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Ganz Hollywood versammelt sich, und du bist mittendrin: Erlebe als Gast der ELTON JOHN AIDS FOUNDATION die Oscar-Nacht als Star unter Stars bei der größten Viewing Party in Los Angeles: Auf 5 Gewinnerinnen wartet ein Movie-Traumtrip der Superlative!

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Die ELTON JOHN AIDS FOUNDATION veranstaltet jährlich die größte und angesagteste Viewing Party zur Oscar-Verleihung – ein Mega-Event mit einem gewaltigen Aufmarsch von Hollywood-Weltstars, Riesenbuffet und Auftritten von Elton John und anderen namhaften Performern während der AftershowParty. Du kannst einer von fünf Gästen aus Österreich sein!

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▶l Inhalt

FebrUar 2013

069

bIn-LadenSChLuSS Jessica Chastain in Zero Dark Thirty coverfoto: UPI

042

hänSeL & greteL hexenjäger Märchenhaft cool

▶l Fame Forward 014 StarS & gOSSIP

der SKiP goLden-gLobeS-review: die SchönSten biLder, die LuStigSten StorieS

024 jOaquIn PhOenIx auS der aSche

026 jaMeS FranCO baLLerMann

028 MOrgan FreeMan, MIChaeL

dOugLaS, rObert de nIrO & KevIn KLIne goLden boyS

▶l Fashion Forward 032 MarIOn COtILLard SüSSeS früchtchen

034 gLObe COuture

goLden gLobe faShion: trauMroben der StarS

040 naChgeStyLt

Lucy Liu: bLuMenKraft

▶l Aktionen 002 Letzte ChanCe auF OSCar:

Mit SKiP den triP zur viewing Party in LoS angeLeS gewinnen!

012 MIt SKIP & banK auStrIa

gratIS dIe beSten FILMe Sehen: 1000 ticKetS für Stirb LangSaM – ein guter tag zuM Sterben

020 gLObeS Für öSterreICh:

die SKiP-gewinner trafen die gLobegewinner bei der Show & den PartieS!

094 erSter SeIn MIt SKy:

die beSten fiLMe & Serien in hd und on deMand!

Das nächste sKIP erscheInt am 8. märz 2013 006

SKIP Februar

foto: UPI


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▶l Inhalt Februar 2013

▶l Film Forward

Filme A – Z

052 086 054 076 044 075 063 078 074 058 056 071 081 068 064 051 050 072 074 069 084

arbitrage corridor der aufsteiger der hyPnotiseur die bestimmer – Kinder haften für ihre eltern die fantastische welt von oz england’s dreaming – das britische Kino der 60er Jahre findet nemo 3d ghost movie hänsel & gretel: hexenJäger hyde ParK am hudson immer ärger mit 40 invasion Kern KoKowääh 2 les misérables ParKer Quellen des lebens safe haven – wie ein licht in der nacht shootout – Keine gnade stirb langsam – ein guter tag zum sterben the last stand the master warm bodies zero darK thirty zweisitzraKete

Interviews & Stories 046 gemma arterton Blut tut gut

048 Jeremy renner Märchenonkel

049 famKe Janssen

knusper knusper knäuschen

060 michael ostrowsKi sMart export

066 sylvester stallone Der DauerMuskel

073 Paul thomas anderson glauBe, hieBe, hoffnung

079 anna f.

anna Mag Man eBen

080 Jürgen vogel „Bin Der Jürgen“

082 Pierre schoeller

052 zauberhaft: legendärer magier im wundersamen märchenland

075 traumhaft: mr. President trifft King & Queen

rocket Man

008

sKiP februar

meisterhaft: Kriegstrauma trifft seKtenKult

Das SKIP-Team

058 schmacKhaft: männer-wg trifft PatchworKfamilie

▶l Fun Forward 090 temPo!

preMiuM rush: Der fahrraD-kult auf DVD & Blu-ray

092 findet nemo & co

Die Besten neuerscheinungen fürs heiMkino

096 das leben, ein sPiel

Qualitätsfutter für konsole & pc

098 sKiP-Premiere

power of politics

085 manuel rubey

072

010 alle filmstarts auf einen blicK

herausgeBer: michael Ginalis, Josef hruby chefreDaktion: Kurt Zechner stV. chefreDaktion: Gini brenner, andrea mühlwisch chef VoM Dienst: Dina maestrelli reDaktion: Gini brenner (Gb), Dina maestrelli (Dm), magdalena miedl (mm), Christoph Prenner (CP), Julia Pühringer (JP), David rams (Dr), Kurt Zechner (KZ), Christoph Zeppetzauer (CZ) art-Director: michael Grill stV. art-Director & art-Director proMotions: ronnie Feichtinger grafik (fashion): bettina lasser proDuktionsleitung: Thomas antwi korrektur: uwe bubik fotoreDaktion: andrea mühlwisch fotos: andrea mühlwisch, Filmverleiher, bildagenturen Marketing: michael Ginalis eVent-Marketing: Walter Schreier anzeigenleitung: Oliver Dvorsky key account: Paul ranefeld, Sebastian Fradinger anzeigenVerwaltung & finanzen: andrea Permoser geschäftsführung: michael Ginalis MeDieninhaBer: SKiP media Gmbh, Grohgasse 5-7/1, 1050 Wien, Tel: 01/545 24 00 reDaktionsaDresse: Grohgasse 5-7/1, 1050 Wien, Tel: 01/545 24 00 e-Mail: office@skip.at, feedback@skip.at DruckVorstufe: GraphicCooperation – rudolf huber, bergsiedlung 139, 2571 altenmarkt an der Triesting Druckerei: infopress Group, Nádas u. 6., 2600 vác, ungarn hoMepage: www.skip.at

fotos: Filmverleiher

070 068 082 083 062


▶l Filmstarts übersicht 31. 01. ▶l Do 31. Jänner

▶l Fr 15. Februar Arbitrage Richard Gere vor dem Bankrott, persönlich, familiär und finanziell. Und Cop Tim Roth mag >070 ihn im Häfn sehen.

The Last Stand He is back. Arnie stellt sich mit Waffen- und Faustgewalt gegen einen Druglord. >050

the last stand

Zero Dark Thirty Kathryn Bigelow rekonstruiert die Tötung bin Ladens als Military-Action-Thriller. >069 The Impossible Wenn das Unvorstellbare passiert: die wahre Geschichte einer Familie im Tsunami von 2004.

▶l Fr 22. Februar 01. 02.

Fünf Freunde 2 George, Julian, Dick, Anne und Timmy, der Hund sind zurück – und suchen nach dem sagenumwobenen Smaragd „Grünes Auge“.

Warm Bodies Er ist ein Zombie und er hat dich lieb. Horror-Rom-Com mit John Malkovich als Zombie-Jäger. >074

Cäsar muss sterben Kunst hinter Gittern. In einem Gefängnis in Italien bereiten die Insassen die Aufführung von Shakespeares Julius Cäsar vor. Anleitung zum Unglücklichsein Johanna Wokalek in der Adaption von Paul Watzlawicks Weltbestseller.

zero dark Thirty

Kokowääh 2 Henderl gefällig? Til Schweigers chaotisches Familienbusiness geht weiter ... >058

3096 Tage So und nicht anders wars: der Film zur achtjährigen Gefangenschaft von Natascha Kampusch. les misérables

▶l Fr 01. März

Der Aufsteiger Olivier Gourmet als französischer Minister in politischen und persönlichen Turbulenzen.>082

01. 03. ▶l Do 14. Februar

010

SKIP Februar

>054

Hänsel & Gretel: Hexenjäger Blutiger Kampf ums Knusperhäuschen. Jeremy Renner und Gemma Arterton gegen Oberhexe Famke Janssen. >042/Coverstory Invasion Ein einsamer Witwer in einem großen, leeren Haus. Da taucht Verwandtschaft auf, das Haus füllt sich mit Leben. Doch bald treten Spannungen auf ... >078

Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben Aller guten Dinge sind fünf. Langsam sterben in Russland. Diesmal bekommt John McClane (Bruce Willis) Unterstützung vom Junior. >051 Findet Nemo 3D Es gibt Fisch, Baby! 

Hannah Arendt Barbara Sukowa verkörpert die jüdische Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt.

▶l Do 28. Februar

Parker Rasanter Actionthriller vor cooler Kulisse mit Jason Statham und Jennifer Lopez.  >071 Corridor Ein einsamer Medizinstudent, eine Wohnung und höchst seltsame Hausbewohner ... >068

The Master Joaquin Phoenix brilliert neben Philip Seymour Hoffman als WK-Veteran, der einem charismatischen Sektenführer in die Hände fällt. >072 Der Hypnotiseur Schwedenkrimi. Eine ermordete Familie. Ein Überlebender. Unter Hypnose offenbart sich unvorstellbares Grauen ...  >083

22. 02.

▶l Fr 08. Februar

Les Misérables Allons, enfants … Tom Hoopers Verfilmung des Musicals nach Victor Hugos Roman. >056

Hänsel & Gretel: Hexenjäger

Hyde Park am Hudson Bill Murray als Franklin D. Roosevelt in einer frechen Komödie rund um den ersten Besuch eines britischen Königs in den USA.  >075

fotos: filmverleiher

▶l Fr 01. Februar

Quellen des Lebens Oskar Roehler autobiografisch: Drei Generationen (west-)deutsche Geschichte erzählt anhand des Schicksals der Familie Freytag. >081


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filmstarts täglich aktualisiert auf 14. 02.

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ALLE GENANNTEN TERMINANGABEN OHNE GEWÄHR!

FindEt nEmo 3d

07. 03. SightSEErS tina und chris sind laut, sie nerven, und sie sind enorm ineinander verknallt. Und, was auch Tina nicht wusste: Ihr Liebhaber ist ein serienkiller!

zwEiSitzraKEtE liebe gestehen oder freunde bleiben? ersteres nimmt manuel erst in Angriff, als sich „seine“ mia in einen anderen verliebt ... >084 diE bEStimmEr – KindEr haFtEn Für ihrE EltErn billy crystal und bette midler als überforderte Großeltern eines Dreiergespanns. >062

nErvEn bruCh zuSammEn langzeitdoku von Arash t. riahi über die bewohnerinnen eines Wiener frauenhauses.

diE FantaStiSChE wElt von oz

▶l Bonus 08. 03.

immEr ärgEr mit 40 läuft ab 15. märz 2013

England’S drEaming – daS britiSChE Kino dEr 60Er jahrE filmmuseum, Wien, 7. februar bis 7. märz 2013 >086

▶l Do 07. März diE FantaStiSChE wElt von oz Mystery Magical Tour: Wie kam der große Zauberer von Oz (James franco) eigentlich ins Zauberland? >052 ghoSt moviE übersinnlicher schwachsinn in bester tradition der scary-movie-reihe. >076

▶l Fr 08. März Shootout – KEin gnadE ein Auftragskiller (stallone) und ein cop (sung Kang) gegen einen ganz schlimmen finger (Jason momoa). >064 SaFE havEn – wiE Ein liCht in dEr naCht Große emotionen aus der bewährten feder von Nicholas sparks, es lieben und leiden Josh Duhamel und Julianne hough. >068 naChtzug naCh liSSabon ein schweizer Professor (Jeremy irons) lässt sein unaufregendes leben spontan hinter sich, als er in einem buch ein Zugticket nach Lissabon findet.

14. 02. Stirb langSam – Ein gutEr tag zum StErbEn

>063

Kino dEr ortE 2013 Wien, februar bis Juni 2013. diagonalE 2013 Graz, 12. bis 17. märz 2013

Shootout – KEinE gnadE

▶l Fr 09. März Nach

12. 08.

Kalender ShamE

Mo.

dem +5. Februar ist es zu spät.

bliND as neue bliND -brüder (Der Fr. 2013der arDrama Ohne Inskription Febru . Dosohn, so bliND -brüder (Der Das bliND hn, Mi. Di bliND. Das kein Studium

dem VorhaywirE mixed martial Arts-fighterin Gina t carano im mAction-thrillers m o k Zentrum eines starbesetzten m u i d u St von steven soderbergh. ren skribie dasdErIn lEtztE judE von drohobytSCh Alfred schreyer, Jahrgang 8überlebte 7 1922,und 6 Zwangsarbeit Nazi-verfolgung, KZ, und 5 kehrte nach dem Krieg als einziger Jude in t die allseine heimatstadtöszurück. terreichwei

ige uar endet die erstmal Am 5. Febr gsfrist für heun ac ss B la m Zu ne gemeine versität zu ei ni eU r m ne se ei er m Zulassung an für das Som lomstudium hsel eines ip D ec W er n od de rr lo ch fü udien mit Frist gilt au iums. Für St ster. Diese Diplomstud gilt diese er st od te rlo gs Bache oder Eignun en hr fa er ev Aufnahm beginn.at www.studien Frist nicht.

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entgeltliche Einschaltung des BMWF

KErn Wer ist Peter Kern? Das enfant terrible der österreichischen filmlandschaft in veronika franz’ und severin fialas Doku. >074

nägEl mit KÖPFEn Der 30er ist auch schon wieder vier Jahre her, und marko Doringer zieht erneut ein resümee über sein Leben. Über allem die Frage: alleine, zu zweit oder gar mit Kind?

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ösTerreichische universiTäTenkonferenz

die ösTerreichische rekTorenkonferenz

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung


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© 2013 TWENTIETH CENTURY FOX

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▶l Fame

Forward

GOSSIP / NEWS / STARRING

DIE GOLDEN GLOBES IM SKIP-REVIEW

OOPS! … HE DID IT AGAIN

Zwei Chancen, zweimal verwandelt: Christoph Waltz holt das Maximum aus jeder Rolle, die er bei Quentin Tarantino annimmt: „Meine Schuld und meine Dankbarkeit dir gegenüber, Quentin, sind unermesslich“, scharwenzelte er auch bei Golden Globe Nummer zwei um den Meister herum. Kluger Mann – er will wohl noch eine dritte Chance bekommen, immerhin ist er jetzt schon in der Liga von Kollegin Jodie Foster, und die bekam heuer immerhin den Cecil B. DeMille Award fürs Lebenswerk.

▶l TEXT: GINI BRENNER, MAGDALENA MIEDL, KURT ZECHNER FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (1), HFPA (1)

CHRISTOPH WALTZ

014

ENDLICH REDEN

AROUND THE GLOBES SKIP FEBRUAR


▶ll Fame GOSSIP / NEWS DIE GOLDEN GLOBES IM SKIP-REVIEW

▶l TEXT: GINI BRENNER, MAGDALENA MIEDL, KURT ZECHNER FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (5), HFPA (3)

Round and round and round ... Auch heuer wieder war die Verleihung der Golden Globes eine einzige rauschende Party. Bei kaum einem Großevent fühlen sich die Stars so wohl – steife Posen bringt hier kaum jemand zusammen.

BEN AFFLECK & GEORGE CLOONEY

BEST FRIENDS FOREVER

He’s Got The Whole World Between His Knees ... nein, ist nur der Golden Globe, den Big Ben für die Regie von Argo bekommen hat. Und warum grinst Kollege George so unverschämt zufrieden? Nun, er hat Argo produziert und durfte daher beim zweiten Globe, den Argo als Bestes Drama einstreifte, mit auf die Bühne.

016

SKIP FEBRUAR

ZOSIA MAMET, LENA DUNHAM, ALLISON WILLIAMS

GIRLS UNITED

Bitte merken: Lena Dunham (Immer Ärger mit 40), flankiert von ihren Schauspielkolleginnen Zosia Mamet und Allison Williams, bekam nicht nur den Globe als beste Seriendarstellerin, sondern auch als Produzentin ihrer grenzgenialen Mädchen-am-Randedes-Nervenzusammenbruchs-Serie Girls. Und wenn wir groß sind, wollen wir auch so cool sein wie sie.


BILL CLINTON

FIRST HUSBAND

„Wisst ihr, wer das grade war? Hillary Clintons Ehemann!“ kreischte Moderatorin Amy Poehler keck nach dem Auftritt des Expräsidenten, der einen anderen Expräsidenten präsentierte – nämlich Steven Spielbergs opulentes Geschichtsdrama Lincoln.

MICHAEL HANEKE

DER WEISSE RIESE

MEGAN FOX, BRIAN AUSTIN GREEN

Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut: Gewohnt zurückhaltend und mit artig angelerntem Englisch nahm Michael Haneke (Liebe) seinen zweiten Golden Globe aus den Händen von Arnold Schwarzenegger entgegen – und merkte trocken an: „Hätte ich mir auch nicht gedacht, dass ich in Hollywood einen Preis von einem Österreicher kriege.“

STAIRWAY FROM HEAVEN

Die Dame links kennt jeder Teenager, der Augen im Kopf und Transformers gesehen hat. Aber der Herr rechts? Den kennen eher die, die vor fünfzehn Jahren Teenies waren: Damals war Brian Austin Green das Schönste an Beverly Hills, 90210, heute ist er bekannt als Ehemann von Megan Fox.

KRISTEN WIIG, WILL FERRELL

GET OUTTA HERE!!!

Knalltütenalarm! Die Präsentation des Globes für die beste Hauptdarstellerin (Komödie/Musical) machten die beiden Comedy-Profis zu ihrer ganz eigenen Show. Der Running Gag – ein falsches Filmzitat für alle nominierten Filme – war wirklich grandios nervig: Nächstes Jahr bitte viel mehr davon!

RACHEL WEISZ, DANIEL CRAIG

LEI-LEI!

Den Tüllvorhang als Ballkleid und die Faschingsbrille auf der Bond-Nase: Kaum zu glauben, dass Rachel Weisz und Daniel Craig üblicherweise eines der aller-allerschönsten Paare des Filmbusiness sind. Aber gut, sie waren hier ja auch nicht in offizieller Mission, sondern „nur“ als Zaungäste.


▶ll Fame GOSSIP / NEWS DIE GOLDEN GLOBES IM SKIP-REVIEW

ROSIE HUNTINGTONWHITELEY, JASON STATHAM

POWER COUPLE

So schön und dann auch noch liiert: Transformers 3-Elfe Rosie HuntingtonWhiteley ließ sich von Herzblatt ActionProfi Jason Statham zur Party begleiten. Und wenn man Eingeweihten Glauben schenkt, ging die Fahrt zum Beverly Hilton sogar ganz ohne wilde Autoverfolgungsjagden über die Bühne.

GANZ SCHÖN BISSIG

▶l TEXT: GINI BRENNER, MAGDALENA MIEDL, KURT ZECHNER FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2), HFPA (4)

Nach drei Jahren mit der englischen Giftspritze Ricky Gervais holte sich die Hollywood Foreign Press ein Damendoppel für die Moderation – und während Amy mit I Dreamed A Dream der LesMis-Performance von Anne Hathaway „Konkurrenz“ machte, ging Tina verbal auf die männlichen Stargäste los – kaum einer war vor ihrem scharfen Witz sicher.

ARNIE & SLY

BROKEN ENGLISH

Vintage-Doppel: Die wind- und wettergegerbten Actionstars Schwarzenegger und Stallone überreichten gemeinsam ausgerechnet den Globe für den Besten nicht-englischsprachigen Film – nachdem sie einander wechselseitig vorgeworfen hatten, im Grunde auch kein richtiges Englisch zu sprechen.

018

TINA FEY, AMY POEHLER

SKIP FEBRUAR


CASPER SMART, JENNIFER LOPEZ

DAMENWAHL

J-Lo und Junghupfer Casper Smart, ihr Choreograph und seit einem Jahr auch Partner, waren den ganzen Abend unzertrennlich – immerhin war dies der erste offizielle Auftritt der beiden als Paar. Dementsprechend sieht der junge Mann auch noch etwas verunsichert aus dem Hemd. Wird schon noch!

Der neue feh Spot ist da! SACHA BARON COHEN

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In Les Misérables spielt er einen dauerbesoffenen Gastwirt, auf der GlobesBühne bewies er seine Vorliebe für Method Acting: Sacha Baron Cohen ließ seinen Drink nicht einmal los, um halb Hollywood inklusive seiner Kollegin Anne Hathaway zu beleidigen, bis er endlich den Preis für den Besten Animationsfilm übereichte – an Merida.

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▶l Fame GEWINNSPIEL

UNVORSTELLBAR COOL

▶l TEXT: REDAKTION FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

„Die Golden-Globes-Gala ist ein Event der Superlative – hier sitzt Leonardo DiCaprio neben dir am Esstisch, draußen auf der Raucherterrasse bittet dich John Goodman um Feuer, und auf der Toilette kriegst du von Lena Dunham Komplimente für dein Kleid.“ (O-Ton von Gewinnerin Julia)

Bei Hollywood-Stars s


DER SKIP UND SKY-TRAUMTRIP ZU DEN GLOBES! Eine Woche im AwardsHotel Beverly Hilton residiert, tolle Abendroben in Beverly Hills gekauft, über den Roten Teppich zur Gala marschiert und auf allen wichtigen Parties nach Lust und Laune mit den Stars gefeiert.

JULIA & LUKAS BEI DEN GOLDEN GLOBES 2013

ABFEIERN MIT HUGH JACKMAN! SKIP-Gewinnerin Julia und ihr Freund Lukas sind bei der Party der Universal Studios in Haubenkoch Wolfgang Pucks Spago direkt in die ausgebreiteten Arme von Hugh Jackman gelaufen – ein nettes Pläuschchen und ein unbezahlbarer Schnappschuss waren das Ergebnis.

STARS UNTER STARS Julias und Lukas’ großer Auftritt am Roten Teppich der Golden Globes ist das Ergebnis mehrerer Shopping-Tage in L. A. Die beiden suchten sich mit tatkräftiger Unterstützung und Beratung von SKIP die für den großen Anlass passende Garderobe samt Accessoires aus. Das Einkaufsbudget war selbstverständlich im Gewinn inkludiert!

s sind wir die Ersten. Ich seh was Besseres.


▶l Fame GEWINNSPIEL

STARS, SO WEIT DAS AUGE REICHT Bei der Party von Produzentenlegende und Miramax-Gründer Harvey Weinstein im Boutique-Hotel Mr. C trafen unsere Gewinner auf Hangover-Superstar Bradley Cooper und auf den frischgebackenen Globes-Preisträger Christoph Waltz. Das Foto oben rechts mit TV-Beauty Sofia Vergara aus Modern Family entstand bei der Golden-GlobesParty des Kult-TV-Senders HBO.

▶l TEXT: REDAKTION FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

HERZENSWUNSCH Bei der Dreamworks-Party im berühmten Beverly Hills Hotel ging Julias und Lukas’ langgehegter Wunsch, einmal Tommy Lee Jones kennenlernen zu dürfen, endlich in Erfüllung. Tommys supernette Gattin Dawn Maria Laurel war auch dabei.

Bei Hollywood-Stars s


JULIA & LUKAS BEI DEN GOLDEN GLOBES 2013

THE BOSS & THE WINNER

Bei der Dreamworks-Party wurden Julia und Lukas gleich von Studio-Chef Steven Spielberg persönlich empfangen.

BEAUTY-CONTEST Bei der Party von Harvey Weinstein lernte Julia die Globes-Gewinnerin Jennifer Lawrence kennen (oben). Der jeweilige Schnappschuss verstand sich von selbst. Gleich danach bei der Universal-Party in Wolfgang Pucks Spago verstanden sich unsere Gewinner und Anne Hathaway auf Anhieb gut und strahlten um die Wette (unten).

UNVERGESSLICHE MOMENTE Riesig freuten sich unsere Gewinner über das Treffen mit Kunal Nayyar und Simon Helberg – den netten Nerds Raj und Howard aus The Big Bang Theory – bei der HBO-GlobesParty (oben). Wenig später tauchte auch Globe-Gewinner und Hollywood-Parade-Charmeur Kevin Costner dort auf und scherzte mit Julia (links).

s sind wir die Ersten. Ich seh was Besseres.


▶l Fame starrinG

Joaquin Phoenix

iM MoLoCh hoLLYWooD geht eine Auszeit von vier

Jahren für jeden Schauspieler, der nicht ungefähr Daniel Day-Lewis heißt, nahtlos über in Vorruhestand, B-Movie-Jobcenter oder Lugner-Ballbegleitung. Wenn man sich dann noch dazu wie Joaquin Phoenix freiwillig aus dem System geschossen hat, weil man für die eigene Fake-Doku (I’m Still Here) unbedingt allen ans Bein pinkeln musste, macht dies die Rückkehr nicht gerade einfacher. Es hilft aber, wenn man einer der besten Schauspieler seiner Generation ist, und einer der besten Regisseure jeder Generation, nennen wir ihn Paul Thomas Anderson, auf eine Kooperation ganz versessen ist. The Master ist das Ergebnis derselben und erzählt in aus- und einladenden Tableaus ebenfalls von einer schwierigen Rückkehr: jener eines Soldaten (Phoenix), der nach dem Ende des 2. Weltkriegs ohne Sinn und Ziel (selbst)zerstörerisch durch seine Heimat stromert, um dann, bereits am Abgrund stehend, einem Sektenonkel (Philip Seymour Hoffman) zu begegnen. Und so berauscht wie Joaquin sich in seinem Comeback versenkt, besteht wohl kaum die Gefahr, dass er so schnell wieder was anderes machen möchte.

