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haas, der Elektro- und Elektronikspezialist mit echter Profi-Beratung und perfektem Service, feiert Geburtstag – und du feierst mit: Gewinn einen von drei Traumtrips für zwei zur CinemaCon, der größten Movie-Convention in Las Vegas, oder einen von drei brandneuen, coolen Chevrolets. Das ist echtes haas-Service(!)

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AS GLITZERMETROPOLE(!)

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DIE CINEMACON IN LAS VEGAS

Zum größten Movie-Event im Caesars Palace in Las Vegas bringen die großen Hollywoodstudios nicht nur ihre neuesten, teils noch unvollendeten Filme zur Präsentation, auch alle Stars tummeln sich bei der Convention in der Glitzermetropole. Letztes Jahr waren u. v. a. James Cameron, Vin Diesel, Hugh Jackman, Cameron Diaz, Colin Farrell, Russell Brand, Jack Black, Helen Mirren, Ryan Reynolds, Leslie Mann, John Travolta, George Lucas, Chris Hemsworth, Julianne Hough, Blake Lively, Rosie Huntington-Whiteley und Natasha Bedingfield zu Gast.

SO GEWINNST DU:

Teilnehmen kannst du entweder online auf skip.at oder ab 26. 09. 2011 per Teilnahmeschein, der in jeder haas-Pyramide für dich bereitliegt. Pro Standort werden aus allen Teilnehmern 43 Finalisten per Los gezogen. Diese 43 spielen an den unten genannten Terminen in den drei haas-Pyramiden an einer elektronischen Slot-Machine um die drei Reisen und die drei Autos.

Bewirb dich ab sofort auf www.skip.at oder ab 26. 09. per Teilnahmeschein in jeder haas-Pyramide

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Der vielseitige, robust muskulöse Siebensitzer Chevrolet Orlando und der 3. Vegas-Trip werden

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▶l Inhalt SePTeMber 2011 coverfoto: Sony

036 Freunde mIt GeWISSen vorzüGen Let’s Get It on! Justin Timberlake & Mila Kunis verliebt und gesprächig.

▶l Fame Forward 010 bartalarm

Jude law und sein pelzGoscherl

012 StarS mIt bart

rundumfrisur: hanGover als stilvorlaGe

014 GeorGe clooney

erste liGa: GeorGeous GeorGe im exKlusiv-interview

016 roSamund PIKe

piKe performance

018 JamIe bell

es werde tim!

020 StarS & GoSSIP

Kleine sünden

022 charlIze theron

Blinder spieGel

▶l Fashion Forward 026 olIvIa WIlde

völliG verzopft

028 Jean GenIe

denim ohne Knitterfalten

030 SternderlSchauen

der Glamour-trend: star-prints

032 nachGeStylt

rachel Bilson: KaltfarBe

034 nachGeStylt

alexa chunG: pull over

▶l Aktionen 002 mIt eleKtro haaS & SKIP In

dIe GlItzermetroPole:

Gewinne 1 von 3 traumtrips nach veGas oder 1 von 3 chevrolets!

Das nächste sKIP erscheInt am 06. OKtOber 2011 004

SKIP SePtember

046

SKyScraPer SamuraI: Jason bateman in Wie ausgewechselt foto: UPI


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Der Intel i5-2410M ist ein leistungsstarker Doppelkern-Prozessor der zwei Kerne bietet und dank Hyperthreading vier Threads gleichzeitig bearbeiten kann. Die starke Performance wird dank Sandy Bridge Technologie und der verbesserten Architektur erreicht. Daher reicht die Leistung auch für perfekten HD Videoschnitt und anspruchsvolle 3D-Spiele!

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▶l Inhalt

SePTeMBeR 2011

▶l Film Forward

Filme A – Z 072 atemloS –

081 054 036 068 069 080 048 093 058 086 084 062 092 076 090 091 070 046 074

geFährliche wahrheit atmen attacK the blocK beginnerS bulb Fiction colombiana conan die drei muSKetiere die lincoln-verSchwörung driFter – road | movie: 1974 biS 2007 eine inSel namenS udo eine oFFene rechnung Freunde mit gewiSSen vorZügen Fright night gaFFa: 6. internationaleS FilmFeStival Für Junge leute herZenSbrecher Johnny engliSh – JetZt erSt recht löwenZahn – daS Kinoabenteuer männerherZen ... und die ganZ ganZ groSSe liebe mein StücK vom Kuchen michael one way triP PrinZeSSin lilliFee und daS Kleine einhorn the guard – ein ire Sieht SchwarZ vier leben whoreS’ glory wicKie auF groSSer Fahrt wie auSgewechSelt wie man leben Soll

054 Schuld und Sühne: helen mirren wird von der vergangenheit eingeholt

076 048 very britiSh: rowan atKinSon im dienSt

077 brendan gleeSon toP CoP

079 nicK FroSt

Hinterfotzig witzig

083 Karl marKovicS tod und aLLtag

085 michael Fuith Lass uns reden

089 chriStoPh mayr fauLe birnen

Interviews & Stories 040 mila KuniS &

JuStin timberlaKe body taLk

050 rowan atKinSon CrasH test funny

▶l Fun Forward 098 Full Force

star wars: die komPLette saga auf bLu-ray!

056 helen mirren

100 Sehen und verStehen

064 Sabrina reiter

104 Play & win

065 marKuS welter &

106 SKiP-Premiere

reife Leistung

tHere wiLL be bLut

FiliP Zumbrunn

die sCHönsten neuersCHeinungen auf dvd und bLu-ray die Heissesten news für konsoLe und PC

grösser, Heisser, fetter!

075 robert Stadlober übers Leben

006

SKiP SePtember

008 alle FilmStartS auF einen blicK

irre iriSch: brendan gleeSon im nahKamPF

Das SKIP-Team Herausgeber: Michael Ginalis, Josef Hruby CHefredaktion: Kurt Zechner stv. CHefredaktion: Gini Brenner, Andrea Mühlwisch CHef vom dienst: Dina Maestrelli redaktion: Gini Brenner (gb), Dina Maestrelli (dm), Magdalena Miedl (mm), Julia Pühringer (jp), Günther Volksbrandt (gv), Kurt Zechner (kz) art-direCtor: Michael Grill stv. art-direCtor & art-direCtor Promotions: Ronnie Feichtinger grafik (fasHion): Bettina Lasser ProduktionsLeitung: Thomas Antwi korrektur: Uwe Bubik fotoredaktion: Andrea Mühlwisch fotos: Andrea Mühlwisch, Filmverleiher, Bildagenturen marketing: Michael Ginalis event-marketing: Walter Schreier anzeigenLeitung: Michael Ginalis anzeigenkontakt: Oliver Dvorsky, Andrea Stoifl anzeigenverwaLtung & finanzen: Andrea Permoser sekretariat: Heliane Sagheb gesCHäftsfüHrung: Michael Ginalis medieninHaber: SKIP Media GmbH, Grohgasse 5-7/1, 1050 Wien, Tel: 01/545 24 00 redaktionsadresse: Grohgasse 5-7/1, 1050 Wien, Tel: 01/545 24 00 druCkvorstufe: GraphicCooperation - Rudolf Huber, Bergsiedlung 139, 2571 Altenmarkt an der Triesting druCkerei: Infopress Group, Nádas u. 6., 2600 Vác, Ungarn HomePage: www.skip.at

fotos: FILMVeRLeIHeR

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Seyring

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AMD Radeon Graphics Logo: Die ATI Radeon HD-6770M ist eine TOP-Grafikkarte, welche dank gestiegener Taktrate und erhöhter Shaderanzahl auch bei hoher Auflösung und Detailstufe eine flüssige 3D-Leistung bietet.Der neue UVD3 Video Decoder kann auch aktuellste Formate wie MVC oder MPEG-4 part 2 dekodieren.

Der Intel® Core™ i7 Prozessor bietet intelligente Spitzenleistung für anspruchsvollste Aufgaben. Dieser Vierkernprozessor ermöglicht achtfaches Multitasking und verfügt über zusätzlichen L3-Cache. Mit intelligenter Leistung, die sich an die Anforderungen anpasst, und integrierten Grafikfunktionen sorgt dieser Prozessor der zweiten Generation für ein brillantes PC-Erlebnis.

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▶l Filmstarts ÜBERSICHT VIER LEBEN Vom Kreislauf der Natur: Ein meditatives Porträt der archaischen Landschaft Kalabriens, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. >090

▶l Do 08. September CONAN Conan, der Barbar (Jason Momoa), erhebt wieder das Schwert, mit Ron Perlman als Vater und Rose McGowan als Erzfeindin. >058

FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN Lass uns Freunde bleiben! Jamie und Dylan haben Sex im Kopf – aber eben nicht nur: subtil schmutzige Rom-Com. >036/Coverstory HERZENSBRECHER Drei Freunde, eine Liebesgeschichte. Neues von Film-Wunderkind Xavier Dolan. >080

09. 09. FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN

16. 09.

WHORES’ GLORY Alltag im Bordell: Michael Glawoggers poetisches, faszinierendes und beinhartes Porträt einer Parallelwelt. >091

ADRIENN PÁL Für Krankenschwester Piroska ändert ein Fingerzeig aus der Vergangenheit einfach alles. BELGRAD RADIO TAXI Als eine junge Frau aus dem Taxi und gleich auch von der Brücke springt, bleibt ihr Baby im Auto zurück. Um das kümmert sich von nun an der Taxifahrer – nicht ohne skurrile Folgen ...

▶l Fr 16. September

COLOMBIANA

23. 09.

▶l Do 29. September WICKIE AUF GROSSER FAHRT Der Schreckliche Sven hat Halvar entführt, und Wickie muss als Häuptling einspringen! >070

▶l Fr 30. September EINE OFFENE RECHNUNG

DIE LINCOLN-VERSCHWÖRUNG History-Thriller von Robert Redford rund um den Prozess nach Lincolns Ermordung. >086

30. 09.

ATMEN Regie-Debüt von Karl Markovics um einen aus dem Jugendgefängnis, der ausgerechnet bei der Bestattung Erlösung findet. >082 EINE INSEL NAMENS UDO Kaufhausdetektiv Udo leidet an Schwerstsichtbarkeit – perfekt. Bis er Jasmin trifft, die ihn sofort wahrnimmt ... >081

COLOMBIANA Es gab Nikita. Es gab Leon. Jetzt gibts Colombiana (Zoe Saldana): wunderschön, schwer bewaffnet und auf Rache aus. >066

008

DAS FRANKENSTEIN PROJEKT Intensives Familiendrama frei nach Mary Shelley.

JOHN CARPENTER’S THE WARD Eine junge Frau (Amber Heard) in einer Anstalt wird von einem Geist terrorisiert ...

BULB FICTION Gefährliche Glühbirne, brave Energiesparlampe? Christoph Mayr bringt Licht ins Dunkel. >088

BEGINNERS Lebensfrohes Drama mit Ewan McGregor, Melanie Laurent und Christopher Plummer. >052

ONE WAY TRIP Junge Leute, Magic Mushrooms und durchgeknallte Schweizer: 3D-Blutoper! >062

MÄNNERHERZEN ... UND DIE GANZ GANZ GROSSE LIEBE Til Schweiger und Christian Ulmen erobern erneut die Herzen der Zuschauer. >058

▶l Do 15. September MEIN STÜCK VOM KUCHEN Putzfrau meets Broker. Doch auf die Liebesnacht folgt die Rache an dem Geldsack ... >086

THE GUARD – EIN IRE SIEHT SCHWARZ Crime Cultur Clash: Ein FBI-Agent (Don Cheadle) ermittelt in einem irischen Kaff ... >076

ATTACK THE BLOCK Inner City vs Outer Space: Eine Gruppe Londoner Teens verteidigt ihren Wohnblock gegen eine Invasion von Aliens. >078

LÖWENZAHN – DAS KINOABENTEUER Das Team von Löwenzahn im Kino – Hund Keks ist natürlich auch mit von der Partie! >093 WIR SIND WAS WIR SIND Begräbnisvorbereitungen der besonderen Art – immerhin ist das Oberhaupt einer Kannibalenfamilie verschieden ... Feiner Horror aus Mexiko.

EINE OFFENE RECHNUNG Drei junge Mossad-Agenten, ein Nazi-Schlächter und ein folgenschwerer Auftrag ... >054

ATMEN

HOT HOT HOT Als der zutiefst verklemmte Fischliebhaber Ferdinand von seinem Arbeitgeber in eine Finnische Sauna versetzt wird, treibt ihm nicht nur die Hitze die Schweißperlen auf die Stirn ...

FOTOS: FILMVERLEIHER

▶l Fr 09. September

▶l Fr 23. September

SKIP SEPTEMBER

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Filmstarts täglich aktualisiert auf

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ALLE GENANNTEN TERMINANGABEN OHNE GEWÄHR!

▶l Do 06. Oktober

▶l Bonus

FRIGHT NIGHT Colin Farrell als beißfreudiger Blutsauger. >068

▶l Fr 07. Oktober JOHNNY ENGLISH – JETZT ERST RECHT Der Geheimagent, den der MI7 am liebsten verstecken würde, ist zurück. >048 WIE MAN LEBEN SOLL David Schalkos jenseitig geniale Verfilmung des Romans von Thomas Glavinic. >074 LOVE SIGNS Hanna deutet alles um sich herum als Zeichen des Schicksals – auch in Sachen Liebe ...

07. 10. JOHNNY ENGLISH – JETZT ERST RECHT

07. 10.

DIE EINSAMKEIT DER PRIMZAHLEN Einer der traurigsten Liebesromane überhaupt, verfilmt mit Alba Rohrwacher.

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MICHAEL läuft seit 2. September

>084

PRINZESSIN LILLIFEE UND DAS KLEINE EINHORN läuft seit 2. September >092 ATEMLOS – GEFÄHRLICHE WAHRHEIT startet am 13. Oktober >072 WIE AUSGEWECHSELT startet am 14. Oktober

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DRIFTER. ROAD | MOVIE: 1974 BIS 2007 Filmmuseum, 1. Sept. bis 5. Okt. 2011 >094 KINO UNTER STROM Schikaneder, Wien, 2. bis 28. September 2011 SANDALENFILME BSL, Wien, 9. September bis 28. Oktober 2011

KEIN MITTEL GEGEN LIEBE Kate Hudson, todkrank, findet Trost bei einem schuckeligen Arzt (Gael García Bernal). ALTE MEISTER – FÜR IMMER JUNG Elfriede Ott und Johnny Raducanu im Porträt.

DIE DREI MUSKETIERE läuft seit 1. September

WIE MAN LEBEN SOLL

GAFFA – 6. INTERNATIONALES FILMFESTIVAL FÜR JUNGE LEUTE Cinemagic, Wien, 3. bis 9. Oktober 2011 >069

FOTOS: FILMVERLEIHER

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▶l Fame

Forward

GOSSIP / NEWS / STARRING

JUDE LAW

HANGOVER, AUFGEWÄRMT

▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE, WARNER

Wir habens ja immer gesagt: Kino macht Trends. Auch dann, wenn es keiner erwarten würde. Hangover zum Beispiel: Die epochale Komödie wurde nicht nur zum unerreichten Vorbild zahlloser PolterabendOrganisatorInnen weltweit, sondern machte Urviech Zach Galifianakis zur Style-Ikone. Echt wahr! Nicht etwa der fesche Bradley Cooper ist es, dem alle nacheifern, nein, Zachs Pelzgoscherl wird zum Must-have! Sogar Jude „Formerly Known as Sexiest Man Alive“ Law macht mit – auch wenn sein Bartwuchs dichtetechnisch etwas zu wünschen übrig lässt.

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T R BA AAAARM! ALA

SKIP SEPTEMBER


Da backt einen die Lust! Ein guter Tag beginnt immer mit einem guten Frühstück. Der McMorning Chicken sorgt mit hochwertigem Hühnerbrustfleisch, frischen Tomaten sowie knackigem Eisberg- und Rucola-Salat für den perfekten Start in den Tag! Easy Morning, das Frühstücksangebot von McDonald’s mit vielen Produkten schon ab 1 Euro. MO-SA bis 10:30 Uhr, SO und Feiertag bis 11:00 Uhr.

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NEU: Feinstes Hühnerbrustfleisch* in der knusprigen Kaisersemmel.


▶l Fame GOSSIP / NEWS Haare, Haare, überall Haare! Glattrasiert war gestern, heute machen die Stars wieder einen auf animalisch. Oder versuchens zumindest.

ZACH GALIFIANAKIS Beim Barte des Propheten: Zachs unverwechselbarer Vollbart ist schuld an jener Mode, die seit Hangover ganz Hollywood ergriffen hat. Ist wohl nur mehr eine Frage der Zeit, bis sich auch alle dem Trend zum Kugelbauch anschließen.

SHIA LaBEOUF ▶l TEXT: GINI BRENNER, MAGDALENA MIEDL FOTOS: WARNER (1), VIENNAREPORT (2), PHOTOPRESS SERVICE (3)

Auf der Leinwand ist Shia üblicherweise glattrasiert mit liebem Bubilächeln, in der Freizeit lässt er dann doch den Rasierer unbenutzt. Man kanns verstehen: Zwar macht ihn der Grunge-Look nicht wirklich attraktiver, dafür fragt man ihn in den Bars nicht jedesmal nach einem Ausweis.

SAM WORTHINGTON Hairy Monster. Prinzipiell ist Sam als Wuschelkopf ja ein erfreulicher Anblick. Aber der stufenlose Übergang von Brustpepi zu Gesichtspelz lässt schon die Frage aufkommen: Wie sieht denn da der Rest vom Kerl aus? Wachsen da auch überall Haare?

LETZTE REIHE MITTE VON GINI BRENNER

Klischees stimmen fast immer. Zumindest beim Filmfestival von Venedig: Diesmal gibts eine Kolumne ganz live von der Filmfront. Was ich seit Festivalbeginn wieder mal sicher weiß – Klischee Nr. 1: „Venedig ist die schönste Stadt der Welt“ stimmt nach wie vor. Trotz Touristenfluten und Umweltverschmutzung. Leider erwartet einen am Lido auch gleich Klischee Nr. 2: „Italiener kriegen nie was weiter, außer beim Essen“. Seit ewig soll das in die Jahre gekommene Festivalpalais neu gebaut werden. Drei Kilometer nördlich, dort wo sich kaum ein Festivalbesucher hinverirrt, gibts tatsächlich einen riesigen, eingezäunten Baugrund mit einem Hinweisschild: „Hier entsteht der neue Palazzo del Festival!“

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Nur – der Fleck sieht seit Jahren genau gleich aus. Nur das Hinweisschild verwittert immer mehr. Dafür gibt es direkt neben dem alten Festivalpalais seit nunmehr zwei Jahren eine zweite Riesenbaustelle: Voriges Jahr war dort ein riesiges Loch, heuer hat man das Loch mit Plastikplanen abgedeckt. Und – alle Restaurants am Lido sind jeden Abend bis zum letzen Platz ausgebucht. Das Festival selbst, abgesehen vom baulichen Zustand, funktioniert genau so verlässlich wie Klischee Nr. 3: „George Clooney kann nichts falsch machen“: Sein Eröffnungsfilm The Ides of March ist schon wieder super, inszenatorisch und schauspielerisch. Letzteres trifft auch zu für Madonnas mit Spannung erwartete Regiearbeit W.E., bei der sie selbst Klischee Nr. 4: „Madonna kann nicht schauspielen“ vernünftigerweise beherzigt hat und erst gar nicht mitspielt. Ein Klischee möchte ich aber doch noch widerlegen, und zwar Nr. 5: „Journalisten sind faul“. Ich muss nämlich los, Filme schauen. Ciao!


TOBEY MAGUIRE Der Ex-Spider-Man ist auch in Geschmacksfragen ziemlich super – und demonstriert im klassischen Look mit Jeans und weißem Shirt betont lässig die Hipster-Variante des Vollbarts. Aber pardon: Das ist vermutlich alles irrsinnig ironisch gemeint.

ASHTON KUTCHER Demi, sprich ein Machtwort: Kann dieser Look von deinem Schnucki Ashton bitte eine Verkleidung sein, die ein wenig dezenter Hinweis auf seine Rolle in Two and a Half Men ist? Sollte das hier ernst gemeint sein, müssen wir nämlich an deinem Geschmack zweifeln. Heftig.

ZACH GALIFIANAKIS Während die einen noch mühsam Barthaare zählen und auf einen Vollbart sparen, ist Modeprophet Galifianakis schon längst einen Trend weiter: Der 70s-Rundumwuschelkopf ist out, die 80s-Rotzbremse in. Motto: Magnum mag man eben.

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▶l Fame COMING NEXT

GEORGE CLOONEY

ERSTE LIGA GEORGE CLOONEY kommt immer zuerst. Nicht nur bei Millionen Fans, sondern auch bei den Cineasten. In Venedig wurde sein neuester Film The Ides of March dazu auserkoren, das noble Filmfestival zu eröffnen – keine kleine Ehre. Doch während er dort den Journalisten nur lässig zuwinkte, sprach Georgeous George mit SKIP schon vorab in Mexiko exklusiv über seine neue Regie-Arbeit.

George Clooney als demokratischer Präsidentschaftskandidat Mike Morris in The Ides of March.

SKIP: The Ides of March wurde als Eröffnungsfilm für das heurige Festival von Venedig ausgewählt – was sagen Sie dazu? GEORGE CLOONEY: Es ist wunderbar! Ich liebe dieses Festival. Wir haben ja schon 2005 Good Night, And Good Luck dort präsentiert – einen Film, den wir vorher noch niemandem gezeigt hatten, nicht einmal in Testscreenings. Und die Reaktionen waren wirklich überwältigend. Wir hatten in Venedig immer großen Erfolg, und haben gehofft, auch dieses Jahr einen guten Programmplatz zu bekommen. Und als die uns angerufen und gesagt haben: „Wir nehmen The Ides of March als Eröffnungsfilm“ – nun, einen besseren Platz gibts wohl nicht (lacht). Worauf bezieht sich der Titel des Films? Die Iden war die altrömische Bezeichnung für die Monatsmitte. Der Filmtitel bezieht sich einerseits auf das Shakespeare-Drama Die Iden des März, aber im Grunde geht es eben um den 15. März, an diesem Tag sind in den USA die Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl. Und uns hat gefallen, dass das auch der Tag ist, an dem der Legende nach Julius Cäsar getötet wurde, unter anderem von seinem Freund Brutus, und seine Feinde triumphiert haben. Und es klingt natürlich gut! Der Film startet in den USA relativ knapp vor den Wahlen. Was könnten die Kandidaten draus lernen? Oh, das ist einfach: Schlaf niemals mit der Praktikantin! Ich denke, das ist immer ein guter Rat. Und generell: Mach keine Bilder von deinen Kronjuwelen und stell sie irgendwo online! Bleib generell weg von Twitter, wenn du dich für ein politisches Amt bewirbst. Solche Dinge. Sie spielen in The Ides of March den Präsidentschaftskandidaten, weitaus wichtiger ist aber wohl Ihr Job als Regisseur. Wieso wechseln Sie immer öfter hinter die Kamera? Es gibt einfach so viel zu tun in einem Leben. Und je älter ich werde, desto weniger habe ich Lust, mich selbst auf der Leinwand zu sehen. Schreiben und Regie führen ist der wesentlich kreativere Teil der Arbeit.

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Wie haben Sie Ihre Filmfigur erarbeitet, haben Sie gegenwärtige amerikanische Politiker zum Vorbild genommen? Und werden Sie Obama wieder unterstützen? Natürlich unterstütze ich ihn! Aber habe ich mir bestimmte Politiker angeschaut? Nicht wirklich. Eine Menge der Reden basieren auf Texten, die mein Vater verfasst hat, vor dreißig Jahren (Clooneys Vater Nick ist ein bekannter TV-Journalist und war 2004 auch Kongress-Kandidat für die Demokraten, Anm.), und die immer noch ziemlich relevant wirken. Ich fand, das war sehr interessant. Ich muss ganz nüchtern sagen: Tatsache ist, ich war einfach der Richtige, um diese Rolle zu spielen, ich dachte mir, das kriege ich hin. Sie sehen als Politiker im Film extrem überzeugend aus. Wäre das nicht eines Tages eine Option für Sie? Ja, genau, das was Präsident Obama jeden Tag tun muss, sieht doch nach einer Menge Spaß aus, ich kann mir nichts Lustigeres vorstellen (lacht). Aber im Ernst, nein, ich habe keinerlei Interesse daran, und hatte es auch nie. Mir gefällt es, dass ich Themen unterstützen kann, die mir wichtig sind, und dass ich da von außen Partei ergreifen kann für eine Meinung. Aber wenn man wirklich mitten drin steckt in der Politik, dann muss man so hart arbeiten und so viele Bedürfnisse befriedigen, da ist es sehr schwer, auf der Seite zu bleiben, die man für die richtige hält. Man muss da die ganze Zeit Scheiße fressen, um in seiner Position zu bleiben. Das ist nichts für mich, ich muss das nicht machen. Und ich würde ein viel zu schönes Haus aufgeben müssen für diesen Job (lacht). Was hält bei Ihnen noch die Lust an der Arbeit wach? Ach, da gibt es etwas, was immer hilft: Wodka (lacht)! Aber man muss schon sagen, ich habe bis jetzt ganz großes Glück gehabt. Ich habe eine wunderbare Karriere und kann mittlerweile im Grunde machen, was ich will. Ich bin sogar in einer Position, in der ich Leute dazu zwingen kann, Filme zu machen, die sie gar nicht machen wollen (lacht). Diesen Film zu realisieren war echt ein Stück harte Arbeit. Wir mussten viele, viele verhältnismäßig kleine Geldsummen auftreiben, um das Ganze zu finanzieren, und alle Beteilgten haben für sehr wenig Geld gearbeitet. Aber so lang ich noch kann, will ich alles in Bewegung setzen, um die Projekte zu realisieren, die mich wirklich interessieren. Und wenn die Leute dann halt irgendwann endgültig genug von mir haben, dann verkauf ich mein Haus am Como See und verbringe ▶l KURT ZECHNER irgendwo einen ruhigen Lebensabend.


ERSTE LIGA GEORGE CLOONEY kommt immer zuerst. Nicht nur bei Millionen Fans, sondern auch bei den Cineasten. In Venedig wurde sein neuester Film The Ides of March dazu auserkoren, das noble Filmfestival zu eröffnen – keine kleine Ehre. Doch während er dort den Journalisten nur lässig zuwinkte, sprach Georgeous George mit SKIP schon vorab in Mexico exklusiv über seine neue Regie-Arbeit.

Worauf bezieht sich der Titel des Films? Die Iden war ja die altrömische Bezeichnung für die Monatsmitte. Der Filmtitel bezieht sich einerseits auf das ShakespeareDrama Die Iden des März, aber im Grunde geht es eben um den 15. März, an diesem Tag sind in den USA die Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl. Und uns gefiel, dass das auch der Tag ist, an dem der Legende nach im alten Rom Julius Cäsar getötet wurde, unter anderem von seinem Freund Brutus, und seine Feinde triumphieren. Und es klingt natürlich gut! Der Film startet in den USA relativ knapp vor den Wahlen. Was könnten die Kandidaten draus lernen? Oh, das ist einfach: Schlaf niemals mit der Praktikantin! Ich denke, das ist immer ein guter Rat. Und generell: Mach keine Bilder deiner Kronjuwelen und stell sie irgendwo online! Bleib generell weg von Twitter, wenn du dich für ein politisches Amt bewirbst. Solche Dinge. Sie spielen in The Ides of March den Präsidentschaftskandidat, weitaus wichtiger ist aber wohl Ihr Job als Regisseur. Wieso wechseln Sie immer öfter hinter die Kamera? Es gibt einfach so viel zu tun in einem Leben. Und je älter ich werde, desto weniger habe ich Lust, mich selbst auf der Leinwand zu sehen. Schreiben und Regie führen ist der wesentlich kreativere Teil der Arbeit. Wie haben Sie ihre Filmfigur erarbeitet, haben Sie gegenwärtige amerikanische Politiker zum Vorbild genommen? Und werden Sie Obama wieder unterstützen? Natürlich unterstütze ich ihn! Aber habe ich mir bestimmte Politiker angeschaut? Nicht wirklich. Eine Menge der Reden

basieren auf Texten, die mein Vater verfasst hat, vor dreißig Jahren (Clooneys Vater Nick ist ein bekannter TV-Journalist und war 2004 auch Kongress-Kandidat für die Demokraten, Anm. d. Red.), und die immer noch ziemlich relevant wirken. Ich fand, das war sehr interessant. Ich muss ganz nüchtern sagen: Tatsache ist, ich war einfach der Richtige, um diese Rolle zu spielen, ich dachte mir, das kriege ich hin. Sie sehen als Politiker im Film extrem überzeugend aus. Wäre das nicht eines Tages eine Option für Sie? Ja genau, das was Präsident Obama jeden Tag tun muss, sieht doch nach einer Menge Spaß aus, ich kann mir nichts Lustigeres vorstellen (lacht). Aber im Ernst, nein, ich habe keinerlei Interesse daran, und hatte es auch nie. Mir gefällt es, dass ich Themen unterstützen kann, die mir wichtig sind, und dass ich da von außen Partei ergreifen kann für eine Meinung. Aber wenn man wirklich mitten drin steckt in der Politik, dann muss man so hart arbeiten und so viele Bedürfnisse befriedigen, da ist es sehr schwer, auf der Seite zu bleiben, die man für die richtige hält. Man muss da die ganze Zeit Scheiße fressen, um in seiner Position zu bleiben. Das ist nichts für mich, ich muss das nicht machen. Und ich würde ein viel zu schönes Haus aufgeben müssen für diesen Job. (lacht) Was hält bei Ihnen noch die Lust an der Arbeit wach? Ach, da gibt es etwas, was immer hilft: Wodka! (lacht) Aber man muss schon sagen, ich habe bis jetzt ganz großes Glück gehabt. Ich habe eine wunderbare Karriere und kann mittlerweile im Grunde machen, was ich will. Ich bin sogar in einer Position, in der ich Leute dazu zwingen kann, Filme zu machen, die sie gar nicht machen wollen (lacht). Diesen Film zu realisieren war echt ein Stück harte Arbeit. Wir mussten viele, viele verhältnismäßig kleinere Geldsummen auftreiben, um das Ganze zu finanzieren, und alle Beteilgten haben für sehr wenig Geld gearbeitet. Aber solang ich noch kann, will ich alles in Bewegung setzen, um die Projekte zu realisieren, die mich wirklich interessieren. Und wenn die Leute dann halt irgendwann endgültig genug von mir haben, dann verkauf ich mein Haus in Como und verbringe irgendwo ▶l KURT ZECHNER einen ruhigen Lebensabend.

