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bulletin

2/06

Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus Association suisse du journalisme scientifique Swiss Association for Science Journalism http://www.science-journalism.ch

in h a l t

e d it o ria l

Wissen schaf(f)t Geld Thema Wissen in den Medien 2-6 Bericht IBM-Besuch 7 Auszeichnungen 7 GV 2006 8-10 Bericht SNF-Seminar 10-11 Source Research 11-13 EUSJA 14 Die SRG reagiert mit dem Aus- und Klatsch und Infos 14 Umbau auf die Entwicklung in Deutsch- Mutationen 15 land. Vor allem die Privatsender zeigen Gesundheitsseminar 15 Es ist noch nicht lange her, dass die mit den Wissen-Formaten „Welt der drei Stationen von Radio DRS nur von Wunder“ (RTL 2), „Wunderwelt Wiseinem einzigen Wissenschaftsjourna- sen“ und „Galileo“ (beide Pro 7) solisten mit News aus Naturwissenschaft, wie den Wissen-Shows „clever!“ (Sat Technik und Medizin versorgt wurden. 1) und „Myth Busters“ (RTL 2), dass Seit 2003 wurde die Berichterstattung Wissen(schaft) interessiert – und Geld stetig ausgebaut. Jetzt folgt der grosse bringt. Eine erfreuliche Entwicklung! Schritt: das Wissen von Radio DRS wird in einem eigenen Ressort zusam- Michael Breu mengefasst, und der Personalpool wird ausgebaut. Erfreuliche Entwicklung! Wie kaum zuvor boomt der Wissenschaftsjournalismus in der Schweiz. Nachdem vor allem die Sonntagsblätter in das Ressort Wissen investiert haben und – das zeigen die CopyTest-Quoten – erfolgreich damit gefahren sind, zieht jetzt die SRG nach: Radio DRS und Schweizer Fernsehen bauen die Wissenschaftsberichterstattung aus.

Ähnlich die Entwicklung beim Schweizer Fernsehen: Seit fünf Jahren sendet das Gesundheitsmagazin „Puls“ wöchentlich aus dem Leutschenbach – erfolgreich, wie die Einschaltquoten zeigen. Demnächst soll ein StudioRelaunch der Sendung ein neues Gesicht geben. Auch „MTW“ wird neu. Anfang April 2007 wird die bisher zweiwöchentliche Sendung von einem neuen Wissen-Magazin abgelöst. Die Sendung soll neu wöchentlich erscheinen, aktueller und populärer sein. Die Zahl der Redaktionsstellen wird verdoppelt.

Weitere Neuheit bei SF: die Plattform mit dem Arbeitstitel „wissen-online“. Auf dem Internetportal sollen neu Hintergrundinformationen zusammengefasst werden. Vor allem das Schulfernsehen bekommt damit ein neues Gesicht.


SKWJ-bulletin 2/06

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R a d i o d rs

Kein Tag ohne ...

Mehr Wissen im Äther

Beiträge aus Wissenschaft, Forschung und Technik nehmen in allen Medien wachsenden Raum ein. Ein Anlass für die Bulletinredaktion, einmal die Experten zu Wort kommen zu lassen.

Schweizer Radio DRS baut aus. Ab November 2006 wird das Ressort Wissenschaft („Naturwissenschaft“), Medizin und Technik mit zwei zusätzlichen Redaktorinnen verstärkt.

Von Neuerungen beim Radio hatte man schon länger gehört. Als Vertreter vom Äther berichtet Koordinator Christian Heuss über die Auswirkungen des Wissenschaftsbooms auf die Entwicklung des Sendungskonzeptes. Gleichzeitig wird bei DRS 2 eine neue Wissensbörse aufgebaut, die Interaktivität und Inhalt, Austausch und Wissenvermittlung miteinander verbinden will. Das Ziel ist hochgesteckt: Wissens-Symmetrie zwischen Fragestellern und Antwortgebern wird angestrebt. Als Lexikon sehen die Verantwortlichen wissen@drs2.ch: die “Plattform für Wissende, Fachleute, Expertinnen sowie alle wachen und wissbegierige Menschen”.

Ein Ausbau verbunden mit einigen Erwartungen: Mehr Wissenschaftsbeiträge in den aktuellen Informationsgefässen und ein neues, wöchentliches Wissenschaftsmagazin auf DRS2.

Auch die Information, dass - vorerst - ein Projektleiter und auch sonst noch einige Mitarbeiter für ein Faceliftung und einen besseren Auftritt des guten alten MTW gesucht würden, liess aufhorchen. MTW ist zwar eine Schweizer Sendung, steht aber beim Zuschauer in Konkurrenz mit ähnlichen Produkten im ganzen deutschsprachigen Raum. Wo aber steht die Schweizer Wissenschaftssendung im Vergleich? Klub-Mitglied Reto Vetterli hat als von Zürich aus tätiger Redaktor des 3sat-Magazins „nano“ ausgezeichnete Kenntnisse dieser Szene. Er stellte für das Bulletin einen Ueberblick über die wichtigsten entsprechenden Sendungen zusammen. An diesem Ueberblick ist auffallend, dass praktisch an allen Wochentagen zwischen 14 und 20 Uhr Themen aus Wissenschaft, Forschung und Technik auf dem TV-Programm stehen, ausser Freitag und Samstag. Interessanterweise ist aber der Sonntag mit diesen Themen besonders stark befrachtet. MTW wird bisher am Donnerstag ausgestrahlt. Ob das so bleibt, ist noch ungewiss. Im kommenden Bulletin werden wir mehr Informationen über das Schweizer Wissenschaftsmagazin haben. Bis dahin soll auch die Kollegin oder der Kollege bekannt sein, die oder der von Helen Issler die Redaktionsleitung MTW übernehmen wird. Und auch heute, das jüngste Print-Medium im Raum Zürich, setzt auf die Karte Wissen: Täglich gibt es eine Seite mit einschlägigen Themen zwischen buchstäblich Federleichtem und Extremereignissen. Warum ein Gratisblatt wie heute auf diese Schiene setzt, berichtet unser Carte Blanche-Gast Silvia Tschui. Mürra Zabel

Wenn Schweizer Radio DRS einen redaktionellen Ausbau im Bereich Wissenschaft beschliesst, dann ist das beachtlich. Denn seit Jahren wird in diesem Hause vor allem eines: Optimiert, umstrukturiert und abgebaut mit einem erklärten Ziel: Mehr Quantität mit weniger Leuten, natürlich bei gleicher Qualität. Fachredaktionen mit Know-how Als „ein Radio mit fünf Programmen“ beliebt Radiodirektor Walter Rüegg über Schweizer Radio DRS zu bezeichnen. Und in diesem einen Radio - verteilt auf drei Haupt- und fünf Nebenstudios - tummeln sich Dutzende von so genannten Fachredaktionen. Fachredaktionen speisen mit ihrem Know-how nicht nur ihre angestammten Schwerpunktgefässe und Sendungen mit Beiträgen, sondern stehen auch allen anderen Programmen zur Verfügung: Als Know-how Lieferanten, als Beitragsmacher und Gesprächspartner. Da gibt es natürlich die grossen (und wichtigen) Inland-, Ausland- und Wirtschaftsredaktionen, die allesamt in Bern bei der Abteilung Information beheimatet sind. Sie produzieren in erster Linie für die Primetime-Nachrichtengefässe und Infosendungen wie HeuteMorgen, RendezVous und Echo der Zeit. Aber es gibt auch Fachredaktionen bei den Programmen: Bei DRS2 z.B. Fachredaktionen für Religion, für Kultur, Literatur oder Gesellschaft. Oder bei DRS1 die Fachredaktionen KGA (Konsum, Geld, Arbeit), LLG (Land, Leute und Gesellschaft) oder die Kinderredaktion. Bei Bedarf speisen diese Fachredaktionen auch Beiträge in die Primetime-Infogefässe. Und wo bleibt da die Fachredaktion Wissenschaft? Nun, bisher war diese gänzlich inexistent. Stattdessen gab es ein Trio von mehr oder weniger unabhängigen Einzelmasken. Über viele Jahre war Wissenschaft bei Radio DRS ein EinMann-Betrieb. „Mister Wissenschaft“ Hans Stefan

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Rüfenacht, seit fast 25 Jahren im Hause DRS im Geschäft ist mit seinen etwa wöchentlichen Beiträgen in der Sendung Kontext auf DRS 2 eine geschätzte Institution. Es gibt wohl kein Thema über das Hans Stefan Rüfenacht nicht bereits Sendungen gemacht hat. Doch selbst dem effizient organisierten Einzelkämpfer blieb wenig Zeit und Kapazität, auch noch alle anderen Gefässe und Programme im Hause DRS mit Themen und Beiträgen zu beliefern, insbesondere, wenn es einmal wirklich pressiert. Ausbau mit Teamplayern Darum hat die Abteilung Information im Jahre 2001 mit bescheidenen 50 Stellenprozent ebenfalls einen eigenen Wissenschaftsjournalisten in der Person von Mark Livingston angestellt. In Sendungen wie Echo der Zeit oder Rendez-Vous am Mittag beleuchtet er aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Als letzter im Bunde hat DRS 2 Anfang 2005 eine neue Wissenschaftsredaktorenstelle geschaffen, die ich seither besetze. Zum einen gab es Ausbaubedarf bei DRS 2 (DRS2aktuell, Hörpunkt, Kontext), zum anderen stieg der Wunsch auch bei DRS1 und DRS3 nach mehr Beiträgen aus Wissenschaft und Forschung im Tages- aber auch Hintergrundbereich (z.B. Input und Doppelpunkt). Diese Stelle war daher mit einem Leistungsauftrag für alle drei Programme verbunden.Rückblickend legte dieser letzte Ausbauschritt das Fundament für eine programmübergreifende Fachredaktion Wissenschaft - angesiedelt bei DRS2. Dazu gehörte auch der intern umstrittene Entscheid, alle Wissenschaftsredaktoren an einem Standort zu vereinen. Mark Livingston musste dazu von Bern nach Basel zu DRS2 zügeln. Im Windschatten dieser Umorganisation witterte der Programmleiter DRS2 Arthur Godel Morgenluft für einen weiteren Ausbau, wie er nun vollzogen wird. Neue Verbreitungskanäle Auf der einen Seite stand bei DRS2 ein wöchentliches Wissenschaftsmagazin auf der Wunschliste. Zum anderen stieg mit neuen Informationsgefässen wie HeuteMorgen und Info3 auch die Nachfrage nach aktuellen Beiträgen aus dem Bereich Wissenschaft und Medizin an. Eine Nachfrage, die bisher mangels vorhandener Kapazitäten nur ungenügend befriedigt werden konnte. Und schliesslich nimmt Radio DRS mit seinen Podcast-Angeboten und dem in Planung begriffenen DAB-Infokanal neue Verbreitungskanäle ins Visier. Kanäle, die auch mit Inhalten versorgt sein müssen.

In einem langwierigen Entscheidungsprozess auf höchster Ebene bewilligte schliesslich die Radiodirektion im Frühjahr 2006 zwei neue Stellen. Auf die Ausschreibung per Inserat meldeten sich über 70 BewerberInnen. Mit Odette Frey (Ex-Facts) und Katharina Bochsler (ExRegionaljournal Aargau/Solothurn) haben schliesslich zwei Frauen das Rennen gemacht. Ein wöchentliches Magazin Die neue Fachredaktion Wissenschaft mit nun insgesamt 400% Stellenprozent und freien Mitteln, um auch Beiträge bei Freien einkaufen zu können, hat einen Strauss an Aufgaben: Neu wird sie ein wöchentliches, ca. halbstündiges Magazin produzieren, das am Samstag um 12:40 auf DRS2 ausgestrahlt wird, mit einem geplanten Sendestart im Januar 2007. Zur Zeit entsteht ein Detailkonzept, erste Pilotsendungen werden im November produziert. Zusätzlich wird ein sogenannter Wissenschafts-Desk geschaffen. Dieser „Dienst“ wird aktiv Themen aus den Bereichen Wissenschaft, Medizin und Technik den Programmen und Sendegefässen anbieten und sich mit anderen Fachredaktionen thematisch vernetzen. Die Präsenz von Wissenschaftsthemen auf den drei Sendern DRS 1, 2, 3 wird damit hoffentlich verstärkt. Zudem wird es diese neue Struktur erlauben, auch rascher und flexibler auf Wissenschaftsnews zu reagieren und die erhöhte Nachfrage der Informationsgefässe zu befriedigen. Trotz dieses Ausbaus und der zwei neuen Stellen wird die Fachredaktion Wissenschaft für ihre Aufgaben nicht üppig dotiert sein. Ob damit die von der Programmleitung gestellten Erwartungen erfüllt werden, wird sich erst zeigen müssen. Christian Heuss

Der Autor ist Wissenschaftsredaktor bei SRDRS und koordiniert den Aufbau der neuen Fachredaktion Wissenschaft christian.heuss@srdrs.ch


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Beiträge aus Wissenschaft, Forschung und Technik nehmen in allen Medien wachsenden Raum ein. Ein Anlass für die Bulletinredaktion, einmal die Experten zu Wort kommen zu lassen.

Schweizer Radio DRS baut aus. Ab November 2006 wird das Ressort Wissenschaft („Naturwissenschaft“), Medizin und Technik mit zwei zusätzlichen Redaktorinnen verstärkt.

Von Neuerungen beim Radio hatte man schon länger gehört. Als Vertreter vom Äther berichtet Koordinator Christian Heuss über die Auswirkungen des Wissenschaftsbooms auf die Entwicklung des Sendungskonzeptes. Gleichzeitig wird bei DRS 2 eine neue Wissensbörse aufgebaut, die Interaktivität und Inhalt, Austausch und Wissenvermittlung miteinander verbinden will. Das Ziel ist hochgesteckt: Wissens-Symmetrie zwischen Fragestellern und Antwortgebern wird angestrebt. Als Lexikon sehen die Verantwortlichen wissen@drs2.ch: die “Plattform für Wissende, Fachleute, Expertinnen sowie alle wachen und wissbegierige Menschen”.

Ein Ausbau verbunden mit einigen Erwartungen: Mehr Wissenschaftsbeiträge in den aktuellen Informationsgefässen und ein neues, wöchentliches Wissenschaftsmagazin auf DRS2.

