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Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

Kompaktwissen für Notfallsanitäter

Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

ISBN 978-3-943174-70-0 · www.skverlag.de

Michael Grönheim Charlotte Kemperdick

Medikamente Invasive Maßnahmen Leitsymptome bei ausgewählten Notfällen

Kompaktwissen für Notfallsanitäter

Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

Stumpf + Kossendey Verlagsgesellschaft mbH Postfach 1361 26183 Edewecht www.skverlag.de

Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

RD-Organisation / Einsatztaktik

Kompaktwissen für Notfallsanitäter

Kompaktwissen für Notfallsanitäter

Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

Kompaktwissen für Notfallsanitäter

Michael Grönheim Charlotte Kemperdick

Die Lernkarten fassen kompakt den Erwartungshorizont zu den wichtigsten Themen der Notfallsanitätervoll- und -ergänzungsprüfung zusammen. Damit sind sie die ideale Prüfungsvorbereitung für alle angehenden Notfallsanitäter und eine wertvolle Handreichung für Dozenten. Die insgesamt 120 Lernkarten bieten Merkhilfen für die Prüfung sowie eine Übersicht der Basis- und der erweiterten Maßnahmen des Notfallsanitäters.

Rechtsgrundlagen


Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

Kompaktwissen für Notfallsanitäter von Michael Grönheim und Charlotte Kemperdick

Verlagsgesellschaft Stumpf + Kossendey mbH, Edewecht 2016

www.skverlag.de

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Aus Gründen der Lesbarkeit ist in diesem Buch meist die männliche Sprachform gewählt worden. Alle personenbezogenen Aussagen gelten jedoch stets für Frauen und Männer gleichermaßen. Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet die­se Pub­likation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. Alle Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, der Entnahme von Abbildungen oder Textteilen, vorbehalten. Einspeicherung in elektronische Systeme, Funksendung, Vervielfältigung in jeder Form bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autoren und des Verlags. Auch Wiedergabe in Auszügen nur mit ausdrücklicher Genehmigung. © Copyright by Verlagsgesellschaft Stumpf + Kossendey mbH, Edewecht 2016 Satz: Bürger Verlag GmbH & Co. KG, Edewecht Druck: Druckhaus Köthen GmbH & Co. KG ISBN 978-3-943174-70-0 1/120


Inhalt

Vorwort Literatur Abkürzungen So können Sie mit den Lernkarten arbeiten! Verzeichnis hilfreicher Internetadressen Notfallsanitätergesetz (Auszug) Abschlussprüfung zum Notfallsanitäter

4 4 5 6 6 7 8

Lernhilfen für die Abschlussprüfung / Basiswissen 9 Nr. 1 - 2 Basis-Algorithmus/Mündliche Prüfung: Strukturierte Bear­beitung von Notfall­ situationen 9 Nr. 2 - 3 Merkkarten für die praktische Prüfung 10 Nr. 4 - 7 Z.D.F. – Wichtige Zahlen, Daten, Fakten 12 Rechtsgrundlagen Nr. 1 Nebengesetzliche Bestimmungen Nr. 2 Amtshaftung Nr. 3 Unterlassungsdelikte im Strafrecht www.skverlag.de

16 16 17 18

Nr. 4 Nr. 5 Nr. 6 Nr. 7 Nr. 8 Nr. 9 Nr. 10 Nr. 11 Nr. 12 Nr. 13 Nr. 14 Nr. 15 Nr. 16

Verletzung von Privatgeheimnissen Rechtfertigungsgründe Dokumentation Transportverweigerung Kompetenzen des Notfallsanitäters/ Delegation Vorrechte im Straßenverkehr Unterbringung/Fixierung (am Beispiel des PsychKG in NRW) Einweisung in Medizinprodukte/ Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) Materialkontrolle Weisungsbefugnis Arbeits- und Gesundheitsschutz Qualitätsmanagementsystem (QMS)/ Standards Fehlermanagement

