.

Kam schon mal vor, dass ich welche verschickt habe. 3-4 Stück, einen für den Kühlschrank, einen für einen Freund, einen zum Sammeln und den Rest für die wilde Klebe-Tour! Aber kleine, süße Klebebienchen gibt‘s nicht. Ich wurde immer gefragt, wie man an die Steckies kommt. Ich habe dann SteckdosenStickerpacks gemacht, die man bei www.supermodelz. de bestellen kann. Oder man trifft sich auf der FacebookSteckdosen-Seite oder auf Party …

Also kein unverstandener Künstler, der vor lauter Frust beschlossen hat, die Allgemeinheit einfach ungefragt mit seinen kreativen Ergüssen zu belästigen? Mit Sicherheit nicht. Wessen Arschloch sehen wir da? Dein eigenes, das deiner Mutter oder dass einer unbekannten Porno-Schönheit? Und warum das Anal-Bleaching? Tut das nicht weh? Verstehe ich nicht die Frage! Was hat denn deine Mutter damit zu tun? Meine Mutter wollte schon immer mal Modell stehen! Einige Zeit, nachdem ich gecheckt hatte, es geht auf den Stickern nicht um Äpfel, sprang mir ein weiterer Sticker ins Auge... violette Eier und ein Hodensack... und natürlich sah ich erstmal Pflaumen. Passiert diese Obstassoziation nur in meinem Kopf? Und wann kommt endlich eine Feigen-Muschi? Hehe, bei dir dreht sich ja alles um Obst! Also, ich hab nichts gegen Vagen, aber ist doch schön, dass deine Fantasie mit dir durchgeht. Erzähl mal … [Antwort zensiert] Nun mal weg von den Genitalien, hin zu dem, für was du als Street-Art-Fuzzi (gibt es einen Titel, den du selbst bevorzugst?) viel bekannter bist: die berühmten Steckdosen! Was möchtest du der Welt damit sagen? Ist es der Versuch, ein kollektives Bewusstsein für unsere technisierte Verschwendungssucht zu schaffen, bist du Elektriker oder stehst du einfach auf Löcher? Wenn wir alle unseren Strom abmelden und das Geld in einen Pott schmeißen, können wir alles in die Forschung stecken, um einen riesigen Hamster zu züchten, der in einem Riesenrad den Strom für uns produziert. Er kann auch Witze erzählen – dann, z.B. diesen: „ ‚Warum hast du denn auf deinem Helm eine Steckdose?‘ ‚Ja, stell dir mal vor, ich bin im Wald, will Holz machen und hab nur eine Elektrokettensäge dabei!‘“ Das ist Energie für die Hänger, Power für Pumper, Alufelgen für den GTI oder einen Aufkleber mit einer Steckdose drauf.

Die Steckdosen verleiten viele, zu glauben, du seist Stromausfall, ein anderer Street-Art-Fuzzi. Stört dich das, oder geht es dir am Arschloch vorbei? Ich kenne Stromausfall. Wer glaubt denn so was?! Stromausfall macht sehr schöne, kreative Siebdruck-Sticker. Und hör mir auf mit Streetartfuzzi, sonst erzähle ich überall rum, das Popoloch ist deins. Was wäre dir denn lieber? Hobby-Kleber oder doch lieber „Künstler“? Und: Mach doch, ich glaube mein Popoloch war nie unbehaarter und schöner als auf diesem Bild! Im Internet tauchen immer wieder empörte Kommentare über deinen Sexismus auf. In manchen Foren wird sich schlicht geweigert, über deine Arbeiten zu sprechen, weil du so eine chauvinistische Sau bist. Was, glaubst du, stößt den Leuten bei deinen Stickern auf? Das Entsetzen über das ungenierte Präsentieren von Genitalien, oder dass du deine Steckdosen auch mal zwischen die Beine eines Plakatmodels klebst? Fünf Antworten stehen zur Auswahl: 1) Guck dir Flipper an, wie er mit dem Flamingo spielt … 2) Wo steht das? 3) Warte mal, ich frag mal meine Frau. 4) Was passiert, wenn man H&M mit Zalando und Ikea kreuzt? Warte erstmal ab, wie die neuen Sticker ankommen: HornyGirls, Cat-Ass und ihre Gang. Ich halte es jetzt schon nichts mehr aus! Gibt es noch etwas, was du der Welt sagen möchtest? Alles für‘n Arsch :)

Anna Motz STECKDOSE gibt‘s auch auf Facebook

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Unwirkliche Realitäten

F O T O K U N S T

Die Bilder von Tina Winkhaus

Ich traf Tina Winkhaus einen Tag vor Ende ihrer Ausstellung „Unter Tage“ im Direktorenhaus in Berlin. Die Fenster waren geöffnet, und es fiel Licht auf die großen Bilder an den Wänden. Ein Schauspiel, das ich wohl als eine der ganz wenigen erleben durfte. Denn wochenlang waren die Ausstellungsräume, dem Titel der Serie angemessen, abgedunkelt. Zu sehen sind verschiedenste Szenarien, die ihren Platz unter Tage in einem Kohlebergwerk haben. Ich will gar nicht genauer beschreiben, was auf den Bildern zu sehen ist, aber bevor es zu Missverständnissen kommt, es handelt sich nicht um Arbeitszenen von Stollenarbeitern, sondern Szenen, die an barocke Gemälde erinnern. Tina Winkhaus ist Fotografin. Wobei das nicht so ganz zutrifft. Denn auch wenn man es ihnen nicht ansieht, bestehen ihre Bilder aus hunderten Layern, zusammenkomponiert zu einem schlüssig wirkenden Bild. Auch das hat mehr etwas von Malerei als von Fotografie, was zu den gemäldeähnlichen Motiven passt. Ihre Serien zeigen Zeitungs-inspirierte Bilder von Micheal Jackson mit Kindern, den Kannibalen von Rotenburg beim Hauptgang, groteske Kinderporträts mit PrinzessinnenKrone und Maschinengewehr. Irritierende Szenarien in tiefen Wäldern, denen man sich nur schwer entziehen kann. Meine erste Frage ist die nach der Bedeutung von Kindern für ihre Arbeit. Denn Kinder ziehen sich durch nahezu alle ihre Arbeiten. Erst schaut sie mich irritiert an, dann sagt sie „Ja, du hast Recht“ und lacht. Kinder seien einfach eine sehr pure und reine Form des Menschen, und das gar nicht im Sinne von unschuldig. Bilder von Kindern provozieren viel schneller Emotionen als Bilder von Erwachsenen. Das bekam sie vor allem bei ihren zwei Serien „Sorrow“ und „Eternal Sadness“ zu spüren, als sie massive Kritik für die vermeintlich übersexualisierten und gewaltverherrlichenden Porträts von Kindern bekam. Dabei ging es ihr vor allem darum, die Doppelmoral aufzuzeigen, mit der wir Kinder sehen. Das unschuldige und unberührte Kind einerseits – kleine Erwachsene wie Justin Bieber und Miley Cyrus andererseits. Und es geht viel mehr darum, Kinder zu schützen, indem man eben diese Doppelmoral aufzeigt. Natürlich sei ihre Kunst gesellschaftskritisch und zeige, wenn auch mit dem Stilmittel der Inszenierung verändert, Dinge aus der Realität, die ihr im Leben begegneten. Aber es gehe keinesfalls darum, Provokationskunst zu machen. Oft verstünde sie die Aufschreie der Medien und des Publikums zunächst gar nicht, da es zwar ihre Absicht ist, Dinge, auch Unangenehme, aufzuzeigen und den Betrachter zu berühren, aber nicht, mit Schock und Gewalt eine Reaktion zu provozieren. Trotzdem ist ihre Kunst alles andere als naiv.

Recht hat sie. Ihre Bilder sind alles, nur nicht naiv und blümerant. Trotzdem, und vielleicht macht auch das einen Teil des Reizes ihrer Bilder aus, haben alle eine gewisse Schönheit inne. Keine typische Schönheit, wie Film, Fernsehen und Magazine sie uns verkaufen. Diese Art von klassischer Schönheit irritiere sie viel mehr, als dass sie etwas damit anfangen könne. Lieber brüchige Unvollkommenheit als Hochglanz-Beauties. Das sieht man auch bei „Unter Tage“. Ohne den üblichen Klischees von Schönheit aufzusitzen, bringt jedes Bild dennoch eine bezaubernde Art der Ästhethik hervor. Und das, ohne in die Schublade „Ugly-Trash“ zu fallen. Schön ist, sagt sie, was Echtheit, Tiefe und Ausdruck besitzt, alles andere sei langweilig. Statt glänzender, blinkender und an Werbefotografie erinnernder Fotos zeigt Tina Winkhaus die Welt und ihre Schönheit, wie sie auch sein kann, real, ehrlich und dadurch auch nicht immer rosa glitzernd. Auch wenn die Bilder aus ihr heraus entstehen, so viel von ihr enthalten und auch als ihre Kunst gelten, arbeitet Tina Winkhaus mit einem Team aus Stylisten und Visagisten zusammen, die sie ebenso als Teil ihrer Bilder anerkennt. Eine Art der Zusammenarbeit, die sie sehr schätzt, wenn man dieselben Sterne sieht, sagt sie. Lange hat sie mit den selben Menschen gearbeitet, mittlerweile findet sie neuen Wind und vor allem auch die Arbeit alleine sehr spannend. Neue Projekte hat sie schon im Kopf - wie lange es braucht, bis sie gereift und entstanden sind, ist noch nicht abzusehen. Nur soviel, es wird um Pop gehen und somit logischerweise auch bunt sein. Zumindest bunter als „Unter Tage“. Wer die Gelegenheit hat, sich Fotografien von Tina Winkhaus einmal anzusehen, sollte die Chance auf keinen Fall verpassen. Unbedingt hingehen, betrachten, über den theoretischen Hintergrund, künstlerische Querverweise und Gesellschaftskritik nachdenken, oder sich einfach nur berühren lassen. Die Bilder werden in beiden Fällen bis nach Hause nachwirken.

Naive Kunst hat natürlich auch ihre Daseinsberechtigung, sagt sie, Hauptsache ich werde nicht damit verglichen, und lacht.

Anna Motz www.tinawinkhaus.de CREDITS

Bild oben: Foto: Tina Winkhaust, Make Up: Martin Turansky 2. Reihe links: Foto: Tina Winkhaust, Styling: Anja Schweinbenz, Make Up & Haare: Romulo Correa 2. Reihe rechts: Foto: Tina Winkhaust, Styling: Anja Schweinbenz, Make Up & Haare: Romulo Correa 3. Reihe links: Foto: Tina Winkhaust, Make Up, Haare: Romulo Correa 3. Reihe rechts: Foto: Tina Winkhaust, Make Up, Haare: Romulo Correa

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M I K E

F R I E D R I C H

„Berlin hat wenig mit Leichtigkeit zu tun“ Mike Friedrich ist ein echter Berliner. Eine Seltenheit in Deutschlands Hauptstadt. Vielleicht war es auch genau deshalb ein ganz besonderes Gespräch. Oder es lag an dem Friedhof, auf dem wir uns getroffen haben. Gleichgültig woran es lag, Mike ist ein besonderer Kerl und macht besondere Illustrationen und Designs. Die Chance, einen gebürtigen Berliner hier in Berlin zu treffen ist fast so groß wie die, der Riesenschildkröte „Lonesome George“ (das angeblich seltenste Tier der Welt) zu begegnen. Bevor also ein Wahlberliner deinen Platz einnimmt, erzähl uns bitte, wie du groß geworden bist. In Charlottenburg bin ich geboren und aufgewachsen. Aber ich wohne schon seit 2000 im Ost-Teil. Als ich damals nach Friedrichshain gezogen bin, vor elf Jahren, war Friedrichshain noch ein Kiez, wie Berlin es verspricht. Das war das totale Kontrastprogramm zu dem stockkonservativen Charlottenburg. Es hatte fast einen mediterranen Flair. Die Menschen chillten auf der Straße, und es fühlte sich wie Urlaub an. Jetzt sieht man dort massenhaft Junggesellenabschiede. Aber trotz Touristenprogramm und der endlosen Schwemme von Zugezogenen hat Berlin noch genug Ecken zu bieten, in denen man sich wohlfühlen kann. Nervt dich dieses „In-Bezirk-Nomaden-Getue“ in Berlin? Ja, das nervt mich tierisch. In ganz kurzer Zeit wird der Berliner Kiez weggemäht. Es geht mir nicht darum, dass an irgendwelchen Plätzen Punks rumhängen sollen. Es geht um den alten Stadtkern, den Berlin geboten hat. Heute werden die Würfel jedes Jahr aufs Neue gemischt, und keiner weiß, wo der nächste Kiez aufkommt. Ich fühle mich als Berliner irgendwie nicht mehr heimisch. Wie kam es zu deiner Entscheidung, Illustrator zu werden? Ich habe als Kind schon gezeichnet, aber meine Eltern waren nicht so drauf, dass sie das Zeichnen unterstützt haben oder es fördern wollten. Eher im Gegenteil. Sie wollten, dass ich etwas „solides“ mache. Also bin ich erst mal in eine ganz andere Richtung gegangen und habe das Zeichnen nur als Hobby gesehen. Und um mir etwas Taschengeld dazuzuverdienen, habe ich für Berliner Studios Tattoovorlagen gezeichnet. Damals hätte ich niemals darüber nachgedacht, dass „so etwas“ ein ernsthafter Beruf für mich sein könnte.