Auch die Information, dass - vorerst - ein Projektleiter und auch sonst noch einige Mitarbeiter für ein Faceliftung und einen besseren Auftritt des guten alten MTW gesucht würden, liess aufhorchen. MTW ist zwar eine Schweizer Sendung, steht aber beim Zuschauer in Konkurrenz mit ähnlichen Produkten im ganzen deutschsprachigen Raum. Wo aber steht die Schweizer Wissenschaftssendung im Vergleich? Klub-Mitglied Reto Vetterli hat als von Zürich aus tätiger Redaktor des 3sat-Magazins „nano“ ausgezeichnete Kenntnisse dieser Szene. Er stellte für das Bulletin einen Ueberblick über die wichtigsten entsprechenden Sendungen zusammen. An diesem Ueberblick ist auffallend, dass praktisch an allen Wochentagen zwischen 14 und 20 Uhr Themen aus Wissenschaft, Forschung und Technik auf dem TV-Programm stehen, ausser Freitag und Samstag. Interessanterweise ist aber der Sonntag mit diesen Themen besonders stark befrachtet. MTW wird bisher am Donnerstag ausgestrahlt. Ob das so bleibt, ist noch ungewiss. Im kommenden Bulletin werden wir mehr Informationen über das Schweizer Wissenschaftsmagazin haben. Bis dahin soll auch die Kollegin oder der Kollege bekannt sein, die oder der von Helen Issler die Redaktionsleitung MTW übernehmen wird. Und auch heute, das jüngste Print-Medium im Raum Zürich, setzt auf die Karte Wissen: Täglich gibt es eine Seite mit einschlägigen Themen zwischen buchstäblich Federleichtem und Extremereignissen. Warum ein Gratisblatt wie heute auf diese Schiene setzt, berichtet unser Carte Blanche-Gast Silvia Tschui. Mürra Zabel

Wenn Schweizer Radio DRS einen redaktionellen Ausbau im Bereich Wissenschaft beschliesst, dann ist das beachtlich. Denn seit Jahren wird in diesem Hause vor allem eines: Optimiert, umstrukturiert und abgebaut mit einem erklärten Ziel: Mehr Quantität mit weniger Leuten, natürlich bei gleicher Qualität. Fachredaktionen mit Know-how Als „ein Radio mit fünf Programmen“ beliebt Radiodirektor Walter Rüegg über Schweizer Radio DRS zu bezeichnen. Und in diesem einen Radio - verteilt auf drei Haupt- und fünf Nebenstudios - tummeln sich Dutzende von so genannten Fachredaktionen. Fachredaktionen speisen mit ihrem Know-how nicht nur ihre angestammten Schwerpunktgefässe und Sendungen mit Beiträgen, sondern stehen auch allen anderen Programmen zur Verfügung: Als Know-how Lieferanten, als Beitragsmacher und Gesprächspartner. Da gibt es natürlich die grossen (und wichtigen) Inland-, Ausland- und Wirtschaftsredaktionen, die allesamt in Bern bei der Abteilung Information beheimatet sind. Sie produzieren in erster Linie für die Primetime-Nachrichtengefässe und Infosendungen wie HeuteMorgen, RendezVous und Echo der Zeit. Aber es gibt auch Fachredaktionen bei den Programmen: Bei DRS2 z.B. Fachredaktionen für Religion, für Kultur, Literatur oder Gesellschaft. Oder bei DRS1 die Fachredaktionen KGA (Konsum, Geld, Arbeit), LLG (Land, Leute und Gesellschaft) oder die Kinderredaktion. Bei Bedarf speisen diese Fachredaktionen auch Beiträge in die Primetime-Infogefässe. Und wo bleibt da die Fachredaktion Wissenschaft? Nun, bisher war diese gänzlich inexistent. Stattdessen gab es ein Trio von mehr oder weniger unabhängigen Einzelmasken. Über viele Jahre war Wissenschaft bei Radio DRS ein EinMann-Betrieb. „Mister Wissenschaft“ Hans Stefan

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Rüfenacht, seit fast 25 Jahren im Hause DRS im Geschäft ist mit seinen etwa wöchentlichen Beiträgen in der Sendung Kontext auf DRS 2 eine geschätzte Institution. Es gibt wohl kein Thema über das Hans Stefan Rüfenacht nicht bereits Sendungen gemacht hat. Doch selbst dem effizient organisierten Einzelkämpfer blieb wenig Zeit und Kapazität, auch noch alle anderen Gefässe und Programme im Hause DRS mit Themen und Beiträgen zu beliefern, insbesondere, wenn es einmal wirklich pressiert. Ausbau mit Teamplayern Darum hat die Abteilung Information im Jahre 2001 mit bescheidenen 50 Stellenprozent ebenfalls einen eigenen Wissenschaftsjournalisten in der Person von Mark Livingston angestellt. In Sendungen wie Echo der Zeit oder Rendez-Vous am Mittag beleuchtet er aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Als letzter im Bunde hat DRS 2 Anfang 2005 eine neue Wissenschaftsredaktorenstelle geschaffen, die ich seither besetze. Zum einen gab es Ausbaubedarf bei DRS 2 (DRS2aktuell, Hörpunkt, Kontext), zum anderen stieg der Wunsch auch bei DRS1 und DRS3 nach mehr Beiträgen aus Wissenschaft und Forschung im Tages- aber auch Hintergrundbereich (z.B. Input und Doppelpunkt). Diese Stelle war daher mit einem Leistungsauftrag für alle drei Programme verbunden.Rückblickend legte dieser letzte Ausbauschritt das Fundament für eine programmübergreifende Fachredaktion Wissenschaft - angesiedelt bei DRS2. Dazu gehörte auch der intern umstrittene Entscheid, alle Wissenschaftsredaktoren an einem Standort zu vereinen. Mark Livingston musste dazu von Bern nach Basel zu DRS2 zügeln. Im Windschatten dieser Umorganisation witterte der Programmleiter DRS2 Arthur Godel Morgenluft für einen weiteren Ausbau, wie er nun vollzogen wird. Neue Verbreitungskanäle Auf der einen Seite stand bei DRS2 ein wöchentliches Wissenschaftsmagazin auf der Wunschliste. Zum anderen stieg mit neuen Informationsgefässen wie HeuteMorgen und Info3 auch die Nachfrage nach aktuellen Beiträgen aus dem Bereich Wissenschaft und Medizin an. Eine Nachfrage, die bisher mangels vorhandener Kapazitäten nur ungenügend befriedigt werden konnte. Und schliesslich nimmt Radio DRS mit seinen Podcast-Angeboten und dem in Planung begriffenen DAB-Infokanal neue Verbreitungskanäle ins Visier. Kanäle, die auch mit Inhalten versorgt sein müssen.

In einem langwierigen Entscheidungsprozess auf höchster Ebene bewilligte schliesslich die Radiodirektion im Frühjahr 2006 zwei neue Stellen. Auf die Ausschreibung per Inserat meldeten sich über 70 BewerberInnen. Mit Odette Frey (Ex-Facts) und Katharina Bochsler (ExRegionaljournal Aargau/Solothurn) haben schliesslich zwei Frauen das Rennen gemacht. Ein wöchentliches Magazin Die neue Fachredaktion Wissenschaft mit nun insgesamt 400% Stellenprozent und freien Mitteln, um auch Beiträge bei Freien einkaufen zu können, hat einen Strauss an Aufgaben: Neu wird sie ein wöchentliches, ca. halbstündiges Magazin produzieren, das am Samstag um 12:40 auf DRS2 ausgestrahlt wird, mit einem geplanten Sendestart im Januar 2007. Zur Zeit entsteht ein Detailkonzept, erste Pilotsendungen werden im November produziert. Zusätzlich wird ein sogenannter Wissenschafts-Desk geschaffen. Dieser „Dienst“ wird aktiv Themen aus den Bereichen Wissenschaft, Medizin und Technik den Programmen und Sendegefässen anbieten und sich mit anderen Fachredaktionen thematisch vernetzen. Die Präsenz von Wissenschaftsthemen auf den drei Sendern DRS 1, 2, 3 wird damit hoffentlich verstärkt. Zudem wird es diese neue Struktur erlauben, auch rascher und flexibler auf Wissenschaftsnews zu reagieren und die erhöhte Nachfrage der Informationsgefässe zu befriedigen. Trotz dieses Ausbaus und der zwei neuen Stellen wird die Fachredaktion Wissenschaft für ihre Aufgaben nicht üppig dotiert sein. Ob damit die von der Programmleitung gestellten Erwartungen erfüllt werden, wird sich erst zeigen müssen. Christian Heuss

Der Autor ist Wissenschaftsredaktor bei SRDRS und koordiniert den Aufbau der neuen Fachredaktion Wissenschaft christian.heuss@srdrs.ch


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MONTAG

DIENSTAG

MITTWOCH

DONNERSTAG

FREITAG

SONNTAG

Planet Wissen (SWR)

LexiTV - Wissen (MDR)

Clever (Sat.1)

Länge 60’, monothematisch Sendezeit Di, 14:30-15:30 Themen Mensch, Gesellschaft, Kultur, Natur, Wissen- schaft, Technik www.lexi-tv.de

Länge 30’ Sendezeit Mi, 20:15-21:15 Themen Alltagsfragen www.sat1.de/comedy_show/clever/

Wissen macht Ah! (WDR, KI.KA) Länge 30’, Magazin Sendezeit Fr, 13:30-14:00 WDR; Mo-Do, 19:25 KI.KA Themen Alltagsfragen, Experimente www.wdr.de/tv/wissen-macht-ah/flash. phtml

Kopfball (WDR)

Länge 60’, Magazin Sendezeit Mo-Fr, 14:00-15:00 Themen Natur, Technik, u.a. www.planet-wissen.de/pw/index.html

Plietsch (NDR) Länge 30’, monothematisch Sendezeit Do, 18:15-18:45 Themen Aktuelles, Porträts, skurrile Wissenschaft, Experimente www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/ 0,3147,SPM10196,00.html

Faszination Wissen (BR) Länge 45’, Magazin Sendezeit Do, 19:30-20:15 Themen Aktuelles und Faszinierendes aus Wissenschaften und Technik www.br-online.de/wissen-bildung/sendungen/faszinationwissen/index.xml

Geist und Gehirn (BR alpha) Länge 15’, Magazin Sendezeit 22:45-23:00 Themen Wunderwerk im Kopf www.br-online.de/alpha/geistundgehirn/

Abenteuer Leben (Kabel1)

Mythbusters (RTL2)

Länge 30’, Magazin Sendezeit Mo-Sa, 17:45-18:15 Themen Alltag, Wissenschaft, Technik und Mensch www.kabeleins.de/doku_reportage/abenteuer_leben/index.php

Länge: 30’, Magazin Sendezeit Di, 17:00-19:00 Themen Alltagsmythen mit Special Effects Experten www.discovery.de/mythbusters

nano (3sat: ARD, ZDF, ORF, SF) Länge 30’, Magazin Sendezeit Mo-Fr, 18:30-19:00 Themen Natur-, Geistes- bis Politikwissenschaft www.3sat.de/nano

Ozon (RBB) Länge 30’, Magazin Sendezeit Mi, 21:30, 14-tägig Themen Wissenschaft und Umwelt www.rbb-online.de/ozon

Abenteuer Wissen (ZDF) Länge 30’, monothematisch Sendezeit Mi, 22:15-45, Einfach genial (MDR) 3 x monatlich Länge 25’, Magazin Themen Technik und Natur, Sendezeit Di, 19:50-20:15 Psychologie und Ge Themen Erfindungen, Produkte, schichte Spartipps www.zdf.de/ZDFde/inwww.mdr.de/einfach-genial/ halt/1/0,1872,1020545,00.html

Quarks & Co. (WDR) Galileo (Pro7) Länge 60’, Magazin Sendezeit Mo-Fr, 19:00-20:00 Themen: Wissen und Wissen- schaft www.prosieben.de/lifestyle_magazine/galileo/

Puls (SF) Länge 45’, Magazin Sendezeit Mo, 21:00-20:45 Themen Medizin, Patientenge- schichten; Schweizer Bezug www.sf.tv/sf1/puls/index.php

Länge 30’, monothematisch Sendezeit Di, 21:00-21:45 14-tägig Themen Naturwissenschaft www.quarks.de

Q21 (WDR) Länge 45’, Magazin Sendezeit Di, 21:00-21:45, 14-tägig Themen gesellschaftliche Auswirkungen des wissenschaftlichen Fortschritts www.wdr.de/tv/q21/

Echt! (MDR) Future Trend (RTL) Länge 30’, Magazin Sendezeit Mo, 23:30-00:00 Themen Innovationen, Trends und Erfindungen www.azmedia.de/portal/lib/index.php?fo rmat=futuretrend&area=tv&cmd=archiv

Länge 30’ Sendezeit Di, 21:15-21:45, 14-tägig Themen Wissenschaft www.mdr.de/echt/

Joachim Bublath (ZDF) Länge 30’ Sendezeit Mi, 22:15-22:45, monatlich Themen Phänomene aus Wis- senschaft und Technik www.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1020545,00.html

Alpha Centauri (BR alpha) Länge 15’ Sendezeit: Mi, 22:45-23:00, 14-tägig Themen Sterngucken www.br-online.de/alpha/centauri/

Länge 30’ Sendezeit So, 11:03-11:30 Themen Zuschauerfragen www.kopfball.de/stc_home. phtml?kbsec=home Prisma (NDR) Länge 30’, Magazin Sendezeit So, 13:45-14:15 Themen: Naturwissenschaft, Medizin, Technik und Forschung www.ndr.de/tv/prisma/ hitec (3sat) Länge 30’, Doku Sendezeit So 16:00-16:30 Themen Wissenschaft, Technik www.3sat.de/hitec

MTW (SF) Länge 45’, Magazin Sendezeit Do, 21:00-20:45, 14-tägig Themen technologische Ent- wicklung, wissenschaft- liche Forschung und deren Wechselwirkung mit dem Menschen; Schweizer Bezug www2.sfdrs.ch/sf1/mtw/index.php

W wie Wissen (ARD) Länge 27’, Magazin Sendezeit So, 17:03-30, wöchentlich Themen Wissenswertes aus dem Alltag www.daserste.de/wwiewissen/ Newton (ORF) Länge 30’, Magazin Sendezeit So, 19:00-30 Themen Wissenschaft www.tv.orf.at/newton

Odysso (SWR) Länge 30’, monothematisch Sendezeit Do, 22:00-22:30 Themen Wissenschaft, Gesund- heit, Leben www.swr.de/odysso/

Welt der Wunder (RTL2) Länge 60’, Magazin Sendezeit So, 19:00-20:00 Themen Natur, Technik, Mensch, Tier www.weltderwunder.de/ Wunderwelt Wissen (Pro7) SONNTAG

SAMSTAG neues (3sat) Länge der Sendung: 30’, Magazin Sendezeit: 16:30-17:00 Themen: Computer Internet: http://www.3sat.de/neues/

Länge 60’, Magazin Sendezeit So, 19:00-20:00 Themen Wissen www.prosieben.de/lifestyle_magazine/ www/ Planetopia (Sat.1) Länge 45’, Magazin Sendezeit So, 22:45-23:30 Themen: modernes Leben, Forschung und Technik www.planetopia.de/

Zusammenstellung: Reto Vetterli


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Wissen macht Ah! (WDR, KI.KA) Länge 30’, Magazin Sendezeit Fr, 13:30-14:00 WDR; Mo-Do, 19:25 KI.KA Themen Alltagsfragen, Experimente www.wdr.de/tv/wissen-macht-ah/flash. phtml

Kopfball (WDR)

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Plietsch (NDR) Länge 30’, monothematisch Sendezeit Do, 18:15-18:45 Themen Aktuelles, Porträts, skurrile Wissenschaft, Experimente www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/ 0,3147,SPM10196,00.html

Faszination Wissen (BR) Länge 45’, Magazin Sendezeit Do, 19:30-20:15 Themen Aktuelles und Faszinierendes aus Wissenschaften und Technik www.br-online.de/wissen-bildung/sendungen/faszinationwissen/index.xml

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nano (3sat: ARD, ZDF, ORF, SF) Länge 30’, Magazin Sendezeit Mo-Fr, 18:30-19:00 Themen Natur-, Geistes- bis Politikwissenschaft www.3sat.de/nano

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Abenteuer Wissen (ZDF) Länge 30’, monothematisch Sendezeit Mi, 22:15-45, Einfach genial (MDR) 3 x monatlich Länge 25’, Magazin Themen Technik und Natur, Sendezeit Di, 19:50-20:15 Psychologie und Ge Themen Erfindungen, Produkte, schichte Spartipps www.zdf.de/ZDFde/inwww.mdr.de/einfach-genial/ halt/1/0,1872,1020545,00.html

Quarks & Co. (WDR) Galileo (Pro7) Länge 60’, Magazin Sendezeit Mo-Fr, 19:00-20:00 Themen: Wissen und Wissen- schaft www.prosieben.de/lifestyle_magazine/galileo/

Puls (SF) Länge 45’, Magazin Sendezeit Mo, 21:00-20:45 Themen Medizin, Patientenge- schichten; Schweizer Bezug www.sf.tv/sf1/puls/index.php

Länge 30’, monothematisch Sendezeit Di, 21:00-21:45 14-tägig Themen Naturwissenschaft www.quarks.de

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Echt! (MDR) Future Trend (RTL) Länge 30’, Magazin Sendezeit Mo, 23:30-00:00 Themen Innovationen, Trends und Erfindungen www.azmedia.de/portal/lib/index.php?fo rmat=futuretrend&area=tv&cmd=archiv

Länge 30’ Sendezeit Di, 21:15-21:45, 14-tägig Themen Wissenschaft www.mdr.de/echt/

Joachim Bublath (ZDF) Länge 30’ Sendezeit Mi, 22:15-22:45, monatlich Themen Phänomene aus Wis- senschaft und Technik www.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1020545,00.html