RD-Organisation / Einsatztaktik Nr. 1 Gefahren der Einsatzstelle Nr. 2 Ersteintreffendes Fahrzeug bei MANV

19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 32 33 2/120


Inhalt

Nr. 3 Nr. 4 Nr. 5 Nr. 6 Nr. 7

Vorsichtung bei MANV 34 Patientenablage: Organisation/Führung 35 Patientenanhängetasche 36 Zusammenarbeit im Team/mit dem NA 37 Zusammenarbeit mit der Klinik I – Persönlicher Umgang und strukturierte 38 Übergabe Nr. 8 Zusammenarbeit mit der Klinik II – Umgang mit Patienten und Angehörigen/Selbstfürsorge/Dokumentation 39 Nr. 9 Leitstelle: Aufgaben/Kompetenzen/ Zusammenarbeit 40 Nr. 10 Verhalten in Konfliktsituationen 41 Nr. 11 Gesprächsführung mit Patienten 42 Nr. 12 Umgang mit Patienten mit Migrations­hintergrund I – Grundsätzlich zu beachten und taktisch zu berücksichtigen 43 Nr. 13 Umgang mit Patienten mit Migrationshintergrund II – Präventive Maßnahmen und Maßnahmen im Einsatz 44

Nr. 14 Einsatznachbesprechung Nr. 15 Akute Stressreaktion/Umgang mit Belas­tungen I – Prävention und Selbst­ fürsorge Nr. 16 Akute Stressreaktion/Umgang mit ­Belas­tungen II – Symptomatik von Stress und Belas­tungen Nr. 17 Fahrzeug- und Materialhygiene Nr. 18 Infektionstransport I – Grundsätzliches und Vorbereitung Nr. 19 Infektionstransport II – Einsatzdurch­führung und Einsatznach­ bereitung Nr. 20 Intensivtransport

45

Medikamente Nr. 1 Aspirin® i. v. (Acetylsalicylsäure, ASS) Nr. 2 Atropin (Atropinsulfat) Nr. 3 Atrovent® (Ipratropiumbromid) Nr. 4 Bayotensin® (Nitrendipin) Nr. 5 Ben-u-ron® (Paracetamol) Nr. 6 Berotec® (Fenoterol)

52 52 53 54 55 56 57

46 47 48 49 50 51

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Inhalt

Nr. 7 Nr. 8 Nr. 9 Nr. 10 Nr. 11 Nr. 12 Nr. 13 Nr. 14 Nr. 15 Nr. 16 Nr. 17 Nr. 18 Nr. 19 Nr. 20 Nr. 21 Nr. 22 Nr. 23 Nr. 24 Nr. 25 Nr. 26 Nr. 27 Nr. 28

Buscopan® (Butylscopolaminbromid) Cimetidin Cordarex® (Amiodaron) Diazepam Diazepam Rektiole Dipidolor® (Piritramid) Dormicum® (Midazolam) Fenistil® (Dimetinden) Fentanyl Glucose Heparin ib-u-ron® (Ibuprofen) Ketanest® S (Esketamin) Lasix® (Furosemid) Morphin Narcanti® (Naloxon) Nitrolingual® (Glyceroltrinitrat) Novalgin® (Metamizol/Novaminsulfon) Rectodelt® 100 (Prednison) Sauerstoff (med.) Solu-Decortin® H (Prednisolon) Suprarenin® i. v. (Epinephrin/Adrenalin)

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58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79

Nr. 29 Suprarenin® i. m. (Epinephrin/Adrenalin) 80 Nr. 30 Suprarenin® inhalativ (Epinephrin/Adrenalin) 81 Nr. 31 Vomex A® (Dimenhydrinat) 82 Nr. 32 Xylocain® 2 % (Lidocain) 83 Nr. 33 HAES 6 %, kolloidale Lösung (Hydroxyethylstärke) 84 Nr. 34 NaCl 0,9 %, kristalloide Lösung (Kochsalzlösung) 85 Nr. 35 NaHCO3 8,4 %, kristalloide Lösung (Natriumhydrogencarbonat) 86 Nr. 36 Ringer(-Laktat)-Lösung, kristalloide Lösung 87 Invasive Maßnahmen Nr. 1 Intravenöser Zugang Nr. 2 Intraossärer Zugang (am Beispiel des EZ-IO®) Nr. 3 Extraglottischer Atemweg (am Beispiel Larynxtubus) Nr. 4 Laryngoskopie und Magill-Zange Nr. 5 Non-invasives CPAP