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Was war dann dein erster ernsthafter Beruf? Ich habe eine Ausbildung in einer Rentenversicherung gemacht. [Einwurf der Redaktion: hihihihihihihi....äh... ja!] Aber ich habe immer gemerkt, dass diese Ausbildung nicht das Richtige für mich ist. Das Feedback, das über meine Freunde hinausging, war damals sehr groß, und viele fanden, das ich da „geilen Scheiß“ mache. Als ich dann merkte, dass ich damit die eine oder andere Mark verdienen konnte, entschloss ich mich, nochmal zur Schule zu gehen. Ich ging auf eine Akademie namens Pixelapostel und studierte Grafikdesign - ja so hiess das damals noch. Konntest du nach der Schule direkt als Freelancer arbeiten? Nein, das nicht. Ich habe Workshops für die Deutsche Telekom gegeben. Allerdings nur halbtags, um mir Spielraum zu lassen, um dorthin zu finden, wo ich hin wollte. Dazu gehörte damals mein Label siXsiXsiX. 666? Wie der Teufel? Nein, das überhaupt nicht. Ich komme eher aus der Fantasy Ecke. Mit Gothic hat das nichts zu tun. Zwar glänzen meine Motive nicht durch Freude oder Optimismus, aber das hat einen anderen Grund. Ich war als Kind schon sehr nachdenklich. Ich habe immer viel nachgedacht und Zeit gesucht, um alleine zu sein. Energie geht immer von aggressiven Dingen aus. Das gilt auch für meine Bilder. Meiner Meinung nach kann man das gut an Comichelden sehen. Die guten sehen immer affig aus. Mein Partner und guter Freund Timrobot ist das genaue Gegenteil. Der arbeitet sehr reduziert und bekommt mit wenigen Strichen eine Zeichnung hin, die die Menschen zum Lächeln bringt. Mache ich PUNKT PUNKT KOMMA STRICH, sieht es nur konstruiert aus, und es würde niemanden zum Lächeln bringen. Ich schocke eher, als dass ich Herzen erwärme. Mit dem Label siXsiXsiX hast du dir einen Namen in der T-Shirt Branche gemacht. Und du bist heute mit dem Namen Mike Friedrich in der Szene bekannt. Wir möchten behaupten, jeder hat schon mal ein T-Shirt mit deinem Aufdruck gesehen. Wie kam es zu deinem Erfolg?


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„Berlin hat wenig mit Leichtigkeit zu tun“

Irgendwann kam die Firma Spreadshirt auf mich zu und fragte, ob ich einen Laden für sie gestalten möchte. Sie wollten einen Stylo-Laden in Berlin eröffnen, und ich habe den Laden gestaltet und diesen auch noch geführt. Dann kam ich zu LaFraise. Das ist Europas größter fortlaufender Wettbewerb für Grafik- und Design-T-Shirts und Kapuzenpullis. Dort habe ich als Art Director gearbeitet, nebenher weiter als Freelancer an eigenen Projekten. An T-Shirt Design Contests habe ich regelmäßig teilgenommen. In den vergangenen Jahren habe ich viele davon gewonnen. Unter anderem bei Design bi Humans, A Beter tomorrow und vielen anderen. Diese Plattformen sind für Freelancer das ideale Marketing-Tool. Nirgends sonst kann man so viele Jobs generieren wie dort. Wenn du das Ding dann auch noch gewinnst, dein Shirt zigmal gedruckt wird und du die Siegerprämie bekommst, kannst du mit Contests wie diesem gutes Geld verdienen. Würdest du heute alles noch einmal genauso machen? Oder bereust du etwas? Nein, ich bereue NICHTS. Ich durfte für viele interessante Kunden tolle Projekte machen. Im Moment arbeite ich an einem Projekt für Warner Brothers in Kalifornien. Außerdem habe ich einen Auftrag am Start, über den ich noch nicht reden darf. Es ist aber eins der Dinge, die ich mir immer mal zu machen gewünscht hab. Würdest du sagen, du hast vieles, um nicht zu sagen ALLES erreicht, was du dir damals vorgestellt hast? Ich würde sagen, im Laufe der Jahre merkt man immer mehr, dass es das gar nicht gibt, dieses „geschafft-Haben“. Jeder Erfolg bringt neuen Hunger mit sich und neuen Anspruch. Es ist eher eine endlose Reise. Aber ich bin sicher sehr froh und stolz darauf, was ich in den vergangenen zehn Jahren erreicht hab. Ein paar Träume sind für mich in Erfüllung gegangen. Erklär uns bitte, wie ein Bild entsteht. Das ist ganz unterschiedlich. Effizienzbedingt arbeite ich viel mit dem Rechner, weil eben alles schneller geht. Aber am liebsten arbeite ich analog. Ich ziehe Stift und Papier dem Rechner vor. Ich kann aber nicht bei jeder Idee, die ich habe, vier Tage zeichnen, scannen und wieder zeichnen und wieder scannen. Das würde alles zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

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Bei all der Kreativität bleibt oft das Organisatorische auf der Strecke. Hast du jemanden, der für dich deinen Terminkalender führt oder deinen Facebook-Account betreibt? Nein. Ich gebe ungern Sachen aus der Hand, die mit meinem „Personenkult“ zu tun haben. Etwas anderes betreibst du im Prinzip nicht. Man macht im Laufe der Jahre seinen Stil zur Marke, und genau diese möchten die Leute kaufen. Ich würde schon Bauchschmerzen bekommen, wenn ein Praktikant für mich eine Mail schreiben würde. Dass ich alles selbst manage, liegt aber auch daran, dass ich nicht nur die Arbeit des Designers oder Grafikers kenne. In der Position als Art Director bekomme ich Designs und muss den Weg danach mit dem Entwurf gehen. Für viele Illustratoren und Designer hört die Arbeit auf, wenn ihr Bild fertig ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass in Deutschlands Schubladen und Festplatten noch sehr viel Zeug schlummert. Ich war schon immer der Meinung, dass die Arbeit aus 50% das Produkt zu schaffen und 50% das Produkt an den Mann zu bringen besteht. Im Moment arbeitest du bei Pro7/Sat1 als Art Director. Wie sieht dort dein Arbeitsbereich aus? Ich habe ein Grafikteam, das mit mir für den kompletten Screen-Bereich von myvideo verantwortlich ist. Auch wenn ich dort vollkommen involviert bin, war es mir wichtig, noch genügend Zeit für meine anderen Projekte zu haben. Ich könnte niemals damit aufhören, was mich ausmacht, und das ist MIKE FREIDRICH ILLUSTRATIONEN UND DESIGN. In Berlin herrscht das Phänomen der ewigen Praktikanten. Gerne werden auch „Wechselgeschäfte“ angeboten. Frei nach dem Motto: Eine Hand wäscht die andere. Nur leider zahlt die gewaschene Hand nicht deine Miete. Kennst du das auch? Selbstverständlich. Wir arbeiten nur, indem wir gegenseitig für uns arbeiten. Genauso lebt Berlin. Das hat mir vor Jahren meine Arbeit ein bisschen madig gemacht hat. Ich wollte nicht einen permanenten Existenzkampf führen. Deshalb habe ich darauf geachtet, nicht abhängig von der Stadt zu sein. Mein Job ist sehr dankbar, und ich kann mit einer Internetverbindung und meinen Dateien überall auf dieser Welt arbeiten. Gedankengut oder auch Kreativgut wird heute am billigsten produziert und am teuersten verkauft. Etwas Gutes in diesem


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„Berlin hat wenig mit Leichtigkeit zu tun“

Bereich zu schaffen, ist ein schwerer Prozess. Und gerade heute, wo es schon alles Gute gibt, ist es schwerer, einen Kunden von seinem Werk zu überzeugen, weil 50 andere sagen: „Hallo! Ich hab hier auch ne gute Illustration!“ Berlin ist die Stadt der dicken Portfolios und unzähligen Referenzen. Aber ich bin sicher, dass sich das regulieren wird. Die Stadt wird wieder Abwanderung erfahren. Und ich habe auch schon das Gefühl, das der größte Hype um Berlin abnimmt. Ist für dich dieser Hype auch vorbei? Oder glaubst du, dass du diese Stadt als kreative Inspiration benötigst? Ich zieh nicht mehr alles aus der Stadt. Was ich an Kreativität benötige, hole ich mir aus selbst gewählten Wegen. Das ist zum großen Teil das Internet. Das heißt, was ich wirklich mag, kann ich übers Internet erreichen. Das, was mir in meiner Stadt gezeigt wird, nehme ich natürlich auf, aber ich merke, dass ich von Berlin total übersättigt bin. Das, was ich jeden Tag im Internet aufnehmen kann, beansprucht mich schon sehr, und ich muss nicht immerzu durch die Straßen laufen und nach etwas suchen, was mich inspiriert. Ich möchte, dass meine Arbeiten in Erinnerung bleiben und die Menschen nicht daran vorbei huschen, es kurz registrieren, cool finden und es dann wieder innerhalb der nächsten drei Sekunden vergessen haben. Und da ich diesen Anspruch an alle Menschen habe, kann ich mich auch nicht so verhalten. Ich suche mir also gezielt Plattformen und lasse mich davon bewusst inspirieren. Zum Beispiel Behance Network. Dort sammeln sich weltweit die Top-Kreativen und präsentieren ihre Arbeiten, was teilweise erfolgreiche Kampagnen sind. Ich kann mir das dort in Ruhe gebündelt ansehen, was mein Interesse befriedigt.

Eine Funktionalität, die dir im Job und im Leben generell oft abverlangt wird. Eine Reihe mit viel Tiefgang. Wenn ich mit ca. 25 Bildern fertig bin, gehe ich mit diesen hausieren und suche nach einer Galerie, die das Konzept in ihren Räumen verwirklichen kann. Leider ist das nicht mehr der normale Ablauf. Heutzutage jagt eine Vernissage die andere, und jeder will nur noch Geld verdienen. Aber was sehe ich dann in diesen Galerien? Ein Potpourri des Künstlers. Es sind keine Themen mehr, die durch die ganze Reihe führen. Das ist für mich nicht der Sinn einer Ausstellung. Und was würdest du heute noch als einen Traum für dich als Illustrator und Designer bezeichnen? Toll wäre es, irgendwann ein MIKE FRIEDRICH Buch in den Händen zu halten mit all meinem Zeug drin. Mit einem vernünftigen Verlag zusammen. Und die andere Sache ist diese „Sad Harlequins“ Ausstellung. Es wäre super, eine komplette Reihe zu haben, mit der ich auch ins Ausland könnte, um sie zu präsentieren. Ein zusammenhängendes Konzept. Was nicht direkt etwas mit meiner Arbeit als Illustrator zu tun hat, mir aber trotzdem sehr wichtig wäre, ist, dass ich irgendwann mal genug Energie habe, um den weißen Hai den Menschen von einer anderen Seite zu zeigen. Ich habe mir schon als Kind alles reingezogen, was mit diesem Tier zu tun hat. Mir war aber noch nie klar, warum der Hai immer als etwas dargestellt wurde, vor dem jeder Mensch Angst haben musste. Das habe ich selbst an mir gemerkt und trotzdem nie verstanden. Aber irgendwann wurde mir klar, dass dieses angeblich blutrünstige und gemeine Tier immer nur einseitig beleuchtet wurde. Was ist die Folge? Es gibt dieses Tier fast nicht mehr. Ich hätte gern die Möglichkeit, durch die Audience, die ich habe, dieses Tier von einer anderen Seite zu zeigen.