The Ides of March startet am 23. Dezember 2011 in den österreichischen Kinos! SKIP SEPTEMBER

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH, TOBIS

SKIP: The Ides of March wurde als Eröfnungsfilm für das heurige Festival von Venedig ausgewählt – was sagen Sie dazu? GEORGE CLOONEY: Es ist wunderbar! Ich liebe dieses Festival. Wir haben ja schon 2005 Good Night, And Good Luck dort präsentiert – einen Film, den wir vorher noch niemandem gezeigt hatten, nicht einmal in Testscreenings. Und die Reaktionen waren wirklich überwältigend. Wir hatten in Venedig immer großen Erfolg, und hofften, auch dieses Jahr einen guten Programmplatz zu bekommen. Und als die uns anriefen und sagten: „Wir nehmen The Ides of March als Eröffnungsfilm“ – nun, einen besseren Platz gibt‘s wohl nicht (lacht).

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▶l Fame STARRING

roSamund PiKe

Seit Sie 2002 als Bond-Girl Miranda Frost in Stirb an einem anderen Tag auf der Kinoleinwand debütiert hat, ist die atemberaubend schöne Britin mit dem hübsch altmodischen Vornamen langsam aber stetig auf dem Weg nach oben. Keine Spur vom vielbeschworenen Bond-Girl-Fluch, vielleicht mal abgesehen von ihrem Engagement in der Videospielverfilmung Doom. Seither überzeugte die 32-Jährige in erstklassigen Filmen wie An Education oder Barney’s Version (auf dessen Österreich-Start wir immer noch inständig hoffen), demnächst gibt sie den weiblichen Aufputz neben Tom Cruise in One Shot. Zu manchen Männern sagt man eben nicht nein. „Die Rolle in Johnny English – Jetzt erst recht habe ich nicht wegen der künstlerischen Herausforderung angenommen, sondern weil es als Britin einfach ein Muss ist, mit Rowan Atkinson zu arbeiten“ verriet sie im SKIP-Interview. Nein, danke hieß es dagegen für Joe Wright: Die Verlobung mit dem Regisseur (Abbitte, Wer ist Hanna?) platzte 2008 kurz vor der Hochzeit.

Pike Performance Mehr zu Johnny English – Jetzt erst recht findest du auf Seite 48.

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▶l text: DINA MAESTREllI

SKiP SePtember

Foto: ANDREA MüHlWISCH


Der neue

AMperA

wäre der konkurrenz voraus, wenn er eine hätte. Gewinner der Auto Trophy 2010. Genauso umweltfreundlich wie komfortabel: Der Opel Ampera ist Europas erstes elektrisch angetriebenes Fahrzeug mit verlängerter Reichweite! Mit einer Akku-Reichweite von 40 bis 80 km und mehr als 500 km Gesamtreichweite ist der Ampera das ideale Auto für tägliche Anforderungen bis hin zu Langstrecken-Trips.

www.opel-ampera.at Verbrauch gesamt in l/100 km: 1,6; CO2-Emission in g/km: 40 (vorläufige Werte).


▶l Fame Starring

Jamie Bell

Im riesigen, bunten Universum der Comics nehmen die klassischen Abenteuergeschichten über den mutigen investigativen Reporter Tim und seinen klugen Hund Struppi eine Sonderstellung ein: Die unvergleichliche Bildsprache und der einzigartige Wortwitz sind bis heute stilprägend. Bereits 1929 zeichnete und schrieb der Belgier Georges Prosper Remi unter dem Künstlernamen Hergé seine erste Tim und Struppi-Story, bis zu seinem Tod 1983 erschienen 37 weitere, eine letzte blieb unvollendet. Noch zu Lebzeiten hatte sich Steven Spielberg, tief beeindruckt von der dramatischen Qualität seiner Comics, von Hergé die Erlaubnis geholt, Tim und Struppi ins Kino zu bringen. Jetzt endlich ist es bald soweit: Kein Geringerer als Peter Jackson sorgte mit seinen Weta-Studios als Producer dafür, dass das Motion-Capture-Abenteuer zum Happyend kam – und so glänzt Jungstar Jamie Bell mit Computer-Maske als 3D-Comic-Hero Tim vor perfekt authentischer Kulisse.

Es werde Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn startet am 28. Oktober 2011 in den österreichischen Kinos.

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e Tim!

Jamie Bell als Tim in Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

▶l Text: Gini Brenner

Foto: sony


▶l Fame GOSSIP / NEWS OLIVIA WILDE Stimmt eh: True Beauty is Within – Wahre Schönheit kommt von innen. Der Spruch ist zwar altbacken, aber angesichts des türkisen Flohmarktfetzens, den die normalerweise todschicke Olivia Wilde hier anhat, um so aktueller. Aber vielleicht schaut sie ja beim nächsten Standl ja mal in den Spiegel.

ROBERTO BENIGNI & WOODY ALLEN Altherrenwitze: Zwei der lustigsten Intellektuellen des Gegenwartskinos treffen in Bop Decameron zusammen, Woody Allens nächstem Filmprojekt, das derzeit in Rom gedreht wird. Obwohl Roberto vermutlich wenig zu lachen hat, wenn Woody ihm seinen Job erklären muss.


ALEC BALDWIN

EMMA WATSON Down Under: Gerade noch tauchte die Ex-Hexe und Stilikone in den Klatschspalten auf, weil Paparazzi sie mit transparenter Fast-gar-nicht-Unterwäsche erwischt hatten. Aber Emma hat aus dem Malheur gelernt: Eine praktische OmaBaumwollfeinrippuntergatte ist halt doch am praktischsten, wenn die Fotografen lauern.

smartbob: die neue, geniale tarifformel für dein smartphone. ohne bindung und ohne versteckte kosten. nur bis 31.10. 1000 minuten, 1000 sms und 1000 mb österreichweit in alle netze. jede weitere minute oder sms 4 cent. alle weiteren angefangenen 1000 mb nur 4 euro. taktung 60/60 bzw. 64 kb. mehr unter www.bob.at oder 0800 680 680

▶l TEXT: MAGDALENA MIEDL FOTOS: VIENNAREPORT (3), PHOTOPRESS SERVICE (1)

Na gratuliere: Alec (53) erlebt momentan seinen zweiten, nein, dritten – ach wo, einen weiteren Frühling. Die junge Dame neben ihm ist nämlich nicht seine Altenbetreuerin, sondern die 27-jährige Hilaria Thomas, seine Ex-Yogalehrerin und nunmehrige Freundin, mit der er soeben in New York im schicken Soho zusammengezogen ist. F*cking hilarious!


▶l Fame STARRinG

CharlizE ThEron CharlizE ThEron in Snow White and the Huntsman

Blinder Spiegel Es war Einmal eine Königstochter mit einer Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und Haaren so schwarz wie Ebenholz. Und supernett war sie auch noch, klug, charmant und alles das. Doch leider kann die schönste Prinzessin nicht in Frieden leben, wenn es der bösen Stiefmutter nicht gefällt – und schon ist das Drama in vollem Gang. Schneewittchen, das klassische Märchen aus der GebrüderGrimm-Ecke, inspiriert nach wie vor: Zuletzt Regisseur Rupert Sanders, der bisher mit innovativen Werbefilmen auffiel und nun sein groß besetztes Kinodebüt fertigstellt. Sein Schneewittchen ist Kristen Stewart, die sich nicht in den Prinzen, sondern den Jägersmann verliebt, der sie eigentlich auf Befehl der eifersüchtigen Königin töten soll. Und die gibt, hinreißend böse, Charlize Theron im schwarzen Traumkleid. Und wenn sie den ganzen Film über so toll aussieht, dann hat das Spieglein an der Wand ordentlich Tomaten auf den Augen. Snow White and the Huntsman startet am 1. Juni 2012 in den österreichischen Kinos.

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▶l TExT: Gini BREnnER

sKiP sEPTEmbEr

FoTo: UPi


GEWINN MIT A1 AUF FACEBOOK TICKETS FÜR DIE BLOCKBUSTER DER WOCHE

P KINOMANAGER O T GESUCHT!

Die neue Facebook-App von A1 macht dich zum Kinomanager: Eröffne deinen eigenen virtuellen Kinosaal, fülle die Sitzreihen möglichst schnell mit deinen Freunden und gewinne 2 von 100 Kinotickets. Jede Woche – ein ganzes Jahr lang!

SO FUNKTIONIERTS:

Der Eingang zum offiziellen FacebookKino von SKIP und A1: Hier kannst du deinen Kinosaal eröffnen.

Auf der Leinwand deines Facebook-Kinosaals laufen stets die aktuellen Kinotrailer der zwei Top-Movies der Woche, für die es Tickets zu gewinnen gibt.

Gehe auf apps.facebook.com/kinomanager und aktiviere die App. Nun bist du gefragt: Eröffne dein eigenes virtuelles Kino und lade deine Freunde ein, sich in dein Kino zu setzen. Die ersten 25 Kinomanager, denen es gelingt, ihr Kino bis auf den letzten Platz zu füllen, bekommen jeweils 2 Kinotickets für das folgende Wochenende. Doch damit nicht genug: Auch deine Freunde können gewinnen. Unter allen, die sich in ein Kino eines Freundes setzen, werden weitere 25 mal 2 Tickets per Zufallsauswahl verlost. ACHTUNG: Wenn auch du als einer der Ersten wissen möchtest, wann die Kinos jede Woche öffnen, dann werde jetzt gleich Fan von www.facebook.com/A1– denn nur dort wird wöchentlich gepostet, wann die Kinos öffnen. Ein entscheidender Vorteil im Kampf um die begehrten Tickets.

Jede Wo che

100 Kino zu gewintickets n en:

apps.fac ebook.co m/kinom anager

Jetzt liegt es an dir, wie schnell du deine Facebook-Freunde dazu bringen kannst, sich zur richtigen Zeit in deinen Kinosaal zu setzen.

HAST DU GEWONNEN, steht es dir frei, den Tag (Samstag oder Sonntag), das Kino und den Film (aus den zwei Top-Neustarts der Woche) zu wählen.


Unversch채mt gut. Doris Golpashin, Moderatorin


TVthek.ORF.at


▶l Fashion BEAUTY / ACCESSOIRES / STYLE

Forward SKIP-HIGHLIGHTS IM SEPTEMBER Schwarz lackierte Nägel sind mittlerweile schon ein Klassiker, den wir immer wieder gerne auftragen. Für glänzende Abwechslung sorgt diesen Herbst die Limited Edition von Yves Saint Laurent La Laque. N°126 Black Brone und N°128 Black Indigo. Beide sind perfekt für den glamourös-rockigen Auftritt! Um 19 Euro erhältlich.

▶l KONZEPT FASHIONSTRECKE: GINI BRENNER, BETTINA LASSER & ANDREA MÜHLWISCH FOTOS: VIENNAREPORT (1), BEIGESTELLT

Der Look von Olivia Wilde im Bild links gefällt uns. Beim genaueren Hinsehen wurde uns klar, dass sie ganz schön in die Beauty-Trickkiste gegriffen hat. Denn nicht nur der coole Zopf sondern auch die Wimpern sind gefaked. Das können wir auch! Mit Lashes von www.asos.com um schlappe 5 Euro klimpern wir schon mal.

Fast jede Frau experimentiert gerne mit ihren Haaren. Da wird gefärbt, geglättet und getaftet was das Zeug hält. Leider ist der Endeffekt meist strohiges Haar, dabei wäre Glanz genau das Richtige für den großen Auftritt. Mit der neuen Produktlinie von Wella System Professional Color Lock Service sind lasche Haare passé. Weitere Infos unter www.wella.com.

OLIVIA WILDE

ist die Frau der Stunde: Fesch, talentiert und clever hat sie sich aus ihrer Dr. House-Rolle längst freigespielt und macht ganz vorn in Hollywood mit. Auch stylingmäßig hat sies drauf: Hier mit sexy Zopf-Haarteil (vieeel schöner als Extensions, weil weit weniger trashig!) und kräftigem Sixties-Lidstrich zum edlen Nude-Make-up.

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Schützt und hält ihre Haut für 48 h angeneHm trocken. NIVEA DRY COMFORT DEODORANT zuverlässiger Schutz und milde Pflege, die das natürliche Gleichgewicht Ihrer Haut respektieren.

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▶l Fashion STYLE CLAUDIA SCHIFFER

Timeless Nein, das ist kein Foto aus den späten Eighties – der Softporno-bevors-zurSache-geht-Look ist wieder super en vogue! Crèmefarbene Bluse zum straighten Jeansrock, dazu High Heels, Seidenschal, große, nicht zu dunkle Shades und die Schultertasche von Aigner: Sehr hot.

JEAN GENIE Das (seit seiner Entdeckung als Hosenstoff Ende des 19. Jahrhunderts, um genau zu sein) ewige Modethema Jeans wird wieder neu interpretiert. Was lang tabu war, ist jetzt Gesetz: Knitterfalten sind out, das blaue Gold wird heuer gebügelt!

ROSARIO DAWSON

KATE BOSWORTH

New Blue Dress Nett, adrett und trotzde Jeanskleidchen mit Puf m cool: Die platinblonde Kate im blauen färmeln und Zierknopf-D Immer wieder nett zu seh oppelreihe. wirkt – aus jedem anderenen, wie stark Denim in ungewohntem Kontext Stoff wäre das Teil wohl kein solcher Hingucker.

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▶l TEXT: GINI BRENNER

Blue on Blue Zwei verschiedene Denim-Töne zu kombinieren, ist eine haarige Angelegenheit. Meistens geht das schief. Gerde noch die Kurve gekratzt hat hier Rosario mit dem Dark-Denim-Gilet zur Washed-out-Jean – auch wenn eine schlichte schwarze Röhre trotz allem schöner gewesen wäre.


„Blau blau blau sind alle meine Kleider, blau blau blau ist alles was ich hab!“ EWAN McG REG

OR Blaumann Sehr fesch: De r Jeanshemd un chice Hybrid aus ist wirklich se d Hackler-Jacke Schnuckelig hr typgerecht. der Wuschel schaut er aus mit Matrosenlei frisur und dem richtig zum Mberl drunter, so Oder zumindeitnachhausenehmen. st ins nächst e Pub.

REESE RSPOON WITHE

Shirt Alert Reese sichtlich Das Hemd istr Rock. So wird das näher als de irtkleidchen zum hellblaue Sh elgänger – trotz mutigen Einzze ein sehr cleaner der Ultrakür ese noch akzentuiert Look, von Reave Frisur und die durch die br Accessoires. unauffälligen

E ALEXA CHUNG

▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: VIENNAREPORT (5), PHOTOPRESS SERVICE (3)

Lätzchen-Mätzchen Trendig mags ja sein, praktisch sicher auch, und vielleicht sogar ein winziges bisschen herzig – aber sexy ist was anderes. Das kurze Latzhöschen sieht sogar an der schönen Alexa ziemlich doof aus, da helfen auch die langen Beine und die chice Leo-Tasche nicht mehr viel.

FEARNE COTTON

STELLA McCARTNEY CARTNEY

True Blue Das superschlichte Oversized-Kittelchen ist trotz (oder gerade wegen) seiner Einfachheit ein sehr starkes FashionStatement. Die Designerin trägt das Teil aus ihrer 2011er Frühjahr/SommerKollektion mit dunkelbraunen Accessoires und viel Würde – cool!

Final Countdown Trends und ihre Ursprünge … Was noch vor fünf Jahren als klassischer FortgehLook der hippen Berlinerin angesagt war, ist jetzt in Hollywood die ganz heiße Scheiße: Adrettes Minikleidchen über blickdichten Tights zu PlateauSandaletten, drüber eine chice Jacke im Uniform-Style.

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▶l Fashion STYLE

SOLANGE KNOWLES

Strarstruck Beyoncés kleine Schwester gibt sich die Sternderlpracht auf den Leggins zum perfekten Eighties-Style: Ein leicht oversizeder Smoking-Blazer über dem weißen Hemd, die langen Ärmel (unbedingt!!!) hochgeschoppt, dazu ein kleines Riementäschchen und spitze Stiletto-Pumps.

ROSE McGOWAN

STACY FERGUSON

▶l TEXT: GINI BRENNER

Vom anderen Stern Dezent und edel mögen die anderen sein, Fergie hats gern trashig, und so interpretiert sie den Sternderl-Trend eben auch auf ihre Art. Zu schrill, zu eng, zu kurz, zu schlecht frisiert – aber wenigstens konsequent. Nachahmung wird nur bedingt empfohlen.

Superstar Schlicht und ergreifend. Auch Roses bevorzugtem Fetisch-Rockabilly-Look steht die Sternenpracht gar prächtig: Das klassisch knallenge Corsagenkleid mit Bleistiftrock kommt so gleich nochmals so va-va-voom-mäßig daher, die knallroten Plateau-Pumps sind ein schönes Highlight.

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STERNDERL SCHAUEN The Stars We Are. Diese Saison kehren die Celebs das Innere nach außen und kleiden sich in Stars, Stars, noch mehr Stars! Sternenmuster sind der vielleicht schönste Herbsttrend heuer – das SKIP-Fashion-Team sieht nur noch Sternchen.

EVAN RACHEL WOOD

Glücksstern Easy Rider direkt in den Sternenhimmel: Das scharfe Rock-Chick-Ensemble ist hier sichtlich mit äußerster Sorgfalt zusammengestellt worden. Zur knallengen Sternderl-Röhre plus stilechter Edel-Bikerjacke & Rocker-Tolle trägt Evan Rachel ein T-Shirt mit dem Bild des wunderbaren Dennis Hopper. Der dreht sich jetzt sicher im Grab herum – vor Freude.

LILY ALLEN

▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: VIENNAREPORT (2), PHOTOPRESS SERVICE (4)

PIXIE GELDOF

Sternenkind Mit Tattoos als Schmuck zum sehr aparten schulterfreien, bodenlangen Sternchenkleid, und Trash-Marilyn-Frisur macht die ältere der Geldof-Schwestern ihr Ensemble komplett und sich selbst optisch zu einem größeren Star, als sie in Wirklichkeit ist. Da würden wir an ihrer Stelle auch so breit grinsen.

Dark Star Von wegen strahlender Stern – man kann die Leuchtkraft der Sternbild-Stoffe durchaus auch erfolgreich boykottieren! Das helle Strickjäckchen macht Lilys ohnehin etwas grenzwertig braves Sternchenkleid noch eine Portion biederer – da hätte ihr ein kurzer taillierter Blazer mehr Style-Sterne verschafft.

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KNALLFARBE RACHEL BILSON, TV-Star und Immer-mehr-Stilikone, zeigt, wie man die im Sommer so superhippen farbigen Jeans mit gekonntem Colorblocking (Vorsicht vor zu harten Kontrasten!) durch den Herbst rettet. Der Parka ist ja sowieso Must-have des Winters – SKIP hat nachgeshoppt!

01 Pastellfarbenes weichfließendes Top von VERO MODA um ca. € 30,–

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02 Schwarze Umhängetasche mit goldfar-

benen Applikationen von NEW YORKER um € 29,95 03 Rosefarbene Jeans im Destroyed-Look von NECKERMANN um € 40,– 04 Gelbe Plateau-Pumps von WWW.ASOS.COM um € 100,– 05 Olivgrüner Parker mit Fake-Pelzkragen von H&M um ca. € 40,– 06 Kussechte Panty von BJÖRN BORG um ca. € 16,–

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Bezugsquellen: www.veromoda.com www.newyorker.com www.neckermann.at www.asos.com www.hm.com www.bjornborg.com

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▶l TEXT: GINI BRENNER ▶l STYLING: BETTINA LASSER ▶l FOTOS: VIENNAREPORT (1), ANDREA MÜHLWISCH (2), BEIGESTELLT

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▶l Fashion STYLE

NACHGESTYLT

PULL OVER ALEXA CHUNG kanns ja doch: Mit kurzem, weitem Taftrock zum gegürteten Strickpulli trägt sie einen der edelsten Winter-Trends spazieren. Und auch, wenns so scheint: Der Look steht durchaus nicht nur Bohnenstangen wunderbar, einfach ausprobieren!

01 Dunkelblauer Grobstrickpullover von H&M um € 34,95

02 Schmaler schwarzer Gürtel mit goldfar-

bener Schnalle von PIECES um ca. € 25,–

03 Ausgestellter Seidenrock mit Querstreifen von BONPRIX um ca. € 100,–

04 Plüschiger Umhängebeutel von DIESEL um ca. € 100,–

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▶l TEXT: GINI BRENNER ▶l STYLING: BETTINA LASSER ▶l FOTOS: VIENNAREPORT (1), ANDREA MÜHLWISCH (2), BEIGESTELLT

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NEU

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DIE ERSTE HA ARFAR BE ZUM SELBER MISCH EN. FÜR ECHTE FARBLEBENDIGKEIT.

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Basis- und Fashion-Ton einfach zum Selbermischen Für salon-schöne Facetten

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▶l Film

Forward

Freunde mit gewissen Vorzügen Genießen ohne vermissen. Spaß ohne Generve. Sex ohne Liebesschwüre. Wär das nicht wundervoll? Jamie und Dylan haben genug von Beziehungsstress und Liebeskummer und versuchens mit Freundschaft – plus Sex. Was dabei rauskommt? Die heißeste, frechste und witzigste Liebeskomödie des Jahres! MILA KUNIS (Black Swan) und JUSTIN TIMBERLAKE treibens wild mit Unterstützung von JENNA ELFMAN, WOODY HARRELSON und PATRICIA CLARKSON.

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Love is in the air? Ach wo, schaut nur so aus. Dylan und Jamie sind ein super Team – ob im chicen Business-Outfit oder auch ganz ohne Gewand. Wozu sich also diese wunderbare Freundschaft mit sowas wie Liebe vermiesen?

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▶l Film

Immer Sex, niemals Ex!

„SCHATZ, wir müssen reden.“ Oops, die Liebeskummer-Expertin weiß, was jetzt kommt ... „Du verdienst etwas Besseres als mich!“ Ja eh, aber warum will er dann freiwillig auf den Liebes-Hauptgewinn verzichten? „Lass uns doch Freunde bleiben!“ Wie denn bitte, wenn man gerade die emotionale Kündigung vor den Latz geknallt bekommen hat? Die Liebe, wie nun jeder weiß, ist eine bisweilen durchaus unerfreuliche Angelegenheit. Auch die New Yorkerin Jamie (Mila Kunis) musste das gerade wieder einmal erfahren: Ihr letzter Freund teilte ihr beim Schlussmachen mit, dass sie emotional gestört und bindungsunfähig sei. Dabei glaubt Jamie immer noch daran, dass sie den Einen finden wird, auch wenn ihre hinreißend unartige Hippie-Mutter (Patricia Clarkson) ihr praktisch täglich mit wechselnden Männern die harsche Realität demonstriert. Ähnlich desillusioniert ist auf der anderen Seite der USA Dylan (Justin Timberlake): Soeben hat sich die Freundin (die tolle Emma Stone in einer Winzrolle) vom eingefleischten Kalifornier getrennt. Warum? Er sei gefühlsmäßig immer so distanziert. Und sie müsse jetzt dringend auf dieses Konzert, 038

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Einfach nur enstpannt rumhängen, quatschen, Spaß oder Sex machen, ohne jegliche Erwartungshaltung – wie geil ist das! Doch auch wenn sich Kopf und Körper zum Dirty Dancing verabreden – den Takt dazu schlagen immer noch die Herzen.

das ihn ja ohnehin nicht interessiere, er sei ja so fürchterlich unsensibel. Wie das Schicksal so will, kreuzen sich die Wege von Jamie und Dylan: In ihrem Job als Headhunterin engagiert sie ihn für eine Stelle in New York, als Art Director eines angesehenen Magazins. Die beiden sind einander auf Anhieb sympathisch. Im Grunde stünde einer Beziehung nichts im Wege. Aber da sind die herben Erfahrungen, die beide zurückschrecken lassen. Mit der Liebe gibts schließlich nichts als Troubles: Selbst wenns mal funktioniert, scheinen die Nachteile zu überwiegen. Man ist automatisch eifersüchtig, muss sich ständig rechtfertigen, alles für zwei planen, der ersten Verknalltheit nachweinen, Kompromisse schließen. Also warum nicht einfach eine Freundschaft? Sehr bald allerdings stoßen die beiden an genau den Knackpunkt, der am Anfang von Millionen gebrochener Herzen steht: Sex. Jamie und Dylan sind attraktiv, jung, menschlich – und ziemlich scharf aufeinander. Also, warum

es nicht einmal mit einer Freundschaft mit dem gewissen Etwas versuchen? Schließlich ist Sex doch auch nichts anderes als ein körperliches Bedürfnis, eine sehr vergnügliche, gemeinsame physische Anstrengung – fast wie Tennis, stellt Dylan in aller Unschuld fest. Nur um dann mit Blick auf Jamies Hintern vorzuschlagen: „Spielen wir doch Tennis!“ Zu Beginn läuft auch alles ganz prima mit den gemeinsamen „Matches“ – doch schließlich rührt sich Jamies Herz, sie möchte sich doch wiedermal so richtig verlieben. Also trifft sich die unverbesserliche Romantikerin mit dem feschen Parker (Bryan Greenberg). Das geht auch eine Weile ganz gut. Bis Parker nach


nder, dass sich Patricia Clarkson (als Mila Kunis’ Mutter, unten) auch an drehfreien Tagen öfter am Set blicken ließ.

„Ich habe für diese Rolle nicht speziell trainiert, ich gehe eh regelmäßig ins Fitnessstudio“, meint Justin im Interview (siehe nächste Seiten), und erfreut uns mit knackig nackten Tatsachen – kein Wunder, dass sich Patricia Clarkson (als Mila Kunis’ Mutter, unten) auch an drehfreien Tagen öfter am Set blicken ließ.

gemeinsamer Liebesnacht nebenbei fallen lässt, dass er definitiv an keiner Beziehung interessiert sei, immer der Stress mit der Liebe, braucht doch keiner. Na super. Gut, dass sich Jamie bei einem ausweinen kann: Dylan, der sie kurzerhand auf einen Trip zu seiner Familie (Jenna Elfman spielt seine warmherzige Schwester, Richard Jenkins seinen alzheimerkranken Vater) mitnimmt, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Und das funktioniert auch ziemlich gut. Besser, als die beiden es sich gewünscht haben. Denn sie landen wieder im Bett – und haben nach einem wahrhaftigen Kuss (!!) den leidenschaftlichsten Sex ever. Blöderweise verkackt Dylan

die Situation am nächsten Morgen ordentlich, worauf Jamie verletzt abrauscht und sich von ihrer Mutter liebevolle Bussis auf die Seelenwunden geben lässt. Und Dylan, der sich jetzt langsam wirklich nicht mehr auskennt, findet ausgerechnet bei seinem Kollegen Tommy (Woody Harrelson, der hier als schwuler Sportredakteur neue Maßstäbe in Sachen Selbstironie setzt) Trost und Rat … Dass Freundschaften zwischen Männern und Frauen nicht funktionieren, weil immer der Sex dazwischenkommt, mussten schon weiland Harry und Sally feststellen. Bis zum unvermeidlichen gemeinsamen Happyend … Freunde mit gewissen Vorzügen ist ein herr-

lich untergriffiger und zugleich liebevoller Versuch darüber, wie die ideale Freundschaft zwischen den Geschlechtern aussehen könnte. Und wie schön es sein kann, wenn das dann MM/KZ gründlich daneben geht. ▶l

09 09 2011

KOMÖDIE. OT: FRIENDS WITH BENEFITS. USA 2011. LÄNGE: 109 Min. REGIE: Will Gluck. BUCH: Will Gluck, Keith Merryman, David A. Newman. KAMERA: Michael Grady. SCHNITT: Tia Nolan. PRODUKTION: Will Gluck, Liz Glotzer, Martin Shafer, Janet Zucker, Jerry Zucker. DARSTELLER: Justin Timberlake, Mila Kunis, Patricia Clarkson, Jenna Elfman, Bryan Greenberg, Richard Jenkins, Woody Harrelson, Nolan Gould. VERLEIH: Sony.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

MILA KUNIS & JUSTIN TIMBERLAKE

BODY TALK SKIP: Können Frauen und Männer wirklich gute Freunde werden? MILA KUNIS: Absolut! Sowieso! Ich habe jede Menge männliche Freunde, und wenn einer von denen mal furzt, ist es mir auch egal. JUSTIN TIMBERLAKE: Mir gehts genauso, ich hab auch nichts gegen furzende Männer. Sie beide haben ja auch aktiv am Drehbuch mitgeschrieben – wieviel Inspiration haben Sie sich da aus dem „richtigen Leben“ geholt? Kennen Sie Leute, die Love Stories wie die im Film erleben oder erlebt haben? MK: Klar! Mehrere! Und wissen Sie, was dabei rausgekommen ist? Eine davon ist schwanger, das hab ich grad am Telefon erfahren. Von ihrem jetzigen Ehemann, mit dem sie anfangs nur eine reine Sexbeziehung führen wollte. JT: Hehe, laufen Babys eigentlich auch unter „gewisse Vorzüge“? (lacht) Sie beide sind mittlerweile ja auch gut befreundet, gabs da nie die Versuchung, auch privat einen Schritt weiter zu gehen?

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SKIP SEPTEMBER

MK: Naja, ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass eine Freundschaft-mit-Sex-Beziehung wirklich längere Zeit funktionieren kann. Es driftet zwangsläufig immer früher oder später in eine Richtung ab – Liebe oder Katastrophe (lacht). Und so kam ich eigentlich bei Justin nicht in Versuchung, nein. Ich wollte unsere Freundschaft nicht gefährden, dazu war mir unsere Zusammenarbeit zu wichtig. JT: Ähm ... ja, wenn Mila das meint, dann sehe ich es natürlich ganz genauso (grinst). Apropos Sex: Sie haben einige sehr heiße Liebesszenen im Film. Wie war das für Sie, so in aller Freundschaft? MK: Dass wir uns gut verstanden haben, half da sicher – es macht die Sache wesentlich leichter, wenn man so was mit jemandem macht, dem man zumindest sehr ungezwungen sagen kann, wenn man sich vielleicht wirklich unwohl fühlt. JT: Wir hatten ein großartiges Set, und es waren lauter Vollprofis am Werk. Wir beide waren halt dann zufällig die zwei im Team, die sich ausziehen mussten (lacht). Hatten Sie keine Unsicherheiten, Ihre Körper betreffend? JT: Doch, natürlich, wir sind halt auch Menschen. MK: Ich bin schon im Privatleben extrem unsicher, was meine Figur betrifft. Vor 50 Crew-Mitgliedern wird das dann schon zur handfesten Paranoia. JT: Dabei war es für Mila viel einfacher als für mich. Ich bin ca. doppelt so groß wie sie, also hab ich sie mehr oder weniger vollständig verdeckt in jeder Szene. Mein Arsch war dafür dauernd im Spotlight! Haben Sie für diese Szenen speziell trainiert? JT: (lacht) Ehrlich gesagt mache ich ja sowieso das ganze Jahr Workout, alles was ich getan hab, war also rechtzeitig vorm Dreh damit aufzuhören, Süßigkeiten zu essen und Bier zu trinken. MK: Ich hab eigentlich gar nichts gemacht. JT: Nach Black Swan gings bei ihr eher darum, wieder dicker zu werden. Außerdem redet Mila immer so viel, dass das in Wahrheit schon ihr Ganzkörper-Workout ist (lacht). ▶l

FOTOS: SONY

Freunde mit gewissen Vorzügen: Justin Timberlake & Mila Kunis mit Regisseur Will Gluck und Co-Star Patricia Clarkson, die im Film Milas Mutter spielt.