AUS DER ASCHE Mehr Infos zu The Master findest du auf Seite 72!

024

SKiP FeBRuaR


Joaquin Phoenix in The Master

â–śl Text: Christoph Prenner

Foto: Constantin


▶l Fame STARRING

JAMES FRANCO

SELTEN DÜRFTE James Franco in den letzten Jahren so viel Spaß gehabt haben wie in Harmony Korines neongrellem Knallbonbon Spring Breakers, einer unvergleichlich unmoralischen Tour de Force über vier zuckersüße Collegestudentinnen (darunter Selena Gomez und Jennifer Hudgens), die nach Florida auf Saufurlaub fahren, koste es was es wolle. Als mädchenverführender Wannabe-Drogenking ist Franco ein silbergrinsender Alligator aus Floridas Unterweltsümpfen, ein geschmacksbefreiter Weißbrot-Homie in Gangsta-Uniform. Franco, der sich sonst zwischen Poesie, Kunst und Kult gern auch mal ein bisschen ernst nimmt, lässt hier endlich so richtig die Sau raus, bis hin zum Britney-Spears-Pathos am Piano bei Sonnenuntergang. Wann der provokante Sex-BallerSauf-Irrwitz endlich auch zu uns ins Kino kommt? Das ist noch unklar – aber in SKIP erfahrt ihrs zuerst!

JAMES FRANCO in Spring Breakers

BALLERMANN 026

▶l TEXT: MAGDALENA MIEDL

SKIP FEBRUAR

FOTO: WILD BUNCH


Weltmeisterlich!

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▶l Fame starrinG

FreeMan, Douglas, De niro, Kline

FinDen sie Den Fehler? ... Fabulous

las Vegas, nevada – nein, eben nicht: last Vegas steht da. noch wichtiger ist aber, wer VOr dem wahrscheinlich berühmtesten neon-schild der Welt steht und mit der postkartenkulisse um die Wette strahlt: 277 Jahre Coolness. Und die werden von regisseur Jon turteltaub (Das Vermächtnis der tempelritter) auf Vegas losgelassen, auf das spieler-paradies, die Glitzermetropole, die Hochzeits-Hochburg, die andere stadt, die niemals schläft. Zweck der Übung: einer der Herren, Billy, Michael Douglas spielt ihn, kommt auf seine alten tage noch unter die Haube. Jetzt kann man natürlich nur spekulieren, aber vermutlich haben seine drei spezis Hangover gesehen und für gut befunden. aber wie das halt so ist in Vegas: Man kommt für die Junggesellen-party und bleibt wegen der sehenswürdigkeiten. Die haben beispielsweise die Gestalt von Mary steenburgen, die als Bar-sängerin nicht nur Billy sondern auch gleich noch paddy (De niro) den Kopf verdreht. ist aber halb so schlimm, denn: „What happens in Vegas stays in Vegas.“

GOLDEN BOYS Last Vegas startet voraussichtlich Ende 2013 in den österreichischen Kinos.

028

sKiP Februar


Morgan Freeman, Michael Douglas, Robert De Niro & Kevin Kline in Last Vegas

â–śl Text: Dina Maestrelli

Foto: Upi


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Teilnahmebedingung: Vollj채hrigkeit.


▶l Fashion BEAUTY / ACCESSOIRES / STYLE

Forward SKIP-HIGHLIGHTS IM FEBRUAR

▶l KONZEPT FASHIONSTRECKE: GINI BRENNER, BETTINA LASSER & ANDREA MÜHLWISCH FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (1), BEIGESTELLT.

Die SKIP-Redaktion hat das süße Tascherl von Monsoon Erdbag getauft. Jedenfalls kannst du die verspielte Tasche perfekt zum klassischen oder zum Jeans-Style tragen. Eine Frucht genügt beim Outfit übrigens – es sei denn, du magst Lippen mit Himbeergeschmack, dann lies weiter!

SINNLICHE LIPPENPFLEGE, DIE VERFÜHRT …

MARION COTILLARD

Über ihr Globe-Kleid (siehe Seite 37) kann man diskutieren, aber das „Darüber“ ist einfach perfekt: Als Kontrapunkt zum intensiven Rot trägt Marion das dunkle Haar schlicht glatt, und dazu nur zartes, aber sehr sorgfältig aufgetragenes Make-up – Wimperntusche, Lipgloss und ein Hauch Rouge: Zuviel Farbe wäre hier trashig.

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SKIP FEBRUAR

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▶l Fashion STYLE

GLOBE STYLE DIE JÄHRLICHE GOLDEN-GLOBE-VERLEIHUNG ist immer auch eine einzige große fröhliche GlamourFashion-Party. SKIP war live mit dabei und ging den Stars an die Wäsche.

EVA LONGORIA

Zeigefreudig „Alle herschauen, hab ich gsagt!!!“ Nichts ließ Desperate Housewife Eva unversucht, um die Blicke auf sich zu lenken: Der hüfthohe Schlitz der schwarzen Emilio-Pucci-Spitzen-Nummer war nicht genug, es mussten auch noch ein Dekolleté bis zum Nabel und ein Mega-Rückenausschnitt her. Too much.

NICOLE KIDMAN

China Doll Nietenbesetzt mit Korsettnähten und See-through-Mitte – und trotzdem hochelegant: Alexander McQueens langes Schwarzes nimmt den Spagat souverän. Und Nicole sieht auch in diesem Kleid wieder aus wie eine große blonde Porzellanpuppe – so viel Stress hätte sie sich also mit ihrer Outfit-Wahl gar nicht machen müssen.

ANNE HATHAWAY

Weiße Fee Lang ists her, seit Anne in Plötzlich Prinzessin DAS Make-over der jüngeren Filmgeschichte durchgemacht hat. Längst strahlender Schwan, nahm sie für Les Misérables einen Globe mit nach Hause und hinterließ in schlichter schulterfreier Chanel-Robe mit filmbedingtem Kurzhaarschnitt bleibenden Eindruck.

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MICHELLE DOCKERY

Goldmichelle Die britische Schauspielerin – Globenominiert für ihre Rolle in der TV-Serie Downton Abbey – war vielleicht das meistfotografierte „Nebenerwerbsmodel“ des Abends: Die aufregende winterweiße Seidencrêpe-Robe mit Bruststück aus goldener Filetspitze von Alexandre Vauthier war nicht nur ungewöhnlich, sondern auch wirklich chic.


HAYDEN PANETTIERE

Nur kein Risiko Wer wagt, gewinnt, sagt man – folgerichtig kein Wunder, dass Hayden dieses Jahr nicht mal für irgendwas nominiert war. Ein süßer, aber durch und durch berechenbarer Auftritt in Roberto Cavalli: weiße, paillettenbestickte schulterfreie Meerjungfrauenrobe, Engelshaar, Clutch, Profi-Lächeln. Der Eindruck bleibt flach.

KELLY OSBOURNE

Wild Child Klar, in dieser Umgebung kann man schnell mal das Enfant terrible rauslassen – wenn alle auf klassisch elegant machen, dann fällt alles auf, was ein bisschen anders ist. Kelly spielt sehr hübsch mit ihrem Image: perfekte Glamour-Frisur in schräger Farbe, dazu eine schulterfreie Zac-Posen-Nummer, die mit einigen reizvollen Schnittdetails punktet.

AMANDA SEYFRIED

▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

TAYLOR SWIFT

Colour Purple Für viele Diskussionen sorgte der Auftritt von Herzschmerz-Sängerin Taylor: War das tiefe Violett ihrer DonnaKaran-Satinrobe nun umwerfend schön oder viel zu schwer für die ätherische Blondine? Zusammen mit der lockeren Hochsteckfrisur und den wunderschönen Amethyst-Chandeliers siehts jedenfalls sehr edel aus.

Spitzenklasse Die betörende Amanda, bei den Globes zu Gast als Teil des singenden, klingenden Les Misérables-Cast, in einem hinreißenden Givenchy-Dress, das perfekt zu ihrem Typ „wunderschöne Hollywood-Elfe“ passt: Viel Mousselin, viel Spitze, ein paar aufregende Einblicke – und trotzdem sieht es ganz unschuldig aus.

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▶l Fashion STYLE

GLOBE STYLE Das große Modefest der Golden Globes-Verleihung steht immer unter der Devise „Auffallen, aber richtig!“ Viele Stars verließen sich dabei heuer auf die Signalfarbe Rot – aber nicht allen gelang der große Auftritt.

JENNIFER LAWRENCE

Hochrot Yeah, so macht man das. Die große schulterfreie Robe mit Mittelteil aus abgenähten Falten von Dior Couture ist eine traumhafte Wahl für einen großen Abend. Der schmale Goldreif-Gürtel um die schmale Taille sieht toll dazu aus – und das schmucklose Dekolleté dazu ist extra classy. Traum!

HALLE BERRY

Verwicklungen Mit ihrer Rollenwahl hat die gute Halle in letzter Zeit eher kein glückliches Händchen bewiesen – ob sich das auf ihr Stilgefühl ausgewirkt hat? Jedenfalls bekam sie für ihre asymmetrische Versace-Nummer, in die sie eher zufällig eingewickelt wirkt, hauptsächlich negatives Feedback, und das trotz astreinem Angelina-Bein. Pralle Koralle Die hinreißende Jessica erschien heuer in einer Meerjungfrauen-Robe aus korallefarbenem Seidentaft von Oscar de la Renta. Ein schöner Auftritt, mit Abstrichen: Erstens steht ihr der Schnitt des Bustiers (DIE Risikostelle bei schulterfreien Kleidern) nicht, und zweitens: Warum hält sie einen feuerroten Gremlin in der Hand?

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▶l TEXT: GINI BRENNER

JESSICA ALBA


ZOOEY DESCHANEL

Schneewittchen Nochmal Oscar de la Renta in schulterfrei, aber ein paar Töne dunkler und aus viel mehr Schichten Seidentaft als bei Jessica. Und mit viel stärkerer Wirkung: Das tiefe Rot kontrastiert toll mit Zooeys hellem Teint – und die schlichte Perlenschnur und das dunkle, hochgesteckte Haar machen den Märchen-Look perfekt.

MARION COTILLARD

Schnippschnapp „Man nehme einen Jerseyschlauch, schneide das eine Ende schräg ab, ziehe am anderen einen Gummi ein und fixiere das Ganze in der Mitte mit einem Stück Goldblech ...“ Ein Glück, dass die bezaubernde Marion sogar in diesem seltsamen Dress von Designer Raf Simons (für Dior) aussieht wie eine Königin.

NAOMI WATTS

▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

CLAIRE DANES

Altersfrage An sich ist an dem perfekt geschnittenen hellroten Versace-Wickelkleid mit der kessen Knopfleiste an der Hüfte ja wirklich wenig einzuwenden – aber zusammen mit der aufgeplusterten Wallefrisur und der heftigen Bemalung sieht die 33-jährige Claire darin um locker 15 Jahre älter aus.

Abgeschleppt Schleppe oder nicht Schleppe, das ist gern mal die Frage, wenns um den perfekten Red-Carpet-Auftritt geht. Naomi sagte Ja – und entschied sich für eine toll geschnittene Zac-Posen-Nummer in wunderschönem Weinrot, sowas wie ein Prinzessinnenkleid für Erwachsene.

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24 H LANG FRISCH ▶l Fashion STYLE AUSSEHEN? 3 SCHRITTE ZUM PERFEKTEN TEINT.

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Golden Girl Die immer wieder wundervolle Emily entschied sich heuer für ein langes, schmales Kleid von Michael Kors aus Goldspitze. Ein edles Teil mit ein paar aufregenden Details: Der Stoff war über und über nicht mit Pailletten, sondern mit goldenen Nieten bestückt – und schenkte dank der seitlichen Cutouts raffinierte Einblicke.

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▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2)

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▶l Fashion STYLE

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VOLL VERBLÜMT LUCY LIU war nicht die Einzige, die heuer zu den Golden Globes in üppiger Blumenpracht erschien – aber ihre Carolina-Herrera-Robe war eines der blühendsten Exemplare des neuen Fashion-Floralismus. SKIP hat für euch modischen Blumenschmuck nachgeshoppt! 01 Blümchenunterwäsche von H&M um ca. € 30,–.

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▶l TEXT: GINI BRENNER ▶l STYLING: BETTINA LASSER ▶l FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (1), BEIGESTELLT

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▶l Film Sie schauen nicht nur scharf aus, sie schießen auch scharf. Unter der Regie eines jungen Norwegers mit Faible für Splatterfilme, gehen Brit-Babe Gemma Arterton und Bourne-Erbe Jeremy Renner in den Wald spielen. Verlassen kann man sich da nur auf eines: Es wird Hexenblut fließen.

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Forward


Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ja eh, aber wo? Im Knusperhäuschen? Geh bitte. Hänsel und Gretel (JEREMY RENNER, GEMMA ARTERTON) irren zwar immer noch durch den dunklen Wald, doch jetzt sind sie erwachsen und hauptberuflich Hexenjäger. Übermütig-blutige 3D-Fantasy-Action wie sie den bekanntlich auch nicht gerade zimperlichen Gebrüdern Grimm bestimmt gefallen hätte. ▶l

l e s n ä H & l e t e r G Hexenjäger ▶l

12 10 2010

OT: THE GUARDIAN. Komödie, USA 2006. LÄNGE: 139 Min. REGIE: Andrew Davies. BUCH: Ron Brinkerhoff, James Vanderbilt. PRODUKTION: Beau Flynn, Tripp Vinson. KAMERA: Stephen St. John. SCHNITT: Thomas J. Nordberg, Dennis Virkler. MUSIK: Trevor Rabin. DARSTELLER: Kevin Costner, Ashtn Kutcher, Joe Sela Ward. VERLEIH: Buena Vista.

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▶l Film

Hex, hex. Sheriff Berringer (Peter Stormare, rechts) bändigt nicht mal EINE Hexe (Pihla Viitala) alleine. Profi Hänsel (Jeremy Renner, weiter rechts und unten) nimmts wenns sein muss auch mit einem Doppelpack auf.

ES WAR EINMAL ein Geschwisterpaar, Hänsel und Gretel, von den bitterarmen Eltern verlassen. Die Kinder verliefen sich im Wald, finster und bitterkalt, und stießen auf ein verlockend aussehendes Häuschen aus Pfefferkuchen fein, da schaute eine alte Hexe raus. „Wer knabbert an meinem Häuschen?“ fragte sie, und lockte die Kinder mit gar freundlichen Worten hinein. Doch sie war ein 044

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menschenfressendes Ungeheuer und hielt Gretel als Dienstmagd gefangen, während sie Hänsel mästete, um ihn im Ofen zu braten, sobald er fett genug sein würde. Nur, zum Hexen-Happy-End ist es nie gekommen, sie selber landete nämlich im Ofen. Damit mag zwar das Märchen zu Ende sein, die Geschichte von Hänsel und Gretel fängt aber erst so richtig an.

15 JAHRE nach den traumatischen Erlebnissen im Knusperhäuschen sind Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) keine verängstigten Kinder mehr. Der Wald mag zwar immer noch finster und bitterkalt sein, aber er ist auch ihr Revier um Rache zu nehmen für das, was man ihnen angetan hat. Keine Hexe ist ihres abscheulichen Lebens sicher, wenn diese Geschwister ihrem blutigen


Hexenkessel Märchenwald

Black Beauty. Ober-Hexe Muriel (Famke Janssen, oben) ist bildschön. Manchmal. Doch wehe, wenn sie ihre wahre Hexenfratze zeigt. Da haben sich Hänsel und Gretel eine wahrhaft ebenbürtige Gegnerin ausgesucht.

Handwerk nachgehen. Als ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Hexen-Ausrottung, ziehen Hänsel und Gretel mit Armbrust und Schießgewehren aller Art im Gepäck umher, um einen Landstrich nach dem anderen von Hexen zu befreien. Aber nicht nur der jahrelangen Erfahrung in diesem Business sind ihre Erfolge zuzurechnen. Auf vorerst unerklärliche Weise ist das Geschwisterpaar nämlich nicht anfällig für die schwarze Magie der Hexen, schon damals im Knusperhäuschen blieben Flüche und Zaubersprüche wirkungslos. Ein klarer Startvorteil, den die beiden geschickt zu nutzen wissen.

EIN HILFERUF des Bürgermeisters (Rainer Bock) führt Hänsel und Gretel nach Augsburg. Die Stadt leidet unter den Angriffen der fliegenden Bestien, laufend verschwinden Kinder, die Bewohner trauen sich kaum mehr aus ihren Häusern. Die Superstars der Branche sollen diesem Treiben nun ein Ende setzen. Zwar meint auch der Sheriff der Stadt, der brutale Berringer (Peter Stormare), er habe

beim Hexen-Hauen ein Wörtchen mitzureden, doch gegen Gretels Sturschädel zieht er den Kürzeren. Was ihn nicht daran hindert, weiter sein eigenes Süppchen zu kochen. Indes bestätigt sich eine Vermutung der beiden Hexenjäger: Augsburg wurde nicht zufällig zum Zentrum von derart geballter Hexen-Raserei. Hier verfolgt jemand einen Plan, und dieser Jemand ist ausgerechnet die mächtige Ober-Hexe Muriel (Famke Janssen). Und plötzlich sehen sich Hänsel und Gretel mit einer bitteren Erkenntnis über ihre Vergangenheit konfrontiert – und mit einer Gegenspielerin, die ihnen ernsthaft gefährlich werden kann ...

HEXENGULASCH IN 3D. Noble Zu-

rückhaltung ist nicht gerade eine Stärke des jungen Norwegers Tommy Wirkola. Eine blühende Fantasie hingegen schon. 2009 sorgte er mit Død snø für Furore: ein kurzweiliger Nazi-Zombie-Splatter-Streifen, der den Schnee blutbefleckt und das Publikum begeistert zurückgelassen hat. Mit seiner

Idee, die Geschichte von Hänsel und Gretel nicht weniger tollkühn weiterzuspinnen, traf er dann genau den Geschmack eines Produzenten-Teams rund um Will Ferrell und Adam McKay (Ricky Bobby, Die Stiefbrüder, Die etwas anderen Cops). Und jetzt haben wir den Salat: Gemma Arterton steckt im knallengen Leder-Outfit und schießt scharf, Jeremy Renner ist im Hexen-Nahkampf nicht weniger treffsicher, und Famke Janssen ist als Chef-Hexe nicht nur schiach wie der Zins, sondern auch charakterlich so verdorben, dass man ihr von ganzem Herzen ein möglichst DM blutiges Ende gönnt. ▶l

01 03 2013

FANTASY-ACTION. OT: HANSEL AND GRETEL: WITCH HUNTERS. USA/Deutschland 2013. REGIE: Tommy Wirkola. BUCH: Tommy Wirkola, Dante Harper. KAMERA: Michael Bonvillain. SCHNITT: Jim Page. MUSIK: Atli Örvarsson. PRODUKTION: Will Ferrell, Beau Flynn, Chris Henchy, Adam McKay, Kevin J. Messick. DARSTELLER: Gemma Arterton, Jeremy Renner, Famke Janssen, Peter Stormare, Thomas Mann, Zoe Bell, Rainer Bock, Pihla Viitala. VERLEIH: UPI.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

GEMMA ARTERTON

Gemma goes Gretel. Mit ihrer Rolle als erbarmungslose Hexenjägerin hatte Ms. Arterton eine Riesenhetz: „Ich habe nachher gleich noch einen Actionfilm gedreht, so gut hats mir gefallen.“

SKIP: Gemma, dieses Märchen ist nichts für kleine Kinder, stimmts? GEMMA ARTERTON: Ganz und gar nicht, der Film ist genau so, wie ich mir das erhofft habe: brutal, dunkel, schräg – ein richtiger Spaß. Meine Figur ist total anders als alles, was ich bisher gemacht habe. Gretel ist im Grunde sehr ernsthaft, sie ist ein richtiger Badass, knallhart, unerbittlich. Und sie hat einen ausgesprochen trockenen Humor. Wobei, es ist eher Sarkasmus bei ihr. Jeremy ist als Hänsel etwas vordergründiger witzig, Gretel ist staubtrocken. Du stehst also auf Filme, in denen das Blut von der Leinwand trieft? Wenn es in die Tarantino-Gewalt-Richtung geht, dann ja: so übertrieben, dass es schon wieder witzig ist. Es ist ja nicht im entferntesten realistisch. Tommy (Wirkola, der Regisseur, Anm.) ist ein HorrorfilmFan, er steht zum Beispiel total auf die Evil Dead-Filme. Und darum hat es bei uns am Set immer geheißen: „Mehr Blut, mehr Blut!“ Überall sind Kübel voller Kunstblut herumgestanden, mit den verschiedensten Blutsorten drin, und wurden ausgeschüttet und verspritzt. Auch mich hat man komplett versaut mit dieser Suppe ... es war sehr witzig. Hast du nach so einer Rolle zum Austoben gesucht? Ich habe niemals wirklich einen richtigen Schlachtplan, was ich als Nächstes tun will. Tommy hatte schon Jeremy gecastet und war auf der Suche nach einer Gretel. Dann hat er mich als Alice Creed gesehen in einem britischen Independent-Thriller, und ist zu mir gekommen. Ich wollte aber schon länger einen richtigen Actionfilm machen, einen, wo ich wirklich was zu tun habe. Und das war hier der Fall, ich komme genauso dran wie Jeremy.

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Und da wir ja Geschwister sind und kein Liebespaar, spielt sich das noch mehr auf einer gleichberechtigten Ebene ab. Der Dreh war zwar körperlich anstrengend, aber es hat mir gefallen. Was war der interessanteste Stunt, den du erledigen durftest? Ein Faustkampf mit fünf Männern, fünf richtig großen


T U BLTUT T U G

Böse Mädchen kommen in den Märchenwald. GEMMA ARTERTON ist Bond-, Blockbuster- und Indie-erprobt (Ein Quantum Trost, Prince of Persia, The Disappearance of Alice Creed), jetzt macht Englands süßeste Versuchung Hexen fertig. Warum sie als Gretel nicht abhebt und als Gemma meist planlos ist, hat sie SKIP in London wissen lassen.

FOTOS: UPI (1), UPI/LORENZO AGIUS (1)

Männern. Das wurde in einem Shot gedreht, man konnte sich also keinen Fehler erlauben, sonst dauert sowas den ganzen Tag. Und außerdem hätte es dann geheißen: Sie schafft das nicht, weil sie ein Mädchen ist. Aber ich habs hingekriegt, und es schaut verdammt gut aus. Leider durfte ich nicht fliegen so wie Famke, die reitet ja auf ihrem Besen. Ich musste am Boden bleiben. Haben Hänsel und Gretel unterschiedliche Kampfmethoden? Ja, etwas. Ich arbeite mit einer Armbrust, Hänsel mit einem Gewehr. Ich hab naturgemäß nicht ganz so viel Munition zur Verfügung, also muss ich sehr präzise sein, er kann einfach herumballern. Aber grundsätzlich ist das Motto von beiden: Auf in den Kampf, egal wie, Hauptsache es gibt am Ende weniger Hexen als vorher.

Wir haben hier eine amerikanische Produktion mit einer Britin, einer Holländerin und einem Amerikaner in den Hauptrollen, gedreht wurde hauptsächlich in Deutschland, der Regisseur ist Norweger. Hat der Film von diesen vielen Einflüssen profitiert? Absolut, finde ich. Tommy ist sehr talentiert und hat eine ganz klare Vorstellung, was er will. Das ist besonders als junger Regisseur enorm wichtig, weil es immer so viele Leute gibt, die einem dreinreden. Er hat einen sehr schrägen Humor, der ist noch dreckiger als der britische. Und er war clever genug, um

seine Story für den amerikanischen Mainstream-Markt aufzubereiten, aber im Kern seinem verdrehten, dunklen, norwegischen Stil treu zu bleiben. Und mit den vielen skandinavischen Schauspielern im Film ergibt das eine richtig coole Mischung.

Der Regisseur hat erzählt, dass ihn das Märchen Hänsel und Gretel als Kind schwer beeindruckt hat. Ging es dir auch so, hast du dich davor gefürchtet? Ich kenne das Märchen natürlich, aber vor Hexen oder Dämonen hatte ich nie Angst. Ich hab als Kind befürchtet, dass Krieg ausbrechen, und man Bomben auf unser Haus abwerfen würde. Eigentlich ist das heute noch die größte Horrorvorstellung für mich. Und Waffen, die finde ich furchterregend. Grundsätzlich kann man wohl sagen, ich fürchte mich vor Dingen, die wirklich existieren, nicht vor Geistern oder so.