88 88 89 90 91 92 3/120


Inhalt

Nr. 6 Tourniquet 93 Nr. 7 Beckenschlinge: SAM Pelvic Sling™ (SAM-Sling)/ Trauma Pelvic Orthotic Device™ (T-Pod™) 94 Nr. 8 Achsengerechte Immobilisation und ­Extension 95 Nr. 9 Thoraxentlastungspunktion 96 Nr. 10 Manuelle Defibrillation 97 Nr. 11 Kardioversion 98 Nr. 12 Externe Schrittmacheranlage 99 Nr. 13 Geburtsbegleitung 100 Nr. 14 Umgang mit Tracheostomata 101 Nr. 15 Tiefes endotracheales Absaugen 102 Leitsymptome bei ausgewählten Notfällen Nr. 1 Abdomen I – Appendizitis Nr. 2 Abdomen II – Pankreatitis Nr. 3 Abdomen III – Extrauteringravidität Nr. 4 Lunge I – Lungenödem (toxisch und renal) Nr. 5 Lunge II – Asthma bronchiale Nr. 6 Lunge III – Lungenembolie

103 103 104 105 106 107 108

Nr. 7

Kardiale Geschehen I – Myokardinfarkt Nr. 8 Kardiale Geschehen II – Rechts-/Linksherzinsuf­fizienz Nr. 9 Kardiale Geschehen III – Lungenödem Nr. 10 Schock I – Anaphylaktischer Schock Nr. 11 Schock II – Hypoglykämischer Schock Nr. 12 Neurologische Notfälle I – Schlaganfall (Apoplex) Nr. 13 Neurologische Notfälle II – Krampfanfälle Nr. 14 Trauma I – Neurogener Schock/ Wirbelsäulen­trauma Nr. 15 Trauma II – Verbrennungsgrade Nr. 16 Thermische Notfälle I – Unterkühlungsstadien Nr. 17 Thermische Notfälle II – Sonnenstich

Haftungsausschluss / Kontakt Autoren und Beteiligte

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So können Sie mit den Lernkarten arbeiten!

Auf diesen einführenden Lernkarten haben wir die wichtigsten Informationen zur Notfallsanitäter(Ergänzungs-)Prüfung und zum Ausbildungsziel für Sie zusammengefasst. Zusätzlich finden Sie ausgewählte Links für die schnelle und aktuelle Recherche im Netz. Daneben bieten wir Ihnen konkrete Lernhilfen für die NotSan-Prüfung und kompakt aufbereitetes Basiswissen in Form von praxisrelevanten Zahlen, Daten und Fakten, die Sie in der Intensität der Bearbeitung je nach Vorwissen angehen können. Auf 16 bzw. 20 Lernkarten werden die wichtigsten Themen der Bereiche „Rechtsgrundlagen“ und „Rettungsdienst-Organisation/Einsatztaktik“ behandelt. Bei den Karten zu 36 Medikamenten in der Notfallmedizin und 15 invasiven Maßnahmen spiegeln sich die Ergebnisse des Pyramidenprozesses zur Konkretisierung der Kompetenzen des Notfallsanitäters wider. Die 17 Lernkarten zu Leitsymp­tomen ausgewählter Notfälle haben wir www.skverlag.de