Alpha Centauri (BR alpha) Länge 15’ Sendezeit: Mi, 22:45-23:00, 14-tägig Themen Sterngucken www.br-online.de/alpha/centauri/

Länge 30’ Sendezeit So, 11:03-11:30 Themen Zuschauerfragen www.kopfball.de/stc_home. phtml?kbsec=home Prisma (NDR) Länge 30’, Magazin Sendezeit So, 13:45-14:15 Themen: Naturwissenschaft, Medizin, Technik und Forschung www.ndr.de/tv/prisma/ hitec (3sat) Länge 30’, Doku Sendezeit So 16:00-16:30 Themen Wissenschaft, Technik www.3sat.de/hitec

MTW (SF) Länge 45’, Magazin Sendezeit Do, 21:00-20:45, 14-tägig Themen technologische Ent- wicklung, wissenschaft- liche Forschung und deren Wechselwirkung mit dem Menschen; Schweizer Bezug www2.sfdrs.ch/sf1/mtw/index.php

W wie Wissen (ARD) Länge 27’, Magazin Sendezeit So, 17:03-30, wöchentlich Themen Wissenswertes aus dem Alltag www.daserste.de/wwiewissen/ Newton (ORF) Länge 30’, Magazin Sendezeit So, 19:00-30 Themen Wissenschaft www.tv.orf.at/newton

Odysso (SWR) Länge 30’, monothematisch Sendezeit Do, 22:00-22:30 Themen Wissenschaft, Gesund- heit, Leben www.swr.de/odysso/

Welt der Wunder (RTL2) Länge 60’, Magazin Sendezeit So, 19:00-20:00 Themen Natur, Technik, Mensch, Tier www.weltderwunder.de/ Wunderwelt Wissen (Pro7) SONNTAG

SAMSTAG neues (3sat) Länge der Sendung: 30’, Magazin Sendezeit: 16:30-17:00 Themen: Computer Internet: http://www.3sat.de/neues/

Länge 60’, Magazin Sendezeit So, 19:00-20:00 Themen Wissen www.prosieben.de/lifestyle_magazine/ www/ Planetopia (Sat.1) Länge 45’, Magazin Sendezeit So, 22:45-23:30 Themen: modernes Leben, Forschung und Technik www.planetopia.de/

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SKWJ-bulletin 2/06

Carte b l an c h e f ü r S i l via T s c h ui

I B M - B esu c h

einem Absacken der Leser-Aufmerksamkeit Gegensteuer zu halten. Bei heute, so wurde von externen Blattkritikern vermerkt, herrscht eine auffällige Diskrepanz zwischen der Sprache der einzelnen Ressorts. Während sich der «Nachtleben»Teil scheu dem Jugendslang annähert, ist der News- und der Wissens-Teil in der Regel sprachlich sehr nüchtern gehalten. Die Komplexität der Sprache ähnelt sich aber im vorderen und hinteren Teil. Als Grundregel gilt: Einfachheit vor sprachlicher Selbstverwirklichung des Redaktors, oder, in diesem Falle, der Redaktorin. Sätze sollen möglichst Hauptsätze bleiben, Fremdwörter sollen möglichst durch ein deutsches Äquivalent (!) ausgedrückt werden.

Erwünschte Form und erwünschter Inhalt Zunächst ein Aufwärmer der alten Binsenwahrheit; so abgelutscht, dass sie nicht mal einen ausgeführten Satz benötigt: Informationsflut – Überschwapp, jüngere Menschen – Desorientierung. Ein Fakt, der von den Testgruppen bei der Beurteilung der Nullnummern ausserordentlich deutlich bestätigt wurde. Alles, was auch nur ansatzweise wild, anders, vielleicht auch boulevardesk war, Populäre Bildsprache fiel ins Bodenlose. Gewünscht war ein klares, einfaches Die doch grössere Textlastigkeit der Artikel muss in der Layout mit determinierter, hierarchischer Leserführung. Aufbereitung und im Layout aufgefangen werden, eine Es ist wohl im Zusammenhang mit populärwissenschaftli- Aufgabe, an der heute ständig feilt: Mit einer klaren und chen Artikeln nicht falsch, von der erwünschten Form auf doch populären Bildsprache, mit - wo es geht - schmisden erwünschten Inhalt abzuleiten. sigen Titeln, auch mit der Proportionierung des Textes mittels Zwischentiteln zu verdaulichen Häppchen. Das Der zweite Grund, warum dieses Bedürfnis nach einfach Leserbrief-Feedback bei eher trockenen, langen Texabgehandelter Wissenschaft besteht, kann schon beinahe ten fällt dann aber oftmals optimistischer aus als es die als Medienkritik verstanden werden: Vor allem Printmeredaktionsinterne Diskussion vermuten liesse. Trotz des dien gehen nach der Meinung des heute-Chefredaktors Wunschs nach verständlicher Erklärung soll und will der Bernhard Weissberg häufig von einer zu hoch eingeschät- Leser eben auch nicht unterschätzt werden. zen Allgemeinbildung des Leser aus – oder möchten nur Die dritte, wichtigste, aber nicht schwierigste Entscheifür ein Lesersegment produzieren, bei dem dieser Wisdung betrifft den Themenschwerpunkt: Menschen wollen senshorizont vorausgesetzt werden kann. Uns erreichen über Menschen lesen, im Essentiellen über sich selbst. Im denn auch wöchentlich Leserbriefe, die diese Annahme Wissens-Teil bekommen deshalb biologische und psybestätigen. chologische Studien den grössten Platz. Tiere und Umwelt ziehen auch immer, und einer generellen Technikfaszination, gekoppelt mit einer Portion Science-Fiction muss ebenfalls Genüge getan werden: Weltraumthemen sind «Guten Abend, Ich möchte nur bei uns überproportional vertreten.

ganz kurz gratulieren! Bei der heute-Ausgabe vom 19.09.06 war eine sehr gute Erklärung über die drei Abstimmungen. Es war nicht so schwierig wie sonst! Weiter so! Mit freundlichen Grüssen.»

Dass da also das Bedürfnis nach einer «Erklärung der Welt» ist, ist unbestritten. Dass der Leser aber auch dort erreicht werden soll, wo er die Information überhaupt verarbeiten kann, dass der Leser nicht vor einer «Textwüste» erschrickt und sich sogleich ausklinkt, darin besteht die Herausforderung und die Gratwanderung. Verschiedene Instrumente stehen zur Verfügung, um

A us z ei c h nungen

Revolutionär

Eine Portion Wissen täglich Die Entscheidung, in heute «Wissens»-Artikel auf täglicher Basis zu publizieren, war klar wie eine mit Zeitungspapier liebevoll abgeriebene Fensterscheibe: In den Marketingumfragen im Vorfeld der Lancierung einer neuen Gratiszeitung schrie die Testleserschaft geradezu nach einer «Erklärung der Welt». Zweierlei Faktoren scheinen bei diesem Bedürfnis mitzuspielen.

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Für die Zukunft überlegen wir uns, ob wir auf unserer Wissens-Seite monothematisch bleiben, oder ob wir verschiedene Stoffe kürzer behandeln wollen. Die Leserrückmeldungen zeigen aber, dass auch in einer Gratiszeitung Platz ist für komplexer dargelegte Sachverhalte.

Die Carte Blanche-Autorin über sich: Silvia Tschui schlafwandelte einige Semester an der Uni Zürich am germanistischen Seminar herum, bis sie sich für eine Kunstausbildung in Zürich und London entschied. Zu ihrem Job als Wissens/Hintergrunds- und Literatur-Redaktorin bei heute kam sie zur eigenen Ueberraschung.

Das IBM Zurich Research Lab feiert in diesem Jahr den 50. Geburtstag. Anlass für den Klub, den Forschungssitz in Rüschlikon zu besuchen. Der Ort ist gut gewählt. Etwas versteckt an Zürichs Stadtrand liegen “auf den Anhöhen Rüschlikons die vier flachen, weissen Gebäude des Forschungszentrums – ganz in der Tradition schweizerischen Understatements“, heisst es im Magazin „IBM Think!“. „Der unauffällige Stil der Architektur, die beschauliche Landschaft, die offene und freundliche Atmosphäre machen das Wesen des Instituts aus und stehen in deutlichem Kontrast zu den Forschungen am Campus: denn die sind oft umwälzend, ja revolutionär.“ – Das IBM Zurich Research Lab, eines von acht Forschungslaboratorien des Grosskonzerns, Arbeitgeber von 300 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus über 25 Nationen, feiert in diesem Jahr den 50. Geburtstag. Anfang Juli hatten wir die Möglichkeit, die Labors zu besuchen und einen Einblick in die aktuelle Forschung zu erhalten. Mit einem Blick zurück begann das Referat von Karin Vey, der Kommunikationschefin von IBM Zürich. Highlights seien die Erfindung des Rastertunnel-Mikroskops durch Gerd Binnig und Heinrich Rohrer (Physik-Nobelpreis 1986) und die Arbeiten von K. Alex Müller und Georg Bednorz über die Hochtemperatur-Supraleitung (Physik-Nobelpreis 1987). Die Entdeckung des Rastertunnel-Mikroskops legte die Grundlage für die Nanotechnologie“, so Karin Vey. „Welche Fortschritte die Nanotechnologie seitdem gemacht hat, zeigt eine revolutionäre nanomechanische Speichertechnologie, die die Zürcher Experten derzeit entwickeln. Zur Speicherung ‚schreiben’ Tausende feiner Spitzen nur wenige nanometergrosse Vertiefungen in eine Polymeroberfläche, die dann auch wieder ausgelesen und gelöscht werden können,” berichtete Paul Seidler, Leiter des Departements Science & Technology. Der Prototyp des Nanospeichers erreiche so eine extrem hohe Speicherdichte von mehr als einem Terabit pro Quadratzoll, was der Menge von rund 25 DVDs auf der Fläche einer Briefmarke entspreche. Auf einem Laborrundgang berichteten Gerhard Meyer über aktuelle Projekte im Bereich atomarer Manipulationen (erst kürzlich berichtete Science über die Arbeiten) und Roger Dangel über optische Datenverbindungen. Einen weiteren For-schungsbereich stellte Doug Dykeman vor: den Service Research. Dabei geht es im Wesentlichen um neue Technologien wie etwas den „On Demand Innovation Services“ (ODIS). „Hier arbeiten Forscher gemeinsam mit Beratern und dem Kunden an innovativen Lösungen für deren komplexe Geschäftsprobleme.” Eine solche Kooperation von Forschung und Beratung ist in der gesamten IT-Industrie einmalig“, heisst es dazu in „IBM Think!“. 50 Jahre IBM Zürich: die Forscher verstehen es auch heute noch, für die immer komplexer werdenden Anliegen zu begeistern.

Michael Breu Weitere Informationen zum Forschungszentrum sowie dem Jubiläumsjahr 2006: www.zurich.ibm.com.

Susan Gasser, Professorin für Molekularbiologie an der Universität Basel und Direktorin des Friedrich MiescherInstituts, wurde mit dem Otto Nägeli-Preis ausgezeichnet. Den mit 200 000 Franken dotierten Preis erhielt sie für bahnbrechende Analysen, die wichtig seien für die weitere Erforschung von Krebs- und Alterungsprozessen. Die Verbindung der Disziplinen Biologie, Genetik und Zellbiologie sei Susan Gasser hervorragend gelungen. Hans-Jörg Rheinberger wurde mit dem cogito-Preis 2006 für seine originellen wissenschaftshistorischen Analysen ausgezeichnet. Der Biologe Rheinberger, in Grabs SG geborener Bürger von Liechtenstein, ist Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Der mit 50 000 Franken dotierte Preis der cogito foundation mit Sitz in Wollerau zeichnet Personen aus, die erfolgreich disziplinübergreifend forschen. Odette Frey und Mark Livingston erhalten den «Prix Excellence» der Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften. Dieser Preis wird dieses Jahr zum ersten Mal verliehen. Die mit 10 000 Franken dotierte Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an Mark Livingston von Schweizer Radio DRS für seine Sendungen «Lizenz zum Klonen» und «Klonforschung in Newcastle» sowie an Odette Frey für ihren Artikel «Fragen Sie Ihre Gene» (“Facts”). Andreas Moser, Redaktionsleiter und Moderator der SFSendung „Netz Natur“, wurde von der VetSuisse-Fakultät der Uni Zürich mit einem Ehrendoktortitel ausgezeichnet. Europa Nostra Medaille für die aussergewöhnlich respektvolle Restaurierung des Badepavillons des Hernerguts Horgen. Auf einem Inselchen im Zürichsee zwischen 1899 und 1900 erbaut, war die Restaurierung dieses beispielhaften Baus im Stil, der Schlossarchitektur des Barock eine besondere Herausforderung an die Architekten und Restauratoren. Die Europa Nostra Medaille ist die höchste Auszeichnung dieser Art.

P ub l ikati o n

Irène Dietschis Buch „Fragiles Leben – Leben mit Hirnverletzungen“ ist im Verlag Orell Füssli AG Zürich erschienen. Paralell zum Buch erschien der gleichnamige Dokumentarfilm von Rudolf Welten. Die Autoren behandeln das Thema mit grosser Einfühlsamkeit. Irène Dietschis Porträts ergänzen die Langzeitbeobachtungen des Filmemachers. Buch und DVD gibt es im Package.


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SKWJ-bulletin 2/06

Carte b l an c h e f ü r S i l via T s c h ui

I B M - B esu c h

einem Absacken der Leser-Aufmerksamkeit Gegensteuer zu halten. Bei heute, so wurde von externen Blattkritikern vermerkt, herrscht eine auffällige Diskrepanz zwischen der Sprache der einzelnen Ressorts. Während sich der «Nachtleben»Teil scheu dem Jugendslang annähert, ist der News- und der Wissens-Teil in der Regel sprachlich sehr nüchtern gehalten. Die Komplexität der Sprache ähnelt sich aber im vorderen und hinteren Teil. Als Grundregel gilt: Einfachheit vor sprachlicher Selbstverwirklichung des Redaktors, oder, in diesem Falle, der Redaktorin. Sätze sollen möglichst Hauptsätze bleiben, Fremdwörter sollen möglichst durch ein deutsches Äquivalent (!) ausgedrückt werden.

Erwünschte Form und erwünschter Inhalt Zunächst ein Aufwärmer der alten Binsenwahrheit; so abgelutscht, dass sie nicht mal einen ausgeführten Satz benötigt: Informationsflut – Überschwapp, jüngere Menschen – Desorientierung. Ein Fakt, der von den Testgruppen bei der Beurteilung der Nullnummern ausserordentlich deutlich bestätigt wurde. Alles, was auch nur ansatzweise wild, anders, vielleicht auch boulevardesk war, Populäre Bildsprache fiel ins Bodenlose. Gewünscht war ein klares, einfaches Die doch grössere Textlastigkeit der Artikel muss in der Layout mit determinierter, hierarchischer Leserführung. Aufbereitung und im Layout aufgefangen werden, eine Es ist wohl im Zusammenhang mit populärwissenschaftli- Aufgabe, an der heute ständig feilt: Mit einer klaren und chen Artikeln nicht falsch, von der erwünschten Form auf doch populären Bildsprache, mit - wo es geht - schmisden erwünschten Inhalt abzuleiten. sigen Titeln, auch mit der Proportionierung des Textes mittels Zwischentiteln zu verdaulichen Häppchen. Das Der zweite Grund, warum dieses Bedürfnis nach einfach Leserbrief-Feedback bei eher trockenen, langen Texabgehandelter Wissenschaft besteht, kann schon beinahe ten fällt dann aber oftmals optimistischer aus als es die als Medienkritik verstanden werden: Vor allem Printmeredaktionsinterne Diskussion vermuten liesse. Trotz des dien gehen nach der Meinung des heute-Chefredaktors Wunschs nach verständlicher Erklärung soll und will der Bernhard Weissberg häufig von einer zu hoch eingeschät- Leser eben auch nicht unterschätzt werden. zen Allgemeinbildung des Leser aus – oder möchten nur Die dritte, wichtigste, aber nicht schwierigste Entscheifür ein Lesersegment produzieren, bei dem dieser Wisdung betrifft den Themenschwerpunkt: Menschen wollen senshorizont vorausgesetzt werden kann. Uns erreichen über Menschen lesen, im Essentiellen über sich selbst. Im denn auch wöchentlich Leserbriefe, die diese Annahme Wissens-Teil bekommen deshalb biologische und psybestätigen. chologische Studien den grössten Platz. Tiere und Umwelt ziehen auch immer, und einer generellen Technikfaszination, gekoppelt mit einer Portion Science-Fiction muss ebenfalls Genüge getan werden: Weltraumthemen sind «Guten Abend, Ich möchte nur bei uns überproportional vertreten.

ganz kurz gratulieren! Bei der heute-Ausgabe vom 19.09.06 war eine sehr gute Erklärung über die drei Abstimmungen. Es war nicht so schwierig wie sonst! Weiter so! Mit freundlichen Grüssen.»