So sexy haben sich zwei Stars schon lang nicht mehr auf der Leinwand verliebt – darüber sind sich die Kritiker bei Freunde mit gewissen Vorzügen einig. SKIP fragte bei MILA KUNIS und JUSTIN TIMBERLAKE nach, wie das nun so ist mit dem Sex am Set, der Liebe für immer und der Freundschaft danach.


„Ich bin schon im Privatleben extrem unsicher, was meine Figur betrifft. Vor 50 Crew-Mitgliedern wird das dann schon zur handfesten Paranoia.“ (MILA KUNIS)

FOTOS: SONY

„Ich bin ca. doppelt so groß wie Mila, also hab ich sie mehr oder weniger vollständig verdeckt in jeder Szene. Mein Arsch war dafür dauernd im Spotlight!“ (JUSTIN TIMBERLAKE)

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

MILA KUNIS & JUSTIN TIMBERLAKE

Zwei Männer und ein Babe: Mila Kunis zwischen ihren beiden Kollegen – und guten Freunden – Justin Timberlake und Regisseur Will Gluck bei der Gala-Premiere in Berlin.

„Ich glaube an Dinge, auf die ich mich verlassen kann: Bier, den Sportkanal, den Nusskuchen von meiner Oma.“ (JUSTIN TIMBERLAKE) Milas Black Swan-Kollegin Natalie Portman war unlängst gemeinsam mit Ashton Kutcher in Freundschaft Plus zu sehen, der ganz ähnliche Probleme beschreibt wie dieser Film. Ist das ein Thema, das momentan besonders aktuell ist? Weil sich die Leute immer schwerer damit tun, sich auf eine Beziehung einzulassen? JT: Nein, ich glaube, dass die Menschen damit immer schon gekämpft haben. Unsere Generation ist nur eher bereit, das auch zuzugeben. MK: Das stimmt auf alle Fälle! Es sind ja auch viele äußere Umstände heute anders. Frauen haben nicht mehr zwangsläufig mit 19 schon Kinder, viele sind berufstätig. Man geht heute mit viel mehr Verantwortung in eine Beziehung – denn es gibt so viel mehr Dinge, die man erst hinbiegen muss, bevor

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man überhaupt dran denken kann, sich niederzulassen und eine Familie zu gründen. Glauben Sie beide trotzdem an die Große Liebe? An das Happyend im Leben? MK: Ich denke nicht, dass es ein großes Happyend gibt und das wars dann. Es gibt viele unterschiedliche Happyends, das ganze Leben lang. Aber ja, ich glaube an die große Liebe, nach wie vor! JT: Ich glaube an Dinge, auf die ich mich verlassen kann: Bier, den Sportkanal, den Nusskuchen von meiner Oma (lacht). Es ist, wie Mila gesagt hat: Es gibt sicher ein Happyend, aber das ist für jeden etwas anderes, und das muss jeder für sich ▶l KURT ZECHNER selber finden.

„Ich habe jede Menge männliche Freunde, und wenn einer von denen mal furzt, ist es mir auch egal.“ (MILA KUNIS)


▶l Film

Mit dem Degen durch den Mantel – ein rotes Kreuz markiert die beste Stelle: Die Musketiere zeigen den Schergen des Kardinals Richelieu, wo Gott wohnt. Milady de Winter (Milla Jovovich, unten) hat auch was herzuzeigen …

Wüsste ALEXANDRE DUMAS, DUMAS dass SciFi-Spezialist PAUL W.S. ANDERSON seine legendären Musketiere neuerdings in 3D durch Bayern reiten lässt, würde er wohl vor Freude im Grab rotieren. ORLANDO BLOOM, MADS MIKKELSEN, MIKKELSEN CHRISTOPH WALTZ, TIL SCHWEIGER und MILLA JOVOVICH sorgen für plastische Action in einer zeitlos schönen Abenteuerstory.

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SKIP AUGUST


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01 09 2011

ABENTEUER. OT: THE THREE MUSKETEERS. Frankreich/USA/ Großbritannien/Deutschland 2011. REGIE: Paul W.S. Anderson. BUCH: Alex Litvak, Andrew Davies basierend auf dem Roman von Alexandre Dumas. KAMERA: Glen MacPherson. SCHNITT: Alexander Berner. MUSIK: Paul Haslinger. PRODUKTION: Jeremy Bolt, Paul W.S. Anderson, Robert Kulzer. DARSTELLER: Logan Lerman, Milla Jovovich, Matthew Macfadyen, Ray Stevenson, Luke Evans, Mads Mikkelsen, Gabriella Wilde, James Corden, Juno Temple, Freddie Fox, Til Schweiger, Orlando Bloom, Christoph Waltz. VERLEIH: Constantin.

Bosheit, Machtgier und eine grottige Frisur: Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) übt sich im Opfern von Bauern – sein Herr wünscht Krieg gegen den Herzog von Buckingham (Orlando Bloom, oben links).

FRANKREICH im 17. Jahrhundert. Während der Hochadel in dekadenten Feierlichkeiten schwelgt, sind Politik und Gesellschaft von Intrigen, Verschwörungen und schwelender Gewaltbereitschaft durchdrungen. Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) hat sich in den Kopf gesetzt, den König zu einem gottgleichen Absolutherrscher zu erheben, und dafür ist ihm kein Mittel zu schäbig. Überall schwirren seine Agenten herum und terrorisieren die Bevölkerung. Das junge Landei D’Artagnan (Logan Lerman) kommt mit seiner Mähre reichlich blauäugig nach Paris und hat wegen seines losen Mundwerks sofort Probleme. Die drei Freunde Athos (Matthew Macfadyen), Porthos (Ray Stevenson) und Aramis (Luke Evans) sind noch vergleichsweise harmlos; aber dann greift der lokale Truppenführer Rochefort (Mads Mikkelsen) ins Geschehen ein, und flugs sehen sich die drei Musketiere und ihr neuer „Freund“ D’Artagnan den angreifenden Schergen Richelieus ausgesetzt. D’Artagnan und sein Degen, wie sie sich schlagen im Kampf gegen die Elitesoldaten der Regierung, besiegeln eine wunderbare Freundschaft: Fortan ist der Bursche in den Kreis der drei erfahrenen Haudegen aufgenommen, und so waren

ihrer vier. Die Verstärkung ist auch dringend nötig. Richelieu und die teuflische Milady (Milla Jovovich) sind drauf und dran, den leichtgläubigen König Louis XIII. (Freddie Fox) und den feschen Herzog von Bucking-

Franchises wie Resident Evil und Alien vs. Predator, nimmt sich mit dem aus seinen bisherigen Genre-Erfolgen gewonnenen Know How eines klassischen Stoffes an. Ins Zeug hat er sich bei seiner neuerlichen PrestigeZusammenarbeit mit den Studios Babelsberg wahrlich gelegt: Imke Duplitzer, SilberOlympionikin und Europameisterin im Fechten, trainierte die Darsteller zu Degenakrobaten. Gedreht wurde in bayrischen Schlössern, Burgen und Palästen, für die extrem selten Drehgenehmigungen vergeben werden, wie etwa in der Grünen Galerie und im Antiquarium der Münchner Residenz oder auf Schloss Herrenchiemsee, wo zuletzt 1972 Luchino Visconti Ludwig II. drehen durfte. Burghausen wurde zur Provinz Gascogne und zu Paris, Würzburgs Residenz und Schloss Schleißheim dienten als Louvre. Tatsächlich ist die rein europäische Produktion also eigentlich ein deutscher Film. 350 Team-Mitglieder, 4000 Zulieferer und weit über 2500 Schauspieler und Komparsen zählte die Produktion. Sie benötigte u. a. über 700.000 Flugmeilen (24 Mal um die Welt), 260.000 Liter Wasser, 2000 Schriftrollen und drei Kilometer grünen Stoff für die Greenscreen-Trickaufnahmen. Die drei Musketiere in 3D ist also eines der größten Unternehmen, das die europäische Filmlandschaft KH je gesehen hat.

Richtige Männer kreuzen ihre Schwerter ham (Orlando Bloom) in ein Komplott zu verwickeln, das Frankreich und England in den Krieg stürzen würde. So führt ein schicksalhafter Auftrag Dumas’ vier legendäre Kampfgenossen auf große Fahrt: Ihre atemberaubende Odyssee über Land, zu Wasser und in der Luft hält Abenteuer und brandgefährliche Action an geheimen Orten bereit, aus denen sie nur lebend herauskommen werden, wenn sie immer an ihrem Prinzip festhalten: Einer für alle! Alle für einen! Es war einmal und es ist immer noch schön – vor allem wie hier in 3D: Paul W.S. Anderson, der Kopf hinter Kino-

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▶l Film Das Leben der anderen – eine einzige Party? Für Dave (Jason Bateman) und Mitch (Ryan Reynolds) erweisen sich die Kirschen in Nachbars Garten als leidlich sauer und wurmig: Der eine hat eine Hochschwangere als SexBuddy, der andere leidet unter StressImpotenz …

Wie ausgewechselt Babys mit Durchfall und riesigen Küchenmessern, Sexfilm-Dreharbeiten mit Mega-Freak-Faktor und öffentliches Brunnenpissen: RYAN REYNOLDS und JASON BATEMAN tauschen auf recht erwachsene Weise die Körper und reifen unter DAVID DOBKINS (Die Hochzeits-Crasher) Regie auf die harte Tour. DASS MAN SICH immer genau das wünscht, was man nicht hat, ist eine triviale Erkenntnis, die vor keinem Menschen halt macht. Aber Anwalt Dave (Jason Bateman) gibt sich alle Mühe, kein primitives Steinzeitwesen zu sein. Er will ein zivilisiertes Leben führen, auch wenn ihm seine neugeborenen Zwillinge dafür wahrlich auf den Kopf scheißen. Freilich sehnt er sich nach den Früchten, die jedem Familienvater verboten sind, aber er liebt seine Frau und seine drei Kinder, er hat sich entschieden, und das zieht er jetzt durch. Sein bester Freund Mitch (Ryan Reynolds) ist das Gegenteil: Verantwortung scheut er wie der Vampir das Sonnenlicht, das Erwachsenwerden äußert sich bei ihm in schmutzigen Sexaffären, gekifft wird von früh bis spät, und auch was die Arbeit als Schauspieler betrifft, ist Mitch nicht zimperlich. Die beiden besten Kumpels von einst hätten einander also bestimmt schon aus den Augen verloren, wenn Mitch Dave nicht seit langem zu einem Herrenabend drängen würde. Als sie schließlich endlich gemeinsam losziehen, schwelgt nicht nur Dave in der Vorstellung, genauso spaßorientiert und hemmungslos zu leben und so schmutzigen Sex zu haben wie Mitch. Insge046

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heim sehnt sich Mitch im Gegenzug nach der Ordnung und Stabilität, die Dave sich mit seiner Frau, seinen Kindern und seinem Job so ehrenhaft erarbeitet. Und dann geschieht das für einen Film dieser Art Unvermeidbare: Eine verwunschene Statue, in deren Brunnenwasser die beiden Saufkumpanen ihre Blase entleeren, sorgt für einen Knalleffekt: Am nächsten Morgen wachen die beiden im Körper des jeweils anderen auf. Klar kommt das höchst ungelegen. Daves Anwaltskanzlei steht kurz vor dem Abschluss einer epochalen Geschäftsverhandlung, die aus dem überarbeiteten Auftrags-Anwalt endlich einen vollwertigen Partner machen könnte. Jamie (Leslie Mann), Daves Frau, leidet außerdem schon lange unter Sex-Entzug – und Mitch wollte sie schon immer flachlegen. Aber auch Dave kann in Mitchs Leben einiges versauen, während er in seinem Körper steckt. Nicht nur die Filmrolle in einem „Erotik“-Film, die Mitch nach langer Durststrecke bekommen hat … Der Körpertausch ist ein seit Jahrzehnten in Hollywood erfolgreicher Komödien-Dauerbrenner. Dafür, dass sich Wie ausgewechselt von anderen Filmen dieser Art äußerst kräftig und deftig unterscheidet, sorgt einerseits das

Autorenteam der Supercomedy Hangover und andererseits der Regisseur der revolutionären Erwachsenenkomödie Die Hochzeits-Crasher. Es geht hier also ganz schön derb zur Sache. Was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass psychologisch äußerst smarte Autoren am Werk sind, die weit mehr draufhaben als KH nur Toilettenwitze. ▶l

14 10 2011

KOMÖDIE. OT: THE CHANGE-UP. USA 2011. LÄNGE: 112 Min. REGIE: David Dobkin. BUCH: Jon Lucas, Scott Moore. KAMERA: Eric Allen Edwards. SCHNITT: Lee Haxall, Greg Hayden. MUSIK: John Debney. PRODUKTION: David Dobkin, Neal H. Moritz. DARSTELLER: Ryan Reynolds, Jason Bateman, Leslie Mann, Olivia Wilde, Alan Arkin, Mircea Monroe. VERLEIH: UPI.


▶l Film Der Spion ohne Furcht und Ahnung

Johnny En glish –

Man lebt nur zweimal. Getreu dem James-Bond-Motto kehrt der Spion, der es versiebte, nach mehrjähriger Zwangspause in den Dienst des MI7 zurück. Rowan Atkinson abermals in Hochform als trottelig-liebenswürdiger Geheimagent in tödlicher Mission zwischen Hongkong und den Schweizer Alpen. Exotische Schauplätze.

Irre Gadgets. Schöne Frauen. Ein Rolls Royce als Dienstwagen. Eine kolossale Verschwörung. Ein determinierter Agent. Alles da, was einen handfesten Spionagethriller ausmacht. Wenn nur er nicht wäre. Er, das ist der berüchtigte Johnny English (Rowan Atkinson), der Spion ohne Furcht und Ahnung, der Agent mit der Lizenz zum Versagen. Der katastrophale Ausgang einer Mission in Mozambique vor einigen Jahren hat nicht umsonst zu seiner Entlassung geführt. Doch einer vom Schlag eines Johnny English gibt nicht auf. Debakel, Malheure und unglückliche Umstände mögen seine ständigen Begleiter sein, aber Scheitern kommt für ihn nicht infrage. Der Agent außer Dienst begibt sich auf eine Mission in eigener Sache: In einem tibetischen Kloster arbeitet er wie besessen daran, seine schmachvolle Vergangenheit hinter sich zu lassen. Er stählt seinen Körper, trainiert seinen Geist, bereitet sich darauf vor, seinem Schicksal abermals und besser gerüstet gegenüberzutreten. Als es schließlich ruft, das Schicksal, besser gesagt, ein Mail schreibt, ist Johnny Englishs Wandlung zur unerschütterlichen Kampfmaschine zwar alles andere als abgeschlossen, aber Lehrmeister

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SKIP September

Vier gegen einen – unfair! Doch das Training in Tibet hat gefruchtet: Dieser Johnny English kann Kung fu.

Wang lässt seinen Schützling nur zu gerne trotzdem ziehen. Es ist höchste Zeit, findet Wang, diesen seltsamen Mann loszuwerden. Zurück in London im MI7-Hauptquartier wird English in angemessenes Erstaunen versetzt: Nicht nur hat der Britische Geheimdienst einen japanischen Großkonzern als Sponsor, besonders geheim scheinen die Spionageaktivitäten auch nicht mehr zu sein. Alles neu auch in der Chefetage: MI7 wird geleitet von Pamela Thornton (Gillian Anderson), Deckname Pegasus, einer außerordentlich witzlosen Person, die political correctness überaus

wichtig nimmt, für unorthodoxes Vorgehen hingegen überhaupt kein Verständnis aufbringen mag. Sie stellt dem übermotivierten Heimkehrer auch gleich einen Aufpasser zur Seite, den Spion des Monats, Agent Tucker (Daniel Kaluuya), ein zugegeben recht smartes, aber verflucht unerfahrenes Bürscherl. Seine Wiedergeburt als Topspion hat sich Mr. English definitv anders vorgestellt. Erstmals bewähren müssen sich English und Tucker in Hongkong, wo ein Treffen mit einem Ex-CIA-Agenten Klarheit darüber bringen soll, wer hinter dem geplanten Anschlag auf den


– Jetzt erst

recht Keine Angst, meine Damen, der Johnny wirds schon richten. Aber noch zweifeln Pegasus (Gillian Anderson) und die Psychologin Kate (Rosamund Pike) an der Zurechnungsfähigkeit ihres Topspions.

chinesischen Staatschef steckt, von dem der MI7 Wind bekommen hat. Und tatsächlich kann English den Drahtzieher identifizieren, eine Organisation namens Vortex; doch leider zieht er auch die Aufmerksamkeit eines chinesischen Killerkommandos auf sich, und so fällt die Rückkehr nach London weniger triumphal aus als angenommen. Pegasus ist not amused. Erinnerungen an Mozambique werden wach. Erleichterung bringt eine Hypnose-Sitzung mit der Psychologin Kate (Rosamund Pike): Dabei kommt English nicht nur dahinter, dass Vortex bereits in Mozambique die Hände im Spiel hatte, sondern auch, dass er als Nächstes mit dem Ex-KGBler Karlenko reden muss.

Was English von diesem erfährt, erschüttert den treuen Staatsdiener zutiefst: Ein Verräter im MI7? Ja, genau, noch dazu einer, der es schafft, den Verdacht auf English zu lenken, der plötzlich völlig auf sich allein gestellt die britisch-chinesischen Geheimgespräche in den Schweizer Alpen vor dem Vortex-Angriff bewahren muss. Nun, nicht völlig alleine, Tucker ist schließlich auch noch da und, wie gesagt, ganz schön vif ... Am wirkungsvollsten steht sich Johnny English bekanntermaßen ja selber im Weg, wofür wir ihn zu Recht lieben. Diesmal hat er sich mit einer chinesischen Killer-Putzfrau aber auch noch eine herrlich hartnäckige Gegnerin ein-

gefangen. Neue Herausforderungen also für den guten alten English, die Rowan Atkinson in seiner unnachahmlichen Art zwischen maßloser Selbstüberschätzung und britischer Noblesse mit Bravour meistert. Jetzt erst recht! DM ▶l

07 10 2011

Actionkomödie. OT: Johnny English Reborn. GB 2011. Länge: 105 Min. Regie: Oliver Parker. Buch: Hamish McColl. Kamera: Danny Cohen. Schnitt: Guy Bensley. Musik: Ilan Eshkeri. Produktion: Tim Bevan, Chris Clark, Eric Fellner, Rowan Atkinson. Darsteller: Rowan Atkinson, Rosamund Pike, Gillian Anderson, Dominic West, Daniel Kaluuya, Richard Schiff, Mark Ivanir, Tim McInnerny, Pik-Sen Lim. Verleih: UPI.

SKIP September

049


▶l Film

Exklusiv-interview

Rowan Atkinson „Ich bin als Privatperson überhaupt nicht witzig. Das merken Sie ja an diesem Gespräch.“

SKIP trifft Mr. Atkinson wenige Tage nach seinem spektakulären Crash mit seinem McLaren F1. Seinem zweiten Unfall mit dem zweiten Auto dieser Art, um genau zu sein. Seinen ersten McLaren F1 (von dem sündteuren, straßenzugelassenen Supersportwagen gibt es weltweit nur 71 Exemplare) fuhr Mr. Bang, wie die britische Presse damals titulierte, 1999 zu Schrott. Nun, es trifft ja keinen Armen, die lädierte Schulter verheilt wieder und über seinen verletzten Stolz kann sich der passionierte Rennfahrer mit einer PS-starken Neuanschaffung hinwegtrösten. Rolls Royce, anyone? SKIP: Mr. Atkinson, wie geht es Ihnen? Rowan Atkinson: Meine Schulter tut etwas weh, aber es geht schon. Ihre große Leidenschaft für schnelle Autos haben Sie auch in diesem Film wieder untergebracht ... Ja, Johnny English fährt diesmal einen Rolls Royce Phantom, einer meiner persönlichen Favoriten. Das Filmauto sollte sich aber etwas vom Standardmodell abheben, und die von Rolls Royce waren glücklicherweise so freundlich, einen 9 Liter V16-Motor da hineinzustopfen. Ein unglaubliches Entgegenkommen! Wie schon im ersten Teil, fährt Johnny English auch diesmal wieder ins Radar. Damit haben Sie persönlich doch sicher auch Erfahrung, oder? Ich muss leider zugeben, dass ich wohl schon einige Strafzettel wegen Schnellfahrens bekommen habe. Aber, sind es viele? Das ist relativ, ich kenne einige Leute, die mehr gesammelt haben als ich. Sie empfehlen das Rasen grundsätzlich also eher auf der Rennstrecke als im Straßenverkehr? Natürlich, und ich versuche alles, um mich zusammenzureißen. Es ist auch sehr schwer, nicht erwischt zu werden hier in Großbritannien. Und bei den Autorennen, ich fahre da hauptsächlich mit Wagen aus den 50ern und 60ern, kann ich mich dann ja austoben.

050

SKIP September

Mr. Bean und Johnny English – was haben die gemeinsam? Die sind eigentlich ziemlich verschieden, wie ich finde. Ich war damals, als der erste Johnny-English-Film rauskam, erschüttert, als ich gelesen habe, was eine Marketingperson sich hat einfallen lassen, um den Film zu beschreiben: Bean meets Bond hieß es da, und ich finde das eine sehr gewagte, billige Verkürzung. Es ist natürlich nicht komplett daneben, aber es war definitv nicht, was wir bezweckt hatten. Wie würden Sie Johnny English also beschreiben? Er ist im Grunde eine recht nette Person – was man von Mr. Bean ja nicht behaupten kann. Allerdings hat Johnny English deutlich mehr Ambitionen als Fähigkeiten, er ist bei Weitem nicht so begabt und geschickt, wie er glaubt, zu sein. Johnny English ist im zweiten Film deutlich gealtert ... Ja, wir haben uns vorgestellt, dass mit dem Alter die Weisheit kommt und English nun die Fähigkeit besitzen würde, Probleme durch den Einsatz von Hirnschmalz zu lösen. Einiges in Johnny English – Jetzt erst recht erinnert stark an Bond-Filme, beispielsweise die Verfolungsjagd mit dem Schneemobil, die Gondel-Szene, der Katzen-Gag zu Beginn und nicht zuletzt, dass Rosamund Pike mitspielt ... Nun, man erliegt natürlich der Versuchung, sich davon inspirieren zu lassen, was man kennt und gesehen hat, aber wir hatten keine direkte Bond-Parodie im Sinn. Über die Zusammenarbeit mit Rosamund bin ich allerdings besonders froh. Beispielsweise in dieser Szene, in der Mr. Bean – verdammt, Johnny English diesen seltsamen Tanz aufführt und mit den Händen wachelt, ist es erst ihre Reaktion, die den Witz ausmacht. Sie ist eine wunderbare Schauspielerin.

Der Motorsport hat Sie ja auch schon mal nach Österreich gebracht ... Ja, ich habe am Ennstal Classic teilgenommen – eine bezaubernde Rallye.

Mr. Atkinson, Sie sind ein äußerst angenehmer Gesprächspartner. Aber ein wirklicher Spaßvogel scheinen Sie abseits Ihrer Rollen nicht zu sein. Natürlich nicht, ich bin als Privatperson überhaupt nicht witzig. Das merken Sie ja an diesem Gespräch. Ich sehe auch gar keine Notwendigkeit dazu.

Und Johnny Englishs Rolls Royce – steht der jetzt bei Ihnen in der Garage? Leider nein, ich konnte ihn weder behalten noch kaufen. Aber sobald die diesen Motor nicht nur für den Film einbauen, bin ich wohl einer der ersten Kunden.

Und was bringt Sie zum Lachen? (überlegt lange) Hm, ich bin kein Fan von Stand-up-Comedy. Mir gefallen eher Schauspieler, die Charaktere verkörpern, nicht Persönlichkeiten, die sich selbst darstellen. Mir fallen da zum Beispiel Leute ein wie John Cleese oder Barry Humphries. ▶l Dina Maestrelli

C F fotos: UPI

Die Wiedergeburt von Agent Ahnungslos. „Dieser JohnnyEnglish-Film ist etwas erwachsener ausgefallen als Teil 1“, sagt Rowan Atkinson, nicht ohne einzuschränken: „Die Story ist aber nur eine Spur weniger lächerlich als im vorigen Film.“

Als zweites spektakuläres Fortbewegungsmittel benutzt Johnny English einen irrwitzigen Rollstuhl ... Allerdings, der ist schon fast ein Auto. Das eine Modell für die Verfolgungsjagd auf The Mall ging sicher so an die 70, 80 km/h. Die Fahreigenschaften lassen natürlich zu wünschen übrig, weil der Schwerpunkt so hoch liegt.


fotos: UPI

t S e t h S a r C y n n Fu Spion mit Blechschaden. Den rechten Arm in einer Schlaufe, aber trotz allem zum Plaudern aufgelegt, tritt roWAn AtKInSon in London vor die Presse. Öffentliche Auftritte sind dem 56-Jährigen ein Graus, aber sobald sein Lieblingsthema zur Sprache kommt, brummt das Interview entspannt dahin wie ein 6-Zylinder Boxermotor.


▶l Film Wenn es um Beziehungen geht, sind wir da nicht alle Anfänger?

B e g i n n e r s

Leben, lieben, lachen, traurig sein und einsam, geliebte Menschen verlieren und neue in sein Leben lassen. Ewan McGrEGor manövriert durch den ganz normalen Wahnsinn Leben, an seiner Seite die bezaubernde MElaniE laurEnt und ein junggebliebener ChristophEr pluMMEr.

BEziEhunGEn. Man hat sie zu den

eltern. Zu Freunden. und irgendwann kommen die romantischen Beziehungen. Liebe. Dann wirds richtig kompliziert. Schön, wenn man in jungen Jahren den einen, den richtigen Partner findet. Das Leben mit einander teilt, ein Kind bekommt, gemeinsam alt wird. aber man sollte immer, egal wie normal, langweilig oder durchschnittlich das Leben sich präsentiert, auf Überraschungen gefasst sein. Hal (Christopher Plummer) und georgia Fields waren 45 Jahre verheiratet, bis zu ihrem Tod. Sie haben ein Kind, Oliver (ewan Mcgregor). Oliver hatte bisher vier Liebesbeziehungen, die er alle in den Sand gesetzt hat. Die Beziehung zu seiner Mutter war innig, die zu seinem Vater distanziert. nun, als Witwer im alter von 75 Jahren, sucht der Vater das gespräch mit seinem Sohn. er

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sKip sEptEMBEr

hat ihm etwas mitzuteilen: „ich bin schwul.“ auf einer Party lernt Oliver anna (Mélanie Laurent) kennen. Sie ist geheimnisvoll, Französin, Schauspielerin. Die Beziehung der beiden ist stürmisch, liebevoll, kommt ohne viele Worte aus. aber ist sie von Dauer? Oliver hat Zweifel. er muss oft an seinen Vater denken. nach seinem Coming out ist Hal ein neuer Mensch. er kleidet sich anders, umgibt sich mit einem schwulen Freundeskreis, saugt diese unbekannte Seite des Lebens in sich auf, neugierig, übermütig wie ein Teenager. Bald hat Hal einen jungen Lover, andy (goran Visnjic). nie steckte mehr Lebensfreude, Liebe und Wärme in Hal. er ist eine alte Schwuchtel, und er ist glücklich. Der Sohn ist als Beobachter dieser Wandlung verwirrt, überwältigt, überfordert. erst recht als das Schicksal das Todesurteil über seinen Vater verhängt: Krebs. Doch selbst todkrank ist Hal nicht zu bremsen, liebt, lacht und versprüht Lebensfreude, bis zum letzten atemzug. Oliver wird für seinen Vater da sein bis zum Schluss. und Hal für Oliver, sogar, als er diese Welt bereits verlassen hat. So fühlt sich Liebe an. Filmemacher Mike Mills (Thumbsucker) erinnert mit Beginners an seinen verstorbenen Vater, der mit seinem späten Coming out überrascht hat. Die geschichte erhält dadurch eine sehr persönliche Dimension,

während sie gleichzeitig als universelle Beschreibung der Komplexität von Beziehungen funktioniert. Die wunderbaren Darsteller, allen voran ein fröhlich-übermütiger Christopher Plummer, transportieren die Zerrissenheit und Konflikte ihrer Figuren mit Leichtigkeit. Wie sie ihren Weg finden zwischen abschied und neuanfang, Kompromissen und Veränderungen, verpassten Chancen und gelegenheiten, die ergriffen werden wollen, ist bewegend, unkonventionell, magisch. einfach schön. dm ▶l

16 09 2011

Tragikomödie. oT: BeginnerS. uSa 2011. Länge: 104 Min. Buch & regie: Mike Mills. kamera: Kasper Tuxen. SchniTT: Olivier Bugge Coutté. muSik: roger neill, Dave Palmer, Brian reitzell. ProdukTion: Lars Knudsen u.a. darSTeLLer: ewan Mcgregor, Christopher Plummer, Mélanie Laurent, goran Visnjic, Mary Page Keller. VerLeih: uPi.


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▶l Film

Früher war Rachel (Helen Mirren) Mossad-Agentin, heute genießt sie ihren Ruhestand. Doch dann meldet sich ein Geist aus der Vergangenheit, und Rachel geht noch ein letztes Mal ins Feld.