Was steht in nächster Zeit für MIKE FRIEDRICH an? Danke Mike! In erster Linie nehme ich in diesem Jahr nicht an Vernissagen in dem Maße reaktionär teil, wie es im Moment in Berlin passiert. Mir geht das richtig auf die Nerven. Die kleinste Galerie verlangt von dir, dass du bis zur nächsten Woche mal eben schnell was malst. Eine Ausstellung funktioniert in meinem Verständnis aber genau anders herum. „Sad Harlequins“ nennt sich mein neues Thema. Eine Character-Reihe die genau das widerspiegelt, was für mich in dieser Stadt und in meinem Leben passiert. Ein Harlekin, der dir den ganzen Tag ins Gesicht lacht, weil es sein Job ist.

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Es war ein besonderes Interview, an einem besonderen Ort, mit einem besonderen Ergebnis. Besonders!

Coco


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LEAZ K I S U

M

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Crowdfunding

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Elektronisches auf zarten Pfoten

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Indie-Pop am Morgen danach

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Musik

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Crowdfunding

C R O W D F U N D I N G

Schwarmintelligenz statt Plattenboss-Diktat? Wer an Demokratie glaubt, müsste auch dem Statement zustimmen: „Was viele zusammen entscheiden ist besser als das Diktat eines Einzelnen.“ Unter dem Stichwort „Crowdfunding“ werden in der Kulturindustrie gerade interessante Experimente in diese Richtung unternommen: Funktioniert es, wenn Fans und Musikliebhaber statt Plattenbossen und A&R-Leuten bestimmen, welches Bandprojekt förderungswürdig ist? Die Idee Fan-finanzierter Musikprojekte ist Grundlage der Internetplattform www.sellaband.com. Das Prinzip: Eine Band stellt ein geplantes Projekt vor, das sie finanzieren möchte – z.B. eine Albumproduktion. Auf ihrem SellaBandProfil schlüsseln die Musiker auf, wie viel Geld benötigt wird und was genau davon bezahlt werden soll – Studiokosten, Anreise, Unterkunft, Gastmusiker-Gagen, Artwork, Promotion usw. - und präsentieren das Projekt, z.B. indem sie Videos, Proberaumaufnahmen oder Demosongs online stellen. Die Fans, die bei SellaBand „Believer“ genannt werden, haben dann die Möglichkeit, sogenannte „Parts“ (meistens für 10 €) zu kaufen. Ein Believer kann dabei so viele Parts kaufen, wie er möchte. Die Band entscheidet, was die Fans für ihre Investition bekommen, wenn das Projekt erfolgreich finanziert ist. Wir lassen uns das Konzept von Tobias Lorenz, Country Manager für den deutschsprachigen Raum, näher erklären. Tobias: Wenn die Band ihr Projekt umsetzen kann, bekommen die Believer verschiedene Sachen zurück, je nachdem, wie viele Parts sie gekauft haben. Beispielsweise für 10 € gibt’s die CD als Download, für 20 € eine Limited Edition, für 50 € die Limited Edition der CD plus ein limitiertes T-Shirt oder den Namen des Believers im Booklet... Da sind der Kreativität der Musiker keine Grenzen gesetzt. Das können auch Backstage-Pässe, eine Woche mit auf Tour, Studiobesuche und Wohnzimmerkonzerte bis hin zu richtigen Fan-Items wie Instrumente der Band sein. „The Jeffersons“, das sind zwei Countrymusiker aus Kanada, haben einem Believer ab einer bestimmten Investitionssumme angeboten, mit ins Studio zu kommen und bei einem Song im Background mitzusingen. Außerdem ist es möglich, dass die Bands ihre Fans an den Verkaufserlösen beteiligen. SellaBand stellt dafür die Plattform und gibt Fans und Bands viele Social

Media-Features an die Hand. Man kann nicht nur Songs, Fotos und Videos hochladen, wir setzen auch auf eine aktive Community, in der Fans und Musiker miteinander kommunizieren können. Was war das teuerste Projekt, das bisher auf SellaBand verwirklicht worden ist? Das waren Public Enemy, die letzten November 75000 $ eingesammelt haben. Die gehen davon diesen Sommer ins Studio. Eine Künstlerin aus Holland, „Hind“, hat 40000 € in elf Tagen eingesammelt. Das Album war super erfolgreich und ist in Holland auf Platz acht in den Charts eingestiegen. „Hind“ hat dann nochmal 24000 € für eine Marketingkampagne mit Videodreh und so weiter eingesammelt. Ihre beiden Projekte zusammen waren also 64000 € schwer. Auf dem SellaBand-Profil von Public Enemy ist zu lesen, dass die Band zuerst 250000 $ zusammenbekommen wollte, dann aber davon abgerückt ist und auf die deutlich niedrigere Summe von 75000 $ runtergegangen ist. Fehlen da noch Erfahrungswerte mit Crowdfunding? Prinzipiell steckt das ganze Crowdfunding-Konzept noch in den Kinderschuhen. Zudem braucht man 2011 auch keine 250000 $ mehr für eine Albumproduktion. Public Enemy hatten das Ziel wahrscheinlich schon zu hoch gesteckt. Die hätten das irgendwann sicherlich noch erreicht, aber am Ende hat man auch gemerkt, dass das Album, das die planen, auch für deutlich weniger zu machen ist. Letztendlich war es der Band dann irgendwann wichtig, schnellstmöglich nach der Tour ins Studio zu kommen, und deshalb haben sie das Ziel gesenkt.

MY FIRST ROBOT

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C R O W D F U N D I N G

Habt ihr ein eigenes Netzwerk an Promotern, Bookern, Presswerken und so, um die Künstler zu unterstützen, die bei euch ihre Projekte verwirklichen? Grundsätzlich ist es erstmal so, dass die Künstler alle Rechte selber behalten, aber wir haben eine Infrastruktur geschaffen, die es den Künstlern ermöglicht, zu veröffentlichen und alles umzusetzen, was sie sich vorgestellt haben. Wir arbeiten beispielsweise mit Four Manufacturing als Presswerk, Lager und Distributor zusammen. Die pressen für uns die CDs, auch die Limited Editions, und übernehmen den Versand an die Believer in aller Welt. Im Digitalbereich kooperieren wir mit Believe Digital, wo die Künstler ihre Musik an alle Downloadshops liefern können. In unserer Software ist auch integriert, dass die Einnahmen automatisch abgerechnet werden und gegebenenfalls anteilig an die Believer, die Parts gekauft haben, weitergeleitet werden. Wir haben außerdem ein Netzwerk aus Produzenten und Studios, auf die die Künstler bei Bedarf zurückgreifen können. Die Rechte bleiben also beim Künstler? Es ist z.B. möglich, nach der erfolgreichen Finanzierung eines Albums auf SellaBand das fertige Produkt dann trotzdem auf iTunes zu vermarkten? Ja, auf jeden Fall! Wir sehen uns als Teil der Musikindustrie, nicht als Konkurrenz. Eine Band, die es bei uns schafft, mehrere tausend Euro einzusammeln und eine große Zahl Fans zu mobilisieren, die ist eben auch total interessant für die Musikindustrie. Für eine Plattenfirma gibt es ja nichts Besseres, als ein Album zu veröffentlichen, das bereits über SellaBand finanziert ist, weil dann das Risiko deutlich geringer ist. Dann kann das ganze Budget für Marketing und Promotion eingesetzt werden. Grundsätzlich steht es den Künstlern frei, ob sie ihr Album in Eigenregie veröffentlichen, ein eigenes Label gründen oder zu einer Plattenfirma gehen. Wir hatten alle Varianten schon. Julia Marcell z.B. hat in Deutschland bei Groove Attack einen Vertrag bekommen. Electric Eel Shock sind bei Universal rausgekommen.

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Im Vorfeld hatte ich den Eindruck bekommen, dass ihr euch als Alternative zur klassischen Musikindustrie versteht. Aber es ist eher eine kooperative Geschichte? Genau. Aber wir sehen das schon so, dass durch unser Konzept nicht mehr nur ein Mensch in einer Plattenfirma entscheidet und sagt: „Wir wissen, was du hören willst!“, sondern dass ganz viele Menschen zusammen die Möglichkeit haben, zu bestimmen, was am Ende gehört wird. Der ganze A&R-Prozess, der in einer Plattenfirma von ein, zwei Entscheidern getragen wird, wird bei uns an die Menschen zurückgegeben. Die Intelligenz der Masse sozusagen. Wie finanziert ihr euch? Wir bekommen eine Transaktionsgebühr von 10%. Das heißt, wenn du einen Part für 10 € kaufst, bezahlst du 11 €, und der eine Euro geht als Gebühr an uns. Und wenn ein Projekt das Ziel erreicht, bekommen wir von der Summe nochmal 15% Erfolgshonorar, von dem wir aber auch im Nachgang das Projekt mit betreuen. Wir nehmen mit den Künstlern Kontakt auf, sobald das Ziel erreicht ist, und erstellen zusammen einen Finanzplan, einen Zeitplan und einen Releaseplan. Wir kontrollieren dadurch auch, dass das Geld dafür eingesetzt wird, was den Believern angekündigt wurde, und dass es nicht stattdessen für kreative Songwritig-Sessions auf den Bahamas verwendet wird oder so. Gibt es im Moment vielversprechende Projekte auf SellaBand, für die noch Believer gesucht werden? Besonders interessant finde ich im Augenblick „John Coffey“, eine niederländische Hardrock/Punk‘n‘Roll-Band á la Motörhead, „Lauter Leben“ aus Deutschland, die machen Indierock mit deutschen Texten, und „Unbuttoned Heart“, auch aus Deutschland, die sind im Alternative Rock unterwegs. Alles drei spannende Projekte!


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MY FIRST ROBOT

Die Alternative-Rock Newcomerband „My First Robot“ aus Trier hat Anfang dieses Jahres erfolgreich 6000 € für die Produktion ihres ersten Albums auf SellaBand eingesammelt. Wir sprachen mit Sänger Jimmy über seine Erfahrungen mit dem Crowdfunding-Modell. Ihr habt Anfang diesen Jahres euer erstes Album erfolgreich durch SellaBand vorfinanziert. Lässt sich schon absehen, ob sich das gelohnt hat? Jimmy: Auf jeden Fall ist es gut, schon mal eine Rückmeldung von der Community zu bekommen, dass Interesse an unserer Musik da ist. Dazu kommt natürlich, dass es eine finanzielle Entlastung ist, wenn klar ist, du hast den größten Teil der Kosten schon vor der Produktion gestemmt, weil du schon weißt, dass du Alben verkauft hast. Die Leute investieren ja in etwas, das noch gar nicht existiert. Das motiviert natürlich sehr, wenn Leute mit Spannung verfolgen, was am Ende herauskommt.

Könnt ihr euch vorstellen, nach dem Projekt nochmal mit SellaBand zusammenzuarbeiten, oder ist das eine einmalige Starthilfe-Aktion für euch gewesen? Ich kann mir das auf jeden Fall vorstellen. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht, es gibt nichts, was von unserer Seite dagegen sprechen würde.

Hattet ihr am Anfang eine Wartephase, nachdem ihr euer Projekt auf die Seite gestellt habt, oder ging das sofort los, dass Leute bei euch investiert haben? Die ersten drei, vier Monate ist erstmal wenig passiert. Da waren wir dann immer so bei 5%, 7%. Und irgendwann hatten wir dann plötzlich 30, 40%, das ging dann auf einmal plötzlich relativ schnell.

Radiohead und Nine Inch Nails sind zwei prominente Beispiele für große Bands, die ihre Alben online verschenken. Was hältst du von dem Konzept? Zum einen: wir sind nicht Radiohead. Die haben natürlich eine ganz andere Basis. Wenn die ihr Album „In Rainbows“ umsonst rausbringen, wissen die, dass sie allein dadurch genug Aufmerksamkeit erzeugen, um zu garantieren, dass nach dem CD-Release auch nochmal genug Exemplare ganz normal verkauft werden. Eine legendäre Band wie Radiohead kann sowas machen. Als neue, relativ unbekannte Band hast du die Möglichkeit einfach nicht. Ohne Einnahmen können wir unsere Produktionskosten nicht decken, so einfach ist das.