– wie die Zahlen, Daten, Fakten – unter Akzentuierung des Basiswissens bewusst fachlich überschaubar und kompakt gehalten. Unser konkreter Lerntipp, den Sie – auch auf der Wache, in Bus oder Bahn – flexibel und nach Ihrem persönlichen Zeitkontingent umsetzen können: Ziehen Sie eine Themenkarte, schreiben Sie in fünf Minuten alle Stichworte auf, die Ihnen dazu einfallen, und vergleichen Sie im Anschluss Ihre Lösung mit dem von uns vorgeschlagenen und in der bereits realisierten Prüfungspraxis bewährten Erwartungshorizont. Alternativ können Sie diese Übung mit einem mündlichen Fachgespräch mit Ihrem Teampartner anhand Ihrer Notizen kombinieren. Dieser kann Nachfragen anhand der Lernkarten stellen und sein Feedback mit einer wertenden Einschätzung auf Grundlage unseres Lösungsvorschlags konkretisieren. Unsere Lernkarten liefern Ihnen viele Lern- und Wiederholungsoptionen – sicher ist eine Hilfe für Sie dabei! 6/120


Verzeichnis hilfreicher Internetadressen

Aus unserer Sicht einen „Klick“ wert ... >> www.anleiten.de

–– Grundlagen der Kommunikation, Motivation und des Qualitätsmanagements

>> www.awmf.org

–– u. a. eine Übersicht der aktuellen medizinischen Leitlinien

>> www.baua.de

–– Informationen zu psychischer Gesundheit bei der Arbeit, Stress, Gefährdungsbeurteilung und Grundlagen der Hygiene/TRBA 250

>> www.baek.de

–– Empfehlungen und Stellungnahmen zu Notfallmedizin und Rettungswesen wie beispielsweise Vorsichtung, Delegation und Patientenverfügung

>> www.bgs-aelrd.de

–– Hintergründe und Ergebnisse zum Pyramidenprozess zu den erweiterten Maßnahmen des Notfallsanitäters

>> www.dbrd.de

–– aktuelle berufsrechtliche Informationen; Muster-SOPs und Taschenkarte zu Notfall­ medikamenten zum Download

>> www.gesetze-im-internet.de

–– u. a. Download NotSanG und NotSan-APrV

>> www.grc-org.de

–– aktuelle Leitlinien zur Reanimation mit Hintergrundinformationen

>> www.grundkurs-ekg.de

–– Wiederholung von Grundlagen sowie EKGTraining anhand von Beispielen 6/120


Nr. 4

Lernhilfen für die Abschlussprüfung / Basiswissen

Z. D. F. – Wichtige Zahlen, Daten, Fakten >> Atmung

–– Totraumvolumen: 2 ml/kg KG (durchschnittlich 150 ml beim Erwachsenen) –– Atemfrequenz (AF) im Ruhezustand: • • • • • •

Erwachsener: Jugendlicher: Kind: Kleinkind: Säugling: Neugeborenes:

12 – 15/min 16 – 20/min 18 – 25/min 30/min 35 – 40/min 40 – 60/min

• • • • • •

Erwachsener: Jugendlicher: Kind: Kleinkind: Säugling: Neugeborenes:

350 – 800 ml 300 – 500 ml 200 – 300 ml 100 – 200 ml 30 – 50 ml 20 – 35 ml

–– Tidalvolumen/Atemzugvolumen (AZV) im Ruhezustand: 6 – 8 ml/kg KG =

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–– Atemminutenvolumen (AMV): AZV × AF = AMV

–– Sauerstoffanteil, der beim Einatmen der Raumluft entnommen wird: 4 % Zusammensetzung Einatem- / Ausatemluft Stickstoff

Sauerstoff Edelgase CO2

Einatemluft

Ausatemluft

21 %

17 %

78 % 1 %

0,04 %

78 % 1 %

4,04 %

–– Beatmungsvolumen beim Erwachsenen:

• entspricht Tidalvolumen! • Inspirationsphase ergibt sich aus Frequenz und dem Inspirations-/Exspirationsverhältnis • bei Reanimation 1 sec Dauer • Verhältnis Inspiration : Expiration = 1 : 2

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Lernhilfen für die Abschlussprüfung / Basiswissen

–– Absaugen: nach Sicht; Abmessung: Distanz zwischen Nasenspitze und Ohrläppchen –– Sauerstoffgabe:

Nr. 4

• Sowohl beim kardialen Notfall als auch in der Postreanimationsphase ist eine arterielle Sättigung von 94 – 98 % anzustreben.