Dass da also das Bedürfnis nach einer «Erklärung der Welt» ist, ist unbestritten. Dass der Leser aber auch dort erreicht werden soll, wo er die Information überhaupt verarbeiten kann, dass der Leser nicht vor einer «Textwüste» erschrickt und sich sogleich ausklinkt, darin besteht die Herausforderung und die Gratwanderung. Verschiedene Instrumente stehen zur Verfügung, um

A us z ei c h nungen

Revolutionär

Eine Portion Wissen täglich Die Entscheidung, in heute «Wissens»-Artikel auf täglicher Basis zu publizieren, war klar wie eine mit Zeitungspapier liebevoll abgeriebene Fensterscheibe: In den Marketingumfragen im Vorfeld der Lancierung einer neuen Gratiszeitung schrie die Testleserschaft geradezu nach einer «Erklärung der Welt». Zweierlei Faktoren scheinen bei diesem Bedürfnis mitzuspielen.

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Für die Zukunft überlegen wir uns, ob wir auf unserer Wissens-Seite monothematisch bleiben, oder ob wir verschiedene Stoffe kürzer behandeln wollen. Die Leserrückmeldungen zeigen aber, dass auch in einer Gratiszeitung Platz ist für komplexer dargelegte Sachverhalte.

Die Carte Blanche-Autorin über sich: Silvia Tschui schlafwandelte einige Semester an der Uni Zürich am germanistischen Seminar herum, bis sie sich für eine Kunstausbildung in Zürich und London entschied. Zu ihrem Job als Wissens/Hintergrunds- und Literatur-Redaktorin bei heute kam sie zur eigenen Ueberraschung.

Das IBM Zurich Research Lab feiert in diesem Jahr den 50. Geburtstag. Anlass für den Klub, den Forschungssitz in Rüschlikon zu besuchen. Der Ort ist gut gewählt. Etwas versteckt an Zürichs Stadtrand liegen “auf den Anhöhen Rüschlikons die vier flachen, weissen Gebäude des Forschungszentrums – ganz in der Tradition schweizerischen Understatements“, heisst es im Magazin „IBM Think!“. „Der unauffällige Stil der Architektur, die beschauliche Landschaft, die offene und freundliche Atmosphäre machen das Wesen des Instituts aus und stehen in deutlichem Kontrast zu den Forschungen am Campus: denn die sind oft umwälzend, ja revolutionär.“ – Das IBM Zurich Research Lab, eines von acht Forschungslaboratorien des Grosskonzerns, Arbeitgeber von 300 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus über 25 Nationen, feiert in diesem Jahr den 50. Geburtstag. Anfang Juli hatten wir die Möglichkeit, die Labors zu besuchen und einen Einblick in die aktuelle Forschung zu erhalten. Mit einem Blick zurück begann das Referat von Karin Vey, der Kommunikationschefin von IBM Zürich. Highlights seien die Erfindung des Rastertunnel-Mikroskops durch Gerd Binnig und Heinrich Rohrer (Physik-Nobelpreis 1986) und die Arbeiten von K. Alex Müller und Georg Bednorz über die Hochtemperatur-Supraleitung (Physik-Nobelpreis 1987). Die Entdeckung des Rastertunnel-Mikroskops legte die Grundlage für die Nanotechnologie“, so Karin Vey. „Welche Fortschritte die Nanotechnologie seitdem gemacht hat, zeigt eine revolutionäre nanomechanische Speichertechnologie, die die Zürcher Experten derzeit entwickeln. Zur Speicherung ‚schreiben’ Tausende feiner Spitzen nur wenige nanometergrosse Vertiefungen in eine Polymeroberfläche, die dann auch wieder ausgelesen und gelöscht werden können,” berichtete Paul Seidler, Leiter des Departements Science & Technology. Der Prototyp des Nanospeichers erreiche so eine extrem hohe Speicherdichte von mehr als einem Terabit pro Quadratzoll, was der Menge von rund 25 DVDs auf der Fläche einer Briefmarke entspreche. Auf einem Laborrundgang berichteten Gerhard Meyer über aktuelle Projekte im Bereich atomarer Manipulationen (erst kürzlich berichtete Science über die Arbeiten) und Roger Dangel über optische Datenverbindungen. Einen weiteren For-schungsbereich stellte Doug Dykeman vor: den Service Research. Dabei geht es im Wesentlichen um neue Technologien wie etwas den „On Demand Innovation Services“ (ODIS). „Hier arbeiten Forscher gemeinsam mit Beratern und dem Kunden an innovativen Lösungen für deren komplexe Geschäftsprobleme.” Eine solche Kooperation von Forschung und Beratung ist in der gesamten IT-Industrie einmalig“, heisst es dazu in „IBM Think!“. 50 Jahre IBM Zürich: die Forscher verstehen es auch heute noch, für die immer komplexer werdenden Anliegen zu begeistern.

Michael Breu Weitere Informationen zum Forschungszentrum sowie dem Jubiläumsjahr 2006: www.zurich.ibm.com.

Susan Gasser, Professorin für Molekularbiologie an der Universität Basel und Direktorin des Friedrich MiescherInstituts, wurde mit dem Otto Nägeli-Preis ausgezeichnet. Den mit 200 000 Franken dotierten Preis erhielt sie für bahnbrechende Analysen, die wichtig seien für die weitere Erforschung von Krebs- und Alterungsprozessen. Die Verbindung der Disziplinen Biologie, Genetik und Zellbiologie sei Susan Gasser hervorragend gelungen. Hans-Jörg Rheinberger wurde mit dem cogito-Preis 2006 für seine originellen wissenschaftshistorischen Analysen ausgezeichnet. Der Biologe Rheinberger, in Grabs SG geborener Bürger von Liechtenstein, ist Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Der mit 50 000 Franken dotierte Preis der cogito foundation mit Sitz in Wollerau zeichnet Personen aus, die erfolgreich disziplinübergreifend forschen. Odette Frey und Mark Livingston erhalten den «Prix Excellence» der Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften. Dieser Preis wird dieses Jahr zum ersten Mal verliehen. Die mit 10 000 Franken dotierte Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an Mark Livingston von Schweizer Radio DRS für seine Sendungen «Lizenz zum Klonen» und «Klonforschung in Newcastle» sowie an Odette Frey für ihren Artikel «Fragen Sie Ihre Gene» (“Facts”). Andreas Moser, Redaktionsleiter und Moderator der SFSendung „Netz Natur“, wurde von der VetSuisse-Fakultät der Uni Zürich mit einem Ehrendoktortitel ausgezeichnet. Europa Nostra Medaille für die aussergewöhnlich respektvolle Restaurierung des Badepavillons des Hernerguts Horgen. Auf einem Inselchen im Zürichsee zwischen 1899 und 1900 erbaut, war die Restaurierung dieses beispielhaften Baus im Stil, der Schlossarchitektur des Barock eine besondere Herausforderung an die Architekten und Restauratoren. Die Europa Nostra Medaille ist die höchste Auszeichnung dieser Art.

P ub l ikati o n

Irène Dietschis Buch „Fragiles Leben – Leben mit Hirnverletzungen“ ist im Verlag Orell Füssli AG Zürich erschienen. Paralell zum Buch erschien der gleichnamige Dokumentarfilm von Rudolf Welten. Die Autoren behandeln das Thema mit grosser Einfühlsamkeit. Irène Dietschis Porträts ergänzen die Langzeitbeobachtungen des Filmemachers. Buch und DVD gibt es im Package.


SKWJ-bulletin 2/06

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G enera l versamm l ung 2 0 0 6

Protokoll der 33. Generalversammlung des Schweizerischen Klubs für Wissenschaftsjournalismus (SKWJ) 2006 Ort: Ehemaliger Hauptsitz des Weltfussballverbands FIFA auf dem Sonnenberg in Zürich Entschuldigt sind die Vorstandsmitglieder This Wachter, Christian Heuss und Martina Frei Protokollführer ist Patrick Imhasly. Als Stimmenzähler werden bestimmt: Irène Dietschi und Mark Livingston 1. Genehmigung des Protokolls der GV 2005 Das Protokoll der GV 2005 wird auf Antrag des Präsidenten ohne Beanstandungen und per Akklamation genehmigt. 2. Jahresbericht des Präsidenten Periode 17.6.2005 bis 8.6.2006 siehe Seite 9 und 10. Mitgliederbestand am 9.6.2006: ordentliche Mitglieder: 129 (2005: 128) ausserordentliche Mitglieder: 113 (2005:106) Ehrenmitglieder: 9 (2005:9) Gönner: 11 (2005:11) 3. Jahresbericht des Kassiers, Jahresabschluss Der Kassier Patrick Imhasly legt eine Jahresrechnung vor, die einen Ausgabenüberschuss von 7588,43 Franken aufweist. Damit beträgt die Bilanzsumme per 31.12.2005 42‘523,57 Franken. Jahresrechnung 2005 / Budget 2006 Einnahmen

Budget

Ausgaben

Budget

2005

2006

2005

2006

15’715

15’000

Vorstand

1’996,70

2’000

3’800

5’000

Sekretariat

3’903,75

2’800

605

500

Website

689,79

1’000

Adressenverkauf

2’400

2’500

Bulletin

7’245,20

7’500

Inserate/

3’500

2’500

EUSJA

969,98

900

29,40

50

PC-Konto

121,05

150

3’000

4’800

Mitgliederbeiträge Gönner Spenden

Recherchebeiträge GV 05

6. Gesundheitsseminar 2006 Der Vorstand stellt drei Themen zur Wahl: Systembiologie, Fälschung und Täuschung in der Medizin sowie neue Entwicklungen in der Tropenmedizin. Die GV entscheidet sich in zwei Wahlgängen für das Thema Tropenmedizin. 7. Statutenänderung Der Artikel 11 in den Statuten wird mit Zustimmung der GV revidiert. Bisher hiess es: «Für Verbindlichkeiten des SKWJ haftet nur das Vereinsvermögen.» Neu lautet die Formulierung: «Für die Verbindlichkeiten des SKWJ haften die Mitglieder jeweils in der Höhe ihres Mitgliederbeitrags, der maximal 300 Franken beträgt.»

4’000

23’150

8. und 9. Gönnerbeiträge und Rechierfonds Der Vorstand schlägt vor, alle Gönner explizit auf der

534,50

Budgetierte

5. Personelle Wechsel im Vorstand An der GV 2005 treten This Wachter, «Der Bund», und Mark Livingston, Schweizer Radio DRS, nach mehrjähriger Vorstandsarbeit zurück. Der Präsident Michael Breu bedankt sich bei den beiden für ihr grosses Engagement im Interesse des Klubs: This habe sich profiliert als «Hüter der journalistischen Moral», Mark habe den e-commerce des Klubs zum Erfolg geführt und immer wieder spannende Veranstaltungen organisiert. Ohne Gegenstimme werden in den Vorstand gewählt: Mürra Zabel, 3Sat, und Marcel Hänggi von der «Wochenzeitung» (WOZ). Die bisherigen Mitglieder des Vorstands werden in globo per Akklamation bestätigt.

Die GV beschliesst, dass jedes Jahr über die Höhe des Mitgliederbeitrags abgestimmt werden und dieser im Protokoll festgehalten werden muss. Für das Jahr 2006 bestätigt die GV den jährlichen Mitgliederbeitrag von 70 Franken.

Newsletter Zinsen

4. Revisorenbericht Der Revisorenbericht von Felix Frank und Christian Bernhart wird von der Generalversammlung akzeptiert und die Jahresrechnung per Akklamation genehmigt. Urs Gasche stellt den Antrag, dass der Vorstand im Hinblick auf die GV 2006 das Spesenregelment überarbeitet und dabei eine grosszügigere Entschädigung der Vorstandsmitglieder in Betracht zieht. Der Antrag wird angenommen.

Anlässe

Einnahmen total

26’049,40

25’550

Ausgaben total

18’460,97

Website aufzuführen. Ausserdem hat er ein Reglement erarbeitet für die Verwendung der Gelder aus dem Recherchierfonds. Die Vorschläge des Vorstands werden angenommen. 10. Verschiedenes Aus dem Recherchierfonds wurden im vergangenen Jahr zwei Beiträge ausbezahlt: an Marcel Hänggi für eine Artikel-Recherche und an Beat Glogger für eine Buch-Recherche. Patrick Imhasly, 9.6.2006

Jahresbericht 2005 des Präsidenten Michael Breu Dieser Jahresbericht betrifft die Periode vom 17. Juni 2005 bis 9. Juni 2006. Am 8. Juni 2006 hatte der Club 129 Mitglieder, also eines mehr als 2005.

Forschen erforschen“ fand im Mai 2006 in Zürich statt. Die Wissenschaftssoziologin Professor Karin Knorr Cetina von der Universität Konstanz berichtete über den aktuellen Stand der Wissenschaftsforschung. In einem Koreferat begegnete ihr der Nobelpreisträger und emeritierte Chemieprofessor Richard Ernst (EZHZ). Im zweiten Teil diskutierten Professor Wolf-Andreas Liebert von der Universität Koblenz und Odette Frey von Facts, wie Metaphern im Wissenschaftsjournalismus verwendet werden (das Thema war im Bulletin 2/03 bereits einmal diskutiert worden). Im dritten Teil referierte Sheldon Krimsky von der Tufts University zum Thema „How Money Makes Science“. Ihm entgegnete Olaf Kübler, ehemaliger Präsident der ETHZ, per Videokonferenz von Tokio aus. Am Workshop nahmen rund 40 Journalistinnen und Journalisten teil. Der ausführliche Bericht von Marcel Hänggi folgt auf Seite 10 bis 11.

Klub-Kommunikation Es wurden 18 Newsletter mit Hinweisen auf Anlässe, Die Anlässe des Vereinsjahres: Im Mai 2005 nahm Christian Bernhart an der EUSJA- Artikel, Fellowships, Weiterbildungen und Reisen Reise nach Hamburg teil. Im Bulletin 3/05 berichtete verschickt. Zwei Bulletins wurden zu Themen wie Public Relations und/oder Journalismus“ und „Jourer über die Jubiläumsausstellung „100 Jahre nalistenpreise“ publiziert. Ingenieurausbildung in Hamburg“.

Aus dem Vorstand Der Vorstand besteht aus acht Mitgliedern. Es gab einige Wechsel: Hildegard Bösch-Billing (SF/Puls), Matthias Meili (NZZaS) und Reto U. Schneider (NZZ Folio) traten an der GV 2005 zurück. Neu gewählt wurden Michael Breu (SF/Puls), MarAlan Niederer nahm im November 2005 an der tina Frei (Tages-Anzeiger) und Patrick Imhasly von der Bertelsmann-Stiftung organisierten Wis(Der Bund). Michael Breu wurde zum Präsidenten senswerte-Tagung teil und berichtete darüber im gewählt. Bulletin 1/06. Während des Vereinsjahres stiess Mürra Zabel (3sat) hinzu, die seither das Bulletin betreut. Anlässlich Das Gesundheitsseminar 2005 in Zusammenarbeit mit der Interpharma fand im ISREC in Epalinges bei dieser GV kandidiert Marcel Hänggi (WOZ) für ein Lausanne statt. Die Tagung informierte über aktuelle Vorstandsamt. Themen rund um die Krebsforschung. Institutsdirek- Beide „Neue“ sind bereits aktiv geworden: Mürra produziert das Bulletin und Marcel organisierte mit tor Michel Aguet begrüsste die Klubmitglieder. Der Thomas Müller zusammen den NFS-Workshop und Bericht zu diesem Anlass von Rolf App erschien im moderierte den Anlass auch. Bulletin 1/06. Die GV 2005 fand im Historischen Museum Bern statt. Im Anschluss daran hatten die Klubmitglieder eine Extraführung durch die damals noch nicht eröffnete Albert-Einstein-Ausstellung.