Weißt du, warum das plötzlich so kam? Habt ihr viel live gespielt und promoted? Das waren wohl mehrere Sachen. Wir haben mehr Lieder auf die Seite gestellt, SellaBand hat online Bannerwerbung für uns gemacht, und wir haben bei einem Wettbewerb von Sellaband mitgemacht, bei dem es um einen Auftritt bei „Rocken Am Brocken“ im Hartz ging. Da sind wir im Zweikampf gegen eine holländische Band angetreten, „So What“. Wir haben zwar knapp verloren, aber das hat uns natürlich trotzdem einen Bekanntheitsschub gegeben.

Aber ihr verschenkt bei euren Liveauftritten gerne CDs, wie auf eurer Seite zu lesen ist – wie passt das zusammen? Das ist ein bisschen was anderes. Wir haben bei fast allen Auftritten vorher exklusiv ein kleines Demo zusammengestellt, das dann an die ersten 50 Gäste verschenkt wurde. Je fünf, sechs Songs, manchmal auch Remixe unserer Sachen. Jedes dieser Live-Demos ist ein bisschen anders und hat auch ein anderes Coverartwork. Uns ging es dabei darum, das Einmalige von einem Liveauftritt mit einer einmaligen CD zu verknüpfen, um an den Abend zu erinnern.

Daniel S.

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Elektronisches auf zarten Pfoten

I N T E R V I E W

Hat die Frucht vom Baum des Songwriter-Pop gekostet: Ada

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Ein Umzug vom Großstudio ins heimische Wohnzimmer, Lust auf Obstgarten-Gigs, Kopfhörer-Konzerte und akustische Instrumente: Die spröde Elektro-Einsiedlerin Michaela Dippel alias Ada entwickelt auf ihrem zweiten Album „Meine zarten Pfoten“ einen intimen, zurückgezogenen und teils sehr Song-orientierten Zugang zur elektronischen Musik, der den Hörer einlädt, sich dazuzusetzen und sich in Adas feingliedrige Klang- und Gefühlswelten hineinziehen zu lassen. SLEAZE: Dein neues Album erscheint auf DJ Kozes Label „Pampa Records“. Hast du das Gefühl, auf ein Techno-Label zu passen? Mit „Meine zarten Pfoten“ entfernst du dich ja eher von der elektronischen Musik. Ada: Im ersten, dem jüngeren Teil des Albums habe ich eher akustische als elektronische Instrumente eingesetzt, was aber keine bewusste Entscheidung war, sondern ein langsamer Prozess – zuerst aus der Not heraus, dass einige Instrumente nicht richtig funktionierten, dann aus der Freude am Klang der organischen Sounds. Das meiste habe ich über Kopfhörer produziert und dabei sehr deutlich gemerkt, was ich klanglich als angenehm empfinde und was nicht. Das heißt aber nicht, dass ich einer 4/4 Kickdrum nichts mehr abgewinnen kann. Gerade habe ich zwei Produktionen mit eben dieser auf Areal Records veröffentlicht, weitere auf meinem Sublabel IRR werden folgen. Für „Meine zarten Pfoten“ kann ich mir aber kein besseres Zuhause als Pampa Records vorstellen. Den pinken Esel auf dem Cover hat Koze gemalt – wie kam es dazu? Wenn ich mir seine Bilder anschaue, würde ich sagen, er ist Maler mit besonderer musikalischer Begabung. Hast du bei den Aufnahmen das SolokünstlerinDing komplett durchgezogen, also sind alle Klänge und Stimmen, die man hört, von dir gespielt, gesungen, programmiert? Oder hast du andere Musiker eingeladen? „The Jazz Singer“ von No Kids ist der einzige Remix auf meinem Album. Gastmusiker sind außerdem Cosmic Dj, Coyokita und Dj Koze. Holst du dir während der Arbeit an deinen Tracks Feedback von anderen, oder entsteht deine Musik ganz alleine im stillen Kämmerlein? An meiner Musik arbeite ich immer allein. Es gibt einen kleinen Kolleg(inn)enkreis, mit dem ich mich über meine Musik austausche. Wir schicken uns neue Stücke oder reden beim Stammtisch einmal die Woche darüber, was wir neues gemacht haben. Wie hat man sich einen Ada-Liveauftritt vorzustellen? Nur du, ein Mikro und eine Laptop? Oder großes Symphonieorchester plus Kinderchor? In den Live-Shows wird wahrscheinlich ein Freund mit mir singen. Für die ruhigeren Stücke werden sicher auch Gitarre und Percussions zum Einsatz kommen. Einige Kopfhörer-Konzerte sind auch schon in Planung.

Wie stellst du dir das perfekte Publikum vor? Tanzend im Stroboskoplicht oder auf dem Sofa sitzend und zuhörend? Oder noch anders? Wichtig ist die Nähe zum Publikum. In großen Clubs ist es nicht immer möglich, dem Publikum nahe zu sein, dann versuche ich Nähe durch die Musik zu erzeugen, die ich spiele. Was war bisher dein schönstes live-Erlebnis als Musikerin? Der Auftritt in einem Obstgarten bei Hamburg war ein unvergessliches Erlebnis. Man konnte sich während des Auflegens Äpfel vom Baum pflücken. „Meine zarten Pfoten“ ist ziemlich schwer einzuordnen. Da sind sanfte Popsongs im weitesten Sinne drauf genau wie klassische Elektrotracks. Beim ersten Hören ging es mir so, dass ich nach dem ersten Stück „Faith“ so angefixt von deinem Gesang war, dass ich erst mal enttäuscht war, dass auf dem Album sonst gar nicht sooo viel gesungen wird. Kannst du das nachvollziehen? Ist das eine bewusste Entscheidung, mit Erwartungshaltungen zu spielen, oder kam die Mischung zufällig zustande? In fast jedem meiner Stücke findet sich meine Stimme, aber man muss eben sehr genau hinhören. In „At the Gate“ zum Beispiel ist sie der Bass. The Jazz Singer ist als einziges ein Remix. Hier singt Marissa Johnson von der Band „No Kids“. Warum ist der Track namens „Intro“ mitten auf dem Album drauf? Der zweite Teil des Albums entstand zuerst. Der jüngere erste Teil entstand, nachdem ich von meinem großen Kölner Studio, das ich mir mit Coma und Heiko Voss geteilt habe, in mein Wohnzimmer-Studio umgezogen bin. Nachdem die neuen Stücke fertig waren, habe ich das Album komplett umgestellt – das Intro ist somit das erste Stück des älteren Teils. Wie entsteht ein Ada-Song, gibt es da ein Schema? Ist erst eine Idee in deinem Kopf, die du dann umsetzt, oder jammst du einfach drauf los und schaust, was passiert? Es ist immer ein längerer Prozess. Bevor ich die erste Note aufschreibe oder ein Sample bearbeite, passiert ziemlich viel. Ich lasse mir einige Zeit für das Nachdenken über die Idee des Stückes, seine Form, seine Stimmung, Instrumentierung, Farbe. Wenn diese Sachen für mich klar sind - es können Wochen und Monate vergehen, dabei schreibe ich ein anderes Stück - und ich mit dem vorherigen fertig bin, fange ich an, den Anfang zu suchen.

Die ersten Töne, Harmonien, Klangfarben. Dann arbeite ich Wochen oder Monate lang an dem Stück, und in einem gewissen Moment fange ich an, über das nächste Stück nachzudenken... Die Situation wiederholt sich. Wie bist du zum Musikmachen gekommen? Klavierunterricht schon als Grundschülerin – oder Quereinsteigerin? Ich habe zuerst Akkordeon gespielt, da muss ich ungefähr acht Jahre alt gewesen sein. Mit zwölf oder dreizehn bekam ich dann Orgel-Unterricht bei einem Alleinunterhalter. Als ich vierzehn wurde, hat mir mein Vater eine Akustik-Gitarre geschenkt, auf der ich heute noch spiele. Das Gitarrespielen habe ich mir überwiegend selber nach Gehör beigebracht. Einige Jahre später bekam ich Gesangsunterricht von einer JazzSängerin, die mich funktionales Stimmtraining lehrte – also effizientes, unangestrengtes Einsetzen der Stimme – keine klassische Ausbildung. Erst mit ca. 28 entdeckte ich meine Liebe zur elektronischen Musik und begann, an meinem Korg-Electribe-Sampler zu üben. Im Augenblick ist es bei jungen urbanen Eltern ziemlich angesagt, ihren Nachwuchs schon im Kindergartenalter mit musikalischer Früherziehung, Suzuki-Methode und Yoga auf kreativ und unabhängig zu polen – glaubst du, das ist eine gute Idee? Kann man Kreativität züchten? Kleinkinder zum Unterricht zu schicken – sei es nun Klavier, Violine oder Schlagzeug – und somit früh eine bestimmte musikalische Richtung vorzugeben, halte ich für keine gute Idee. Was nützt es einem Kind, wenn es zehn Jahre lang das gleiche Instrument spielt und später entdeckt, dass ganz andere Vorlieben und Talente in ihm schlummern? Wenn zu Hause viel musiziert oder Musik gehört wird, wird das Kind sicher von sich aus Interesse an der Musik zeigen. Wenn nicht, wird es eine Flöte vielleicht nicht von einem Hammer unterscheiden können. Das zweite Kind wird es dann viel schwerer haben als das erste und womöglich noch unter Erfolgsdruck leiden.

Daniel S.

„Meine zarten Pfoten“ Pampa Records (rough trade)

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I N T E R V I E W

Indie-Pop am Morgen danach „The Morning After“ aus Gießen und Berlin stellen dieser Tage ihr Debütalbum „I Said Something. You Said Something.“ vor, eine Platte voller Spannungen aus augenzwinkerndem Disco, Rock und melancholischem Pop. SLEAZE sprach mit Sänger Nils Hartung über wichtige Widersprüche und DIY-Musik. SLEAZE: Musiker mögen diese Frage meistens nicht – ich stelle sie trotzdem gleich vorne weg: Was für Musik macht ihr? Wie würdest du euer Genre bezeichnen? Nils: Ich denke, wir fühlen uns mit dem Begriff Indie-Pop recht wohl. Klingt erstmal plausibel. Aber wie passt das zusammen - „Indie“ wie „independent – unabhängig“, aber mit dem Anspruch „Pop“, also populär zu sein? Ist das nicht in sich widersprüchlich? Ich verstehe Indie-Pop eher als eine musikalische Marschroute. Der Pop-Begriff steht dabei für einen Fokus auf Melodien und Refrains. Was aber nicht heißt, dass dieser Fokus über allem steht. Vielmehr gibt uns die Schublade „Indie“ die Möglichkeit, eine Pop-Attitüde zum einen zu bedienen, zum anderen auch mit ihr zu brechen. Es ist ein Widerspruch. [lacht] Ihr habt euer Album komplett alleine aufgenommen und gemischt. Braucht man als Band mit einigermaßen Technikausstattung und KnowHow heutzutage noch ein Tonstudio? Ich denke, dass die heutige Aufnahmetechnik so weit fortgeschritten ist, dass man schon in seinem Kämmerchen ganz fantastische Aufnahmen

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produzieren kann. Ich bemesse die Qualität eines Songs nicht unbedingt daran, welche Mittel zur Aufnahme eingesetzt wurden - solange ich einen emotionalen Zugang finden kann. In Sachen Soundqualität gibt es bei solchen Produktionen aber natürlich auch Grenzen - die nicht zu überhören sind. Mit einem dickeren Budget wärt ihr demnach ins Studio gegangen? Dann hätten wir uns sicherlich mehr Hilfestellungen leisten können. Aber ein Studioaufenthalt ist absolut kein Muss. Wie entstehen eure Songs? Steht am Anfang eine Idee oder ein Text, oder jammt ihr? Das ist ganz unterschiedlich. Bei dem Song „You‘re so Disco“ z.B. hatte ich zunächst einmal diesen merkwürdigen Slogan im Kopf, von dem ich nicht wusste, was er überhaupt bedeuten soll. Der Song entstand dann aus dieser skurrilen Idee heraus. Aber es gibt auch Songs, bei denen ist es umgekehrt. Da hast du seit Jahren diese eine Melodie in der Schublade, aber die Worte wollen nicht passen.