• nach Patientenzustand, standardmäßig 4 – 6 l/min, bei Reanimation 15 l/min (Anschluss Beatmungsbeutel) • Applikation über: Sauerstoffsonde: 2 – 4 l/min Sauerstoffbrille: 4 – 6 l/min 6 – 10 l/min Sauerstoffmaske: • Klinische Zeichen des Sauerstoffmangels und der Rekapillarisation sind zu beachten! • gemäß ERC 2015 beim kardialen Notfall nur nach Bedarf (nicht wie bisher in jedem Fall hochdosiert) geben = besseres Outcome für den Patienten (Säure-BasenHaushalt)

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Nr. 9

Rechtsgrundlagen

Vorrechte im StraĂ&#x;enverkehr

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Rechtsgrundlagen

Nr. 9

Vorrechte im Straßenverkehr >> Sonderrechte:

–– grundsätzlich Befreiung von den Vorschriften der StVO, allerdings nur, wenn höchste Eile geboten ist (z. B. Rettung von Menschen­ leben, Abwendung schwerer gesundheitli­ cher Schäden)

>> blaues Blinklicht + Einsatzhorn: begründen ein Vorrecht (alle Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen, Sonderrechte gelten ebenfalls)

–– keine gleichzeitige Befreiung von strafrecht­ lichen Vorschriften

>> blaues Blinklicht allein: begründet kein Vorrecht, nur Signalwirkung, beispielsweise bei geschlossenen Verbänden oder zur Absicherung

–– sind fahrzeugbezogen

>> NEF hat dem RTW nach Umstieg des Notarztes in Normalfahrt zu folgen (Ausnahmen: Anordnung der Leitstelle oder medizinische Weisung des Notarztes)

–– Grundsatz der gegenseitigen Rücksichtsnah­ me ist zu beachten (Verhältnismäßigkeit der Abweichung von den Vorschriften der StVO) –– ändern nicht das Verkehrsverhalten Dritter –– über die Ausübung entscheidet der Fahrer

–– Beispiele: Überholen trotz Überholverbots, Parken in zweiter Reihe

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Nr. 5

RD-Organisation / Einsatztaktik

Patientenanhängetasche

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Nr. 5

RD-Organisation / Einsatztaktik

Patientenanhängetasche >> Mittel der Wahl zur initialen Dokumentation bei einem MANV: beidseitig bedruckte DIN-A5-Kunststoffkarte mit Befestigungskordel, mit Filzstift zu beschreiben >> Hilfe für Vorsichtung und ärztliche Sichtung: dokumentiert Personalien, Verletzungen, ­Maßnahmen und Verbleib >> Beispiel Modell NRW: enthält Suchdienstkarte und Einsatzprotokoll (beim Transport auszu­ füllen) sowie Aufkleber mit (einmaligen) Patientennummern und Barcode >> in der Tasche befinden sich 4 farbige Sich­ tungskategorien (+ Schwarz) als gut sichtbarer Fronteinschub gemäß Versorgungs- und ­Transportpriorität

Sichtungskategorien in der Katastrophenmedizin Sichtungs­ kategorien (SK) Kennfarbe

Beschreibung

Konsequenz

SK I Rot

vital bedroht

Sofort­ behandlung/

SK II Gelb

schwer ver­ letzt/erkrankt

dringliche Behandlung

SK III Grün

leicht verletzt/ erkrankt

nicht dringliche Behandlung

SK IV Blau

(gegenw.) ohne Über­lebens­ chance

palliative ­Versorgung

(EX) Schwarz

Tote

Kennzeichnung

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Nr. 20

RD-Organisation / Einsatztaktik

Intensivtransport

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RD-Organisation / Einsatztaktik

Nr. 20

Intensivtransport >> Allgemein:

–– Dringlichkeit (Alarmierung) beachten

–– frühzeitig alle relevanten Informationen einholen –– wertschätzender Umgang mit allen ­beteiligten Stellen >> Vorbereitung: Informationen zu ...