Unsere Delegierte Irène Dietschi vertrat den Klub an der EUSJA-Generalversammlung im März 2006 in Strassburg und berichtete darüber im Bulletin 1/06. Der Nationalfonds-Workshop zum Thema „Das

Der Vorstand traf sich im vergangenen Vereinsjahr zu 7 Sitzungen. Auf diese GV traten This Wachter (Der Bund) und Mark Livingston (SR DRS) aus dem Vorstand zurück.


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Protokoll der 33. Generalversammlung des Schweizerischen Klubs für Wissenschaftsjournalismus (SKWJ) 2006 Ort: Ehemaliger Hauptsitz des Weltfussballverbands FIFA auf dem Sonnenberg in Zürich Entschuldigt sind die Vorstandsmitglieder This Wachter, Christian Heuss und Martina Frei Protokollführer ist Patrick Imhasly. Als Stimmenzähler werden bestimmt: Irène Dietschi und Mark Livingston 1. Genehmigung des Protokolls der GV 2005 Das Protokoll der GV 2005 wird auf Antrag des Präsidenten ohne Beanstandungen und per Akklamation genehmigt. 2. Jahresbericht des Präsidenten Periode 17.6.2005 bis 8.6.2006 siehe Seite 9 und 10. Mitgliederbestand am 9.6.2006: ordentliche Mitglieder: 129 (2005: 128) ausserordentliche Mitglieder: 113 (2005:106) Ehrenmitglieder: 9 (2005:9) Gönner: 11 (2005:11) 3. Jahresbericht des Kassiers, Jahresabschluss Der Kassier Patrick Imhasly legt eine Jahresrechnung vor, die einen Ausgabenüberschuss von 7588,43 Franken aufweist. Damit beträgt die Bilanzsumme per 31.12.2005 42‘523,57 Franken. Jahresrechnung 2005 / Budget 2006 Einnahmen

Budget

Ausgaben

Budget

2005

2006

2005

2006

15’715

15’000

Vorstand

1’996,70

2’000

3’800

5’000

Sekretariat

3’903,75

2’800

605

500

Website

689,79

1’000

Adressenverkauf

2’400

2’500

Bulletin

7’245,20

7’500

Inserate/

3’500

2’500

EUSJA

969,98

900

29,40

50

PC-Konto

121,05

150

3’000

4’800

Mitgliederbeiträge Gönner Spenden

Recherchebeiträge GV 05

6. Gesundheitsseminar 2006 Der Vorstand stellt drei Themen zur Wahl: Systembiologie, Fälschung und Täuschung in der Medizin sowie neue Entwicklungen in der Tropenmedizin. Die GV entscheidet sich in zwei Wahlgängen für das Thema Tropenmedizin. 7. Statutenänderung Der Artikel 11 in den Statuten wird mit Zustimmung der GV revidiert. Bisher hiess es: «Für Verbindlichkeiten des SKWJ haftet nur das Vereinsvermögen.» Neu lautet die Formulierung: «Für die Verbindlichkeiten des SKWJ haften die Mitglieder jeweils in der Höhe ihres Mitgliederbeitrags, der maximal 300 Franken beträgt.»

4’000

23’150

8. und 9. Gönnerbeiträge und Rechierfonds Der Vorstand schlägt vor, alle Gönner explizit auf der

534,50

Budgetierte

5. Personelle Wechsel im Vorstand An der GV 2005 treten This Wachter, «Der Bund», und Mark Livingston, Schweizer Radio DRS, nach mehrjähriger Vorstandsarbeit zurück. Der Präsident Michael Breu bedankt sich bei den beiden für ihr grosses Engagement im Interesse des Klubs: This habe sich profiliert als «Hüter der journalistischen Moral», Mark habe den e-commerce des Klubs zum Erfolg geführt und immer wieder spannende Veranstaltungen organisiert. Ohne Gegenstimme werden in den Vorstand gewählt: Mürra Zabel, 3Sat, und Marcel Hänggi von der «Wochenzeitung» (WOZ). Die bisherigen Mitglieder des Vorstands werden in globo per Akklamation bestätigt.

Die GV beschliesst, dass jedes Jahr über die Höhe des Mitgliederbeitrags abgestimmt werden und dieser im Protokoll festgehalten werden muss. Für das Jahr 2006 bestätigt die GV den jährlichen Mitgliederbeitrag von 70 Franken.

Newsletter Zinsen

4. Revisorenbericht Der Revisorenbericht von Felix Frank und Christian Bernhart wird von der Generalversammlung akzeptiert und die Jahresrechnung per Akklamation genehmigt. Urs Gasche stellt den Antrag, dass der Vorstand im Hinblick auf die GV 2006 das Spesenregelment überarbeitet und dabei eine grosszügigere Entschädigung der Vorstandsmitglieder in Betracht zieht. Der Antrag wird angenommen.

Anlässe

Einnahmen total

26’049,40

25’550

Ausgaben total

18’460,97

Website aufzuführen. Ausserdem hat er ein Reglement erarbeitet für die Verwendung der Gelder aus dem Recherchierfonds. Die Vorschläge des Vorstands werden angenommen. 10. Verschiedenes Aus dem Recherchierfonds wurden im vergangenen Jahr zwei Beiträge ausbezahlt: an Marcel Hänggi für eine Artikel-Recherche und an Beat Glogger für eine Buch-Recherche. Patrick Imhasly, 9.6.2006

Jahresbericht 2005 des Präsidenten Michael Breu Dieser Jahresbericht betrifft die Periode vom 17. Juni 2005 bis 9. Juni 2006. Am 8. Juni 2006 hatte der Club 129 Mitglieder, also eines mehr als 2005.

Forschen erforschen“ fand im Mai 2006 in Zürich statt. Die Wissenschaftssoziologin Professor Karin Knorr Cetina von der Universität Konstanz berichtete über den aktuellen Stand der Wissenschaftsforschung. In einem Koreferat begegnete ihr der Nobelpreisträger und emeritierte Chemieprofessor Richard Ernst (EZHZ). Im zweiten Teil diskutierten Professor Wolf-Andreas Liebert von der Universität Koblenz und Odette Frey von Facts, wie Metaphern im Wissenschaftsjournalismus verwendet werden (das Thema war im Bulletin 2/03 bereits einmal diskutiert worden). Im dritten Teil referierte Sheldon Krimsky von der Tufts University zum Thema „How Money Makes Science“. Ihm entgegnete Olaf Kübler, ehemaliger Präsident der ETHZ, per Videokonferenz von Tokio aus. Am Workshop nahmen rund 40 Journalistinnen und Journalisten teil. Der ausführliche Bericht von Marcel Hänggi folgt auf Seite 10 bis 11.

Klub-Kommunikation Es wurden 18 Newsletter mit Hinweisen auf Anlässe, Die Anlässe des Vereinsjahres: Im Mai 2005 nahm Christian Bernhart an der EUSJA- Artikel, Fellowships, Weiterbildungen und Reisen Reise nach Hamburg teil. Im Bulletin 3/05 berichtete verschickt. Zwei Bulletins wurden zu Themen wie Public Relations und/oder Journalismus“ und „Jourer über die Jubiläumsausstellung „100 Jahre nalistenpreise“ publiziert. Ingenieurausbildung in Hamburg“.

Aus dem Vorstand Der Vorstand besteht aus acht Mitgliedern. Es gab einige Wechsel: Hildegard Bösch-Billing (SF/Puls), Matthias Meili (NZZaS) und Reto U. Schneider (NZZ Folio) traten an der GV 2005 zurück. Neu gewählt wurden Michael Breu (SF/Puls), MarAlan Niederer nahm im November 2005 an der tina Frei (Tages-Anzeiger) und Patrick Imhasly von der Bertelsmann-Stiftung organisierten Wis(Der Bund). Michael Breu wurde zum Präsidenten senswerte-Tagung teil und berichtete darüber im gewählt. Bulletin 1/06. Während des Vereinsjahres stiess Mürra Zabel (3sat) hinzu, die seither das Bulletin betreut. Anlässlich Das Gesundheitsseminar 2005 in Zusammenarbeit mit der Interpharma fand im ISREC in Epalinges bei dieser GV kandidiert Marcel Hänggi (WOZ) für ein Lausanne statt. Die Tagung informierte über aktuelle Vorstandsamt. Themen rund um die Krebsforschung. Institutsdirek- Beide „Neue“ sind bereits aktiv geworden: Mürra produziert das Bulletin und Marcel organisierte mit tor Michel Aguet begrüsste die Klubmitglieder. Der Thomas Müller zusammen den NFS-Workshop und Bericht zu diesem Anlass von Rolf App erschien im moderierte den Anlass auch. Bulletin 1/06. Die GV 2005 fand im Historischen Museum Bern statt. Im Anschluss daran hatten die Klubmitglieder eine Extraführung durch die damals noch nicht eröffnete Albert-Einstein-Ausstellung.

Unsere Delegierte Irène Dietschi vertrat den Klub an der EUSJA-Generalversammlung im März 2006 in Strassburg und berichtete darüber im Bulletin 1/06. Der Nationalfonds-Workshop zum Thema „Das

Der Vorstand traf sich im vergangenen Vereinsjahr zu 7 Sitzungen. Auf diese GV traten This Wachter (Der Bund) und Mark Livingston (SR DRS) aus dem Vorstand zurück.


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«Das Forschen erforschen» This Wachter stiess im Sommer 1998 als BulletinRedaktor zum Klub. An der GV 1999 wurde er in den Vorstand gewählt. Er hat das Bulletin bald zu einem mehrseitigen, informativen Verbandsorgan ausgebaut. In seinen Beiträgen hat er immer wieder die Grenzen zwischen Journalismus und PR thematisiert. This Wachter war gleichsam der Hüter der journalistischen Ethik und Moral. This hat aber auch den Dialog zwischen Journalisten und Wissenschaftlern thematisiert, etwa in einem Editorial mit dem Titel „Traumatischer Dialog“ im Nachgang zur GenschutzIniative. Den Dialog hat This nicht nur kritisiert, er hat ihn auch gefördert. So gehörte er zu den Mitbegründern des (inzwischen wieder eingeschlafenen) Berner Medienstamms. 2001 übernahm This von Stefan Stöcklin das KlubSekretariat und führte es bis 2004. Danach war er unser Vertreter bei der EUSJA. Mark Livingston wurde an der GV 2001 in den Vorstand gewählt. Mark ist massgeblich dafür verantwortlich, dass unser Klub eine gute Einnahmequelle aus dem Verkauf von Adressen und Inseraten fand. Er baute den Bereich e-commerce aus. Mark hat für die Klubmitglieder auch Reisen mit organisiert – zum Beispiel die Radio-Wanderung unter dem Titel „Beromünster. Rauschen im Radio – Wissenschaft im Rausch“ oder die GV im Technorama.

Zu unserem Kerngeschäft als Wissenschaftsjournalisten gehört die Berichterstattung darüber, was die Wissenschaft entdeckt. Aber können und sollen wir auch darüber berichten, wie die Wissenschaft ihre Wahrheiten produziert? Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen Seminars am 18. Mai, das der SKWJ zusammen mit dem Nationalfonds organisierte. Hauptredner waren eine Soziologin, ein Linguist und ein Philosoph. Marcel Hänggi und Thomas Müller moderierten die Veranstaltung.

Knorr Cetina: Wie wir wissen - was wir wissen Zuerst sprach Karin Knorr Cetina, Professorin für Soziologie in Konstanz und Chicago. Knorr gehörte in den 1970er Jahren zu den Pionierinnen einer Laborforschung, die mit den Methoden der Ethnologie arbeitet und «Wissenskulturen» (epistemic cultures) erforscht. Wichtig sei in der Wissenschaftsforschung, dass die Erklärungsmodelle falsche und richtige Erkenntnisse der Wissenschaft gleichermassen erklären könnten. Knorr erläuterte ihre Arbeit anhand einer Studie über das Cern (nachzulesen in: Wissenskulturen, Suhrkamp, 1999). Hier kann ein einzelnes Experiment bis zu dreissig Jahren dauern und 2000 Physiker einschliessen. Erstaunlicherweise gelingt dies mit äusserst wenig administrativem Overhead und sehr flachen Hierarchien. Eine Folge des Zwangs zur Kooperation ist eine Eliminierung des Individuums als Subjekt wissenschaftlicher Erkenntnis. Das kommt etwa darin zum Ausdruck, dass Papers von Hunderten von Forschenden in alphabetischer Reihenfolge gezeichnet sind. In der Molekularbiologie dagegen ist die ForGönnerdiskussion und Reglement schungsgruppe stark hierarchisch aufgebaut; die weitaus meisten Konflikte entstehen um die Frage, wer wo auf der Recherchierfonds Autorenzeile stehen darf. Zuletzt berührte der Vortrag die An der GV 2005 waren die Gönnerbeiträge heiss diskutiert und umstritten. In der Schlussabstimmung Soziologie der Finanzmärkte, die Knorr Cetina ebenso als lehnten es die Mitglieder ab, die vom Vorstand vorge- Wissenskulturen zu begreifen versucht.

schlagene Statutenänderung zur Abschaffung des Gönnerstatus zu genehmigen. Das Thema beschäftig- Ernst: Keine Infragestellung der te den Vorstand auch weiterhin. So wurden verschie- Wissenschaft dene Verhaltenskodizes im Newsletter publiziert und Auf Knorr Cetina reagierte in einer kurzen Replik der Chemiker und Nobelpreisträger Richard Ernst. Er lehnte die Liste aller Gönner in die Homepage integriert. zentrale Begriffe von Knorrs Ansatz ab; darunter den BeSeit 2005 fliessen auf Wunsch der GV die Gönnergriff der «Wissenskulturen». Der Umstand, dass die Wisbeiträge zweckgebunden in den Recherchierfonds. Das entsprechende Reglement wird jetzt zur Abstim- senschaft sich unterschiedlichen Fragestellungen anzupassen vermöge, rechtfertige es nicht, von verschiedenen mung vorgelegt. Aus diesem Recherchierfonds wurden bisher eine Arbeit von Marcel Hänggi unterstützt, die Recherchen zu seiner WoZ-Geschichte „Unterwegs zu McScience?“, sowie ein Beitrag an Beat Gloggers Buchprojekt geleistet.

Kulturen zu sprechen und die Einheit der Wissenschaft in Frage zu stellen. Im zweiten Teil sprach Wolf Andreas Liebert, Professor für germanistische Linguistik in Koblenz, über Metaphern in der Wissenschaftssprache. Metaphern leisten – für uns Journalisten besonders wichtig – Anschauung, sie transportieren aber auch Interpretationen und Wertungen.