Rache ist bitter

Stolz präsentiert die junge

Autorin Sarah Gold ihr neuestes Buch, die spannende Nacherzählung einer spektakulären Undercover-Aktion des Mossad in den 1960er-Jahren – und ihre Mutter, Rachel Singer (Helen Mirren), Heldin dieser Mission: Gemeinsam mit zwei Kollegen hat sie damals in Berlin einen der gefürchtetsten Nazi-Verbrecher aufgespürt und zur Strecke gebracht. Doch Rachel scheint in gedrückter Stimmung und sichtbar erleichtert, als sie die Bühne wieder verlassen kann. Ihre Vergangenheit hat sie bei dieser Veranstaltung gleich auf mehreren Ebenen eingeholt. Auch ihre Kampfgefährten von damals, Stephan Gold (Tom Wilkinson) und David Peretz (Ciarán Hinds) sind erschienen, und mit ihnen schockierenden Neuigkeiten: Dieter Vogel, der Mann, um den es damals ging, ist nicht tot, sondern lebt in einer psychiatrischen Klinik in Russland. So steht es jedenfalls in einem Artikel einer kleinen Provinzzeitung. Keine Nachricht, die die Welt bewegt – noch nicht. Um so alarmierender ist der Artikel für Rachel, Stephan und David. So sehr,

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dass sich David sogar kurz darauf das Leben nimmt. Und Rachel weiß, dass ihr Ruhestand als Agentin schon wieder zu Ende ist. Schmerzvoll erinnert sie sich zurück an die halsbrecherische Aktion in 1965. Israel war damals ein junges Land, der Mossad noch nicht der schlagkräftige Supergeheimdienst von heute, sondern eine teilweise recht unorganisierte Versammlung engagierter junger Agenten, von denen die meisten Familie und Freunde durch den Holocaust verloren hatten und die dadurch um so motivierter waren, nach Kriegsende untergetauchte Nazi-Verbrecher vor ein israelisches Gericht zu bringen. So wie eben Dieter Vogel (gespielt vom dänischen Charakterface Jesper Christensen), der als Lagerarzt des Konzentrationslagers Birkenau unfassbare Verbrechen begangen hat und nun unter falschem Namen in Ostberlin als Frauenarzt praktiziert. Die blutjunge Mossad-Agentin Rachel Singer (Jessica Chastain) soll gemeinsam mit zwei Kollegen (Sam Worthington spielt den jungen David, Marton Csokas den jungen Stephan) Vogel aus Ostberlin entführen und nach Is-

Eine o rael bringen. Eine äußerst gefährliche Undercover-Mission, Berlin war Zentrum des Kalten Krieges und die DDR-Behörden nicht unbedingt erpicht darauf, mit dem Mossad zusammenzuarbeiten. Also quartieren sich die drei in einer baufälligen Altbauwohnung ein, und Rachel wird Patientin bei Vogel. Als solche soll sie Vogel mit einem Betäubungsmittel ruhigstellen, dann soll er nach einem genau ausgetüftelten Plan mittels Kastenwagen und S-Bahn in den Westen gebracht werden. Doch etwas läuft schief – und so landet Vogel, einer der größ-


Rachel Singer hat einst als junge Mossad-Agentin einen der schlimmsten Nazi-Verbrecher zur Strecke gebracht und wird dafür als Heldin gefeiert. Doch dann tauchen Zweifel an ihrer Geschichte auf … Helen Mirren, Jessica Chastain, Sam Worthington und Tom Wilkinson im packenden Drama von John Madden (Shakespeare in Love).

e offene Rechnung Jessica Chastain (die im CannesGewinner The Tree of Life als Ehefrau von Brad Pitt glänzte) spielt Rachel als junge Frau, die mitten im Kalten Krieg bittere Rache und heiße Liebe erlebt.

ten Verbrecher des Jahrhunderts, gefesselt und geknebelt in der Altbauwohnung. Es wird Wochen dauern, bis ein neuer Transfer organisiert werden kann. Wochen, in denen vier sehr unterschiedliche Menschen – die schöne junge Rachel, der pflichtbewusste Stephan, der sensible David und der gewissenlose Manipulator Vogel – auf engstem Raum miteinander leben müssen, und die Emotionen gehen hoch, bis die Situation dramatisch eskaliert … Eine offene Rechnung ist das Remake des äußerst erfolgreichen israelischen Thrillers Ha-

Hov aus 2007. Regisseur John Madden war fasziniert vom dramatischen Potenzial der Geschichte, die davon erzählt, dass eine Schuld nicht allein deshalb getilgt wird, weil die Opfer auch menschliche Regungen zeigen. Mit großem, internationalen Cast verfilmte er das Drama neu, als sensiblen wie hochspannenden Thriller um Verbrechen und Vergeltung, Rache GB und Gerechtigkeit, Lüge und Liebe. 

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Drama. OT: The Debt. USA 2010. Regie: John Madden. Buch: Matthew Vaughn, Jane Goldman, Peter Straughan nach dem Drehbuch zu Ha-Hov von Assaf Bernstein & Ido Rosenblum. Kamera: Ben Davis. Schnitt: Alexander Berner. Musik: Thomas Newman. Produktion: Matthew Vaughn, Kris Thykier. Darsteller: Helen Mirren, Jessica Chastain, Sam Worthington, Tom Wilkinson, Ciarán Hinds, Jesper Christensen, Marton Csokas. Verleih: UPI.

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â–śl Film

Exklusiv-interview

Helen Mirren

Reife L

fotos: UPI

SpaĂ&#x; am Set: Helen Mirren mit Eine offene Rechnung-Regisseur John Madden, mit dem sie seit ihrer gemeinsamen TV-Arbeit an der britischen TV-Krimiserie Prime Suspect eine gute Freundschaft verbindet.

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e Leistung SKIP: Sie sind sehr überzeugend als Mossad-Agentin. Wie intensiv haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet? Helen Mirren: Gar nicht mal so sehr. Jessica Chastain, die mich als junge Frau spielt, allerdings schon – und weil sie die selbe Figur spielt, glauben wahrscheinlich alle, ich hätte mich genauso reingehängt (lacht). Jessica musste das komplette Kampftraining absolvieren, ich hab mich derweil in Bibliotheken herumgetrieben und mich vor allem mit dem emotionalen Aspekt der Figur auseinandergesetzt, habe versucht, zu verstehen, was ein Verbrechen wie der Holocaust mit einer Seele anstellen kann. Im Film geht es um Gerechtigkeit und Rache, es werden viele moralische Fragen aufgeworfen. Welche Antworten haben Sie für sich gefunden? Vor allem die eine: Man darf nie vergessen. Um Gerechtigkeit, wenn es sie überhaupt gibt, zu erlangen, muss man die Vergangenheit aufarbeiten. Als die Israelis damals versucht haben, möglichst viele der Nazi-Verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen, war das ein enorm wichtiger Prozess. Genauso, wie Nelson Mandela nach dem Ende der Apartheit mit der Wahrheitsund Versöhnungskommission ermöglicht hat, dass die Opfer die Täter konfrontieren und verantwortlich machen konnten – und ihnen auch öffentlich verzeihen konnten, wenn sie dazu bereit waren. Was aber absolut nicht geschehen darf, ist, dass solche Verbrechen einfach stillschweigend unter den Teppich der Geschichte gekehrt werden. Denn dort beginnen sie, wie infizierte Wunden zu eitern. Klar, das Leben geht weiter und man sollte nach vorne sehen – aber das Vergessen birgt große Gefahren.

fotos: UPI

Ihre Filmfigur sucht Gerechtigkeit – und wird dabei selbst zur Verbrecherin. Eine schwierige Gratwanderung. Ja, das stimmt. Wenn man den Film sieht, kann man gut verstehen, warum sie so handelt, warum sie selbst ihre eigene Überzeugung verrät. Das ist es, was mich an dieser Geschichte auch so fasziniert: Hinter der Spannung entwickelt sich ein sehr ernstes Thema, über das man sehr viel nachdenken kann. Nein, muss. Während sich viele Kollegen darüber beklagen, dass die guten Rollen immer weniger werden, je älter sie werden, drehen Sie einen Film nach dem anderen und sind in den letzten Jahren zum veritablen Superstar geworden. Wie erklären Sie sich das? Nun, in meinem Beruf hat das wohl viel mit Ausdauer zu tun. Wenn man es mal durch die 40er und 50er geschafft hat, dann ist man über den Berg. Viele Schauspieler hören in dieser Zeit auf, weil es da wirklich nicht genug Arbeit für alle gibt. Einer der Gründe, warum ich aktiv geblieben bin, ist wohl auch, dass ich mein ganzes Leben lang Theater gespielt habe. Das hält einen beweglich als Schauspieler, und es erlaubt dem Publikum, einen immer wieder aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Viele FilmschauspielerInnen, die großen Erfolg haben,

Sexy, clever, talentiert: Mit 66 Jahren ist die wunderbare Helen Mirren besser im Geschäft als je zuvor. Das Geheimnis ihrer ewigen Jugend kann sie zwar im SKIP-Interview auch nicht lüften, dafür nimmt die coole Britin sich sonst kein Blatt vor den Mund.

bekommen ein gewisses Image verpasst – und wenn die dann zu alt werden, diesem Image zu entsprechen, dann ist die Karriere schnell vorbei. Außerdem spiele ich gern Theater. Es macht großen Spaß. Sie arbeiten sehr viel in Hollywood, sind aber nach wie vor in London daheim, oder? Ja, klar. Ich bin und bleibe Britin. Sie haben aber auch ein Haus in Italien? Ja, ganz im Süden, in Salento in Apulien. Es ist sehr klein, sehr einfach und sehr unglamourös. Aber jedesmal wenn ich hinkomme, dann fühle ich mich, als wenn ich in einen Antonioni-Film hineinsteigen würde. Wundervoll. Sie haben vor drei Jahren Ihre Autobiographie In The Frame veröffentlicht, werden Sie die erweitern? Ich denke schon, ja! Vielleicht mit weniger Bildern und mehr Text. In einem Interview haben Sie mal scherzhaft gemeint, Sie würden gern ein Buch über Ihr Sexleben schreiben, wie wäre es damit? Haha, ich würde das echt gerne machen (lacht). Aber erst mit 90, kurz bevor ich sterbe, damit das dann erst posthum erscheint (lacht schmutzig).

„Ich würde gerne ein Buch über mein Sexleben schreiben. Aber erst mit 90, damit es posthum erscheint.“ Wäre das ein dickes Buch? Nein, eher dünn. Aber sehr ... dicht. Wie sagt man so schön? In den kleinsten Päckchen sind die schönsten Geschenke!! (lacht seeeehr schmutzig). Sie sind ja jetzt, mit 66 Jahren, nach wie vor ein veritables Sexsymbol, und das auch unter sehr jungen Männern und Frauen. Wie erklären Sie sich das? Ich weiß es nicht. Es ist mir unerklärbar. Ich kann das auch überhaupt nicht nachvollziehen. Auch wenn ich natürlich sehr ▶l Gini Brenner geschmeichelt bin, wenn das jemand sagt! 

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▶l Film

Nicht wirklich hart und etwas zu herzlich: Schlagerstar Bruce (Justus von Dohnányi) im Jugendwahn … ob das den gewünschten Erfolg bringt?

Männerherzen

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und die ganz ganz große L Die glorreichen Sechs sind zurück: In der Fortsetzung der Komödie aus 2009 spielt sich das von TIL SCHWEIGER und CHRISTIAN ULMEN angeführte Ensemble erneut mit bittersüßem Humor und großen Gefühlen in die Herzen der Zuschauer. ES IST EINE

wunderbare Sache, wenn Dinge funktionieren, die man sich in den Kopf gesetzt hat. Philip (Maxim Mehmet), dem keiner zugetraut hätte, dass er sein Chaotendasein jemals hinter sich lassen würde, hat es tatsächlich geschafft, seinen Bio-FastfoodLaden auf Schiene zu bringen. Sein SzeneCafé Life in Kreuzberg läuft dermaßen gut, dass er ernsthaft übers Eröffnen einer zweiten Dependance nachdenkt. Immerhin erwartet seine Freundin Nina (Jana Pallaske) Zwillinge,

und ist nach seltsamen amourösen Verwirrungen im Jugendzimmer von Hotel Mama gelandet, wo er beim Holzhacken in aller Ruhe nachdenken kann, angetrieben durch die Kraft von Mamas Wurstbroten. Aber dann reitet Helena (Mina Tander) an ihm vorbei – ein Wesen aus

Weil sie so sind, wie sie halt sind und auch die geräumige neue Altbauwohnung wird einiges kosten. Aber wenn es läuft, dann läuft es eben. Philip ein Dynamisch-Erfolgreicher … wer hätte das gedacht. Anderen geht es nicht ganz so locker von der Hand. Jerome (Til Schweiger), der tolle Hecht von der Überholspur, hat der Hauptstadt nach einem Unfall den Rücken gekehrt

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einer anderen Welt, so schön, dass Jerome nur noch wie hypnotisiert aufs alte Moped hechten und ihr hinterherklappern kann. Helena allerdings muss, soll das

Märchen zu einem Happyend gelangen, erst den Fängen des egomanen, statusverliebten und leicht perversen Schönlings und Schlager-Superstars Maurizio Marquez (Pasquale Aleardi) entrissen werden. Das wird eine echte Anstrengung. Niklas (Florian David Fitz) hat es auch nicht leicht: Seit der Trennung von seiner Verlobten treibt er völlig verloren und voll Selbstmitleid durchs Leben. Bis ihn Philip auf die rettende Idee bringt: Warum denn nicht nach Maria (Inez Björg David) suchen, der Schauspielerin, die damals der Grund für die Auf-


e Liebe lösung der Verlobung war? Nun hat Niklas wieder eine Aufgabe. Aber wie soll er an Maria herankommen, die mittlerweile berühmt ist? Ihr Fanclub erweist sich als falsche Fährte und führt ihn geradewegs auf die Polizeiwache ... Währenddessen spitzt sich die langjährige Freundschaft zwischen Amtsschimmel Günther (Christian Ulmen) und Tiernahrungsverkäuferin Susanne (Nadja Uhl) ebenfalls zu: Sie will endlich mehr, nämlich Sex. Und da kann Günther nur auf die telefonischen Anweisungen seines Vorbilds Jerome zurückgreifen – freilich mit vorerst begrenztem Erfolg. Ebensolcher ist Susannes Ex Roland (Wotan Wilke Möhring) im Knast bei dem Versuch beschert, wegen guter Führung frühzeitig entlassen zu werden. Wieder einmal brennen bei Roland die Sicherungen durch. Dieses verfluchte Testosteron aber auch!

„Mein Anspruch ist eine Komödie auf höchstem Niveau, in der die Schauspieler zeigen, wie gut, wie leicht, wie echt sie sein können.“ (Regisseur Simon Verhoeven)

Nur einer schwimmt immer oben, wo die Sonne scheint. Bruce (Justus von Dohnányi), der exzentrische Schlagerstar, will es noch einmal wissen: Er hat sich ein jugendliches Hip-Hop-Outfit verpasst und will an die neuen Zeiten anknüpfen. Wie gut, dass ihm in Philips Café endlich jemand vom Internet erzählt. So geschieht es, dass die Helden unserer Geschichte abermals zusammenfinden – auch wenn der Weg zur glücklichen Wiedervereinigung mit noch so manchem bösen Hindernis aufwarten wird. Männer und ihre Probleme mit dem Leben und der Liebe sind gar nicht so schwer zu verstehen. Diese Tatsache hat Simon Verhoeven mit seinem ersten Film über die

sechs typischen Berliner Mannsbilder schon 2009 wunderbar für sich zu nutzen gewusst: Weit über zwei Millionen Zuschauer verfolgten die Abenteuer des Berliner Sextetts im Kino mit. Die Ideen für Männerherzen … und die ganz, ganz große Liebe sind schon während der Arbeit am ersten Teil im Kopf des Regisseurs entstanden und fügen sich nun nahtlos ins Universum dieser kultverdächtigen und suchterzeugenden GV neuen Kinoserie ein.

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KOMÖDIE. OT: MÄNNERHERZEN … UND DIE GANZ GANZ GROSSE LIEBE. Deutschland 2011. BUCH & REGIE: Simon Verhoeven. KAMERA: Jo Heim. SCHNITT: Stefan Essl. MUSIK: Simon Verhoeven. PRODUKTION: Quirin Berg, Max Wiedermann. DARSTELLER: Christian Ulmen, Nadja Uhl, Til Schweiger, Florian David Fitz, Maxim Mehmet, Jana Pallaske, Justus von Dohnányi, Wotan Wilke Möhring. VERLEIH: Warner.

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▶l Film

Aus der Asche seiner getöteten Familie steigt ein Krieger empor, wie ihn Hyboria noch nicht gesehen hat: Conan, der Barbar.

Conan LEBEN UND STERBEN

lassen. Conan ist recht einfach gestrickt – kein Wunder, bei dieser Vorgeschichte: Auf die Welt kommt er auf dem Schlachtfeld – sein Vater Corin (Ron Perlman) schneidet ihn aus dem Leib seiner sterbenden Mutter. Mit Corin als weisem aber unerbittlichem Lehrmeister wächst der Bengel zu einem geschickten Kämpfer heran. Doch Conan ist noch fast ein Kind, als der sadistische Warlord Khalar Zym (Stephen Lang) sein Heimatdorf angreift, seinen Vater foltert und schließlich alle Bewohner niedermetzeln lässt. Hilflos muss Conan mitansehen, wie sich sein Vater für ihn opfert. Jahre später ist aus dem zornigen Buben ein ganzer Mann (Jason Momoa) geworden, außergewöhnlich stark und geschickt im Um-

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Leben, lieben, töten. Ein Krieger, geboren auf dem Schlachtfeld, wird zum Rächer seines Volkes: Conan der Barbar (JASON MOMOA) erhebt wieder das Schwert – diesmal in 3D – mit RON PERLMAN als Vater und ROSE McGOWAN als Erzfeindin.

gang mit dem Schwert. Nur sein Lebenswandel lässt zu wünschen übrig: Als Plünderer und Frauenheld schlägt er sich ziellos durchs Leben. Das ändert sich erst, als er per Zufall einem der Schergen von Khalar Zym begegnet, mit dem ihn eine einschneidende Erfahrung während des Überfalls auf sein Dorf verbindet. Diesmal kommt der Schurke jedoch nicht mit dem Leben davon. Nun, da er eine Spur zu dem Mörder seines Vaters hat, ist Conan nicht mehr aufzuhalten: Khalar Zym soll endlich büßen müssen. Die Suche nach dem Widerling führt Conan durch Wüsten und Wälder, vorbei an unbeschreiblichen Monstern und immer wieder aufs neue in die Arme von Khalar ▶l

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ACTION-FANTASY. OT: CONAN THE BARBARIAN. USA 2011. REGIE: Marcus Nispel. BUCH: Thomas Dean Donnelly, Joshua Oppenheimer, Sean Hood. KAMERA: Thomas Kloss. SCHNITT: Ken Blackwell. MUSIK: Tyler Bates. PRODUKTION: John Baldecchi, Boaz Davidson, Joe Gatta, Avi Lerner, Danny Lerner, Frederik Malmberg, Les Weldon. DARSTELLER: Jason Momoa, Rachel Nichols, Stephen Lang, Rose McGowan, Said Taghmaoui, Ron Perlman. VERLEIH: Warner.

Zyms Männern, die den vom Wunsch nach Vergeltung Getriebenen aber meist nur kurz aufhalten können. Khalar Zym hat derweil noch keine Ahnung von dem Gegner, der sich an seine Fersen geheftet hat. Zusammen mit seiner Tochter Marique (Rose McGowan), einer ebenso mächtigen wie bösartigen Hexe, verfolgt er einen diabolischen Plan, der ihm die Herrschaft über ganz Hyboria sichern soll: Er will seine Frau – sie wurde als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt – zu neuem Leben erwecken. Dazu ist er hinter der jungen Nonne Tamara (Rachel Nichols) her. Ihr reines Blut ist der Schlüssel zum Gelingen des magischen Rituals. Als sich die Wege von Conan und Khalar Zym schließlich kreuzen, kommt es zum ultimativen Duell der bitter verfeindeten Krieger ... Wer würde annehmen, dass Conan schon rund 80 Jahre auf dem Buckel hat? 1932 wurde der muskulöse Comic-Held von Robert E. Howard kreiert, die 80er-Jahre-Verfilmungen mit Arnold Schwarzenegger avancierten zum Trash-Kult, das Reboot von Marcus Nispel (Pathfinder, Freitag, der 13.) katapultiert den Schwertkämpfer nun ins 21. Jahrhundert und DM in die 3. Dimension.


▶l Film

On ROAD TRIPPIN’: Ein Haufen junger

Leute fahren in einem klapprigen VW-Bus ins Schweizer Gebirge. Nicht das Almidyll ist ihr Ziel, sondern ein spaßiges Schwammerl, der „Spitzkegelige Kahlkopf“, der besonders gern auf Almen wächst. Er gilt zwar nicht als Delikatesse, wirkt dafür um so heftiger: Er fährt fast wie LSD. Ein Ausflug in Richtung Gratis-Droge steht also am Programm. Nur eine ist davon überhaupt nicht begeistert – und sie wird recht behalten: Valerie (Sabrina Reiter) dachte, es gehe an die Sonne – sie fühlt sich verarscht, als ihr Bruderherz Timo erst auf der Fahrt erzählt, was Sache ist. Noch weniger gefällt ihr die Chose, als auch noch ihr ExFreund in den Bus steigt. Sie haben sich nicht gerade in Frieden getrennt. Die Stimmung im Bus ist also bedenklich und wird nicht besser, als ein Reifen platzt und der Bus beinah verunfallt. Der Schock sitzt noch allen in den Knochen, als sie bei einer ein-

Sabrina Reiter, Österreichs sexy Scream-Queen, ist seit In drei Tagen bist Du tot im Filmgeschäft – und muss mal wieder vor der Kamera ums Überleben kämpfen.

samen Tankstelle ankommen. Dort ist ein gleichaltriges Paar gestrandet, ihr Bike ist kaputt. Sie haben offensichtlich dasselbe vor – niemand kommt wegen der schönen Gegend hierher. Nun sind sie also zu acht. Alles ist eigentlich recht kuschelig. Man baut die Zelte auf, das Feuer flackert gemütlich, kurz später sind die ersten Pilze gefunden und alle high und glücklich. So merkt niemand so schnell, dass Timo schon verdammt lange braucht, um „kurz ein Bier holen“ zu gehen. Die nächtliche Idylle wird nur durch die leisen Streitereien des neu dazugekommenen Paares auf die Probe gestellt, die erst durch ein plötzlich über die Truppe hereinbrechendes Unwetter zur Nebensache werden. Sie brechen die Zelte ab, die der Sturm nicht schon weggerissen hat, und suchen rasch ein festes Dach über dem Kopf.

Blutiger Albtraum in 3D

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Da taucht Timo wieder auf, Blut rinnt ihm über das Gesicht. Gut also, dass Handys von heute die nächste Behausung anzeigen können. Was das GPS halt leider nicht weiß: Der uralte Bauernhof scheint zwar seltsam verlassen, es wohnen jedoch ein Förster und seine schöne wie gefährliche Tochter dort, die Unschönes im Schilde führt. Die Gruppe hat sie schon zuvor auf einem Traktor-Anhänger gesehen, neben einem toten Wolf. Kein gutes Omen im Horror-Universum. Kurz später geht der Wahnsinn im vorgeblich leeren Haus denn auch los, und alle Pläne, die Gruppe auf keinen Fall zu trennen, sind durch zunehmend absonderliche Vorfälle und eine höchst eigenartige Gruppendynamik zum Scheitern verurteilt … Wer sich schon mal beim Wandern verirrt hat, kann nachvollziehen, wie gut man sich in den Alpen fürchten kann. Daran dachte


Ein wahrer Höllentrip: Acht junge Menschen fahren in den Schweizer Wald, um Magic Mushrooms einzuwerfen. Die Halluzinationen werden bitterer Ernst, als die eidgenössischen Eingeborenen das Werkzeug auspacken ... Blutiger Horror in 3D mit Österreichs Scream Queen SABRINA REITER (In 3 Tagen bist du tot).

One Way Trip Im Heustadl ist die Hölle los. Nicht gerade idyllisch, wie es da in den kalten Nächten in den Schweizer Alpen zugeht.

wohl auch Regisseur Markus Welter, der sich ursprünglich als Werbefilmer und Cutter einen Namen gemacht hat – und wenn man in Zürich wohnt, ist das dicht bewaldete Jura als Schauplatz nur naheliegend. Mit Sabrina Reiter, der famosen österreichischen Scream Queen aus zwei Teilen In drei Tagen bist du tot, konnte er eine Fachfrau für die Hauptrolle gewinnen, mit dabei ist auch ihr I3TBDT-Kollege Martin Loos sowie der Schweizer Superstar Melanie Winiger, Schauspielerin, Moderatorin und Model in Personalunion. Sendung-ohneNamen -Erfinder David Schalko fungierte als CoProduzent. Die wahren Helden der Arbeit waren jedoch Regisseur Markus Welter, der Schauspieler

und Crew 30 Tage lang bei eiskalten Nachtdrehs bei Laune hielt, sowie Kameramann Filip Zumbrunn (Giulias Verschwinden), Herrscher über die nigelnagelneue sündteure 3D-Kamera, die bei Regen unter einem Zelt manövriert werden musste. Bei diesem Dreh hat sich keiner geschont,

wie die Stars des Films im Interview glaubhaft versichern, auf das Behind-the-scenesFeature auf der DVD kann man sich jetzt schon freuen. Gelungen ist solider heimischer Horror, der mit einem bösen Funkeln im Auge aus 3D das Beste herausholt – wenn auch mit dem Messer in der Hand. Am Land gibts nämlich allerhand Zeug, das man für blutige Taten verwenden kann, von der JP Sense bis zur Gartenschere. ▶l

23 09 2011

HORROR. OT: ONE WAY TRIP 3D. Österreich/ Schweiz 2011. LÄNGE: 85 Min. REGIE: Markus Welter. BUCH: Matthias Bauer, Bastian Zach. KAMERA: Filip Zumbrunn. PRODUKTION: Valentin Greutert, Simon Hesse, David Schalko. DARSTELLER: Sabrina Reiter, Melanie Winiger, Matthias Britschgi, Aaron Hitz, Simon Käser, Martin Loos. VERLEIH: Thimfilm.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

SABRINA REITER

THERE WILL BE

BLUT

SABRINA REITER hat beim One Way Trip-Dreh in der Schweiz ordentlich viel erlebt. Im SKIP-Interview erzählt sie von den abenteuerlichen Highlights zwischen „superviel Blut“ und „superviel Spaß“: Nachtdrehs, Whirlpool-Partys und viele, viele Blutergüsse. SKIP: Ganz ehrlich, wolltest du nach zwei Mail In drei Tagen bist du tot überhaupt noch einen Horrorfilm drehen? SABRINA REITER:: Ja, auf jeden Fall! In diesem Genre wird in Österreich und Deutschland leider sehr wenig gedreht. Mir macht die Arbeit an so einem Film einfach total viel Spaß. Man arbeitet mit viel Blut, ist ständig in Extremsituationen und kann sich wunderbar ausprobieren. Dazu kommt, dass wir bei One Way Trip sechs Wochen lang in der Nacht gedreht haben, das war echt der Wahnsinn.

Ich hab ziemlich unsexy ausgesehen. Meine Oberschenkel waren voller Blutergüsse.

Wie kann man sich da den Tagesrhythmus vorstellen? Du stehst um 15.00 Uhr auf, hast um 16.00 Uhr Frühstück, um 18.00 Uhr Drehbeginn, um 3.00 Uhr morgens Mittagessen, um 8.00 Uhr ist Drehschluss, dann wird im Hotel noch Party gefeiert, weil alle noch so aufgedreht sind, und dann gehst Du schlafen. Das war der lustigste Dreh, den ich je hatte! Bist du jetzt Österreichs offizielle Scream Queen? Total lustig, aber es scheint wohl so! Im Moment bin ich noch die Einzige bei uns, die drei Horror-Hauptrollen gespielt hat. Für mich ist das echt eine große Ehre! Ich bin mit diesem Genre aufgewachsen, mein Bruder sammelt diese Filme, seit ich denken kann. Für ihn und für mich ist das – tada! – das Beste, was uns passieren konnte. Aber ich spiele ja auch in vielen anderen Produktionen. Was habt ihr euch da so angeschaut? Bis ich 17 war, wirklich alles. Vor allem alte Sachen wie Tanz der Teufel mag ich total gern. Die neuen Sachen nur, wenn sie wirklich gut sind. Aus Saw 3 bin ich rausgegangen, weil er mir zu heftig war. Bei den Filmen, die ich mache, gibts diese Brutalität nicht, wos jemandem einfach nur Spaß macht, zu morden. Meistens ist es so, dass sich die Figuren wehren, das ist ein großer Unterschied, auch als Zuschauer. Wenns nur ums Morden geht, dann würde ich einen Zombiefilm drehen, das ist dann wirklich lustig und man nimmts auch nicht ernst. Wie hast du die heftigen Drehs körperlich überstanden? Ich hab ziemlich unsexy ausgesehen. Meine Oberschenkel

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SKIP SEPTEMBER

waren voller Blutergüsse. Wir haben bis Anfang November gedreht und im Dezember hab ich noch immer blaue Flecken gehabt! Aber ich hab mir immer gedacht, wenn ich mich im Spiegel gesehen hab: Schaut scheiße aus, zahlt sich aber hoffentlich aus. Die Nachtdrehs und die Stunts waren schon sehr anstrengend, ich hab ja bis auf eine Ausnahme alles selber machen dürfen. Ich bin da aber auch am Set nicht das „typische Mädchen“. Ich hab mir die Rolle ausgesucht, also gehört das einfach alles dazu. Blaue Flecken vergehen. Hat die 3D-Technik für d ich einen Unterschied gemacht? Es dauert einfach alles viel länger. Aber für mich als Schauspielerin wars egal: Die Emotionen sind immer dieselben, ob in 2D ▶l JULIA PÜHRINGER oder 3D.

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

Sabrina Reiter: fesch und furchtlos. Privat hört sie Indie-Rock, ihr Dauer-Soundtrack beim Dreh: Morninglight von Clara Luzia, ca. 300 mal hintereinander in DauerRotation.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

MARKUS WELTER & FILIP ZUMBRUNN Echte Bubenträume wurden wahr: Regisseur MARKUS WELTER und Kameramann FILIP ZUMBRUNN werkten beim Dreh mit einem riesigen Baukran fürs Licht, das Wasser kam per Feuerwehr, der Wind aus FlugzeugPropellern, und alles auch noch in 3D!

SKIP: Wir haben gehört, dass es beim Dreh ziemlich rundgegangen ist … MARKUS WELTER WELTER: Stimmt. Das muss man sich erst mal vorstellen: Eine Kamera, die eine halbe Million Euro wert ist, darum herum lauter Experten in feuerfesten Sachen und der Stuntman hält einen Molotow-Cocktail mit Petroleum in der Hand, zündet ihn, es regnet Feuer auf alle und alle jubeln und schreien „Olé olé olé!“ Es war wirklich irre. Wir hatten auch einen Stuntman, der die brennende Fackel am Schluss spielt. Das ist wirklich gefährlich! Da wir nur diese eine Kamera hatten, fragte ich ihn, ob ers mehrmals machen könnte. Also ist er immer wieder dahergekommen und hat gesagt: „Ich mach neu, zünd mich noch mal an!“

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

Betrachtet man eine Location anders, wenn man einen Horrorfilm dreht? Im Sinne von „Wo tuts am meisten weh“? FILIP ZUMBRUNN ZUMBRUNN: Man versucht natürlich, das Optimum aus jedem Motiv herauszuholen. Es gibt auch Dinge, die kann man nicht so umsetzen, wie sie im Buch stehen. Wenns on location ein Glasdach gibt, dafür aber keine Heugabel, dann überlegt man sich eben was. Den Traktor hats im Buch auch nie gegeben, den haben wir gesehen und gekauft und uns gedacht, den fackeln wir ab (lacht). Bei 3D braucht man auch sehr viel Licht, es war im Wald also taghell. Das war nicht einfach. Wir haben mitten im Wald einen Baukran aufgestellt – mit einem 40-m-Ausleger! MW: Und unter diesen Baukran haben wir dann Sabrina gehängt, und damit sies macht, ist Filip zuerst drunter gehangen (lacht). Überlegt man sich etwas Spezielles, wenn man einen Drogentrip verfilmt? FZ: Ja sicher. Aber wenn man sich dann The Big Lebowski oder Fear and Loathing in Las Vegas seriös ankuckt, merkt man, dass alles, was einen wirklich guten Drogentrip visualisiert, schweineteuer in der Herstellung ist. MW: Wir haben da durchaus auch analog gearbeitet. Den Sturm haben wir bewusst real gemacht, da sind zwei riesige CessnaPropeller gestanden, die haben alles durch die

GRÖSSER, HEISSER, FETTER!