Bei eurer Single „You‘re so Disco“ heißt es: „I suck – and you‘re so Disco“ - ist das ein Abgesang auf die Disco? Oder Kokettiererei mit Außenseitertum? Seid ihr Partynasen oder Zuhausebleiber? Wie gesagt - ich habe bis heute selbst nicht verstanden, was dieses Disco-Sein eigentlich bedeuten soll. Für mich geht es dabei um ein großes Spektrum von Gefühlen, die zwischen Euphorie und Ernüchterung pendeln. Etwa wie: Du bist Teil der Party und stehst in der Ecke. Drinnen und draußen im selben Moment. Wir persönlich sind natürlich lieber drinnen - im Club. Das Thema „Dazugehören“ kommt ja auch in dem Lied „People on the Dancefloor trying to fit in“ vor. Ist das dir ein Anliegen? „People...“ ist gewissermaßen der zweieiige Zwillingsbruder von „You‘re so Disco“. Es gibt diese inhaltlichen Parallelen und auch textlich explizite Zitate, die diese Verbindung andeuten sollen. Der Unterschied ist vielleicht, dass die Ambivalenz, die in „You‘re so Disco“ noch gefeiert wird, in „People...“ in Ernüchterung umschlägt. Es geht nicht unbedingt um die Frage, ob man nun dazu gehört oder nicht - es geht vielmehr darum, einen Platz für sich zu finden und die Erfahrung, dass es manche Orte nicht gut mit einem meinen.


Am Ende eures Songs „Green. Green.“ ist Applaus zu hören – aber kein frenetischer Stadion-Jubel, sondern gefühlte drei, vier Leute, die fröhlich klatschen, während im Hintergrund geredet wird. Nehmt ihr damit Bands auf die Schippe, die Samples von Applaus auf ihr Album draufnehmen, oder verarbeitet ihr damit eigene Erfahrungen? Als junge deutsche Band spielt man ja auch mal vor kleinem und/oder desinteressiertem Publikum... Ich habe diese Applaussequenz immer als eher klangliche Spielerei betrachtet. „Green. Green.“ ist als einer der ersten Songs entstanden, als noch nicht klar war, in welche Richtung sich das Album entwickeln würde. Der Applaus passte im Nachhinein gut ins Gesamtbild des Albums, das dadurch - natürlich nur fiktiv - aus seinem Homestudio-Setting herausgelöst wird und sich urplötzlich in einem verrauchten Club mit einer Handvoll Zuhörern wiederfindet. Ich mag solche Orte einfach.

synths auf der andern. Wie passt das zusammen? Denkst und fühlst du im Zeitraffer? Puh. [lacht] Die Songs des Albums sind alle in sehr unterschiedlichen Phasen entstanden. Und ich muss gestehen: Es gab Momente, in denen ich mich gefragt habe, wie das alles zusammenpassen kann. Aber dann gab es diesen Augenblick, in dem das Album fertig eingespielt war und aus heiterem Himmel ein roter Faden da war, der die Dinge für mich bestens zusammenhält. Wankelmütigkeit als unabdingbares Prinzip halte ich für einen wundervollen Gedanken. Und es passt auch zu meinem Verständnis von Popmusik. Such dir die größte musikalische Schublade, die es gibt, und beginne, dich darin auszutoben. Alles ist erlaubt.

Also lieber nette Kneipe als Stadion? Definitiv.

Ja, ich hab mir abstrakt-peinliche Ausdruckstänze vorgestellt... Zusammen mit Paul Klee hat der schon manche Party gerockt - ich bin mit sicher.

Auf eurem Album wechseln sich Helligkeit und Leichtigkeit rasend schnell mit Düsternis und Schwere ab, manchmal kann einem fast schwindelig dabei werden. Geister, Alpträume und Freitod auf der einen Seite, locker-gutgelaunter Indierock-Sound und augenzwinkernde Disco-

In „Art“ singst du: „I can dance like Kandinsky, Baby!“ Wie, um Gottes Willen, tanzt Kandinsky?? Wenn er so tanzt, wie er malt, sicherlich im Dreieck.

„I Said Something You Said Something“. Kommunikation, besonders gescheiterte, ist ein prominentes Thema auf eurer Platte. Wie kommt‘s? Ihr seid doch alles eloquente Typen?

[lacht] Das mit der Eloquenz ist ja so eine Sache. Es kommt natürlich auf den Gesprächspartner und vor allem die Gesprächssituation an. Ich würde auch nicht sagen, dass Kommunikation gänzlich scheitert. Die gängigen Mechanismen funktionieren schließlich noch: Ich sage etwas. Du sagt etwas. Dann aber kommt das Schweigen. Statt Bezugspunkten entsteht ein nüchternes Gegenüber. Kommunikation ist zwar zum Greifen nah, findet aber doch nicht statt. Auch das ist natürlich ambivalent. „The Morning After“ - worauf bezieht sich euer Bandname? Der Morgen nach was? Seid ihr eine Kater-Band? Der Morgen danach bezieht sich natürlich immer auf den Abend davor, und das kann entweder eine fantastische Liebesnacht oder ein Vorbote der Apokalypse gewesen sein. Je nachdem, was der Abend davor für dich bereithält, ändert der Morgen danach seine Gestalt - und so ein gepflegter Kater ist für den Morgen danach sicher nicht die schlechteste Option...

Daniel S.

„I Said Something. You Said Something.“ Timezone Distribution

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Experimental Ambient

Deutschpop

Alternative/ Indie

Blanck Mass

Klee

Leyan

Label: Rock Action VÖ: 24.06.‘11

Label: Universal Music VÖ: 26.08.‘11

Label: Noizgate Records VÖ: 24.06.‘11

Uah, was ist das? Ich dachte die ersten paar Minuten, was ich da höre, sei ein sphärisches Intro, aber irgendwie hörte das nicht auf... Ein sehr gewöhnungsbedürftiges Debüt liefert der junge Londoner Benjamin John Power alias Blanck Mass da ab. Der Labelname täuscht: Mit Rock Action hat das gar nichts zu tun. Breite, wabernde Flächen, verfremdete Naturgeräusche, digitales Geglitzer und eine Ebbe und Flut aus Subbässen und Hallräumen schließen sich um den Hörer wie ein zwei Meter tiefer Flokati-Teppich. Trippig! Die Bilder, die einem vor Augen kommen, wenn man diese endlich geschlossen hat (denn das muss man für diese Platte!) sind Planktonschwärme, bizarre Tiefseewesen, Wolken im Zeitraffer und implodierende Spiralnebel. Passend: Der Künstler äußert im Waschzettel auch gleich Interesse, NaturDokus zu vertonen. Mit dieser Arbeitsprobe dürfte das kein Problem sein. Sehr überzeugendes Album, aber wann hat man schon mal Gelegenheit, sich eine knappe Stunde mit geschlossenen Augen mit Kopfhörern auf den Lieblingssessel zu setzen?

Auf dem Cover tollen ein Mann und eine Frau vor dem Eifelturm herum, diesem überstrapazierten Symbol einfallsloser Klischeeromantik. Ah, Pariiiie! „Wer soll an dich glauben, wenn du es selbst nicht tust – und wo willst du dich finden, wenn du gar nicht nach dir suchst?“ Oder: „Nimm dein Leben in die Hand und lauf! Lauf! Lauf! So weit wie du kannst!“ Oder: „Wo ist der Anfang? Wo ist das Ende? Jeder Schritt ist ein Ziel!“ Solche Texte sind Lebensweisheiten, die aus einem evangelischen Gottesdienst stammen könnten – abgenickte Ratgeber-Plattitüden auf Poesiealben-Niveau. Klar, auch so geht Pop: einfach tröstende Hülsen aneinanderreihen, dann erkennt sich die Radiohörerin mit den Wechseljahrs-Beschwerden auch drin wieder. Könnte funktionieren, denn die Melodien und Arrangements sind stark, und Suzie Kerstgens Gesang schwebt intim gehaucht durch die Luft, wie man es sich von Klee wünscht. Produzent Olaf Opal (The Notwist, Juli, Polarkreis 18) hat Beachtliches geleistet, das Album klingt transparent und voll. Aber ein bisschen Substanz in den Texten wäre drin gewesen, oder? Ein Chickflick zum Hören. Wer‘s braucht... Serviervorschlag: mit Amicelli & Prosecco genießen...

Dieses Debüt nötigt einem Respekt ab. Leyan mögen eine deutsche Newcomer-Band sein - „Dancing Sculptures“ klingt trotzdem wie das Ergebnis eines langen künstlerischen Reifungsprozesses und muss den internationalen Vergleich nicht scheuen. Obwohl die Berliner sich auf klassische Rock- und Pop-Instrumentierung konzentrieren, entsteht beim mehrmaligen Hören Stück für Stück ein außergewöhnliches Gefühl der Tiefe, das man im GitarrenIndie-Bereich gegenwärtig selten findet. Markant ist der weitgehende Verzicht auf härter verzerrte Gitarren – die cleanverhallten, exakten Linien stehen eher in der Tradition von U2s „The Edge“ oder Coldplays Jonny Buckland und glänzen durch Harmonie und Komplexität statt 0-8-15-Rockgeschrammel. Die Rhythmussektion erzeugt dazu einen treibenden Grundgroove, der dem Album trotz elegischer Gesänge und verträumter Gitarren eine ordentliche Ladung Dynamik verleiht. Das einzige, das dem Album fehlt, ist eine Portion Kontrollverlust, denn jede Note hat hier Sinn und Platz – diese Perfektion wirkt beim ersten Hören so glatt, dass die Gefahr besteht, dass man sich nicht näher mit dem Album auseinandersetzt. Und das wäre schade!

Daniel S.

Daniel S.

**

****

Klingt wie: Annett Louisan, 2raumwohnung, Silly

Klingt wie: Silversun Pickups, The Shins, Coldplay

Musik

Blanck Mass

Aus Lauter Liebe

Daniel S.

*** Klingt wie: Tangerine Dream, „Ghosts“ von Nine Inch Nails

* = nich‘ so supi * * * * *= super supi **,***,****=dazwischen 68

SLEAZE 25!!!

Dancing Sculptures


Singer/ Songwriter-Pop

Indiepop

Alternative Rock

Singer/ Songwriter

Nik Freitas

The Morning After

[pi !]

Emirsian

Label: Affairs Of The Heart VÖ: 03.06.‘11

Label: Timezone VÖ: 08.07.‘11

Label: MaM Records VÖ: 24.06.‘11

Label: Hayk Records VÖ: 24.06.‘11

Nik Freitas ist eine dieser vernetzten Figuren der alternativen US-Musikszene aus dem Saddlecreek-Dunstkreis. Er spielt in Conor Obersts Mystic Valley Band und begleitet Rilo Kiley sowie die Broken Bells (Kooperation von Danger Mouse und Shins-Sänger James Mercer) auf Tour. Trotzdem – oder deswegen – zieht er sich für seine Soloalben vor der Welt in sein kleines Gartenlauben-Studio in L.A. zurück und spielt alle Instrumente selbst ein. Und das sind nicht wenige, denn seine Musik ist kein karg-minimalistisches ein-Mann-eineGitarre-Ding, sondern opulent arrangierter Songwriter-Pop mit Alternative-Appeal, dessen Instrumentierung teils fast an Elton John oder die Beatles erinnert. Aus Omaha hat Freitas zudem eine Folk-Affinität mitbekommen, die dem Popglanz eine reizvolle Sprödigkeit entgegensetzt. Sein Gesang erinnert in seiner angstfreien Brüchigkeit häufiger an Jeff Tweedy von Wilco. „Saturday Night Underwater“ ist sein fünftes Studioalbum, dem man Freitas neue Affinität zu alten Synthesizern und Drumcomputern anhören kann. Ein charmantes Spiel im Graubereich zwischen Pop und Alternative, dem es aber teils etwas an Spannung fehlt.