„Der Film ist genau so, wie ich mir das erhofft habe: brutal, dunkel, schräg – ein richtiger Spaß.“ Die Hexen im Film haben aber ziemliches Grusel-Potential ... Ja, die sind bei uns richtig grauslich, überhaupt nicht sexy, einfach nur abstoßend hässlich. Und die sind nicht CGI, sondern wurden stundenlang geschminkt. So konnten wir am Set wirklich mit diesen Kreaturen interagieren. Apropos sexy: Gretel steckt in einem hautengen Lederkostüm. Schaut genial aus, aber nicht wirklich bequem ... Bequem war es nicht, aber so cool. Es musste auch funktionell sein, damit ich mich in den Actionszenen halbwegs bewegen konnte. Aber natürlich ist es mehr als einmal passiert, dass diese verdammt enge Lederhose aufgerissen ist. Mitten in einer Kampfszene: Rrrratsch! Aber es ist nicht nur mir passiert, auch Jeremy und allen anderen, die in solche Hosen gestopft wurden. Dabei gabs eh verschiedene Versionen – etwas weiter geschnitten für die Action, und die extrem enge Variante fürs Herumstehen. Aber Gretel ist eigentlich sehr unschuldig, es ist ihr gar nicht bewusst, wie sexy und anziehend sie wirkt. ▶l DINA MAESTRELLI

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

JEREMY RENNER

N E H C R MÄ ONKEL Gerade entschärfte er noch Minen im Irak (The Hurt Locker), turnte mit TOM CRUISE auf Wolkenkratzern herum (Mission: Impossible – Phantom Protokoll) und flüchtete vor der CIA quer durch die USA (Das Bourne Vermächtnis). Jetzt ballert JEREMY RENNER an der Seite von GEMMA ARTERTON Hexen nieder – und das bei bester Laune.

SKIP: Es gibt in den letzten Jahren einen richtigen kleinen Märchenhype: Zwei Schneewittchen-Filme, diverse TV-Serien und jetzt euer Film. Woher kommt das? JEREMY RENNER: Es gibt immer so seltsame Trends in Hollywood. Warum werden z. B. zeitgleich zwei J. Edgar Hoover-Filme produziert, zwei Hitchcock-Filme, warum passieren solche Parallelitäten? Aber ich muss sagen, in Sachen Märchen wundert mich eher, warum das nicht schon längst passiert ist. Diese Märchen gibt es ja schon eine ganze Weile, und mit denen einmal in eine neue Richtung zu gehen, ist doch eine ziemlich spannende Sache. Grimms Märchen sind ja eigentlich alle ziemlich düster, da gehts ordentlich zur Sache – hast du dich als Kind ein bisschen davor gefürchtet? Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr – aber Sie haben schon recht. Das Absurde ist, dass „märchenhaft“ heute ja bedeutet, dass etwas total klischeehaft harmonisch und schön ist – dabei sind viele Märchen genau das Gegenteil: Die sind verstörend und deprimierend und handeln oft von den grausamsten Dingen, die man sich nur vorstellen kann. Wenn sich die Leute unsere Version von Hänsel und Gretel ansehen, irritiert das vielleicht manche – dabei ist das gar nicht so fern von der Stimmung des ursprünglichen Märchens. Ich meine, da gehts um zwei kleine Kinder, die ganz alleine in den Wald geschickt werden, damit sie dort sterben. Ihre eigenen Eltern

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„Hexen jagen – das klingt doch nach einem Heidenspaß!“ haben sie da hineingeschickt! Und dann finden die Kinder im Wald ein Haus aus Süßigkeiten, und dessen Besitzerin, die Hexe, versucht sie zu mästen, um sie später zu fressen, und dann bringen sie die Hexe um. Ende. Tja, das klingt wirklich nicht sehr romantisch. Na, so ungefähr war es doch, oder nicht? (lacht) Und wir erzählen 15 Jahre später weiter: Da hat sich bei den beiden mittlerweile einiges an Groll aufgestaut gegen Hexen, und so werden sie eben Kopfgeldjäger und bringen im ganzen Land die Hexen um. Das ist natürlich voll mit schwarzem Humor – klingt doch nach einem Heidenspaß! Was du und Gemma da im Film tun, schaut ganz schön spektakulär aus … Ja, ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß am Set! Alle Stunts sind real, ganz ohne Computertricks. Die Szenen, in denen wir durch die Gegend geschleift werden, am Besen einer fliegenden Hexe hängend – das ist alles wirklich passiert! Es war fast wie beim Dreh eines klassischen Westerns, wir wurden andauernd verprügelt. Dabei versuchen wir doch einfach nur, die Hexen plattzumachen, so gut wir können. Ich glaube, aus dem Stoff könnte auch ein saucooles ▶l MAGDALENA MIEDL Videogame werden. (lacht)

FOTOS: UPI (3)

Darfs ein bisserl mehr sein? Regisseur Tommy Wirkola und Jeremy Renner schauen ganz genau hin, ob das Hexen-Schlachtfest auch blutig genug rüberkommt.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

FAMKE JANSSEN

KNUSPER K NUSPE R

Und noch ein Bond-Girl: In der Maske der gestaltwandelnden Oberhexe Muriel fürchtete FAMKE JANSSEN (GoldenEye, X-Men-Filme) sich vor ihrem eigenen Spiegelbild. Beim Interview in London zeigte sich die schöne Holländerin mit Wohnsitz New York gottseidank ganz natürlich.

KNÄUSCHEN SKIP: Du bist im Film streckenweise unter sehr viel Make-up versteckt ... FAMKE JANSSEN: Bitte erinnere mich nicht. Drei Stunden hats gedauert, mich in die hässliche Variante von Muriel zu verwandeln: Mir wurden Sachen ins Gesicht geklebt, ich bekam gigantische Kontaktlinsen verpasst, durch die ich praktisch blind war, falsche Zähne, eine schwarze Zunge ... ein Albtraum. Das erste Mal ist es ja noch interessant, bei dieser Verwandlung zuzuschauen, beim 150. Mal findet man es dann aber nicht mehr so spannend. Eine schwarze Zunge – wie schminkt man das? Man bekommt Kunstblut in den Mund gespritzt. Und dann soll man spielen!! Dabei war es schon ein Wunder, wenn ich unfallfrei gehen und sprechen gleichzeitig konnte. Das gigantische Kostüm war eine einzige Stolperfalle, Schauspielen war eigentlich das geringste meiner Probleme. Gibts auch positive Erinnerungen an die Dreharbeiten? Natürlich! Ich durfte drei Monate in Berlin leben, das war wunderbar. Und das Fliegen war genial, das absolute Highlight.

Glück habe, muss ich beim dritten oder vierten Film schon weniger Kompromisse eingehen. Hat der Aufenthalt hinter der Kamera dich als Schauspielerin verändert? Ja, aber nicht unbedingt zum Positiven. Ich habe jetzt ständig Zeitpläne und das Budget im Hinterkopf. Als Schauspieler ist das nicht wirklich förderlich für die Arbeit, da muss man sich eben manchmal Zeit für sich nehmen, auch wenn die Crew wartet und der Regieassistent schon fast durchdreht. ▶l DINA MAESTRELLI

Und für die nähere Zukunft wünschst du dir also vor allem Rollen ohne viel Make-up? Dieser Wunsch hat sich schon erfüllt, ich habe in den letzten Monaten in Toronto die Fantasy-TV-Serie Hemlock Grove gedreht, so etwas Twin-Peaks-artiges. Da trage ich wunderschöne Vintage-Garderobe, immer ganz in weiß, sehr edel. Das macht großen Spaß, und vielleicht bekommen wir ja eine weitere Staffel.

FOTOS: UPI (3)

Du hast 2011 deinen ersten eigenen Film (Bringing Up Bobby, Anm.) als Autorin, Regisseurin und Produzentin fertiggestellt. War diese Erfahrung so, wie du sie dir erwartet hast? Ich wurde von vielen Seiten darauf vorbereitet, dass es hart werden würde. Und dann kam es natürlich noch schlimmer. Aber es war gleichzeitig so aufregend. Ich liebe es, auf Filmsets zu sein, ich liebe die Zusammenarbeit mit so vielen Menschen, und dann noch der Chef zu sein – es war großartig. Planst du schon weitere eigene Projekte? Ja, ich schreibe nebenbei an Drehbüchern, suche Koproduzenten. Ich muss mich jetzt als Regisseurin schrittweise vorarbeiten, so wie früher als Schauspielerin. Und wenn ich

„Ich muss mich als Regisseurin schrittweise vorarbeiten, so wie früher als Schauspielerin.“


▶l Film Wenn die steirische Eiche nach all den Jahren in der Politik wieder zur Schusswaffe greift, dann legt selbst ein Jackass wie Johnny Knoxville die Ohren an.

The Last Stand

Nach dem Staatsdienst mit Mitte 60 in die verdiente Pension? Nicht mit ARNOLD SCHWARZENEGGER. Das heimische Nationalheiligtum läutet unter der Regie des Korea-Kino-Imports JEE-WOON KIM mit gehörigem Wumms sein Leinwand-Comeback ein. Obacht: He’s The Sheriff!

SOMMERTON JUNCTION: letzt-

lich auch nur ein anderes Wort für ruhige Kugel. Nach zermürbenden Jahren beim Drogendezernat von L. A. hat sich Ray Owens (Arnold Schwarzenegger) in nämliches Städtchen an der US-mexikanischen Grenze versetzen lassen, um dort als Sheriff nach dem Rechten zu sehen – eine unstressige Aufgabe, die über das Ermahnen von Falschparkern und das Zurechtweisen der ortsbekannten Ballermänner selten hinausgeht. Vorruhestand im Niemandsland also? Eher schon die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm.

FBI-Topchecker (Forest Whitaker) erfährt Owens, dass die Route von Cortez just durch Sommerton führen wird, wo sich dieser kurzerhand eine eigene Grenzübergangsbrücke errichten hat lassen. Nachdem sich eine Straßenblockade nach der anderen als wirkungslos erweist, ruht die letzte Hoffnung, den Bösling doch noch aufhalten zu können, auf den Schultern von Owens und seinen Getreuen. Die verwegene Truppe, zu der sich zudem ein von Jackass Johnny Knoxville interpretierter Waffennarr gesellen darf, bereitet sich also auf das letzte Gefecht vor ...

BALD SEHEN SICH OWENS und seine

HE’LL BE BACK – und wie: Nach zehn

Deputies mit sonderbaren Geschehnissen konfrontiert, die mit dem Auftauchen einiger unguter Zeitgenossen zusammenhängen – und sich als Vorboten noch größeren Unheils herausstellen: Der Drogenbaron Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) ist nach einer wagemutigen Flucht auf freiem Fuß und brettert in seiner aufgemotzten Corvette mitsamt Geisel (Genesis Rodriguez) quer durch die USA, die Landesgrenze im Visier. Von einem

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Jahren ohne Hauptrolle (zuletzt: Terminator 3) und zwei Amtsperioden als Governator von Kalifornien läutet The Last Stand mit gewaltigem Karacho den dritten Frühling des Arnold Schwarzenegger ein. Wie schon in seinen beiden Expendables-Kurzauftritten kokettiert er auch hier mit seinem Status als ActionUrgestein: die allzu knarrenden Knochen kommentiert das Granitgesicht mit pointierter Lakonie – was durchaus eine Nähe zu Clint

Eastwoods Altersschaffen erkennen lässt. Dass man The Last Stand nicht nur als selbstironisches Spätwerk in Erinnerung behalten wird, ist Regisseur Jee-woon Kim zu verdanken, der als Erster der zentralen Player des koreanischen Filmwunders der Nuller Jahre in der Traumfabrik angeheuert hat und seinen Western-informierten Hollywood-Einstand mit großer Könnerschaft von einer atemraubenden Action-Ausschweifung zur nächsten dirigert. Wenn dann Arnie am Ende noch dazu ganz oldschoolig die alten und altbewährten Fäuste sprechen lassen muss, ist das schließlich eine besonders schöne Pointe eines CP großteils überzeugenden Comebacks. ▶l

31 01 2013

ACTION. OT: THE LAST STAND. USA 2013. LÄNGE: 107 Min. REGIE: Jee-woon Kim. BUCH: Andrew Knauer. KAMERA: Ji-yong Kim. SCHNITT: Steven Kemper. MUSIK: Mowg. PRODUKTION: Lorenzo di Bonaventura. DARSTELLER: Arnold Schwarzenegger, Forest Whitaker, Johnny Knoxville, Rodrigo Santoro, Jaimie Alexander, Luis Guzmán, Eduardo Noriega, Peter Stormare, Zach Gilford, Genesis Rodriguez, Harry Dean Stanton. VERLEIH: Centfox.


▶l Film

Stirb langsam Ein guter Tag zum Sterben Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke! BRUCE WILLIS alias John McClane ist noch immer nicht umzubringen. Im fünften Teil gehts gemeinsam mit McClane Junior zur Sache: Die Hard, the next generation, quasi. Und wieder wird es Glasscherben und Kugeln hageln, als ob es kein Morgen gäbe!

EIN COP IST EIN COP ist ein Cop.

Niemand weiß das besser als Vollblut-Polizist John McClane (Bruce Willis) – und seine Kids, die mit dem anstrengenden Vater nichts mehr zu tun haben wollen. Zuviel fliegt in die Luft, wenn er dabei ist – ob Autos, Gebäude oder Beziehungen. Und doch ist John McClane einigermaßen irritiert, als ihm zu Ohren kommt, dass sein Sohn Jack (Jai Courtney) ausgerechnet in Russland verhaftet wurde. Also legt er sich ein Exemplar von Moskau für Dummies zu und fliegt mal eben los – mitten ins nächste Abenteuer, wie könnte es anders sein. Jack hat überhaupt nicht mit seinem Vater gerechnet. Der wiederum ist erstaunt, welche Laufbahn sein Sohn in den letzten Jahren eingeschlagen hat: Jack beschützt seit drei Jahren als CIA Undercover-Agent den Informanten Komarov (Sebastian Koch). Und dessen Geheimnisse sind wahrlich explosiv. „Haben Sie das schon mal gemacht?“ fragte in Stirb Langsam 4.0 John McClanes ahnungsloser Nerd-Schützling, als die ersten Schüsse fielen. Wir wissen: Er hat. Wenig verwunderlich also, dass es plötzlich um Terrorismus, Plutonium, Atombomben und die Weltherrschaft geht – am vielleicht schlimmsten Ort der Welt:

Nur mal schnell die Welt retten: Generationsverbindende Oldschool-Action diesmal gegen Fieslinge in Russland. Bruce Willis brilliert zum 5. Mal als abgehalfterter Cop mit herbem Charme, ihm zur Seite Jai Courtney (Jack Reacher, TV-Serie Spartacus).

In Tschernobyl! Und obwohl Jack anfangs der festen Überzeugung ist, alles allein im Griff zu haben, ist er dann doch ganz froh, dass er seinen Dad dabeihat. Auch wenn der wenig Gedult für Amtswege und in Moskau keinen Heimvorteil hat. Aber auch so kann Familienzusammenführung funktionieren: Zur richtigen Zeit am falschen Ort.

AUCH WENN DIE McCLANES mit ihrem Schützling Komarov im Schlepptau nicht genau wissen, mit wem sie sich angelegt haben: Der Superbösewicht ist genauso ahnungslos. Der dachte, er könnte abends noch ins Ballett gehen. Doch die beiden McClanes haben andere Pläne – der Ballsaal eines alten Hotels wird das noch zu spüren kriegen, genauso wie ein „ausgeborgter“ Truck. Nicht umsonst gab es 82 Drehtage allein für Verfolgungsjagden und gepflegte Zerstörungswut.

Der hat Jungtalent Jai Courtney bereits in der blutrünstigen TV-Serie Spartacus frönen können, auch neben Tom Cruise in Jack Reacher ging es für ihn heiß her. Der deutsche Schauspieler Sebastian Koch, der den Informanten Komarov gibt, bewies u. a. als Albert Speer im TV-Mehrteiler Speer sowie als gespaltener Nazi in Paul Verhoevens NS-Widerstandsabrechnung Black Book sein darstellerisches Talent. Drei coole Kerle gegen den Rest der JP Welt: Stirb Langsam 5 kann kommen! ▶l

14 02 2013

ACTION. OT: A GOOD DAY TO DIE HARD. USA 2013. LÄNGE: 115 Min. REGIE: John Moore. BUCH: Skip Woods, Roderick Thorp. KAMERA: Jonathan Sela. SCHNITT: Dan Zimmerman. MUSIK: Marco Beltrami. PRODUKTION: Alex Young, Tom Karnowski,Jason Keller, Bruce Willis. DARSTELLER: Bruce Willis, Mary Elizabeth Windstead, Jai Courtney, Sebastian Koch. VERLEIH: Centfox.

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▶l Film

e h W c s i t s a t n a f e i D Wir sind nicht mehr in Kansas!

Da staunt der Zauberer: Solche magischen Tricks kann nicht mal der selbsternannte Spitzenmagier Oscar Diggs (James Franco) aus dem Zylinder schütteln. In Oz gibts nämlich echte Hexen (Rachel Weisz, Mila Kunis, Michelle Williams), sprechende Porzellanpuppen – und eine ganze Stadt aus Edelstein!

ER IST LÄNGST MEHR als

nur irgendeine Märchenfigur, sondern ein wesentlicher Teil der Popkultur-Mythologie: Der Zauberer von Oz. Besonders der legendäre Kinofilm aus dem Jahr 1939, der auch Judy Garlands Superstar-Ruhm begründete, ist ein einziger Quell von Anspielungen und Zitaten, von der gelb gepflasterten Straße, der Yellow Brick Road, die Elton John zu seinem gleichnamigen Hit inspirierte, über die berühmten Filmsongs Over the Rainbow

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oder Ding Dong The Witch Is Dead bis hin zu den legendären Dialogzeilen („Toto, I’ve got the feeling we’re not in Kansas anymore!“, „There’s no place like home.“).

WENIGER BEKANNT IST, dass der

Film selber auf einer Buchserie beruht: 1900 erschien das Kinderbuch The Wonderful Wizard of Oz (dt. Titel Der Zauberer von Oz) des US-amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum, ein volles Dutzend weiterer Bände folgte. Und Hauptsächlich von den Büchern hat sich auch Sam Raimi für dieses ambitionierte Filmprojekt inspirieren lassen. Die spannende Prämisse: Wie wurde der mächtige Zauberer von Oz eigentlich zum mächtigen Zauberer?

TJA, WILL MAN RAIMI Glauben schen-

ken, hat der frühe Oz einst den recht profanen Namen Oscar Diggs (James Franco) getragen und ist um 1900 mit einem abgetakelten Wanderzirkus durch die Gegend getingelt. Oscar ist Varieté-Magier, und was ihm an Genie fehlt, das macht er mit Charme, gutem Aussehen und einem äußerst fragwürdigen Moralbegriff wett – er ist ein meisterlicher Trickser, der sich aus jeder noch so unangenehmen Situation rausreden kann. Oscar träumt davon, ein ganz großer, berühmter (und vor allem reicher) Zauberer zu werden – tatkräftig unterstützt von seinem treuen Assistenten Frank (Scrubs – Die AnfängerMedicus Zach Braff), den Oscar ausnutzt, wo es nur geht.


e Welt von Oz

Die Geschichte vom Zauberer von Oz, der ein wundersames Märchenland regiert, ist nicht erst seit dem legendären Kinofilm mit JUDY GARLAND ein Klassiker. Kino-Fantast SAM RAIMI (Spider-Man) hat sich jetzt der aufregenden Vorgeschichte des Magiers angenommen, mit traumhaften Bildern und Top-Besetzung: Es bezaubern JAMES FRANCO, RACHEL WEISZ, MILA KUNIS, MICHELLE WILLIAMS und ZACH BRAFF.

DOCH DANN KOMMTS zu einem dra-

matischen Zwischenfall, bei dem sich Oscar weder auf seine Redegewandtheit noch auf den guten alten Frank verlassen kann: Bei einer Ballonfahrt über die grünen Wiesen des schönen US-Bundesstaates Kansas gerät Oscar in einen Wirbelsturm – und legt nach einem unfreiwillig spektakulären Flug-Stunt eine unsanfte Bruchlandung hin. Er findet sich in einer seltsamen Waldlandschaft wieder, bunt, ungewöhnlich und ihm völlig unbekannt. Nein, jetzt ist er sicher nicht mehr in Kansas. Unbekannt mag dieses seltsame Land ja sein – aber es ist alles andere als unbewohnt. Gar schräge Kreaturen begegnen Oscar, als der versucht, sich hier zurechtzufinden: ein kleines geflügeltes Äffchen namens Finley; eine lebendige Porzellanpuppe, die trotz ihrer äußerlichen Zerbrechlichkeit ein ganz schön zähes Stück ist; ein Heer von winzigkleinen

Männchen, den sogenannten Munchkins; und allen voran gleich drei wunderschöne Hexenschwestern sind hier zu Hause: Die mächtige Evanora (Rachel Weisz), die Blitze erzeugen kann, die nette, naive Theodora (Mila Kunis), die Feuerkugeln schleudert, und die gütige Glinda (Michelle Williams), die das Wasser kontrolliert. Und sie alle scheinen in Oscar eine Art Erfüllungsgehilfe zu sehen, gekommen, um ihr Reich vor einer großen Gefahr zu bewahren. Oscar selbst erkennt erst langsam, was hier auf ihn zukommt – nichts weniger als das größte Abenteuer seines Lebens. Dazu muss er erstmal herausfinden, welche die gute und welche die böse Hexe ist – und auf welcher Seite er eigentlich selber steht …

HEXEN, ZAUBERER, Märchenwesen:

Die fantastische Welt von Oz ist ein vergnüg-

lich-abenteuerlicher Fantasy-Trip, beflügelt von Sam Raimis überbordender Fantasie. Wem das magische Land Oz allerdings schon ein bisschen bekannt vorkommt, der hat nicht ganz unrecht: Hinter dem Projekt steht Produzent Joe Roth, und der hat bereits bei Tim Burtons Alice im Wunderland und Rupert Sanders’ Snow White & the Huntsman seinen unverkennbaren Zauber GB walten lassen. ▶l

07 03 2013

FANTASY-ABENTEUER. OT: OZ THE GREAT AND POWERFUL. USA 2013. REGIE: Sam Raimi. BUCH: Mitchell Kapner, David Lindsay-Abaire, nach Motiven aus dem Roman Die wundervolle Welt von Oz von Lyman Frank Baum. KAMERA: Peter Deming. SCHNITT: Bob Murawski. MUSIK: Danny Elfman. PRODUKTION: Joe Roth. DARSTELLER: James Franco, Mila Kunis, Michelle Williams, Rachel Weisz, Zach Braff. VERLEIH: Walt Disney Studios.

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▶l Film

Findet Nemo 3D Frische Fische! Der kleine Nemo und sein überfürsorglicher Dad, noch fröhlich vereint. Bald schon wird Marlin in Begleitung der nervignetten Dorie auf eine große Reise gehen …

Eintauchen in die bunte Wunderwelt von PIXAR: Die spannende Geschichte vom kleinen Clownfisch Nemo, seinem mutigen Papa und seinen vielen schwimmenden Freunden kommt nochmal ins Kino – als berückendes 3D-Abenteuer! IRGENDWO im traumhaften Barrier Reef vor der australischen Küste lebt der Clownfisch-Bub Nemo gemeinsam mit seinem Vater Marlin in einer Seeanemone. Nach einer brutalen Raubfisch-Attacke ist Nemo Halbwaise und Einzelkind – und Marlin der überängstlichste Papi, den man sich nur vorstellen kann. So wird auch der erste Schultag, auf den sich Nemo so gefreut hat, zum Drama – Marlin hat solche Angst um seinen Sohn, dass er ihn keine Sekunde aus den Augen lässt. Aber Nemo will doch nicht schon am ersten Schultag zum Gespött der ganzen Fischkids werden! Also nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und schwimmt alleine ins tiefe tiefe Wasser, weg vom sicheren Riff, hin zu dem seltsamen, bedrohlichen Schatten, den die erfahrenen Fische Boot nennen, und der irgendwas mit den gefährlichen Menschen zu tun hat … KLEINER FISCH, GROSSES HERZ:

Im Jahre 2003 schwamm Pixars süßer Held Nemo in Windeseile ganz weit vorne mit im Rennen um die Publikumsgunst und heimste auch gleich den Oscar als bester Animationsfilm ein. In diesem einen Jahrzehnt hat sich kinotechnisch nun enorm viel getan –

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und so beschloss das Team um Pixar-Boss John Lasseter, immer schon ein Riesenfan von 3D-Kino, den schwimmenden Superstar nochmal loszuschicken.

IN MÜHEVOLLER KLEINARBEIT

wurde nun Nemos Unterseeabenteuer Bild für Bild neu bearbeitet: Die Transformierung von 2D auf 3D ist ja nicht unkompliziert, es müssen sämtliche Entfernungen der Tiefenebene neu definiert und berechnet werden. „Es muss jede einzelne Szene genau so aufgebaut sein, wie sich das der Regisseur der Originalversion vorgestellt hat“, erklärt Bob Whitehill, der als Chef der Stereoskopie-Abteilung für die perfekte Umsetzung verantwortlich war. „Und dazu muss ein 3D-Film natürlich so angenehm und unanstrengend für die Augen sein wie möglich!“ findet Nemo-Regisseur Andrew Stanton, der hochzufrieden ist mit dem 3D-Relaunch seines Werks: „Ich kann mir kaum einen Film vorstellen, der besser für 3D geeignet wäre als dieser“, meint er. „Und viele der Figuren sehen in der neuen Version

noch viel besser aus!“ Doch auch wenn monatelang an der technischen Umsetzung der 3D-Variante gebastelt wurde – die Story blieb unberührt, denn die ist frisch und spannend KZ wie beim ersten Mal!