Liebert: Metaphern nicht zu Fachtermini erheben Es gibt ein Ideal, wonach Wissenschaftssprache metaphernfrei zu sein habe; dieses Ideal wird allerdings nie erreicht. Teilweise werden Metaphern zu Fachtermini erhoben, wodurch oft vergessen geht, dass es sich um Metaphern handelt. Das Sprechen in Metaphern nannte Liebert ein «Als-ob-Spiel», wie es auch Kinder spielen: Sie nehmen ein Stück Styropor und tun so, als ob es ein Eis wäre, und spielen damit Eisdiele. Das Spiel funktioniert, solange alle Teilnehmer sich des Kontextes bewusst sind und nicht auf die Idee kommen, das Styropor tatsächlich zu essen. Bei einer Experten-Laien-Kommunikation ist das gemeinsame Wissen über den Spielkontext aber oft nicht gegeben. Liebert foderte uns Journalisten deshalb dazu auf, auf Metaphern zwar nicht zu verzichten, diese aber immer kenntlich zu machen. Odette Frey, “Facts”Redaktorin, gestand, sie habe bei der Verwendung der Textmetaphern für die Genetik (das Genom als «Text», der «gelesen» wird etc.) immer schon ein ungutes Gefühl gehabt, bis zu Lieberts Vortrag aber nicht genau gewusst, woher dieses Gefühl komme. Die Forderung, bei der Verwendung von Metaphern immer auch den Kontext mitzuliefern, lehnte sie als unpraktikabel ab; sie ging aber mit Liebert einig, dass wir uns des Unterschieds zwischen fach- und alltagssprachlicher Bedeutung der Metaphern immer bewusst sein müssten. In der Diskussion erinnerte Sheldon Krimsky daran, dass Metaphern oft mit Bedacht so gewählt würden, um politische Botschaften zu vermitteln. Irène Dietschi rief dazu auf, die Metaphern der Wissenschafter nicht unbesehen zu übernehmen. Die Textmetaphorik für die Genetik gehöre auf den Index. Krimsky: Kommerzialisierung schafft Interessenkonflikte Nach dem Mittagessen berichtete Sheldon Krimsky von der Tufts University über seine Forschungen zum Verhältnis von Universität und Industrie. Seine zentralen Aussagen lauteten: Die Kommerzialisierung von Wissenschaft schafft Interessenkonflikte; Interessenkonflikte können die Autonomie der Wissenschaft untergraben; in den USA haben Interessenkonflikte die Haltung der Wissenschaftler verändert. Ein (knapper) Entscheid des US-Bundesgerichts von 1980 erklärte das Patentieren von Genen für rechtens. Über Nacht wurden damit alle, die Gene sequenzierten, zu potenziellen Unternehmern. Gleichzeitig wurden unter dem Schlagwort des Technologietransfers neue Gesetze geschaffen. Politiker befürchteten, die USA würden an Kompetitivität verlieren, weil sie zu wenig innovativ seien und weil Patente in den Schubladen der Ämter Staub ansetzten statt Früchte

zu tragen (eine Argumentation, die uns in der Schweiz mit zwanzigjähriger Verspätung bekannt vorkommt). Die Folge der Gesetze war eine massive Kommerzialisierung der Wissenschaften. In seinen Forschungen hat Krimsky einen klaren «Funding effect» festgestellt: Wenn mehrere Forscher etwa die Nebenwirkungen eines Medikaments untersuchten, so kämen diejenigen, die Geld von der Pharmaindustrie erhielten, mit viel grösserer Wahrscheinlichkeit zum Schluss, diese Nebenwirkungen seien harmlos, als die staatlich finanzierten Forscher. Krimsky fordert deshalb, gewisse Interessenkonflikte seien zu verbieten. Kübler: Ein System von Checks and Balances Als Koreferent zeigte sich der Ex-ETH-Präsident Olaf Kübler, der sich aus Tokio per Vidokonferenz zuschaltete, vom Vortrag beeindruckt und bekannte sich zu einem System von Checks and Balances, von strengen Richtlinien, um Missbräuche zu verhindern. Der Journalismus solle die Rolle einer Kontrollinstanz übernehmen, ähnlich der Rolle, die die NGO Transparency International in der internationalen Politik spiele. Trotz seiner engagierten Bekenntnisse blieb Kübler eher vage, was konkrete Massnahmen der ETH angeht (sein Nachfolger Ernst Hafen nennt als eines der Hauptziele seiner Präsidentschaft, den Anteil privater Finanzierung zu erhöhen). Auf eine Frage von Urs P. Gasche verteidigte er seinen seinerzeitigen Entscheid, den Medien keine Auskunft über Interessenkonflikte einzelner ETH-Angehöriger zu geben. Richard Ernst sagte in der Diskussion, er habe sich nie von einem Sponsor unter Druck gesetzt gefühlt. Wenn in Zukunft mehr Forschung privatwirtschaftlich finanziert werden solle, sorge er sich aber schon um die Autonomie der Wissenschaft. Karin Knorr Cetina berichtete, dass in der EU auch die Politik fordere, die Wissenschaft müsse sich stärker in den Dienst der Wirtschaft stellen; eine Forderung, die die Autonomie ebenfalls gefährde (und die uns in der Schweiz ebenfalls bekannt vorkommt). In der Schlussdiskussion waren sich alle einig, dass die Bedingungen, unter denen Wissenschaft entsteht, auch in das Blickfeld des Wissenschaftsjournalismus gehören. Die freien Journalisten Irène Dietschi und Roland Fischer hatten allerdings unterschiedliche Erfahrungen gemacht, ob Artikelvorschläge aus diesem Themenfeld in den Redaktionen auch auf Widerhall stossen. Karin Knorr Cetina rief dazu auf, ein realistischeres Wissenschaftsbild zu vermitteln – eines, zu dem ausser den Erfolgen auch das Scheitern gehöre. Als letzter noch anwesender Zeitungsredaktor sagte Stefan Stöcklin (BaZ), er würde eine interessant geschriebene Reportage über einen erfolglosen Laboralltag durchaus publizieren. Marcel Hänggi


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«Das Forschen erforschen» This Wachter stiess im Sommer 1998 als BulletinRedaktor zum Klub. An der GV 1999 wurde er in den Vorstand gewählt. Er hat das Bulletin bald zu einem mehrseitigen, informativen Verbandsorgan ausgebaut. In seinen Beiträgen hat er immer wieder die Grenzen zwischen Journalismus und PR thematisiert. This Wachter war gleichsam der Hüter der journalistischen Ethik und Moral. This hat aber auch den Dialog zwischen Journalisten und Wissenschaftlern thematisiert, etwa in einem Editorial mit dem Titel „Traumatischer Dialog“ im Nachgang zur GenschutzIniative. Den Dialog hat This nicht nur kritisiert, er hat ihn auch gefördert. So gehörte er zu den Mitbegründern des (inzwischen wieder eingeschlafenen) Berner Medienstamms. 2001 übernahm This von Stefan Stöcklin das KlubSekretariat und führte es bis 2004. Danach war er unser Vertreter bei der EUSJA. Mark Livingston wurde an der GV 2001 in den Vorstand gewählt. Mark ist massgeblich dafür verantwortlich, dass unser Klub eine gute Einnahmequelle aus dem Verkauf von Adressen und Inseraten fand. Er baute den Bereich e-commerce aus. Mark hat für die Klubmitglieder auch Reisen mit organisiert – zum Beispiel die Radio-Wanderung unter dem Titel „Beromünster. Rauschen im Radio – Wissenschaft im Rausch“ oder die GV im Technorama.

Zu unserem Kerngeschäft als Wissenschaftsjournalisten gehört die Berichterstattung darüber, was die Wissenschaft entdeckt. Aber können und sollen wir auch darüber berichten, wie die Wissenschaft ihre Wahrheiten produziert? Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen Seminars am 18. Mai, das der SKWJ zusammen mit dem Nationalfonds organisierte. Hauptredner waren eine Soziologin, ein Linguist und ein Philosoph. Marcel Hänggi und Thomas Müller moderierten die Veranstaltung.

Knorr Cetina: Wie wir wissen - was wir wissen Zuerst sprach Karin Knorr Cetina, Professorin für Soziologie in Konstanz und Chicago. Knorr gehörte in den 1970er Jahren zu den Pionierinnen einer Laborforschung, die mit den Methoden der Ethnologie arbeitet und «Wissenskulturen» (epistemic cultures) erforscht. Wichtig sei in der Wissenschaftsforschung, dass die Erklärungsmodelle falsche und richtige Erkenntnisse der Wissenschaft gleichermassen erklären könnten. Knorr erläuterte ihre Arbeit anhand einer Studie über das Cern (nachzulesen in: Wissenskulturen, Suhrkamp, 1999). Hier kann ein einzelnes Experiment bis zu dreissig Jahren dauern und 2000 Physiker einschliessen. Erstaunlicherweise gelingt dies mit äusserst wenig administrativem Overhead und sehr flachen Hierarchien. Eine Folge des Zwangs zur Kooperation ist eine Eliminierung des Individuums als Subjekt wissenschaftlicher Erkenntnis. Das kommt etwa darin zum Ausdruck, dass Papers von Hunderten von Forschenden in alphabetischer Reihenfolge gezeichnet sind. In der Molekularbiologie dagegen ist die ForGönnerdiskussion und Reglement schungsgruppe stark hierarchisch aufgebaut; die weitaus meisten Konflikte entstehen um die Frage, wer wo auf der Recherchierfonds Autorenzeile stehen darf. Zuletzt berührte der Vortrag die An der GV 2005 waren die Gönnerbeiträge heiss diskutiert und umstritten. In der Schlussabstimmung Soziologie der Finanzmärkte, die Knorr Cetina ebenso als lehnten es die Mitglieder ab, die vom Vorstand vorge- Wissenskulturen zu begreifen versucht.

schlagene Statutenänderung zur Abschaffung des Gönnerstatus zu genehmigen. Das Thema beschäftig- Ernst: Keine Infragestellung der te den Vorstand auch weiterhin. So wurden verschie- Wissenschaft dene Verhaltenskodizes im Newsletter publiziert und Auf Knorr Cetina reagierte in einer kurzen Replik der Chemiker und Nobelpreisträger Richard Ernst. Er lehnte die Liste aller Gönner in die Homepage integriert. zentrale Begriffe von Knorrs Ansatz ab; darunter den BeSeit 2005 fliessen auf Wunsch der GV die Gönnergriff der «Wissenskulturen». Der Umstand, dass die Wisbeiträge zweckgebunden in den Recherchierfonds. Das entsprechende Reglement wird jetzt zur Abstim- senschaft sich unterschiedlichen Fragestellungen anzupassen vermöge, rechtfertige es nicht, von verschiedenen mung vorgelegt. Aus diesem Recherchierfonds wurden bisher eine Arbeit von Marcel Hänggi unterstützt, die Recherchen zu seiner WoZ-Geschichte „Unterwegs zu McScience?“, sowie ein Beitrag an Beat Gloggers Buchprojekt geleistet.

Kulturen zu sprechen und die Einheit der Wissenschaft in Frage zu stellen. Im zweiten Teil sprach Wolf Andreas Liebert, Professor für germanistische Linguistik in Koblenz, über Metaphern in der Wissenschaftssprache. Metaphern leisten – für uns Journalisten besonders wichtig – Anschauung, sie transportieren aber auch Interpretationen und Wertungen.

Liebert: Metaphern nicht zu Fachtermini erheben Es gibt ein Ideal, wonach Wissenschaftssprache metaphernfrei zu sein habe; dieses Ideal wird allerdings nie erreicht. Teilweise werden Metaphern zu Fachtermini erhoben, wodurch oft vergessen geht, dass es sich um Metaphern handelt. Das Sprechen in Metaphern nannte Liebert ein «Als-ob-Spiel», wie es auch Kinder spielen: Sie nehmen ein Stück Styropor und tun so, als ob es ein Eis wäre, und spielen damit Eisdiele. Das Spiel funktioniert, solange alle Teilnehmer sich des Kontextes bewusst sind und nicht auf die Idee kommen, das Styropor tatsächlich zu essen. Bei einer Experten-Laien-Kommunikation ist das gemeinsame Wissen über den Spielkontext aber oft nicht gegeben. Liebert foderte uns Journalisten deshalb dazu auf, auf Metaphern zwar nicht zu verzichten, diese aber immer kenntlich zu machen. Odette Frey, “Facts”Redaktorin, gestand, sie habe bei der Verwendung der Textmetaphern für die Genetik (das Genom als «Text», der «gelesen» wird etc.) immer schon ein ungutes Gefühl gehabt, bis zu Lieberts Vortrag aber nicht genau gewusst, woher dieses Gefühl komme. Die Forderung, bei der Verwendung von Metaphern immer auch den Kontext mitzuliefern, lehnte sie als unpraktikabel ab; sie ging aber mit Liebert einig, dass wir uns des Unterschieds zwischen fach- und alltagssprachlicher Bedeutung der Metaphern immer bewusst sein müssten. In der Diskussion erinnerte Sheldon Krimsky daran, dass Metaphern oft mit Bedacht so gewählt würden, um politische Botschaften zu vermitteln. Irène Dietschi rief dazu auf, die Metaphern der Wissenschafter nicht unbesehen zu übernehmen. Die Textmetaphorik für die Genetik gehöre auf den Index. Krimsky: Kommerzialisierung schafft Interessenkonflikte Nach dem Mittagessen berichtete Sheldon Krimsky von der Tufts University über seine Forschungen zum Verhältnis von Universität und Industrie. Seine zentralen Aussagen lauteten: Die Kommerzialisierung von Wissenschaft schafft Interessenkonflikte; Interessenkonflikte können die Autonomie der Wissenschaft untergraben; in den USA haben Interessenkonflikte die Haltung der Wissenschaftler verändert. Ein (knapper) Entscheid des US-Bundesgerichts von 1980 erklärte das Patentieren von Genen für rechtens. Über Nacht wurden damit alle, die Gene sequenzierten, zu potenziellen Unternehmern. Gleichzeitig wurden unter dem Schlagwort des Technologietransfers neue Gesetze geschaffen. Politiker befürchteten, die USA würden an Kompetitivität verlieren, weil sie zu wenig innovativ seien und weil Patente in den Schubladen der Ämter Staub ansetzten statt Früchte

zu tragen (eine Argumentation, die uns in der Schweiz mit zwanzigjähriger Verspätung bekannt vorkommt). Die Folge der Gesetze war eine massive Kommerzialisierung der Wissenschaften. In seinen Forschungen hat Krimsky einen klaren «Funding effect» festgestellt: Wenn mehrere Forscher etwa die Nebenwirkungen eines Medikaments untersuchten, so kämen diejenigen, die Geld von der Pharmaindustrie erhielten, mit viel grösserer Wahrscheinlichkeit zum Schluss, diese Nebenwirkungen seien harmlos, als die staatlich finanzierten Forscher. Krimsky fordert deshalb, gewisse Interessenkonflikte seien zu verbieten. Kübler: Ein System von Checks and Balances Als Koreferent zeigte sich der Ex-ETH-Präsident Olaf Kübler, der sich aus Tokio per Vidokonferenz zuschaltete, vom Vortrag beeindruckt und bekannte sich zu einem System von Checks and Balances, von strengen Richtlinien, um Missbräuche zu verhindern. Der Journalismus solle die Rolle einer Kontrollinstanz übernehmen, ähnlich der Rolle, die die NGO Transparency International in der internationalen Politik spiele. Trotz seiner engagierten Bekenntnisse blieb Kübler eher vage, was konkrete Massnahmen der ETH angeht (sein Nachfolger Ernst Hafen nennt als eines der Hauptziele seiner Präsidentschaft, den Anteil privater Finanzierung zu erhöhen). Auf eine Frage von Urs P. Gasche verteidigte er seinen seinerzeitigen Entscheid, den Medien keine Auskunft über Interessenkonflikte einzelner ETH-Angehöriger zu geben. Richard Ernst sagte in der Diskussion, er habe sich nie von einem Sponsor unter Druck gesetzt gefühlt. Wenn in Zukunft mehr Forschung privatwirtschaftlich finanziert werden solle, sorge er sich aber schon um die Autonomie der Wissenschaft. Karin Knorr Cetina berichtete, dass in der EU auch die Politik fordere, die Wissenschaft müsse sich stärker in den Dienst der Wirtschaft stellen; eine Forderung, die die Autonomie ebenfalls gefährde (und die uns in der Schweiz ebenfalls bekannt vorkommt). In der Schlussdiskussion waren sich alle einig, dass die Bedingungen, unter denen Wissenschaft entsteht, auch in das Blickfeld des Wissenschaftsjournalismus gehören. Die freien Journalisten Irène Dietschi und Roland Fischer hatten allerdings unterschiedliche Erfahrungen gemacht, ob Artikelvorschläge aus diesem Themenfeld in den Redaktionen auch auf Widerhall stossen. Karin Knorr Cetina rief dazu auf, ein realistischeres Wissenschaftsbild zu vermitteln – eines, zu dem ausser den Erfolgen auch das Scheitern gehöre. Als letzter noch anwesender Zeitungsredaktor sagte Stefan Stöcklin (BaZ), er würde eine interessant geschriebene Reportage über einen erfolglosen Laboralltag durchaus publizieren. Marcel Hänggi


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Source Research und ihr Nutzen Ein selbständiger Forschungszweig bildet sich aus der schon früher praktizierten pflegenden Konservierung und Restaurierung heraus. Die Erkenntnisse aus bestehende Spezialgebieten müssen stärker verbunden werden. Dem Wissenschaftsjournalismus kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Warum ist diese Orientierung zu einer Bewertung und Authentifizierung der Quellen meiner Meinung nach so beachtenswert und damit wichtig? Die Thematik Kunst und Kulturgut nimmt einen immer breiteren Raum ein auch in der Presse - so entstehen immer mehr KunstZeitschriften und Kunstseiten in den Zeitungen - auch in der Wirtschaft: der Anteil der kunstverbundenen Aktivitäten inklusive Kunsthandels-Tätigkeit am Bruttosozialprodukt z.B. von New York wurde vor etwa 10 Jahren bereits mit 12 % angegeben; es entstehen immer mehr Galerien, Museen und Messen, das nützt dem Handel und dem Tourismus.