–– Patient (Name, Alter, Zustand/ABCDE, I­ nfektionen, Komplikationen, Transportzweck, Materialund Überwachungsbedarf) –– Klinik (Anfahrt, Station, Ansprechpartner)

–– Transportziel (Anfahrt, zeitlicher Verlauf und Fahrtstrecke, Übergabe wann an wen geplant?, Voranmeldung erfolgt?)

>> Durchführung:

–– besondere Dokumentation beachten (Intensivtransportprotokoll) –– Vorkommnisse notieren

–– Übergabe durchführen (Zustand bei Übernahme des Patienten, Versorgungsmaßnahmen, Veränderungen und Verlauf, Unterlagen und Patienteneigentum) >> Nachbereitung:

–– Material- und Personalhygiene –– Verbrauchsmaterial ergänzen

–– Reflexion und ggf. Einsatznachbesprechung –– Meldung der Einsatzbereitschaft

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Nr. 1

Medikamente

Aspirin® i. v. (Acetylsalicylsäure, ASS)

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Medikamente Medikament / Wirkstoff

Indikation

Dosierung

Aspirin® i. v.

>> Acetylsalicylsäure (ASS) >> Amp. à 5 ml = 500 mg >> Trockensubstanz

>> Myokardinfarkt >> Schmerzzustände (besonders bei Myokardinfarkt, sonst nicht Mittel der 1. Wahl)

>> 250 – 1 000 mg i. v.

Nebenwirkung

Kontraindikation

Sonstiges

>> >> >> >> >>

>> >> >> >>

>> Analgetikum >> Thrombozyten­ aggregationshemmer

Blutungsneigung Bronchokonstriktion Sodbrennen Übelkeit Reye-Syndrom (Leberversagen bei Kindern)

Kinder Asthma bronchiale Magen-Darm-Ulzera (Verdacht auf) Blutungen jeglicher Art >> Leber-/Nierenversagen >> Schwangerschaft

Nr. 1

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Nr. 19

Medikamente

KetanestÂŽ S (Esketamin)

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Medikamente Medikament / Wirkstoff

Indikation

Dosierung

Ketanest® S

a) Analgesie b) Narkoseeinleitung c) Status asthmaticus

a) 0,125 – 0,25 mg/kg KG i. v. b) 0,5 – 1,0 mg/kg KG i. v. c) 0,5 – 2,5 mg/kg KG i. v.

Nebenwirkung

Kontraindikation

Sonstiges

>> >> >> >> >> >> >> >>

>> >> >> >>

>> Analgetikum

>> Esketamin >> Amp. à 10 ml = 250 mg, Amp. à 2 ml = 50 mg

Hypersalivation Hypertonie Tachykardie Unruhe Übelkeit Erbrechen Atemdepression Alpträume

Hypertonie (Prä-)Eklampsie Schwangerschaft perforierende ­Augenverletzung >> bei SHT + Esketamin sollte beatmet werden wegen Anstieg ICP

Nr. 19

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Nr. 11

Invasive MaĂ&#x;nahmen

Kardioversion

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Invasive Maßnahmen

Nr. 11

Indikation

Vorgehen

Risiken

>> instabile Tachykardie mit Bewusstlosigkeit

>> Brust freimachen, evtl. Haare entfernen >> Aufkleben der (Platten- oder Defi­ brillator-)Elektroden rechtspektoralapikal oder anterior-posterior (bei Vorhofflimmern) >> Auswahl der Energie nach Art der Rhythmusstörung: ventrikuläre Tachykardie und Vorhofflimmern: 120 – 150 J biphasisch, Vorhofflattern und supraventrikuläre Tachykardie: 70 – 120 J biphasisch, ggf. steigern >> Auswahl der Synchronisationsfunk­ tion (R-Zacken gesteuert) >> Schockabgabe, evtl. bei Bedarf Wiederholung mit schrittweise gesteigerter Energie