▶l

14 02 2013

ABENTEUER. OT: FINDING NEMO. USA 2003. LÄNGE: 100 Min. REGIE: Andrew Stanton, Lee Unkrich. BUCH: Bob Peterson, David Reynolds, Andrew Stanton. KAMERA: Sharon Calahan, Jeremy Lasky. SCHNITT: David Ian Salter. MUSIK: Thomas Newman. PRODUKTION: Graham Walters, John Lasseter. OVSTIMMEN: Ellen DeGeneres, Albert Brooks, Willem Dafoe. DT. STIMMEN: Christian Tramitz, Anke Engelke, Udo Wachtveitl. VERLEIH: Walt Disney Studios.


▶l Film Singen, kämpfen, lieben: Vor Jahren war Valjean (Hugh Jackman) noch ein armer Dieb (ganz r.) – ehrbar geworden, kümmert er sich um die sterbende Fantine (Anne Hathaway, l.), in deren Tochter Cosette (Amanda Seyfried, r.) sich Student Marius (Eddie Redmayne) verknallt. Und über allem wacht grimmig der gnadenlose Javert (Russell Crowe, u.).

Les

Misérabl e FRANKREICH,

frühes 19. Jahrhundert. Zwei Männer, deren Wege sich immer wieder unheilvoll kreuzen, obwohl sie verschiedener nicht sein könnten: Der hartherzige Polizeiinspektor Javert (Russell Crowe) und der ehemalige Sträfling Jean Valjean (Hugh Jackman). Javert war Aufseher in jenem Gefängnis, in dem Valjean eine drakonische Strafe absaß, 19 Jahre Kerker – für den Diebstahl einer Scheibe Brot. Nach seiner Entlassung auf Bewährung wurde Valjean von einem großherzigen Bischof aufgenommen, der seinen Schützling auch noch deckte, nachdem er von ihm bestohlen worden war. Nach dieser Erfahrung schwor Valjean, ein durch und durch ehrliches Leben zu beginnen und seinen alten Namen mitsamt seiner unrühmlichen Geschichte hinter sich zu lassen.

Herzschmerz kann so schön sein! Javert wiederum schwor, den Wiederholungstäter Valjean für immer hinter Gitter zu bringen.

JAHRE SPÄTER hat es Val-

jean unter falschem Namen weit gebracht: Er ist Fabriksbesitzer und dazu noch Bürgermeister der Kleinstadt Montreuil-sur-Mer, beliebt und geachtet von seinen Bürgern. Und das in einer äußerst schwierigen, harten Zeit. Vielen anderen geht es auch nicht so gut, wie zum

Beispiel der alleinerziehenden Mutter Fantine (Anne Hathaway). Ihre kleine Tochter hat sie mangels anderer Möglichkeiten bei der ruchlosen, geldgierigen Wirtsfamilie Thénardier (Helena Bonham Carter & Sacha Baron Cohen) untergebracht, sie selbst schuftet in Valjeans Fabrik. Doch dann steigt ihr ein notgeiler Vorarbeiter nach, und als sie dessen Avancen entrüstet zurückweist, nützt der seine Macht und wirft Fantine raus. Nun muss sie – viele Möglichkeiten gabs damals nicht für Frauen – sich selbst verkaufen. Doch das Pech bleibt ihr hold, ein geiziger Freier zeigt sie zu Unrecht an – und so wird Fantine von Javert, der natürlich von ihrer Schuld überzeugt ist, verhaftet.

ZUFÄLLIG KOMMT VALJEAN vorbei, und erkennt, dass die verschüchterte junge Frau todkrank ist. Er nimmt sie unter seine Fittiche und lässt sie ins Krankenhaus bringen, wo Fantine stirbt. Durch einen blöden Zufall kommt Javert jedoch kurz darauf hinter die wahre Identität des Bürgermeisters – der nun tatsächlich schon wieder vor ihm fliehen muss, um sein Versprechen einzulösen: Er hat Fantine kurz vor ihrem Tod zugesichert, sich um ihre Tochter zu kümmern … Ein Jahrzehnt später lebt Valjean, wieder unter falschem Namen, in Paris – als wohlhabender Menschenfreund, mit Fantines Tochter Cosette als seiner eigenen Tochter. Die ist mittlerweile zu einer wunderschönen jungen Frau (Amanda Seyfried) herangewachsen, was ihren männlichen Altersgenossen nicht lange verborgen bleibt: Vor allem der Student Marius Pontmercy (Eddie Redmayne) wird


▶l

22 02 2013

MUSIK-DRAMA. OT: LES MISÉRABLES. Großbritannien 2012. LÄNGE: 152 Min. REGIE: Tom Hooper. BUCH: William Nicholson, Herbert Kretzmer nach dem Musical Les Misérables bzw. dem Roman Die Elenden von Victor Hugo. KAMERA: Danny Cohen. SCHNITT: Chris Dickens. PRODUKTION: Tim Bevan, Eric Fellner. DARSTELLER: Hugh Jackman, Russell Crowe, Anne Hathaway, Sacha Baron Cohen, Helena Bonham Carter, Amanda Seyfried, Eddie Redmayne, Aaron Tveit, Daniel Huttlestone. VERLEIH: UPI.

l es

Hast du Töne! Die dramatischen Ereignisse überschlagen sich, Superstars schmettern einen Ohrwurm nach dem anderen, und es regnet Auszeichnungen: 3 Golden Globes, 8 Oscarnominierungen. TOM HOOPERS opulente Verfilmung des Musical-Klassikers mit HUGH JACKMAN, RUSSELL CROWE, ANNE HATHAWAY, SACHA BARON COHEN, HELENA BONHAM CARTER und AMANDA SEYFRIED spielt alle Stückerln!

durch seine heftigen Gefühle fast von seinen revolutionären Ideen abgelenkt. Und natürlich will es das Schicksal, dass Javert Valjean erneut aufspürt – und inmitten der Wirren des Juniaufstands von 1832 kommt es zum dramatischen Showdown …

EHRE, GESETZ, LIEBE, DRAMA –

und mitreißende Musik: Das Musical Les Misérables von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil entstand 1980, nach Victor Hugos Roman Die Elenden aus 1862, und hat sich mittlerweile vom Avantgarde-Stück zum Klassiker des modernen Musiktheaters entwickelt. Nun brachte Regisseur Tom Hooper die hochemotionale Geschichte auf die große Kinoleinwand, und das so werksgetreu wie irgend möglich: Seine opulent angelegte Neuverfilmung begeistert mit Ausstattung, Inszenierung und nicht zuletzt Sound-Qualität Musical-Fans und Kinogeher gleichermaßen. Die größte Überraschung sind sicher die Performances der Hauptdarsteller: Hooper wollte, dass alle Schauspieler ihre Rollen selber singen, darauf wurde schon beim Casting geachtet. Aber damit nicht genug, es wurde noch ein zusätzlicher Schwierigkeitsgrad eingebaut: Die Songs wurden nicht, wie sonst üblich, nachträglich unter perfekten Bedingungen im Studio eingesungen – Hooper bestand darauf, dass on set, während des Drehs sozusagen live gesungen wurde. Eine schwierige Prüfung für Nicht-Musical-Profis, die die Hollywood-Stars überraschend überzeugend meisterten. KZ

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▶l Film

Kokowääh

2

Weil Til SchWeigeRS filmisches Geheimrezept fürs warmherzig-spaßige Familienragout gar so gut funktioniert hat, gibts jetzt endlich Nachschlag! Mit dabei: Schweiger und seine hinreißende Tochter emma, JaSmin geRaT, Julia JenTSch, maTThiaS SchWeighöFeR als hochprozentiger Filmstar und michael oSTRoWSKi als kunstbeflissener Ösi-Filmemacher.

Zwei Männer und eine kleine Lady: Magdalena (Emma Schweiger) mit ihren beiden Papas, Henry (Til Schweiger) und Tristan (Samuel Finzi) in der Chaos-WG.

WaS Man aus einem Henderl alles machen kann! Kokowääh – Kindersprech für Coq au vin, das einzige Gericht, das seine Hauptfigur kochen kann – nannte Til Schweiger seine warmherzige Patchworkfamilien-Humoreske und schuf damit die erfolgreichste deutsche Komödie 2011. Die Geschichte vom abgeklärten Medienmenschen Henry, der sich plötzlich um seine kleine Tochter kümmern muss und damit eine ganz neue, unbekannte Dimension des Chaos kennenlernt, bezauberte Kinogeher mit und ohne Familienbande. Einen großen Teil seines Erfolges verdankt Regisseur, Drehbuchautor, Produ058

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zent und Hauptdarsteller Schweiger sicher seiner eigenen Verwandtschaft – in Person von Töchterchen Emma Schweiger, die als Kuckuckskind Magdalena dem berühmten Papa mit links die Show gestohlen hat. Und wenn das richtige Leben nach jedem Happy End munter weiter Verwirrung stiften kann, darf auch das Kino nicht hintanstehen – und so gibts jetzt eine Fortsetzung der Story rund ums Kokowääh.

dIe ZeIT IST nICHT stehen geblieben: Magdalena ist nun schon fast ein großes Mädchen, gerade hat sich die Zehnjährige zum ersten Mal verliebt, mit ordentlich viel Herzschmerz-Potenzial. Henrys Freundin Katharina (Jasmin Gerat) kümmert sich um den Haushalt und Baby Louis, das jüngste Mitglied der Familie – ist aber überhaupt nicht happy mit der HausmütterchenRolle. Tristan (Samuel Finzi) hinge-

Was für ein Chaos!


Tja, was ist denn da bloß los? Das Leben bringt jede Menge Verwirrungen: Beruflich (Michael Ostrowski als Regisseur, l.o.) ebenso wie privat (Jasmin Gerat als frustrierte Freundin, l.u.).

gen, Magdalenas ehemaliger Kuckucksvater, genießt sein Leben in vollen Zügen: Seit ihn Magdalenas Mutter Charlotte Richtung Ausland verlassen hat, macht er an der Seite der blutjungen Anna (Jytte-Merle Böhrnsen) einen auf dicke Hose.

selbst. Eine Katastrophe. Es muss ein Profi ins Haus: eine Nanny (Jana Reinermann)! Nur leider ist die nicht nur fix, sondern auch ziemlich gutaussehend … Jetzt ist es wirklich schon ewig her, dass Til Schweiger als knackiger Zeitsoldat in der Lindenstraße gastiert hat – mittlerweile hat sich das Allroundtalent in der deutschen Kinolandschaft eine schöne eigene Ecke eingerichtet. Und auch wenn das Erfolgsgeheimnis seiner Filme gar nicht so geheim ist – lebensnahe Stories, dreidimensionale Charaktere, ein lustiges Drehbuch und extrem sorgfältige Kino-Handarbeit –, schafft er es wie zur Zeit kaum ein Zweiter, das Publikum für die deutschsprachige Komödie zu begeiKZ stern. Mahlzeit! 

Und Henry? Der ist mittlerweile unter

die Filmproduzenten gegangen und arbeitet an seinem ersten großen Projekt: Ein (fast) garantierter Blockbuster, mit dem berühmten Matthias Schweighöfer (der sich mit hingebungsvoller Selbstironie selber spielt) in der Hauptrolle. Eine Aufgabe, die Henry den letzten Nerv kostet – Schweighöfers Allüren, seine Vorliebe für den Alkohol und die wenig mainstreamtauglichen Ideen des österreichischen Kunstfuzzi-Regisseurs (Michael Ostrowski!) sorgen immer wieder für Turbulenzen. Tja, und dann wird es Katharina zuviel. Sie beginnt die Arbeit an einem neuen Buch – und zieht dafür vorsorglich in eine eigene Wohnung. Wegen der Konzentration und so. Henry versteht das nicht so ganz und vermutet sofort das Naheliegendste: Katharina hat Liebhaber! Vielleicht den feschen Luc, den sie ihm als ihren Lektor (ha, ha) vorstellt? Und überhaupt: Wer soll sich jetzt ei-

gentlich um Haushalt und Kinder kümmern? Zumindest dafür bietet sich schneller als erhofft eine Lösung an: Tristan hat seine Midlife-Crisis-bedingte Hirnvernebelung sein ganzes Kapital samt Wohnung gekostet, und er muss bei Henry einziehen. Nur: Tristan kommt mit den organisatorischen Problemen von Haushalt, Baby und verliebter Zehnjähriger noch weniger klar als Henry

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08 02 2013

Komödie. OT: Kokowääh 2. Deutschland 2013. Regie: Til Schweiger. Buch: Béla Jarzyk, Til Schweiger. Kamera: Adrian Cranage, Erik Lee Steingroever. Schnitt: Constantin von Seld, Til Schweiger. Musik: Dirk Reichardt, Martin Todsharow. Produktion: Til Schweiger, Béla Jarzyk, Tom Zickler. Darsteller: Til Schweiger, Emma Schweiger, Jasmin Gerat, Samuel Finzi, Matthias Schweighöfer, Jytte-Merle Böhrnsen, Helmut Zierl, Michael Ostrowski, Julia Jentsch. Verleih: Warner Bros.

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▶l Film

exklUsiV-iNterView

MIchael OSTrOWSKI

SMaRt ExpoRt

SKIP: Michael, was bringt dich in einen Til-Schweiger-Film? Michael OstrOwski: ein glücklicher Zufall. ich hab voriges Jahr bei der romy-Gala eine kleine Nominierungsrede gehalten, und til schweiger bekam an dem abend auch einen Preis. Nach der Veranstaltung ist er auf mich zugeschossen gekommen und hat mir erklärt, dass es so was wie mich in Deutschland nicht gäbe, und er würde mich auf alle Fälle anrufen, damit wir was gemeinsam machen können. Und tatsächlich bin ich dann ein paar wochen später angerufen worden. Das lustige war, dass meine rolle ursprünglich für Mads Mikkelsen gedacht war, meine Figur hätte rasmus walström geheißen (lacht). Mads musste aber kurzfristig absagen.

„Meine Rolle war ursprünglich für Mads Mikkelsen gedacht, meine Figur hätte Rasmus Walström geheißen.“ ... wenn der Mikkelsen nicht kann, dann rufen wir mal den Ostrowski an! Ja, das ist sehr edel, gell? (lacht) Wie heißt deine Figur nun und was macht sie genau? ich bin jetzt der Josef Fichtelhuber, was ungefähr der österreichischste Name ist, den man sich ausdenken kann (lacht). Meine Figur ist so ein Kunstfilm-Regisseur, der mit dem Matthias

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SKIP Februar

foto: aNDrea MÜhlwisch

Unter den vielen Gaststars in til SchweigerS neuester komödie kokowääh 2 liegt uns einer natürlich ganz besonders am herzen: comedysupertalent & tV-tausendsassa Michael oStrowSki gibt einen kunstbeflissenen Filmregisseur. skiP holte sich den Grazer wunderknaben für ein exklusiv-interview ans telefon.

schweighöfer einen Film drehen will auf der Basis eines Drehbuchs, das til schweigers Figur henry schreibt. Und der schnöselige Josef Fichtelhuber findet das Buch natürlich scheiße. Jetzt Til Schweiger – als Nächstes dann Tarantino? Das ist manchmal gar nicht sooo weit entfernt, wie es scheint: august Diehl ist z. B. ein guter Freund von mir, und der war ja bei inglourious Basterds dabei. Und kurz davor hat tarantino auch den Georg Friedrich zum casting eingeladen, und ich weiß, dass er sich wegen Georg auch Nacktschnecken angeschaut hat – wo ich ja u. a. auch mitgespielt habe. Man kann auf sowas nicht hinarbeiten, muss es aber auch nicht ausschließen. wenn der tarantino das Gefühl gehabt hätte, Georg Friedrich würde genau zu dem passen, was er machen will, dann wäre der Georg wahrscheinlich jetzt da, wo der waltz heute ist. Man kann nichts anderes dazu sagen und tun, als dass man sein Zeug immer möglichst authentisch und gut macht. Und das ist auch mein Plan. Wie siehts mit deinen eigenen Projekten aus, entführt ihr jetzt auch noch Otto Schenk? (lacht) Du nein, das ist mir zu anstrengend. es gibt aber Überlegungen für irgendeine Fortsetzung zur elfriede Ott, aber jetzt gerade schreibe ich am 3. teil meiner sex & Drugs & rock-’n’-roll-trilogie, die ich nach Nacktschnecken und contact high nun eben noch mit einem rock-’n’-roll-teil ▶l kurt zechner beenden will.


© 2012 Twentieth Century Fox Home Entertainment, Inc.

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▶l Film

Entgegen der landläufigen Meinung wird man als perfekte Großeltern nicht geboren: Artie und Diane müssen sich mit ihren drei Enkerln erst zusammenraufen. Warmherzige Familienkomödie mit Starbesetzung: BeTTe midLeR, BiLLy cRySTaL und maRiSa Tomei mitten im Erziehungschaos.

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Komödie. oT: PARENTAL GUIDANCE. USA 2012. LänGe: 105 Min. ReGie: Andy Fickman. Buch: Lisa Addario, Joe Syracuse. KameRa: Dean Semler. SchniTT: Kent Beyda. muSiK: Marc Shaiman. PRoduKTion: Billy Crystal, Peter Chernin, Dylan Clark. daRSTeLLeR: Bette Midler, Billy Crystal, Marisa Tomei, Tom Everett Scott. VeRLeih: Centfox.

DieKinder Bestimmer haften für ihre Eltern Über Generationen hinweg hat sich das Klischeebild tief ins öffentliche Bewusstsein eingebrannt: Die Eltern sorgen mit vernünftiger Strenge für die konsequente Erziehung des Nachwuchses – und die armen herumkommandierten Kinderchens erholen sich von all dem Stress bei ihren liebevollen, nachsichtigen und vor allem unendlich geduldigen Großeltern. Tja, so sieht das meist aber nur in der Theorie aus. In der Praxis sind Großelten nämlich ganz normale Menschen mit ganz normalen Bedürfnissen (Zweisamkeit! Ruhe!!). Artie (Billy Crystal) und Diane (Bette Midler) etwa sind gar nicht mal sooo unglücklich darüber, dass ihre drei Enkerl lieber bei den „anderen“ Großeltern abhängen, den Eltern ihres Schwiegersohnes Phil (Tom Everett Scott) nämlich. Zwar sind sie anIm bewaffneten Konflikt um die Vorherrschaft in der Familienbande werden schwerste Geschütze aufgefahren: Marisa Tomei, Bette Midler und Billy Crystal unter Beschuss.

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sKiP Februar

gemessen froh und glücklich über die drei Kinder ihrer Tochter Alice (Marisa Tomei) – aber mehr so aus der Ferne. Das Leben als aktives Paar im besten Alter lässt nicht viel Zeit für Kinderspiele.

Kindern endlich ein bisschen näher zu kommen! Artie ist weniger erfreut, aber gegen Dianes Entscheidungsgewalt kann er wenig ausrichten. Also macht man sich mit den allerbesten Vorsätzen auf in Richtung Familie.

Doch Dann mÜssen Phil und

alice hat natÜrlich alles minutiös

Alice für ein paar Tage weg – und Phils Eltern sind verhindert. Mit viel Bauchweh bittet Alice also Diane und Artie um Hilfe. Und Diane kriegt tatsächlich einen Mütterlichkeitsanfall: Was für eine bezaubernde Gelegenheit, den

vorbereitet und konfrontiert ihre Eltern mit hunderten von Regeln und Vorschriften, wie die Sprößlinge in ihrem supermodernen Haus zu erziehen seien. Doch Barker (Kyle Harrison Breitkopf), Turner (Joshua Rush) und Harper (Bailee Madison) sind Kinder des 21. Jahrhunderts, und die haben einen untrüglichen Sinn für Unsicherheiten bei Erwachsenen. Und so lassen sie sich von den angestaubten Erziehungsvorstellungen ihrer Großeltern nicht beeindrucken. Strenge Regeln und langweilige Spiele sabotieren sie mit viel Geschick, und schon nach kurzer Zeit sind die Großeltern der Verzweiflung nahe – eine Krise epischen Ausmaßes bahnt sich an … „Die meisten Menschen sind entsetzt darüber, wie sie großgezogen wurden und können es gar nicht erwarten, ihre eigenen Kinder anders zu erziehen!“ meint Bette Midler – eine großartige Prämisse für zahlreiche familiäre Pointen, die das versammelte Comedy-Supertalent in diesem Film GB weidlich genutzt hat.


▶l Film

Midlife Crisis in der Mittelschicht: Comedy-Vordenker JUDD APATOW (Beim ersten Mal) inszeniert mit PAUL RUDD und LESLIE MANN seine ganz eigenen Szenen einer Ehe. In tragenden Nebenrollen: seine Töchter, diverse Existenzängste ... und MEGAN FOX’ Busen.

Immer Ärger mit 40

VIER GEWINNT?

Ansichtssache. Just am ersten Tag, an dem Debbie (Leslie Mann) mit einem Vierer vorne in der Zehnerstelle aufwacht, bahnt sich die Angst vorm Älterwerden unbarmherzig ihren Weg. Dabei wollte ihr ihr Mann Pete (Paul Rudd) doch nur eine Überraschung zum Vierziger machen – und mittels einer eingeworfenen Viagra die gemeinsame Morgendusche ein wenig aufpeppen. Debbie ist darob aber nicht erfreut und unterstellt Pete, dass er sie sexuell nicht mehr attraktiv finden würde. Und obwohl sie ihr Fitnesscoach (Jason Segel) später noch mit Komplimenten überschüttet, beschließt Debbie, ihr Geburtsjahr von nun an sanft nach oben zu korrigieren. Zu den Alterssorgen gesellen sich generelle Alltagssorgen: Warum fehlen in der Kassa von Debbies Boutique hohe Beträge? Hat die fesche Verkäuferin (Megan Fox) was abgezweigt? Weshalb hat sich Pete grade jetzt in den Kopf gesetzt, Haus und Ersparnisse aufs Spiel zu setzen, um mitten in der Wirtschaftskrise ein mäßig erfolgreiches

In der Fortsetzung von Beim ersten Mal ringen Paul Rudd und Leslie Mann mit dem Älterwerden – zum Glück kommt die ausgelassene Situationskomik dabei aber auch wieder nicht zu kurz.

Platten-Label betreiben zu können? Warum steckt er seinem Dad (Albert Brooks) dennoch ständig Geld zu? Wann bietet sich für Pete und Debbie endlich wieder die Gelegenheit für Stunden der Zweisamkeit – oder zumindest für einen Blowjob zwischendurch? Und wäre es echt zu viel verlangt, wenn der Geschwisterzwist der Töchter (Maude & Iris Apatow) mal einen Tag nicht ausufern würde? Ein Berg voller Probleme also, der die Frage aufwirft: Weiterkämpfen oder hinschmeißen?

OBWOHL JUDD APATOW als

Produzent und Autor der ComedyErneuerer der letzten Dekade ist, ist Immer Ärger mit 40 seine erst vierte Regiearbeit. Das Sequel zu Beim ersten Mal rückt nun dessen Nebenfiguren ins Rampenlicht – und trägt unbestreitbar autobiografische Züge: Mit Filmfrau Leslie Mann ist er verheiratet, die Filmtöchter sind seine eigenen – da ist es nicht schwer,

in der Figur von Rudd Judd selbst auszumachen. Wohl auch deshalb wird die Erzählung trotz all der bisweilen wieder unverschämt Geschmacksgrenzen auslotenden Gags von einem sehr warmherzigen Grundton getragen. Den Protagonisten wird von Apatow stets Verständnis für ihr Straucheln entgegengebracht – und wir Zuschauer begeben uns mit ihnen auf eine Reise in jene wilden Gewässer, die man Leben nennt: aufreibend und doch aufregend, launisch und doch lässig geht es darin zu – und keinen einzigen Tag möchte man davon missen, nicht vor und schon gar nicht nach dem ersten Geburtstag mit dem CP Vierer in der Zehnerstelle. ▶l

15 03 2013

KOMÖDIE. OT: THIS IS 40. USA 2012. LÄNGE: 134 Min. REGIE: Judd Apatow. BUCH: Judd Apatow. KAMERA: Phedon Papamichael. SCHNITT: David L. Bertman, Jay Deuby, Brent White. MUSIK: Jon Brion. PRODUKTION: Judd Apatow, Barry Mendel, Clayton Townsend. DARSTELLER: Paul Rudd, Leslie Mann, Maude Apatow, Iris Apatow, Jason Segel, Megan Fox, Albert Brooks, John Lithgow, Chris O’Dowd. VERLEIH: UPI.

SKIP FEBRUAR

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▶l Film Viele Muskeln, kein Pardon. Sly Stallone als Vintage-Profilkiller nimmts mit den härtesten Gegnern auf – auch wenn die um Jahrzehnte jünger sind, wie Fiesling Keegan (Jason Momoa, ganz unten).

Shootout Keine Gnade Erfahrung kann durch nichts ersetzt werden: Action-Urgestein SYLVESTER STALLONE lässt als fast unfehlbarer Profikiller in – no na – tödlicher Mission die junge Konkurrenz (JASON MOMOA) ganz schön alt aussehen.