Es gibt ein Sigel mehr, eine neue Abkürzung: ATSR steht für Art Technological Source Research, was wörtlich übersetzt soviel bedeutet wie Kunsttechnologische Quellen Forschung. Es benennt also eine Tätigkeit, der viele Restauratoren und Konservierungsforscher von Kulturgut recht häufig nachgehen, je nach Objekt, an dem sie gerade Die Preise, die bezahlt werden für Kunst, sind eindrückarbeiten, oder aus grundsätzlichem Interesse für die Gelich; ein Cézanne zu 9 Millionen, ein Rembrandt zu 50 schichte der Kulturgut-Erhaltung. Mit dem Wort source Millionen, ein Gauguin zu 25 Millionen - solche Bilder, im Titel bedeutet es im Englischen etwas, das zwar von also Investitionen, müssen echt sein, dürfen nicht zereinigen Autoren und Forschern früher schon praktiziert fallen. wurde, aber bisher nicht als selbständiger Forschungszweig der Konservierung etabliert ist, nämlich die AuWichtiger Beitrag der Naturwissenschaften thentizität, Qualität und Relevanz der konsultierten Die Authentizität der Objekte ist der Grundstein der Quellen zu bestimmen. Die historische Literatur, in Wertschätzung und zusammen mit der Seltenheit oder diesem Fall der Kunsttechnologie, wird dabei nicht in ihrer Funktion als Quelle und Hilfsmittel angesehen - aus Einmaligkeit des jeweiligen Kunstgegenstandes die Basis sowohl der finanziellen wie auch der kulturellen Einder unser Wissen über die historische Kunsttechnologien schätzung. Dies gilt jedenfalls für das bewegliche Kulund Praktiken stammt und das durch sie erweitert wird, turgut, sei es nun „westliche“ oder „östliche“ Malerei, sondern sie selbst ist das Objekt der Forschung; sehr vereinfacht ausgedrückt geht es um quellenkritischen Ansatz, „moderne“, „alte“ oder „ethnographische“ Kunst, Mobiliar um die Philologie der der Kulturgut-Erhaltung zur Verfü- oder Kunstgewerbe. Hier hat die Naturwissenschaft durch den Einsatz archäometrische Methoden, durch Materialgung stehenden Quellenliteratur. Analysen, den Einsatz forensischer Techniken und durch Altersbestimmungen viel beizutragen; es braucht zugänEine Disziplin und eine Vereinigung gliche Datenbanken, die Ergebnissen der Erforschung von ASTR ist aber auch, und deswegen macht diese AbkürTechnologien und Materialien enthalten, sowie Forschunzung einen Sinn, die internationale Vereinigung derer, die gen zum Altersverhaltens der Materialien der Kulturgüter. sich um eine Systematik bemühen, mit Hilfe derer diese kritische Sichtung der Quellen im Bereich Kulturgut-Erhaltung zum einen objektivierbar, zum anderen aber auch Juristische Spezialgebiete Da das Pedigree eines Objektes dieser Kategorien, sein auskunftsträchtiger wird. Die Gruppe ist sehr aktiv. Herkunftsstammbaum, von erheblichem Preis- und Reputation-schaffendem Wert ist, wird die historische Eine der Neuheiten innerhalb der ATSR als “discipline” ist Forschung fortlaufend mehr eingefordert, genaue hisdie Aufmerksamkeit, die der Rekonstruktion geschenkt wird, im besonderen der wissenschaftlich durchgeführten torische Daten und Informationen zu liefern; auch die Rekonstruktion, z.B. nach Rezepten, die aus der Quellen-, Kunstgeschichte, die Museen und die Ausstellungsmacher sind hier gefragt. Das Spezialgebiet Kunstrecht aber auch aus der Sekundärliteratur und aus der mündlihat seit den 80iger Jahren einen enormen Aufschwung chen Überlieferung stammen, mit all dem, was dabei an genommen, ICOM-CC hat eine Arbeitsgruppe „Legal handwerks- und wissenschaftsgeschichtlicher, sprachwisaspects in conservation“, die Universität Genf hat eine senschaftlicher und sprachgeschichtlicher Forschungsargrosse Abteilung Kunstrecht innerhalb ihres Rechtsinstibeit philologisch ansteht. Bahnbrechend war hier Leslie tuts, es gibt dort ein eigenes Art Law Center. Viele KünCarlyle, heute Hauptverantwortliche für Konservierung stler der zeitgenössischen Szene an der Tate Gallery in London, die im Rahmen des beschäftigen Anwälte, und zwar bereits vor der Fertiholländischen MOL-ART Forschungsprogramms die gung von Kunstwerken; dieses Phänomen hängt mit Grundlagen legte für ihr beispielhaftes Buch „The Artist’s dem Beginn der konzeptuellen Kunst zusammen, deren Assistant“.

Vertreter ihre Projekte und deren verschiedene Stufen der Realisierung bereits vor der Erstellung mittels Verträgen verkauften (wie Kienholz oder Sol Lewitt). Rechtsgebiete werden neu erschlossen, Urheberrecht, das droit moral des Künstlers etc. spielen jetzt auch eine Rolle bei Konservierungen sowie bei der Pflege von Kunst im öffentlichen Raum. Prozesse finden statt wegen Restaurierungen, als prominentestes Beispiel sei auf den Prozess Goldrayer gegen van de Wetering in Sachen Barnet Newmann, „who is afraid of red, green and blue“ im Stadeldik Museum von Amsterdam verwiesen. Auch in diesem Umfeld spielen all die mit Restaurierung und Konservierungswissenschaft verbundenen Disziplinen eine immer grössere Rolle; eine davon ist ATSR. Neuland für Journalisten Erstaunlich ist, dass das Feld der Kulturgütererhaltung sich immer mehr bemüht, nicht nur gute und solide Grundlagen zu schaffen, um besser Forschung betreiben zu können, sondern auch, um Fälschern, den häufigen Zweifeln an Echtheit und Material auf Grund gesicherten Wissens begegnen zu können, auch um fehlerhafte Expertisen entlarven und falsche oder boshafte Unterstellungen oder gefälschte Forschungsresultate widerlegen zu können. Es sind auch andere Berufe damit beschäftigt, sich ähnliche Arbeitsbasen und Werkzeuge zu konstruieren, ihre Quellenverifikation zu systematisieren und noch vorsichtiger zu werden, insbesondere der WissenschaftsJournalismus. Die letzte Nummer des wpk Quarterly, des Magazins der Wissenschafts-Pressekonferenz e.V. , beginnt mit einem Editorial: „Wer prüft die Fakten?“ und enthält Beiträge zum “fact-checking“: „7 Tipps für das Fact-Checking eigener Manuskripte“ und „Ein Tag als Dokkerin“ und mehr zum gleichen Thema. Dokker sind Fact-checker. Ein Zitat daraus: „Weil Wissenschaft und ihr Gutachterprozess auf Vertrauen angewiesen ist, sind es bei Fälschungen offenbar zunehmend die Medien, die Kontrollfunktionen erfüllen“ – wenn wir hier das Wort „Medien“ mit Kunstwissenschaftern ersetzen, trifft er voll auch auf unsere Berufssparte zu. Was aber bedeutet Qualität in der Konservierungsforschung? In der New York Times vom 13. Februar 2006 findet sich ein Artikel „Reporters find Science journals harder to trust, but not easy to verify“ von Julie Bosman. Ein Auslöser dieser weltweiten Überlegungen zur Verifikations-Problematik war, dass dem südkoreanischen Wissenschafter Hwang Woo-suk auf dem Gebiet der menschlicher Stamm-Zellen Forschung Betrug nachgewiesen wurden, nachdem diese gefälschten Ergebnisse bereits in der sehr wichtigen Zeitschrift Science publiziert worden waren. Trotzdem wurde ihm, laut einer Meldung

der AFP vom 8. März 2006, auf Grund einer Mitteilung der National University von Seoul attestiert, mit Snuppy den ersten Hund geklont zu haben. Fact-checking ein eigentlich altes Thema Auch die Konservierungs-Wissenschaft hat Leichen im Keller – weswegen einige unserer Kollegen anfangen, fact checking zu betreiben, wie z. B. Jilleen Nadolny, die ihre Forschungsrgebnisse betreffend die englischen Kontroverse um den Gebrauch der Ölmalerei im mittelalterlichen England darlegt; um eine Kontroverse, die sich bereits im frühen und mittleren 19. Jht. zutrug. Die Forscher Barber (1736-1818) und Haslam (1764-1844) hatten in schriftlichen Quellen und mittels pionierhafter Erforschung der mittelalterlichen Bindemittel fast die Lehrmeinung umstossen können, dass erst die Brüder van Eyck die Ölfarbe entdeckt hätten. Die Quellenforscher Merrifield and Eastlake interpretierten die Schriftquellen auf andere Art und weigerten sich kategorisch zu akzeptieren, dass es möglich sei, mit chemischen Analysen den Gebrauch von Öl in mittelalterlichen Malereien nachzuweisen. „Aesthetical and Ethical Issues of Conservation in Central Eastern Europe: museum, ideology, society and conservation (case study : Czechoslovakia 1918 – 1960’s)“, ein Beitrag von Zuzanna Bauerova im Newsletter N° 12 / 2006 der ICOM-CC Arbeitsgruppe Theorie and History of Conservation (THC) zeichnet nach, wie die konservativ puristische Theorie der Museologie und Konservierung der Ungarischen Monarchie durch das Riegl’sche und Dvorak’sche Verständnis des Begriffs „geistiger Wert“ so umgekrempelt werden konnte, dass sie den Regimes der Tschecheslowakei in ihren ultranationalen Bestrebungen diente. Fazit: Es gilt noch viel Grundlagen-Forschung zu betreiben, damit das Berufs-Handwerkszeug der Restauratoren und das anderer Berufe mit ähnlicher Verantwortung einigermassen zureichend wird, die Probleme der verschiedenen Fachgebiete lösen zu helfen. Hans-Christoph von Imhoff


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Source Research und ihr Nutzen Ein selbständiger Forschungszweig bildet sich aus der schon früher praktizierten pflegenden Konservierung und Restaurierung heraus. Die Erkenntnisse aus bestehende Spezialgebieten müssen stärker verbunden werden. Dem Wissenschaftsjournalismus kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Warum ist diese Orientierung zu einer Bewertung und Authentifizierung der Quellen meiner Meinung nach so beachtenswert und damit wichtig? Die Thematik Kunst und Kulturgut nimmt einen immer breiteren Raum ein auch in der Presse - so entstehen immer mehr KunstZeitschriften und Kunstseiten in den Zeitungen - auch in der Wirtschaft: der Anteil der kunstverbundenen Aktivitäten inklusive Kunsthandels-Tätigkeit am Bruttosozialprodukt z.B. von New York wurde vor etwa 10 Jahren bereits mit 12 % angegeben; es entstehen immer mehr Galerien, Museen und Messen, das nützt dem Handel und dem Tourismus.

Es gibt ein Sigel mehr, eine neue Abkürzung: ATSR steht für Art Technological Source Research, was wörtlich übersetzt soviel bedeutet wie Kunsttechnologische Quellen Forschung. Es benennt also eine Tätigkeit, der viele Restauratoren und Konservierungsforscher von Kulturgut recht häufig nachgehen, je nach Objekt, an dem sie gerade Die Preise, die bezahlt werden für Kunst, sind eindrückarbeiten, oder aus grundsätzlichem Interesse für die Gelich; ein Cézanne zu 9 Millionen, ein Rembrandt zu 50 schichte der Kulturgut-Erhaltung. Mit dem Wort source Millionen, ein Gauguin zu 25 Millionen - solche Bilder, im Titel bedeutet es im Englischen etwas, das zwar von also Investitionen, müssen echt sein, dürfen nicht zereinigen Autoren und Forschern früher schon praktiziert fallen. wurde, aber bisher nicht als selbständiger Forschungszweig der Konservierung etabliert ist, nämlich die AuWichtiger Beitrag der Naturwissenschaften thentizität, Qualität und Relevanz der konsultierten Die Authentizität der Objekte ist der Grundstein der Quellen zu bestimmen. Die historische Literatur, in Wertschätzung und zusammen mit der Seltenheit oder diesem Fall der Kunsttechnologie, wird dabei nicht in ihrer Funktion als Quelle und Hilfsmittel angesehen - aus Einmaligkeit des jeweiligen Kunstgegenstandes die Basis sowohl der finanziellen wie auch der kulturellen Einder unser Wissen über die historische Kunsttechnologien schätzung. Dies gilt jedenfalls für das bewegliche Kulund Praktiken stammt und das durch sie erweitert wird, turgut, sei es nun „westliche“ oder „östliche“ Malerei, sondern sie selbst ist das Objekt der Forschung; sehr vereinfacht ausgedrückt geht es um quellenkritischen Ansatz, „moderne“, „alte“ oder „ethnographische“ Kunst, Mobiliar um die Philologie der der Kulturgut-Erhaltung zur Verfü- oder Kunstgewerbe. Hier hat die Naturwissenschaft durch den Einsatz archäometrische Methoden, durch Materialgung stehenden Quellenliteratur. Analysen, den Einsatz forensischer Techniken und durch Altersbestimmungen viel beizutragen; es braucht zugänEine Disziplin und eine Vereinigung gliche Datenbanken, die Ergebnissen der Erforschung von ASTR ist aber auch, und deswegen macht diese AbkürTechnologien und Materialien enthalten, sowie Forschunzung einen Sinn, die internationale Vereinigung derer, die gen zum Altersverhaltens der Materialien der Kulturgüter. sich um eine Systematik bemühen, mit Hilfe derer diese kritische Sichtung der Quellen im Bereich Kulturgut-Erhaltung zum einen objektivierbar, zum anderen aber auch Juristische Spezialgebiete Da das Pedigree eines Objektes dieser Kategorien, sein auskunftsträchtiger wird. Die Gruppe ist sehr aktiv. Herkunftsstammbaum, von erheblichem Preis- und Reputation-schaffendem Wert ist, wird die historische Eine der Neuheiten innerhalb der ATSR als “discipline” ist Forschung fortlaufend mehr eingefordert, genaue hisdie Aufmerksamkeit, die der Rekonstruktion geschenkt wird, im besonderen der wissenschaftlich durchgeführten torische Daten und Informationen zu liefern; auch die Rekonstruktion, z.B. nach Rezepten, die aus der Quellen-, Kunstgeschichte, die Museen und die Ausstellungsmacher sind hier gefragt. Das Spezialgebiet Kunstrecht aber auch aus der Sekundärliteratur und aus der mündlihat seit den 80iger Jahren einen enormen Aufschwung chen Überlieferung stammen, mit all dem, was dabei an genommen, ICOM-CC hat eine Arbeitsgruppe „Legal handwerks- und wissenschaftsgeschichtlicher, sprachwisaspects in conservation“, die Universität Genf hat eine senschaftlicher und sprachgeschichtlicher Forschungsargrosse Abteilung Kunstrecht innerhalb ihres Rechtsinstibeit philologisch ansteht. Bahnbrechend war hier Leslie tuts, es gibt dort ein eigenes Art Law Center. Viele KünCarlyle, heute Hauptverantwortliche für Konservierung stler der zeitgenössischen Szene an der Tate Gallery in London, die im Rahmen des beschäftigen Anwälte, und zwar bereits vor der Fertiholländischen MOL-ART Forschungsprogramms die gung von Kunstwerken; dieses Phänomen hängt mit Grundlagen legte für ihr beispielhaftes Buch „The Artist’s dem Beginn der konzeptuellen Kunst zusammen, deren Assistant“.

