Issuu on Google+

38 W OCHENPOST

AUS DER REGION

HINTERGRUND

Murunda-Projekt • Das Murrunda-Projekt liegt im Nordwesten der Republik Ruanda, in der Provinz Gisenyi, nahe dem Kivu-See. Der kleine Ort Murunda liegt mitten im afrikanischen Busch. Murunda ist, kirchlich gesehen, eine Diözese und gehört zum Bistum Nyundo, wo Bischof Alexis Habiyambere lebt. • Im Herbst 2009 - durch den Kontakt zu Professor Bernd Tenkhoff - kam Interplast, Sektion Vreden, nach Murunda. Im Herbst 2009 haben Dr. Arnulf Lehmköster und Dr. Shirin Mansuri das dortige Buschkrankenhaus erstmals besucht. • Das Gästehaus in Murunda feierte bereits im August 2010 Richtfest. • Im November 2010 hat Interplast Vreden mit der medizinschen Einrichtung des dortigen Operationssaales begonnen. Ein modernes Narkosegerät wurde nach Murunda gebracht. Die Aufgabe, moderne Anästhesieformen in Murunda einzuführen hat Professor Dr. Paul Reinhold übernommen. • Im April/Mai 2011 wurde in Murunda mit der Spaltchirurgie begonnen. Dr. Peter Schindelhauer hat die ersten 20 Spaltoperationen an Patienten mit Lippen-, Gaumen- und Kieferspalten durchgeführt. • Der Neubau eines Operationssaales ist in Planung. • Im November 2011 wird ein Team unter der Leitung von Dr. Arnulf Lehmköster erneut zu einem Interplast-Einsatz nach Murunda aufbrechen.

Was ist Interplast? Die Mitglieder von INTERPLASTGermany e.V. führen unentgeltlich plastisch-chirurgische Operationen in Entwicklungsländern durch. Die behandelten Patienten leiden unter Gesichtsfehlbildungen, Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, Handfehlbildungen, schweren Verbrennungsnarben, Tumoren der Haut und des Kopfes, Defekten durch Unfälle oder Kriegsfolgen und sonstigen Erkrankungen, die in das Fachgebiet der Plastischen Chirugie fallen. Ziel ist es, die Patienten in die Lage zu versetzen, ein sozial integrierter Teil ihrer Gesellschaft zu werden. • Kontakt zur Sektion Vreden: Dr. Arnulf Lehmköster, An´t Lindeken 100, 48691 Vreden, Tel. 02564/994008, E-Mail arnulf@ dr-lehmkoester.de.

Gemeinsam mit Interplast-Sektionsleiter Dr. Arnulf Lehmköster wird die 24-jährige OP-Schwester Kerstin Hütter im November nach Ruanda fliegen.  Foto: Sandkötter

Langfristiges Projekt Interplast startet im November wieder nach Ruanda

VREDEN Im November fliegt Dr. Arnulf Lehmköster, Vredener Sektionsleiter von Interplast und seit März dieses Jahres Vorsitzender von „Interplast Germany“, zum vierten Mal nach Ruanda, um vor Ort die Mitarbeiter des Murunda-Projekt (siehe Infokasten) zu unterstützen. Gemeinsam mit Dr. Lehmköster wird ein dreiköpfiges Team unterwegs in den afrikanischen Busch sein. Mit dabei ist erstmals auch OP-Schwester Kerstin Hütter. „Eine spannende Aufgabe“, wie sie findet. „Ich habe mich entschlossen, zu helfen und sehe es als eine große Herausforderung, unter den einfachen Umständen zu arbeiten“, berichtet sie von ihrer Motivation, sich für Interplast vor Ort in Ruanda zu engagieren. Vor Ort, das ist im Nordwesten der Republik Ruana, in einem kleinen Ort mit dem Namen Murunda. Vor Ort hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan. „Das Murunda-Projekt ist sehr langfristig geplant“, erzählt Dr. Lehmköster. Schritt für Schritt wird das Krankenhaus vor Ort immer in enger Zusammenarbeit mit den Ärzten und anderen Mitarbeitern vor Ort - ausgebaut. Das Gesamt-Projekt ist auf Jahre angelegt und das bislang größte Projekt der Sektion Vreden. „Schrittweise soll nun die Ausstattung und die Einrichtung des Operationssaales verbessert werden“, erzählt der Vredener Sektionsleiter. „Wichtig ist für uns dabei, dass jeder Schritt zusammen mit heimischem Personal durchgeführt wird. Er freut sich darüber, dass seitens der Administration des Krankenhauses der Antrag beim dortigen Gesundheitsministerium für einen Neu-

bau der chirurgischen Abteilung gestellt - und inzwischen bewilligt - wurde. „Wir können also die Planungen nun in einem Neubau realisieren“, so Dr. Lehmköster. Die ersten Schritte sind getan. Vor Ort arbeitet inzwischen ein motiviertes Team, das sich den neuen Herausforderungen stellen möchte. Auch zahlreiche Interplast-Teams haben inzwischen die Bereitschaft signalisiert, für das MurundaProjekt zu arbeiten. Um Wort halten zu können und den Neubau des Operationssaales zu realisieren, ist die Interplastsektion Vreden natürlich auf Spenden angewiesen. Im November, wenn das Vredener Team zu einem Einsatz nach Ruanda fliegt, wird gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort zwei Wochen operiert. Bis zu zehn Stunden stehen die Teams gemeinsam im Operationssaal, um Patienten zu behandeln. Die Ärzte vor Ort lernen den Einsatz moderner Medizin. So wurde beispielsweise im November 2010 mit der Einrichtung des dortigen Operationssaales begonnen. Ein speziell für dortige Verhältnisse konzipiertes modernes Narkosegerät (Wert rund 40.000 Euro) wurde nach Murunda gebracht und wird dort heute von den einheimischen Ärzten genutzt. „Das Gesamtprojekt ist auf Jahre angelegt“, so Dr. Lehmköster. Aus diesem Grund ist natürlich auch eine kontinuierliche finanzielle Unterstützung wichtig.  SIS • Ein Spendenkonto von Interplast , Sektion Vreden, gibt es bei der Sparkasse Westmünsterland, Kto.-Nr. 511 299 22, BLZ: 401 545 30.

Um überhaupt mit Interplast-Teams vor Ort arbeiten zu können, musste zunächst ein Gästehaus gebaut werden. Das ist inzwischen fertig und hat bereits zwei Teams bei den letzten beiden Einsätzen beherbergt.  Fotos: Interplast Sektion Vreden

24. Juli 2011


IMurunda-Projekt Interplast Germany