WENNS in der Welt der Profikiller sowas wie Ehre gibt, dann kann man ihn als Ehrenmann bezeichnen: Jimmy Bobo (Sylvester Stallone), ein echter Altmeister seines Fachs. Seine Aufträge erledigt er stets souverän – aber auf Frauen, Kinder und augenscheinlich Unschuldige schießt er aus Prinzip nicht. DOCH WEIL IM GEGENSATZ zu Bobo

sich die meisten, mit denen er es beruflich zu tun bekommt, nicht an Regeln halten, geht auch mal was schief. Bei einem scheinbaren Routinejob muss nicht nur die Zielperson dran glauben, sondern auch Bobos langjähriger Partner in Crime. Wie gut, dass der angejahrte Killer kurz darauf eine brandneue Bekanntschaft schließt: Jimmys „Auftrag“ war nämlich ein korrupter Ex-Cop. Dessen ehemaliger Kollege Detective Taylor Kwon (Sung Kang, The Fast and the Furious) gerät bei seinen Nachforschungen gleich mal in Todesgefahr und wird von Bobo im letzten Augenblick gerettet. Er bringt den Verletzten zu Lisa (Sarah Shahi, Life) – Tattookünstlerin, Ex-Medizinstudentin und Bobos Tochter. Die ist recht unzufrieden, dass Papa immer noch diesen viel zu gefährlichen Job ausübt. Doch bevor der sich noch ordentlich rechtfertigen kann, wird Lisa vom ultrafiesen Keegan (Jason Momoa,

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SKIP FEBRUAR

Game of Thrones) entführt. Spätestens seit dem Mord an seinem Partner weiß Bobo, dass Keegan einer von den ganz besonders Ehrlosen ist. Bobo ahnt, dass er hier an einer großen Sache (in der übrigens auch Christian Slater als windiger Politiker mit drinsteckt) dran ist, und so macht er sich gemeinsam mit seinem ungleichen neuen Freund Kwon auf die Suche nach seiner Tochter – und nach Rache, gnadenlos und tödlich.

RUHESTAND IST OUT – was ein echter Actionheld ist, der kämpft bis zum Schluss. Und so ziehen nicht nur Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger erneut ins Abenteuer, auch Sylvester Stallone packts wieder an. Shootout – Keine Gnade, die Verfilmung des französischen Comics Bullet to the Head, ist ein No-nonsense-Actioner mit starken Sprüchen, heftigen Fights und keinerlei Drehbuch-Firlefanz, der der geballten Testosteronkeule Stallone lange im Weg stünde. Dahinter verbirgt sich aber durchaus cineastische Qualität: Regie führte kein anderer als Walter Hill (Nur 48 Stunden, Johnny Handsome, Red Heat), einer der großen Action-Veteranen Hollywoods, der auch als Produzent (u. a. der kompletten Alien-Filmserie) sowie als Drehbuch-Autor seit Mitte der 70er die Kinolandschaft steKZ tig mitgestaltet hat. ▶l

08 03 2013

ACTION-THRILLER. OT: BULLET TO THE HEAD. USA 2013. LÄNGE: 91 Min. REGIE: Walter Hill. BUCH: Alessandro Camon. KAMERA: Lloyd Ahern. SCHNITT: Timothy Alverson. MUSIK: Steve Mazzaro. PRODUKTION: Joel Silver, Alexandra Milchan, Miles Millar, Kevin King Templeton. DARSTELLER: Sylvester Stallone, Sung Kang, Sarah Sanahi, Jason Momoa, Christian Slater. VERLEIH: Constantin.


DO. 31.01. – MI. 06.02.2013

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FILM

▶l

FAME

▶l

FASHION

den agazin in m le y t s e - & Lif Das Kino

ARNOLD SCHWARZENEGGER HAUT DIE BÖSEN

JOHANNA WOKALEK

SUCHT DAS GLÜCK

JOAQUIN PHOENIX

GEHT AUFS GANZE

Plus:

▶l SWEET

METAL Stars in schillernden Outfits

BLUTIGER AUFTRAG JESSICA CHASTAIN IN

THIRTY je de nm sa in d ittw na lzb en oc ch ur h ric ge ht r en

ZERO DARK

P.b.b. Verlagspostamt A-1050 Wien, GZ 09Z038017M


▶l Film

INTERVIEW

SYLVESTER STALLONE

DER DAUER M Schluss ist erst dann, wenn er Schluss macht. Vor über 40 Jahren begann SYLVESTER STALLONES Karriere damit, dass er sich ausgerechnet mit WOODY ALLEN anlegte – und seither hat er nie mehr klein beigegeben. Beim Filmfestival von Rom präsentierte der 66-Jährige seinen neuesten Action-Kracher Shootout – Keine Gnade, und SKIP traf den ewigen Bizeps in der Ewigen Stadt zum Talk.

Sie sind beeindruckend in Form, wie Sie auch in Shootout

Stop! Oder dein Papi schießt. Sylvester Stallone lebt mit seiner dritten Ehefrau Jennifer Flavin und den gemeinsamen drei Töchtern in L.A., „zusammen mit zwei Haushälterinnen und unseren Hunden – auch lauter Weibchen. Ich bin der einzige Mann im Haus, das ist ganz schön anstrengend!“

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SKIP FEBRUAR

gerne zeigen – wie schaffen Sie das? Ich bin hier in Rom, also kann ichs offen sagen: Ich trainiere nur mit italienischen Geräten (lacht). Wirklich wahr, mein Fitnessraum ist voller Equimemt von Technogym, das ist eine italienische Firma. Die sind echt die besten! Ihre Filmfigur ist zwar supertough, aber auch ziemlich witzig. War Ihnen das wichtig? Ich habe auch von meinen Fehlern gelernt und bin draufgekommen, dass ich einige Actionfilme gedreht habe, in denen einfach zu viel Action war. Ich finde, der Dialog sollte genauso interessant sein wie die Verfolgunsgjagden oder Schlägereien. Ich meine, wenn sich zwei Typen gegenüberstehen, die einander abgrundtief hassen, dann ist das doch eine super Basis für Humor, nicht wahr? Das haben wir auch versucht, in diesen Film reinzubringen. Charaktere, Konflikte, nicht nur von einem Haus zum anderen hüpfen. Dazu kommts schon auch noch, aber halt erst, nachdem wir wissen, mit wem wir es hier zu tun haben. Sie sind seit über 40 Jahren aktiv – erinnern Sie sich noch gern an Ihre Anfänge zurück? Haha, ich war sehr naiv damals. Als ich nach Hollywood kam, war ich extrem optimistisch. Ich dachte, alle lieben mich und haben nur auf mich gewartet (lacht). Dann passierte Rocky, und der machte ziemlich viel Kohle. Für das Studio. Ich kriegte nur die vereinbarte Minigage. Also ging ich zum Studioboss und sagte: „Hey, ihr habt da jetzt einige Milionen mit mir verdient, könnte ich bitte auch was davon haben?“ Und der Studioboss sagte: „Verschwinde und geh wieder an die Arbeit!“ Ich drehte nämlich gerade an einem anderen Film fürs selbe Studio. Jedenfalls sagte ich drauf: „Nein, sicher nicht, ich gehe nicht bevor Sie mir nicht erklärt haben, warum ich nichts von dem Geld kriege!“ Und der drauf: „Ich erkläre dir überhaupt nichts, geh sofort zurück an die Arbeit oder du kriegst gar nichts!“ Und da habe ich es kapiert: Hier gehts um Business, nicht um Freundschaft. Ein verdammt hartes Business, und aus

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2), CONSTANTIN (1)

SKIP: Mr. Stallone, Ihre Muskelhelden Rocky und Rambo sind unsterbliche Action-Ikonen. Sind die nicht auch mal eine Belastung, wenn man mal jemand anderen spielen möchte? SYLVESTER STALLONE: Ja, schon … aber irgendwie eine positive Belastung, wenns sowas gibt. Was mir passiert ist, ist ja sehr ungewöhnlich, um nicht zu sagen freakig. Ich durfte gleich zwei Figuren spielen, die Generationen von Kinogehern geprägt haben! Für diesen Film haben wir jedenfalls versucht, diese beiden Figuren irgendwie zusammenzufassen und was ganz Neues draus zu machen. Ich finde, Jimmy Bobo ist eine super Kombi geworden, die vielleicht eine neue Generation ebenso beeinflussen wird, wer weiß? (lacht)


R MUSKEL diesem gnadenlosen Chaos heraus entstehen wunderbar kreative Dinge. Aber man muss sich immer bewusst sein: Man kann sich ausschließlich auf sich selber verlassen. Das habe ich damals gelernt, und das hat mir immer geholfen, zu überleben. Einer Ihrer allerersten Filmauftritte war ja in einem Woody-Allen-Film, nicht wahr? Ja, in Bananas (lacht). Ich war sehr, sehr jung damals (1971, Anm.). Ich und ein paar andere Typen spielten eine Gruppe Punks, die Woody in der U-Bahn angreifen sollten. Aber wir waren alle total unsicher und sehr schüchern. Woody sah uns nur kurz an und meinte, wir wären nicht bedrohlich genug. Da sagte der Kerl neben mir, der einen Kopf kleiner als ich war: „Na das wollen wir mal sehen!“ Dann schleppte er mich zur nächsten Apotheke, kaufte eine Dose Vaseline, schmierte uns die ins Gesicht und in die Haare und dazu jede Menge Dreck. Dann gingen wir zurück ans Set, er tippte Woody von hinten auf die Schulter und schrie ihn an: „Sind wir jetzt bedrohlich genug? Hä???“ (lacht) Woody hat sich wirklich gefürchtet, und wir waren drin.

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2), CONSTANTIN (1)

„Rambo kann nicht aufhören, zu kämpfen. Genauso wie ich nicht aufhören kann, Filme zu machen.“ Mr. Stallone, seit Jahren kursiert das Gerücht, dass auch Rambo noch einen Kinoauftritt bekommen soll. Wie schauts aus? Naja, Rambo ist so ein Typ, der sich ständig selbst belügt. Er behauptet, er verteidigt sein Land, aber in Wirklichkeit gehts ihm nur ums Kämpfen – egal warum. Er kann nicht aufhören. Genauso wie ich nicht aufhören kann, Filme zu machen (lacht). Rambo findet nur ein Ende, wenn er stirbt. Aber das muss dann schon ein ganz besonders grandioser Abgang sein. Ich habe auch schon eine ziemlich gute Idee – schauen wir mal, ob mein Körper noch mitmacht, denn Rambo mit Kreuzweh funktioniert glaub ich nicht mehr ▶l KURT ZECHNER so gut.


▶l Film

Safe Haven Wie ein Licht in der Nacht

Emotionales Liebesdrama nach Nicholas sparks: Ein junge Frau versucht einen Neuanfang – doch die Schatten der Vergangenheit holen sie ein. Für immer? Die Zukunft ist zum Greifen nah, doch die Vergangenheit mischt sich ein.

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08 03 2013

liEbEsfilM. oT: SAFE HAVEN. USA 2013. rEgiE: Lasse Hallström. buch: Leslie Bohem, Dana Stevens, basierend auf dem Roman von Nicholas Sparks. kaMEra: Terry Stacey. schNiTT: Andrew Mondshein. Musik: Deborah Lurie. proDukTioN: Marty Bowen, Wyck Godfrey, Ryan Kavanaugh, Nicholas Sparks. DarsTEllEr: Julianne Hough, Josh Duhamel, Cobie Smulders, David Lyons. VErlEih: Constantin.

Alles Auf AnfAng. Als Katie (Julianne Hough) das beschauliche Städtchen Southport erreicht, scheint sie am Ziel einer aufreibenden Reise. Woher sie kommt, wovor sie davonläuft – darüber hält sich die junge Frau bedeckt. Nur langsam erlaubt sie sich ein wenig zwischenmenschlichen Kontakt, etwa mit ihrer Nachbarin Jo (Cobie Smulders) und dem süßen Alex (Josh Duhamel). Der Witwer bietet ihr ein Gefühl der Nähe und des Vertrauens, das sie lange vermisst hat. Doch dann wird Katie abermals von ihrer Vergangenheit eingeholt, und sie muss sich entscheiden: sich ihr stellen oder erneut die Flucht ergreifen?

Der Mann, der die Frauen zum Weinen bringt. Nicholas Sparks treue Leser(innen)schaft weiß: Immer schön ein Taschentuch parat haben. Empfiehlt sich übrigens auch fürs Kino, wo die Verfilmungen seiner Bücher mit schöner Regelmäßigkeit landen. Ob Teenie-Schmonzette (Mit dir an meiner Seite), schicksalhafte Begegnung (Wie ein einziger Tag) oder das ganz große Liebesdrama (Das Lächeln der Sterne): Auf Nicholas Sparks gefühlvoll zu Papier gebrachte Romanzen ist Verlass. Regisseur Lasse Hallström (Chocolat, Lachsfischen im Jemen) ist momentan auch mit dem Psychothriller Der Hypnotiseur im Kino vertreten. Dass er auch die Romantik-Tonleiter beherrscht, beweist er hier abermals eindringlich: Safe Haven ist nach Das Leuchten der Stille schon DM seine zweite Sparks-Verfilmung.

Corridor Das Grauen wohnt eine Etage höher. Medizinstudent Frank (EMil JohNsEN) will eigentlich nur seine Ruhe – doch seine Nachbarn wollen es anders: effektiver Psychothriller aus Schweden. Voll der Hammer: Peter Stormare ist in Corridor ein Psychopath wie aus dem Bilderbuch.

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08 02 2013

psychoThrillEr. oT: ISOLERAD. Schweden 2010. läNgE: 80 Min. rEgiE, buch, schNiTT: Johan Lundborg, Johan Storm. kaMEra: Johan Lundborg. Musik: Jukka Rintamäki. proDukTioN: Anita Oxburgh. DarsTEllEr: Emil Johnsen, Ylva Gallon, Peter Stormare, Örjan Landström, Margreth Weivers. VErlEih: Lunafilm.

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skiP feBruAr

Diese Blicke. Dann wollen die auch immer etwas, reden, etwas ausborgen, Kaffeetrinken. Nachbarn eben. Dabei will Frank (Emil Johnsen) nur seine Ruhe. Er hat schließlich zu tun: Als Medizinstudent ist er voll konzentriert auf seine Bücher, demnächst ist Prüfungswoche. Dann aber zieht die junge Lotte (Ylva Gallon) in die Wohnung über Frank ein, versucht, Kontakt aufzunehmen, und lässt sich nicht vertreiben. Lotte hat einen Freund, und mit dem jede Nacht derart lauten Sex, dass Frank seit Wochen nicht mehr schlafen kann. Doch offenbar hat sie auch Angst vor ihrem Freund: Per Zufall sieht Frank, dass

sie voller blauer Flecken ist, und bekommt ein schlechtes Gewissen, weil er sich ihr gegenüber so abweisend verhält. Der fehlende Schlaf macht, dass er sich immer weniger auf sein Studium konzentrieren kann – und dann wird er eines Nachts auf dem Korridor überfallen und zusammengeschlagen. Lotte findet ihn, hilft ihm, und die beiden kommen sich näher. Womöglich hat sich Frank sogar ein wenig verliebt, wer weiß? Doch dann beginnen die anonymen Anrufe. Lottes seltsamer Freund taucht nachts auf dem Gang auf – und dann verschwindet Lotte … Johan Lundborg und Johan Storm entwickeln in ihrem Filmdebüt mit minimalsten Mitteln einen effektiven Psychothriller – mit Peter Stormare, Johan Storms MM Onkel, als ultimativem Bösewicht.


▶l Film

Zero Dark Thirty Was ist am 2. Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad geschehen? Da hat das US-Militär endlich den grausamen, weltweit gefürchteten Staatsfeind Nummer eins Osama bin Laden erwischt und getötet. Military-Action-Thriller von KATHRYN BIGELOW (The Hurt Locker). AM 11. SEPTEMBER 2001 be-

gab es sich zu New York, dass ein gewisser Osama bin Laden, ein Sohn der Wüste und der saudischen Königsfamilie, der sich vom Weltlichen abgewandt und zum radikalislamischen Terroristen gewandelt hatte, mit zwei gekaperten Flugzeugen und gehirngewaschenen Handlangern die World-Trade-Center-Türme zum Einsturz bringen ließ. Seit diesem lauen Spätsommertag, an dem sich die Skyline von New York für immer veränderte, jagten die US-Geheimdienste und -Militärverbände dem Mann mit Rauschebart, Kalaschnikow und erhobenem Zeigefinger hinterher, der zum Prototyp eines neuen Feindbildes für die westliche Zivilisation stilisiert wurde.

OHNE PAUSE UND ERBARMEN

ging die Hetze rund um den Erdball – bis sie ihn schließlich im Mai 2011 erwischten, totschossen und im Meer versenkten. Für die Agenten der CIA, die dabei die wichtigste Arbeit geleistet haben, war die lange Jagd kein Honiglecken. Während Agentin Maya (Jessica Chastain) sich immer mehr in ihrer Aufgabe verliert und ihr Kollege Dan (Jason Clarke) sich zum Folterexperten entwickelt, kommt die Behörde dem Unmenschen im-

Die „größte Menschenjagd der Geschichte“ auf den „gefährlichsten Mann der Welt“: Kathryn Bigelow erzählt vom Fall Osama bin Ladens – und wie eine Agentin (Jessica Chastain) sich zur eiskalten Rächerin entwickelt.

mer näher, und die Spannung steigt bis zum Zerreißen – bis jener Abend anbricht, an dem die Eliminierung des Terrorpapstes seinen Lauf nimmt. In aller Stille, von langer Hand geplant und organisiert, kommt das Team 6 der Navy SEALs am 2. Mai 2011 im Rahmen der Operation Neptune’s Spear aus Afghanistan nach Abbottabad in Pakistan geschlichen, um Osama auszuräuchern. Man tötet die Beute, schafft sie weg, schnürt sie in aller Eile zusammen und ver-

senkt sie auf hoher See im Meer. Dieses Ende kennen wir alle. Aber das schmälert die Effizienz des Films in keiner Weise.

KATHRYN BIGELOW und ihr Drehbuch-

autor Mark Boal, mit dem sie schon bei The Hurt Locker zusammengearbeitet hat, nähern sich der Sache mit journalistischer Präzision. Über den Großteil der knapp drei Stunden Laufzeit des Films zeigen sie eine Geheimdienstoperation, die rigoros und analytisch im Gleichschritt auf ihr Ziel zumarschiert. Eine extrem spannende Geschichte, die mit tatsächlichen Ereignissen zusammenhängt und auf echten Personen basiert – MilitaryAction pur. Zero Dark Thirty – so nennen die US-Militärs die erste halbe Stunde nach Mitternacht – ist coole Fiktion mit einer CZ Riesenportion Suspense und Action. ▶l

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THRILLER. OT: ZERO DARK THIRTY. USA 2012. LÄNGE: 157 Min. REGIE: Kathryn Bigelow. BUCH: Mark Boal. KAMERA: Greig Fraser. SCHNITT: William Goldenberg, Dylan Tychenor. MUSIK: Alexandre Desplat. PRODUKTION: Kathryn Bigelow, Mark Boal, Megan Ellison. DARSTELLER: Jessica Chastain, Jason Clarke, Joel Edgerton, Mark Strong, James Gandolfini, Frank Grillo. VERLEIH: UPI.

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▶l Film

Ein Vermögen verspekuliert, die tote Geliebte im Auto und einen verbissenen Cop im Nacken: Für Miller (Richard Gere) läufts gerade nicht so gut ...

Arbitrage Ein mit allen Wassern gewaschener Hedge-Fonds-Manager vor der finanziellen und familiären Talfahrt: eleganter Indie-Thriller von Newcomer Nicholas Jarecki voll schmutziger Tricks und bester Absichten und mit einem überragenden Richard Gere. So kann der Schein trügen.

Nach außen hin könnte es für den angesehenen Hedge-Fonds-Manager Robert Miller (Richard Gere) gar nicht besser laufen. Seine Familie, von der eleganten Ehefrau (Susan Sarandon) bis zu den entzückenden Enkelkindern, hat sich versammelt, um seinen 60. Geburtstag zu feiern. Finanziell und persönlich blickt Miller in eine rosige Zukunft: Sobald er seinen Fonds mit sattem Gewinn veräußert hat, wird er sich zur Ruhe setzen und anstelle von Business-Trips ausgedehnte Reisen mit seiner Frau unternehmen. Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es auch. Miller hat sich saftig verspekuliert, nur mit frisierten Büchern konnte er den Ruin – und eine Anklage wegen Betruges – bisher vermeiden. Der Verkauf seines Fonds, bevor die Malversationen bekannt werden, wäre die einzige Rettung. Doch der potentielle Käufer ziert sich mit der Vertragsunterzeichnung ...

Geschäftsmänner in solch heiklen Situationen sind ja prädestiniert dafür, Entspannung in den Armen einer verständnisvollen Geliebten zu finden. Miller hat nicht ganz so viel Glück: Während einer nächtli070

SKIP Februar

Arm geben, um diesen Geldsack zu kassieren. Doch er hat keine Beweise. Noch nicht.

Ehrlich währt am längsten

chen Autofahrt verursacht er einen Unfall, den sein Pantscherl Julie (Laetitia Casta) nicht überlebt. Miller selbst ist angeschlagen, aber nicht endgültig KO. Das Bekanntwerden seiner Beteiligung an diesem Unfall hätte einen öffentlichen Skandal zur Folge, der rettende Deal wäre geplatzt, tausende Anleger würden ihr Geld verlieren. Das bringt Julie auch nicht mehr zurück. Also vertuschen. Jemand wie Miller hat hervorragende Anwälte, Menschen, die ihm Gefallen schulden, loyale Gefolgsleute. Und ein dickes Bankkonto. Det. Bryer (Tim Roth) braucht nur ein paar Stunden, dann steht er bei Miller auf der Matte. Er stellt die richtigen Fragen, zieht die richtigen Schlüsse und würde seinen rechten

ist nicht gerade das Motto dieses geschickt konstruierten und bis in die Nebenrollen toll besetzten Katz-und-Maus-Spiels. Richard Gere überzeugt als ambivalenter Machtmensch, der kräftig austeilt aber ebenso einstecken kann, und zunehmend damit beschäftigt ist, nicht die Kontrolle zu verlieren. Lügen, betrügen, überleben, ist seine Devise. Oder, wie Ernst Hinterberger so schön gesagt DM hat: Wer heikel ist, bleibt übrig.  ▶l

15 02 2013

Thriller. OT: Arbitrage. USA 2012. Länge: 107 Min. Buch & Regie: Nicholas Jarecki. Kamera: Yorick Le Saux. Schnitt: Douglas Crise. Musik: Cliff Martinez. Produktion: Laura Bickford, Justin Nappi, Robert Salerno, Kevin Turen. Darsteller: Richard Gere, Tim Roth, Susan Sarandon, Brit Marling, Laetitia Casta, Nate Parker, Monica Raymund. Verleih: Polyfilm.


▶l Film Ein schlechter Tag zum Sterben: Parker (Jason Statham) ist einfach nicht totzukriegen, und wenn es um Gerechtigkeit geht, nimmt er es auch gerne mit dem Mob auf – und mit der erotischen Leslie (Jennifer Lopez).

Kontrolliert, souverän, kompetent. Parker (JasoN sTaThaM) ist zwar ein Dieb, aber einer mit Grundsätzen: rasanter Actionthriller für Statham-Fans, mit JeNNiFer loPeZ in einem ihrer mittlerweile viel zu seltenen Kinoauftritte.