„Wankelmütigkeit als unabdingbares Prinzip“ - so beschreibt Sänger Nils Hartung den roten Faden dieses flackernden Debüts (Interview siehe S. 66). Es ist eine eigentümliche Mischung aus eingängigen Melodien, angepunkten Indie-Gitarren, erdigen Rockrhythmen und lustigen Disco-Synths, die den hyperaktiven Charme dieser Band ausmacht. Ohne mit der Wimper zu zucken wechselt die Gefühlslage der Lieder von augenzwinkernd zu düster, von melancholisch zu tanzbar. Das Songwriting ist dabei so ausgereift, dass dieser Wankelmut kein Manko ist, sondern im Gegenteil zu einem reichhaltig flirrenden, kaleidoskopartigen Gesamtbild verschmilzt, das fesselt. Irgendwie schafft es diese Band, ihr eigenes Gravitationszentrum zu sein: Da mögen Pop, Indie, Punk, Progrock und Disco umherschwirren, alles wird trotzdem irgendwie in der Umlaufbahn gehalten. Diese Platte fühlt sich an wie ein Kneipentour-Abend mit vielen Freunden - und sehr viel Koffein und Alkohol. Eine Platte, die einen tatsächlich etwas erschöpft hinterlässt – aber die gute, zufriedene Art. Geheimtippkandidat!

Irgendwie hat man dieses Problem leider bei vielen deutschen „Gitarrenbands“: [pi !] aus Dresden versuchen, wie ihre internationalen Vorbilder zu klingen. Über weite Strecken gelingt ihnen das auch ganz gut. Hinderlich ist aber der ungelenke Akzent, der zustande kommt, wenn deutschsprachige Sänger ganz okay, aber nicht wirklich gut Englisch können. Warum dann nicht lieber deutsch singen? Außerdem schade ist die komplette Inspirationsarmut, die aus zu starker Vorbildorientierung entsteht. Diese Musiker hätten ihre persönlichen Ziele erreicht, wenn sie es irgendwann geschafft hätten, so zu klingen wie die großen Idole. Das ist doof, denn die Idole gibts ja schon. Alle können das Original haben, warum also die Kopie hören? Die Mitglieder von [pi !] sind definitiv gute Musiker und beherrschen auch das genretypische Songwriting, aber es gelingt der Band nicht, eine eigene Duftmarke zu setzen. Das ist typisch für BandcontestGewinner: die Crowd wippt sofort mit, weil klar ist, wohin die Reise geht, und die profillosen Erwartungserfüller stehen auf dem Siegertreppchen und auf den Bühnen der Festivals – für genau eine Saison, denn nach zwei Wochen erinnert sich keiner mehr an sie.

Aren Emirze wandert zwischen den Welten. Er singt in der Noizerock-Band Harmful, bringt aber mit „Accidentally in Between“ schon die dritte (Solo-) Singer/ Songwriter-Platte heraus. Er ist Deutscher, beschäftigt sich aber auch mit seiner armenischen Herkunft. Der neue Tonträger ist daher eine Doppel-CD: „Accidentally“ (CD 1) ist ein klassisches Akustikgitarren-Album mit englischen Texten, die stark biografisch sind. „In Between“ (CD 2) stellt eine Sammlung von Coverversionen armenischer Lieder dar, mit deren Hilfe Emirze sich mit seiner armenischen Identität und damit auch mit seinem toten Vater auseinandersetzt. Das Gesamtpaket ist intim und gefühlvoll-nostalgisch. Man merkt Emirzes Gitarrenspiel an, dass Songwriter-Legende Elliott Smith zu seinen Vorbildern gehört. Im Gegensatz zum genialen, aber heroinabhängigen (und toten) Depri-Barden spürt man in Emirzes Gesang und Texten aber bei aller Melancholie eine kraftstrotzende Lebensbejahung die in diesem Genre recht selten ist. Die Gitarren und die großartige Instrumentierung sind es auch, die „Accidentally In Between“ trotz seiner Zweiteilung zu einem stimmigen Gesamtwerk verschmelzen lassen.

Daniel S.

Klingt wie: Franz Ferdinand, The Strokes, Elton John

Daniel S.

****

***

**

Klingt wie: Elliott Smith, Cat Stevens, Gisbert zu Knyphausen

Klingt wie: Wilco, Conor Oberst, Elton John

Möchten klingen wie: Foo Fighters, Q.O.T.S.A., Royal Republic

Saturday Night Underwater

I Said Something. You Said Something.

Daniel S.

****

A Perfect Beginning

Accidentally In Between

Daniel S.

SLEAZE 25!!!

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Psychedelic/ Stoner Rock

Hip Hop / Soul

Hip Hop

Nu-Metal/ Crossover

U.S. Christmas

Pigeon John

Pete Rock & Smif-n-Wessun

Limp Bizkit

Label: Neurot Recordings VÖ: 01.07.‘11

Urban / Universal VÖ: 28.06.‘11

Duck Down / Groove Attack VÖ: 22.07.‘11

Universal VÖ: 24.06.‘11

Der aus Inglewood stammende Pigeon John ist gerade mal Mitte zwanzig und haut bereits das fünfte Album raus. Ohne jegliches Geprolle, dafür mit astreinem, stets beschwingtem Sprechgesang, überzeugt auch sein neues Album „Dragon Slayer“. Die elf Songs regen nicht bloß zum Kopfnicken, sondern vor allem zum Mittanzen an. Ironisch-witzige, intelligentdurchdachte Reime, die Geschichten aus dem Leben erzählen. Und das ganz ohne Gangster-Attitüde, etwas, das bei seiner Heimat nicht selbstverständlich ist. Da geht es in „Buttersoft Seats“ darum, dass es möglicherweise wichtiger fürs Karma ist, dass der eigene Bruder und der Neffe etwas zu essen haben, statt mit dicken Karren die schärfsten Torten im Block zu beeindrucken. Auch Pigeon John wird erwachsen, aber nicht zum Nachteil seiner Musik. Besonders ist auch die Produktion des Albums. Für Hip Hop eher untypisch kommt die gesamte Scheibe ohne ein einziges Sample aus. Zudem hat Pigeon John alle Instrumentals in Eigenarbeit eingespielt und bearbeitet. Lediglich von Einem hat er sich helfen lassen; Herve Salters von General Elekriks. Ich fahre auf jeden Fall gleich mit „Dragon Slayer“ auf den Ohren Richtung Sonnenuntergang!

Uff, ein Glück. Sie können es immer noch. Ist man wie ich nicht mehr so ein Rap-Junkie, macht ein neues Album von einstigen Ikonen immer etwas Angst. Hier völlig unberechtigt, wenn auch der Albumname etwas hoch gegriffen ist. Pete Rock und die Waffenbrüder versammeln die New Yorker Old School auf „Monumental“, um ein ordentliche Gesamtwerk abzuliefern. Smif-n-Wessun bringen die alten Bootcamp-Clik-Freunde, Wu-Tang-Raekwon darf natürlich nicht fehlen, und sogar Hurricane G wurde ausgebuddelt (wenn der Song mir ihr auch sehr mäßig ist). Insgesamt zu bewundern sind Petes unaufgeregte und saubere Produktionen (und endlich mal kein T-Pain-in-the-ass aka Kanye-Stimmenverzerre!!!), die auch nach über 20 Jahren Arbeitsleben nicht altbacken oder gar lustlos wirken. „Time To Say“ ist mein persönliches Highlight. Aber auch „Roses“, „Fire“ und „That’s hard“ beweisen, dass die Scheibe sich mit jedem Hören mehr ins Herz spielt. Ob es ein Klassiker wird, muss die Zeit zeigen. Aber Potential ist mehr als vorhanden. Ich danke wieder einmal der Alten Schule.

Oha, die gibt’s noch, äh, wieder!? Die Nu-Metal-Chartsstürmer der 90er. Ja, ich gebe zu, mit 13 fand ich die mal gut. Deshalb musste ich jetzt bei dieser Rezi ran. Ich war gespannt, was mich erwartet. Das Cover macht schon mal keinen guten Eindruck. Gemalte Porno-Uschis im Urwald, im Hintergrund eine riesige Cobra und ein Männchen, das Fred Durst darstellen könnte. Gut, zur Musik. „Nu“ ist daran leider gar nichts. Die üblichen GitarrenRiffs, Standard-Beats und Raps, die an die Reim-Fähigkeiten von Money Boy erinnern. Das Beste sind aber ohne Zweifel die Inhalte der Songs. Fred berichtet über seine harte Hood, in der jeder eine Shotgun besitzt, und benutzt Kraftausdrücke mit der Leidenschaft eines 12-jährigen. Wenn halbe Songs aus „I‘m gonna fuck you up, Douchebag“ bestehen, wird selbst Obszönitäten-Liebhabern langweilig. Die standardmäßige Ich-heule-total-männlich-durchd i e - G e g e n d -we i l - a l l e - s i n d gemein-zu-mir-Ballade darf natürlich auch nicht fehlen und wird mit „Walking away“ voll bedient. Kurz hatten wir die Hoffnung, das Ganze sei selbstreflexive Satire. Aber ich befürchte, dass wir einfach zu oft an das Gute im Menschen glauben. Einen Stern dafür, dass alles ist, wie es war. Einfallslose Musik bleibt eben einfallslose Musik.

The Valley Path

Dragon Slayer

Wooooah. Was ein Schinken. Diese Band aus den Appalachen kannte ich noch nicht, aber ich werde mir die Vorgängeralben alle besorgen. U.S. Christmas machen dunklen, schamanischen Psychedelic Rock, dem man anhört, dass die Band seit knapp zehn Jahren live zusammen spielt. Die brauchen nur Gitarren, Schlagzeug und ein paar spärliche Analogsynths und Streicher, um eine trippige Tiefe zu erzeugen, für die andere Bands dutzende Effektspuren im Studio stapeln müssen. „The Valley Path“ ist ein sperriges OneTrack-Album, das den Motiven Zeit gibt, sich zu entwickeln und sich frei umeinanderzuschlängeln. Die Improvisationen erinnern an 70er-Jahre-Psychedelic-Orgien in Zeitlupe, aber darunter liegt ein taumelnder, stoischer Grundgroove, wie man ihn sonst nur von Stonerrockern wie Kyuss kennt, der die mäandernden Gitarren erdet und der Musik einen ganz unhippiesken Schub verleiht. Der spärliche Gesang ist meditativ und wirkt fast schlaftrunken. Ein unaufdringliches, abseitiges Meisterwerk. Falls mich in den nächsten Wochen jemand sucht, ich sitze mit Kopfhörern und Gänsehaut zu Hause auf einer Bastmatte und wippe langsam vor und zurück... Daniel S.

Anna

***** Klingt wie: Monster Magnet, Pink Floyd, Kyuss

SLEAZE 25!!!

danilo

**** Klingt wie: Bootcamp Clik, Talib Kweli, Gang Starr

Gold Cobra

Anna Motz

**** * Klingt wie: The Roots, Mos Def, Aloe Blacc

* = nich‘ so supi * * * * *= super supi **,***,****=dazwischen 70

Monumental

Klingt wie: Limp Bizkit


U N T E R W E G S

Blooom 2011

Interdisziplinäre Blüten der Kreativwirtschaft

Letztes Jahr feierte sie ihre Geburt, dieses Jahr ihren ersten Geburtstag. Die Rede ist von der Kunstmesse BLOOOM, die auch dieses Jahr wieder im Rahmen der Art.Fair in Köln stattfinden wird. Die Initiatorin Yasha Young, der auch die Strychnin Galerien gehören, hat sich auch dieses Jahr wieder sehr bemüht, viel neue, gute Kunst aus den verschiedensten Kreativ-Bereichen zu zeigen und jungen Künstlern damit ein Forum zu schaffen, indem sie sich der Öffentlichkeit präsentieren können. Während es auf der Art.Fair das zu sehen gibt, was man sich unter typischer zeitgenössischer Kunst vorstellt, versucht die BLOOOM, andere Wege zu gehen. Denn mit dem üblichen Verständnis von zeitgenössischer Kunst wird nur ein kleiner Teil dessen, was die Welt der Kreativen jedes Jahr ausspuckt, abgedeckt. Schade eigentlich. Das dachte sich auch Yasha und rief die BLOOOM ins Leben. Denn hier pfeift man auf Genre, Stilrichtungen und vor allem auf Popularität. Jung, neu, innovativ, anders. Auf der BLOOOM treffen Arbeiten von Modedesignern, Illustratoren, Streetartists und Game-Entwicklern aufeinander und schaffen gemeinsam eine Messe, die zeigt, was nicht in den üblichen Galerien hängt. So auch die Floristen-Arbeiten von Björn Kroner, die aus einer wahrlich seltenen Materialkombination, frischen Schnittblumen und stilisierten Holzkreationen, bestanden. Selbst das Skateboard-Museum Stuttgart hatte einen Stand und zeigte, dass auch Bretter Kunst mit Sammlerwert sein können. So findet und zeigt sich alles, was sonst in keine Schublade passt. Auch wenn wir dieses Jahr keinen Stand haben,