Gegend geblasen, was nicht niet- und nagelfest war. Wie fühlt man sich als 3D-Pionier? MW: In der Schweiz waren wir sicher die Ersten, obwohl uns die Wickie-Produktion einen Teil von unseren Technikern und Rigs abgeluchst hat. Das war auf der anderen Seite auch ein Glück, weil wir dann die innovativeren, verrückteren Jungs bekommen haben. Aber wir zwei haben uns grausam vorbereitet. Und dann kam alles anders, als man gedacht hat, alles. Würdet ihr wieder in 3D drehen? MW: Klar, wir haben keine Angst mehr, wir habens überlebt ▶l JULIA PÜHRINGER (lacht)!

„Wir haben keine Angst mehr, wir habens überlebt!“


▶l Film

Colombiana Sterben auf kolumbianisch: Cataleya (Zoe Saldana, die blaue Schönheit aus avatar) hat eine Rechnung offen – und Produzent luc beSSon (nikita, léon der Profi) sorgt dafür, dass die auch standesgemäß spektakulär beglichen wird.

Ganz schön tödlich: Cataleya (Zoe Saldana) ist knallharte Profikillerin mit einer eigenen Mission – und die heißt Rache. Nur schade, dass dabei ihr Privatleben (sexy Michael Vartan) auf der Strecke bleibt …

„Thank heaven for little girls, for little girls get bigger every day…” Wer diesen Song einst geschrieben hat, hat wohl nie bekanntschaft mit kolumbianischen kleinen mädchen gemacht: Cataleya ist erst zarte neun Jahre alt, als ihr das Schlimmste angetan wird, was einem Kind passieren kann – die geliebten Eltern werden vor ihren augen ermordet. Doch die mörder werden den Himmel noch verfluchen, dass auch ein kleines mädchen wie Cataleya einmal erwachsen wird. Denn nichts ist süßer und gna066

SkIP SePTember

denloser als die Rache eines verletzten Kindes. „Seit zehn Jahren erzählt mir luc besson immer wieder, wie gern er eine Fortsetzung zu léon – Der Profi drehen würde“, sagt Regisseur olivier megaton (Transporter 3). „Daraus entstand die idee, einen actionfilm mit einer weiblichen Heldin zu drehen – und es entwikkelte sich Colombiana!“ Wie léon – Der Profi, jener Film, mit dem die damals 13-jährige natalie Portman plötzlich zum Star wurde, beginnt auch Colombiana mit einem mädchen, das durch die Hand von Verbrechern zur Vollwaise wird. Diesmal ist aber kein raubeiniger, warmherziger Gauner zur Stelle, um das Kind unter seine Fittiche zu nehmen, sondern die Kleine muss sich selbst durchschlagen, mit einem brandgefährlichen Geheimdokument in der Tasche. in einer mörderischen Hetzjagd quer durch die Favelas entkommt sie den Killern und flüchtet zur US-botschaft, wo sie belastendes beweismaterial über ein Drogenkartell übergibt – ihre Fahrkarte in die relative Sicherheit der Vereinigten Staaten. Hier, in Chicago, lebt ihr onkel Emilio (Cliff Curtis), der allerdings selbst bis zum Hals in illegalen machenschaften steckt. Er nimmt seine nichte mit offenen armen auf und will sie gleich in eine katholische Privatschule stecken, damit wenigstens eine in der Familie

dereinst den amerikanischen Traum verwirklichen kann. Doch Cataleya hat nur eines im Sinn – Rache. „mach mich zur Killerin“, fordert sie. Und der nette onkel gibt nach, ohne zu ahnen, was er damit in Gang setzt: Fünfzehn Jahre später ist seine nichte die eleganteste, schönste und tödlichste mordwaffe, die die Unterwelt je gesehen hat … in avatar – aufbruch nach Pandora stand Zoe Saldana als na’vi neytiri noch auf Seite der opfer, hier ist sie mit offensichtlicher lust und viel Körpereinsatz diejenige, die zurückschlägt: Wandlungsfähig, geschmeidig und biegsam wie eine Katze, charmant, berückend erotisch, dabei melancholisch und charismatisch, überzeugt sie als agentin in eigener Sache – und muss sich nicht einmal vor männlichen Kollegen wie matt Damon alias Jason bourne oder Tom Cruise alias Ethan Hunt verstecken. ay, Caramba! mm ▶l

16 09 2011

Thriller. OT: Colombiana. USa/Frankreich 2011. länge: 107 min. regie: olivier megaton. Buch: luc besson, Robert mark Kamen. Kamera: Romain lacourbas. SchniTT: Camille Delamarre. muSiK: nathaniel méchaly. PrOduKTiOn: luc besson, ariel Zeitoun. darSTeller: Zoe Saldana, Jordi mollà, Cliff Curtis, lennie James, michael Vartan. Verleih: Constantin.


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01.09.2011 13:12:34


▶l Film Suck it! Um Jerry (Colin Farrell, rechts) zur Strecke zu bringen, holt sich Charley (Anton Yelchin, ganz unten) Rat beim exzentrischen Vampirologen Peter Vincent (Dave Tennant, unten).

Der Vampir und ich. ANTON YELCHIN (Star Trek, Terminator – Die Erlösung) legt sich als Ein-Mann-Armee mit seinem Nachbarn an, dem beißfreudigen Blutsauger COLIN FARRELL. Feiner Mix aus saftigem Vampir-Horror und Teeniekomödie mit Biss, wer mag auch in 3D. VERGISS KREUZE und Knoblauch. Das Einzige, was einen Vampir verlässlich zur Strecke bringt ist Sonnenlicht. Oder war es Silber? Oder doch ein Holzpflock mitten ins Herz? Das ist die Krux mit diesen verfluchten Vampiren: Nix genaues weiß man nicht. Und weder klassische Literatur noch Popkultur sind wirklich hilfreich. Einmal werden Draculas Erben als unersättliche Jäger porträtiert, stets auf der Suche nach dem nächsten Opfer zum Aussaugen, das sie schlimmstenfalls gar in einen der ihren verwandeln. Dann wieder als in höchstem Maße verführerisch, sensibel und sexy, dem Menschenblut zwar nicht abgeneigt, aber keinesfalls zwangsläufig lebensgefährlich. Also, was jetzt? Für Charley (Anton Yelchin) besteht nicht der geringste Zweifel, welche Art von Blutsauger ins Nachbarhaus eingezogen ist. Sexy? Verführerisch? Ja, schon auch, aber hauptsächlich tödlich. Seit Jerry (Colin Farrell) hier wohnt, verschwinden immer mehr Menschen aus der Gegend spurlos. Charleys Freund Ed (Christopher Mintz-Plasse) schnallt als Erster, was los ist: „Er ist wie der verdammte weiße Hai aus dem Film. Er tötet, er frisst und er wird nicht damit aufhören.“ Ed ahnt gar nicht, wie recht er damit hat. Immerhin wandelt der untote Jerry schon 068

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seit 400 Jahren auf Erden, und so lange überlebt man nicht, weil man nett ist. Jerry ist ein lupenreines Raubtier, auf seinem Speiseplan stehen Menschen, Ende der Geschichte. Keine Sekunde zweifelt er daran, dass er seiner Futterquelle in jeder Hinsicht überlegen ist. Menschen sind eine denkbar leichte Beute für Jerry. Und nach vier Jahrhunderten als Untoter ist er sichtlich gelangweilt von seinem Dasein. Da kommt einer wie Charley genau richtig. Ein tollkühner Teenager, der glaubt, es im Alleingang mit ihm aufnehmen zu können. So viel Abwechslung hat Jerry schon lange keiner mehr geboten. Genüsslich nimmt er die Herausforderung an ... Beiss mich! Wer verweichlichten VampirSchmafu à la Twilight nicht mehr sehen kann, ist hier genau richtig. Keine vielsagenden Blicke als Ersatz für Sex, kein Geplänkel mit Werwölfen, nur ein höllisch hungriger Nachbar ohne jeden Skrupel. Zum ultimativen Match von Mensch und Blutsauger kommt es am Rande von Las Vegas – und die Glitzermetropole umgeben von staubiger Unendlichkeit bildet einen erstklassigen Hintergrund für Jerrys mörderisches Treiben. Und für die Aktivitäten des

grotesken Magiers und selbsternannten Vampirexperten Peter Vincent, hemmungslos verkörpert vom Briten David Tennant (Harry Potter und der Feuerkelch). Neben Charley geraten auch noch dessen Mutter (Toni Collette) und Freundin Amy (Imogen Poots, links) ins Visier des Blutsaugers von nebenan, dazu gibts ein Cameo von Chris Sarandon, der Original-Jerry aus dem gleichnamigen Film aus 1985. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage: Was soll denn so schlimm daran sein, von Colin Farrell vernascht zu werden? DM ▶l

06 10 2011

HORRORKOMÖDIE. OT: FRIGHT NIGHT. USA 2011. LÄNGE: 106 Min. REGIE: Craig Gillespie. BUCH: Marti Noxon. KAMERA: Javier Aguirresarobe. SCHNITT: Tatiana S. Riegel. MUSIK: Ramin Djawadi. PRODUKTION: Michael De Luca, Michael J. Gaeta, Alison R. Rosenzweig. DARSTELLER: Colin Farrell, Anton Yelchin, Toni Collette, David Tennant, Imogen Poots, Christopher Mintz-Plasse, Chris Sarandon, Dave Franco. VERLEIH: Walt Disney Studios.


▶l Film

GAFFA

6. Internationales Filmfestival für junge Leute

Young at heart. Zum 6. Mal findet heuer Wiens Filmfestival für junge Leute statt. Am Plan: Schnuckelige Indie-Comedys, fiese Thriller, knallbunte Musicals und tiefgründige Coming-of-Age-Storys aus aller Herren Länder – junges Kino für junge Menschen.

I Miss You

Suicide Room

Bran Nue Dae

Das Tagebuch der Aurélie Laflamme

16 to Life

Zwillinge haben Sorgen, Männer knutschen Männer, aus dem Internat wird ausgerissen, der absurdeste 16. Geburtstag aller Zeiten gefeiert, und die Schule auf den Kopf gestellt: GAFFA ist junges, freches, charmantes Kino, das sich vor den großen Fragen nicht fürchtet.

FOTOS: GAFFA, FILMVERLEIHER

KINDERKINO

war gestern. Hollywood-Mainstream ist morgen. Und jetzt? Ist da jemand? Gibt es Leben zwischen den Schlümpfen und George Clooney? Klaro! Gerade für junge Menschen gibts eine reiche Indie-Kinoszene mit tollen, interessanten Filmen aus allen Genres. Und GAFFA ist das einzige Filmfestival in Österreich, das sich speziell an ein jugendliches Publikum richtet. GAFFA zeigt mit Filmen aus der ganzen Welt, dass es überall zwischen 12 und 19 Jahren wild zugeht. Beim GAFFA geht es in sieben Festivaltagen ordentlich zur Sache: Eröffnet wird das diesjährige GAFFA mit dem polnischen CyberThriller Suicide Room, in dem der ChatRoom zur tödlichen Falle wird. Der österreichische Star-Schauspieler Karl Markovics zeigt den ersten Film, bei dem er Regie geführt hat: Atmen, er handelt von einem Jugendlichen, der einst was Schlimmes angestellt hat und nun vom Jugendknast aus sein Leben auf die Reihe kriegen will – ausge-

rechnet mit einem Job bei der Bestattung Wien. Wild geht es auch in Bran Nue Dae zu, einem unaussprechlichen wie großartigen australischen Musical, das in einem Internat voller Aborigine-Teens spielt (mit dabei: Geoffrey Rush). Nicht weniger komisch ist 16 to Life, dabei wollte Kate doch nur geküsst werden, bevor sie 16 wird. Aber es ist eben alles nicht so einfach, das weiß auch Aurélie Laflamme, die in ihrem Tagebuch die absonderlichsten Dinge festhält. wienXtra-cinemagic und wienXtra-jugendinwien haben da 12 wirklich aufregende Filme aus Europa, Australien, Südamerika und den USA zusammengetragen – ein Festivalpass macht also Sinn und Freude. Doch weil gute Filme allein nicht genug sind, plaudert im Anschluss daran noch die Prominenz aus dem Nähkästchen: Regisseure und SchauspielerInnen wie Karl Markovics, Bruce Webb und Erica und Hanna Midfjäll stehen dem Publikum Rede und Antwort. Eine coole Sache, zumal sich junge Mitmenschen auch als

FilmjournalistInnen und in der Jugendjury engagieren können, die am Ende die GAFFA-Schneekugel für den Besten Film sowie die Besten DarstellerInnen vergibt. Zur Vorbereitung gibts einen SocialMedia-Workshop für die Beteiligten am 30. 9. und 1. 10, ihre Storys, Fotos, Videos und Filmkritiken sind auf der FestivalHomepage zu finden. So wird Kino zum hautJP nahen Erlebnis! ▶l

03 10 – 09 10 2011

GAFFA – 6. INTERNATIONALES FILMFESTIVAL FÜR JUNGE LEUTE. Spielort: wienXtra-cinemagic, Friedrichstraße 4, 1010 Wien. Eröffnung ebenda am 3. Oktober um 19.30 Uhr; Finale am 9. Oktober um 19.30 Uhr bei freiem Eintritt! Alle Infos zu Programm, Ticketpreisen und Ermäßigungen gibts auf www.gaffa-filmfestival.at und www.facebook.com/GaffaFilmfestival

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▶l Film

Wickie auf großer Fahrt Der Schreckliche Sven hat Halvar entführt, und nun liegt es an Wickie, die starken Männer anzuführen, seinen Vater zu befreien und den sagenumwobenen Schatz der Götter zu finden. Turbulentes 3D-Abenteuer, wieder mit JONAS HÄMMERLE als schlauestem Rotschopf der Filmgeschichte. ZWEI WINTER sind ins Land gezogen

seit unserem letzten Besuch in Flake. Ylvi ist immer noch total in Wickie verliebt, Wickie ist immer noch schlau, doch in die Fußstapfen seines Vaters Halvar (Waldemar Kobus), dem Häuptling von Flake, ist der Wikingerbub immer noch nicht hineingewachsen. Halvar geht langsam die Geduld aus mit seinem Nachwuchs. Ist es doch höchste Zeit, dass ein ganzer Mann aus ihm wird. Ein g’scheiter Wickinger braucht Muskeln, Mut, ein großes Mund-

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werk und bestenfalls auch einen Bauch. Was Wikinger nicht brauchen, ist eine obergescheite halbe Portion, die alles auf ihre Art erledigt. Friedlich. Mit Köpfchen anstatt roher Gewalt. Zum Teufel damit! Ein Überfall auf ein Ritterlager, bei dem sich der Häuptlingssohn beweisen soll, endet dann auch so gar nicht nach dem Geschmack der Männer von Flake: Wickie zögert, wird erwischt, will sich durch Verhandlungen aus der Affäre ziehen und lässt sich als Draufgabe noch von einem kleinen Mädchen austricksen. Mit hängenden Köpfen, aber ohne Vorräte, Felle und Büffel kehren Halvar, Tjure, Snorre und die anderen ins Dorf zurück. Als blinde Passagierin hat sich auch noch das freche Mädchen aus dem Lager mit aufs Schiff geschummelt. Mangels anderer Beute wird diese Svenja (Valeria Eisenbart) kurzerhand zur Sklavin erklärt. So hat Halvar wenigstens irgendwas für seine Ylva. Noch ahnt der ruppige Häuptling nicht, welch wertvoller Schatz bei dem missglückten Raubzug durch Zufall in Wickies Hände gefallen ist. Zum Glück hat er seinen Sohn, der für ihn eins und eins zusammenzählt: Dank Wickie ist Flake im


Mit Köpfchen zum Kap der Angst

Die ganz, ganz große Liebe: Ylvi mag Wickie, weil er der Schlaueste ist, nicht der Stärkste. Doch Wickie wünschte, es wäre umgekehrt ...

Besitz des Logbuchs von Erik dem Roten, jenes legendären Eroberers und Seefahrers, den die Wikinger als großen Helden verehren. Wickies Vorfahren sind mit Erik gesegelt, davon zeugt das Amulett, das Halvar um den Hals trägt. Es ist der Schlüssel zum sagenumwobenen Palast des Ewigen Eises, in dem der Schatz der Götter zu finden sein soll. Und dank des Logbuchs sind die Männer von Flake nun in der Lage, den Palast zu finden! Halvar und die starken Männer sind Feuer und Flamme. Doch sie haben nicht mit ihrem schlimmsten Gegner gerechnet. Unbemerkt hat der Schreckliche Sven (Günther Kaufmann) des nächtens Flake überfallen und sich Halvar mitsamt seinem Amulett geschnappt! Wie es die Tradition der Wikinger will, steigt damit automatisch Wickie zum Anführer auf. Ausgerechnet Wickie! Der nimmt seinen ganzen Mut zusammen und gibt den einzig möglichen Befehl in dieser misslichen Lage: „Wir befreien Vater!“

Anker los, Segel hoch, wir sind am Winde dran. Mit vereinten Kräften nehmen Wickie und die Starken Männer und Sklavin Svenja Kurs auf Svens Burg am Kap der Angst. Doch die ersten Hindernisse lassen nicht lange auf sich warten. Erst zwingt ein schwerer Sturm die Crew, das Segel zu opfern. Dann laufen die Männer von Flake in der Burg des Schrecklichen Sven in eine Falle, die sie zwar mit Halvar wiedervereint, aber am denkbar ungünstigsten Ort, dem Verlies. Und als sie schon fast am Ende ihrer Kräfte sind, bekommen sie es auch noch mit den Tücken des Ewigen Eises zu tun. Dass es doch jedesmal wieder weitergeht, ist nicht zuletzt Wickies Mut und seinen schlauen Einfällen zu verdanken. Und ganz besonders wird Halvar das clevere Köpfchen seines Sohnes zu schätzen wissen, als es im Palast des Ewigen Eises auf einmal um alles oder nichts geht ... Rund sechs Millionen Besucher konnte Wickie und die Starken Männer (2009) im deutschsprachigen Raum in die Kinos locken. Kein Wunder, dass umgehend die Segel für eine Fortsetzung gehisst wurden. Und die ist nicht nur ein Stück familientaugliches Abenteuerkino mit feiner Action und dem typischen Wickie-Schmäh, sondern so nebenbei auch der erste deutsche 3DDM Realfilm fürs Kino. ▶l

29 09 2011

ABENTEUER. OT: WICKIE AUF GROSSER FAHRT. Deutschland 2011. BUCH & REGIE: Christian Ditter. KAMERA: Christian Rein. SCHNITT: Ueli Christen. MUSIK: Ralf Wengenmayr, Nik Reich, Jaro Messerschmidt. PRODUKTION: Christian Becker. DARSTELLER: Jonas Hämmerle, Waldemar Kobus, Valeria Eisenbart, Günther Kaufmann, Christoph Maria Herbst, Christian Ulmen, Eva Padberg, Nic Romm, Christian A. Koch. VERLEIH: Constantin.

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▶l Film Action ohne Helmpflicht: Taylor Lautner will es wissen! Und wenn Ihnen die Augenbrauen der Dame auf dem Sozius irgendwie bekannt vorkommen, haben Sie recht: Lily Collins ist die Tochter von Pop-Superstar Phil.

Atemlos Gefährlic

he Wahrheit

Klarer Sieg für team Jacob! twilight-body taylor lautNer als Hauptdarsteller eines knalligen Action-thrillers von JohN SINgletoN (Shaft, 2 Fast 2 Furious), tatkräftig unterstützt von Schauspiel-Kapazundern wie marIa bello, alfred molINa oder SIgourNey Weaver.

NathaN harper

(taylor Lautner), 18, ist wohl der traumschwiegersohn jeder amerikanischen Mutter: ein wohlerzogener, geradliniger junger Mann, draufgängerisch, supersportlich und auch noch technisch begabt, wie sich beim umgang mit seinem Motorrad zeigt. und mit seinen Eltern (Maria bello & Jason isaacs) versteht er sich auch prima. Aber auch so ein Superman hat seelische Abgründe: So wird nathan seit seiner Kindheit jede nacht von einem seltsamen traum heimgesucht, in dem eine fremde Frau ihm ein Schlaflied singt und dann einfach verschwindet. und nicht einmal seine kluge Psychotherapeutin dr. bennett

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SKIp September

(Sigourney Weaver) hat dafür eine Erklärung. Eines tages stößt nathan bei der Arbeit an einem Schulprojekt über vermisste Kinder auf ein Foto eines kleinen buben, der ihm als Kind verblüffend ähnlich sieht, und dessen Anblick ihn schwer verunsichert. Als er dann bei seinen alten Sachen genau jenes t-Shirt findet, das der bub auf dem Foto trägt – inklusive einzigartigem Ketchupfleck –, bekommt seine heile Welt plötzlich Sprünge. Was ist da los? unterstützt von Schulkollegin (und seinem heimlichem Schwarm) Karen (gespielt von Phil collins’ tochter Lily, die auch schon neben Sandra bullock im oscarFilm blind Side – die große chance glänzte) will er die beiden Menschen, die er bisher für seine Eltern gehalten hat, konfrontieren – doch statt dessen muss er mitansehen, wie sie von unbekannten ermordet werden, und kann selbst mit Karen nur knapp entkommen. Was folgt, ist eine atemberaubende Jagd quer durch die uSA: nathan, der von einem tag auf den anderen nicht mehr weiß, wer er eigentlich ist, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, und muss dabei ständig um sein und Karens Leben fürchten. Wer ist hinter ihm her? und vor allem: warum? Was

zum teufel haben seine leiblichen Eltern angestellt, was Konsequenzen dieses Ausmaßes auslösen kann? Wer ist Freund, wer ist Feind? Will dr. bennett, die viel mehr über ihn weiß, als er ahnte, ihm wirklich helfen oder ihn zum Schweigen bringen? Spielt der schleimige ciA-Mann burton (Alfred Molina) in Wirklichkeit für die andere Seite? und was will der Waffenhändler Kozlow (Michael nyqvist) wirklich von ihm? in twilight stellte taylor Lautner als fescher Werwolf vor allem seine übermächtigen Muckis zur Schau. in Shaft-Regisseur John Singletons rasantem Action-thriller wird er nun auch verdient als Handlungsträger eingesetzt – und macht neben seinen vielen Star-Kollegen (und seiner attraktiven Filmpartnerin Lily collins) auch schauspielerisch KZ keine schlechte Figur. ▶l

13 10 2011

Action-thriller. ot: Abduction. uSA 2011. länge: 106 Min. regie: John Singleton. Buch: Shawn christensen. KAmerA: Peter Menzies Jr. Schnitt: bruce cannon. muSiK: Edward Shearmur. ProduKtion: doug davison, Ellen Goldsmith-Vein, dan Lautner. dArSteller: taylor Lautner, Lily collins, Alfred Molina, Sigourney Weaver, Maria bello. Verleih: EMW.


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▶l Film ▶

Wie man leben soll die das Leben für den aufmerksamen Underachiever bereit hält: Je mehr Demütigungen du während der Schulzeit erleben musstest, desto lustiger wird das Studium. Warum Charlie ausgerechnet Kunstgeschichte inskribiert, wird auch irgendeinen Grund haben – ach ja, die geilen Weiber, sagt zumindest der Studienberater (Michael Ostrowski). Charlie macht einen auf Künstler-Look mit schwarzen Klamotten, Hut und langem Mantel, und es geht wirklich was. Kaum zu glauben. Besonders in der linken Studentenvereinigung, wo gerade

WAS SOLL MAN sich auch viel er-

warten, wenn man mit dem Familiennamen Kolostrum in die Welt gedrückt wird? Karl, genannt Charlie (Axel Ranisch) hats wahrlich nicht einfach. Was mit seinem Vater war, hat man schnell vergessen, Charlies Mutter (großartig: Marion Mitterhammer) dagegen ist eine von denen, die man nie vergisst, obwohl man gerne würde. Der Rest der Verwandtschaft ist unwesentlich sympathischer, verfügt aber über respektable Mengen an Barschaft, weswegen der heranwachsende Charlie sie in der Freizeit frequentiert. Die Einzige, bei der Charlie sowas wie Geborgenheit und Liebe findet, ist Großtante Ernestine (Bibiana Zeller), die ihren „Tscharlieee“ verwöhnt, wie sie nur kann. Was unter anderem dazu führt, dass der Charlie seit seiner frühesten Kindheit schwer übergewichtig ist, und damit erst das Gespött der Buben, und später nicht die erste Wahl der Mädels darstellt. Doch bald lernt Charlie eine weitere wichtige von vielen Lektionen,

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Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen. Doch zum Glück hat Loser Charlie (Axel Ranisch) gute Freunde, wie ein nettes Swinger-Pärchen (Maria Hofstätter & Josef Hader), einen ewigen Studenten (Robert Stadlober, oben) und natürlich Tante Erni (Bibiana Zeller).

die hübschesten Frauen netterweise immer erst nach den inneren Werten suchen. Und so lässt sich Charlie durch viele Betten treiben, durch lange Nächte, sinnfreie Tage, hochphilosophische Gespräche mit seinem besten Freund Mirko (Robert Stadlober), einen bizarren Ferialjob als Abo-Keiler in Deutschland und eine unanständige Affäre mit einem aufgeschlossenen Swinger-Ehepaar (Maria Hofstätter & Josef Hader, zum Schreien!), bis er schließlich als Taxifahrer im Mercedes-Geschwader eines Vorstadt-Despoten (Robert Palfrader) landet. Und dennoch nie sein großes Ziel (ja, er hat tatsächlich eins!) aus den Augen verliert: Rocksänger werden. Autor und Produzent David Schalko hat in der Comedy-Schiene des ORF-TV mit Formaten wie Die Sendung ohne Namen, Die 4 da, Willkommen Österreich oder Aufschneider quasi die Quadratur des Kreises geschafft und intellektuelle Pointen mit massiver Breitenwirkung verbunden. In seinem zweiten Kinofilm (2004 drehte er den Indie-Krimi Nitro), dem der gleichnamige Roman von Thomas Glavinic (Der Kameramörder) zugrundeliegt, zeichnet er das Porträt der „Generation Naja“ mit österreichischer All-Star-Besetzung. Ein KZ schräger Kinotrip. ▶l

07 10 2011

SATIRE. OT: WIE MAN LEBEN SOLL. Österreich/ Dänemark 2011. LÄNGE: 100 Min. REGIE: David Schalko. BUCH: David Schalko, Thomas Maurer, nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic. KAMERA: Markus Kanter. SCHNITT: Roland Rathmair, Evi Romen. MUSIK: Florian Horwath. PRODUKTION: Danny Krausz, Kurt Stocker. DARSTELLER: Axel Ranisch, Emily Cox, Bibiana Zeller, Marion Mitterhammer, Robert Stadlober, Josef Hader, Maria Hofstätter. VERLEIH: Lunafilm.

FOTO: ANDREA MÜHLWISCH

Charlie Kolostrum ist weder schön noch klug noch besonders begabt – also echt einer von uns. Aber mit eiserner Nettigkeit schafft er es durch die ärgsten Schluchten des Lebens … DAVID SCHALKO (Willkommen Österreich) verfilmte den Roman von THOMAS GLAVINIC als sündig durchgeknalltes Vergnügen.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

ROBERT STADLOBER

SKIP: In Wie man leben soll spielst du den besten Freund des Protagonisten. Wie bist du zu dem bunten Cast gestoßen? ROBERT STADLOBER: Der David hat mich bereits eineinhalb Jahre vor Drehbeginn mal gefragt, ob ich da mitmachen will. Wir haben uns schon gekannt, privat wie beruflich, außerdem hab ich Thomas Glavinics Roman verschlungen, als er rauskam. Also konnte ich keinen Grund finden, nein zu sagen.

„Die Vorstellung von vollständiger Zufriedenheit hört sich für mich verdammt nach Grab an.“

Wie war der Dreh? Ziemlich absurd (lacht). Es waren immer wahnsinnig viele Leute am Set, und beim Regieführen saß der David immer mit einem Roman da, den er nebenbei noch las, und hat auch noch irgendwelche andere Sachen gemacht. Man spielt einen Take 4, 5 Mal, man hört nichts, und dann auf einmal: „Machts das noch einmal, ein bisschen anders bitte!“ Man kann sich eigentlich gar nicht vorstellen, wie da jemals ein Film rauskommen soll, aber ich finde das Endergebnis wirklich sehr überzeugend.

ÜBERS LEBEN Robert, du hast irgendwann mal den Stempel „Punk“ aufgedrückt bekommen, und der wird fast in jeder Story über dich wiederholt. Warst du denn wirklich mal Punk? (lacht) Die Frage ist, kann man das überhaupt gewesen sein? Ist Blixa Bargeld Punk, oder Sid Vicious? Und wenn beide Punk sind, ist dann nicht jeder irgendwie Punk? Für viele bunte Blätter klingt es wahrscheinlich aufregend, mich als „PunkSchauspieler“ zu bezeichnen. Aber das schreiben sie über den Ben Becker auch. Und ich würde sagen, Ben Becker und ich haben miteinander so viel zu tun wie … Blixa Bargeld und Sid Vicious (lacht). Ich sage aber jetzt nicht, wer wer ist.

ROBERT STADLOBER, 29, jettet seit Jahren mühelos zwischen Wien und Kreuzberg, zwischen Drama und Komödie, zwischen Mainstream und Arthouse hin und her. Dazwischen besuchte er noch schnell die SKIP-Redaktion zum Exklusiv-Interview.

Machst du noch Musik? Klar, ich nehme gerade mit meiner Band Gary ein neues Album auf, das soll im Jänner 2012 rauskommen. Und im September spielen wir eine kleine Österreich-Tour.

FOTO: ANDREA MÜHLWISCH

Und im Oktober startet neben Wie man leben soll auch schon dein nächster Film, Adams Ende … Ja, das ist der Debütfilm meines Freundes Richard Wilhelmer. Es geht um vier junge Menschen, denen es relativ gut geht im Leben, und die sich deshalb die Probleme in den zwischenmenschlichen Beziehungen selbst bauen, und sich damit irgendwann in den totalen Wahnsinn treiben. Ist es so, dass der Mensch Probleme braucht? Dass man nicht einfach sagen kann „Ich bin zufrieden?“ Ich glaube auch gar nicht, dass das gut wäre. Ich glaube, dass die Unzufriedenheit eine der wichtigsten Motoren des Lebens überhaupt ist. Die Vorstellung von vollständiger Zufriedenheit hört sich für mich verdammt nach Grab an (lacht). Glück ist für ▶l GINI BRENNER mich kein Zustand, sondern ein Moment.