Parker

er Stiehlt von denen, die es sich leisten können. Er tötet nur, wenn es absolut nicht anders geht. Und er handelt niemals aus Gier: Parker (Jason Statham) ist ein moralischer Dieb, wie er im Buche steht. Was heißt „im Buche“ – gleich zwei Dutzend hardboiled noir-Krimis schrieb Donald E. Westlake, nachdem sein erster Thriller The Hunter 1962 den coolen Räuber auf Anhieb berühmt gemacht hat. „Ein Verbrecher durfte damals nicht davonkommen, das war ein ungeschriebenes Gesetz. Aber die Leser liebten Parker, obwohl er zu den bösen Jungs gehört, denn er war klüger als alle anderen, und er handelt immer gemäß seinem strengen Ehrenkodex“, erinnert sich Les Alexander, Fan der ersten Stunde – und derjenige, der Parker als Produzent nun ins Kino geholt hat. alS PrieSter Verkleidet, mit ei-

nem ausgeklügelten Plan, aber mit einem Team aus brutalen Dumpfgummis: Im Grunde hätte der Überfall auf die Tageseinnahmen eines Jahrmarkts gar nicht schiefgehen können. Während draußen das Volksfest tobt, sollten Parker und seine neuen Leute die Sicherheitsmänner kidnappen, den Tresor öffnen und still und leise mit einer Million Dollar verschwinden. Keine Verletzten, und

den Schaden zahlt die Versicherung. Doch dann legt der unerfahrene Jung-Gangster Hardwicke zur Ablenkung ein Feuer, das außer Kontrolle gerät. Und am Ende gibt es zwar eine Million Beute, aber einen Toten, eine Massenpanik, und jede Menge aufgestörte Polizei. Parker ist stocksauer: Nie wieder arbeitet er mit diesen Amateuren, mögen sie noch so wichtige Mafia-Onkel haben. Doch dann verlangen sie im Fluchtauto von ihm, seinen Anteil in einen neuen Überfall zu investieren. Es kommt zum Streit, Schüsse fallen. Parker bleibt am Straßenrand liegen.

doch einer wie er stirbt nicht so einfach: Unter der Regie von Taylor Hackford (Im Auftrag des Teufels) macht Parker sich auf den Weg nach Palm Beach, Florida, um sich bei seinen Ex-Partnern Gerechtigkeit zu verschaffen. An seiner Seite ist Bob Hurley (Nick Nolte), ein alter Gangster und Vater seiner entzückenden Freundin Claire (Emma Booth) – und die vom Leben gebeutelte Immobilienmaklerin Leslie (Jennifer Lopez), eine sinnliche Frau mit großem Herzen und viel Gespür fürs Illegale …

Parker ist zwar nicht der erste Film, der auf einem Roman von Donald Westlake basiert (nach The Outfit von 1973 mit Robert Duvall und Payback mit Mel Gibson von 1999), doch er ist der erste, für den Westlakes Erben auch den Namen fürs Kino freigegeben haben: Jason Statham als Parker ist ein archetypischer Gangster mit Ehrenkodex, ein knallharter Berufskrimineller, intelligent, MM souverän und professionell. ▶l

08 02 2013

Thriller. oT: PARKER. USA 2012. läNGe: 118 Min. reGie: Taylor Hackford. Buch: John J. McLaughlin, nach dem Roman Flashfire von Donald E. Westlake. kaMera: J. Michael Muro. schNiTT: Mark Warner. ProDukTioN: Les Alexander, Jonathan E. Mitchell, Steven Chasman, Sidney Kimmel, Matthew Rowland. DarsTeller: Jason Statham, Jennifer Lopez, Michael Chiklis, Wendell Pierce, Clifton Collins Jr., Bobby Cannavale, Nick Nolte, Emma Booth. Verleih: Constantin.

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▶l Film

The Master

Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman) ist selbsternannter Philosoph und Lebenshilfe-Guru. Doch am durchgeknallten Freddie Quell (Joaquin Phoenix) beißt er sich die Zähne aus.

Ein reichlich durchgeknallter 2WK-Veteran (JOAQUIN PHOENIX) gerät an einen charismatischen Sektengründer (PHILIP SEYMOUR HOFFMAN) – der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft. Mehrfach ausgezeichnete Charakterstudie von PAUL THOMAS ANDERSON (Magnolia, There Will Be Blood). DER ZWEITE WELTKRIEG hat viel Leid, Zerstörung und Verwüstung hinterlassen. Auch in der Seele von Freddie Quell (Joaquin Phoenix), der sich im neuen, friedlichen Amerika nicht wirklich zurechtfindet. Er säuft alles, was er in die Finger kriegt, bumst alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist – und ist trotz seines recht annehmbaren Äußeren und unübersehbaren Charismas sozial nicht so der Experte. Als er wiedermal einen Job verliert – als Kaufhaus-Porträtfotograf hat er sich mit einem Kunden angelegt, bis der heftig blutend am Boden lag – kommt er als Erntehelfer auf einer Kohlfarm unter. Doch als er einen der älteren Kollegen mit seinem selbstgebrauten „Spezialcocktail“ beglückt, und dieser daraufhin stirbt, wird er wieder davongejagt. FREDDIE TREIBT sich herum. Eines Abends schleicht er sich, natürlich wieder stockbesoffen, auf

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eine vor Anker liegende Jacht. Der Besitzer des stolzen Schinakels ist ein gewisser Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman), der von dem auffälligen blinden Passagier seltsam fasziniert ist. Dodd hat aber auch eine Schwäche für Sonderlinge. Er ist der Gründer einer Bewegung, die er The Cause, also in etwa Das Anliegen nennt, und die er als Heilsbringer für eine gesunde, reine Seele sieht. Der verhaltensauffällige Freddie ist ein willkommenes Testobjekt für Dodds therapeutische Gesprächs-Sessions, in denen er immer tiefer in Freddies Geschichte eindringt – und diesen mit scheinbar merkwürdigen Fragen auch ziemlich verwirrt. Aber Freddie hat nun bei Dodd sowas wie Familienanschluss gefunden und sieht sich – sehr zum Unbill von Dodds gestrenger Ehefrau Peggy (Amy Adams) – bald als wichtigstes Mitglied von The Cause. Doch

Dodd kann den explosiven Charakter seines Schützlings nicht lange in Zaum halten …

AUCH WENN SICH PAUL Thomas Anderson für sein lang erwartetes neues Werk von der Geschichte der Scientology-Sekte und ihres notorisch eigenartigen Gründers L. Ron Hubbard inspirieren ließ, betont der Filmemacher, dass The Master keineswegs eine realistische Darstellung der Tatsachen ist, sondern ein fiktives Porträt zweier außergewöhnlicher Charaktere. In jedem Fall ist The Master ein gewaltiges Stück Kino, das vor allem durch das perfekte Schauspielhandwerk der Hauptdarsteller und die überbordende Kinomatografie lebt und atmet. KZ ▶l

22 02 2013

DRAMA. OT: THE MASTER. USA 2012. LÄNGE: 137 Min. BUCH & REGIE: Paul Thomas Anderson. KAMERA: Mihai Malaimare. SCHNITT: Leslie Jones, Peter McNulty. MUSIK: Johnny Greenwood. PRODUKTION: Paul Thomas Anderson, Megan Ellison, Daniel Lupi, JoAnne Sellar. DARSTELLER: Philip Seymour Hoffman, Joaquin Phoenix, Amy Adams, Madisen Beaty, Laura Dern. VERLEIH: Constantin.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

P. T. ANDERSON

Lust aufs Unberechenbare: PAUL THOMAS ANDERSON schrieb mit The Master einen ungewöhnlichen, bildgewaltigen Film über die ersten Jahre von Scientology – und wagte es, einen der exaltiertesten Schauspieler Hollywoods zu engagieren: ein SKIP-Interview über Nacktheit, Dianetics und JOAQUIN PHOENIX.

GLAUBE, HIEBE, HOFFNUNG ist aber durchaus lustig: Da sind plötzlich alle Frauen nackt. Ja, ich wusste, dass diese Szene entweder großartig oder total kindisch sein würde, und vielleicht ist es ja auch kindisch. Aber so sieht die Welt für Freddie aus: Er zieht jede Frau, der er begegnet, mit den Augen aus. Und im Grunde tun wir das ja alle (lacht). Ich kann Ihnen jetzt nicht einmal mehr in die Augen schauen, du meine Güte!

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2)

Happy Family: Philip Seymour Hoffman, seine Filmtochter Madisen Beaty, Regisseur Paul Thomas Anderson und Produzentin JoAnne Sellar lassen sich in Venedig feiern. Der große Abwesende: Ober-Exzentriker Joaquin Phoenix.

SKIP: Obwohl es im Film nicht explizit um ihn geht, handelt The Master doch sehr deutlich von L. Ron Hubbard, dem Gründer von Scientology. Wie hat sich Ihre Einstellung gegenüber der Sekte durch die Arbeit an diesem Film verändert? PAUL THOMAS ANDERSON: Wie wahrscheinlich jeder andere war ich neugierig und fand das Ganze ziemlich merkwürdig. Aber je mehr ich darüber erfahren habe, desto mehr habe ich die Menschen verstanden, die sich dafür erwärmen können. Ich kann den prinzipiellen Reiz schon nachvollziehen, besonders in den frühen Jahren von Dianetics. Klar, Witze und Vorurteile haben alle schnell mal parat, aber wenn ich für einen Film recherchiere, muss ich herausfinden, was ich an einer Sache positiv und interessant finde. Filmemachen ist zu aufwendig und mühevoll, um sich nur über etwas lustig zu machen. Eine Szene, die ein Fest beim Master durch die Augen seines Schülers Freddie (Joaquin Phoenix, Anm.) zeigt,

Joaquin Phoenix hat den Ruf eines Exzentrikers. Wie war er am Set? Großartig und sehr unberechenbar. Zwei Tage lang blieb er beim Drehbuch, und dann kam der dritte Tag, und er brachte alles durcheinander. Wir hatten nie das Gefühl, einfach etwas Vorgeplantes abzuspulen, bei dem man sich langweilt und um fünf nach Hause geht. Oft war seine erste Version einer Szene sehr gut, und dann, nur aus dem verzweifelten Bedürfnis, noch besser zu sein, versuchte er es noch zehnmal anders.

„Joaquin hat an einem Tag acht der besten Stuntleute Hollywoods zu zitternden Häufchen Elend degradiert.“

Seine Kampfszenen wirken vor allem sehr realistisch … Oh ja, das stimmt. Joaquin ist sehr stark, und wir hinter der Kamera schlossen schon Wetten ab, wie viele Stuntleute er diesmal umhauen würde. In einer Szene, die wir leider rausschneiden mussten, boxte er einen Typen nach dem anderen nieder. Er hat an diesem Tag acht der besten, härtesten Stuntleute Hollywoods degradiert zu zitternden Häufchen Elend.

Er wirkt wie ein wilder Hund, der es hasst, an der Leine zu gehen. Ja, oder es ist genau umgekehrt: Er liebt seine Leine, und geht brav bei Fuß – und dann wird er übermütig und zieht einen hierhin und dorthin, und beißt den ins Bein, der ihn an der ▶l MAGDALENA MIEDL Leine hat.

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▶l Film

Warm Bodies Er ist ein Zombie und er hat dich lieb. Entzückend-schräge RomCom um einen grunzenden Untoten (Nicholas hoult), der von Amors Pfeil getroffen wird. Zombie R hat Menschen zum Fressen gern. Doch als er Julie trifft, regt sich plötzlich sein totes Herz in seinem kalten Leib ...

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22 02 2013

zoMbie-RoMaNze. ot: WARM BoDIES. USA 2013. läNge: 97 Min. buch & Regie: Jonathan Levine basierend auf dem Roman von Isaac Marion. KaMeRa: Javier Aguirresarobe. schNitt: Nancy Richardson. MusiK: Marco Beltrami, Buck Sanders. PRoDuKtioN: David Hoberman, Todd Lieberman, Bruna Papandrea. DaRstelleR: Nicholas Hoult, Teresa Palmer, John Malkovich, Analeigh Tipton, Rob Corddry, Dave Franco. VeRleih: Constantin.

Eintönig, so Ein LEbEn als Zombie.

Grunzen, schlurfen, Hirne fressen. Zukunftsperspektive: endgültig gekillt werden oder als Knochen enden, als grauenhaftes Fress-Skelett, nur mehr sehr entfernt menschlich. Beides nicht sehr verlockend, findet Zombie R (Nicholas Hoult), der sich so seine Gedanken macht. Über seinen Namen, von dem er nur mehr den Anfangsbuchstaben weiß. Über die Einsamkeit, die das Zombietum mit sich bringt. So gerne würde er Anschluss finden, kommunizieren. Überraschend tiefschürfend für einen lebenden Leichnam. Doch es wird noch besser. Als R sich nämlich gerade Perry schmecken

lässt, fällt sein Blick auf dessen Freundin Julie (Teresa Palmer). Jung, blond, wunderschön. Haben wollen. Doch R verschleppt Julie nicht in seinen Unterschlupf, um sie später zu verspeisen. Er rettet sie vor seinesgleichen und behütet sie. R hat endlich jemanden gefunden, bei dem er sich nicht mehr so ... tot fühlt. Die Schöne und das Biest. Klar ist Julie anfangs mehr als skeptisch, doch es entgeht ihr nicht, dass R sich verändert. Er entwickelt eindeutig menschliche Gefühle. Statt zu grunzen, kann er wieder sprechen. Und seine fahle Haut schaut schon viel rosiger aus. Was immer mit R passiert, es scheint die anderen Untoten in der Dead Zone anzustecken. Jetzt muss Julie nur noch ihren Vater, den gnadenlosen Zombiejäger General Grigio (John Malkovich) davon überzeugen, dass ihr neuer Freund eine Chance verdient hat ... DM

Kern Wer ist PeteR KeRN? Das Enfant terrible der österreichischen Filmlandschaft zeigt sich in VeRoNiKa FRaNz’ und seVeRiN Fialas Doku einmal mehr von seiner besten Seite. Selbst im Privaten ist der Regisseur ein faszinierender Geschichtenerzähler. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich im Kern?

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01 03 2013

DoKuMeNtatioN. ot: KERN. Österreich 2012. läNge: 95 Min. buch & Regie: Veronika Franz, Severin Fiala. KaMeRa: Harald Traindl. schNitt: Birgit Bergmann, Nikolaus Eckhard. PRoDuKtioN: Ulrich Seidl. Mit: Peter Kern, Traute Furthner, Lucyna Kopec, Susanne Wuest. VeRleih: Polyfilm.

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Er ist kEin FrEund von kleinen Kinos.

Als das Filmfest München vor zwei Jahren Peter Kerns Film Mörderschwestern in einem der kleinsten Kinos der bayrischen Landeshauptstadt aufführen wollte, war der Regisseur so erzürnt, dass er die Filmkopie kurzerhand beschlagnahmen ließ. Das Filmfest hatte seinen Skandal, und Peter Kern hat seither Hausverbot. Sein großes Mundwerk hatte ihn schon als Schauspieler in der Filmfamilie rund um Rainer Werner Fassbinder berühmt gemacht. Und auch heute noch teilt Kern gerne aus: Sowohl in seinen provokanten Avantgardefilmen, in denen er z.B. seine Kritiker aufs

Korn nimmt (King Kongs Tränen), als auch in seinen nicht minder legendären Publikumsgesprächen. Doch der wahre Kern ist es, zu dem die Ulrich-SeidlWeggefährten Veronika Franz und Severin Fiala in ihrer Dokumentation vordringen wollen. Sie beobachten Peter Kern in seiner Wiener Wohnung, beim Streiten mit seiner Haushälterin und beim sehnsuchtsvollen Sichten seiner eigenen Filme. Und einmal mehr ist man sich nicht sicher: Ist das Zanken, das Schimpfen, das Lügen alles nur eine clevere Kernsche Inszenierung, oder wird er eben einfach immer dieses rätselhafte und undurchdringliche Unikat bleiben? Kern ist ein vielschichtiges, nachdenklich machendes, aber auch unterhaltsames Porträt des Künstlers Peter Kern genauso wie des Menschen. DR Nicht weniger als ein Kernwerk eben.


▶l Film

Hyde Park am Hudson Der unkonventionelle US-Präsident Franklin D. Roosevelt (BILL MURRAY) erhält auf seinem Landsitz ungewöhnlichen Besuch: Das supersteife britische Königspaar hat sich angesagt … Tiefgründige Komödie von ROGER MICHELL (Notting Hill).

VIELE REIZVOLLE Kleinigkeiten verschwinden unwiederbringlich im Schatten der Geschichte. Darunter auch der schöne Satz „Wollen Sie sich meine Briefmarkensammlung ansehen?“, noch vor Jahrzehnten DER Anmachspruch schlechthin. Immer wieder gern genutzt, unter anderem auch von einem gewissen Franklin D. Roosevelt (gewohnt hinreißend verkörpert von Bill Murray), zwischen 1933 und 1945 der Präsident der USA. Und der war, besonders wenn man seiner entfernten Cousine Margaret „Daisy“ Suckley (Laura Linney) Glauben schenkt, auf deren Tagebüchern das Drehbuch beruht, kein Kind von Traurigkeit. Nach einer Polio-Erkrankung im Rollstuhl, düste er jedem Rock nach, der ihm in die Quere kam. Und so hat sich der alte Schwerenöter unter den durchaus liebevollen Augen seiner Gattin Eleanor (Olivia Williams) mit einem kleinen Harem aus ihm liebevoll ergebenen Mitarbeiterinnen, Freundinnen und Geliebten umgeben. Davon weiß Cousine Daisy allerdings nichts, als sie ihren berühmten Verwandten eines Sommers auf dem filmtitelgebenden Anwesen Hyde Park am Hudson besuchen kommt. Sie ist klug, aber unendlich naiv – und verfällt rasch dem Charme ihres Gastgebers,

Hallo, Mr. President. Franklin Delano Roosevelt (Bill Murray), der den New Deal anführte, die USA durch den 2. Weltkrieg leitete und darüber hinaus ein Mann der Frauen (Olivia Williams, Laura Linney) war.

Briefmarkensammlung (und eine der schönsten „unsichtbaren“ Sexszenen der Filmgeschichte) inklusive.

DOCH ROOSEVELT hat nicht nur ein

Privatleben, sondern vor allem einen Beruf, die Weltpolitik: Europa steht vor dem Ausbruch des großen Krieges, der König von England samt Gattin hat sich angesagt – King George, genannt Bertie (Samuel West), den Filmfreunde aus The King’s Speech kennen, und seine Frau Elizabeth (Olivia Colman), die spätere Queen Mum. Der hohe Besuch ist eine schwierige diplomatische Mission einerseits – George will die USA um dringend benötigte Unterstützung im Krieg bitten – und andererseits ein Culture Clash auf höchstem

Niveau: Das Protokoll-gewohnte Königspaar fühlt sich in der betont bodenständigen Atmosphäre mehr als unwohl, und es wird immer schwieriger, das sich anbahnende Chaos im Zaum zu halten, noch dazu, wo ein berückender, verwirrender Vollmond immer höher in den Nachthimmel steigt …

LIEBE UND POLITIK bedeuten nicht zwangsläufig großes Drama, sondern manchmal auch zauberhafte Komödie: Hyde Park am Hudson ist großes Kinovergnügen mit einem wunderbaren Ensemble und viel Mut GB zur Schrulligkeit. ▶l

01 03 2013

KOMÖDIE. OT: HYDE PARK ON HUDSON. Großbritannien 2012. LÄNGE: 95 Min. REGIE: Roger Michell. BUCH: Richard Nelson. KAMERA: Lol Crawley. SCHNITT: Nicolas Gaster. MUSIK: Jeremy Sams. PRODUKTION: Kevin Loader, Roger Michell, David Aukin. DARSTELLER: Bill Murray, Laura Linney, Olivia Williams, Samuel West, Olivia Colman, Elizabeth Marvel. VERLEIH: Tobis.

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▶l Film

Ghost Movie den teufel mit dem Beelzebub des Brachialhumors austreiben: mArlon WAYAns (scary Movie) und seine Konsorten machen sich in ihrer neuesten unflätigen Horrorfilm-Parodie über Found-FootageGrusel der Marke Paranormal Activity und Co. lustig.

tÜren schlAgen scheinbar selbsttätig auf und zu, Inventar saust wild durch die Gegend, die Bewohner bewegen sich auch schier unkontrolliert. In der Bude spukts offensichtlich – das legen die all den trubel und all den terror festhaltenden Bilder eindeutig nahe, die da auf einer beinahe beiläufig anwesenden Kamera eingefangen wurden. das ist – in aller Kürze – die Funktionsweise jener neuen Generation von spukhausfilmen, die sich in den vergangenen Jahren sehr zugkräftig etabliert hat. dass dem in grobkörnigen Mitschnitten eingefangenen Horror neben dem beabsichtigten schauder- mitunter ebenso ein unfreiwilliges schmunzel-Potential innewohnt, liegt wohl dennoch in der natur der übernatürlichen sache. 076

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Wieso also die Found-Footage-Prämisse nicht gleich auf die komödiantische spitze treiben, hat sich ein team rund um den einschlägig beleumundeten schauspieler, schreiber und Produzenten Marlon Wayans gedacht – und sein ganz eigenes Ghost Movie ersonnen. dessen story hebt zunächst noch genrekonform an, wenn sich das junge Paar Malcolm (Marlon Wayans) und Kisha (essence Atkins) endlich den traum vom gemeinsamen eigenheim erfüllt und sich aber auch rasch mit seltsamen ereignissen konfrontiert sieht: Kisha überfährt gleich zu Beginn den Hund, die Haushälterin kommt den beiden nicht nur wegen ihrer unverständlichen Belehrungen spanisch vor – und das mit den sonderbaren Geräuschen geht, logo, auch bald los. das vom herbeizitierten, leicht dödeligen sicherheitsexperten (david Koechner, Anchorman) installierte


Beruhig dich, Schatz, das ist jetzt ganz bestimmt der Last Exorcism: Marlon Wayans veräppelt in seiner neuesten Film-Parodie die Auswüchse der Found-FootageHorrorwelle.

Videoüberwachungssystem bestätigt die Vermutung, wonach im trauten Heim einiges potentiell unkoscher ablaufen könnte.

Anfangs nehmen Malcolm und Kisha die paranormalen Aktiviäten noch mit Humor und spöttischem Witz, spielen zusammen mit einem befreundeten Ehepaar (gar nicht so klammheimliche Swinger!) geisterbeschwörend am Ouija-Brett rum oder bestellen pro forma einen Hellseher (Nick Swardson), der aber mehr am Mann des Hauses denn an den übersinnlichen Phänomenen interessiert zu sein scheint. Nach und nach beginnt ein Dämon aber von Kisha Besitz zu ergreifen – insbesondere auch in sexueller Hinsicht. Da schrillen beim eifersüchtigen und in seiner männlichen Eitelkeit gekränkten Malcolm alle

Alarmglocken: Er bestellt einen Priester (Cedric the Entertainer), auf dass sich dieser an einer Geisteraustreibung versuchen möge. Dass der Gottesmann zudem ein gerade entlassener Knacki ist, kann bei der Mission sicher auch nicht schaden. Oder?

Dass er unflätigen Horrorklamauk publikumswirksam aushecken kann, hat Marlon Wayans zusammen mit seinem Bruder Shawn bereits mit den ersten beiden Scary Movie-Filmen bewiesen. Nachdem er sich in Dance Flick zuletzt an der Tanzfilmepidemie komödiantisch abgearbeitet hat, steht nun in Ghost Movie erneut Gruselfilmveralberung an. Seine bestens bewährte Rezeptur hat er dabei in Absprache mit Regisseur Michael Tiddes so gut wie

Die Geister, die ich rief

unverändert gelassen: Auf jeden einkalkulierten Schreckenshappen kommen mindestens zwei scharf gewürzte, politisch schwerst unkorrekte Wuchteln, bei denen selbst dem fiesesten Devil Inside die Luft weg bleiben dürfte. Herr Wayans treibt so quasi den Teufel mit dem Beelzebub des Brachialhumors aus. Man muss ihn sich wohl als jene Sorte Exorzist vorstellen, von der man sich selbst im Vatikan höchstens hinter CP vorgehaltener Hand erzählt.  ▶l

07 03 2013

Horrorkomödie. OT: A Haunted House. USA 2013. Länge: 86 Min. Regie: Michael Tiddes. Buch: Marlon Wayans, Rick Alvarez. Kamera: Steve Gainer. Schnitt: Suzanne Hines. Produktion: Marlon Wayans, Rick Alvarez. Darsteller: Marlon Wayans, Essence Atkins, Cedric the Entertainer, David Koechner, Nick Swardson, Dave Sheridan. Verleih: Einhorn.

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▶l Film

Invasion

Platzangst. Witwer Josef (BURGHART BURGHART KLAUSSNER)) bekommt Besuch von der Verwandtschaft seiner Frau – und die gehen einfach nicht mehr nach Hause: beklemmend schwarzhumoriges Kino mit Popstar ANNA F. in ihrer ersten Kinorolle.

No Funny Games. Sie kommen als Freunde, aber sie gehen nicht mehr heim: Josef (Burghart Klaußner) hat seine Verwandtschaft am Hals, und die erweist sich als ausgesprochen blutig – und als enorm attraktiv (Anna F.).

KNAPP DREI MONATE

ist es her, dass die geliebte Frau von Josef (Burghart Klaußner, Das weiße Band) verstorben ist, und etwa zehn Jahre, dass der kleine Sohn Paul bei einem Busunglück ums Leben kam. Josef ist das passiert, wovor er am meisten Angst hatte: Er ist alleine zurückgeblieben, in einem riesigen leeren Haus, und alleine am Grab seiner Familie. Und dann spricht ihn auf dem Friedhof eine fremde Frau an, die sich als Nina (Heike Trinker) vorstellt, die Cousine seiner Frau. Nina ist erst seit kurzem wieder in der Gegend, und sie und ihr erwachsener Sohn Simon (David Imper) begegnen Josef voller Wärme. Er lädt sie zu sich ein, gemeinsam verbringen sie einen heimeligen Abend am knisternden Kaminfeuer, mit Gesprächen und gemeinsamem Erinnern an die Verstorbenen. Genau das war es, was dem trauernden Josef so gefehlt hat. Als Nina ihm erzählt, dass Simon und seine schöne junge Frau Milena (Popsängerin Anna F.) auf Wohnungssuche sind, bietet Josef an, sie mögen doch übergangsweise bei ihm wohnen. Endlich kommt

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wieder Leben ins Haus! Immer wieder übernachtet auch Nina hier, und Josef fällt immer mehr das seltsame Naheverhältnis zwischen Mutter und Sohn auf. Aber warum auch nicht: Das ist eben eine Familie, in der man einander umarmt, in der gesungen wird, in der man einander Geschenke macht. Josef ist gerührt. Auch Ninas charismatischer Liebhaber Konstantin (Merab Ninidze), der eines Tages vor der Tür steht, wirkt nett, und die gemeinsamen Abende werden immer ausgelassener. Beschwipst macht Nina Josef erotische Avancen, die er unangenehm berührt ablehnt. Dann taucht ein Kind auf, der schweigsame Marco (Jasper Barwasser), der offenbar Milenas Sohn ist; Simon ist ungewöhnlich hart gegenüber dem Buben, schreit mit ihm, sperrt ihn ein, und als Josef zum Kind hält, kommt es zum Streit.