sind wir doch erneut Medienpartner. Mit unserem letztjährigen Origami-Stand von Muskat21 lagen wir übrigens voll im Trend. Denn den BLOOOM-Award by WARSTEINER 2010 gewann die Künstlerin Anna Kubelik mit ihrer Arbeit „Movigami“ - einer Deckenkonstruktion, die aus gefalteten Papierelementen bestand, die durch Motoren in fließende Bewegungen versetzt wurden. Den zweiten Platz belegte Stefan Fromberger mit der Skulptur „mondkalb will save mankind“. Vom 15. Juli bis zum 7. August 2011 zeigt er nun eine Auswahl seiner Skulpturen in der Strychnin Gallery in Berlin. Die Werke sind gegossen aus verschiedenen Materialien wie Resin, Zink, Zinn oder Blei und von der Spielzeug-, Comic- sowie der Sci-Fi-Welt inspiriert. Auch dieses Jahr haben wieder zehn Kreative die Chance, den BLOOOM-Award by WARSTEINER 2011 zu gewinnen. Und die Möglichkeit, sich zu bewerben, besteht noch! Bis zum 31. Juli können Arbeiten für den großen Kunst- und Kreativwettbewerb eingereicht werden....also ran an den Zeichentisch, den Computer, das Labor oder die Werkbank! Die Arbeiten der Finalisten werden gesondert im Rahmen der Messe gezeigt. Neu dieses Jahr ist die Einbeziehung von Einsendungen aus den Niederlanden. Einmal sicherlich aus der geografischen Nähe, andererseits, weil bei der Schaffung von Kreativem Ländergrenzen keine Rolle spielen sollten. Zudem wird die Jury auch

um ein holländisches Mitglied erweitert, den Direktor der Art Amsterdam, Edo Dijksterhuis. Womit die Jury nun aus fünf Mitgliedern besteht; Edo Dijksterhuis, Yasha Young, Direktorin der BLOOOM, Walter Gehlen, Direktor der ART. FAIR, Catharina Cramer, geschäftsführende Gesellschafterin der Warsteiner Brauerei und Joko Winterscheidt, TV-Moderator. Zu gewinnen gibt es eine Mentorenunterstützung durch ein Jurymitglied, die Ausstellung der eingereichten Arbeit in einer Galerie oder eine Reise nach Miami oder Paris. Wenn das nichts ist. Für den Zuschauer gibt es auf jeden Fall eine ganze Menge aufregende Kunst zu sehen, die sich abseits der gängigen Kunstdiskurse bewegt und sich nicht um bestehende Klassifizierungen kümmert. Wahrscheinlich ist die BLOOOM aus genau diesem Grund auch zum „Ausgewählten Ort im Land der Ideen“ gekürt worden. Damit ist sie im Jahr 2011 Botschafterin der Initiative und repräsentiert das Innovationspotenzial Deutschlands. Zurecht, finden wir! Wer also Lust hat, kann sich vom 29.10. bis zum 1.11.2011 im Staatenhaus am Rheinpark, Köln, die wilde, bunte, spannende Mischung aus kreativen Ergüssen anschauen und vielleicht sogar etwas Schönes, Witziges, Verstörendes oder Berührendes kaufen.

Anna Motz www.blooom.de

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H e i n e k e n

G r e e n

s p h e r e

Grün, grüner, Green Sphere! Am 25. Mai ging‘s für uns Sleazels zur Heineken Green Sphere. Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns. Es war weder oh-man-ich-glaub-ich-zieh-gleich-meine-hose-aus-heiß noch verdammt-hätt-ichmir-mal-noch-ne-jacke-mitgenommen-kalt. Es ging auf die Insel der Jugend, einen der schönsten Orte in Berlin, um draußen zu feiern. Aber erstmal mussten wir anreisen... MIT DEM CABRIO! Mit wild verwehtem Haar, Mücken zwischen den Zähnen und Segel-Pullovern um die Schulter kamen wir am Parkplatz an und stiefelten los. Verschwitzt und durstig traten wir durch die Tore der Heineken Green Sphere und wurden erstmal stilecht mit einem eisgekühlten Heineken begrüßt. Das fing schon mal gut an. Plätzchen am Wasser gesucht, Bierchen getrunken, die Füße ins Wasser gehalten und den Familien beim Treetbootfahren zugeschaut. Währenddessen spielte bereits einer der vielen DJs und verlieh der Party die letzte Prise Festival-Stimmung. Irgendwann wurde es uns zu kühl am Ufer und wir gesellten uns Richtung Tanzfläche, wo erstens noch die Sonne schien und zweitens die ersten Menschen

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zu tanzen begannen. Und gibt es etwas schöneres als Tanzende zu beobachten? Wahrscheinlich nur selbst tanzen. Wer kein Bier mochte, trank einfach Birnen-Apfelwein (lecker!), und wem der Magen knurrte, dem stand eine Riesenauswahl von Kuchen über Steak bis zu gegrilltem Gemüse mit Feta zu Verfügung. Man sieht, es wurde an alles gedacht, um uns einen wahrlich herrlichen Sonntag zu bereiten. Als dann noch FM Belfast die Bühne betraten, war der Tag perfekt! Der Sommer ist hiermit offiziell eingeläutet!

Anna Motz


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U n t e r w e g s

Motocross und quer durch Europa Die Shows sind Spektakel pur. Alles röhrt, grunzt und fliegt durch die Gegend. Aber wer sind eigentlich die Leute, die auf dem Boden bleiben? Auf den ersten Blick braucht es nicht viel, um die Zielgruppe, bestehend aus 18jährigen Jungen, glücklich zu machen: Derbe Musik von Sonic Syndicate, räkelnde, feuerspuckende und natürlich kurvenreiche (bitte alle Diät-machenden Frauen zu Herzen nehmen: kurvenreich, nicht kurvenlos!!!) Frauen in Leder und Latex – und vor allem laut röhrende Menschen/ Maschinen, die vor explodierenden Feuerwerksraketen ihre Drehungen vollführen. Wie gut das funktioniert, konnten wir am 11. Juni im Pariser Stadion Charléty live miterleben. Dort gab es einen Stopp der von Monster Energy gesponserten Motocross-Eventreihe „Extreme Freestylers“, die mit ihren Helden Nate Adams, Robbie Maddison und wie sie alle heißen, durch Europa tourt. Bei der Gelegenheit konnten wir mit Adam Bray reden, dem Geschäftsführer der Actionsports-Entertainment-Firma Extreme FMX und Veranstalter der Tour.

Dieses Glaubwürdigkeitsproblem macht auch die Auswahl der Sponsoren nicht immer einfach. Mit dem aktuellen Sponsor Monster Energy glaubt Adam aber aufgrund des Sports und der Musik „einen Partner gefunden zu haben, wo sich leicht Synergien auftun, allein was Social Media betrifft.“ Klar, das passt super. Mit einem Baldrian-Produzenten würde es schwierig. Verwunderlich dabei ist, dass es in dem Pariser Stadion neben den Merch- und SportStänden lediglich drei Getränketheken gibt. Keine großen Fressstände, wie man sie aus anderen Ländern gewohnt ist. Adam erklärt das damit, dass „das Geld hauptsächlich mit Tickets, Merch und der Sponsorenbeteiligung eingenommen wird.“ Der Aufbau ist bei seinen Modulen immer gleich: Ein Hauptsponsor und zwei Juniorpartner müssen einen Großteil der Kosten deckeln. Bei einem kleinen bis mittleren Event wie diesem beschäftigt Adam bereits bis zu 140 Leute, die detailreiche Planung beginnt bereits 18 Monate vor Tourbeginn – das frisst Geld. Dazu macht seine Firma ausschließlich Live-Events, die natürlich kostenintensiver sind, und versucht, neue Sachen umzusetzen und nicht schlicht etwas zu kopieren. Adam vergleicht die Extreme-Fighters-Events seiner „unabhängigen Firma“ mit den X-Fighters-Events von Red Bull, wo seiner Meinung nach alles über Red Bull läuft und es die anderen Partner schwerer haben mit der Einbindung und den Synergie-Effekten durch die Dominanz und Präsenz der Marke Red Bull. Das klingt wie ein kleiner Doppel-Diss auf Red Bull als persönlichen Konkurrenten und den Konkurrenten seines Kunden Monster Energy, und so war es wohl auch gemeint – wenn auch ein sportlich fairer. Groß jammern kann er eigentlich auch nicht, es scheint gut zu laufen für ihn. Nächstes Jahr hat Adam Bray eine Rock-Event-Tour angekündigt mit einer „äußerst bekannten Band“, die ein neues Album rausbringen wird – und deren Namen er leider nicht preisgeben wollte. Letztens war Slash auf einem der FMX-Events. Sollte es etwa eine Reunion von Guns N‘ Roses geben? Wir sind gespannt.

danilo

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Foto © Sim Bradley

Seit 20 Jahren veranstaltet er Live-Events, und auch wenn Adam aktuell noch ein KampfsportProjekt laufen hat, ist der Fokus auf Action Sports gerichtet. Seit seinen ersten großen Erfolgen mit der Premiere der X-Games in Australien vor zwölf Jahren hat er sich ein dichtes Netz an Kontakten in der FMX-Szene erarbeitet. Das ist gar nicht so einfach in einer Branche, wo Glaubwürdigkeit so viel zählt. So vermisste in Holland z.B. einer den Front Flip. Da den leider aber nur der verletzte Jackson Strong kann… zeigt sich die Fragilität und das Risiko in diesem Geschäft. Adam dazu: „Wir arbeiten in einem gefährlichen Sport. Wenn wir einen Fahrer zu sehr vermarkten und der ist dann verletzt, kann das schnell nach hinten losgehen.“


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Foto © Boris Rejou


Die SLEAZE-verdammt-hätt-ichmir-mal-noch-‘nejacke-mitgenommenVerlosungsaktion E-Mails an geschenke@sleazemag.de Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, das reine Glück entscheidet.

Tolle Prei se Kunst in der Küche Kühlschrank kaputt - und das mitten im Hochsommer? Dann sind fehlende Eiswürfel dein kleinstes Problem. Wir schaffen Abhilfe! Wir schenken dir mit Veltins einen niegelnagelneuen Kühlschrank. Der Retro-Kühler ist von SMEG und verziert von Streetartist Superblast. Dieser hat bereits eine limitierte Auflage der grünen Veltins-Flaschen verschönert und damit zu Sammlerobjekten gemacht. Auch auf dem Prachtstück von Kühler hat er sich also verewigt, in typischer Superblast-Manier. Natürlich darfst du auch teilnehmen, wenn dein Kühlschrank noch voll funktioniert. Aber bitte daran denken, ihn korrekt zu entsorgen (jaja, ich weiß, ich bin ne Muddi). Wer Interesse an dem wahrscheinlich coolsten Kühlschrank des Jahres hat, schickt eine Mail mit dem Kennwort „Ihhhhhhh, verdorbenes Grillgut“ an geschenke@sleazemag.de, und mit etwas Glück steht den Eiswürfeln nichts mehr im Weg.