SKIP SEPTEMBER

075


▶l Film

The

Guard

Ein Ire sieht schwarz

Oh, wie schön ist die Landschaft

der irischen Westküste: Sattes Grün an schroffen Klippen, dazwischen kleine schnuckelige Häuschen mit netten, singenden Menschen drin ... in einem davon sitzt Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson), der nicht singt, aber säuft. Ein dicker, alleinstehender, zynischer Kieberer, hinter dessen stoischer Miene sich seltsame Gedanken zusammenbrauen. Erst recht, als in einem verlassenen Haus eine gräßlich zugerichtete Leiche gefunden wird, an der Wand steht eine mysteriöse Message, mit Blut geschrieben. Das Werk eines Psychopathen, sind sich Boyles Kollegen schnell einig, wahrscheinlich sogar ein veritabler Serienkiller! Als wenig später einer dieser Kollegen, ausgerechnet der supernervige, aber eigentlich eh ganz nette Neue, spurlos verschwindet, wird Boyle wirklich stutzig. Dann kommts noch dicker: Das FBI kommt ins Dorf! Ausgerechnet hier soll nämlich, hochgeheimen Hinweisen zufolge, in Kürze ein Riesen-Deal eines internationalen Drogenkartells stattfinden. Zu diesem Behufe wird der geradlinige FBI-Agent Wendell Everett (Don Cheadle) in das verschlafene Nest beordert. Und mit einem saftigen „Ich dachte, die Schwarzen sind immer die Drogenschmuggler!“ macht sich Boyle auch gleich recht beliebt

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SKIP September

Zwei Männer, zwei Welten. „Sie sind wirklich ein äußerst ungewöhnlicher Polizist“, sagt FBI-Agent Everett. „Danke!“, antwortet Sergeant Boyle. „Ähm ... das war jetzt wirklich nicht als Kompliment gemeint!“

bei ihm. Erst recht, als er die Pläne für gemeinsame Ermittlungen erst mal verweigert, „morgen habe ich frei!“, sich in Dublin mit zwei netten Nutten vergnügt und den armen Agent Everett alleine lässt mit der irischen Landbevölkerung, von der ein Großteil noch nie einen Schwarzen gesehen zu haben scheint. Und schon gar keinen Amerikaner. Trotz der aufrechten Bemühungen Everetts ist also an Polizeiarbeit, wie er sie in der FBIAcademy gelernt hat, hier nicht zu denken.

Allerdings sind aber die gesuchten Drogenhändler auch nur Menschen und somit nicht gefeit vor unendlicher Blödheit – und auf der anderen Seite ist Sergeant Boyle zwar ein wahrlich ungewöhnlicher Polizist, aber längst nicht so daneben, wie er alle glauben lässt … „Jedes Mal, wenn im Fernsehen CSI läuft, werde ich wütend“, erzählte Regisseur John McDonagh beim SKIP-Interview bei der Berlinale, wo The Guard im Wettbewerb lief. „Diese Geschichten sind immer so klischeehaft, so lieblos geschrieben und so unwahrscheinlich. Ich wollte einen Anti-CSI machen. Einen Film, der mit einem typischen CSI-Mord beginnt – und dann in eine ganz andere Richtung weitergeht!“ Mission gelungen: The Guard – Ein Ire sieht Schwarz ist mit großartigen Figuren und umwerfenden Sprüchen einer der durchgeknalltesten, lustigsten und bösesten Komödien der letzten Jahre, und hat echt das Zeug zum Kino-Klassiker.  GB ▶l

23 09 2011

Krimikomödie. OT: The Guard. Irland/Großbritannien 2010. Länge: 96 Min. Buch & Regie: John Michael McDonagh. Kamera: Larry Smith. Schnitt: Chris Gill. Musik: Calexico. Produktion: Chris Clark, Ed Guiney. Darsteller: Brendan Gleeson, Don Cheadle, Fionnula Flanagan, Mark Strong, Katarina Cas. Verleih: Filmladen.

fotos: Andrea Mühlwisch (2)

Versoffener Provinzpolizist (Brendan Gleeson) und wohlerzogener FBI-Spezialist (Don Cheadle) ermitteln gemeinsam in einem mysteriösen Serienmord … Grandios pechschwarze Krimikomödie mit einigen wahrhaft epochalen Momenten – und Filmmusik von Calexico!


▶l Film

eXKlusiV-inTerView

Brendan Gleeson „Mit Drehbüchern ist es wie mit Menschen – man kennt jemanden nicht nach einer Seite.“

sKiP: mit der Figur des sergeant Gerry Boyle in the Guard haben sie etwas ganz Großes erschaffen – und das bis ins kleinste detail, seine knallfarbene Unterwäsche ist hinreißend. haben sie sich die nach dem dreh eigentlich behalten? BrendAn GleesOn: das musste ich nicht, das waren alles meine eigenen unterhosen (lacht)! Aber Boyle hat ja insgesamt einen sehr ungewöhnlichen Kleidergeschmack. seine Pullover sind ihnen ja sicher auch aufgefallen? aber sicher! wie leicht war es, sich für diese rolle zu entscheiden? sehr (lacht). es war das fuckin’ beste drehbuch, das ich seit langer Zeit gelesen habe. ich musste nicht mal drüber nachdenken.

fotos: AndreA Mühlwisch (2)

war das schon nach der ersten szene klar? nein, ich lese skripts immer bis zum ende, bevor ich eine Meinung habe. es gibt so viele drehbücher, die mit einem großartigen einstieg beginnen und denen dann nach 20 oder 40 seiten die luft ausgeht. ich lese immer bis zum ende. es ist wie mit Menschen – man kennt jemanden nicht nach einer seite. im Film gehts auch ein bisschen um die rivalität der beiden irischen städte dublin und Galway. was denken sie als dubliner darüber? ressentiments gegen die hauptstädter gibts doch überall. und am ende läuft es immer auf eins hinaus: Bei einem coolen Typen ist es egal, wo er herkommt. das einzige wirkliche Verbrechen ist ein schlechter witz. sie sind heute einer der bekanntesten irischen schauspieler, haben aber erst relatv spät mit der schauspielerei begonnen ... ich habe immer schon gespielt, aber mich erst Mitte 30 dafür entschieden, das hauptberuflich zu machen. Vorher habe ich mich einfach nicht getraut. die Angst war zu groß, dass ich waschmittelspots würde drehen müssen, um die Miete zu bezahlen, oder tagelang zu hause sitzen und drauf warten würde dass das Telefon läutet und mir jemand eine rolle anbietet. lustigerweise war diese Angst völlig unbegründet: Ab dem Zeitpunkt, wo ich

TOP COP schräger als die Polizei erlaubt. columbo meets dirty harry: in The Guard – ein ire sieht schwarz spielt charakterdarsteller Brendan Gleeson (der Madeye Moody aus den harry-Potter-Filmen) einen umwerfenden Polizisten. sKiP traf ihn in Berlin. „offiziell“ schauspieler war, war es mir scheißegal, wer mich anrief (lacht). wenn ich keine Angebote bekam, habe ich halt einfach selbst was auf die Beine gestellt. was fasziniert sie am meisten an der schauspielerei? hm, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen pathetisch, aber in der Kunst geht es darum, sich weniger allein zu fühlen. es ist großartig, festzustellen, dass es sowas gibt wie gemeinsam erlebte erfahrungen. Meine Arbeit ist es, herauszufinden, was unser sein und unser handeln ausmacht. es ist wie eine reise an den Beginn der Zeit, zum urknall, von wo sich alles in ▶l gini Brenner verschiedene richtungen ausgebreitet hat.

sKiP sePtemBer

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▶l Film

Attack the Block

Wenn Aliens in einem typischen Süd-Londoner Wohnblock-Ghetto landen würden, um eine Invasion zu starten, würden ihnen die lokalen Gang-Kids in den Arsch treten? Die Antwort liefert diese atemlos witzige Hommage an zahllose Sternstunden des SciFi-Horrors.

▶l

23 09 2011

SCIFI-ACTIONKOMÖDIE. OT: ATTACK THE BLOCK. Großbritannien 2011. LÄNGE: 88 Min. BUCH & REGIE: Joe Cornish. KAMERA: Tom Townend. SCHNITT: Jonathan Amos. MUSIK: Steven Price. PRODUKTION: Nira Park, James Wilson. DARSTELLER: John Boyega, Jodie Whittaker, Alex Esmail, Franz Drameh, Nick Frost. VERLEIH: Polyfilm.

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SKIP SEPTEMBER

IM SÜDEN von London regieren chancenlose Gang-Kids mit Drogenkriminalität und Messerattacken den Alltag, und Leute wie die kreuzbrave Krankenschwester-Aspirantin Sam (Jodie Whittaker) tragen sozusagen den hyänenkapitalistischen Kollateralschaden davon: Eines Abends wird sie überfallen von einer Gruppe minderjähriger Vermummter mit BMXRädern und Springmessern. Sam muss ihr Handy und Geldbörserl abgeben, aber sie hat Glück: Ein Asteroid kracht unmittelbar neben der Crime Scene in ein Auto, die Kids sind abgelenkt, und sie kann fliehen. Moses (John Boyega), der stille, starke Anführer der JugendGang, wittert fette Beute: Gestein aus dem All – das ließe sich bestimmt gut verkaufen. Aber als er den Brocken aus dem zerstörten Auto fischen will, attackiert ihn ein Tier mit riesigen Zähnen. Der scheinbar wild gewordene Hund flüchtet, die Gang natürlich sofort hinterher. Mit Raketen, Böllern und Prügeln wird der Köter zur Strecke gebracht. Aber das, was da vor ihnen liegt, als sich der Feuerwerksnebel lichtet, ist bestimmt kein Hund. Es sieht eher aus, als hätte sich ein Piranha mit einem Affen gepaart. Findet zumindest Ron (Nick Frost), Marihuanazüchter im 19. Stockwerk des Sozialbaus mitten in jenem Block, wo Moses’ Gang ihren Home-Turf hat. Die Jungs würden den Kadaver mit seiner Hilfe gern als Trophäe verkaufen. Aber während

man rätselt, wie sich der Alien am besten an den Mann bringen ließe, gehen weitere dieser Asteroiden rund um den Block nieder. Und bald finden sich die Jungs von tiefschwarzen, haarigen Monstern mit leuchtenden Gebissen verfolgt: Jetzt wird sich zeigen, ob nur sozial verwahrloste Nichtsnutze in ihnen stecken oder vielleicht doch so etwas wie Helden. Bewaffnet mit Samuraischwertern, Baseballschlägern, Macheten und Feuerwerkskörpern schwingen sich die jungen Draufgänger auf ihre führerscheinfreien Motorroller, um E. T. in den Arsch zu treten. Aber nicht nur Reißzähne aus dem All entpuppen sich als Widersacher: Die Polizei ist bei der Eindämmung der Alienplage genauso hinderlich wie der örtliche Drogenboss Hi-Hatz. Und so ein außerirdischer „Gorilla-Wolf-Motherfucker“ lässt sich im Übrigen gar nicht so leicht aus dem Weg räumen. Auch wenn man wider Erwarten auf die Hilfe einer angehenden Krankenschwester namens Sam zählen kann … John Carpenter meets Walter Hill meets Stanley Kubrick: Regisseur Joe Cornish, der in seiner Heimat vor allem für TV-Komik bekannt ist, zitiert in seinem Kinodebüt so gut wie alles, was in der Science Fiction Rang und Namen hat, mit typisch britischem Augenzwinkern. Und SciFi-Überfan Nick Frost adelt die hervorragende Riege an Jungschauspielern mit seiner Anwesenheit. KH

FOTO: POLYFILM

Entertainment mit Tiefgang: Der Kampf einer Londoner Jugend-Gang gegen eine Alien-Plage lässt trotz pausenloser Action Platz für sozialen Realismus und Witz.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

NICK FROST

HINTERFOTZIG

WITZIG

NICK FROST war zuletzt in Paul als Fluchthelfer eines Außerirdischen zu sehen. In Attack the Block versorgt er eine Wohnhausanlage mit Kiffe – bis seine Cannabisplantage zur Brutstätte von Aliens wird. SKIP traf ihn in Berlin.

SKIP: Deine Rolle in Attack the Block wirkt wie maßgeschneidert … NICK FROST: Ja, die sitzt wirklich perfekt, und mir wurde ja auch tatsächlich die Ehre zuteil, dass Joe Cornish die Rolle für mich geschrieben hat. Ich habe auch meine eigenen Sachen an im Film, und ich trage kein Make-up. Und die Haare hatte ich sowieso vier Jahre lang nicht mehr geschnitten. Aber als Nächstes drehe ich einen Film, wo ich kahlrasiert auftrete – und das ist der erste Schritt in diese Richtung (Anmerkung: Beim Interview sind Nicks Haare nur noch zwei Zentimeter lang). Das heißt, deine Karriere läuft weiterhin gut? Ich glaube, ich hatte sehr viel Glück mit meinen Filmen und das erlaubt mir heute, frei zu wählen, was ich machen will und was nicht. Ich schreibe auch sehr viel selbst. Und ich würde auch gern mehr ernstere Rollen spielen. Ich bin weniger als Leading Man geeignet als fürs Charakterfach, und das ist beruhigend, weil Charakterdarsteller deutlich mehr Arbeit bekommen. Man hört, Attack the Block sei maßgeblich von John Carpenters Filmen inspiriert, vor allem von Das Ding aus einer anderen Welt und Assault on Precinct 13. Aber Carpenter hat so gut wie nie Humor in seine Filme gepackt. Wie passt das zusammen? Nun, einerseits hat Regisseur Joe Cornish bisher hauptsächlich Komödie gemacht. Aber andererseits muss man sagen, dass Carpenters Filme schon auch hintergründig humorvoll sind. Wenn aus dem abgerissenen Kopf Tentakel wachsen und er auf Spinnenbeinen daherkrabbelt, das hat schon was Witziges. Guter Horror ist immer auch auf hinterfotzige Weise lustig.

Leuten dabei zusehen, wie sie sich in echt umbringen. Das ist mit Fiktion nicht zu toppen. Die Welt, in der wir leben, ist viel furchterregender als alles, was man im Kino zeigen kann. Ist es seit Shaun of the Dead in der britischen Filmindustrie leichter geworden, Genrefilm zu drehen? Bestimmt versuchen viele Leute, an den Erfolg von Shaun of the Dead anzuschließen, und vielleicht gelingt das mit Attack the Block. Generell ist es in England möglicherweise leichter geworden, aber von einer internationalen, sprich US-amerikanischen Perspektive aus, scheinen mir immer weniger Leute Genre-Filme machen zu wollen. Und zwar deshalb, weil sie langfristig gerechnet eben nicht eine halbe Milliarde Dollar Einspielergebnis erreichen.

Nach den Rollen als SciFi-Nerd in Paul und Dealer in Attack the Block hat Nick Frost sich die Haare abschneiden lassen – für seine Rolle im Fantasy-Märchen Snow White and the Huntsman, das er gerade dreht.

Aber stimmt das ungeschriebene Gesetz, dass Horrorfilme immer ein Publikum finden und dank ihrer niedrigen Produktionskosten schnell profitabel sind, immer noch? Ich glaube, du kannst sicher sein, dass es immer ein Publikum für Genrefilme gibt. Aber diese Leute kennen sich ziemlich gut aus, und dank Internet wissen sie heute, ob ein Film in ihrem Lieblingsgenre sehenswert ist oder z. B. nur ein Scheißfilm mit einem Zombie drin. Heute geht niemand mehr ins Kino, nur weil ein Werwolf im Film vorkommt.

FOTO: POLYFILM

„Die Welt, in der wir leben, ist viel furchterregender als alles, was man im Kino zeigen kann.“

Aber was ist aus den Filmen geworden, die einem so richtig unter die Haut gingen, nach denen man wochenlang nicht schlafen konnte? Ich glaube, es ist sehr schwierig geworden, jungen Leuten von heute mit Filmen Angst einzujagen. Im Internet kann man

Gibt es so etwas wie einen neuen Alien-Trend in der Filmbranche? Filme wie Skyline oder World Invasion: Battle Los Angeles zeigen, dass böse Außerirdische ein willkommenes neues Feindbild im Kino sind – sie haben die Muslime in dieser Rolle abgelöst. Außerdem kann man wahrscheinlich ein größeres Budget zusammenbekommen, wenn man ein riesiges Mutter▶l KLAUS HÜBNER schiff am Himmel schweben lässt.

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▶l Film

Herzensbrecher Drei von ganzem Herzen: Mary liebt Nick. Francis liebt Nick. Und Nick ... liebt wen? Hinreißende, überirdisch schöne imaginäre Ménage à trois aus der Phantasie des blutjungen kanadischen Regie-Wunderkinds Xavier Dolan (I Killed My Mother).

Flirten, schmeicheln, Händchen halten: In Francis (Xavier Dolan) und Mary (Monia Chokri) brennt das Begehren, doch Nick (Niels Schneider) lässt sich bitten. Bittersüße, berückend ironische Liebesgeschichte aus Kanada.

er hat golDene locken,

ein engelsgleiches Lächeln, und ein antlitz – gesicht zu sagen, wäre untertrieben – wie Michelangelos David. er ist sehr klug, blutjung, und schlagfertig. sein Name ist Nick (Niels schneider). Und er ist die personifizierte Versuchung. er ist charmant, liebreizend, verführerisch. Und sowohl Mary (Monia Chokri) als auch Francis (Xavier Dolan, Regisseur und bildschöner Hauptdarsteller in Personalunion), seit immer schon allerbeste Freunde, sind ihm innerhalb weniger Momente verfallen. Die größten abenteuer sind die im Kopf. Und auch die schönsten Romanzen sind oft jene, die man sich einbildet, noch bevor das erste Wort von Liebe gefallen ist. auch in Herzensbrecher, der im original Les amours imaginaires, also „Die eingebildeten Liebschaften“ heißt, passiert in den Köpfen der beiden Liebenden das eigentliche Drama. Dabei unternehmen die drei bald eine Menge zusammen, gehen in Bars, fahren aufs Land, verbringen Nächte keusch zu dritt im Bett, grillen Marsh-

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SkiP SePtember

mallows und rauchen unzählige Zigaretten pittoresk im gegenlicht. Während Mary und Francis sich in stiller sehnsucht verzehren und ihr erotisches Begehren in ihrer Not in anderen Betten abreagieren, genießt Nick die aufmerksamkeit. Flirtet und spielt. Und die Freundschaft zwischen Mary und Francis beginnt zu bröseln ... Regisseur Xavier Dolan war erst 15, als er das Drehbuch zu seinem ersten Film I Killed My Mother schrieb, und 19, als der Film fertig war, eine wundervoll selbstironische, formal verspielte erzählung von einem hochintelligenten Burschen (Dolan), der seine Mutter und ihre spleens nicht länger erträgt. Der Film begeisterte weltweit das arthouse-Publikum mit seiner sensibilität und seinem Witz, und machte Lust auf mehr. Herzensbrecher ist nun sein zweiter Film, und das Wunderkind ist seinem stil treu geblieben: Die schwelgerischen Bilder sind eine formvollendete Hommage an die sorgfältig ausgestatteten Filme von Wong Kar-Wai und François ozon. Makellose

audrey-Hepburn-Frisuren, mustergültige James-Dean-shirts, intellektuelles geplänkel, postmoderne subtexte in jedem zweiten satz: Herzensbrecher ist herrlich vielfarbiges, beziehungsreiches Queer Cinema, das mit seinen wunderschönen oberflächen von tiefen Wahrheiten erzählt, unter anderem in geständnissen, die enttäuschte Liebende der Kamera anvertrauen, und die die Ménage à trois kommentierend umrahmen: „Die Liebe existiert gar nicht. es ist das Konzept einer Beziehung, das man liebt, und man liebt es mehr als den Menschen“, sagt ein trauriges junges Mädchen. Das mag stimmen. Doch selten wurde mm es so schön auf den Punkt gebracht. ▶l

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Romanze. oT: Les aMoURs IMagINaIRes. Kanada 2010. Länge: 95 Min. Buch & Regie: Xavier Dolan. KameRa: stéphanie Weber-Biron. SchniTT: Xavier Dolan. PRoduKTion: Xavier Dolan, Carole Mondello, Daniel Morin. daRSTeLLeR: Xavier Dolan, Monia Chokri, Niels schneider, anne Dorval. VeRLeih: Waystone Film.


▶l Film I see what you did there: Kann Jasmins Liebe Udos Schwerstsichtbarkeit heilen?

Eine Insel namens Udo Udo ist mehr als unauffällig – er ist unsichtbar. Schlecht fürs Ego, gut für den Job als Kaufhausdetektiv. Doch dann funkt die Liebe dazwischen … SIE BEGEGNEN bei einer Veranstaltung jemandem, den Sie schon seit Ewigkeiten kennen – und der tut schon wieder so, als ob er Sie zum ersten Mal sehen würde. Oder Sie sitzen im Lokal, wollen bestellen – aber das Servierpersonal ignoriert Sie geflissentlich, egal, wie heftig Sie winken. Kennen Sie das? Klar, jedem und jeder ist Ähnliches schon passiert. Udo (Comedian Kurt Krömer in seiner ersten Kinohauptrolle), Mitte 30, erlebt das jeden Tag: Er ist so unauffällig, dass er quasi unsichtbar ist. Für seine Umwelt ist er wie ein blinder Fleck, nur, wenn er jemanden direkt anspricht oder berührt, wird er wahrgenommen. „Schwerstsichtbarkeit“ nennt man das, und es ist kein leichtes Schicksal. Aber Udo hat das Beste draus gemacht: Als Kaufhausdetektiv ist er unschlagbar. Doch dann kommt Jasmin (Fritzi Haberlandt) als

Kundin ins Kaufhaus. Und sie sieht Udo auf Anhieb – ihn und auch die lustigen kleinen Spielchen, die er mit den anderen Kunden so treibt, ihnen den Kuchen im Kaufhaus-Bistro stibizen zum Beispiel. Als sie ihn drauf anredet, ist er vom Donner erschüttert. Erstens hat ihn noch nie jemand von selbst gesehen. Zweitens noch nie eine attraktive Frau. Und drittens ist es nun ziemlich schnell um ihn geschehen. An sich ja wunderschön – nur: Ein frisch Verliebter strahlt weithin sichtbar, und so ist Udos Tarnung total perdu. Eine kleine Katastrophe für jemanden, der sich bisher nie um menschliche Umgangsformen kümmern musste … GB

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LIEBESKOMÖDIE. Deutschland 2011. LÄNGE: 80 Min. REGIE: Markus Sehr. BUCH: Clemente Fernandez-Gil, Markus Sehr. KAMERA: Daniela Knapp. SCHNITT: Stefen Schmitt. MUSIK: Tobias Wagner, Steven Schwalbe. PRODUKTION: Andreas Brauer, Erik Winter. DARSTELLER: Kurt Krömer, Fritzi Haberlandt, Bernd Moss. VERLEIH: Filmladen.

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▶l Film

Roman steckt wegen Totschlags im Jugendgefängnis. Endstation heißt das, normalerweise. Doch der schweigsame Bursch kämpft sich ins Leben zurück … Wunderschönes, mehrfach preisgekröntes Regiedebüt von KARL MARKOVICS.

Atmen Keine Luft, keine Fragen, keine Erklärungen – im Sportbecken findet Roman, 19, Ruhe. Aber auch nur solange, bis er wieder an die Oberfläche muss.

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Dienstgeber: Ausgerechnet bei der Bestattung Wien will er anheuern. Dort erwarten ihn schwere Arbeit und ein äußerst raues Betriebsklima. Besonders Kollege Kienast (Georg Friedrich) behandelt den kriminellen Neuzugang anfangs mit unverhohlener Feindseligkeit. Nach dem Motto „Der richtige Sarg zur richtigen Zeit am richtigen Platz“ gehts hier um alles, was innerhalb der Wiener Stadtgrenze zwischen Tod und Begräbnis getan werden muss – Tote waschen, lagern, liefern, katalogisieren. Überraschend schnell findet sich Roman zurecht, es scheint, als könne er mit den Toten leichter umgehen als mit den Lebenden. Leichen verlangen keine Rechtfertigung, keine Erklärung. Aber manchmal ist es umgekehrt. Als Roman auf eine Tote mittleren Alters stößt, die ebenfalls den Namen „Kogler“ trägt, sehen wir ihn zum ersten mal zutiefst bewegt. Könnte das seine Mutter sein, die ihn als Baby zur Adoption freigab, warum auch immer, und die seiner Meinung nach die Verantwortung trägt

dafür, dass Roman von Kinderheim bis Jugendknast nie auch nur einen Tag in Freiheit leben durfte? Die Tote ist jemand anderer. Und jetzt macht sich Roman zum ersten Mal auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter (Karin Lischka), um ihr die Frage zu stellen, die in ihm drin immer alles andere übertönt hat: „Warum hast du mich nicht wollen?“ Nur in der Wahrheit liegt die Freiheit. Atmen, Karl Makovics Regiedebüt, wurde gleich mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Label Europe Cinema in Cannes und dem Hauptpreis des Sarajevo Film Filmfestival. Ein verdienter Erfolg für einen der schönsten, tiefgründigsten und positivsten österreichiGB schen Filme des Jahres. ▶l

30 09 2011

DRAMA. OT: ATMEN. Österreich 2011. LÄNGE: 93 Min. BUCH & REGIE: Karl Markovics. KAMERA: Martin Gschlacht. SCHNITT: Alarich Lenz. MUSIK: Herbert Tucmandl. PRODUKTION: Dieter Pochlatko, Nikolaus Wisiak. DARSTELLER: Thomas Schubert, Karin Lischka, Georg Friedrich, Klaus Rott, Gerhard Liebmann. VERLEIH: Thimfilm.

FOTO: THIMFILM

WECKEN, Frühstück, Wand, Mittagessen, Fenstergitter, nichts, Abendessen, Licht aus. Roman Kogler (großartig: Newcomer Thomas Schubert) ist 19. Auf die meisten Menschen dieses Alters wartet die ganze Welt, auf Roman wartet gar nichts. Höchstens die Wachebeamten, wenn er mal raus durfte. „Ausziehn! Bücken! Husten!“ Roman sitzt im Jugendgefängnis. Vor ein paar Jahren hat Roman einen erschlagen. Warum, das weiß man nicht, der Bub sagt ja nichts. Auch nicht, warum er seinen Freigänger-Job in der Schweißerei (Josef Hader gibt einen starken Gastauftritt als brutaler Chef) gleich wieder verloren hat, als wenn es für einen wie ihn so einfach wäre, eine Arbeitsstelle zu finden. Dabei wäre ein Job ziemlich wichtig für ihn. Bald prüft der Richter die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung, und da zählt alles, was auf Romans Wiedereingliederbarkeit in die Gesellschaft hinweist. Also unterstützen der Gefängnisleiter und sein Betreuer Romans Bewerbung bei einem eher ungewöhnlichen


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

KARL MARKOVICS „Es war mir wichtig, die alltägliche Komik zuzulassen, die ja gerade in Wien immer und überall existiert.“

TOD UND ALLTAG Theaterstar, TV-Serienliebling (Stockinger), Hauptdarsteller eines Oscar-Films (Die Fälscher). Als Schauspieler ist KARL MARKOVICS fast überall angekommen. Nun beweist er sich mit Atmen auch noch als hervorragender Filmemacher. SKIP traf ihn in Cannes. SKIP: Herr Markovics, warum haben Sie sich entschlossen, die Seiten zu wechseln? KARL MARKOVICS: Es war mir immer klar, dass ich früher oder später auch Regie führen würde. Der Einzige, der mir dabei im Weg stand, war ich und mein eigener Anspruch. Meine Frau war es, die mir mir schließlich die Augen dafür geöffnet hat, dass dieser Anspruch sehr viel mit Feigheit zu tun hat: Dass man Angst hat davor hat, etwas abzuliefern, nicht gleich alle sagen: „Das ist der großartigste Film der Welt!“ (lacht).

FOTO: THIMFILM

Wie kamen Sie auf das Thema von Atmen? Die Hauptfigur ist zu mir gekommen (lacht). Ursprünglich wollte ich ja einen Film über den Tod machen, und zwar den alltäglichen Tod. Denn mir geht das auf die Nerven: Entweder der Tod ist literarisch – der Heldentod, der tragische Tod, der Opfertod. Oder wird splattermäßig inszeniert. Dabei ist der Tod etwas fürchterlich Banales, weil er mit dem Menschen nichts mehr zu tun hat – aber mit dem Körper, der da zurückbleibt, muss doch etwas passieren. Es hat mich interessiert, zu zeigen, was. Und irgendwann kam mir dann die Figur dieses jungen Mannes unter, die mich als Autor gesucht hat, und auf einmal hatte ich Leben und Tod sowohl als metaphorische als auch als leibhaftige Klammer. Roman, besagte Hauptfigur, bekommt im Film eine echte Chance – und nicht, wie man beim Arthouse-Kino eigentlich fast erwartet, vom Schicksal noch eine drübergezogen. Nein, das hat mich auch nicht interessiert, ebensowenig wie

den Gefängnisalltag mit Drogenschmuggel und Gewaltexzessen zu zeigen. Der Film lässt trotz der ernsten Thematik auch viele sehr lustige Momente zu. Gerade bei so einem Thema wollte ich nicht dem Fehler erliegen, alles auszusparen, was zum „normalen“ Leben gehört. Es war mir wichtig, die alltägliche Komik zuzulassen, die ja gerade in Wien immer und überall existiert. Ich hab den Film ganz bewusst auch in diesem Idiom angesetzt, auch wenn wir da in Deutschland mit Sicherheit Verständnisschwierigkeiten haben werden, aber ich wollte, dass diese Figuren ehrlich und wahrhaftig sind, und dazu gehört speziell Wien auch diese Art von Humor, aus dem letztlich ja auch viel Hilflosigkeit spricht. Die Szenen bei der Bestattung Wien, wie realistisch sind die denn? Sehr. Wir haben direkt dort gedreht, hatten immer einen Berater am Set, und davor habe ich auch lange recherchiert. Ich bin mitgefahren mit den Abholdiensten, ich war in vielen Prosekturen Wiens und habe viele Tote gesehen. War es eigentlich nie eine Option für Sie, auch selbst mitzuspielen? Nein. Meinen ersten Film wollte ich ganz als Regisseur erleben. Außerdem gabs keine Rolle, bei der ich gedacht habe: „Mit ▶l GINI BRENNER wem außer mir soll ich die sonst besetzen.“

SKIP SEPTEMBER

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▶l Film

Der Schrecken steckt im Detail: Markus Schleinzers Porträt einer Beziehung zwischen Täter (Michael Fuith) und Opfer (David Rauchenberger) ist ein verstörender Blick auf eine grauenvoll banale Realität.