ALLMÄHLICH IST ER IRRITIERT:

Keiner scheint vorzuhaben, jemals wieder bei ihm auszuziehen, und Josef fühlt sich immer mehr wie ein Gast im eigenen Haus. Er hätte wohl schon längst rebelliert, wäre

da nicht der geheimnisvolle Reiz, den die erotische Milena auf ihn ausübt …

BEDROHUNG VON INNEN. Regis-

seur Dito Tsintsadze gelingt es, einen herzlichen Verwandtenbesuch mit nervenaufreibender Gemächlichkeit und eiskalter Präzision zur tödlichen Bedrohung umzudeuten: Die Befürchtungen, die der Titel weckt, löst Invasion erst allmählich ein, das Grauen kriecht fast unmerklich heran – bis die Beklemmung in blutigen Irrwitz mündet. Ein Psychodrama zwischen Distanzlosigkeit, Eifersucht und sexuellem Begehren, garniert mit tiefMM schwarzem Humor. ▶l

01 03 2013

THRILLER. OT: INVASION. Deutschland/Österreich 2012. LÄNGE: 104 Min. BUCH & REGIE: Dito Tsintsadze. KAMERA: Ralf M. Mendle. SCHNITT: Karina Ressler. MUSIK: Gio Tsintsadze. PRODUKTION: Thanassis Karathanos, Karl Baumgartner, Ebba Sinzinger, Vincent Lucassen. DARSTELER: Burghart Klaußner, Anna F., Merab Ninidze, Heike Trinker, David Imper, Jasper Barwasser. VERLEIH: Thimfilm.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

ANNA F. Momentan arbeitet sie unter Hochdruck in Berlin und London an ihrem neuen Album, aber für SKIP nahm sich ANNA F. trotzdem Zeit, Fragen zu ihrem Filmdebüt Invasion zu beantworten – über Geborgenheit, Angst und große Chancen.

ANNA MAG MAN EBEN SKIP: Haben Sie einen Trick, wie Sie ungebetene Gäste loswerden? ANNA F: Ungebetene Gäste habe ich so gut wie nie (lacht)! Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen? Lange vor Invasion wurde ich einmal von der Regisseurin Ulrike Schwaiger gefragt, ob ich beim Casting für einen ihrer Filme mitmachen könnte. Ich hatte damals weder Ambitionen noch irgendeine Erfahrung damit, ich bin mit ganzem Herzen Musikerin, aber sie wollte mich trotzdem für eine der Hauptrollen. Der Film kam leider mangels Finanzierung nicht zustande, aber nun hatte ich Blut geleckt. Und ein paar Monate später hat sich dann Dito Tsintsadze bei uns gemeldet: Jemand hatte mich ihm für eine Rolle in Invasion empfohlen, er hatte sich viele meiner Musikvideos auf Youtube angesehen und dann ganz einfach angerufen: Angeblich wollte er genau mich für die Rolle der Milena.

„Wenn ich ins Kino gehe, sehe ich am liebsten seltsame, düstere Filme voller Zweideutigkeiten.“ Invasion ist reichlich verstörend, ein bisschen in die Richtung von Michael Hanekes Funny Games. Hat Sie das nicht abgeschreckt? Nein, gar nicht! Wenn ich ins Kino gehe, sehe ich sowas am liebsten: seltsame, düstere Filme voller Zweideutigkeiten. Haben Sie mit Dito über den Hintergrund Ihrer Figur Milena gesprochen? Ja, ich wollte natürlich alles ganz genau wissen, damit ich wirklich glaubwürdig sein konnte. Ich glaube sie hat, wie die anderen Charaktere auch, zwei Seiten: Sie ist Opfer und zugleich Manipulatorin. Und sie erhofft sich bei Josef Geborgenheit und eine stabilere Situation für sich und ihr Kind, sie schätzt seine respektvolle und vorurteilsfreie Art. Gleich mit Ihrer ersten Kinorolle wagen Sie sich an explizite Sexszenen heran. Hat das große Überwindung gekostet? Puhhhh, das hat mir anfangs einige schlaflose Nächte beschert. Wir haben all das aber im Vorfeld ausführlich besprochen, ich hatte großes Vertrauen in das Team und vor allem in meinen Kollegen Burghart Klaußner. Einige ursprünglich vorgesehene Szenen wurden auf meinen Wunsch gestrichen oder geändert. Und schlussendlich waren dann das tolle Drehbuch, Dito als Regisseur und der super Cast stärker als meine ▶l MAGDALENA MIEDL Bedenken.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

JÜRGEN VOGEL

Er hat schon die ärgsten Rollen gespielt und die ärgsten Preise gewonnen, aber in Berlin gibts keine Sonderbehandlung: JÜRGEN VOGEL, 44, spielt in Quellen des Lebens fantastisch verändert den Kriegsheimkehrer und Wirtschaftswunder-Opa der Familie Freytag. SKIP traf ihn in Berlin.

SKIP: Ist dir Opa Freytag schwergefallen? JÜRGEN VOGEL: Es war schon wirklich schwer. Ich gehöre zu einer ganz anderen Generation. Allein dieses Alter zu spielen war eine Herausforderung. Oskar Roehler hat aber ein tolles Drehbuch geschrieben, in dem alles bis ins Detail skizziert war. Sein eigener Roman, der ja stark autobiografisch ist, war die Vorlage dafür. So gesehen stand sehr viel Hintergrundinformation zur Verfügung darüber, was er denn erzählen und welche Stimmungen er übertragen wollte. Und das hat mich so ein wenig durch die Dreharbeiten durchbegleitet.

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Musste man dir also keine Regieanweisungen mehr geben? Nun, ich musste auf jeden Fall nicht immer alles vorher mit Oskar besprechen. Ich habe ihm gezeigt, was ich daraus mache, sozusagen meine Interpretation, und das hat hervorragend funktioniert. Oskar ist sehr direkt und sagt gleich, wenn ihm was nicht gefällt, und er hat im nächsten Moment eine neue Idee. Das war echt super. Opa Freytag ist einer von sehr vielen Charakteren im Film, die auch für sich allein eine gute Geschichte

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2)

„BIN DER JÜRGEN“


▶l Film „Servus, wie geht’s, alles leinwand?“ begrüßt uns Jürgen Vogel in tadellosem Wienerisch.

erzählen. Sonja Kirchberger als seine Schwester, Margarita Broich als Oma … … oder Moritz Bleibtreu als 68er, bei dem sich herausstellt, dass seine Gattin die vielleicht begabtere Autorin ist. Das sind alles erzählenswerte Geschichten, darum ist der Film ja auch so lang.

Quellen des Lebens erstreckt sich über mehrere Generationen … Es ist im Grunde die Geschichte Deutschlands. Das sind sehr wichtige Kapitel, wie eine Generation seit dem Krieg in die nächste übergegangen ist, und da war es auch wichtig, dass sich die eine von der anderen abgrenzt und sich auflehnt, um eine neue Gesellschaft zu kreieren und Revolten zu machen, die wir ja alle hatten, zumindest die sanften. Und wie dann die Großeltern für das Enkelkind plötzlich wieder so wichtig werden … das ist ein schöner Bogen, finde ich. Welche Geisteshaltung steckt in deiner Figur, dem aus dem Krieg heimkehrenden Opa Freytag? Wenn er nicht so ein verbissener, sturer und egozentrischer Alt-Nazi wäre, dann hätte er es nicht geschafft, aus der ehemaligen Ziegelei, oder was es war, eine so florierende Gartenzwerg-Fabrik zu erschaffen. Er war jahrelang weg, seine Schwester wendet sich von ihm ab und er verliert beinahe seine Frau. Dieses riesige Defizit, das der Krieg ihm da verursacht hat, macht er wieder wett, indem er zeigt, dass er sehr wohl für diese Familie noch so richtig sorgen kann. Seine Präsenz und seine Stetigkeit – und dass er den Sohn zum Glück auf seine Seite ziehen kann …

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2)

Das ist eine sehr ernste Erklärung für etwas so Lustiges … Natürlich ist das auch oft makaber und du musst darüber lachen. Ich mag das sehr, dass es eine sehr humoristische Form hat. Es ist wie das Leben: Es wechselt zwischen Drama und Komödie, in seiner Biederbürgerlichkeit und Spießigkeit ist es manchmal auch echt lustig. Du hast neben sehr vielen europäischen Preisen auch z. B. bei Robert De Niros Tribeca Film Festival gewonnen. Bist du ein Star? Holt mich hier raus! Ne, Quatsch, ich bin der Jürgen. Ich weiß gar nicht, was ein Star … Wirst du erkannt auf der Straße? Ja, ich werd schon erkannt, aber die Berliner sind da relativ cool. In Berlin haben schon immer Prominente gelebt, und der Berliner hat eine gesunde Haltung gegenüber „Berühmten“ im Alltag, da kriegt keiner ▶l CHRISTOPH ZEPPETZAUER eine Sonderbehandlung.

Als die Deutschen im Garten ackern mussten, um sich zu nähren: Opa Freytag und die Seinen nach dem Krieg.

Quellen des Lebens Drei Generationen deutscher Geschichte, vom Kriegsende bis in die 70er Jahre, zwischen Drama, Witz und Wirtschaftswunder: OSKAR ROEHLERS autobiografisches Familien-Epos! DIE RÜCKKEHR DES PATRIARCHEN Erich

(Jürgen Vogel) nach Deutschland verändert das Gefüge der Nachkriegsfamilie Freytag von Grund auf: Er vertreibt die intellektuelle Schwester (Sonja Kirchberger), arrangiert sich mit seiner Frau (Meret Becker), gewinnt die Achtung und Liebe seines Ältesten Klaus (Moritz Bleibtreu) und erobert sich die Familie zurück, indem er eine Gartenzwerge-Fabrik aufbaut. Klaus, der bereits ein nachdenklicher junger Mann ist und Schriftsteller werden will, verliebt sich in Gisela (Lavinia Wilson), Tochter von Großbürgern, und aus dieser Ehe entsteht das kleine Robertle. Kurz nach der Geburt wendet sich seine Mutter – „Es stinkt.“ – von ihm und Klaus ab. So beginnt die Wohlstandsverwahrlosungsspirale, sich gar eigenartig zu drehen und zu wenden – bis hinein in die 1970er Jahre. Robertle ist das Alter Ego des Regisseurs Oskar Roehler, von dem auch das Drehbuch zu Quellen des Lebens stammt, basierend auf seinem Roman Herkunft. Roehler erzählt seine eigene Familiengeschichte unerschrocken und schöpft humoristische Qualität aus blankem Realismus. Neben Vogel und Bleibtreu sind es vor allem die Frauen, die darin glänzen: Margarita Broich erregt als Oma den größten Preisverdacht, und sobald Lavinia Wilson mit derselben Perücke wie Roehlers Mutter, die Schauspielerin Hannelore Elsner, in Roehlers älterem Film Die Unberührbare auftritt, wo diese auch mehr oder weniger sich selbst spielt, genießt es sich bewusst voyeuristisch, aber ganz ungeniert. CZ ▶l

15 02 2013

TRAGIKOMÖDIE. OT: QUELLEN DES LEBENS. Deutschland 2012. LÄNGE: 173 Min. BUCH & REGIE: Oskar Roehler. KAMERA: Carl-Friedrich Koschnick. SCHNITT: Peter R. Adam. MUSIK: Martin Todsharow. PRODUKTION: Stefan Arndt, Uwe Schott, Oliver Berben. DARSTELLER: Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu, Meret Becker, Lavinia Wilson, Margarita Broich, Wilson Gonzales Ochsenknecht, Kostja Ullmann, Sonja Kirchberger. VERLEIH: Filmladen.

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▶l Film On The Road: Minister SaintJean (Olivier Gourmet) steht an der Kippe – zwischen Durchbruch und Absturz.

Der Aufsteiger hinter den Kulissen der Politarena: Olivier gOurMet spielt einen aufstrebenden Minister, dem seine Überzeugungen im Wege stehen. Großartiges, rasantes Kino aus dem Vorhof der Macht.

▶l

08 02 2013

POlitthriller. Ot: l’exerciSe De l’éTAT. Frankreich/Belgien 2011. länge: 115 Min. regie: Pierre Schoeller. Buch: Pierre Schoeller, Bénédicte Kermadec. KaMera: Julien hirsch. Schnitt: laurence Briaud. MuSiK: Philippe Schoeller. PrOduKtiOn: Denis Freyd, Jean-Pierre & luc Dardenne. darSteller: olivier Gourmet, Michel Blanc, Zabou Breitman, laurent Stocker, Sylvain Deblé. verleih: Filmladen.

„4000 KOntAKte im handy, aber kein ein-

ziger Freund“ – das leben eines Ministers ist kein honiglecken. Doch Moment: ist da nicht der rausch der Macht – macht der nicht alle opfer wett? Pierre Schoellers raffinierter Politthriller porträtiert den fiktiven französischen Verkehrsministers Bertrand Saint-Jean (olivier Gourmet), der an der Schwelle zum ganz großen Aufstieg steht. ein Verkehrsunfall, bei dem zahllose Kinder sterben, ist für Saint-Jean der Prüfstein für seine staatsmännischen Fähigkeiten. Von nun an geht es aufwärts: Durch das Dickicht des Politdschungels arbeitet sich Saint-Jean nach oben,

PIerre SchOeller

in einem System, das von Gier und Täuschung angetrieben wird. Mit ihm, sagt der Verkehrsminister in ein Fernsehmikrofon, wird es keine Privatisierungen geben – und erfährt dann, dass der Finanzminister genau das Gegenteil kundgetan hat: ein Balanceakt. Die Situation droht zu eskalieren, als der Minister gewohnte Bahnen verlässt: er lädt sich bei seinem Fahrer zum Abendessen ein, einem ehemaligen Arbeitslosen, der mit seiner Freundin in einem Wohnwagen lebt. Die aufgestaute Bitterkeit des Paares entlädt sich gegen den Minister, der seine Fassungslosigkeit in Alkohol ertränkt. Doch seine Karriere beginnt erst ... Der Aufsteiger ist ein Psychogramm der politischen Kaste, das anderswo in europa ähnlich spielen könnte: hochintelligentes, subtiles französisches Kino mit MM viel Gespür für Tempo.

exKluSiV-iNTerVieW

Power of Politics Nach Versailles, seinem schönen Erstlingsfilm über einen obdachlosen und ein kleines Kind, gelang Pierre SchOeller ein Überraschungserfolg: Der Aufsteiger ist ein Blick ins Zentrum der Macht.

fOtO: ANDreA MÜhlWiSch

SKIP: Innenpolitik ist doch sehr sperrig – was hat Sie gereizt, darüber einen Film zu drehen? Pierre Schoeller: ich habe einen großen Fehler: ich liebe Schwierigkeiten! (lacht) es war schwer, den Film zu schreiben, weil ich anfangs nicht viel über Politik wusste, aber mein hauptproblem war rein psychologisch: ich musste mir selbst erlauben, über diese Menschen zu sprechen. Ab dann ging es wie von alleine. Der Film ist ein Thriller, mit vielen dunklen Seiten, aber auch witzigen Momenten, ein Albtraum kommt vor, und spektakuläre Actionszenen. es ist ein Film über Politik – aber ein Actionfilm! Olivier Gourmet als Minister wirkt so echt, als hätte er nie etwas anderes getan. Wie hat er sich vorbereitet?

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er hat viel gelesen, und er verbrachte einen Tag mit dem aktuellen Kulturminister. Da konnte er etwa miterleben, dass man ab dem Tag, an dem man zum Minister ernannt wird, keinerlei Privatleben mehr hat: Man ist ununterbrochen angespannt, schläft kaum, und man muss lernen, nachzudenken und gleichzeitig fünfzehn andere Dinge zu tun. Sie haben über diesen Film gesagt, er sei nicht zynisch gemeint. Aber ist es in der Politik überhaupt möglich, dem Zynismus zu entkommen? ich glaube, es ist schwierig, seine Überzeugungen zu behalten. Dieser Minister hat eigentlich eine klare politische einstellung, aber er hat noch nicht die Mittel, diese Überzeugungen durchzusetzen, und er ist gezwungen, Dinge zu tun, die er nicht tun will. Doch um mehr Macht zu bekommen, muss er da durch – bis er endlich in der Position ist, zu tun, was er für ▶l Magdalena Miedl richtig hält. Das ist die Schwierigkeit.


▶l Film

Der Hypnotiseur Mysteriöse Serienmorde. Ein schwer verletzter Überlebender. Ein schreckliches Geheimnis … Schwedens Regie-Superstar LASSE HALLSTRÖM (Lachsfischen im Jemen) verfilmt mit toller Besetzung den gleichnamigen Krimi-Bestseller. ES IST EINE

besonders schauerliche Serie von Verbrechen. Erst wird ein Sporttrainer in einem Turnsaal brutal niedergestochen, danach dessen ganze Familie in ihrem Einfamilienhaus – die Ehefrau, die kleine Tochter, der halbwüchsige Sohn, sie alle liegen in bizarren Posen in ihrem eigenen Blut. Doch wie durch ein Wunder hat Josef, der Sohn, überlebt – böse zugerichtet und völlig traumatisiert liegt er im Krankenhaus. Josef muss den oder die Täter gesehen haben, das steht für Kommissar Joona Linna (Tobias Zilliacus) fest. Doch Josef will nicht sprechen. Seine Ärztin empfiehlt Linna, bei Dr. Erik Bark (Mikael Persbrandt, der Hauptdarsteller von Susanne Biers Oscar-Film In einer besseren Welt, und bald auch in Teil 2 und 3 von Der Hobbit zu sehen) nachzufragen – der sei ein Spezialist für solche Fälle. Und in der Tat lässt sich Dr. Bark trotz anfänglicher Bedenken breitschlagen, Josef zu hypnotisieren.

VIEL BEKOMMT ER NICHT RAUS

aus dem Buben, die Folgen sind dennoch dramatisch: Wenig später wird Barks eigener

Sohn Benjamin aus dem Haus der Familie von einer vermummten Gestalt entführt, die zuvor Barks Ehefrau Simone (immer wieder wunderbar: Lena Olin) unter Drogen gesetzt und in Simones Werkstatt – sie ist Malerin – eine mit blutroten Lettern gepinselte Nachricht hinterlassen hat: „Keine Hypnose mehr, oder der Bub stirbt!“ Panik macht sich breit beim Ehepaar Bark – als ob ihre privaten Probleme der letzten Jahre nicht genug gewesen wären. Noch dazu macht Kommissar Linna eine weitere problematische Entdeckung: Josef hat eine Schwester, die schon länger nicht mehr bei der Familie lebte – noch ein potenzielles Opfer des Messermörders …

LASSE HALLSTRÖM und ein spannen-

der „Schwedenkrimi“-Bestseller: eine ziemlich zwingende Kombination. Der Hypnotiseur, den das Schriftsteller-Ehepaar Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril 2009 unter dem Pseudonym Lars Kepler veröffentlicht hat, war der erste Teil ihrer Joona-Linna-Serie und verkaufte sich auch international bestens.

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Mit viel Liebe fürs Detail, großartigen Schauspielleistungen und tollen Bildern schummelt sich Hallström nun nicht nur über das eine oder andere Eisloch in der Krimihandlung, sondern verleiht dem blutigmysteriösen Fall echtes Großbildformat. GB ▶l

22 02 2013

THRILLER. OT: HYPNOTISÖREN. Schweden 2012. LÄNGE: 125 Min. REGIE: Lasse Hallström. BUCH: Paolo Vacirca nach dem Roman von Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. KAMERA: Mattias Montero. SCHNITT: Sebastian Amundsen, Thomas Täng. MUSIK: Oscar Fogelström. PRODUKTION: Bertil Ohlsson, Peter Possne, Börje Hansson. DARSTELLER: Tobias Zilliacus, Mikael Persbrandt, Lena Olin, Jonatan Bökman, Oscar Petterson, Eva Melander. VERLEIH: Polyfilm.

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▶l Film

Just als Manuel (MANUEL RUBEY) merkt, dass ihn mit Mia (ALISSA JUNG) mehr verbindet als nur beste Freundschaft, hat die sich in einen gelackten Piloten verknallt … Zum Sternderlgucken hinreißende Liebeskomödie aus Österreich.

Zweisitzrakete MANUEL (Manuel Rubey)

ist eine echte Großstadtpflanze. Single, aber sozial durchaus gut aufgestellt. Sein Mitbewohner und bester Freund Detlev (Simon Schwarz) ist ein warmherziger Spinner, der Selbsthilfegruppen für verlassene Männer leitet, und seine beste Freundin Mia (Alissa Jung) ist eine faszinierende junge Frau, mit der es sich trefflich beim Stammchinesen übers Leben und die Liebe – rein theoretisch – philosophieren lässt. Mia ist bei jedem Blödsinn dabei, mit ihr gemeinsam kann man den Regen genießen, auf die allerhöchsten Kirchtürme steigen, das Abenteuer Stadt erleben. Mia mag Manuel genau so, wie er ist – und umgekehrt.

EIGENTLICH eine Traumbeziehung –

wenns denn eine Beziehung wäre. Natürlich gilt auch hier die uralte Weisheit: „Es ist meistens ganz genauso, wies aussieht.“ Natürlich sieht ein Blinder, wie gut die beiden zusammenpassen würden. Nur die unmittelbar Beteiligten merken wiedermal gar nichts.

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01 03 2013

LIEBESKOMÖDIE. OT: ZWEISITZRAKETE. Österreich 2013. LÄNGE: 120 Min. REGIE: Hans Hofer. BUCH: Hans Hofer, Judith Hasleder. KAMERA: Leena Koppe. SCHNITT: Benedikt Rubey. MUSIK: Bernhard Fleischmann, Boris Fiala. PRODUKTION: Danny Krausz, Kurt Stocker. DARSTELLER: Manuel Rubey, Alissa Jung, Simon Schwarz, Thomas Stipsits, Denis Moschitto, Inge Maux. VERLEIH: Lunafilm.

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SKIP FEBRUAR

Mit Vollgas in den Sternenhimmel der Liebe? Nicht so schnell: Erst muss Manuel (Manuel Rubey) mit Hilfe seines besten Freundes (Simon Schwarz) das Herz seiner Mia (Alissa Jung) gewinnen.

„Läuft denn da nichts zwischen Mia und dir?“ wird Manuel denn auch oft genug gefragt, aber nein, da läuft nichts. Eine solche Freundschaft gefährdet man doch nicht wegen wildgewordener Hormone! Und auch Mia sieht das so – Manuel ist ihr sicherer Hafen, bei dem sie sich von allen Stürmen des Lebens erholen kann, nicht weniger, aber auch um Gottes Willen nicht mehr. Doch dann muss Mia beruflich nach Bozen, und die kurze Reise löst eine kleine Lawine an Ereignissen aus. Erst fällt es Manuel wie Schuppen aus den Haaren: Er mag Mia nicht nur irrsinnig gern, er liebt sie, aus ganzem Herzen. Doch als er die frohe Botschaft an die Frau bringen will, kommt die ihm mit noch größeren Neuigkeiten zuvor: Mia hat in Bozen jemanden kennengelernt. Den ganz

besonderen Jemand. Er ist gutaussehend, Italiener und ein echter Pilot. Und ein richtiger Schnösel, findet Manuel. Mit dem Mia schon in zwei Wochen nach Rom ziehen will, für immer. Das kann sie doch nicht ernst meinen? Mit so einer Witzfigur von Mann? Jetzt ist guter Rat teuer. Detlev und seine Selbsthilfegruppe springen gerne ein: Um das Herz einer Frau zu gewinnen, muss man ihre geheimsten Wünsche erfüllen. Und die kennt Manuel genau: Ein Flug zum Mond, das hat sich Mia schon als Kind immer erträumt. Und: Wenn Liebe alles mögliche kann, warum dann nicht auch Raketen organisieren? Im Technischen Museum gäbe es da ein paar besonders schöne Exemplare, und schon bauen Manuel, Detlev und die Verlassene-Männer-Gang an einem spektakulären Plan …

EINE ENTZÜCKENDE STORY, jede

Menge Romantik und sprechende, gefiederte Turteltäubchen: Der junge Regisseur Hans Hofer hat mit seinem Feature-Debüt Zweisitzrakete etwas ganz Besonderes fertiggebracht. Eine charmant-märchenhaftcoole Liebeskomödie für alle Verliebten und GB die, die es bald werden möchten.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

MANUEL RUBEY

FOTO: ANDREA MÜHLWISCH (1)

Piloten ist nichts verboten. Mit Brille und Propeller: Manuel Rubey im Technischen Museum, einem der Hauptdrehorte von Zweisitzrakete.