Vertreter ihre Projekte und deren verschiedene Stufen der Realisierung bereits vor der Erstellung mittels Verträgen verkauften (wie Kienholz oder Sol Lewitt). Rechtsgebiete werden neu erschlossen, Urheberrecht, das droit moral des Künstlers etc. spielen jetzt auch eine Rolle bei Konservierungen sowie bei der Pflege von Kunst im öffentlichen Raum. Prozesse finden statt wegen Restaurierungen, als prominentestes Beispiel sei auf den Prozess Goldrayer gegen van de Wetering in Sachen Barnet Newmann, „who is afraid of red, green and blue“ im Stadeldik Museum von Amsterdam verwiesen. Auch in diesem Umfeld spielen all die mit Restaurierung und Konservierungswissenschaft verbundenen Disziplinen eine immer grössere Rolle; eine davon ist ATSR. Neuland für Journalisten Erstaunlich ist, dass das Feld der Kulturgütererhaltung sich immer mehr bemüht, nicht nur gute und solide Grundlagen zu schaffen, um besser Forschung betreiben zu können, sondern auch, um Fälschern, den häufigen Zweifeln an Echtheit und Material auf Grund gesicherten Wissens begegnen zu können, auch um fehlerhafte Expertisen entlarven und falsche oder boshafte Unterstellungen oder gefälschte Forschungsresultate widerlegen zu können. Es sind auch andere Berufe damit beschäftigt, sich ähnliche Arbeitsbasen und Werkzeuge zu konstruieren, ihre Quellenverifikation zu systematisieren und noch vorsichtiger zu werden, insbesondere der WissenschaftsJournalismus. Die letzte Nummer des wpk Quarterly, des Magazins der Wissenschafts-Pressekonferenz e.V. , beginnt mit einem Editorial: „Wer prüft die Fakten?“ und enthält Beiträge zum “fact-checking“: „7 Tipps für das Fact-Checking eigener Manuskripte“ und „Ein Tag als Dokkerin“ und mehr zum gleichen Thema. Dokker sind Fact-checker. Ein Zitat daraus: „Weil Wissenschaft und ihr Gutachterprozess auf Vertrauen angewiesen ist, sind es bei Fälschungen offenbar zunehmend die Medien, die Kontrollfunktionen erfüllen“ – wenn wir hier das Wort „Medien“ mit Kunstwissenschaftern ersetzen, trifft er voll auch auf unsere Berufssparte zu. Was aber bedeutet Qualität in der Konservierungsforschung? In der New York Times vom 13. Februar 2006 findet sich ein Artikel „Reporters find Science journals harder to trust, but not easy to verify“ von Julie Bosman. Ein Auslöser dieser weltweiten Überlegungen zur Verifikations-Problematik war, dass dem südkoreanischen Wissenschafter Hwang Woo-suk auf dem Gebiet der menschlicher Stamm-Zellen Forschung Betrug nachgewiesen wurden, nachdem diese gefälschten Ergebnisse bereits in der sehr wichtigen Zeitschrift Science publiziert worden waren. Trotzdem wurde ihm, laut einer Meldung

der AFP vom 8. März 2006, auf Grund einer Mitteilung der National University von Seoul attestiert, mit Snuppy den ersten Hund geklont zu haben. Fact-checking ein eigentlich altes Thema Auch die Konservierungs-Wissenschaft hat Leichen im Keller – weswegen einige unserer Kollegen anfangen, fact checking zu betreiben, wie z. B. Jilleen Nadolny, die ihre Forschungsrgebnisse betreffend die englischen Kontroverse um den Gebrauch der Ölmalerei im mittelalterlichen England darlegt; um eine Kontroverse, die sich bereits im frühen und mittleren 19. Jht. zutrug. Die Forscher Barber (1736-1818) und Haslam (1764-1844) hatten in schriftlichen Quellen und mittels pionierhafter Erforschung der mittelalterlichen Bindemittel fast die Lehrmeinung umstossen können, dass erst die Brüder van Eyck die Ölfarbe entdeckt hätten. Die Quellenforscher Merrifield and Eastlake interpretierten die Schriftquellen auf andere Art und weigerten sich kategorisch zu akzeptieren, dass es möglich sei, mit chemischen Analysen den Gebrauch von Öl in mittelalterlichen Malereien nachzuweisen. „Aesthetical and Ethical Issues of Conservation in Central Eastern Europe: museum, ideology, society and conservation (case study : Czechoslovakia 1918 – 1960’s)“, ein Beitrag von Zuzanna Bauerova im Newsletter N° 12 / 2006 der ICOM-CC Arbeitsgruppe Theorie and History of Conservation (THC) zeichnet nach, wie die konservativ puristische Theorie der Museologie und Konservierung der Ungarischen Monarchie durch das Riegl’sche und Dvorak’sche Verständnis des Begriffs „geistiger Wert“ so umgekrempelt werden konnte, dass sie den Regimes der Tschecheslowakei in ihren ultranationalen Bestrebungen diente. Fazit: Es gilt noch viel Grundlagen-Forschung zu betreiben, damit das Berufs-Handwerkszeug der Restauratoren und das anderer Berufe mit ähnlicher Verantwortung einigermassen zureichend wird, die Probleme der verschiedenen Fachgebiete lösen zu helfen. Hans-Christoph von Imhoff


SKWJ-bulletin 2/06

Seite 14 I nternati o na l es

K l ats c h

35 Jahre EUSJA: Fest in Helsinki Die EUSJA, der Dachverband der europäischen Vereinigungen für Wissenschaftsjournalismus, bereitet sich auf ihre Feierlichkeiten zum 35-Jahr-Jubiläum vor. Das Fest steigt am 8. Dezember in Helsinki, begleitet von einer Festschrift, welche die Geschichte der EUSJA seit ihrer Gründung 1971 nachzeichnet. Aktive Schweizer Für unseren eigenen Klub ist das Jubiläum insofern von Bedeutung, als die EUSJA bisher schon drei Mal von Schweizer Seite präsidiert wurde: zwei Mal von unserer Ehrenpräsidentin Rosemarie Waldner (1980-1982 und 1994-1998) und ein Mal von Werner Hadorn (1998-2002). Zudem wurde der SKWJ seinerzeit gegründet, damit die Handvoll Schweizer Wissenschaftsjournalistinnen und –journalisten der EUSJA beitreten konnte. «An einer Unesco-Konferenz 1973 erzählte man mir von diesem Netzwerk europäischer Wissenschaftsjournalistenclubs, danach fuhr ich nach Hause und sagte zu meinen Kollegen: ‚So etwas brauchen wir in der Schweiz auch’», erzählt Rosemarie Waldner – deren Erinnerungen übrigens in der Festschrift festgehalten sind, ebenso wie diejenigen von Werner Hadorn. Grenzüberschreitende Kooperationen Die EUSJA wurde im März 1971 von damals sieben europäischen Vereinigungen aus der Taufe gehoben. Das Ziel war, Kontakte unter Wissenschaftsjournalisten innerhalb von Europa zu fördern. Bei zahlreichen Studienreisen – die zur eigentlichen Kernaktivität der EUSJA wurden – lernten sich Kolleginnen und Kollegen über die Landegrenzen hinweg kennen, knüpften Freundschaften und recherchierten vor Ort über Wissenswertes für die Medien. Nach dem Fall der Berliner Mauer öffnete sich die EUSJA Richtung Osten. Heute zählt der Verband 24 Journalistenvereinigungen aus 23 Ländern. Mehr Informationen unter: www EUSJA.org Irène Dietschi

Ein EUSJA-Studientrip in der Schweiz ist für Frühling 2007 vorgesehen. Weitere Informationen folgen.

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Aufnahmen Beat Gloggers Buch „Xenesis“ ist für den Descartes Preis (Descates Preis <http://ec.europa.eu/research/descartes/ communication_en.htm>) der EU-Kommission nominiert. Der Preis wird für ausgezeichnete Wissenschaftskommunikation verliehen und ist mit einer Preissumme von insgesamt 275 000 EUR dotiert. Die Preisverleihung findet am 7. März 2007 in Brüssel statt. Matthias Meili, bisher Redaktionsleiter-Stv. der NZZ am Sonntag, hat Ende September diesen Posten verlassen, um als freier Wissenschaftsjournalist zu arbeiten. Auf ihn folgt Theres Lüthi, bisher Ressortleiterin Wissen der Weltwoche (und zuvor NZZ Forschung und Technik). Stefanie Schramm (vorher Die Zeit) wird künftig das Weltwoche-Wissen leiten. Heidi Blattmann, Gruppenleiterin Wissenschaft der NZZ, wird neu Ressortleiterin Wissenschaft der NZZ. Thomas Müller ist wieder als freier Wissenschaftsjournalist tätig.

heute, das neue Gratis-Arbeitsblatt aus dem Hause Ringier, hat eine tägliche Wissens-Seite (siehe auch die Carte Blanche auf Seite 6)

Aus dem Vorstand Zum Abendessen nach der GV 2006 hatten sich 25 Mitglieder angemeldet. Zum Essen blieben allerdings nur 12. Für die Ausfallkosten von 40 Fr pro Person musste der Klub aufkommen. Wer will, kann diesen Betrag der Klubkasse rückvergüten. Information beim Sekretär.

Weltkongress 11. bis 15. November 2006 findet in Manchester der Weltkongress der Science and Factual Producers statt, der wichtigste Kongress von TV-Produzenten im Be- Bitte vormerken: Besuch bei der EMPA reich Wissenschaft. Reto Vetterli und Michael Breu Am Mittwoch, 29. November 2006, um 14 Uhr treffen wir uns bei der EMPA in Dübendorf. Weitere Informationen nehmen als “nano”-Vertreter daran teil. Ein Bericht folgen. folgt im nächsten Bulletin.

Ordentliche Mitglieder

Ausserordentliche Mitglieder

David Jans ist seit 2001 Moderator und Redaktor bei MTW – Menschen, Technik Wissenschaft. Seit 12 Jahren ist er beim SF Schweizer Fernsehen, vor der Wissenschaft war er für die Wirtschaft tätig.

Stefan Lehmann hat Ur- und Frühgeschichte und Geschichte des Mittelalters studiert und an der Uni Basel mit einer Dissertation abgeschlossen. Seit 1999 in Kontakt mit Printmedien, entwickelte sich bald eine enge Zusammenarbeit als Fachjournalist mit den Schwerpunkten Archäologie u.a. mit verschiedenen Schweizer und ausländischen Medien.

Sabine Olff arbeitet seit Januar 2006 bei der SonntagsZeitung als Redaktorin im Ressort „Wissen“. Sie ist Biologin und hat zudem Sport studiert. Nach Michael Lindemaier ist Freischaffender WissenAbschluss des Studiums in Köln hat sie zunächst bei schaftsjournalist und Uebersetzer mit beruflichen der Deutschen Krebshilfe gearbeitet. Als StipendiaVorkenntnissen im biomedizinischen und phartin der Studienstiftung der Süddeutschen Zeitung mazeutischen Bereich. Seine Ausbildung absolvierte hospitierte sie in verschiedenen Wissenschaftsredaer in der Schweiz und in den USA. Er publiziert in ktionen. In der Schweiz begann ihre Tätigkeit mit einem Teilpensum beim online-Magazin „uniaktuell“ deutscher und in englischer Sprache für Fachjournale, Buchverlage und Laienpresse. der Uni Bern. Niklaus Salzmann ist Praktikant beim Ressort Wissen des Tages Anzeigers. Er hat das Studium an der Universität Bern in den Fächern theoretische Physik, Mathematik und allgemeine Oekologie abgeschlossen. Er begann journalistisch zu arbeiten Erik Thurnherr ist manchen noch als MTW-Moderator bekannt. Er ist nach einigen Jahren Tätigkeit für das IKRK in die Schweiz und in den Journalismus zurück gekehrt. Er hat ein Teilpensum bei „nano“ und ist daneben selbständig im Bereich Medienprodukte tätig. Eine Spezialität sind auch die Audioguides für Museen und Gebäude, z.B. für die Berner Einstein-Ausstellung.

Nathalie Matter schloss ihr Studium der Kunstgeschichte und Medienwissenschaft an der Uni Bern ab und arbeitete anschliessend dort als Assistentin am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Nach einer Weiterbildung an der Uni Neuenburg ist sie heute als PR- und Medienredaktorin in der Abteilung Kommunikation der Uni Bern tätig.

G esun d h eitsseminar

Reto Vetterli ist der Schweizer Produzent von „nano“, dem Wissenschaftsmagazin von 3sat. Zudem ist er auch als Filmautor aktiv. Er hat Anglistik studiert und sich schon während des Studiums mit FernsehThemen beschäftigt.

Tropenkrankheiten - Tropenmedizin

Ariane Vlérick ist Kommunikationsbeauftragte der Medizinischen Fakultät der Universität Genf. Ihr Ingenieur-Studium an der Unversité libre de Bruxelles hat sie mit einer Dissertation abgeschlossen. Am Ende ihres Doktorats begann sie sich auf Tätigkeiten zu konzentrieren, in denen sie ihre wissenschaftlichen und journalistischen Interessen verbinden konnte.

Ort: Hotel Rigihof Universitätstrasse 101 8033 Zürich

Donnerstag bis Freitag, 26. Oktober 2006 18.00 Uhr, 27. Oktober 2006 15.30 Uhr

Programm & Anmeldung: www.science-journalism.ch


http://www.science-journalism.ch

Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus Association suisse du journalisme scientifique Swiss Association for Science Journalism

2/06

bu l le t in

P.P. CH-3001 Bern

Druck: Sihldruck AG, 8021 Zürich

Adressänderungen bitte an den Sekretär

Impressum: Bulletin des SKWJ Redaktion: Mürra Zabel

Martina Frei Tagesanzeiger / Redaktion Wissen Werdstrasse. 21 8021 Zürich Tel. 044 248 44 56 martina.frei@tages-anzeiger.ch

Irène Dietschi Sandrain 14 4614 Hägendorf Tel. Büro 062 216 44 72 (Mo, Do, Fr) Tel. P 062 216 88 44 irene.dietschi@bluewin.ch

Patrick Imhasly Sekretariat Der Bund Bubenbergplatz 8 3001 Bern Tel. 031 385 12 07 patrick.imhasly@derbund.ch

Michael Breu Präsident Redaktion PULS/SF Schweizer Fernsehen Fernsehstr. 1-4 Tel. 044 305 58 49 Fax 044 305 58 80 michael.breu@sfdrs.ch

Der Vorstand

Mürra Zabel Buechiweg 12 8966 Oberwil-Lieli Tel.056 631 88 77 mzabel@active.ch

Thomas Müller Weiherhofstr. 109 4054 Basel Tel. 044 632 84 17 thm@datacomm.ch

Christian Heuss Schweizer Radio DRS Postfach 4002 Basel Tel 061 365 33 97 christian.heuss@srdrs.ch

Marcel Hänggi WOZ, Hardturmstr. 66 8031 Zürich Telefon 044 44 8 14 14 Fax 044 44 8 14 15 marcel.haenggi@woz.ch

SKWJ Bulletin 2 06  

SKWJ Bulletin 2 06

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