Michael Hinter der Fassade ein Abgrund: Mit seiner nüchtern erzählten Geschichte von einem Missbrauch, schrecklich in seiner Alläglichkeit, wurde Erstlingsregisseur MARKUS SCHLEINZER auf Anhieb zum Wettbewerb nach Cannes geladen. ist Michael (Michael Fuith, Rammbock) ein Durchschnittstyp. Vielleicht ein wenig zurückhaltend und verschlossen, aber völlig unauffällig. Tagsüber macht er Karriere als Versicherungsvertreter, feiert seine Beförderung im Kollegenkreis mit Sekt Orange und Brötchen, fährt mit Bekannten auf Skiurlaub, trifft im Kaffeehaus seine Schwester (Ursula Strauss). Doch hinter der banalen, vorstädtischen Fassade versteckt er ein schreckliches Geheimnis: Abends lässt er seine Rollläden herunter, geht in den Keller und missbraucht den zehnjährigen Wolfgang (David Rauchenberger), den er dort gefangen hält. Nicht nur österreichischen Medienkonsumenten ist die Konstellation aus missbrauchendem Mann und eingesperrtem Kind grauenvoll geläufig. Doch Regisseur Markus Schleinzer liefert in seinem Erstlingsfilm keine explizite Bebilderung jener Fälle, die in den Boulevardblättern so voyeuristisch abgehandelt wurden, wie etwa die Entführung und das Wiederauftauchen von Natascha Kampusch. Schleinzers Michael ist vielmehr eine Erzählung vom gemeinsamen Alltag von Opfer und Täter, den ungleichen Machtverhältnissen, von einer verstörend

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gleichgültigen Normalität, die eingekehrt ist in den unfassbaren Missbrauch: Die Zeichnungen, die das Kind macht, um sich die Zeit zu vertreiben. Das gemeinsame Vorbereiten des Abendessens. Ein Haarschnitt. Eine leichte Krankheit. Betteln um abendliches Fernsehendürfen. Regisseur Markus Schleinzer hat sich in den letzten Jahren bereits als Castingdirektor bei einer Vielzahl österreichischer Filme in der Branche einen Namen gemacht, unter anderem betreute er bei Michael Hanekes Cannes-Erfolg Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte während des gesamten Drehs die Kinderdarsteller. „Mein Vorteil

war, dass ich schon sehr viel mit Kindern gearbeitet habe, gerade Das weiße Band war da eine große Schule.“ Anlass für den Film, der sehr nah an der Person des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil erzählt wirkt, war für den Regisseur, wie er im SKIP-Interview erzählt, die Häufung von entsprechenden Fällen, die innerhalb kurzer Zeit bekannt wurden: der Dutroux-Prozess in Belgien, Natascha Kampusch tauchte auf, die kleine Madeleine McCann verschwand, und in Österreich startete gerade der Fritzl-Prozess. Auf Basis all dieser Geschichten ist ein bemerkenswertes Filmdebüt geglückt, ganz ohne Effekthascherei: Ein beklemmendes Stück Kino, das sein Publikum bereits in Cannes MM tief beeindruckt hat. ▶l

02 09 2011

DRAMA. OT: MICHAEL. Österreich 2011. LÄNGE: 96 Min. BUCH & REGIE: Markus Schleinzer. KAMERA: Gerald Kerkletz. SCHNITT: Wolfgang Widerhofer. PRODUKTION: Nikolaus Geyrhalter, Markus Glaser, Michael Kitzberger, Wolfgang Widerhofer. DARSTELLER: Michael Fuith, David Rauchenberger, Ursula Strauss, Christine Kain, Viktor Tremmel, Xaver Winkler, Thomas Pfalzmann, Gisela Salcher. VERLEIH: Stadtkino.

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

NACH AUSSEN HIN


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

MICHAEL FUITH

„Ich hab mir die Schauspielerei nicht ausgesucht – sie war immer in mir.“ Michael Fuith, 1977 in Eisenstadt geboren, gemeinsam mit Michael-Regisseur Markus Schleinzer (Bild links) bei den heurigen Filmfestspielen von Cannes.

Die Diskussionen um das Drama Michael reißen seit Cannes nicht ab. Über eins sind sich aber alle einig: Die großartige Leistung des Hauptdarstellers. SKIP bat MICHAEL FUITH zum Exklusiv-Interview über ein brisantes Thema.

LASS UNS REDEN

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

SKIP: Hat man vor so einem Thema als Schauspieler nicht ziemlich viel Angst? MICHAEL FUITH: Ja, schon. Aber ich wollte nicht feig sein. Denn als ich angefangen habe, für die Rolle zu recherchieren, war das Erste, was mir generell aufgefallen ist, dieses schreckliche Phänomen des Schweigens. Die Opfer schweigen, die Täter schweigen, die Familienmitglieder schweigen. Und dieses Schweigen erzeugt einen Schutzmantel für die Täter, hinter dem sie einfach weitermachen können. Das hat mich so geärgert, dass ich mir dachte, ich will nicht zu den Schweigern gehören, man muss dem Ganzen auch einmal ein Gesicht geben. Alles außer Verdrängen ist gut. Wenn dieser Film Diskussionen auslöst, egal ob positiv oder negativ, finde ich das super. Wie versetzt man sich in so eine Rolle hinein? Ich halte immer Distanz zu den Rollen, die ich spiele. Gerade hier war das sehr wichtig. Aber normalerweise schnürt man sich als Schauspieler so eine Art Paket zusammen, aus Weltanschauungen und Emotionen, die eine Figur hat. Hier war das überhaupt nicht möglich, weil diese Figur für mich einfach nicht nachvollziehbar war. Jemand, der nach außen hin so ein biederes Leben führt und innen drin so ein böser Mensch ist. Es hat mich auch unendlich erschüttert, was ich im Zuge der Recherchen erfahren habe. Wozu Menschen fähig sind. Das war so heftig, das hat mein Weltbild wirklich verändert. Ich habe von realen Fällen gelesen, wo es dir schlicht die Schuhe auszieht. Und es ist immer wieder das gleiche Muster: Alle schweigen, und dadurch passiert das immer wieder. Und die

Kinder, die denken sich dann: „Das sind die Erwachsenen, die werden schon wissen, was sie da machen“, und geben teilweise sogar sich selber die Schuld. Wie war die Arbeit mit Ihrem jungen Filmpartner David Rauchenberger? Der David war toll, es war herrlich, mit ihm zu arbeiten. Das hat mir viel geholfen, weil er so mutig ist und so lebensfroh.

„Das Schweigen erzeugt einen Schutzmantel für die Täter, hinter dem sie einfach weitermachen können.“ Trotzdem – hat man da keine Hemmungen als Schauspieler, solche Szenen mit einem Kind zu spielen? Natürlich, total. Ich hab mich bei David dann immer entschuldigt, habe gefragt, ob ich ihm eh nicht wehgetan habe – und er hat dann gesagt: „Nein nein, sei nicht so zimperlich“ (lacht). Was war die schwierigste Szene im Film? Da gibts keinen Favoriten, es war durchgehend arg. Ich hatte auch ständig Albträume. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt hat, und weiß, dass es Menschen gibt, die überhaupt keine Empathie für ein Kind haben, denen der natürliche Beschützerinstinkt einfach fehlt, dann lässt einen das ▶l GINI BRENNER/KURT ZECHNER nicht mehr los.

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▶l Film

Die LincolnVerschwörung Ein amerikanischer Präsident wird ermordet. Wer steckt dahinter? Spannender, toll besetzter History-Krimi, inszeniert und produziert von ROBERT REDFORD. Ein schwieriger Fall: Geht es um Gerechtigkeit, politische Gegnerschaft – oder Justizwillkür?

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30 09 2011

HISTORY-KRIMI. OT: THE CONSPIRATOR. USA 2010. LÄNGE: 120 Min. REGIE: Robert Redford. BUCH: James D. Solomon. KAMERA: Newton Thomas Sigel. SCHNITT: Craig McKay. MUSIK: Mark Isham. PRODUKTION: Robert Redford, Brian Peter Falk, Greg Shapiro. DARSTELLER: James McAvoy, Robin Wright, Alexis Bledel, Kevin Kline, Tom Wilkinson, Evan Rachel Wood, Colm Meany. VERLEIH: Tobis.

ABRAHAM LINCOLN war der erste von insgesamt vier US-Präsidenten, die im Amt ermordet wurden (neben James Garfield, William McKinley und John F. Kennedy; Ronald Reagan überlebte ein Attentat). Kurz nach dem Ende des US-Bürgerkriegs gelang es dem Südstaaten-Sympathisanten John Wilkes Booth, den Präsidenten während einer Theatervorstellung zu attackieren und tödlich zu verletzen. Booth wird bald gefasst und exekutiert, aber schnell wird klar, dass er nur Teil einer großen Verschwörung war. Und einer der Konspiratoren kann fliehen – stattdessen verhaftet man seine Mutter, die Pensi-

onswirtin Mary Surratt (Robin Wright). Damit ist sie die erste Frau in den USA, der die Todesstrafe droht. Die Verteidigung landet auf Umwegen bei Frederick Aicken (James McAvoy), einem flammenden Nordstaatler. Anfangs hat der junge Mann enorme Schwierigkeiten mit dem Fall, er hält Surratt für schuldig. Erst im Laufe des Prozesses erkennt Aiken, was hier wirklich vor Gericht steht: Die persönlichen Grundrechte des einzelnen Bürgers gegenüber dem Staat, eine der wichtigsten – und bis heute am vehementesten verteidigten – Errungenschaften der US-Verfassung. Sorgfältig inszeniert und superspannend bis zur letzten Minute: Robert Redford beweist mit diesem genau recherchierten Historienkrimi wieder einmal, dass er nicht nur vor der Kamera glänzt. Tolles Kino KZ mit zeitloser Message!

Mein Stück vom Kuchen Die Putzfrau und der Börsenhai. Doch statt Cinderella spielts Granada … Herrliche Liebesgeschichte von CÉDRIC KLAPISCH (... und jeder sucht sein Kätzchen, L’auberge espagnole). Prost Mahlzeit: Noch knisterts zwischen France und Steve – doch der Liebes-Kater ist nah.

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KOMÖDIE. OT: MA PART DU GÂTEAU. Frankreich 2011. LÄNGE: 109 Min. BUCH & REGIE: Cédric Klapisch. KAMERA: Christophe Beaucarne. SCHNITT: Francine Sandberg. MUSIK: Loïc Dury, Christophe Minck. PRODUKTION: Bruno Levy. DARSTELLER: Karin Viard, Gilles Lellouche, Zinedine Soualem, Lunis Sakji. VERLEIH: EMW.

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20 JAHRE LANG hat France (Karin Viard), geschieden und Mutter von drei Kindern, brav in einer Fabrik gearbeitet. Dann wird die Fabrik geschlossen. Einfach so. Nach einem kurzen Zusammenbruch reißt France sich zusammen und beschließt, nicht aufzugeben. Sie zieht nach Paris und wird erst Putzfrau und dann, als eines Tages überraschend sein kleiner Sohn auftaucht, auch noch Kindermädchen beim reichen Broker Steve (Gilles Lellouche). Schließlich kommts wies kommen muss, zwischen den beiden knistert es gewaltig, und nach einem gemeinsamen DinnerpartyBesuch landet France in Steves Bett. Doch halt: Wo

andere Filme direkt auf ein biederes Cinderella-Happyend zusteuern würden, wird hier abgebogen. Denn am nächsten Morgen muss France erfahren, dass ausgerechnet ihr neuer Lover hinter der Schließung ihrer alten Fabrik gestanden hat. Und spätestens jetzt hat sie jede Lust verloren, den armen reichen Mann durch die Kraft der Liebe zu erlösen. Sentimentaler Quatsch. Was France jetzt will, ist Rache. Eiskalt, schonungslos und so schmerzhaft wie möglich … Der Franzose Cédric Klapisch ist ein meisterlicher Kommentator gegenwärtiger Verhältnisse – und hat es auch diesmal wieder geschafft, ein ernstes Thema wie die Börsenkrise locker, aber keineswegs leicht in eine hinreißende Komödie zu verpacken. Das kongeniale Zusammenspiel der Hauptdarsteller tut sein Übriges – GB ein feiner Filmgenuss mit Witz und Tiefgang.


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Herbert Bauernebel erlebt das Drama von New York

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DER CLUB DER TOTEN ROCKSTARS Warum sterben so viele Musiker mit 27? Der WIENER hat die Antworten

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▶l Film Die Leuchtenverordnung, ein Scherbenhaufen: Nicht Umweltschutz, sondern wirtschaftliche Interessen und Kurzsichtigkeit sind der Grund dafür, dass die Glühbirne verboten wurde.

Bulb Fiction Sie ist das liebste Maskottchen für Energiesparwillige – doch tatsächlich ist das positive Image der Kompaktleuchtstofflampe eine gigantische Lüge: Die aufrüttelnde Doku von CHRISTOPH MAYR ist Aufklärung im besten Sinne.

SIE SIND SAUTEUER, sie erzeugen unangenehm kaltes Licht, sie brauchen ewig, bis sie hell sind, sie sind nicht dimmbar, und Spezialmodelle kosten noch mehr. Aber auf der Packung steht, dass sie zehn Jahre lang halten. Und wenns wegen des niedrigen Stromverbrauchs gut für die Umwelt sein soll, sorgt das wenigstens für gutes Gewissen: Die Kompaktleuchtstofflampe, bekannter unter dem irreführenden Namen „Energiesparlampe“, hat gesiegt, die Glühbirne wird verboten. Ein Sieg auch für den Umweltschutz? Der Dokumentarfilmer Christoph Mayr stellt diese Frage in Bulb Fiction (Wortspiel mit dem engl. „bulb“ für Glühbirne) mit Vehemenz – und kommt zu keinem erfreulichen Ergebnis. Stutzig macht vor allem, dass in dem Gremium, das der ▶l

16 09 2011

DOKUMENTATION. OT: BULB FICTION. Österreich 2011. LÄNGE: 90 Min. REGIE & BUCH: Christoph Mayr. KAMERA: Moritz Gieselmann. SCHNITT: Christoph Mayr, Christoph Loidl. MUSIK: Andreas Lucas Mitchell. PRODUKTION: Thomas Bogner, Daniel Zuta. VERLEIH: Thimfilm.

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EU-Kommission das Verbot der Glühbirne empfahl, auch Vertreter der Leuchtmittelindustrie saßen. Damit durfte die Branche über eine Richtlinie mitentscheiden, die ihr unmittelbar Zuwächse bringt – ausgerechnet unter dem Deckmäntelchen des Umweltschutzes, und unter Schützenhilfe von Umweltorganisationen, die selbst dringend Erfolge benötigen. Um so schockierender ist, was dabei in Kauf genommen wurde: Wie viel Quecksilber in den Lampen verwendet wird, unterliegt zwar einer Beschränkung, doch die ist de facto nicht kontrollierbar. Dass 80 Prozent der Lampen im Hausmüll landen und dadurch das hoch gesundheitsschädliche Quecksilber in die Umwelt gelangt, müsste eigentlich ein Komplettverbot des Stoffs nach sich ziehen. Doch stattdessen wird das Risiko heruntergespielt: Der sachgemäße Umgang mit einer zerbrochenen Kompaktleuchtstofflampe, die durch das bei Raumtemperatur verdampfende Quecksilber hochgiftig ist, ist kaum jemandem geläufig. Einfach hingenommen wird auch, dass die

durchschnittliche Lebensdauer der Lampen erwiesenermaßen weit unter dem angegebenen Wert liegt. Dass das Lichtspektrum der Lampen jene Frequenzen vermissen lässt, die für einen gesunden Stoffwechsel notwendig sind, ist den Produzenten nicht einmal eine Fußnote wert. Und die Endlagerung des Sondermülls, der sogar beim Recyclen zurückbleibt, ist nach wie vor ungeklärt. All diese Tatsachen sind prinzipiell nicht unbekannt, doch werden sie systematisch ignoriert. Um so wichtiger ist dieser Film, der aufzeigt, wie verlogen jene Allianz von Politik und Industrie ist, die an unser schlechtes Gewissen appelliert, angeblich um Energie zu sparen – und dabei viel größere Umweltschäden überhaupt erst hervorruft. Ein Beispiel dafür, wie leicht wir uns lenken lassen – und ein grandioses Lehrstück in Sachen Bürgermündigkeit, produziert von Thomas Bogner (Plastic Planet). MM


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

CHRISTOPH MAYR

FOTO: ANDREA MÜHLWISCH

„Das Wort ,Energiesparlampe‘ will ich gar nicht verwenden, das ist ein Euphemismus, der von der Industrie geprägt wurde.“ Dokumentarfilmer Christoph Mayr macht Licht.

FAULE

BIRNEN

In seiner erhellenden Doku Bulb Fiction leuchtet CHRISTOPH MAYR die dunklen Machenschaften hinter dem Verbot der Glühbirne aus. SKIP sprach mit ihm über die Hintergründe einer äußerst umstrittenen politischen Entscheidung. SKIP: Wie sind Sie eigentlich auf dieses Filmthema gestoßen? CHRISTOPH MAYR: Bulb Fiction-Kameramann Moritz Kieselmann hat mich drauf gebracht, der hatte 2007 mit einem Mitarbeiter von Osram zu tun, der damals schon gesagt hat: „Die Glühlampe gibt es nicht mehr lange.“ Man fragt sich: Woher wusste der das? Dann hatte ich selber im Frühjahr 2009 ein einschneidendes Erlebnis mit meiner Familie bei IKEA: Ich sehe, wie mein Sohn, damals eineinhalb, in einen Sammelcontainer schaut, in dem lauter zerbrochene Kompaktleuchtstofflampen liegen – und er also Quecksilber inhaliert! Da war mir klar, dass ich einen Film über das Thema machen muss, denn es gibt hier nach wie vor kaum Problembewusstsein.

Überlegt man sich, wie kompliziert so eine Ding im Vergleich zur Glühlampe aufgebaut ist, muss doch bereits der Herstellungsprozess so viel Energie verschlingen, dass die Ersparnis unterm Strich dann gleich null ist, oder? Es gibt eine deutsche Studie zu diesem Thema, die von vornherein ausschließt, dass Herstellung und Entsorgung bei

Man geht ja auch davon aus, dass die Hersteller die Quecksilberobergrenze bei Kompaktleuchtstofflampen ganz ohne Kontrollen selber einhalten. Es gibt keine funktionierenden Kontrollen, richtig. 5 Milligramm ist der Grenzwert, obwohl selbst der höchst fragwürdig ist: Quecksilber kann in der Wechselwirkung mit Blei oder anderen Umweltgiften einen noch viel größeren Schaden an Nervenzellen anrichten. Aber so ein Grenzwert hat halt einen beruhigenden Effekt auf die Leute. Trotzdem gibt es keinerlei wissenschaftlichen Hinweis darauf, dass 5,1 mg schädlich wären, 4,9 mg aber unbedenklich. Das ist eine rein technische Vorgabe, die eben den Herstellern passte. Viele Wissenschafter sagen, der Grenzwert müsste in Wahrheit null sein.

Was kann man als Konsument in dieser Frage außer Glühbirnen-Hamsterkäufe noch machen? Noch haben wir ja auch eine Demokratie in Europa: Wenn genug Leute gegen diese Verordnung auftreten, werden auch die politischen Kräfte dagegen auftreten müssen. Aber noch wichtiger wäre mir eigentlich, die Leute zum Nachdenken zu bringen. Denn es geht ja nicht nur um diese „Energiesparlampe“, sondern um viel mehr, nämlich um ein Recht auf ordentliche Information. Ich bin weit entfernt davon, ein EU-Gegner zu sein. Nur: Konstruktive Kritik an einer solchen Institution und ihren in diesem Fall katastrophalen Entscheidungsfindungen muss nicht nur möglich sein, sondern ist auch unbedingt notwendig, um das ▶l MAGDALENA MIEDL / KURT ZECHNER System voran zu bringen.

„Es gibt keine funktionierenden Kontrollen.“ der Energiebilanz der Kompaktleuchtstofflampe berücksichtigt werden können, einfach weil es kaum möglich ist, den Herstellungspozess in dieser Hinsicht überhaupt nachzuvollziehen.

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Das richtige Leben: In Kalabrien haben alle Dinge eine Seele – sogar die Holzkohle, die im Feuer singt.

Vier Leben Vom Kreislauf der Natur: MICHELANGELO FRAMMARTINOS meditativer Film ist das fesselnde Porträt der archaischen Landschaft Kalabriens in Süditalien, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.

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16 09 2011

ESSAY. OT: LE QUATTRO VOLTE. Italien/ Deutschland/Schweiz 2010. LÄNGE: 81 Min. BUCH & REGIE: Michelangelo Frammartino. KAMERA: Andrea Locatelli. SCHNITT: Benni Atria, Maurizio Grillo. PRODUKTION: Philippe Bober, Marta Donzelli, u.a. DARSTELLER: Giuseppe Fuda, Bruno Timpano, Nazareno Timpano. VERLEIH: Lunafilm.

EIN ALTER ZIEGENHIRTE. Seine Herde, die Zicklein, die Geißen mit den gedrehten Hörnern. Ein struppiger Hirtenhund. Eine mächtige Tanne, die weit übers Land blickt. Männer, die nach uralter Tradition Holzkohle brennen. Und die atemberaubende Landschaft selbst: Sie sind die Stars von Vier Leben, dem zweiten Spielfilm des Italieners Michelangelo Frammartino. Es ist ein praktisch wortloses, ruhig dahinfließendes Beobachten, das Frammartino seinem Publikum erlaubt, und das einen unglaublichen Sog entwickelt. In vier Kapiteln beschreibt er das kalabrische Hinterland, entlang eines Zitats, das

Pythagoras zugeschrieben wird, jenem Philosophen, der hier lehrte: „Jeder von uns trägt vier Leben in sich. Menschen sind Mineralien, weil ihr Skelett aus Salz besteht. Der Mensch ist aber auch pflanzlich, da sein Blut wie Saft fließt. Er ist tierisch in dem Maße, wie er mit selbständigem Bewegungsvermögen und Wissen über die Außenwelt ausgestattet ist. Und schließlich ist er menschlich, weil er die Gaben des Willens und der Vernunft besitzt.“ Vom Hirten, der Kirchenstaub in Wasser auflöst und als Medizin trinkt, über ein neugeborenes Zicklein, das sich im Wald verläuft, die Tanne, bei der es Schutz sucht, bis zur mineralischen Kohle, die die Köhler aus eben dieser herstellen, begleitet von den alten Bräuchen der Menschen dieser kargen Gegend: Vier Leben ist ein faszinierender Blick auf eine archaische Welt MM voll stiller Wunder, der lange nachwirkt.

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▶l Film

„Ein Bordell ist ein klarer Spiegel dessen, wie Männer und Frauen in einer Gesellschaft miteinander umgehen.“ (Michael Glawogger)

Love-Shopping. Dokumentarfilmer MICHAEL GLAWOGGER besucht Bordelle in Thailand, Bangladesch und Mexiko: ein wilder, rauer, faszinierender Einblick in eine nur scheinbar fremde Welt.

Whores’ Glory

BANGKOK, THAILAND. Ein paar

fröhliche junge Frauen steigen vom Mopedtaxi, dann beginnt der Arbeitsalltag: Erst werden die Mädels aufgedonnert, dann sitzen sie stundenlang nebeneinander in einem grell ausgeleuchteten Glaskasten. Jede mit einer Nummer, damit sich die Freier – hauptsächlich Thailänder, nur selten findet ein Ausländer in diesen Teil des Rotlichtviertels – im Halbdunkel auf der anderen Seite der Glasscheibe eine aussuchen können. „Job ist schließlich Job“, meint eine, und stürzt sich nach getaner Arbeit selber ins Nachtleben, um in der Disco stundenlang mit hübschen jungen Boys zu tanzen, die sich ebenfalls dafür bezahlen lassen. Faridpur, Bangladesch. In der 1,7-MillionenEinwohner-Stadt mitten in einem nach islamistischen Gesetzen regierten Land gibt es ein riesiges Bordell, die Stadt der Freude, ein mehrstöckiger Häuserkomplex, in dem 600 bis 800 Prostituierte arbeiten und leben – samt ihren Kindern und ihren Zuhälterinnen. „Draußen ekeln sie sich vor uns, hier lieben sie uns und unsere Körper“, sagt eines der Mädchen, und in dem immer finsteren und quirligen Biotop entfalten sich nicht nur Tragödien und Leid, sondern auch Liebesgeschichten, Freundschaften und so etwas wie ein ganz normaler Alltag. Reynosa, Mexiko. Die Stadt nahe der Genze zum US-Bundesstaat Texas ist eine der Schauplätze des Drogenkriegs – und beherbergt eine von Mauern umgebene Zona de tolerancia. In den Türen von winzigen bunten

Kabinen warten schwer tätowierte und leicht bekleidete Ladies. Ihre Welt scheint sich auf den kleinen Raum zwischen den Anweisungen ihrer Zuhälter und dem nächsten Schuss zu beschränken, doch die Seelen reisen weit. Zur Santa Muerte zum Beispiel, dem heiligen Tod. Fast alle der Damen haben dem Tod in ihren Zimmern einen kleinen Altar gebaut, wo eine Statue steht von einem Skelett mit Heiligenschein, und sich geduldig die Geschichten von bewegten Leben, verpassten Chancen und legendären Blowjobs anhört. „Es gibt niemanden, der zur Prostitution an sich keine Meinung hat. Jeder glaubt, genau zu wissen, was Prostitution ist, auch wenn er noch nie einen Schritt in ein Bordell gesetzt hat“, meint Filmemacher Michael Glawogger. Whores’ Glory ist eine wilde, traurige, zarte und – nicht zuletzt durch den aufregenden Soundtrack mit Songs von Tricky und P. J. Harvey – sehr persönliche Doku, die aber immer in Augenhöhe mit dem Thema bleibt, nicht verurteilt und nicht verherrlicht. Ein schönes Statement für den österreichischen Film, finden auch die internationalen Experten: Whores’ Glory wird jetzt im September bei den Filmfestivals von Venedig und Toronto GB/KZ vertreten sein. ▶l

09 09 2011

DOKU. OT: WHORES’ GLORY. Österreich 2011. LÄNGE: 118 Min. BUCH & REGIE: Michael Glawogger. KAMERA: Wolfgang Thaler. SCHNITT & KÜNSTLERISCHE MITARBEIT: Monika Willi. MUSIK: Pappik & Regener. PRODUKTION: Tommy Pridnig, Erich Lackner, Peter Wirthensohn, Pepe Danquart. VERLEIH: Filmladen.

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▶l Film

Prinzessin Lillifee und das kleine Einhorn

La vie en rose: Die kleine Prinzessin Lillifee ist die Queen of Pink. Die knuffige Herrin einer lustigen Truppe sprechender Tiere muss sich diesmal um ein Baby-Einhorn kümmern und so nebenbei ein ganzes Land retten. Aber keine Sorge. Gegen so viel Rosa ist kein Kraut gewachsen!

Pink gewinnt. Zwei freche Mäuse, ein cooles Schwein, ein lässiger Igel und Oberheldin Lillifee: Gegen dieses tapfere Dreamteam hat ein Bösewicht keine Chance.

IM FEENREICH

Rosarien herrscht pinkfarbener Supersommer, es scheint, als ob nichts diese Idylle trüben könnte. Doch Prinzessin Lillifee wird von seltsamen Träumen geplagt. Ewiger, eisigkalter Winter kommt darin vor und ihr Einhorn Rosalie. Nachdem Rosalie Lillifee im Traum inständig gebeten hat, auf ihr Baby Lucy aufzupassen, erwacht Lillifee in ihrem Schwanenbett – mit der quicklebendigen Lucy im Schoß. Alle Tiere sind hin und weg vor Begeisterung: Ein echtes flauschiges EinhornBaby! Noch dazu kann man ▶l

02 09 2011

KINDERFILM. OT: PRINZESSIN LILLIFEE UND DAS KLEINE EINHORN. Deutschland 2011. LÄNGE: 72 Min. REGIE: Hubert Weiland, Ansgar Niebuhr. BUCH: Mark Slater, Gabriele M. Walther. SCHNITT: Mathias Dombrink. MUSIK: Wolfgang Simm. PRODUKTION: Gabriele M. Walther, Frank Piscator. VERLEIH: Constantin.

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sich alles wünschen, was das Herz begehrt, wenn man sein Horn berührt. Blöd nur, dass bei Fohlen der Wunschdetektor noch nicht recht entwickelt ist. Während das daraus resultierende Chaos für allgemeines Gelächter sorgt, wird Lillifee klar, dass sie Taten setzen muss. Rosalie muss in großer Gefahr sein, wenn sie Lillifee ihr Baby anvertraut. Was ist mit ihr geschehen? Gemeinsam mit ihrer schnukkeligen Meute macht sich Lillifee auf ins Nachbarland Bluetopia, wo sie Lucys Eltern vermutet. Als sie dort ankommen, ist der Schrecken groß: Ganz Bluetopia liegt eingefroren im eisigsten Winter. Winterprinz Eis, der Herrscher des Landes, führt Böses im Schilde ... Prinzessin Lillifee, die Erfindung von Kinderbuchautorin Monika Finsterbusch, eroberte die Herzen aller Mäusefeen dieser Welt in einem

zuckerlfarbenen Wirbelsturm, der so manchen Elterich hilflos zurückließ. Widerstand gegen die rosa Märchenwelt war zwecklos – als „purinsesu ririi“ schaffte es die kleine Fee sogar bis nach Japan. Der Kinoerfolg von Lillifee findet nun seine Fortsetzung. Die spannende Schlittenfahrt hat neben einem märchenhaften Abenteuer aber durchaus was für das Begleitpersonal der kleinen Fans zu bieten: Party animal Pupsi (Lieblingsfarbe: Dreiviertelrosa!) und der Igel Iwan mit fünftausendzweihunderteinundzwanzig Stacheln werden auch den hartgesottensten Erwachsenen einen Grinser entlokken. Immerhin verantwortete das Team um Produzentin Gabriele M. Walther bereits Filme wie Felix – Ein Hase auf Weltreise. Ihre neue Produktion ist eine zauberhaft pinke Story über Mut, Verantwortung, Versöhnung und JP Freundschaft!


▶l Film Schatz lass nach. Der böse Kunstdieb Zenkert (Dominique Horwitz) sucht nach Hannibals sagenhaften Juwelen – der Schlüssel dazu liegt ausgerechnet in Fritz Fuchs’ bewegter Vergangenheit. Spannend!

Löwenzahn Das Kinoabenteuer Seit Jahrzehnten steht das Team von Löwenzahn für verantwortungsvolles und spannendes Kinderfernsehen. Nun macht Fritz Fuchs (GUIDO HAMMESFAHR) seinen ersten Ausflug ins Kino. Hund Keks ist natürlich auch mit von der Partie!