ROCKET MAN Filmemacher HANS HOFER schrieb die Hauptrolle in Zweisitzrakete extra für MANUEL RUBEY (Falco – Verdammt, wir leben noch, Echte Wiener). Eigentlich seltsam, dass dieses große romantische Talent vorher noch niemand ausgenutzt hat! SKIP traf ihn zum Interview im Technischen Museum. SKIP: Wie bist du zu diesem Projekt gekommen? MANUEL RUBEY: Nun, Regisseur Hans Huber wollte schon vor drei Jahren mal mit mir arbeiten, das ist sich damals aber zeitlich nicht ausgegangen. Aber wir sind in Kontakt geblieben – und irgendwann hat er mir erzählt, er hätte ein Drehbuch verkauft mit einer Rolle, die er für mich geschrieben hat, was natürlich sehr schmeichelhaft war. Dabei ist der romantische Hero ja eher untypisch für dich, wenn man deine bisherige Laufbahn betrachtet. Nicht nur das, er ist auch im realen Leben ein ganz anderer Typ als ich und hat nicht so viel mit mir gemeinsam. Ein bisschen was natürlich schon, sonst könnte ich ihn auch nicht spielen. Ich glaube, dass sich Schauspieler ein bisserl überschätzen, wenn sie sagen, sie könnten alles spielen (grinst).

Was sind deine Lieblings-Liebesfilme? Ich würd sagen Manche mögen’s heiß, der ist so brillant … ... und du hast genau die richtige Brille dafür, ein bisschen wie die von Tony Curtis im Film! Echt? (lacht) Na passt! Ich mag die Liebeskomödien von Woody Allen sehr, weil die Liebe da oft so wunderbar nicht funktioniert. Und in meiner Jugend hab ich auch Pretty Woman sehr gern gehabt, muss ich offen und ehrlich zugeben (lacht). Den würde ich jetzt nicht mehr so mögen.

„Es gibt grundsätzlich nicht so viele Themen im Leben – und im Kino funktionieren am besten die ganz großen.“

Warum glaubst du, funktionert das Thema Liebe im Kino so gut? Ich glaube, es gibt grundsätzlich nicht so viele Themen im Leben – und im Kino funktionieren am besten die ganz großen. Liebe, Sex, Tod, Macht. Und Filme geben einem die Illusion, dass es diesen Zustand, nach dem man so süchtig sein kann, das Verliebtsein, ewig gibt. Es geht in romantischen Filmen ja meistens darum, wie sie sich kriegen. Die entscheidende Frage „Wie gehts ihnen, wenn sie dann zusammen sind?“, das will ja niemand sehen (lacht).

Du hast gerade in den letzten Jahren sehr viel gemacht – TV, Kino, Theater, Internet – und bist mittlerweile sicher einer der bekanntesten österreichischen Schauspieler deiner Generation … Ich würde mir so ein Image nie umhängen, aber es freut mich, wenn man das so sieht. Ich hab auch so das Gefühl, es gibt in Österreich gerade eine Generation junger Schauspieler – da könnt ich zum Beispiel auch den Michi Ostrowski dazuzählen –, die einander einerseits alle Erfolge gönnen, und andererseits auch das Recht einfordern, mitzugestalten. Wir wollen Kinofilme machen, die nicht dem typischen Feelbad-Movie-Klischee entsprechen. Wir wollen Qualitätskino machen, aber auch Leute erreichen, wir wollen Publikum haben. Und das ist etwas, was ich ▶l GINI BRENNER sehr schätze.

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▶l Film

England’s Dreaming Das britische Kino der 60er Jahre

James Bond, The Beatles und KEN LOACH: Das Österreichische Filmmuseum zelebriert die Swinging Sixties on screen. Die aktuelle Schau widmet sich dem britischen Kino der 60er Jahre. Geträumt wird mit RICHARD LESTER, ROMAN POLANSKI, PETER WATKINS u. v. m.

Blow Up

Clockwork Orange

drama Cathy Come Home (1966) brutal in die triste Realität zurück. Dieses ambivalente Bild, das die Swinging Sixties Generation nach außen zeichnete, übertrug sich auch auf die Arbeiten ausländischer Filmemacher, wie Antonionis Blow Up (1966), Polanskis Repulsion (1965) oder Skolimowskis Deep End (1970), die dem damaligen britischen Way of Life mit einer explosiven Mischung aus Apathie und Sympathie begegneten. Der britische Traum endete, weil die amerikanischen Hollywood-Majors plötzlich den Geldhahn zudrehten: eine kuriose und doch nicht DR unerwartete Endnote. If

„WENN ES KEINE ZUKUNFT

gibt, wie kann es Sünde geben?“ fragten sich anno 1977 die Sex Pistols in ihrer EnglandHymne God Save The Queen. Zukunftsangst und Nonkonformismus bildeten zwar die Grundpfeiler der Punk-Attitüde, doch alleine darum ging es den Pistols nicht: Ihr Text markierte auch ein lautstarkes Abschiednehmen vom britischen Traum der Swinging Sixties, der nun endgültig vorüber schien. Stanley Kubricks Meisterwerk A Clockwork Orange (1971) hatte seine Schatten vorausgeworfen.

DOCH MODE UND KULTURBOOM

der 1960er Jahre hin oder her: Gerade die britische Filmkultur schien zu dieser Zeit immer im Schatten ihrer übermächtigen Konkurrenz zu stehen. Egal, ob es sich dabei um die populäre Traumfabrik aus den USA oder das griffige Kunstkino aus Italien, Frankreich & Co. handelte. Dabei beherbergt gerade das Britkino einige der spannendsten Filmschätze dieser Ära. Wohl auch deshalb, weil der englische Traum und die darauffolgende Desillusionierung immer so nah beieinander standen.

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Peeping Tom

So waren ein amoralisches Model, das nach gesellschaftlichem Aufstieg strebt, wie in John Schlesingers Darling (1965), oder ein ausgefuchster Geschäftsmann, der über Leichen geht, wie in Clive Donners großartiger Komödie Nothing but the Best (1964), ebenso wichtige Protagonisten des britischen Kinos, wie die erschreckend-authentischen Endzeitvisionen eines Peter Watkins in seinem Doku-Drama The War Game (1965). Während ein charmanter James Bond seinen Lust- und Tötungstrieb in den exotischsten Locations ausleben konnte, holte ein Ken Loach die BBC-Zuschauer mit dem grimmigen Sozial-

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07 02 – 07 03 2013

ENGLAND’S DREAMING. DAS BRITISCHE KINO DER 60ER JAHRE. Das Österreichische Filmmuseum zeigt eine umfassende Schau zu einer der bedeutendsten Phasen des britischen Kinos mit zahlreichen österreichischen Erstaufführungen. Neben ausgewählten Double-Features hält der britische Filmkritiker und -kurator Neil Young am 21. 2. einen Vortrag zum Thema. Das komplette Programm mit allen Terminen gibts auf www.filmmuseum.at


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▶l Fun

Forward

DVD / GAMES / PREMIEREN

ACTION ON WHEELS

PREMIUM RUSH

▶l TEXT: GINI BRENNER

DIE STADT GEHÖRT DIR!

FOTOS: SONY PICTURES

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SKIP FEBRUAR

Einer der besten, spannendsten und innovativsten Filme, die 2012 nicht bei uns ins Kino kamen: Der junge Filmemacher David Koepp drehte seinen rasanten Thriller im Milieu der Fahrradboten in NYC, den modernen Rittern der City. Einer ihrer Schnellsten, Bike-Profi Wilee (InceptionStar Joseph Gordon-Levitt) soll ein Kuvert liefern – doch an dem ist auch der korrupte Cop Bobby (Michael Shannon) interessiert … Toll gefilmte Action auf Rädern, die mit geölter Coolness auch Fahrradhasser zu bekehren vermag! Action-Krimi. OT: Premium Rush. Regie: David Koepp. Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Michael Shannon, Dania Ramirez, Jamie Chung, Wolé Parks. Extras: Making-of, Backstage-Featurettes. Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1), Türkisch (Dolby Surround). Untertitel: Deutsch, Englisch, Hindi, Türkisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Englisch für Hörgeschädigte.


„DER HERR DER RINGE: DIE GEFÄHRTEN“

Der Originalfilm mit Live-Orchester und Chor

Do. 16. u. Fr. 17.5.2013 | 19.00 Uhr | Stadthalle Wien - Halle F Tel: 01 / 504 85 00 |

www.viennaentertainment.com tickets@viennaentertainment.com


▶l Fun DVD UNDERWATER LOVE

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SKIP & Disney Home Entertainment verlosen Findet Nemo & Partysaurus Rex: 5x auf Blu-ray und 5x auf DVD! Surf auf www.skip.at und gewinn!

FINDET NEMO

Die Geschichte vom kleinen Nemo, der in einem Zahnarztaquarium landet, und seinem Vater Marlin, der nichts unversucht lässt, seinen Kleinen wiederzufinden, kommt nicht nur ins Kino – zeitgleich erscheint das zauberhafte Unterwasser-Abenteuer auch auf DVD und Blu-ray. Dazu gibts wie immer bei den Pixars einen brandneuen Kurzfilm! Diesmal gehts in Marc Walshs Partysaurus Rex mit dem Plastiksaurier aus Toy Story auf Ausflug ins Badezimmer – wo er den Schwimmtierchen zeigt, wo die Brause hängt. Entzückend! Animation. USA 2003/2013. Regie: Andrew Stanton, Lee Unkrich. Extras: Kurzfilm, Featurette, Aquarium. Auf der Blu-ray zusätzliche Szene, zusätzliche Featurettes. Sprachen: Deutsch (DD plus 7.1), Englisch (DTHD 7.1), Türkisch (DDEX 5.1). Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch.

MARC WALSH

DER PARTYMACHER

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SKIP FEBRUAR

SKIP: Sie sind schon über 15 Jahre bei Pixar – nun ist Partysaurus Rex ist Ihre erste Regiearbeit. Wie hat sich das angefühlt? MARC WALSH: Es ist schon nochmal eine neue Dimension. Ich hab ja auch das Drehbuch geschrieben, das heißt, ich hatte den kompletten Film in meinem Kopf schon fix und fertig, bevor wir überhaupt damit angefangen haben. Bei Animationsfilmen muss man ja in der Vorproduktion viel spezifischer sein als bei etwa einem Spielfilm – Animation ist ein extrem teures Medium, da kann man nicht einfach re-shooten, wenn etwas nicht funktioniert, oder Szenen anders schneiden. Man kann auch schwer Testscreenings veranstalten … Ja, genau (lacht). Deshalb machen wir es bei Pixar so, dass wir jede Idee möglichst vielen Kollegen vorlegen und uns ihre

Reaktionen zu Herzen nehmen. Alles wird, bevor es in Produktion geht, von möglichst vielen Seiten abgeklopft, und wenn etwas nicht wirklich funktioniert, dann wirds gekübelt. Das Schöne ist, dass die Leute hier auch wirklich zusammenarbeiten, jeder hat ein Ziel: Gute Filme machen. In einer Firma, in ders vor allem darum geht, wer der Beste ist, würde das nicht gehen. Wie sind Sie eigentlich zu Pixar gekommen? Ich habe eigentlich schon sehr früh gewusst, dass das Zeichnen von bewegten Bildern das ist, was ich machen möchte. Animation hat mich immer schon fasziniert, es war für mich immer wie zaubern. Ich hab auch während meiner Schulzeit immer damit rumgespielt, Workshops gemacht und so. Tja, und im Jahre 1997 bin ich dann zu einer kleinen Firma namens Pixar gestoßen (lacht).

FOTOS: VERLEIHER

▶l TEXT: GINI BRENNER

Bei der Produktion von Findet Nemo war Marc Walsh einer der ganz Wichtigen im Animations-Department. Jetzt läuft sein eigener Kurzfilm Partysaurus Rex als Vorfilm der 3D-Version. SKIP holte sich den supernetten Kreativkopf zum Exklusiv-Interview.


SKYFALL

In Skyfall ist Daniel Craig zum dritten Mal der Agent mit der Lizenz zum Töten: Zum Goldenen Bond-Jubiläum wartete Ausnahmeregisseur Sam Mendes (American Beauty) mit einem spektakulären Fall für einen leicht angeschlagenen 007 auf – mit Javier Bardem als irrem Bösewicht, Judi Dench als M, Ralph Fiennes als ihr Nachfolger und zwei atemberaubenden Schönheiten (Bérénice Marlohe, Naomie Harris). Im Kino ein Megaerfolg – jetzt auch für zu Hause! Action-Thriller. OT: Skyfall. USA 2012. Regie: Sam Mendes. Darsteller: Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Naomie Harris, Bérénice Marlohe, Ralph Fiennes. Extras: Making-of, Featurettes, Promo-Spot. Sprachen: Englisch, Deutsch (DD 5.1) u. a. Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte u. a.

LICENCE TO THRILL

DER CHAOS-DAD

DIE NACHT DES JÄGERS Auf seinen Fäusten sind die Worte Love und Hate eintätowiert … Robert Mitchum machte als scheinheiliger Killerpriester Filmgeschichte. Charles Laughtons grandioser Thriller erscheint nun erstmals digital remastered auf HD-Blu-ray. Thriller. OT: Night of the Hunter. USA 1955.

ONCE UPON A TIME – ES WAR EINMAL DIE KOMPLETTE ERSTE STAFFEL Märchenhafte Fantasy-Action, erdacht von zwei Lost-Autoren: Die Tochter von Schneewittchen und dem Prinz kämpft in zwei Zeitebenen gegen den Fluch der bösen Königin. TV-Serie. OT: Once Upon a Time. USA 2011.

Noch ein Film, der es aus verleihpolitischen Gründen nicht zu uns ins Kino geschafft hat. Schade, denn Adam Sandlers Brachialkomödie ist durchaus ein Vergnügen – vorausgesetzt, man kann mit den unendlich tiefen Schmähs des US-Starkomikers (Waterboy, Leg dich nicht mit Zohan an) was anfangen. Die Geschichte um einen superstraighten Sohn (Andy Samberg) und seinen, äh, unkonventionellen Dad (Sandler) ist erfrischend anarchisch und schreckt vor nichts zurück. Komödie. OT: That’s My Boy. USA 2012. Regie: Sean Anders. Darsteller: Adam Sandler, Andy Samberg, Leighton Meester, Vanilla Ice, James Caan, Milo Ventimiglia. Extras: Gag Reel, Entfallene Szenen. Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch (DD 5.1). Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch.

DAS GEHEIMNIS DER FEENFLÜGEL

FOTOS: VERLEIHER

Zaubern, aber richtig. Schon in vier Abenteuern hat die kleine quirlige Tinkerbell bewiesen, dass sie auch ohne ihren „großen“ Freund zum Filmstar geboren ist. Kein Wunder, hinter der Produktionsfirma steckt auch niemand anderer als Pixar-Mastermind John Lasseter als Chief Creative Officer! Das fünfte Feen-Märchen, in dem Tinkerbell im Winterwald ihre Schwester trifft (und ordentlich Chaos baut), bekam sogar einen richtigen großen Kinostart – und jetzt zaubert unsere Lieblinsgminifee auch wieder im Wohnzimmer. Animations-Märchen. OT: Secret Of The Wings. USA 2012. Regie: Peggy Holmes, Roberts Gannaway. Extras: Musikvideos, Vorschau. Sprachen: Deutsch (DTS 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1), Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Norwegisch (DD 5.1). Untertitel: Deutsch, Englisch u.v.m.

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SKIP FEBRUAR

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▶l Fun ENTERTAINMENT AUF SKY

Cinema HD auf

Mit Sky herrscht im TV-Programm immer absolute Hochsaison: SKIP präsentiert die coolsten Sky-Fernsehevents im Februar – von den kultigsten Vergnügen für die ganze Familie bis zur ultraspannenden Top-Ware für Cineasten. DAS BOURNE VERMÄCHTNIS

MADAGASCAR 3 FLUCHT DURCH EUROPA

AB 11. 02. AUF SKY SELECT/HD

AB 14. 02. AUF SKY SELECT/HD

Elitespionage, next Generation: Im vierten Teil der fabulösen AgentenFilmreihe wird Jason Bournes inoffizieller Nachfolger Aaron Cross (Jeremy Renner) mit den unmittelbaren Nachwirkungen der BourneAffäre konfrontiert.

Löwe Alex, Zebra Marty, Giraffe Melmann, Nilpferd Gloria, Lemurenkönig Julien und natürlich die verschwörerischen Pinguine machen sich noch einmal auf eine große Reise – diesmal durch Europa. Klar, dass die tierische Truppe die alte Welt ordentlich durcheinanderbringt!

ABRAHAM LINCOLN: VAMPIRJÄGER Held aller Welten. Abraham Lincoln, visionärer US-Präsident und gnadenloser Jäger des übersinnlich Bösen! Fantasy-Action deluxe, von Tim Burton, Timur Bekmambetov (Wächter der Nacht) und BestsellerAutor Seth Grahame-Smith (Stolz und Vorurteil und Zombies).

DER CHAOS-DAD LOOPER

AB 27. 02. AUF SKY SELECT/HD Auftragskiller Bruce Willis soll terminiert werden – von seinem jüngeren Ich Joseph Gordon-Levitt. Originelle Zeitreise-Action mit zwei Superstars in Hochform.

AB 16. 02. AUF SKY SELECT/HD

Ein Teenager (Adam Sandler) zieht seinen Sohn alleine auf – und will ihn Jahre später bei dessen Hochzeit dazu bringen, seine Steuerschulden zu bezahlen: total abgedrehte Komödie über eine völlig verkorkste Familie – vom Meister des Weird Nerdism höchstpersönlich!

FOTOS: VERLEIHER

sky SELECT

AB 14. 02. AUF SKY SELECT/HD


AUF SKY ATLANTIC HD

MEN IN BLACK 3

AM 10. 02., 20.15 UHR, AUF SKY CINEMA/HD Black is the new black! Endlich gibts das dritte Abenteuer der fabulösen Men in Black – und wieder geben die Herren Agenten J und K (Will Smith & Tommy Lee Jones) ihr Bestes, die Erde vor Langeweile und ungustligen Aliens zu retten. Großartiger SciFi-Actionspaß!

CREMATORIO – IM FEGEFEUER DER KORRUPTION AB 04. 02., 22.00 UHR

AM 23. 02., 20.15 UHR, AUF SKY CINEMA/HD

GHOST RIDER: SPIRIT OF VENGEANCE

Ein anständig gewordener Schmuggler verstrickt sich wegen des Bruders seiner Frau in ein von Panama bis New Orleans gesponnenes Komplott aus Drogen und Falschgeld: Mark Wahlberg in einem smarten Heist-ActionMovie mit Traum-Cast.

AM 17. 02., 20.15 UHR, AUF SKY CINEMA/HD

Der Ghost Rider ist wieder unterwegs: Nicolas Cage fordert im zweiten Teil der irrwitzigen Marvel-Verfilmung den Teufel selbst heraus – mit äußerst desaströsen Folgen für Weltfrieden und CO²-Bilanz.

THE ARTIST FOTOS: VERLEIHER

AM 24. 02., 20.15 UHR, AUF SKY CINEMA/HD Hinreißende Liebeserklärung an die Stummfilmära: Jean Dujardin als untergehender und Bérénice Bejo als aufsteigender Star längst versunkener Kinozeitalter. Ganz großer Genuss!

ERSTAUSSTRAHLUNGEN

CONTRABAND

Die erste Eigenproduktion von Canal+ España zeigt in acht Folgen die Geschichte der Unternehmerdynastie Bertemeu zwischen Korruption, Gier und Machtwahn. Hochkarätig!

HOUSE OF CARDS AB 04. 02., 21.00 UHR

Kevin Spacey als politischer Manipulator, der im US-House of Representatives die Abstimmungsberechtigten im Sinne der führenden Fraktion auf Linie hält.

TREME, STAFFEL 3 AB 26. 02., 21.00 UHR

Die fast schon legendären Macher von The Wire gehen nach New Orleans und widmen sich der Bevölkerung des Stadtteils Treme in den Nachwehen von Hurricane Katrina.

PROMOTION

TOP-SERIEN


▶l Fun GAMES ▶l TEXT: KURT ZECHNER

ANARCHY REIGNS

FÜR PS3, XBOX360. Das vielleicht durchgeknallteste Kampfspiel seit langem: Angesiedelt in einer riesigen postapokalyptischen Welt gehts in Close Combat ordentlich zur Sache! Ein wilder Haufen mächtiger Fighter (darunter auch ein paar bekannte Game-Gesichter) wartet in Einzelund Mehrspielmodi. Supercool!

DEAD SPACE 3

FÜR PS3, XBOX360, PC. Das dritte große Game der Dead Space-Serie ist ein mächtiger Third-PersonShooter in futuristischem Setting: In der eisigen, feindlichen Atmosphäre eines fernen Planeten wartet eine Vielzahl an böswilligen Kreaturen. Gut, dass im Notfall ein Kampfgefährte mittels Drop-in/ Drop-out-Coop-Modus helfend eingreifen kann.

DMC – DEVIL MAY CRY

Für PS3, XBOX360, PC. Die neueste Episode in der wunderbaren Beat ’em up-Serie ist ein groß produzierter Reboot, der sich an den stilbildenden früheren Teilen der Saga orientiert. Als ungerührter Einzelkämpfer Dante, Zwischenwesen aus Mensch und Dämon, kämpfst du dich durch die geheimnisvolle Limbo City – eine Stadt, die sich ständig verändert und immer neue Dämonenwesen ausspuckt, darunter auch Dantes Zwillingsbruder Vergil … Tolles Gameplay mit ausgefeilter Kampftechnik, altbewährte und ganz neue Waffen und einige wunderschöne Features sorgen für stundenlange Action – mit oder ohne Tränen.

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ALIENS: COLONIAL MARINES

Für PS3, XBOX360, PC. Es tut sich was im Universum: Als Mitglied der Elitetruppe der US Colonial Marines wirst du auf eine haarige Mission ins Weltall geschickt. Ein offenbar von der Besatzung verlassenes Raumschiff kreist um einen fernen Planeten – ein Raumschiff mit einem schrecklichen Geheimnis … und schon bald findest du dich im tödlichen In-Fight mit den schrecklichsten Kreaturen, die das All zu bieten hat, den Xenomorphs. Formidabler SciFi-Horror-First-Person-Shooter mit toller Optik, zahlreichen originalgetreuen Details aus der Alien-Welt und vielen Spielmodi für Einzelspieler und Freundeskreise.

SPASS, SPANNUNG, SCHOCKZUSTAND

SCRIBBLENAUTS UNLIMITED DIE SIMS 3: 70ER, 80ER & 90ER-ACCESSOIRES

Für PC/Mac. Ach, die Nostalgie! Kaum hat man noch mit seinen Eltern über die neuesten total unverzichtbaren Trends gestritten (i.e. „So gehst du mir nicht aus dem Haus!“), sitzt man schon über uralten Fotoalben und lacht sich eins ab, in welchen unglaublichen Stylings man vor 10, 20, 30 Jahren herumgelaufen ist. Und jetzt kannst du mit Hilfe deiner Sims so richtig in die Erinnerung eintauchen: Von völlig irrwitzigen Seventies-Bärten und Schlaghosen über megaschultergepolsterte Powersuits wie in den Eighties bis hin zu ausgewählt zerknitterten Grunge-Klamotten der Neunziger – und das alles samt passender Einrichtung und Sound. Yeah!

Für Wii U, 3DS. Die mehrfach preisgekrönte Abenteuerund Rätselspiel-Serie bekommt wieder eine Fortsetzung: Diesmal erlebt Held Maxwell sein bisher größtes Abenteuer – und wieder wird die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes beim Spielen geschrieben: Dinge erscheinen, indem man sie aufschreibt, andere erwachen durch die Schrift zum Leben. Erstmals geht die spannende Reise in insgesamt 8 offenen Spielwelten über 41 Levels, es warten immer neue Herausforderungen – genug für stundenlangen Spielspaß, bei dem Hirn und Kreativität gefordert sind.

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▶l Fun Gala-Premiere

Douglas

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Foto: UPI

▶l Wien. mi, 27 02 2013


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Überregionale Bedeutung Rund 100.000 Leser außerhalb Salzburgs greifen täglich zu den „Salzburger Nachrichten“. Eine eigene Wien-Redaktion und ein eigenes Büro in Brüssel ...

Fakten, Analysen und Meinungen Die „Salzburger Nachrichten“ blicken auf eine große journalistische Tradition zurück. Bloße Berichterstattung war ihren Redakteurinnen und Redakteuren stets zu wenig. Es ging und geht um die Hintergründe ... L E I TA R T I K E L Die Zeitung der Zukunft hat große Tradition

Im Fokus: Die Zukunft der Medien Zeitungen sind heute einem harten medialen Wettbewerb ausgesetzt. Ob Radio, Fernsehen, Internet oder Mobiltelefonie – sie alle buhlen ...


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SKIP - Das Kinomagazin, Februar 2013  

SKIP - Das Kinomagazin, Ausgabe Februar 2013

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