>> Gefahr der Asystolie oder Verursachung weiterer Rhythmusstörungen

Pyramidenprozess

>> ERC-Leitlinien 2015

Tipps & Tricks >> sichere Beherrschung des Defibrillators nach erfolgter Anwenderschulung sowie Beachten der Bedienungsanleitung (MPBetreibV) >> bis zu 3 Versuche bei Erwachsenen, bis zu 2 Versuche bei Kindern

>> mind. 20 * am Simulator >> mind. 20 * EKG-Bilder richtig erkennen

Quelle / Leitlinie

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Nr. 10

Leitsymptome bei ausgewählten Notfällen

Schock I

Anaphylaktischer Schock

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Leitsymptome bei ausgewählten Notfällen

Nr. 10

Schock I – Anaphylaktischer Schock Anamnestisch

Diagnostisch

>> bekannte Allergien?

>> Stadium I: –– Kopfschmerzen –– Flush –– Hautreaktionen (z. B. Juckreiz, Urtikaria, Angioödem)

>> Allergene aufgenommen? (Achtung: kann auch unbemerkt geschehen!)

>> Stadium II; zusätzlich: –– Übelkeit, Erbrechen, Koliken –– Blutdruckabfall –– Tachykardie –– leichte Atemnot

>> Stadium III; zusätzlich: –– Bronchospasmus mit Dyspnoe –– Schock –– Somnolenz bis Koma >> Stadium IV: –– Herz-Kreislauf-Stillstand

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Nr. 12

Leitsymptome bei ausgewählten Notfällen

Neurologische Notfälle I Schlaganfall (Apoplex)

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Leitsymptome bei ausgewählten Notfällen

Nr. 12

Neurologische Notfälle I – Schlaganfall (Apoplex) Anamnestisch

Diagnostisch (ischämisch)*

>> häufig ältere Patienten (ischämischer Schlaganfall)

>> Halbseitenlähmung

>> Männer 25 – 35 Jahre (blutiger Schlaganfall) >> Vorerkrankungen Vorhofflimmern, Hyper­ tonie, Diabetes mellitus (ischämischer Schlaganfall)

>> Sprachstörungen/Wortfindungsstörungen >> Hypertonus mit systolischen Werten meist > 200 mmHg >> ggf. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit >> ggf. Pupillenerweiterung (einseitig) >> ggf. Herdblick >> ggf. positiver Babinski-Reflex >> fehlende Schutzreflexe >> FAST-Test (Face – Arms – Speech – Time) positiv? * „Blutig“ entspricht Symptomatik „Hirnblutungen“.

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Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

Kompaktwissen für Notfallsanitäter

Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

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Medikamente Invasive Maßnahmen Leitsymptome bei ausgewählten Notfällen

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Kompaktwissen für Notfallsanitäter

Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung

Kompaktwissen für Notfallsanitäter

Michael Grönheim Charlotte Kemperdick

Die Lernkarten fassen kompakt den Erwartungshorizont zu den wichtigsten Themen der Notfallsanitätervoll- und -ergänzungsprüfung zusammen. Damit sind sie die ideale Prüfungsvorbereitung für alle angehenden Notfallsanitäter und eine wertvolle Handreichung für Dozenten. Die insgesamt 120 Lernkarten bieten Merkhilfen für die Prüfung sowie eine Übersicht der Basis- und der erweiterten Maßnahmen des Notfallsanitäters.

Rechtsgrundlagen

Kompaktwissen für Notfallsanitäter – Lernkarten für die (Ergänzungs-)Prüfung  

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