„KINDER STÖREN und sind kleb-

rig. Na und? Das wissen die doch selbst. Sie haben aber auch ganz andere Ansprüche, und die haben sie mit Recht!“ sagte der legendäre Peter Lustig einmal, und besser hätte man die Philosophie der Kinder-TV-Serie Löwenzahn wohl nicht auf den Punkt bringen können. Seit 1981 machte Lustig als Autor und Protagonist in Jeans-Latzhose tolles Kinderprogramm, das vor allem ein Ziel hatte: Die Welt den Kindern näherbringen und nicht umgekehrt. Als Lustig sich vor fünf Jahren zurückzog, folgte Fritz Fuchs (gespielt von Guido Hammesfahr, Erwachsene kennen ihn aus der Serie Ladykracher) als Bewohner des blitzblauen Bauwagens in Bärstadt nach – und schaffte es übergangslos, hohe Qualität plus Breitenwirkung der Serie zu halten. Nun bekommt Fritz Fuchs sogar sein eigenes Kinoabenteuer, und was für eins: Es geht um einen sagenhaften Schatz, der vor 2000 Jahren vom berühmten Feldherrn Hannibal in einer Höhle in den Alpen versteckt wor-

den war. Als Kind war Fritz Fuchs, gemeinsam mit seinem – damals – besten Freund Roman Zenkert, drauf und dran, besagten Schatz zu bergen, doch dann wurde Fritz verschüttet, und Roman lief einfach davon. Sein Hund hat ihn damals gerettet, sein Berner Sennenhund Keks ist es auch, der als Erstes mit der jungen Laila (Ruby O. Fee) Freundschaft schließt, die eines schönen Sommertages in Bärstadt auftaucht. Laila soll nämlich ihre Ferien bei ihrer Tante, Fritz’ guter Freundin Yasemin (Sanam Afrashteh), verbringen. Keine besonders prickelnden Aussichten, findet Leila, verschlafener als hier kann es doch gar nicht sein! Doch dann stehen plötzlich noch drei Gestalten in Bärstadt herum: Die schrille Tussi Cora (Petra Schmidt-Schaller, war gerade in Sommer in Orange im Kino zu sehen) und die zwei zwielichtigen Typen Ronny und Marvin. Die drei arbeiten für keinen anderen als Roman Zenkert (Dominique Horwitz), mittlerweile zum fiesen Kunstdieb herangewachsen, der sich nun endlich die Schatzkarte von damals holen will, die sich noch immer in Fritz’ Besitz befinden muss. Doch als Cora & Co in Fritz’ Bauwagen einbrechen, stehlen sie statt

der Karte die Baupläne für seinen neuen Paraglider und nehmen dann auch gleich noch die drei Welpen mit, die Leila gerade adoptiert hat – und schon stecken Fritz Fuchs, Laila, Yasemin und sogar der immer grantige Nachbar Herr Paschulke mitten im turbulenGB testen Abenteuer! ▶l

09 09 2011

OT: LÖWENZAHN – DAS KINOABENTEUER. Deutschland 2011. LÄNGE: 92 Min. REGIE: Peter Timm. BUCH: Henriette Pieper, André Georgi. KAMERA: Achim Poulheim. MUSIK: Martin Todsharow. PRODUKTION: Albert Schäfer, Milena Maitz. DARSTELLER: Guido Hammesfahr, Ruby O. Fee, Dominique Horwitz, Petra Schmidt-Schaller, Sanam Afrashteh, Helmut Krauss. VERLEIH: Einhorn.

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▶l Film

Drifter

Road | Movie: 1974 – 2007 Just drive, she said. Im Herbst gerät das Österreichische Filmmuseum wieder in Bewegung: Das zweite Kapitel der umfassenden Road-Movie-Schau widmet sich den Jahren zwischen 1974 und 2007. Am Steuer: michElangElo antonioni, vincEnt gallo, DaviD cronEnbErg u. v. m. Crash (1996)

Der Weg ist das Ziel. Rosanna Arquette, Matt Dillon, Kelly Lynch, Harry Dean Stanton, John Lurie, Jack Nicholson und Maria Schneider auf großer Fahrt durch die unendlichen Weiten der Kinoleinwand.

Drugstore Cowboy (1989)

Stranger Than Paradise (1984)

Es ist viEllEicht eins der schönsten Paradoxa des Kinos: Wenn man in der Dunkelheit des Kinosaals, auf dem Kinosessel, der viel unbeweglicher als seine vierbeinigen Kollegen seit Jahrzehnten fest angeschraubt am selben Platz steht, sich auf eine lange, weite Reise ins Unbekannte macht. Road Movies, die legitimen Nachfolger der uralten Heldenreise-Sagen, sind immer in Bewegung, mal langsam, mal rasant, aber nie statisch. Die erste Hochblüte erfuhr das Road Movie in den späten 60ern und frühen 70ern, denen das Filmmuseum bereits letztes Jahr unter dem Titel Autokino ein Spezialprogram widmete. Drifter ist nun die zweite Etappe der großen Fahrt durch die Kinogeschichte: Mitte der 70er begann ein neuer Aufbruch ins Un094

sKiP sEPtEmbEr

Paris, Texas (1984)

Professione: Reporter (1975)

gewisse, getragen von Unsicherheit und Desillusion. Getriebene Helden bewegen sich durch Landschaften, die von menschlicher Zerstörung erzählen. In Michelangelo Antonionis Professione: Reporter (1975) reist Jack Nicholson unter falscher Identität von Afrika quer durch Europa seinem gewaltsamen Tod entgegen. In Stroszek (1977) schickt Werner Herzog einen Berliner Ganoven und eine Prostituierte (Eva Mattes) im klapprigen Wohnwagen in die USA. In Wim Wenders’ Paris, Texas (1984) sucht ein verstörter Harry Dean Stanton nach seiner großen, zerstörerischen Liebe Nastassia Kinski – im gleichen Jahr erschien auch Jim Jarmuschs Stranger Than Paradise, für viele das klassische IndependentRoad Movie schlechthin, das, begleitet von

Hauptdarsteller John Luries melancholischer Filmmusik, den lakonisch-absurden Trip dreier Freunde durch die USA erzählt. Weiter gehts in die dunklen Winkel der Seele: In Kathryn Bigelows furios inszeniertem BMovie Near Dark (1987) fährt eine wilde Horde Vampire im abgedunkelten Wohnmobil auf der Suche nach frischem Blut durch die Nacht, und in David Cronenbergs Fetisch-Meisterwerk Crash (1996) rasen James Spader, Holly Hunter und eine nur von einer ausgetüftelten Metallkonstruktion zusammengehaltene Rosanna Arquette von einem Höhepunkt in den nächsten. Cineastische Höhepunkte der letzten paar Jahre, wie Alison McLeans episch-verstörende Romanverfilmung Jesus’ Son (1999), Vincent Gallos The Brown Bunny aus 2003 (ja, genau, das ist der Film mit dem Blowjob) oder Sean Penns fesselndes Verweigerer-Porträt Into The Wild (2007) bilden die letzten Stationen der spannenden Reise – alles aussteigen bitte, KZ gleich beginnt die nächste Fahrt. ▶l

01 09 – 05 10 2011

Drifter. roaD | Movie: 1974 bis 2007. Das Österreichische Filmmuseum in Wien zeigt insgesamt 36 Filme aus vier Jahrzehnten. Das gesamte Programm sowie alle weiteren Infos gibts auf www.filmmuseum.at


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Vom anderen Stern Dezent und edel mögen die anderen sein, Fergie hats gern trashig, und so interpretiert sie den Sternderl-Trend eben auch auf ihre Art. Zu schrill, zu eng, zu kurz, zu schlecht frisiert – aber wenigstens konsequent. Nachahmung wird nur bedingt empfohlen.

stacy Ferguson

Strarstruck Beyoncés kleine Schwester gibt sich die Sternderlpracht auf den Leggins zum perfekten Eighties-Style: Ein leicht oversizeder Smoking-Blazer über dem weißen Hemd, die langen Ärmel (unbedingt!!!) hochgeschoppt, dazu ein kleines Riementäschchen und spitze Stiletto-Pumps.

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Superstar Schlicht und ergreifend. Auch Roses bevorzugtem Fetisch-Rockabilly-Look steht die Sternenpracht gar prächtig: Das klassisch knallenge Corsagenkleid mit Bleistiftrock kommt so gleich nochmals so va-va-voom-mäßig daher, die knallroten Plateau-Pumps sind ein schönes Highlight.

rose McgoWan

Sternenkind Mit Tattoos als Schmuck zum sehr aparten schulterfreien, bodenlangen Sternchenkleid, und Trash-MarilynFrisur macht die kleine Geldof ihr Ensemble komplett. Nice!

Pixie geldoF

Glücksstern Easy Rider direkt in den Sternenhimmel: Das scharfe Rock-Chick-Ensemble ist hier sichtlich mit äußerster Sorgfalt zusammengestellt worden. Zur knallengen Sternderl-Röhre plus stilechter Edel-Bikerjacke & Rocker-Tolle trägt Evan Rachel ein T-Shirt mit dem Bild des wunderbaren Dennis Hopper. Der dreht sich jetzt sicher im Grab herum – vor Freude. Dark Star Von wegen strahlender Stern – man kann die Leuchtkraft der Sternbild-Stoffe durchaus auch erfolgreich boykottieren! Das helle Strickjäckchen macht Lilys ohnehin etwas grenzwertig braves Sternchen Sternchenkleid noch eine Portion biederer – da hätte ihr ein kurzer taillierter Blazer mehr Style-Sterne verschafft.

lily allen

SKIP SePtember

the stars We Are. Diese saison kehren die Celebs das Innere nach außen und kleiden sich in stars, s stars, noch mehr stars! sternenmuster ternenmuster sind der vielleicht schönste Herbsttrend heuer – das sKIP-Fashion-team sieht nur noch sternchen.

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STAR WARS: THE COMPLETE SAGA Story, Figuren, Mythos, Zeit: Irgendwie hat hier alles gepasst. Keine andere SciFi-Story hat das Kino und die Popkultur derart geprägt wie George Lucas’ mächtiger Krieg der Sterne. Mit Elementen aus der klassischen Mythologie, der Weltliteratur und dem großen Hollywoodkino erzählt Lucas mit überbordender Fantasie seine Space-Oper vom Aufstieg und Untergang des mächtigen Jedi-Ritters Anakin Skywalker, dessen eigener Sohn schließlich auf der anderen Seite kämpft. Jetzt gibts zum ersten Mal alle sechs Filme in bester HD-Quality in einer 9-DiscBlu-ray-Box – dazu satte 40 Stunden teils extra zusammengestelltes Bonusmaterial!

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Fantasy. OT: Star Wars I – VI. USA 1977 – 2005. Regie: George Lucas. Darsteller: Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill, Alec Guinness, Natalie Portman, Hayden Christensen, Ewan McGregor, Liam Neeson, Samuel L. Jackson. Extras: Audiokommentare zu jedem Film, dazu auf 3 BonusDiscs Deleted Scenes, Interviews, Featurettes, Making-ofs und ausführliche Background-Dokus zu zahlreichen Star Wars-Themen. Sprachen: Deutsch (DTS-HD), Englisch (DTS 6.1). Untertitel: Deutsch.


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PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN

Eventkino total: Für den vierten Teil seiner Seeräuber-Saga ließ es Superproducer Jerry Bruckheimer nochmals aus allen Rohren so richtig krachen. Diesmal ist es die legendäre Quelle der ewigen Jugend, hinter der alle her sind – nicht nur der berühmt-berüchtigte Captain Jack Sparrow, sondern auch seine alten Feinde Barbossa und Blackbeard – und sogar seine durchtriebene Ex Angelica! Prächtiges Spektakel mit Starbesetzung (plus Keith Richards!), das auch den Heimkino-Piraten viel Freude macht, ob auf DVD, Blu-ray oder auch als 3D-Blu-ray. Abenteuerkomödie. OT: Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides. USA 2011. Regie: Rob Marshall. Darsteller: Johnny Depp, Penélope Cruz, Geoffrey Rush, Judi Dench, Gemma Ward, Keith Richards, Astrid Berges-Frisbey. Extras: Bloopers, Audiokommentare, Lego-Featurette. Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1). Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Hebräisch, Kroatisch,, Slowenisch, Serbisch.

JERRY BRUCKHEIMER

Captain Jerry Auch wenn Jack Sparrow nach der vierten Buddel Rum zu wanken beginnt, hält einer das Steuer immer fest in der Hand: Hollywoods Starproduzent JERRY BRUCKHEIMER ist der Mastermind hinter dem Piratenkult..

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Weil Sie gerade über den Aspekt der Geschichte des Films gesprochen haben – wie involviert waren Sie als Produzent bei der Gestaltung der Story? Nun, ich bin eigentlich bei jeder Drehbuchbesprechung dabei gewesen, und wann immer einer der Autoren eine Idee hatte, kam er damit zuerst zu mir. Es war ein gemeinsamer, sehr intensiver kreativer Prozess.

SKIP SEPTEMBER

War Johnny Depp da auch beteiligt? Ja, absolut. Er hatte viele tolle Ideen, von denen wir jede Menge umgesetzt haben, und hat auch nie mit seiner Meinung hinterm Berg gehalten, wenn er mal was nicht so gut fand. Orlando Bloom und Keira Knightley sind diesmal nicht mehr dabei – wie haben Sie entschieden, welche Figuren für den vierten Teil zurückkommen werden und welche nicht? Oh, das waren viele lange Diskussionen. Aber wir wollten die Geschichte insgesamt ein klein wenig straffer machen, nicht mehr mit so derart vielen verschiedenen Charakteren vollstopfen. Als wir den dritten Teil geschnitten haben, mussten wir mit so vielen losen Enden kämpfen, und der Film ist dann ein wenig länger geworden, als beabsichtigt war. Diesmal wollten wir es uns ein klein wenig einfacher machen (lacht). Wird es auch noch einen fünften Pirates of the CaribbeanTeil geben? So wie es aussieht ja – es gibt dafür sogar schon erste Drehbuchentwürfe!

FOTOS: VERLEIHER

▶l TEXT: GINI BRENNER

SKIP: Die Pirates-Filme sind seit dem ersten Teil immer noch ein Stück größer und actionreicher geworden. Haben Sie sich nie gefragt, wie verdammt Sie es anstellen werden können, jedes Mal noch was draufzusetzen? JERRY BRUCKHEIMER: Nicht wirklich, denn letztlich geht es immer nur um die Geschichte und die Figuren. Auch wenn es auch diesmal wieder eine unglaubliche logistische Herausforderung war. Für die Szenen in England zum Beispiel hatten wir 465 Statisten am Set, die jeden Morgen geschminkt und kostümiert werden mussten, und das zwei Wochen lang! Das war schon eine große Sache. Aber wir haben ja auch einen großen Film gemacht.


LOS! LILLI LEGT

HEXE LILLI 1 + 2

Wir sind ganz verzaubert: Jetzt gibts beide Filme mit der frechen rothaarigen Superhexe in einer 2-Disc-Box. In Der Drache und das magische Buch sind wir dabei, als Schulkind Lilli vom gefräßigen Minidrachen Hektor (Stimme: Michael Mittermeier) von ihrer Berufung erfährt und gleich den ersten Bösewichten das Handwerk legt, und in Die Reise nach Mandolan gibts gar gefährliche Abenteuer im exotischen Königreich. Fantasy. OT: Hexe Lilli – Der Drache und das magische Buch, Hexe Lilli – Die Reise nach Mandolan. D/Ö/E 2008, 2010. Extras: Audiokommentare, Making ofs, Bloopers, Featurettes. Sprachen: Deutsch (DD 5.1). Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte.

WINX CLUB – DAS MAGISCHE ABENTEUER

Sechs Feenfreundinnen, ein Kult: Von der Erwachsenenwelt weitgehend unbemerkt, haben sich die magischen Teenager, die auf der intergalaktischen Feenschule Alfea heranwachsen, unter den Mädchen von 3 bis 13 weltweit eine riesige Fernseh-Fangemeinde erzaubert. In ihrem bereits zweiten Filmabenteuer gings in die Vollen, nachdem sich die bösen Urhexen mithilfe der fiesen Feen-Schwestern Icy, Darcy und Stormy von ihrem uralten Bann befreien konnten – Glitzer, Zauber, Action!

MILO UND MARS

Bei uns lief die herzige CGI-Sci-fi-Geschichte aus dem Hause Disney (zu Unrecht!) nie im Kino, also dürfen wir uns jetzt auf eine spacig spannende Home-Cinema-Premiere freuen: Held der Story ist der neunjährige Milo, der seiner Mama nie helfen will und generell ein ziemlich Schlimmer ist – doch dann wird seine Mutter von Marsianern entführt, und Milo erlebt das Abenteuer seines Lebens, als er sich aufmacht, um sie zu befreien … Animation. OT: Mars Needs Moms. USA 2011. Regie: Simon Wells. Extras: Spaß mit Seth Green, Marsianisch für Anfänger. Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch (DD 5.1). Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Rumänisch.

WICKIE KOMPLETTBOX

Animation. OT: Winx Club 3D – Magical Adventure. Regie: Iginio Straffi. Sprachen: Deutsch, Italienisch

Hey hey Wickie! Jetzt wird das Segel mal so wirklich fest angezogen: Auf 12 DVDs gibts alle 78 Folgen der legendären Zeichentrickserie um den mutigen Buben aus Flake, die lang vor der Anime-Welle Europa erstmals mit dem Zauber japanischen Zeichentricks vertraut machte.

FOTOS: VERLEIHER

D/A/J 1972 – 1974

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PHINEAS & FERB – DER FILM: QUER DURCH DIE 2. DIMENSION Im Fernsehen sind die abgefahrenen Brüder längst nicht nur bei den Kindern Stars, auch die Eltern bleiben gern bei ihren irren Ideen hängen. Nun gibts ein extralanges Abenteuer fürs Heimkino – genialer Wahnsinn garantiert! Animation. USA 2011

KINDER, AUFGEPASST! SKIP, Disney Home Entertainment & Universum Home Entertainment verlosen 2x die Hexe Lilli-Box, 3x die DVD Phineas & Ferb – Der Film, 3x die DVD Milo und Mars und 3x die DVD plus Tintenroller und Stickerbogen von Winx Club – Das magische Abenteuer. Surft auf www.skip.at und gewinnt!

SKIP SEPTEMBER

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▶l Fun DVD BRIGHTON ROCK

Die naive Rose wird zufällig Zeugin, als der Soziopath Pinkie Brown (Sam Riley) einen Mord verübt. Pinkie verführt sie daraufhin, damit sie ihn nicht ins Gefängnis bringt. Rosies lebenskluge Kollegin Ida (Helen Mirren) versucht, Rose vor Pinkie zu warnen, doch es ist längst zu spät – Rose ist ihm mit Haut und Haaren verfallen … Verstörend schöne, ins England der Roaring Sixties versetzte Neuverfilmung des gleichnamigen Graham-Greene-Romans, ganz großer Filmgenuss mit TopBesetzung für Anspruchsvolle!

HRILLER -T L E D E IM REN HELEN MIR

THE MECHANIC Auftragskiller Bishop muss erkennen, dass sein Job nur ein Ausstiegsszenario zulässt, den Tod. Smartes Remake des 1972er-Action-Thrillers mit Charles Bronson. Thriller. USA 2010.

SKIP & Kinowelt Home Entertainment verlosen 3x die DVD Brighton Rock. Surf auf www.skip.at und gewinn!

GANTZ – SPIEL UM DEIN LEBEN Japans Blockbuster des Jahres: Die Realverfilmung des ungemein populären Anime, in dem zwei Freunde nach ihrem Unfalltod als Geister-Kämpfer unterwegs sind. Action. Japan 2011.

HN – HERMANN NITSCH Blut, Orgien, Mysterien: Daniela Ambrosoli porträtiert den massenkompatibelsten kontroversiellen österreichischen Künstler der Gegenwart. Doku. CH/A/RU 2009.

▶l TEXT: GINI BRENNER

DAS SCHMUCKSTÜCK

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Frankreichs Regiestar François Ozon (8 Frauen) auf Zeitreise in die 1970er-Jahre: La Deneuve spielt das titelgebende Schmuckstück, die schöne und tunlichst angepasste Frau eines mächtigen Firmenchefs. Als der plötzlich erkrankt, springt sie ein – und entpuppt sich als clevere Geschäftsfrau, die ihren Macho-Mann behende in den Schatten stellt. Mit dabei: Gérard Depardieu als Freund & Kommunist! Komödie. OT: Potiche. F 2011. Regie: François Ozon. Darsteller: Catherine Deneuve, Gérard Depardieu. Extras: Making of, Bloopers, Kostümproben, Trailer. Sprachen: Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1). Untertitel: Deutsch.

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SKIP & Concorde Home Entertainment verlosen 3x die DVD Das Schmuckstück. Surf auf www.skip.at und gewinn!

SKIP SEPTEMBER

STAR WARS: TRILOGIE – DER ANFANG EPISODE I-III STAR WARS: TRILOGIE – EPISODE IV-VI Die größte SciFi-Saga der Kinogeschichte erscheint, wie berichtet, in ganzer sechsteiliger Pracht plus massenhaft Extras als Blu-ray-Box – aber es ist auch jede der beiden Trilogien separat als 3-Disc-Edition erhältlich: Der „alte“ Dreiteiler um Luke Skywalker, Han Solo und Prinzessin Lea, und die drei „neuen“ um Anakin, Amidala und die tausend Klone. Und das in bester Bild- und Tonqualität, die die Blu-ray bietet, preislich günstiger als die Riesenbox, dafür ohne die drei Bonus-Discs. Fantasy. OT: Star Wars I – III, IV – VI. USA 1977/1980/1983 bzw. 1999/2002/2005. Regie: George Lucas. Darsteller: Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill, Alec Guinness, Natalie Portman, Hayden Christensen, Ewan McGregor, Liam Neeson, Samuel L. Jackson. Extras: Audiokommentare. Sprachen: Deutsch (DTS-HD), Englisch (DTS 6.1). Untertitel: Deutsch.

FOTOS: VERLEIHER

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Thriller/Drama. OT: Brighton Rock. GB 2010. Regie: Rowan Joffe. Darsteller: Helen Mirren, John Hurt, Andy Serkis, Sam Riley, Andrea Riseborough. Extras: Trailer, Wendecover. Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch (DD 5.1). Untertitel: Deutsch, Französisch.


Papagei Blu kann zwar nicht fliegen, aber für einen verhätschelten amerikanischen Käfigpapagei tut das auch nichts weiter zur Sache. Doch dann soll er nach Rio, um dort das letzte Weibchen seiner Art zu treffen, die hübsche, temperamentvolle Jewel. Und da sich Gegensätze bekanntlich anziehen, und hinter beiden komischen Vögeln fiese Vogelhändler her sind, ist die gemeinsame Flucht nur logisch – quer durch den turbulenten brasilianischen Karneval: Das hinreißende, kunterbunte Abenteuer von den Machern von Ice Age holt Sommer, Sonne und brasilianische Lebensfreude auf den Fernseher, mitreißende Musikeinlagen inklusive. Jetzt auf DVD und Blu-ray!

PROMOTION

RIO

LATTER MACH DIE F

Animation. OT: Rio. USA 2011. Regie: Carlos Saldanha. Stimmen in der OV: Jesse Eisenberg, Anne Hathaway, George Lopez, Tracy Morgan, Will.i.am, Jamie Foxx. Deutsche Fassung: David Kross, Johanna Klum, Roberto Blanco, Christian Brückner. Extras: Digital Copy. Sprachen: Englisch 5.1 Dolby Digital, Deutsch 5.1 Dolby Digital. Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte. Verkaufsstart: 2. 9. 2011

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SKIP & Fox Home Entertainment verlosen Blu-rays, das Xbox360-Game und den Soundtrack von Rio. Surf auf www.skip.at und gewinn!

REMINGTON STEELE BEST OF

Fast 30 Jahre ist es her, dass der blutjunge Pierce Brosnan als stilsicher-charmanter Privatdetektiv Remington Steele im Fernsehen Furore machte, lange vor seinem Engagement als James Bond, aber damals schon mit Witz, Romantik und viel Charisma. Dabei ist Steele eigentlich eine Erfindung der Detektivin Laura Holt (Stephanie Zimbalist), die mit dem Problem zu kämpfen hat, dass sie als Frau keiner engagieren will ... Krimikult für Kenner! Der Klassiker aus den 80ern, jetzt im Best-of auf 7 DVDs. TV-Serie. OT: Remington Steele. USA 1982 – 1987. Darsteller: Pierce Brosnan, Stephanie Zimbalist, Doris Roberts. Extras: Hochzeitsgrüße von der CIA, Wie alles begann …, Lacher & Klassiker, Die Charaktere. Sprachen: Englisch 2.0 mono, Deutsch 2.0 mono. Untertitel: Englisch, Deutsch. Verkaufsstart: 30. 9. 2011

BONES – SEASON 5

GLEE – SEASON 1.2

FOTOS: VERLEIHER

Glee wie nie: Teil zwei der Season 1 der genialen, vielfach preisgekrönten Musical-Erfolgsserie um den Glee Club gibts jetzt in der DVD-Box, mit sensationellem Zusatzmaterial: Neben den persönlichen Minidramen, etwa den Familienproblemen von Kurt und Finn und Rachels turbulentem Privatleben, muss sich der Club auf die Regionals vorbereiten. Mit dabei: Spitzen-Musikacts mit Songs von Kiss, Madonna und Lady Gaga, außerdem diverse Auftritte von Top-Stars wie Neil Patrick Harris u. a. Musical-TVSerie. OT: GLEE Season 1.2. USA 2009. Idee: Ryan Murphy, Brad Falchuk, Ian Brennan. Musik: James S. Levine. Darsteller: Matthew Morrison, Jane Lynch, Lea Michele, Cory Monteith. Extras: Jukebox, Glee-Karaoke, Glee-Choreografietraining, Glee-Stilberatung, Making-of The Power of Madonna, Die Entstehung einer Schlussnummer. Sprachen: Englisch 5.1 Dolby Digital, Deutsch 5.1 Dolby Digital. Untertitel: Deutsch, Englisch. Verkaufsstart: 2. 9. 2011

Knochenarbeit: Für Dr. „Bones“ Brennan (Emily Deschanel), Forensikerin mit gutem Magen, gibt es weitere schräge Todesfälle aufzuklären. Nachdem Bones von ihrer Forschungsreise zurückgekehrt ist und sich auch FBI-Agent Booth von seiner OP erholt hat, warten die Leichen schon auf dem Seziertisch: es geht um eine Mumie in einem Zaun, um einen Profiwrestler-Zwerg, um eine Hellseherin und um einen schaurigen Vogelmenschen – doch zwischen all den Toten müssen sich Bones und Booth auch endlich über ihre Gefühle füreinander klar werden. Skurril, schaurig, überraschend – und mit der 100. Folge gibts ein Sonderhighlight, jetzt in der DVD-Box. OT: Bones. TV-Serie, USA 2010. Mit Emily Deschanel, David Boreanaz, Michaela Conlin, T. J. Thyne. Extras: Audiokommentare, Die 100. Episode mit Regisseur David Boreanaz, Spaß am Set, Entfallene Szenen, Die Opfer in Bones, Nunchuck für Anfänger. Sprachen: Englisch 5.1 Dolby Digital, Deutsch 5.1 Dolby Digital, Italienisch 2.0 Surround. Untertitel: Englisch, Deutsch, Italienisch. Verkaufsstart: 30. 9. 2011

SKIP SEPTEMBER

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▶l Fun GAMES ▶l TEXT: KURT ZECHNER

GEARS OF WAR 3

Für Xbox360. Das furiose Finale der exklusiv für die Xbox360 erscheinenden Action-Shooter-Trilogie erscheint erstmals auch auf Deutsch – und mit international bereits weit über einer Million vorbestellten Exemplaren verspricht das dritte Abenteuer um die Fights des Delta Squad gegen die fiese LocustHorde einer der größten Game-Hits des Herbstes zu werden. Ob als Einzelspieler, im 4-Person-KoopModus oder im Online-Multiplayer-Mode für bis zu zehn Gamer – mehr HD-Action geht echt nicht.

HIT AND RUN! RESISTANCE 3

Für PS3. Und noch ein toller Shooter für kühle Herbsttage: Der dritte Teil der Resistance-Saga spielt im Jahre 1957, aber die Geschichte ist anders verlaufen, als wir sie kennen: Fast die ganze Erdbevölkerung ist vom schrecklichen Chimera-Virus befallen, nur wenige Überlebende kämpfen auf der Seite des Guten. Neue Waffen, viele SpielModi und ausgefeiltes Gameplay machen dem Kult alle Ehre!

MIGHT AND MAGIC: HEROES VI

FÜR PC. Ein Pflichtgame für alle RPG-Fans: Der neueste Teil der beliebten Serie wurde mit aktueller, toller 3D-Optik und perfektioniertem Gameplay sanft modernisiert, bietet aber alle Features, die die Might & Magic-Saga groß gemacht haben: eine dichte Story, viele ausgefuchste Details und vor allem die unnachahmliche Kombi aus Roleplay-Adventure und Taktik-Game.

PHINEAS UND FERB: QUER DURCH DIE 2. DIMENSION FÜR PS3, W Wii, DS. Mamaaaaaa! Phineas und Ferb

haben schon wieder ein neues Game!!! Das spaßige Abenteuer ist angelehnt an den in Kürze auf DVD erscheinenden Film (siehe dazu Seite 101) und führt dich mit insgesamt 10 spielbaren Charakteren durch 25 spannende Levels, voll mit Action und dem gewohnt abgedrehten Schmäh der TV-Serie.

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SKIP SEPTEMBER

DEAD ISLAND

Für PS3, Xbox360, PC. It’s Zombie Time! Trouble in Paradise: Auf einer wunderschönen Südseeinsel gibts auf einmal ein gröberes Problem. Ein mysteriöser Zombie-Ausbruch verwandelt das Urlaubsidyll in eine tödliche Falle. Blöderweise sind auf dem abgeschiedenen Eiland naturgemäß die Waffen knapp, also musst du als Überlebender mit allem kämpfen, was dir in die Finger kommt. Genialer Zombie-Shooter mit spannenden RP-Elementen, für einsame oder bis zu vier teamfähige Zombie-Slasher!


myresistance.net

” is a trademark of the same company.“Ô” is a registered trademark of Sony Corporation.

Resistance 3™ ©2011 Sony Computer Entertainment America LLC. Published by Sony Computer Entertainment Europe. Developed by Insomniac Games. “Resistance 3” is a trademark of Sony Computer Entertainment Europe. All rights reserved.

“2”, “PlayStation”, “PS3” and “À” are trademarks or registered trademarks of Sony Computer Entertainment Inc. “


▶l Fun Gala-Premiere

Douglas

The Guard

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Foto: Filmladen

Ein Ire sieht schwarz ▶l Wien. mi, 21 09 2011


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SKIP - Das Kinomagazin, September 2011  

SKIP - Das Kinomagazin, Ausgabe September 2011

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