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Tollie e Pre s

Social Networking im Hosentaschenformat Handys mit Internetzugang sind schon lange die Norm. HTC geht mit seinen neuen Smartphones auf AndroidBasis den nächsten Schritt: Das HTC ChaCha hat neben einer 40-Key-Tastatur ein eigenes Facebook-Button, das es ermöglicht, Fotos, Musik, Ort- und Statusinformationen mit einem Fingertip auf der Social Media-Plattform Nummer eins zu veröffentlichen. Fürs mobile Social Networking hat sich HTC eine eigene App einfallen lassen, die unterwegs ohne große Umwege den Chat mit den Facebook-Freunden ermöglicht. Anlässlich des Produktlaunch präsentiert HTC den „Urbanatix Street Clash“. Urbanatix sind eine einmalige Kombination aus Bikern, Parkourläufern, Freerunnern, Trickern, Breakdancern, Skatern und Beatboxern aus ganz NRW und internationalen Weltklasse-Artisten, die zu Urban Music eine Best-of-Inszenierung darbieten. Für alle Events hat HTC „Urban Scouts“ mit den Facebook-Smartphones ausgestattet. Sie dokumentieren den Abend, aber auch Zuschauer und Fans können mit ihren Smartphones vor Ort im Handumdrehen zu Reportern, Fotografen und Kameramännern werden. Die hochgeladenen Fotos und Videos findet man während und nach der Show unter www.facebook.com/htcdach oder www.facebook.com/urbanatix. Das Finale der Veranstaltungsreihe findet, begleitet von D-Flame und DJ Kitsune Soundsystem, am 16. Juli in Zürich statt. Wir verlosen 3x2 Tickets und zwei HTC ChaCha-Smartphones an die Mutigen, die es wagen, eine Mail mit dem Betreff „ChaCha“ (fürs Handy) oder „Urbanatix“ (für die Veranstaltung) an geschenke@sleazemag.de zu schicken. Traut euch!

lleise o T re P

Schokolade für Knochenbrecher BMXer sind harte Säue. Schon allein aus diesem Grund lieben wir diese ständig aufgeschürften, mit Gips ummantelten, aber wahnsinnig muskulösen Menschen. Vom 08. bis 10.07.2011 rotten sie sich alle im Kölner Jugendpark zusammen, um sich und ihre Bikes auf den BMX Masters 2011 zu feiern. Aus diesem Anlass machen wir einem von euch mit einem BMX Bike „Chasm“ von Felt glücklich! Kaum zu glauben aber wahr. Egal, ob ihr bisher nur in euren Wunschträumen cool genug wart, um BMX zu fahren, oder ob das Fahrrad deinem Hintern vertrauter ist als dein Schreibtischstuhl. Einzige Bedingung: Eine Krankenversicherung wäre günstig. Und da ich recht wenig Ahnung von Fahrrädern habe, erspare ich euch weiteres unqualifiziertes Geschwofel und geb euch harte Fakten in Stichpunktform: 20.5“ Oberrohr, 75° Steuerrohrwinkel und integrierte Kettenspanner, Internal Headset, Midsize sb Tretlager, 3teil. crmo Kurbel, Odyssey Twisted PC Pedale, 25 - 9 Übersetzung, Cassette mit 14 mm Hohlachse, Linear-Slic Kabel, Pivotal Sattel 11.4 kg

‚ Na, wer sabbert schon und kreischt wie wild „WILL ICH HABEN! MEINS MEINS MEINS!“? Dann simpel ne Mail an uns: geschenke@sleazemag.de Betreff: „Schlüsselbeinbruch“

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Für Musik-Auflegende

Native Instruments lassen dieses Mal für unsere Leser das DJ-rundum-wohfühl-Paket „TRAKTOR SCRATCH DUO 2“ springen. Mit dem Komplettpaket aus DJing-Software, TRAKTOR AUDIO 6 Interface und den beliebten Timecode-Vinyls, die das realistische Scratchen digitaler Musik erlauben, ist das Set komplett Plug-and-Playfähig. TRAKTOR SCRATCH DUO 2 bietet eine Menge kreative Features für den persönlichen Trademark-Sound: Intuitive Loop- und Hotcue-Funktionen sowie zwei Sample Decks, mit denen sich einzelne Loops und One-ShotSamples in das DJ-Set integrieren lassen. Darüber hinaus stehen sechs Effekte in Studioqualität zur Verfügung, die über die zusätzlichen Ein- und Ausgänge des Audio-Interfaces wie ein externes Effektgerät genutzt werden können. Wir verlosen das Ganze unter allen, die eine Mail mit dem Betreff „TRAKTOR SCRATCH DUO“ an geschenke@sleazemag.de schicken.

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Für Musik-Schaffende Für all diejenigen, denen es nicht reicht, fremde Musik zu verwursten, gibt’s das Computerstudio-Komplettpaket „KOMPLETE ELEMENTS“ von Native Instruments zu gewinnen. Das Bundle aus verschiedenen Softwares für Musikschaffende umfasst unter anderem das Vienna Symphonic Library Orchestra, das Abbey Road Early 60s Vintage-Drumset, den KONTAKT-Player mit Samples für Urban Beats und Vintage-Synthesizer, Gitarrenverstärker und -Effekte aus GUITAR RIG 4, Drum Machines, Softsynths und und und. KOMPLETE ELEMENTS ist als Einstieg in die digitale Produktionswelt von Native Instruments gedacht und kann beliebig um weitere Module ergänzt werden. Schon schwitzige Hände? Dann schreib eine Mail mit dem Betreff „KOMPLETE ELEMENTS“ an geschenke@sleazemag.de!

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Rucksack-DJ Mit dem „FistMix“ DJ-Controller senkt die Firma Gemini die Einstiegshürde für gepflegtes Auflegen. Der MIDI-Controller mit der zugehörigen DJing-Software „MixVibes LE“ bietet eine kompakte, mobile und günstige All-in-one-Lösung fürs gediegene Auflegen. Mehr als einen Laptop mit Musik und den „FirstMix“ braucht man nicht, um ein eigenes DJ-Set abfackeln zu können. Besonders angenehm für Einsteiger: Die SynchFunktion der Software übernimmt automatisch das rhythmische Abgleichen und Übereinanderlegen zweier Tracks, so dass sich das größte Problem für DJ-Anfänger schon mal von selbst erledigt. Interesse? Wir verlosen das gute Stück unter denjenigen, die eine Mail mit dem Betreff „FirstMix“ an geschenke@sleazemag.de schicken!

Tolle Prei se Für Sound-Tüftler Talk to me like a robot! Wer abgefahrene, sci-fi-mäßige Maschinenstimmen am Rechner basteln will, braucht einen Vocoder. Eine Innovation auf diesem Gebiet kommt dieser Tage aus dem Hause Waldorf: Der „Lector“ ist im Kern ein Vocoder, der das Eingangssignal – z.B. Sprache – in drei bis hundert(!) Frequenzbänder unterteilt, die dann z.B. als Steuersignale für den integrierten 16-stimmigen subtraktiven Synthesizer verwendet werden können. Und dann sieht die Benutzeroberfläche auch noch aus, als hätte sie Darth Vader persönlich designt. Wer Lust auf Klangexperimente hat, kann das Programm bei uns ergattern. Einfach eine Mail mit dem Betreff „You have failed me for the last time, Admiral!“ an geschenke@sleazemag.de schicken und hoffen! (Achtung: Um „Lector“ benutzen zu können, brauchst du einen VST- oder AU-tauglichen Sequenzer wie Cubase oder Logic als Host-Programm!)

Edle Geschütze für jede Gelegenheit Und noch eine Möglichkeit, den Sommer mit einem Mischgetränk zu verschönern. Denn neben fruchtigen Weinschorlen mit Energy-Kick verlosen wir diesmal 3 Grand‘O Picknick-Sets von Grand Marnier. Was darf man sich darunter vorstellen? Denn Grand Marnier ist doch eher etwas, das man spontan edlen Bars und Gesellschaften zuordnet. Was soll ich damit im Park, im Pool am Strand? Ganz einfach, der bekannte Bartender René Tempel hat einen Cocktail mit Grand Marnier erfunden, mit dem die Sommernächte mindestens geschmacklich unvergesslich werden. Der 130 Jahre alte Tropfen, bestehend aus Cognac und der karibischen Bitterorange Bigaradia, bekommt durch nur wenige Zutaten einen so erfrischenden Geschmack, wie man ihn bisher wohl nur selten mit Grand Marnier assoziiert hat. Schön und gut, aber wie soll ich mir im Park ohne Messbecher und Shaker einen gelungenen Cocktail zubereiten? Dafür hat sich Grand Marnier etwas besonderes ausgedacht: die Gläser „La Bulle“. Kugelförmig, mit abnehmbarem Deckel und vor allem mit Markierungslinien für den perfekten Cocktail, da steht dem Trinkvergnügen nur noch entgegen, wenn das Eis alle ist oder du noch Auto fahren musst. Das ganze gibt es bei uns zu gewinnen, im praktischen Set mit tragbarem Picknick-Korb und Picknick-Decke. Einfach das Kennwort „Kugelfisch“ an geschenke@sleazemag.de schicken, und mit ein wenig Glück bald ganz nobel genießen.

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Da hüpft das Herz! Jeden Sommer das gleiche Spiel. Die Brauereien schmeißen unzählige Sorten Mischbier auf den Markt, um uns den Sommertag im Park, am See oder die laue Sommernacht zu versüßen. Bier mit Limo, Apfel, Limette, Grapefruit, Drachenfrucht... Nicht weiter erwähnenswert. Einen kleinen Beitrag und vor allem eine Verlosung wert ist jedoch Dr. Kling‘s Heartspeed aus der Kelterei Bauer. Erstens, weil es sich endlich mal nicht um ein Mischbier (auch wenn man es kaum glauben mag, es gibt Menschen die mögen kein Bier), sondern um badischen Wein handelt. Zweitens, zum Alkohol gibt’s noch die volle Energy-Packung aus Guarana, Taurin und Koffein. Wenn das kein Pluspunkt ist! Wein + Power = Heartspeed! Geschmacklich bewegt sich das ganze im Bereich Erbeerbowle, ohne den selben übersüffigen Kopfschmerz-Faktor zu haben. Wir haben eine Kiste ins Büro bekommen, und – ratet mal – haben sie schneller weggemacht als unsere sonst so heiß und innig geliebten Energy-Drinks. Wenn du auch in den Genuss kommen möchtest, schick uns eine Email mit dem Stichwort „Herzkasper“ an geschenke@sleazemag.de und genieße deine eigenen 12 Flaschen im Sonnenschein oder Abends unterm Sternenhimmel.

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Rundum sorglos dahinschmelzen - mit DESPERADOS aufs MELT! 2011 Das MELT! Festival gehört definitiv zu DEN Institutionen, die man sich mal zu Gemüte geführt haben sollte, bevor man die Radieschen von unten sieht. Fettes Line-Up, jedes Jahr aufs Neue. Gut, aber was erwartet man auch von einem Festival, das von einem der führenden Musikmagazine in Deutschland präsentiert wird?!? Natürlich gibt es für dieses Jahr keine Karten mehr zu kaufen. Aber DESPERADOS, das schmackhafte Bier, das nach einem Schuss Tequila schmeckt, hat ein großes Herz und schenkt Euch gleich ein ganzes Festival-Paket! Sagt alle schon mal brav DANKE im Voraus. Denn der Gewinner erhält ein Paket mit folgendem sensationellen Wenn Du gewinnen möchtest, schreib uns eine Email bis zum 11.07.2011 an geschenke@sleazemag.de mit dem Stichwort „Ich will Sex und Bodi Bill“

Kleines Sound-Wunder Wie panne ist es eigentlich, wenn Rap- und Technotracks, die zu 50% aus wummernder Bassdrum bestehen, von unbelehrbaren Teenagern über ihre ausgeleierten Handylautsprecher in den öffentlichen Raum geplärzt werden? Kein „BOOM! BOOM!“ - eher „krzl...krzl...“ - das braucht echt keiner. Wenn, dann richtig, oder? Da kann ein neues Produkt aus dem Hause Jawbone Abhilfe schaffen: Die Jambox. Das Bluetooth-fähige Audiosystem ist gerade mal 10 cm lang, wiegt 347 Gramm und bewegt mit über 85 dB Lautstärke ordentlich Luft. Aber es geht nicht nur um Musik: Die Jambox ist als mobiler Medien-Allrounder ausgelegt und eignet sich für Gaming, Filmvorführungen und als Freisprechanlage für Telefonkonferenzen genauso wie zum Musikhören. Mit Hilfe von interner Sofware und externen Apps kann das Gerät auf die individuellen Bedürfnisse jedes Besitzers hin optimiert werden. Das ganze funktioniert komplett ohne Kabel - der Akku hat eine Laufzeit von stattlichen 10 Stunden. Designed wurde die Jambox in den Varianten „Blue Wave“, „Black Diamond“, „Grey Hex“ und „Red Dot“ vom Schweizer Designer Yves Behar. SLEAZE verlost einen der Klangbausteine in der Designvariante „Blue Wave“. Interesse? Einfach eine Mail mit dem Betreff „JAMBOX“ an geschenke@sleazemag.de schicken und hoffen!

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SLEAZE erscheint im bfs. Verlag.

Heft #26 erscheint im September SLEAZE 25!!!

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SLEAZE pr채sentiert:

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Diesmal schöne Menschen mit Bikini und Arschlöcher an der Wand

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